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Es gibt Helden, es gibt Superhelden – und dann gibt es noch »Birne« (Teil 2, #39)

Geschrieben von Sierra , in Phantastik, Kinder- und Jugendliteratur 14 April 2017 · 821 Aufrufe

Günter Herburger Birne Kinderliteratur Jugendbuch Kapitalismuskritik Arbeiter Superhelden Lem Science Fiction

Der erste Teil dieses Essays, in dem ich auch auf die Biographie Günter Herburgers eingehe, erschien am 6.4.2017 in meinem Blog.


Es gibt Helden, es gibt Superhelden und dann gibt es noch »Birne«
Über die phantastischen Kinderromane Günter Herburgers
(Teil 2, #39)

Das Birne-Herz schlägt links

Bereits in der ersten Geschichte dreht die sprechende Birne voll auf und vereitelt einen Flugzeugabsturz, indem sie eine ausgefallene Scheinwerferlampe ersetzt. In anderen Geschichten rettet Birne einen Astronauten, der bei einem Weltraumspaziergang wegzutreiben droht, oder verhindert eine Ölkatastrophe und ein riesiges Fischsterben im Rhein. Es irrt, wer nun glaubt, Birnes Taten würden sich lediglich auf das Katastrophenmanagement konventioneller Superhelden beschränken. Birne hilft nicht nur Benachteiligten, sondern setzt sich mit ihrer Lebenssituation auf politische und sogar philosophische Weise auseinander.

Sie ist die Sozialarbeiterin unter den Superhelden und will immer wissen, wie es dazu kommt, dass jemand plötzlich auf die Hilfe eines Superhelden angewiesen ist. Unter den Birne-Bedürftigen finden sich einsame Kinder, deren Eltern ganztägig arbeiten und keine Zeit für sie haben, Arbeiter, die auf unmenschliche Weise ausgebeutet werden, oder Kybernetiker, die wegen eines technischen Defekts ihrer Rechenanlage verzweifeln. Und auch Gesetzesbrecher sind nicht ausgenommen, gemäß der Wilde’schen Definition der Moral als einer »Haltung, die wir gegen Leute einnehmen, von denen wir persönlich nicht erbaut sind1 Als Birne in der Geschichte »Birne und die Räuber« zwei Kriminelle vertreibt, die in einem leer stehenden Haus einen Tresor knacken wollen, beichten diese, dass sie bloß aus Hunger stehlen. Auf Birnes spontanen Vorschlag, eine alte Autobatterie aus dem Garten mitgehen zu lassen und diese zu verkaufen, reagieren die Räuber wenig begeistert und misstrauisch:
»›Ich soll eine Batterie stehlen‹, sagt der Räuber, ›damit du es dann der Polizei erzählen kannst.‹
Ich sage nichts‹, beruhigt Birne den Räuber. ›Wer Hunger hat, darf ein bißchen stehlen, er muß nur sagen, weshalb er es tut.‹«2

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Birne - Superheld und Beichtvater in Personalunion
[Abbildung: Wikipedia, Pko: Neogotischer Beichtstuhl, Lizenz: CC BY 2.5]

Um dieser Grenzüberschreitung etwas von ihrer Schwere zu nehmen, lässt Herburger die Geschichte mit einem antiautoritären Schabernack enden und Birne »einem Polizisten, der gerade Streife geht, ein klein wenig leuchtende Birnenkacke auf die Mütze fallen3
Noch vor der ökologischen Wende engagiert sich Birne für die Umwelt, wenn sie den Bauern die Ausbeutung von Nutztieren ausredet, die Jagd auf Wildschweine und Rehe sabotiert, das Leck eines Öl-Tankers auf dem Rhein verschweißt oder den Holzfällern eine der Grundregeln des sustainable development einbläut: »Wer abholzt, muß auch wieder pflanzen4

Birnes Herz schlägt also links. Doch woher speist sich eigentlich Birnes Hoffnung, dass ihre Vorschläge tatsächlich umsetzbar und nachahmenswert sind? Hier ist erstens der Glaube an die Vorteile neuer Technologien aufzuführen, mit denen Birne die Arbeiterschaft quasi volkspädagogisch beglücken will. Als sie bei einem Tunnelbau Zeuge wird, wie der Bohrer einer Bohrmaschine zerbricht, leistet Birne schnelle Hilfe. Indem sie sich mit einem Stahlmantel und einem »Überzug aus Wolfram, Tantal und Molybdän«5 ausrüstet und sich als lebendiger Bohrer an der Bohrmaschine befestigt, gelingt es ihr, den Tunnel zu erweitern und die Überlegenheit technologischen Know-Hows zu demonstrieren. Bei einem Wochenendausflug ans Mittelmeer trifft Birne auf arbeitslose Fischer, »während überall an den Küsten die Hotelbesitzer und Inhaber von Campingplätzen immer mehr Geld scheffeln.«6 Gemäß dem Motto, dass die Zukunft im Wasser liege, lernen die Fischer von Birne die Kunst des Tauchens und des Bewirtschaftens von Algengärten. Beim Sommerfest nach der Ernte könnte die Laune bei Groß und Klein nicht besser sein: »Selbst Kinder dürfen Wein trinken, und niemand schimpft, wenn sie betrunken herumtorkeln.«7
Wichtig ist zweitens, und das ist ausführlicher darzustellen, die Vorstellung, dass die Selbstermächtigung des Arbeiters zu einem Motor des sozialen Wandels werden könnte, wozu Streiks und (Zwangs-)Kollektivierungen von Fabriken und Arbeitsstätten besonders nützlich sind.


