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Brita Rose-Billert: Maggie Yellow Cloud

Ein Mord auf Pine Ridge: "Maggie Yellow Cloud" heißt Brita Rose-Billerts Thriller um die gleichnamige indianische Ärztin, die in einer Lakota-Reservation arbeitet. Doch es handelt sich nicht nur um eine Krimi-Story, sondern der Leser erfährt auch sehr viel über die medizinischen und sozialen Zustände im Reservat und über die Arbeit in einem Hospital für die Ureinwohner.
Maggies Schwager wird erschossen aufgefunden. Doch bald wird der Verdacht zur Gewissheit, dass der Anschlag nicht ihm galt, sondern der Ärztin, deren Wagen er sich ausgeliehen hat. In der Folge ereignen sich mehrere Überfälle und Angriffe auf Maggie. Gesichtlose Profikiller stellen der Medizinerin nach, und nur mit sehr viel Glück und Kampfkraft kann sie sich immer wieder retten. Dabei ist ihr selbst völlig schleierhaft, warum jemand sie töten sollte. Als ob sie in ihrer Klinik nicht genug Probleme hätte. Allein schon die Mengen an Medikamenten, die immer wieder wie nichts verschwinden, sind für sie äußerst schwer neu zu beschaffen.

Maggie Yellow Cloud kämpft gegen Fehlernährung und dümmliche Beamte

Der Roman zeigt sehr deutlich, mit welchen Problemen sich eine Ärztin, und nun auch noch eine Ureinwohnerin, in einem Indianer-Reservat herumschlagen muss. Uninteressierte weiße Assistenzärzte, die mal eben ihr Pflichtjahr im Reservat abdienen, bevor sie sich an "richtige" Menschen herantrauen dürfen. Krankheiten, wie sie durch falsche Ernährung mit den minderwertigen, von der US-Regierung zur Verfügung gestellten Nahrungsmitteln entstehen. Alkoholismus, hohe Kindersterblichkeit und dümmliche Beamte. Einfach göttlich: Der Besuch einer zickigen Dame vom Gesundheitsamt, die den Lakota erzählen will, sie sollten sich gesünder ernähren.

Leere Medizinschränke auf Pine Ridge

Maggie kämpft an allen Fronten und muss sich zusätzlich auch mit leeren Medizinschränken und mürrischen Lieferanten auseinandersetzen. Zum Glück entscheidet sich ihr Mann Robert, der eigentlich als Hubschrauberpilot fast ständig unterwegs ist, bei ihr zu bleiben. Und auch der junge weiße Assistenzart Simon McPherson wandelt sich langsam vom ignoranten "Wasicu" zu einem Menschen, der wirklich versucht, die Lakota zu verstehen.

Drahtzieher lässt Chance verstreichen

Etwas unschön ist allerdings die Auflösung. Die alte Thriller-Krankheit hat mal wieder zugeschlagen. Warum erledigt der Drahtzieher im Hintergrund Maggie nicht sofort, als er sie bewusstlos in seiner Gewalt hat? Nein, er lässt sie erst noch wieder wach werden, wechselt dann ein paar Sätze mit ihr und versucht sich erst dann als Mörder. Wie blöd kann ein Mensch denn sein?
Etwas skurril wirkt Maggies Vorstoß, ihrem Kollegen Simon das "Du" anzubieten, und ihr Hinweis, im Lakota gebe es die "Sie"-Form nicht. Im Englischen, das US-Ärzte untereinander gewöhnlich benutzen, allerdings auch nicht ...
Abgesehen davon: rundum gelungen und lesenswert, sprachlich und inhaltlich ein Gewinn.

Fazit: Ein spannendes Buch, das profunde Kenntnisse des Gesundheitswesens und der medizinischen Versorgung verrät. Empfehlenswert.

Brita Rose-Billert: Maggie Yellow Cloud. Mord auf Pine Ridge. Eine Lakota-Ärztin in Gefahr. Hohenthann: TraumFänger Verlag, 2011. 198 S., Euro 16,50.

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Ulrich Wißmann: Wer die Geister stört

Frank Begay ist wieder da: Der Navaho-Cop ermittelt in Ulrich Wißmanns Thriller "Wer die Geister stört" im Apachen-Reservat am Mount Graham. Nach "Skalpjagd" ist es bereits der zweite Mordfall, den der Angehörige der Navaho-Stammespolizei aufzuklären hat.
Ein Geologe wird am heiligen Berg der Apachen tot aufgefunden. Der Mann stand in Diensten eines internationalen Konsortiums, das auf dem Mount Graham eine Teleskopanlage zur Erforschung des Weltraums betreibt. Sehr zum Ärger der traditionellen Apachen, für die der Berg ein Zentrum ihrer Religion ist. Zumal die Anlage ausgerechnet vom Vatikan mitfinanziert wird, der sich davon offenbar die endgültige Zerstörung der Apachenreligion verspricht.

Wer hat Interesse am Tod des Geologen?

Unklar ist allerdings, wer ein Interesse am Tod des Geologen hatte. Die Gegner der Anlage, auf deren Lohnliste er stand? Oder doch die Betreiber selbst, weil der Mann unbequem wurde? Die Ermittlungen Frank Begays und des weißen Sheriffs Lawson ergeben, dass der Tote anscheinend etwas über den Mount Graham wusste, was Teleskop-Befürwortern oder -Gegnern im Kampf um den heiligen Berg nützlich sein könnte.

Frank Begay ist ein überzeugender Charakter

Der spirituell und traditionell geprägte indianische Ermittler Begay ist ein überzeugender, authentisch wirkender Charakter. Sein Ermittlungsstil, der von Respekt gegenüber seinen Gesprächspartnern und von seinem großen ethnologischen Fachwissen geprägt ist, hebt sich wohltuend vom Auftreten mancher anderer Krimi-Cops ab. Wie bereits im ersten Fall erweist sich der Navaho als glaubwürdiger und sympathischer Handlungsträger, an desen Seite man gern mitermittelt.

Ulrich Wißmann schildert einprägsam die Welt der Apachen

Auch ist positiv hervorzuheben, dass der Autor Ulrich Wissmann sich seit dem ersten Begay-Krimi sehr stark weiterentwickelt hat. Die Dialoge wirken weniger steif, sind insgesamt lebendiger ausgefallen und klingen nicht mehr nach Ethnologie-Referaten. Sehr einprägsam wird das Apachen-Milieu vor dem Auge des Lesers lebendig, und man kann zusammen mit Begay eintauchen in eine fremde, anschauliche Welt. Dabei scheinen sich Begay und sein Autor in der Welt der Apachen deutlich mehr zu Hause zu fühlen als zuvor in der Lakota-Reservation. Das hier ausgebreitete Fachwissen wirkt deutlich weniger angelesen als in "Skalpjagd".

Spurensuche und Kulturverständnis

Als "Thriller" sollte man den Roman eher nicht bezeichnen. Trotz des Showdowns mit Schießerei und Kampf auf Leben und Tod ist die Handlung doch zuvor über weite Strecken eher ruhig und gemächlich (nicht langweilig!). Es geht um Spurensuche, um das Verstehen einer Kultur und das Nachvollziehen der Geschichte des Apachenvolkes; das ist nicht unbedigt thrillerhaft. Auch als Krimi sollte man das Buch nicht lesen, dazu ist die spirituelle, sich detektivischer Logik entziehende Ebene zu stark und zu wichtig für die schließliche Rettung des Helden. Aber ein spannender und kluger Roman ist es allemal.

Fazit: Gelungener Roman über das Zusammentreffen von Navaho- und Apache-Kultur mit einigen Seitenhieben auf die katholische Kirche und ihren Umgang mit Naturreligionen. Sachkundig und spannend geschrieben. Lesenswert.


Ulrich Wißmann: Wer die Geister stört. Mord am heiligen Berg der Apachen. Hohenthann: TraumFänger Verlag, 2012. 200 S., Euro 16,50.


Weiterer Roman von Ulrich Wißmann:
Skalpjagd

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Kerstin Groeper: Wie ein Funke im Feuer

Mit "Wie ein Funke im Feuer" legt Kerstin Groeper erneut einen kenntnisreich und spannend geschriebenen Indianerroman vor. Die "Lakota und Cheyenne Odyssee" handelt von den ersten Begegnungen zwischen Cheyenne und Lakota, ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf dem Thema "Frauenraub" beziehungsweise auf dem Schicksal gefangener Frauen aus anderen Stämmen.
Die Lakota, aus dem fruchtbaren Waldland vertrieben von den stärkeren und mit Feuerwaffen ausgerüsteten Chippewa und Cree, sind noch relativ neu in der Prärie. Als der Lakota-Krieger Tanzt-im-Feuer und sein jüngerer Bruder Taschunka-ayuchtata auf einem Kundschaftergang versehentlich das Cheyenne-Mädchen Taischeé aufstöbern und verletzen, beschließt Tanzt-im-Feuer, das Mädchen nicht zu töten. Die Bewusstlose wird versorgt und so gelagert, dass ihre Stammesangehörigen sie finden müssen. Allerdings geht dem Lakota die junge Frau den ganzen Winter über nicht aus dem Kopf. Schließlich unternimmt sein junger Bruder eigenmächtig einen Zug gegen die benachbarten Cheyenne, stiehlt ihnen eine Handvoll Pferde und entführt Taisheé, um sie Tanzt-im-Feuer zu schenken. Der ist davon überhaupt nicht begeistert, zum einen, weil Taischeé dabei schwer verletzt wurde, zum anderen, weil er das Mädchen liebt. So beschließt er, sie zurück zu ihrem Stamm zu geleiten. Eine lange Geschichte von Kämpfen, Missverständnissen und Freundschaft zwischen den Lakota und Cheyenne beginnt.

Frauengestalten weisen kaum individuelle Züge auf

Der Roman fällt in der Zeichnung der Charaktere ein wenig ab gegenüber Kerstin Groepers großartigen Romanen "Kranichfrau" und "Die Feder folgt dem Wind". Die zahlreichen Frauengestalten, die hier, meist durch Raub oder Krieg "an den Mann gebracht werden", weisen kaum individuelle Züge auf und sind eher durch ihr Schicksal als durch ihre Persönlichkeiten auseinander zu halten. Da ist Taischeé, die mit Tanzt-im-Feuer durch eine tiefe und wahre Liebe verbunden ist. Da ist Kornblume, Tanzt-im-Feuers Schwester, die von feindlichen Indianern geraubt, dann an einen Weißen verkauft und brutal misshandelt wurde und schließlich an den freundlichen französischen Händler Paul geriet. Da ist Taschina-luta, ihre Schwester, die, als Kornblume schwanger ist, von Paul als Zweitfrau erworben wird und gemeinsam mit Kornblume nach dem Mord an Paul verwittwet ist. Da sind zwei Kiowa-Frauen, die in den Besitz zweier Lakota-Männer geraten, nachdem ihre Männer getötet worden sind. Da ist eine junge Frau, die einem Krieger als Ehesklavin dienen muss, um die Schuld ihrer Schwester zu sühnen. Abgesehen von Taschunka-ayuchtata, der um seine Ehefrau ganz normal bei den benachbarten Brulé-Lakota wirbt, sind fast alle Frauen durch Krieg oder Raub zu den Freunden und Verwandten von Tanzt-im-Feuer gelangt.

Blass gezeichnete "Opfer-Frauchen"

Dabei handelt es sich fast ausnahmslos um ziemlich blass gezeichnete "Opfer-Frauchen", die im Bett Gewalt zu erdulden haben oder zumindest ihrem jeweiligen Mann mit einer gewissen unterwürfigen Verehrung anhängen. Fast alle verhalten sich ziemlich passiv, werden nur dann aktiv, wenn sie ihren Mann im Bett oder anderswo durch bestimmte Einfälle verwöhnen wollen. Die wenigen Frauen, die aufmucken, bleiben Randfiguren und erleiden ein schlimmes Schicksal. Die entlaufene Frau des Cheyenne Falke-am-Boden muss wenig später gedemütigt zu ihrem Mann zurückkehren. Der gefangenen Kiowafrau Winu wird, wie bereits der vor Taschunka-ayuchtata flüchtenden Taischeé, gezeigt, wer der Stärkere ist, und die eifersüchtige und zänkische Wirbelwindfrau wird grausam zu Tode geschleift. Letzteres hat sie, zugegebenermaßen, verdient.

Weibliche Welt wird wenig anschaulich dargestellt

Leider erfährt der Leser trotz dieses Frauen-Themas sehr wenig über die weibliche Welt bei den einzelnen Stämmen. Es wird erwähnt, dass sie Speisen zubereiten. Aber wie? Welche Handgriffe werden ausgeführt? Welche Zutaten werden genutzt? Es heißt, die Frauen bauen die Zelte auf. Wie geht das? Welche Schritte sind nötig? Wie wird ein Zelt hergestellt? Es wird gesagt, dass Frauen Leder gerben und Kleidung herstellen. Aber wie? Was genau tun sie? Einmal wird gesagt, dass sie sich während ihrer Monats-Blutung zusammen in einem dafür vorgesehenen Zelt aufhalten müssen. Welche Szenen hätte man da schildern können, welche Gespräche! Verschenkt. Taischeé wird eingeführt als Enkelin und Schülerin einer Heilerin und als Kräuterkundige. Warum wird sie nie gezeigt, wenn sie Kräuter bestimmt, sammelt, einsetzt, ihr Wissen weitergibt, heilt? Ich möchte diese Frauen bei der Arbeit erleben, möchte ihre Lieder hören, über ihre Späße und Sticheleien lachen, ich möchte Bilder sehen. Nichts.

Sexszenen mit schrägen Formulierungen

Ein wenig plastischer versucht die Autorin zu werden, wenn sie die einzelnen Sexszenen ausmalt. Leider bleibt sie auch hier oft an der Oberfläche und bedient sich gängiger Metaphern, da werden Beine auseinandergedrückt, da fühlt die Frau seine Stärke in sich. Manches ist auch einfach schräg formuliert, so spürt zum Beispiel Falke-am-Boden, als Tanzt-im-Feuer ihm als Freundschaftsdienst seine Taischeé ausleiht, an ihr noch die "feuchte Nässe" ihres Mannes.

Kein Vergleich zu "Kranichfrau" und "Die Feder folgt dem Wind"

Dies alles hatte die Autorin in "Kranichfrau" oder "Die Feder folgt dem Wind" tausendmal besser gelöst und anschaulicher geschildert. Vermutlich, weil sie sich dort auf eine weibliche Protagonistin konzentrieren konnte. Hier will sie einfach zu viel erzählen, verzettelt sich zwischen den zahlreichen unterschiedlichen Frauenschicksalen, sodass am Ende nur passive Kleiderständer für erlittene Schicksale die Tipis bevölkern, aber keine lebendigen Persönlichkeiten.

Gelungene Schilderung eines Heyoka

Dabei hat das Buch durchaus seine Schönheiten. Einer der gelungensten Charaktere ist der Heyoka Mni-Luzahe, der aufgrund seiner Vision alles "andersherum" machen muss. Sehr plastisch schildert Kerstin Groeper das Leben eines Heyoka, seine besondere Stellung als Außenseiter, verhert, gefürchtet und von den wenigsten verstanden, das Bild eines einsamen Menschen, der von seinen Göttern zum Leben als Clown und wandelnde Absurdität berufen wurde.
Auch der Hintergrund, die ersten Begegnungen zwischen Cheyenne und Lakota, ist ein sehr gut gewähltes, starkes Thema, das sich von gängigen Indianerromanen wohltuend abhebt. Hier geht es nicht um die Auseinandersetzungen zwischen Indianern und Weißen, sondern um eine Zeit, in der die Stämme noch weitgehend unter sich waren. Zwar ist am Anfang von den Gewehren der Chippewa und Cree die Rede, die der Auslöser für die Flucht der Lakota waren, und der freundliche und lustige Händler Paul ist zu Gast in den Zelten, doch abgesehen davon ist das Buch von Begegnungen mit den Weißen frei.

