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And now for something completely different

Ergänzend zum 15.9. - die Anthologie zum Wettbewerb ist erschienen: "Nicht jedes Fenster ist aus Glas", Preis: 8,90 Euro, BoD, ISBN: 978-3-7322-4126-2

Mein Beitrag ist garantiert SF-frei. Eingefügtes Bild

VG
Tobias

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Natürlich

Natürlich war auch die Zeit des Oberon Desasters (siehe vorherigen Beitrag) kein völliges Desaster. Zwei Texte wurden - natürlich gegen Honorar - in einer Zeitschrift veröffentlicht, ein anderer schaffte es bei einem Literaturwettbewerb auf den 5. Platz. Die Preisvergabe samt Lesung hat mir ziemlichen Spaß gemacht - auch weil ich da live miterleben und -hören konnte, wie gut die anderen Texte waren. Demnächst erscheint das Buch zum Wettbewerb.

In der Zeit des Oberon Desasters ist auch der Entschluss gereift, aktiv(er) an meiner Schreibe zu arbeiten - letzte Woche ist das 10-teilige Seminar gestartet. Ein Mal im Monat heißt es jetzt für jeweils 3h zuhören, schreiben, kritisieren. Eine Stunde davon wird für Romanprojekte der Teilnehmer verwandt. Ich gehe da nicht mit "Oberon" in die Textarbeit, sondern mit einem älteren Projekt. Wie die Texte im ersten Absatz auch keine SF.

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Tonne

Momentan ruht die Arbeit am Projekt "Oberon". Es will einfach nicht rund werden. Und je mehr ich daran getan habe, um so schlimmer wurde es. Also ist so gut wie alles in der Tonne (Müll) gelandet. Nach einer Denk- und Arbeitspause wird das Projekt neu gestartet. Schade um all die Zeit, sehr gut als Erfahrung.

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Prometheus

Momentan ruht die Arbeit an Oberon komplett. Schuld daran ist Ridley Scott. In "Prometheus" geht's in Höhlen zur Sache. Und das ist bei Oberon auch so. Ich gehe zwar davon aus, dass es keine weiteren Überschneidungspunkte gibt, aber um Oberon fernab von späteren Vorwürfen schreiben zu können, dass ich die "Höhlen" bei Scott geklaut habe, geht es erst einmal ins Kino. Und dann überlege ich, ob und wie es mit Oberon weiter geht.

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Textprobe

Hallo zusammen,

das Projekt Oberon hat aus verschiedenen Gründen in den letzten Monaten weitestgehend geruht. Um mir selbst wieder Hunger zu machen auf das Schreiben, hier eine Finger-/Stilübung. Es handelt sich ganz ausdrücklich nicht um einen Teil des Romans, sondern um eine Vorstudie. Sie sollte mir inhaltlich für den eigentlichen Text auf die Sprünge helfen. Und, naja, ich wollte auch den Stil auf Machbarkeit bzw. Lesbarkeit abklopfen. Weiteres demnächst ...


Textprobe (ohne Titel)

