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heschu's Blog



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Gelesen: E-Tot: Das Leben nach dem Upload von Uwe Post

Geschrieben von heschu , 27 October 2020 · 10 Aufrufe

Warnung!
Der Roman enthält bitterböse Satire, schwarzen Humor, wie er schwärzer kaum sein könnte. Ein voran gestelltes Zitat von Monty Python weist bereits dezent darauf hin. Deshalb, überlege gut, ob du dich für dieses Buch entscheidest. Es könnte dir den glückseligen Glauben an ein schönes, sorgenfreies Leben nach dem Tod nehmen.
Jetzt habe ich endlich auch einmal die Du-Form benutzt, allerdings anders, als es der Autor im Prolog zum Roman getan hat. Und Uwe Post macht das natürlich viel besser als ich.
Ja, er schreibt schon verdammt gut. Dieser geniale Trick, mit dem er die Person Paul einführt und dessen Denken und Fühlen zeigt. Das wirkt viel direkter auf den Leser, vermittelt mehr Nähe.
Doch ich fange besser ganz von vorne an. E-Tot: Das Leben nach dem Upload (heise online: Welten, Polarise, 2020) hat kein übertriebenes Cover. Es ist recht einfach gehalten und so eben genau richtig.
Manche Autoren schreiben aus dem Bauch heraus, ohne sich um eine Gliederung zu kümmern, andere wiederum erstellen gedankliche Gerüste und planen jede Kleinigkeit. Ich weiß nicht, wie Uwe Post arbeitet, vermute aber, dass er eher zu der zweiten Sorte gehört.
Denn sein Roman ist gut strukturiert. Über den Kapiteln steht immer der Name der handelnden Person. Am Ende folgen Tutorials, Informationen, Anzeigen u.a., die ich als willkommene Appetithäppchen schätzen lernte. Ich sah da beim Lesen vor meinem geistigen Auge tatsächlich manchmal ein Pop-up aufgehen, das mir suggerierte, mich im digitalen Leben zu befinden. Aber wahrscheinlich habe ich einfach zu viel Phantasie.
Der Roman umfasst 298 Seiten und ist im Präsens geschrieben. Es geht um diesen Paul, der nach seinem Ableben in einem Paradies aus Daten weiter existiert. Auch hier sehe ich eine leichte Anlehnung an PKD, denn mit dem Toten stimmt etwas nicht.
E-Tot: Das Leben nach dem Upload ist ein gut durchdachter Roman und geeignet für den, der mit reichlich schrägem Humor etwas anfangen kann.
Und das Buch ist gar nicht sooo schlimm, wie ich anfangs geschrieben habe. Ich musste beim Lesen oft schmunzeln. Uwe Post stellt seine Personen und die digitale Welt ungeschminkt und überspitzt dar. Das ist das Vorrecht der Satire. Das heißt, die Wahrheit so verpacken, dass sie ein Lachen oder zumindest einen Aha-Effekt erzeugt.
Egal, ob es im Diesseits oder im Jenseits ist.


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Gelesen: Das Ewigkeitsprojekt von Caroline Hofstätter

