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Iron Sky: The Coming Race

Geschrieben von Armin , in Film 24 March 2019 · 526 Aufrufe

Der Low-Budget-Film „Iron Sky“ des finnischen Regisseurs Timo Vuorensola war 2012 ein Fest für Verschwörungstheoretiker, Nerds und Trash-Liebhaber: Nach dem Zweiten Weltkrieg, so die Prämisse, haben sich die Nazis auf dem Mond ein neues Reich erbaut und greifen jetzt, da sie sich von einer amerikanischen Mondmission bedroht fühlen, auch wieder nach der Erde. Der komplett per Crowdfunding finanzierte Film war zwar kein Erfolg an den Kinokassen, avancierte aber auf seine Weise trotzdem zum Kult und es war schnell klar, dass eine Fortsetzung her musste. Mit der hat es aus verschiedenen Gründen viel zu lange gedauert und angesichts des fertigen Ergebnisses sieht es leider so aus, als wäre den Machern irgendwo auf der langen Wegstrecke die Luft ausgegangen.

Vor 20 Jahren, am Ende des ersten Films, wurde die Erde durch einen Atomkrieg zerstört. Die meisten überlebenden Menschen hat es auf die ehemalige Nazi-Mondbasis verschlagen, wo sich nun eine seltsame Religion, der Jobismus, unter der Führung von Fanatiker Donald (Tom Green) ausgebreitet hat. In der alten Heimat wiederum hat sich die ehemalige amerikanische Präsidentin (Stephanie Paul) erst in die Antarktis und dann unter die Erde geflüchtet: Sie entpuppt sich als Vril, Gestaltwandler, die seit Urzeiten die Strippen auf der Erde ziehen. Eine Verschwörung, die eine Gruppe um Obi Washington (Lara Rossi), Tochter von Renate Richter (Julia Dietze), ihren Freund Malcolm (Kit Dale) und den russischen Raumschiffpiloten Sasha (Vladimir Burlakov) vom Mond auf die Erde lockt.

Die Handlung ist weder besonders originell noch schlüssig oder gar spannend. Das wäre halb so wild, wenn das Geschehen dann wenigstens lustig wäre. Also beispielsweise wie im ersten Teil mit einer Fülle von Anspielungen auf verrückte Nazi-Mythen wie Reichsflugscheiben und andere Wunderwaffen sowie auf die aktuelle Weltpolitik, die eine mäßig unterhaltsame Story mit der nötigen Würze versehen. Das ist dieses Mal aber leider Fehlanzeige: Was an der auf Steve Jobs basierenden Religion witzig sein soll, wissen vermutlich nicht einmal die Macher, die echsenhaften Vril sind auch nicht gerade der letzte Schrei und ihre Dinosaurier sehen im Gegensatz zu vielem anderen auf der Leinwand wenigstens leidlich schick aus – das ist reichlich dünn und leider alles andere als abendfüllend.


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Captain Marvel

Geschrieben von Armin , in Film 13 March 2019 · 884 Aufrufe

Wir erinnern uns: Am Ende von „Avengers: Infinity War“ (2018) sendet Nick Fury eine Nachricht, ehe er, wie die Hälfte der Lebewesen im Universum, nach Thanos‘ Fingerschnippen zu Staub zerfällt. Kenner der Marvel-Comics wussten dank des aufleuchtenden Symbols natürlich sofort, an wen die Botschaft gerichtet ist. Nun erfahren auch alle anderen Kinogänger, wer der Empfänger war: „Captain Marvel“, menschliche Kampfpilotin mit den Superkräften des Außerirdischen Mar-Vell, die jetzt ihren eigenen Film erhält, der in den neunziger Jahren angesiedelt ist und damit deutlich vor dem bösen Cliffhanger aus dem letzten Avengers-Streifen spielt.

Kree-Soldatin Vers (Brie Larson) trägt ein Geheimnis mit sich herum. Das beginnt sich zu lüften, als sie von Skrull, den Erzfeinden der Kree, erst gefangen genommen wird, dann fliehen kann und schließlich auf der Erde landet. Mit Hilfe der S.H.I.E.L.D.-Agenten Nick Fury (Samuel L. Jackson) und Phil Coulson (Clark Gregg) kommt sie nicht nur den wahren Beweggründen von Skrull-Anführer Talos (Ben Mendelsohn) auf die Spur, sondern auch ihrer eigenen Vergangenheit. Sechs Jahre zuvor hat sie als Testpilotin Carol Danvers eine allseits heiß begehrte Fracht transportiert, die auch ihr Kree-Mentor Yon-Rogg (Jude Law) unbedingt in die Finger bekommen will.

Die Neunziger liefern leider keine so tolle Kulisse wie es der Dekade davor (beispielsweise in „Ready Player One“ oder der Serie „Stranger Things“) immer wieder gelingt. Ein paar halbgare Songs von Salt ‘n‘ Pepa bis Nirvana, eine Videothek, in der ein Arnold-Schwarzengegger-Poster dran glauben muss, viel mehr an Nostalgie fahren die Macher um das Regie-Team Anna Boden und Ryan Fleck nicht auf. Mit ähnlich gebremster Begeisterung beginnt der Film recht lahm auf der Kree-Welt Hala, steigert sich dann glücklicherweise mit der Ankunft der Heldin auf der Erde und vor allem im Duett mit Fury, der hier mehr Leinwandzeit als in allen anderen Marvel-Filmen zusammen bekommt. Das tut dem Film ebenso gut wie das Wiedersehen mit Figuren wie Coulson oder den aus „Guardians of the Galaxy“ bekannten Ronan (Lee Pace) und Kree-Agent Korath (Djimon Hounsou). Schön auch der eigens für den im November 2018 verstorbenen Marvel-Allvater Stan Lee geschaffene Vorspann. Und trotzdem will „Captain Marvel“ nicht restlos überzeugen. Zu oft wirkt die Geschichte etwas schwerfällig erzählt, sind die Action-Szenen zwar nett anzuschauen, jedoch nicht übermäßig spektakulär gelungen und will der letzte Funke nicht so recht zünden. Kein schlechter, aber einer der schwächeren Marvel-Filme, der in den Abspannszenen immerhin noch den Übergang zum schon bald kommenden „Avengers: Endgame“ (25. April) hinbekommt, in dem Captain Marvel sicher keine unwesentliche Rolle spielen wird.

Das MCU hier im Blog:
Ant-Man and the Wasp (2018)
Avengers: Infinity War (2018)
Black Panther (2018)
Thor - Tag der Entscheidung (2017)
Spider-Man: Homecoming (2017)
Guardians of the Galaxy Vol.2 (2017)
Doctor Strange (2016)
The First Avenger - Civil War (2016)
Ant-Man (2015)
Avengers: Age of Ultron (2015)
Guardians of the Galaxy (2014)
The Return of the First Avenger (2014)
Thor - The Dark Kingdom (2013)
Iron Man 3 (2013)
The Avengers (2012)
Captain America - The First Avenger (2011)
Thor (2011)
Iron Man 2 (2010)
Iron Man (2008)

Nach wie vor keine Ahnung, wo meine Kritik zu Der unglaubliche Hulk (2008) abgeblieben ist ...


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Alita: Battle Angel

Geschrieben von Armin , in Film 17 February 2019 · 425 Aufrufe

Der japanische Cyberpunk-Manga „Battle Angel Alita“ stammt zwar bereits aus dem Jahr 1991, ist aber keineswegs angestaubt. Die Geschichte von Yukito Kishiro bietet genügend Zutaten für einen bildgewaltigen, spannenden Science-Fiction-Film. Nachdem dafür James Cameron („Avatar“) fast zwanzig Jahre lang Pläne schmiedete, ist er nun nur noch am Drehbuch beteiligt, während Robert Rodriguez („Sin City“) Regie führt. Das Ergebnis unter dem Titel „Alita: Battle Angel“ ist zwar optisch überzeugend, inhaltlich leider weniger.

