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Wenn Klone über Haie springen

Eingetragen von Gallagher, Gestern, 20:39 in Star Wars

"Wer die Vergangenheit ignoriert, gefährdet die Zukunft" hieß es im Vorspanntext von "The Mandalore Plot", der gestrigen Folge von Star Wars: The Clone Wars. Das hätten George Lucas und Dave Filoni sich besser mal hinter die Ohren schreiben sollen. Was mich betrifft, war die ganze Episode ein klarer Fall von Jumping the Shark, wie der Amerikaner sagt.

Was für'n Hai? huh.gif

Die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch an die seinerzeit recht erfolgreiche TV-Serie "Happy Days". In einer Folge mußte die Hauptfigur "Fonzie" im Rahmen einer Mutprobe auf Wasserskiern über ein Haifischbecken springen - eine völlig hirnrissige Idee, die innerhalb des Serienkosmos wie ein Fremdkörper wirkte und für Fans der Serie ein untrügliches Zeichen dafür war, daß die Serie den Zenit überschritten hatte. Von dem Moment an ging es bergab. Wenn Zuschauer das Interesse an einer Serie verlieren, tun Drehbuchautoren seltsame Dinge: Charaktere fangen an, sich völlig untypisch zu verhalten. Die Handlung nimmt abrupt einen völlig unerwarteten Verlauf, der dem bisherigen canon widerspricht. Hauptdarsteller verlassen die Serie. Oder Totgeglaubte tauchen plötzlich wieder auf. Zentrale Rollen werden plötzlich von anderen Schauspielern gemimt, weil die ursprünglichen Darsteller sterben oder kündigen. Und so weiter. Jedenfalls hat sich im amerikanischen Sprachgebrauch "Jumping the shark" als Synonym für den Punkt eingebürgert, an dem eine Serie "kippt".

Hat es "Star Wars: The Clone Wars" etwa schon in der Mitte der zweiten Staffel erwischt? Ich fürchte, ja. sad.gif

Wer hier regelmäßig hereinschaut weiß ja, daß ich ein großer Fan von Boba Fett und den Mandalorianern bin (wenngleich auch nicht ganz so exzessiv wie dieser junge Mann hier, und daß ich die Star-Wars-Romane von Karen Traviss für die beste Schöpfung seit der Erfindung des Faustkeils den Star-Wars-Romanen von Timothy Zahn halte. Von daher hatte ich mich, wie neulich schon erwähnt, irgendwie auf den Moment gefreut, in dem die Mandalorianer ihren ersten Auftritt in der TV-Serie haben würden. Ich war auch seelisch darauf eingestellt, daß ich einige liebgewonnene Vorstellungen davon, wie deren Heimatplanet und seine Zivilisation so aussehen, über Bord würde werfen müssen.

Was dann kam, war ein regelrechter GAU.

Ich kann ja verstehen, daß man ein Franchise rebootet, wenn einem die alten Fans wegsterben und nicht genügend junge Fans nachwachsen ("Star Trek" hat es im letzten Sommer vorgemacht, bei "Perry Rhodan" wird es IMHO allmählich mal Zeit für so eine Übung), oder wenn sich das bisher am Ruder befindliche kreative Team stilistisch und inhaltlich völlig verrannt hat (siehe die "Batman"-Filme), wenn man ein totes Konzept noch einmal recyceln möchte ("Battlestar Galactica"), oder wenn man mit den Gehaltsverhandlungen mit dem Regisseur und der Schauspielerriege nicht weiterkommt (jüngstes Beispiel: "Spider-Man") und so weiter. Aber innerhalb einer laufenden Serie ein Konzept umschmeißen, das bei den Fans beliebt ist, und all diesen Fans mit einem radikalen Kurswechsel mitten im laufenden Geschehen vor den Kopf stoßen - ich weiß nicht recht, aber der letzte, der das versucht hat, war Russell Mulcahy mit "Highlander II - The Quickening". Und wie seine Karriere nach dieser Meisterleistung weiter ging, dürfte ja bekannt sein.

Kommen wir aber nun zu der gestrigen Episode. Was war denn nun damit los?

