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Am Golf von Triest

Eingetragen von Nina, 01.07.2009, 23:43

Ich war jetzt wie angekündigt eine Woche am Golf von Triest, um einen Kurs mit der Universität zu absolvieren. Untergebracht waren wir in Monfalcone in Italien (unweit der slowenischen Grenze) in zwei sehr schönen Ferienhäusern.

Am ersten Tag hieß es gleich um 3:00 raus aus den Federn und Abmarsch in voller Montur. Nachdem es regnete, entschied ich mich neben den Seestiefel für die durch und durch wasserdichte Kombi aus Regenjacke und –hose. Ich erinnere mich noch an den Ausspruch eines Professors bei einer meiner ersten Exkursionen: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Ausrüstung!“

Nun gut, ganz so atheistisch bin ich auch wieder nicht ...
Jedenfalls bewährte sich das Schuhwerk gleich mal, nachdem wir ein paar Hundert Meter rausgestapft waren und langsam das Wasser immer tiefer wurde. An der Grenze für normale Gummistiefeln gab es dann auch kurzfristig einen kleinen Volksaufstand.
Jedenfalls wurden dann an drei verschiedenen Stellen Proben genommen und insgesamt waren wir auch nur vier Stunden draußen, der Rest war dann Laborarbeit in der Naturkundestation an der Isonzomündung.


Im Watt mit gefangener Krabbe.

Am zweiten Tag immerhin eine halbe Stunde später aufstehen, nachdem sich herausgestellt hat, dass man im Dunkeln doch nicht so gut arbeiten kann. Es regnete dann auch heftiger während so netter Beschäftigungen wie das Messen der Einregelung von Molluskenschalen. Man muss sich das so vorstellen, man steckt ein Quadrat im Meer ab, legt den Kompass an immer eine Muschel- oder Schneckenschale und misst. Dann ruft man durch, ob Muschel oder Schnecke, bei Muscheln ob ein- oder zweiklappig, dann nimmt man entsprechendes raus, bestimmt die Gattung und wirft dann weg, während daneben einer steht und versucht, das auf einem aufgeweichten Blatt Papier festzuhalten.
Ach ja, das Ganze tut man sich übrigens an, um zu sehen, wie das so ist mit der Strömung und der Orientierung leerer Schalen. Dann sieht man, wie das heute ist und kann beim Auffinden fossilier Schalen dann wieder Rückschlüsse auf die damalige Strömung ziehen. Bei leeren, wohlgemerkt. Eine Schnecke hat beim Vermessen zu meiner Verblüffung plötzlich Beine bekommen und ist mir davongelaufen. Da war nämlich ein Einsiedlerkrebs drinnen ...


Beim Bestimmen der Orientierung von leeren Schalen mit dem Digitalkompass.

Allerdings waren wir insgesamt gesehen doch vor allem damit beschäftigt, dann im Labor die Organismen aus den Proben zu sortieren. Mach an und für sich Spaß, hängt sich aber an, wenn man mal bei der 1500. Schnecke im Millimeterbereich derselben Art angekommen ist.

Da kam dann Donnerstag recht, dass wir eine Bootsfahrt gebucht hatten. Mit Bademöglichkeit im Meer. Na ja. Wäre schön, wenn man nicht schon im Pulli an Deck frieren würde. Die meisten waren zwar trotzdem drin, auch, um frische Muscheln für das Abendessen zu sammeln, aber da hatte ich echt keine Lust drauf. Zumal ich mit irgendwelchen eleganten Hechtsprüngen ohnehin nicht mithalten kann und damit, unelegant und bibbernd ins Wasser zu klettern, kann ich ohnehin keinen beeindrucken.

Am Freitag hatten wir dann Exkursionstag und endlich schönes Wetter. Teilweise war die Aussicht atemberaubend und auch so die Stellen zum Besichtigen nicht ohne.
Was wir eigentlich im Antarktismuseum gemacht haben, weiß aber keiner so genau. Da haben uns die italienischen Geologen, die dazugestoßen sind, voller Begeisterung hingeschleppt. Zu sehen gab’s vor allem Schautafeln in fast ausschließlich italienischer Sprache, dazu Stücke wie ein Zelt das so aussah als könnte Amundsen auf seiner Südpolexpedition darin geschlafen haben. (Über den habe ich übrigens mal ein dickes Buch gelesen, das mir sehr gut gefallen hat, also ich bin sicher nicht so, dass ich die Thematik an sich uninteressant finde.) Dass es echt seins war, bezweifle ich – stand nicht dabei und warum zum Kuckuck sollen das ausgerechnet die Italiener haben?


Exkursionstag - endlich Sonne!

Aber immerhin gab’s dann noch schöne Sachen zu sehen wie eine Felswand mit deutlicher Kreide/Tertiärgrenze im Gestein und zum Abschluss noch eine Fundstelle für Spurenfossilien, wo ich immerhin unter anderem die ganz typische Grabspur eines Seeigels fand.

Am Samstag war dann noch alle Auswertungen fertigmachen und anschließend die Ergebnisse als Power Point Vortrag zu präsentieren.
Sonntag war im Großen und Ganzen nur noch Abreise. Überhaupt sind wir erstaunlich viel rumgefahren, was beweist, dass ich immerhin zwei Bücher gelesen habe – da habe ich nämlich nur beim Fahren reingeschaut, der Tag war immerhin lang genug und das abendliche Zusammensitzen mit den Kollegen war auch zu nett, als dass ich Lust gehabt hätte, mich in üblicher Manier zum Lesen zu verkriechen. Konsumiert habe ich dabei Der Himmel, so weit und schwarz, einen beeindruckenden Science-Fiction Roman sowie die Phantastikanthologie Als ich tot war, was einen wissenschaftlichen Mitarbeiter unseres Instituts entsetzt hat, weil man seiner Meinung nach im schönen Italien lieber Bücher in der Art von „Als ich fröhlich war“ lesen sollte.
Daneben machten wir noch einen kurzen Zwischenstopp in Aquileia, einerseits zum kulturellen Sightseeing, andererseits zu einem kurzen Besuch bei einem Weinbauern, der gleich mal eine Weinkost improvisierte, wo einfach ein paar gutgefüllte Gläser die Runde gingen.

Zu Hause merkte ich dann, dass die Woche doch sehr anstrengend gewesen war. Aber auf jeden Fall war sie eine interessante Erfahrung!


Sammelneuigkeiten aus dem Autorenuniversum

Eingetragen von Nina, 19.06.2009, 18:11

In letzter Zeit war ich viel zu sehr mit meinen Exkursionen beschäftigt – das heißt aber nicht, dass sich in meinem Leben als Autorin so rein gar nichts getan hätte!
Abgesehen mal von ein paar ungelegten Eiern wie beispielsweise der Teilnahme an einem Steampunk-Projekt, wo jeweils drei Geschichten inhaltlich miteinander verknüpft werden. Da ist die Geschichte fertig, aber da gibt es noch Verbesserungsvorschläge, die eingearbeitet werden müssen, was natürlich für einen Autor immer etwas ist, wozu er sich förmlich hinprügeln muss.

Weiters hatte ich ja beim Earth Rocks Wettbewerb zum Thema „Home, sweet Home“ eine Parallelweltgeschichte eingereicht. Nun, die Jury war voll des Lobes und es gab da folgende Kommentare:
„Phantasievoll geschrieben.“
„Ein typischer Horvath. Mehr gibt es nicht zu sagen. “
„Schön bildhaft geschildert“

Und dann?
Nun, das gute Stück kam auf den vierten Platz. Ist zwar schön, wenn man merkt, dass man was kann, aber bekanntermaßen wird die lederne Medaille üblicherweise nicht verliehen. Also habe ich mich dann doch geärgert.

Allerdings nicht allzu lange. Denn dann kam die Zusage, dass meine Geschichte mit dem Titel „Trautes Heim, parallel“ gedruckt wird – sofern ich einverstanden bin. Aber nicht von Earth Rocks, sondern von SFCD. Dass ich tatsächlich mit dabei sein werde, kann man auch im SFCD-Blog nachlesen: Hier klicken.

Doch wie das? – Nun, mit PSI-Kräften hat das nichts zu tun, auch wenn ich gerne des öfteren schon mal einem Verleger gerne den telepathischen Befehl erteilt hätte, einen meiner Texte zu drucken, ging es auf durchaus erklärliche Weise zu: Earth Rocks und der SFCD arbeiten nämlich zusammen. Das klingt zwar ganz erstaunlich, dass zwei Vereine mit Schwerpunkt Science-Fiction sich gut vertragen und sinnvoll zusammenarbeiten – wenn man sich anschaut, wie in der Szene mitunter auf Mord und Brand gestritten wird – ist aber so.
Gut für alle Beteiligten – mich besonders. Dann kommt der Text also im Storycenter und man darf gespannt sein, was uns Michael Haitl als zukünftiger Herausgeber darin servieren wird. Könnte aber durchaus ein Leckerbissen werden!

Eine weitere Science-Fiction Anthologie mit mir dabei wird im Sarturia Verlag erscheinen. Der Text ist angenommen, würde lektoriert und dieses von mir eingearbeitet. Schaut also so weit ganz gut aus und ich hoffe, bald wieder Neues zu dem Thema bloggen zu können.