Soter stand in der Schlange vor der Essensausgabe. Obwohl es quälend langsam voran ging, murrte niemand. Möglicherweise war das Schlangestehen ein Test. So wie der Geruch. Schweiß war im Camp allgegenwärtig, schwerer, saurer Schweiß. Auch im Speisesaal. Geduscht werden durfte nur ein Mal am Tag. Soter zog es vor, seine Dusche vor dem Schlafen zu nehmen. Wirklich viel ließ sich in den erlaubten zwei Minuten nicht gegen die Anstrengungen des Tages ausrichten. Sie trainierten hart, Fitness, Waffentechnik, gingen ins Gelände. Der Dreck fraß sich dabei tief in ihre Haut. Soter war froh, dass er sich vor der Abreise ins Camp die Haare geschoren hatte. So musste er kein Wasser für Haarwäsche verschwenden. Zudem fühlte sich Soter mit seiner Stoppelfrisur wie in seinen Tagen als Rekrut. Eine Art längst vergessener Lebendigkeit erfüllte ihn. Der Wind, der über seinen Schädel strich, die Sonne, die auf der Haut brannte. Nur bin ich jetzt fünfundzwanzig Jahre älter, dachte Soter, als er einen Platz näher an die Essensausgabe heran rückte.
„Was gibt es heute?“, fragte ein Mann hinter Soter. Hoffmann hieß er, war groß und dünn und sprach mit schwerem Akzent.
„Dose“, kam es von der Spitze der Schlange.
„Bei all dem Staub, der mir zwischen den Zähnen hängt, würde mich Dose mit Erdbeergeschmack schrecklich glücklich machen“, sagte Hoffmann.
„Erdbeere Dose schmeckt auch nur nach Dose, vielleicht eine Spur süßer als Schweinefleisch“, kam es irgendwo von hinten.
„Ruhe“, brüllte der Mann hinter der Theke der Essensausgabe.
„Kannste haben, wenn ich Erdbeeren bekommen.“
Soter rückte erneut einen Platz nach vorn. Schlecht war das Essen nicht wirklich. Während seiner Zeit beim Militär hatte Soter oft schlechter gegessen. Und auch das hatte ihn nicht rebellieren lassen. Auch Dosenfraß bestand aus Kalorien. Und Vitaminen. Eiweiß. Mineralstoffen. Und das allein zählte. Nicht irgend ein toller Geschmack.
„Zoot?“ Die Stimme kam aus Richtung der breiten Eingansgtür und war hell und kräftig. Soter ignorierte sie. Er zählte statt dessen, wie viele Schritte ihn vom Essen trennten. Noch standen sieben Männer und zwei Frauen vor ihm.
„Zoot, bist du es wirklich?“
Soter ignorierte die Stimme erneut, zuckte dennoch leicht zusammen. Im Camp kannte niemand seinen Spitznamen aus Dienstzeiten. Hier war er Soter. Ohne Abkürzung und ohne Vornamen.
„Zoot, du bist es.“
Soter erkannte die Frau, die raschen Schrittes durch den Speisesaal kam, sofort. Seine ehemalige Divisionsärztin, Sidney Soundso. An ihren Nachnamen erinnerte er sich nicht, nur daran, dass die Frau damals Die Doc genannt worden war. Verändert hatte sie sich in den letzten zehn Jahren kaum. Das Haar war noch immer kurz, wenn auch leicht ergraut, rund um Augen und Mund hatten sich ein paar Falten in das sonnengebräunte Gesicht gegraben. Und ihr Gang war etwas weniger athletisch als früher. Außerdem trug einen weißen Kittel, der beim Militär als eine Spur zu kurz und zu eng verboten worden wäre. Damals trug sie lieber Kampfanzug. Die Doc war eine von der harten Sorte gewesen, oft mit der Truppe aus den Ladungsleitern gesprungen war, um sich an vorderster Front um Verletzte zu kümmern. Selbst war sie zwei Mal verwundet worden. Beim zweiten Mal hatte Soter sie aus dem gegnerischen Feuer gezogen und war dafür mit einem Orden belohnt worden. Nach ihrer Genesung war Die Doc zum Stab und später zu einer anderen Division versetzt worden. An ihrer Stelle war ein Mann getreten, frisch von der Akademie und mit einem Lächeln ausgestattet, das jeder Triage standhielt.
„Zoot, du …, also dass du dich für Oberon beworben hast.“
„Doc“, sagte Soter. „Sind Sie nicht mehr bei der Truppe?“
„Nicht mehr“, sagte Die Doc mit melancholischen Unterton.
„Greenaway“, sagte Soter langsam. Endlich war ihm der Name der Ärztin eingefallen. Doktor Sidney Greenaway, ein Name, der an der Front fehl am Platz war. Die Doc war passender.
„Du hast meinen Namen also nicht vergessen, Soldat.“
Bei dem Wort Soldat kam Unruhe in die Schlange. Im Camp wussten nur die Ausbilder und Leiter um Soters militärische Vergangenheit. Und die hielten die Klappe, so waren die Regeln. Wegen seines verwüsteten Äußeren wurde Soter von seinem Leidensgenossen für einen Schläger gehalten, der es mit Glück in die engere Auswahl für das Oberon Projekt geschafft hatte. Soter hatte derlei Gerüchte nicht zerstreut. Er wollte nach Oberon. Zu denen gehören, die sich ins Innere des Mondes vorkämpfen. Wenn ihn seine Mitbewerber um einen der begehrten Plätze unterschätzten, ihn für einen tumben Schläger hielten, vielleicht für einen abgehalfterten Sicherheitsdienstmann oder Türsteher, konnte das für ihn letztlich nur von Vorteil sein.
„Warum hast du dich für Oberon beworben?“, fragte die Doc.
„Beim Essen, okay“, sagte Soter.
