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Fazit 2012

Was hat das Jahr 2012 gebracht? Medial gesehen, so für mich...
War fast ein wenig gespannt auf das Ergebnis... OK; hier die abgespeckte Leseliste, nach Punkten geordnet. Punkte 9 und 10 (und mehr) für meine allerbesten. 8 oder 7 Punkte für die besseren, 6 und weniger haben für meine Begriffe eben nicht gepunktet.

Als meine persönlichen Entdeckungen des Jahres nenne ich Michael Bishop und James Blish. Die werden mich sicher auch nächstes Jahr noch begleiten. Wen ich auf alle Fälle auch im Auge behalten sollte: G. Donovan, Gifune, Lilin (wenn es mal wieder was von ihm gibt...) und Haldeman.
Alte Lieben habe ich wiederentdeckt und wurde dabei nicht enttäuscht (hätte ja auch schief gehen können) - Hartenstein, Camus, Iain Banks, den ich lange nicht mehr gelesen hatte.
Sorokin hat mich etwas enttäuscht, ist bei ihm aber immer so eine Sache, sozusagen eine Wunderkiste...

Gerard Donovan: „Winter in Maine“ 11 / 10 Punkte
Michael Bishop: „Die Einhorn-Berge“ 10 / 10 Punkte
James Blish: "Der Tag nach dem jüngsten Gericht“ 10 / 10 Punkte.
Dan Simmons: „Hyperion“ 10 / 10 Punkte
Greg F. Gifune: „Die Einsamkeit des Todbringers“ 10 / 10 Punkte
Nicolai Lilin: „Sibirische Erziehung“ 10 / 10 Punkte
„Luzifer läßt grüßen. Teuflische Geschichten“ 10 / 10 Punkte
Wilko Müller jr.: „Fräulein Schmidt und die Suche nach Atlantis“ 10 / 10 Punkte
Joe Haldeman: „Herr der Zeit“, 10 von 10 Punkte
Emmanuel Carrère: „Limonow“ 10 / 10 Punkte
Albert Camus: „Die Pest“ 10 / 10 Punkte

Michael Bishop: „Die Cygnus Delegation“, 9 / 10 Punkte
Michael Bishop: „Graph Geigers Blues“ 9 / 10 Punkte
James Blish: „Der Gewissensfall“ 9 / 10 Punkte
Martin v. Arndt: „Oktoberplatz oder Meine großen dunklen Pferde“ 9 / 10 Punkte
Denis Johnson: „In der Hölle“ 9 / 10 Punkte
Iain Banks: „Krieg der Seelen“ 9 / 10 Punkte
Uwe Schimunek: „Mord auf der Messe“, 9 / 10 Punkte
Erlend Erichsen: „Nationalsatanist“ 9 / 10 Punkte
Elisabeth Hartenstein: „Abschied von Alexander“ 9 / 10 Punkte
Uri Avnery: „In den Feldern der Philister“ 9 / 10 Punkte

Michael Bishop: „Flammenaugen“ 8 / 10 Punkte
James Blish: „Der Hexenmeister“ 8 / 10 Punkte
James Blish: „Zeit der Vögel“ 8 / 10 Punkte
James Blish: „Das Rätsel von Xotha“ 8 / 10 Punkte
Iain Banks: „Der Algebraist“ 8 / 10 Punkte
Dan Simmons: „Flashback“ 8 / 10 Punkte
F.Paul Wilson: Handyman Jack 8 / 10 Punkte
Frank W. Haubold: „Götterdämmerung. Die Gänse des Kapitols“ 8 / 10 Punkte
Richard David Precht: „Wer bin ich und wenn ja, wie viele?“ 8 / 10 Punkte
Martin Amis: „Night Train“, 8 / 10 Punkte
Albert Camus: „Der Fremde“ 8 / 10 Punkte
Robert E. Howard: „Conan 1“ 8 / 10 Punkte
Jack McDevitt: „Das Auge des Teufels“ 8 / 10 Punkte
Dietmar Dath & Heike Aumüller: „Verbotene Verbesserung“, 7 / 10 Punkte
„Mike Mognola’s Hellboy. Medusas Rache“, hg. v. Christopher Golden 7 / 10 Punkte

S. I. Watson: „Ich.darf.nicht.schlafen“ 6 / 10 Punkte.
Umberto Eco: „Der Friedhof in Prag“ 6 / 10 Punkte
David Brin: „Sternenriff“ 6 / 10 Punkte
T.C. Boyle: „Fleischeslust“, 6 / 10 Punkte
Vladimir Sorokin: „Der Schneesturm“ 6 / 10 Punkte
Tad Williams: „Der brennende Mann“ 5 / 10 Punkte
Jeremy C. Shipp: „Der Tripp“ - ohne Wertung -
Roberto Bolaño:“Die Naziliteatur in Amerika“ 3 / 10 Punkte
Louis-Ferdinand Céline: „Reise ans Ende der Nacht“ 6 / 10 Punkte
Haruki Murakami: „Nach dem Beben“ 5 / 10 Punkte
Zakhar Prilepin: „Sankya“ 6 / 10 Punkte
Valerio M. Manfredi: „Das etruskische Ritual“ 6 / 10 Punkte
Philipp Vandenberg: „Der König von Luxor“ 6 / 10 Punkte.

Comics
Ted Naifeh: „Courtney Crumrin im Reich des Zwielichts. Bd. 3“ 12 / 10 Punkte
Ted Naifeh: „Courtney Crumrin und die Ungeheuer der Alten Welt. Bd. 4“ 13 / 10 Punkte
David Finch, Jason Fabok: „Batman. The Dark Knight. Dunkle Dämmerung“ 8 / 10 Punkte
Jodorowsky und Fructus: „Showman Killer“ Bd. 1: „Ein Held ohne Herz“, Bd. 2: „Das goldene Kind“ 6 / 10 Punkte
„Star Trek“ 6 / 10 Punkte
Stephan Probst: „Swift. Burn baby burn“ 8 / 10 Punkte

[Edit: Sonstiges wieder rausgenommen, war zu oberflächlich...]

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Zu guter Letzt - Abschluss Leseliste 2012

48) „Mike Mognola’s Hellboy. Medusas Rache“, hg. v. Christopher Golden
Als Hellboy-Fan ein Muss für mich. Nette Geschichten um paranormale Erscheinungen, Figuren aus Volkssagen verschiedener Länder, Kämpfe, die natürlich der Held alle besteht. Nun, so richtig weggefetzt hat mich das Buch nicht. Schön war für mich ein Wiederlesen mit Poppy Z. Brite. Für den Hellboy-Fan gibt es ein paar schöne Aha-Erlebnisse, dazu auch Illustrationen vom Meister (Mignola) selbst.
7 / 10 Punkte

49) Michael Bishop: „Graph Geigers Blues“
Wieder so ein Meisterwerk; zumindest bis zur Hälfte.
Zu welchem Genre gehört dieses Buch? Absurdes Theater? Superheldenparodie? Realistische Phantastik?
Gut, man entscheide selber: Ein Zeitungs-Kolumnist hat sich einen Ruf als unerbittlicher Kultur-Moral-Schützer in einer eher unbedeutenden US-amerikanischen Metropole erarbeitet. Er entscheidet, was gute Kunst und Kultur ist, was Schund.
Feiner Job das. Doch dann zieht er sich was zu: Er badet in einem atomar verseuchten See. Danach kann er keine „hohe Kultur“ mehr genießen, ohne irgendwelche Krämpfe zu bekommen.
Parallel muss er sich um einen jugendlichen Punk kümmern, den ihm seine Schwester übergeholfen hat. Was aber irgendwie gar nicht zusammen passt, erweist sich als Lösung des Problems, denn wenn sich der Kutlurwächter mit „niedriger“ Kultur beschäftigt, also Punkrock und Comics, dann geht es ihm besser.
Irgendwann wird er zu einer lokalen Comic-Superhelden-Person, sogar allgemein anerkannt von der Öffentlichkeit. Er zieht sogar so einen speziellen Superheldenanzug an, dessen körperliche Nähe ihn schon vor Übelkeit bewahrt.
Ein weiteres Bad im atomar verseuchten Gewässer verleiht ihm tatsächliche Superkräfte.
Tja, ist das nun albern? Irgendwie nicht, denn Bishop erzählt dass alles sehr präzise und ernsthaft, ohne dabei den Humor zu verlieren. Man nimmt ihm die Geschichte ab. Und so ganz unproblematisch ist da mit der atomaren Verseuchung auch nicht; andere leiden wirklich unter der Strahlung und sterben.
Zum Schluss geht es dann um die Aufklärung des „Zwischenfalls“ - es geht um unsachgemäße Entsorgung von atomaren Abfällen - bei der „Graph Geiger“ hilft.
Seine Story baut der Autor zielgerichtet und nachvollziehbar auf, die handelnden Personen bekommen literarisches Fleisch, ähnlich wie in „Die Einhorn-Berge“; damit gehört das Buch zu den reifen Werken des Autors. Irgendwie verliert es sich etwas zur Mitte hin; ich hatte dann so meine Probleme, bei der Stange zu bleiben. Insgesamt ein tolles, relevantes Buch!
9 / 10 Punkte

50) Philipp Vandenberg: „Der König von Luxor“, Hörbuch, 8 CDs
Neben Manfredi war es vor allem Vandenberg, dessen Name mich als Verfasser historischer Spannungsliteratur schon lange lockte. Manfredi zumindest konnte mich nicht wirklich überzeugen. Und Vandenberg?
Das Buch ist wohl eines seiner bekanntesten und wichtigsten. Es behandelt die Biografie des Entdeckers des Grabes und der Mumie des besonderen ägyptischen Pharaos Tutanchamun. Carte dürfte neben Schliemann der berühmteste Ausgräber der Geschichte sein. Mit seinem Namen ist auch der „Fluch der Pharaonen“ verbunden.
Was machte nun Vandenberg daraus? Nun, zumindest keinen langweiligen Roman. Allerdings griff er auch ziemlich tief in die Schmonzettenkiste, wie ich finde. Er dichtete Carter einige amouröse Abenteuer an. Danach war sein Verhältnis zu Frauen immer ein besonderes. Seine angebliche Liebe zu einer ehemaligen Lehrerin wird zur die gesamte Lebensgeschichte umklammernden Haupt-Erzählung. Dazu kommt ein böser Gegenspieler, der ihn quasi ein Leben lang verfolgt. Nun ja...
Nun bin ich kein Carter-Experte, aber ein grober Vergleich mit dem, was C.W. Ceram (oder auch Wikipedia) zu Carter schrieb, mit dem, was Vandenberg erzählt, lässt eine völlig andere Person vor dem geistigen Auge erstehen. So ist nach Vandenberg Carter in einem Mädchenpensionat (als einziger Junge) aufgewachsen. Auch sein Verhältnis zu Carnarvon wird bei Ceram völlig anders beschrieben als bei Vandenberg. Dass Carter das lang gesuchte Grab Tutanchamuns überhaupt fand, verdankt er einer großen weißen Katze, die auch mit ihm spracht - die Göttin Bastet? Tja..
6 / 10 Punkte.

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In der neuen CL zu finden / Abschluss LL 11/12

© Bild: Thomas Hofmann
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Unlängst erschienen: CTHULHU LIBRIA - Ausgabe 51 (zu finden hier)
Darin auch eine kleine Rezi von mir - dies zur Vervollständigung meiner Leseliste November 2012:

43) Dietmar Dath & Heike Aumüller: „Verbotene Verbesserung“
starfruit publications, Nürnberg, 2012
Vorweg: ich bin ein Dietmar-Dath-Fan! Schon seit langem. Ich lernte ihn als Autor kennen mit seinem Horror-Roman „Die Ehre des Rudels“, der mehr war als „nur“ ein Horror-Roman, auch Jugenderinnerung, bundesdeutsches Gesellschaftsbild der 80er Jahre, Selbstbekenntnis. Parallel „entdeckte“ ich ihn als Übersetzer, von Joe Lansdales „Drive-Inn“, auch ein (mehr als) Horror-Roman. Vor einigen Jahren durfte ich ihn auch persönlich kennen lernen, als ich ihn zur Lesung beim Freundeskreis SF Leipzig einlud. Klar, SF hat er auch geschrieben, sogar preisgekrönte.
Seine Bücher lassen sich selten wirklich in ein Genre, in eine Schublade einordnen. Es gibt sicher gewissen Fixpunkte in seinem Schaffen, die man immer wieder antrifft, wenn man ein Buch von ihm in die Hand nimmt. Inzwischen gibt es sehr viele Bücher von ihm; so viele, dass ich sie nicht alle gelesen habe. Ich habe keine Ahnung, wie er das macht: Dermaßen viel Schreiben! Und dazu kommt, dass er auch immer viel mitzuteilen hat! Es sind keine seelenlosen Serienschinken, die er abliefert, weil ein Redaktionstermin drückt (nun, wie das bei ihm und den Redaktionsterminen wirklich ist, weiß ich natürlich gar nicht). Auf jeden Falls staune ich, denn was und worüber er alles schreibt, lässt mich vermuten, dass er auch sehr viel recherchieren muss. Tja, wie macht er das bloß?
Das vorliegende Buch ist, wenn ich richtig gezählt habe, das 4. in diesem Jahre 2012 (ein 5. kommt im Dezember bei Heyne: ein SF-Roman!). Es scheint, als würde der Autor hier wiederum neue Wege beschreiten. Was ist es nun? Vielleicht eine Art Poesiealbum? In der Info des Verlages steht das Wort „Kalendergeschichten“. Ja, so etwas...
Es handelt sich um kurze, mitunter sehr kurze Texte. Es sind kaum wirkliche Geschichten, eher Gedanken, Episoden, Ideen (von verrückt bis weise). Ein - wie oben erwähnt- Fixpunkt seines Schaffens ist der Drang, „die Welt zu erklären“. Die Anführungszeichen stehen deshalb da, weil Dath das nie allumfassend und endgültig macht, aber er hat immer eine besondere Sicht auf die Dinge, immer etwas Besonderes beizutragen, fügt seinem (meinem?) Weltbild immer ein Stückchen hinzu.
Als Vorlagen dienen Fotos von Heike Aumüller. Als Dath-Fan wusste ich: Sie ist Teil des Kammerflimmer Kollektief, einer Experimental-Ambient-Musik-Truppe aus Karlsruhe, die bereits mit Dietmar Dath zusammen arbeitete und die inzwischen mit Dath ein neues Musik-Projekt startete: The Schwarzenbach. Auf dem Foto auf der Bandhomepage ist er mit abgebildet.
Bei den Fotos handelt es sich um surrealistische Inszenierungen,meist von Menschen, vielen nackten Menschen. Ihre Haltungen sind selten alltäglich. Es handelt sich um gesetzte Szenen. oftmals sind die Personen kopfüber, die Beine nach oben gestreckt. Es gibt Masken (siehe die eindrucksvolle Cover-Illustration). Das Ambiente, die Settings, wenn man so will, wirken oft baustellenhaft, unaufgeräumt, ruinenartig, defekt. Das regt zur Phantasie an. Dietmar Dath regten sie auf alle Fälle zur Phantasie an. Es ist absolut köstlich, was er da sieht. Nun, ich denke, einige Texte sind lose, assoziative Fingerübnungen, aber in einigen steckt sehr viel Weisheit drin. Ich mochte eher die ernsteren Aussagen; wenn er auf die Frage nach Täuschung und Wahrheit oder der nach der Vielfalt der Realitäten keine Antwort findet. Viele Sätze können als Aphorismen allein für sich stehen - nun ja, wer Sinnsprüche für ein Poesiealbum sucht, sollte hier fündig werden.
Diese Empfehlung schreibe ich für ein Lovecraft gewidmetes Zine: Auch der gehört zum Dath’schen Universum. Hier lesen wir, wie Dagon und Baal zusammen kommen, so wie auch Lovecraft und Bertolt Brecht. Absurd? Ok, das ist es, das ist Dath, so mag ich ihn!
Nebenbei ist das Buch ein Augenweide: Also die Fotos, schweres 150g-Papier. Es gibt auch eine Extra-feine Superauflage, signiert etc. (50 Ex.) Als Soundtrack empfehle ich Kammeflimmer Kollektief!
7 / 10 Punkte

