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Ute Zimmermann: Kampf, Tod und die Erweckung des Helden

"Kampf, Tod und die Erweckung des Helden", die klassischen Aufgabengebiete einer Walküre, sind das Thema von Ute Zimmermanns gleichnamiger Dissertation. Die Autorin befasst sich mit den Walkürenvorstellungen in der mittelalterlichen skandinavischen Literatur, erläutert die Tätigkeitsfelder dieser Dienerinnen Odins und bemüht sich um eine Abgrenzung zu anderen mythischen Frauengestalten.
Zimmermann macht deutlich, dass es große Unterschiede zwischen Walküren, Schwanenjungfrauen und Schildmädchen - Frauen, die mit Schild und Speer in den Krieg zogen - gab. Die beiden letzteren wurden offenbar erst in späterer Zeit, als das Wissen um die germanische Götterwelt mehr und mehr verlorengegangen war, mit den Walküren identifiziert. Eine gewisse Verwandtschaft scheint zu den Nornen und anderen Schicksalsweberinnen zu bestehen, wie es etwa die Nials Saga schildert: Hier weben die Walküren an einem mit Totenköpfen behangenen Webstuhl während einer Schlacht aus Fleisch und Knochen ein schauriges Gewebe, während sie offenbar gleichzeitig als Kämpferinnen aktiv an der Schlacht teilnehmen.
Einen besonderen Schwerpunkt legt die Autorin auf die Walküren der Helgilieder und der Thidreks-Saga. In der Geschichte von Helgi den Sohn Hjörwards, den beiden Liedern über Helgi den Hundingstöter und den verschollenen Karaliedern geht es um einen Helden und seine Walküre, bzw. immer wieder um denselben Helden und dieselbe Walküre, da die Protagonisten jeweils wiedergeboren werden. Sehr interessant hierzu der Vergleich zu Siegfried und seiner Walküre. Zimmermann arbeitet hier einige Parallelen in der Beziehung beider Protagonisten heraus. Ein junger, oft sich selbst unbewusster oder tumber Mann begegnet seiner Walküre, sie erweckt ihn zum Heldentum, zum Beispiel dadurch, dass sie ihm verrät, wer er eigentlich ist, oder dadurch, dass sie ihn überhaupt zum Sprechen befähigt. Oft verleiht sie ihm auch magische Hilfsmitel wie ein Schwert, ein tüchtiges Pferd oder Wissen, und stachelt ihn zum Kampf auf. Allerdings wird sie dabei auch oft Verursacherin seines frühen Todes. Bemerkenswert erscheint, dass zwischen Erweckung und frühem Tod gar nicht mehr so viel Heldentum zu liegen scheint. Das von seiner mythischen Begleiterin beflügelte Eilen von Heldentat zu Heldentat bleibt aus. Der Held begegnet seiner Walküre, und damit ist seine Karriere auch schon beinahe zu Ende.
Das Buch ist sehr umfassend und materialreich. Von der wohl ältesten Walkürenschilderung im Lied über Haraldr harfagri, in dem sich eine Walküre mit einem Raben unterhält und sich Nachrichten über eine Schlacht bringen lässt, über die Namenskataloge in der Völuspa und im Grimnismal bis hin zu den Schwanenjungfrauen des Wielandslieds, die nur durch eine später eingeschobene Prosaerklärung als "Walküren" ausgewiesen sind, breitet Ute Zimmermann ein weites Panorama vor dem Leser aus. Sie erläutert, welche Bedeutung das Ausschenken des Bieres durch die Hausherrin in der alten germanischen Tradition hatte, wie die Walküren Wettererscheinung hervorriefen oder das gegnerische Heer lähmten, und geht der Frage nach, ob die Walküren nun aktiv kämpften oder nur von oben ordnend und leitend tätig waren.
Lesenwert und gut zum späteren Nachschlagen ist auch der Anhang, in dem die Namen der einzelnen Walküren etymologisch aufgeschlossen werden. Eine wahre Fundgrube.
Das Buch lässt sich sehr gut lesen und ist auch für Nicht-Skandinavisten eine spannende Lektüre. Etwas unschön sind lediglich einige Redundanzen. Einige Grundaussagen werden mehrfach wiederholt, etwa die Abgrenzung der Walküren zu anderen Frauengestalten oder das Schema von Erweckung des Helden und Verursachung seines Todes. Auch der hohe Preis ist ein Manko. Dass wissenschaftliche Arbeiten wegen der kleinen Auflage etwas mehr kosten, ist durchaus verständlich. Aber 85 Euro für 317 Seiten ist mehr als viel. Vergleichbare Publikationen anderer Dissertationsverlage erhält man durchaus für die Hälfte.

Fazit: Gut recherchiert, verständlich dargeboten, reich an Material und Anregungen, lesenswert und eine gute Arbeitsgrundlage, leider ziemlich teuer.

Ute Zimmermann: Kampf, Tod und die Erweckung des Helden. Zu den Walkürenvorstellungen in der mittelalterlichen skandinavischen Literatur. Hamburg: Verlag Dr. Kovac, 2012. 317 S., Euro 85.

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Bergengrueniana I

"Bergengrueniana" nennt die Werner-Bergengruen-Gesellschaft ihr neues Periodikum. Das Buch spielt im Titel auf das "Compendium Bergengruenianum" an, in dem der Schriftsteller autobiografische Notizen sammelte, trägt hoffnungsvoll die Nummer "I" im Titel und enthält Vorträge, die 2009 auf einer Jahrestagung der Gesellschaft gehalten wurden, drei bisher unveröffentlichte Gedichte Bergengruens und weitere Fundstücke aus dem Nachlass sowie die Laudatio und Dankrede anlässlich der Verleihung des ersten Werner-Bergengruen-Preises an die Autorin Svenja Leiber.
Die Dokumentation der Tagung in Uelzen macht vor allem eines deutlich: Um den Bekanntheitsgrad des Autors ist es seit Jahrzehnten nicht zum besten bestellt. Bergengruen, der in Weimarer Zeit und nach dem zweiten Weltkrieg einer der bekanntesten und beliebtesten Schriftsteller war, der in den Jahren der Naziherrschaft in der "Inneren Emigration" überdauerte, der mit seine Novellen und Gedichten für viele eine Quelle der Kraft gerade in dunklen Zeiten war, ist heute, wie es eine Umfrage Nadine Docktors unter Germanistik-Studenten ergab, so gut wie unbekannt. In Literaturgeschichten kommt er kaum noch vor, besonders der später die literarische Diskussion beherrschende Gruppe 47 war seine konservative, katholisch-humanistische Weltsicht verdächtig, das Verdikt Adornos tat ein Übriges, die leidige Missinterpretation des Titels "Die heile Welt" ...
Insgesamt spricht aus vielen der Beiträge eine gewisse Einsamkeit der Bergengruen-Verehrer (sofern man sich bei diesem Autor einsam fühlen kann) und eine beinahe rittmeisterliche Melancholie ob einer untergegangenen Literaturepoche. Sehr gut passt dazu die Beobachtung, dass die Tagung wohl unter keinem günstigen Stern stand und einige Referenten kurzfristig absagen mussten.
Dabei gibt es an Bergengruen noch immer viel zu entdecken. Und in einer Zeit, in das Erzählen offenbar wieder einen neuen Stellenwert gewonnen hat, in der die Novelle erneut in den Mittelpunkt des Interesses oder zumindest näher heran gerückt ist, lohnt sich der Blick auf Bergengruens Werk durchaus. Seine in der "Ungeschriebenen Novelle" entwickelte Theorie bzw. Praxisbeobachtung dieser Literaturgattung oder die meisterlichen "Drei Falken" gehören neben Goethes "Novelle" ins Regal eines jeden Novellenautors. Die Gegenüberstellung von Bergensgruens "ungeschriebener" und Goethes unerhörter Begebenheit und die Betrachtungen über Bergengruens Erzählkunst von Bernhard Stalla und Verena Philippis Ausführungen über seine Novellentheorie waren in dieser Hinsicht sehr lesenswert.
Mit dem Stellenwert des Erzählens und der Frage einer modernen Bergengruen-Rezeption befasst sich auch das im Buch dokumentierte Podiumsgespräch mit Preisträgerin Svenja Leiber sowie Steffen Kopetzky und Arnold Stadler. Ein Vortrag von Bergengruens Tochter Maria Schütze über osteuropäische Schauplätze im Werk des Autors und einige bisher unveröffentlichte Texte runden den Band ab. Die abschließenden Mitteilungen der Gesellschaft lassen auf eine Bergengruen-Werkausgabe hoffen.
Etwas schade ist es, dass die Beiträge, der Vortragsform geschuldet, sehr kurz sind. Statt einer Dokumentation des gesprochenen Wortes hätte man sich für die Buchveröffentlichung an vielen Stellen ausführlichere Untersuchungen und etwas weiter ausgearbeitete Artikel gewünscht. Andererseits bekommt der Leser auf diese Weise einen lebhafteren Eindruck vom Tonfall der Tagung. Auf jeden Fall sind es Anregungen und Aufforderungen zu einer erneuten Bergengruen-Lektüre.

