Zwielicht, zum Zweiten
Eingetragen von ChristianW, 02.02.2010, 19:25 in SchreibkramDas Lektorat ist durch, und das Korrektorat steht auch kurz vor dem Abschluss. Der erste Band hat ja durchaus für positives Echo gesorgt, es wird also Zeit, dass ZWIELICHT II neues Lesefutter für den Horrorfan bringt. Für gepflegte Unterhaltung - und hoffentlich auch ein bisschen Rascheln im Gebüsch, Knacken im Gebälk und Qietschen in den Türangeln - sorgen unter anderem Storys von Walter Diociaiuti, Peter Nathschläger, Marcus Richter, Torsten Scheib und Jakob Schmidt, die schon im ersten Band mit von der Partie waren. Dazu gesellen sich noch ein paar dem einen oder anderen sicher bekannte Autoren, Herausgeber Michael Schmidt und ich haben ebenfalls Geschichten beigesteuert. Ergänzt werden die Erzählungen durch ein paar Sekundärartikel, zum Beispiel einen sehr interessanten und informativen von Torsten Scheib zur Handyman-Jack-Reihe von F. Paul Wilson (bei der ich unbedingt mal den nächsten Roman in Angriff nehmen muss). Ausführlichere Infos gibt es hier.
Sobald ein Veröffentlichungsdatum vorliegt, werde ich das natürlich auch noch vermelden.
Die Covergrafik stammt von Susanne Jaja, Lothar Bauer fertigt die Innenillustrationen.
Drood
Eingetragen von ChristianW, 29.01.2010, 17:25 in BücherweltenMit seinem letzten Roman TERROR hat Dan Simmons mich regelrecht begeistert. Also war ich natürlich gespannt auf sein neuestes Werk, auf das der Meister seine Fans jedoch zwei Jahre warten ließ. Und was soll ich sagen? Das Warten hat sich gelohnt, denn DROOD steht seinem Vorgänger kaum nach (und die gebundene Heyne-Ausgabe ist dazu noch ebenso schön gestaltet wie die damalige). Um es mit Droods Worten (und Stimme) zu sagen: sssehr lesssenssswert!

Wie schon bei TERROR versetzt Simmons seine Leser um hundertfünfzig Jahre in der Zeit zurück und schafft es auch diesmal, das 19. Jahrhundert so lebendig werden zu lassen, dass man sich mittendrin befindet, wenn man erst mal ein paar Seiten gelesen hat - selbst die Gerüche meint man wahrzunehmen, die für feine Nasen nicht immer besonders angenehm sind.
Die Geschichte wird uns von Wilkie Collins erzählt, einem heute fast vergessenen Autor aus dem viktorianischen England (dem einen oder anderen vielleicht durch seinen Roman Die Frau in Weiß bekannt), der zudem ein Zeitgenosse und Freund des wesentlich berühmteren Charles Dickens war. Und um Collins' Beziehung zu Dickens geht es auch vornehmlich. Im Roman beschreibt er Dickens' (den er in seiner Bewunderung und Eifersucht oft den Unnachahmlichen nennt) letzte Lebensjahre und seinen eigenen Werdegang, der oftmals dem Fahrwasser des Meisters folgt. Dabei erfährt man sehr viel über die damalige Zeit, vor allem übers Schriftstellerdasein und die krassen Unterschiede, die zwischen der feinen Gesellschaft und denen geherrscht haben, die auf der Schattenseite des Lebens standen.
Simmons' Verdienst ist es dabei nicht nur, dass er seine zweifellos umfangreichen Recherchen zu Papier gebracht hat, sondern dass er sie so spannend präsentiert, dass man in die Zeit und die Story hineingezogen wird und schon fast Historie atmet. Auch wenn Collins den Leser immer wieder als Leser aus der fernen Zukunft anspricht (weil sein Manuskript erst lange nach seinem Tod veröffentlicht werden soll), vergisst man zwischendurch immer wieder, dass die Geschehnisse weit zurückliegen.
Die Story ist so clever gestrickt, dass jeder selbst entscheiden kann (und muss), welche der Geschehnisse real und welche eventuell Collins' Laudanum- und Opiumkonsum geschuldet sind. Manches ist zweifellos Einbildung, aber bei vielen Begebenheiten kann man sich nicht ganz sicher sein. Und dabei zieht Simmons auch Register, die er schon in verschiedenen Horrorromanen und -storys meisterlich gezogen hat. Wenn Dickens und Collins auf der Suche nach dem geheimnisvollen Drood in die Unterwelt eintauchen, die Londons Fundament zu bilden scheint, wenn sie sich in Opiumhöhlen herumtreiben oder auf Friedhöfen, die eher wie Massengräber anmuten, dann kann man sich der Atmosphäre kaum entziehen und möchte das Buch am liebsten nicht mehr aus der Hand legen. Dabei gibt es einige deftige Szenen, die auch Horrorfans begeistern können - allerdings lotet Simmons hier nur die Grenzen aus, er überschreitet sie nicht. Jedenfalls nicht für meinen Geschmack.