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Kosmos und Krieg - Leselistenfortsetzung 11 / 2012

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© Bild: Thomas Hofmann

45) Jack McDevitt: „Das Auge des Teufels“
Mein erster McDevitt! Nach dem ElsterCon, wo er zu Besuch war (im Mai d.J.). Wird ja Zeit, nicht wahr!
OK, so ganz hat er mich nicht überzeugt mit diesem Buch. Helden sind die beiden Antiquitätenhändler, die hier auf der Suche nach einem Geheimnis in ein großes Abenteuer geraten. Eine Horror-Autorin hat ihr Gedächtnis verloren. Also, nicht verloren, sondern sozusagen mehr oder weniger freiwillig abgegeben. Sie hat etwas Ungeheuerliches vergessen. Warum?
Um das herauszubekommen, besuchen die beiden Helden die Orte, die sie zuletzt aufsuchte. U.a. auch einen wenig besiedelten Planeten, auf dem es spuken soll. Da hat sie sicher recherchiert für eines ihrer nächsten Bücher. Der erste Teil des Romans beschreibst, was auf dem Planeten abgeht. Aber das alles hat dann mit der Auflösung der Story gar nichts zu tun!
Das hat mich verwundert und auch etwas gestört an dem Buch!
Am Ende ging es um eine Auseinandersetzung mit Aliens, mit denen die Menschheit droht in einen Krieg einzutreten. Die Fremden sind ... fremd. Unheimlich - und fühlen sich den Menschen überlegen.
Außerdem wird der „Grusel-Planet“ von einer kosmischen Katastrophe bedroht. Nun ja, jetzt müssen wir Beides nur zusammen bekommen: Eintracht mit den Aliens und die Katastrophe abwenden. Das Buch hat ein happy end!
Es ist toll erzählt,leicht und locker, schöne Dialoge, witzig, spannend. Die Aliens werden eindringlich und anschaulich geschildert. Interessant ist der Hintergrund, der ca. 9000 Jahre in der Zukunft spielt. Das Gefühl für Historizität bekommt McDevitt viel besser hin als Banks, wenn der über große Zeiträume schreibt. Andererseits erschien mir Vieles aus dieser fernen Zukunftswelt ziemlich irdisch und hiesig; es könnte teilweise auch im Hier und Heute spielen. Aber ok. Werde auf alle Fälle weitere McDevitts lesen!
8 / 10 Punkte

46) Uri Avnery: „In den Feldern der Philister“
Dies sind die Erinnerung eines an dem Unabhängigkeitskrieg Israels in den späten 40ern des 20. Jh. und heute berühmten Friedensaktivisten Israels. Dabei handelt es sich um 2 Bücher. Nach dem ersten war der Autor eine Art Nationalheld Israels. Er schildert in kurzen Berichten vom Alltag des Kriegs für eine Zeitung. Hinterher wurde erst ein Buch daraus. Dabei erzeugte er offensichtlich ein heroisches Bild vom Kampf der Israels gegen die Araber. Allerdings war er wohl selber über den Erfolg des Buches und seinen Ruf, den er nun genoss, erstaunt.
Und er merkte, dass das so nicht stimmt. Dauer das zweite Buch, das auch interessanter zu lesen ist. Darin wird der „Heroismus“ aus dem 1. Band stark relativiert. Die Folge: Der Mann wurde zur Unperson in Israel. Er schildert die Schattenseiten dieses Krieges, auch schlimme Sachen, die dort abliefen.
Mich hat das Thema nach dem Sechen des britischen TV-Vierteilers „The Promise - das gelobte Land“ (gezeigt auf arte, im Frühjahr 2012) in seinen Bann bezogen. Was da tatsächlich abging nach dem Zweiten Weltkrieg, oder auch davor, war mir so nicht bekannt. All das ist durchaus sehr interessant, da die Folgen ja noch immer den Alltag in der Region bestimmen.
9 / 10 Punkte

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Da war doch mal was... (Beginn Leseliste November 2012)

Elisabeth Hartenstein: „Abschied von Alexander“
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Bild: Thomas Hofmann, 2012

Früher las ich mit Vorliebe historische Romane, ehe ich zur SF fand. Die Liebe zur Geschichte hatte dann auch meine Berufs-Ausbildung geprägt. Inzwischen beschäftige ich mich viel zu wenig mit Geschichte. Dafür kommen die Erinnerungen. Z.B. an ein Buch, das mich als Jugendlicher außerordentlich faszinierte, über die Jugend Alexander des Großen und den Beginn seiner Eroberungen.
Das Buch ist weg. Aber jetzt gibt es ja das NETZ. Und da fand ich es wieder, auch wenn ich den Namen der Autorin vergessen hatte (dass es eine Frau war, wusste ich noch). Eine erste Überraschung für mich: Von dem geliebten Roman, „Im Schatten Alexanders“, gab es noch eine Fortsetzung: „Abschied von Alexander“, das ich damals nicht mal wahr genommen hatte.
Das habe ich mir nun als erstes besorgt und gelesen.
Irgendwie wollte ich jetzt mehr von der Autorin wissen - und war wieder überrascht. Es gibt nur wenige Infos, selbst im WWW. Etwas mehr als Buchtitel fand ich lediglich auf einer englischen Seite (janebadgerbooks).
Auf der HP der „Leipziger Blätter“ gibt es zumindest die Inhaltsverzeichnisse auch alter Hefte. Im Heft 7 von 1985 steht ein Artikel von Bernd Weinkauf: „Pegasus ist auch ein Pferd“ - eine Laudatio zum 85. Geburtstag der Autorin. 85, ah, also 1900 (am 15. November) ist sie geboren. In einem Leipzig-Lexikon fand ich dann noch, dass sie 1994 gestorben ist. Und die Bücher aus den 80er Jahren schrieb sie sozusagen schon im hohen Alter, auch das, was ich nun gelesen habe.
Inzwischen habe ich den vorzüglichen Artikel aus dem Jahre 1985 gelesen. Jetzt weiß ich etwas mehr über sie, über ihre Pferdeliebhaberei, die auch in den beiden Büchern, die ich nun von ihr kenne, stark zum Ausdruck kam. So ist eine zentrale „Person“ des ersten Alexanderromans sein legendäres Pferd Bukephalos.
Die Autorin war immer mit Pferden verbunden, hatte nach einigen Jahren Abstinenz mit 80 Lebensjahren wieder begonnen zu reiten. Alle Achtung! Sie wurde in viele Sprachen übersetzt, auch im Heyneverlag erschien etwas von ihr.
Ach ja, das Buch...
Es ist recht dünn, hat knapp 200 Seiten. Allerdings ist das Format etwas größer als ein normales TB; und enger bedruckt. Die Illustrationen von Harri Förster finde ich nicht so besonders gut, lediglich die Karten-Vignetten und das sehr schöne Aquarell-Coverbild haben mir großartig gefallen.
Ein Freund Alexanders, der ihn seit Kindertagen begleitet, auch auf dessen Feldzügen und für den Leser zum Chronisten wurde, erzählt seiner Frau, die er einst verließ und nun wiederfand, was er weiterhin erlebte. Es ist die direkte Fortsetzung des Romans „Im Schatten...“, den ich hoffentlich bald auch wieder lesen kann (da scheint ein Fluch über dem Buch zu liegen: Der erste Händler reagiert gar nicht auf meine Bestellung und meine Mails, der zweite hat zwar sogleich die Zahlungsaufforderung geschickt, aber das Buch lässt nun auf sich warten....)
Alexander ist auf den Höhepunkt seiner Macht. Doch schon da bröckelt sie. Überall da, wo er nicht ist, kann er sich nicht 100%ig auf die eingesetzten Verwalter und örtlichen Vasallen verlassen. Seine makedonischen Landsleute und Krieger, die ihn seit 10 Jahren folgen, sind des Krieges müde, wollen nach Hause. Alexander würde aber gerne noch den Seeweg von Indien nach Ägypten finden und Arabien erobern. Daraus wird dann nichts.
Das Ende und der Tod Alexanders wird irgendwie mit schneller Feder erzählt. Nun, da bin ich sicher etwas durch Jakob Wassermann „verwöhnt“ der sich diese Endzeit zum Anlass für einen eigenen Roman machte (muss ich glatt auch noch mal lesen!).
In dem Artikel von Weinkauf fand ich eine schöne Wendung, der mir auch erklärt, was das Buch (die Bücher) von Elisabeth Hartenstein so besonders macht: „Ihre Art, mit ‘Logik und Einfühlungsvermögen’, ..zuschreiben...“(Leipziger Blätter, Heft 7, Seite 55)
Es ist ein Jugendbuch (Reihe „spannend erzählt“, Bd. 171, des Verlages Neues Leben Berlin, 1982), vielleicht auch an manchen Stellen ein klein wenig didaktisch, aber ich habe die späte Lektüre nicht bereut.
9 / 10 Punkte

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Oktober - seltsame Leute auf der Leseliste

Viele Einträge für den Monat, obwohl ich gar nicht viel gelesen habe. Hier zunächst die Übersicht:
- Albert Camus: „Die Pest“ - 10 / 10 Punkte
- Martin Amis: „Night Train“ - 8 / 10 Punkte
- Albert Camus: „Der Fremde“ - 8 / 10 Üunkte
- Zakhar Prilepin: „Sankya“ - 6 / 10 Punkte
- Robert E. Howard: „Conan 1“ - 8 / 10 Punkte
- Erlend Erichsen: „Nationalsatanist“ - 9 / 10 Punkte
- Comics

36) Albert Camus: „Die Pest“ Hörbuch, 3 CD
Zum 2. Mal gehört und wieder begeistert. Auch wenn ich beim ersten Hören noch mehr gerührt war, so konnte mich der tiefe Humanismus des Autors wieder ergreifen.
Tja, er ist ja ein führender Existentialist, aber was ich zumindest hier für viel wichtiger halte, ist seine Pro-Leben-, Pro-Menschen-Einstellung. Er schildert einfühlsam, wie dieses unsägliche und für das 20. Jh. unglaubliche Krankheit die menschliche Gesellschaft an ihren Existenzrand bringt und wie menschliche Fürsorge gegen Bürokratie, gegen die Unfähigkeit, das Ungeheuerliche überhaupt zu akzeptieren und gegen den Zusammenbruch der Zivilisation kämpft.
Ich finde, das ist ein toller Gegenentwurf zu den zahlreichen Zombie- uns sonstigen Apokalypsen, die ja mittlerweile völlig selbstverständlich den Untergang der menschlichen Zivilisation proklamieren und zeigen wollen, dass die Haut so dünn ist...
10 / 10 Punkte

37) Martin Amis: „Night Train“, Hörspiel, 1 CD
Hatte ich eigentlich schon mal erwähnt, dass ich Kingsley Amis nicht so gut... Ach ja, hatte ich.
Nun hat der große Engländer auch einen Sohn. Und der ist inzwischen auch ein Großer. Interessanter Weise stand und steht dieser immer im Schatten seines Vaters. Es werden viele Geschichten kolportiert, wonach das Vater-Sohn-Verhältnis nicht zum besten bestellt ist.
Das machte mich neugierig. Der MDR hat aus dem Roman von Martin Amis ein Hörspiel gemacht, mit Simone v. Zglinicke, Hilmar Eichhorn, Hans Teuscher u.a.
Das Hörspiel ist Klasse! Auch wenn mich diese Story wiederum nicht so sehr überzeugte. Da gibt es die abgeklärte Kommissarin, die das Leben gezeichnet hat und die alkoholkrank ist. Sie wird nun mit dem Tod der Tochter ihres Chefs konfrontiert. Ihr Chef erwartet viel von ihr auch dass sie nachweist dass der Selbstmord der Tochter doch Mord war.
Hmm, irgendwie ist der Kriminalfall dann nicht mehr so wichtig, und alle Erwartungen werden nicht erfüllt.
Als Hörspiel funktioniert das Stück großartig, zumal mit der Musik von Tom Waits veredelt. Das ist so richtig schön düster - noir - ....
8 / 10 Punkte

38) Albert Camus: „Der Fremde“, Hörbuch, 3 CD
Wieder liest Ulrich Matthes (wie auch bei „Die Pest“), was er gut macht. Diesmal ist es nicht der Humanismus angesichts menschenvernichtender Pest, sondern eine in der erbarmungslos hellen und heißen Sonne Algeriens weichgekochte Seele eines Mörder wider Willen, die fasziniert.
Der Ich-Erzähler hat überhaupt keinen Willen. Er lebt so dahin, ihn scheint nichts an die Gesellschaft, an Familie, an irgendwas zu binden, nichts zu interessieren, nichts zu schocken. Und so wird er in einen Streit hinein gezogen und schießt einen Mann nieder.
Alles wird so lapidar, gefühlskalt, nebensächlich erzählt, was mich irgendwie abstößt. Richtig schockierend ist dann die Urteilsverkündung, die dann irgendwie konsequent, aber doch unerwartet erscheint.
Ist der Tod nur die normale Konsequenz eines sinnlosen und unwichtigen Lebens?
8 / 10 Punkte