Fazit: Ein lesenswerter erster Band, vielschichtig und trotz des geringen Umfangs reich gefüllt. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Bergengrueniana etablieren und sich weitere Bände anschließen.

Bergengrueniana I. Im Auftrag der Werner Bergengruen-Gesellschaft hrsg. v. Eckhard Lange. Berlin: vbb - verlag für berlin-brandenburg, 2012. 176 S., Euro 29,95.

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Vortrag: Das Junge Deutschland und der Kampf um die Pressefreiheit

Eine Rückkehr zu meinen germanistischen Wurzeln: Ich halte einen Vortrag über das "Junge Deutschland", eine Autorenvereinigung, zu der unter anderem mein Lieblingsautor Theodor Mundt gehörte. Am 16. Dezember - fast auf den Tag genau 176 Jahre nach dem schicksalhaften Verbot dieser Autoren, spreche ich in der Rudolf-von-Bennigsen-Bibliothek über das Thema "Das Junge Deutschland und der Kampf um die Pressefreiheit". Treffpunkt ist die Bibliothek im Bennigser Bahnhof (bei Springe), Beginn wird um 19.30 Uhr sein.

Aus der Einladung zum Vortrag:

Es war einer der härtesten Schläge gegen Literatur und Freiheitsbestrebungen zur Zeit der Metternich-Ära: Am 10. Dezember 1835 beschloss der „Deutsche Bundestag“ (eine Fürstenvertretung, die mit unserem Berliner Parlament nur den Namen gemein hat) das Verbot gegen fünf Schriftsteller. Die jungen Männer waren in ihren Werken ein wenig zu keck für Freiheit, Demokratie, freie Liebe und Abschaffung der Literaturzensur eingetreten.

Das Gremium der Landesfürsten und Könige von knapp 40 deutschen Kleinstaaten untersagte den Druck und Verkauf der Werke von Heinrich Heine, Karl Gutzkow, Ludolf Wienbarg, Theodor Mundt und Heinrich Laube und – eine bis dahin nie dagewesene Härte – verbot auch alle zukünftigen, noch ungeschriebenen Werke dieser Autoren. Für einen Berufsschriftsteller bedeutete dies das Ende seiner Existenz.

Wie es zu dem Verbot kam, warum die einfachen Zensurgesetze der berüchtigten „Karlsbader Beschlüsse“ nicht ausreichten, um die Jungdeutschen mundtot zu machen, und was aus den Verbotenen danach wurde, berichtet die Literaturwissenschaftlerin Petra Hartmann in ihrem Vortrag. Die erfahrene Journalistin, die zehn Jahre lang für verschiedene Zeitungen gearbeitet hat, ergänzt ihr Referat mit Ausblicken auf Gegenwart und Zukunft der Presse- und Meinungsfreiheit in der Bundesrepublik.


Mehr Infos:

Über Theodor Mundt und sein Hauptwerk "Madonna"

Meine Doktorarbeit "Von Zukunft trunken und keiner Gegenwart voll" über Theodor Mundt

Meine Bücher "Zwischen Barrikade, Burgtheater und Beamtenpension" und "Faust und Don Juan" über das Junge Deutschland.

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Klaus Bringmann: Cicero

"Cicero" von Klaus Bringmann ist ein sehr kluges Hörbuch. In fast zweieinhalb Stunden erfährt man alles, was einem im Lateinunterricht über das Rhetorik-Genie verschwiegen wurde ...

Cicero: Brillanter Rhetoriker, großer Republikaner, Albtraum eines jeden Lateinschülers. Wer hat in Klausuren nicht über seinen gedrechselten Endlos-Sätzen gelernt, was Verzweifeln heißt? Und wem blieb nicht das Bild des aufrechten Staatsmannes im Hinterkopf, der im Namen der Republik ermordet wurde? Klaus Bringmann stellt uns einen der bedeutendsten Redner des alten Roms vor. Aber er tut dies jenseits aller Verklärung und Heldendichtung.

Ciceros Reden zwischen Sulla- und Caesar-Regime

Bringmann lässt den Hörer in die Redenschmiede des Juristen Cicero blicken, erzählt die Geschichte eines Mannes, der ohne eigene Hausmacht in Rom Karriere machen will, zeigt ihn beim Knüpfen von Kontakten und auf der Suche nach Verbündeten, die einen jungen, engagierten Gerichtsredner als Dank für seine Hilfe unterstützen. Dem Hörer wird sehr schnell deutlich, auf welch dünnem Eis sich Cicero während seiner politischen Tätigkeit bewegte. Die Jahre zwischen der Sulla-Herrschaft und dem Machtantritt des Alleinherrschers Caesar waren eine bewegte Zeit mit ständig wechselnden Allianzen, und ein Anwalt vor Gericht hatte viel mehr zu beachten als bloße juristische Sachverhalte darzulegen. Ein falsches Wort gegen den Urheber einer politisch motivierten falschen Mordanklage hätte den Rechtsbeistand sehr schnell ebenfalls in Lebensgefahr gebracht. Sehr schön arbeitet Bringmann die Hintergünde und Winkelzüge von Ciceros rhetorischen Meisterstücken auf. Solch eine Analyse hätte man sich damals im Lateinunterricht gewünscht.

Verschwörung des Catilina: Karriereschub und Stolperstein

Bringmann zeigt den kometenhaften Aufstieg des jungen Mannes, der bei Wahlen zu Ämtern gewöhnlich als einer der ersten die nötige Stimmenzahl erhält, er zeigt dessen harte Arbeit, die ihn einmal sogar zum körperlichen Zusammenbruch bringt, macht deutlich, warum gerade die Prozessreden und die Übernahme "berühmter Fälle" für den aufstrebenden Politiker ohne eigene Hausmacht so wichtig waren, erzählt von seiner schonungslosen Aufdeckung der Verschwörung des Catilina und Ciceros größtem Triumph, als er die Verschwörer hinrichten ließ. Aber auch von seinem Abstieg. Von der Verbannung, die den einst so aufrechten Republikaner veränderte. Von seinem würdelosen Lavieren zwischen den Männern des Triumvirats, seinem Einknicken vor Pompejus, seine "Versöhnung" mit Caesar aus Angst um Leib und Leben. Hier wird kein Heldenbuch geschrieben, sondern eine lebendige Person mit all ihren Stärken und Schwächen gezeigt, ein Politiker mit seiner Redlichkeit und Ehrlichkeit im Umgang mit der Verwaltung von Provinzen, mit seiner republikanischen Gesinnung und Treue zum alten Rom, aber auch mit seinem Ehrgeiz, seiner Eitelkeit und seiner Angst.

Hörbuch lässt Cicero nicht reden

Einziger Minuspunkt: Im gesamten Hörbuch wird dem Hörer kein einziges Mal etwas aus einer Rede Ciceros vorgetragen. Bringmann analysiert großartig, interessant und leicht verständlich, aber es kann doch nicht sein, dass man zweieinhalb Stunden über einen brillanten Redner spricht, ohne ihm ein einziges Mal selbst das das Podium zu überlassen. Einzig die beiden berühmten Eingangssätze "Wie lange Catilina, willst du unsere Geduld noch missbrauchen?" und "Ich habe in Erfahrung gebracht ..." werden erwähnt. Sicher, die verschlungenen Satzungetüme sind nicht gerade gut für das deutsche Hörverständnis geeignet. Aber mal eine oder zwei Passagen als Kostprobe wären in einer Darstellung Ciceros durchaus angemessen gewesen.
Abgesehen davon ist es ein ausgesprochen gut gemachtes, interessantes und kluges Werk, das man jedem, der sich für diese Zeit interessiert, nur ans Herz legen kann.

Fazit: Ein Hörbuch, das sich durch sehr gute Analyse der politischen und geschichtlichen Hintergründe auszeichnet. Unbedingt zu empfehlen, auch für Lateinmuffel.

Klaus Bringmann: Cicero. Hörbuch. auditorium maximum, 2011. 2 CD, Gesamtlaufzeit 141:24 Minuten.

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Wanted: John Gurdon, Verfasser der "Erinna"

Sind eigentlich Anglisten unter den Lesern dieses Blogs? Ich bin auf der Suche nach einem Autor namens John Gurdon. Bekannte Daten: englischsprachiger Tragödiendichter, geboren vor 1903 und inzwischen seit mindestens 72 Jahren tot.

Eigentlich bin ich mehr zufällig auf ihn gestoßen. Ich habe mich mit Erinna, einer alten griechischen Dichterin, befasst und ihr überliefertes Gesamtwerk ins Deutsche übersetzt (drei Epigramme). Erinna hat auch ein Epos verfasst, von dem es nur noch Fragmente gibt, und galt als die zweitgrößte griechische Dichterin nach Sappho. Sie soll aber nicht lange gelebt haben, der Überlieferung zufolge starb sie bereits im Alter von 19 Jahren. Jedenfalls entdeckte ich kürzlich bei Amazon das Buch "Erinna. A Tragedy" von ebenjenem Herrn Gurdon. Klar, dass ich zugriff. Und jetzt stehe ich da mit einer Tragödie und weiß gar nichts über den Autor. Also, wer mir etwas über die Lebensgeschichte von Herrn Gurdon, sein Werk und seine Stellung innerhalb der damaligen englischsprachigen Literatur mitteilen kann, möge mir bitte mit ein paar Infos unter die Arme greifen. Als Tauschobjekt biete ich meine Erinna-Übersetzungen an.