The Good
Handwerklich war der Film gut gemacht, da kann man nicht meckern. Die Animation wird wirklich von Woche zu Woche besser. Im Original spricht der Schauspieler und Regisseur Jon Favreau den Oberbösewicht Pre Viszla - ein prominenter Gaststar für diejenigen, die das auf englisch gucken.
Gut waren auch die bisweilen spitzzüngigen Dialoge zwischen Obi-Wan und der Herzogin Satine und die versteckten Andeutungen, daß die beiden mehr miteinander verbindet (oder verbunden hat) als platonische Freundschaft.
Nett gemeint war auch der Wortwechsel auf Mando'a, welcher - wenn man Produzent Dave Filoni glauben darf - eine Verbeugung vor dem Werk von Karen Traviss und den anderen Künstlern sein sollte, die bislang an den Mandalorianern gearbeitet haben. Wenn ihr mich fragt, war das aber keine Verbeugung, sondern ein In-die-Hocke-gehen-und-einen-Riesenhaufen-drauf-machen. Damit kommen wir zum nächsten Tagesordnungspunkt...

The Bad
Fangen wir mit etwas Einfachem an. Wenn du als Bösewicht (oder dessen Handlanger) den Helden in seine Gewalt bekommst und ihn mit einem Tritt in die Fresse schlafen schickst, dann gibt es eigentlich nur zwei Gründe, den Job nicht an Ort und Stelle zu beenden und ihn sofort umzulegen. Der eine Grund ist, daß dein Boß dir eingeschärft hat, daß du den Gefangenen lebend bei ihm abliefern sollst, weil er ihn entweder selbst abmurksen will oder ihn als Geisel/Tauschobjekt/wasauchimmer braucht. Der andere Grund ist der, daß der Drehbuchautor das so will - damit der Held noch 'ne Chance bekommt, sich aus der mißlichen Lage zu befreien und du als Bösewicht wie der Depp dastehst. In der gestrigen Folge war natürlich Letzteres der Fall. Super-Idee. dry.gif

Viel Schlimmer aber als dieses ganz offensichtliche Plothole war der komplette Neuschrieb, was die Mandalorianer angeht. Nun hat George Lucas in der Vergangenheit schon ein paar Mal ein weißes Kaninchen aus dem Hut gezaubert: Darth Vader ist Lukes Vater, Leia ist Lukes Schwester, Anakin Skywalker ist der Erbauer von C-3PO, Boba Fett ist ein Klon von Jango Fett, Anakin Skywalker hat einen Padawan... alles Sachen, die vorher niemand geahnt hat und die dann irgendwie in das bestehende Gefüge der Serie eingepaßt werden mußten. Auch die Mandalorianer haben in der Vergangenheit schon einiges über sich ergehen lassen müssen: so wurde der Handlungsstrang um den guten alten Fenn Shysa aus den Marvel-Comics jahrelang ignoriert und erst vor Kurzem von Karen Traviss in "Order 66" wieder aufgegriffen. Auch die Tatsache, daß Boba Fett nicht identisch mit Jaster Mereel ist, wie uns die hervorragende Kurzgeschichte "The Last One Standing" ursprünglich glauben machen wollte, wurde irgendwie mehr schlecht als recht untergebracht.

Aber das hier? Es fängt damit an, daß der Planet Mandalore völlig anders aussieht, als es in allen bisherigen Veröffentlichungen geschildert wurde. Auch sind die Mandalorianer in der TV-Serie keine Kriegerkultur, sondern Pazifisten, die ihre kriegerische Vergangenheit hinter sich gelassen haben. Kriegerisch ist allenfalls die Splittergruppe "The Death Watch" (ein Begriff, der aus bestehendem Material aufgegriffen und hier in anderem Zusammenhang recycelt wurde) unter dem Kommando von Pre Viszla, dem die neue pazifistische Regierung ein Dorn im Auge ist. Dann wird gleich in den ersten Minuten richtiggestellt, daß Jango Fett mitnichten ein Mandalorianer war und erst recht keinen besonderen Status inne hatte, sondern daß es sich bei ihm um irgendeinen Kopfgeldjäger gehandelt haben soll, der irgendwie in den Besitz einer Rüstung gekommen war. Nun gut, das könnte natürlich eine gezielte Fehlinformation durch jemanden gewesen sein, der sich von Jango Fett distanzieren wollte - denn ansonsten wäre nicht nur den Romanen von Karen Traviss der Boden unter den Füßen weggezogen worden, sondern auch die Gründe für ( a ) die Abkehr von Count Dooku vom Orden der Jedi und ( b ) die Auswahl von Jango Fett als Vorlage für die Klonarmee wäre komplett in Frage gestellt worden, weil damit die Comicserie "Jango Fett: Open Seasons" ebenfalls hinfällig wäre. Und es sind nicht nur dieser Comic, nicht nur die Klonkriegsromane von Karen Traviss und nicht nur die Marvel-Comics, die (mal wieder) übergebügelt werden - nein, der Planet Mandalore und seine als kriegerisch charakterisierte Kultur tauchen schließlich auch noch in mehreren Romanen einer späteren Epoche wieder auf, die nämlich zur Zeit von Luke Skywalker und seiner Nichte Jaina spielen. Die sind damit dann also auch was für die Tonne. angry.gif