Dass DROOD gegenüber TERROR doch ein klein wenig abfällt, liegt an einigen Passagen, in denen es etwas zu behäbig zugeht und in denen Simmons zu weitschweifig die Beziehungen von Dickens und Collins zu ihren Ehefrauen, Geliebten, Freunden und Mitgliedern der feinen viktorianischen Gesellschaft beschreibt. Zwar sind auch diese Storyelemente nicht uninteressant und seine Personencharakterisierungen sind hervorragend, aber manches breitet er zu sehr aus und wiederholt sich dabei mitunter. Großartig ins Gewicht fällt das jedoch nicht, da Simmons immer wieder recht schnell die Kurve kriegt und seinen Leser mit einer plötzlichen Wendung, einer Dialogszene zum Zungeschnalzen oder einfach nur einigen gekonnt eingeflickten Details aus der damaligen Zeit wieder auf Kurs bringt.
Bleibt die Frage, wie lange man hierzulande auf Simmons' nächsten Roman warten muss. Hoffentlich nicht wieder zwei Jahre. Immerhin ist die amerikanische Originalausgabe seines (phantastischen) Indianer- und Geschichtsromans BLACK HILLS bereits für Ende Februar angekündigt.
AndroXine 4
Eingetragen von ChristianW, 28.01.2010, 12:20 in BücherweltenMichael Haitels Online-Magazin geht in die 4. Runde. Neben einer Menge Rezensionen (unter anderem auch zur letzten EDFC-Jahresanthologie Das Experiment, in der meine Story Die andere Seite enthalten ist) gibt es umfangreiche Artikel zu Philip K. Dick und Robert A. Heinlein (die ich bisher nur überflogen habe, mir demnächst aber in aller Ruhe mal komplett einverleiben muss). Dazu Interviews (unter anderem mit Andreas Gruber), Storys und noch einiges mehr.

Reinschauen lohnt sich immer: AndroXine 4
Inception
Eingetragen von ChristianW, 22.01.2010, 20:50 in FilmSF-Kino boomt, keine Frage. Und das nicht erst seit AVATAR. Im letzten Jahr gab es viel positives Echo für Streifen wie DISTRICT 9 oder PANDORUM, natürlich auch für STAR TREK und andere.
2010 ist jetzt als erster SF-Film SURROGATES mit Bruce Willis gestartet, allerdings ohne positives Echo ... Doch es steht natürlich noch einiges ins (Lichtspiel)Haus - gespannt bin ich vor allem auf THE BOOK OF ELI. Und auf einen Film, von dem ich bis vor kurzem noch nichts mitbekommen hatte: INCEPTION (Starttermin im Sommer 2010).
Dass Leonardo DiCaprio die Hauptrolle spielt, werte ich als gutes Zeichen, denn der gute Leo hatte zuletzt ein gutes Händchen mit der Auswahl seiner Rollen (DEPARTED - UNTER FEINDEN, BLOOD DIAMOND und DER MANN, DER NIEMALS LEBTE haben mir alle ziemlich gut gefallen). Und dass Christopher Nolan Regie führt (MEMENT0 !, PRESTIGE !!, THE DARK KNIGHT !!!) - also, wenn das kein gutes Zeichen ist ...
Und der Trailer - aber seht selbst (und bitte vorher anschnallen): Teaser und Trailer.
Die Audienz
Eingetragen von ChristianW, 18.01.2010, 18:40 in BücherweltenIm März erscheint im Wurdack Verlag mit Die Audienz der 16. Band der SF-Reihe. Herausgegeben wird die Anthologie in bewährter Manier von Armin Rößler und Heidrun Jänchen. Sie enthält unter anderem meine Story Ausgespielt, in der Ben Kozak zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen will: einen Auftrag ausführen und einem Exkollegen aus der Patsche helfen. Ob es gelingt?
Zu lesen gibt's außerdem Geschichten von Frank W. Haubold, Bruna Phlox, Bernhard Schneider, Regina Schleheck, Nadine Boos, Christian Günther, Karla Schmidt, Armin Rößler, Arnold H. Bucher, Andreas Flögel, Kai Riedemann, Heidrun Jänchen, Jakob Schmidt und Karsten Kruschel.
Das Covermotiv stammt von Jacek Kaczyński aus Warschau - dieses Kerlchen ist ein Hingucker im wahrsten Sinn des Wortes! Kaczyński hat übrigens auch das Cover für Vampyrrhic von Simon Clark gestaltet, das im 2. Quartal bei Wurdack erscheint.