Der Arzt Dyson Ido (Christoph Waltz) findet in der heruntergekommenen Stadt Iron City auf einer gigantischen Müllkippe den Kopf eines weiblichen Cyborgs, den er nicht nur mit einem neuen Körper ausrüstet, sondern auch auf den Namen Alita (Rosa Salazar) tauft. Die entdeckt schnell ihre besonderen Fähigkeiten und versucht sich als Kopfgeldjägerin und im Motorball, einer brutalen Mischung aus Inline-Skate-Rennen und Gladiatorenkampf. Erschwerend kommt hinzu, dass sie sich in Hugo (Keean Johnson) verliebt, der ausgerechnet für Bösewicht Vector (Mahershala Ali) arbeitet. Hugos Ziel: Er möchte irgendwann in der schicken Himmelsstadt Zalem leben, die gut sichtbar über Iron City schwebt, für den Normalsterblichen aber trotzdem unerreichbar bleibt. Und auch Alita, die nach Erinnerungen an ihr früheres Leben sucht, scheint Verbindungen zur Himmelsstadt zu haben.

Optisch ist „Alita: Battle Angel“ über jeden Zweifel erhaben: Das fängt beim ungewöhnlichen Look der Titelheldin an, mit ihren an die Manga-Vorlage erinnernden, unnatürlich großen Augen, geht über die vielen fantasievoll gestalteten, künstlichen Körper der unterschiedlichen Bewohner Iron Citys und bis hin zu den großartig in Szene gesetzten Motorball-Wettkämpfen, die für ordentlich Action und Dynamik sorgen.

Die Kehrseite: Alitas Coming-of-Age-Geschichte, die auch viele ruhigere Momente beinhaltet, ist weit weniger eindrucksvoll gelungen. Das gilt zum Beispiel für ihren Ziehvater Ido und seine arg naive, idealistische Weltsicht, deren spät nachgeschobene Begründung nicht wirklich überzeugen kann. Eine undankbare Rolle für Christoph Waltz, der kaum Akzente setzen kann. Alita selbst wirkt ebenfalls schwerlich plausibel, zu groß ist die Diskrepanz zwischen dem unschuldigen „Kind“ und der gnadenlosen Killer-Maschine. Auch die Frage, wer denn da nun im Hintergrund die Fäden zieht, will gar nicht so interessant erscheinen. Dementsprechend gelingt es dem Film nicht, das ganz große Drama zu entfalten, das eigentlich in seiner Geschichte steckt. Statt den Zuschauer emotional richtig zu packen, kommt vieles zu aufgesetzt wirkend, aber inhaltsleer daher. Das ist schade, aus diesem Stoff hätte man deutlich mehr machen können.

Mehr von Robert Rodriguez:
Sin City 2 - A Dame to kill for (2014)
Machete Kills (2013)
Machete (2010)


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The Lego Movie 2

Geschrieben von Armin , in Film 11 February 2019 · 403 Aufrufe

Ein Film mit Lego-Figuren? Eigentlich eine bescheuerte Idee und natürlich reines Marketing für die Spielzeugindustrie. Aber es kann tatsächlich funktionieren: „The Lego Movie“ (2014) war nicht nur für Kinder ein Heidenspaß, der Ableger „The Lego Batman Movie“ (2017) ebenfalls ein echtes Vergnügen. In beiden Fällen vor allem dank zahlreicher Anspielungen auf bekannte Bücher, Serien und Filme, die immer wieder zum Schmunzeln einladen. Davon lebt nun auch „The Lego Movie 2“, allerdings ist die Handlung diesmal noch deutlich dünner gestrickt, sodass dem Geschehen gleich mehrfach die Luft auszugehen droht und sich die Zeit bis zum Finale doch unangenehm ausdehnt.

Phil Lord und Chris Miller haben zwar noch die Story entworfen, die Regie-Verantwortung aber an Mike Mitchell („Trolls“) weitergereicht. Der konfrontiert die Lego-Helden Emmet und Lucy mit einer neuen Herausforderung: Die böse Königin aus dem Duplo-Reich zerstört die schöne Lego-Stadt. Als sie dann auch noch Emmets Freunde entführen lässt, macht er sich auf, diese zu retten.

Manches nutzt sich dann halt doch ab: Statt einem Liedchen („Alles ist so super ...“), das so sehr nervt, dass es schon wieder lustig ist, wird jetzt gefühlt ständig gesungen, Batmans selbstherrliche Macho-Attitüde gerät arg repetitiv und auch der eigentliche Konflikt ist letztlich nur eine Randnotiz und nullkommanull spannend. Zum Kontrast gibt es dann großartige Einfälle wie den durch Lüftungsschächte kriechenden Lego-Bruce-Willis („ich bin häufiger hier“) – das stimmt versöhnlich, rettet den Film aber nur ins Mittelmaß.

Mehr:
The Lego Movie (2014)


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Drachenzähmen leicht gemacht 3

Geschrieben von Armin , in Film 10 February 2019 · 335 Aufrufe

Alles hat ein Ende, auch die unterhaltsame Saga um die Drachenreiter von Berk. Nachdem schon die Fernsehserie (zuletzt unter dem Titel „DreamWorks Dragons“ zu sehen) ihr Finale erreicht hat, soll jetzt auch der dritte Kinofilm der letzte sein. Und selbst wenn die Fans deshalb das eine oder andere Tränchen verdrücken, ist das sicher die richtige Entscheidung: Denn „Drachenzähmen leicht gemacht 3“ bietet inhaltlich wenig Neues, die Parallelen zur Handlung des Vorgängers (2014) sind unübersehbar. Trotzdem ist der Animationsfilm ein guter, immer noch würdiger Abschluss der 2010 begonnenen Reihe.

Der Bösewicht heißt nun nicht mehr Drago Blutfaust, sondern Grimmel, er ist kein Drachenfänger, sondern will die Tiere gleich töten. Ganz besonders hat er es auf den letzten Nachtschatten abgesehen, Hicks’ Ohnezahn. Dafür zieht er alle Register und setzt sogar einen ebenso seltenen Tagschatten auf den Drachen an. Prompt verliebt sich Ohnezahn in sein weibliches Pendant, während Hicks, seine Freundin Astrid und ihre chaotischen Wikinger-Freunde verzweifelt versuchen, die Drachen vor ihren Häschern zu retten.

Regisseur Dean DeBlois (im ersten Teil noch gemeinsam mit Chris Sanders verantwortlich) hat ein Händchen für Details: Wenn ganze Drachenherden den Himmel erobern, gibt es für den Zuschauer jede Menge zu entdecken, auch viele andere Passagen stecken voller kleiner und großer Bonbons fürs Auge. Das gilt ebenso für die Actionszenen, die visuell absolut überzeugend auf die Leinwand gebracht werden. Köstlich ist Ohnezahns Liebeswerben. Schwächen entpuppt der Film in der arg vorhersehbaren Handlung – da will den Machern wohl einfach nichts mehr Überraschendes einfallen. Dafür werden die ernsten Themen erneut nicht ausgespart. Im Vorgängerfilm war das der Tod von Hicks’ Vater, auch jetzt gibt es ähnlich emotionale Momente, so viel sei verraten.

Mehr:
Drachenzähmen leicht gemacht 2 (2014)


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Chaos im Netz

Geschrieben von Armin , in Film 29 January 2019 · 335 Aufrufe

Wir erinnern uns: In „Ralph reicht’s“ (2012) hat Randale-Ralph, Bösewicht eines an „Donkey Kong“ erinnernden Arcade-Spiels, die Welt der für die achtziger Jahre so typischen Videospiele munter auf den Kopf gestellt: ein großartiger Animationsfilm mit vielen witzigen Ideen. Dass ausgerechnet die Marketing-Genies des Disney-Konzerns im deutschen Titel der Fortsetzung ihre Hauptfigur vergessen haben, ist dann auch schon der einzige Vorwurf, den man „Chaos im Netz“ machen kann. Denn da entdecken Ralph und seine Freundin, Rennfahrerin Vanellope, die weite Welt des Internets. Ihr Versuch, Vanellopes Spiel zu retten, indem sie bei E-Bay ein neues Lenkrad für den Automaten ersteigern, führt zu immer kurioseren Verstrickungen: ob Ralph als neuer Youtube-Star, Vanellopes Begeisterung für das knallharte Rennspiel „Slaughter Race“ oder ihre Begegnung mit sämtlichen Disney-Prinzessinnen der Filmgeschichte von Schneewittchen bis Merida – die Fülle der grandiosen Einfälle nimmt kein Ende und sorgt für ein Vergnügen in Dauerschleife. Dazu kommen viele kleine Details (wer rechnet schon mit dem Cameo-Auftritt von Stan Lee?) und bestens in Bilder umgesetzte Internet-Eigenheiten wie Suchmaschinen oder Pop-ups. Hier kommen auch Erwachsene auf ihre Kosten, jüngere Zuschauer könnten fast überfordert sein.