Für alle, die mit dem Gedanken spielen, sich das Buch anzuschaffen, hier mein Senf dazu:


John Gurdon: Erinna

Es handelt sich um einen dieser billig produzierten On-Demand-Drucke von rechtefreien Texten, flüchtig eingescannt oder aus einer digitalisierten Bibliothek übernommen, jedenfalls vor dem Drucken garantiert nicht mehr von einem Menschen überprüft, sondern sehr "automatisch erstellt" aussehend. Die auf dem ersten Blatt stehenden griechischen Worte wurden vom Erfassungssystem in ähnliche lateinische Buchstaben verwandelt, so wurde ein Rho zum P, ein Omega zum W usw. Auch im englischen Text sind einige Buchstaben unsauber erfasst ("Danafi" war vermutlich mal Danaë), und einige Zeilenumbrüche gingen verloren. Insgesamt lässt sich der Text sehr schwer lesen, da man durch das Layout ohne Absätze und Leerzeilen manchmal den Sprecherwechsel verpasst.
Das Buch erschien 2009 bei General Books, das Original kam im Jahr 1903 im Verlag Edward Arnold heraus.

Erinna als Schülerin Sapphos

Inhaltlich ist das Werk ganz okay. Es ist in ein wenig altertümelndem Englisch abgefasst ("thou" statt "you" u. ä.), die Personen sprechen größtenteils in Versen, teilweise mit Endreimen, es gibt aber auch ein paar Prosa-Sequenzen.
Gurdon macht Erinna zur Schülerin Sapphos, wie zahlreiche Autoren vor ihm. Das ist wissenschaftlich zwar nicht ganz okay, Erinna dürfte etwa 200-300 Jahre nach Sappho gelebt haben, aber schon antike Autoren nannten die jüngere Dichterin eine Freundin und Schülerin Sapphos, und auch bei Mörike und Rilke findet sich Erinna im Schülerinnenkreis Sapphos. Gar nicht so unintelligent fand ich Gurdons Einfall, Erinna als Verlobte von Charaxos, Sapphos Bruder, einzuführen. Als Charaxos dann, wie historisch belegt, die Hetäre Rhodopis loskauft und sie auch noch heiraten will, ist nicht nur seine Schwester Sappho zornig, sondern auch die zarte Erinna ist bis ins Mark getroffen und vergiftet sich ... Also, abgesehen vom Schwulst seiner Zeit war es gar nicht schlecht.

Verarschung: Mehr als die Hälfte des Buch-Inhalts ist Ausschuss

Ziemlich daneben fand ich allerdings die Aufmachung. 10,40 Euro für 88 Seiten ist schon stark. Wenn man aber dann auch noch beim Lesen merkt, dass die Tragödie bereits auf Seite 41 endet und der Rest einfach nur dumpf mit-gescannte Bücherlisten sind, die mit Herrn Gurdon und Erinna nicht das mindeste zu tun haben, sondern vermutlich das Gesamtprogramm des Ursprungsverlags sind, fühlt man sich schon mehr als verarscht. So segensreich es ist, dass man inzwischen viele Bücher käuflich erwerben kann, nach denen man vor ein paar Jahren ewig lange in Bibliotheken fahnden musste, so ärgerlich ist für den Leser das gedankenlos Hingerotzte, das ihm hier für gutes Geld vor die Füße geschmissen wird. Ich bin wirklich nicht wählerisch, was das Outfit meiner Bücher angeht, und für ein solide kommentiertes Reclamheft lasse ich jede sauledergebundene Goldschnitt-Ausgabe stehen. Aber das hier ist einfach nur traurig. Armer John Gurdon.

John Gurdon: Erinna. A Tragedy. General Books, 2009. 88 S. Euro 10,40.

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Theano: Briefe einer antiken Philosophin

Theano war eine der bekanntesten Philosophinnen der Antike. Ihr überliefertes Werk ist schmal, und von dem wenigen, das sich unter ihrem Namen erhalten hat, ist vieles umstritten und ihr nur fälschlicherweise zugeschrieben. Jetzt hat der Verlag Reclam der Pythagoreerin ein eigenes Büchlein gewidmet und ihre Briefe und überlieferten Aussprüche in einer zweisprachigen Ausgabe herausgebracht.
Theano gehörte (wohl im sechsten vorchristlichen Jahrhundert) der Schule des Pythagoras an, die zu jener Zeit einzige Schule, in der auch weibliche Schüler zugelassen und in größerer Anzahl zu finden waren. Überliefert sind die Namen von 17 Philosophinnen dieser Schule, von denen einige durch eigene Schriften an die Öffentlichkeit traten. Die bekannteste von ihnen war Theano, die einigen Berichten zufolge auch als Ehefrau des Meisters, bei einigen sogar als seine Nachfolgerin in der Leitung der Schule genannt wird.

Theano gibt Ratschläge zu Kindererziehung und Sklavenhaltung

Sieben Briefe umfasst das Heft, vier davon, die vier kürzeren, gelten als mit großer Sicherheit nicht von ihr verfasst, sondern ihr nur zugeschrieben. Die drei anderen, kurz, bestimmt, selbstbewusst und sehr "vernünftig" im Ton wenden sich an Frauen, an Freundinnen der Verfasserin und nehmen Stellung zu ethischen Fragen und Verhaltensrichtlinien in klassischen Frauenthemen: Theano gibt Ratschläge zur Kindererziehung und warnt die Adressatin davor, ihre Kinder zu verhätscheln, sie rät vielmehr zur Mäßigkeit und Abhärtung. Ferner gibt sie Ratschläge zum Umgang mit Sklaven, die heutige Führungskräfte gegenüber Untergebenen durchaus beherzigen sollten: "Du aber, meine Liebe, musst wissen, dass du die Musikinstumente nachahmst, die misstönend klingen, wenn ihre Saiten etwas entspannt sind, aber zerspringen, wenn sie zu stark angezogen werden. Denn bei den Sklavinnen ist es genauso; eine zu große Lässigkeit fügt dem Gehorsam einen Missklang zu, die Überspannung des Zwangs aber eine Zerstörung des Körpers."

Richtiger Umgang mit Hetären

Ein drittes Briefthema, ausgesprochen heikel, ist die Frage, wie eine Frau sich verhalten soll, wenn ihr Mann zu einer Hetäre geht. Theanos für heutige Frauen etwas überraschende Haltung: Eine anständige Frau sollte sich hüten, mit einer Prostituierten überhaupt zu wetteifern. Und offen darüber zu reden würde die Schande, die ihr Mann auf sich geladen hat, noch vergrößern. Zur Hetäre gehe der Mann einzig und allein aus Gründen der Sinnlichkeit, doch an seine Ehefrau binde ihn die Vernunft, eine weitaus edlere und festere Bindung als irgendwelche Gefühle.
Die Sammlung wird ergänzt durch einige weitere Texte von Philosophinnen aus der Schule des Pythagoras: ein Brief von Myia über die Frage, welche Art von Amme man einstellen sollte, Fragmente eines Buches von Phintys "Über die Besonnenheit der Ehefrau", Fragmente aus dem Buch "Über die Ordnung der Ehefrau" von Periktione und einen Brief von Melissa darüber, welche Kleidung eine anständige Frau tragen sollte.

Aufsatz von Wieland ergänzt die Sammlung

Der Sammlung beigegeben ist der Aufsatz "Die Pythagorischen Frauen" von Christoph Martin Wieland, der im Revolutionsjahr 1789 eine Auswahl von Theanos Briefen - der drei als "echt" geltenden - im Zusammenhang und für ein größeres weibliches Publikum veröffentlichte. Ein wichtiges Zeugnis der Wirkungsgeschichte Theanos auch in die Neuzeit hinein.
Eine Ikone der Frauenbewegung wird man aus Theano sicher nicht machen können. Themen wie Kindererziehung und Kleidungsfragen oder die Grundannahme, dass die Frau dazu da sei, ihrem Mann zu dienen und ihm das Leben angenehm zu gestalten, waren schon für für viele Zeitgenossinnen Wielands ein wenig zu konservativ. Dennoch beeindruckt an dieser Pythagoreerin die Klarheit und Direktheit ihrer Aussagen und die Selbstverständlichkeit, mit der in dieser Philosophenschule Frauen lernten und lehrten. Auch bieten diese Schriften interessante Einblicke in den Alltag und die Gedankenwelt von Frauen jener Zeit, aus der sonst hauptsächlich männliche Stimmen erhalten sind.

