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Thomas Hofmanns Phantastische Ansichten



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Septober (Leseliste bis zur Nr. 50)

Geschrieben von T.H. , in Leseliste ab 2013 16 October 2020 · 196 Aufrufe
Karla Schmidt, Huxley, Čapek und 1 weitere...
Es ist zwar Mitten im Monat, aber da ich nun das 50. Buch meines Jahrespensums erreicht habe; kommt hier also die Leselistenfortsetzung.
50 Bücher, das ist ja so mein "Leseziel" pro Jahr - also, nciht wirklich ein Ziel, aber eine für mich gute "Hausnummer". Ja, andere "schaffen" 150; ich arbeite an mir...

46 – Karla Schmidt: „Lügenvögel“
Diese Autorin habe ich lange Zeit ignoriert? Warum? Also, war keine böse Absicht, aber irgendwie habe ich sie wahrgenommen, aber nie zugegriffen. Dann las ich ihren Blog, dessen ersten Eintrag zum Thema Sinnfragen mich sehr beeindruckte. Und nun? Ich will also mehr von ihr lesen.
Versuche ich es doch mal mit dem kurzen Roman aus dem Wurdack-Verlag. Und dabei stellte ich noch fest, dass der Text einst als eBook im Verlag Das Beben erschien, den es leider nicht mehr gibt. Warum eigentlich? Das Konzept fand ich gut, und ich hatte damals auch ein paar Sachen gelesen und ein paar mehr noch auf Halde.
Nun machte es mir die Autorin mit dieser Geschichte nicht einfach. Worum geht es hier? Um Krankheiten, um Krebs, um Tschernobyl und die große Angst davor?
Das mittlere Kapitel, das 1986 in der BRD spielt, war für mich das eindringlichste. Es stellt die enorme Angst dar, die ein junger Mensch, eine Jugendliche in der BRD vor den Folgen, auch den möglichen Folgen, die in den Medien dargestellt wurden, hatte. Ich kann das kaum aus eigener Erfahrung nachvollziehen, denn bei „uns“ (DDR) wurde die Gefahr und wurden die Folgen weniger intensiv dargestellt, um es mal so auszudrücken.
Ein Familienmitglied der Jugendlichen war zum Zeitpunkt der Katastrophe in Kiew und kam mit der Strahlenkrankheit nach Hause.
Interessant sind die 8-beinigen Schmetterlinge, die sich durch den ganzen Text ziehen. Ich weiß nicht so recht, was sie darstellen sollen. Ist dies eine Mutation, eine Folge v. Tschernobyl? Im Zukunfts-Kapitel spielen sie dann auch wirtschaftlich eine Rolle. Immerhin…
Gut, dass die Autorin auch Seminare zum Schreiben hält, u.a. auch zum Thema „Plotten beim Nichtlinearen Erzählen“, zu dem ja ihr Kurzroman / ihre Novelle gehört. Da hat sich mal als Anschauungsmaterial ins Netz gestellt, aus dem die zeitlichen und personellen Verknüpfungen und Verwerfungen in „Lügenvögel“ dargestellt werden. Ein paar Sachen werden mir da klarer, gerade das mit dem Hund z.B., der mir zwar auffiel, aber den ich so nicht eingeordnet hätte.
Und Träume spielen eine große Rolle, darin die Lügenvögel, aber auch andere Wesen mit zugeschriebenen Eigenschaften.
Insgesamt holte mich der Text aber nicht ab. Trotzdem bin ich neugierig und ich greife demnächst mal zu einem eher mainstreamigen, geradlinig erzählten Text von ihr.
8 / 10 Punkte

47 – Tim Powers: „Die kalte Braut“
Wiedergelesen; Erstlesung war 1991. Hoho, das ist kaum noch wahr…
Das Buch war hinfort eines meiner Lieblingsbücher. Gelesen hatte ich es damals vor allem im Arbeitsamt wartend. Damals musste man dort oftmals noch sehr lange warten, was mich mit dieser Lektüre überhaupt nicht störte.
Und heute? Jaaaa…. Inzwischen erscheint es mir zu lang. Die Story und vor allem der mich nach wie vor absolut faszinierende Hintergrund (die Habsburger und die Nepheline, gefiederte Schlangen-Vampire und uralte Steinwesen in den Alpen, die nur mit ziemlich komplizierten Schmerz- und Blut- Ritualen und viel Kampfesmut zu besiegen sind) sind mir nach wie vor ein Fest, aber ein zu langes. Da wird viel gerannt, gekämpft, geblutet und über komplexe Vorgehensweisen orakelt, das hätte der Meister auch etwas kürzen können, ohne Inhaltsverlust.
Dafür habe ich jetzt die endgültige und umfängliche Wahrheit über die Dichtkunst der großen Dichterfürsten Shelley, Byron & Keats (noch einmal) erfahren. Ich weiß jetzt, warum sie und ihre Verwandten mitunter nicht so alt wurden und warum Polidori doch ein fieser Typ ist (leider, seufz…)
Es bleibt bei den 10 / Punkten (dich ich 1991 aber noch gar nicht so formell vergeben hatte)