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Creed II

Geschrieben von Armin , in Film 27 January 2019 · 327 Aufrufe

2016 ist mit „Creed – Rocky’s Legacy“ ein mitreißender Neustart der Rocky-Reihe gelungen, der jetzt die unweigerliche Fortsetzung nach sich zieht. Mit neuem Regisseur (Steven Caple Jr. ersetzt Ryan Coogler), aber bewährtem Personal, nämlich Michael B. Jordan und Sylvester Stallone in den Hauptrollen, überzeugt auch der zweite Creed-Film. Inhaltlich bietet der zwar nichts wirklich Neues, indem er „Rocky IV“ (1985) ohne die von der Zeit überholten Kalter-Krieg-Zutaten noch mal neu erzählt, dafür liefert er neben den sportlichen auch spannende menschliche Dramen.

Adonis Creed (Michael B. Jordan) holt sich gleich am Anfang des neuen Films den Weltmeister-Titel im Schwergewicht, kann sich darüber aber nicht lange freuen. Viktor Drago (Florian Munteanu) fordert ihn öffentlich heraus – ausgerechnet der Sohn von Ivan Drago (Dolph Lundgren), der einst Adonis’ Vater Apollo im Ring getötet hatte. Rocky Balboa (Sylvester Stallone) hält davon wenig und will Adonis auch nicht für den Kampf trainieren. Dass dessen Freundin, die Sängerin Bianca (Tessa Thompson), schwanger ist, macht die Sache nicht einfacher: Da sie selbst unter einem fortschreitenden Verlust ihrer Hörfähigkeit leidet, fürchtet sie nun, das ihrem Kind zu vererben.

Die Boxszenen kommen weniger intensiv als im Vorgänger auf die Leinwand, sorgen aber trotzdem noch für gute Unterhaltung. Zwischen den Kämpfen passiert dafür deutlich mehr mit den Figuren: Adonis und seine junge Familie sind das eine Thema, das mit vielen Konflikten spannend präsentiert wird. Das andere sind die Dragos: Vater Ivan kommt diesmal trotz aller Grimmigkeit deutlich sympathischer und menschlicher als in „Rocky IV“ daher und auch sein Sohn bleibt nicht über den ganzen Film hinweg die Kampfmaschine, als die er eingeführt wird. Dass dann auch noch Ivans Ex-Frau Ludmilla (Brigitte Nielsen) zwei kurze Auftritte hat, wird nicht nur Nostalgiker begeistern. Vergleichsweise wenig Neues gibt es dafür dieses Mal von Rocky selbst zu sehen, außer der eher ungewohnten Synchronstimme von Jürgen Prochnow, der diese Aufgabe zuletzt in „Rocky II“ (1979) übernommen hatte. Erst ganz am Ende bekommt aber auch Rocky noch seinen besonderen Moment in einem gelungenen Film.

Mehr aus der Rocky-Reihe:
Creed - Rocky's Legacy (2016)
Rocky Balboa (2007)


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Glass

Geschrieben von Armin , in Film 21 January 2019 · 352 Aufrufe

M. Night Shyamalan hat nach dem so verheißungsvollen Start seiner Karriere („The Sixth Sense“, „Unbreakable“) eine ganze Reihe richtig schlechter Filme zu verantworten. Zuletzt waren das das Science-Fiction-Debakel „After Earth“ (2013) und der belanglos-ärgerliche Horrorstreifen „The Visit“ (2015). Mit dem spannenden Psychothriller „Split“ (2017) scheint der Regisseur aber noch einmal die Kurve gekriegt zu haben. Für Aufsehen sorgte neben dem gelungenen Film nicht zuletzt, dass die Abspannszene einen Zusammenhang mit „Unbreakable“ (2000) herstellte. Das setzt Shyamalan nun konsequent fort: In „Glass“ verknüpft er Personen und Geschehen beider Filme und schafft einen unerwarteten, nicht restlos gelungenen Abschluss dessen, was der Regisseur selbst „Eastrail 177“-Trilogie (nach dem Zugunglück im Auftaktfilm) nennt.

David Dunn (Bruce Willis) weiß seit diesem verheerenden Unfall, dass er unverwundbar ist, ähnlich wie ein Comic-Superheld. In einem Fernsehbericht erfährt er von den Taten Kevin Wendell Crumbs (James McAvoy), der unter einer dissoziativen Identitätsstörung leidet, die ihm gleich 24 verschiedene Persönlichkeiten bescherte. In der Vergangenheit hat er immer wieder Mädchen entführt und getötet. Dunn, kostümiert mit einem Regenmantel und von der lokalen Presse mit dem Superhelden-Alias „The Overseer“ (Der Aufpasser) versehen, geht schon länger auf die Jagd nach Menschen, die seiner Meinung nach eine Bestrafung verdienen. Er findet schließlich auch Crumb, doch der Kampf zwischen dem eigentlich unbesiegbaren Dunn und der tierhaften „Bestie“, Crumbs brutalster Identität, endet auf unerwartete Weise. Beide landen in einer psychiatrischen Klinik, in der Dr. Ellie Staple (Sarah Paulson) sie davon überzeugen will, gar keine übernatürlichen Fähigkeiten zu haben. Und die Klinik hat noch einen anderen Patienten: Den Mr. Glass genannten Elijah Price (Samuel L. Jackson), der wegen einer unheilbaren Knochenkrankheit im Rollstuhl sitzt und schon sein ganzes Leben lang an die Existenz von Superhelden glaubt.

War „Unbreakable“ Shyamalans persönliche Liebeserklärung an die Superhelden-Comics, nutzt er, nachdem „Split“ ja lange deutlich realistischer daherkam, auch hier die Eigenheiten dieses Genres. Das funktioniert mal besser – wenn Glass die Regie übernimmt und bei zahlreichen Anspielungen auf die Comicwelt –, mal weniger gut. Denn vor allem Bruce Willis’ unverwundbarer David Dunn wirkt doch arg müde und wenig übermenschlich, gerade auch im Vergleich zur überbordenden Vitalität des von James McAvoy erneut großartig gespielten Crumb, der ebenso wild wie absolut überzeugend zwischen seinen so verschiedenen Persönlichkeiten hin und her springt.

Dass ausgerechnet die neu zum Personal hinzugestoßene Psychiaterin, die eigentlich eine wichtige Rolle einnehmen soll, für deutlich mehr Fragezeichen als Erhellung sorgt, ist schade. Dafür geht der Regisseur wieder einmal seinem Markenzeichen, der unerwarteten Wendung, mehr als nur einmal nach: Deshalb liefert er auch ein Finale, das sämtlichen Erwartungen widersprechen dürfte. Kein schlechter Film, aber in der nicht immer geglückten, weil auch schwierigen Kombination der verschiedenen Elemente doch der schwächste der Trilogie.