Beim Verlag ist Die Audienz bereits vorbestellbar. Wer die Vorgängerbände kennt, für die es bei den deutschen SF-Preisen mehrfach Auszeichnungen und Nominierungen gab, weiß: Es lohnt sich! Garantiert.
Golden Globes für AVATAR
Eingetragen von ChristianW, 18.01.2010, 12:17 in FilmJetzt bin ich doch ein bisschen baff. Dass James Cameron mit AVATAR alle Kassenrekorde brechen würde, hat sich ja bereits deutlich abgezeichnet - nach gut vier Wochen hat der Film weltweit mehr als 1,6 Milliarden Dollar eingespielt und wird demnächst TITANIC überholen. Aber dass er auch bei den Golden Globes triumphiert - Auszeichnungen als bester Film und für die beste Regiearbeit in der Kategorie Drama - ist dann doch eine Überraschung.
Das heißt jetzt natürlich nicht, dass Cameron mit AVATAR bei den Oscars ebenfalls abräumen wird, aber unwahrscheinlicher ist es dadurch auch nicht geworden. Immerhin gelten die Golden Globes, die von einer Vereinigung internationaler Journalisten in Hollywood vergeben werden, als Gradmesser für die Oscarnacht. Ja Wahnsinn.
Bilderwelten
Eingetragen von ChristianW, 16.01.2010, 09:33 in AllerleiFür alle, die sich wie ich an phantastischen Grafiken nicht satt sehen können und in Magazinen die Illustrationen nicht unbeachtet links liegen lassen, hab ich mal ein paar Links gesammelt, die ich in letzter Zeit entdeckt und wo ich oftmals mit großen Augen vor dem Monitor gesessen und Bilder betrachtet habe.
Eine Fundgrube ist übrigens die Abteilung Phantastische Kunst & Musik im SFCD-Unterforum des SF-Netzwerks. Dort gibt's unter anderem von Lothar Bauer dies zu bestaunen:

Wer noch Grafiker-Seiten mit Bildergalerien kennt - für interessante Links bin ich immer dankbar!
Und jetzt viel Spaß beim Schwelgen in Formen und Farben:
Dr. Nikola
Eingetragen von ChristianW, 11.01.2010, 21:18 in BücherweltenIn die Vergangenheit einzutauchen kann genauso viel Spaß machen wie der Blick in die Zukunft. Derzeit schreibe ich an einer Novelle, die im 19. Jahrhundert spielt, außerdem lese ich gerade mit ziemlicher Begeisterung Drood von Dan Simmons und hab mir zuletzt wieder mal den Wells-Klassiker Die Insel des Dr. Moreau als Hörbuch vorlesen lassen.
Im März erscheint im Wurdack Verlag ein Roman, auf den ich mich jetzt schon freue und mit dem ich diese Reise in die Vergangenheit fortsetzen kann: Die Rache des Doctor Nikola von Guy Newell Boothby.
Das viktorianische England hat's mir irgendwie angetan. Und wenn zu dieser Zeit ein junger Draufgänger gegen einen Superschurken à la Dr. Mabuse oder Fu Manchu antritt, dann verspricht das spannende, turbulente Abenteuer - und ich liebe Abenteuergeschichten! Noch dazu, wenn sie in der Phantastik angesiedelt sind. Es wird nicht bei der einen bleiben, denn Guy Boothby hat mehrere Doctor-Nikola-Romane verfasst, die nach und nach im Wurdack Verlag veröffentlicht werden. Der erste Band kann bereits vorbestellt werden - das Ganze als Klappenbroschur-Sammlerausgabe mit einem sehr schönen Covermotiv, an dem ich mich gar nicht satt sehen kann.
Dass Boothby zu seiner Zeit eine Art Starautor mit entsprechendem Lebenswandel war, schließt dann schon wieder den Kreis zu Simmons' Drood, denn darin geht es vornehmlich um die Schriftsteller Wilkie Collins und Charles Dickens, und vor allem Letzterer war zu seinen Lebzeiten ein Star, der bei genialen Lesungen Theatersäle füllte und allerlei Allüren an den Tag legte.
Schnee satt
Eingetragen von ChristianW, 09.01.2010, 10:02 in AllerleiDaisy Duck war mir ja immer ganz sympathisch, aber Schneetief Daisy kann mir gestohlen bleiben. Ich hätt' auch noch was anderes zu tun, als andauernd Schnee zu schippen. Allmählich hab ich von der "weißen Pracht" die Nase voll.
Box Office
Eingetragen von ChristianW, 03.01.2010, 23:00 in FilmEs ist schon erstaunlich, wenn man sich auf Inside Kino die Liste der erfolgreichsten Filme aller Zeiten anschaut, also der Filme mit dem höchsten Einspielergebnis weltweit: Unter den ersten 50 (!) ist kaum ein Film, der nicht den phantastischen Genres zuzuordnen ist. Dagegen ist die Phantastik auf dem Buchmarkt doch leicht unterrepräsentiert, scheint mir.