Schade: Die Einleitung ist sehr kurz

Insgesamt ist die Ausgabe ein wichtiges und lesenswertes Buch, und Theanos Werk, auch wenn es schmal ist, bekannter zu machen, verdient großes Lob. Bedauerlich erscheint dagegen, dass der Herausgeber Kai Broderson nicht mehr über die Verfasserin erzählt hat. Ja, die Quellenlage ist dünn, zugegeben. Aber Brodersen gibt sich damit zufrieden, den Texten Theanos einen über 200 Jahre alten Wieland-Aufsatz voranzustellen, und er selbst steuert nur ein knapp zehnseitiges Vorwort bei, das fast zur Hälfte von Wieland und seiner Theano-Rezeption handelt. Sicher, Wieland ist der vermutlich bedeutendste Übersetzer seiner Zeit und ein großer Fachmann für antike Literatur, eine wichtige Stimme in der Rezeptionsgeschichte Theanos, obendrein ein lesenswerter Schriftsteller und ein brillanter Stilist. Zudem ist der Text gemeinfrei, man kann daher auf kostengünstige Art etwas Füllmaterial gewinnen. Aber es kann doch nicht sein, dass sich seit 1789 gar nichts mehr getan hat in der Theano-Forschung und dass sich die kurze Einführung mehr um Wieland als um die Philosophin dreht. Brodersen selbst hat immerhin 2009 einen Aufsatz zur Ökonomie bei Theano veröffentlicht und hätte sicher noch etwas mehr über sie und ihre Zeit erzählen können, wie spärlich auch immer die antiken Berichte sind.

Fazit: Eine hochinteressante Sammlung, umfangreiches Quellenmaterial und eine faszinierende Autorin, die es neu zu entdecken gilt. Lesenswert und nachdenkenswert.

Theano: Briefe einer antiken Philosophin. Griechisch/Deutsch. Mit der Übersetzung von Christoph Martin Wieland herausgegeben von Kai Brodersen. Stuttgart, Reclam, 2010. 134 S., Euro 4,40.

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Julius von Voß: Ini

So also stellten sich unsere Altvorderen die Zukunft vor: Julius von Voß (1768-1832) veröffentlichte mit "Ini" einen hochinteressanten "Roman aus dem ein und zwanzigsten Jahrhundert", der vom Verlag Utopica inzwischen in einer Hardcoverausgabe neu aufgelegt wurde.
Die Handlung ist eine Mischung aus einer Liebesgeschichte und einem klassischen Bildungsroman. Guido, der Held des Romans, wird in einem Waisenhaus aufgezogen, wird hervorragend ausgebildet und begegnet als Jugendlicher der schönen Ini. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Doch Ini und der junge Guido werden noch nicht sofort ein Paar. Zunächst entwirft die junge Frau, die wie er als Waise erzogen wird, ein Gemälde, das den zukünftigen Guido als gereiften und vollkommenen Mann zeigt. Erst wenn er dieses Ideal erlangt hat, dann will sie ihm gehören. Guido schreitet im Verlaufe des Buches in seiner Selbstvervollkommnung und Ausbildung voran. An der Seite seines Lehrers absolviert er seine Bildungsreise durch die Welt, er leistet seinen Militärdienst ab und macht dabei einige wertvolle neue Erfindungen, die das Heerwesen verbessern, er bereist Italien, das zukünftige Berlin, Paris und muss sich einige Monate allein am Nordpol durchschlagen, bevor er als Heerführer den Krieg zwischen Europa und Afrika entscheiden kann.

Zukunftsvisionen von Luftschiffen und Fernsprechern

Der fabulierfreudige Autor erzählt von riesigen Luftschiffen und künstlichen Inseln, von gläsernen Tauchvorichtungen, von Theatermaschinerien und einer Art Fernsprecher. Manches ist ziemlich naiv und märchenhaft gehalten, so werden die Luftschiffe von zahmen Adlern gezogen und die Rieseninsel von dressierten Walen. Manches, wie die Erziehungsideale, sind dem hohen Pathos der Goethezeit geschuldet, haben aber auch durchaus Gemeinsamkeiten mit den frühneuzeitlichen Utopien wie Morus' "Utopia" oder Bacons "Neu-Atlantis". Vieles von der Schwärmerei Guidos klingt für heutige Leser schwülstig und kitschig und ist nur vor dem Hintergrund der damaligen Zeit zu verstehen. Dass Guido sich am Ende als der Sohn des Kaisers entpuppt und in einem Heim erzogen wurde, damit ihm der Stolz und der Glanz der Krone nicht den Charakter verderben, kommt nicht wirklich überraschend, ebenso wie Inis hohe Abkunft.

Erziehungsideale, die auch für die Herrscher gelten

Doch sollte der Leser sich vor Augen halten, dass zwischen uns und diesem Roman zweihundert Jahre liegen und dass Dinge, die wir heute als abgedroschen empfinden, es damals noch nicht waren. Man muss sich vor Augen führen, welchen politischen Sprengstoff allein der Zug birgt, dass ein Königs- oder Kaiserssohn nicht mehr automatisch auf dem Thron landet, sondern unerkannt mit bürgerlichen Waisen erzogen wird, um ein anständiger Mensch zu werden. Und selbst nach Ende der Ausbildung ist noch lange nicht heraus, dass er die Krone auch erhält. Guido wird Zeuge, wie ein junger Königssohn vor den Rat tritt, über den Gang seiner Ausbildung Rechenschaft ablegt und am Ende von den Ratsherren doch abgelehnt wird, weil er zu wenig Reformvorschläge gemacht hat und zu sehr im Schatten seines verehrten Vaters steht. Der Vorschlag, einen Herrscher allein nach Qualifikation zu benennen - ein undenkbarer Vorschlag im Jahr 1810 und selbst im Gewand eines "Märchens aus der Zukunft" alles andere als ungefährlich. Nur neun Jahre später, nach Erlass der Karlsbader Beschlüsse und der rigrosen Zensurgesetzgebung, hätte der Autor große Probleme, seinen Roman überhaupt zu veröffentlichen.

Ein Bildungsroman aus der Zukunft

Vermutlich kann dieses Buch nur jemand seinem vollen Wert nach schätzen, der mit der Bildungsroman-Tradition dieser Zeit vertraut ist und sich von Helden wie Wilhelm Meister oder Anton Reiser nicht abschrecken lässt. Es ist ein Buch, das an den Leser schon einige Ansprüche stellt und das durch seinen Satzbau und Tonfall nicht ganz einfach zu lesen ist. Für denjenigen, der sich darauf einlässt, wird es aber dennoch ein interessanter Ausflug in die Urzeit der Science-Fiction.
Sehr lesenswert ist das Nachwort von Ulrich Blode. Hier erfährt der Leser viel zu Julius von Voß und zum Hintergrund des Romans. Und für einen Menschen, für den bestimmte Erfindungen und technische Hilfsmittel längst zur Selbstverständlichkeit geworden sind, ist es sehr erhellend, noch einmal aufgelistet zu bekommen, welche Fülle von Dingen Voß tatsächlich vorausgesehen hat.
Insgesamt ist es ein hochinteressantes und wichtiges Buch, und es ist gar nicht hoch genug zu schätzen, dass der Utopica-Verlag das kleine Stück Literatur wieder zugänglich gemacht hat.

Fazit: Keine leichte Kost. Ein Roman, der dem Leser einiges an Arbeit macht. Aber es lohnt sich durchaus, sich auf diese "Ini" einzulassen.


Julius von Voß: Ini. Ein Roman aus dem ein und zwanzigsten Jahrhundert. Eine Utopie der Goethe-Zeit. Neu herausgegeben und kommentiert von Ulrich Blode. Oberhaid: Utopica, 2008. 212 S., Euro 29,98.

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Teuflisch: Was ihr schon immer über Mephisto wissen wolltet

Die neue Elfenschrift ist da. In dem Heft widme ich mich einem der bekanntesten Teufel und erzähle, warum Mephistopheles in Wirklichkeit eine tragische Gestalt ist. Ihr erfahrt darin, was der sich Schöpfer mit dem armen Teufel für einen bösen Scherz erlaubte und warum der höllische Vertragspartner die Seele vom Faust nicht bekam.

Außerdem ist in der aktuellen Ausgabe meine Rezension zum Roman "Dämonen über Luxemburg" von Charlotte Engmann enthalten.

Die 25. Elfenschrift steht unter dem Motto "Engel & Teufel". Aus dem Inhalt:
Künstlerportraits / Interviews mit Manuela P. Forst, Sandra Henke und Andy Lettau
Artikel von Petra Hartmann und Kerstin Dirks
Textbeiträge von Josef Herzog, Mark-Denis Leitner, Andrea Grochla, B.M. Veruca und Peter Hoeft
Grafiken/Illustrationen von Michael Stegemann, Manuela P. Forst, Manfred Lafrentz und Christel Scheja
Bücher-Ecke, Ausschreibungstipps und mehr ...
Preis: 2,50 Euro.
Infos und Bestellungen: www.elfenschrift.de

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Dantes Höllenfahrt als sechsstündige Hör-Reise

Ein spröder Klassiker, mitreißend vorgetragen von Rolf Boysen: Der Hörverlag bringt Dantes "Göttliche Komödie" heraus. Der Text ist stark gekürzt, die Auswahl unausgewogen, aber die Stimme ist unvergesslich.