Last but not least gibt es Neuigkeiten zu unserer Cthulhu-Anthologie, die einen Verlagswechsel hinter sich gebracht hat: Sie wird nun bis spätestens Herbst dieses Jahres im Torsten Low Verlag erscheinen. Ich denke, dass sie in diesem auf Phantastik spezialisierten kleinem Verlag gut aufgehoben sein wird – zumal der Verleger selbst Fan des Cthulhu-Mythos ist. Allerdings müssen wir das noch vertraglich besiegeln, was aber hoffentlich kurz und schmerzlos über die Bühne gehen wird.


Ab ins Watt mit passendem Schuhwerk!

Eingetragen von Nina, 18.06.2009, 19:28

So, nächste Woche geht es dann für einen Kurs zu „Fossilisation und Paläoökologie“ für eine Woche an den Golf von Triest. Ich bin selbst gespannt darauf, was mich genau erwartet. Was ich jedenfalls weiß, ist, dass wir auf jeden Fall an mindestens zwei Tagen um 3:00 aufstehen müssen, um ins Watt rauszumarschieren.
Am Montag kann ich mich dann schon mal ans frühe Aufstehen gewöhnen, da ist um 7:30 Treffpunkt, was auch wesentlich früher ist, als ich sonst rausmuss. Aber mal schauen, jammern kann ich nachher schließlich immer noch!

Im Zuge meiner Vorbereitung habe ich mich auch extra in eine der letzten Männerdomänen vorgewagt: Und damit meine ich weder die Kaserne (die zwar vis a vis meines Zielortes war, die ich aber nicht besucht habe), noch den Science-Fiction Stammtisch, der ja so frauenlos auch wieder nicht ist.

Nein, ich war im Großgerätebaumarkt, um mir Seestiefel zu kaufen. Im normalen Baumarkt gab es die nicht, im Internet sah es auch schlecht damit aus: Zum einen gab es fast nur große Größen (als ob nur grobschlächtige Kerle so was brauchen würden!), teils unkalkulierbare Lieferzeiten, Preise meist im dreistelligen Bereich und so nebenbei musste ich etwas herausfinden, was ich eigentlich niemals wissen wollte: Es gibt tatsächlich Leute mit einem Fetisch für bis über die Knie reichende Gummistiefel!

Die Dinger mögen ja ganz praktisch sein, gerade für eine Mimose wie mich, die leicht friert und dementsprechend nicht wild drauf ist, frühmorgens stundenlang mit nassen Füßen im Meer zu stehen, aber ein sexueller Anturner?!? So hässliche Teile? Also das gehört wohl zu den Dingen, die mir ewig rätselhaft bleiben werden.

Ebenso wie die Frage, wozu die Bänder auf der Seite gut sind. Ein wenig sehen sie ja wie Hosenträger aus, aber selbst für mich und angesichts der Tatsache, dass es die Dinger zu groß sind, weil offenbar unter Größe 40 kein Kundenbedarf besteht, sind die zu kurz dafür. Ich habe mich schon gefragt, ob man die Dinger vielleicht um die Hüften schlingt und dann miteinander verhakt. Oder ob man da einen Gürtel tragen sollte und das so ein ähnliches Konzept wie bei Strapsen hat?
Nun ja, vielleicht hat ja noch ein Leser meines Blogs einen Tipp für mich und hilft mir, eines der Mysterien meiner kleinen Welt zu lösen.


Ratloskeit: Was tun mit den seitlichen Bändern der Seestiefel?

Hätte ich aber wohl gleich im Laden fragen sollen. Aber ich bin mir dort, wo sonst nur Männer für irgendwelche Baufirmen eingekauft haben, schon seltsam genug vorgekommen. Da war ich froh, als ich wieder weggekommen bin.


Exkursion in die Donauau

Eingetragen von Nina, 22.05.2009, 14:48

Diese Woche war dann die letzte Exkursion, dieses Mal waren wir im Nationalpark Donauauen und dabei auch tatsächlich Bootfahren.
Ja, Bootfahren. Ich war selbst überrascht davon, wie sich das mit einer Lehrveranstaltung zu Aktuopaläontologie verträgt.
Aber im Grunde genommen erstaunlich gut. Mal abgesehen davon, dass es natürlich auch Paläontologen und solche, die es werden wollen, Spaß macht, bei strahlendem Sonnenschein stromabwärts zu schippern.


Die zweite Gruppe, vom Boot aus fotografiert.

Immerhin soll man ja beobachten, wie etwas heute aussieht, zum Beispiel Spuren, die von Lebewesen hinterlassen werden und sich dann Gedanken dazu machen, wie es im Vergleich dazu fossil aussieht.
Insgesamt gesehen war es recht gemütlich, rudern musste man kaum. Zwischendurch waren wir auch mal an Land.
Nach der Mittagspause ging es noch auf eine Wanderung durch die schöne Donauau. Wirklich störend waren nur die gewaltigen Gelsenschwärme, wobei ich mich nicht ganz sicher bin, ob nun die Insekten oder der Gestank von Mückenabschreckungscremes, die alle großzügig aufgetragen hatten, lästiger war.
Jedenfalls war es noch ein schöner Ausflug und es hat mir richtig gut getan, auch mal wieder in die Natur zu kommen.


Eine Libelle im Nationalpark Donauauen.


Exkursion am Freitag

Eingetragen von Nina, 17.05.2009, 22:34

Am Freitag war schon wieder die nächste Exkursion. Dieses Mal waren wir auch wieder in etwa in der selben Gegend, um zwei Sand- und Schottergruben zu besuchen.
In der ersten war es jetzt nicht wirklich zu klettern, aber doch sehr steil nach oben, was inbesondere auf dem lockeren Sandgrund lästig war, da man keinen sicheren Stand und schnell die Schuhe voll Sand hatte.


Aufstieg zu den fossilführenden Schichten.

Es gab einige Pflanzenfossilien zu begutachten, ebenso wie einzelne Muscheln und Schnecken, die jedoch leicht zerbröselten. Die zweite Grube war hingegen total toll, da konnte man so richtig klassisch, wie man es sich vorstellt, Platten spalten und da war alles voll mit Pflanzenfossilien.


Ein Pflanzenfossil


Das bin ich beim Herausschlagen von Stücken an der Wand mit dem Geologenhammer.

Nach einer Pause in einem Lokal ging es dann noch in guter Stimmung nach mal an den Autobahnaufschluss im Gablenztal. Immerhin wird hier das Sammeln mit der Eröffnung der Autobahn nicht mehr so leicht möglich sein und es ist auch eine wirklich lohnende Fundstelle. Ich habe auch dieses Mal wieder was gefunden, selbstverständlich massenweise Schnecken (so ungeschickt, keine zu finden, kann man sich dort gar nicht anstellen), abe besonders stolz bin ich auf zwei Fischzähne, auf die ich beim Herumtstochern gestoßen bin.


Die Gruppe am Autobahnaufschluss Gablenztal.

Dass ich neben dem und auch meinem üblichen Alltag nicht allzu viel zum Schreiben komme, ist natürlich verständlich. Aber ich merke auch, wie gut es mir tut, nicht immer nur zu Hause herumzusitzen, sondern auch mal wieder rauszukommen.


Nächster Exkursionstag und Star Trek 11

Eingetragen von Nina, 14.05.2009, 22:32

So, nächster Exkursionstag. Ich bin echt so was von fertig, vermutlich brüte ich wieder mal was aus - Halsschmerzen habe ich zumindest schon.

Dieses Mal war die erste Station ein Autobahnaufschluss im Gablenztal.
Ja, ein Autobahnaufschluss. Also auf gut Deutsch, da hat ein Bagger reingegraben, um eine Autobahn zu bauen und dabei sind Fossilien rausgekommen.
Und auf diese sandigen Lagen haben wir uns nun gest�rzt und es erwies sich die Aussage eines Kollegen: "Schnecken sind immer und überall" als sehr zutreffend. Ansonsten kamen noch Knochenstückchen heraus, die jedoch meist nur kleine Bruchstücke darstellten.

Nachdem wir bereits im Aufbruch begriffen waren, fing es an zu tröpfeln. Ich überlegte erst, ob ich überhaupt eine Regenjacke anziehen sollte, nachdem es aber so aussah, als würde es noch dauern, entschied ich mich dann doch dafür.
Nicht vergebens, denn schon bald prasselte der Regen unerbittlich auf uns herab. Zu dem Zeitpunkt machte uns dann unsere Professorin noch deutlich, dass hier bald die Autobahn sein würde, daher nichts mehr mit Fossiliensammeln und wir daher noch ein paar Säcke voll Sand zum Durchsieben mitnehmen sollten.
So weit, so gut. Nur war plötzlich nur noch eine Schaufel in der Werkzeugkiste und es musste dann auch noch mein Gartenschäufelchen, das ich normalerweise für die eine Blumenkiste, die ich besitze (ich habe immerhin Radieschen darin, die ich bald ernten kann!), herhalten. Und ich selbst in der verantwortungsvollen Funktion einer Sackaufhalterin ...
Und justament dabei fand ich die schönsten Stücke, darunter einen Fischwirbel!


Der Autobahnaufschluss Gablenztal.

