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Universal Explorer - Der erste Flug

Geschrieben von HMP , 03 August 2009 · 650 Aufrufe

Universal Explorer - Der erste Flug
Es war Jules Verne, der mich Ende der 1960er Jahre zu Phantastik führte.

Es war 1968 die TV-Serie „Was sucht der Mensch im Weltraum?“ des unvergessenen Heinz Haber, die mich für Raumfahrt begeisterte.

Ich war in der Nacht vom 20. auf 21. Juli 1969 „live“ dabei, als Neil Armstrong jenen kleinen gewaltigen Schritt machte.

Es waren „Perry Rhodan“ und „2001 – Odyssee im Weltraum“, die mich zur Science Fiction brachten.
Science Fiction und Raumfahrt schließlich sorgten dafür, dass ich anfing zu schreiben. Fan-Fiction würde man heute wohl dazu sagen.

Ich habe die Erfolge und Misserfolge der Raumfahrt ebenso verfolgt wie die tragischen Katastrophen. Alles zusammen brachte mich der Astronomie näher und schließlich der Kosmologie.

Thematisch bin ich beim Schreiben dann aber – Dank Michael Moorcock und J.R.R. Tolkien – mehr in Richtung Fantasy abgedriftet. Der SF war und bleibe ich aber immer verbunden.

Daher wollte ich schon immer ein Science-Fiction-Buch schreiben. Stanley Kubrick und Arthur C. Clarke wollten mit „2001“ den sprichwörtlich „guten“ SF-Film drehen. Ich will – ohne so vermessen zu sein, mich mit ihnen zu vergleichen – den sprichwörtlich „guten“ SF-Roman schreiben – gut, was ich darunter verstehe. Es gibt gute, sehr gute SF-Romane – ich will einen weiteren schreiben. Er soll Fakten, Fiktionen und Visionen mit einander vermischen.

Ein ehrgeiziges Projekt? Sicher. Ein abgehobenes Projekt? Vielleicht. Auf alle Fälle ein langfristiges. Nichtsdestotrotz habe ich damit angefangen.

Die Geschichte umfasst einen Zeitraum von rund 40 Jahren – von der Entdeckung des SL-Prinzips bis zum Start des ersten experimentellen Fernraumschiffs der Menschheit.

… und so beginnt es.


