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Ja, ich spiele tatsächlich in einem Trailer mit. Wie? Ja, tatsächlich. Und das ohne dass ich mich überhaupt beworben hätte. Runtergegangen ist das so, dass mir eine Unbekannte über das Literaturforum Österreich gemailt hat. Sie hat einen Roman mit dem Titel True Colors geschrieben. Dabei heißt die Hauptperson Nina und beim Rumspielen mit der Suchmaschine kamen dann Bilder von mir. Angeblich soll ich ja in etwa so aussehen wie ihre Hauptperson und daher fragte sie mich, ob sie mein Bild verwenden dürfe. Na klar! Ich sehe bei einem Projekt auch gar keinen Grund, nein zu sagen. Außer dass jemand in seinen kreativen Energien gebremst würde ... Ob die Fotos gut genug sind und für das jeweilige Projekt passen, muss derjenige ja selbst wissen. Und immerhin hat man doch selbst gerne was Interessantes zu erzählen, oder? Also habe ich die Erlaubnis erteilt, dass sich Steffi, also die Macherin dieses Films/Trailers ein Foto von meiner Homepage oder aus meinem Blog aussuchen kann. Gemacht habe ich die Bilder zwar nicht ich (man fotografiert sich selbst doch recht schwer), sind aber größtenteils so entstanden, dass jemand auf meinen Wunsch – oft sogar mit meiner eigenen Kamera – mal abgedrückt hat. Und wenn ich zu jemanden sage: „Mach´ bitte ein Foto von mir bei der Lesung!“, dann setze ich natürlich voraus, dass der dann nicht später Rechte dran anmeldet. Ausgesucht wurde ein Foto von meiner ersten Arena-Lesung, das mit dem nicht gerade kunstvoll gebastelten Pappschild im Hintergrund. Keine Ahnung, warum ausgerechnet das. Aber ich find´s doch ziemlich cool, dass ich in einem Trailer „mitspielen“ darf! Ansehen kann man sich das Ganze hier: http://antisix.an.funpic.de/True_Colors_Trailer.htm
Am gestrigen Tag hatte ich wieder Lesung und zwar am Open Air in Haag. Nun, zunächst sah es wieder mal alles andere als gut damit aus, nach heftigen Regengüssen verging die Lust, sich dort mehrere Stunden aufzuhalten und dann erreichte mich noch ein Anruf von Thomas Templ, der die Lesung dort ja organisiert hatte. Nun, das schlechte Wetter war ebenfalls ein Thema, aber dazu kam auch noch, dass Manuela Führer und Florian Stummer, die nach mir lesen sollten, ihre Auftritte krankheitsbedingt absagten. Ich wollte meinen aber trotz allem abhalten – wenn ich mich schon vorbereite, dann ziehe ich das auch durch. Und wenn die Lesung nur einer hören will, dann eben für einen. Vor Ort bekam ich ein grünes Armband für den Eintritt und den Zugang zum Backstagebereich verpasst. In letzterem war ich allerdings nicht, umziehen musste ich mich ja nicht und zu den dort bereitgestellten Getränken gab es schon mal den Hinweis: „Alles ausgesoffen“. Nun gut, ich bekam eine großzügige Anzahl von Konsumationsgutscheinen für die Verkaufsstände, was ich auch recht nett fand. Am Gelände war allerdings trotz des schlechten Wetters einiges los. Klar, wenn man womöglich Festivaltickets für die ganze Woche hat, reist man wohl auch nicht so schnell ab. Die Lesung wurde dann auch nach drinnen verlegt, wo es ein Feuer im Kamin auch gemütlich warm machte. Gäste waren auch im Endeffekt nicht so wenige da, immerhin etwa zehn zumindest körperlich anwesende Personen. Also da gab es schon weniger Gäste – und zwar nicht nur bei mir, bei Lesungen gibt es selten den Publikumsansturm, vor allem, wenn man auf das Mitbringen einer größeren Anzahl von Angehörigen verzichtet. ![]() Das hier bin ich während meiner Lesung. Aufmerksamkeit – na ja. Also hinten saß ein Pärchen, das offenbar sehr genau zuhörte, aber auf der Seite nickten die Leute ziemlich schnell ein. Persönlich genommen habe ich es nicht – einer hat es mir sogar nachher gesagt, dass er eben die Nacht durchgemacht hatte. O.K., was soll´s? Ich sollte ja eine ganze Stunde füllen, aber ich hatte doch von Anfang an berechtigte Zweifel, dass ein Zwanzigminüter auf sehr fruchtbaren Boden fällt. Ich blieb dann bei etwa einer halben Stunde Vortragszeit und Thomas nutzte die Gelegenheit, auch noch zwischendurch eine seiner Geschichten zum Besten zu geben. Vermutlich hoffte er, durch seine „Männerphantasien“ etwas Schwung in den Laden zu bringen. ![]() Auch Thomas Templ gab noch was zum Besten. Insgesamt gesehen war es eine - ich würde sagen - lustige Erfahrung. Lesen in einer Stimmung zwischen Wohnzimmer und Campingplatz. Herumblödeleien, weil ohnehin kein feiner Pinkel da ist, der einem so etwas übelnehmen kann. Nachher noch ein paar nette Plaudereien und das war´s auch schon wieder.