AVATAR steht auf dieser Liste derzeit noch auf Platz 47, was nach drei Wochen an sich schon erstaunlich wäre - allerdings sind die Zahlen bei Inside Kino noch nicht aktualisiert (Stand derzeit 27.12.2009)*. Denn AVATAR hat die Schallmauer von 1 Milliarde Dollar bereits geknackt und wird, da braucht man kein Prophet zu sein und keinen Taschenrechner zu bemühen, den bislang zweiterfolgreichsten Film aller Zeiten, Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs, mit seinen 1,119 Milliarden in Kürze überholt haben. Und wie viel hat Titanic bisher eingespielt? 1,848 Milliarden. Na, schau'n mer mal ...
James Cameron kann's wurscht sein, ob er mit Titanic auf Platz 1 und AVATAR auf Platz 2 steht oder umgekehrt. Tusch und Applaus! Alle Achtung ... Eine "Ich-bin-der-König-der-Welt"-Rede wird er bei der nächsten Oscar-Verleihung zwar kaum halten können, aber zu den gekrönten Häuptern im Filmbusiness gehört der 55-jährige Kanadier auf jeden Fall.
* EDIT: Inzwischen sind die Zahlen aktualisiert: 1,022 Milliarden $
Spectaculum
Eingetragen von ChristianW, 27.12.2009, 10:34 in Film"Nein." So lautete meine Antwort auf die Frage der Kassiererin, ob ich denn schon eine Brille hätte. Natürlich hatte ich eine auf der Nase - die trage ich ja immer -, aber eine 3D-Brille hatte ich nicht in der Tasche. Nach einem Griff in die große Pappschachtel erklärte sie schließlich: "Dann macht das 13 Euro." Schluck. Auf der Kinokarte stand Normal 12 Euro. Normal? Noch mal Schluck.
Der nächste "Schock" folgte dann beim Betreten des Kinosaals, der noch nicht mal halbvoll war und trotzdem schon wie eine Sauna anmutete. Ich hätte neben der Brille auch nach einer Schere verlangen sollen, um damit die Luft zu schneiden. Aber wer denkt in einem modernen, üblicherweise klimatisierten Kino schon an so etwas? Als die Zuschauerzahl die 400 deutlich überschritten hatte, begannen die ersten Leute sich wegen der Hitze zu entkleiden - noch bevor die Lichter ausgingen.
Nun ja, der Rest des Kinoabends verlief dann wesentlich erfreulicher. Zur Einstimmung ein Alice-im-Wunderland-Trailer mit einem breit in 3D grinsenden Johnny Depp, und dann ging's los. Die Sauna war bald vergessen.
Was soll ich sagen? Das grandiose Spektakel, das AVATAR 160 Minuten lang bietet, lässt sich mit knallbunten Shows à la Cirque du Soleil oder Starlight Express vergleichen. "Einfach nur ein Film" ist es ganz sicher nicht - zumindest derzeit. Sollte die 3D-Brille einmal zur Standardausrüstung bei einem Kinobesuch werden, wird sich das wohl relativieren. Die eher einfach gestrickte Story macht nicht den Reiz des Streifens aus. In erster Linie ist es die Optik, die einen an den Sitz fesselt, als säße man in der Achterbahn. Oder in der Zirkusarena.
James Cameron hat es wieder mal geschafft, seine Zuschauer zu beeindrucken - jedenfalls, soweit es mich betrifft. Er hat sich nicht gescheut, seine eigenen und viele anderen Filme zu zitieren; von der fluoreszierenden Farbenpracht und den guten Aliens aus The Abyss (witzig, dass diese die Menschen in den Untertiteln auch als Aliens bezeichnen ...) über die menschengesteuerten Mega-Robots aus Aliens (Sigourney Weaver spielt diesmal zwar auch mit, allerdings nicht als Robot-, sondern als Avatar-Operator) bis hin zu Mel Gibsons Seid-bereit-für-die-Schlacht-Ansprache aus Braveheart. Das stört jedoch überhaupt nicht, weil einem die Wucht der Bilder gar keine Zeit lässt, länger darüber nachzudenken. Mitunter nähert sich das Ganze dem Farben- oder Schmalz-Overkill, allerdings kriegt Cameron immer wieder die Kurve (wobei er seinen Filmkomponisten James Horner das eine oder andere Mal etwas stärker hätte einbremsen sollen, aber na ja) und sorgt für Gänsehaut.