Helge Morton Paulsen stand auf dem Balkon seines Hotelzimmers. In einiger Entfernung war der hell erleuchtete Eiffel-Turm zu sehen. Mit etwas Phantasie – mit einiger Phantasie – konnte man ihn für eine startbereite Rakete halten, deren Spitze zu den Sternen zeigte. Das Bild hat etwas Symbolhaftes an sich. Denn deswegen waren sie hier. Eine Reise zu den Sternen. Nicht zu den Planeten, nein, eine Reise zu den Sternen.
Dreißig Jahre Forschung, die letzten zehn davon begleitet mit Überzeugungsarbeit, Gesprächen, Diskussionen … würde es sich auszahlen? Nicht in monetärem Sinne, nein, das bestimmt nicht, jedenfalls nicht sofort und nicht für alle. Aber in … geistigem Sinne.
Sein Zimmer befand sich im 18. Stockwerk und der Lärm von der Straße unten drang daher nur sehr gedämpft zu ihm herauf. Es war Nacht, kurz vor 23.00 Uhr MESZ. Die Sitzung des ESA-Rates sollte längst beendet sein. Eine gewisse Ungeduld hatte von dem Wissenschaftler Besitz ergriffen. ‚Unlogisch’, sagte er sich. ‚Wir haben dreißig Jahre gewartet, was machen da schon ein paar Stunden aus?’ Aber er gestand sich ein, dass er ungeduldig war.
Als er hörte, wie sich die Zimmertür in seinem Rücken öffnete, wandte er kurz den Kopf. Es war Jeff – natürlich, wer auch sonst? Er warf einen schnellen Blick in das Gesicht des Briten, doch Jefferson K. White, der einmal sein Student gewesen und heute ein guter Freund und unverzichtbarer Assistent war, verriet mit seiner Miene nicht das Geringste. ‚Ruhig, ganz ruhig!’ ermahnte Paulsen sich, als er in sich das Verlangen spürte, den zwanzig Jahre jüngeren Mann mit Fragen überfallen zu wollen. Er zwang sich, den Kopf zu drehen und wieder das nächtliche Bild des Eiffel-Turms zu betrachten.
Es vergingen ein paar Minuten, dann kam White auf den Balkon. In der Hand hielt ein Glas mit Eiswürfeln und Whisky. White mochte Whisky, trank ihn aber eher selten. Nur in Augenblicken, in denen er wirklich aufgewühlt war, genehmigte er sich einen Schluck. ‚Oder zwei’, wie Paulsen mit einem schnellen Seitenblick auf das gut gefüllte Glas feststellte.
Gemeinsam standen sie schweigsam nebeneinander auf dem Balkon und sahen hinüber zum metallenen Wahrzeichen von Paris.
„Alte, entscheidungsscheue Frauen und Männer“, murmelte White schließlich leise. Paulsen konnte nicht erkennen, ob der Brite die Worte an ihn gerichtet hatte oder sie einfach für sich hingemurmelt hatte. „Politiker und Wissenschaftler, die längst in den Ruhestand geschickt werden sollten.“
Wieder vergingen ein paar wortlose Minuten, dann sah der Deutsche aus den Augenwinkeln, wie sein Assistent den Kopf drehte und ihn ansah. „Aber irgendwann konnten sie nicht mehr anders. Sie mussten eine Entscheidung treffen. Und sie haben sie getroffen.“ Er machte eine kurze Pause. „Sie werden es bauen, Professor, sie werden es bauen!“
Paulsen schloss die Augen. War es wahr, was er gört hatte? Oder hatten seine Ohren ihm einen Streich gespielt und er nur gehört, was er hören wollte? „Sie wollen es wirklich tun?“ fragte er nach ein paar Augenblicken leise, die Augen immer noch fest geschlossen.
„Ja, Professor. Wirklich. Sie wollen es wirklich bauen!“ Obwohl sie längst befreundet waren, nannte der Brite ihn immer noch respektvoll ‚Professor’, dabei trug White selbst diesen Titel. „Es war ein langer, zäher Kampf, Professor, doch letztlich haben die Pro-Argumente überwogen. Sie werden es bauen!“
Paulsen öffnete die Augen und sah seinen Assistenten an. Die Beherrschtheit war aus Whites Gesicht verschwunden und hatte einem Strahlen Platz gemacht. Seine Augen leuchteten. Er hielt Paulsen ein Glas hin, das er bislang hinter seinem Rücken versteckt gehalten hatte.
„Du weißt, ich vertrage keinen Whisky“, wollte der Deutsche abwehren, doch White schüttelte den Kopf. „Heute ist das egal, Professor, heute heißt es feiern!“ Er lachte. „Mein Gott, sie werden es bauen!“
Paulsen nahm das Glas, zögerte einen Augenblick, dann nahm er einen großen Schluck. Er mochte den Geschmack von Whisky, vertrug ihn aber nicht. Er machte ihn zu schnell … betrunken.
„Sie werden es bauen“, murmelte er, während das hochprozentige Getränk seinen Weg in den Magen nahm. Es brannte ein wenig, aber das war ihm gleichgültig. „Sie werden das Raumschiff bauen!“ Er konnte es immer noch nicht richtig glauben.
„Sie werden es bauen“, bekräftigte White noch einmal und leerte sein Glas in einem letzten großen Schluck. „Und sie wollen es ‚Universal Explorer’ nennen. Ein wenig hochtrabend finde ich, schließlich ist das Universum verdammt groß, aber bis das Schiff fertig ist, wird sich sicher ein besserer Name finden. Ein Name, der zu ihm passt.“




Es war Jules Verne, der mich Ende der 1960er Jahre zu Phantastik führte.
Exakt. "Zwanzigtausend Meilen unter den Meer" und "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" haben einige Zeit dafür gesorgt, dass Hausaufgaben unwichtig wurden.