Mehr Filme von M. Night Shyamalan:
Split (2017)
After Earth (2013)
Die Legende von Aang (2010)
The Happening (2008)
Unbreakable - Unzerbrechlich (2000)


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In Kürze: Split (2017)

Geschrieben von Armin , in Film 21 January 2019 · 548 Aufrufe

Kevin Wendell Crumb (James McAvoy) leidet unter einer dissoziativen Identitätsstörung. Sein Körper beherbergt sage und schreibe 24 verschiedene Persönlichkeiten, vom neunjährigen Kind bis zum brutalen Entführer. Gerade hat er drei Mädchen im Teenager-Alter in seinen Keller gesperrt, die beiden Freundinnen Claire (Haley Lu Richardson) und Martha (Jessica Sula) sowie die Außenseiterin Casey (Anya Taylor-Joy), die eigentlich nur aus Mitleid zur vorangegangenen Geburtstagsfeier eingeladen war. Casey, deren Vergangenheit schlaglichtartig in Rückblenden beleuchtet wird, ist dann aber auch die treibende Kraft beim Versuch, Crumb mit einem vernünftigen Plan zu entkommen, während die beiden anderen Mädchen ebenso kopf- wie erfolglos agieren. Dass sich Crumb gerade mal wieder in einer kritischen Phase seiner Krankheit befindet, bemerkt auch seine langjährige Psychiaterin Dr. Fletcher (Betty Buckley).

James McAvoy macht seine Sache wirklich großartig, wenn er binnen Sekunden von der einen in die andere Rolle schlüpft und so die unterschiedlichsten Charaktere glaubhaft verkörpert. Die absolute Unberechenbarkeit der multiplen Persönlichkeit seines Kevin ist es auch, die mehr noch als der Entführungs-Plot für Hochspannung sorgt. Und Anya Taylor-Joys Casey entwickelt sich mit fortschreitender Dauer des Geschehens, auch dank der Rückblenden, zur immer ebenbürtigeren Gegenspielerin. So wird „Split“ für Regisseur M. Night Shyamalan nach langer Durststrecke endlich mal wieder zu einem gelungenen Film: ein packender Psychothriller, in dem gerade dank der Figurenkonstellation wenig bis nichts vorhersehbar scheint. Dass in der Abspannszene dann ein Bezug zu Shyamalans letztem guten Film, „Unbreakable“ (2000), hergestellt wird, ist schließlich noch ein Sahnehäubchen.

Mehr Filme von M. Night Shyamalan:
After Earth (2013)
Die Legende von Aang (2010)
The Happening (2008)
Unbreakable - Unzerbrechlich (2000)


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Aus dem Archiv: Unbreakable (2000)

Geschrieben von Armin , in Film 18 January 2019 · 349 Aufrufe

M. Night Shyamalan, der Mann mit dem zungenbrecherischen Namen, ist der neue Stern am Himmel der Regisseure. Sein Debüt „The Sixth Sense“ war mehr als nur ein Überraschungserfolg, liegt in der Hitliste der erfolgreichsten Filme auf Rang zehn. Beachtlich für einen Streifen, der völlig unüblich nicht so sehr darauf setzte, furchtbar spektakulär das Publikum zu unterhalten, sondern vielmehr mit ruhigen Tönen eine mysteriöse Geschichte erzählte, die den Zuschauer bis zum genialen Schluss im Dunkeln ließ. In „Unbreakable“ setzt Shyamalan legitimerweise erneut auf dieses Erfolgsrezept und wieder auf Bruce Willis als Hauptdarsteller, den einstigen Actionspezialisten, der auch dank dem Regisseur den Sprung ins Charakterfach bewältigt hat.

David Dunn (Bruce Willis) ist der einzige Überlebende eines verheerenden Zugunglücks. Während alle anderen Insassen nur noch tot geborgen werden können, hat er nicht einmal einen winzigen Kratzer. Einige Zeit später findet er eine Karte an seinem Auto, die ihn dazu auffordert, darüber nachzudenken, wie oft er in seinem Leben schon krank gewesen sei. Die verblüffende Erkenntnis: noch nie. Dunn spürt den Absender auf, Elijah Price (Samuel L. Jackson), der eine auf Comics spezialisierte Kunstgalerie führt und seit seiner Kindheit an einer unheilbaren Knochenkrankheit leidet. Die Theorie von Price lässt Dunn allerdings denken, dass er es mit einem Verrückten zu tun hat, glaubt dieser doch, Dunn sei ein unverwundbarer Superheld, geradewegs einem seiner heiß geliebten Comics entsprungen, die für ihn ein lediglich überzeichnetes Abbild der Realität sind.

Regisseur Shyamalan schafft es auch in „Unbreakable“, eine düstere und beklemmende Atmosphäre zu schaffen, die es sich leisten kann, auf billige Effekte zu verzichten. Es wird eine Geschichte erzählt, die, je weiter sie fortschreitet, immer unheimlicher und geheimnisvoller wird, dem Hang des Regisseurs zu Übernatürlichem gehorchend. Ungewöhnliche Kameraeinstellungen und oft spartanisch aufgebaute Szenen, deren Sinn sich erst weit später erschließt, vervollständigen das Bild. Die beiden Akteure, Bruce Willis und sein Gegenspieler Samuel L. Jackson, agieren darin hervorragend und können ihre ganze Klasse ausspielen. Ein sehr ruhiger, nichtsdestotrotz beeindruckender Film.

(ursprünglich erschienen am 27. Dezember 2000)

Mehr Filme von M. Night Shyamalan:
After Earth (2013)
Die Legende von Aang (2010)
The Happening (2008)


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Bumblebee

Geschrieben von Armin , in Film 26 December 2018 · 366 Aufrufe

Überraschung: Es gibt einen „Transformers“-Film, der sich die Prädikate „sympathisch“ und „bescheiden“ verdient. Während die fünf Michael-Bay-Filme zwischen 2007 und 2017 noch das genaue Gegenteil waren, ist „Bumblebee“ unter der Regie von Travis Knight ein echter Lichtblick. Ob man den Film nun als Prequel oder Spin-off der Hauptreihe ansieht, spielt eigentlich keine Rolle, wichtiger ist, dass es von allem deutlich weniger gibt: weniger Materialschlachten, weniger monströse Roboter, weniger sinnfreie Handlungswendungen. Und genau das ist ein echter Gewinn, obwohl natürlich auch „Bumblebee“ nicht ganz frei von Schwächen ist.

Der Film blickt zurück zum Höhepunkt der Auseinandersetzungen zwischen den guten Autobots und den bösen Decepticons, dem Kampf um Cybertron. Die endgültige Niederlage vor Augen, schickt Autobot-Anführer Optimus Prime seinen jungen Soldaten B-127 zur Erde, um dort eine Basis für den Widerstand aufzubauen. Doch B-127 fällt prompt einer Spezialeinheit des Militärs unter der Leitung von Jack Burns (John Cena) vor die Füße, die außerirdische Aktivitäten überwacht und ihn gefangen nehmen will. Und auch die Decepticons dürfen nicht fehlen: Blitzwing zerstört sein Sprachsystem und löscht Teile seiner Erinnerung. Bumblebee kann fliehen, landet aber schwer angeschlagen als verstaubter VW Käfer auf dem Schrottplatz. Dort entdeckt ihn die gerade 18 gewordene Charlie Watson (Hailee Steinfeld), die sich ohnehin sehnlichst ein Auto wünscht und von ihrem verstorbenen Vater das Talent als Mechanikerin geerbt hat. Bald sieht sie sich aber keinem reparaturbedürftigen Auto, sondern dem quicklebendigen Autobot gegenüber, den sie auf den Namen „Bumblebee“ tauft. Natürlich sind die Decepticons nicht weit, Charlie und ihr Nachbar Memo (Jorge Lendeborg Jr.) werden in die Auseinandersetzung mit hineingezogen.

„Bumblebee“ spielt 1987 und die Macher lassen keinen Zweifel daran, dass sie die Zuschauer mit aller Macht in die achtziger Jahre zurückversetzen wollen: Die Musik ist an manchen Stellen einen Tick zu laut (wobei man viel Verständnis für den Autobot aufbringt, als er eine Rick-Astley-Kassette nach wenigen Takten gnadenlos ausspuckt), die Klamotten sind so authentisch, dass es einem regelrecht peinlich wird, in diesem Jahrzehnt gelebt zu haben. Dazu hängt ein Ronald-Reagan-Porträt an der Wand und im Fernsehen läuft „Alf“, Bumblebee als Käfer lässt an Dudu und Herbie denken – die Kulisse stimmt. Die Handlung ist ähnlich altmodisch gestrickt, was gerade im Vergleich zu den bisherigen „Transformers“-Filmen und ihren törichten Kapriolen äußerst wohltuend ist, wenn auch ein wenig mehr Raffinesse sicher nicht geschadet hätte. Dafür beschränkt sich auch die Action glücklicherweise aufs Notwendige: Das sieht immer noch gut aus, kommt aber nicht so restlos übertrieben wie in den diversen „Transformers“-Zerstörungsorgien daher. Insgesamt ein überraschend charmanter Film.