Nachdem es im strömenden Regen dann nicht so prickelnd war, weiter im Sand herumzustochern, suchten wir erst einmal ein Kaffeehaus auf, um dann anschließend eine Privatsammlung in einem Hobbykellerraum anzusehen, bevor es weiter in die Schottergruben Ebersdorf und anschließend in die in Hauskirchen ging. Bei beiden war das Beste, zu hören, was irgendwer irgendwann mal dort gefunden hat. In letzterer gab es zumindest ein paar nette Muschelsteinkerne.
Außerdem besuchten wir ein Museumsdepot in Mistelbach.

Als wir wieder in Spittelau in der Garage des Geologiezentrums waren, war es schon wieder um 18:20. Um 18:30 wäre geplant gewesen, dass sich die Science-Fiction Gruppe Wien Star Trek 11 ansieht.
Trotz des interessanten Tages mit Fossiliensuchen, das mich sehr begeistert, war ich dann doch enttäuscht. Es hätte da auch keinen Sinn mehr gemacht, noch rüberzufahren, da ich es nie und nimmer noch rechtzeitig ins Kino geschafft hätte, selbst ohne Wartezeiten an der Kasse zu berücksichtigen.
Ich tröstete mich schließlich mit der Aussicht auf ein warmes Bad und damit, dass ich doch nach dem Film noch zu der Gruppe stoßen und noch ein Bierchen mit den Leuten trinken könnte.

Ich schrieb noch schnell ein SMS an Hans Langsteiner, dass ich nachkommen würde und er rief daraufhin augenblicklich zurück. Die geplante Vorstellung gab es nämlich gar nicht!
Ärgerlich für die Gruppe, aber Glück für mich: Ich fuhr einfach wie ich war, mit erdiger Hose, nur den Luxus sauberer Socken konnte ich mir gerade noch leisten - schnell rüber in die Lugner City und traf dort mit den anderen Fans zusammen.

Ich war ja was den Film anbelangt, sehr skeptisch und hatte zwischendurch sogar eine Teenieschnulze befürchtet.
Das erwies sich jedoch als unbegründet, ebenso wie die Befürchtung, nur noch einen Platz abseits zu bekommen. Ich saß zwar am Rand, aber direkt neben Edith Eder, mit der ich erst mal ausgelassen die Werbung zu Beginn kommentierte und die sich angesichts ihres Scherzes: "Was schauen wir uns eigentlich an? Ach ja, irgendwas mit Science-Fiction!" über mein zunächst verdutztes Gesicht freute.
In Wahrheit ist Edith zwar das jüngste Mitglied der Gruppe, aber einer der passioniertesten SF-Fans, die mir je untergekommen sind. Auf jeden Fall war es ein toller Film, viel Action, sympathische Charaktere, halbwegs Handlung und vor allem coole Spr�che und Humor. Also was will man mehr!


Exkursion nach Atzelsdorf und Pellendorf

Eingetragen von Nina, 12.05.2009, 20:47

Gestern war ich mal wieder auf Tagesexkursion. Dieses Mal ging es nach Atzelsdorf, einem Ort in Niederösterreich. Natürlich waren wir nicht im Ort selbst, sondern in einem beschaulichen Wäldchen, wo wir uns erst mal eine sandige Wand ansehen gingen, um es mal bewusst einfach auszudrücken. Nach einer Diskussion über die geologischen Schichtfolgen – man sah daraus, dass es sich um Flussablagerungen handelte, interessant ist hierbei, dass dabei Knochen und Zähne zusammengespült wurden.


Die Exkursionsteilnehmer begutachten die geologischen Schichten.

Nun, so weit, so gut. Nachdem von einer „reichen fossilen Wirbeltierfauna“ die Rede war und hier sogar einmal ein Kieferteil einer Säbelzahnkatze aufgetaucht ist, konnten wir es natürlich nicht erwarten, uns ans Suchen zu machen.
Beim Schaufeln und Sieben kam nicht nur mir die Erinnerung an die Sandkastenspiele der Kindheit.


Das hier bin ich beim Schaufeln.


Und?
Na ja, viel war nicht los. Ein paar Muschelstückchen tauchten auf und irgendwer hatte ein nicht weiter definierbares Knochenfragment. Nach einer Weile war das Ganze dann zwar immer noch spaßig, aber der Eifer war sarkastischem Humor gewichen. Während die einen kräftiger rausschaufelten, wobei bald Spielchen wie „Wer hat den tiefsten Tunnel?“ in den Vordergrund rückten, machten andere wie ich einen Standortwechsel, wobei das aber auch im Grunde genommen nichts an der Fundsituation änderte.


Ein Überblick über die Fundstelle.

Damit der Ausflug nicht allzu trist in Erinnerung bleiben würde, machten wir uns dann noch auf den Weg ins nahegelegene Pellendorf. Also wenn es da nichts zu finden gab, dann weiß ich nicht, wo! Auf zahlreichen Hügeln, die einzig und allein aus fossilen Muscheln und Schnecken bestehen, hätte man sich im Grunde genommen nur einen Kübel vollschaufeln müssen. Früher waren die Schalen deswegen überhaupt als Zusatz für Hühnerfutter verarbeitet worden! Ich suchte mir dann einfach einige vollständige Stücke aus und entdeckte schließlich noch einen Zahn, der im Labor noch weiter begutachtet werden wird.


Pellendorf. Man beachte: Der ganze Hügel besteht aus fossilen Schalen.

Nach diesem Ausflug war ich heilfroh, dass zu Hause noch Zeit zum Umziehen und Duschen blieb – ich werke bei so etwas ja grundsätzlich ohne Rücksicht darauf, wie viel Dreck ich abbekomme. Anschließend war ich noch zu einem Infoabend an der Universität, weil ich mich für eine Fortbildung zum Bibliotheks- und Informationsexperten interessiere. Die Ausbildung würde zwei Jahre dauern, wobei man für das zweite Jahr bereits ein abgeschlossenes Studium braucht, das ich ja hätte.
Insgesamt muss ich aber sagen, dass ich zwar ein bisschen mehr erfahren habe, als im Internet steht, aber eben nicht sonderlich viel mehr und schon gar nicht so viel, dass ich nachher eine Entscheidung treffen konnte, ob ich das wirklich will.


Akademische Abschlussfeier

Eingetragen von Nina, 08.05.2009, 16:22

Inzwischen ist ja auch schon wieder einiges passiert, ohne dass ich zum Bloggen gekommen wäre. Das größte Ereignis war neulich meine Feier anlässlich meines Studienabschlusses als Bachelor auf Science an der Universität Wien. Klingt etwas allgemein für eine Spezialisierung in Paläobiologie, aber das ist ja nicht schlecht. Insgesamt gesehen war das Ganze ja mehr ein „Unfall“, der durch die Studienplanumstellung und die Neueinführung internationaler Titel zustande gekommen ist. Eine Sache für sich, da die absolvierten Lehrveranstaltungen und die, die man nun braucht, nicht ganz so äquivalent sind, wie man es mitunter erzählt und sich bei mir Anrechnungsgeschichten zu einer richtiggehenden Odyssee zwischen Präses, Institut und Prüfungsreferat entwickelt haben. Gerade bei doch recht exotischen Studienrichtungen ist vieles nicht eindeutig geklärt. Aber nun – man nimmt, was man kriegen kann und inzwischen, nachdem mir klar geworden ist, was das nun genau bedeutet, bin ich auch total glücklich darüber. Es ist ein akademischer Titel, mit dem auch hübsch unterschreiben kann und es ist eine Beruhigung, mal was in der Hand zu haben.

Womit ich aber gar nicht gerechnet hatte, war, dass die akademische Abschlussfeier derartig pompös über die Bühne gehen würde. Ich wollte sie an und für sich ausfallen lassen, in Feierstimmung war ich ja nicht so recht, sondern einfach nur froh, als ich endlich meine Abschlussmappe holen konnte und der frustrierende Behördenkram damit endlich ein Ende gefunden hatte.
So nebenbei bemerkt war der Inhalt der Abschlussmappe ganz erstaunlich, so war neben dem Zeugnis und einer Packung Pfefferminzzuckerln auch noch ein Mitteilungsblatt enthalten, wo ich selbst drinnen abgebildet war und das ich noch gar nicht kannte. Es war zu meiner vorletzten Lesung in der Universitätsbibliothek. Auch nicht schlecht, wenn das allein alle Absolventen bekommen und dann noch in glückseliger Stimmung über ihren Abschluss durchblättern.

Bei der Vorbesprechung war ich schon ganz weg, wie kompliziert sie sich die Abwicklung ausgedacht hatten. Ich dachte eigentlich, hingehen, hinstellen, lächeln, Rede anhören, Urkunde bekommen, fertig.
Sie bestimmten aber dann eine Reihenfolge zum Einmarschieren, aufstellen im Halbkreis, dann nacheinander – ich als Erste – rauf auf die Kanzel und sich selbst vorstellen.