„Klar doch, Zoot, ab mit uns in die Ausbilderkantine, dort können wir uns in Ruhe unterhalten. Über die alten Zeiten reden. Zehn Jahre ist das her, nicht wahr. Du hattest damals noch ein paar Jahre bei den Space Rangern vor dir, oder?“
Erneut kam Unruhe in die Schlange. Mit ein paar beiläufig dahin gesagten Worten hatte Soters ehemalige Divisionsärztin seine Vergangenheit aufgedeckt.
„Du warst bei den Rangern?“, fragte der Mann hinter Soter.
„War er, jawohl. Zweite der Dritten, Zugführer. Immer da, wo die Laser besonders heiß gebrannt haben. Hätte es weit bringen können, unser Zoot, aber Disziplin war nicht gerade seine Stärke“, verkündete Die Doc mit lauter Stimme.
„Hört, hört“, rief jemand vom Ende der Schlange.
„Doc, bitte, das ist vorbei. Ich bin raus. Im Ruhestand.“
„Aber jetzt hier …, und vielleicht bald auf Oberon.“ Die Doc strahlte Soter an.
„Ja, vielleicht“, nickte Soter und wich dem Blick der Frau aus. Das Blau der Augen war zu intensiv, zu strahlend.
„Nun komm schon, Zoot, ab mit uns in die Ausbilderkantine.“
Soter rückte erneut einen Platz nach vorn, spürte dabei die Blicke seiner Kameraden auf sich. Noch fünf Schritte und er würde sein Tablett ausgehändigt bekommen. „Nee, Doc, ein andern mal gerne. Wenn ich von Oberon zurück bin. Ich lade Sie dann ein.“
Doc Greenaway schlug ihm mit der Faust gegen den Oberarm, lachte dabei. „Nicht erst dann, Zoot. Ich will jetzt wissen, wie es dir in den letzten zehn Jahren ergangen ist. Du musst mir vor allem von Phobos erzählen. Da war ich ja schon nicht mehr bei euch. Dass ihr da raus gekommen seid, davon reden noch heute alle.“
Ein Keuchen ging durch den Speisesaal.
„Dann wissen Sie ja Bescheid, Doc“, sagte Soter.
„Nee, Zoot, weiß ich nicht. Ich weiß nur, was die üblichen Aufschneider zu erzählen wissen. Nur mit viel Glück sind sie der Hölle von Phobos entkommen, naja, und wegen ihrer Schießkünste. Eine Geschichte ist da wilder als die andere. Natürlich alles Quatsch. Ich war selbst bei der kämpfenden Truppen, ich weiß, wie es da zugeht. Zum Held wird man nicht, weil man sich dazu macht, Held ist man, weil man das richtige tut. Und darüber schweigt.“
Soter gestattete sich ein Grinsen. „Dann verstehen wir uns ja, Doc. Phobos ist Vergangenheit.“
„Und vor uns liegt Oberon“, rief jemand vom Ende der Schlange.
„Vielleicht“, rief jemand anders. „Vielleicht will man uns ja nicht. Uns alle. Nicht mal den Ranger da vorn.“
Soter blickte sich nicht nach der Stimme um, er erkannte sie auch so. Typen wie Woychowski gab es auf jedem Kasernenhof. Sie stänkerten rum, wann immer es ging. Sie wollten sich beweisen. Nicht nur im Kampf, sondern auch innerhalb der Truppe. Wollten sich einen Platz erobern, der möglichst weit oben in die Hierarchie des gemeinen Fußvolks angesiedelt war.
„Also, Zoot, kommst du mit? Über alte Zeiten reden?“ Die Doc lächelte. Das Lächeln traf Soter tief in seinem Inneren. Mehr als drei Wochen war er jetzt im Camp, fraß Dosendreck und Staub. Der Drill machte sie alle gleich. Keine der Kameradinnen nahm er als Frau war, aber Die Doc. Sehr sogar. Sie roch gut, sie sah gut aus. Und ihre leicht geschminkten Lippen waren überaus verführerisch. Soter fuhr sich mit der Hand über die Stoppeln auf seinem Schädel. „Danke, Doc“, sagte er, „aber ich bleibe bei den Kameraden.“
Doc Greenaway rümpfte die Nase. „In diesem Gestank?“
„Doc, Sie sind eine wirklich attraktive Frau, sind es damals schon gewesen. Aber sie wissen, Dienst ist Dienst. Und auch wenn wir nicht mehr bei den Rangern sind, belassen wir es besser bei diesem Hallo. Sollten wir uns später nochmals begegnen, zeige ich ihnen gerne ein paar Narben, für die ich ihren erfahrenen Rat als Militärärztin benötige. Die jucken nämlich von Zeit zu Zeit ziemlich.“
Gelächter tobte durch die Schlange, der zuvorderst Stehende ließ dabei sein gerade erhaltenes Tablett fallen. Lachend ging er in die Knie, begann mit seinem Löffel den Dosenfraß in die Einsätze zurück zu schaufeln. Soter rückte einen Platz nach vorn, blickte dabei nicht auf seine langjährige Divisionsärztin. Es reichte ihm, ihr wütendes Schnaufen zu hören. „Schade, Specialist Soter“, sagte Die Doc und ihre Stimme war mit einem Mal ohne jegliche Wärme. „Ich hätte mich wirklich gerne mit dir über alte Zeiten unterhalten.“ Dann drehte sich die Frau um. Noch schneller, als sie gekommen war, rauschte sie aus dem Speisesaal. Jeder ihre Schritte zeichnete sich überdeutlich unter ihrem zu engen Kittel ab, die Absätze ihrer leichten Kampfstiefel knallten einen wütenden Takt auf den Boden.
„Mit der wär' ich sofort mit“, sagte Hoffmann, „egal wohin. Aber mich hat'se ja leider nicht gefragt.“
Soter sagte nichts, rückte nur erneut einen Schritt nach vorn. Er fragte sich, warum Die Doc seine Vergangenheit in aller Öffentlichkeit ausgeplaudert hatte. War das ein Test? So wie das Schlangestehen, der Schweiß? Hatte er diesen Test bestanden? Oder war die Begegnung nur Zufall?

