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Nachlaufspiele und Spielplatzgeschichten (#32, Bilderbuch-Besprechungen)

Geschrieben von Sierra , in Bilderbuch, Kinder- und Jugendliteratur, Rezension 28 January 2017 · 959 Aufrufe

Spiel Tiere Gewicht Freundschaft Bilderbuch Rezension Charlotte Anu Stohner Henrike Wilson Susanne Straßer
»So leicht so schwer«

Inhalt:

Die Spielplatzgeschichte von Susanne Straßer erzählt von einem Elefant, der gerne wippen möchte. Alleine geht das gar nicht. Der Pinguin macht mit, aber er ist zu leicht. Nach und nach unterstützen ihn immer mehr Tiere und klettern auf seine Seite der Wippe. Erst als ein Nilpferd dazuplumpst, setzt sich die Wippe in Bewegung ohne jedoch zu wippen. Die Tiere sind zusammen genauso schwer wie der Elefant. Am Ende kommt ein Kind mit einer Überraschung und der Wippspaß kann endlich beginnen.

Beurteilung:

In ihrem Bilderbuch stellt Susanne Straßer ein Spielgerät – auch bildlich – in den Mittelpunkt, das schon ganz kleinen Kindern aus eigener Erfahrung vertraut und zumeist sehr positiv besetzt ist: die Wippe. Vielleicht hat das ein oder andere Kind schon einmal erlebt, dass die Wippe nicht immer (gleich gut) wippt, z.B. wenn Mama und Papa auf der anderen Seite gesessen haben und es einfach in der Luft hängen geblieben ist. Straßer greift diese Erlebnisse in einer einfachen und witzigen Geschichte auf und erklärt ganz nebenbei, warum dies so ist. Dabei spielen die Begriffe »leicht« und »schwer« eine zentrale Rolle. Durch die Art und Weise, wie die Wippe dargestellt ist, wird auch die Vorstellung von der Funktionsweise einer Waage unterstützt.
Straßers Helden sind bekannte und beliebte Tiere, offensichtlich unterschiedlicher Gewichtsklassen. Ihre Bilder sind äußerst klar und deutlich gezeichnet und einfach komponiert. Obwohl das Buch nicht groß ist, lässt es sich aus diesem Grund dennoch in der Gruppe präsentieren. Reduziert und pointiert ist auch Straßers Text. Sie arbeitet mit Halbsätzen und sich wiederholenden Sätzen bzw. Satzmustern, die sich selbst kleinen Kindern schnell einprägen bzw. sie zum Mitsprechen einladen. Alliterationen und lautmalerische Wörter verstärken diesen Effekt. Letztere sind schräg gestellt und fett gedruckt, wodurch eine erste Auseinandersetzung mit Wort und Schrift angeregt wird. Die Tiere sind lebendig gezeichnet. Mimik und Gestik fördern das Textverständnis und geben Anlass zum Lachen. Dies gilt auch für die Zwischenfälle bzw. Überraschungen, durch die Straßer den sehr einfachen Plot durchbricht: Ein Krokodil mit großem Maul hat zum Glück keine Zeit beim Wippen dabei zu sein. Ein Kind bringt die Wippe am Ende – mit lauter Tröte und einem Dinosaurier an der Leine – endlich in Schwung.
Das Buch ist eine empfehlenswerte Bereicherung für jede U3-Gruppe und könnte im Rahmen von basalen Projekten zum Thema Gewicht sinnvoll zum Einsatz kommen. (sb)

Gesamteindruck: +++ (4 / 5)


Bibliografische Angaben:
Susanne Straßer: So leicht so schwer. Mit Illustrationen von Henrike Wilson. Wuppertal: Peter Hammer, 2016. 22 S. ISBN: 978-3-7795-0538-9. EUR 14,90 (Hartpappe)

[Rezension zuerst erschienen in: Datenbank der Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW.]

