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Dubai Diaries - Episode 116

Eine der neuesten Attraktionen in der Dubai Mall ist das echte, 155 Millionen Jahre alte Skelett eines Sauriers vom Typ Amphicoelias brontodiplodocus. Über Monate hinweg waren die Besucher aus aller Welt aufgefordert, einen griffigen und marketingtauglichen Namen für den Dinosaurier zu finden. Natürlich gab es was zu gewinnen. Natürlich war die Spannung groß. In dieser Woche (ausgerechnet an meinem Geburtstag übrigens) wurde dann das Geheimnis gelüftet, und der Gewinner des Wettbewerbs bekannt gegeben.

Und das Viech heißt jetzt...

(*Trommelwirbel*)

... DubaiDino.

(*Tusch*)

Kein Witz. Bitterer Ernst. Guckstu hier. Zigtausende von Einsendungen, davon vermutlich zwei Drittel viel kreativer und/oder liebevoller als das da... Eingefügtes Bild Eingefügtes Bild ... und sie kommen mit DubaiDino aus den Sträuchern. Ich fasse es nicht... Eingefügtes Bild

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Dubai Diaries - Episode 115

In den letzten Tagen gab es wieder vermehrt Berichte in den lokalen Zeitungen (und dazugehörige Leserbriefe wie diesen und diesen) über liegengebliebene Fahrzeuge und die Verkehrsrisiken, die sie darstellen. Es gab offenbar einen markanten Anstieg von Autos, die nicht wegen geplatzer Reifen oder Motorschäden, sondern - ganz banal - wegen einem trockenen Tank auf der Strecke geblieben sind. Anscheinend sind die Bewohner von Dubai, die hauptsächlich zu Fuß gehen, zu doof, über die Straße zu gehen (wir erinnern uns an Dubai Diaries 98) - und von denen, die sich mit dem Auto fortbewegen, sind einige echt zu doof, gelegentlich nachzutanken. Vermutlich haben die auch noch nicht ganz kapiert, wofür diese ganzen Uhren auf dem Armaturenbrett da sind ("Die Uhr muß kaputt sein, die hat ja nur einen Zeiger.") Eingefügtes Bild

Nun ist das Tanken in Dubai so 'ne Sache. Einerseits ist es sehr bequem, weil jede Tankstelle eine Armee von Tankwarten beschäftigt, von denen jeder vier Zapfsäulen gleichzeitig bedient, damit ja keiner der Kunden in die Verlegenheit kommt, seinen klimatisierten Nobelhobel verlassen zu müssen und fünf Minuten schwitzend in der flirrenden Hitze zu stehen. Die Kehrseite der Medaille ist natürlich, daß es - da der arme Tankwart ja nun nicht überall gleichzeitig sein kann - immer wieder zu Wartezeiten kommt. Zudem bestimmen hier große Geländewagen das Straßenbild, und bis die den Tank voll haben, das kann dauern. Da obendrein auch noch gefühlte 90 % der hier im Gebrauch befindlichen Fahrzeuge den Tankeinfüllstutzen links haben und die Rüssel der Zapfsäulen relativ kurz bemessen sind, knubbeln sich die Kunden natürlich nun alle nur auf einer Seite der Zapfsäulen. Eingefügtes Bild

Was man auch erwähnen sollte: mich beschleicht schon seit unserer Ankunft hier der Verdacht, daß es in Dubai insgesamt gesehen viel zu wenige Tankstellen gibt. Es kommt mir fast so vor, daß man bei der Planung einiger Stadtteile schlicht und einfach vergessen hat, so etwas wie Tankstellen vorzusehen. Auf der weltbekannten - und mittlerweile dicht besiedelten - künstlichen palmenförmigen Halbinsel vor der Küste von Jumeirah gibt es beispielsweise keine einzige. Es gibt auch keine in unserem Nachbarstadtteil, der ausgerechnet Motor City heißt und in dem sich Publikumsmagneten wie die städtische Rennstrecke und diverse Kartbahnen befinden. Ebenfalls Fehlanzeige im Hochhausdschungel von Dubai Marina. Und da, wo sich dann die Autofahrer treffen, bilden sich aufgrund der vielen vorgenannten Faktoren dann lange Schlangen, von denen wahrscheinlich schon die eine oder andere bei GoogleEarth verewigt wurde (würde mich jedenfalls nicht wundern). Dann kann ein Tankstop auch schon mal 'ne halbe Stunde dauern.Eingefügtes Bild Eingefügtes Bild