Gestern erfuhr ich eine doch größere Enttäuschung. Ich hatte ja bereits hier in meinem Blog geschrieben, dass ein Lektor eines großen Verlags sich ein Exposee zu einer Jugendbuchreihe ausarbeiten hat lassen. Bevor klar war, ob ich den Auftrag bekomme oder nicht, wollte ich aus nachvollziehbaren Gründen auch den Namen des Verlags nicht nennen. Jetzt kann ich das: Es wäre der Beltz-Verlag gewesen. Es ist tatsächlich ein großer Verlag, was ich allein daran messe, dass sich in praktisch jeder Buchhandlung mit einem allgemeinen Programm (klar, in Reisebuchhandlungen nicht) Bücher des Verlags finden lassen. Auch Namen wie Nöstlinger und Lukianienko machen sich gut in einem Verlagsprogramm. Also kurz und gut: Für die kleine Kurzgeschichtenautorin, die weitaus mehr Aufmerksamkeit damit erregt, gepunktete Strumpfhosen bei ihren Lesungen zu tragen und die Fotos im Internet zu veröffentlichen, als dass tatsächlich jemand die Texte bemerkenswert findet (bei einer Auflage von ca. 200 Stück pro Anthologie mit Autorenexemplaren kommen schon allein nicht viele Leute dazu, sich irgendeine Meinung – gleichgültig ob gut oder schlecht – darüber zu bilden), wäre das wohl die Chance gewesen! Aber eben keine, aus der effektiv was wurde. Es wurde mir mitgeteilt, dass man sich auf die bestehenden deutschen Städte als Schauplätze konzentrieren würde und man die Reihe doch nicht weiter ausbauen würde. Aus marketingtechnischen Gründen. Also kein Wien, kein Wienkrimi und damit auch: Kein Buch von Nina Horvath. Und na klar, es enttäuscht mich. Es ist nicht so, dass ich mich jetzt hinsetze und weine, aber es zieht mich doch runter. Umgekehrt hat es jetzt so lange gedauert, bis eine endgültige Entscheidung da war, dass ich ohnehin nicht damit gerechnet hätte. Ich finde es aber auf jeden Fall begrüßenswert, dass der Lektor nicht wie erwartet den leichten Weg gegangen ist und den Kontakt einfach abgebrochen hat, sondern es mir in einem ausführlichen Mail persönlich mitgeteilt hat. Kann man etwas Positives davon mitnehmen? Ja, ich denke mal so: Durchaus. Ich bin als Autorin so weit gekommen, dass sich ein Lektor eines großen Verlags ernsthaft mit meinen Ideen beschäftigt. Ich bekam unter anderem zahlreiche Änderungsvorschläge zu Exposee und Leseprobe. In einer Zeit, wo sehr viele Autoren davon überzeugt sind, dass alles Material, das sie an große Verlage senden, ungelesen bleibt, ist das schon viel. Zumal das Exposee wie bereits erwähnt sogar angefordert wurde – aber selbst da bleibt bei generell schlechter Qualität die augenblickliche Ablehnung eine durchaus denkbare und wahrscheinliche Möglichkeit. Es kam zwar letztendlich eine Ablehung, aber ich kann sicher sein, dass es nicht an mir liegt. Ich nehme an, dass der Lektor über die Entscheidung des Verlags, die Reihe nicht weiter auszubauen, ebenso enttäuscht ist wie ich. Es geht wohl mehr um die Wirtschaftlichkeit der Reihe und darauf hat eine möglicherweise zukünftige Autorin ja nun wirklich keinen Einfluss ... Dazu habe ich eines gesehen: Ich kann es. Ich kann ein größeres Projekt planen, Termine einhalten und auf besondere Wünsche von Seiten des Verlags eingehen. Das ist weitaus mehr, als ich mir selbst zugetraut hätte.
Die Besucher des Open Air Festivals in Haag erwartet über eine Woche lang ein vielfältiges Programm mit Musikerauftritten, Filmen und Lesungen. Am Samstag, dem 16. August, kann man gleich fünf Bands genießen, die laut Veranstalter "Psychodelic Rock" bieten. Ab 17:00 gibt es dann Lesungen und der Abend wird schließlich mit Filmprogramm abgeschlossen. Auftritt von Nina Horvath: 17-18:00 Veranstaltungsort: Böllerbauer, A-3350 Haag, Salaberg 36 - Open Air. Eintritt: 15 Euro (enthält 5 Bands, 3 Lesungen - Nina Horvath, Manuela Führer, Florian Stummer, Kino; Camping mit Eintrittskarte frei) Mehr Infos (Links mit Wegbeschreibung)
Es gibt wieder eine neue Veröffentlichung und zwar „Ein bisschen Weltuntergang“ im Blatt Vöslau. Ich muss gestehen, dass ich auf die Fragen meiner Kollegen, die mich schon gelöchert habe, was genau man für das Magazin sucht und wie die Aufmachung so ist, weitgehend ratlos gegenüberstehe. Ich habe selbst kurz vor Redaktionsschluss von einem Freund den Tipp bekommen, dass noch was gesucht wird, eingesendet und Bingo! Passt doch. Ich hoffe, dass damit mal wieder ganz andere Leute als sonst etwas von mir lesen. Und wenn ich meine Belegexemplare bekommen habe, weiß ich dann vermutlich auch mehr über das ganze Projekt. ![]() Cover der fünften Ausgabe des Blatt Vöslau „Ein bisschen Weltuntergang“ ist schon eine sehr alte Geschichte von mir, die sich auf höchst absurde Weise mit dem Thema Ende der Welt beschäftigt. Ich denke mal, falls die Welt wirklich untergeht, wäre das auch kein so unrealistisches Szenario: Die Leute jammern halt ein bisschen, aber so wirklich was ändern würde sich in unserer Gesellschaft wohl nichts. Ich habe vor dem Druck des Magazins eine .pdf-Datei bekommen (ein sehr korrektes Vorgehen übrigens!), anhand derer ich noch mal nachprüfen sollte, ob alles passt. Nun, tut es. Aber zugegeben, ich war etwas überrascht, dass meiner Geschichte das Motto „Ach du Scheiße!“ verpasst wurde. Da kann ich nur mal hoffen, dass es sich lediglich auf die Handlung und den Weltuntergang und nicht auf die Qualität bezieht ...