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»Das Schaf Charlotte und das Kätzchen«

Inhalt:

»So etwas Wildes wie unsere Charlotte gibt's nicht noch mal!«, sagen die Schafe. Aber sie sollten sich täuschen. In dem neuen Bilderbuch-Abenteuer des Schafs Charlotte von Stohner und Wilson taucht plötzlich der kleine Kater Michel auf, der mindestens genauso ungestüm ist wie sein wolliges Pendant. Der quirlige Vierbeiner stört die Tiere in ihrer Ruhe und Gemächlichkeit. Nur Charlotte erkennt, dass Michel »nur spielen« will und »eben ein bisschen wild« ist.


Beurteilung:


»Das Schaf Charlotte und das Kätzchen« ist nach »Das Schaf Charlotte« (2005), »Das Schaf Charlotte und die Wölfe« (2009) und »Das Schaf Charlotte und seine Freunde« (2011) das vierte gemeinsame Werk der Autorin Anu Stohner und der Illustratorin Henrike Wilson. Die sympathische kleine Heldin Charlotte tobt sich schnell in die Herzen der jungen Leser und ihrer Begleiter. Welches Kind zwischen zwei und fünf Jahren hat nicht auch schon einmal den Satz »Jetzt sei doch nicht so wild!« hören müssen. In der Figur der Charlotte steht Wildsein für etwas Positives, für pure Lebenslust, die auch erwachsene Vorleser in Schwung zu setzen vermag. Charlotte zeigt zudem, dass es auch wilde Mädchen gibt und geben darf. Aus der eigenen Lebenswirklichkeit wird der Adressatengruppe das »Nachlaufspiel« bekannt sein, welches sich zwischen Charlotte und Michel automatisch entspinnt. Kern des Spiels – welcher sich vielen Erwachsenen nicht mehr erschließt – ist nicht das Gefangennehmen. Der eigentliche Spaß liegt im Prozess selbst, im wechselseitigen Hintereinanderherlaufen.
Anu Stohner zeigt mit ihrer Geschichte nicht nur ein tiefes Verständnis für das Spielverhalten der adressierten Altersgruppe, sondern auch für ihr Bedürfnis nach Spannung und ihren spezifischen Humor. Dieser wird nicht nur durch Charlottes Verhalten, sondern auch durch lustige Wörter wie »Modderpampe« bedient. Sprachlich kommt den jüngeren Lesern zudem entgegen, dass Stohner mit sich wiederholenden und parasprachlichen Äußerungen arbeitet, wie z.B. »Tz-tz-tz«, die Lust zum Nachsprechen bzw. Mitlesen erzeugen. Getragen wird die Geschichte zweifellos durch die großformatigen, farbintensiven Bilder Henrike Wilsons, die sich fast immer über eine Doppelseite erstrecken. Dies macht ein Betrachten in einer größeren Gruppe auch ohne technische Hilfsmittel möglich. Die Emotionen der Tiere lassen sich leicht an ihrer Mimik und Körperhaltung ablesen, ebenso die Dynamik der Handlung und in eindrucksvoller Weise die Größenverhältnisse. Letztere führen vor Augen, wie widersinnig und daher witzig es eigentlich ist, dass der winzige Michel selbst die riesigen Tiere wie Eber und Stier aus der Ruhe bringt. Da mag man es vertreten, dass Text und Bild nicht immer übereinstimmen. Alles in allem ist »Das Schaf Charlotte und das Kätzchen« eine echte Bereicherung für jede Kita-Bibliothek und liefert viele Anhaltspunkte über die Themen Wildsein, Spiel und Freundschaft zu sprechen sowie Verständnis für unterschiedliche persönliche Bedürfnisse und Grenzen zu wecken. (sb)


Gesamteindruck: +++ (4 / 5)


Bibliografische Angaben:
Anu Stohner: Das Schaf Charlotte und das Kätzchen. Mit Illustrationen von Henrike Wilson. München: Hanser, 2015. 23 S. ISBN: 978-3-446-24752-9. EUR 14,90 (Hardcover, Großformat).

[Rezension zuerst erschienen in: Datenbank der Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW.]

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(Jennifer Brown: So überlebte ich das Schuljahr trotz Aliens, Robotern und der grausamen Missy. München 2017, S. 7)

 

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(Quelle: Wikipedia:Dominik Matus: A Thonet rocking chair. Lizenz: CC BY-SA 3.0)

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