39) Zakhar Prilepin: „Sankya“
Nachdem mir Immanuel Carrère in seiner Limonow-Biografie den Mund wässrig gemacht hat, griff ich zu diesem Buch. Ich finde es sehr bemerkenswert, dass ein Buch eines Nozbol ins Deutsche übersetzt wird und das literarisch in die Nähe von großer russischer Literatur gerückt wird. Nun, ob es diese Qualität tatsächlich besitzt, vermag ich gar nicht zu beurteilen; dazu kenne ich zu wenige russische Klassiker (des 19. u. 20. Jh.). Ich fand das Buch leider langweilig.
Im Zentrum steht ein junger Mann aus eher normalen, unterprivilegierten Vorstadt-Verhältnissen. Dass er bei den Nazbol, die hier Sojusniks heißen, landet, ist am ehesten dem Umstand geschuldet, dass die einen Familienersatz darstellen. Limonow heißt hier Kostenko; die Handlung spielt in der Zeit, zu Beginn dieses Jahrhunderts, als der im Knast saß. Ideologisch kommt da kaum was rüber, ist eher so ein verwaschener Nationalstolz, gepaart mit dem Bewusstsein, zu den Verlierern zu gehören und dass die Verteilungsverhältnisse gewaltsam umgekrempelt gehören, oder so... Ansonsten kümmert man sich um „seine Leute“; das ist ihnen wichtig. Sonst tut dies ja auch niemand.
Bei ihren „Aktionen“ geht es zunächst um Krawall, wobei erst mit Tomaten, später mit Granaten geworfen wird. Das Herzstück der Handlung ist die Schilderung seiner Reise nach Riga, um einen Richter zu eliminieren, der sowjetische Kriegsveteranen als Kriegsverbrecher und Nazbol, die dagegen protestieren, verurteilt. Ansonsten demolieren die Hooligans lieber Läden und Autos und werden von Polizisten und Geheimpolizisten verkloppt, das nicht zu knapp.
Viel lernen konnte ich aus dem Buch leider nicht; die Handlung ist zu „alltäglich“, als dass sie mich sehr fesseln konnte.
6 / 10 Punkte

40) Robert E. Howard: „Conan 1“
Das war nun aber mal nötig: Habe endlich die Conan-Erzählungen gelesen. Zumindest den 1. Band in der Heyne-Ausgabe von 2002: „Die Original-Erzählungen aus den Jahren 1932 und 1933“
Nun, kann nicht sagen, dass diese mir am besten von den Howard-Stories gefielen, aber man muss sie kennen, auch um zu sehen, wie einseitig die Verfilmungen sind, die Conan auf den muskelbepackten Schwertschwinger reduzieren.
Besonders an dieser Ausgabe sind die Illustrationen von Mark Schultz und die Anhänge, insbesondere wo die Quellen benannt werden, aus denen Howard sich bei seinen historischen, aber auch Fantasy-Stories bediente.
Habe lange daran gelesen, schon Ende des letzten Jahres begonnen. Ich denke, ich werde immer mal wieder zu dem Buch greifen.
Der 2. Band ist leider nur schwer zu beschaffen.
8 / 10 Punkte

41) Erlend Erichsen: „Nationalsatanist“
Das Buch erschien in einem renommierten Verlag für Phantastik: In der kuk-Reihe der Edition Phantasia. Das vorweg, weil man da schnell auf komische Gedanken kommen könnte.
Nun bin ich weder Kenner und Fan der Black Metal-Szene, des True Norwegian Black Metals. Auch wenn ich mir jetzt während und nach der Lektüre ein paar Beispiele reingezogen habe, vor allem von den Bands, die im Buch erwähnt werden und selber eine Rolle spielen (auch wenn der Autor ein leicht durchschaubares Verwechslungsspiel treibt, um eben nicht wirklich autobiografisch erscheinen zu wollen - nehme ich zumindest an), so kann ich nicht behaupten, dass mir die Musik gefällt - nun ja, ein paar Beispiele waren nicht übel (waren wahrscheinlich die Stücke, die von den „wahren“ Vertretern des Genres als kommerziell verschrien sind)...
Ich mag Romane über Musik - „Amaggedon Rock“ von Martin, „Schattenklänge“ von L. Shiner etwa. Aber das hier ist eine andere Qualität.
Der Autor war Teil der Szene und schreibt wohl eigene Erlebnisse auf, zeigt, wie die kraftvoll-dunklen Klänge einen in ihren Bann ziehen können und dann aber offensichtlich den Grund bereiten, sich in eine andere Welt zu begeben. Sicher muss nicht jeder Fan dieser Musik dermaßen abdriften, aber hier wird man mit einem Extrem konfrontiert.
Das war mir nicht klar, dass diese Szene sich selbst dermaßen abkapselt von der Umwelt, sich in offener Feindschaft zu allen Menschen und der Welt sieht und im schlimmsten Fall diese Feindschaft in Aggression gegen andere umsetzt.
Dabei konnte ich den „Gedanken“ des Protagonisten nicht mal folgen, weiß nicht wirklich, was ihm da im Kopf rumschwirrt. (Das geht einer skeptischen Beobachterin in dem Buch ähnlich. Die den abgefahrensten Typen aber dann mit einer Sache konfrontiert, die ihn ausrasten lässt. Will nicht zu viel verraten...)
Und genau da setzt mein Stutzen über den Roman und seinen Autor ein: Hat er sich davon gelöst, oder will er, dass das Geschriebene verklausuliert bleibt, damit er hier nicht zu viel verrät? Die „Aussagen“ bleiben meiner Meinung nach nebulös, seltsam allgemein-unkonkret.
Das rechtsextreme Gedankengut und Handeln, das ja der Titel schon andeutet, kommt so gut wie gar nicht zum Ausdruck, nur der Hass auf Alle, insbesondere auf die normalen Leute, auf Christen, was ja in der Praxis zu den Brandstiftungen gegen Kirchen führte.
Was aber sehr eindringlich rüber kommt, ist diese extreme Ablehnung von allem und allen, die bewusste Abkehr in absolute Einsamkeit und Asozialität, die Sucht nach Dunkelheit und Wut, Zorn, Gewalt. Puh, schon ziemlich heftig.
Literarisch ist der Roman sicher nicht so anspruchsvoll, es wird geradlinig aus der Ich-Pespektive erzählt. Kurze Sätze dominieren. Mitunter erschien mir die Wortwahl etwas seltsam, aber das mag durchaus dem Milieu entsprechen, in dem der Roman spielt.
9 / 10 Punkte

Comics
Comic 7) „Star Trek“
Der Titel lautet so, kein Autorennamen prangt auf dem Cover. Es werden alte Star Trek-Episoden neu erzählt, in denen die neuen, alten Charaktere handeln, also Spock, Kirk und so, aber eben aus der neuen, alternativen ST-Welt. Tja, ich weiß nicht, ob das nötig ist.
Die Zeichnungen sind auch nicht so besonders, sehr puristisch. Kann man durchaus mögen. Alles sehr dialoglastig, was bei Comics nicht immer so gut kommt. So wie ich mit der neuen alternativen Crew nicht wirklich warm geworden bin bisher, so geht es mir auch mit diesem Comic. Allerdings ist es sicher ein MUSS für den Trekkie!
6 / 10 Punkte

Comic 8) Stephan Probst: „Swift. Burn baby burn“
Schön anarchistisches, wildes, zerhacktes Artwork. Es geht um neue Superhelden, die aber gar keine sind, eher wilde Underdogs mit zu viel Kraft, stehen aber politisch auf der richtigen Seite, und die Mädels alle mit großer Oberweite.
8 / 10 Punkte

Lese auch die New 52 - Batman-Comics. Muss sagen, mit Heft Nr. 5 wird eine richtig toll erzählte Story begonnen, die mich wirklich fesseln konnte; nicht nur die Bilder, die großartig rüber kommen, auch inhaltlich.

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Leseliste - September 2012

31) Michael Bishop: „Die Cygnus Delegation“, Heyne 1980.
Der Hammer - für mich, in meiner privaten AHA-SF-Erlebnis-Welt: „’Sie gebrauchen eines von den Büchern aus Newmans Seminar über spekulative Theologie als Vorlage für die Zeremonie’, sagte Billy. ‘Erinnerst du dich, das ist der Kurs, der vorletztes Jahr eingeführt wurde?’
Der Gewissensfall’, sagte Margot“ (S. 145)
Was? Ist das Ernst gemeint? Doch! Gemeint ist das Buch von James Blish! - Wow! DAS ist für mich ein tolles Aha-Erlebnis! Irgend ein Kreis schließt sich - oder öffnet sich da etwas?
Als ich begeistert das Buch „Die Einhorn-Berge“ aus den Händen legte, wollte ich mehr von Bishop lesen. Bei einer ersten Recherche wurde mir klar, dass der Mann kein unbeschriebenes Blatt ist; es gibt bereits eine Menge Bücher auch im Deutschen von ihm.
Schon bald stieß ich auf die sog. „Atlanta-Trilogie“ (auch: Urban Nucleus). Welche Bücher dazu zählen, kann ich so 100%ig nicht erkennen. Phantasitk-Couch und Wiki zählen dazu:
- „Die Cygnus Delegation“ (A Little Knowledge)
- „Die Jahre in den Katakomben“ (Catacomb Years)
- „Under Heaven’s Bridge“ (zusammen mit Ian Watson)

Der Autor zählt auf seiner Homepage noch „Flammenaugen“ (A Funeral for the Eyes of Fire) zu seiner Urban Nucleus of Atlanta [UrNu] dazu. So will ich es auch halten, dann habe ich tatsächlich eine Trilogie zum Lesen (in Deutsch) zur Verfügung...

Interessant, wie der Autor dem Zyklus aufbaute - von hinten nach vorne...
Nach ihrem Entstehungsdatum sortiert:
„Flammenaugen“ - 1975
„Die Cygnus Delegation“- 1977
„Die Jahre in den Katakomben“- 1979
Er beginnt in der fernen Zukunft (Flammenaugen), zeigt, wie in Atlanta der Kuppal-Stadtaat funktioniert (Cygnus-Delegation, spielt um 2072), und zeigt zuletzt, wie die USA zerfiel (Katakomben).

Und gleich noch ein Aha-Erlebnis: Derzeit (2012) haben Dystopien Konjunktur, auch solche, in denen die USA zurück- oder zerfällt. Habe da Dan Simmons „Flashback“ und vor allem Elliott Halls Felix Strange-Reihe im Auge. Religiöser Fundamentalismus und Zerfall der westlichen Demokratie in den USA werden prognostiziert. Das Thema liegt sozusagen in der weltpolitischen Luft. Doch die Atlanta-Bücher von Bishop bauen genau darauf auf: Die USA ist in Stadtstaaten zerfallen, die sich auch baulich abkapseln. In Atlanta etabliert sich ein strenges, christlich-fundamentalistisches Regime, repressiv gegen Andersdenkende und vor allem Atheisten (Moslems und Hare-Krishna-Leute werden gerade noch so toleriert) - doch die Bücher stammen aus den 70er Jahren...

Gleichzeitig erkenne ich in dem hier zu besprechenden Buch ein Motiv aus den Einhorn-Bergen wieder: Bishop hat eine Affinität zu den amerikanischen Ureinwohnern. Zwei seiner Protags sind Indianer, wobei beide recht unterschiedliche, ambivalente Positionen einnehmen.

Atlanta ist im Jahre 2071 eine Kuppelstadt, beherrscht wird sie von der ortho-urbanistschen Staatskirche. Atheisten haben gefälligst die Fresse zu halten, wenn sie keine rein bekommen wollen. Intellektuelle Auseinandersetzungen sind nur noch vorsichtige, mir albern erscheinende, theologische Debatten (Was haben Bonsai-Planzen und die Dreifaltigkeit gemeinsam?).
Leute, die Atlanta verlassen konnten, kehren zurück und bringen Aliens mit, die in Nordeuropa „landeten“, sich als geistig überlegene Wesen von 61 Cygni, man könnte sie biomechanisch bezeichnen. Ihre Lebensweise ist etwas bizarr. Sie mögen es kühl, essen Katzen und Äpfel (Hey, gibt es da nicht noch einen Außerirdischen, der auf Katzen steht?). Einer der Protags, der sich als Hauptfigur heraus kristallisiert, wird engagiert, sich um die Delegation von Cygnus in Atlanta zu kümmern. Das bedeutet in erster Linie, in einem verwahrlosten Stadtbezirk streuenden Katzen zu fangen...
Bishop ist ein Magier beim Charakterisieren von Personen, auch der Fremden. Sie haben ein Geheimnis, das wenigen Menschen (und dem Leser) am Ende offenbart wird. Da es sehr viel in dem Roman um Religion und religiöse Vorstellungen geht, hat diese Offenbarung auch etwas mit dem Seelenheil zu tun...
Vielleicht ist der Plot hier etwas mau und das Ende - nun ja - zu aufgesetzt, dafür fasziniert Bishop durch seine großartige, plastische, eindrucksvoll Welt-Beschreibung und Personencharkteresierungen. Muss aber sagen, dass ich länger brauchte, um mit dem Roman und auch den Figuren „warm“ zu werden als bei „Die Einhorn-Berge“. Hat sich aber allemal gelohnt!
9 / 10 Punkte

32) Michael Bishop: „Flammenaugen“
Zwei Menschen aus Atlanta, Planet Erde, einem Kuppelstadtstaat, sind diesem Gefängnis entflohen. Auf dem Planeten Glaparca bekommen sie einen Job. Sie sollen von einem Nachbarplaneten, Trope, ca. 300 Leute nach Glaparca umzusiedeln, die Quemartsee. Sie bilden eine Sekte, die sich dem streng logischen und rationalen Regime auf Trope widersetzen.
Die Evolution auf Trope hat einen seltsamen Sprung gemacht; die nunmehr vernunftbegabte Art hat innerhalb einer Generation den Sprung von der Steinzeit zur weltraumfahrenden Intelligenz gemacht. Allerdings ist hier der Begriff „Generation“ anders zu verwenden als auf der Erde, denn eine Person erlebt viele Generationen. Die Tropianer wechseln in Persona von einer Generation zur nächsten, vergessen aber ihr vorheriges Leben, es sei denn, sie machten sich Aufzeichnungen und können nachlesen hinterher. Die Quemartsee sind da traditioneller und sie beugen sich nicht der rationalen Doktrin.
Die Tropianer brauchen nicht viel Nahrung, haben keine Münder, kommunizieren direkt über Anregung des Gehirns, auch mit Fremden, dann aber nur selektiv, oder wie die Quemartsee im Grunde fast gar nicht. Ihre Augen sind leuchtende Edelsteine (also, ich verkürze das mal so), die sie den Toten entnehmen und aufbewahren. Der letzte Blick eines Sterbenden ist außerordentlich bedeutsam. Diese atavistische Tradition haben auch die Anhänger des absolut Rationalen bewahrt.
Einer der beiden Menschen und 2 Glaparcianer sollen also die 300 Quemartsee umsiedeln. Die Umsiedlung ist sowohl im Interesse der Tropianer, als auch der Glaparcianer, die Leute benötigen, die auch am Äquator leben können, was ihnen hitzebedingt selbst schwer fällt.
Nun ja, Bishop macht aus dieser Story einen ganzen Roman. Ich hatte oft den Eindruck, dass er sich erzählerisch im Kreis dreht. Es wird auch schon klar, dass hier der Mensch, der über Vieles im Unklaren gelassen wird, damit er sich intuitiv der Angelegenheit nähern kann, ausgenutzt wird.
Das Unternehmen endet in einem Fiasko, und im Grunde in der Sklaverei für die Quemartsee.
Es geht um den Konflikt zwischen Fortschritt und Tradition, zwischen Ratio und Gefühl/Glaube. Ich denke, in den Quemartsee die Indianer Nordamerikas wieder zu erkennen.
Der Roman hat wirklich sehr schöne Passagen, eine faszinierende Sprache, hätte aber verdichtet werden können.
8 / 10 Punkte

Comic 6) Epidermophytie Ausgabe 17
Menschenskind, warum habe ich die nicht früher entdeckt? Große Klasse, sowohl inhaltlich, als auch gestalterisch. macht hochprofessionellen Eindruck. Sehr abwechslungsreich, urkomisch, und so sinnvoll :-)
Die Ausgabe 17 trägt den Untertitel „Der Sinn des Lebens“. Die Beitragenden halten sich sehr dolle am Thema, aber alle auf andere Art und Weise.
Da gibt es einen Hasen im historischen Detektivkostüm auf der Sinnsuche. Die Sinne entfleuchen den Kreaturen, man kann sie aber auch mieten, oder so...
Wenn ein TV-Moderator eine Talk-Runde zum Thema versammelt, kann man sich fast sicher sein, dass er von Aliens fremd gesteuert ist.
Ein Professor findet in einer Maya-Pyramide den Sinn des Lebens in Form von magnetischen Kugeln und seiner sexy Assistentin. (nicht Fräulein Schmidt... ?)
Was die Beatles im Jenseits als Sinn anbieten,ist dann eher - zu vernachlässigen.