Mein Vater meinte zwar, ich sollte das locker angehen, einfach so wie bei meinen Lesungen hingehen und sagen: „Ich bin Darth Vader und ich erzähl euch jetzt was.“
Na super. Sehr beruhigend. Dass ich mich auch bei meinen Science-Fiction Lesungen nicht so vorstelle, brauche ich wohl nicht extra dazusagen, außerdem ist das ja doch was ganz was anderes. Meistens ein weniger ernstes Ambiente und so groß und so proppenvoll waren die Säle, in denen ich damit zugegen war, auch nicht.
Aber es ging dann ganz gut und eines kann man tatsächlich von den Lesungen mitnehmen: Es ist im Grunde genommen am wichtigsten, dass man laut und deutlich spricht, dann kann sonst gar nicht mehr so viel schiefgehen.


Hier bin ich beim Vorstellen auf der Kanzel. Links von mir Prof. Ecker, rechts Prof. Seidler.

Danach machte Prof. Seidler, ein Anthropologieprofessor, den ich auch schon vorher kannte, eine Festansprache. Die hat mir auch wirklich gut gefallen, weil sie einerseits sehr schön herausgestrichen hat, was die Wissenschaft der Menschheit tatsächlich bringt, andererseits sie auch alles andere als trocken war.
Nach Musik erfolgte der meiner Ansicht nach feierlichste Teil, nämlich die Ablegung des Gelöbnisses, das unter anderem den Wortlaut enthält:

ZITAT
Aus diesem Anlass mögen Sie geloben, dass Sie sich durch Ihr künftiges Verhalten und Handeln im öffentlichen und privaten Bereich des Ihnen verliehenen akademischen Grades würdig erweisen werden. Sie geloben vor allem, das durch Ihr Studium erworbene Wissen im Dienste der Menschheit und unserer Umwelt einzusetzen und sich Ihr Urteil in wissenschaftlichen Fragen stets nach bestem Wissen und Gewissen ohne Rücksicht auf persönlichen Vorteil oder andere außerwissenschaftliche Motive zu bilden.


Dann muss man nach vorne gehen und „Ich gelobe!“, sagen, während man die Schwurfinger auf das prunkvolle Szepter der Universität legt. Ganz ehrlich beschäftigt mich ja seitdem der Gedanke, wie man wohl Szepterträger wird. Da steht ja extra ein Mann oder in meinem Fall eine Frau dort und hält es während der Feier.


Übergabe der Urkunde und Gratulation durch die akademischen Funktionäre

Danach erfolgte die namentliche Ernennung und nachdem das vollbracht war, gab es die Urkunden. Und ich war heilfroh, dass mir kein so ein Schnitzer wie zwei Kolleginnen passiert ist, die die Urkunde von Prof. Ecker entgegen genommen haben und dann einfach an dem in voller Amtstracht dahinter zwecks Gratulation aufgebauten Prof. Seidler vorbeigerauscht sind, dessen lautstarke Beschwerde einige Lacher aus dem Publikum zur Folge hatte.
Das war aber noch keineswegs das Ende, dann wurden noch Gaudeamus igitur, die Österreich- und die Europahymne gesungen.
Insgesamt gesehen war es eine wirklich lange und stimmungsvolle Feier und weit mehr, als ich mir erwartet hatte.


Nachbericht der Arena Lesung mit A.R.Darkworks und mir

Eingetragen von Nina, 06.03.2009, 11:11

Nun endlich der Nachbericht zu unserer Lesung in der Arena Wien: Wie in der Lesungseinladung verlautbart lasen mein Kollege A.R.Darkwords und ich „phantastische Texte von symbolischen Fluten, dunklen Wesen, dem Tod und dem Leben danach.“
Übrigens habe ich mich sehr gefreut, dass ein Ankündigungstextchen auch in das hintere Innencover des Arenaprogramms gefunden hat.


Herzeigen, was man hat: A.R. Darkworks und ich

Nun, dieses Mal gab es keinerlei böse Überraschungen. Ich warte ja schon bei jeder Lesung darauf, dass es ein Schneechaos gibt, keinen Strom oder sonstige Widrigkeiten. Aber nichts dergleichen.

Mein Mitstreiter war auch schon sehr früh da und wir hatten genug Zeit, die von ihm mitgebrachten Tischdecken zu platzieren und den Büchertisch zu bestücken. Passend zur düsteren Fantasy hatte ich als „Lockmittel“ dort auch Kekse platziert – in Fledermausform. Katzenausstecher hatte ich zwar auch, aber da brachen mir schon beim Ausstechen immer die Schwänze ab, also machte ich weit mehr Fledermäuse.
Danach waren wir noch Getränke holen, wo sich dann auch schon die ersten Gäste dazugesellten.

Nun, ich weiß schon, dass das typische Publikum dieser Location eher später als früher aufkreuzt, daher begannen wir auch nicht pünktlich, sondern erst, als sich eine nette kleine Runde eingefunden hatte.
Als es losging, überraschte mich A.R.Darkworks wirklich: Es war ja seine allererste Lesung, aber von Nervosität war nichts zu bemerken. Völlig locker und frei begrüßte er die Gäste, als würde er so etwas schon sein halbes Leben lang machen!
Ich selbst muss sagen, dass ich zwar mit Begeisterung vorlese, aber wenn ich mich von jemandem anderen vorstellen lassen kann, nutze ich das nur allzu gerne.


A.R.Darkworks beim Lesen

Er las zuerst den Fluttext, wobei ich sagen muss, dass ich einerseits fand, dass er aufgrund des experimentell-gesellschaftkritischen Inhalt perfekt in das Ambiente passte, aber mir persönlich sind halt Geschichten mit Handlung am liebsten – wobei ich an diesem Abend aber noch als Zuhörerin bei seinem zweiten, längeren Text auf meine Kosten kommen sollte.
Inzwischen trudelten noch weitere Gäste ein, darunter auch einige, die aussahen, als wären sie direkt von der Bühne eines Metalkonzerts heruntergestiegen. Alle saßen aber schnell ruhig auf den Sofas – einmal musste ich richtiggehend lachen, als mein Kollege den Lesefluss stoppte, auf einen Zuspätkommenden deutete und „Du da! Hinsetzen!“ meinte. (Ich vermute allerdings, dass es ein Freund von ihm gewesen sein muss.)


Das bin ich während des Lesens

Danach kam ich – dieses Mal mit nur einem Text, aber der dafür länger. Da mir nach zwanzig Minuten auch mal die Puste ausgeht, hatte ich schon im Vorfeld beschlossen, zwischendurch eine Pause einzulegen. Warum auch nicht? Eine Pause sollte man auch wegen des Publikums machen und Filme werden auch mal unterbrochen. Ist jedenfalls besser, als ob man gegen Ende nur noch ein Krächzen von mir hört, während die Hälfte der Gäste ohnehin schon das WC aufsuchen möchte.

Dazu drang auch von unten her laute Musik herauf, wir scherzten noch, dass wir die extra als Hintergrunduntermalung bestellt hatten, aber etwas lästig war es im Endeffekt doch. Ich habe mich aber bemüht, recht laut zu lesen. Ein Mikrofon hatten wir nicht, aber ich persönlich mag es ohnehin lieber ohne. Nicht jedes Mikro liefert tatsächlich glasklare Sprachqualität und dazu merkt man selbst normalerweise nahezu unmerkliche Positionsänderungen von wenigen Zentimetern an der Tonänderung.

Nach der Pause las ich dann noch den Rest der Geschichte, während anschließend mein Kollegen noch eine Erzählung über einen Süßwarenladen der besonderen Art – aber mehr will ich nicht verraten. Vielleicht will sich ja jemand noch seine Kurzgeschichtensammlung Am Wegesrand zulegen.


Das Publikum in der Mitte


Und rechts saßen auch noch ein paar.

Ich fand es aber auf jeden Fall eine tolle Lesung! Was mit einem beschaulichen Grüppchen begonnen hatte, war dann zu einer Gästezahl von etwas zwanzig Personen angewachsen – wesentlich mehr als ich mir erwartet hatte!
Was mich aber noch mehr überraschte, war die Qualität des Publikums. Ich habe ja die offiziellen Diskussionsrunden nie sonderlich forciert, weil ich immer die peinliche Stille fürchte. Aber hier hatte sich das fast spontan ergeben und die Leute hatten tatsächlich etwas zu sagen. Und es kamen nicht nur die üblichen Fragen, die Art der Publikationen betreffend (wie man veröffentlichen kann, interessiert die meisten), sondern tatsächlich Kommentare zu Inhalt und sogar dem Schreibstil!


Bierdeckelpräsentation und SF-Stammtisch

Eingetragen von Nina, 04.03.2009, 21:42

Wieder einmal hat die Faulheit zugeschlagen, daher gibt es einen Sammeleintrag über die letzten Ereignisse – und falls sie mich nicht erneut übermannt, berichte ich morgen über meine Lesung, die ich gestern gehalten habe.
Zuletzt hatte ich ja noch versprochen, von der Bierdeckelpräsentation zu berichten, die auch schon wieder etwa einen Monat her ist.
Nun, wie angekündigt war das alles mit einer Weinkost verknüpft, was nun nicht so mein Fall ist – vermutlich hat mein Vater deshalb mein Bild für ein Projekt mit Bierdeckel und nicht mit Weinetiketten gewählt. Aber schlussendlich konnte man dort auch trinken, was man wollte.