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Arbeitsgruppe 2

Kritik von erfahrenen Autor/innen sollte man Ernst nehmen, denn sie kritisieren ja nicht aus dem hohlen Bauch heraus, sondern aus Erfahrung. Und deshalb habe ich gerne die Möglichkeit genutzt, in der Romanarbeitsgruppe einen zweiten Textauszug einzustellen. Der erste stieß zum einen wg. des aufgeheitzten Stils auf Kritik, zum anderen wg. der fehlenden Identifikationsmöglichkeiten mit der Hauptfigur, auch sonst würde der Text ziemlich im luftleeren Raum schweben (schon das Wo-passiert-das-eigentlich? war nicht klar).

Das war alles genau so gewollt von mir, also nicht weiter schlimm. Dennoch habe ich mir die Kritik zu Herzen genommen und die bemakelten Punkte im Sinne der Arbeitsgruppen-Mitglieder abgearbeitet. Nur Versuch macht klug. Das Neuschreiben ging mir gut von der Hand - dennoch habe ich gezögert, den Auszug (4 Normseiten) ins Arbeitsgruppenforum einzustellen. Denn er steht doch für vieles, was ich an Texten nicht mag. Er strotzt nur so vor Informationen. Er ist geschwätzig. Und es passiert nichts. Okay, es sind nur die ersten vier Seiten des 16 seitigen Prologs, gerade im Hinblick auf Handlung tut sich auf den folgenden Seiten noch richtig viel. Da stimmt am Ende die Gewichtung zwischen Info und Action. Aber die ersten vier Seiten, puh, find ich doof.