33) Louis-Ferdinand Céline: „Reise ans Ende der Nacht“
Hörspiel des BR, 5 CD
Ist nicht ganz ok, das ich dieses Werk hier als „gelesen“ eintrage. Ich hatte das Buch in der Hand, habe reingelesen, und es wieder weg gelegt. Kam nicht ran. Zu sperrig, zu .. unkonkret? Zu lyrisch. Und dafür zu umfangreich, als ich es durchgehalten hätte. Na, bin wohl doch eher der plot-orientierte Leser...
Also als langes Hörspiel gehört, das aber sicher bei nur 5 CDs komprimiert den Inhalt widerspiegelt. Da war es genießbar für mich!
Céline ist ja so eine Sache, bin aber gerade dabei, mich mit solchen Gestalten auseinander zu setzen; lese gerade auch die Limonow-Biografie. Da gibt es viele Parallelen.
Der Mann ist ein Loser und kultiviert es. Da sind sicher auch die Umstände - 1. Weltkrieg - Schuld dran. Dann schlug er sich durch die afrikanischen Tropen, dann den Dschungel der Großstadt New Yorks, um zurück in Frankreich seinen Abschluss als Arzt zu machen und sich niederzulassen. Da war er auch alles andere als erfolgreich.
Unterm Strich stellt er - profan ausgedrückt - fest, dass das Leben Scheiße ist. Nun, profan ausgedrückt. Das macht C. aber nicht, er ist ein Wortkünstler. Allerdings umschreibt er mehr, fasst seine Stimmung zusammen, bringt es auf den Punkt, erzählt aber nicht oder kaum. Somit berührte mich sein Schicksal und seine Tristesse nicht so sehr.
Bei diesem Buch frage ich mich, was ihn zur Ikon der (Neu) Rechten macht, die er ja wohl ist. - Nee, will ihn da nicht in diese Ecke stellen, aber da gibt es halt diese Affinität, ähnlich wie bei Jünger (den ich übrigens auch nicht mit Genuss lesen konnte...) Später kam sein zu seiner allgemeinen Misanthropie Antisemitismus hinzu, sein Liebäugeln mit den deutschen Faschisten. Dabei war er immer ein Verlierer, eine eher traurige Gestalt, die aber zugegebener Maßen gut schreiben konnte. Unterm Strich hat’s mich nicht überzeugt.
6 / 10 Punkte

34) Emmanuel Carrère: Limonow“
Limonow ist ein Phänomen, das wusste ich ja schon. Habe die drei Bücher, die es von ihm auf Deutsch gibt, gelesen. Habe die Nachrichten um ihn und seine „Partei“ verfolgt - staune, bin mitunter entsetzt und verwirrt.
Schön, dass es dem französischen Autor auch so geht. Er bekundet an mehreren Stellen seines Buches, dass er sich nicht darüber im Klaren war, ob er denn diesen „Abenteuer-Roman“ so weiter schreiben könne. - Jetzt könnte ich schreiben. Es ist kompliziert. Aber das mache ich lieber nicht, denn das habe ich aus dem Buch gelernt, dass so eine Haltung Feigheit bedeutet. Man muss sich bekennen, so Limonow.
Also, der Typ ist der Sohn eines KGB-Mitarbeiters, ist in seiner ukrainischen Heimat in einem kleinkriminellen Milieu aufgewachsen und sozialisiert worden. Nach seiner Selbstauskunft wollte er im Grunde nur „berühmt“ werden. Er hat seine dichterische Ader entdeckt, Kontakt zum literarischen Underground Charkows, dann Moskaus aufgebaut und den Dandy gemimt.
Schon hier zeigt er, dass er in keine Schublade passt; einerseits macht er offizielle Sachen nicht mit, entzieht sich dem soz. Realismus, findet die Dissidenten aber auch doof: sie sind in seinen Augen träge, Nichtskönner, Maulhelden, im Grunde Lebensunfähige. Ihr „Erfolg“ neidet er ihnen jedoch. Ist aber erfrischend, was er so über die Groß-Dissidenten so denkt (Solschenizyn, Brodsky und so). Und er ist gar nicht antistalinistisch eingestellt; auch wenn er in seinem Vater sozusagen den unfähigen, lahmarschigen, schlappschwänzigen Staatsdiener erlebt, so wird er Zeit seines Lebens immer eine Affinität zum KGB und dem FSB haben. (Nee, ist kein IM)
Seine Jahre in Amerika, in Frankreich, dann das dunkle Kapitel in Serbien, Kroatien... Mit ein paar „Mythen“ darum räumt der Autor aber auf.
Die Nationalbolschewistische Partei. Das Kapitel hat mich besonders interessiert: Ist das nun wirklich eine faschistische Organisation? Oder doch nur eine Art künstlerische Live-Performance mit Shock-Appeal? Welchen Einfluss oder wenigstens Eindruck hat dieser Haufen auf die russische Gesellschaft?
Wirklich schön fand ich die Worte, die der Autor, in Anlehnung eines ihrer Mitglieder, dessen Buch jetzt auch im Deutschen erschienen ist (Zakhar Prilepin: Sankya), die für die Leute gefunden wurden, die diese Partei bilden, zumindest der Lomonow’sche Flügel. Dugin lockte eher die Antisemiten an.
Die Charakterisierung erinnerte mich - kurioser Weise - an die „verlorenen Seelen“ aus Poppy Z. Brites „Lost Souls“. Nun ja, Russland scheint einige verlorene Generationen zu haben: Die einen flüchten in Geld- und andere Räusche, die hier in den Extremismus.
10 / 10 Punkte

35) Haruki Murakami: „Nach dem Beben. Teil 1“ Hörbuch, gelesen von Joachim Krol
Auf der Doppel-CD sind 3 Erzählungen, die ich nun zum 2. Mal gehört habe. Ein Gradmesser, wie ein Werk auf mich wirkt, ist die Menge dessen, was ich mir gemerkt habe davon. Nun, zwei der Stories hörte ich wie zum ersten Mal...
Nee, dieser Autor ist irgendwie nichts für mich. Ich weiß, das ist ein Sakrileg. Ich habe es redlich versucht, aber...
Also, die Groteske mit dem Frosch, der gegen einen unterirdischen Wurm kämpft, um ein neues Erdbeben in Tokio zu verhindert, hatte ja was. Das ist sicher typisch japanisch; der Frosch so was wie der kleine Bruder von Godzilla. Dazu der harte und gleichzeitig weiche, melancholische Bankangestellte, der bis zum Schluss nicht so richtig weiß, warum gerade er von Frosch (nur Frosch, ohne Herr) auserwählt wurde, ihm im Kampf gegen den Wurm zu unterstützen. Von dem Kampf hat er dann auch gr nichts mitbekommen.
In „Alle Kinder Gottes tanzen“ erfährt ein junger Mann, dass er ein Sohn Gottes ist. Dabei war er auf seine Mutter nicht so gut zu sprechen. Die dritte Story, ähm, habe ich schon wieder so gut wie vergessen. Nee, der Autor ist nichts für mich.
5 / 10 Punkte

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Messe-Abenteuer 1926 und andere Exotica - Leseliste 08 / 2012

26) Uwe Schimunek: „Mord auf der Messe“, 190 Seiten, Jaron Verlag, 2012
Ich kenne das aus der Fantasy & SF: Mehrere Autoren schreiben an einem Projekt; ihre Geschichten spielen zumindest auf einer Welt. Sie können sich auch die Protagonisten teilen.
Nun ja, das gibt es auch im Regional-Kimi. Hier ist der Held ein Reporter im Leipzig zwischen den Weltkriegen: Katzmann heißt er.
Als Fast-Leipziger (also Ex-Berliner und Wahl-Hallenser, der oft mit großer Hingabe ins nahe Leipzig fährt) stand diese Serie schon eine ganze Weile auf meiner Agenda - lag sozusagen auf meinem virtuellen SUB. Das jüngste Werk aus der Serie, geschrieben von Uwe Schimunek, der auch SF-Lesern mit Sicherheit schon mal über den Weg gelaufen ist, sollte mir Anlass zum Einstieg bieten.
Wir sind im Jahre 1926; die Leipziger Messe steht vor der Tür. Gleich zu Beginn erlebt der Leser aus der Perspektive des Mörders ein Verbrechen mit. Solche Szenen, in denen der Mörder selbst spricht, denkt, seine schändliche Handlung aus seiner Perspektive offenlegt, ohne natürlich seine Identität preis zu geben, haben etwas von Dr. Mabuse. Der Mörder und Führer einer Bande, die Falschgeld gegen echtes Geld eintauscht, ergötzt sich auch gerne an der Angst seiner Bandenmitglieder, denen er nie sein Gesicht zeigt und die er gerne mit elektrisch verstärkter Lautsprecherstimme verunsichert.
Aber ich möchte den potentiellen Leser hier nicht auf eine falsche Fährte locken: Der Roman ist sehr diesseitig, hat keine phantastischen Elemente. (Der Autor erwähnt lediglich Kurt Laßwitz als Lektüre für einen frühen SF-Fan.) Hingegen wirft die spannende Krimihandlung viele Schlaglichter auf die politische und wirtschaftliche Situation der „Goldenen 20er Jahre“. Katzmann arbeitet für die LVZ, eine sozialdemokratische Zeitung, deren Chefredakteur noch so ein richtiger Klassenkämpfer mit der „richtigen“ politischen Einstellung ist, der lieber theoretische Leitartikel schreibt als irgendwelche Sensationsmeldungen. Ja, ist interessant und fast unglaublich, wie SPDler mal drauf waren, kein Vergleich zum moderaten, bürgerlichen, vielleicht sogar neoliberalen Schröderianer von heute. Wenn der „Genosse“ seine Reden schwingt, ist das allerdings schon etwas albern; insofern hat der Krimi auch eine deutlich komische Note. Hat mir gefallen!
Zwar bietet der Autor keinen Abriss der deutschen Geschichte, zeigt aber mitunter auf, dass Aspekte unserer gegenwärtigen Lage gar nicht mal so neu und ungewöhnlich sind.
Die Kriminalhandlung ist geradlinig. Es gibt einen Mord, dann noch welche und es gibt die Sache mit dem Falschgeld. Katzmann wird involviert, mehr als ihm lieb sein kann und der Täter wird überführt. Der Autor erzählt sozusagen in klassischer Manier. Vielleicht wäre da mehr Raffinesse.. -also, beim nächsten Mal... vielleicht...
Für mich war das eine sehr gute Sommer-Balkon-Urlaubslektüre, die mir auf alle Fälle Lust auf die Serie gemacht hat.
9 / 10 Punkte

27) Joe Haldeman: „Herr der Zeit“, Mantikore-Verlag, Ffm., 2012 („The accidental Time Machine“, 2007)
Es ist ein recht junges Buch des Altmeisters, aber es liest sich wie ein altes Buch eines noch jungen Autors des Golden Age. Es ist eine komplexe, äußerst kurzweilige, komprimierte Zeitreise- und Welt-Geschichte.
Ein junger Physiker ohne Diplom „(er) findet“ eine Zeitmaschine - rein zufällig. Sollte eigentlich ein Messgerät werden, aber beim Aktivieren verschwindet es. Jedes Mal ist es (12 mal) länger weg. Nachdem eine Schildkröte den Hopser in die Zukunft überlebte, macht er sich selber auf den Weg.
Es folgt eine Reise durch verschiedene US-amerikanische Zukünfte (mittelalterlich anmutender Gottesstaat, ein Überfluss-Utopia, das jede Entwicklung ad absurdum führt, zu allmächtigen KIs und intelligenten Bären.
Dabei wächst einem über die 300 Seiten der Held sehr ans Herz und ich habe mich gefreut, dass es so was wie ein Happy End gibt und darüber, dass Mr. Haldeman noch gar nicht fertig ist mit seinem Lebenswerk.
(ein paar mehr Worte zum Buch in der nächsten Ausgabe von CHTULUH LIBRIA)
10/10 Punkte