Flüssig und spannend geschrieben

Geschrieben ist das Buch sehr flüssig und spannend. Es lässt sich gut lesen und zeugt von großer Sachkenntnis, was das Leben der Lakota und Cheyenne angeht. Abgesehen von einigen Ausfällen ins Soziologendeutsch (so wird gesagt, dass beide Stämme das "Konzept" eines Heyoka oder einer Adoption kennen) oder Wirtschaftsenglisch (Oglala und Brulé trennen sich, um die "Ressourcen" des Landes besser zu nutzen) ist die Sprache sehr klangvoll und eingängig.

Fazit: Kenntnisreicher Indianerroman mit spannender Handlung und Schwächen in der Charakterzeichnung. Nicht schlecht, aber Kerstin Groeper kann mehr.

Kerstin Groeper: Wie ein Funke im Feuer. Eine Lakota und Cheyenne Odyssee. Hohenthann: Traumfänger Verlag, 2012. 539 S., Euro 24,50.


Weitere Bücher von Kerstin Groeper:
Die Feder folgt dem Wind
Kranichfrau
Geflecktes-Pferdemädchen

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Ulrich Wißmann: Skalpjagd

In "Skalpjagd" erzählt Ulrich Wißmann von einer Mordserie in einem Lakota-Reservat. Ausgerechnet ein Navaho-Indianer soll als Ermittler bei den Lakota-Sioux arbeiten. Eine interessante Begegnung zweier Kulturen ...
Frank Begay ist eigentlich Officer der Navaho-Stammespolizei, wo er als Ermittler, Fährtenleser und oft auch als Mediator arbeitet. Doch nun fordert ihn das FBI an: Es geht um eine ungewöhnliche Mordserie im Land der Lakota. Bisher wurden drei Skalpierte aufgefunden. Angeblich möchte man statt eines Lakota-Fährtenlesers einen Ermittler "von außen", um zu verhindern, dass verwandtschaftliche und freundschaftliche Bande die Jagd nach dem Täter verhindern ...

Ein Navaho ermittelt in der Lakota-Reservation

Die Idee ist nicht schlecht. Statt eines weißen Fremdlings im Reservat, der die Kultur der Lakota nicht kennt und nicht versteht, ist hier der Held ein Navaho, der zwar auch fremd ist, aber eine eigene Spiritualität und Stammestradition mitbringt. Der Leser lernt somit zwei sehr unterschiedliche indianische Kulturen und Denkweisen kennen und erfährt durch den fremdvertrauten Blick des Polizisten sehr viel über beide Welten. Die Figur, der Charakter Frank Begays ist sehr glaubwürdig, er ist eine lebendige, authentische Persönlichkeit, die dem Autor sehr gut gelungen ist.
Leider kann man dies nicht von den anderen handelnden Personen sagen. Die meisten wirken wie leere Sockenpuppen, deren einzige Aufgabe es ist, Frank mit viel geschichtlichem und gesellschaftlichem Hintergrundwissen zu versehen. Dabei reden sie kaum wie lebendige Menschen, sondern eher wie Soziologiestudenten im ersten Semester, die ein Referat ablesen. Hier ein Beispiel aus einem Gespräch Franks mit dem Gelegenheitsarbeiter Harry Blue Sky:

"Als wir unsere Kinder bekamen, wohnten wir noch im Nordwesten von Pine Ridge, nahe dem Cheyenne River. Sie wissen vielleicht, dass in den südlichen Black Hills, bei Edgemont, seit 1951 Uran abgebaut wird. Millionen von Tonnen radioaktiver Abraum liegen dort am Cheyenne River offen herum und der Wind und der Fluss tragen die Radioaktivität zu uns. Wir wussten das damals nicht. Erst als unser Sohn und unsere Tochter krank zur Welt kamen, sind wir fortgezogen.
[...]
Ja, die Frauenorganisation Warn, Women of all red Nations, der meine Frau dann später auch beigetraten ist [...] hat 1979 auf Pine Ridge eine Gesundheitsstudie durchgeführt, nach der im fraglichen Gebiet achtunddreißig Prozent aller Schwangerschaften mit einer Tod- [sic!] oder Fehlgeburt endeten! Und sechzig Prozent der lebend geborenen Kinder waren behindert oder litten an Krankheiten! Sogar die staatliche Umweltschutzbehörde gibt zu, dass die Radioaktivitätswerte im Oberflächen- und Grundwasser weit über den erlaubten Grenzwerten liegen!" (S. 104)

So reden weder indianische Gelegenheitsarbeiter noch deutsche Germanistikprofessoren, wenn ihnen ein fremder Polizist Fragen in Bezug auf einen Mordfall stellt. Kaum glaubhaft, dass alle Gesprächspartner Franks auf kurze Verhörfragen eines Polizisten mit solchen gestelzten Sätzen antworten. Ganz zu schweigen von den Prozent- und Jahreszahlen, die jederzeit auf Abruf hervorgesprudelt werden.

Unglaubwürdige Häufung von Ritualen

Auch dass Frank in der sehr kurzen Zeit sofort von zwei Lakota mit einer Zeremonie zum "Verwandten" gemacht wird und dass auf den nur 180 Seiten der Geschichte außerdem noch eine Visionssuche und - mal wieder - das Ritual des Sonnentanzes geschildert wird, klingt eher nach Klischee und Pflicht-Topos. Die Dichte von Ritualen (die sogar für die Gliederung des Romans benutzt werden) ist ungefähr so wahrscheinlich wie eine historische Erzählung, in der der Held nach Nürnberg kommt, gleich am ersten Tage zufällig Albrecht Dürer begegnet und sich danach noch schnell bei Hans Sachs seine Schuhe besohlen lässt.
Dass der Mörder auf der Flucht mal eben zwischendurch seinen Sonnentanz absolviert und anschließend mit noch blutender Brust weiterfährt, dass er sogar zwei weitere Personen umbringt und skalpiert und danach noch in einem Kampf auf Leben und Tod mit den bösen Drahtziehern im Hintergrund ohne nennenswerte Schwächung durch die Wunden mitmischen kann, erscheint gleichfalls mehr als unglaubwürdig. Er dürfte nach einem solchen Ritual für einige Zeit außer Gefecht gesetzt sein.

Gute Idee - Mängel in der Ausführung

Einige orthografische und sprachliche Schnitzer sind gleichfalls ärgerlich. So hat die Pfeife einen "Stil" (Nein, Stil ist nicht das andere Ende vom Besen), und beim Spurenlesen wird der Leser belehrt, dass Weiße im Gegensatz zu Indianern mit den "Versen" auftreten (was mehr als ungereimt klingt).
Schade eigentlich. Aus der guten Idee und dem Fachwissen des Autors hätte sich wesentlich mehr machen lassen. Zwei bis drei Lektoratsdurchgänge und eine Überarbeitung hätten die Schwächen des Romans sicher beseitigen und die Stärken des Autors besser herausstellen können. Denn die Stärken sind durchaus vorhanden. Die Szene, in der Begay am Wounded Knee der Opfer des Massakers gedenkt und ein Tabakopfer darbringt gehört zu den stärksten nicht nur des Buches, sondern der modernen Indianerliteratur überhaupt. Hiervon hätte ich mir mehr gewünscht.

Fazit: Viel Hintergrundwissen, ungewöhnliche Begegnungen und ein faszinierender Protagonist, leider große Schwächen im Dialog und einige Logikmängel.


Ulrich Wißmann: Skalpjagd. Ein Navaho-Cop bei den Sioux. Thriller. Hohenthann: TraumFänger Verlag, 2010. 184 S. Euro 16,50.


Weiterer Roman von Ulrich Wißmann
Wer die Geister stört

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Antje Babendererde: Julischatten

"Julischatten" heißt Antje Babendererdes neuer Indianer-Roman. Es geht um Alkohol und Drogen im Reservat, das Gefühlschaos einer Sechzehnjährigen, Punkfrisuren, schräge Klamotten und eine ungewöhnliche Dreiecksbeziehung zwischen Sommersonne und Schatten.
Sim, eigentlich Simona, die Heldin des Romans, ist so ziemlich das Gegenteil von allem, was die Lakota bisher an Touristen in ihrem Reservat kennen gelernt haben. Jimi und sein blinder Hunka-Bruder Lukas werden nicht schlau aus dem Mädchen mit der leuchtend roten Stachelfrisur und den provozierend kurzen Röcken. Jimi, der Champ, der alle Mädchen "flachlegt", ist erst mäßig, dann immer mehr an Sim interessiert. Aber auch der angehende Medizinmann Lukas entwickelt Gefühle für die junge Frau mit den Storchenbeinen. Dabei hatten sich beide doch geschworen, dass sie sich niemals wegen einer Frau streiten wollten.
Allerdings ist etwas an Sim ungewöhnlich, etwas, das selbst der blinde Lukas mit seinem überfeinen Gehör nicht zwischen ihren Worten herauslauschen kann. Nur langsam öffnet sich Sim so weit, ihm von jener Nacht zu erzählen, als sie zusammen mit Freunden ins Schwimmbad einbrach, sich hemmungslos betrank und Sex mit einem Jungen hatte.

Alkohol und Drogen im Lakota-Reservat

Sim ist zwangsweise aus Deutschland nach Amerika verschickt worden. Nach ihren Alkoholabstürzen wurde die Jugendliche vor ein Ultimatum gestellt: entweder Einlieferung und Entgiftung oder sechs Wochen Zwangsaufenthalt im Indianerland bei Tante Flo. Denn die Eltern hatten gehört, dass im Reservat striktes Alkoholverbot herrscht. Pech nur, dass das Bild von der heilen alkoholfreien Indianerwelt nicht stimmt. Sim bleibt nicht lange "trocken", und die Tatsache, dass es dort einen schwunghaften Handel mit härteren Drogen gibt, macht den Aufenthalt alles andere als ungefährlich. Kokain ist kein Spielzeug. Und Jimi ist alles andere als ein Unschuldslamm.

"Julischatten" erzählt von Gewalt und Bandenkriminalität

"Julischatten" ist ein Roman, der die dunklen Seiten des Reservatslebens zeigt. Antje Babendererde erzählt vom Sozialbetrug einer Pflegemutter, die scharenweise Kinder sammelt, von Drogenexzessen, Bandenkriminalität und Gewalt, von Besäufnissen, Vergewaltigung und irrsinnigen Mutproben. Sie zeichnet kein Bild der schönen, verklärten Idianerwelt, gleichzeitig hält sie Abstand zum anklagenden Bild des "Opfers Indianer". Opfer wie Täter sind Indianer, das System von Drogendealern und ihren Hintermännern bzw. -frauen ist rot, und die Freundschaft, die gebrochen wird, ist ein Verrat unter Stammesbrüdern. Auch die Beziehung, die sich zwischen Sim und den ungleichen Brüdern entspinnt, ist alles andere als eine rosafarbene Romanze.

Sehr viele Rückblenden

Etwas ungelenk wirken die außerordentlich langen Rückblenden, mit der die Autorin die Vorgeschichten der jeweiligen Personen erzählt. So wird dem Leser bereits nach dem ersten Absatz ein elfseitiges Referat über die Vergangenheit Sims serviert, sowie man das im Flugzeug sitzende Mädchen kennen gelernt hat. Dies hätte man handwerklich sicher etwas geschickter lösen können.
Trotzdem ist der Roman sehr spannend und zieht den Leser schnell in die Geschichte hinein. Die Sachkunde und der herbe, von künstlicher Stimmungsmache freie Tonfall der Autorin machen "Julischatten" zu einem Buch, das man gern zur Hand nimmt und nicht wieder weglegt, bevor die letzte letzte Seite erreicht ist.

Fazit: Ein gelungener Roman - einer von Babendererdes besten. Unbedingt empfehlenswert.


Antje Babendererde: Julischatten. Würzburg: Arena, 2012. 476 S., Euro 17,99.

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Alexandra Walczyk: Die Gesichter der Steine

"Die Gesichter der Steine" nennt Alexandra Walczyk ihr Jugendbuch über einen 14-Jährigen zwischen zwei Welten: Geboren als Lakota, mit zwei Jahren von einem weißen Ehepaar adoptiert, aufgewachsen in einer typischen US-Mittelklasse-Familie und nun auf der Suche nach ... ja, was eigentlich?

James Powell hat eigentlich alles, was man sich wünschen kann: Phantastische Eltern, Freunde, offenbar keine Schulprobleme, und dass es etwas dunklere Haut hat, scheint kaum jemandem noch bewusst zu sein. Eigentlich ein typischer amerikanischer Schuljunge, vollkommen integriert in die Welt der Weißen und ohne jegliche Erinnerung daran, wie die Welt seiner biologischen Eltern aussah. Früher war er wohl manchmal etwas blöde angemacht worden wegen seines Aussehens, doch das war lange vor Beginn dieser Geschichte.
Allerdings scheint James auf irgend eine Art unausgefüllt, reagiert manchmal unwirsch, möchte mit Indianern grundsätzlich nichts zu tun haben. Es ist schließlich seine Mutter, die fühlt, dass etwas fehlt. Und so arrangiert sie für den wenig begeisterten Sohn eine Begegnung: James soll seinen biologischen Vater, den Lakota-Indianer Frank Stands Alone, kennen lernen und eine Weile bei ihm in der Reservation leben. James ist entsetzt. Diese Menschen sind nicht "seine Leute". Nur widerstrebend lässt er sich auf das "Experiment" ein, vor allem, da seine Mutter ihm versichert, dass er es jederzeit abbrechen könne.

Pubertät ohne Wutausbrüche - Selbstfindung ohne Esoterik-Schnickschnack

Der Roman ist von erstaunlicher Schlichtheit und ohne jede künstliche Stimmungmache und Gefühlsduselei geschrieben. Beeindruckend ist gerade die wohltuende Unaufgeregtheit, mit der hier die Begegnung mit fremden und irgendwie doch vertrauten Menschen geschildert wird. Alexandra Walczyk schafft es, einen Teenager glaubwürdig darzustellen und dabei völlig auf Klischees wie Wutausbrüche, Schulprobleme, Streit mit Eltern, dumme Computerspiele, Jugendgangs, Alkoholexzesse, Drogen und Probleme mit Mädchen zu verzichten.
Die Autorin schildert eine Begegnung eines adoptierten Kindes mit seinem Erzeuger ohne irgendwelchen Herkunftsschwulst und ohne Beschwörung eines paramythischen "Rauschens der Gene". Sie zeigt, dass es nicht immer großer Identitätskrisen und bombastischer Selbstfindungstrips bedarf, um neues über sich selbst herauszufinden und bei sich selbst "anzukommen".
Sie schafft es, einen jungen Menschen in eine indianische Gesellschaft einzuführen, ohne dazu Klischees wie Träume, Visionen und Schwitzhüttenzeremonien bemühen zu müssen. Ja, am Ende landet James in der Schwitzhütte - doch dies nur als Besiegelung einer Entwicklung, die den gesamten Roman über ihren Lauf nahm, und um nun auch offiziell zu machen, was James selbst herausgefunden hat: Er will - auch - Teil der Familie seines Vaters sein, beziehungsweise: Er ist es bereits.
Vielleicht ist es etwas merkwürdig, einen Roman zu definieren über das, was er nicht ist. Aber gerade das macht die Stärke des Buches aus, seine Kraft und seinen Zauber: Die Unaufgeregtheit, Gelassenheit und Ruhe, die Selbstverständlichkeit, mit der sich hier ein kleines Wunder vollzieht: Das Zusammenfinden von Menschen und das Zusammenwachsen einer Familie.