Wat lernt uns dat? Ganz einfach: immer rechtzeitig tanken und nicht erst bis zum letzten Tropfen der Reserve warten. Die Distanzen in dieser Stadt sind nun mal groß, und die Entfernungen zwischen zwei Tankstellen noch größer, und so sind 50 km schon mal schnell verfahren.

Aus diesen Gründen hat sich die Redensart, "mal eben wat vonne Tanke zu holen" hier irgendwie nicht durchgesetzt. Eingefügtes Bild

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Dubai Diaries - Episode 114

"Die Geschichte wiederholt sich", sagen manche. "All this has happened before, and all will happen again" heißt es bei Battlestar Galactica. Heute Abend hatte ich ein merkwürdiges déjà-vu, als ich im gleichen Restaurant wie vor sieben Monaten (vermutlich) dem gleichen Kellner wie damals die gleiche Frage wie damals stellte und exakt die gleiche Antwort bekam.

Folgender Dialog (auf der Terrasse des Restaurants Al Mourjan):
Ich: "Wo ist denn bei Ihnen die Toilette?"
Er: "Drinnen, Sir."

[Hassknecht-Modus ein]JA WO ZUM GEIER SOLL SIE DENN SONST SEIN?! GEHT ES E*T*W*A*S GENAUER, DU PFEIFE?![Hassknecht-Modus aus]

Ich bin ja selbst schuld. Was frag' ich auch? Aber ich kann mir schließlich nicht alle Klos von allen Restaurants der Region merken. Und beim BVB spiele ich auch nicht... Also muß ich dumm fragen. Auf die Gefahr hin, daß ich eine dumme Antwort kassiere. Immer und immer wieder.

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Dubai Diaries - Episode 113

Inzwischen haben die Arbeiten an dem 2 Milliarden schweren Projekt "The Dubai Canal" begonnen, welches Ende letzten Jahres angekündigt worden ist. Der Kanal wird den Creek (eine ins Landesinnere reichende Bucht, die einst der Nukleus für die Besiedlung dieses Fleckchens Erde war und seitdem mehrfach ausgebaggert und erweitert wurde) wieder mit dem Meer verbinden, was die komplette Umrundung der Stadtmitte per Boot oder Schiff ermöglichen wird. Außerdem hat die zusätzliche Wasserstraße auch positive Effekte für das Mikroklima der Stadt - aber bis es so weit ist, werden große Teile der Stadt (darunter auch die Hauptverkehrsader Sheikh Zayed Road) eine Baustelle sein. Die Staus werden gewiß spektakulär werden.

Hoffentlich ist dem Projekt mehr Erfolg beschieden als dem damals groß angekündigten Arabian Canal, der noch weiter im Landesinneren - also sozusagen hier an unserer Haustür vorbei - durch die Wüste führen und die Stadt komplett umschließen sollte. Aber diese Pläne sind wohl jetzt endgültig im Sande verlaufen...

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Dubai Diaries - Episode 112

Der Flug von Dubai nach Doha ist mit gerade einmal 45 Minuten so kurz, daß die Flugbegleiter regelrecht rennen müssen, um jedem Fluggast ein pappiges Sandwich und was zu trinken zuzuwerfen.

Kopfhörer für das Onboard-Entertainment-Programm haben sie auch nicht ausgeteilt. Lohnt sich nicht. Egal, habe ich "Casablanca" eben ohne Ton geguckt. Ich kann die Dialoge eh auswendig ;)

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11.479

Heute nur wenige Anschläge. Aber dafür wichtige.



