Katsa hat die "Gabe" des Tötens. Doch für die Auftragskillerin im Dienste des Königs Randa zeigt sich, dass es viel gefährlichere Talente gibt als ihres. Eine junge Frau im Kampf für Gerechtigkeit und ihre eigene Unabhängigkeit - Abenteuer und Romantik inklusive.
Man nennt es „die Gabe“: Manchmal werden in den sieben Königreichen Kinder geboren, die übernatürliche Talente haben. Das kann eine besondere Fähigkeit wie das Schwimmen sein (peinlich und unnütz auf einem Bauernhof), ein untrügliches Gespür für das Wetter oder auch eine großartige Kochkunst. Katsa ist mit der Gabe des Tötens beschenkt. Eine perfekte Waffe in den Händen des Königs Randa, der die junge Lady seinen Gegnern und Schuldnern nur zu gern als Vollstreckerin sendet.
Überzeugendes, fesselndes Debüt
„Die Beschenkte“ ist das Erstlingswerk von Kristin Cashore, das jetzt in deutscher Übersetzung im Carlsen-Verlag erschien. Ein überzeugendes und mitreißendes Debüt, das den Leser bis zur letzten Seite fesselt. Vor allem die Heldin Katsa, die sich vom willenlosen Werkzeug zur eigenständigen Persönlichkeit emanzipiert, ist ein authentischer, lebendiger Charakter, der ausgesprochen glaubwürdig erscheint.
Im Auftrag des geheimen "Rates"
Katsa arbeitet außer für den König im Geheimen auch für den Rat, eine Untergrundorganisation, die für die Gerechtigkeit kämpft und in allen sieben Königreichen Unterstützer hat. Im Auftrag der Verschwörer befreit sie im Nachbarkönigreich den verschleppten und gefangen gehaltenen Königsvater des Inselreichs Liennid. Hier trifft sie erstmals den jüngsten Prinzen der Liennid: Bo, ebenfalls einen Beschenkten, der augenscheinlich mit der Gabe des Kämpfens gesegnet ist. Doch Bos wirkliche Gabe ist eine noch viel gefährlichere, deren Bekanntwerden ihn alle seine Freunde kosten könnte ...
Kämpfe, die intimer sind als manche Sex-Szenen
Aus Bo und Katsa, die nun die Hintergründe der Entführung aufdecken wollen, wird ein ungewöhnliches Helden-Paar. Bei ihren täglichen Kampfübungen am Hofe Randas kommen sie sich näher, und die ständigen freundschaftlichen Ringer- und Prügelstunden wirken intimer und knistern mehr als manche explizite Sex-Szenen in erotischen Romanen. Vor allem für die widerspenstige Katsa, die sich niemals binden und erst recht nicht verheiraten will, eine aufwühlende Erfahrung. Die Stelle, als sie später den Untertanen Bos Ring zur Legitimation vorweist und erkennt, was der verschollene Prinz ihr anvertraut hat, ist die erschütterndste des ganzen Buchs.
Schlimme Bezugsfehler im Satzbau
Leider ist der Roman – zumindest in der deutschen Übersetzung, nicht ganz frei von sprachlichen Ungenauigkeiten beziehungsweise Bezugsfehlern. Ein Kapitelanfang lautet zum Beispiel: "Die Sonne war schon weit auf ihrem Weg über den Himmel, als ihre Hufe auf dem Marmorboden von Randas innerem Schlosshof klapperten.“ (S. 61) Hallo? Hat die Sonne Hufe? Selbst Katsa und ihre Getreuen, auf die es sich wohl beziehen sollte, haben keine Hufe. Das Wort „Pferde“ jedenfalls findet sich im direkten Vorfeld des Satzes nicht. Wenn schon die Übersetzerin Irmela Brender dies nicht besser formulieren konnte, hätten wenigstens Lektoren oder Korrekturleser eingreifen müssen. Und vielleicht wäre es auch besser gewesen, dem König von Monsea einen anderen Namen zu geben als „Leck“ ...
Fazit: Ein fesselnder Roman mit bemerkenswerter Charakterzeichnung und spannender Handlung. Romantik ohne Kitsch und Spannung ohne plumpe Hau-drauf-Action. Bitte mehr davon.