Geschrieben von heschu , 25 October 2020 · 33 Aufrufe

Empfehlungen aus dem Forum bewogen mich dazu, den SF-Roman Das Ewigkeitsprojekt von Caroline Hofstätter (Atlantis-Verlag Stolberg, Oktober 2019) zu kaufen. Das sehenswerte Titelbild auf dem glänzenden Umschlag stammt von Timo Kümmel.
Ich finde es sehr bedenklich, dass ich nicht schon eher etwas über das Buch gelesen habe. Gab es keine Werbung oder nur zu wenig? Hielt es etwa keiner der Fans für nötig, den Roman im Forum positiv zu erwähnen? Oder war ich einfach bloß wieder blind oder eine Schlafmütze (ist bei mir beides gleich) und habe die Anzeichen für ein gutes Buch übersehen? Wahrscheinlich ist genau das geschehen. Fürchte ich.
Aber jetzt habe ich es endlich gelesen.
Zuerst einmal muss ich noch schnell etwas zu den berühmten ersten Sätzen schreiben. Ich liebe ja Anfänge, die mich stutzig werden lassen und neugierig. Wie sie mich als Leser locken und die Auflösung eines Rätsels versprechen. Und so einen ersten Satz hat Caroline Hofstätter fabriziert. Schaut in der Leseprobe nach, dann wisst ihr, was ich meine.
Also, Dr. Sarah Berger wacht eines Tages auf und versteht die Welt nicht mehr. Ihr passieren Dinge, die eigentlich unmöglich sind. Das erinnert mich an PKD. Auch er spielte mit den verschiedenen Eventualitäten und ließ seine Leser gern bis zum Schluss im Unklaren. Allerdings zieht die Autorin die Geschichte, bei der die Menschheit in größter Gefahr (wieder einmal) schwebt, auf amüsante Art und Weise durch.
Nur ein paar Beispiele: Die Sache mit Tante Bettys Hochzeitsgeschenk, das großartige Entsetzen wegen fehlendem Kaffee, die Verwirrung über den exakt geschnittenen Rasen. Es gibt keine bedeutungsschweren Sätze, die unverständlich verschwurbelt sind.
Das Thema des Romans ist ernst, es dreht sich eben um dieses Ewigkeitsprojekt. Und die sich daraus ergebenen Probleme sind es auch, trotzdem ist nichts unlösbar. Nach mehreren Wendungen führt Caroline Hofstätter die Geschichte mit Leichtigkeit zu einem gekonnten Ende, mit der Auflösung aller Rätsel, wie am Anfang versprochen. Das ließ mich schließlich zufrieden das Buch zuschlagen.
Gern gelesen. Einziger Mangel: Zu kurzer Roman. Hundert, zweihundert Seiten mehr hätten mir auch gefallen.

Noch etwas zu Der Mann, der die Stürme brachte. Die Story kann man sich im Web bei der Autorin herunterladen. Gefiel mir ebenfalls.
Meine kurze Zusammenfassung: Ein altbekannter Gast mietet ein Zimmer. Ist er gefährlich oder nicht? Trouble um eine Zielperson.


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Lingvo por ĉiuj

Geschrieben von heschu , 25 April 2020 · 641 Aufrufe

Neulich bin ich im Web wieder einmal über Esperanto gestolpert. Einzelne Wörter der Plansprache sind für mich, wie für jeden anderen sicher auch, leicht verständlich. Die Sonne wird als suno bezeichnet, die Erde ist tero, ein Roman wird zu romano und ein Buch zu libro. Das O am Ende bedeutet, dass das Wort ein Substantiv ist.
Einfach, nicht wahr?
Ich schaute nach, ob es Science Fiction Bücher auf Esperanto gibt und fand bald eine passende Website dazu.
Dort ist zum Beispiel das utopische Drama R.U.R des tschechischen Schriftstellers Karel Čapek vertreten. Es kam ursprünglich 1920 heraus und handelt von einem Unternehmen, das Robots herstellt. Die Fassung von 2012 umfasst 119 Seiten.
Ein Werk von George Orwell heißt Mil naûcent okdek kvar. Den Titel kann ich leider nicht übersetzen.
Auch von den Strugazkis, dort geschrieben als Strugackij, fand ich Bücher. Eins davon ist Fabeloj pri la Triopo, völlig frei von mir als Geschichte des Trios interpretiert.
Leichter wird es schon bei J.R.R.Tolkien. La hobito bedeutet ganz klar Der Hobbit.
Von Harry Harrison, einem US-Amerikanischen SF-Autor, stammt La kaptita universo. Das könnte Das gefangene Universum heißen.
Bei Lukjanenko ist es nicht schwierig. Knabo kaj mallumo bedeutet Der Knabe und die Finsternis (Dunkelheit), ein Werk von 1984, das auch in der Bibliografie des Autors aufgeführt ist. Die Übersetzung in Esperanto stammt von 2011.
Den Name Ivan Efremov kannte ich nicht, bis ich drauf kam, dass der Autor Iwan Jefremow gemeint war. Eines seiner Bücher ist La nebulozo de Andromedo, das verstand ich schnell. Es ist Der Andromedanebel, 1983 vom Heyne Verlag herausgegeben. Eine alte Übersetzung gab es unter dem Titel Das Mädchen aus dem All (Verlag Kultur und Fortschritt Berlin, 1958).
Das Thema Esperanto reizt mich. Die Vorstellung, dass ich mich mit jedem verständigen kann, ohne erst viele Sprachen zu lernen, gefällt mir. Englisch ist ja weit verbreitet, aber Mandarin und Spanisch auch. Die slawische Sprachfamilie ist groß, die in Afrika ebenfalls.
Ich plädiere für Esperanto.
Die Sprache für alle – Lingvo por ĉiuj.