Und falls irgendein Geheimdienst hier mitliest: huhu, Jungs, es geht um ein Manuskript für einen Roman. Nicht, was ihr schon wieder denkt...Eingefügtes Bild

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Dubai Diaries - Episode 111

Meine Twitter-Follower haben es schon gesehen: wir waren gestern mit ein paar Freunden zum Abendessen in der Wüste, genauer gesagt in der Hotelanlage Bab Al Shams. Ja, genau, da wo wir vor einer Woche extra zum Sternschnuppengucken hingefahren sind (siehe Episode 109). Zuerst haben wir mit einem (alkoholfreien!) Cocktail den Sonnenuntergang über der Wüste bewundert, wobei meine Tochter und ich plötzlich Musik von John Williams im Ohr hatten...

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... obwohl es - richtig gesehen - nur eine Sonne war, die da unterging.

Anschließend ging es dann hinüber ins Restaurant Al Hadeerah, wo es arabisches Essen vom Buffet gab (von der obligatorischen Linsensuppe über Gegrilltes, Gekochtes und diversen Shawarma-Variationen bis hin zu Datteln und Umm Ali), und zwar bis zum Abwinken. Dazu gab es ein Showprogramm mit Derwischen, Bauchtänzerinnen und einem kleinen Theaterstück mit echten Pferden, Kamelen und Ziegen (sowie Tiergeräuschen und Säbelgeklirre vom Band).

Mal ehrlich - die Show ist eher was für Touristen. Aber das Essen war gut und reichlich, und fotografieren kann man dort draußen auch prima.

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10.808

Vorgucker auf Kapitel 2:

Zitat

Rebecca wälzte sich in ihrer Koje herum und starrte an die Decke. Ihre Kabine an Bord des Schweren Kreuzers Hammerforth war nur unwesentlich größer als das Cockpit ihrer Jagdmaschine und genau so stickig, und so dauerte es üblicherweise trotz der Erschöpfung eine ganze Weile, bis sie endlich einschlafen konnte. Der Gedanke, morgen wieder die gleichen unzähligen und ereignislosen Runden um den Planeten zu fliegen wie heute und in den vergangenen Wochen, ließ ihre Stimmung in neue Tiefen sinken.
Die Aussicht auf weitere Monate Monotonie ließ sich nur mit einem Schluck Cognac ertragen. Sie setzte sich auf die Bettkante und tastete mit der Hand nach dem Flachmann, den sie mit Isolierklebeband unter ihre Koje geklebt hatte. Natürlich war Alkohol an Bord der Hammerforth streng verboten, aber Rebecca hatte für Dienstvorschriften dieser Art nie viel übrig gehabt.
Sie fand die kleine Metallflasche und zerrte daran, bis das Klebeband nachgab. Zu ihrer Überraschung war der Flachmann, den sie neulich während eines Landgangs auf Holm III mit teurem Cognac gefüllt hatte, leer – und an dem Hals der Flasche baumelte ein kleiner Zettel mit einer handschriftlichen Notiz.
„‘Letzte Warnung, Captain Gallagher‘“, las Rebecca. Offenbar hatte Commander Robinson ihr kleines Geheimnis entdeckt. „Ist ja wieder mal herrlich.“


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Dubai Diaries - Episode 110

Heute morgen um 9:44 Uhr bebte in Dubai die Erde. Ich erfahre das gerade aus der Presse. Kann also nicht so schlimm gewesen sein. Auf der anderen Seite des Golfs, im Iran, sind Erdbeben ja schon mal häufiger zu spüren. Bis zu uns strahlt das aber nur selten aus.

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Dubai Diaries - Episode 109

Für gestern Abend hatte man uns ein einmaliges Erlebnis versprochen: als die Erde die Bahn der Staubspur des Kometen 209P/LINEAR kreuzte, sollten aus dem Sternbild der Giraffe etliche Hundert Sternschnuppen - die sogenannten Camelopardaliden, benannt nach eben jenem Sternbild - über der Arabischen Halbinsel niedergehen. Prognosen sprachen von etlichen Hundert Meteoren pro Stunde, die den Nachthimmel erleuchten sollten, und vor meinem geistigen Auge spielten sich schon Szenen wie diese hier ab...