Mehr Transformers:
Transformers - The Last Knight (2017)
Transformers - Ära des Untergangs (2014)
Transformers 3 (2011)
Transformers (2007)


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Aquaman

Geschrieben von Armin , in Film 23 December 2018 · 1084 Aufrufe

Die Figur des Aquaman war einer der Lichtblicke im Superhelden-Spektakel „Justice League“ (2017). Mit seinem ersten Solo-Film unterfüttert der Herrscher der Meere den positiven Eindruck. „Aquaman“ lässt die oft schwerfällige Ernsthaftigkeit des DC-Filmuniversums hinter sich, erhöht den Humor-Anteil gegenüber den Vorgängerfilmen deutlich und erzählt locker-leicht eine wild zusammen fabulierte Geschichte, die zwar auch ihre Durchhänger hat, aber insgesamt ein sehenswertes Spektakel bietet.

Leuchtturmwärter Tom Curry (Temuera Morrison) rettet der Meeresbewohnerin Atlanna (Nicole Kidman) das Leben. Die wird als künftige Königin von Atlantis unfreiwillig nach Hause zurückbeordert, Söhnchen Arthur aber wächst bei seinem Vater zum mächtigen Aquaman (Jason Momoa) heran. Der fühlt sich sowohl an Land als auch im Wasser pudelwohl, nur auf sein königliches Erbe verspürt er keinerlei Lust, trotz aller Anstrengungen seines väterlichen Freunds Vulko (Willem Dafoe), ihm eine Zukunft in Atlantis schmackhaft zu machen. Das ändert sich erst, als Arthurs Halbbruder Orm (Patrick Wilson) seine Macht in den Unterwasser-Reichen ausdehnt und auch der Oberwelt den Krieg erklärt. Nicht zuletzt Prinzessin Mera (Amber Heard), Tochter des xebelianischen Königs Nereus (Dolph Lundgren), motiviert Aquaman, sich seinem Schicksal zu stellen. Mit dem Piraten Black Manta (Yahya Abdul-Mateen II) hat er einen weiteren kreuzgefährlichen Gegenspieler.

Regisseur James Wan, bisher hauptsächlich im Horror-Genre („Saw“, „Insidious“) unterwegs, hat offenkundig seine helle Freude an den optischen Spielereien aus den Effekte-Computern und erschafft eine fantastische, manchmal auch etwas überladene und dadurch wirr wirkende Unterwasser-Welt. Die Story ist eine wilde Queste nach einem à la Excalibur Macht verleihenden Dreizack, aufgelockert durch allerlei nett choreografierte Prügeleien, mit einem DC-typischen, epischen Finale, das glücklicherweise aber nicht gar so aufgebläht wie beispielsweise in „Man of Steel“ (2013) daherkommt, sondern etwas bodenständiger bleibt.
Insgesamt nimmt sich „Aquaman“ nicht zu ernst, das ist gerade bei einer Comic-Verfilmung sehr wohltuend und trägt viel dazu, dass der Film unterhaltsamen Popcorn-Spaß bietet.

Das sogenannte DCEU:
Justice League (2017)
Wonder Woman (2017)
Suicide Squad (2016)
Batman v Superman: Dawn of Justice (2016)
Man of Steel (2013)

Und davor:
The Dark Knight Rises (2012)
Green Lantern (2011)
The Dark Knight (2008)


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Spider-Man: A New Universe

Geschrieben von Armin , in Film 17 December 2018 · 490 Aufrufe

„Es gibt nur einen Spider-Man“, sagt Peter Parker gleich zu Beginn, wird aber rasch widerlegt. Was Comic-Fans schon lange wissen, spricht sich jetzt auch unter Kinogängern herum: Im Multiversum hat jede Dimension ihren eigenen Spider-Man. Im Animationsfilm „Spider-Man: A New Universe“ trifft deshalb gleich ein halbes Dutzend der freundlichen Spinnen aus der Nachbarschaft aufeinander. Das Ergebnis: ein Heidenspaß mit jeder Menge an Querverweisen auf die bisherigen sechs Spider-Man-Realfilme, aber auch auf Comics und Fernsehserien. Das ist nicht nur paradiesisch für Fans, sondern sollte dank einer rasanten Handlung auch neutralere Zuschauer begeistern – und zwar deutlich eher Erwachsene als Kinder, die mit vielen der Anspielungen überfordert sein könnten.

Miles Morales ist ein typischer Teenager mit den typischen Problemen. Bis er von einer radioaktiven Spinne gebissen wird und zufällig zum Beobachter eines Kampfs zwischen Peter Parker/Spider-Man und dem Grünen Kobold sowie dem Superschurken Kingpin wird. Peter wird getötet, Kingpin öffnet ein Tor in andere Dimensionen und plötzlich wimmelt es rund um Miles an Spinnen-Variationen: Da ist der schon etwas ältere und leicht außer Form geratene Peter B. Parker, Peni Parker sorgt mit ihrem Spider-Man-Roboter für typisch japanische Anime-Elemente, Gwen Stacy ist ein cooles Spider-Girl, Spider-Man Noir stammt aus einer Schwarz-weiß-Welt und Spider-Ham wurde nicht von einer Spinne, sondern von einem Schwein gebissen. Die schräge Truppe rauft sich zusammen und macht gemeinsame Sache gegen den Bösewicht, der seinerseits eine ganze Reihe von Spider-Man-Erzfeinden wie Dr. Octopus oder den Prowler auffährt.

Mit Peter Ramsey („Die Hüter des Lichts“), Bob Persichetti und Rodney Rothman hat der Film gleich drei Regisseure, die auch stilistisch auf Vielfalt setzen. Die Palette reicht nicht zuletzt dank der sehr unterschiedlichen Figuren von extrem realistisch wirkenden Szenen bis zu kunterbunten, regelrecht abgedrehten Comic-Momenten, die von einer Fülle an Gags unterfüttert werden, sodass es nie langweilig wird. Eine gelungene Ergänzung des Spider-Man-Kosmos.

Mehr Spinnen-Spaß:

Spider-Man: Homecoming (2017)

The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro (2014)
The Amazing Spider-Man (2012)

Spider-Man 3 (2007)
Spider-Man 2 (2004)
Spider-Man (2002)

Venom (2018)


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Phantastische Tierwesen: 
Grindelwalds Verbrechen

Geschrieben von Armin , in Film 21 November 2018 · 298 Aufrufe

Nachschub für die Fans von Harry Potter: Mit der Reihe „Phantastische Tierwesen“, der kein Roman, sondern ein fiktives Tierlexikon zugrunde liegt, wird die Welt des berühmten Zauberlehrlings weiter erkundet, allerdings zeitlich vor den bekannten Abenteuern. Joanne K. Rowling, hier für die Drehbücher verantwortlich, macht das insofern geschickt, als dass sie zahlreiche Verbindungen zu Personen und Schauplätzen der Potter-Bücher knüpft, was natürlich die Fan-Herzen höherschlagen lässt. Wäre die Handlung des zweiten von fünf geplanten „Tierwesen“-Filmen ähnlich gewitzt, könnte sich auch der etwas neutralere Zuschauer dafür begeistern. Das ist aber leider nicht der Fall.