Alexandra Walczyk schildert keine "heile Welt"

Dabei ist das, was James vorfindet, beileibe keine heile Welt. Es ist eine arme, harte und karge Welt. Er ist Nachkomme von Reservationsindianern. Gezeugt im Alkoholrausch von zwei jungen Menschen, die sich nicht einmal kannten. Sohn einer Frau, die bereits zwei Jahre später betrunken auf der Straße lag und von einem Unbekannten überfahren wurde. Sohn eines Mannes, der von Weißen seiner Familie weggenommen wurde und "umerzogen" werden sollte, der zur Zeit von James Adoption wegen Einbruchs im Gefängnis saß, der nun als indianischer Widerstandskämpfer gegen US-Behörden beim FBI aktenkundig ist. Und dennoch, oder gerade deshalb, ist das alles für James ein wichtiger Teil seiner Identität, den der 14-Jährige neu hinzugewinnt und annimmt.

Fazit: Ein ungewöhlicher, überraschender und trotz aller Stille und des Verzichts auf "Action" von außerordentlicher innerer Spannung getragener Roman. Ausgesprochen lesenswert, auch für ältere Leser.

Alexandra Walczyk: Die Gesichter der Steine. Bloß kein Indianer sein. Hohenthann, TraumFänger Verlag, 2011. 150 S., Euro 9,90.

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Der Fluch des Colorado River

Phantastik aus dem Wilden Westen: Mit "Der Fluch des Colorado River" legt die Autorengruppe "Geschichtenweber" eine interessante Kurzgeschichten-Anthologie vor, in der Western, Horror und oft auch eine gute Portion Humor vereint sind.

Goldgier und Dummheit sind Schuld, als ein Goldgräber trotz eindringlicher Warnungen der Ute-Indianer einen unterirdischen See anbohrt. Ein kapitaler Fehler, denn in ausgerechnet diesen See haben die Ute seit Jahrhunderten ihre bösen Geister gebannt. Eine wahre Flut von bösartigen Wesen wird freigesetzt und ergießt sich in den Colorado River, um Tod und Verderben über die nichtsahnenden Menschen zu bringen ...

Von Geisterkutschen, Pokerspielern und Medizinmännern

19 Autoren haben sich des Themas auf sehr unterschiedliche Weise angenommen. Da taucht eine Geisterkutsche auf, deren Insassen niemals wieder frei werden, da werden magische Tränensteine beschworen, um das Unheil abzuwenden, da stellt ein Ute-Medizinmann eine Elitetruppe von Geisterjägern zusammen, um die ausgebrochenen Unwesen wieder einzufangen. Dämonen helfen Betrügern beim Pokerspiel, Untote liefern sich mit Wyatt Earp und Doc Holliday eine Schießerei, und indianische Totengeister greifen eine Gruppe von Bankräubern an, die sich auf ihrem heiligen Platz verschanzt haben.

Revolverhelden und Greenhorns treffen auf Ute-Geister

Am besten gefallen haben mir die Geschichten "Chili con Sangre" (Sabrina Železný) über eine Revolverheldin mit einer besonderen Liebe zu einem furchtbar scharfen Gewürz und "Das Greenhorn von Harte's Pocket" (Susanne Haberland), in der ein ziemlich dummer Durchreisender an Flussdämonen gerät - der schlimmste Schock seines Lebens steht ihm jedoch noch bevor ...

Insgesamt ist es eine sehr gelungene, kurzweilige Sammlung mit spannenden und humorvollen Geschichten. Gewünscht hätte ich mir lediglich ein abrundendes Schlusskapitel, das die Fäden wieder zusammenführt, den im Intro eröffneten Rahmen wieder geschlossen und vielleicht eine Lösung des Geisterproblems gezeigt hätte. So bleibt die Sammlung offen und hat keinen rechten Schlusspunkt. Doch dies ist eine Kleinigkeit und trübt den Lesegenuss nicht. Und vielleicht gibt es ja eines Tages eine weitere Sammlung mit Neuigkeiten von den Ute-Geistern ...


Der Fluch des Colorado River. Eine Anthologie der Geschichtenweber. Hrsg. v. Stefan Cernohuby und Wolfgang Schroeder. Meitlingen/Erlingen: Verlag Torsten Low, 2011. 312 S., Euro 13,90.

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Maya, Inka und Azteken

"Maya, Inka und Azteken" heißt das neue Buch der Reihe "Was ist was". Band 130 widmet sich den altamerikanischen Hochkulturen und erklärt unter anderem, was es mit dem legendären Maya-Kalender und den Weltuntergangsspekulationen für 2012 auf sich hat.

Das Was-ist-was-Buch "Maya, Inka und Azteken" behandelt sein Thema, der Tradition der Reihe gemäß, anschaulich, leicht verständlich und kurzweilig. Der Leser erfährt etwas über die politische Organisation der drei indianischen Reiche, über die Verwaltung des straff organisierten Zentralstaats des Inkareiches, den ebenfalls von einem Alleinherrscher regierten Aztekenstaat und über die relativ lockeren Städtebündnisse der Maya. Pyramidenbau, die Schriften der Maya und Azteken und die noch immer nicht entschlüsselte Knotenschrift der Inka werden genau so thematisiert wie das Alltagsleben, Erziehungsfragen oder die landwirtschaftlichen Produkte, die heute in Europa vom Speiseplan gar nicht mehr wegzudenken sind. Ohne Azteken kein Frühstückskakao, ohne Inka keine Kartoffeln.

Über Maya-Fußballspieler und aztekische Geldfälscher

Dabei lassen sich die Autoren auch Zeit für kleine interessante Informationen am Rande. Etwa die Beschreibung eines Hartgummi-Ballspiels, das eine urtümliche Version des Fußballspiels sein könnte. Oder die Entdeckung, dass es schon damals "Geldfälscher" gab. Die Azteken hatten zwar noch keine Münschen, sondern zahlten in der Währung "Kakaobohne", doch ließen sich die leeren Nüsse offenbar mit etwas Geschick leicht mit Asche nachfüllen. Interessant auch die Beschreibungen von Opferzeremonien, Hochzeiten oder Spielen. Und faszinierend, dass die altamerikanischen Hochkulturen ihre beeindruckenden Pyramiden erbauen konnten, ohne das Hilfsmittel "Rad" zu nutzen. Lange Zeit glaubte man sogar, diese Menschen hätten das Rad überhaupt nicht gekannt. Bis man Kinderspielzeug aus Mittelamerika entdeckte: kleine Tierfiguren auf Rädern, die von Jungen und Mädchen über den Boden gerollt werden konnten. "Radlos" waren also offenbar nur die Erwachsenen ...

Maya-Kalender, Sonnenstein und Sonnenfessel - aber kein Weltuntergang

Der Maya-Kalender, der Dank der Weltuntergangshysterie und seiner angeblichen Ankündigung des Weltuntergangs für 2012 in jüngster Zeit eine traurige Berühmtheit erlangte, wird ebenso vorgestellt wie der beeindruckende "Sonnenstein" mit der Zeiteinteilung der Azteken und die "Sonnenfessel", mit der die Inka den Verlauf des Jahres verfolgten. Was 2012 angeht, geben die Verfasser des Buches Entwarnung: "Inzwischen wurden aber Inschriften gefunden, in denen die Maya Daten berechneten, die Jahrtausende und sogar Milliarden von Jahren weiter in der Zukunft liegen. Für die Maya stand das Jahr 2012 nur für den Beginn eines neuen Zeitabschnitts, aber keinesfalls für das Ende der Welt." Glück gehabt.

Verwirrendes Hin und Her zwischen Maya, Inka und Azteken

Etwas verwirrend ist der Aufbau des Buches: Die drei Kulturen werden nicht in drei verschiedenen Abschnitten abgehandelt, sondern in jedem einzelnen Kapitel parallel abgearbeitet. Das ist für den Vergleich und das spätere Nachschlagen sicher nicht unpraktisch. Aber ein Leser, der in fast jedem Absatz von Kultur zu Kultur springen muss, kann leicht die Orientierung verlieren. So ist es immer wieder nötig, innezuhalten und noch einmal beim vorhergehenden Satz zu beginnen, wenn man nicht genau weiß: Sind wir jetzt gerade bei den Maya, den Inka oder den Azteken?

Kampf der Inka gegen spanische Eroberer fehlt

Schön wäre gewesen, etwas über die Kämpfe der Inka gegen die Spanier zu erfahren. Der Abschnitt "Warum gingen die Reiche der Maya, Inka und Azteken unter?" erzählt nur vom Untergang der Azteken und sagt abschließend, dass es den Maya und Inka genauso erging. Doch man kann nicht alles haben, und in Anbetracht des Umfangs von nur 48 Seiten erhält der Leser ein rappelvolles Informationspaket, das seinen Preis auf jeden Fall wert ist.

Fazit: Informatives, anregendes Buch in bewährter Was-ist-was-Qualität. Gut geeignet für Einsteiger und mit genug Neuigkeiten auch für Fortgeschrittene.

Lars Frühsorge und Bernd Schmelz: Maya, Inka und Azteken. Was ist was, Band 130. Nürnberg: Tessloff Verlag, 2011. 48 S., Euro 9,95.

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Karl H. Schlesier: Ulzanas Krieg

Ulzana, der legendäre Unterhäuptling der Chiricahua-Apachen, ist dem einen oder anderen sicher durch den DEFA-Spielfilm mit Gojko Mitic bekannt. Jetzt hat sich der Anthropologie-Professor Karl H. Schlesier daran gemacht, den "letzten Kampf der Apachen" aufzuarbeiten und in Romanform vorzustellen.
Das Buch beschreibt die Flucht der Apachen aus der Reservation und ihre Versuche, sich im Grenzgebiet zwischen den USA und Mexiko zu behaupten. Als die Gruppe von der US-Armee überfallen wird und viele Frauen und Kinder, darunter die Frau Ulzanas, verschleppt werden, zieht eine Handvoll Krieger aus, um die Entführten zu befreien. Doch die Expedition scheitert, inzwischen sind die Frauen und Kinder in ein anderes, besser gesichertes Fort gebracht worden.

Roman und Fachbuch über Ulzana

Das Buch ist eine interessante Mischung zwischen Roman und Fachbuch. Bei den 67 Kapiteln handelt es sich jeweils abwechselnd um Romanabschnitte und Original-Dokumente wie Briefe, Dienstanweisungen der Kavallerie, Zeitungsausschnitte und heilige Lieder aus den Berggeist-Zeremonien der Apachen. Dies ist zugleich die Stärke und die Schwäche des Buches. Denn für einen Roman ist es über weite Strecken nicht literarisch genug und für ein Fachbuch enthält es wiederum zu wenig Daten und zu viel freie Erzählung. Gerade im Erzählteil bleiben teilweise die Charakterzeichnung und die Spannungskurve auf der Strecke. Viele der Häuptlinge - unter anderem Chihuahua, Geronimo und Victorio oder die am Rande auftauchende Lozen - bleiben schattenhaft und wenig unterscheidbar.

Sehr anschauliche Zeremonien und Rituale der Apachen

Die große Stärke des Romans sind die sehr anschaulich dargestellten Rituale und Zeremonien und die große Sachkenntnis des Autors in den religiösen Vorstellungen der Apachen. Der Leser erlebt unter anderem eine Berggeist-Zeremonie und ein Ritual für eine junge Apachin mit, die ihre erste Periode hat und nun in den Kreis der erwachsenen Frauen aufgenommen wird. Man erfährt viel über mythische Gestalten wie "White painted Woman" und "Child-of-the-Water". Außerdem wird der Weg eines jungen Mannes bis zum vollwertigen Krieger mit Geheim-Namen vorgestellt. Eine große Rolle spielt auch die Scheu der Apachen vor Toten und das Vertreuen von heiligen Pollen nach jedem Kampf, um eine Trennlinie zwischen den Lebenden und den Totengeistern zu ziehen.

Apachenscouts als beste Waffe der Armee

Sehr deutlich wird auch das Problem der Apachenscouts, die in Diensten der Weißen stehen. Ohne diese Überläufer wären Ulzana und seine Stammesgenossen womöglich erfolgreich gewesen, doch nun erhalten sie einen Gegner, der denkt wie sie und ihre Kriegstaktik genau so hervorragend beherrscht. Der Blick auf diese "Verräter aus den eigenen Reihen", die zum Teil sehr gute Gründe für ihren Dienst in der Armee haben, schmerzt auch den weißen Leser des 21. Jahrhunderts. Außerdem wird dem Leser immer wieder das Zahlenverhältnis zwischen Jägern und Gejagten vor Augen geführt: Während Ulzanas Gruppe nur etwas über 30 Personen, darunter größtenteils Frauen und Kinder und nur eine Handvoll Krieger umfasst, ist die Zahl der Apachenscouts und der hinter ihnen reitenden Kavalleriesoldaten geradezu ersdrückend.

Fazit: Ein sehr sachkundiges Buch und eine sehr interessante Mischung aus Dokumentation und Fiction. Leichte Schwächen in Charakterzeichnung und Handlung werden durch die Stärken in der Schilderung von Kultur und Religion der Apachen mehr als ausgeglichen. Lesenswert.


Karl H. Schlesier: Ulzanas Krieg. Die Weißen nannten ihn Josanie. Der letzte Kampf der Apachen. Hohenthann: Traumfänger-Verlag, 2011. 354 S., Euro 22,50.

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Falkenspuren III: Der junge Adler

Wenn ich meine Quellen für die Novelle "Falkenfrühling" aufdecke, dann darf Karl May nicht fehlen. Wer "Winnetous Erben" gelesen hat, wird sich bestimmt des "Jungen Adlers" erinnern, eines jungen Indianers vom Stamme der Mescalero-Apatschen, der zu den Bleichgesichtern ging, um dort das Fliegen zu lernen.

Sein erstes Auftreten schildert Karl May so:
"Er war indianisch gekleidet und trug auf dem Rücken eine in Leder gebundene Last, die nicht leicht zu sein schien. Er ging gebückt und langsamen Schrittes. Er war außerordentlich ermüdet. Bei den Pferden blieb er stehen und betrachtete sie. Dann ging er weiter. Als er so nahe gekommen war, daß sein Gesicht uns deutlich wurde, sahen wir, daß er vielleicht zwei- oder dreiundzwanzig Jahre zählte. Seine Züge waren sehr sympathisch. Er hatte sein Haar, ganz wie einst Winnetou, in einem Schopf gebunden und ließ es dann weit über den Rücken herunterhängen." (Winnetous Erben, S. 102)

Und das Karl-May-Wiki hat aus dem Buch folgende Aussagen über Aussehen und Wesen des bemerkenswerten jungen Mannes zusammengestellt:
"[Er zählte] vielleicht zwei- oder dreiundzwanzig Jahre [...] Seine Züge waren sehr sympathisch. Er hatte sein Haar, ganz wie einst Winnetou, in einem Schopf gebunden und ließ es dann weit über den Rücken herunterhängen [...] Er war ein stiller, hochbegabter junger Mann. Und er besaß die nötige Energie, auch Ungewöhnliches zu erreichen. Auf seinem schönen, ernsten Gesicht lag [...] ein warmer, beinahe sonniger Schein, so köstlich lieb und sympathisch, wie er so oft die Züge [...] Winnetou[s] durchgeistigt und umflossen hatte. [... Es] personifizierte sich in ihm nicht nur die soeben beginnende Bewegung, die mit dem Worte "Jungindianer" bezeichnet worden war, sondern das Schicksal und die Zukunft der ganzen indianischen Rasse [...] Er kannte Athabaska und Algonka. Er korrespondierte mit Wakon, dem Berühmten. Er war [...] der Liebling von Tatellah-Satah, also der Nachfolger meines Winnetou im Herzen und in der Seele des größten Medizinmannes aller roten Nationen."