Wenn Birnen streiken

Birne will Salz in die sozialen Wunden der kapitalistischen Verhältnisse streuen, und die Verbesserung der Lage der Arbeiter weltweit liegt ihr besonders am Herzen. Diese Handlungsmaxime lässt an die oben erwähnte Selbstauskunft Herburgers aus dem Jahr 1977 denken, in der er das Schicksal des Arbeiters für jede literarische Wirklichkeitserkundung als elementar ansieht: »Sie [Die armen Leute] beherbergen einen immensen Schatz an peinigender Erfahrung, der immer wieder darauf dringt, sich den Widersprüchen und krassen Vertragsbrüchen zu stellen. Wer als Schriftsteller von den Armen keine Hilfe verlangt, hat seinen Beruf verfehlt. Er mißachtet die grausamste und fruchtbarste Quelle an Erkenntnis, gibt klein bei, fügt sich der Regie des Übereinkommens und fürchtet sich vor der Angst, die ihm, dem Produzenten von erstrebenswerter Wahrheit, teuer sein müßte bis hinein in den eigenen Untergang.«8

Welche Wahrheiten und Utopien schürft Birne nun aber ans Tageslicht? Ortstermin in einer Kleiderfabrik: Obwohl Birne mit Hilfe der Erfindung eines Flüssigfadens und einer neuartigen Bügelmaschine die Kleiderherstellung automatisiert hat, währt die Freude der Näherinnen über die Arbeitserleichterung nicht lange. Denn der Fabrikdirektor will nun, dass die Arbeiterschaft mehr arbeitet, um seinen Profit zu steigern. Als sich die Näherinnen jedoch weigern und ihm zu verstehen geben, wie sehr er von ihrer Arbeitskraft abhängig ist, überrascht der Chef mit einer utopischen Einsicht: »Ich bin auf euch angewiesen. Ohne euch steht die Fabrik leer. Wißt ihr was? Die Fabrik gehört uns allen zusammen, und alles, was wir verdienen, verteilen wir gleichmäßig an alle.«9 Und der Leser muss diese unerwartete Wendung erstmal zusammen mit den Näherinnen verdauen: »Du bist der erste Direktor der Stoffindustrie, der nicht habgierig ist.«10

Birne ist allgegenwärtig und agiert international. So reformiert er auch die chinesische Betriebswirtschaft, sodass Arbeiter und Bauern nunmehr gemeinsam mit den Chefplanern entscheiden dürfen, »welches Korn gepflanzt werden soll und wie lange die Schweine Mastfutter erhalten.«11 Doch nicht überall geht die Kollektivierung von Fabriken so leicht von der Hand. Ruft Birne dann den Betriebsrat auf den Plan? Weit gefehlt: In diesen Fällen wird die Fabrik zu einer Art Boxring, in dem es durchaus schlagkräftig zugeht und Gewalt – nicht unproblematisch – durchaus ultima ratio ist. Ein anderes Beispiel aus dem Band »Birne kann noch mehr«: Bei dem Besuch einer Autofabrik trifft Birne auf eine ausgebeutete Arbeiterschaft und verlangsamt als erstes das Fließband, womit sie für ein chaplineskes Tohuwabohu sorgt, bei dem nicht nur eine Milchtüte auf der Nase des Werkmeisters zerplatzt. Beim Übergang zur Selbstverwaltung ist staatliche Einflussnahme unerwünscht: »Die Polizei hat kein Recht, in die Fabrik zu kommen, nur weil die Arbeiter eine Versammlung abhalten. Ohne Arbeiter gäbe es gar keine Fabrik. Werkmeister und Direktoren allein können keine Autos bauen.

Eingefügtes Bild Ich schlage vor, wir gehen zur Teststrecke und untersuchen einmal, wie gut die Autos sind, die in der Fabrik hergestellt werden.«12 Gesagt getan, und natürlich überzeugt der anschließende Auspufftest von tausend Neuwagen die Führungsetage vollends, da Kohlenmonoxid einfach das bessere Argument ist: »Die Arbeiter kurbeln die Fenster hoch. Die Ingenieure und der Direktor rufen um Hilfe. Sie sind blau im Gesicht, so wenig Luft bekommen sie zum Atmen.
Wer Kinder hat, soll hupen‹, sagt Birne.
Ein Hupkonzert ertönt auf dem Platz. Die Ingenieure und der Direktor halten sich die Ohren zu.
Kapiert‹, ruft Birne, ›verstanden, begriffen?‹
Die Ingenieure und der Direktor fallen nach ein paar Atemzügen um. Sie sind ohnmächtig geworden. Jetzt werden sie endlich einsehen, daß die Autos bessere Auspuffanlagen und sauberes Benzin brauchen.«13

Die denkwürdigste von Birnes Fabrikutopien beginnt mit einer Vollversammlung aller Glühbirnen (»Birne in der Birnenfabrik«). Anlass ist eine Art Marktversagen: Obwohl Glühbirnen widerstandsfähiger und langlebiger produziert werden könnten, verschließt sich die Industrie der Innovation und produziert aus Profitgründen mangelhafte Birnen. »Die Fabrikbesitzer werden immer reicher, weil die Leute immer wieder neue Birnen kaufen müssen. Und die Birnen […] glauben, sie würden ewig leben[,] und strahlen vor Freude, aber nach wenigen Monaten brechen oder schmelzen ihre Glühfäden.«14 Wieder ist es nicht der Staat, der eingreift, sondern natürlich Birne, die fortan mit einem cleveren Vorarbeiter Energiesparbirnen in Eigenregie herstellt. Um durch Nachrüstung mit unschmelzbaren Glühfäden unsterblich zu werden, schrauben sich die alten Birnen aus ihren Fassungen und begeben sich in die Fabrik: »[D]ie ganze Stadt wird dunkel. Wer Auto fährt, muß stehenbleiben. Wer liest, kann nur noch gähnen. Wer auf der Toilette sitzt, muß stillhalten. Auch die Fernsehapparate verlöschen, weil die Röhren ebenfalls erneuert werden sollen. Die Leute in der Stadt sind machtlos.«15