Ich verstehe George Lucas nicht. Erst öffnet er seine Spielzeugtruhe auch für andere Künstler (Autoren, Comiczeichner, usw.) und läßt sie an seinem Universum mitbasteln - und dann haut er mit dem Hintern wieder um, was seine Mitarbeiter (die er schließlich als Geschäftsmann für ihre Leistungen bezahlt hat) in mühevoller Arbeit aufgebaut haben? Hallo?! unsure.gif Sicher, es ist sein Universum und seine Schöpfung, und er ist der Boß und hat das letzte Wort, aber er muß doch wissen, was er da anrichtet! Es wären doch nur ein paar winzige Pinselstriche nötig gewesen, und die "neuen" Mandalorianer hätten friedlich neben den bisherigen aus Buch & Comic stehen können. Wenn beispielsweise der Planet, auf dem Obi-Wan und Satine sich treffen, nicht als Mandalore, sondern als irgendein Planet im mandalorianischen Sonnensystem (oder im gleichen Sektor, oder was auch immer) etikettiert worden wäre, sähe die Sache schon ganz anders aus. Die Zweifel an der Biographie von Jango Fett hätte man später als die persönliche Meinung einer Einzelperson entlarvt ("What I told you was true... from a certain point of view."), und aus die Maus.

Es gibt zudem bei den unzähligen Star-Wars-Veröffentlichungen extra ein Subgenre für "Alternate History"-Geschichten, die sogenannten "Star Wars Infinities". Wenn ich von vornherein weiß, daß eine Geschichte dazu zählt, in der meinetwegen der erste Todesstern nicht zerstört wird, sondern statt dessen der Planeten Yavin mitsamt dem darauf befindlichen Rebellenstützpunkt vernichtet wird, dann kann ich mich darauf einlassen. So lange aber Romane ohne dieses Etikett vermarktet werden, gehe ich selbstverständlich davon aus, daß die Bücher irgendwie mit den Ereignissen aus den Filmen und Fernsehserien in einen Kontext passen. Was ich nicht akzeptieren kann und will ist, daß ich erst über Jahre Bücher kaufen und lesen soll - nur, um hinterher zu erfahren, daß das alles nur belangloser Kram aus einer alternativen Realität gewesen ist. Nur, weil es jetzt plötzlich einen Film oder eine TV-Folge gibt, die eine höhere Priorität hat. Aber mit ein bißchen Glück bekommen wir ja bei "The Clone Wars" auch irgendwann eine Bobby-Ewing-unter-der-Dusche-Episode, und alles wird wieder gut...

And The Ugly
Nachdem Pro7 beinahe die Amerikaner eingeholt hatte, was die Ausstrahlung von "The Clone Wars" betrifft, macht man nun erst mal eine kreative Pause. Ich vermute mal, daß man im Synchronstudio nicht mehr nachgekommen ist. Allerdings ist das schon ein dicker Hund, die Serie nach dem ersten Teil eines Dreiteilers für mehrere Monate (!!!) zu unterbrechen. An der spannendsten Stelle. Ja nee, is' klar. dry.gif Gut, daß mir das jetzt nichts mehr ausmacht...


Die Spätzünder

Eingetragen von Gallagher, 07.02.2010, 21:56 in Filme

Ein bißchen wie "One flew over the cuckoo's nest", nur ohne Lobotomie. Ein bißchen wie "Cosi", nur mit Rockmusik statt Mozart. Und ein bißchen wie "Keinohrhasen", nur mit Altenheim statt Kindergarten. So oder so ähnlich könnte man die Formel skizzieren, nach welcher der TV-Film "Die Spätzünder" gestrickt ist.