Die Rede zu den Bierdeckeln

Es waren viele Gäste da, es gab ein paar kurze Reden, bei denen die beiden Bierdeckelserien vorgestellt wurden und natürlich im Anschluss ein gemütliches Zusammensein. War aber schon ein komisches Gefühl, dass einige Gäste mich ganz offen mit dem Rosenmotiv auf dem Bierdeckelpuzzle verglichen haben.
Und nachdem bekanntermaßen die Katze das Mausen nicht lässt, ist mein Vater gleich zum nächsten Kulturprojekt aufgebrochen – bei dem er den Beweis erbringen wollte, dass er hundert Bilder seiner Sammlung afrikanischer, politischer Kunst in einem Wohnwagen (!) ausstellen kann. Zeitungsartikel hier klicken.

Ansonsten war ich neulich auch wieder mal beim Stammtisch der Science-Fiction Gruppe Wien. Mir macht das ganze Fachsimpeln immer viel Spaß und das kurze Programm ist da noch eine nette Draufgabe.


Ein Blick in die Runde.

Zuerst war ich ja enttäuscht, dass nur noch ein Platz am Katzentisch frei war, der auch noch vom obligaten Bücherflohmarkt befreit werden musste, aber das war im Endeffekt gar nicht so schlecht: Zunächst einmal einen hatte ich gute Sicht und Akustik bei Hermann Urbaneks sehr interessantem Vortrag über den phantastischen Buchmarkt 2008. Zum anderen war es mal abgesehen davon, dass wir ohnehin zu viert am Tisch saßen, auch so, dass die Runde nach Essen und Programm lockerer wurde, hier standen ein paar Leute rum, zu denen man sich gesellen konnte und naturgemäß wurden so auch ein paar Plätze frei, um sich auch mal umzusetzen.


Hermann Urbanek bei seinem Vortrag. Thomas Sebesta ist offensichtlich überrascht über die neuen Infos. Daneben Alfred Vejchar mit Partnerin


Darwins Schildkröte in Trends & Fun

Eingetragen von Nina, 03.02.2009, 13:11

Nachdem es nun langsam um unsere Anthologie Darwins Schildkröte ruhig wird, freut es mich besonders, dass aktuell noch ein kleiner Artikel dazu im Magazin "Trends & Fun", das immerhin eine Auflage von 20 000 Stück hat, erschienen ist:


Mich gibt es als Bierdeckel, Teil 2

Eingetragen von Nina, 30.01.2009, 16:46

Endlich sind sie da: Die Bierdeckel mit meinem Gesicht drauf! Geworden sind es im Endeffekt weniger als geplant, „nur“ neun, einfach, weil die Rosenverteilung so schöner ist:


So sehen die acht Bierdeckel aus. Der einzelne Bierdeckel zeigt ein Rosenmotiv, zusammengelegt ergibt sich mein Gesicht.


Wer das Puzzle nicht schafft (ist gar nicht mal so leicht!), kann aufatmen: Die Rückseite enthält eine Anleitung.

Angekündigt habe ich es ja schon in meinem Blogeintrag vom 23.3.08, aber inzwischen habe ich einige der Dinger auch selbst zu Hause.
Offiziell präsentiert werden die Bierdeckel in diesem Rahmen:

Präsentation im Rahmen der Veranstaltung "Kunst & Kultur"
im "KE cafe und bar" des Arcotel Nike, Untere Donaulände 9, 4020 Linz.
5.2.2009 ab 18.00 Uhr. Weinverkostung des Weinguts Malat NÖ, Live Piano Musik mit Wolfgang Schnaitl.


Eintritt ist zwar 5 Euro, aber dafür, dass damit eine Weinverkostung verbunden ist, bei der man sich sogar das Glas mit nach Hause nehmen darf, finde ich das echt nicht übel.
OK, eine Bierverkostung wäre besser. Einerseits sind es ja Bier- und keine Weindeckel, andererseits trinke ich persönlich Bier wahnsinnig gerne, während ich andere alkoholische Getränke so gut wie gar nicht konsumiere. Aber ich verstehe schon, warum man das macht, die haben da offenbar einfach regelmäßig ihre Weinkost und verbinden da gleich mehrere Sachen miteinander. Ist ja auch höchst sinnvoll. Ich sehe mir das auf jeden Fall mal an und berichte dann, wie es war!


Zukunftsliteratur in der Unibibliothek - Nachbericht

Eingetragen von Nina, 14.11.2008, 17:16

Meine Lesung in der Universitätsbibliothek Wien, die ich zusammen mit meinem Kollegen Thomas Templ abhielt (inzwischen sind wir bereits ein eingespieltes Team) habe ich nun auch hinter mich gebracht. Ich war ja vorher aufgeregter als sonst, vor allem wegen der hervorragenden Organisation, die bereits länger im Vorfeld tätig war. Klar, wenn auch noch andere nicht unerheblich wenig Zeit reinstecken, wäre es ja besonders schlimm, wenn ich dann keine gute Show abliefern würde.

Etwa eine Stunde vor der Lesung wartete aber auf einen Teil der durch und durch bibliophilen Gäste – die meisten aus den Reihen der Science-Fiction Gruppe Wien - noch ein besonderes Gustostückerl: Bibliotheksabteilungsleiterin Ingrid Ramirer führte durch die Bibliothek, bis ins tiefste Kellergeschoß.
Von den präsentierten Schätzen – durchwegs alte und seltene Bücher, darunter beispielsweise die Originalausgabe von RuR - waren wir alle beeindruckt, sieht man mal von Franz Rottensteiner ab, der zwischendurch Äußerungen einwarf, wie folgende: „Das habe ich auch. In der deutschen Erstausgabe.“
Und als hätten nicht alle schon genug gestaunt, noch hinzufügte: „Und in der zweiten. Und in der englischen Erstausgabe.“

Gegen 18:00 musste Ingrid dann einen Gang runterschrauben, damit wir durch das Labyrinth in den kleinen Lesesaal zurückkehren konnten. Ich selbst wurde da ja schon ziemlich nervös, da es sonst nicht meine Art ist, in letzter Sekunde vor einer Lesung reinzuschneien.

Zuerst begrüßte der ehemalige Rektor der Universität Dr. Wolfgang Greisenegger – übrigens ein Theaterwissenschaftler - das Publikum.


Ingrid Ramirer spricht die Einleitung und stellt Thomas und mich dem Publikum vor. Der ehemalige Universitätsrektor Dr. Wolfgang Greisenegger verfolgt nach Begrüßung der Gäste das Geschehen aus der ersten Reihe.

Anschließend sprach Ingrid ihre originelle Einleitung, in der sie unter anderem über Bücher sprach, die jeweils in Thomas´ und meinem Geburtsjahr erschienen waren. Dazu hatte sie einen bei Berührung schnurrenden Tribble als besonderen Gag mitgebracht.

Danach setzen wir uns gleich und ich fing gleich an, meine Geschichte „Darwins Schildkröte“ zu lesen. Das Publikum war sehr aufmerksam, nur schien es mir so, als hätten die Gäste den Text anfangs viel zu ernst genommen. Beim BuchmesseCon haben sie viel früher amüsiert reagiert, aber auch hier wurde die Stimmung dann im Laufe des Lesens lockerer und spätestens, als sich die Absurdität des Textes so weit steigerte, dass es um die Genderindentität der Schildkröte ging, wurde dann doch noch gelacht.


Das Publikum

Danach übernahm Thomas mit seiner Geschichte über drei- und vierdimensionale Wesen, von der ich allerdings relativ wenig mitbekam, da ich mich das laute und konzentrierte Lesen doch etwas mitgenommen hatte und ich damit beschäftigt war, erst einmal Mineralwasser runterzukippen.
So etwas ist doch anstrengender, als man denkt, vor allem die Lautstärke beizubehalten, sich die Luft einzuteilen, dass sie mindestens bis zum nächsten Beistrich hält – tiefe Atemzüge am besten nur bei Absätzen - und ab und an mal ins Publikum zu schauen. Hier war es ja ein wenig problematisch, da ich nicht nur direkt vor mir Personen sitzen hatte, sondern auch links und rechts – und dreht man den Kopf zur Seite, kommt man aus dem Mikrobereich.


Thomas und ich während der Lesung.

Anschließend kam ich wieder dran – mit „Die Spirale“. Das ist die Geschichte, die ich am liebsten lese, unter anderem, weil sie am Ende tatsächlich kurzgeschichtentypisch zuspitzt.
Da kann man auch viel mit Betonung rausholen und wenn man das schon öfter gemacht hat, schnurrt es auch dahin wie ein fabriksneuer Motor.

Den Abschluss machte dann Thomas mit seiner Geschichte „Zepharion“, die mir auch sehr gut gefallen hat.
Dann folgte die Fragerunde, der Punkt, der mir am meisten Sorge bereitet hatte. Man weiß ja schließlich nicht, was gefragt wird, ob man da überhaupt eine zufriedenstellende Antwort weiß. Oder noch schlimmer: Keiner fragt etwas und man weiß nicht, ob sich nur keiner traut oder ob man einfach kein Interesse erregt hat.
Doch meine Befürchtungen erwiesen sich als unbegründet: Es kamen drei Fragen, was meiner Ansicht nach auch ideal war. Neben dem Evergreen „Wie lange schreibt man eigentlich an so einer Geschichte?“ kam auch, was mich besonders freute, die Frage, wie es zu der Schildkrötengeschichte kam. Das hat mich natürlich sehr gefreut, denn nachdem diese teilweise auf Tatsachen beruht, hatte ich da auch wirklich etwas zu erzählen.