Manchmal hatte ich den Eindruck, die 3D-Technik wäre noch nicht ganz ausgereift, da immer wieder Unschärfen und Doppeleffekte auftauchten, aber alles in allem kann sich das schon sehen lassen, was heutzutage möglich ist. Erfreulich fand ich, dass reine 3D-Effekte mehr oder weniger ausgespart wurden. Gleich in der Eingangsszene, als dieser endlos erscheinende Korridor im Shuttle zu sehen ist, durch den Sam Worthington zu seinem Spind schwebt, wird die Technik viel eindrucksvoller genutzt. Das Atemberaubendste aber waren die Landschaften, gleich gefolgt von den Flügen durch den Urwald und zwischen schwebenden Bergen hindurch. Wenn die Virtual Reality irgendwann Einzug ins heimische Wohnzimmer hält - so richtig, meine ich -, dann möchte ich mal mitfliegen auf so 'nem Drachendings. Aber auf keinem von den Bissigen.
Was hätte Cameron erreichen können, wenn er mehr Wert auf eine spannende, besser ausgeklügelte Story mit ein paar überraschenden Wendungen gelegt hätte? Dann hätte er die Messlatte für derartige Filme vielleicht so hoch gelegt, dass sie kaum noch einer überspringen kann. Wie es Peter Jackson mit der Herr-der-Ringe-Trilogie geschafft hat. So hat Cameron Luft nach oben gelassen. Einen wirklich beeindruckenden SF-Film hat er trotzdem vorgelegt.
Frohe Weihnachten!
Eingetragen von ChristianW, 24.12.2009, 08:50 in AllerleiDas Schneechaos ist vorüber - hier bei uns zumindest -, weiße Weihnachten hat der Wettergott allerdings nicht in seinem Geschenkkorb. Ein bisschen ist noch übrig, aber bis zum Nachmittag dürfte das auch weggetaut sein. Irgendwie hat er wohl das Timing verpasst.
Nichtsdestotrotz wünsche ich
Januarstory
Eingetragen von ChristianW, 22.12.2009, 22:00 in SchreibkramDas Jahr nähert sich mit Riesenschritten seinem Ende - wenn die Feiertage erst mal vor der Tür stehen, geht's meist ruckzuck, und schon muss man sich an die neue Jahreszahl gewöhnen. Der Fantasyguide wirft in seiner Rubrik Kurzgeschichte des Monats bereits einen Blick auf den Januar: Dort gibt es meine Story "Verdammt heiß hier" zu lesen. Passend zur Jahreszeit - und zum Sauwetter - lädt sie zu einem Saunabesuch ein, der nicht ganz so verläuft, wie gedacht ...
Die Rubrik hat vor kurzem ihr einjähriges Bestehen gefeiert. Los ging's im Oktober 2008, damals auch mit einer Kurzgeschichte von mir: "Dort draußen, hinter den Sternen". Monat für Monat folgte eine weitere Story, unter anderem von Uschi Zietsch, Andreas Gruber, Helmuth W. Mommers, Marcus Richter und Michael Siefener.
Die Storys bilden übrigens den Grundstock für ein Fantasyguide-Jahrbuch, das 2010 bei p.machinery herauskommen wird. Man darf gespannt sein!
Vincent Preis 2009
Eingetragen von ChristianW, 12.12.2009, 08:58 in BücherweltenZum dritten Mal darf 2010 darüber abgestimmt werden, welche Werke des vergangenen Jahres im Horrorgenre preisverdächtig oder -würdig sind. Nominiert werden können deutschsprachige Romane, Kurzgeschichten, Anthologien/Storysammlungen/Magazine, Hörspiele/-bücher sowie Grafiker und Grafiken aus dem deutschsprachigen Raum. Voraussetzung ist ein Erstveröffentlichungsdatum im Jahr 2009. Nominieren kann man bis 2. Mai, die Abstimmungs-Endrunde läuft dann vom 15. Mai bis 15. August 2010.
Näheres zu den Nominierungs- und Abstimmungsmodalitäten sowie eine umfangreiche Liste mit in Frage kommenden Werken hat Michael Schmidt zusammengestellt:

Dezember ...
Eingetragen von ChristianW, 07.12.2009, 19:54 in SchreibkramKommt es nur mir so vor, oder ist der Dezember tatsächlich der hektischste Monat im ganzen Jahr? Muss die Jahresend-Rallye sein ...
Sei es, wie es will, im Telegrammstil ein paar News: Während das Lektorat für Zwielicht II mit großen Schritten auf die Zielgerade einbiegt, kann man Selbiges auch für den zehnten Wurdack-SF-Kurzgeschichtenband Die Audienz verkünden, in dem ich mit einer Kozak-Story (der insgesamt vierten) vertreten bin. Etwa ebenso weit gediehen ist Exodus 26; die nächste Magazin-Ausgabe wird dem Künstler Helmut Wenske gewidmet sein, zu dessen Gemälden und Grafiken eine ganze Reihe von Autoren Geschichten geschrieben haben (meine trägt den Titel Die Zeitwüste, weil's so schön zu Wenskes Werken passt).