Im Moment läuft alles ganz gut. Beim Cthulhu-Projekt ist mal ein Lektoratsdurchgang abgeschlossen, aber es muss noch etwas mit den Autoren diskutiert werden und auch sonst noch ein wenig gearbeitet werden. Aber das wird schon. Wirklich gut schaut es mit unserer Science-Fiction Anthologie aus, die wie bereits erwähnt nach einigem hin und her nun den Titel „Darwins Schildkröte“ tragen wird und bereits über Amazon vorbestellbar ist. ![]() Beim Titelbild dachte ich mir erst einmal: „Oh mein Gott, was macht Amy Whinehouse da drauf?“ Tatsächlich denke ich nach wie vor, dass die Dame dieser Prominenten doch ähnlich sieht. Aber unser Buch wird keinen Koksgeruch verströmen – versprochen! Gerade erst habe ich vom Fabylon-Verlag Werbeflyer bekommen und da tritt wieder ein Effekt auf, den ich schon mehrmals beobachten konnte: Gedruckt schaut es einfach sehr viel besser aus als digital. Die Dame – übrigens aus Andreas Flögels Geschichte „Amazon 3“ – wirkt gleich um einiges netter, der futuristische Hintergrund ist besser zu erkennen und der Kommandant auf dem Bild trägt auch noch passend zum Titel ein süßes Schildkrötenabzeichen, das mir bislang nicht aufgefallen ist. Also ich freue mich schon drauf! Aber erst einmal muss gewartet werden – bis Oktober. Dafür ist das Buch dann praktisch so etwas wie ein Geburtstagsgeschenk für mich ...
Es ist wieder mal ein Update fällig. Natürlich bin ich längst wieder von der Grabung zurück und im Moment bin ich in Ferien. Einfach zu Hause. Aber langweilig wird mir dennoch nicht! Allerdings versuche ich jetzt auch, dass ein Gleichgewicht finde und mich auch mal so richtig entspannen kann. Ich verfolge derzeit ein relativ teures und zeitaufwendiges Hobby und zwar ist meine Liebe zum Hörbuch wieder voll aufgeflackert. Könnte daran liegen, dass bei mir in der Nähe der Hörbuchladen Audiamo aufgemacht hat, in dem man nach Herzenslust stöbern kann. Im Moment fahre ich – aus welchen Gründen auch immer – voll auf klassische Fantasy ab. Ich habe jetzt von Zwergen, Elfen, Dunkelelfen, Prinzen und was es sonst noch so gibt, jede Menge gehört. Und ich liebe es! Leiden scheint die Folge 9 bei „Drizzt – Die Saga vom Dunkelelf“ die vorerst letzte sein, bei „Schatten über Ulldart“ von Markus Heitz war auch nichts vorrätig, „Die Elfen“ waren mir zu sehr gekürzt, um mir Teil 2 anzutun (die haben echt oft mitten im Kampf einfach eine Zusammenfassung gebracht – laut Lesern des Buches wäre ihnen beim Original nichts dergleichen aufgefallen) und „Die Zwerge“ hatten so ein feines Ende – und irgendwie habe ich auch mal genug von den kleinen Gesellen, zumal gerade hier die Fortsetzung auch besonders teuer wäre. Ich wurde aber dann doch noch fündig und probiere es mal mit der „Schattenkämpferin“. ![]() Als Jugendliche haben ich ja nur Ketten gekannt, aber inzwischen sind mir Spezialgeschäfte lieber und ich kaufe auch abgesehen von täglichen Nahrungsmitteln alles dort ein. Aber solche in der Art wie in Wien, wo die Waren dann nicht übertrieben teuer ist und wo es praktisch für jeden Geschmack etwas dabei ist. Da ich schon dabei war, war ich auch noch in einem neuentdeckten indischen Laden – das ist wie im Museum! Allerdings bin ich etwas vorsichtiger geworden, nachdem es mir nach dem Genuss von Nüssen mal nicht so gut ging. Man sollte halt immer lesen, was da draufsteht und wenn die meinen, dass man den Inhalt vor dem Essen ausreichend erhitzen muss, dann führt wohl auch kein Weg dran vorbei. Gekauft habe ich mir schließlich ein Kilo Kaffeebohnen um vier Euro und Hennapaste um einen Euro. Ich will mich unbedingt wieder mal für eine Lesung anmalen (zumindest, solange mir nichts Besseres einfällt), letztes Mal fiel das ja wegen der Brandwunde flach, da bin ich ja schon genug aufgefallen. ![]() Foto eines Treffens der SF-Gruppe Wien Ansonsten habe ich seit dem letzten Treffen der Science-Fiction Gruppe Wien - übrigens war es wieder ein tolles Treffen, ich gehe sicher auch in Zukunft regelmäßig hin! - einen neuen Job. Ich bin jetzt Lektorin der Science-Fiction Anthologie Am Ende der Leitung und derzeit noch mit Feuereifer bei der Sache. Zum Glück sind die meisten Texte nicht gröber zu bearbeiten, sondern gerade im Rahmen für ein Lektorat, wo es Sinn macht. Nur ein Autor hat es bislang mit seiner Vorliebe zu Mehrfachpunkten von zweien bis fünfen (!) hintereinander und auch die legitimen Dreifachpunkte weitaus öfter, als es im Rahmen jeglicher Vernunft empfehlenswert wäre, geschafft, mich in den Wahnsinn zu treiben. Aber es ist auf jeden Fall eine interessante Sache für und auch die Zusammenarbeit mit meinem Auftraggeber erfolgt so, wie ich mir das wünsche. Direktkontakt mit den Autoren habe ich – auch auf eigenen Wunsch – nicht. Das ist zwar einerseits schade, da ich echt gerne andere Kollegen kennen lerne, andererseits ist es einfach so, dass sich normalerweise der Aufwand für ein Lektorat durchaus verdreifacht, wenn man seine Änderungswünsche durchdiskutiert, geänderte Dateien nachkontrolliert (es gibt ja Autoren, die die meisten Änderungsvorschläge einfach ablehnen und da muss man dann auch dahinter sein, denn spätestens bei der Rechtschreibung endet die künstlerische Freiheit), Fragen beantwortet oder einfach nur Small Talk führt. ![]() Dieses Bild aus "Metropolis" sollte die Teilnehmer der Ausschreibung für die SF-Anthologie inspirieren