Junger Adler, der im Buch die Rolle eines verjüngten "Ersatz-Winnetous" einnimmt, hat als Zwölfjähriger ein Abenteuer am Horst eines Adlers überlebt, dem er seinen Namen und seine "Medizin" verdankt. Nach seiner kühnen Luftreise mit dem riesigen Greifvogel ist er vom Fliegen noch mehr fasziniert. Er geht in den Osten, um von den Bleichgesichtern das Fliegen zu lernen, studiert vier Jahre lang Aeronautik und Aerostatik und schleppt nun ein geheimnisvolles, gut vierzig Kilo schweres Paket durch den "Wilden Westen". Der, wie Old Shatterhand schnell feststellt, eiserne Gegenstand entpuppt sich als Flugzeugmotor, um den herum der Junge Adler schließlich sein eigenes Flugzeug konstruiert. Ein im Karl-May-Kosmos einmaliger Vorgang, mit dem die neue Zeit ins Indianerland einzieht, der aber gleichzeitig durch dreimaligen Flug um den "Berg der Medizinen" durchaus im Bereich des Mythos und der Tradition verwurzelt ist.

Eine unvergessliche und sehr inspirierende Figur. Auch wenn Rolf Bernhard Essig und Gudrun Schury in ihrem "Karl May-ABC" etwas spöttisch bemerken:
"Schließlich kommt hier noch die einzige technische Prophetie Mays vor, wenn der Junge Adler nicht nur ein einfaches Motorflugzeug in der Wildnis baut, sondern dabei die erst Jahrzehnte später realisierte VTOL-Technik erfindet. [...] Ach so, Sie wissen nicht, was VTOL heißt: V-ertikal T-ake O-ff and L-anding. Daß ein Indianer technischen Fortschritt einsetzt, um eine mythische Weissagung zu erfüllen, verleiht der Geschichte zusätzliche Tiefe." (Rolf Bernhard Essig / Gudrun Schury: Karl May-ABC. Leipzig: Reclam, 1999. Eintrag: "Milzbrand")

Mit dem Jungen Adler hat Valkrys nicht nur ihr unfreiwilliges Erlebnis am Adlerhorst gemein, auch seinen Traum vom Fliegen teilt meine junge Walküre in "Falkenfrühling" und "Die letzte Falkin". Sie hat in ihrer Jugend sogar ein einfaches Fluggerät entworfen und in den Schnee gezeichnet. Einen Motor habe ich in die germanische Mythologie allerdings noch nicht integriert, und auch in den beiden Folgebänden "Der Auftrag der Falkin" und "Die Rückkehr der Falkin" wird es weder Motorflug noch die im ABC gerügte VTOL-Technik geben. Obwohl ... Eine Helikopter-Walküre, das hätte schon was ...

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Falkenspuren I: Rescued from an eagles nest
Falkenspuren II: Anne auf dem Dachfirst

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Ernie LaPointe: Sitting Bull

Sitting Bull, der berühmte Häuptling der Lakota, hat einen neuen Biografen: Sein Urenkel Ernie LaPointe schildert das Leben des Tatanka Iyotake (LaPointe verwendet diese Namensform statt des bekannteren Tatanka Yotanka). Das Besondere: Er stützt sich dabei auf mündliche Überlieferungen aus der Familie seines Urgroßvaters.

Anekdotenreiche Biographie des Lakota-Häuptlings

Diese Biographie ist anders. Sie widersetzt sich den typischen Standards einer von weißen Wissenschaftlern verfassten Lebensbeschreibung, wartet im Hauptteil kaum mit Dokumenten auf und bietet so gut wie keine Jahreszahlen und andere Daten und Fakten, die eine klassische Geschichtsschreibung verlangt hätte. Ernie LaPointe schöpft vielmehr aus mündlicher Überlieferung, aus Erzählungen und Familientraditionen über seinen berühmten Vorfahren. Infolgedessen ist das so entstandene Werk weniger ein distanziert-wissenschaftliches, sondern ein sehr persönliches, keine Abhandlung, sondern eine Sammlung von Berichten einiger Zeitzeugen aus dem engsten Kreis um den Häuptling. Und bei aller Betonung der Wahrheit dieser Überlieferung sollte man dem Buch auch seine literarische Qualität bescheinigen. Hier ist ein großer Erzähler am Werk, der aus Anekdoten und kurzen Begebenheiten lebendige, sehr anschauliche Szenen zu erschaffen weiß. Ausgesprochen eindrucksvoll ist zum Beispiel die Geschichte, als Sitting Bull von einem Stammesmitglied während eines Kampfes mit den Weißen der Feigheit bezichtigt wurde, da er zum Rückzug riet. Der Häuptling setzte sich daraufhin mitten zwischen die feindlichen Kampfeslinien und rauchte gelassen seine Pfeife, während ihm die Kugeln um die Ohren flogen, und lud jeden ein, sich zu ihm zu setzen.

Die Wunde Sitting Bull ist noch offen

Beinahe noch erschütternder als die eigentliche Geschichte ist die im Anhang dargestellte Schilderung, wie LaPointe und seine Familie darum kämpfen mussten, als Nachkommen Sitting Bulls anerkannt zu werden. Unter anderem gab es hierzu eine DNA-Analyse anhand einer Haarlocke des toten Häuptlings. Die Auseinandersetzung mit dem Adoptivsohn/Neffen One Bull (LaPointe legt dar, dass One Bull keine Recht habe, sich als direkter Nachkommen des Häuptlings zu bezeichnen, und obendrein an Sitting Bulls Ermordung maßgeblich beteiligt war), die Schilderung des mehrfach geschändeten Grabes und die bis in die heutige Zeit andauernden Anfeindungen, die die Familie von anderen Stammesangehörigen der Lakota erfährt - all das zeigt, dass die Wunde Sitting Bull noch heute offen ist. Und es geht nicht nur um eine Auseinandersetzung mit den Weißen, sondern die Linien verlaufen zwischen den Nachkommen Sitting Bulls und den Nachkommen und Sympathisanten seiner Mörder und mit Angehörigen des Stammesrates, von dem LaPointe sich anhören musste, dass "Sitting Bull nichts weiter war als ein lausiger Medizinmall, ein Feigling und Unruhestifter."

Fazit: Ein sehr beeindruckendes Buch mit viel Stoff zum Nachdenken. Spannend, anekdotenreich und sehr anschaulich geschrieben, aber deutlich mehr als ein Indianergeschichtenbuch.

Ernie LaPointe: Sitting Bull. Sein Leben und Vermächtnis. Hohenthann: Traumfänger Verlag, 2011. 152 S., Euro 14,90.

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Kerstin Groeper: Geflecktes-Pferdemädchen

Kerstin Groepers Buch "Geflecktes-Pferdemädchen" ist ein Kinderbuch aus der Welt der Lakota. Die Autorin erzählt darin von einem weißen Mädchen, das bei Indianern aufwächst.
Die zehnjährige Mary geht in der Prärie verloren. Sie und ihre Eltern waren Angehörige eines Auswanderertrecks. Doch als ihre Eltern schwer erkranken, bleibt der Wagen zurück. Nach dem Tod ihrer Eltern versucht sie, sich allein durchzuschlagen, und folgt den Spuren der anderen Planwagen, einzig begleitet von ihrem winzigen und etwas dickköpfigen Pony Tupfen. Die Hoffnung, jemals wieder auf ihre Leute zu treffen, schwindet. Dem Verhungern und Verdursten nahe, werden Mary und ihr Pony schließlich gefunden - von zwei Indianern, die kein Wort Deutsch oder Englisch sprechen. Mary bekommt eine neue Familie und findet sich in einer völlig fremden Welt wieder.

Indianerbuch jenseits der "Mädchen-und-Pferde"-Romantik

Das Buch ist ein Kinderbuch, vom Verlag für Jungen und Mädchen ab neun empfohlen. Über das Niveau eines typischen "Mädchen-und-Pferde-Buchs" mit Indianern geht es aber weit hinaus. Kerstin Groeper schildert sehr sachkundig das Leben der Lakota, und man erfährt viel über indianische Kindererziehung zu jener Zeit. Naturgemäß unterbleiben grausame und harte Szenen, wie sie die Autorin in "Kranichfrau" oder "Die Feder folgt dem Wind" zeigte, doch auch so wird deutlich, dass das Leben der Prärie-Indianer zwar hart und gefährlich war, dass Kinder zwar nicht in einer heilen Welt ohne Schmerz, Krieg oder Hunger aufwuchsen, dass sie von Erwachsenen aber stets mit Liebe und Respekt behandelt wurden. In diesem Buch wird deutlich, warum damals "befreite" weiße Kinder, die nach einiger Zeit mit Gewalt zurück in die "Zivilisation" geholt wurden, immer wieder fortliefen und versuchten, ihre indianischen Familien wiederzufinden.

Heimkehr zu den Lakota

Auch Mary, die bei den Sioux wegen ihres Freundes Tupfen den neuen Namen Geflecktes-Pferdemädchen erhält, wird eines Tages von einem Indianerscout entführt und in ein Fort verschleppt. Die Erfahrungen mit den Soldaten und den staatlich bestellten Waisenbetreuern sind katastrophal. So wagt Mary die Flucht hinaus in die Prärie, um ihre Lakota wiederzufinden.
Das Buch ist sehr spannend geschrieben und lässt sich leicht und schnell lesen. Eine Besonderheit sind die eingestreuten Lakota-Sätze, die sich zum Teil aus dem Textzusammenhang erschließen, größtenteils aber im Anhang übersetzt werden. So kann der jugendliche Leser gleich ein paar Fremdsprachen-Erfahrungen sammeln. Sehr schön sind auch die Illustrationen von Eugénie Pierschalla.

Fazit: Ein spannendes und interessantes Kinderbuch, sachkundig und sehr lehrreich. Lesenswert.

Kerstin Groeper: Geflecktes-Pferdemädchen. Ein weißes Kind bei den Lakota. Hohenthann: Traumfänger Verlag, 2011. 228 S., Euro 14,90.


Weitere Bücher von Kerstin Groeper:
Die Feder folgt dem Wind
Kranichfrau
Wie ein Funke im Feuer

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Peter Marsh: Das Herz der Sioux. Hoka

Die Reihe "Das Herz der Sioux" von Peter Marsh gibt es schon seit einger Zeit. Jetzt hat der Verlag Persimplex die ersten beiden Teile als "Jubiläums-Edition" in einem dicken Sonderband neu aufgelegt. "Hoka" beinhaltet die Indianerromane "Reise zu den Ahnen" und "Land der vielen Zelte".
Der Held des ersten Teils ist der deutsche Indianerfan Felix, der zusammen mit seiner Frau eine Reise in die USA unternimmt. In einer Reservation lernt er einige Lakota vom Stamme der Brulé kennen. Der alte Medizinmann Feuermond ist zunächst misstrauisch, erkennt aber schnell, dass Felix mehr ist als der typische Tourist aus Germany. Er lässt den jungen Mann an einer Schwitzhüttenzeremonie teilnehmen, die unerwartete Folgen hat: Felix fällt ins Koma und reist im Geiste zurück in die Zeit, als die Lakota noch frei in der Prärie lebten und noch keine Kontakte mit den Weißen hatten.

Zwischen Lakota, Cheyenne und Schoschonen

In der Gestalt von "Spotted Rabbit", der von seiner Visionssuche vollkommen verändert ins Lager seines Stammes zurückkehrt, lernt er das Leben der Brulé kennen, wird von seinem "Vater", dem Medizinmann Büffelrücken, zu dessen Nachfolger ausgebildet, vor allem aber freundet er sich mit Badger an, einem bei den Lakota aufgewachsenen Schoschonen, der eines Tages beschließt, sich auf die Suche nach seinem Stamm und vor allem nach seinem Zwillingsbruder zu machen. Die beiden Freunde treffen unterwegs auf Cheyenne, Crows, Flathead und Schoschonen und werden schließlich als "Geisterkrieger" Anführer eines legendären Zuges aus Kriegern mehrerer Stämme, um bei den Pawnee Pferde zu erbeuten.

Eine Pockenepidemie vereinigt Brulé und Oglala

Der zweite Teil erzählt von Felix/Rabbits Sohn Feste Hand: Er wurde nach Rabbits Tod bzw. dessen Rückkehr in die Gegenwart von Badger als Sohn angenommen und zeigt schon als Kind Anlagen zum bedeutenden Geheimnis-Mann. Feste Hand - später Wolkenschild - wird als Kind von den Pawnee entführt, lernt weiße Händler und einen schwarzen Sklaven kennen und wird, nachdem eine durch Händler gezielt verursachte Pockenepidemie viele Lakota getötet hat - Häuptling eines neuen Stammes aus überlebenden Brulé und einigen Oglala-Familien.

Peter Marsh schreibt sachkundig und spannend

Peter Marsh hat zwei fesselnde Romane geschrieben, die zugleich sachkundig und spannend sind. Seine Erzählungen aus der Welt der alten Lakota lassen sich gut lesen und machen auf jeden Fall Lust auf mehr. Auch die Aufmachung des Hardcoverbandes, vor allem das schöne und geheimnisvolle Covermotiv des indianischen Künstlers James Yellowhawk, macht das Buch zu einem kleinen Schmuckstück.
Einzig einige an den öffentlichen Dienst erinnernde Formulierungen - so greifen Krieger manchmal nach ihren "vorhandenen" Waffen, und einmal ist sogar vom Bewusstsein einer "vorhandenen Existenz" die Rede - lassen den Leser manchmal stocken. Sehr erfrischend dagegen wirkt es, wenn der seelengewanderte Felix, der sich noch nicht in seine neue Rolle gefunden hat, in modern-flapsige Jugendsprache abgleitet und zum Beispiel den Adlermann, eine Art Geisterwesen, fragt, ob der ihn "verscheißern" wolle. Tragisch und komisch zugleich ist die Geschichte des etwas großmäuligen Kriegers, der mehrere Pfeile in den Hintern bekommt und vom jungen Medizinmann spottend als "Igelarsch" bezeichnet wird - ein Name den der Mann bis ins Greisenalter nicht wieder los wird.

Zweiter Korrekturdurchgang wäre wünschenswert gewesen

Schade, dass der Persimplex-Verlag für eine Jubiläums-Sonderedition nicht noch einen Korrekturdurchgang spendiert hat. So blieben einige harte Trennungen inmitten der Zeile und Absätze inmitten des Satzes stehen. Vielleicht wäre das eine Anregung für den nächsten Doppelband mit Teil drei und vier der Reihe?
Ansonsten: Ein wunderschönes, spannendes Abenteuerbuch, mit sehr viel Liebe und Sachkenntnis geschrieben, das hiermit jedem Liebhaber von Indianerbüchern an Herz gelegt wird. Unbedingt lesenswert.

Peter Marsh: Das Herz der Sioux. Hoka. Wismar: Persimplex-Verlag, Sonderedition 2011. 636 S., Euro 22,40.

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Kerstin Groeper: Die Feder folgt dem Wind

Als weiße Frau unter Lakota, als Lakota-Frau in den Händen weißer Soldaten: Theresa Bruckner aus Deutschland, die Heldin von Kerstin Groepers Roman "Die Feder folgt dem Wind", erlebt wahrhaftig Schlimmes nach ihrer Auswanderung in die "neue Welt". Aber der übelste Abschaum begegnet ihr nicht unter den vermeintlichen Wilden, sondern erst nach ihrer Wiederbegegnung mit den Weißen, als ihr Stamm nach Fort Laramie abgeführt und in ein Reservat gebracht werden soll.
Groepers Roman schildert, ähnlich wie ihr Buch "Kranichfrau", die Geschichte einer Frau zwischen zwei Welten. Die junge Deutsche Theresa, neben dem Lakota-Krieger Wakinyan-gleschka die Hauptfigur der Geschichte, wird von ihrem Ehemann gegen ihre Überzeugung zur Auswanderung nach Amerika überredet. Bereits auf der Überfahrt verliert sie ihren Sohn, der an einer schweren Krankheit stirbt. Wenig später, als sich die Eheleute eine kleine Hütte in der "besitzerlosen" Wildnis errichtet haben, greifen die Cheyenne an, töten ihren Mann und die kleine Tochter und hätten auch Theresa beinahe umgebracht, wenn nicht ein Lakota-Krieger Mitleid mit ihr gehabt hätte.
Wakinyan-gleschka ist einer der letzten Überlebenden einer von den Weißen eingeschleppten Pockenepidemie, hat gerade seine Frau und seinen Sohn bestattet und steht nun den verbündeten Cheyenne bei auf einem Vergeltungsfeldzug für ein von Weißen veranstaltetes Massaker im Cheyennelager.