Das nächste Exodus ist für März 2010 angekündigt, Die Audienz soll auch um diese Zeit herum in Druck gehen. Für Zwielicht II steht noch kein genaues Datum fest, aber es soll auf jeden Fall im kommenden Jahr bei Eloy Edictions erscheinen.
XUN 23
Eingetragen von ChristianW, 27.11.2009, 18:32 in SchreibkramEin Mann wird Zeuge und Opfer eines Verbrechens, gleichzeitig auch Täter. Eine Horrorvision, nicht wahr? Oder ist es gar keine Vision?
Näher nachzulesen ist das Ganze in meiner Story Tief im Innersten, die im Dezember in XUN 23 erscheint. Bernd Walter kann mit seinem 1982 (!) gestarteten Fanzine nach einer längeren Pause und dem Relaunch im Jahr 2005 bald Jubiläum feiern: 3 Hefte bringt er pro Jahr heraus, Nr. 25 kommt im Sommer 2010.

Nähere Infos zur Ausgabe 23 und zu den verschiedenen Projekten, die unter dem Label XUN erscheinen, gibt es hier.
Firefly? - Shiny!
Eingetragen von ChristianW, 24.11.2009, 22:29 in FilmIch und TV-Serien anschauen? Nö. Ein ganz entschiedenes Nö. Das hab ich lange hinter mir. Früher, ja früher, da war das anders. Raumschiff Enterprise, Daktari, Captain Future, Raumpatrouille - und was gab es nicht noch alles zu einer Zeit, in der man die Qual der Wahl zwischen sage und schreibe drei Programmen hatte. Sehr sehr viel später hab ich es noch mal mit Lost versucht, das dann aber (Privatsender - ich hätte es wissen müssen ...) erst abgesetzt und später erneut ins Programm genommen wurde - und mich wieder zum Serienmuffel werden ließ.
Und dann? Dann kam die Firefly ... was natürlich keine Stubenfliege auf dem heißen Ceranfeld ist, sondern ein Raumschiff namens SERENITY. Den Spielfilm kannte ich bereits (für mich ist der jetzt schon Kult!) und dachte mir: Die Serie könnte was für dich sein, zumal es davon keine 399 Folgen gibt.
Seit Mitte September wird Firefly samstags spätabends auf Super RTL ausgestrahlt. Die ersten Folgen hab ich verpasst, da ich nur selten in eine Programmübersicht schaue. Den Sendeplatz bei Super RTL hab ich nur durch Zufall entdeckt. Also den guten alten Videorecorder angeschmissen (einen anderen Recorder besitze ich nicht, weil es sich für mich nicht rentiert), eine Folge aufgezeichnet und angesehen und erst mal kräftig geflucht. Scheiße, wo krieg ich jetzt die Folgen her, die ich verpasst habe? Lösung ganz einfach: schnell die DVD gekauft. Da gibt's so eine schnuckelige Box mit vier Silberscheiben, auf der die komplette Serie inklusive Making-of zu finden ist.
Tja, was soll ich sagen? Gäbe es mehr solche Serien, ich könnte glatt zum Zielpublikum für Privatsender werden.
Wer keine Ahnung hat, was eine Firefly ist, wer Malcolm Reynolds für einen Tabakkonzern, Zoë Washburne für ein Waschbärenweibchen und Joss Whedon für einen irischen Folksänger hält, der schaue hier oder hier.
Der Gott der Klinge
Eingetragen von ChristianW, 14.11.2009, 09:43 in BücherweltenMit Joe R. Lansdales Der Gott der Klinge, das in den USA beim umtriebigen Verlag für Sonderausgaben Subterranean Press erschienen ist, hat Random House einen guten Fang für seine Heyne-Hardcore-Reihe gemacht. Einen sehr guten sogar (allein für den Titel müsste man Lansdale auf die Schulter klopfen - wenn man den Neid beiseite schieben und den Ärger darüber vergessen könnte, dass Joe den Titel weggeschnappt hat [grr!]).

In einer Zeit, in der Publikumsverlage - zumindest in der Phantastik - kaum noch Bücher unter 500 Seiten bzw. 5 Zentimeter Dicke rausbringen, ist eine Zusammenstellung aus Kurzroman und Kurzgeschichten ein probates Mittel, sowohl den Möglichst-viel-Umfang-fürs-Geld-Käufer als auch den interessierten Leser und Fan zufriedenzustellen. Hat schon bei Richard Mathesons Ich bin Legende geklappt, und jetzt auch mit The God Of The Razor.