Das Drehbuch ist erschütternd simpel gestrickt und vorhersehbar. Wenn Rockmusiker Rocco Zoff mit seiner schlecht gelaunten Nachbarin hat und sich am nächsten Morgen im Altenheim melden muß, um seine Sozialstunden abzuarbeiten, wer wird da wohl die Stationsschwester sein? Na? Rööööschtööösch, die besagte Nachbarin natürlich. Und? Kriegen sie sich am Ende? Ja sicher. Und wenn vier Leute sich die Treue schwören und einer von ihnen sagt "Wir ziehen das jetzt durch. Egal, was passiert" - wer von denen wird das Ende des Films nicht erleben? Genau. rolleyes.gif Und wenn krasse Außenseiter in wenigen Tagen sich zu einer Band zusammenfinden, in einer Nacht-und-Nebel-Aktion ein Stück einstudieren und dann in einem Wettbewerb gegen andere - erfahrenere - Bands spielen, wer wird dann wohl den ersten Platz machen? Na eben. Ihr seht, was ich meine.

Die Figuren bleiben - bei allen Sympathiewerten und guten bis sehr guten schauspielerischen Leistungen - äußerst eindimensional. Petra Morzé darf nicht viel mehr tun, als humorlos durch den Film zu stöckeln und streng zu gucken. Jan Josef Liefers macht immerhin auch außerhalb des gerichtsmedizinischen Instituts von Münster eine passable Figur als Altrocker, und insbesondere Joachim Fuchsberger, Bibiane Zeller und Hans Michael Rehberg dürfen unter Beweis stellen, daß sie noch nicht zum alten Eisen gehören. Das Beste sind die - zum Teil recht makabren - Dialoge, die den Film über bloßes Mittelmaß hinausretten. thumb.gif


23.383

Eingetragen von Gallagher, 04.02.2010, 22:04 in Mein Schreibtisch

Heute abend habe ich mal wieder ein wenig an meinem nächsten "Ikarus"-Abenteuer gearbeitet. Ich werde den Stoff wohl in fünf Kapitel mit jeweils 40.000 Anschlägen gliedern. Die Kapitel 1, 3 und 5 ergeben dann sozusagen die eigentliche Haupthandlung des Romans (so daß man ein in sich abgeschlossenes Abenteuer hat, obwohl es sich ja um eine Fortsetzungsgeschichte handelt). Die Kapitel 2 und 4 sind dann zwar storytechnisch mit den anderen drei Abschnitten verzahnt, aber diese beiden Blöcke sind es, welche die übergeordnete Handlung des Zyklus voran bringen.

Im ersten Kapitel haben nun die vier betagten Söldner der Eliteeinheit Rash Udayyin - Dilligaf, Cumshaw, Sixpack und Joystick - einen Krieger der Ts!gna gefangen genommen, der mehr als nur ein Geheimnis bewahrt.

Falls ihr euch wundert, was Dilligaf für ein ulkiger Name ist - der Mann heißt natürlich nicht wirklich so. Sein eigentlicher Name ist Jean Richter. Der Kampfname geht auf sein legendäres Zitat "Do I look like I give a fuck?" zurück, mit welchem er einen gescheiterten Einsatz kommentierte, der seinen Vorgesetzten das Leben kostete. Idealbesetzung im Falle einer Verfilmung: Clint Eastwood. smokin.gif


X-Wing im Anflug!

Eingetragen von Gallagher, 03.02.2010, 22:26 in Im Netz

Nachdem neulich schon der Saturnmond Mimas kurzzeitig für Verwirrung bei den Astronomen sorgte ("Das ist kein Mond, das ist eine Raumstation!"), wurde jetzt auch der dazugehörige Incom T-65 X-Wing gesichtet, und zwar hier. Verblüffend, nicht?


Grenzpatrouille: Deleted Scene

Eingetragen von Gallagher, 03.02.2010, 21:56 in Mein Schreibtisch

Seit einigen Tagen ist ja bereits die Military-SF-Anthologie "Weltraumkrieger" im Handel, die Ende Januar im Atlantis-Verlag erschienen ist. Aus meiner Feder ist die Kurzgeschichte "Grenzpatrouille" enthalten - und ich bin stolz, in illustrer Gesellschaft von renommierten Autoren wie den Herren Hohlbein, Haubold, Rößler und Post (um nur einige zu nennen) sowie Sylke Brandt zu sein. Diskutiert wird über das Buch auch schon fleißig, und zwar im Forum von SF-Fan.de.

Mein Belegexemplar habe ich bereits, und ihr bekommt euer Buch beispielsweise hier oder dort.