Eine weiße Frau bei den Lakota

Theresa hat furchtbare Angst, ist entsetzt von den Wilden und ihrer Lebensweise, hat Angst davor, vergewaltigt oder abgeschlachtet zu werden, und mit den Frauen im Dorf mag sie anfangs auch nichts zu tun haben. Aber auch Wakinyan-gleschka ist nach seiner spontanen Rettung der Frau ziemlich ratlos. Die Weiße versteht weder seine Sprache noch die unter den Stämmen der verschiedenen Prärievölker gebräuchliche Zeichensprache, hat keine Ahnung von den üblichen Arbeiten einer Indianerin und ist sogar zum Holzsammeln zu dämlich. Nur langsam nähern sich die beiden ungleichen "Ehepartner" einander an.

Theresa Bruckner ist keine "Kranichfrau"

Der Autorin ist ein einfühlsames Doppelporträt zweier Menschen und ihrer Welten, verpackt in einen spannenden und kenntnisreichen Roman, gelungen. Die Geschichte von der Weißen unter Indianern, von ihrer Liebe und vom Lernen über die Kultur und Denkweise des jeweils anderen, ist zwar nicht neu - aber sehr gut neu erzählt. Theresa ist keine zweite "Kranichfrau". Anders als die Kriegerin aus Groepers gleichnamigem Roman ist sie ein recht unerfahrenes, unmündig gehaltenes deutsches Mädchen, das niemals gelernt hat, für sich selbst zu denken. Eine junge Frau, die erst unter Indianern als Gefangene und spätere Ehefrau zur Selbstständigkeit findet. Und die, nach langen Jahren in die Hände weißer Soldaten gefallen, vergewaltigt und entwürdigt, nur noch einen Satz kennt, der sie aufrecht hält: "Malakota - Ich bin Lakota".

Kerstin Groeper schildert die Zeit von Sitting Bull, Crazy Horse und Red Cloud

Ein Lakotaroman aus der Zeit von Crazy Horse, Sitting Bull und Red Cloud entwickelt sich immer unter dem Damoklesschwert der historischen Ereignisse. Vor dem Hintergrund des Völkermords an den großen Prärievölkern ist ein echtes Happy End mit redlichen Mitteln kaum zu gestalten. Auch für Theresa und Wakinyan-gleschka, die in die Stammesgruppe des gemäßigten und friedliebenden Häuptlings Spotted Tail gehörten, gibt es zwar eine Flucht in die Freiheit. Doch der Leser weiß, wie es weiter geht ...

"Die Feder folgt dem Wind" zeigt keine heile Indianerwelt

Groeper schreibt gleichermaßen spannend wie sachkundig. Sie zeigt keine heile Indianerwelt, schildert auch die Grausamkeiten des Jäger- und Kriegerlebens und die schwere Zeit, die Theresa durchmacht, bevor sie sich im Lager ihren Platz erkämpfen kann. Sehr sensibel, mit viel Liebe zum Detail sind die beiden Protagonisten gezeichnet. Die Entwicklung der Charaktere ist glaubwürdig und gut nachvollziehbar. Das Buch ist ein Erlebnis, lässt sich gut und flüssig lesen und macht Lust auf mehr, wenn einem auch manchmal ein dicker Kloß im Hals sitzt.

Sprachliche Ecken und Kanten

Unschön sind einige eher moderne Ausdrücke, die nicht so recht in die Ausdrucksweise einer Frau des 19. Jahrhunderts oder gar eines Lakotamannes passen. So wird gesagt, Theresa begreife in einem Gespräch über die Religion der Lakota das "Konzept" Wakan tankas, oder Wakinyan-gleschka verstünde das "Konzept" eines Bordells nicht, in dem sich die Soldaten an eingesperrten Indianerinnen verlustierten. Ein paarmal heißt es, die beiden Protagonisten hätten "Sex" miteinander. Kaum vorstellbar, dass die prüde erzogene Theresa ein solches Wort kennt und derart unbeschwert benutzt. Unfreiwillig komisch wirkt die Formulierung, das Gesicht eines Lakota "wurde von einer breiten, gebogenen Nase unterstrichen" - man sieht den Riechkolben förmlich quer unter dem Kinn liegen. Doch das sind kleine Schönheitsfehler, die gegenüber den Stärken des Buches kaum ins Gewicht fallen und den Lesegenuss nicht schmälern.

Fazit: Kompetent, spannend und intelligent erzählte Geschichte mit viel Hintergrundwissen. Empfehlenswert.


Kerstin Groeper: Die Feder folgt dem Wind. Historischer Roman. Hohenthann: TraumFänger Verlag, 2010. 518 S., Euro 24,50.


Weitere Bücher von Kerstin Groeper:
Geflecktes-Pferdemädchen
Kranichfrau
Wie ein Funke im Feuer

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John Okute Sica: Das Wunder vom Little Bighorn

Die Welt der alten Lakota in Geschichten und kurzen erläuternden Kapiteln stellt John Okute Sica (1890-1964) vor. In dem Buch "Das Wunder vom Little Bighorn" sind sehr unterschiedliche Texte eines Indianers vom Stamm Sitting Bulls gesammelt, zum Teil historische Berichte, zum Teil belletristische Eigenschöpfungen auf der Grundlage alter Überlieferungen.
Der Verfasser ist ein Nachkomme jener Lakota, die aus den USA nach Kanada flüchteten und es schafften, sich dort auch über schwere Hungerzeiten zu behaupten. John Okute Sica stellt, wie die Einleitung erwähnt, in der indianischen Literatur eine Besonderheit dar, da es sich bei seinen Texten nicht um autobiografische Berichte handelt, der Verfasser ist Erzähler und liefert mit der Geschichte um die junge Häuptlingstochter "Maiden Chief" einen indianischen Kurzroman, der mit jeder europäischen Novelle konkurrieren kann.
Der Autor erzählt in kurzen Sachtexten über die Bedeutung des Büffels für die Prärieindianer, über die weiße Büffelfrau oder über die Adlerfederhaube. Er berichtet von der Schlacht am Little Bighorn und der Ermordung Sitting Bulls, aber auch von einer Jugendband aus indianischen Teenagern auf ihrer Tournee und ihren Beobachtungen in New York, wo sie den Glanz der Luxushotels und das Elend der Slums kennenlernen.

Maiden Chief und Amber Moon retten ihre Geliebten

Das Hauptstück des Buches bildet der Roman über "Maiden Chief", eine junge Häuptlingstochter, die ihren Geliebten nach einem verunglückten Kriegszug aus der Gefangenschaft der Assiniboin befreit. Schlicht und doch ergreifend erzählt der Autor über eine Liebe, die die schwersten Strapazen ertragen und eine junge Frau über sich hinauswachsen lässt.
Etwas irritierend ist, dass am Ende des Buches der Text "Amber Moon" fast dieselbe Geschichte noch einmal erzählt. Doch sollte sich der Leser darauf einlassen und sie als eine Art Dokument und Zugabe betrachten. Amber Moon ist offenbar die Urversion, eine alte Überlieferung der Lakota, aufgrund derer Okute Sica seinen Roman gestaltete. Der Vergleich von Original und literarischer Bearbeitung ist hochinteressant, vor allem fällt auf, dass im Roman einige härtere Szenen enthalten sind, während Amber Moons Kriegszug gegen die Crows um einiges milder und versöhnlicher ausfällt. So muss Maiden Chief den Tod ihres geliebten Büffelpferds War Cry erleben, und ihr Geliebter tötet bei der Rückkkehr zu den Lakota mehrere Pferdediebe vom Stamm der Assiniboin. Völlig weggefallen ist auch eine Szene aus "Amber Moon", in der ein alter Crow-Häuptling die Flucht des jungen Mädchens und ihres Geliebten ermöglicht, da er sich von dem Gefangenen an seinen Sohn erinnert fühlt.
Vor allem für Liebhaber der Indianerbücher von Liselotte Welskopf-Henrich gibt es ein Wiedererkennen alter, vertrauter Gestalten. So tauchte in "Das Blut des Adlers" der alt gewordene Tokei-ihto, der damals seine Stammesgruppe über den Missouri nach Kannada geführt hatte, unter dem Namen "Harry Okute" wieder auf, eine kleine Reminiszenz an den Verfasser der vorliegenden Sammlung. Und die kleine Novelle "Ite ska wi", die Geschichte der Indianerin "Das helle Gesicht", war offenbar Anregung für die Titelheldin von Welskopf-Henrichs gleichnamigen Roman als Abschluss der Adler-Pentalogie.

Fazit: Eine sehr vielschichtige Sammlung aus Sachtexten, Nacherzählungen von Mythen, Berichten über geschichtliche Ereignisse und literarischer Prosa, in der es viel zu entdecken gibt. Unbedingt lesenswert.


John Okute Sica: Das Wunder vom Little Bighorn. Erzählungen aus der Welt der alten Lakota. Vorwort von Liselotte Welskopf-Henrich. Illustrationen von Margaux Allard. Aus dem Englischen von Frank Elstner. Chemnitz: Palisander-Verlag, 2009. 354 S., Euro 22,90.

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Kerstin Groeper: Kranichfrau

Och nee. Nicht schon wieder eine Indianerin, die in den Krieg zieht. Doch. Doch, diese Kranichfrau ist anders. Und ein verdammt gutes Buch, das man gelesen haben sollte. Vor allem, wenn man eine Autorin ist, die über Kriegerinnen schreibt ...
"Kranichfrau" von Kerstin Groeper schildert das Leben einer jungen Blackfeet-Frau, die schon als Kind wenig Neigung zu weiblichen Tätigkeiten zeigte. Als ihr Bruder von Crow-Indianern getötet wird, hat sie eine Vision, in der der Tote ihr seinen Bogen überreicht und sie auffordert, seinem Weg zu folgen. Eine starke Vision, wie auch ihr Onkel, der Schamane, zugeben muss. Fortan trägt sie nicht mehr den Namen "Kranichfrau", sondern nennt sich "Tötet-die-Crows", ein Name, dem sie auf ihrem ersten Kriegszug auch gerecht wird, denn es gelingt ihr tatsächlich, zwei der feindlichen Indianer zu töten. Bis hierhin eine klassische Kriegerinnenkarriere. Doch dies ist nur der Auftakt zu einer Odyssee durch Prärie, Wald und Berge und einer Irrwanderrung zwischen den Geschlechterrollen, bis die Heldin tatsächlich ihren Platz im Leben findet.

Zwischen Blackfeet, Crows und Lakota

Kranichfrau geht nicht als strahlende Siegerin aus ihrem ersten Kriegszug hervor. Als Mitglied eines versprengten letzten Häufleins der Blackfeet-Krieger muss sie flüchten, wird schließlich als Schwerverwundete zur Gefangenen eines Lakota-Kriegers, der durch eine Intrige von seinem Stamm verstoßen wurde. Nata-He-Yukan betrachtet sie, der Sitte seines Volkes gemäß, als Beute und Sklavin, behandelt sie entsprechend übel, schlägt und vergewaltigt sie, als sie sich wehrt, leiht sie sogar einem weißen Händler für eine Nacht aus. Allerdings kann man ihm nicht verdenken, dass er sie stets fesselt, wenn er schläft oder auf Jagd geht. Immerhin versucht sie mehrfach, ihn zu töten. Erst ihr letzter Fluchtversuch, bei dem sie beinahe umkommt und auch noch eine Fehlgeburt erleidet, lässt die eigenartige Beziehung völlig umkippen. Als Nata-He-Yukan zudem erfährt, dass sie eigentlich ein Krieger ist, ist er vollends erschüttert. Unfassbar, dass er die ganze Zeit mit einem Mann geschlafen hat. Eine eigenwillige Patchwork-Familie entsteht, zu der bald noch ein elternloser Shoshonenjunge und eine traditionell erzogene Shoshonenfrau hinzukommen.

Rolle der Frau bei unterschiedlichen Indianerstämmen

Groepers Roman stellt die sehr unterschiedlichen Vorstellungen von der Rolle der Frau bei den einzelnen Stämmen unaufdringlich und ohne akademische Wissensausbreitung dar. War Kranichfrau bei den Blackfeet zwar stirnrunzelnd aber doch ohne großen Skandal akzeptiert worden, sieht sie sich plötzlich in der Position einer Kriegsgefangenen und erleidet ein Schicksal, das ihr selbst als völlig selbstverständliches Los erscheint. In der Verbannung kann sie sich zwar als Partner und Jagdgenosse ihres Mannes emanzipieren. Später aber, im Lager der Lakota, ist sie plötzlich wieder zuständig für Kochen, Fellegerben und Kleidernähen, darf nicht einmal mit auf die Jagd gehen, was zu Hause selbst für normale Frauen offenbar ganz in Ordnung war. Umgekehrt erfährt die gefangene Shoshonenfrau "Blauer Schmetterling" von den ihr völlig fremden Rechten einer verheirateten Lakotafrau, die ihren Mann durchaus vor die Tür setzen und die Ehe für beendet erklären konnte. Und Nata-He-Yukan hört über das Mitgift-System der Blackfeet Dinge, die ihn den Kopf schütteln lassen.

Kriegerin mit Monatsblutung

Vergewaltigung, Fehlgeburten, Monatsblutung, das alles zeigt sehr authentisch, dass es eben doch immer noch einen Unterschied gab, selbst wenn sich eine Frau für das Dasein als Krieger entschied. Und auch in der direkten Konfrontation bleibt die Kranichfrau den männlichen Kriegern, auch wenn sie sich verbissen zur Wehr setzt und einige Überraschungstreffer landet, immer wieder unterlegen. Nicht umsonst war der Bogen stets die Waffe der Amazonen, die einzige Waffe, mit der Frauen nicht durch ihre geringeren Körperkräfte benachteiligt waren. So ist Kranichfrau eine außerordentlich glaubwürdige Heldin fernab aller Kriegerromantik und Amazonenmythen.

Fazit: Ein gelungener, sehr sachkundiger Roman über die nordamerikanischen Indianer, der das beliebte Kriegerinnen-Motiv auf den Boden des Realismus zurückholt. Lesenswert nicht nur für Frauen.


Kerstin Groeper: Kranichfrau. Die Geschichte einer Blackfeet-Kriegerin. Historischer Roman. Hohenthann: TraumFänger Verlag, 2009. 598 S., Euro 24,50.


Weitere Bücher von Kerstin Groeper:
Geflecktes-Pferdemädchen
Die Feder folgt dem Wind
Wie ein Funke im Feuer

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Antje Babendererde: Rain Song

Ein Reservat der Makah-Indianer an der Nordwestküste Amerikas ist der Schauplatz von Antje Babendererdes Roman "Rain Song". Zerklüftete Klippenlandschaften, Wald und Meer, dazu fast stets ein leichtes Regenwetter, das ist der Hintergrund, vor dem die Autorin ihre Geschichte entfaltet. Es geht um beeindruckende Kunstwerke, nach traditioneller Art geschnitzte Totempfähle, aber auch um die Geschichte der alten Makah, deren Gesetze heute noch ihre Hand nach den Nachkommen ausstrecken.
Babendererde zeichnet kein idealisiertes Sehnsuchtsbild von unschuldigen Naturkindern, die von den Weißen aus dem Paradies vertrieben worden sind. Die Vergangenheit des Volkes, die die Makah in Freie und Sklaven einteilte, wirft einen langen Schatten.