Kristin Cashore: Die Beschenkte. Übersetzt von Irmela Brender. Carlsen-Verlag, 2009. 478 Seiten. Euro 19,90.
Man nennt es „die Gabe“: Manchmal werden in den sieben Königreichen Kinder geboren, die übernatürliche Talente haben. Das kann eine besondere Fähigkeit wie das Schwimmen sein (peinlich und unnütz auf einem Bauernhof), ein untrügliches Gespür für das Wetter oder auch eine großartige Kochkunst. Katsa ist mit der Gabe des Tötens beschenkt. Eine perfekte Waffe in den Händen des Königs Randa, der die junge Lady seinen Gegnern und Schuldnern nur zu gern als Vollstreckerin sendet.
Überzeugendes, fesselndes Debüt
„Die Beschenkte“ ist das Erstlingswerk von Kristin Cashore, das jetzt in deutscher Übersetzung im Carlsen-Verlag erschien. Ein überzeugendes und mitreißendes Debüt, das den Leser bis zur letzten Seite fesselt. Vor allem die Heldin Katsa, die sich vom willenlosen Werkzeug zur eigenständigen Persönlichkeit emanzipiert, ist ein authentischer, lebendiger Charakter, der ausgesprochen glaubwürdig erscheint.
Im Auftrag des geheimen "Rates"
Katsa arbeitet außer für den König im Geheimen auch für den Rat, eine Untergrundorganisation, die für die Gerechtigkeit kämpft und in allen sieben Königreichen Unterstützer hat. Im Auftrag der Verschwörer befreit sie im Nachbarkönigreich den verschleppten und gefangen gehaltenen Königsvater des Inselreichs Liennid. Hier trifft sie erstmals den jüngsten Prinzen der Liennid: Bo, ebenfalls einen Beschenkten, der augenscheinlich mit der Gabe des Kämpfens gesegnet ist. Doch Bos wirkliche Gabe ist eine noch viel gefährlichere, deren Bekanntwerden ihn alle seine Freunde kosten könnte ...
Kämpfe, die intimer sind als manche Sex-Szenen
Aus Bo und Katsa, die nun die Hintergründe der Entführung aufdecken wollen, wird ein ungewöhnliches Helden-Paar. Bei ihren täglichen Kampfübungen am Hofe Randas kommen sie sich näher, und die ständigen freundschaftlichen Ringer- und Prügelstunden wirken intimer und knistern mehr als manche explizite Sex-Szenen in erotischen Romanen. Vor allem für die widerspenstige Katsa, die sich niemals binden und erst recht nicht verheiraten will, eine aufwühlende Erfahrung. Die Stelle, als sie später den Untertanen Bos Ring zur Legitimation vorweist und erkennt, was der verschollene Prinz ihr anvertraut hat, ist die erschütterndste des ganzen Buchs.
Schlimme Bezugsfehler im Satzbau
Leider ist der Roman – zumindest in der deutschen Übersetzung, nicht ganz frei von sprachlichen Ungenauigkeiten beziehungsweise Bezugsfehlern. Ein Kapitelanfang lautet zum Beispiel: "Die Sonne war schon weit auf ihrem Weg über den Himmel, als ihre Hufe auf dem Marmorboden von Randas innerem Schlosshof klapperten.“ (S. 61) Hallo? Hat die Sonne Hufe? Selbst Katsa und ihre Getreuen, auf die es sich wohl beziehen sollte, haben keine Hufe. Das Wort „Pferde“ jedenfalls findet sich im direkten Vorfeld des Satzes nicht. Wenn schon die Übersetzerin Irmela Brender dies nicht besser formulieren konnte, hätten wenigstens Lektoren oder Korrekturleser eingreifen müssen. Und vielleicht wäre es auch besser gewesen, dem König von Monsea einen anderen Namen zu geben als „Leck“ ...
Fazit: Ein fesselnder Roman mit bemerkenswerter Charakterzeichnung und spannender Handlung. Romantik ohne Kitsch und Spannung ohne plumpe Hau-drauf-Action. Bitte mehr davon.
Kristin Cashore: Die Beschenkte. Übersetzt von Irmela Brender. Carlsen-Verlag, 2009. 478 Seiten. Euro 19,90.