28 ) Vladimir Sorokin: „Der Schneesturm“
Das Schlimme an Sorokin ist, dass man sich nicht über ihn beschweren kann. Der Mann macht sowieso was er will. Und meistens macht er das auch sehr gekonnt - auf jeden Fall oft überraschend, schockierend, jenseits herkömmlicher literarischer Pfade. Am ehesten ist es Dada, was ihn charakterisiert - finde ich... Auch wenn mir persönlich seine „konkreten“ Werke besser gefallen.
Lange Rede...
Das neue Buch wird zunächst mal auf der Wiki-Seite als Erzählung geführt, kommt im Deutschen aber als Roman und separat heraus. Es gehört in eine Reihe mit „Der Tag der Opritschniks“ und „Der Zuckerkremel“. Beide Bücher konnten mich ja sehr überzeugen. Es wird ein Russland der nahen Zukunft entworfen, dass der Autor direkt aus aktuellen Entwicklungen heraus ableitet und projiziert: alt-gläubg, zaristisch (ohne richtigen Zaren), von fremden Mächten teilweise dominiert (Chinesen), eine Mischung aus Mittelalter und Hightech (-Drogen, vor allem...).
Der Stil ist so etwas wie eine Verballhornung des Russischen Realismus des 19. Jh., oftmals aber versetzt mit vulgären Ausdrücken. Irgendwie wird schon durch die Sprache eine heile, wenn auch einfache Welt, vorgegaukelt.
Alles das trifft auch auf „Der Schneesturm“ zu (allerdings erstaunlicher Weise diesmal ohne Kraftausdrücke. Es sind eher altertümliche Sprachfetzen, die Sorokin einsetzt). Aber es kommt nicht wirklich was hinzu.
Ein einfacher Plot: Ein Arzt will im tiefsten Winter in ein Dorf, wo eine Seuche ausgebrochen ist, um zu helfen. Er bringt Impfstoff. Die Krankheit verwandelt offensichtlich die Leute in Zombies.
Es gibt keine vernünftige Erklärung für die Seuche; so wie es zu nichts eine vernünftige Erklärung gibt, einfach weil die Leute sich mit einfachen, simplen Floskeln zufrieden geben. Das hat wohl was mit der „russischen Seele“ zu tun. Und das geht mächtig auf die Nerven!!! Ich denke mal, DAS wollte Sorokin auch erreichen.
Also Winter... Kein Fahrzeug aufzutreiben, dass den Doktor dorthin bringt. Er findet einen Simpel, der sonst mit seinem Gefährt Brot ausfährt. Angetrieben wird das „Mobil“ von ca. 50 Pferden... 50? Ja, kein Tippfehler. Nur sind die Pferde nicht größer als Rebhühner („Pferdis“)...
Es gibt auch Riesenpferde und 6 Meter-Großmenschen. Irgendwas ist passiert mit Mütterchen Russland. Was, wird nicht erklärt.
Neben dadaistischen Sequenzen, die durch so eine neue Droge erzeugt werden, wir der Leser hier lediglich durch die andauernde Gleichgültigkeit der Protags schockiert. Das geht nicht gut aus, die Reise endet... im Nichts.
6 / 10 Punkte

29) James Blish: „Das Rätsel von Xotha“
Der kurze Roman geht mehr in Richtung Fantasy. Vielleicht Science Fantasy. Ein passionierter Jäger wird aus der nordischen Kälte quasi beim Nachhauseweg in ein exotisches Gefilde geleitet. Er hat aber nicht nur die Klimazone, sondern gleich den Planeten gewechselt. Auf Xotha wird er als das „Schwert Marths“ begrüßt. was wie eine große Ehre klingt, ist aber ein echtes Problem für ihn.
Diese fremde Fantasywelt wird von riesigen kosmischen Kriegern bedroht und Marth ist ein bösartiger Gott, dessen „Messias“ (Schwert) die Xothianer erwarten.
Xotha hat was Besonderes: Alle Kreaturen sind telepathisch veranlagt, auch die Tiere. Schon deshalb ist unser irdischer Held eine Ausnahme, denn in seinen Kopf kann man nicht so richtig reingucken.
Was Marth (das Rätsel...) wirklich ist, wird am Ende schon klar und dieses Geheimnis hilft dann auch, die Invasion der „Day“ (so heißen komischer Weise die Krieger) abzuwehren. Die Typen haben es auf alle Welten abgesehen, die Erde wäre dann auch mal dran gewesen.
Kein großer Roman, aber hinreichend exotisch, spannend, wie für Blish typisch mit philosophischen Wendungen und Kurz-Exkursen aufgewertet (so tiefgründig ist das Ganze aber nicht) und angenehm kurzweilig.
8 / 10 Punkte

30) Richard David Precht: „Wer bin ich und wenn ja, wie viele?“
„Eine philosophische Reise“ (Untertitel), die ich mir von Caroline Mart und Bodo Primus vorlesen ließ. (4 CDs)
Das Buch ist eine kleine Geschichte der Philosophie, in Auswahl des Autors, populär erzählt. Schwerpunkt ist die Frage nach der menschlichen Persönlichkeit, nach dem Ich. Prechts Ansatz ist die Verbindung moderner Hirnforschung (Medizin) mit den Ergebnissen klassischer Philosophie. Dabei verfällt er nicht in billigen Biologismus, zeigt aber auch deutlich auf, in wie weit wir Vernunftbegabten in unserem biologische Erbe verhaftet sind. Das zeigt er auch bei solchen menschlichen Konstrukten wie Moral und Glück. Am Ende geht es dem Autor um die Frage, was Glück ist, wie es zu erreichen ist etc. So gesehen glaube ich für mich persönlich, ich könnte am liebsten Epikureer sein...Das Buch regt also auch deutlich zum Weiterlesen / -denken an. Prima!
8 / 10 Punkte

Immer noch nicht beendet, aber sporadisch weitergelesen: Howard: "Conan" und begonnen: die Atlanta-Trilogie von Michael Bishop....

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Urlaubslektüre - eine besondere "Pferde-Oper" (M. Bishop: Die Einhorn-Berge)

25) Michael Bishop: „Die Einhorn-Berge“
Wieder ein Autor „entdeckt“, von dem in der Vergangenheit in Deutsch sogar recht viel erschienen ist, den ich aber bis dato ignoriert habe.
Das Buch habe ich für 1 € auf dem Flohmarkt erworben; weiß gar nicht genau, warum ich es mitgenommen habe. Nun hatte ich es als Sommer-Urlaubs-Lektüre mitgenommen - und bin schlichtweg begeistert und auch gewillt, mehr von dem Autor zu lesen!
Das ist Fantasy, die aber in einem realistischen Gewand daher kommt. Sicher gehört das Buch mehr in die Ecke Urban Fantasy, auch wenn es nicht in de Stadt spielt.
Ein AIDS-Kranker, Bo, kurz vor seinem Tod wird von einer fernen Verwandten auf ihre Ranch gebracht, um dort seine letzten Tage zu verbringen. Die Ranch-Besitzerin, Libby, hat es nicht leicht, da sie sich von ihrem Mann getrennt hat und allein wirtschaftet. Lediglich ein Ute-Indianer, Sam, hilft ihr.
Sam hat es auch nicht leicht, da er seit vielen Jahren getrennt von seiner Familie und dem Indianerreservat lebt. Er hat nun eine fast erwachsene Tochter, die dank ihrer besonderen Fähigkeiten Schamanin werden soll.
Fantasy? Nein, bisher nicht... Bishop zeichnet eine sehr realistische, menschlich packende Kulisse. Seine Story greift den Leser.
Die Fantasyelemente werden fast eingeschmuggelt in die Handlung: Es gibt nämlich Einhörner auf der Weide, oben in den Bergen, die bisher nur Libby und Sam gesehen hat. Die Herkunft der Tiere wird geklärt; denn es gibt Zugänge / Übergänge zu einer Parallelwelt, die sich ganz am Ende noch als was anderes herausstellt. Aus dieser Parallelwelt empfangen die Ranch-Bewohner sogar TV-Sendungen und erfahren etwas über die Einhörner.
Die Einhörner sind krank, ähnlich wie Bo, doch kann man ihnen „hier“ helfen.
Neben den Einhörnern sind es noch ein seltsamer Hirsch, den Sam mitbrachte und der Geist der sich den Kopf weggeschossenen Mutter von Sams Tochter, die hier auftreten.
Tja, alles irgendwie seltsam, nicht wahr. Trotz der bizarren Szenerie stimmt alles, die Personen, die Story, es kommt immer wieder zu spannenden Höhepunkten, zu menschlichen Konflikten (die Eltern von Bo sind so streng gläubige US-Amerikaner, die Homosexualität für Teufelszeug halten und AIDS eher für die Strafe Gottes). Man erfährt sehr viel über die Lebens- und Denkweisen der modernen Indianer, auch von denen, die die Grenzen der Reservate überschreiten konnten.
Großes, emotionales Kino!
Für die Wirkung des Buches auf mich war beim Lesen sicher nicht unerheblich, dass ich es meist auf einem Balkon mit Sicht auf den Donnersberg in der Nord-Pfalz gelesen habe. Vor dem Berg, auf einer Wiese, grasten Pferde, also keine Einhörner, nein, nein..., aber dann so, in der Dämmerung, wenn der Mond aufging... Also mit ein wenig Phantasie...
Eingefügtes Bild
10 / 10 Punkte
© Bild: Thomas Hofmann

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Sommerlektüre, aber keine leichte - Leseliste Juli 2012

Vielleicht nur eine Zwischenmeldung, vielleicht schon der Juli in Gänze, mal sehen... Lese derzeit an einen CONAN-Sammelband, was sich hinzieht.
Hier aber erst mal : Der Juli 2012:

24) Iain Banks: „Krieg der Seelen“
Ist schon gewaltig, was Banks uns da erzählt. Die Dimensionen seiner Kultur und der anderen Zivilisationen, die zeitlichen Dimensionen, in denen sie sich entwickelten, untergingen, die Spuren, die sie hinterlassen. Er kleckert nicht, sondern klotzt... aber nicht beim Plot...
Das, worum es geht, hätte meiner Meinung nach auch in eine Erzählung gepasst.
Die Heldin wird gleich zu Beginn ermordet. Wie sich herausstellt, ist ihr Mörder der bedeutendste Mann seines Planeten, der nicht zur Kultur gehört, daher ist so was wie „Bedeutung“ noch an monetärer Macht etc. gebunden, was in der Kultur wohl keine Rolle mehr spielt.
Allerdings ist der Tod nicht das Ende in vielen Welten des Bank’schen Universums. Besagte Heldin bekam von einem die Randgebiete seiner Gesellschaft suchenden Kultur-Mitglied, dem Avatar eines Schiffs, eine „Borte“, die ständig ein Backup ihres Bewusstseins erstellt, was ihr ein posthumes Leben ermöglicht, entweder in einer simulierten Welt oder in einem neuen Körper.
Nun sinnt sie auf Rache.
Parallel erfahren wir, dass religiöse Vorstellungen von Himmel und Hölle real geworden sind. Nach ihrem Tod können Personen in eine Art Super-Computer-Simulation in himmlische oder höllische Situationen versetzt werden. Es gibt aber Widerstand: Die Hölle als Ort der Folter und Verdammnis wird von vielen Leuten in Frage gestellt und bekämpft. Der Krieg im Himmel droht nun aber auf die reale Welt übertragen zu werden.
Natürlich sind beide Handlungsstränge am eEnde miteinander verwoben (da man den Ort sucht, wo die Höllen-Simulatoren stehen, entpuppt sich der Mörder als wichtige Person).
Banks verursacht einen WOW-Effekt nach dem anderen, was er da schildert, wie er es schildert. Dabei bleibt er nicht unbedingt immer ernst; nicht gar so deutlich wie in „Der Algebraist“ frage ich mich mitunter, ob man auch dieses Buch als Satire lesen sollte.
Banks hat zudem eine Vorliebe für drastische Gewaltschilderungen, die er in seiner Hölle ausleben kann. Ob das immer so notwendig ist, wage ich zu bezweifeln; offensichtlich setzt er seiner Kultur-Utopie den Hang zu Gewalt beim Menschen (u.a. Kreaturen mit Bewusstsein - natürlicher und künstlicher) entgegen.Faszinierend, wie er seine Welt greifbar macht, wo die Grenzen zwischen physischer Realität und Computer-Simulation nicht mehr besteht.
Im hinteren Drittel wird es etwas langweilig, weil ich den Eindruck hatte, dass der Plot gar nicht so viel hergibt, für 800 Seiten. Erst zum Schluss, wenn es an die Auflösung(en) geht, wird es wieder spannend.
9 / 10 Punkte

Comic 3) David Finch, Jason Fabok: „Batman. The Dark Knight. Dunkle Dämmerung“
DC*Premium 79
Bei DC werden die Uhren alle auf Null zurück gestellt. „New 52“ ist das Losungswort des Tages. Im Deutschen kommen die Neuen 52 als Einzelhefte so natürlich nicht an, nur ein Bruchteil davon. Aber es werden sicher Sammelalben erscheinen.
Irgendwie hat mich das Konzept überzeugt: Die DC-Geschichten werden neu erzählt. Das erleichtert den Einstieg. Die Qualität der Zeichnungen und Stories hat über die vielen Jahre ihre Geschichte deutlich zugelegt. Die Mischung aus Neuem und Bewährtem hat mich in ihren Bann gezogen, zumindest was den Dunklen Ritter anbelangt. Also beginne ich mit „Batman. The Dark Knight“ und „Batman (Detective Comics)“.
Nun ist es allerdings auch nicht so, dass wirklich alles bei Null beginnt. Wäre dann wohl zu langweilig und würde die Altleser vorn Kopp hauen.
Daher gibt es für „The Dark Knight“ einen Übergabe- Umsteigeband, eine Miniserie.
Nun ja, zeichnerisch ist der Band auf hohem Niveau (viel Regen, viel Düsternis), inhaltlich wird einfach zu viel reingepackt und daher nur angerissen.
Eine Bekannte, Golden Dawn (nomen est omen), aus Bruce Waynes Kindheitstagen wird entführt. Croc und der Pinguin stecken mit drin, aber auch Dämonen, die vom untoten Vater der Entführten beschworen werden, weil er so was schon immer machte und das Tor zu Hölle öffnen will.
Als Nebenhandlung bekommt unser Commissioner Gordon Konkurrenz aus Metropolis; ein Yuppie macht ihm seinen Rang streitig.
8 / 10 Punkte