Da eine Großstadt wie Dubai natürlich nie schläft und entsprechende "Lichtverschmutzung" Gift für Sterngucker ist, hatte die hiesige astronomische Gesellschaft dann zum kollektiven Sternschnuppengucken draußen in der Wüste beim Luxusresort Bab Al Shams eingeladen. Bab Al Shams liegt nur rund eine halbe Stunde mit dem Auto von unserem Haus weg, und so machten wir uns gestern Abend dann mit einer Picknickdecke unter dem Arm auf den Weg.

Bei der Ankunft wurden wir Zeuge pakistanischen Organisationstalents, als eine handvoll eiligst angeheuerter (aber leider überforderter) Einweiser in Warnwesten versuchten, den Besucherstrom zu bändigen und mehrere Tausend (!) Autos auf die Parkplätze zu lotsen. Nun ist das Gelände von Bab Al Shams sehr weitläufig und es stehen eigentlich auch reichlich Parkplätze zur Verfügung. Doof ist nur, wenn die pakistanischen Helferlein den Besuchern erlauben, auch die Zufahrtswege zu eben diesen großen freien Flächen zuzuparken, bis nur noch ein schmaler Gang in der Mitte frei war, durch den sich dann die ausgestiegenen Besucher zwängen mußten... und da natürlich auch nicht alle Besucher eines solchen Naturschauspiels zu exakt den gleichen Uhrzeiten an- und abreisten, versuchten auch ständig noch weitere Fahrzeuge, durch diese hohle Gasse zu kommen. Natürlich in beide Richtungen. Ich hätte querfeldein fahren sollen... wozu habe ich eigentlich 'nen Allradantrieb? Eingefügtes Bild

Wie dem auch sei, gegen zehn Uhr abends war es dann endlich so weit, und wir konnten unsere Picknickdecke ausbreiten, uns entspannt zurücklehnen und nach oben gucken. Und warten. Und gucken. Und warten. Nachdem wir auch weit nach Mitternacht keine einzige Sternschnuppe erspähen konnten, brachen wir das Experiment ergebnislos ab und machten uns auf dem Weg zurück nach Hause. Wir kamen relativ gut vom Parkplatz wieder runter - und auf dem Weg zurück in die Arabian Ranches fuhren wir an einem knapp zehn Kilometer langen Autokorso entlang, denn noch immer fuhren (oder vielmehr standen) Menschen hinaus nach Bab Al Shams. Die letzten in der Schlange sind wahrscheinlich pünktlich zum Frühstück dort gewesen. Eingefügtes Bild

Wie Gulf News heute berichtete, waren wir nicht die Einzigen, die von dem nicht stattgefundenen Spektakel enttäuscht worden sind. Zwischen Mitternacht und vier Uhr morgens wurden sage und schreibe 5 (in Worten: fünf) Sternschnuppen gesichtet. Eingefügtes Bild Also, von "Regen" keine Spur. Aber Regen sind wir hier ja sowieso nicht gewöhnt... Eingefügtes Bild

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Dubai Diaries - Episode 108

Wenn man als Verbraucher erwartet, hier in einem Laden kompetent beraten und informiert zu werden, muß man mit Enttäuschungen rechnen. Die Dialoge laufen meistens nach diesem Schema ab:

Ich: Guten Tag. Ich möchte gerne einen Ventilator kaufen.
Verkäufer: Hier, bitte, Sir. (zeigt auf eine Reihe annähernd identisch aussender Geräte)
Ich: Okay. Welchen von denen würden Sie denn empfehlen?
Verkäufer: (überlegt kurz) Äh, diesen da, Sir.
Ich: ... und warum diesen?
Verkäufer: (strahlt) Der ist diese Woche im Angebot.
Ich: Das sehe ich selbst. Aber ist er zum Beispiel besser als der da drüben?
Verkäufer: (runzelt die Stirn) Der ist auch sehr gut.
Ich: Ja. Bestimmt. Aber ist er auch besser als der im Angebot?
Verkäufer: (achselzuckend) Die sind beide sehr gut, Sir.
Ich: (zähle gedanklich bis zehn) Gut. Aber worin unterscheiden die beiden sich?
Verkäufer: Das ist ein Samsung, und der hier ist von Haier.
Ich: (kurz vor der Hulk-Werdung) Das. Sehe. Ich. (Pause) Aber der muß doch auch andere Funktionen haben, wenn er fünfhundert Dirham mehr kostet.
Verkäufer: (studiert aufmerksam die Beschriftung der Verpackung). Äh, ja, Sir. Dieser hier hat mehr Watt.
Ich: Danke, das ist doch mal 'ne Aussage. (Dramatische Pause) Und welche Energieeffizienzklasse haben diese Geräte?
Verkäufer: (Anflug von Panik) Beide sehr gut, Sir. Sehr effizient, Sir. Alle beide.
Ich: (auf einen dritten Ventilator zeigend) Und dieser hier?
Verkäufer: (den Tränen nahe) Ich frage mal meinen Kollegen, Sir. Einen Moment bitte.
Verkäufer 2: Guten Tag, Sir. Sie möchten einen Ventilator kaufen?
Ich: Ja. Können Sie mir einen empfehlen?
Verkäufer 2: Der von Haier ist diese Woche im Angebot.
usw.

Ihr könnt jetzt in obigem Dialog das Wort "Ventilator" meinetwegen auch mit "Wasserspender", "Staubsauger", "Bügeleisen", "WLAN-Router", "internes 5Ghz-fähiges WLAN-Modul in Form einer PCI-Express-Karte" oder (wie heute Nachmittag erlebt) "USB-Stick" ersetzen. Der Ablauf der Gespräche ist immer der gleiche. Das Ladenpersonal hat in der Regel nicht viel Ahnung von dem Kram, den sie verkaufen. Wenn es hoch kommt (also nicht mir jetzt!), kennen sie in groben Zügen die Angebote der Woche, weil das vermutlich das ist, wonach sie am häufigsten gefragt werden.

Besonders lustig ist es, wenn sie einem was völlig anderes anbieten, weil sie nicht zugeben können oder wollen, daß sie das Gewünschte nicht führen und/oder sie nicht den blassesten Schimmer haben, wovon die Rede ist. Im Rahmen des Interkulturellen Trainings, das ich vor meiner Entsendung genossen habe, durfte ich mit unserem Coach mal den Dialog "Wir kaufen (k)einen Apfel" durchspielen. Das ging dann ungefähr so:

- Ich hätte gerne einen Apfel.
- Mögen Sie auch Birnen?
- Nein, danke. Haben Sie keine Äpfel?
- Ich habe ganz tolle Birnen, der Herr. Ganz frisch. Heute aus Marrakesch gekommen.
- Ich möchte aber lieber einen Apfel. So 'nen schönen grünen.
- Meine Birnen sind viel grüner. Und viel leckerer als Äpfel. Haben viel mehr Vitamine, der Herr.
- Ich mag aber keine Birnen.
- DIESE Birnen werden Sie lieben. Probieren Sie doch mal. Ich mache Ihnen auch einen guten Preis.
- Ja, ganz nett. Aber einen Apfel hätte ich trotzdem lieber.
- Müßten morgen wieder reinkommen, der Herr.

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Dubai Diaries - Episode 107

Ich erwähnte ja schon gelegentlich, daß der Verkehr in Dubai zwar immer noch besser als in manchen anderen Städten der Region, aber bisweilen doch arg gewöhnungsbedürftig ist. In diesen Tagen häufen sich leider wieder die Meldungen über haarsträubende Unfälle, die leider auch Menschenleben gekostet haben.