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass gerade in den ersten beiden »Birne«-Büchern die unverbrüchliche Überzeugung deutlich wird, dass Technik auf der Seite der Schwachen steht und selbst utopische Ziele erreichbar macht. Doch auch Solidarität und Organisation sind wichtig, wie »Birne in der Birnenfabrik« zeigt: selbst der Streik eines scheinbar unwichtigen Elements des Arbeitsprozesses kann dann für einen echten Blackout sorgen, vor dem niemand nirgendwo sicher ist.


Birne vs. Superman

»Wer dumm regiert, in die Pension marschiert!«16

Die ersten starken Zweifel an den Fähigkeiten der Politiker kommen Birne bei einer chaotisch verlaufenden Versammlung im Bundestag (?), in der die Notwendigkeit der Aufrüstung diskutiert wird. Zeugin geworden, wie einzelne Protestler des Saales verwiesen werden, sabotiert Birne das Lautsprechersystem und deklamiert zusammen mit der aufgebrachten Menge antikapitalistische und selbstermächtigende Reime: »Wer nicht zufrieden mit den Parteien […] wählt jemand aus den eigenen Reihen! Wir machen mit, solange er uns vertritt.«17 Der Protest der aufgebrachten Menge gipfelt schließlich darin, dass alle vom Bürgermeister den Bau von Schulen und Schwimmbädern einfordern, was dieser auch prompt ausführt, »denn was die Mehrheit beschließt, wird ausgeführt18
Birnes Weltverbesserungsmaschine läuft bald heiß und nimmt keinerlei Rücksicht auf Idole und Ikonen, ganz gleich, ob sie der christlichen Glaubenswelt oder der westlichen Populärkultur entstammen.19 Kaum werden bei einem Autounfall Menschen verletzt, ruft Birne schon Jesus aus einer nahen Kirche herbei. Der kommt wirklich, leistet erste Hilfe und belebt den Verletzten durch Mund-zu-Mund-Beatmung. Doch als die Menschen ihn wieder zurück in die Kirche bringen und ans Kreuz nageln wollen, weigert sich Jesus: »›Ich will nicht mehr ans Kreuz! Wollt ihr denn immer einen Verletzten als Vorbild? Ich bin wie ihr! Ich will mich freuen und anderen helfen, die in Not sind.‹«20 Fortan »hängt kein Verletzter mehr am Kreuz. Die Kreuze wurden abgeschafft21

Warum Superman keine echte Alternative zur Birne ist, erfährt der Leser in einer amüsanten Geschichte, die auf die Studentenrevolten von 1968 anspielt. Nachdem Birne Superman aus seinem Comicheft befreit hat, möchte Birne, dass Superman zum Dank eine Demonstration gegen die Polizei verteidigt. Superman outet sich jedoch als kronloyal und stockkonservativ, gibt aber schließlich doch nach: »›Ich kenne nichts Besseres als unsere Regierung‹, sagt Superman, ›ich kämpfe für sie und gegen das Verbrechen.‹
Du bist stark, aber dumm‹, sagt Birne. ›Solche Leute mag die Regierung, sie sind für sie bequem. Sie fragen nicht, sie arbeiten geduldig für wenig Geld, damit die Reichen noch reicher werden.‹
Von einer Glühbirne lasse ich mir keine Unverschämtheiten gefallen‹, sagt Superman. ›Ich bin Superman, ich bin für die Gerechtigkeit.‹
Das freut mich‹, sagt Birne. ›Bei uns machen die Studenten eine Demonstration, weil sie schlechte Schulen haben. Verkleide dich als Polizist und nimm mich mit.‹«22

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Und tatsächlich erfüllt Superman diese Bitte und vermöbelt zum Schutz der Demonstranten die gesamte Polizei: »Zwei Reihen legt er auf die Straße. Dem Wasserwerfer biegt er die Spritze krumm, so daß er sich selbst bespritzt und die Fahrer nichts mehr sehen. Pferde, auf denen Polizisten sitzen, stellt er auf Balkone. […] Polizisten schießen Tränengasgranaten, doch Superman bläst den Nebel wieder zurück, so daß die Polizisten weinen müssen und nichts mehr sehen.«23 So weit, so gut. Doch leider schießt Superman etwas über das Ziel hinaus und droht in seinem Zerstörungswerk die gesamte Stadt zu vernichten. Bevor der stärkste Mann Amerikas seiner gesamten moralischen Autorität verlustig geht, schreitet Birne ein und befördert ihn in sein Comicheft zurück.