Nachtrag: Mein Dank an Thomas Hofmann, der mir später die Übersetzung von Mil naûcent okdek kvar geschickt hat, nämlich Eintausendneunhundertvierundachtzig.


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Autorinnen 3. Teil

Geschrieben von heschu , 18 April 2020 · 437 Aufrufe

Mir fallen immer mehr Namen von Autorinnen ein, die SF, Fantasy und Ähnliches schreiben.
Wie konnte ich denn nur Katja Brandis vergessen! Sie verfasst Fantasy- und Near Future Romane. Kristina Gehrmann kommt aus der Manga-Ecke, Nina Blazon schreibt u. a. Fantasy und Krystyna Kuhn ihre Mystery-Thriller. Von Eva Völler las ich die Zeitenzauber-Trilogie. Iny Klocke ist, wie viele wissen, Teil des Autorenduos Iny Lorentz, das jetzt auf der Historienschiene schreibt. Von Nicole Rendsmann, Monika Niehaus, Susanne Schnitzler und Anja Bagus habe ich früher auch schon einiges gelesen.
Lange habe ich im Kurzgeschichtenfundus von Fantasyguide gestöbert und weitere Autorinnen gefunden. Von manchen kenne ich bereits die Schreibweise. Ich denke da an Christel Scheja, Marianne Labisch und Charlotte Engmann. Noch bin ich dabei, die anderen Storys zu lesen, wie die von Mara Lucic, Katharina Kutzer oder Silke Brandt, um nur einige zu nennen.
Auf die Autorinnen Ju Honisch, Annelie Wendeberg und Tanya Carpenter bin ich auch gespannt, deren Texte werde ich mir zwischendurch irgendwann anschauen.
Ein Vorteil ist, dass man vieles im Web findet. Ebenfalls helfen Anthologien (E-Books) weiter. Zum Beispiel Roter Mond, herausgegeben von Birgit Otten. Drinnen stehen neun fantastische Geschichten von Autorinnen zum Thema Mondfinsternis.
Niemals kann ich jede Autorin, jede Anthologie, jedes Buch auflisten. Aber das ist auch nicht mein Ziel. Ich wollte mir nur einen groben Überblick verschaffen, der mir hilft, mich bewusster auf die Werke von Autorinnen einzulassen. Und einige Namen sind bereits auf meine fiktive Liste mit Lieblingsschreibern gewandert.
Mir ist völlig klar, dass ich nur wahllos oder eher chaotisch in ein paar Genres herum gestochert habe und deshalb nichts Repräsentatives vorweisen kann. Sicher gibt es noch viel mehr tolle Autorinnen, Anthologien und Romane, die ich nicht erwähnt habe. Man möge es mir nachsehen!
Doch die Suche hat sich auf alle Fälle gelohnt und mir auch Spaß gemacht.


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Autorinnen 2. Teil

Geschrieben von heschu , 09 April 2020 · 472 Aufrufe

Jede Autorin schreibt anders. Jede ist geprägt durch Erfahrungen, Beobachtungen, angeeignetes Wissen, Vorstellungen und Gefühle. Jede erschafft auf einzigartige Weise mit Geschichten oder Romanen ein Miniuniversum, in dem ich eintauchen und alles um mich herum vergessen kann.

Jo Koren:
Ein Tipp aus dem Forum führte mich zu dieser Autorin. Ihr Buch Vektor (Atlantis Verlag 2016) ist pure SF. Es handelt von der Arbeit einer Ärztin für invasive Kybernetik. Alpha Novak befindet sich auf der Raumstation Eris TKS und entdeckt ein schwerwiegendes Problem. Medizinische Kenntnisse, technisches Verständnis und eine klarer Ausdrucksweise beim Schreiben, all das hat die Autorin.