Heute zum Beispiel wurde ein Mann getötet, der auf dem Standstreifen der Autobahn damit beschäftigt war, seinen Reifen zu wechseln. Dabei wurde er ausgerechnet von einem Schulbus erfaßt, in dem dann auch gleich fünfzehn Schulkinder verletzt worden sind (Quelle: Gulf News).

Warum der Schulbus-Chauffeur das Hindernis und den daran arbeitenden Mann nicht gesehen hat bzw. nicht ausgewichen ist, ist noch nicht geklärt. Nicht weniger rätselhaft ist die Ursache für den schweren Unfall, der sich vor fast genau einer Woche ein paar Kilometer von hier ereignet hatte: damals ist ein mit Arbeitern besetzter Kleinbus auf einen LKW aufgefahren, der mit defekten Bremsen ebenfalls auf dem Standstreifen gehalten hatte (der Fahrer des LKW hatte immerhin die Gefahrenstelle dadurch "gesichert", daß er einen Feuerlöscher auf die Straße gestellt hatte, wohl in Ermangelung eines Warndreiecks). Traurige Bilanz: 15 Tote, 12 Verletzte. Beide Fahrer haben den Unfall überlebt und sind in Polizeigewahrsam. (Quelle: 7Days)

Daß Autos mit platten Reifen und LKWs mit defekten Bremsen rechts ranfahren, ist weniger das Problem. Ich kriege es aber nicht in den Kopf, was der Schulbus und der Arbeiter-Shuttlebus auf dem Strandstreifen überhaupt verloren hatten. Eingefügtes Bild

Mein alter Fahrlehrer hatte schon recht damals: "Immer mit der Dummheit der anderen Verkehrsteilnehmer rechnen." Man kann es nicht oft genug sagen. Nicht nur in Dubai. Eingefügtes Bild Eingefügtes Bild Eingefügtes Bild

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Dubai Diaries - Episode 106

Ach ja, fast vergessen - noch ein dringender Nachtrag zur letzten Folge der Reihe "Merkwürdige Sachen, die Big G bei der Einreise in exotische Länder passieren":

Ihr kennt doch diese Typen, die mit irgendwelchen Pappschildern in der Hand auf Flughäfen herumlungern (häufig am Ausgang des gesicherten Bereichs, gelegentlich auch direkt am Ende des Andock-Tunnels). Auf den Schildern stehen ja üblicherweise die Namen der Passagiere, auf die diese Leute im Auftrag einer Airline, eines Hotels oder eines anderen Auftraggebers warten. Besagte Passagiere werden dann freundlich in Empfang genommen und zu ihrem Anschlußflug, ihrem Hotel-Shuttlebus oder wohin auch immer eskortiert.

So weit, so gut.

In Bahrain stand auch so einer mit einem Pappschild, und wenn man dem glauben durfte, was darauf geschrieben stand, wartete er auf einen Passagier namens John Lennon. Eingefügtes Bild

Ich glaube, ich war nicht der Einzige, der beim Vorbeigehen schmunzeln mußte. Für einen Moment spielte ich mit dem Gedanken, zu ihm hinüber zu gehen, ihm die Hand auf die Schulter zu legen, ihm tief in die Augen zu sehen und mit ernster Stimme zu sagen "Du... Ich glaube, der kommt nicht."

Ich weiß nicht... entweder, der Mann mit dem Pappschild wartete schon sehr, sehr lange... oder es handelte sich lediglich um ein Codenamen... oder der Name "John Lennon" ist in englischsprachigen Ländern so verbreitet wie "Hans Müller" bei uns...

Skurril war's trotzdem. Eingefügtes Bild

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Dubai Diaries - Episode 105

Heute mal wieder eine neue Folge aus der Reihe "Merkwürdige Sachen, die Big G bei der Einreise in exotische Länder passieren": am vergangenen Montag kam ich nach kurzem Flug am Flughafen von Manama (für diejenigen unter euch, die in Erdkunde gepennt haben: Hauptstadt des Königreichs Bahrain) an. Der Flughafen ist recht übersichtlich, und die Schalterhäuschen unmißverständlich beschriftet. Ich ging also an den Schalter, wo man das Visum bei der Einreise erhält, lächelte freundlich und legte der dort arbeitenden Dame meinen Paß hin.

