Ein Mord auf Pine Ridge: "Maggie Yellow Cloud" heißt Brita Rose-Billerts Thriller um die gleichnamige indianische Ärztin, die in einer Lakota-Reservation arbeitet. Doch es handelt sich nicht nur um eine Krimi-Story, sondern der Leser erfährt auch sehr viel über die medizinischen und sozialen Zustände im Reservat und über die Arbeit in einem Hospital für die Ureinwohner.
Maggies Schwager wird erschossen aufgefunden. Doch bald wird der Verdacht zur Gewissheit, dass der Anschlag nicht ihm galt, sondern der Ärztin, deren Wagen er sich ausgeliehen hat. In der Folge ereignen sich mehrere Überfälle und Angriffe auf Maggie. Gesichtlose Profikiller stellen der Medizinerin nach, und nur mit sehr viel Glück und Kampfkraft kann sie sich immer wieder retten. Dabei ist ihr selbst völlig schleierhaft, warum jemand sie töten sollte. Als ob sie in ihrer Klinik nicht genug Probleme hätte. Allein schon die Mengen an Medikamenten, die immer wieder wie nichts verschwinden, sind für sie äußerst schwer neu zu beschaffen.
Maggie Yellow Cloud kämpft gegen Fehlernährung und dümmliche Beamte
Der Roman zeigt sehr deutlich, mit welchen Problemen sich eine Ärztin, und nun auch noch eine Ureinwohnerin, in einem Indianer-Reservat herumschlagen muss. Uninteressierte weiße Assistenzärzte, die mal eben ihr Pflichtjahr im Reservat abdienen, bevor sie sich an "richtige" Menschen herantrauen dürfen. Krankheiten, wie sie durch falsche Ernährung mit den minderwertigen, von der US-Regierung zur Verfügung gestellten Nahrungsmitteln entstehen. Alkoholismus, hohe Kindersterblichkeit und dümmliche Beamte. Einfach göttlich: Der Besuch einer zickigen Dame vom Gesundheitsamt, die den Lakota erzählen will, sie sollten sich gesünder ernähren.
Leere Medizinschränke auf Pine Ridge
Maggie kämpft an allen Fronten und muss sich zusätzlich auch mit leeren Medizinschränken und mürrischen Lieferanten auseinandersetzen. Zum Glück entscheidet sich ihr Mann Robert, der eigentlich als Hubschrauberpilot fast ständig unterwegs ist, bei ihr zu bleiben. Und auch der junge weiße Assistenzart Simon McPherson wandelt sich langsam vom ignoranten "Wasicu" zu einem Menschen, der wirklich versucht, die Lakota zu verstehen.
Drahtzieher lässt Chance verstreichen
Etwas unschön ist allerdings die Auflösung. Die alte Thriller-Krankheit hat mal wieder zugeschlagen. Warum erledigt der Drahtzieher im Hintergrund Maggie nicht sofort, als er sie bewusstlos in seiner Gewalt hat? Nein, er lässt sie erst noch wieder wach werden, wechselt dann ein paar Sätze mit ihr und versucht sich erst dann als Mörder. Wie blöd kann ein Mensch denn sein?
Etwas skurril wirkt Maggies Vorstoß, ihrem Kollegen Simon das "Du" anzubieten, und ihr Hinweis, im Lakota gebe es die "Sie"-Form nicht. Im Englischen, das US-Ärzte untereinander gewöhnlich benutzen, allerdings auch nicht ...
Abgesehen davon: rundum gelungen und lesenswert, sprachlich und inhaltlich ein Gewinn.
Fazit: Ein spannendes Buch, das profunde Kenntnisse des Gesundheitswesens und der medizinischen Versorgung verrät. Empfehlenswert.
Brita Rose-Billert: Maggie Yellow Cloud. Mord auf Pine Ridge. Eine Lakota-Ärztin in Gefahr. Hohenthann: TraumFänger Verlag, 2011. 198 S., Euro 16,50.
Maggies Schwager wird erschossen aufgefunden. Doch bald wird der Verdacht zur Gewissheit, dass der Anschlag nicht ihm galt, sondern der Ärztin, deren Wagen er sich ausgeliehen hat. In der Folge ereignen sich mehrere Überfälle und Angriffe auf Maggie. Gesichtlose Profikiller stellen der Medizinerin nach, und nur mit sehr viel Glück und Kampfkraft kann sie sich immer wieder retten. Dabei ist ihr selbst völlig schleierhaft, warum jemand sie töten sollte. Als ob sie in ihrer Klinik nicht genug Probleme hätte. Allein schon die Mengen an Medikamenten, die immer wieder wie nichts verschwinden, sind für sie äußerst schwer neu zu beschaffen.
Maggie Yellow Cloud kämpft gegen Fehlernährung und dümmliche Beamte
Der Roman zeigt sehr deutlich, mit welchen Problemen sich eine Ärztin, und nun auch noch eine Ureinwohnerin, in einem Indianer-Reservat herumschlagen muss. Uninteressierte weiße Assistenzärzte, die mal eben ihr Pflichtjahr im Reservat abdienen, bevor sie sich an "richtige" Menschen herantrauen dürfen. Krankheiten, wie sie durch falsche Ernährung mit den minderwertigen, von der US-Regierung zur Verfügung gestellten Nahrungsmitteln entstehen. Alkoholismus, hohe Kindersterblichkeit und dümmliche Beamte. Einfach göttlich: Der Besuch einer zickigen Dame vom Gesundheitsamt, die den Lakota erzählen will, sie sollten sich gesünder ernähren.
Leere Medizinschränke auf Pine Ridge
Maggie kämpft an allen Fronten und muss sich zusätzlich auch mit leeren Medizinschränken und mürrischen Lieferanten auseinandersetzen. Zum Glück entscheidet sich ihr Mann Robert, der eigentlich als Hubschrauberpilot fast ständig unterwegs ist, bei ihr zu bleiben. Und auch der junge weiße Assistenzart Simon McPherson wandelt sich langsam vom ignoranten "Wasicu" zu einem Menschen, der wirklich versucht, die Lakota zu verstehen.
Drahtzieher lässt Chance verstreichen
Etwas unschön ist allerdings die Auflösung. Die alte Thriller-Krankheit hat mal wieder zugeschlagen. Warum erledigt der Drahtzieher im Hintergrund Maggie nicht sofort, als er sie bewusstlos in seiner Gewalt hat? Nein, er lässt sie erst noch wieder wach werden, wechselt dann ein paar Sätze mit ihr und versucht sich erst dann als Mörder. Wie blöd kann ein Mensch denn sein?
Etwas skurril wirkt Maggies Vorstoß, ihrem Kollegen Simon das "Du" anzubieten, und ihr Hinweis, im Lakota gebe es die "Sie"-Form nicht. Im Englischen, das US-Ärzte untereinander gewöhnlich benutzen, allerdings auch nicht ...
Abgesehen davon: rundum gelungen und lesenswert, sprachlich und inhaltlich ein Gewinn.
Fazit: Ein spannendes Buch, das profunde Kenntnisse des Gesundheitswesens und der medizinischen Versorgung verrät. Empfehlenswert.
Brita Rose-Billert: Maggie Yellow Cloud. Mord auf Pine Ridge. Eine Lakota-Ärztin in Gefahr. Hohenthann: TraumFänger Verlag, 2011. 198 S., Euro 16,50.