Wie es sich in der nächsten Geschichte herausstellt, ist Supermans Ausraster nur die Ouvertüre zu einer viel größeren Katastrophe, nämlich einem echten Weltkrieg (»Birne und der Krieg«): Wer gegen wen kämpft, weiß man nicht. Birne erklärt lediglich wie ein Naturgesetz: »›Die Leute sind unzufrieden, fangen an zu streiten, schließlich schießen sie‹, sagt Birne. ›Im Krieg gehen Soldaten aufeinander los und versuchen, sich zu töten.‹«24 – Und dann kommt’s dicke. Es fliegen Giftgasgranaten, Atomraketen, auch Phosphor wird eingesetzt; der Krieg lässt weder Menschen noch Märchen- und Comicfiguren wie Winnetou, Pippi Langstrumpf und Flipper unversehrt. Und auch der zwischenzeitlich wieder vernünftig gewordene Superman kapituliert angesichts des Ernstes der Lage. Schließlich hat Birne keine Wahl mehr, als die Weltherrschaft zu übernehmen, indem sie eine künstliche Eiszeit herbeiführt, die den Menschen den Spaß am Kämpfen nimmt: »Den Generälen, die immer sitzen und beratschlagen, wachsen Eiszapfen an den Hintern. Selbst eine Zigarettenmarke, die Roth-Händle heißt und an Wärme erinnert, ändert plötzlich ihre Schrift und heißt Schnee-Händle. Der Tabak hängt bleich und traurig aus dem Papier. Der Krieg ist endgültig aus.«25


Zombie-Alarm in Liechtenstein!

»Wo ist der Reichtum der westlichen Welt geblieben?«26

Der dritte Band mit Birne-Abenteuern beginnt unerfreulich. Denn Birnes Weltherrschaft währt nicht allzu lange, da den Menschen und Märchenfiguren das Leben in Birne-Utopia keinen richtigen Spaß macht; es fehlen die Unterschiede und Klassen und die sogenannte Selbstverwirklichung. Ihr Statusdrang und ihre Langeweile widern Birne an und sie erklärt das Birne-Zeitalter kurzerhand für beendet; die Gesellschaft wird wieder kapitalistisch und die Probleme kapital.

Da die Wirtschaft den Bach runtergeht, sind nicht mal Superhelden vor der Arbeitslosigkeit ausgenommen. Es dauert nicht lange, und die Lampen werden auf Notbeleuchtung umgestellt, mit einem Mal wird auch Birne entbehrlich und aus ihrer Fassung herausgeschraubt. Auf dem Arbeitsamt hat man für Birne keine Verwendung, zudem fehlen ihr Zertifikate und akademische Titel, ohne die es heutzutage nicht mehr geht. Frustriert und immer noch fassungslos nimmt Birne Reißaus und begibt sich auf eine ausgedehnte Reise durch ferne Länder, den Kosmos, die Vergangenheit und die Zukunft und sogar das Jenseits. Meistens bewegt sich Birne durch Fliegen fort, was aber nicht nur den Konventionen des Superheldenmotivs geschuldet ist. Fliegen ist auch an anderen Stellen in Herburgers Werk ein Element mit hoher Symbolkraft: »Nur im Flug kann das Wahnsystem der Realität überwunden werden, nur das Fliegen öffnet jenen Raum des Phantastischen, den Herburger mit seinen Gedichten, Romanen und Erzählungen besiedeln will.«27

War es früher besser? Pustekuchen! Schon bald muss Birne feststellen, dass die Vergangenheit niemals rosiger und unschuldiger war, und Menschen seit jeher von Menschen ausgebeutet wurden. Anschauliche Beweise liefern ihr die unerfreuliche Bekanntschaft Ludwigs XIV., der sein Volk zu seinem Privatvergnügen bluten lässt, ein Besuch der Stadt Esslingen zur Zeit der Hexenverbrennung und der Bau eines Pharaonengrabmals im Alten Ägypten. Auf ihrer Reise muss Birne eine Notlandung in der Zukunft machen, im Fürstentum Liechtenstein, wo sie einige besonders gruselige Erfahrungen sammelt.

In dem ehemaligen »Spielcasino unter freiem Himmel mit schönen Häusern, gepflegten Bäumen, Rabatten und Swimmingpools«28 ist es für Milliardäre nicht mehr so gemütlich wie noch im 20. / 21. Jahrhundert, was aber nichts mit einer verbesserten Steuerfahndung zu tun hat: »Da in der Zukunft der Reichtum weniger immer noch zunahm, die Armut der meisten jedoch über alle Maßen, haben sich sämtliche Milliardäre nach Liechtenstein geflüchtet, um in gewohnter Umgebung zu überleben.
Platz ist sehr knapp geworden. Die Milliardäre und Milliardärinnen wohnen in goldenen Vogelbauern, die dicht nebeneinander stehen. Im Innern der Häuschen gibt es vor Enge keine Betten mehr, nur noch Hängeschlaufen aus Damast oder Diamantplüsch zum Schlafen. Die Swimmingpools mußten zu Edelsteinnäpfchen verkleinert werden, und wo früher Bäume und Büsche, Blumen und Gräser wuchsen, wird deren Form, Farbe und Geruch von flutenden Fernsehspiegelungen dargestellt.«29

Aufgrund von Raumnot vertreiben sich die Milliardäre die meiste Zeit mit klaustrophobischen Geschicklichkeitsspielen, die viele Todesopfer verlangen. Als Birne ihnen verrät, dass Zärtlichkeiten ihr Leben lebenswerter machen könnten, beginnen die Milliardäre sogleich, sich hohe Dosen von Streicheleinheiten zu verabreichen. Doch wie so häufig zeitigen Birnes gutgemeinte Verbesserungsvorschläge böse Folgen: »Ein Seufzen und Stöhnen steigt zu den Fadenscheinwerfern der Sportarena auf, das jedoch bald in Klagen, Wimmern, Ächzen und Schreien übergeht. Denn die Reichen betragen sich nicht vorsichtig genug, was für Zärtlichkeit eine wichtige Voraussetzung ist, damit sie sich zu entfalten vermag. Die Milliardäre und Milliardärinnen wollen alles und sofort. Sie beißen sich, würgen sich, reißen sich gegenseitig Stücke aus den Backen, kugeln Gelenke aus. Fäuste stoßen zu, Blut beginnt zu fließen. Statt daß sanfte Wonnen wie ein gemeinsames Lied erklängen, ertönt Kreischen und Knurren aus Hast und Gier. Die Arena gleicht bald einem Zoo, in dem wild gewordene Tiere sich zerfleischen.«30