Comic 4 & 5) Jodorowsky und Fructus: „Showman Killer“
Bd. 1: „Ein Held ohne Herz“
Bd. 2: „Das goldene Kind“
Tja, Jodorowsky. Irgendwie ist das ein armer Kerl. In seiner Biografie wird ja immer das am ausführlichsten beleuchtet, was er nicht geschafft hat (Stichwort: „Dune“). Das ist sicher bitter, finde ich, irgendwie...
Aber er ist auf alle Fälle interessant. Es gab auch eine kurze Phase, in der ich seine Filme, als die, die wirklich entstanden, toll fand. Doch wenn ich ehrlich bin: So richtig verstanden habe ich ihn nie.
Er machte ja viel in Comic, u.a. mit Moebius zusammen. Comic, resp. Graphic Novel, ist ja so was wie Film auf Papier. Graphic Novel hat oft mehr mit Film als mit Roman zu tun. Vielleicht ist das für Jodorowsky eine Ersatzbefriedigung? - OK, wie auch immer.
SHOWMAN KILLER hat mich als erstes durch seine grafischen Qualitäten angesprochen. Jedes Bild ist ein Gemälde, wenn auch expressiv und nicht immer bis ins letzte Detail ausgeführt. Auch erscheinen mir einige bildnerischen Kompositionen nicht wirklich rund zu sein. Aber das Auge bekommt viel geboten, keine Frage!
Die Story? Na ja, wenn man jegliche Logik ausschaltet und sich vorstellt, was der Erzähler alles so zu sich genommen haben könnte, damit er auf so was kommt, hat man seine Freude dran.
Unbegründete, seelenlose Gewalt ist das Hauptthema.
Der Showman Killer wurde von einem mad und bad scientist herbeigezüchtet, in dem er mit Hilfe seiner sadistischen Assistentin einer Gehinrtoten den Samen eingab, 9 Monate wartete und das Kind ohne Liebe aufzog, dem Kind zudem die Nerven raubte.
Das Ergebnis ist der gefährlichste Auftragskiller des Universums.
Seine Gegner sind aber auch nicht besser, insofern...
Ein Monster, herbeigeträumt von einem Robbengesichtigen Köinigsberater (das sagt schon alle, oder?), usurpiert den Thron der Galaxis und legt sich mit Showman Killer an. Der kümmert sich entgegen seiner Art um einen geretteten Thronfolger und erfährt am Ende des 2. Teils, dass er selbst auch ein Erbe des Throns ist.
Raumschiffe sind Riesenflöhe, Atombomben werden fleißig eingesetzt, Blut fließt in Strömen. Auf jeden Fall werde ich die Alben gut verstecken, ist schließlich ein Kind im Hause...
6 / 10 Punkte

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Reise in Blish's Universum fortgesetzt (Leseliste, Teil 2, Juni 2012)

James Blish: „Der Hexenmeister“ (Black Easter)
Nach „Der Tag nach dem Jüngsten Gericht“ habe ich mir vorgenommen, alle Bücher aus der After Such Knowledge- Reihe zu lesen, zumindest die, die auch im Deutschen verfügbar sind. Das Buch „ Doctor Mirabilis“ wurde ja meines Wissen nach nicht übersetzt; und ist so nebenbei erwähnt wohl auch im Englischen eine Rarität, wenn man nach den Preise für antiquarische Ausgaben geht.
„Black Easter“ ist die unmittelbare Vorgeschichte zum „Tag nach...“ und im Gegensatz zu diesem eher selten publiziert worden. Einerseits ist das komisch, denn beide Stories gehören zusammen wie 2 Kapitel eines Romans. Andererseits kann ich es verstehen, denn was in „Black Easter“ passiert, wird im Vorwort von „Der Tag nach...“ vollinhaltlich zusammengefasst. Mehr als dort steht, ist in dem hier genannten Buch nicht los!
Um gleich mal beim Drumherum zu bleiben: Insofern ist der Backcover-Text von „Der Hexenmeister“ völlig daneben, wenn dort von der „greatest Horror-Story ever told“ und „überraschende(n) Schock-Pointen“ die Rede ist. All das ist das Buch nicht und hat es auch nicht.
Trotzdem ist es gut!
Es wird sehr ausführlich und gemächlich erzählt, wie es zur Heraufbeschwörung des Jüngsten Gerichts durch schwarzmagische Umtriebe kam. Der Rüstungsfabrikant Baines sucht einen bekannten Schwarzmagier, Theron Ware, auf, um ihn um gewisse Gefälligkeiten zu bitten. Zunächst sind es nur „kleine“ Dinge, wie die Ermordung des kalifornischen Gouverneurs. Das soll aber nur testen, in wie weit schwarze Magie auch funktioniert.
Dann sollen die Dämonen der Hölle beschworen werden. Davon erfahren die Mönche auf dem Weißen Berg (Monte Albino), die so eine Art Bruderschaft der Weißen Magie bilden, sich aber seit langem zurück gezogen haben aus den weltlichen Unbilden. Sie versuchen dort vor allem Geister zur Schatzsuche zu gewinnen. Das ist zwar eigentlich auch aus theologisch-ideologischen Gründen verwerflich, aber nun ja... Doch jetzt ist ja sozusagen die K... am Dampfen.
Dummer Weise geht dann aber das verabredete Datum für Amaggedon, nämlich Ostern, auf die Intervention des Weißen Magiers, Pater Domenico, zurück.
Das ist kein Action-Roman. Es geht mehr um die Beweggründe, Motive für das Handeln der Personen. Allerdings habe ich mir mehr Tiefgang, mehr Philosophie versprochen; da ergeht sich Blish eher in Andeutungen. Interessant ist noch, was Baines überhaupt für ein Motiv hat. Ob man (ich) das dann auch so nachvollziehen kann? Er ist unzufrieden mit dem status quo (der Welt), sieht im Heraufbeschwören von Chaos und Weltuntergang einen Neubeginn (?)
So kulminiert der kurze Roman zwar mit dem Beginn des 3. Weltkrieges (chinesische Wasserstoffbombe auf Taiwan) und im Aufmarsch aller möglichen, phantastisch beschriebener, höllischer Dämonen, aber auch in einem Versuch, den Sinn des Universums und die Kraft zu beschreiben, die Menschen vorantreibt und die sie zwischen Glauben und Wissenschaft pendeln lässt.
Es gibt ein paar eindringlich beschriebene Szenen, wie z.B. die Beschwörung eines Succubus als willige Liebhaberin für den sexbesessenen Assistenten von Baines.
Insgesamt ist auch dieses Buch eine anregende Lektüre, wenn auch kein Horror-Shocker.
8 / 10 Punkte

James Blish: „Der Gewissensfall“
Der Roman ist der erste aus der After Such Knowledge- „Reihe“. Reihe setze ich hier in Anführungsstriche, weil der Roman im Grunde mit den folgenden kaum etwas gemein hat, auf den ersten Blick.
Er spielt auch in einer fernen Zukunft, zum Teil auf einem anderen Planeten. Würde die Zusammengehörigkeit der Bücher nicht überall kolportiert werden, wäre ich selbst kaum darauf gekommen.
Der Planet Lilith, äh, ...Lithia ist eine Idylle. Es herrschen ideale Klimabedingungen, in denen seit Urzeiten eine intelligente Reptilien-Spezies (dem Aussehen nach eine Mischung aus Reptilien und Kängurus) gedeiht. Es gibt keine Klassen, keine Rassen, keine Religion, aber auch keine Kunst oder ähnliches, was besondere emotionale Reizungen hervorrufen könnte. Es gibt keinen Staat, aber auch keine Unordnung. Technologischer Fortschritt ist durchaus vorhanden, kommt aber weitestgehend ohne Metalle, ohne Raumfahrt, ohne Atomkraft etc. aus. Das mit der Raumfahrt würde die Echsen aber schon interessieren...
Es gibt auch keine Familien im irdischen Sinne. Wie das funktioniert, erfahren die irdischen Kundschafter auf dem Planeten erst fast zum Ende ihrer Mission. Da bekommt nämlich der mitgefahren Priester ein besonderes Gastgeschenk, ein Ei.
Aus dem schlüpft auf der Erde dann ein Junges, das den Planeten aufmischen wird - also die Erde!
Auf der Erde haben sich die Menschen in ihrer Angst vor dem Atomkrieg unter die Erde in Bunkerstädte zurückgezogen. Die richtigen Städte sind verwaist. Das Leben ist allgemein von Angst beherrscht.
Dieser Kontrast der Lebensentwürfe lässt den Priester denken, dass Lithia eine Schöpfung des Satans ist; denn was anderes soll das sein: Ein Utopia, das den Menschen zeigt, wie bescheuert sie sind? Die perfekte Welt vor dem Sündenfall stellt alles, was auf der Erde ist, in Frage. Unser Priester kniet sich so sehr in diesen Gedanken hinein, dass er die Lehre seiner katholischen Kirche verrät und zum Manichäer wird, der auch den bösen Mächten schöpferische Kräfte zubilligt. Dieses Dilemma führt dann auch zu seinem Kirchenausschluss.
Die Konsequenzen daraus sind apokalyptischer Art. Offen bleibt: Ist es der Exorzismus oder sind es die Atombomben, die zum Weltuntergang führen?
Das nun wiederum ist das verbindende Element zu „Der Tag nach dem Jüngsten Gericht“ und „Black Easter“. Für Blish ist dies der Aufhänger, zwar nicht sonderlich tiefgründig, aber unterhaltsam über Religion und Sinn des Lebens zu philosophieren.
Blish erzählt geradlinig, unterhaltsam, immer etwas kammerspielartig, also, der große Weltentwurf ist auch hier eher verborgen. Ich finde es aber genial, daher...
9 / 10 Punkte

James Blish: „Zeit der Vögel“
Wer das liest: Hier brauche ich Hilfe: In dem Roman werden physikalische, kosmologische (?) Theorien erwähnt; leider, wie so oft bei Blish, nicht viel mehr als nur erwähnt.
Er nennt Fred Hoyles Steady State Theorie. OK, da findet man ja was dazu. In dem Roman wird sie im Zusammenhang mit einer Theorie der permanenten Evolution gebracht, „im Sinne der sphärischen Trigonometrie“ (S. 28). Puh...
Irgendwie läuft dies auf einen Gegenentwurf zur Urknalltheorie hinaus; muss aber auch in Bezug zum Thema Evolution allgemein eine Rolle spielen.
In dem Roman geht es um Evolution.
Ein Mann fällt von einem Teleskop und trifft nie auf dem Boden auf, sondern erwacht 25.000 Jahre später ... irgendwo. Erst weiß er nicht, wo er ist, denn sein Zustand ist durchaus als bizarr zu bezeichnen. Er teilt sich ein Gehirn mit einem schon sehr altem Wesen. Das Gehirn ist in einem Behälter in einer Art Museum und wird von menschlichen Besuchern wie ein Orakel befragt. Die Menschen scheinen im Zustand der Steinzeit zu leben, haben sich offensichtlich zurück entwickelt.
Dafür haben sich die Vögel weiter entwickelt, sind leider auch sehr viel aggressiver geworden und drohen, die Menschheit auszurotten.
Aber es gibt noch Menschen, in der Antarktis, die sogar über Computertechnologie verfügen und die „alte“ Zivilisation erhalten.
Unser Held schlüpft zusammen mit dem Superbewusstsein aus dem Museumsgehirn zunächst in den Kopf eines Degenerierten, durchquert mit ihm das Land der Vögel. Nur der Umstand, dass er den Vögeln als was Besonderes erscheint (so ein Typ mit drei Ichs...) bweahrt ihn vor dem Tod. Dann gelangt er in den Zentralcomputer der Antarktiker.
Ach ja, die Theorien: Kennt jemand den Begriff „Juganität“? Wird im Zusammenhang mit der Höherentwicklung der Vögel und Rückentwicklung der Menschen benutzt. Und dann gibt es noch den Begriff des Lobachewskischen Univesums, den ich nur in einem mathematischen Zusammenhang finden konnte. Nochmal: puh...
Nun, es ist einfach interessant, was Blish hier erzählt, auch wenn sich mir auf Anhieb nicht alle Facetten erschließen. Muss ich mal recherchieren (oder Euch im Infos bitten). Aber er textet seine Leser nicht damit zu und erzählt einen schönen, spannenden, geradlinigen Plot, eine Queste durch eine ferne, zukünftige Erde, die nicht im Menschen die Krönung der Schöpfung trägt.
8 / 10 Punkte

Noch 2 Hörbücher:
T.C. Boyle: „Fleischeslust“, Szenische Lesung, Hörbuch.
2 Stories, für mich die erste Begegnung mit dem Autor (wenn man die amerikan. abgehaltene Lesung auf einer Leipziger Buchmesse mal nicht mitzählt).
Nun, so dolle ist das nicht. Kommt vielleicht drauf an, was man (ich) erwartet. In 2 Stories ging es um die Blödheit des Mannes, wenn er sich verliebt, einmal in eine Tierrechtsaktivistin, das andere Mal in eine Russin, die den reichen Amerikaner sucht. Im letzten Text geht es um einen alten, verwirrten Polarforscher, der dummer Weise in einem Obdachlosen die verabredete Kontaktperson sieht. Dummer Weise deshalb, weil er zum einen in der falschen Stadt aus dem Zug stieg und zum anderen, weil der Obdachlose ihn ausraubt.
6 / 10 Punkte

Tad Williams: „Der brennende Mann“ - Hörbuch, gelesen von Regina Lamnitz
Das ist nur ein kurzer Text, eine Novelle. Da ich bis dato Tad Williams nicht gelesen habe, war dies mein erster Eindruck. Nach dem will ich lieber Abstand halten. Sicher konnte ich hier nur bestätigen: Ich bin kein typischer Fan typischer Fantasy.
Da erzählt eine Frau ihre Lebensgeschichte, zumindest vom entscheidenden Teil ihres Lebens. Als sie als Tochter eines geschlagenen Adligen sich auf einer alten Burg einrichtet, wird sie mit der Vergangenheit des Landes und der Burg konfrontiert, die zunächst vage angedeutet als Geister die Burg heimsuchen.
Natürlich gibt es eine Liebesgeschichte, die in einer großen Enttäuschung endet
Ales wird aus der Sicht der Frau erzählt, was für den Autor bestimmt eine Herausforderung darstellt. Allerdings empfand ich dies als ein Manko der Erzählung. Ich hatte über weite Strecken den Eindruck, einen typischen „Frauenroman“ zu hören.
Zum Schluss wird es spannend. Eine Hexe wird gefangen genommen und gezwungen, einen Geist der elfischen Vergangenheit zu beschwören, den brennenden Mann. Das Feuer, das ihn quält, stammt aus dem Blut eines erschlagenen Lindwurms. Es kommt zu einem Showdown im Keller und geht tragisch aus, die Grundstimmung ist wehmütig. Aber das alles ist kein großer Wurf.
5 / 10 Punkte

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Von Gelifteten, Gänsen des Kapitols und Cthulhu in Atlantis - gelesen 06 /12 / 1