In „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ (2016) hatte Newt Scamander (Eddie Redmayne), der in seinem Koffer die titelgebenden Fabelwesen mit sich herumschleppt, den schurkischen Zauberer Gellert Grindelwald (Johnny Depp) zur Strecke gebracht. Der versucht – wo Frau Rowling nur immer diese Inspirationen hernimmt? – weitere Magier auf die dunkle Seite der Macht zu ziehen. Der junge Albus Dumbledore (Jude Law), hier schon Lehrer in Hogwarts, wendet sich an seinen ehemaligen Schüler Scamander, da er selbst aufgrund eines alten Schwurs nichts gegen Grindelwald unternehmen kann. Beim sich quälend langsam aufbauenden Showdown in Paris sind dann auch die bereits aus dem ersten Film bekannten Tina Goldstein (Katherine Waterston), ihre Schwester Queenie (Alison Sudol), Jacob Kowalski (Dan Fogler) und der tot geglaubte Credence Barebone (Ezra Miller) vor Ort.

David Yates, für einige der schwächsten Harry-Potter-Filme verantwortlich (nämlich „Orden des Phönix“ und „Halbblutprinz“), darf wie schon beim Vorgänger erneut Regie führen, macht seine Sache aber wieder einmal nicht sonderlich gut. Ja, es gibt jede Menge Action, die auch optisch etwas hermacht, es gibt wahlweise knuffige oder eindrucksvolle Tierwesen zu bestaunen und es gibt die Querverweise zu den Potter-Büchern. Woran es aber fehlt, das sind interessante Figuren – Scamander, immerhin von Redmayne überzeugend verkörpert, als neuer Harry Potter und Grindelwald als neuer Voldemort sind das schon mal nicht, der Rest des fast schon unüberschaubar großen Personals bleibt blass und austauschbar. Durch die eher wirre Handlung will dann auch nicht so recht Spannung entstehen – da wimmelt es von ermüdenden Erklär-Monologen, Zauberstab-Duellen und eben Tierwesen, die aus dem Koffer klettern und mal eben den Tag retten. Das ist ziemlich langweilig.

Mehr aus dem Harry-Potter-Universum:
Harry Potter und die Heiligtümer des Todes (Teil zwei) (2011)
Harry Potter und die Heiligtümer des Todes (Teil eins) (2010)
Harry Potter und der Halbblutprinz (2009)
Harry Potter und der Orden des Phönix (2007)
Harry Potter und der Feuerkelch (2005)

Ein Film mit Eddie Redmayne:
Jupiter Ascending (2015)

Filme mit Johnny Depp:
Mord im Orient-Express (2017)
Pirates of the Caribbean - Salazars Rache (2017)
Alice im Wunderland - Hinter den Spiegeln (2016)
Black Mass (2015)
Mortdecai (2015)
Transcendence (2014)
Lone Ranger (2013)
Rum Diary (2012)
Dark Shadows (2012)
Jack und Jill (2012)
Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten (2011)
Rango (2011)
The Tourist (2010)
Das Kabinett des Doktor Parnassus (2010)
Public Enemies (2009)
Sweeney Todd (2008)
Fluch der Karibik 3 (2007)
Fluch der Karibik 2 (2006)


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Bohemian Rhapsody

Geschrieben von Armin , in Film 05 November 2018 · 544 Aufrufe

Dem fertigen Film merkt man das Chaos hinter den Kulissen zum Glück nicht an: Schon 2006 gab es die Idee für einen Film über Freddie Mercury und die Band Queen, Kandidaten für die Hauptrolle kamen und gingen und drei Wochen vor Ende der Dreharbeiten wurde Regisseur Bryan Singer („X-Men“) durch Dexter Flechter („Eddie the Eagle“) ersetzt. Das Ergebnis ist trotzdem sehenswert, wenn auch mit Einschränkungen.

Im Mittelpunkt von „Bohemian Rhapsody“ steht Freddie Mercury (Rami Malek): vom Einstieg als Sänger bei Queen über die Beziehung zu Mary Austin (Lucy Boynton) und seine Homosexualität, die er sich anfangs selbst nur schwer eingestehen mag, bis hin zu den Tücken des Superstar-Daseins und der Aids-Diagnose – das ist Stoff für mehr als nur einen Film und wird deshalb auch nur sehr komprimiert auf die Leinwand gebracht. Zumal sich der Film nicht auf Mercurys Lebensgeschichte beschränkt, sondern auch den Erfolgsweg von Queen ab der Gründung 1970 bis zum Live-Aid-Konzert 1985 nachzeichnet: Brian May (Gwilym Lee), Roger Taylor (Ben Hardy) und John Deacon (Joseph Mazzello) werden ähnlich wie der alles überstrahlende Mercury sehr überzeugend verkörpert.

Dass der Film bereits mit dem erfolgreichen Auftritt im Wembley-Stadion endet und nicht erst mit Mercurys Tod 1991, ist eines von dann doch mehreren Haaren in der Suppe. Dazu zählen einige biografische Fakten, die sich „Bohemian Rhapsody“ zurechtbiegt, wie es am besten in den Erzählfluss passt, vor allem aber die doch sehr glattgebügelte Darstellung der diversen Rock’n’Roll-Exzesse – die Authentizität wurde hier eindeutig der Familientauglichkeit zuliebe geopfert. Wären Queen 1975 beim Song „Bohemian Rhapsody“ ähnliche Kompromisse eingegangen, was wäre wohl aus der Band geworden?

Davon abgesehen, hat der Film viele großartige Momente. Ganz besonders sind die Konzertszenen zu nennen, die dank der guten Leistung der Schauspieler sehr echt wirken und von einer Reihe toller Songs aus dem Schaffen der Band adäquat untermalt werden. Nette Idee am Rande: Mike Myers in der Rolle des (fiktiven) Plattenbosses, der die Single-Veröffentlichung des späteren Top-Hits „Bohemian Rhapsody“ verhindern wollte – wer denkt da nicht an die Headbanger-Szene in „Wayne’s World“?

Filme von Bryan Singer:
X-Men: Apocalypse (2016)
X-Men: Zukunft ist Vergangenheit (2014)


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Venom

Geschrieben von Armin , in Film 09 October 2018 · 489 Aufrufe

Den außerirdischen Symbionten Venom und seinen menschlichen Träger Eddie Brock kennen Superhelden-Fans wenn nicht aus den Comics, dann spätestens seit „Spider-Man 3“ (2007). Jetzt erhält er einen eigenständigen Film unter der Regie von Ruben Fleischer, der hier einen ähnlichen Tonfall wie in seiner Komödie „Zombieland“ (2009) einschlägt: Venom geht zwar alles anderes als zimperlich vor, das wird aber mit einem dermaßen nonchalanten Augenzwinkern präsentiert, dass auch ein abgebissener Kopf eher für Schmunzeln als für Grausen sorgt. Das ist einerseits unterhaltsam, leider aber auch ein bisschen kurz gegriffen: Moralische Fragen bleiben auf der Strecke – eigentlich ist Venom ein Bösewicht, hier wird er als Held inszeniert.

Der Journalist Eddie Brock (Tom Hardy) verliert seinen Job, als er dem skrupellosen Unternehmer Carlton Drake (Riz Ahmed) unangenehme Fragen stellt. Seine Verlobte Anne (Michelle Williams), deren Vertrauen er missbraucht und die zum allem Überfluss ebenfalls gefeuert wird, ist er dann auch gleich los. Dafür macht Brock die Bekanntschaft von Venom, in einem von Drakes Raumschiffen zusammen mit anderen Symbionten zur Erde gelangt. Deren Anführer, Riot genannt, plant nicht weniger als die Auslöschung der Menschheit.

Tom Hardy sorgt allein und im Duett mit seinem außerirdischen Partner für die humoristischen und actionreichen Höhepunkte des Films. Schade ist, dass die Macher nur wenig Zeit auf Brocks inneren Konflikt verwenden. Der arrangiert sich in der zweiten Filmhälfte nach anfänglichem Aufbäumen allzu schnell mit seiner Rolle als Träger des Symbionten, nimmt auch mehr oder weniger schwere Kollateralschäden billigend in Kauf. Diese ernsthaftere Komponente stärker herauszuarbeiten, hätten dem dennoch immer unterhaltsamen Film gut getan. Vielleicht passiert das ja in einer möglichen Fortsetzung.