Dass die Reaktion auf den neuen Textauszug dann durchwegs positiv ausfiel, hat mich entsprechend überrascht. Schon klar, im Text ist nun all das, was der Arbeitsgruppe zuvor fehlte. Nun stimmt also alles.

Aber für mich stimmt nix. Okay, der aufgeheitzte Stil stimmte für mich auch nicht, normalerweise schreibe ich anders. Aber wenigstens konnte ich den mit einem Augenzwinkern verfassen. Mal so richtig aus dem vollen Topf mit den fetten Adjektiven greifen hat schon Spaß gemacht.

Und nu? Ich klopp das Dingen natürlich nicht in die Tonne. Eine dritte Fassung des Anfangs wird entstehen, ich werde auch die ins Arbeitsforum einstellen. Und die ersten 25 Seiten des Romans schreiben. Im neuen Jahr gehe ich damit mal auf Tour und klopfe bei Verlagen an. Stößt das Projekt nur auf Desinteresse, kehre ich vorerst zur Kurzgeschichte zurück (und zu meinem bevorzugten Genre).

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Ich hätt' so gern einen ...

Replikanten. 'nen vernünftigen Grund dafür gibt es eigentlich nicht, denn eigentlich funktioniert Oberon gut ohne Replikant. Oder Roboter. Oder was sonst auch immer für ein Kunstprodukt, das verdammt fies menschenähnlich ist und sich bei passender Gelegenheit mit 'nem gewissen Thrillfaktor aus dem Hut zaubern lässt. Wie Ash (den Androiden) in Alien. seufz.

Wie gesagt, Oberon kommt nach jetzigem Planungsstand prima ohne Replikanten aus. Und so grübel ich darüber nach, wie ich ihn sinnvoll einsetzen kann. Schon klar, der Sagenhintergrund, den ich in Oberon integrieren möchte (und kann!), lässt einen Replikanten zu. Es geht um Täuschen, Tricksen, Tarnen. Also auch. Und gerade in der Hinsicht ist einiges möglich mit so 'nem Replikanten. Wenn es ihn gibt, wenn er auf Oberon mit von der Party ist, dann macht das schon Sinn. Wirklich. Aber!

Natürlich, es gibt immer eins, so ein fieses Aber. Also, aber wie nutze ich ihn sinnvoll für das Ende. In Alien wurde der Speicher des Androiden genutzt. Das in Oberon so oder ähnlich zu machen, nö, das wäre peinlich. Und so 'ne Art Roy Batty wäre zwar als Kampfmaschine super, aber sonst?

Nein, das macht alles keinen Sinn. Da muss mehr hinter (m)einem Replikanten stecken, als das bloße Vorhandensein. Er muss einen gewichtigen Anteil am Lösen des Problems haben, einen ganz gewichtigen. Einen ohne den Soter es nicht schafft.

grübel.

grübel.

Was mich trotz aller Grübelei überaus motiviert: Eine der Figuren des Prologs ist so angelegt, dass er ein Replikant oder Android sein könnte. Und die Figur habe ich zu einem Zeitpunkt installiert, als ich an so etwas - äh, also einen Replikanten - als Bestandteil des Projekts noch gar nicht gedacht habe.

Also, weiter grübeln. Das Ding rund machen. Eine Rolle für den Replikanten finden. Eine richtig gute Rolle.

Demnächst mehr ...

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So ist Soter

In der Romananfangsarbeitsgruppe ging es bei meinem Text irgendwann auch darum, ob die Hauptfigur greifbar ist. Ich finde, sie ist, stand damit aber allein. Okay, beurteilt wurden nur die ersten 4 Seiten. Und (mir) Wichtiges über Soter folgte erst später. Wie auch immer, irgendwann warf ich in die Diskussion ein, dass Soter natürlich auch sein "düsteres" Geheimnis habe, später dann aber doch richtig handeln würde.