16) David Brin: „Sternenriff“
Auf der Suche nach DER space opera, nach richtig guten Weltraum-SF-Großwerken mit viel Aliens, Raumschlachten, sense of wonder und mit viel Nachholebedarf meinerseits auf diesem Gebiet, probiere ich ein Stückchen UPLIFT-Universum. Zumal dieses Jahr noch ein neues Buch von Brin angekündigt ist, das ich mir zumindest auf meine Wunschliste gesetzt habe.
Ach ja. Wie soll ich es ausdrücken? Es wird wohl vorerst bei diesem kleinen Stück aus dem Riesenzyklus bleiben.
Es ist zwar der erste Band des 2. Zyklus, aber der Einstieg fällt leicht. Was das UPLIFT-Universum ausmacht, wird schnell klar. Das Konzept, dass Brin da entwirft, ist absolut überwältigend und faszinierend. Auch die Vielfalt seiner Aliens und wie greifbar und anschaulich er sie schildert, hat mich fesseln können. Aber dafür fällt meiner Meinung nach der Plot absolut hinten runter. Im Grunde passiert zwar laufend etwas, aber aber die Handlung entwickelt sich sehr langsam.
OK, da sind also die Raumschiffe von 6 verschiedenen Kulturen auf diesem Planeten gestrandet, weil sie mal aus welchen Gründen auch immer aus ihren Kulturen ausbüchsten. Um ihre Spuren zu verwischen, haben sie die Schiffe zerstört und leben auch ansonsten möglichst „unauffällig“ auf diesem Planeten, den sie sich im Sinne des uralten galaktischen Gesetzes unberechtigt aneigneten. Der Planet sollte sich nach der letzten Zivilisation erholen. Die ersten Bewohner haben ihren Leasingvertrag erfüllt und den Planeten verlassen. Spuren von ihnen sind aber immer noch zu finden, was die neuen Bewohner durchaus fasziniert.
Und nun landet ein neues Raumschiff auf dem Planeten. Man vermutete die lang prophezeite Abrechnung seitens der galaktischen Gesetzeshüter. Aber es handelt sich im „Gen-Piraten“.
Am Ende des recht umfänglichen Romans gibt es gar kein Ende, denn was im Deutschen 2, ist im Original 1 Roman.
6 / 10 Punkte

17) Frank W. Haubold: „Götterdämmerung. Die Gänse des Kapitols“
Das Buch - ich habe die Hardcoverausgabe - ist zunächst eine Augenweide: gediegen, mit Lesebändchen, schönes Format.
Es beginnt mit einer Art Prolog, die mich an im Stil an den kürzlich verstorbenen Ray Bradbury erinnerte. Das mag kein Zufall sein, wenn man weiß, dass ihn Frank Haubold zu seinen literarischen Vorlieben zählt.
Das Buch ist nicht sonderlich dick - für eine space opera. Ist ja nur der erste Teil, aber meinem Eindruck nach ist dies auch dem Umstand geschuldet, dass der Autor sich nicht in langen Umschreibungen und Erklärungen verliert. Die Welt ist wie sie ist. Und man kommt im Grunde schon schnell klar.
Wir haben eine waltraumenfahrenden Menschheit in einer ferneren Zukunft. Es gibt Aliens, die aber eher scheu sind (Angels) und aggressive Bio-Raumschiffe, Fahrzeuge, die gleichzeitig Wesenheiten sind und die die Menschenwelten angreifen. Die Menschen leben u.a. gerne auf Habitaten, die an bewohnte Inseln mit Kuppeln im Weltraum erinnern. Diese Städte sind leider ein beliebtes Ziel für Überfälle der Burgons. Und sie scheinen übermächtig und den Menschen überlegen zu sein, bis da eine Art Superwaffe eingesetzt wird, deren Herkunft aber geklärt werden muss.
Am besten haben mir Beginn und Ende gefallen, ich mag diese „bradbury’sche“ Art sehr! Auch die Raumschlacht war großartig. Mit den Figuren bin ich irgendwie nicht warm geworden, ihre Schilderung erschien mir zu distanziert, sie sind nach meinem Eindruck ein wenig Opfer der verknappten Darstellungsweise geworden. Ein paar Versatzstücke erinnern auch an andere SF-Werke, wie z.B. die Bezeichnung „Föderation“ für die Gemeinschaft der Menschenwelten oder diese fliegenden Städte.
Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es zeigt, dass aus dem sehr guten Story-Erzähler nun ein sehr guter Romancier wird.
8 / 10 Punkte

18 ) Wilko Müller jr.: „Fräulein Schmidt und die Suche nach Atlantis“
Wir erinnern uns: Im Dezember 2012 ging doch nicht die Welt unter. Dafür ist die Antiquariats-Gehilfin, das schicke Fräulein Schmidt keine männermordende Blondine, sondern eine Maya-Göttin. Sie und „ihr“ Antiquar, der stellvertretend für den geneigten Leser staunend ihre Metamorphose miterleben darf, haben einen anderen durchgedrehten Maya-Gott an der Durchsetzung seines Weltuntergangslpans gehindert.
Ist nun alles in Ordnung? Nein, denn es werden Götter - fast - reihenweise gemeuchelt. Da steckt der Gott dahinter, der im ersten Teil schon sein Unwesen trieb. Übrigens ist das mit den Göttern so ähnlich wie in der „Unendlichen Geschichte“ von Michael Ende: So lange Manschen an Götter denken (also nicht nur glauben) gibt es sie. Woher die Spielregeln aber stammen, nach denen die Götter agieren, ist selbst ihnen unklar. Fakt ist - so konnte ich hier lernen - haben sie sie nicht in einer kindlichen Erziehung erlernt, denn sie waren ja nie Kinder...
Gott Thor erscheint in Lederklamotten und tätowiert im Buchladen und will Lovecraft kaufen. Wozu? Weil er weiß, was demnächst zu erwarten ist.
Es geht also in diesem vielschichtigen Universum um Cthulhu, um Atlantis und eine Insel im Schwarzen Meer. Das alles wird rasant und begleitet von kompetenten Erklärungen in mythologischen Fragen erzählt. Selten so was Kurzweiliges gelesen!
„Nicht jeden Tag erklärt einem eine Göttin die Welt!“ (S. 34)
10 / 10 Punkte

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LL* - April, Mai... Nachträge

*) Lese-Liste von mir (na ja, derzeit eher ein Leselistchen)
Bücher angefangen und nicht beendet bisher, dazu ein paar Comics (meine neue Entdeckung: DEADPOOL - cooool!), die Bücher, die ich sogar geschafft habe (mitunter schon hier kurz vorgestellt) in der Übersicht:

13) Martin v. Arndt: „Oktoberplatz oder Meine großen dunklen Pferde“
„Keine Lehrmittelsammlung. Nur meine Geschichte.“ - einige der letzten Worte des Romans und so was wie ein Motto: Der Roman eines Deutschzüngigen über das alte und neue Weißrussland ist nicht dozierend, belehrend, sondern eine Geschichte. Eine Geschichte der sexuellen und/oder Liebesbeziehungen des Erzählers zu seinen Tanten und auch eine Mordgeschichte.
Manchmal hätte ich mir gewünscht, dass das Buch mir mehr über Weißrussland und über Ungarn nach der „Wende“ erzählt, wo es auch zum Teil spielt, hätte gerne mehr erfahren über diese seltsame Welt zwischen Diktatur und diesem wilden Kapitalismus. Gut, dafür wird man aber durch eine sehr schöne direkte Erzählweise beehrt. Liest sich richtig gut, ist spannend, die Figuren sehr interessant. Tolles Buch!
9 / 10 Punkte

14) Iain Banks: „Der Algebraist“
Irgendwann war ich mal Banks-Fan. Dann hat mich anderes abgelenkt und ich habe den Anschluss verloren. Seine Bücher machen es einem aber auch nicht einfach, werden immer umfangreicher. Das hier ist nun bei weitem nicht sein aktuellstes.
Nach dem eher lauen „Die Spur der toten Sonne“ und dem mir als angenehm in Erinnerung gebliebenen „Blicke windwärts“ hat mir dieser hier recht gut gefallen.
Was aber macht Banks hier? Zum einen lässt der Roman etwas an Komplexität vermissen, die man (ich) sonst bei ihm gewohnt bin und oftmals konzentriertes Lesen erfordert. Hier fabuliert er einen eher geradlinige Story mit viel Redundanz daher. Vorteil: Man kann dem Plot gut folgen. Wird aber mitunter etwas lau. Dafür entschädigt er durch ganz tolle Aliens.
Und dann habe ich mich aber gefragt, ob das Ganze eher satirisch gemeint war: Da werden Alien-Gesellschaften konstruiert, die mal schlappe 10 Milliarden Jahre Zivilisation hinter sich haben. Ist so was vorstellbar? Also - „vorstellbar“? Kann man überhaupt einen Hauch von Ahnung davon haben (mit unseren mal großzügig angesetzten 5000 Jahren Zivilisation, von denen wir die meiste Zeit aber auch nur auf dem terranischen Boden herumwerkelten), wie solche Typen ticken, wie sie organisiert sind? Da machte es sich der Autor m.M.n etwas einfach: Mitunter wirken die Dweller, die uralten Bewohner von Gasplaneten, wie übermütige Kinder, die nichts ernst nehmen (was wieder rum glaubwürdig ist, denn: was die schon alles gesehen, erlebt haben..).
Die Kurzlebigeren, also auch die Menschen, haben sich ebenso ziemlich weit entwickelt. Nun befinden sie aber in einer Nachkriegsphase, in der die Wurmlöcher-Portale zerstört wurden und die galaktische Zivilisation dadurch enorm gehemmt wurde. Insgesamt ist diese Zukunftswelt diesmal nicht so fortschrittlich, wie sonst bei Banks. Es gibt auch einen oberbösen Diktator, dessen Auftreten und Darstellung mich auch an eine Satire denken lässt. Schon er Name: Lusiferus, ist ja Programm. Auch wenn er ziemlich gemein und brutal auftritt, hat er was Operettenhaftes, was ich irgendwie nicht ernst nehmen konnte. Nun ja...
Held ist aber ein Mensch, der offiziell Kontakt zu den Dwellern unterhalten darf und zufällig in den Besitz eines großen Geheimnisses und damit in den Fokus aller galaktischen Mächte gerät. Das Geheimnis würde das Wumlochproblem lösen. Der Schlüssel sind natürlich die übermächtigen, albernen Dweller.
Die KIs, die in der Kultur Banks’ eine große Rolle spielen, haben hier einen Krieg verloren und werden von staatlicher, offizieller Seite aus verfolgt. Natürlich gibt es sie noch und das mit dem „Krieg verloren“ liest sich dann auch etwas anders.
Die 800 Seiten machen Laune, hat mich tatsächlich auf den space opera-Pfad geführt.
8 / 10 Punkte

15) James Blish: "Der Tag nach dem jüngsten Gericht“
10 / 10 Punkte

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Wider Erwarten wiederentdeckt: James Blish: "Der Tag..."

Eine persönliche Vorrede
James Blish? Den Namen verband ich viele Jahre hindurch mit „Raumschiff Enterprise“-Geschichten. Von denen hatte ich um 1990 ein paar gelesen – und war enttäuscht.
Trotzdem hatte der Name, schon vor 1990, bei mir einen mysteriösen, geheimnisvollen Klang: Zum einen wird er in der SF-Sekundärliteratur als einer der Großen der Space Opera geführt; sein „Cities in Flight“ soll ja wegweisend gewesen sein. Noch mehr haben mich aber Titel wie „The Day After Judgement“ und „Black Easter“ fasziniert. Darüber hatte ich in diversen Quellen gelesen, immer wieder mal. Doch hat mich – so hatte ich es zumindest in Erinnerung – lange Zeit der Ruf dieser Bücher dann doch nicht dazu bewegt, sie mir mal zu beschaffen und zu lesen.

Nun aber!
In der Mitte des dünnen Bücherleins stieß ich auf folgende Passage: „Beim Anblick dieser verabscheuungswerten Kreatur erhob ich das Kruzifix, aber es zerschellte in meinen Händen.“ (Heyne-Ausgabe 3390 von 1974, S. 57). --- Ich stutze. Diese Szene kam mir sehr bekannt vor! Aber nicht als Text, sondern als Bild – ein Bild, das ich einst, so um 1990, gezeichnet hatte!
In meiner Sammelmappe wurde ich schnell fündig; ich gebe es hier mal zur Ansicht:
Eingefügtes Bild
© Bild: Thomas Hofmann

Das ist sicher nicht genau die Szene aus dem Buch, aber die Inspiration, denke ich, ist eindeutig erkennbar. Komisch ist nur, dass ich überhaupt keine Erinnerung daran habe, was mich zu dem Bild veranlasst hatte; aber dass ich es gezeichnet hatte, daran konnte ich mich gut erinnern.
Nun habe ich lange Zeit alles Mögliche an Informationen, Zeitungsartikeln, Mitschriften zu TV- und Radio-Sendungen etc. gesammelt. Auch zu James Blish hatte ich Einträge erstellt. Ich schlage dort nach und finde dies: Eine Notiz, dass ich das Buch im April 1990 bereits gelesen hatte!

Eingefügtes Bild
© Bild: Thomas Hofmann

Wow, so vergesslich kann man sein? Nichts blieb mir davon haften! --- Zu meiner Verteidigung darf ich allerdings vortragen, dass der April 1990 schon eine besondere Zeit war. Um ehrlich zu sein, kann ich mich nicht daran erinnern, in dieser Zeit überhaupt etwas gelesen zu haben, Zeit und Nerven für solcherlei Lektüre gehabt zu haben.
April 1990: Das war mein allerletzter Monat meines NVA-Grundwehrdienstes. Das war die Zeit des Untergangs der DDR und ich stand kurz davor, aus dem Armeedienst entlassen zu werden, und im „richtigen Leben“ aufzuschlagen – mit neuer Arbeitsstelle (die ich mir während der Armeezeit „besorgen“ musste, da meine alte Arbeitsstelle mich inzwischen gerne „abgegeben“ hatte). War ja insgesamt eine komische Situation, denn die Welt um mich herum hatte sich in der Zeit meines Armeedienstes völlig verändert. Dadurch konnte ich nun auch „West-SF“ lesen, aber dass ich dafür überhaupt Nerven hatte? Na ja, nun weiß ich, was da in mir ablief: Ich hatte eben keine Nerven für SF, habe alles gleich wieder vergessen.

Unter diesen Umständen kann ich fast nichts darüber aussagen, inwieweit mich die erneute Lektüre anders berührte als damals. „Fast“, denn aus meiner damaligen kleinen Notiz kann ich ja doch etwas ablesen: Für mich war das damals also eine Mischung aus Mystik und Hard SF. Würde ich heute nur sehr verkürzt so sehen.
Beim aktuellen Lesen fielen mir ein paar Wörter, Begriffe auf, die ich damals eher noch nicht kannte. Gerade die Begriffe aus dem Bereich der „Schwarzen Magie“ wurden mir erst in den 90er Jahren geläufig, als ich mich den Dunklen Pfaden der Phantastik und anderen populären Kulturformen näherte. Welche Assoziationen hatte ich damals beim Lesen, sind sie mir überhaupt aufgefallen?
Auf alle Fälle habe ich das kleine Büchlein nun an einem Mai-Sonntag in einem Ratz mit Hochgenuss durchgelesen!