Seit heute bin ich für einige Tage bei einer Grabung in Stetten bei Korneuburg. Das ist nahe genug an Wien, dass ich abends heimkomme. Da in unserem Institutsbus kein Platz mehr war, wurde ich kurzerhand an das Naturhistorische Museum vermittelt. Also war ich frühmorgens unterwegs, da es nahe genug liegt und die Verkehrslinien wegen der EM andere Routen fahren, war ich zu Fuß unterwegs. Die Fanzone habe ich natürlich gemieden – obwohl ich gerne das Gesicht der Security gesehen hätte, wenn die Taschenkontrolle einen Geologenhammer zu Tage gefördert hätte! Das ist nämlich schon ein ziemliches Mörderteil, selbst eine eher schmächtige Person wie ich kann damit einen Stein mit einem Hieb durchschlagen. Aber immerhin habe ich noch genug von der EURO gesehen, nämlich Fans, die in die Fahnen ihres Landes eingewickelt auf Parkbänken schliefen. Ich sollte an einem Seiteneingang warten und dieses Mal klappte es auch wunderbar: Ich wurde schon eine Weile vor der Abfahrt aufgeklaubt und erst mal bei einer Tasse Kaffee in die Küche des Museums gesetzt. Die Fahrt im Museumsbus verlief mit entspannter Plauderei und als wir ankamen, fuhr auch gerade der Bus von der Uni ein und ich konnte mich wieder zu meinen Kollegen gesellen. Begrüßt wurden wir dann auch erst einmal von einem Regenguss, was aber nichts ausmachte, nachdem unsere Grabungsstelle überdacht ist. Und zwar nicht nur mit einer billigen Plane, nein, es ist faktisch ein Gebäude darüber, das später zu einem Museum ausgebaut werden soll. ![]() Ein Eindruck von der Größe des fossilen Austernriffs Es ist echt beeindruckend, wie dicht die Austern hier liegen! Die Aufgabe der Uni-Leute, Museumsangestellten und freiwilligen Helfern besteht nun darin, das Riff von Sand zu befreien, damit es später herzeigbar ist. Man kann im Moment zwischen drei Aufgaben wählen, Dreck zwischen den Austern herausstochern und wegbürsten, Sand wegschaufeln und die Erdwand glattmachen. ![]() Mein Professor und zwei meiner Studienkollegen bei der Arbeit Klingt alles nicht so spannend, aber ich finde es nicht so schlecht. Allein bei einer Grabung dabeizusein, ist schon furchtbar aufregend. Dazu verbringe ich die meiste Zeit mit geistigen Tätigkeiten und ich genieße es ab und an richtig, wenn ich auch mal zupacken kann. Ich bin zwar nicht gerade stark, aber derzeit auf jeden Fall noch voll motiviert! ![]() Ich beim Sandschaufeln Aber man tut auch viel, um die Leute bei Laune zu halten. Abgesehen vom stressfreien Umgang auf Vertrauensbasis – ich habe nicht das Gefühl, beobachtet zu werden, ob ich auch schnell genug arbeite und ich muss auch nicht fragen, wenn ich mal Pause machen will – gibt es auch tatsächlich mittags eine warme Mahlzeit für alle Teilnehmer!
Open Air – mal echt was anderes für eine Lesung! Am Freitag hatten wir von Earth Rocks ausgehend eine Phantastiklesung in Haag. Lesungsort war ein Pavillon in dem Garten zum Böllerbauer, für die Gäste standen Sofas in der Wiese bereit – das war echt cool und gemütlich! Zudem hat es auch das Wetter gut mit uns gemeint, mit Sonnenschein und selbst abends kein Kälteeinbruch. ![]() So gemütlich saßen die Gäste bei der Lesung. Was wieder nicht so toll war, war, dass das Spektakel mit einer Fixgästeanzahl drumherum nun doch nicht stattfand. Aber egal – für uns zählt jeder Gast und wir lesen auch für wenige. Also starteten wir einfach mal, zuerst kam Lydia Gschomann mit Fantasy dran und danach gleich ich. Ich hatte mich für diese Veranstaltung für meine wissenschaftlichste SF-Geschichte, die ich jemals geschrieben habe, entschieden, nämlich „Die Kosmozoentheorie“. ![]() Ich während meines Vortrags. Danach konnte ich mich zurücklehnen und weitere Texte über K&K-Offiziere mit typisch österreichischer Art im Weltraum, blutrünstigen Möderphantasien und was den Fan sonst noch glücklich macht, genießen.
Von Sarturia soll es ja wieder einen Science-Fiction Band geben, den zweiten und für meine Kurzgeschichte habe ich bereits seit einiger Zeit eine Zusage. Aber mehr noch - die ganze Anthologie soll nach meiner Geschichte heißen! Nämlich: „Das Glaskuppelprinzip“. Es gibt jetzt auch schon mal den ersten Coverentwurf: ![]() Natürlich bin ich sehr stolz, dass ein ganzes Buch meinen Titel bekommen soll! Ich habe auch probeweise mal „Glaskuppelprinzip“ in Google eingegeben und es ist tatsächlich ein sehr unverbrauchter Begriff, der lediglich eine Forendiskussion über das Buch zu Tage bringt.