Düsteres Geheimnis? Nach Ende meiner zwei Tage kam die Frage, was es denn damit eigentlich genau auf sich habe. Es wurde gewitzelt, dass Soter ja vielleicht noch bei Mutti wohnt. Tut er natürlich nicht. Oder er vielleicht eine Leiche im Keller habe. Hat Soter einen Keller? Ich weiß es nicht. Ich kam aber gerne der Bitte nach, Soters "düsteres" Geheimnis zu enthüllen. Hier nun die kleine Geschichte.

Zitat

Eine Leiche im Keller gibt es, die eines Vorgesetzten. Aber den hat er nicht zur Leiche gemacht, zumindest nicht unmittelbar. Jung zu den Space Rangern gekommen war Soter auch beim Entsatz von Deimos dabei. Unter hohen Verlusten - naja, für Ranger normal - hatten sie sich fast zu ihren eingeschlossenen Kameraden vorgekämpft, als sie in einer Turnhalle auf internierte Zivilisten stießen. Keine große Sache für Ranger, die lässt man links liegen und marschiert weiter. Bloß, die Zivilisten wollten nicht zurück bleiben (weil von hinten schon wieder der Feind nachrückte) und mischten sich unter die Ranger. Ein großes Chaos brach aus, der Entsatz drohte zu scheitern. Also befahl Soters Vorgesetzter, die Zivilisten aus dem Weg zu schaffen. Das nahmen einige Kameraden Soters wörtlich. Soter selbst war nicht an der Ermordung der Zivilisten beteiligt, er hat sie nicht mal gesehen.

Wie auch immer, der Entsatz gelang, die Ranger zogen mit den befreiten Kameraden aus der Deimos Station ab (samt einiger Beute). Die Ermordung der Zivilisten wurde den Deimos Rebellen angelastet, diesbezüglich hielten die Ranger echt prima zusammen. Soter schlug andere Schlachten, wurde verletzt, sah viele, viele Menschen und auch Kameraden sterben. Soldatenalltag.

Soter vergaß die Sache. Erst nach dem Ausscheiden bei den Space Rangers kam sie wieder hoch. Er erhielt den Anruf seines einstmaligen Kommandanten. Der Mann wollte mit ihm sprechen, sagte nicht warum. Soter erinnerte sich an Deimos und sagte "Kein Interesse, Sir. Darüber gibt es nichts mehr zu sagen."

Der Kommandant erschoss sich wenig später. Soter erfuhr davon, versuchte die Sache auf die leichte Schukter zu nehmen, aber es gelang ihm nicht. Die Deimos Sache hatte er schnell verdrängen können, der "Verrat" am Kommandanten saß tief. Rangers halten zusammen, was immer auch geschieht. Und helfen sich, wobei auch immer. Ein Leben lang. Auch wenn es das eigene Leben kostet.

Kinderkram? Für Soter nicht. Treue und Pflicht sind ihm ein hohes Gut. Und dass er wortbrüchig geworden ist, entsetzt ihn mehr, als der Selbstmord des ehemaligen Vorgesetzten.

Ja, er ist schon ein komischer Typ, der Soter. Die Ermordung vieler Zivilisten verdrängt er erfolgreich, ein gebrochener Treueeid verfolgt ihn.

Soter hat übrigens mit sechszehn sein Elternhaus (und damit Muttern) verlassen, um zu den Space Rangern zu gehen. Die nahmen ihn erst, als er achtzehn war. Die Jahre dazwischen jobbte er mal da, mal dort. Entsprechend unzureichend ist seine Schulbildung. Er ist nie verheiratet gewesen. Kinder hat er vielleicht. Wenn man wollte, könnte man ihn vieler Verbrechen anklagen, denn in seiner aktiven Zeit hat er selbst es nicht so genau mit der Haager Weltraumkriegsordnung genommen. Krieg ist eben Krieg.