Birne gibt wieder Fersengeld. Die restliche Zukunftsreise Birnes ist nicht weniger deprimierend, beim Leser werden Erinnerungen an den Film Soylent Green und an reale Katastrophen der Gegenwart wach: Planet Erde ist heruntergewirtschaftet, kaputt und ausgebeutet; es herrscht Platznot, sodass die Toten nicht mehr begraben, sondern nur noch verbrannt werden. Und auch Birnes Fortschrittsoptimismus, der sonst jede Situation rettet, bietet keinen Trost mehr; unser Superheld muss sich gar von einer anderen Birne anhören: »Ich kann diese Fortschrittsgläubigkeit, diese verrottete Hoffnung in die Technik nicht mehr hören. Zu viele Menschen. Sie essen alles auf, erdrücken jeden Entschluß. Wo einer zugreift, machen gleich hundert mit und zerstören alles wieder. Nichts läßt sich mehr bewahren.«31

Zuviel Dystopie tut weh – verständlich, dass Birne sich nun im Weltraum umschaut. Dort trifft sie auf ein schwarzes Loch, das sich mit einem Akronym bezeichnet, das Birne als Science-Fiction-Leserin nicht unbekannt ist.


Birne trifft auf LEM

»›Wo ist die Sonne‹, fragte Birne.
Ich habe sie gegessen‹, antwortete die Stimme.«32

Birne ist irritiert, – und das will was heißen –: Ein schwarzes Loch, das nur mal so eine Sonne verschluckt hat und dazu noch ausgerechnet »LEM« heißt: »›Meines Wissens nennt sich zurzeit ein polnischer Schriftsteller so. Er schreibt die besten Science-Fiction-Bücher der Welt.‹
Zeit spielt keine Rolle‹, dröhnt es zurück. ›In mir sind Geschwindigkeit und Dauer aufgehoben. Zuerst war ich ein Weißer Riese, dann ein Roter Zwerg und wurde noch dichter, bis ich vor eigener Schwere in mich zusammenstürzte. Alle Orgelwerke der Welt sind in mir wie ein einziger Ton, alle Gebirge wie ein flüchtiges Sandkorn. LEM heißt Lästerlich Entwickelte Masse oder Long Emphasized Memory, was wieder mit Längst Entschiedenes Memento übersetzt werden könnte.‹«33

Vor so viel kosmischer Entität wird Birne Bange, doch der weise LEM lässt sie erst gehen, nachdem er sie davon überzeugt hat, dass Vergangenheit und Zukunft nur unzureichende Fluchtwelten sind: »Flucht nützt nichts. In der Vergangenheit findest du nicht die Verklärung, nach der du dich sehnst, eher empfangen dich dort die vergessenen Schrecken. In der Zukunft erwartet dich nicht die erhoffte Erlösung, vielmehr sammeln sich dort die Versäumnisse der Gegenwart. Man kann zwar manchmal dem Schicksal ausweichen, wenn man genügend Geld hat, nie aber der Logik der Möglichkeiten.«34 Birne tut wie ihr geheißen und reist zurück, um sich wieder den sozialen und wirtschaftlichen Ungerechtigkeiten der Gegenwart zu widmen.

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Stanislaw Lem, 1966
[Abbildung: Wojciech Zemek, Wikipedia. Lizenz: CC BY-SA 3.0]

Es liegt nahe, in dieser Birne-Geschichte eine Hommage an den berühmten polnischen Schriftsteller Stanislaw Lem zu sehen, der zeitweise Herburgers Briefpartner war.35 Mehrere Male hat Herburger Lems Werk gelobt und betont, dass er es »an wissenschaftlichem Kalkül, Sensibilität, Vorstellungskraft und hinreißender Erzählmethodik«36 für unvergleichlich und nobelpreiswürdig hält: »Sie [Lems Dichtung] ist […] der Aufbruch aus der Mitte der Menschen zu Schärfe der Gedanken, umfassenden Empfindungen und dem Anspruch, jederzeit einzigartig für das Gleichgewicht auch mit den Tieren, Pflanzen, Mineralien und Maschinen einzutreten, ohne die wir nicht zu überleben vermögen, wie die Gegenwart schon grausam zeigt.«37 Und warum sollte Lem nicht als fiktive Figur auftreten, die auch Birne, Herburgers alter ego, erleuchtet? Herburgers Lem-Begeisterung jedenfalls hat bis heute angehalten und spiegelt sich auch in seinen jüngsten lyrischen Texten wider.38


Ein Rückblick nach vorn

»Andrea laut: Unglücklich das Land,
das keine Helden hat! […]
Galilei: Nein. Unglücklich das Land,
das Helden nötig hat!«39

Birne stößt an, natürlich auch bei Literaturkritikern. So hinterfragt Peter Bekes den Realitätsbezug der Birne-Geschichten und postuliert, den (jungen) Lesern würden nur »Ersatzwelten« geboten: »Das den meisten Geschichten zugrunde liegende Konzept, die Probleme des Alltags bloß als technische Defekte auszuweisen, die vom Einzeltäter Birne mittels entsprechender Supertechnologien behoben werden, erinnert doch sehr an die klischeehaften Handlungsmuster geläufiger Abenteuerromane.«40 Diese Kritik kann nicht ganz überzeugen. Zwar gesteht Herburger im Vorwort zum dritten Birne-Buch »Birne brennt durch« übergroßen Technikoptimismus sowie seinen Irrtum ein, die unterschiedlichen ökonomischen Bedingungen, unter denen Kinder aufwachsen, nicht ausreichend wahrgenommen zu haben, doch unterzieht er in seinen beiden letzten Birne-Büchern die Idee des technischen Fortschritts einer Generalrevision und lässt ihren Widerspruch zur sozialen Fortentwicklung deutlicher hervortreten.