Es war 1968 die TV-Serie „Was sucht der Mensch im Weltraum?“ des unvergessenen Heinz Haber, die mich für Raumfahrt begeisterte.
Den habe ich geliebt. Wir er mit einem Plastikmodell herumfuchtelte und die Manöver der Apollo erklärte. Wunderbar.

Ich war in der Nacht vom 20. auf 21. Juli 1969 „live“ dabei, als Neil Armstrong jenen kleinen gewaltigen Schritt machte.
Als Achtjähriger war ich auch dabei. Und nichts auf der Welt hätte mich dazu gebracht, ins Bett zu gehen (was meine Eltern gottseidank auch eingesehen haben, allerdings erst spät ...).

Es waren „Perry Rhodan“ und „2001 – Odyssee im Weltraum“, die mich zur Science Fiction brachten.
Und vielleicht noch Captain Kirk ...

Ich will – ohne so vermessen zu sein, mich mit ihnen zu vergleichen – den sprichwörtlich „guten“ SF-Roman schreiben – gut, was ich darunter verstehe.
Tu das! Undbedingt!
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ZITAT(schnei17 @ 04.08.2009, 22:03)
Tu das! Undbedingt!


Werde ich, werde ich ganz sicher! Ich habe begonnen, ein wenig zu recherchieren (ESA etc.) und verschüttetes Wissen auszugraben (Physik etc.). Wird sich ein Langzeitprojekt, aber gut Ding will Weile haben.
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Es war Jules Verne, der mich Ende der 1960er Jahre zu Phantastik führte.
Ah, ja, "Zwanzigtausend Meilen unter den Meeren". Ich fürchte, ich habe wochenlang U-Boote in meine Schulhefte gezeichnet ...

Es war 1968 die TV-Serie „Was sucht der Mensch im Weltraum?“ des unvergessenen Heinz Haber, die mich für Raumfahrt begeisterte.
Oh, ja, Heinz Haber habe ich auch heiß und innig geliebt. Genau wie die Zeitschrift "X - unsere Welt heute".

Ich war in der Nacht vom 20. auf 21. Juli 1969 „live“ dabei, als Neil Armstrong jenen kleinen gewaltigen Schritt machte.
Aber gewiss doch. Und mein ganzes Zimmer war mit aus Zeitschriften ausgeschnittenen Bildern und Artikeln "dekoriert".

Es waren „Perry Rhodan“ und „2001 – Odyssee im Weltraum“, die mich zur Science Fiction brachten.
Bei mir war das Mitte der 60er Erich Dolezal, über dessen Bücher ich zufällig in der Stadtbücherei gestolpert bin. Nein, den muss man nicht kennen wink.gif; aber so ganz viel falsch gemacht hat er - zumindest, was mich angeht - anscheinend nicht, auch wenn er schon bald nicht mehr gegen Robert A. Heinlein, Arthur C. Clarke und ... äh ... naja, den Perry halt wink.gif ankam.
Und was die bewegten Bilder angeht, so war damals "Raumpatrouille" ein unvergessliches Erlebnis. (Und hat zu einer ähnlich heftigen häuslichen Auseinandersetzung geführt wie einige Zeit später der "Beat Club".)

Und ja, mich hat's dann auch irgendwann mehr zur Fantasy verschlagen, wobei sich da JRRT und Two-Gun-Bob die Meriten teilen dürfen. (Hm. Ich fürchte, Bob ist mehr schuld ...)

Ich will – ohne so vermessen zu sein, mich mit ihnen zu vergleichen – den sprichwörtlich „guten“ SF-Roman schreiben – gut, was ich darunter verstehe.
"Denn man toe", wie mein Großvater zu sagen pflegte. Auch wenn das nach allerhand Arbeit klingt.

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ZITAT(Gerd @ 06.08.2009, 04:03)
"Denn man toe", wie mein Großvater zu sagen pflegte. Auch wenn das nach allerhand Arbeit klingt.


Es ist Arbeit und es wird Arbeit sein ... aber ich "werde man toen" (oder so ähnlich biggrin.gif ) ...
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