Das Buch ist ein feines Kabinettstückchen. Die Apokalypse auf Erden wird durch schwarzmagische Umtriebe provoziert. Dämonen werden beschworen, die gleich mal Städte in Schutt und Asche legen. Das alles wird fast lakonisch erzählt, nicht dramatisch überzogen präsentiert. – Solche Geschichten werden heute so gar nicht mehr erzählt; aber ok, alles zu seiner Zeit.
Neben den experimentierfreudigen Schwarzen Magiern gibt es auch Weiße Magier, ein exklusiver geistlicher Club, Priester, die sich schon zu Zeiten Karls des Großen zurück gezogen ihrer Form der Magie widmeten und nun nach der Schlacht von Armageddon wieder aktiv werden müssen, da sie nicht glauben können, dass Gott tot sei.
Und dann gibt es noch die ganz profanen Militärs, die in ihrem Bunker den 3. Weltkrieg leiten, allerdings unter Widerstand erkennen müssen, dass Wasserstoffbomben nichts gegen tanzende Dämonen ausrichten können.
Je 1 Vertreter dieser Gruppierungen gehen zur Höllenstadt Dis, die nun im Tal des Todes, also im Death Valley, Westküste der USA, aufragt, um jeweils aus ihrer Sicht die Dinge zu klären. Dis ist ein Utopia, das zum Alptraum wurde: So wie in dialektisch-faustischer Manier der Teufel Gutes schuf, so ist hier die strahlende Utopie ein höllischer Ort. Es ist einfach großartig, wie knapp und treffsicher Blish große philosophische Fragen bearbeitet, fast so nebenher!
Das Ganze geht dann übrigens gut aus; wer hätte das gedacht!
10 / 10 Punkte.

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Nachtrag März 2012 (Hofmanns Leseliste)

Nachtrag: Noch so gelesen (vorlesen lassen) im März...


9) Umberto Eco: „Der Friedhof in Prag“
(Hörbuch, gelesen von Jens Wawrczeck und Gert Heidenreich)
Ich bin enttäuscht. Hätte ich das Buch selbst gelesen, hätte ich es garantiert nicht bis zum Schluss geschafft. Schon das häppchenweise Zuhören brachte mich kurz vor den Abbruch. Es ist langweilig. - Darf man das von so einem Autor sagen?
So nebenbei finde ich interessant, dass gerade derzeit eine Debatte zur Frage durch ein paar Zeitungen gelaufen ist, inwieweit ein Autor (Kracht) mit dem Gedankengut identifizierbar sei, das er in seinem Roman („Imperium“) verwendet und natürlich seinen (historisch verbürgten) Figuren in den Mund und den Kopf legt.
Seltsam finde ich daran, dass auf so einen Gedanken bei Eco niemand kam - bisher (?). Anhand eines fiktiven schizophrenen Fälschers zeigt Eco, wie antisemitische, antifreimaurerische, anti-irgendwas Pamphlete entstanden, wessen Geistes Kind ihre Schöpfer waren, in welchen revolutionären und konterrevolutionären Verbindungen in Italien und Frankreich und Verbindlichkeiten diese steckten. Dabei werden alle bekannten antisemitischen Vorurteile dezidiert auseinander klambüsert. Da ist durchaus interessant, man kann viel lernen und sieht, was Eco alles während seiner Recherchen zur Entstehungsgeschichte antijüdischer Schriften gelernt hat. Dazu ist es eine wilde Tour durch alle möglichen frühen esoterischen Lehren, bis hin zu Geisterbeschwörungen, okkulten Sitzungen und Teufelsanbetern. Aber irgendwann geht das einem tatsächlich auf den Kranz (also mir), irgendwann hat man es dann auch erstanden.
Dass der Protagonist unter einer gespaltenen Persönlichkeit leidet,so sein Tagebuch führt und sich jeweils seinem alter ego aufschreibt, was „der andere“ erlebt und gemacht hat, entfremdet diese Person dem Leser. Trotzdem zeigt der Autor meiner Meinung recht wenig Distanz zu diesem Typen und seinen unflätigen Ideengut. Kracht jedenfalls klingt deutlich ironischer, Eco eher authentisch.
6 / 10 Punkte

10) Roberto Bolaño:“Die Naziliteatur in Amerika“
An „2666“ traute ich mich noch nicht heran. Was, wenn der Autor mir nicht liegt? Dann hätte ich da so einen Ziegelstein umsonst...
Nun, auch dieses deutlich kürzere Werk habe ich nicht zuende gelesen. Es soll ja ein Roman sein, tatsächlich sind es aber kurze und kürzeste Texte, die aneinander gereit und. Vielleicht ergibt sie am Ende ja noch ein größerer Zusammenhang. Doch so für sich genommen sind es kurze fiktive Biografien von erfundenen Autoren Süd- und Nordamerikas, die sich eigentlich alle zu den Nazis hingezogen fühlen sollen. Kann ich bei allen so nicht kennen. Die Texte sind meist trockene Zusammenstellungen weniger, unspektakulär geschilderter Lebensabschnitte und Buchtitelaufzählungen.
Was soll das? Hat sich mir nicht erschlossen.
3 / 10 Punkte


11) F.Paul Wilson: Handyman Jack - Hörbücher LPL Rec., insgesamt 7 Std.
1. „Der letzte Ausweg“ mit „Der lange Weg nach Hause“ und „in der Mangel“, zusätzlich Auszug aus „Der letzte Rakosh“
2. „Schmutzige Tricks“ mit „Zwischenspiel im Drugstore“, „Ein ganz normaler Tag“ und „Familiennotdienst“
Handyman Jack wollte ich schon lange mal kennen lernen. Zum Selberlesen hat es bis dato nicht gereicht, also bat ich Herrn Bierstedt, mir vorzulesen. Der kann das nämlich sehr gut!
Die Stories sind gediegene Kost. Der Held ist als Identifikationsfigur gut geeignet, da er zwar gerne betont, nichts und niemanden verpflichtet zu sein, dann aber doch gegen Unrecht in die Bresche springt.
Von der utopischen Lebensführung des Detektivs bekommt man leider zu wenig mit, finde ich. Er verweigert sich aller staatlicher Kontrolle, indem auf all das verzichtet, was uns zum einen eine soziale Absicherung verspricht, zum anderen aber auch zum „gläsernen Menschen“ macht. Wie man aber ohne Kreditkarte (in den USA), ohne jede Versicherung leben kann (und dann auch noch so gefährliche Jobs ausführt), erschließt sich mir nicht.
Aber es ist spannend, daher kann ich diese Stories nur empfehlen.
8 / 10 Punkte

12) „Luzifer läßt grüßen. Teuflische Geschichten“
Ausführlich im nächsten CTHULHU LIBRIA.Eine Klassikersammlung (Briten und US-Amerikaner), aber keine orginären Phantasten. Trotzdem sehr eindrucksvoll, aufschlussreich (für mich) und faszinierend (allerdings gänzlich ohne Teufel!).
10 / 10 Punkte


Thomas Hofmann, ein Phantastik-Fan

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© Thomas Hofmann

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Als Freund der phantastischen Künste artikuliere ich mich seit ca. 1988. Vielleicht kennen einige von Euch meine Zeichnungen. War auch als Rezensent im Fandom unterwegs, einst vor allem im leider nicht mehr existenten Fanzine SOLAR-X, neuerdings im NEUEN STERN (kein Fanzine, nur ein "Rundbrief...")

Dieses Blog soll den geneigten Leser auf Tipps und Termine in Sachen Phantastik aus dem Raum Halle / Leipzig hinweisen. Einer alten SOLAR-X-Tradition folgend möchte ich auch Berichte zu von mir besuchten SF / Phantastik-Veranstaltungen einstellen.
Ich will immer mal wieder auf die Stammtisch-Termine meines Heimat-SF-Clubs, des ANDROMEDA SF CLUB Halle und auf die Veranstaltungen des Freundeskreis SF Leipzig hinweisen.

Man wird hier auch die eine oder andere Rezension zur Phantastik aus alten Tagen von mir finden, von denen zumindest ich meine, dass sie nicht völlig dem Vergessen anheim fallen sollen.

Mehr als Merkhilfe für mich, aber vielleicht auch als Anregung für den einen oder die andere Leser/in wird hier meine kommentierte Leseliste zu finden sein.


( Ich auf FB )

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Bücher, die weitestgehend von mir illustriert wurden:
Sagen der Oberlausitz, Nordböhmens und angrenzender Gebiete; Oberlausitzer Verlag A. Nürnberger, 1990

Sagen der Oberlausitz..., Band II, ebd., 1991
Oberlausitzer Kochbuch mit historischen Betrachtungen, ebd., 1991
Märch. d. Bergwelt, ebd., 1991
Wilko Müller jr. & Renald Mienert: Die Zeitläufer, Solar-X-Prod., 1994
Das große Dorfhasser-Buch, Aarachne, Wien, 2000
Christian v. Aster: Nachmieter gesucht, midas 2000
Von dunklen Kräften und alten Mächten, Rollenspielbuch, Caedwyn, Hannover 2001
Das große Verwandtenhasserbuch, Aarachne, Wien 2001
N. Rensmann: Ariane, Bastian, Luzifee und Co., K&C Buchoase,Solingen, 2001
Felten & Streufert: Gänsehautgeschichten, K&C Buchoase, Solingen, 2001
Spinnen spinnen. Die Anthologie zu nützlichen Tieren, Aarachne, Wien 2002
Peter Brandtstätter: Von Schmetterlingen und der Liebe..., Wien, 2002
Feenmond, Rollenspielbuch, Caedwyn, Hannover 2002
Ruf der Ferne, Rollenspielbuch, Caedwyn, Hannover 2003
Frank Haubold: Das Geschenk der Nacht. Phantastische Erzählungen, EDFC e.V., Passau, 2004
Das Mirakel, Phantastische Erzählungen, EDFC e.V., Passau, 2007
Rose Noire, Anthologie im Voodoo-Verlag, 2009
Michael Knoke: Das Tal des Grauens, Voodoo-Verlag, 2010
Michael Siefener: Die Entdeckung der Nachtseite, Verlag Lindenstruth, 2011

A.G.Wolf: Die weissen Männer, VP 2013

Bücher, an denen ich mich beteiligen durfte:
Der Abenteuerwald. Phantastische Nachwuchsanthologie, Kreutziger Verlag, 1996
Das Herz des Sonnenaufgangs, Eine Alien Contact Anthologie, 1996
Liber XIII und andere unerwünschte Nachlässe, Goblin Press, 1999
Lichtjahr 7, Freundeskreis SF Leipzig e.V., 1999
Von kommenden Schrecken, Buch zum ElsterCon, Leipzig, 2000
Der Erstkontakt. Stories und Bilder aus dem Perry-Rhodan-Wettbewerb, Berlin, 2001
Phantastik 2002, Taschenkalender, 2001
Michael Lohr, Gemurmel aus dem Buch der Drachen, 2001 [/font
Hysterisch funktionieren, Aarachne, Wien. 2002
C. Bomann: Anthrins Kind, Abendstern-Verlag, Parchim, 2002
C. Bomann, Parchimer Hexengeschichten, Abendstern-Verlag, Parchim, 2002
Des Todes bleiche Kinder, Abendstern-Verlag, Parchim 2002
Geschichten von Phönix und Sperling. Buch zum ElsterCon, Leipzig, 2002
Cover: Wilko Müller jr.: Operation Asfaras, Ed. Solar-X, 2003
Alien Contact Jahrbuch 1 für 2002, Shayol, 2003
Alien Contact Jahrbuch 2 für 2003, Shayol, 2004
Alien Contact Jahrbuch 3 für 2004, Shayol 2005
Cover: Carl Grunert: Der Marsspion, DvR, 2005
G. Arentzen: Christoph Schwarz, Detektiv des Übersinnlichen, Bd. 1 bis 6, Romantruhe, 2005
M. Borchard: Der Zeitarzt, SF Blues Bd. 4, edfc, 2005
Cover: Wilko Müller jr. & Renald Mienert: Die Zeitläufer, Ed. Solar-X, 2005
Cover: Carl Grunert: Im irdischen Jenseits, DvR, 2005
Cover: Carl Grunert: Zukunfts-Novellen, DvR, 2005
Markus Kastenholz: Tiamat 1 - Asche zu Asche, VirPriV-Verlag, 2005
Welt der Geschichten 1, Web-Site-Verlag, Mai 2006
Cover: Wilko Müller jr.: Mandragora, Ed. Solar-X, 2006
Kastenholz, Ippensen: Tiamat 2 - Die Stunde Null, VirPriV-Verlag, 2006
Nocturno 6, VirPriV-Verlag, 2006
Alien Contact Jahrbuch 4 für 2005, Shayol, 2006
Welt der Geschichten 2, 2006 (alte Ausgabe; in der Nachauflage von 2008 sind keine Bilder von mir enthalten)
Welt der Geschichten 3, 2008 (neue Ausgabe)
Cover: Bernd Rothe & Astrid Pfister (hg.): Gequälte Seelen; Welt der Geschichten Sonderausgabe, 2008
Robert N. Bloch: Michael Siefener. Eine kommentierte Bibliographie, Verlag Lindenstruth, 2011
Frank W. Haubold: Der Puppenmacher von Canburg, Edition Lacerta(eBook) und CreateSpace Ind. Pub. Platform, 2012

"Saramees Blut", Atlantis 2012

M. Kastenholz: Projekt Hexenhammer, Printausgabe, 2013

Magazine und SmallPress
Alien Contact, Kopfgeburten, GOTHIC, The Gothic Grimoire, Vanitas, Tanelorn, Fleurie, Bonsai 6 / Zimmerit 5, 1995, Tumor (Sonderheft 8), Andromeda SF Magazin des SFCD 143 / 144, EXODUS 15 / 16 / 17 / 18 / 19 (mit Galerie v. mir, 2006) / 20 / 21 / 22 / 24 / 25 / 27
einblicke. Zeitschrift der Krebsforschung, August 2005,
Watchtower 8 / 9
Die Ruhrstadt-Zeitung 41
ARCANA 6 (2005)
Andromeda Nachrichten 216, 218 / 219, 220, 222, 223, 224
Nova 16 (2010)
Fantastic Artzine 1, Fantastic Artzine. Halb-Zeit, beide 2012

Nova 22 (2014)

Fanzines

Solar-X, Fiction Post, Goblin Press Hefte

CD-Cover
The Beat Of Black Wings: Nightfall; 1999
Syngularity: The Four Horsemen; 2000
Gothica: Within A Dream; 2000
Gothica: Into The Mystic; 2000
The Beat Of Black Wings: Black Love; 2000
Gothica, Workbook 1995, 2003

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