Andere Leser stört der ideologische Impetus der Geschichten. So kritisiert Paul Ludwig Sauer ihre »ideologisch[e] Borniertheit, die stets einhergeht mit einer unglaublichen anthropologischen Naivität«.41 Wirken viele politische Forderungen Birnes, die sie gerne gemäß der Pumuckl-Philosophie »Ich kann mit schönen Reimen die Welt zusammenleimen«42 vorträgt, auch schon für damalige Verhältnisse geradezu provokativ blauäugig, kommt im dritten und vierten Birne-Band eine immer skeptischere Grundstimmung auf. Dies zeigt etwa die Geschichte »Birne und der Stadtschwan«. Nachdem Birne den Selbstmord einer Teenagerin vereitelt hat, fragt sie das Mädchen nach ihren Motiven: »Es gebe kaum mehr Lehrstellen, selbst in Fabriken nicht. Sie habe nicht mehr aus noch ein gewußt, denn auch ihre Eltern hätte die Verzweiflung gepackt. Sie habe nur noch den einen Ausweg gesehen, von dem man nicht mehr zurückkehre.
Doch, kann man‹, sagt Birne. ›Wenn Birne kommt.‹
Nicht immer ist gerade eine Birne unterwegs, und auch noch so eine wie du‹, entgegnet Susanne.
Da habe sie auch wieder recht, muß Birne zugeben.«43

Gerhard Köpf hat in Herburgers Schreiben auf die Utopie einer Versöhnung aufmerksam gemacht: »Deshalb fällt es ihm leicht, Jesus und Lenin in ›Birne‹, in Gedichten und im ›Flug ins Herz‹ beim Namen und nebeneinander zu nennen. Wunsch und Wirklichkeit, Wunsch und Angst, Wunsch und Nutzlosigkeit, Maßlosigkeit und Disziplin, Lust und Fleiß sind also nicht adversativ getrennt, sondern explikativ und versöhnend verbunden.«44 Dieses Streben nach Versöhnung und Ausgleich ist auch aus dem vierten Band der Birne-Bücher nicht verschwunden, sondern hinein ins Private und in die Auseinandersetzung mit der Natur transformiert. Die Stimmung ist pessimistischer geworden, die Hoffnung auf eine bessere Welt kaum vernehmbar. Das hätte Birne in den ersten Birne-Büchern kaum passieren können: »›Gerechtigkeit für die Armen‹, ruft sie mehrmals, aber niemand heißt ihre Parole gut oder empört sich darüber.«45

Aber noch immer gilt in der Birne-Welt das Prinzip, dass das bessere Argument gewinnt, nur vermittelt Birne ihre Verbesserungsvorschläge geduldiger, altersmilder und vor allem leiser. Vom homo technicus ist kaum noch die Rede, und in Birnes Abenteuern überwiegt die Beobachtung, die nicht-teilnehmend bleibt: In Geschichten, in denen Birne eine obdachlose, alte Frau in eine Normalfamilie zu integrieren versucht oder sich auf der Suche nach Liebe mit einem Elefanten anfreundet, wird deutlich, dass Birne die Bürde der All-Verantwortlichkeit nicht mehr tragen möchte.

Eingefügtes Bild Der lebendig gewordenen Maria-Figur in einer Kirche vertraut sie an: »
›Ich kann meinen Zustand auch nicht mehr ertragen‹, sagt Birne. ›Immer soll ich helfen, egal, ob ich einer Schnecke begegne, einem sprechenden Fensterladen oder einer magersüchtigen Maus, der es vor dem Fressen graust.‹«46

Es zeigt sich also im Laufe der »Birne«-Geschichten eine Tendenz zur Verinnerlichung, auf die auch von der Literaturkritik hingewiesen wurde, nicht zuletzt im Zusammenhang mit der politisch-weltanschaulichen Entwicklung des Schriftstellers vom »entschieden klassenkämpferisch gesonnene[n] Linke[n]«47zum politisch Enttäuschten, der die Möglichkeit des Scheiterns der politischen und ökologischen Entwicklung des Menschen in seinem Schreiben nicht ausblendet: »Irgendwann wird es nur noch Klumpen aus Kohle um den Erdball geben«, schreibt Herburger in der letzten Strophe seines Gedichts »Das Wasser«.48

Herburger traut nun Birne und den Kindern nicht mehr ganz so viel zu, in die er in seinen ersten zwei Birne-Büchern noch so große Hoffnung legte: »Die selbstbewußte Forderung des Autors, daß die Sehnsucht unbedingt die Praxis einhole, wird hier dementiert. Selbst die Kinder, ehemals die Hoffnungsträger Herburgerscher Poesie, entgehen den Entfremdungs- und Normierungssystemen der gesellschaftlichen Praxis nicht mehr. Gleichwohl will der Autor noch immer – selbst oder gerade im Angesicht von Ohnmacht und Verlust – mit der kindlichen Weltaneignung ein Stück Zukunft retten.«49 Und doch bleibt die Ermutigung des jungen (und erwachsenen) Lesers zum Unangepasst-Sein und Selberdenken. Dieser Spaß an der Infragestellung von Regeln ist nicht ganz unsympathisch in einer pädagogischen Gegenwart, in der die RTL-Supernanny für Einschaltquoten sorgt oder Prominente wie Bernhard Bueb, der ehemalige Rektor des Elite-Internats Salem, wie selbstverständlich erklären: »Der lange Arm Hitlers hindert uns noch immer daran, Disziplin selbstverständlich einzufordern. Doch die Zukunft Deutschlands hängt von der Rückkehr zur Disziplin ab.«50