Dantes „Göttliche Komödie“ gehört zu den zehn wichtigsten Versepen der Weltliteratur. Was den Griechen Ilias und Odyssee waren, was für Rom Vergils Äneis bedeutete, das wurde für Italien die Dichtung Dantes. Allerdings: Für heutige Leser ist das umfangreiche Werk eine recht zähe Kost. Wenn der Dichter Höllenqualen für ihm verhasste Zeitgenossen ersinnt, wenn er Namen nennt, die damals auf den Straßen von Florenz jedes Kind kannte, wenn er auf tagespolitische und geschichtliche Ereignisse aus den Renaissance-Staaten anspielt, so bleibt für heutige Literaturfreunde vieles an Komik, aber auch an Bitterkeit unverständlich. Dies als Warnung vorweg für jeden, der sich mit dem Klassiker einlassen möchte.

Rolf Boysen erweckt die "Göttliche Komödie" zum Leben

Umso erfreulicher, dass der Florentiner nun in Rolf Boysen einen Interpreten gefunden hat, der den spröden Terzinen neues Leben einhaucht. Bei der jetzt im Hörverlag erschienenen Lesung handelt es sich um einen Live-Mitschnitt, aufgezeichnet während Boysens Lesungen in der Zeit vom 11. bis 17. Juni am Bayerischen Staatsschauspiel München. Der Schauspieler, der mit Homers Ilias, Vergils Äneis und dem Nibelungenlied bereits mehrere große Epen im Hörverlag präsentierte, überzeugt auch diesmal durch eindringliche, doch nie überzogene Deklamation. Ob er die Angst und Verzweiflung seines Helden schildert, den Zorn oder die Hoffnungslosgkeit der Verdammten oder ob er die zarten Verse an die selige Beatrice aufschwingen lässt, hier spricht jemand, der seinen Dichter verstanden hat und die Botschaft auch weiterzugeben weiß.

Dante reist an der Seite Vergils durch Satans Reich

Dante schildert eine Jenseitsreise, die er laut seiner Vorrede „in der Mitte seines Lebensweges“, nach damaliger Einschätzung also in seinem 35. Lebensjahr, unternommen haben will. Der Dichter hat seine Geliebte Beatrice verloren. Nun irrt er verzweifelt in einem dunklen Wald umher. Hier begegnet er seinem großen Vorbild, dem römischen Dichter Vergil, der zu jener Zeit fast heiligenmäßige Verehrung genoss. Vergil teilt ihm mit, dass dem Verzweifelten durch die Fürbitte Beatrices vom Himmel eine ganz besondere Gnade gewährt wurde: Dante darf das Jenseits bereisen. Mit Vergil als Führer steigt er zunächst in die Hölle („Inferno“) hinunter. Er wandert durch die verschiedenen Kreise des Satansreichs, vom Limbus, wo edle Heroen der Antike (denen zur Vollkommenheit nichts fehlte als christlicher Glaube) leben, vorbei an den Kreisen der Sünder, die für Fleischeslust, Gier, Hinterlist, Lüge oder Gotteslästerung büßen, bis hinunter zum Zentrum der Hölle, wo Luzifer Judas, Brutus und Cassius zermalmt. Er trifft antike Sünder – Odysseus etwa muss für die List mit dem Trojanischen Pferd in der Hölle schmoren – aber auch Zeitgenossen. Unter die Haut geht die Begegnung mit Ugolino della Gherardesca, der zusammen mit seinen Kindern im Hungerturm von Pisa zugrunde ging, seinen Söhnen beim Verhungern zusehen musste und zuletzt in seiner Verzweiflung ins Fleisch der toten Söhne biss.

Im Anschluss an die Höllenfahrt besucht Dante den Läuterungsberg („Purgatorio“/Fegefeuer). Hier begegnet er christlichen Seelen, die sich von ihren Verfehlungen reinigen und Buße tun, um ins Paradies gelangen zu können. Der dritte Teil schließlich schildert Dantes Reise durch das Paradies, nun allerdings nicht mehr begleitet vom Heiden Vergil, sondern an der Seite seiner Beatrice.

Extrem verzerrte Auswahl

Bei der vorliegenden Hör-Fassung handelt es sich um eine stark gekürzte Fassung. Dem Hörer bietet sich lediglich eine kleine Auswahl aus dem 14.233 Verse umfassenden Mammutwerk. Eine Auswahl, die zudem alles andere als repräsentativ, die im Gegenteil sogar ziemlich ungleichgewichtig ist: Denn während Dantes Epos jeweils 33 der 100 Gesänge auf Hölle, Läuterungsberg und Paradies verwendet, legte Regisseurin Laura Olivi den Schwerpunkt deutlich auf den ersten Teil. Vier der sechs CDs sind der Höllenfahrt gewidmet, jeweils eine CD bietet extrem gerafft die Beschreibung von Fegefeuer und Paradies. Das ist aus Sicht des Literatur-Puristen bedauerlich. Aus dramaturgischer Sicht gewinnt die Aufnahme aber durchaus durch dieses drastische Zusammenstreichen einiges an Spannung. Denn all die schönen Christengeschichten der reinen und sich läuternden Seelen sind im ungekürzten Buch alles andere als mitreißend. Man könnte die Zusammenstreichung als „grausam, aber konsequent“ bezeichnen.

Fazit: Ein zäher Stoff, hörerfreundlich dargeboten, und ein großartiger Sprecher, der aus Dante ein echtes Erlebnis macht. Der Hörer sollte sich aber unbedingt klar machen, dass es nicht die gesamte „Comedia“ ist.

Dante Aligheri: Die göttliche Komödie. Gelesen von Rolf Boysen. Hörverlag 2009.Hörbuch. 6 CDs. Gesamtlaufzeit 371 Minuten. Euro 34,95.

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Die verbotene Madonna des Theodor Mundt

Der Roman fiel der Zensur zum Opfer und erregte den Zorn Metternichs. Damals stand es im Zentrum eines der heftigsten Literaturskandale des 19. Jahrhunderts und wurde zusammen mit Heinrich Heine verboten. Jetzt ist es wieder erhältlich.

Es war eines der folgenreichsten Bücher in der Literatur des „Jungen Deutschlands“: Theodor Mundts Roman „Madonna. Unterhaltungen mit einer Heiligen“ stand ganz oben auf dem Index, als der deutsche Bundestag am 10. Dezember 1835 die Werke von Heinrich Heine, Karl Gutzkow, Heinrich Laube, Ludolf Wienbarg und Theodor Mundt verbot. Das „Buch der Bewegung“, wie der Verfasser den Reiseroman nannte, brachte ihm nicht nur ein Verbot seiner bisherigen, sondern auch aller seiner zukünftigen Schriften ein, obendrein kostete die „Madonna“ den Schriftsteller seine zum Greifen nahe Professur: Die Auflagen waren bereits vollständig erledigt, als der Universitätsrektor ausgerechnet am Tage der Antrittsvorlesung einen Vorabdruck mit einem Auszug aus diesem Roman in die Hände bekam. Er ließ sofort die Aula sperren, erklärte das Habilitationsverfahren des jungen Dozenten für auf unbestimmte Zeit vertagt, und für Theodor Mundt brach eine Welt zusammen.

Politischer Sprengstoff in der Metternich-Ära

Das jetzt als Book on Demand in der Sammlung Zenodot wieder erschienene Buch war Sprengstoff, politisches und gesellschaftliches Dynamit für den Obrigkeitsstaat der nach-napoleonischen Restaurationsepoche, in der Zeit der Karlsbader Beschlüsse, als der Deutsche Bundestag, eine Vertretung der deutschen Fürsten, vom österreichischen Kanzler Metternich dominiert wurde. Es war eine Zeit, in der Kritik am politischen System verboten war und Bücher oder Zeitschriften erst dann gedruckt werden durften, wenn sie von einem staatlichen Zensurbeamten gelesen und für unbedenklich erklärt wurden. Einzig Bücher mit einem Umfang mit mehr als 320 Seiten (20 Druckbogen) konnten zensurfrei gedruckt werden: Solche dicken Wälzer lasen ohnehin nur Professoren und weltfremde Gelehrte, und von solchen Menschen hatte man keine Revolution zu befürchten, glaubten die Zensoren. Doch dann kam das Junge Deutschland.

Das Junge Deutschland: Mit Romanen gegen das Regime

Mundt und seine literarischen Verbündeten schrieben keine politischen Abhandlungen. Sie betrieben „Ideenschmuggel“, sie schrieben Romane oder Reiseerzählungen, die den Leser auch länger als 320 Seiten bei der Stange hielten. Aber eingestreut in die Handlung konnten die Autoren zensurfrei ihre kritischen Gedanken transportieren. Da ist der Held, der seiner Geliebten als Beilage zu einem Liebesbrief einen theologischen Essay schickt und beweist, dass Gott nicht existiert, oder dass der Adlige vom Schöpfer auch nicht mehr Rechte erhalten habe als der Bürger. Da ist das selbstbewusste junge Mädchen, das es völlig absurd findet, wenn sie mit ihrem Geliebten vor der Ehe keinen intimen Umgang pflegen darf. Und immer wieder finden sich Seitenhiebe gegen die Zensurbehörden – zur damaligen Zeit die schlimmste Todsünde eines Schriftstellers.