"Rain Song" erzählt von einem ehrgeizigen Makah-Künstler

Hanna, eine deutsche Museumsmitarbeiterin, kehrt nach Jahren in das Land der Makah zurück. Damals hatte sie den ehrgeizigen Pfahlschnitzer Jim zu einer Reise nach Deutschland überredet, wo er für ein Museum einen Totempfahl schnitzen sollte. Aus der Zusammenarbeit wurde Liebe, aus der Liebe eine Schwangerschaft, schließlich ging Jim heim, um für sich und Hanna und eine gemeinsame Zukunft an Cape Flattery alles vorzubereiten. Doch seitdem ist er verschollen.
Als Hanna nun auf der Suche nach dem Vater ihrer Tochter ins Reservat kommt, schlägt ihr Ablehnung, sogar Hass entgegen. Für die Makah ist sie diejenige, die Jim seinem Volk entfremdete und ihn zum Verräter werden ließ. Von einer Rückkehr des Pfahlschnitzers weiß offenbar niemand etwas.
Mehrfach ereignen sich Unfälle, die Hanna und andere Touristen fast das Leben kosten. Und im Wald wird eine halbnackte Frauengestalt mit Baströckchen gesichtet. Ist es Tsonoqa aus den alten Legenden der Makah? Hanna und Jims Adoptivbruder machen sich auf die Suche nach dem verschollenen Pfahlschnitzer und entdecken ein furchtbares Geheimnis.

Eine Neufassung des Romans "Der Pfahlschnitzer"

"Rain Song" ist eine Überarbeitung des Romans "Der Pfahlschnitzer", den die Autorin bereits 1999 veröffentlichte. Er ist keiner der Jugendromane, für die Babendererde später bekannt wurde, wie etwa das gleichfalls bei den Makah spielende Buch "Der Gesang der Orcas". "Rain Song" ist eine herbe, stellenweise recht grausame Geschichte für Erwachsene, ein Krimi, der jenseits der Indianerklischees auch die unschönen Seiten der Makah-Gesellschaft zeigt. Der im Makah-Museum ausgestellte "Sklaventöter", der Hanna eine Gänsehaut über den Rücken jagt, die Geschichten vom Potlatsch, als reiche Häuptlinge scharenweise wertvolle Sklaven töteten, um ihren Reichtum und ihre Verachtung des Besitzes zu demonstrieren, all dies zeichnet ein düsteres, beklemmendes Bild des Volkes, das für seine kunstvollen, farbenfrohen Totempfähle berühmt ist. Die Autorin schuf einen spannenden und berührenden Roman, der in dem Jahrzehnt seit seinem ersten Erscheinen nichts von seinem unheimlichen Zauber verloren hat.

Fazit: Ein Makah-Krimi jenseits aller Indianer-Klischees, sachkundig geschrieben und mit dem Zauber der alten Holzschnitzer. Unmöglich, ihn wieder aus der Hand zu legen.

Antje Babendererde: Rain Song. Würzburg: Arena, 2010. 316 S., Euro 14,95.

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Antje Babendererde: Findet mich die Liebe?

Wer den Namen Antje Babendererde nicht kennt und nicht weiß, dass die Autorin vorwiegend Romane über die nordamerikanischen Indianer der Gegenwart schreibt, wird dieses Buch vermutlich aus den falschen Motiven in die Hand nehmen: Es ist ein knallrotes Mini-Buch mit zwei Herzen darauf und trägt den völlig irreführenden Titel: "Findet mich die Liebe?"
Dabei handelt es sich um alles andere als eine Teenie-Herzschmerz-Geschichte. Mal abgesehen davon, dass die Heldin sich auf der zweiten Seite sarkastisch als Anwärterin auf den Titel "Leonie die Ungeküsste" bezeichnet und auf der vorletzten Seite tatsächlich einen Kuss erhält, kommt in dem Buch absolut kein romantisches Liebes-Kuss-und-Schwarm-Gesülze vor. Dazu haben Leonie und der Schwarzfuß-Indiander Chas nämlich gar keine Zeit in dieser Abenteuer-Geschichte.

Indianische Schwitzhütte statt Sonnenbad am Balaton

Leonie ist Tochter eines Fotografen, der für ein Reisebuch Fotos von Indianern und der wunderschönen Landschaft machen soll. Die Fünfzehnjährige begleitet ihn auf einer Reise ins Reservat der Schwarzfüße, ist zu Gast in der Hütte eines Indianers und beneidet ihre Klassenkameraden, die sich jetzt in Ungarn in der Sonne räkeln dürfen.
Chas, der Sohn ihres Gastgebers, begegnet den weißen Eindringlingen mit offener Ablehnung. Er möchte das traditionelle Leben der alten Prärieindianer führen, lehnt die oberflächlichen Touristen und Nachkommen der Landräuber ab und führt seinen privaten Feldzug gegen eine Ölfirma, die ohne Erlaubnis im Indianerland nach Öl sucht. Menschlich enttäuscht ist er auch, als Leonies Vater die Ölbohrtürme nicht fotografieren will: Sein Verlag hat Heile-Welt-Bilder bestellt, alles andere kann er nicht verkaufen.
Erst als Leonie an Fieber erkrankt und während einer Schwitzhütten-Zeremonie eine Vision hat, kommen sich Chas und das weiße Mädchen näher: Einer zahmen Wölfin, die von Chas großgezogen wurde, droht höchste Gefahr durch einen Fallensteller. Chas und Leonie brechen auf um das gemeine Fangeisen zu finden, das Leonie in ihrer Vision gesehen hat.

Zielstrebige Novelle mit typischer Babendererde-Story

Die Geschichte, eine schmale Novelle von 100 Seiten Umfang, ist schnell und zielstrebig geschrieben und lässt sich sehr leicht lesen. Insgesamt ist es eine typische Babendererde-Jugend-Indianer-Geschichte: Eine junge Weiße oder weiß erzogene Halb-Indianerin gerät in ein indianisches Milieu und lernt langsam, die alten Traditionen und die Indianer zu verstehen. Ein gleichaltriger traditioneller Indianer verhält sich erst ablehnend, doch bald wird daraus Liebe, die meist auf den ersten Sex hinausläuft. Diesmal bleibt es allerdings bei einem Kuss.

Die Hopis prophezeiten das World Wide Web

Sehr interessant und nachdenkenswert sind die Ansichten des alten Indianers Old Wolf zum WWW: "Die alten Hopi prophezeiten schon vor Hunderten von Jahren, dass die Menschen auf der ganzen Welt durch ein großes Spinnennetz miteinander verbunden sein werden. Und heute gibt es Computer und das World Wide Web." Oder die Idee, dass der Weltschöpfer Napi bei seiner Rückkehr irgendwann die Welt so verändert vorfinden wird, dass er sie nicht wiedererkennt. Man hätte sich etwas mehr Informationen aus der Welt der alten Schwarzfüße gewünscht, aber das war wohl in dem schmalen Büchlein nicht möglich.

Fazit: Ein netter, kleiner Lesehappen für unterwegs mit einer Indianergeschichte für junge Leser. Lesenswert.

Antje Babendererde: Findet mich die Liebe? oder Der Wolfstraum. Arena, 2009. 112 S., Euro 3,95.

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Tanya Landman: Apache

Ein Jugendroman über den Kampf und den Untergang der Apachen: Spannend und sachkundig erzählt, störend ist allerdings manchmal die etwas schwülstige Sprache.

Der Jugendroman „Apache“ von Tanya Landman erzählt die Geschichte einer jungen Indianerin, die ihr Volk zwischen Mexikanern und Amerikanern aufgerieben sieht und nach dem Tod ihres vierjährigen Bruders beschließt, eine Kriegerin zu werden. Siki, die Heldin des Buches, ist 14 Jahre alt, als ihre Stammesabteilung – die „Black-Mountain-Apachen“ - im tiefsten Frieden überfallen wird.

Mexikaner metzeln Apachen nieder

Eigentlich waren sie nur ausgezogen, um Handel zu treiben, waren sogar eingeladen worden, doch während die Männer das Lager verlassen haben, stürmt eine Gruppe Mexikaner herbei und metzelt alles nieder. Der Tod des kleinen Bruders ist für die junge Frau vor allem deshalb besonders grausam, da ihm der Kopf abgeschlagen wurde. Dem Glauben der Apachen zufolge muss er nun im Jenseits ebenfalls ohne Kopf leben. Von nun an kennt Siki nur noch ein Ziel: Rache. Um den Mann zu töten, der Tazhi erschlug, schließt sie sich den Jungen an, die die Ausbildung zum Krieger absolvieren. Für das Mädchen, das für weibliche Arbeiten ohnehin kein Talent zeigte, beginnt eine harte Zeit, zumal der ruhmsüchtige Keste, der in der Ausbildung bereits weit fortgeschritten ist, jede Chance nutzt, sie zu demütigen, als „unnatürlich“ zu verhöhnen und ihr im Wettkampf durch unfaire Tricks und brutale Gewalt zu zeigen, dass sie zum Krieger nicht taugt. Doch Siki entwickelt sich zum wertvollen Mitstreiter in den Reihen der Apachen. Vor allem, da sie die Fähigkeit entwickelt, in Visionen Feinde aufzuspüren ...

Weibliche Krieger und Visionärinnen - in der Historie durchaus bekannt

Weibliche Krieger im indianischen Krieg gegen weiße Landräuber und Massenmörder – ein Thema, das schon zahlreiche Schriftstellerinnen fasziniert hat. Man denke nur an Nanata Mawatani und ihre Romane um „Weißer Vogel“ und die Lakota. Dass Indianerinnen durchaus in bis zur Häuptlingswürde aufsteigen konnten, belegen Frauen wie die Crow-Indianerin Woman Chief, und auch in den Reihen der Apachen gab es herausragende Kriegerinnen wie Lozen oder Gouyen. Vor allem von Lozen erzählt man sich wahre Wunderdinge über ihre Visionen und ihre Fähigkeit, feindliche Truppen zu orten. Die Inda-ce-ho-ndi („Enemies-Against-Power”), die im Glauben der Apachen eine große Rolle spielte und die sich in den übernatürlichen Kräften Sikis widerspiegelt, ist also nicht völlig aus der Luft gegriffen.

Frei erfunden, aber aufgrund historischer Tatsachen

Landman schreibt einen sachkundigen Roman, der von sorgfältiger Recherche über das Leben und die Kriege der Apachen zeugt. Dabei macht sie im Nachwort klar, dass es sich bei der Handlung selbst um eine Fiktion handelt. Stämme, Figuren und Ortsnamen sind erfunden. Historisch belegt sind allerdings Grundlagen wie das Massaker an Apachen, die zum Handeltreiben nach Süden gezogen sind, und der anschließende Rachefeldzug. Auch dass Apachinnen und ihre Kinder von Mexikanern gefangen und versklavt wurden, ist historisch belegt, ebenso wie ein gut geplanter Apachenangriff auf eine Siedlung, während die Männer gerade in der Kirche waren.

Ärgerlich: "salzige Tränen" und "rotes Blut"

Die Handlung ist spannend, die Motivation und Charakterisierung der Heldin und der weiteren Personen ist in sich stimmig und überzeugend. Unschön ist allerdings an einigen Stellen die etwas schwülstige, zum Klischee neigende Sprache. Manchmal gleitet Landmann bis ins Kitschige ab, zum Beispiel hier: „Tazhi und ich bewegten uns leichtfüßig, unsere Herzen waren unbeschwert und unsere Geister beschwingt, weil wir frei das Land durchquerten (...).“ (S. 10)
Warum müssen die Tränen, die jemand weint, immer „salzige Tränen“ sein, warum muss immer „rotes Blut“ vergossen werden? Und es darf bezweifelt werden, dass eine Indianerin wirklich ein Gemetzel an ihren Stammesgenossen folgendermaßen beschreiben würde: „Ein Schuss fuhr zuerst durch den Säugling auf ihrer Hüfte und blieb dann in Tehinehs weichem Herzen stecken. Ein Blutfleck erblühte auf ihrem ledernen Hemd – das mit einem Mal scharlachrot war – wie eine Wüstenblume.“ (S. 17) Die Heldin muss zusehen, wie Kinder in Stücke gehackt werden, und schwelgt in Farbspielen und Metaphern? Schwer vorstellbar, jedenfalls hätte ein schlichterer, ungekünstelter Ton einer jungen Apachenwaisen wohl besser zu Gesicht gestanden.
Auch ob sich eine Apachin selbst als Apachin bezeichnet hätte, ist fraglich. Die Bezeichnung stammt von dem Zuni-Wort für „Feinde“. Die Apachen selbst nannten sich Inde oder N'de, was soviel wie „Menschen“ bedeutet. Man hätte den Namen im Buch wenigstens thematisieren müssen.

Fazit: Ein spannendes Buch, das mit viel Sachkunde geschrieben wurde. Ein Lektor, der überschüssige Adjektive und Schwulst gerügt und den Text zur Nachbereitung noch einmal zur Autorin zurückgeschickt hätte, wäre dem Roman zu wünschen gewesen.

Tanya Landman: Apache. Carlsen-Verlag, 2010. 262 Seiten. Euro 14,90.

Darthula, 2014

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Darthula ist die Tochter eines irischen Kleinkönigs, der über das nebelreiche Land Selama herrscht. Als schönste Prinzessin Irlands lebt sie allerdings nicht ungefährlich. Als sie den mächtigen König Cairbar abweist und ihm nicht als seine Braut folgen will, nimmt das Unheil seinen Lauf. Cairbar überzieht das kleine Selama mit Krieg und Vernichtung und rottet Darthulas Familie aus. Mit ihrem Geliebten Nathos wagt die junge Frau die Flucht über die stürmische See. Aber Wind und Wellen sind unzuverlässige Verbündete ...

Beigaben zur Neuausgabe:
Vorwort der Autorin mit Infos zur Entstehungsgeschichte
Übersetzung des "ossianischen Originals"
Autorinnenbiographie und Veröffentlichungsliste

Buch-Informationen:
Petra Hartmann: Darthula, Tochter der Nebel.
Bickenbach: Verlag Saphir im Stahl, 2014.
Taschenbuch. 126 S., Euro 9,95.
ISBN 978-3-943948-25-7

Bestellen bei Saphir im Stahl

Pressearbeit für Autoren, 2014

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Petra Hartmann, Autorin und langjährige Lokalredakteurin, gibt Tipps für die Pressearbeit vor Ort. Sie erklärt die Wichtigkeit der „Ortsmarke“ für eine Zeitung, gibt Tipps zum Schreiben von Artikeln, zum guten Pressefoto und zum Umgang mit Journalisten. Anschaulich, verständlich, praxisorientiert und für Autoren jedes Genres anwendbar.

Petra Hartmann: Pressearbeit für Autoren. So kommt euer Buch in die Lokalzeitung.
eBook. Neobooks, 2014. Ca. 30 Seiten.
Euro 1,99
Diverse Formate, für alle gängigen eBook-Reader.
Erhältlich z.B. bei Amazon, eBook.de, Thalia, Hugendubel, Weltbild u.a.

Vorschau: Nestis und die Hafenpiraten, 2014

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Endlich Sommerferien! Nestis und ihre Freunde freuen sich auf sechs Wochen Freiheit und Abenteuer. Doch ausgerechnet jetzt verhängt der Kronrat ein striktes Ausgehverbot für alle Meerkinder. Denn in der Nordsee treibt plötzlich ein furchtbares “Phantom” sein Unwesen. Möwen, Lummen und Tordalke werden von einem unheimlichen Schatten unter Wasser gezerrt und verschwinden spurlos.