So, und was gibt es Neues? Nun, allzu viel nicht. Am Sonntag war wieder Comicbörse hier in Wien, wo ich wieder mal mit dem Verein MACO unterwegs war und auch mal zwischendurch deren Stand betreut habe. Ich bin ja jetzt auch schon richtig gespannt auf die große Con im Juli in Linz. Ich darf es ja in den Kreisen nicht allzu laut sagen, aber so ein richtig großer Comicfan bin ich ja nun nicht. Ich mag halt Animes, weil es gute SF- und Fantasyhandlungen gibt und das wars auch schon. Bei der Comicbörse habe ich dementsprechend bei den verbilligten DVDs zugeschlagen und mir den ersten Teil des Lausch Hörspiels Drizzt gekauft. Klar, die Handlung mit den ultrabösen Dunkelelfen ist ziemlich klischeehaft, aber schon auch ordentlich spannend. Und darauf kommt es ja an. Im Moment bin ich ja auch mehr auf dem klassiche Fantasy-Trip. Vermutlich Realitätsflucht. Ach ja, und was ich hier unbedingt noch ankündigen muss, ist das Gewinnspiel zu Disturbania. Ich bin ja ganz weg, was das Marketing betrifft, einerseits das Gewinnspiel, wo man sich mit Preisen echt nicht lumpen lässt (da tut es mir direkt leid, dass ich nicht teilnehmen kann), andererseits auch alles Mögliche andere, von Release-Lesungen über Interviews bis hin zu Merchandise. Ja, es soll tatsächlich T-Shirts geben! Hier jedenfalls die Teilnahmebedingungen: ZITAT Großes DISTURBANIA Gewinnspiel Mai 20th, 2008 Die Welt ist nicht mehr das, was sie zu sein scheint. Die Realität hat sich verändert. Die Menschen haben sich verändert. Tritt durch den Spiegel. Bist du bereit, durch den Spiegel zu treten? Hast du den Mut, dich dem zu stellen, was dich auf der anderen Seite erwartet? Glaubst du, dass du der Richtige bist? Dann beweise es uns und beantworte folgende Fragen: Für welche Aussage könnte der Titel der Anthologie DISTURBANIA stehen? A. “Ich habe gesagt, dass ihr mich nicht stören sollt!” B. “Irgendetwas stimmt mit dieser Stadt nicht!” C. “Ich hätte den Backfisch nicht essen sollen, jetzt ist mir schlecht!” Schickt uns bis zum 30.06.2008 die richtige Antwort und eure Postanschrift an: gewinnspiel@projekt-kopfkino.de Unter den Einsendern mit der richtigen Antwort werden folgende Preise verlost: 1x Christoph-Hardebusch-Paket mit - dem Roman „Die Trolle“ - dem Roman „Sturmwelten“ 1x André-Wiesler-Paket mit - dem Roman „Hexenmacher“ - dem Roman „Teufelshatz“ 1x Tobias-Bachmann-Paket mit - dem Roman „Das Spiel der Ornamente“ - dem Novellenroman „Auspizien“ 3x Die Kurzgeschichten-Anthologie „Disturbania - Phantastische Geschichten aus der Großstadt“ 3x Disturbania-T-Shirts von Schattenmond 2x Das „RATTEN!“-Rollenspiel vom Projekt-Kopfkino und dem Prometheus Games Verlag. Die Preise wurden uns freundlicherweise von Tobias Bachmann, Christoph Hardebusch, André Wiesler, dem Prometheus Games Verlag und Schattenmond zur Verfügung gestellt. Einsendeschluss: 30.06.2008 Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück wünscht euch – euer Projekt-Kopfkino-Team
Am Freitag habe ich einen Kulturschock erlitten - oder besser gesagt, ich bin am Kulturschockabend aufgetreten. Das war gestern erst mal stressig für mich, da ich tagsüber mit der Uni auf Exkursion war. Und man geht natürlich auch normalerweise nicht mit derselben Kleidung am Feld herum und sucht fossile Hölzer, mit dem man dann abends auf der Bühne ist. Also erstmal nach Hause, duschen und den Rest der Hennatatoos fertig machen. Ich habe mich dieses Mal nämlich dazu entschieden, endlich mal was Originelles in Sachen Lesungsoutfit zu machen und zwar habe ich mir passend zum Titel der gelesenen Geschichte - „Die Spirale“ - den Arm mit Spiralen bemalt. Den größten Teil hatte ich schon am Tag zuvor drauf, aber nachdem das Henna recht lange zum Trocknen und einwirken braucht und man sich ja auch nichts verwischen will, musste ich noch dazwischen was frei lassen. Die Spiralen sind für einen Erstversuch ganz passabel geworden und auch so auffällig, wie ich gehofft hatte. Ein Nachteil ist jetzt natürlich, dass die Hennafarbe angeblich drei Wochen lang halten soll und kaum jemand es sich bisher verkneifen konnte, irgendwann mal zu fragen, was das auf meinem Arm denn sei. Aber was tut man nicht alles für die Kunst! Nachdem der Lesungsort, das Szenelokal Tunnel in derselben Straße wie mein Wohnhaus liegt, konnte ich es mir leisten, knapp zu kommen - es war ohnehin eine halbe Stunde vorher für organisatorische Angelegenheiten eingeplant, die auch schnell erledigt waren. Als ein Kollege vom Verein Earth Rocks vorbeikam, konnte ich mich gleich für ein gemütliches Schwätzchen zur Seite setzen, nachher kam dann auch noch meine Autorenkollegin Manuela Forst samt Begleitung hinzu und wir wanderten dann auf einen größeren Tisch aus. Ich war aber dann gleich einmal