Das Ende von "Grenzpatrouille" wurde übrigens im Lektorat auf Anraten der Herausgeber leicht gekürzt. Wenn ihr das Finale in voller Länge lesen wollt, macht ihr jetzt bitte Folgendes:

  1. schlagt die Anthologie "Weltraumkrieger" auf Seite 142 auf
  2. merkt oder notiert euch das erste Wort in der ersten Zeile
  3. bei der URL "www.clou-gallagher.de/yxz.html" ersetzt ihr das "yxz" durch das besagte Lösungswort
  4. und voilà! zeigt euer Browser euch ein alternatives Ende der Geschichte


Gut, ne? cool.gif


Karen Traviss: 501st

Eingetragen von Gallagher, 03.02.2010, 20:32 in Star Wars

Inzwischen habe ich den wohl letzten Star-Wars-Roman von Karen Traviss gelesen. "501st" heißt das Werk; gemeint ist natürlich die 501. Legion (a.k.a. "Vader's Fist"), die dem persönlichen Befehl von Darth Vader untersteht. Daß der Wind nun aus einer anderen Richtung weht, sieht man auch am Titel des Zyklus: hieß die Reihe vorher noch Republic Commando, ist "501st" nun erst- und letztmalig An Imperial Commando Novel.

The Good:
Karen schreibt die Familiengeschichte des Clans Skirata gekonnt fort. Wir erfahren Neues über Kal Skirata und seine diversen adoptierten Söhne, die sich allmählich an ein Leben außerhalb der Armee zu gewöhnen beginnen. Stellenweise erinnert das Leben auf dem entlegenen Gehöft Kyrimorut ein wenig an das Zusammenleben der Cartwrights auf der Ponderosa Ranch - oder an "Unsere Kleine Farm" ("Gute Nacht, John-Boy..."), dann aber finden wieder actionreiche Einsätze der noch in der Armee verbliebenen Klone Darman und Niner statt. Wir erleben - lange vor der Zerstörung von Alderaan - den ersten kleineren planetaren Holocaust in dem noch jungen Imperium und werden Zeuge, wie der Clan Skirata mit den Folgen der Katastrophe lebt. Alles in allem wieder eine gute Mischung aus Military SF und Familien-Epos - und ein paar Cameos von Charakteren aus Karens exzellenten Roman "No Prisoners" hätten die "Commando"-Reihe noch enger an die Ereignisse der TV-Serie "The Clone Wars" binden können. Aber leider nur fast...

The Bad:
Der vorliegende Band hat vier Schwächen, die ineinander übergreifen. Die erste: wie schon zuvor bei "Order 66" der besagte Befehl nicht wirklich im Mittelpunkt des Geschehens stand, so ist auch die "501st" bei Weitem nicht das zentrale Thema des Buches. Von daher ist der Titel irreführend: die Erlebnisse von Darman und Niner mit ihrem neuen Boss und ihren neuen Kameraden sind nur einer von vielen Handlungssträngen. Womit wir schon beim zweiten Problem wären: es sind allmählich sehr, sehr viele Charaktere auf Kyrimorut. Kein Wunder, wenn "Papa Kal" nach dem Vorbild von Angelina Jolie und Madonna alles adoptiert, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist. Der Clan Skirata wächst durch Adoptionen, Verlobungen und Eheschließungen in alle Richtungen, und Karen bringt es nicht übers Herz, ihre Charaktere nach Haupt- und Nebencharakteren abzustufen. Es passiert sehr viel auf einmal, und kurz vor Schluß wird mit dem Auftritt einer wieder erstarkten "Death Watch" auch noch ein neues Faß aufgemacht, aber der eigentliche rote Faden der Reihe - die Umkehrung des beschleunigten Alterungsprozesses der Klonsoldaten - wird immer wieder aufgeschoben. Damit sind wir auch schon beim dritten Problem: man merkt sowohl "Order 66" als auch "501st" an, daß sie keine in sich abgeschlossenen Geschichten erzählen, sondern nur Etappen innerhalb einer größeren, durchgehenden Handlungsstranges sind...

And The Ugly:
... womit wir beim vierten und letzten Problem wären, dem coitus interruptus nämlich, der sich aus dem Weggang von Karen Traviss aufgrund des Kontinuitätsproblems zwischen ihren Werken und der TV-Episode "The Mandalore Plot" (am kommenden Sonntag auf Pro7) ergeben hat. "501st" bringt weder die Geschichte von Darman und Niner zu einem Ende, noch wird der Alterungsprozeß der Klone gestoppt, und das überraschende Auftreten von Dred Priest und der "Death Watch" verpufft irgendwie ohne weitere Konsequenzen. Für das abrupte Ende (mit Cliffhanger) kann Karen nun nichts - eine Fortsetzung war ja nun schon angekündigt und vermutlich auch schon in Arbeit. Ich frage mich immer noch, ob Lucas und Filoni nicht einen massiven Fehler gemacht haben, die schon sehr detailliert ausgearbeiteten Hintergründe über die Mandalorianer einfach so beiseite zu wischen.

