Michail Vladescu ist wieder da. "Die Rechnung wird mit Blut bezahlt" heißt das neue Buch über Draculas jüngeren Bruder, der Altfans noch aus dem Vampir-Fanzine "Tobal - Tales of Blood and Love" bekannt ist. Autorin Charlotte Engmann schaffte es, innerhalb der Serie "Ranulf O'Hale" bei Harypro eine eigene Unter-Reihe zu etablieren. Unter dem Titel "In Nomine Sanguinis" lässt sie ihren Vampir Abenteuer an der Seite O'Hales erleben, aber es finden sich auch Storys, in denen Michail völlig unabhängig von dem Exorzisten agiert.
Nach "Für eine Handvoll Seele" liegt damit der zweite Michail-Band bei Harypro vor. Erneut ist es ein Sammelband mit kürzeren und längeren Erzählungen aus dem rund fünfhundertjährigem Unleben des Vampirs. Diesmal aber zusammengehalten durch eine Rahmenhandlung, in der Michail und O'Hale gemeinsam gegen eine Striga in den Kampf ziehen, eine besonders bösartige Art Hexe, die unter anderem kleinen Kindern die Haut abzieht, um deren Gestalt annehmen zu können.
Die ungewöhnliche Partnerschaft zwischen Kirchenmann und Vampir muss sich bereits im ersten Kapitel bewähren, als O'Hale von der Striga in eine Falle gelockt wird und sich in einem Käfig wiederfindet, den der Hexe zufolge "keine lebende Seele zu öffnen vermag". Da ist es praktisch, dass der Exorzist in seinem Smartphone nicht nur die Nummer seines Kardinals gespeichert hat, sondern auch die eines gewisen seelenlosen Vampirs.
Die so eingeleitete Rahmenhandlung des Buches, die Suche nach der Striga und schließlich der Kampf gegen sie, wird zum Leitfaden, an dem aufgereiht in mehreren Rückblenden Episoden aus Michails Leben erzählt werden. So erinnert sich Michail an einen Mordfall in New York, den er vor einigen Jahren an der Seite einer jungen Polizistin aufgeklärt hat und in den ebenfalls eine Art von schwarzer Magie eine Rolle spielte. Oder er denkt zurück an seine furchtbare Begegnung mit dem Aachener Bahkauv, dem er kurz nach Ende des Dreißigjährigen Krieges in einem Kampf auf Leben und Tod gegenüberstand. Der Leser erfährt auch, dass Michail am Tod Mozarts Schuld war, und begleitet den staunenden O'Hale auf seinem Gang durch Michails prächtige "Ahnen"-Galerie. Da ein Vampir ja kein Spiegelbild besitzt, musste Michail auf andere Art sein Gesicht betrachten und ließ sich über die Jahrhunderte hinweg immer wieder von berühmten und weniger berühmten Malern porträtieren. Eine sehr interessante Geschichte ist auch die Begegnung mit einer russischen Baba Jaga in ihrem hühnerbeinigen Haus, denn zu dieser älteren Dame knüpfte Michail eine ganz besondere Beziehung ...
Die Abenteuer sind sehr kurzweilig, spannend und oft mit einem eigenen bissigen Humor geschrieben. Da freut es doppelt, dass im Anhang bereits der dritte Michail-Band unter dem Titel "Spiel mir das Lied vom Untod" angekündigt wird. Diesmal hat Charlotte Engmann Verstärkung bekommen und präsentiert Geschichten, die ihre Autorenkollegen Bernard Craw, Christel Scheja, Torsten Scheib, Daniel Alles, Sigrid Juckel und Daniela Scheele über den Vampir geschrieben haben.
Fazit: Eine lesenswerte Sammlung, die für Altfans viele Erinnerungen bereit hält, aber für Neueinsteiger ebenfalls eine ganze Menge zu bieten hat. Spannende, hintergründige und humorvolle Vampirabenteuer vom Feinsten.