Sie wirkte irgendwie nervös und fahrig und tippte mit finsterer Miene etwas in ihren Computer. Ich lächelte weiter.

Nach einigen Minuten - in denen sie mich weder eines Blickes gewürdigt noch ein Wort mit mir gewechselt hatte - rief sie einen ihrer Kollegen herbei, den sie mit einem ziemlich gereizt klingenden Wortschwall überschüttete. Dann hastete sie davon, während er ihren Platz einnahm und nun seinerseits auf die Tastatur eindrosch. Ich lächelte tapfer weiter - nach meinen Erfahrungen in Riyadh war ich vorsichtig geworden, und ein flapsiges "naaa, will er heute nicht?" hätte eventuell dafür gesorgt, daß ich wieder brüsk an das Ende der Schlange verbannt worden wäre, die sich inzwischen hinter mir angestaut hatte.

Aus den Augenwinkeln bemerkte ich, daß der Drucker des Schalterbeamten offenbar streikte. Und da lag vermutlich der Kern des Problems: entweder das System hakte, oder der Drucker war kaputt, oder - schlimmer - beides. Das meine Ahnung richtig war, zeigte sich, als ein anderer Uniformierter, der eine gewise Ähnlichkeit mit Benzino Napaloni (aus "Der große Diktator") nicht leugnen konnte, mich und ein paar andere Reisende zu sich rief und uns um unsere Pässe bat. Unsere eingesammelten Pässe wurden dann irgendwo mit Visumsstempeln versehen, und jemand mit einem funktionierenden Drucker stellte die dazugehörigen Quittungen aus. Zwischendurch noch eine Schrecksekunde, als ausgerechnet mein Paß in dem fröhlichen Chaos mal zwischendurch für ein paar Minuten verschwunden war Eingefügtes Bild - aber irgendwann wieder auftauchte.
Dialoge wie "Wo ist eigentlich Ihr Pass?" - "Den habe ich Ihnen doch vorhin gegeben." - "Sind Sie sicher?" sind nicht witzig.

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Ich ertrug alles stoisch mit einem festgefrorenen Lächeln. Vielleicht lag auch ein wenig Mitleid darin... wie oft habe ich nicht schon meinen Rechner verflucht, wenn mal wieder irgendwas nicht so funktionierte, wie es sollte? Eingefügtes Bild

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Dubai Diaries - Episode 104

Auch in der durch und durch künstlichen Welt von Dubai gibt es Menschen, die das Verlangen nach natürlichen Produkten wie Sesambrötchen aus freilaufender Bodenhaltung und Eiern frisch vom Bauern Eingefügtes Bild haben. Um diesen Bedarf zu decken, gibt es den Wochenmarkt Ripe (mit angeschlossenem Lieferservice, damit man die schrumpeligen Biogemüse nicht selbst tragen muß) und Supermärkte wie Organic Foods & Café (mit angeschlossenem Gastronomiebetrieb, wo man das schrumpelige Biogemüse gleich an Ort und Stelle verzehren kann).

In letzterem haben wir heute unterwegs gefrühstückt. Ulkig war, daß in dem Café sowohl der biologisch einwandfreie Orangensaft als auch das fair gehandelte Getreide für das Birchermüesli gerade alle waren. Merkwürdig nur, daß nur zwei Meter weiter in den Regalen des dazugehörigen Supermarkts reichlich Müesliflocken und O-Saft standen, wie wir anschließend feststellen mußten. Muß man nicht verstehen, oder?

Der naturtrübe Apfelsaft, den man mir als Alternative angeboten hat, schmeckte mehr nach Apfelbaum als nach Apfel. Nächstes Mal wieder Frühstück bei McCafé... Eingefügtes Bild


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Achim Hiltrop