Das ist eine von zwei Hintergrundgeschichten, die ich mir für Soter ausgedacht habe. Welche davon in Oberon einfliest, weiß ich noch nicht. Die andere variiert leicht, da gehört er mit zu den Soldaten, die die Zivilisten getötet haben.

[snip]*



Ich gehöre nicht zu den Autoren, die sich Lebensläufe zu ihren Figuren basteln, damit sie sie besser verstehen. Ich wusste nur, Soter ist ein Ausbund ein Pflichterfüllung. Und dass es in der Hinsicht einen richtig fiesen, schwarzen Fleck gegeben haben muss, damit er in Oberon an der entscheidenden Stelle "richtig" handeln und damit zeigen kann, dass er sich geändert hat. Die Backgroundgeschichte dazu war schnell getippt. Und, hey, es hat Spaß gemacht. Vielleicht fertige ich mal just for fun für andere Figuren kleine Adventures an. Auch wenn sich die nicht in Oberon wiederfinden, es sind gute Fingerübungen Eingefügtes Bild


[snip]* = an dieser Stelle standen im Diskussionsforum der Arbeitsgruppe ein paar Absätze, die hier in aller Öffentlichkeit nix zu suchen haben, weil sie zu viel über den Plot verraten. Eingefügtes Bild

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Arbeitsgruppe

Seit Montag läuft die Romananfangsarbeitsgruppe. Und ich finde, sie läuft gut. Pro Anfang stehen zwei Tage zur Verfügung. Dabei geht es zwar auch um Stilfragen, aber letztlich mehr darum, wie und ob der Romananfang als Anfang funktioniert ob die eingeführten Personen schlüssig etc. sind, worin der Konflikt besteht, wie die Atmosphäre transportiert wird und natürlich auch, ob der erste Satz als spannend oder langweilig empfunden wird.

Alles Fragen, die selbstverständlich auch Testleser beantworten können. Bloß, haben die den handwerklichen Background, um kompetent antworten zu können? So wichtig mir Testleser mit ihren Meinungen sind, in Detailfragen (ganz besonders die fachlicher Natur) wende ich mich lieber an erfahrene Autoren/innen.

Und wie eingangs geschrieben, ich finde, die Arbeitsgruppe läuft gut. Der Ton ist angenehm, freundlich & entspannt. Auch wenn die gemeinsame Arbeit an meinem Romananfang erst übermorgen beginnt, bisher habe ich aus der ersten Halbzeit der Arbeitsgruppe schon viel für mich mitnehmen können. Wie intensiv müssen die Figuren eingeführt werden, wie dezent müssen Andeutungen auf zukünftiges sein ... und und und. Natürlich habe ich mir da in Sachen Oberon so meine Gedanken gemacht. Aber wie andere darüber denken, vor allem erfahrene Romanautorinnen, hilft mir ein gutes Stück weiter. Demnächst mehr ...

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Kill Your Darlings

Und ab damit

Zitat

Soter folgte seit Stunden den Stiefelabdrücken Hermanez, die sich scharf in den Staub des Bodens gepresst hatten. Nur gelegentlich hob er den Kopf, blickte auf die ruhig, fast gelassen dahinschreitenden Beine des großgewachsenen Mannes vor ihm. Im Schein der Stirnlampe warfen sie Schatten, die Soter an einen sich im Sturm biegenden jungen Baum erinnerten. Auch wenn Hermanez nicht jung war, die Unverwüstlichkeit der Jugend besaß er, das hatte der beinah fünfzigjährige Mann in den letzten Tagen bewiesen. Und Soter selbst? Er fühlte sich nicht wie ein Baum, er war müde, wollte sich setzen. Aber ausruhen? Nein, dafür war keine Zeit. Nicht jetzt, wo sie es beinah geschafft hatten, das Ziel so dicht vor ihnen lag. Nur noch zweihundert Meter, verkündeten die rot blinkenden Zahlen des TeleM.


in die Tonne. Eingefügtes Bild

War zwar der erste Absatz des Prologs, aber ich fand ihn doof (weil zu langsam als Einstieg). Jetzt kommt es sofort zum Knall Eingefügtes Bild


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