Anschließend gab uns Wolfgang Greisenegger noch den väterlichen Rat mit auf den Weg, wir sollten doch vor dem Lesen der Geschichten immer ein wenig etwas darüber erzählen.
Nun, ich denke, dass ich das auch beherzigen werden, allerdings wohl nur bei einem ähnlich intellektuellen Publikum, wie wir es bei dieser Lesung erfreulicherweise hatten.


Ingrid Ramirer (Mitte), Lesungungsorganisatorin Cristina Umundum (rechts) und ich nach der Lesung.

Am Ende wurden wir dann auch noch beschenkt: Von Ingrid gab es Notizbücher und Bleistifte mit UB-Design zum Aufschreiben unserer Ideen, von der Lesungsorganisatorin Cristina Umundum, die sich während der Lesung selbst im Hintergrund gehalten hatte, die aber im Vorfeld extrem viel Engagement gezeigt hat, noch eine wunderschöne Rose.

Es folgte noch der gesellschaftliche Teil bei Brötchen und Getränken, was dann noch ein sehr schöner Abschluss für die Veranstaltung war.


Thomas Templ im Gespräch mit Pamela Stückler (Unibibliothek - PR) und Christian Pree


Mein BuchmesseConvent 2008

Eingetragen von Nina, 21.10.2008, 18:37

Leider habe ich mir gerade um den BuchmesseConvent herum eine ziemliche Erkältung eingefangen, allerdings habe ich beschlossen: Dieses Mal wird nichts in der Welt mich aufhalten können! Auch nicht, dass ich die beiden Nächte davor nicht hatte durchschlafen können.
Also war ich am Samstag um 5:00 aus dem Bett, ordentlich Kaffee reinkippen, die letzten Details checken und dann ab auf den Bahnhof zum ersten Zug. In Frage kam nur der und nur die ICE-Direktverbindung, die mich immerhin bis 13:40 nach Frankfurt befördern sollte.
Die Anreise bis dahin war auch relativ angenehm mit Lesen über die Bühne gebracht, allerdings war mein Zustand stand, dass sich drei Fahrgäste (die auf dieser Strecke natürlich des öfteren wechselten) unabhängig voneinander genötigt sahen, mir Hustenzuckerln aufzudrängen.
Wirklich ätzend war aber dann das letzte Stück mit der S-Bahn und dem nur stündlich verkehrenden Zug nach Dreieich raus. Dementsprechend fix und fertig erreichte ich schließlich das Bürgerhaus.

Schon vor dem Eingang traf ich auf die ersten Geschichtenweber, die mich auch gleich für meinen Kleidungsstil lobten. Nachdem ich einmal Lesungsfotos ins Forum gestellt hatte, wo man mich mit einer originellen Strumpfhose bekleidet gesehen hat, wären sie wohl auch ziemlich enttäuscht gewesen, wenn ich einfach nur in Jeans angerückt wäre.
Nun, ich bin weit weg von daheim, eine gewisse Narrenfreiheit darf da schon sein – und praktisch ist es außerdem, kann man doch Leuten, die man noch nie zuvor gesehen hat, vorher über das Internet schreiben: Du erkennst mich an meinen weißen Strümpfen mit schwarzen Punkten. Ist sicherlich hilfreicher als: Du erkennst mich daran, dass ich mittelgroß bin und braune Haare habe.

Nach der Kasse, wo ich Conorganisator Roger Murmann höchstpersönlich antraf, kam ich gleich mal zum Stand des Wurdackverlags, wo ich Ernst Wurdack zumindest kurz begrüßte. Darauf folgte das große Hallo am Stand der Geschichtenweber, die dieses Jahr wirklich zahlreich vertreten waren. Nicht wenige davon kannte ich schon vom BuCon vor zwei Jahren.


Mit Apokalyptischem Schreiber Thomas "Gus" Backus. Leider war der beliebte Kuttenträger nicht mehr in seiner Lesungsmontur

Nach einem gestellten Foto mit dem Apokalyptischen Schreiber Thomas Backus, wo der Fotograf sicherlich zwei Minuten brauchte, um endlich mal abzudrücken (mein Gesicht war derweil grinsend eingeschlafen) und der Begrüßung von Darwins-Schildkröte-Autor Andreas Flögel, dessen Geschichte ja zum Titelbild inspirierte, entdeckte ich schließlich Michael Schmidt, der eben vorbeihuschen wollte. Aber nichts da!
Natürlich habe ich mich gleich hingestürzt. Michael hat meine Schreibe nachhaltig gefördert, so ist meine erste Anthologieveröffentlichung (zuvor war ich in zwei Fanzines) in seiner Anthologie Schattenseiten erfolgt und er hat mir immer Mut gemacht, meinen Weg weiter zu gehen.
Er wiederum bestand darauf, mich an einen Tisch zu schleppen, wo Fantasyguide-Chef Chris Weidler und sein Redakteur Ralf Steinberg saßen. Ralf kenne ich ja schon (schön, ihn wiederzusehen!), aber obwohl ich mit Chris im Laufe der Jahre schon oft zu tun hatte – ich schreibe u.a. Rezensionen für sein Online-Magazin – hatte ich ihn noch nie zuvor persönlich getroffen.

Plötzlich tauchte dann noch ein fremder junger Mann mit den Worten: „Ich habe gehört, du hast mein Manuskript!“ auf.
Ach ja? Na ja, wirklich. Es war nämlich Christian Endres, dem ich seinen Roman Der Preis des Lebens auch gleich endlektoriert in die Hand drücken konnte. Der Atlantis-Verlag, dessen Stand ja auch gleich dort war, wo ich saß, hatte mir ja den Auftrag dazu erteilt.
Dementsprechend stand auch recht schnell Dirk van den Boom auf der Matte, dessen Tentakelromane ich mir früher schon für den Verlag vorgeknöpft habe. Wenn ich so lese, was andere über Dirk schreiben (und vor allem: Was er über andere so schreibt!), dann bin ich wohl priviligiert: Ich scheine einer der wenigen Menschen zu sein, zu denen der Mann echt nett ist!
In seinem Blog bin ich übrigens, wenn man bis zum letzten Foto scrollt, Gegenstand eines „Rätsels“. Nun ja, immer noch besser als als unästhetischer Hintern Erwähnung zu finden, oder?

Nachher war ich noch beim Atlantisstand hinten, um Guido Latz das zweite Manuskript zu geben. Ich hatte Guido ja schon bei früheren BuCons gesehen, allerdings seltsamerweise noch nie mit ihm geredet.
Bei unserem Zusammentreffen war ich auch ein wenig irritiert, da Guido selbst unter Conbedingungen, wo meist sogar schüchterne Gemüter aufblühen, offenbar ein sehr zurückhaltender Mensch ist, was ich ihm gar nicht so zugetraut hätte ...

Als dann auch noch Armin Rößler, mit dem ich vor allem in seiner Funktion als Herausgeber der SF-Reihe des Wurdackverlags zu tun hatte, mir arglos den Rücken zuwandte, konnte ich es mir nicht verkneifen, mich anzupirschen und mit einem „Buh!“ meine Hände auf seine Schultern zu legen.
Allerdings sah Armin nicht so aus, als hätte er den Schock seines Lebens erlitten, sondern wirkte freudig überrascht, dass ich doch noch aufgetaucht war.


Bücherpräsentation der Geschichtenweber. Von links nach rechts: Hannah Steenbock - ich - Jörg Olbrich - Timo Bader - Bernhard Weißbecker - Andrea Bottlinger. Fotograf: Kurt Zelt