Ich nahm mir eine Anthologie mit SF Geschichten vor.
Nukleosynthese 1: Wasserstoffbrennen (Amrun Verlag, 2018)
Nadine Boos:
Neugierig auf ihre Idee las ich A little Bot of Krieg. Die Autorin beschreibt lebendig die Interaktion zwischen Leon und Bot. Zwei, die nicht unterschiedlicher sein können. Die Story wurde zuerst in c’t 11/2010 veröffentlicht.
Jacqueline Montemurri:
Sie zeigt in Die Faszination der Einsamkeit, wie die Raumfahrer der Apollo 21 mit dem Weltraumkoller umgehen. Die Auflösung der Geschichte ist psychologischer Natur.
Stefanie Bender:
Hauptfigur in Calysta Lock 2302 ist eine Begabte, die Maschinen manipulieren kann. In der spannenden Story muss Ari um ihr Leben kämpfen.

Jott Fuchs (Pseudonym):
Die Leseprobe des Romans Zeitenwende (Elektron- Saga 1) lud ich mir von der Website der Autorin herunter.
Es ist die Geschichte der Vera Elz, die in einer aufregenden Zeit ihren eigenen Weg gehen muss.
Der Roman ist etwas ungewöhnlich, denn in den 500 Seiten steckt SF. Aber auch Fantasy ist zu finden. Doch darauf hat die Autorin im Forum schon hingewiesen.
Weitere Autorinnen folgen in Teil 3.


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Autorinnen 1. Teil

Geschrieben von heschu , 04 April 2020 · 555 Aufrufe

Normalerweise achte ich beim Lesen von Büchern nicht darauf, ob sie von einem Mann oder einer Frau geschrieben wurden. Hauptsache, die Texte treffen meinen Geschmack, der allerdings breit gefächert ist.
Neulich dachte ich darüber nach und merkte, dass ich auf Anhieb nicht allzu viele Autorinnen aus der SF-Szene nennen konnte. Traurig, ja! Ich wollte wissen, welche Frauen worüber schreiben und natürlich, wie sie es tun. Dank der Leute aus dem Forum bekam ich dazu einige Anregungen.
Die nächste Hürde war, dass Autorinnen oft nicht nur SF verfassen, sondern auch Historisches, Fantastik, Kinderbücher, Horror u. a. Alles zu lesen, funktioniert logischerweise nicht. Das geht mit der Zeit auch ganz schön ins Geld. Trotzdem habe ich meine Suche nach Autorinnen ausgeweitet und mache nun keine speziellen Zuordnungen zu Genres mehr.
Anfangs fielen mir nur Nadja Neufeldt, Andrea Tillmann und Heidrun Jänchen ein, von denen ich bereits etwas gelesen hatte. Aber dann erinnerte ich mich auch an die Werke von Regina Schleheck, Ellen Norten, Petra Hartmann, Melanie Metzenthin, Karla Schmidt, Anja Kümmel, Uschi Zietsch, Linda Budinger und Gabriele Behrend. Da kommen dann doch schon eine Menge schreibender Frauen zusammen.

Durch neuen Lesestoff in Form von E-Books fand ich weitere interessante Autorinnen.
Karin Reddemann:
Blutrot die Lippen, blutrot das Lied erschien 2018 in Zwielicht Single 3.
Die zehn Kurzgeschichten der Autorin – dem weiblichen Gegenstück von Poe? – sind bitterböse. Karin Reddemann zeigt ihre Figuren und deren gewöhnliche Fassade, reißt sie dann ein und enthüllt so das Verborgene, das Schreckliche, das Monströse.