Liberaler Ideenschmuggel in Reisebriefen aus Böhmen

Mundts Buch gibt sich offiziell als Reisebuch aus Böhmen. Der größte Teil des Romans besteht aus Briefen, die ein namentlich nicht genannter Ich-Erzähler und Reiseschriftsteller mit einer beeindruckenden jungen Frau namens Maria wechselt. Mundt ist dreist genug, drei Reisebriefe aus Prag mit der Betreffzeile „Katholizismus, Legitimität, Wiedereinsetzung des Fleisches“ zu versehen, in denen er Kirche, Absolutismus und Prüderie gleichermaßen angreift. Maria schreibt ihm dafür ihre Lebensgeschichte auf, die es „in sich hat“: Das fromme Lehrerkind, aufgewachsen in Unschuld hinter den böhmischen Bergen, wurde zur Erziehung in die Hände einer Tante nach Dresden gegeben. Allerdings entpuppt sich die Tante als übles Kuppelweib, das sie zur Mätresse eines wohlhabenden Adligen machen will. Maria flüchtet, gibt sich einem armen Theologiestudenten hin, der kurz darauf aus Schuldgefühl Selbstmord begeht, und sitzt nun wieder daheim hinter den Bergen und sehnt sich nach der Welt.

Schade, dass ein Kommentar fehlt

Für den heutigen Leser ist allerdings kaum noch nachzuvollziehen, warum ein Buch wie die „Madonna“ damals für solche Aufregung sorgen konnte. Wenn sich ein Reisender fragt, warum der Postillon auf dem Kutschbock nicht fröhlich in sein Posthorn stößt, und dann überlegt: „Wovor fürchten sich denn die Postillons? Ist es die Censur?“, dann waren dies Sätze, die einem Autor das Genick brechen konnten. Sätze, über die ein moderner Literaturfreund achtlos hinweglesen wird. Insofern hätte einer Neuausgabe der „Madonna“ ein Kommentarteil mit Erklärungen gut getan.

Unverständliche Kürzungen und „Kringel-U's“

Bei der vorliegenden Buchausgabe handelt es sich jedoch lediglich um eine Wiedergabe des Textes, die laut Impressum dem Erstdruck von 1835 folgt. Allerdings mit einigen Einschränkungen. Offenbar wurden Druckfehler – so heißt es im Original „wofor fürchten sich denn die Postillons?“ – korrigiert. Das ist gut. Etwas ärgerlich ist jedoch, dass in der Szene im Garten, als Maria das lateinische Kirchenlied „Stabat Mater“ singt, die Strophen herausgestrichen wurden. So fängt sie einfach an zu singen, und der nächste Absatz beginnt unvermittelt mit: „Hier stockte, hier zögerte und zitterte ihre Stimme ...“ – ohne dass der Leser dieses „hier“ hätte erkennen und die Strophen hätte mitlesen können. Als zitierbare Grundlage einer germanistischen und historischen Untersuchung ist diese Ausgabe daher nicht geeignet.

Völlig verwirrend und ärgerlich für den Leser ist auch, dass trotz dieser Änderungen offenbar niemand das Buch Korrektur gelesen hat: Einem halbwegs sehfähigen Bearbeiter hätte auffallen müssen, dass – wohl beim Einscannen und Umwandeln der alten Frakturbuchstaben – zahlreiche kleine U-Umlaute nicht als ü, sondern als Kringel-U (ů) dargestellt wurden. Auch etwas größere Buchstaben und ein großzügigeres Layout (aus 436 Seiten wurden 159 Seiten) hätten dem Buch gutgetan.

Fazit: Ein wichtiges Buch, das einen größeren Bekanntheitsgrad verdient. Leider etwas oberflächlich bearbeitet und unkommentiert.

Theodor Mundt: Madonna. Unterhaltungen mit einer Heiligen. Sammlung Zenodot 2007. Broschur, 159 Seiten. Euro 14,90.

Das Serum des Doctor Nikola, 2013

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Berlin, 1927. Arbeitslos, pleite und mit der Miete im Rückstand: Bankierssohn Felix Pechstein ist nach dem "Schwarzen Freitag" der Berliner Börse ganz unten angekommen. Da erscheint das Angebot, in die Dienste eines fremden Geschäftsmannes zu treten, eigentlich als Geschenk des Himmels. Doch dieser Doctor Nikola ist ihm mehr als unheimlich. Vor allem, als Felix den Auftrag erhält, Nikola zu bestehlen ...

Petra Hartmann: Das Serum des Doctor Nikola
Historischer Abenteuerroman.
ISBN 978-3-938065-92-1
190 S., 12,95 Euro.
Bestellen beim Wurdack-Verlag

Leseprobe

Hörbuch: Der Fels der schwarzen Götter, 2012

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Bei einer Mutprobe begeht der junge Ask einen folgenschweren Fehler: Er schlägt einem der schwarzen Götter die Nase ab. Der unscheinbare Dreiecksstein wird Auslöser eines der blutigsten Kriege, die das Land jemals erlebt hat.
Bald wissen die Völker des Berglandes nicht mehr, wen sie mehr fürchten sollen: die schwarzen Götter, die weißen Dämonen oder die sonnenverbrannten Reiter aus den fernen Steppen ...

Der Fels der schwarzen Götter.
Hörbuch. 8 Stunden, 57 Minuten.
Sprecherin: Resi Heitwerth.
Musik: Florian Schober.
Action-Verlag, 2012.
CD/DVD: 16,95 Euro
mp3-Download: 11,95 Euro

Hörbuchfassung des 2010 im Wurdackverlag erschienenen Buchs "Der Fels der schwarzen Götter".

Falkenblut, 2012

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Petra Hartmann: Falkenblut.
Vier Romane in einem Band.
E-Book
Satzweiss.com - chichili agency, 2012.
3,99 Euro
Erhältlich als EPUB oder für den Amazon-Kindle

Die Abenteuer der jungen Walküre Valkrys beginnen an ihrem ersten Arbeitstag und ausgerechnet dort, wo die germanischen Götter- und Heldensagen enden: Ragnarök, die Endzeitschlacht, ist geschlagen, Götter und Riesen haben sich gegenseitig aufgerieben, die wenigen Überlebenden irren ziellos durch die Trümmer des zerbrochenen Midgard. An der Seite des neuen Götterkönigs Widar muss sich Valkrys nun behaupten. Dabei trifft sie auf Jöten, Thursen, Reifriesen, Seelenräuberinnen, Werwölfe, Berserker, Hexen, riesenhafte Meerungeheuer und das furchtbare Totenschiff Naglfari. Leseempfehlung ab 12 Jahren.

Drachen! Drachen! 2012

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Frank G. Gerigk & Petra Hartmann (Hrsg.)
DRACHEN! DRACHEN!
Band 01, Drachen-Anthologie
ISBN: 978-3-89840-339-9
Seiten: 384 Taschenbuch
Grafiker: Mark Freier
Innengrafiker: Mark Freier
Preis: 14,95 €
Bestellen beim Blitz-Verlag

Fatal wäre es, Drachen zu unterschätzen! Wer glaubt, genug über sie zu wissen, hat schon verloren.
Diese 23 meisterlichen Geschichten aus verschiedenen literarischen Genres belegen, dass das Thema aktuell, überraschend und packend ist – und gelegentlich fies!

Die Autoren:
Rainer Schorm, Achim Mehnert, Andrea Tillmanns, Malte S. Sembten, Frank G. Gerigk, Christel Scheja, Fiona Caspari, Hendrik Loy, Christiane Gref, Linda Budinger, Miriam Pharo, Carsten Steenbergen, Rebecca Hohlbein, Frank W. Haubold, Melanie Brosowski, Astrid Ann Jabusch, Thomas R. P. Mielke, Karsten Kruschel, Marc A. Herren, Petra Hartmann, Monika Niehaus, Uwe Post.
Originalveröffentlichung!

Die Schlagzeile, 2011/2012

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Petra Hartmann: Die Schlagzeile.
Personalisierbarer Roman.
PersonalNovel Verlag, 2011.
eBook: PersonalNovel, 2012.
Personalisieren und bestellen

Verschlafen und idyllisch liegen sie da, die Orte Barkhenburg, Kleinweltwinkel und Reubenhausen. Doch dann stört der Diebstahl einer Heiligenfigur die Ruhe: Ein jahrhundertealter Hass bricht wieder aus und ein hitziger Streit entflammt, der aus Freunden Feinde und aus friedlichen Nachbarn sich prügelnde Gegner macht. Mittendrin: Eine Journalistin, die bereit ist, für eine Schlagzeile im Sommerloch alles zu geben. Mit viel Einsatz und einer Prise Humor versucht sie, das Geheimnis um die verschwundene Hubertus-Statue aufzuklären, und muss sich dabei mit erregten Politikern, aufgebrachten Dorfbewohnern und einem nervösen Chefredakteur herumschlagen. Aber die Journalistin lässt sich nicht unterkriegen – bis ihr ein Anruf fünf Minuten vor Redaktionsschluss die Schlagzeile zunichtemacht...