Im Nu war auch schon wieder Zeit für die Lesung der Geschichtenweber, wobei es gar nicht so leicht war, den quirligen Haufen in die richtige Richtung in Bewegung zu bekommen. Wobei ich keine Ausnahme war, aber es gelang mir immerhin, mich an die Fersen eines offenbar ortskundigen Geschichtenwebers zu heften und rechtzeitig vor Ort zu sein.
Nicht zu früh, denn schon ging es los und Jörg Olbrich stellte und Geschichtenweber vor, ehe ich gleich das Mikrofon bekam und die ehrenvolle Aufgabe, unsere Anthologie Die Formel des Lebens vorzustellen.
Ich muss ehrlich gestehen, dass mich das echt nervös gemacht hatte. Lesungen bin ich gewohnt. Ich weiß, dass ich lesen kann, und das schon seit vielen Jahren. Manche schwören ja auf Korken-im-Mund-Übungen oder darauf, bewusst mit der Stimme hoch und tief zu gehen, aber im Grunde gibt es meiner Ansicht nach nur ein Geheimnis: Laut genug zu lesen. Und wenn man sich verliest, möglichst so zu tun, als wäre nichts gewesen und, wenn es zu offensichtlich war, sich eben zu entschuldigen. Aber außer zu leise verzeiht das Publikum im Grunde genommen alles. Außer zu lange, das nervt natürlich auch.
Zum Glück ging das frei Sprechen gut und ich konnte auch mit meinem müden Homunkulus-Witz zu Hannah Steenbocks Lesung überleiten, die ihre Geschichte „Die arische Frau“ auszugsweise vortrug.
Ich finde ja Hannah ziemlich mutig, dass sie eine Horror-Zweitweltkriegsgeschichte mit einem homosexuellen Protagonisten in einem solchen Rahmen vorgetragen hat. Doch ich finde das gut – wir brauchen mutige Autoren, und zwar keine nur auf Effektehascherei, sondern die so wie Hannah wirklich was zu sagen haben. Und das hat sie mit ihrer Geschichte definitiv!
Doch zur Ruhe kam ich noch lange nicht: Erst einmal sprach Bernhard Weißbecker ein paar Worte zu Darwins Schildkröte, ehe ich die Titelgeschichte vorlas.
Dabei geschah ein kleines Wunder: Der Husten war wie weggeblasen! Ich las also, laut und deutlich. Nicht immer das, was auf dem Blatt stand. Ich kürzte ein bisschen und nach dem Augenkontakt mit dem Publikum verlas ich mich und formulierte dann eben ein paar Sätze so um, dass es sich grammatikalisch wieder ausging.
Doch anschließend war ich froh, übergeben zu können. Nachdem der Adrenalinschock langsam von mir abfiel, kehrte dann auch blöderweise der Hustenreiz zurück. Ich habe mich natürlich möglichst zusammengerissen und ihn mit dem bereitgestellten Mineralwasser so gut es ging bekämpft.
Anschließend war aber immer noch nicht Ruhe, so viele alte Bekannte habe ich noch wiedergetroffen oder auch zum ersten Mal in real gesehen.


Hier bin ich im Gespräch mit Bernhard Weißbecker. Fotograf: Michael Buttler

Zum Abschluss gab es dann noch die Verleihung des Deutschen Phantastik Preises, die ich von unserem Stand aus verfolgte, also von sehr weit hinten. So brennend hat es mich ehrlich gesagt dann auch nicht interessiert, ob nun irgendein Zauberlehrling der beste internationale Roman geworden ist. Und ja, ist er. Und dass „meine“ Formel nicht als Anthologie gewonnen hatte, hatte ich erwartet, da man ja entsprechender Person doch Andeutungen gegenüber macht. Und wenn schon nicht mir, dann wenigstens dem Wurdackverlag, bei dem die Informationsweiterleitung bestimmt funktioniert hätte.
Doch wirklich gefreut hat es mich, dass Jörg Olbrich die Kategorie „Beste Kurzgeschichte“ gewonnen hat! Ich war auch ganz baff, dass er mich in seiner Dankesrede extra erwähnt hatte. Als Herausgeberin.
Ich stand dann wie vom Donner gerührt also ganz hinten, doch in der näheren Umgebung drehten sich doch ein paar Leute um und Hermann Urbanek – auch ein weitgereister Wiener - sprach mir sogar seine Glückwünsche aus.
Jörg ließ sich dann auch Zeit, mit seiner Trophäe zu uns zu kommen, sondern steckte seinen Preis lieber erst mal mit dem von Petra Hartmann zusammen, für die ich mich auch sehr freue, dass sie gewonnen hat. Wenn schon nicht die Formel, dann wenigstens die Anthologie von einer guten und lieben Autorin, denke ich mir mal.

Bevor das Konzert begann, flohen wir erst einmal aus den Hallen, um gemeinschaftlich essen zu gehen. Wir waren immerhin an die dreißig Leute, die da eine lange Tafel errichteten, die dann noch um eine Ecke ging. Dabei konnten Philipp Bobrowski, der mit Das Lächeln der Kriegerin einen sehr spannenden Fantasyroman veröffentlicht hat und ich endlich unser vor bereits zwei Jahren gegebenes Versprechen einlösen, mal zusammen ein Bier zu trinken. Mit dem Anstoßen klappte es bei dem vollbesetzten Lokal zwar nicht, aber wir beschlossen, auch zuprosten gelten zu lassen. Da meine Unterkunft nicht weit weg war und ich zwischendurch einchecken ging, konnte ich auch bis zum bitteren Ende – bitter deshalb, weil es dann natürlich Abschied nehmen hieß – bleiben und noch einige interessante Gespräche führen.
Den nächsten Tag begann ich dann nach tiefem, aber zu kurzen Schlaf mit einem ausgiebigen Frühstück im Hotel. Von der Reise selbst habe ich nicht so viel mitbekommen, da ich völlig erschöpft war und die meiste Zeit schlafend oder, nachdem eine lärmende Schülergruppe aus Ungarn das unmöglich gemacht hat, in einem unerfreulichen Dämmerzustand.


Morgen BuCon und Lektorat von "Im Jahre Ragnarök" und "Der Preis des Lebens"

Eingetragen von Nina, 17.10.2008, 18:16

So, noch einmal schlafen und frühmorgens wird es dann erst mit BuchmesseConvent: Mein Zug fährt um 6:40 in Wien weg und sollte ich tatsächlich mal das Glück haben, dass das bescheidene Service der Bahn mal ohne Verspätung auskommt, sollte ich etwa sieben Stunden später in Frankfurt sein, von wo aus ich dann nach Dreieich weiter muss.

Das Einzige, was wirklich wichtig ist, ist, dass ich es bis 17:00 schaffe, mit den Geschichtenwebern aufzutreten. Aber natürlich will ich möglichst bald da sein!
Ich fürchte mich nur etwas wegen meiner Erkältung – ich habe mir ja eine echt saftige eingefangen, die mir aber hoffentlich weder die Freude am Con verderben, noch mich von der Buchvorstellung und Lesung abhalten wird.

Ich muss auch unbedingt die Manuskripte mitnehmen – ich hatte mir gedacht, wenn ich schon die beiden Packen durchlektoriert habe, kann ich mir das Verschicken auch gleich schenken und sie gleich mitbringen.


Ganz schön viel Lesestoff: Die beiden Manuskripte "Im Jahre Ragnarök" und "Der Preis des Lebens"

Gelesen habe ich hier den Alternativweltroman Im Jahre Ragnarök von Oliver Henkel, was allein schon wegen der alten Rechtschreibung eine ziemliche Herausforderung war. Ansonsten aber sehr gut geschrieben und wenn ich in den Foren lese, wie manche sich jetzt schon auf das Buch freuen, dann bin ich richtig stolz, dass ich es schon kenne.


Das geplante Cover des Romans "Im Jahre Ragnarök"

Das andere ist Der Preis des Lebens von Christian Endres. Den Titel finde ich relativ nichtssagend, dafür ist der Inhalt ganz nach meinem Geschmack!


Das geplante Cover von "Der Preis des Lebens"

Zunächst war ich ja skeptisch und dachte ich schon: „Nein, bitte, nicht noch ein Vampirdingens!“, aber zum Glück ersparte mir der Autor pseudoromantisches Nackenbeißer-Gesülze. Die Handlung lebt vor allem vom Zusammenspiel der Hauptcharaktere, der eine ein Ex-Vampir (ja, so was gibt es!) und ein Ex-Vampirjäger oder so was in der Art, die andauernd gegeneinander sticheln und coole Kommentare schieben. Und natürlich viel kämpfen. Gegen Werwölfe, böse Vampire, böse Menschen und was da noch so kreucht und fleucht. Nur gegen die auf Hasen und Eichkätzchen reitenden Kobolde haben sie sich die Mühe dann doch sparen können, dennoch ist das alles schön actionlastig. Oft nicht besonders realistisch angesichts Überzahl und/oder Größenverhältnis der Gegner, dafür aber umso besser zum Mitfiebern!


BuchmesseCon: Präsentation der Edition Geschichtenweber

Eingetragen von Nina, 14.10.2008, 15:22

Hier bin ich mit dabei – ich stelle die Anthologie „Die Formel des Lebens“ vor und lese aus „Darwins Schildkröte“!

Die Geschichtenweber stellen sich vor beim:
BuchmesseConvent (www.buchmessecon.info)
18.10.2008
um 17:00
Bürgerhaus Sprendlingen
Fichtestraße 50
63303 Dreieich-Sprendlingen (Deutschland)

Wie erfährt Johann Wolfgang von Goethe vom Geheimnis der Unsterblichkeit („DIE FORMEL DES LEBENS“)? Woher kommt das Pfeifen im Dunkel („BURGTURM IM NEBEL“)? Was ist ein Glaswiesentänzer („HERZBLUT“)? Und warum strebt eine Amöbe die Weltherrschaft an („DARWINS SCHILDKRÖTE“)? Diese und weitere Fragen beantworten die Herausgeber und Autoren der EDITION GESCHICHTENWEBE", wenn sie die aktuellen Werke vorstellen und einen Vorausblick auf die kommenden Publikationen geben. Infos unter www.edition-geschichtenweber.de

Eintritt für den gesamten BuCon: EUR 8,--
Ermäßigt: EUR 6,-- (Schüler, Studenten, Rentner, SFCD-Mitglieder, PRFZ, Behinderte, Standbetreiber)






Lesung von Ronnie Bresich im "Mord und Musik"

Eingetragen von Nina, 10.10.2008, 20:45

Die Tage hatte ich endlich mal wieder Gelegenheit, bei einer Lesung vorzuschauen. Der lesende Autor – Ronnie Bresich – sagte mir zwar vom Namen her überhaupt nichts, aber muss ja nicht.
Ich wollte ja vor allem wieder mal in meiner Lieblingsbuchhandlung Mord und Musik vorbeischauen, einem etwa wohnzimmergroßen Laden, der jedoch dank der engen Spezialisierung auf Fantasy, Krimis und ein bisschen schräge Musik dennoch weitaus mehr für meinen Geschmack bietet, als so mancher anderer Laden. Ich selbst hatte da auch mal eine Lesungm, aber das ist inzwischen schon länger her.