Zwielicht Classic 12
Ich erwähne nur die Geschichten der Autorinnen. Aber ich lese immer alles.
Auch hier ist Karin Reddemann mit Texten vertreten.
Ellen Norten:
Eine ungewöhnliche Idee verarbeitet die Autorin in Der lange Marsch der Wolkenkratzer. Ihre Schreibe kenne ich bereits.
Julia Annina Jorges:
Von ihr stammt die bedrückende Geschichte Wo deine Schuld vergeben ist, die mich noch lange beschäftigt hat.
Marina Heidrichs :
G2 Alpha ist eine Geschichte, die gut endet. Sozusagen. Es kommt bloß darauf an, von welcher Seite man das sieht.
Nadine Muriel:
Ein Umzug in Die Wohnung Nummer Acht ist nun wirklich nicht empfehlenswert, die Story der Autorin ist es allemal.
Nina Horvath:
Ihre SF-Geschichte Die Duftorgel wollte ich früher schon einmal lesen, bin aber leider wieder davon abgekommen. 2012 hat Nina Horvath mit ihr den DDP gewonnen. Aber das wird den meisten schon bekannt sein.
Daniela Herbst:
Sie stellt in Die Petition sinnige Schachereien zwischen dem Tod und dem Teufel in den Mittelpunkt.
Weitere Autorinnen folgen im Teil 2.


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Kurzgeschichten, an die man denkt...

Geschrieben von heschu , 26 February 2020 · 1119 Aufrufe
ASFC Halle, Rundbriefe 57 und 58
Ab und zu lese ich die Rundbriefe für die Freunde des ASFC Halle. Und da achte ich besonders auf Kurzgeschichten. In der Ausgabe Nr. 57 fand ich gleich zwei Storys, die mir gefielen, in der Nr. 58 dann noch eine.
Die erste heißt Das Rätsel der Qualia von Ulf Fildebrandt, sie handelt vom Erstkontakt mit einer fremden Intelligenz.
Es gibt genügend Geschichten zu dem Thema, in denen alles Mögliche passiert. Entweder sind die Aliens von der friedlichen Sorte oder sie werden als die Bösen dargestellt. Ich dachte, soviel Neues kann es dazu gar nicht mehr geben, alles war schon einmal da, alles schon ausgelutscht.
Ich habe mich getäuscht. Ulf Fildebrandts Geschichte beweist es. Sie hat mich beeindruckt. An dem Ende hatte ich ganz schön zu knabbern. Unheimlich, aber einprägsam.
Die zweite Story Molar, stammt von Ellen Norten. Die Geschichte um den Ältesten einer Gemeinschaft lief normal an. Ich rätselte herum, worauf die Autorin hinaus wollte. Ziemlich spät erst verstand ich und war verblüfft. Mit so einer Auflösung hätte ich nie gerechnet.
Ellen Norten hat mich auf raffinierte Art und Weise in die Irre geführt. Hier ein Häppchen Info gestreut und dann dort noch eins. Aber nicht so viele, damit man ja nicht die Pointe der Geschichte vorzeitig erkennt.
Ich war begeistert.
Die dritte Story ist Freunde der Erde von Peter Schünemann. Die Kurzgeschichte aus der Nr. 58 habe ich ebenfalls sehr gern gelesen. Vorgegeben wird ein Problem, es folgen die Schritte, wie Ben, die Hauptfigur, es lösen will. Tja, und dann der Schluss…
Gut gemacht!
Jede der Geschichten ist, trotz unterschiedlicher Themen und Schreibstile, etwas Besonderes. Mein Respekt!



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Eine Anthropologin auf dem Mars: Sieben paradoxe Geschichten (Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1997) von Oliver Sacks