Um es auf den Punkt zu bringen (auf Mando'a): aay'han ist, glaube ich, die richtige Beschreibung für das Gefühl beim Lesen dieses Buches (wer jetzt nachgucken will, was das heißt, wird hier fündig).


Elementar!

Eingetragen von Gallagher, 31.01.2010, 20:23 in Filme

Eine der ersten Ideen, die ich 2002 bei der Planung von "Colin Mirth" in irgendein Notizbuch kritzelte, war ein spektakulärer Kampf hoch oben auf der frisch eröffneten Tower Bridge. Gleich, nachdem ich die Idee hatte, mußte ich auch schon wieder verwerfen, weil die Brücke halt erst 1894 eröffnet wurde, "Colin Mirth" aber in den Jahren 1876 und 1877 spielt. Hätte ich damals das Konzept und das Setting meines Projekts geändert und die Szene drinnen behalten, dann könnte ich jetzt vermutlich Warner Brothers mit Aussicht auf Erfolg mit einer Plagiatsklage behelligen - genau so ein Fight, wie er mir damals vorschwebte, ist jetzt eines der Highlights von "Sherlock Holmes".

Guy Ritchies Film ist - trotz aller kleinen Anachronismen und Fehler - ein tolles Stück Kinounterhaltung. Leider verblaßt das eigentlich recht ansehnliche Einspielergebnis von aktuell rund 191 Millionen US-Dollar neben dem momentanen Platzhirschen "Avatar", von daher wird er vermutlich als weniger erfolgreich wahrgenommen, als er ist. Auf jeden Fall haucht er dem etwas angestaubten Superdetektiv in jeder Hinsicht des Wortes neues Leben ein. Robert Downey Jr., der mich diesmal mehr denn je an einen jungen Robert deNiro erinnert, bringt eine ganz eigene Interpretation des schrulligen Genies auf die Leinwand, und Jude Law ist endlich mal ein Dr. Watson, der mehr als nur der plumpe schnauzbärtige Stichwortgeber für den großen Helden ist. Diesem Watson nimmt man jedenfalls ab, daß er in der Armee war. Fast erinnert er ein wenig an Dr. Leonard McCoy...

Eine Fortsetzung ist sicher - der Wink mit dem Zaunpfahl, was Professor Moriarty angeht, war ja nicht zu übersehen. Das ist einerseits etwas, was mich freut - andererseits zeigt meine Motivationskurve für eine Fortsetzung von "Colin Mirth" im Moment stark nach unten. sad.gif


Spock vs. Deckard

Eingetragen von Gallagher, 31.01.2010, 13:32 in Im Netz

... lautet die Begegnung im Endspiel des zweiten "SF-Netzwerk sucht den Super-Science-Fiction-Star"-Turniers. Das Duell läuft noch bis heute abend. Im Moment liegt Spock mit einer hauchdünnen Mehrheit vor dem Titelverteidiger. Wer noch schnell seine Stimme abgeben möchte, kann das gerne hier tun.


Attack of the scroll

Eingetragen von Gallagher, 31.01.2010, 10:38 in Star Wars

Habt ihr euch auch schon mal gefragt, wohin die Schrift aus dem "Star Wars"-Vorspann eigentlich fliegt? Falls ihr wissen wollt, was passiert, wenn diese Buchstaben eines Tages auf der Erde einschlagen - und wie man sich davor schützen kann - müßt ihr euch dieses geniale kleine Filmchen angucken. thumb.gif


Der erste Fan...

Eingetragen von Gallagher, 29.01.2010, 21:48 in Mein Schreibtisch

... der "Grenzpatrouille". Einen zufriedenen Leser hat meine Kurzgeschichte also schon mal. Freut mich zu sehen smile.gif

Komisch, mit den Worten "ein Schlag in den Bauch" wurde noch nie eine Story von mir bewertet. Wie er das nur gemeint hat...?

Wer sich von der Qualität der Geschichte selbst ein Bild machen möchte, kann sich hier informieren und am besten gleich hier bestellen.


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