beeindruckt, wie sich der Raum stetig füllte. Es ging dann auch gleich los und da ich erst nach der Pause dran kam, konnte ich mich noch mal zurücklehnen. Mir gefielen ja besonders gut Nietsch für Veganer (von Josef Helmreich) und die witzige Wortspielgedichte von Andreas Plammer. ![]() Ein Blick in die gutgefüllten Zuseherreihen. Der rechte Teil passte gar nicht mehr auf das Bild! Nach der Pause gab es dann erst einmal einen Auftritt von Peter - als Gott höchstpersönlich - der pantomisch die Erschaffung der Welt zeigte. Zu dem Zeitpunkt saß ich dann schon in den Startlöchern und dann kam ich auch schon dran. ![]() Das Mikrofon wird zurechtgerückt, dann beginnt die Lesung! Aber ich muss sagen, dass der Auftritt dieses Mal nicht so lief, wie ich mir erhofft hatte. Zuerst stand das Mikrofon zu weit weg - ich weiß schon, warum ich, wenn möglich, keines verwende - und kaum hatte ich angefangen zu lesen, wurde ich unterbrochen. Man soll jetzt nicht glauben, dass ich da empfindlich bin und bei jedem kleinen Husten alarmiert werde. Bei einer Veranstaltung wie dieser mit so einer Gästezahl ist es naturgemäß niemals still, der eine kommt gerade erst, der andere huscht aufs Klo, der nächste bestellt sich noch ein Bier und der Übernächste kommentiert das Gelesene gegenüber seinen Freunden. Aber das sind vergleichsweise Kleinigkeiten, die ich beim Lesen, wo ich mich ja konzentrieren muss, gar nicht bemerke. ![]() Ich während meines Lesungsauftritts Es war allerdings so, dass in einer Gruppe von Damen ein solches Gelächter und Gekreisch ausbrach, dass es - obgleich diese deutlich hinter der Mitte des langgestreckten Saals saßen - mein Gelesenes übertönte. Es war mir absolut unmöglich, unter diesen Bedingungen weiterzulesen. Ich fragte daher durch das Mikrofon, was denn so lustig sei. Natürlich ist man dann auch verunsichert. Hat man sich verlesen und versehentlich ein obszönes Wort gesagt? Ist der Busen aus dem Ausschnitt gehopst? - Weiß man ja schließlich nicht und wenn ich auf der Bühne bin und es bricht so was los, klar beziehe ich es auf mich! Die Leute sind ja schließlich da, um dem zu folgen, was sich vorne abspielt, nicht, um einander ihre wildesten Sexabenteuer oder was auch immer sonst eine solch maßlose Reaktion rechtfertigen könnte, zu erzählen. Dafür stehen immerhin noch zwei andere Stockwerke des Lokals zur Verfügung. Eine der Damen rief dann nach vorne, dass sie an die Armen denken würde. Vermutlich ein Insiderwitz in der Gruppe, der möglicherweise durch eine vorhergehende Performance inspiriert war. Ich sagte dann ins Mikro: „Ich denke auch an die Armen, aber ich lese jetzt trotzdem einfach mal weiter!“ Danach hielt sich der Geräuschpegel im Rahmen, aber mich ärgert es, dass ich mich deutlich öfter verlesen habe, als das normalerweise der Fall ist. Nach mir kam dann noch die Band Katzenschrei. Sicher gewöhnungsbedürftig, da sehr in Richtung Lärm und Schreien, aber ich finds gut, was die sich trauen. Nach der Lesung habe ich noch den Rest meines Konsumationsgutscheins bei Schokoladepalatschinken verpulvert. Die Leute sind dann auch langsam gegangen, aber es war ja auch schon mitten in der Nacht. Ich selber war noch dort und unterhielt mich mit einigen Leuten, unter anderem mit Josef Helmreich, der den Abend organisiert hatte. Ich finde, insgesamt gesehen hat er das toll gemacht und ich stelle mir das auch ziemlich schwer vor, etwas von der Größe auf die Beine zu stellen. Man darf da ja auch nicht ungerecht sein, immerhin waren es ein bis drei Personen, die meinen Auftritt gestört haben, das kann immer mal passieren. Dafür habe ich auch eine Reihe von anerkennenden und aufmunternden Rückmeldungen erhalten und teilweise wurde sogar inhaltlich was nachgefragt, was mir auch ein echtes Interesse zeigt - denn wenn es wem wirklich nicht gefällt, der schaltet normalerweise so ab, dass es keine Fragen mehr gibt. ![]() Die Belohnung nach der Lesung: Schokopalatschinken
Heute konnte ich das Lose-Blatt-Manuskript Der Remburg-Report von Jan Gardemann zur Post bringen. Ich hatte da ja Endlektorat gemacht. Der Titel allein hört sich zwar nicht so spannend an und ich wäre anhand dessen wohl auch nicht auf die Idee gekommen, dass es sich um einen Science-Fiction Roman handelt. Es kommen aber auf jeden Fall eine Reihe von Außerirdischen und so Art hochbegabter Mutanten vor, und, das Beste daran, es ist spannend zu lese! Das ist mir immer besonders wichtig, die gute Idee allein macht es ja nicht, wenn sich der Text dafür wie Kaugummi zieht. Doch hier kann ich echt nicht meckern, das ging gut dahin und ob ich jetzt ab und mal mit Farbstift in den Text reinmale, trübt auch das Lesevergnügen nicht. Ich bin ja schon neugierig, was für ein Cover das Buch bekommt!