Mehr:
Venom in Spider-Man 3 (2007)


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Die Unglaublichen 2

Geschrieben von Armin , in Film 07 October 2018 · 352 Aufrufe

14 Jahre sind angesichts der rasanten technischen Entwicklung gerade für einen Animationsfilm eine fast ewig lange Zeit. Trotzdem kann sich Brad Birds Superheldenspaß „Die Unglaublichen“ aus dem Jahr 2004 auch heute noch sehen lassen – das gilt für Optik, Handlung und Gags. Und so ist kein Schaden, dass die reichlich verspätete Fortsetzung direkt ans Original anschließt: inhaltlich, aber auch qualitativ.

Die Schlussszene des ersten Films wird zum Auftakt des neuen: Beim spektakulären Kampf mit dem „Tunnelgräber“ geht prompt eine ganze Menge zu Bruch. Damit haben sich Mr. Incredible, seine Frau Elastigirl und die Kinder Violet, Flash und Jack-Jack mal wieder gehörig in die Nesseln gesetzt, die allgemeine Ablehnung gegenüber Superhelden wird sogar noch größer. Selbst Geheimagent Rick Decker, der bislang schützend seine Hand über die Familie gehalten hat, kann ihnen nun nicht mehr helfen. Da kommt das Angebot der schwerreichen Unternehmergeschwister Winston und Evelyn Deavor gerade zur rechten Zeit. Sie wollen dafür sorgen, dass Superhelden wieder die ihnen gebührende Anerkennung erhalten. Zugpferd soll Elastigirl sein, die sich gleich mal einem Schurken namens „Screenslaver“ entgegenstellen darf, der mittels Massenhypnose für Ärger sorgt. Mr. Incredible kümmert sich derweil daheim um die lieben Kleinen: Mathe-Hausaufgaben, Liebeskummer und die überraschende Vielfalt an Superhelden-Fähigkeiten des jüngsten Familiensprosses stellen ihn vor eine noch viel größere Herausforderung.

Wenn man dem Film etwas vorwerfen muss, dann ist es sein eher lahmer Bösewicht, dessen Geheimnis nicht lange eins bleibt und der auch nach seiner Enttarnung kein wirkliches Prickeln hervorruft. Das macht das turbulente Geschehen auf der Leinwand aber gleich in mehrfacher Hinsicht wett: mit einer Menge großartiger Actionszenen, vielen zündenden Gags, einer ganzen Reihe neuer, origineller Superhelden und natürlich dem gar nicht so heimlichen Star des Films. Baby Jack-Jack stiehlt dem Rest der Familie beinahe mühelos die Show, ob nun mit der Verwandlung in einen Feuerteufel oder seinen grünen Laseraugen. Und natürlich gibt’s nicht nur Spaß, sondern auch mehr oder weniger subtil vermittelte Botschaften: Dazu zählt, dass in einem Film, der zeitlich in der McCarthy-Ära spielt, statt Kommunisten nun eben Superhelden gejagt werden; aber auch die konsequente Umkehrung der nicht nur damals herrschenden Rollenklischees, wenn dieses Mal mit Elastigirl eben die Frau die erste Geige spielt. Das Schöne daran: Das kann man mitnehmen, bekommt es aber nicht mit dem Holzhammer eingetrichtert und hat auch ohne tiefschürfendere Beigaben jede Menge Vergnügen mit dem Film.


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Alpha

Geschrieben von Armin , in Film 09 September 2018 · 372 Aufrufe

Schade: Für den Steinzeitfilm „Alpha“ haben die Macher eigens eine prähistorisch anmutende Sprache entwickeln lassen, die der Zuschauer dank Untertiteln trotzdem verstehen kann. Aber leider nur im Original. In der deutschen Synchronisation wurde auf diesen löblichen Aufwand verzichtet, die Figuren unterhalten sich, als stammten sie nicht aus einer 20 000 Jahre zurückliegenden Epoche, sondern bestenfalls von vorgestern. Das raubt dem Film viel an möglicher Authentizität und mag einer der Gründe dafür sein, warum „Alpha“ zwar nett anzuschauen, aber keinesfalls ein größeres emotionales Erlebnis ist. Regie führt Albert Hughes, bisher ausschließlich zusammen mit seinem Zwillingsbruder Allen bei Filmen von „Menace II Society“ (1993) bis „The Book of Eli“ (2010) aktiv.

Keda (Kodi Smit-McPhee) darf zum ersten Mal mit den Männern seines Stammes auf die Büffeljagd gehen. Stammesführer ist sein Vater Tau (Jóhannes Haukur Jóhannesson), der ihm weise Ratschläge wie „Wer überleben will, muss geduldig sein und darf niemals aufgeben“ mit auf den Weg gibt. Darauf muss Keda schon bald zurückgreifen, denn bei der ersten Begegnung mit einer Büffelherde kommt es zu einem tragischen Unglück: Während die Jäger die Tiere über eine steile Klippe in den Tod treiben, attackiert einer der Büffel ausgerechnet Keda – und dieser stürzt ebenfalls in die Schlucht. Zwar bleibt er auf einem Felsvorsprung liegen, doch sein Stamm hält ihn für tot und selbst sein Vater Tau lässt sich überreden, mit der Jagdbeute, aber ohne Keda den Heimweg anzutreten. Der erwacht aber doch noch und kämpft sich zunächst allein durch die Wildnis. Als ihn ein Rudel Wölfe attackiert, verletzt er den Anführer und vertreibt so die anderen, bringt es dann aber nicht übers Herz, das Tier zu töten. Stattdessen pflegt er den Alpha getauften Wolf gesund und die beiden helfen sich gegenseitig.

Die eindrucksvollen Bilder der urzeitlichen Landschaft sind ein zweischneidiges Schwert, sieht man ihnen doch immer wieder die Herkunft aus dem Computer an, sodass sie nicht etwa archaisch, sondern eher künstlich-glatt wirken. Ähnliches gilt für Kedas Leidensweg. Der ist, verglichen mit einem schonungslosen Überlebenskampf, wie ihn beispielsweise der von Leonardo DiCaprio verkörperte Trapper in „The Revenant“ (2016) führen muss, eher die gemütliche Light-Variante in Wohlfühlatmosphäre. Zwar macht Darsteller Kodi Smit-McPhee seine Sache gut, irgendwie läuft es für seine Figur aber allem Unglück zum Trotz dann doch zu sehr wie geschmiert, als dass man mit ihm leiden könnte. Und auch Wolf Alpha wird viel zu schnell brav wie ein Lamm. Echte Spannung entsteht bei so geringen Widerständen leider nicht.

Ein Film von Allen (nicht Albert) Hughes:
Broken City (2013)


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Mission: Impossible – Fallout

Geschrieben von Armin , in Film 05 August 2018 · 318 Aufrufe

Die „Mission: Impossible“-Reihe bleibt auf einem hohen Niveau. Nach dem gelungenen „Rogue Nation“ (2015) geht es im sechsten Film genauso weiter. Erneut unter der Regie von Christopher McQuarrie („Jack Reacher“), der auch fürs Drehbuch verantwortlich ist, wird unter dem Titel „Fallout“ rasante Unterhaltung geboten: ein Plot, der pausenlos neue Wendungen bietet, ohne sich dabei in den eigenen Fallstricken zu verfangen, augenzwinkernder Humor und Actionszenen, die gut dosiert, aber trotzdem richtig spektakulär sind. Von Abnutzungserscheinungen bei der Reihe, 1996 gestartet und auf der alten Fernsehserie „Kobra, übernehmen Sie“(1966 bis 1973) basierend, keine Spur.