Dem Horrorthriller Nightrunners von 1987, der auf 250 Seiten alles erzählt, was zu der Story gehört und reinpasst (und den ein anderer Autor heute auf Verlangen des Verlages vermutlich auf 550 Seiten strecken würde, bis man beim Lesen vor lauter Gähnen nicht mehr weiß, was auf den letzten 10 Seiten eigentlich gestanden hat ...) wurden eine Novelle und fünf Kurzgeschichten hinzugefügt, die thematisch alle mehr oder weniger im Gott-der-Klinge-Umfeld spielen. Und gerade in diesen Storys zeigt sich, was für ein toller Erzähler Joe R. Lansdale ist (den übrigens auch der Shayol-Verlag für sich entdeckt hat, wo unter anderem Der Teufelskeiler erschienen ist).
Das Experiment
Eingetragen von ChristianW, 10.11.2009, 19:25 in SchreibkramBeim EDFC ist unter dem Titel Das Experiment die Jahresanthologie 2009 erschienen, herausgegeben von Frank W. Haubold, illustriert von Mario Franke und Gabriele U. Behrend. Wie schon im Sommer angekündigt ist es die letzte Storysammlung in dieser Form, da der EDFC sein Paperbackprogramm auf E-Books umstellt.
Lesestoff gibt's von Gabriele Behrend • Manuela P. Forst • Heidrun Jänchen • Anke Laufer • Christel Scheja • Friederike Stein • Matthias Falke • Volker Groß • Frank W. Haubold • Hahnrei Wolf Käfer • Frank Malkusch • Frank Neugebauer • Niklas Peinecke • Uwe Schimunek • Christian Schmitz • Hartmut Schönherr • Andreas Schumacher • Frank Schweizer • Malte S. Sembten • Michael Siefener • Achim Stößer • Christian Weis

"Ein geklonter Rockmusiker, ein Häuptlingsthron als Sonderangebot, Abenteuer in einer Totenstadt, ein Experiment mit verhängnisvollen Folgen und eine WG auf dem Weg zum Mars: Zweiundzwanzig ausgewählte Kurzgeschichten und Erzählungen aus allen Bereichen des phantastischen Genres erwarten den geneigten Leser in dieser fünften Ausgabe der EDFC-Jahrsanthologie, die gleichzeitig die Reihe abschließt."
Die Abenteuer in der Totenstadt sind nachzulesen in meiner Story Die andere Seite:
Der Arzt schloss meine Augen. Meine Ohren verstopfte er jedoch nicht. Hören konnte ich also, wer schluchzte und wer sich bereits laut Gedanken über die Zeit danach machte, als meine Familie ins Sterbezimmer geführt wurde.
Meine Mutter weinte, ebenso mein dreizehnjähriger Sohn Ben. Gudrun heulte nicht, stattdessen fragte sie den Arzt, wie es denn nun weiterginge.
Mit eisernem Willen hätte ich die Augen öffnen können, da die Leichenstarre bei Zimmertemperatur erst ein bis zwei Stunden nach dem Tod einsetzt, aber in diesem Moment war ich zu derartigen Kraftanstrengungen nicht fähig. Mein angeborener Herzfehler hatte mich geschafft – in jeder Hinsicht.
Der Tod raubt einem die Vitalität, und man muss sich erst daran gewöhnen, die Muskeln nicht nur durch Nervenimpulse bewegen zu können, sondern auch durch reine Geisteskraft. Der eine findet den Dreh früher heraus, der andere später. Manche nie. Aus diesem Grund erhebt sich nur jeder zweite Verstorbene. Die anderen haben ihr Leben losgelassen und bleiben in der ewigen Dunkelheit gefangen.
»Kommen Sie bitte mit«, sagte der Arzt mit ruhiger Stimme, wie er es zuvor vermutlich schon hundertfach getan hatte, »in meinem Büro lässt sich alles Weitere leichter besprechen.«
Ich vernahm ein jammervolles Seufzen. Mutter hatte es ausgestoßen. Dann erklang ein trotziges »Nein, ich möchte noch bei ihm bleiben!« von Ben, dessen Stimme vibrierte und jeden Augenblick umzukippen drohte.
»Er wird vor der Beerdigung in der Friedhofskapelle aufgebahrt«, sagte Gudrun nahezu emotionslos, »dort können wir Abschied von deinem Vater nehmen. Hier riecht es zu sehr nach Krankenhaus und nach …« Sie stockte und räusperte sich. »Das … das macht mich ganz krank.«
Das Wort »krank« war das einzige, das sie besonders betonte.
In diesem Moment wäre es mir beinahe gelungen, die Lider aufzureißen, doch die lodernde Glut in meiner Brust war nur ein Strohfeuer, das sofort wieder erkaltete. Ich vernahm die auf dem Krankenhauskorridor verhallenden Schritte, dann umgab mich nur noch Totenstille.