Gestern hatte ich ja wieder Lesung, dieses Mal auch wieder mal eine, wo ich mich mit Länge und Wahl der Geschichten so richtig austoben konnte. Überpünktlich stand ich auf der Matte, wobei es sich gut traf, dass mein Mitstreiter Thomas Templ schon in der U-Bahnstation dazu stieß. Am Lesungsort angekommen, hängte ich zuallererst einmal ein Hinweisschild an die Tür. Man erinnere sich an das mehr abgebissen als ausgeschnitten wirkende Pappendeckelschild einer früheren Lesung an dem selben Veranstaltungsort, also da sind zwei Zettel - einer mit dem genauen Programm, der andere lediglich mit dem Hinweis, dass es zur Lesung durch diese Tür führt, schon besser. ![]() Thomas Templ und ich vor dem Lesungsort Drinnen ging es erst einmal darum, den Raum für die Lesung herzurichten. Es ist ja ein kleiner Konzertraum in einem Backstagebereich, da geht es nach den Konzerten mitunter ganz schon zu. Vom Flaschenchaos blieben wir dieses Mal verschont, dafür warteten andere unangenehme Überraschungen auf uns. Der Tisch, der für die Lesenden gedacht war, war mit obszönen Schmierereien bedeckt. Es stand zu befürchten, dass unsere Gäste während der gesamten Lesung hypnotisiert draufstarren, statt dem Vortrag zu lauschen. Zum Glück hatte ich ja eine Lesungsbox gepackt, die Bücher, Flyer, Lesezeichen und Kekse enthielt, die ich eben für den Transport in der U-Bahn mit einem frischgewaschenem Polsterüberzug abgedeckt hatte. Bedarf nach einem Tischtuch hat ja bislang in meinem Haushalt keiner bestanden. Jetzt war ich aber froh, dass ich den hatte, immerhin konnte wir den großen Tisch damit bedecken und auf den kleinen Tisch kamen dann die Bücher und Werbematerialien. Nachdem das geschafft war, galt es nur noch, die Quelle von einem Geruch auszumachen, der die Vermutung aufkommen ließ, dass irgendwo Im Raum eine Ratte (oder gar etwas Größeres) verendet wäre. Nun gut, so schlimm war es dann nicht, es war einfach nur ein hinter einen Kasten geklemmter Müllsack, der sich einfach entfernen ließ. Es wurde dann auch 19:00, aber die Besuchermassen blieben aus. Zwei Besucher waren gerade mit einer hitzigen Diskussionen um Manga, Anime, Foren und was sonst noch so „überlebensnotwendig“ ist, vertieft, der klägliche Rest der Leute stand rum. Mein Mitstreiter holte sich dann mal ein Bier aus dem Kühlschrank und ich zog dann - aus reinen Solidarität versteht sich - nach. Wir gingen dann noch mal nach unten, um zu schauen, ob nicht jemand, den wir kennen oder der einfach verloren aussieht, herumstreunt und nicht hinfindet. ![]() Thomas und ich auf der Lesendencouch Aber Fehlanzeige. Leute waren zwar im Hof, aber das waren größtenteils Punks und die sahen eigentlich recht zufrieden mit sich und der Welt aus und nicht so, als würde ihr Glück vom Besuch einer Lesung abhängen. Ich sagte aber noch in der Bar unten Bescheid, man möge Leute, die aussehen, als würden sie zu uns gehören (man merkt das glaube ich schon, wenn jemand nicht so recht weiß, wo er hinsoll), zu uns nach oben schicken. Wir haben dann noch eine Weile gewartet. Wie dem auch sei, ich habe mich jedenfalls umso mehr gefreut, dass doch noch Gäste nachkamen und ich endlich mal mit der Lesung beginnen konnte. ![]() Unsere Lesungsgäste Nach der Begrüßung hatte ich einen ordentlichen Brocken zu lesen und zwar „Welt der Insekten“ aus der Anthologie Tabula Rasa. Die Geschichte scheint zwar nicht so lang zu sein, aber laut von mir gelesen dauert sie zwischen zwanzig und dreißig Minuten. Zunächst war ich dann auch ein bisschen nervös, zwar nicht bewusst, aber ich merkte halt, dass mein Bein doch stark zitterte. Das Lesen selbst lief aber erstaunlich gut. Es macht übrigens tatsächlich Spaß, wenn man weiß, dass alle jetzt mal die Aufmerksamkeit nur auf einen selbst gerichtet haben und man versucht, die Betonung möglichst gut hinzubekommen. ![]() Ich während meines Vortrags Danach löste mich Thomas ab. Ich hatte ja zum Glück erst vor kurzem wieder die Möglichkeit, ihn einfach so lesen zu hören (bei der Buchpräsentation zu Ungehaltene Rede), denn bei meinen eigenen Lesungen bin ich immer etwas aufgeregt und kann dem Vortrag von anderen Autoren nicht uneingeschränkt folgen. Da bekomme ich immer nur so Details mit, wie die Sache, dass einer der Protagonisten eine animierte Tätowierung mit in Liebesspiele vertiefte Mangamädchen hatte. Aber, jetzt mal abgesehen von derartigen Fantasien, muss ich schon sagen, dass unsere Geschichten tatsächlich gut zusammenpassen. Die von Thomas sind ja doch deftige Endzeitsachen u.ä. und meine Geschichte mit den Rieseninsekten, die die Weltherrschaft an sich gerissen haben und wo es gleich mal mit einer detaillierten Schlachtszene anfängt, war ja auch nicht gerade „nett“. Nach einer Pause lasen wir dann je noch eine Geschichte und danach blieben wir noch ein bisschen für eine gemütliche Plauderei in Wohnzimmeratmosphäre - ich verkaufte immerhin auch ein Buch - bis es dann wieder heimwärts ging.