Die „Impossible Mission Force“ (IMF) hat einen neuen Auftrag für ihren Spitzenagenten Ethan Hunt (Tom Cruise): Plutonium, aus dem Atombomben gebaut werden könnten, soll dringend sichergestellt werden. Das geht allerdings zunächst schief und Hunt sowie seine Kollegen Benji Dunn (Simon Pegg) und Luther Stickell (Ving Rhames) haben es mit Terroristen zu tun, die sich „Apostel“ nennen und auf den Weltuntergang hinarbeiten – da darf der von Hunt im vorangegangenen Film aus dem Verkehr gezogene Bösewicht Solomon Lane (Sean Harris) natürlich nicht fehlen. Ein anderes Süppchen kocht derweil CIA-Chefin Erica Sloane (Angela Bassett), die mit Walker (Henry Cavill) ein Eisen im Feuer hat. Und dann ist da ja auch noch die ehemalige MI6-Agentin Ilsa Faust (Rebecca Ferguson), die ebenfalls ganz eigene Pläne verfolgt. Die wilde Jagd führt die Akteure kreuz und quer über den halben Globus, sodass sie sich unter anderem in Belfast, Berlin, Paris, London und schließlich in der Himalaya-Region Kaschmir austoben dürfen.

Christopher McQuarrie beweist erneut ein gutes Händchen für eine trickreiche Handlung, bei der keine Langeweile aufkommt: Angesichts der vielen unterschiedlichen Parteien, die das Plutonium in ihren Besitz bekommen oder sich gegenseitig an den Kragen gehen wollen, ist für zahllose Wendungen gesorgt, von denen längst nicht alle absehbar sind. Auch die Action spielt naturgemäß eine wichtige Rolle, wenn auch nicht so aberwitzig dick aufgetragen wird, wie das in früheren Filmen der Reihe (speziell John Woos Teil zwei) der Fall gewesen ist. Der Fokus liegt eher auf handfesten Verfolgungsjagden mit Auto und Motorrad – Erfolgsrezept: immer schön in den Gegenverkehr fahren –, Prügeleien und einem dann doch spektakulären Finale mit zwei Hubschraubern. Daneben kommen aber auch die Figuren nicht zu kurz: Zum bewährten Ensemble kommt Neuzugang Henry Cavill („Man of Steel“) als undurchsichtiger CIA-Agent hinzu, der ebenso eine echte Bereicherung ist wie der von Sean Harris erneut überzeugend verkörperte Schurke Lane.

Ältere Filme der Reihe:
Mission: Impossible - Rogue Nation (2015)
Mission: Impossible - Phantom Protokoll (2011)
​Mission: Impossible 3 (2006)

Weitere Filme mit Tom Cruise:
Barry Seal - Only in America (2017)
Edge of Tomorrow (2014)
Oblivion (2013)
Operation Walküre - Das Stauffenberg-Attentat (2009)
Von Löwen und Lämmern (2007)



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Ant-Man and the Wasp

Geschrieben von Armin , in Film 28 July 2018 · 1232 Aufrufe

„Ant-Man“ war 2015 ein Überraschungserfolg aus den Marvel Studios, ein sympathischer Film mit einem sehr menschlichen Helden, der sich geschickt gegen den Trend seiner Superhelden-Kollegen stellte, alles noch ein Stück spektakulärer als zuvor zu gestalten. Da passt es gut, dass die Fortsetzung, erneut unter der Regie von Peyton Reed, recht zeitnah nach dem dramatischen Showdown des dritten „Avengers“-Streifens in die Kinos kommt und es hier, wenn auch mit Einschränkungen, wieder etwas geerdeter zugeht.

Weil er gegen das Sokovia-Abkommen verstoßen hat, sitzt Scott Lang (Paul Rudd) mit einer Fußfessel daheim seine Strafe ab, bespaßt seine Tochter Cassie (Abby Ryder Fortson) und lässt sich vom übereifrigen FBI-Agenten Woo (Randall Park) das Haus auf den Kopf stellen. Doch schon bald zwingen ihn die Ereignisse, das Ant-Man-Kostüm aufs Neue überzustreifen. Die eigentlich vor vielen Jahren im subatomaren Raum verschwundene Janet Van Dyne (Michelle Pfeiffer) taucht in einem sehr real wirkenden Traum auf. Das bringt Scott wieder mit Dr. Hank Pym (Michael Douglas) und Hope (Evangeline Lilly) zusammen, Ehemann und Tochter der Verschollenen, die nichts unversucht lassen, sie zu retten. Doch da ist auch die vom Schicksal schwer gezeichnete Ghost (Hannah John-Kamen), die auf Janets Kosten ihr eigenes Leben retten will. Bei so viel Dramatik sorgen neben ein paar kleinen Gaunern vor allem Scotts Freunde um Quasselstrippe Luiz (Michael Peña) für komödiantische Auflockerung.

Zwei Dinge kann man „Ant-Man and the Wasp“ negativ ankreiden: Das pseudowissenschaftliche Gequatsche, das sich immer wieder einschleicht, ist genau einmal lustig, danach bremst es dann nur noch den Spaß aus. Und eine Bösewichtin zu kreieren, die in ihrer ganzen Tragik viel Potenzial bietet, das jedoch von optischen Spielereien abgesehen null Komma null ausgeschöpft wird, ist geradezu fahrlässig. Damit hat es sich dann aber auch schon mit dem Gemecker: Der Film ist wie schon sein Vorgänger mit einer ganzen Menge bestens funktionierender Gags gespickt, auch die Action-Szenen, speziell in den Straßen von San Francisco, kommen überzeugend daher. Das geballte Slapstick-Feuerwerk sorgt dafür, dass die eigentlich nicht sonderlich originelle Handlung immer unterhaltsam bleibt.


Das MCU hier im Blog:
Avengers: Infinity War (2018)
Black Panther (2018)
Thor - Tag der Entscheidung (2017)
Spider-Man: Homecoming (2017)
Guardians of the Galaxy Vol.2 (2017)
Doctor Strange (2016)
The First Avenger - Civil War (2016)
Ant-Man (2015)
Avengers: Age of Ultron (2015)
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Iron Man (2008)

Nach wie vor keine Ahnung, wo meine Kritik zu Der unglaubliche Hulk (2008) abgeblieben ist ...






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(3. Platz beim Deutschen Phantastik Preis 2005)

 

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Cantals Tränen

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Begedia Verlag, 2016

 

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herausgegeben von André Skora, Armin Rößler und Frank Hebben

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herausgegeben von Armin Rößler und Heidrun Jänchen
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herausgegeben von Armin Rößler und Heidrun Jänchen
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herausgegeben von Armin Rößler und Heidrun Jänchen
Wurdack Verlag, 2007

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herausgegeben von Armin Rößler und Heidrun Jänchen
Wurdack Verlag, 2007

Tabula rasa
herausgegeben von Armin Rößler und Heidrun Jänchen
Wurdack Verlag, 2006
(2. Platz beim Deutschen Phantastik Preis 2007)

Golem & Goethe
herausgegeben von Armin Rößler
Wurdack Verlag, 2005

Überschuss
herausgegeben von Armin Rößler
Wurdack Verlag, 2005
(5. Platz beim Deutschen Phantastik Preis 2005)

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herausgegeben von Armin Rößler und Dieter Schmitt
Wurdack Verlag, 2004
(4. Platz beim Deutschen Phantastik Preis 2005)

Deus Ex Machina
herausgegeben von Armin Rößler und Dieter Schmitt
Story-Olympiade, 2004

Sekundärliteratur:

Carl Amerys Der Untergang der Stadt Passau. Eine Untersuchung der zentralen Themenkomplexe
EDFC, 2001

Kurzgeschichten:

 

Random Gunn und der Griff nach der Weltherrschaft

Elvis hat das Gebäude verlassen

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Lazarus
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Deus Ex Machina 'e', 2005

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Pandaimonion III – Für Daddy
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Griff nach der Macht
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Francesco im Land der Delphine
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Pandaimonion
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Hexen, Magier, Scharlatane
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Kapitel 1 (2/7)
Kapitel 1 (3/7)
Kapitel 1 (4/7)
Kapitel 1 (5/7)
Kapitel 1 (6/7)
Kapitel 1 (7/7)

Argona

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Armin Rößler
Argona
3. Roman aus dem Argona-Universum
Wurdack Science Fiction Band 13
Taschenbuch
ISBN 978-3-938065-30-3

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Wurdack Verlag