Ich hatte in meinem Leben bereits einige finstere Stunden hinter mich gebracht, aber erst jetzt begriff ich die Farbenlehre vollständig: Schwarz ist nicht gleich Schwarz. Was ich bisher dafür gehalten hatte, war allenfalls Dunkelgrau gewesen. Diesmal stand ich vor dem absoluten Nichts. Ich hatte einen unbekannten Raum betreten, in den man sich hineintastet, ohne zu wissen, ob die gegenüberliegende Wand einen Meter entfernt oder selbst nach hundert Kilometern noch lange nicht erreicht ist.
Stets hatte ich verdrängt, was geschehen würde, wenn es einmal soweit war. Darin waren Gudrun und ich uns stillschweigend immer einig gewesen. Wir hatten nach der Devise gelebt, uns wenigstens von diesem Wahnsinn nicht überrollen zu lassen. Sobald irgendwo die Rede auf die Zeit nach dem Tod kam, suchten wir schleunigst das Weite. Wenn in der Flimmerkiste darüber gesprochen wurde, gewann meist Gudrun unseren kleinen inoffiziellen Wettstreit, in dem es darum ging, wer die Fernbedienung als Erster schnappte. Ihre Reaktionsschnelligkeit ist sensationell.
Nur wenn Benny das Thema anschnitt, wie es Kinder eben tun, die neugierig ihre Welt erkunden und in Frage stellen, kamen wir nicht umhin, zumindest unsere Haltung bezüglich des Phänomens in Worte zu kleiden. Wir versicherten unserem Sohn, diese Laune der Natur wäre nur eine vorübergehende Erscheinung, die uns ganz sicher nie betreffen würde. Als sein Schulfreund Dirk eingeäschert wurde, damit er mit seinen vom Kühlergrill eines Geländewagens zertrümmerten Knochen nicht wiederkehren konnte, rangen wir uns eine Erklärung ab, die nicht nur Benny nicht verstand. Immerhin stellte er seine Fragerei daraufhin ein.
Mittlerweile wurden viele der Krematorien geschlossen, die die Auftragsflut kaum bewältigen konnten, nachdem diese seltsame Epidemie um sich gegriffen hatte. Leichenverbrennungen sind hierzulande nur noch unter strengen Auflagen erlaubt, seit wir das menschliche Leben anders definieren.
Nach ein bis zwei Tagen lässt die Totenstarre nach. Daher erfolgt die Beerdigungszeremonie in aller Regel vor Ablauf von vierundzwanzig Stunden. Wenn die Trauergemeinde Abschied genommen hat, wird der Verstorbene zur Beobachtung in ein Zwischenlager gebracht, damit er nicht den Eindruck gewinnt, lebendig begraben zu sein, falls er die Augen wieder öffnet. Erst wenn nach etwa zwei Wochen sichergestellt ist, dass eine Leiche keinerlei Regung zeigt, wird sie erneut eingesargt und auf dem Friedhof bestattet.
Eigentlich Wahnsinn, dieses System. Aber es hat sich wohl bewährt.
Am Abend wurde ich, wie Gudrun es unserem Sohn versprochen hatte, im offenen Sarg aufgebahrt. Die Trauerfeier erfolgte am nächsten Vormittag. Beides nahm ich kaum wahr, da die Totenstarre mich in einen tranceähnlichen Zustand versetzt hatte, der einem Dämmerschlaf glich. Mein Bewusstsein schwankte zwischen halblichten und dunklen Momenten. Ich kann mich an keine Details mehr erinnern. Vielleicht ist das auch besser so.
Erst als ich in dieser sterilen Kühlhalle die Augen aufschlug und ein Bewegungssensor dem Personal anzeigte, dass ich von den Toten zurückgekehrt war, begann die Maschinerie in meinem Schädel wieder zu arbeiten, und ich konnte mit den Händen den glatten Kunststoffbezug ertasten, auf dem ich lag.
Wer wissen möchte, wie's weitergeht: Einfach hier lang …
Boa Esperança
Eingetragen von ChristianW, 06.11.2009, 19:20 in SchreibkramStory Center 2009 hat sich im Lauf des Jahres zum Mammut-Projekt entwickelt und erscheint in Kürze bei p.machinery in der Reihe AndroSF, aufgeteilt auf zwei Bände: Das Wort und Boa Esperança (portugiesisch für "Gute Hoffnung" - man lernt nie aus und keiner soll behaupten, Science Fiction bilde nicht!). Letztgenannter (also AndroSF 5) enthält meine Story Mutagenese, in der ein Experiment zur Herstellung von Rohstoffen für Bio-Reaktoren den Forschern buchstäblich über den Kopf wächst.





















































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