Schließlich hat Birne deswegen so wenig Patina angesetzt, weil sie sich selbst kaum ernst nimmt und um die eigene Beschränktheit und Naivität, auch die ihres Schöpfers, weiß. Diese seltene Fähigkeit zu Selbstkritik bezeugt ein sich selbst persiflierendes Gespräch zwischen Birne und Herburger in der Geschichte »Birne holzt«. Herburger tritt darin selbst als Figur auf und gibt über seine miserablen Arbeitsbedingungen Auskunft. Obwohl Birne so freundlich ist, einen Schreiner dazu zu überreden, das alte Bett ihres Schöpfers zu reparieren, kommt es zwischen den beiden zu einem Streit über die Freiheit Birnes als einem literarischen Ich. Birne behauptet, sie würde schon längst nicht mehr das machen, was Herburger ihr »vorschreibt«: »Einige Abenteuer, die du dir ausgedacht hast, waren nicht gut. Ich habe sie nur widerwillig ausgeführt, weil ich nicht undankbar sein wollte.«51

Im Vergleich zu vielen multimedialen Helden auf der Kinoleinwand und im Comic, die trotz endloser Wiederholungen und Selbstzitate wenig extramediale Relevanz haben, erscheint die Bescheidenheit und Alltäglichkeit des Birne-Helden, der Menschen nicht nur retten, sondern auch verstehen will, nicht unangenehm. Herburgers Birne-Texte sind daher von vielen politischen Werken aus den 1970er-Jahren abzugrenzen, die durch plakative Sozialismusbeschwörung und ideologische Verkrustung unlesbar geworden sind. Herburger ist weniger an geschlossenen Utopien als an Skizzen interessiert, die zeigen, wie eine inhumane Lebenssituation ins Utopische gewendet werden kann, ohne dabei selbst autoritär zu werden. Und natürlich sind viele der Probleme von Birne bzw. der Menschen in der Birne-Welt auch heute noch aktuell. Dafür spricht im übrigen nicht nur die Renaissance politischer Comic-Superhelden, wie der Watchmen, The Dark Knight, Neo aus Matrix oder dem Anarcho-Bombenleger V in V for Vendetta, der besonders extrem die Frage stellt, wie stark man die Grenzen der Legalität im Kampf gegen unmenschliche Zustände verletzen darf.

Und auch außerhalb der populärkulturellen Verarbeitung scheint sich bis heute ein gewisses Bedürfnis nach dem Sozialarbeiter im Superheldenkostüm gehalten zu haben, wenn man etwa an die Entstehung zahlreicher linker Spaßguerillagruppen in den letzten Jahren bedenkt. Sie nennen sich ironisch »Die Überflüssigen«, »Rebel Clown Army« oder »Die prekären Superhelden« und üben sich in karnevalesker Subversion. »Die Superhelden« fanden im Mai 2005 einige mediale Aufmerksamkeit, als sie kostümiert ein Hamburger Nobelrestaurant überfielen und ihre Provianttüten mit teuersten Delikatessen füllten, um sie anschließend an Ein-Euro-Jobber zu verschenken. In einem Interview mit dem »Stern« rechtfertigt einer der Mundraubaktivisten ihr Handeln folgendermaßen: »Wir wollen zeigen, es ist möglich, sich zu wehren. Wir wollen aus der Passivität heraus. Jeden Tag höre ich, wir leben über unsere Verhältnisse, wir sollen flexibler sein, länger arbeiten für weniger Geld. Gequatsche. Uns geht es noch zu gut! Zu gut? Ich muss mir überlegen, ob ich mir den Zahnarzt leisten kann, ich gehe an Schaufenstern vorbei und sehe Dinge, die für mich unerreichbar sind. Ich schaffe an diesem Reichtum mit in dieser Stadt – aber ich habe nix davon. Nur Angst, noch weiter abzusinken.«52 Man kann sich vorstellen, dass Birne gegen so motivierten Mundraub wenig einzuwenden gehabt hätte, im Gegensatz zu der Hamburger Justiz, die die Aktionen der Spaßguerilla weniger spaßig fand und Geldstrafen wegen gemeinschaftlichen Diebstahls verhängte. (bf)

(Erstveröffentlichung: B. Figatowski: Es gibt Helden, es gibt Superhelden – und dann gibt es noch Birne. In: Sascha Mamczak und Wolfgang Jeschke (Hrsg.): Heyne Science Fiction Jahr 2009, München: Heyne 2009, S. 370-397.)