Meine Bücher 1998 - 2011

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Petra Hartmann
Falkenfrühling
eBook
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN: 978-3-939139-59-1

Wegen Verkauf des Arcanum-Verlags ist die Ausgabe nicht mehr erhältlich, aber die Zweitveröffentlichung in der eBook-Anthologie "Best of electronic publishing" gibt es noch als epub oder Kindle-Ausgabe.

Valkrys träumt davon, eine echte Walküre zu sein. Sie springt, noch Kind, vom Dach des Langhauses.
Alle Ermahnungen ihrer Eltern sind vergeblich, sie macht sich an den Aufstieg zum Gipfel der nahen Klippe, besessen vom "Traum vom Fliegen" ...

Fünfter Platz beim Deutschen eBook-Preis 2011.

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Petra Hartmann
Die letzte Falkin
Roman.
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN 978-3-939139-62-1
Bestellen beim Arcanum-Verlag

Blut und Tod, so weit die Falkenaugen reichen: So hatte sich Valkrys ihren ersten Flug als Walküre nicht vorgestellt. Ragnarök, die Endzeit-Schlacht, ist geschlagen. Die Götter tot, die Welt ein Flammenmeer, das Götterreich Asgard droht, in die Tiefe zu stürzen. Einzig Vidar, den Sohn und Erben Odins, kann die Walküre retten. Doch der neue Götterkönig schweigt sich über seine Ziele aus …


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Petra Hartmann
Der Fels der schwarzen Götter
Roman
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-64-8
Bestellen beim Wurdack-Verlag


Hochaufragende Felswände, darin eingemeißelt weit über tausend furchteinflößende Fratzen, die drohend nach Norden blicken: Einer Legende zufolge sind die schwarzen Klippen das letzte Bollwerk Movennas gegen die Eisdämonen aus dem Gletscherreich.
Doch dann begeht der junge Ask bei einer Mutprobe einen folgenschweren Fehler: Er schlägt einem der schwarzen Götter die Nase ab. Der unscheinbare Dreiecksstein wird Auslöser eines der blutigsten Kriege, die das Land jemals erlebt hat. Und die Völker des Berglandes wissen bald nicht mehr, wen sie mehr fürchten sollen: die schwarzen Götter, die weißen Dämonen oder die sonnenverbrannten Reiter aus den fernen Steppen ...


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Petra Hartmann
Darthula
Heftroman
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN 978-3-939139-32-4
Bestellen beim Arcanum-Verlag


Darthula, die schönste Prinzessin der Nebellande, beschwört Krieg, Tod und Vernichtung über ihr heimatliches Selama herauf, als sie den Heiratsantrag des mächtigen Königs Cairbar ausschlägt. Zusammen mit ihrem Geliebten flüchtet sie in einem kleinen Segelboot übers Meer. Doch Wind und Wellen sind unzuverlässige Verbündete ...


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Petra Hartmann
Weihnachten im Schneeland
Hörbuch
Action-Verlag
Download bei Audible
CD bestellen beim Action-Verlag

WEIHNACHTEN IM SCHNEELAND von Petra Hartmann vereint vier wundervolle Kurzgeschichten für Kinder ab 6 Jahren. Schon die Titel regen die Phantasie der Kleinen an und verleiten zum Schmunzeln und Staunen:
- "Der Reserve-Weihnachtsmann"
- "Die Weihnachts-Eisenbahn"
- "Eine Handvoll Weihnachtssand"
- "Paulchen mit den blauen Augen"



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Petra Hartmann
Ein Prinz für Movenna
Paperback
Wurdack Verlag
ISBN 3-938065-24-9
Bestellen beim Wurdack-Verlag

Mit dem Schild oder auf dem Schild
- als Sieger sollst du heimkehren oder tot.
So verlangt es der Ehrenkodex des heldenhaften Orh Jonoth. Doch der letzte Befehl seines sterbenden Königs bricht mit aller Kriegerehre und Tradition: "Flieh vor den Fremden, rette den Prinzen und bring ihn auf die Kiesinsel." Während das Land Movenna hinter Orh Jonoth in Schlachtenlärm und Chaos versinkt, muss er den Gefahren des Westmeers ins Auge blicken: Seestürmen, Riesenkraken, Piraten, stinkenden Babywindeln und der mörderischen Seekrankheit ....


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Petra Hartmann
Geschichten aus Movenna
Paperback
Wurdack Verlag
ISBN 3-938065-00-1
Bestellen beim Wurdack-Verlag


Verwünschte Hexen!
Warum zum Henker muß König Jurtak auch ausgerechnet seinen Sinn für Traditionen entdecken?
Seit Jahrhunderten wird der Kronprinz des Landes Movenna zu einem der alten Kräuterweiber in die Lehre gegeben, und der Eroberer Jurtak legt zum Leidwesen seines Sohnes großen Wert auf die alten Sitten und Gebräuche. Für den jungen Ardua beginnt eine harte Lehrzeit, denn die eigenwillige Lournu ist in ihren Lektionen alles andere als zimperlich ...


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Wovon träumt der Mond?
Hrsg. v. Petra Hartmann & Judith Ott
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-37-2
Bestellen beim Wurdack-Verlag

Der Mond - König der Nacht und gleichsam Verbündeter von Gut und Böse ... Seit jeher ranken sich Legenden voller Glauben und Aberglauben um sein Licht, das von den einen als romantisch verehrt und von den anderen als unheimlich gefürchtet wird. Seine Phasen stehen für das Werden und Vergehen allen Lebens, er wacht über die Liebenden, empfängt die Botschaften der Suchenden, Einsamen und Verzweifelten und erhellt so einiges, was lieber im Dunkeln geblieben wäre. 39 Autorinnen und Autoren im Alter von 12 bis 87 Jahren sind unserem nächtlichen Begleiter auf der Spur gewesen. In 42 erfrischend komischen, zutiefst nachdenklichen und manchmal zu Tränen rührenden Geschichten erzählen sie die Abenteuer von Göttin Luna und Onkel Mond, von erfüllten und verlorenen Träumen, lassen Perlmuttschmetterlinge fliegen und Mondkälber aufmarschieren. Und wer denkt, dass nur der Mann im Mond zuweilen die Erde besucht, irrt sich! Auch umgekehrt erhält er gelegentlich unverhofften Besuch dort oben.


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Drachenstarker Feenzauber
Herausgegeben von Petra Hartmann
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-28-0
Bestellen

Öko-Feen, Büro-Feen, Todes-Feen und Bahn-Feen, geschäftstüchtige Drachen, goldzahnige Trolle, Sockenmonster, verzauberte Kühlschränke, Bierhexen, Zwirrrrrle, Familienschutzengel, Lügenschmiede, ehrliche Anwälte, verarmte Zahnärzte und andere Märchenwesen geben sich in diesem Buch ein Stelldichein.
51 Märchenerzähler im Alter von zwölf bis 76 Jahren haben die Federn gespitzt und schufen klassische und moderne Märchen, lustige, melancholische, weise und bitterböse Erzählungen, so bunt wie das Leben und so unvergesslich wie das Passwort eines verhexten Buchhalters.


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Zwischen Barrikade, Burgtheater und Beamtenpension.
Die jungdeutschen Autoren nach 1835.
ibidem-Verlag
ISBN 978-3-89821-958-7
Bestellen beim Ibidem-Verlag


"Das Junge Deutschland“ – dieser Begriff ist untrennbar verbunden mit dem Bundestagsbeschluss vom 10. Dezember 1835, durch den die Werke der fünf Schriftsteller Heinrich Heine, Theodor Mundt, Karl Gutzkow, Ludolf Wienbarg und Heinrich Laube verboten wurden. Das Verbot markierte Höhe- und gleichzeitig Schlusspunkt einer literarischen Bewegung, die erst wenige Jahre davor begonnen hatte. Die Wege der Autoren trennten sich. Und doch gab es auch danach immer wieder Begegnungen und Berührungspunkte.
Petra Hartmann zeichnet die Wege der Verbotenen und ihrer Verbündeten nach und arbeitet Schnittstellen in den Werken der alt gewordenen Jungdeutschen heraus. Sie schildert insbesondere die Erfahrungen der Autoren auf der Insel Helgoland, ihre Rolle in der Revolution von 1848, aber auch die Versuche der ehemaligen Prosa-Schriftsteller, sich als Dramatiker zu etablieren. Irgendwo zwischen Anpassung und fortwährender Rebellion mussten die Autoren ihr neues Auskommen suchen, endeten als gescheiterte Existenzen im Irrenhaus oder als etablierte Literaten, die doch körperlich und seelisch den Schock von 1835 nie ganz verwunden hatten, sie leiteten angesehene Theater oder passten sich an und gerieten nach Jahren unter strenger Sonderzensur beim Publikum in Vergessenheit. Die vorliegende Untersuchung zeigt, was aus den Idealen von 1835 wurde, wie vollkommen neue Ideen – etwa die Debatte um Armut und Bildung – in den Werken der Jungdeutschen auftauchten und wie die Autoren bis zum Ende versuchten, ihr „Markenzeichen“ – ihren Stil – zu bewahren.