Nestis beschließt, den Entführer auf eigene Faust zu jagen. Als ein Dackel am Strand von Achterndiek verschwindet, scheint der Fall klar: Die gefürchteten “Hafenpiraten” müssen dahinter stecken. Zusammen mit ihrem Menschenfreund Tom wollen die Meerkinder der Bande das Handwerk legen …

Petra Hartmann: Nestis und die Hafenpiraten
Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014
ISBN 978-3-940078-84-1
14,90 EUR

Nestis und der Weihnachtssand, 2013

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Als kleine Weihnachtsüberraschung gibt es für Fans des "großen" Nestis-Buchs "Nestis und die verschwundene Seepocke" jetzt ein kleines bisschen Weihnachtssand: Der Verlag Monika Fuchs hat aus der "Ur-Nestis", einem Helgoland-Märchen aus dem Jahr 2007, jetzt ein eBook gemacht. Mit einem wunderschönen Cover von Olena Otto-Fradina und mit ein paar exklusiven Einblicken in Nestis' Nordseewelt.

Klappentext:
"November 2007: Orkantief Tilo tobt über die Nordsee und reißt große Teile der Helgoländer Düne ins Meer. Wer soll nun die Robbenküste reparieren? Meerjungfrau Nestis wünscht sich einfach mal vom Weihnachtsmann 500.000 Kubikmeter Sand ..."

Bonus-Material:
Die Autorin im Interview mit Wella Wellhorn von der Meereszeitung "Die Gezeiten"
XXL-Leseprobe aus "Nestis und de verschwundene Seepocke"

Petra Hartmann: Nestis und der Weihnachtssand. Ein Helgoland-Märchen. Mit Illustrationen von Olena Otto-Fradina. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013. 99 Cent.

Erhältlich für den Amazon-Kindle

Nestis und die verschwundene Seepocke, 2013

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Eine ausführliche Leseprobe findet ihr hier:
www.tinyurl.com/nestis


Wütend stampft Meerjungfrau Nestis mit der Schwanzflosse auf. Ihre Schwester Undine ist von den Menschen gefangen worden – und weder Meerkönig noch Kronrat wagen, die Kleine zu retten. Aber Nestis fürchtet sich nicht einmal vor den furchtbarsten Monstern des Meeres. Zusammen mit ihren Freunden bricht sie auf zur Rettungsaktion, und es zeigt sich, dass tollpatschige Riesenkraken und bruchrechnende Zitteraale großartige Verbündete sind.
Petra Hartmann entführt ihre Leser in eine etwas andere Unterwasserwelt mit viel Humor und Liebe zum Detail. Trotz des phantastischen Meermädchen-Themas findet der Leser auch sehr viel naturnahe Beobachtungen aus Nord- und Ostsee, lernt die Meerbewohner und ihre Probleme kennen. Dabei werden unter anderem auch die Meeresverschmutzung, Fischerei und die wenig artgerechte Haltung von Haien in Aquarien behandelt.
Zauberhaft dazu die Zeichnungen von Olena Otto-Fradina.

Text: Petra Hartmann
Bilder: Olena Otto-Fradina
| Hardcover | 14,8 x 21 cm
Verlag Monika Fuchs | Hildesheim 2013
151 S., Euro 14,90
ISBN 978-3-940078-64-3


eBook:
Amazon-Kindle, 2154 KB
Euro 6,99
http://amzn.to/JJqB0b

Autorenträume, 2013

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Autorinnen und Autoren schicken ihre Leser in vergangene Zeiten, ferne Länder, phantastische Welten, spannende Abenteuer und bringen sie zum Träumen.
Wovon aber träumen Autoren? Vom Nobelpreis? Vom Bestseller? Vom Reich-und-berühmt-werden? Oder einfach nur davon, eines Tages vom Schreiben leben zu können? Vom Lächeln auf dem Gesicht eines Kindes, wenn das neue Märchen vorgelesen wird? Oder sind es schreckliche Albträume, die der angebliche Traumberuf mit sich bringt? Werden Schriftsteller nachts im Schlaf gar von Verlegern, Lektoren, Rezensenten oder Finanzbeamten bedroht?
Monika Fuchs und Petra Hartmann starteten eine »literarische Umfrage«, wählten aus den über 300 Antworten 57 phantasievolle Beiträge aus und stellten sie zu diesem Lesebuch zusammen. Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen des Autorenalltags und träumen Sie mit!
Von jedem verkauften Buch wird 1 Euro an das Hilfswerk Brot & Bücher e.V. der Autorin Tanja Kinkel gespendet, die auch das Geleitwort zum Buch schrieb.

Petra Hartmann und Monika Fuchs (Hrsg.):
Autorenträume. Ein Lesebuch.
ISBN 978-3-940078-53-7
333 S., Euro 16,90

Bestellen beim Verlag Monika Fuchs

Mit Klinge und Feder, 2013

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Phantasie statt Völkerschlachten - das war das Motto, unter dem die Phantastik Girls zur Schreibfeder griffen. Mit Humor, Gewitztheit und ungewöhnlichen Einfällen erzählen sieben Autorinnen ihre Geschichten jenseits des Mainstreams der Fantasy. Kriegerinnen und gut bewaffnete Zwerge gehören dabei genau so zum Personal wie sprechende Straßenlaternen, Betonfresser oder skurrile alte Damen, die im Bus Anspruch auf einen Behindertensitzplatz erheben. Dass es dennoch nicht ohne Blutvergießen abgeht, ist garantiert: Immerhin stecken in jeder der Storys sechs Liter Herzblut. Mindestens.

Mit Klinge und Feder. Hrsg. v. Petra Hartmann und Andrea Tillmanns.
Mit Geschichten von Linda Budinger, Charlotte Engmann, Petra Hartmann, Stefanie Pappon, Christel Scheja, Andrea Tillmanns und Petra Vennekohl.
Homburg/Saar: UlrichBurger Verlag, 2013. 978-3943378078
247 S., Euro 9.
Bestellen bei Amazon

eBook:
396 KB, Euro 5,49.
Format: Kindle
Bestellen bei Amazon

Das Serum des Doctor Nikola, 2013

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Berlin, 1927. Arbeitslos, pleite und mit der Miete im Rückstand: Bankierssohn Felix Pechstein ist nach dem "Schwarzen Freitag" der Berliner Börse ganz unten angekommen. Da erscheint das Angebot, in die Dienste eines fremden Geschäftsmannes zu treten, eigentlich als Geschenk des Himmels. Doch dieser Doctor Nikola ist ihm mehr als unheimlich. Vor allem, als Felix den Auftrag erhält, Nikola zu bestehlen ...

Petra Hartmann: Das Serum des Doctor Nikola
Historischer Abenteuerroman.
ISBN 978-3-938065-92-1
190 S., 12,95 Euro.
Bestellen beim Wurdack-Verlag

Leseprobe

Hörbuch: Der Fels der schwarzen Götter, 2012

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Bei einer Mutprobe begeht der junge Ask einen folgenschweren Fehler: Er schlägt einem der schwarzen Götter die Nase ab. Der unscheinbare Dreiecksstein wird Auslöser eines der blutigsten Kriege, die das Land jemals erlebt hat.
Bald wissen die Völker des Berglandes nicht mehr, wen sie mehr fürchten sollen: die schwarzen Götter, die weißen Dämonen oder die sonnenverbrannten Reiter aus den fernen Steppen ...

Der Fels der schwarzen Götter.
Hörbuch. 8 Stunden, 57 Minuten.
Sprecherin: Resi Heitwerth.
Musik: Florian Schober.
Action-Verlag, 2012.
CD/DVD: 16,95 Euro
mp3-Download: 11,95 Euro

Hörbuchfassung des 2010 im Wurdackverlag erschienenen Buchs "Der Fels der schwarzen Götter".

Falkenblut, 2012

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Petra Hartmann: Falkenblut.
Vier Romane in einem Band.
E-Book
Satzweiss.com - chichili agency, 2012.
3,99 Euro
Erhältlich als EPUB oder für den Amazon-Kindle

Die Abenteuer der jungen Walküre Valkrys beginnen an ihrem ersten Arbeitstag und ausgerechnet dort, wo die germanischen Götter- und Heldensagen enden: Ragnarök, die Endzeitschlacht, ist geschlagen, Götter und Riesen haben sich gegenseitig aufgerieben, die wenigen Überlebenden irren ziellos durch die Trümmer des zerbrochenen Midgard. An der Seite des neuen Götterkönigs Widar muss sich Valkrys nun behaupten. Dabei trifft sie auf Jöten, Thursen, Reifriesen, Seelenräuberinnen, Werwölfe, Berserker, Hexen, riesenhafte Meerungeheuer und das furchtbare Totenschiff Naglfari. Leseempfehlung ab 12 Jahren.

Drachen! Drachen! 2012

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Frank G. Gerigk & Petra Hartmann (Hrsg.)
DRACHEN! DRACHEN!
Band 01, Drachen-Anthologie
ISBN: 978-3-89840-339-9
Seiten: 384 Taschenbuch
Grafiker: Mark Freier
Innengrafiker: Mark Freier
Preis: 14,95 €
Bestellen beim Blitz-Verlag

Fatal wäre es, Drachen zu unterschätzen! Wer glaubt, genug über sie zu wissen, hat schon verloren.
Diese 23 meisterlichen Geschichten aus verschiedenen literarischen Genres belegen, dass das Thema aktuell, überraschend und packend ist – und gelegentlich fies!

Die Autoren:
Rainer Schorm, Achim Mehnert, Andrea Tillmanns, Malte S. Sembten, Frank G. Gerigk, Christel Scheja, Fiona Caspari, Hendrik Loy, Christiane Gref, Linda Budinger, Miriam Pharo, Carsten Steenbergen, Rebecca Hohlbein, Frank W. Haubold, Melanie Brosowski, Astrid Ann Jabusch, Thomas R. P. Mielke, Karsten Kruschel, Marc A. Herren, Petra Hartmann, Monika Niehaus, Uwe Post.
Originalveröffentlichung!

Die Schlagzeile, 2011/2012

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Petra Hartmann: Die Schlagzeile.
Personalisierbarer Roman.
PersonalNovel Verlag, 2011.
eBook: PersonalNovel, 2012.
Personalisieren und bestellen

Verschlafen und idyllisch liegen sie da, die Orte Barkhenburg, Kleinweltwinkel und Reubenhausen. Doch dann stört der Diebstahl einer Heiligenfigur die Ruhe: Ein jahrhundertealter Hass bricht wieder aus und ein hitziger Streit entflammt, der aus Freunden Feinde und aus friedlichen Nachbarn sich prügelnde Gegner macht. Mittendrin: Eine Journalistin, die bereit ist, für eine Schlagzeile im Sommerloch alles zu geben. Mit viel Einsatz und einer Prise Humor versucht sie, das Geheimnis um die verschwundene Hubertus-Statue aufzuklären, und muss sich dabei mit erregten Politikern, aufgebrachten Dorfbewohnern und einem nervösen Chefredakteur herumschlagen. Aber die Journalistin lässt sich nicht unterkriegen – bis ihr ein Anruf fünf Minuten vor Redaktionsschluss die Schlagzeile zunichtemacht...

Meine Bücher 1998 - 2011

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Petra Hartmann
Falkenfrühling
eBook
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN: 978-3-939139-59-1

Wegen Verkauf des Arcanum-Verlags ist die Ausgabe nicht mehr erhältlich, aber die Zweitveröffentlichung in der eBook-Anthologie "Best of electronic publishing" gibt es noch als epub oder Kindle-Ausgabe.

Valkrys träumt davon, eine echte Walküre zu sein. Sie springt, noch Kind, vom Dach des Langhauses.
Alle Ermahnungen ihrer Eltern sind vergeblich, sie macht sich an den Aufstieg zum Gipfel der nahen Klippe, besessen vom "Traum vom Fliegen" ...

Fünfter Platz beim Deutschen eBook-Preis 2011.

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Petra Hartmann
Die letzte Falkin
Roman.
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN 978-3-939139-62-1
Bestellen beim Arcanum-Verlag

Blut und Tod, so weit die Falkenaugen reichen: So hatte sich Valkrys ihren ersten Flug als Walküre nicht vorgestellt. Ragnarök, die Endzeit-Schlacht, ist geschlagen. Die Götter tot, die Welt ein Flammenmeer, das Götterreich Asgard droht, in die Tiefe zu stürzen. Einzig Vidar, den Sohn und Erben Odins, kann die Walküre retten. Doch der neue Götterkönig schweigt sich über seine Ziele aus …


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Petra Hartmann
Der Fels der schwarzen Götter
Roman
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-64-8
Bestellen beim Wurdack-Verlag


Hochaufragende Felswände, darin eingemeißelt weit über tausend furchteinflößende Fratzen, die drohend nach Norden blicken: Einer Legende zufolge sind die schwarzen Klippen das letzte Bollwerk Movennas gegen die Eisdämonen aus dem Gletscherreich.
Doch dann begeht der junge Ask bei einer Mutprobe einen folgenschweren Fehler: Er schlägt einem der schwarzen Götter die Nase ab. Der unscheinbare Dreiecksstein wird Auslöser eines der blutigsten Kriege, die das Land jemals erlebt hat. Und die Völker des Berglandes wissen bald nicht mehr, wen sie mehr fürchten sollen: die schwarzen Götter, die weißen Dämonen oder die sonnenverbrannten Reiter aus den fernen Steppen ...


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Petra Hartmann
Darthula
Heftroman
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN 978-3-939139-32-4
Bestellen beim Arcanum-Verlag


Darthula, die schönste Prinzessin der Nebellande, beschwört Krieg, Tod und Vernichtung über ihr heimatliches Selama herauf, als sie den Heiratsantrag des mächtigen Königs Cairbar ausschlägt. Zusammen mit ihrem Geliebten flüchtet sie in einem kleinen Segelboot übers Meer. Doch Wind und Wellen sind unzuverlässige Verbündete ...


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Petra Hartmann
Weihnachten im Schneeland
Hörbuch
Action-Verlag
Download bei Audible
CD bestellen beim Action-Verlag

WEIHNACHTEN IM SCHNEELAND von Petra Hartmann vereint vier wundervolle Kurzgeschichten für Kinder ab 6 Jahren. Schon die Titel regen die Phantasie der Kleinen an und verleiten zum Schmunzeln und Staunen:
- "Der Reserve-Weihnachtsmann"
- "Die Weihnachts-Eisenbahn"
- "Eine Handvoll Weihnachtssand"
- "Paulchen mit den blauen Augen"



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Petra Hartmann
Ein Prinz für Movenna
Paperback
Wurdack Verlag
ISBN 3-938065-24-9
Bestellen beim Wurdack-Verlag

Mit dem Schild oder auf dem Schild
- als Sieger sollst du heimkehren oder tot.
So verlangt es der Ehrenkodex des heldenhaften Orh Jonoth. Doch der letzte Befehl seines sterbenden Königs bricht mit aller Kriegerehre und Tradition: "Flieh vor den Fremden, rette den Prinzen und bring ihn auf die Kiesinsel." Während das Land Movenna hinter Orh Jonoth in Schlachtenlärm und Chaos versinkt, muss er den Gefahren des Westmeers ins Auge blicken: Seestürmen, Riesenkraken, Piraten, stinkenden Babywindeln und der mörderischen Seekrankheit ....


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Petra Hartmann
Geschichten aus Movenna
Paperback
Wurdack Verlag
ISBN 3-938065-00-1
Bestellen beim Wurdack-Verlag


Verwünschte Hexen!
Warum zum Henker muß König Jurtak auch ausgerechnet seinen Sinn für Traditionen entdecken?
Seit Jahrhunderten wird der Kronprinz des Landes Movenna zu einem der alten Kräuterweiber in die Lehre gegeben, und der Eroberer Jurtak legt zum Leidwesen seines Sohnes großen Wert auf die alten Sitten und Gebräuche. Für den jungen Ardua beginnt eine harte Lehrzeit, denn die eigenwillige Lournu ist in ihren Lektionen alles andere als zimperlich ...