Geschrieben von heschu , 18 January 2020 · 741 Aufrufe

Wieder habe ich ein älteres Buch erwischt, an dem ich einfach nicht vorbeigehen konnte. Der Titel klingt nach SF, aber Fans könnten vom Inhalt enttäuscht werden, es ist keine.
Hier geht um psychische Erkrankungen, um Fallbeispiele, um die Arbeit des Gehirns.
Sicher gibt es aktuelle Studien zu den beschriebenen Themen. Doch mir gefiel dieses Buch, verfasst vom britischen Neurologen Oliver Sacks (1933-2015). Bei der Suche im Forum stieß ich mehrmals auf die Erwähnung des Namens, also völlig unbekannt dürfte er hier nicht sein.
In Eine Anthropologin auf dem Mars: Sieben paradoxe Geschichten (Rowohlt Taschenbuch Verlag 1997, Übersetzer: Hainer Kober, Alexandre Métraux und Jutta Schust) erzählt Oliver Sacks einfühlsam von den Problemen und Möglichkeiten seiner Patienten. Er stellt u. a. Autisten, Inselbegabungen und Leute mit dem Tourette-Syndrom vor. Dem Autor gelingt es mit Leichtigkeit, Verständnis für die Leiden der Probanden zu wecken. Seine ausführlichen Erklärungen sind niemals langweilig. Er schreibt sachlich, ohne den normalen Leser zu sehr mit medizinischen Fachbegriffen zu verwirren.
Ich lese ungern über Krankheiten, aber dieses Buch ist anders.
Empfehlenswert!
Etwas für Fans habe ich dann doch noch gefunden. Oliver Sacks verweist zum Thema Sehen in einer Notiz auf den englischen SF-Autor H. G. Wells und seine Erzählung Das Land der Blinden. Leider kenne ich sie nicht.
Auch Poe und Lewis Carroll, sogar Philip K. Dick werden in einer Anmerkung erwähnt. Eve LaPlante soll diese Namen in Zusammenhang mit Schläfenlappenepilepsie und dem Geschwindschen Syndrom genannt haben.
Besonders lesenswert fand ich auch die letzte Geschichte über Temple Grandin. Sie meinte, dass sie sich manchmal wie eine Anthropologin auf dem Mars vorkommen würde. Sie kann als Autistin einiges nicht verstehen, was anderen wiederum leicht fällt. Trotz ihres großen Wissens und ihrer Fähigkeiten hat auch sie Schwächen.
Wie jeder Mensch!


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Was ist ein gutes Buch?

Geschrieben von heschu , 06 January 2020 · 711 Aufrufe

Vielleicht hat die Bewertung damit zu tun, wie sich der Autor ausdrückt, wie er das Schreiben, also sein handwerkliches Können einsetzt. Auch eine geniale Grundidee kann bei mir das Gefühl auslösen, zu denken, ja, das ist ein gutes Buch. Oder wenn ich die deutliche Empfindung verspüre, dieser Autor weiß, wovon er schreibt. Das gilt auch für eine Welt in der Zukunft oder im Genre Fantasy. Nur glaubwürdig muss die Geschichte sein, stimmig innerhalb der gezogenen fiktiven Grenzen.
Ich las in diesem Jahr eine Menge guter Bücher, die teils schon vor längerer Zeit herauskamen. Ich will bloß auf die letzten beiden etwas näher eingehen. Mit ihnen fand ich zwei weitere Lieblingsautoren. Meine Liste ist dadurch recht lang geworden, fast schon unübersichtlich. Aber das ist eine andere Sache.

Also beginne ich mit dem Amerikaner Adam-Troy Castro (geb. 1960) und seinem Halbgeist (Bastei-Lübbe, 1. Auflage 2009, übersetzt von Frauke Meier)
Wider Erwarten las ich das Buch für meine Begriffe sehr langsam durch. Damit bin ich nicht allein. Das entdeckte ich erleichtert, als ich die Diskussion zum Roman in einem alten Lesezirkel des Forums verfolgte. Die Meinungen dort sind ziemlich widersprüchlich, was ich gut nachvollziehen kann. Ich denke, man muss sich ganz und gar auf das Geschehen im Buch einlassen und sich genügend Zeit dafür nehmen. Dann funktioniert es.
Der Schriftsteller erschafft die Ermittlerin Andrea Cort und versetzt sie nach One One One. Diese Zylinderwelt ist reichlich ungewöhnlich, komplex und es dauerte ein Weilchen, bis ich mich zurecht fand. Er nutzt oft lange Sätze, die ich manchmal noch einmal lesen musste, um sie richtig zu verstehen. Das bremste mich anfangs leicht aus. Trotzdem war ich die ganze Zeit über neugierig, wie Castro seine Ermittlerin ihren Fall lösen lassen wollte. Zwar nicht so, dass ich das Buch in einem Ritt durchlas. Das war mir zu anstrengend. Aber wenn ich es nach einer Pause wieder in die Hand nahm, steckte ich gleich voll in der Handlung drin. Die Auflösung schließlich gefiel mir sehr. Zum Schluss war ich an Castros Schreibweise gewöhnt. Und ich will mehr! Auch die nächsten beiden Bände um Andrea Cort.