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Von Zukunft trunken und keiner Gegenwart voll
Theodor Mundts literarische Entwicklung vom Buch der Bewegung zum historischen Roman
Aisthesis-Verlag
ISBN: 3-89528-390-8
Bestellen beim Aisthesis-Verlag

Theodor Mundt - Schriftsteller, Zeitschriftenherausgeber, Literaturwissenschaftler und Historiker - verdankt seinen Platz in der Literaturgeschichte vor allem dem Umstand, daß seine Veröffentlichungen am 10. Dezember 1835 verboten wurden. Das vom deutschen Bundestag ausgesprochene Verbot, das sich gegen die vermeintlichen Wortführer des "Jungen Deutschland", Heine, Gutzkow, Laube, Wienbarg und eben Theodor Mundt richtete, war vermutlich die entscheidende Zäsur in den literarischen Karrieren aller Betroffenen. Daß sie mit dem schon berühmten Heinrich Heine in einem Atemzug genannt und verboten wurden, machte die noch jungen Autoren Gutzkow, Laube, Mundt und Wienbarg für ein größeres Publikum interessant. Doch während Gutzkow und auch Laube im literarischen Bewußtsein präsent blieben, brach das Interesse an Mundt und seinen Werken schon bald nach dem Verbot fast gänzlich ab. Seine weitere Entwicklung bis zu seinem Tod im Jahr 1861 wurde von der Literaturwissenschaft bislang so gut wie vollständig ignoriert. Diese Lücke wird durch die vorliegende Studie geschlossen. Nachgezeichnet wird der Weg von den frühen Zeitromanen des jungen Mundt bis hin zu den historischen Romanen seines Spätwerks.


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Faust und Don Juan. Ein Verschmelzungsprozeß,
dargestellt anhand der Autoren Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Wolfgang von Goethe, Nikolaus Lenau, Christian Dietrich Grabbe, Gustav Kühne und Theodor Mundt
ibidem-Verlag
ISBN 3-932602-29-3
Bestellen beim Ibidem-Verlag


"Faust und Don Juan sind die Gipfel der modernen christlich-poetischen Mythologie", schrieb Franz Horn bereits 1805 und stellte erstmalig beide Figuren, speziell den Faust Goethes und den Don Giovanni Mozarts, einander gegenüber. In den Jahren darauf immer wieder als polar entgegengesetzte Gestalten aufgefaßt, treten Faust und Don Juan in den unterschiedlichsten Werken der Literaturgeschichte auf.

Bei Lenau sind sie Helden zweier parallel aufgebauter Versepen, bei Grabbe begegnen sie sich auf der Bühne und gehen gemeinsam zugrunde. Theodor Mundt stellt als Lebensmaxime auf, man solle beides, Faust und Don Juan, in einer Person sein und beide in sich versöhnen.

Anhand der Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Wolfgang von Goethe, Nikolaus Lenau, Christian Dietrich Grabbe, Gustav Kühne und Theodor Mundt zeichnet Petra Hartmann die Biographien Fausts und Don Juans in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach, einer Zeit, die beide Helden stark prägte und auch für heutige Bearbeitungen beider Stoffe grundlegend ist.

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Nächste Lesungen

Samstag, 18. Mai: Lesung aus "Die Schlagzeile" im Wiesbadener Lesecafé. Beginn: 19 Uhr. Einlass: ab 18 Uhr. Zusammen mit Andrea Tillmanns.
Samstag, 1. Juni: Lesung aus "Autorenträume" auf der Mainzer Minipressenmesse, Empore. Beginn: 16 Uhr.
Sonntag, 2. Juni: Lesung aus "Mit Klinge und Feder" im Lesezelt auf der Mainzer Minipressenmesse. Beginn: 12.30 Uhr.
Dienstag, 18. Juni: Lesung aus "Der Fels der schwarzen Götter" im Café Akku in Hildesheim. Beginn: 19 Uhr. Zusammen mit Sabrina Ehlers und Gaby Memenga.

Wo man mich sonst noch trifft:
Donnerstag, 30. Mai, bis Sonntag, 2. Juni: Mainzer Minipressenmesse, Infostand des Verlags Monika Fuchs zur Präsentation der Anthologie "Autorenträume", Rheingoldhalle, Tisch D35.
Samsag, 15. Juni: Hildesheimer Bürgermeile, Infotisch der Hildesheimlichen Autoren.

Links

Meine Heimseite: www.petrahartmann.de
Mein Gezwitscher: www.twitter.com/PetraHartmann

Biografie

Petra Hartmann, Jahrgang 1970, wurde in Hildesheim geboren und wohnt in Sillium. Sie studierte Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft in Hannover. Auf den Magisterabschluss folgten die Promotion mit einer Doktorarbeit über den jungdeutschen Schriftsteller Theodor Mundt und ein zweijähriges Volontariat bei einer Tageszeitung. Anschließend war sie fünf Jahre Redakteurin.
Als Schriftstellerin hat sie sich dem fantastischen Genre verschrieben und verfasst hauptsächlich Fantasy und Märchen. Bekannt wurde sie mit ihren Fantasy-Romanen aus der Welt Movenna. Sie errang mit ihren Geschichten dreimal den dritten Platz bei der Storyolympiade und wurde 2008 mit dem Deutschen Phantastik-Preis ausgezeichnet.

Die Bibliothek der Falkin

Übersicht über die Romane und Novellen über die Walküre Valkrys, genannt "die Falkin"

Bücher

Die letzte Falkin. Heftroman. Dortmund: Arcanum Fantasy Verlag, 2010.


eBooks

Falkenblut. Vier Fantasy-Romane. eBook-Ausgabe. Chichili und Satzweiss.com, 2012 (Download hier)

Falkenfrühling. Novelle. eBook. Dortmund: Arcanum Fantasy Verlag, 2011.

Falkenfrühling. Novelle. In: Best of electronic publishing. Anthologie zum 1. Deutschen eBook-Preis 2011. eBook. Chichili und Satzweiss.com, 2011. (unter anderem erhältlich bei Thalia und Amazon)


Aufsatz

Aegirs Flotte – ein Nachruf. In: Fandom Observer, Dezember 2011. S. 16-18. Online-Magazin und Blogversion

Movenna-Kompass

Übersicht über die Romane und Erzählungen aus dem Land Movenna


Bücher

Geschichten aus Movenna. Fantasy. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2004. 164 S.
Ein Prinz für Movenna. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2007. 188 S.
Der Fels der schwarzen Götter. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2010. 240 S.


Hörbuch

Der Fels der schwarzen Götter. Action-Verlag, 2012.


Movennische Geschichten in Anthologien und Zeitschriften

Die Krone Eirikirs. In: Traumpfade (Anthologie zur Story-Olympiade 2000). Hrsg. v. Stefanie Pappon und Ernst Wurdack. Dresden, 2001. S. 18-25.
Flarics Hexen. In: Geschöpfe der Dunkelheit (Anthologie zur Story-Olympiade 2001). Hrsg. v. Stefanie Pappon und Ernst Wurdack. Dresden, 2002. S. 22-28.
Raubwürger. In: Kurzgeschichten, September 2004, S. 20f.
Furunkula Warzenkraish. Elfenschrift, dritter Jahrgang, Heft 2, Juni 2006. S. 10-14.
Der Leuchtturm am Rande der Welt. In: Elfenschrift, vierter Jahrgang, Heft März 2007, S. 18-21.
Gewitternacht. In: Im Bann des Nachtwaldes. Hrsg. v. Felix Woitkowski. Lerato-Verlag, 2007. S. 57-60.
Pfefferkuchen. In: Das ist unser Ernst! Hrsg. v. Martin Witzgall. München: WortKuss Verlag, 2010. S. 77-79.


Movennische Geschichten in Fanzines

Föj lächelt. In: Alraunenwurz. Legendensänger-Edition Band 118. November 2004. Hrsg. v. Christel Scheja. S. 23.
Raubwürger. In: Drachenelfen. Legendensänger-Edition Band 130. Januar 2006. Hrsg. v. Christel Scheja. S. 3-5.
Goldauge. In Phantastische Geschichten mit den Phantastik Girls. (Broschüre der Phantastik Girls zum MarburgCon 2007)


Aufsätze

Wie kann man nur Varelian heißen? Über das Unbehagen an der Namensgebung in der Fantasy. In: Elfenschrift, 5. Jahrgang, März 2008. S. 16f.


Movennische Texte online

Aus "Geschichten aus Movenna":
König Surbolds Grab
Das letzte Glied der Kette
Brief des Dichters Gulltong
Der Kranich
Die Rückkehr des Kranichs

Aus "Ein Prinz für Movenna":
Der Leuchtturm am Rand der Welt
Furunkula Warzenkraish
Gewitternacht

Aus "Der Fels der schwarzen Götter":
Der Waldalte
Hölzerne Pranken
Im Bann der Eisdämonen

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