Endnoten

1 Werner Scholze-Stubenrecht (Hrsg.): Der Duden: Zitate und Aussprüche. Herkunft und aktueller Gebrauch. Mannheim u.a.: Dudenverlag, S. 685.
2
Günter Herburger: Birne kann alles. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1982, S. 22.
3 Ebd., S: 22 f.
4 Ebd., S. 85.
5 Ebd., S. 30.
6 Ebd., S. 74.
7 Ebd., S. 75. Generell kommt in den Birne-Geschichten ein sehr freizügiges Verhältnis zu Alkohol zum Ausdruck. Vgl. auch Birnes Begegnung mit dem Fuchs, der gerne Bier trinkt: »Für einen Fuchs ist es ziemlich schwierig, Bier zu kriegen. Einmal habe ich eine halbvolle Flasche gefunden. Ich habe sie ausgetrunken, dann konnte ich kaum mehr gehen. Ich bin immer wieder umgefallen. Es war ein lustiger Zustand.« (Ebd., S. 83)
8 Günter Herburger: »Die Macht der Literatur«. In: Klaus Siblewski (Hrsg.): Günter Herburger. Texte, Daten, Bilder. Hamburg: Luchterhand, 1991. S. 14-19, hier: S. 17.
9 Herburger 1982, S. 43.
10 Ebd., S. 43.
11 Ebd., S. 52.
12 Günter Herburger: Birne kann noch mehr. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1987. S. 15.
13 Ebd., S. 17.
14 Herburger 1982, S. 91.
15 Ebd., S. 92. Es sei nur nebenbei notiert, dass dieser Konflikt nicht ganz wirklichkeitsfremd ist, wie zuletzt der Gesetzgeber bewies, der EU-weit ab September 2009 den Verkauf aller herkömmlichen Birnen mit 100 Watt Leistung untersagt hat.
16 Ebd., S. 121.
17 Ebd., S. 122.
18 Ebd., S. 123.
19 Brita Steinwendtner bemerkt zum Stellenwert Gottes in Herburgers Werk: »Es gibt biblische Namen, Motive, Anspielungen; sie sind Steinbrüche, aus denen der Autor Material sammelt, um die Fülle des Lebens zu zeigen. Aber Gott bleibt tot.« (Brita Steinwendtner: »Angela verheißt Glück, so traurig es ist«. In: Klaus Siblewski (Hrsg.): Günter Herburger. Texte, Daten, Bilder. Hamburg: Luchterhand, 1991. S. 151-163, hier: S. 159)
20 Herburger 1982, S. 98.
21 Ebd., S. 99.
22 Herburger 1987, S. 24.
23 Ebd., S. 26.
24 Ebd., S. 118.
25 Ebd., S. 124.
26 Günter Herburger: Birne brennt durch. Reinbek bei Darmstadt und Neuwied: Luchterhand, 1975. S. 75.
27 Michael Braun: »Luftschiff für Übersicht und Mut.« http://www.lyrikwelt.de/rezensionen/einefliegendefestung-r.htm
[eingesehen am 14.4.2017]
28 Herburger 1975, S. 73.
29 Ebd., S. 73.
30 Ebd., S. 75.
31 Ebd., S. 76 f.
32 Ebd., S. 82.
33 Ebd., S. 82.
34 Ebd., S. 82.
35 Vgl. Gerhard Köpf: »Phantasie und Hoffnung«. In: Klaus Siblewski (Hrsg.): Günter Herburger. Texte, Daten, Bilder. Hamburg: Luchterhand, 1991. S. 115-140, hier: S. 122.
36 Günter Herburger: »Vom Sterben. Stanislaw Lems erster Roman Das Hospital der Verklärung.« In: Werner Berthel (Hrsg.): Über Stanislaw Lem. Frankfurt a.M.: Suhrkamp, 1981. S. 183-187, hier: S. 183.
37 Ebd., S. 187.
38 So findet sich auch in seinem jüngsten Gedichtband »Der Kuss« ein Gedicht mit dem Titel »Solaris«, das mit den Versen beginnt: »Ein Kind, zehn Meter groß, / bis zum Nabel in einer Ozeanmasse steckend, / die sich über den Horizont wellte, es hatte / blaue Augen und einen unguten Mund.« (Günter Herburger: Der Kuss. Gedichte. München: A1 Verlag, 2008. S. 42)
39 Bertolt Brecht: »Leben des Galilei. Der gute Mensch von Sezuan«. In: Ders.: Gesammelte Werke, Bd. 3. Frankfurt a.M.: Suhrkamp, 1962. 167 f.
40 Peter Bekes: »Günter Herburger. Essay«. In: Heinz Ludwig Arnold (Hrsg.): Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur – Das KLG auf CD-ROM. München: edition text + kritik im Richard Boorberg Verlag, 2007.
41 Paul Ludwig Sauer: »Die neue Welt der klugen Kinder.« In: Karl Ernst Maier: Phantasie und Realität in der Jugendliteratur. Bad Heilbrunn/ Obb.: Klinkhardt, 1976. S. 139-160, hier: S. 153.
42 Torsten Harmsen: »Dem Vetter auf den Leim gegangen«.
http://www.berliner-zeitung.de/meister-eder-ist-tot--sein-kobold-nicht---pumuckl-und-sein-zirkusabenteuer--dem-vetter-auf-den-leim-gegangen-15665258 [eingesehen am 14.4.2017]
43 Ebd., S. 93.
44 Köpf 1991, S. 130.
45 Günter Herburger: Birne kehrt zurück. München: Luchterhand, 1975. S. 12.
46 Ebd., S. 119.
47 Werner Ross: »Ich bin ein Mann, der sich oft irrt... Aus Glas und Grammatik«.
http://www.zeit.de/1973/18/aus-glas-und-grammatik [eingesehen am 14.4.2017].
48 Herburger 2008, S. 108.
49 Bekes 2007.
50 Martin Doerry / Katja Thimm: »Disziplin ist das Tor zum Glück«. http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,druck-436592,00.html
[eingesehen am 14.4.2017].
51 Herburger 1982, S. 115.
52 Arno Luik: »Wir suchen Orte des Reichtums heim. Aber uns geht es nicht ums Klauen«.http://www.stern.de/politik/deutschland/:Protestaktion-Uns/563642.html
[eingesehen am 14.4.2017].






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(Jennifer Brown: So überlebte ich das Schuljahr trotz Aliens, Robotern und der grausamen Missy. München 2017, S. 7)

 

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