Inzwischen habe ich das selbe Problem mit meinem Blog, das ich früher mit meinem Tagebuch habe: Ist wenig los, habe ich keinen Stoff zum Schreiben, ist viel los, keine Zeit. Aber wie dem auch sei, also nachträglich meine Erlebnisse vom letzten Freitag und Samstag, ehe ich mich in neue Abenteuer stürze. Am Freitag hatten wir unsere Earth Rocks Vereinssitzung, beginnend am Nachmittag. Mir dabei waren unsere Präsidentin Manuela Führer, Florian Stummer, Manuela Forst, Markus Grundtner, Thomas Sebesta sowie natürlich meine Wenigkeit. Also eine überschaubare Runde und man kennt einander bereits, auch au0ßerhalb des Internets. Wir hatten einiges zu besprechen und das war auch alles sehr gut organisiert. Ich schätze es bei solchen Besprechungen je sehr, wenn eine Liste da ist, was erledigt werden muss. Sonst zieht sich das Ganze nur endlos dahin. Ich hatte dieses Mal auch einen Punkt vorab eintragen lassen und zwar habe ich vorgeschlagen, dass kleine Magazin Ohayo, in dem es um Manga, Anime und Japan geht, dem nächsten ER-Magazin beizulegen. Herausgebracht hat es der Verein MACO in einer Auflage von - ja, tatsächlich! - 10000 Stück. Da kann man, wenn man die Auflage der üblichen Kleinverlagsanthologie, die sich etwa bei 200 Stück belaufen dürften, über 500 geht kaum jemand, tatsächlich nur neidvoll mit den Ohren schlackern. Ich habe da auch durch mein Lektorat mitgearbeitet, was auch im Impressum gewürdigt wird. Und ich denke, das mit dem Beilegen wird dann auch klappen. Scherze und andere Gespräche kamen aber trotz der intensiven Besprechung nicht zu kurz. ![]() Cover des Magazins "Ohayo" So weit, so gut. Nach der Besprechung in der gemütlichen Gaststube des Gasthofs Möslinger begaben wir uns in einen größeren Raum, wo sich die Mitglieder der SF-Gruppe Wien bereits zu ihrem monatlichen Treffen versammelt hatten. Die Tische waren in einer U-förmigen Anordnung aufgestellt und es fast ein bisschen peinlich, dass sie uns genau das Kopfende freigelassen hatten. Ist natürlich höflich, sozusagen den Gästen den Ehrenplatz zuzuweisen, allerdings hat man da anfangs doch ein etwas komisches Gefühl. Es entspannte sich aber doch sehr schnell und nachdem ich mit Thomas Platz getauscht hatte, weil er und ich quasi über den Kopf des jeweils anderen hinweg mit anderen Leuten sprachen - ich hatte da ein sehr interessantes Gespräch mit unserem frisch hinzugestoßenen neuen ER-Beinahe-Mitglied und/oder ER-Sympathisant Andi, konnte das Programm starten. Aus aktuellem und traurigem Anlass gab noch einen zusätzlichen Programmpunkt und zwar sprach Alfred Vejchar einen Nachruf auf Ernst Vlceck. Ich kannte ihn zwar von einem Treffen her, aber so wirklich eingehend hatten wir uns leider nicht unterhalten. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass die Trauer bei seinen Freunden groß sein muss. Doch der Nachruf war jetzt auch weniger eine Trauerrede, sondern vielmehr ein liebevoller Rückblick. Es wurden Anekdoten erzählt, Fotos herumgereicht und natürlich auch die zahlreichen Projekte, an denen Ernst gearbeitet hat, vorgestellt. Ich finde es gut, dass damit seinen Freunden und Kollegen geholfen wird, ihn so in Erinnerung zu behalten. Danach kam der bereits länger angekündigte Programmpunkt, nämlich die Vorstellung des Otherworld Verlags. Der Verlagsautor Stephan Bellem las aus seinem Fantasyroman - im Stehen. Ich muss auch ehrlich sagen, dass ich ihn da auch nicht so drum beneidet habe, weil das Publikum doch ein wenig aufgekratzt schien. Einerseits vermutlich wegen der Rede davor, andererseits sind natürlich auch alle ein wenig aufgeregt, wenn so viele Leute mit demselben Interessensgebiet sich versammelt haben. Danach stellte Michael Krug den Verlag vor und beantwortete auch bereitwillig alle Fragen. Ich hatte ja nicht zum ersten Mal vom Verlag gehört, auf der Buchwoche Wien gab es auch eine Lesung, die mir wirklich sehr gut gefallen hat, allerdings habe ich nicht so recht rausfinden können, wer jetzt wirklich zu dem Verlagsstand gehört. Anschließend fuhr ich noch mit Flo und Manu mit, die mich am Westbahnhof absetzen wollten. Ich wollte nämlich an dem Abend noch nach Linz wegen der Buchmesse und hatte auch schon länger versprochen, mich da zu treffen. Obwohl ich auch gerne länger beim Treffen geblieben wäre. Aus dem Westbahnhof wurde aber schließlich Hütteldorf und nach einer großräumigen Sperre beschlossen wir, dass ich bis St. Pölten, das auf etwa halber Strecke zwischen Wien und Linz liegt, mitzufahren. Das war dann auch recht nett, da wir drei dann noch eine Stunde lang unter der Fahrt plaudern konnten. Nur leider habe ich dann den ursprünglich geplanten Zug versäumt und musste auf den nächsten warten ... Ich blieb dann über Nacht bei meinen Eltern und am nächsten Vormittag ging es dann schon zur Buchmesse. Ich hatte ja angeboten, für den Verein MACO mich mal einteilen zu lassen. Ehrlich gesagt hatte ich ja ein wenig den Hintergedanken, mich an den Stand zu setzen und dort zu lesen, wozu ich dann auch kam (da war ich aber dann schon ziemlich müde). Einerseits will ohnehin relativ selten jemand eine Information, andererseits ist man da ja ohnehin zu zweit. ![]() |