Durch Hinweise aus dem Forum fand ich zum amerikanischen Schriftsteller Raimond Carver (1938-1988). Er überzeugte mich mit seinem Erzählband Würdest du bitte endlich still sein, bitte. (Berlin Verlag, 2. Auflage 2000, übersetzt von Helmut Frielinghaus)
Das ausführliche Vorwort über 31 Seiten, man muss es unbedingt lesen, stammt von Richard Ford. Darin beschreibt er, wie er seinen Schriftstellerkollegen Raimond Carver kennenlernte, was für ein Charakter er hatte, wie sein Leben verlief und wie sie schließlich Freunde wurden.
Warum haben mich die Erzählungen beeindruckt?
Der Schreibstil Carvers ist einfach, keine Fremdwörter hemmen den Lesefluss. Die Texte wirken trotzdem nicht banal. Raimond Carver jongliert geschickt mit der Länge der Sätze. Oft reichen ihm für einen Satz zwei, drei Worte aus, dann wieder 45 (Beispiel). Aber nicht nur das ist mir aufgefallen.
Er schreibt keine Heile-Welt-Geschichten, er schreibt wahrhaftig, manchmal auf eine lakonisch anmutende Weise. Sehr genau achtet der Schriftsteller auf die Zwischentöne in den Beziehungen seiner Protagonisten und erreicht damit den Leser mit einer Art Lebensweisheit, die jeder versteht. Carver ist Menschenkenner, er beobachtet und lässt seine Figuren in den Erzählungen so handeln, als wären sie unter uns.
Am emotionalsten fand ich die letzte Geschichte, die dem Erzählband den Titel gab.


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Macht Steno süchtig?

Geschrieben von heschu , 13 July 2019 · 1284 Aufrufe

Die Verkehrsschrift habe ich genügend geübt. Trotzdem gefiel mir meine Schreibgeschwindigkeit noch lange nicht. Ich dachte, wenn ich die Eilschrift, also die zweite Stufe der dt. Einheitskurzschrift lerne, wird sich das schon ändern. Also kaufte ich mir dazu ein kleines Heft und war bei der Lieferung leicht schockiert. Zwar enthält es weitere Kürzel und und Weglassungsmöglichkeiten, aber mit über 180 habe ich nun wirklich nicht gerechnet. So viel Arbeit und Zeit wollte ich keinesfalls in Steno investieren.
Ich blätterte ein wenig in dem Heft herum. Es war gut strukturiert. Mit dem Wissen um die Zeichen der Verkehrsschrift konnte ich das meiste verstehen. Durch die neuen Kürzel der Eilschrift würden sich mir bessere und schnellere Schreibmöglichkeiten erschließen. Das war zu verlockend. Also fing ich wieder mit dem Lernen an.
Noch bin ich dabei. Aber mich begeistert schon, dass es einzelne Zeichen für das Wort Wirtschaft, für Gesellschaft und für Geschäft gibt, eins für rechnen, für Person, dann weitere Kürzel für Existenz, Fabrik, aufmerksam, allgemein, außerordentlich u.s.w. Also oft längere Wörter, die mir beim normalen Schreiben mehr Zeit kosten würden. Sogar bei dem Wort du spart die Eilschrift im Vergleich zur Verkehrsschrift einen Buchstaben ein. Weglassungen sind bei Fremdwörtern besonders interessant. Industrie besteht aus zwei Minikürzeln, nämlich In und ie. Der Teil dustr verschwindet also. Oder Fabrikation. Da fehlt dann eben glatt brikat.
Ich halte durch. Auf alle Fälle.
Die dritte und letzte Stufe, die am meisten Schnelligkeit bringt, ist die Redeschrift. Doch die werde ich nun wirklich nicht lernen. Ganz bestimmt nicht. Niemals!
Oder? Na, vorsichtig reingeschaut habe ich schon mal. Nur so. Für alle Fälle. Sieht ganz schön viel aus.






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Quelle:
e-recht24.de
 
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