So geht’s nicht: Das Hörbuch „Die Kelten“ nach dem gleichnamigen Buch von Dorothee Ade und Andreas Willmy ist ein trauriger Beweis dafür, dass ein gelungenes Hörbuch mehr braucht als einen Text und einen Vorleser. Hier hat sich der Verlag eindeutig im Buchregal vergriffen.
Das vorliegende Hörbuch schlägt einen sehr weiten Bogen und hat eine Menge Stoff zu bewältigen: In 147 Minuten umreißt es eine Kultur, die vom Schwarzen Meer bis nach Spanien und Portugal, von Irland bis Italien ausgedehnt war und die ein Jahrtausend oder sogar länger das Gesicht Europas prägte. Der Hörer erfährt von der frühen Hallstattkultur, der La-Têne-Zeit und den späten Oppida-Zivilisationen, hört von rätselhaften Begräbnisriten, von Göttern, von Druiden, von Namen wie Brennus und Vercingetorix und natürlich von Cäsars Auseinandersetzungen mit den Galliern.
Viel Wissen über die Kelten - aber zum Hören zu kompliziert
Das ist alles im Buch sicher sehr gut ausgearbeitet, und man hält den beiden Autoren gern zugute, dass sie ihren Stoff beherrschen und profundes Wissen über die Kelten zu Papier gebracht haben. Allein: Das Buch ist völlig ungeeignet zum Vorlesen, der Text setzt sich dem Hörverständnis massiv entgegen. Lange Schachtelsätze, die mit einem oder mehreren Nebensätzen beginnen, und anscheinend auch mitgesprochene Klammereinschübe machen das Folgen schwer. Die Menge an geographischen Informationen und Jahreszahlen verlangt geradezu, dass man immer wieder Landkarten zur Hand nimmt oder eine Zeittafel zu Rate zieht. Ohne die Möglichkeit zum Zurückblättern bleiben auch beim zweiten oder dritten Hören an einigen Stellen Fragezeichen zurück.
Marcus Boshkov und Oliver Bürgin - gute, aber ähnliche Stimmen
Gut war die Idee, mit zwei Sprechern zu arbeiten, um im endlosen Fluss der Informationen akustische Orientierungsmarken zu setzen. Doch leider sind Marcus Boshkov und Oliver Bürgin, die ihre Sache unbestreitbar ordentlich machen, in ihrer Stimmlage recht ähnlich, sodass der Sprecherwechsel oft nicht einmal auffällt. Hier wäre ein stärkerer Kontrast, vielleicht sogar eine Männer- und eine Frauenstimme, besser gewesen. Noch besser allerdings wäre es gewesen, den Text für die Hörfassung komplett umzuschreiben, vielleicht auch in Dialoge und kurze Szenen zu gliedern, eventuell etwas Musik darunterzulegen und ihn überhaupt mediengerecht zu inszenieren. So jedenfalls geht es nicht.
Fazit: Ein wahrscheinlich guter Text, der im falschen Medium einfach nicht durchkommt. Empfohlen sei daher allen Kelten-Interessierten (unbekannterweise) das Originalbuch.
Dorothee Ade / Andreas Willmy: Die Kelten. Gelesen von Marcus Boshkov und Oliver Bürgin. Konrad Theiss Verlag. Hörbuch. 2 CD, ca. 147 Minuten.
Das vorliegende Hörbuch schlägt einen sehr weiten Bogen und hat eine Menge Stoff zu bewältigen: In 147 Minuten umreißt es eine Kultur, die vom Schwarzen Meer bis nach Spanien und Portugal, von Irland bis Italien ausgedehnt war und die ein Jahrtausend oder sogar länger das Gesicht Europas prägte. Der Hörer erfährt von der frühen Hallstattkultur, der La-Têne-Zeit und den späten Oppida-Zivilisationen, hört von rätselhaften Begräbnisriten, von Göttern, von Druiden, von Namen wie Brennus und Vercingetorix und natürlich von Cäsars Auseinandersetzungen mit den Galliern.
Viel Wissen über die Kelten - aber zum Hören zu kompliziert
Das ist alles im Buch sicher sehr gut ausgearbeitet, und man hält den beiden Autoren gern zugute, dass sie ihren Stoff beherrschen und profundes Wissen über die Kelten zu Papier gebracht haben. Allein: Das Buch ist völlig ungeeignet zum Vorlesen, der Text setzt sich dem Hörverständnis massiv entgegen. Lange Schachtelsätze, die mit einem oder mehreren Nebensätzen beginnen, und anscheinend auch mitgesprochene Klammereinschübe machen das Folgen schwer. Die Menge an geographischen Informationen und Jahreszahlen verlangt geradezu, dass man immer wieder Landkarten zur Hand nimmt oder eine Zeittafel zu Rate zieht. Ohne die Möglichkeit zum Zurückblättern bleiben auch beim zweiten oder dritten Hören an einigen Stellen Fragezeichen zurück.
Marcus Boshkov und Oliver Bürgin - gute, aber ähnliche Stimmen
Gut war die Idee, mit zwei Sprechern zu arbeiten, um im endlosen Fluss der Informationen akustische Orientierungsmarken zu setzen. Doch leider sind Marcus Boshkov und Oliver Bürgin, die ihre Sache unbestreitbar ordentlich machen, in ihrer Stimmlage recht ähnlich, sodass der Sprecherwechsel oft nicht einmal auffällt. Hier wäre ein stärkerer Kontrast, vielleicht sogar eine Männer- und eine Frauenstimme, besser gewesen. Noch besser allerdings wäre es gewesen, den Text für die Hörfassung komplett umzuschreiben, vielleicht auch in Dialoge und kurze Szenen zu gliedern, eventuell etwas Musik darunterzulegen und ihn überhaupt mediengerecht zu inszenieren. So jedenfalls geht es nicht.
Fazit: Ein wahrscheinlich guter Text, der im falschen Medium einfach nicht durchkommt. Empfohlen sei daher allen Kelten-Interessierten (unbekannterweise) das Originalbuch.
Dorothee Ade / Andreas Willmy: Die Kelten. Gelesen von Marcus Boshkov und Oliver Bürgin. Konrad Theiss Verlag. Hörbuch. 2 CD, ca. 147 Minuten.