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Wovon träumt der Mond?
Hrsg. v. Petra Hartmann & Judith Ott
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-37-2
Bestellen beim Wurdack-Verlag

Der Mond - König der Nacht und gleichsam Verbündeter von Gut und Böse ... Seit jeher ranken sich Legenden voller Glauben und Aberglauben um sein Licht, das von den einen als romantisch verehrt und von den anderen als unheimlich gefürchtet wird. Seine Phasen stehen für das Werden und Vergehen allen Lebens, er wacht über die Liebenden, empfängt die Botschaften der Suchenden, Einsamen und Verzweifelten und erhellt so einiges, was lieber im Dunkeln geblieben wäre. 39 Autorinnen und Autoren im Alter von 12 bis 87 Jahren sind unserem nächtlichen Begleiter auf der Spur gewesen. In 42 erfrischend komischen, zutiefst nachdenklichen und manchmal zu Tränen rührenden Geschichten erzählen sie die Abenteuer von Göttin Luna und Onkel Mond, von erfüllten und verlorenen Träumen, lassen Perlmuttschmetterlinge fliegen und Mondkälber aufmarschieren. Und wer denkt, dass nur der Mann im Mond zuweilen die Erde besucht, irrt sich! Auch umgekehrt erhält er gelegentlich unverhofften Besuch dort oben.


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Drachenstarker Feenzauber
Herausgegeben von Petra Hartmann
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-28-0
Bestellen

Öko-Feen, Büro-Feen, Todes-Feen und Bahn-Feen, geschäftstüchtige Drachen, goldzahnige Trolle, Sockenmonster, verzauberte Kühlschränke, Bierhexen, Zwirrrrrle, Familienschutzengel, Lügenschmiede, ehrliche Anwälte, verarmte Zahnärzte und andere Märchenwesen geben sich in diesem Buch ein Stelldichein.
51 Märchenerzähler im Alter von zwölf bis 76 Jahren haben die Federn gespitzt und schufen klassische und moderne Märchen, lustige, melancholische, weise und bitterböse Erzählungen, so bunt wie das Leben und so unvergesslich wie das Passwort eines verhexten Buchhalters.


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Zwischen Barrikade, Burgtheater und Beamtenpension.
Die jungdeutschen Autoren nach 1835.
ibidem-Verlag
ISBN 978-3-89821-958-7
Bestellen beim Ibidem-Verlag


"Das Junge Deutschland“ – dieser Begriff ist untrennbar verbunden mit dem Bundestagsbeschluss vom 10. Dezember 1835, durch den die Werke der fünf Schriftsteller Heinrich Heine, Theodor Mundt, Karl Gutzkow, Ludolf Wienbarg und Heinrich Laube verboten wurden. Das Verbot markierte Höhe- und gleichzeitig Schlusspunkt einer literarischen Bewegung, die erst wenige Jahre davor begonnen hatte. Die Wege der Autoren trennten sich. Und doch gab es auch danach immer wieder Begegnungen und Berührungspunkte.
Petra Hartmann zeichnet die Wege der Verbotenen und ihrer Verbündeten nach und arbeitet Schnittstellen in den Werken der alt gewordenen Jungdeutschen heraus. Sie schildert insbesondere die Erfahrungen der Autoren auf der Insel Helgoland, ihre Rolle in der Revolution von 1848, aber auch die Versuche der ehemaligen Prosa-Schriftsteller, sich als Dramatiker zu etablieren. Irgendwo zwischen Anpassung und fortwährender Rebellion mussten die Autoren ihr neues Auskommen suchen, endeten als gescheiterte Existenzen im Irrenhaus oder als etablierte Literaten, die doch körperlich und seelisch den Schock von 1835 nie ganz verwunden hatten, sie leiteten angesehene Theater oder passten sich an und gerieten nach Jahren unter strenger Sonderzensur beim Publikum in Vergessenheit. Die vorliegende Untersuchung zeigt, was aus den Idealen von 1835 wurde, wie vollkommen neue Ideen – etwa die Debatte um Armut und Bildung – in den Werken der Jungdeutschen auftauchten und wie die Autoren bis zum Ende versuchten, ihr „Markenzeichen“ – ihren Stil – zu bewahren.


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Von Zukunft trunken und keiner Gegenwart voll
Theodor Mundts literarische Entwicklung vom Buch der Bewegung zum historischen Roman
Aisthesis-Verlag
ISBN: 3-89528-390-8
Bestellen beim Aisthesis-Verlag

Theodor Mundt - Schriftsteller, Zeitschriftenherausgeber, Literaturwissenschaftler und Historiker - verdankt seinen Platz in der Literaturgeschichte vor allem dem Umstand, daß seine Veröffentlichungen am 10. Dezember 1835 verboten wurden. Das vom deutschen Bundestag ausgesprochene Verbot, das sich gegen die vermeintlichen Wortführer des "Jungen Deutschland", Heine, Gutzkow, Laube, Wienbarg und eben Theodor Mundt richtete, war vermutlich die entscheidende Zäsur in den literarischen Karrieren aller Betroffenen. Daß sie mit dem schon berühmten Heinrich Heine in einem Atemzug genannt und verboten wurden, machte die noch jungen Autoren Gutzkow, Laube, Mundt und Wienbarg für ein größeres Publikum interessant. Doch während Gutzkow und auch Laube im literarischen Bewußtsein präsent blieben, brach das Interesse an Mundt und seinen Werken schon bald nach dem Verbot fast gänzlich ab. Seine weitere Entwicklung bis zu seinem Tod im Jahr 1861 wurde von der Literaturwissenschaft bislang so gut wie vollständig ignoriert. Diese Lücke wird durch die vorliegende Studie geschlossen. Nachgezeichnet wird der Weg von den frühen Zeitromanen des jungen Mundt bis hin zu den historischen Romanen seines Spätwerks.


Angehängtes Bild

Faust und Don Juan. Ein Verschmelzungsprozeß,
dargestellt anhand der Autoren Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Wolfgang von Goethe, Nikolaus Lenau, Christian Dietrich Grabbe, Gustav Kühne und Theodor Mundt
ibidem-Verlag
ISBN 3-932602-29-3
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"Faust und Don Juan sind die Gipfel der modernen christlich-poetischen Mythologie", schrieb Franz Horn bereits 1805 und stellte erstmalig beide Figuren, speziell den Faust Goethes und den Don Giovanni Mozarts, einander gegenüber. In den Jahren darauf immer wieder als polar entgegengesetzte Gestalten aufgefaßt, treten Faust und Don Juan in den unterschiedlichsten Werken der Literaturgeschichte auf.

Bei Lenau sind sie Helden zweier parallel aufgebauter Versepen, bei Grabbe begegnen sie sich auf der Bühne und gehen gemeinsam zugrunde. Theodor Mundt stellt als Lebensmaxime auf, man solle beides, Faust und Don Juan, in einer Person sein und beide in sich versöhnen.

Anhand der Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Wolfgang von Goethe, Nikolaus Lenau, Christian Dietrich Grabbe, Gustav Kühne und Theodor Mundt zeichnet Petra Hartmann die Biographien Fausts und Don Juans in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach, einer Zeit, die beide Helden stark prägte und auch für heutige Bearbeitungen beider Stoffe grundlegend ist.

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Nächste Lesungen / Termine

Mittwoch, 30. Juli: Lesung in der Salze-Klinik, Bad Salzdetfurth. Zusammen mit Altje Hornburg. Beginn: 19 Uhr.

Montag, 11. August: Lesung aus "Nestis und die verschwundene Seepocke". Ferienpassaktion des Fördervereins Rudolf von Bennigsen. RvB-Bibliothek im Bahnhof Bennigsen (Springe). 16 bis 18 Uhr.

Dienstag, 19. August: Lesung in der Salze-Klinik, Bad Salzdetfurth. Zusammen mit Altje Hornburg. Beginn: 19 Uhr.

Dienstag, 2. September: Lesung aus "Darthula, Tochter der Nebel" im Michaelis Weltcafé. Hildesheim, Langer Hagen 36. Beginn: 18 Uhr.

Donnerstag, 25.September: Lesung aus "Darthula, Tochter der Nebel" im Kulturbahnhof Bad Salzdetfurth, Bahnhofstraße 4. Beginn: 19 Uhr.

Freitag, 3. Oktober: Lesung in der Salze-Klinik, Bad Salzdetfurth. Zusammen mit Altje Hornburg. Beginn: 19 Uhr.

Mittwoch, 22. Oktober: Lesung in der Salze-Klinik, Bad Salzdetfurth. Zusammen mit Altje Hornburg. Beginn: 19 Uhr.

Mittwoch, 5. November: Lesung in der Salze-Klinik, Bad Salzdetfurth. Zusammen mit Altje Hornburg. Beginn: 19 Uhr.

Freitag, 28. November: Lesung in der Salze-Klinik, Bad Salzdetfurth. Zusammen mit Altje Hornburg. Beginn: 19 Uhr.

Dienstag, 30. Dezember: Lesung in der Salze-Klinik, Bad Salzdetfurth. Zusammen mit Altje Hornburg. Beginn: 19 Uhr.

Links

Meine Heimseite: www.petrahartmann.de

Mein Gezwitscher: www.twitter.com/PetraHartmann

Seite der Nestis-Serie:
www.nestis.net

Termine der Hildesheimlichen Autoren

Juli

Mittwoch, 30. Juli: Altje Hornburg und Petra Hartmann lesen in der Salze-Klinik, Bad Salzdetfurth. Beginn: 19 Uhr.


August

Dienstag, 12. August: Mitgliederversammlung, Gewölbekeller des Knochenhauer Amtshauses. Beginn: 18 Uhr
Samstag, 16. August: High Noon auf Radio Tonkuhle mit den Hildesheimlichen Autoren. Beginn: 12 Uhr.


September

Dienstag, 2. September: Petra Hartmann liest aus "Darthula, Tochter der Nebel" im Michaelis Weltcafé. Hildesheim, Langer Hagen 36. Beginn: 18 Uhr.
Samstag, 20. September: High Noon auf Radio Tonkuhle mit den Hildesheimlichen Autoren. Beginn: 12 Uhr.
Donnerstag, 25. September: Petra Hartmann liest aus "Darthula, Tochter der Nebel" im Kulturbahnhof Bad Salzdetfurth, Bahnhofstraße 4. Beginn: 19 Uhr.

Biografie

Petra Hartmann, Jahrgang 1970, wurde in Hildesheim geboren und wohnt in Sillium. Sie studierte Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft in Hannover. Auf den Magisterabschluss folgten die Promotion mit einer Doktorarbeit über den jungdeutschen Schriftsteller Theodor Mundt und ein zweijähriges Volontariat bei einer Tageszeitung. Anschließend war sie fünf Jahre Redakteurin.
Als Schriftstellerin hat sie sich dem fantastischen Genre verschrieben und verfasst hauptsächlich Fantasy und Märchen. Bekannt wurde sie mit ihren Fantasy-Romanen aus der Welt Movenna. Sie errang mit ihren Geschichten dreimal den dritten Platz bei der Storyolympiade und wurde 2008 mit dem Deutschen Phantastik-Preis ausgezeichnet.

Geschichten über Nestis

Bücher
"Nestis und die verschwundene Seepocke. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013.
"Nestis und die Hafenpiraten. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, voraussichtlich 2014.

eBooks
"Nestis und der Weihnachtssand. Ein Helgoland-Märchen." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013.
"Nestis und die verschwundene Seepocke. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013.

Hörbuch
"Eine Hand voll Weihnachtssand." In: Petra Hartmann: "Weihnachten im Schneeland". Gelesen von Karin Sünder. Mit Musik von Simon Daum. Essen: Action-Verlag, 2010. (mp3-Download und CD-ROM)

Beiträge zu Anthologien
"Weihnachtssand für Helgoland." In: "Wenn die Biiken brennen. Phantastische Geschichten aus Schleswig-Holstein." Hrsg. v. Bartholomäus Figatowski. Plön: Verlag 71, 2009. S. 163-174.

Die Bibliothek der Falkin

Übersicht über die Romane und Novellen über die Walküre Valkrys, genannt "die Falkin"

Bücher

Die letzte Falkin. Heftroman. Dortmund: Arcanum Fantasy Verlag, 2010.


eBooks

Falkenblut. Vier Fantasy-Romane. eBook-Ausgabe. Chichili und Satzweiss.com, 2012 (Download hier)

Falkenfrühling. Novelle. eBook. Dortmund: Arcanum Fantasy Verlag, 2011. (vergriffen)

Falkenfrühling. Novelle. In: Best of electronic publishing. Anthologie zum 1. Deutschen eBook-Preis 2011. eBook. Chichili und Satzweiss.com, 2011. (unter anderem erhältlich bei Thalia und Amazon)


Aufsatz

Aegirs Flotte – ein Nachruf. In: Fandom Observer, Dezember 2011. S. 16-18. Online-Magazin und Blogversion

Movenna-Kompass

Übersicht über die Romane und Erzählungen aus Movenna


Bücher

Geschichten aus Movenna. Fantasy. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2004. 164 S.
Ein Prinz für Movenna. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2007. 188 S.
Der Fels der schwarzen Götter. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2010. 240 S.


Hörbuch

Der Fels der schwarzen Götter. Action-Verlag, 2012.


Movennische Geschichten in Anthologien und Zeitschriften

Die Krone Eirikirs. In: Traumpfade (Anthologie zur Story-Olympiade 2000). Hrsg. v. Stefanie Pappon und Ernst Wurdack. Dresden, 2001. S. 18-25.
Flarics Hexen. In: Geschöpfe der Dunkelheit (Anthologie zur Story-Olympiade 2001). Hrsg. v. Stefanie Pappon und Ernst Wurdack. Dresden, 2002. S. 22-28.
Raubwürger. In: Kurzgeschichten, September 2004, S. 20f.
Furunkula Warzenkraish. Elfenschrift, dritter Jahrgang, Heft 2, Juni 2006. S. 10-14.
Der Leuchtturm am Rande der Welt. In: Elfenschrift, vierter Jahrgang, Heft März 2007, S. 18-21.
Gewitternacht. In: Im Bann des Nachtwaldes. Hrsg. v. Felix Woitkowski. Lerato-Verlag, 2007. S. 57-60.
Pfefferkuchen. In: Das ist unser Ernst! Hrsg. v. Martin Witzgall. München: WortKuss Verlag, 2010. S. 77-79.
Winter-Sonnenwende. In: Mit Klinge und Feder. Hrsg. v. Petra Hartmann und Andrea Tillmanns. Homburg/Saar: UlrichBurger Verlag, 2013. S. 51-59.
Der Reiter auf dem schwarzen Pferd. Ebd. S. 60-68.


Movennische Geschichten in Fanzines

Föj lächelt. In: Alraunenwurz. Legendensänger-Edition Band 118. November 2004. Hrsg. v. Christel Scheja. S. 23.
Raubwürger. In: Drachenelfen. Legendensänger-Edition Band 130. Januar 2006. Hrsg. v. Christel Scheja. S. 3-5.
Goldauge. In Phantastische Geschichten mit den Phantastik Girls. (Broschüre der Phantastik Girls zum MarburgCon 2007)


Aufsätze

Wie kann man nur Varelian heißen? Über das Unbehagen an der Namensgebung in der Fantasy. In: Elfenschrift, 5. Jahrgang, März 2008. S. 16f.


Movennische Texte online

Aus "Geschichten aus Movenna":
König Surbolds Grab
Das letzte Glied der Kette
Brief des Dichters Gulltong
Der Kranich
Die Rückkehr des Kranichs

Aus "Ein Prinz für Movenna":
Der Leuchtturm am Rand der Welt
Furunkula Warzenkraish
Gewitternacht

Aus "Der Fels der schwarzen Götter":
Der Waldalte
Hölzerne Pranken
Im Bann der Eisdämonen

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