Charlotte Engmann: Die Rechnung wurd mit Blut bezahlt. Zweibrücken: Hary-Productions, 2012. ISSN 1861-6054. 240 S., Euro 12,95.
Weitere Bücher von Charlotte Engmann
Elf Sonnenflecke
Zwölf Zauberzeichen
Dreizehn Blutstropfen
Die Gralsdenerin
Dämonen über Luxemburg
Nach "Für eine Handvoll Seele" liegt damit der zweite Michail-Band bei Harypro vor. Erneut ist es ein Sammelband mit kürzeren und längeren Erzählungen aus dem rund fünfhundertjährigem Unleben des Vampirs. Diesmal aber zusammengehalten durch eine Rahmenhandlung, in der Michail und O'Hale gemeinsam gegen eine Striga in den Kampf ziehen, eine besonders bösartige Art Hexe, die unter anderem kleinen Kindern die Haut abzieht, um deren Gestalt annehmen zu können.
Die ungewöhnliche Partnerschaft zwischen Kirchenmann und Vampir muss sich bereits im ersten Kapitel bewähren, als O'Hale von der Striga in eine Falle gelockt wird und sich in einem Käfig wiederfindet, den der Hexe zufolge "keine lebende Seele zu öffnen vermag". Da ist es praktisch, dass der Exorzist in seinem Smartphone nicht nur die Nummer seines Kardinals gespeichert hat, sondern auch die eines gewisen seelenlosen Vampirs.
Die so eingeleitete Rahmenhandlung des Buches, die Suche nach der Striga und schließlich der Kampf gegen sie, wird zum Leitfaden, an dem aufgereiht in mehreren Rückblenden Episoden aus Michails Leben erzählt werden. So erinnert sich Michail an einen Mordfall in New York, den er vor einigen Jahren an der Seite einer jungen Polizistin aufgeklärt hat und in den ebenfalls eine Art von schwarzer Magie eine Rolle spielte. Oder er denkt zurück an seine furchtbare Begegnung mit dem Aachener Bahkauv, dem er kurz nach Ende des Dreißigjährigen Krieges in einem Kampf auf Leben und Tod gegenüberstand. Der Leser erfährt auch, dass Michail am Tod Mozarts Schuld war, und begleitet den staunenden O'Hale auf seinem Gang durch Michails prächtige "Ahnen"-Galerie. Da ein Vampir ja kein Spiegelbild besitzt, musste Michail auf andere Art sein Gesicht betrachten und ließ sich über die Jahrhunderte hinweg immer wieder von berühmten und weniger berühmten Malern porträtieren. Eine sehr interessante Geschichte ist auch die Begegnung mit einer russischen Baba Jaga in ihrem hühnerbeinigen Haus, denn zu dieser älteren Dame knüpfte Michail eine ganz besondere Beziehung ...
Die Abenteuer sind sehr kurzweilig, spannend und oft mit einem eigenen bissigen Humor geschrieben. Da freut es doppelt, dass im Anhang bereits der dritte Michail-Band unter dem Titel "Spiel mir das Lied vom Untod" angekündigt wird. Diesmal hat Charlotte Engmann Verstärkung bekommen und präsentiert Geschichten, die ihre Autorenkollegen Bernard Craw, Christel Scheja, Torsten Scheib, Daniel Alles, Sigrid Juckel und Daniela Scheele über den Vampir geschrieben haben.
Fazit: Eine lesenswerte Sammlung, die für Altfans viele Erinnerungen bereit hält, aber für Neueinsteiger ebenfalls eine ganze Menge zu bieten hat. Spannende, hintergründige und humorvolle Vampirabenteuer vom Feinsten.
Charlotte Engmann: Die Rechnung wurd mit Blut bezahlt. Zweibrücken: Hary-Productions, 2012. ISSN 1861-6054. 240 S., Euro 12,95.
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Elf Sonnenflecke
Zwölf Zauberzeichen
Dreizehn Blutstropfen
Die Gralsdenerin
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