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Die Schwarze Harfe

Geschrieben von wilkomueller , in SF-Rezension 20 October 2018 · 1331 Aufrufe

space opera aliens frau
Die Schwarze Harfe Gravity Assist: Die Schwarze Harfe
Edition 381
ISBN 978-3-9524287-6-4
Klappenbroschur, 772 Seiten
20,00 Euro

Eines Tages bekam ich ein Päckchen aus der Schweiz, das ein dickes Buch enthielt. Ich wunderte mich und begann zu lesen. Aufhören konnte ich dann erst nach ein paar Tagen, als ich mit dem Buch fertig war. Bei „Die schwarze Harfe“ handelt es sich um eine Space Opera, die mich im Stil zunächst ein wenig an „Dune“ erinnerte. Andererseits ist da auch irgendwie Star Wars mit seinem „vor langer Zeit in einer weit entfernten Galaxis …“ Denn die Handlung nimmt ihren Lauf im „Ring der Sterne“, einer seltsamen lichtjahreweiten Anordnung von Sternsystemen um ein Schwarzes Loch. Hier leben die Endoer, die man sicher als Menschen bezeichnen könnte, obwohl es keine sind. Sie haben den Ring besiedelt – bis auf ein System, in dem die Senjasantii leben, technologisch scheinbar noch fortschrittlichere, aber auch geheimnisvolle Wesen, die nicht so wie die Endoer nach Ausdehnung über die Sterne des Rings streben.
Es gibt ein Königreich und eine Handelsföderation, neben einer Menge anderer Kräfte. Auch Piraten treiben ihr Unwesen, wenn man sie auch anders nennt. Überhaupt hat sich das Autorenteam „Gravity Assist“ viel einfallen lassen, was Sprache angeht. Zwar bleibt es des besseren Verständnisses wegen bei König, Königin und Prinz – es gibt aber auch den Laar, was ein Kapitän eines Kriegsschiffes wäre (selbstverständlich eines Kriegs-Raumschiffes), und viele andere spezielle Bezeichnungen.
Die Geschichte, welche viele Jahre überspannt, erzählt vom Krieg im Ring der Sterne, wie und warum er begann und wie er schließlich endete. Doch eigentlich erzählt die Geschichte von den Schicksalen einiger Leute, die für den Krieg usw. verantwortlich waren bzw. ihn beendeten. Ja’en ist der Thronfolger von Endo und Shikani eine der Senjasantii. Die Handlung wechselt ständig zwischen ihren beiden Ich-Perspektiven und widmet sich außerdem noch dem undurchschaubaren Bromen und seinem zunächst Freund und dann Gegner Se’en.
Die Erzählweise ist sehr detailreich und wirkt äußerst durchdacht. Von der Sprungtechnologie bis zu den Waffensystemen der Kriegsschiffe ist alles wie aus einem Guss. Es muss gar nicht pseudowissenschaftlich erklärt werden, weil es in der Anwendung sofort plausibel erscheint – es funktioniert. Wenn dann z.B. relativ spät im Buch plötzlich eine Raumzeitwaffe auftaucht, so überrascht das nicht, denn die Technologie ist ja beim FTL-Antrieb bereits öfter mal erwähnt worden.
In der von kriegerischen Auseinandersetzungen und Verfolgungsjagden angefüllten Handlung ist auch noch Platz für einen großen Teil Mystik und Geheimnisse. Die Senjasantii träumen nämlich prophetische Träume – damit hat auch der Buchtitel zu tun, die schwarze Harfe. Außerdem gibt es noch ein paar Rätsel, z.B. um die Herkunft, genauer gesagt den Vater Ja’ens. Die ständigen Wechsel in der Erzählposition sorgen für einen anderen Blickwinkel und Spannung.
Alles in allem ist das ein sehr spannendes, lesenswertes Buch, das man wirklich nur schwer aus der Hand legen kann, denn die Schicksale der Figuren fesseln den Leser schnell. Etwas überraschend ist, dass sich hinter dem Pseudonym Gravity Assist gleich fünf Autorinnen und Autoren aus der Schweiz verbergen (na ja, letzteres tun sie gar nicht so sehr). Das Buch, welches 2017 in der Schweiz erschien, wird nun auch in Deutschland über uns (Edition SOLAR-X) zu beziehen sein.

http://dieschwarzeharfe.ch/home/
http://shop.edition-sx.de/





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