Ronnie Bresich bei seiner Lesung in der kultigen Buchhandlung "Mord und Musik"

Doch ich muss mich auch zurückhalten – bei mir stapeln sich die ungelesenen Bücher und so ganz nebenbei auch noch schon wieder zwei dicke Manuskripte zum Lektorieren.
Also war ich einfach da und habe mich überraschen lassen. Der Autor las aus seinem Krimi Im trüben Wasser unter detaillierter Beschreibung von Wasserleichen. Ich fand die Lesung auch recht gut – der Autor las ohne zu stocken, wartete zwar nicht mit Extras auf, aber das brauche ich auch nicht. Mir reicht es, wenn einer eine gute Geschichte einfach nur vorliest. Außerdem war es eben eine nette Gelegenheit, mal wieder rauszukommen ...


Buchpräsentation "Am Ende der Leitung"

Eingetragen von Nina, 02.10.2008, 21:35

Zu der Ausschreibung des Vereins quintessenz fand vorgestern hier in Wien die Preisverleihung und die Präsentation der Anthologie Am Ende der Leitung statt. Ich habe diese Anthologie ja lektoriert.
Wieder einmal tat ich mir natürlich schwer, den richtigen Raum zu finden. Das Museumsquartier ist ja auch nicht gerade klein und mein Orientierungssinn ist auch nicht gerade der beste. Aber schließlich habe ich es dann doch geschafft und wurde gleich mal mit dem druckfrischen Buch versorgt.


Die Anthologie "Am Ende der Leitung"

Auf jeden Fall war ich durchaus überrascht, wie gut gefüllt der Veranstaltungsraum war. Offenbar interessierte das Thema Überwachung der Anthologie doch einige – und die Werbung hat funktioniert.
Zunächst begann das Ganze dann auch mit einer Einleitung zum Thema, anschließend erzählte der Herausgeber Christian Pree etwas über die Abwicklung des Wettbewerbs. Ich war positiv überrascht, dass ich sogar dabei erwähnt wurde, nur für Lektorat allein hätte ich mir das nicht erwartet!

Danach folgte die Preisverleihung der drei Erstplatzierten, deren Geschichten auch offiziell vorgestellt wurden und die sie dann auch vorlasen.
Mir hat das ausgesprochen gut gefallen. Ich finde einfach, dass Geschichten beim Hören ganz anders wirken als ob man sie leise liest. Um einiges besser sogar. Und hier hatte ich ja da den direkten Vergleich, da ich die Texte logischerweise schon kannte.


Herausgeber Christian Pree (links) mit dem Erstplatzierten Florian Bayer (rechts) bei der Preisverleihung

Anschließend gab es noch eine Kleinigkeit zu essen und Getränke. Dabei kam ich auch mit einigen Gästen ins Gespräch – vor allem dann, als ich mich eigentlich verabschieden wollte. Und unten an der Straßenbahnstation wunderte ich mich noch, warum nichts fährt! Aber nach Mitternacht ist das ja auch nicht weiter verwunderlich ...


Exkursion in Süddeutschland

Eingetragen von Nina, 30.09.2008, 17:12

Letzte Woche über war ich auf paläontologischer Exkursion in Süddeutschland. Unser Quartier hatten wir in Nördlingen, einem sehr hübschen Städtchen mit vollständiger Stadtmauer und zahlreichen Fachwerkhäusern, was mir immer wieder gut gefallt. In Österreich gibt es diese Häuserform ja nicht oder zumindest so selten, dass es mir bislang nicht aufgefallen wäre.

Die Hinfahrt von Wien aus mit dem Bus war dann doch ermüdend, zumal es schon um 7:30 losging und man ja als normaler Mensch bei so etwas auch früher am Treffpunkt ist. Ich hätte mir definitiv mehr als nur zwei Ausgaben von Battle Angel Alita mitnehmen sollen, so ein Comic liest sich selbst im ruckenden Bus noch recht gut, während ich bei Büchern immer wieder längere Pausen einlegen muss.

Dementsprechend ging es am ersten Tag noch gemütlich mit einem kleinen Stadtspaziergang und dem Aufstieg auf den Kirchturm, der mit Daniel sogar einen eigenen Namen hat, sowie einem gemütlichen Abendessen los.

In den folgenden Tagen war dann normales Programm, das heißt, Museumsbesuche, aber immer wieder Sammelmöglichkeiten. Die Museen selbst waren beeindruckend, gerade die berühmten Plattenkalke mit echt beeindruckenden Fossilien aus Solnhofen im Museum im Eichstätt haben es mir wirklich angetan. Aus der Gegend kommt auch der berühmte Urvogel Archaeopteryx, den ich natürlich auch besichtigen konnte.


Das bin ich vor dem Urwelt-Museum Hauff

Das Nördlinger Ries und Steinheimer Becken sind ja überhaupt schon allein wegen der beiden Meteoriten interessant, die vor 15 Millionen Jahren mit unvorstellbarer Zerstörungswucht (gerade Internetseite überbieten sich förmlich darin, aufzuzeigen, wie viele Atombomben damit vergleichbar wären) niedergingen.

Aber ich selbst bin sehr praktisch, ein Jäger und Sammler mit einer gewissen Neigung zu Sandkastenspielen: Ideale Bedingungen zum Fossiliensammeln! Wir waren hierzu in drei Steinbrüchen, Kalk bzw. Schieferplatten klopfen bzw. Kleinsäugerreste suchen, sowie in einer Sandgrube, um dort Minischnecken zu bergen. Diese sollen ja von der Deutschen Paläontologischen Gesellschaft als Fossil des Jahres nominiert sein, nachdem die beiden anderen Kandidaten jedoch ein Saurier sowie ein Trilobit, der gleich mit passendem Bastelbogen mit eingereicht wurde, sind, dürfte es eine harte Konkurrenz für die gerade mal einen halben Zentimeter großen Schneckerl sein. Doch wie auch immer, es war spannend und ich konnte einige Souvenirs mit nach Hause nehmen.


Steinplattenspalten im Steinbruch Kromer. Hier ließen sich schöne Ammoniten finden.

Auch der Spaß kam bei all dem nicht zu kurz, wir hatten eine recht gute Stimmung und im Pub neben unserem Quartier gab es gutes Bier (ich liebe hefetrübes!) zu im Vergleich zu Österreich geradezu paradiesischen Preisen. Dazu gab uns das Haus auch noch ab und an einen aus, wobei ich gestehen muss, dass es mich an einem Tag auch etwas erwischt hatte. Aber was soll´s, das Leben ist kurz genug und am nächsten Tag habe ich trotzdem tapfer das Programm durchgehalten.

Das Einzige, das nicht mitgespielt hat, war das Wetter. Aber das ist eher Nebensache, mit so etwas rechne ich bei so was schon immer und mit einem Regenanzug, bestehend aus Jacke und Hose, wasserfesten Schuhen und vier langärmligen Schichten übereinander lässt es sich trotzdem gut aushalten.


Redakteurin bei Literra

Eingetragen von Nina, 20.09.2008, 12:35

Ich hatte zwar jetzt schon ein paar Tage Zeit, um mich damit vertraut zu machen, aber ab heute bin ich ganz offiziell Redakteurin bei Literra!


Die Startseite von Literra am 20.9.2008. Mein Neueinstieg wird in der mittleren Spalte links oben verlautbart.

Ich habe mich da gar nicht offiziell beworben, es war mehr so, dass ich eben mit der Zuständigen – Alisha Bionda – Im Autorenforum Montségur über ihre Seite „geredet“ habe. Als ich meinte, dass mich da die Ausschreibungen besonders interessieren, kam dann der Wink mit dem Zaunpfahl. Und nun betreue eben ich diese Sparte.
Ist natürlich auch nicht ganz uneigennützig, schließlich hoffe ich auch ein bisschen, dass engagierte Herausgeber und Verleger ihre Ausschreibungen über Literra an mich schicken. Wer mich kennt, weiß, dass ich in der Hinsicht eine geradezu begeisterte Jägerin und Sammlerin bin. Aber nur hinsetzen und warten wird es wohl nicht spielen, wenn ich sonst etwas Interessantes finde, stelle ich das ebenfalls dort online.
Allerdings haben wir ausgemacht, dass ich auch ein wenig auf die Seriosität und Ernsthaftigkeit der Ausschreibungen zu achten. So soll es selbstverständlich keine Kosten für Autoren geben, aber auch ein Belegexemplar sollte drin sein. Weiters außen vor lassen möchte ich die Fülle an Internetveröffentlichungsmöglichkeiten.
Ich freue mich jedenfalls sehr, dass ich beim Literra-Team mit dabei sein darf und ich wurde auch bereits herzlich begrüßt!


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