48 – Aldous Huxley: „Das Genie und die Göttin“
Das ist ein Büchlein von meinem SUB; ein Geburtstagsgeschenk aus dem Jahre 1995 (?). Ja, ich bin da recht flott, nicht wahr?
Da nun bald die TV-Serie nach Huxleys Brave New World zu sehen sein wird, fühlte ich mich animiert, mal (wieder) was vom Meister zu lesen. Ich kannte aber bisher nur „Schöne neue Welt“. Dass es so eine Art Antwort von ihm selbst darauf gibt, wusste ich: „Eiland“. Will ich auf jeden Fall auch noch lesen, auch „Wiedersehen mit der Schönen neuen Welt“. Und vielleicht noch was von ihm?
Was soll man noch von ihm lesen, unbedingt?
Also, das Büchlein, Insel-Bücherei Nr. 1035. liegt seit Unzeiten bei mir im Regal. Warum also nicht das? Der Titel spricht ja auch den Phantastik-Fan an, der kurze Roman hat absolut keinen phantastischen Inhalt – aber er hat trotzdem supergut gefallen!
Der Ich-Erzähler hört einem alten Freund in der Vorweihnachtszeit bei einem Glas Whisky zu, wie er über seine erste große Liebesbeziehung erzählt.
Raffiniert ist das Ganze aufgemacht. Der (eigentliche) Erzähler ist verheiratet und hat ein Kind. Aber ist es diese seine Frau, von der er seinem Freund und uns erzählt?
Es ist eine tragische Liebesgeschichte. Tatsächlich, trotz des eingängigen Sujets, ziemlich überraschend, zumindest zum Schluss. Was mich aber sogleich faszinierte, ist Huxleys leichte und eloquente Art des Erzählens, seine von literarischem und geisteswissenschaftlichem Reflektieren durchdrungene Weltsicht, die er da offenbart. Allein die Reminiszenzen an E.A. Poe fand ich großartig. Und es ist eine Ode an das gute Leben, an die Liebe. Die erste Hälfte des Romans ist einfach ein Fest des Lebens, des Glücks, das man finden kann.
Bin echt angetan und neugierig auf mehr Huxley, gern auch abseits phantastischer (utopisch / dystopischer) Pfade.
10 / 10 Punkte

49 – Yehuda Shenef und Karel Čapek: „Karel Capeks R.U.R. – Rossum Universal Robots“
Langsam wird es ja Zeit: Im Januar feiert das Theaterstück, in dem der Terminus „Roboter“ geboren wurde, den 100. Jahrestag seiner Uraufführung (25. Januar 1921). Grund für uns – die Leute vom NEUEN STERN – ein Sonderheft / Schwerpunktheft zum Thema Roboter & Androiden zu machen.
Wie so oft bei Klassikern: Jede/r kennt sie, aber wer hat sie wirklich gelesen? Okay, ein Theaterstück muss man vielleicht nicht lesen, dafür auf der Bühne sehen. – Und? Also, ich bisher nicht.
Na, dachte ich mir, da muss mal eine Bildungslücke geschlossen werden und es kann ja nicht so schwer sein, den bekannten Stoff irgendwo lesen zu können, so populär wie der Titel und das Ding, was da das erste Mal unter der heute noch gängigen Bezeichnung beschrieben wurde, sind.
Tja, nun versuche man es mal.
Um es abzukürzen: Die einzige mir zurzeit zur Verfügung stehende Variante, sich dem Stoff zu nähern, ist dieses Büchlein, das im BoD-Verlag erschien. Antiquarisch kann man einen Sammelband mit Dramen von Čapek erwerben, ist aber nicht gerade günstig zu bekommen.
Ob es zum Jubeltag noch mal eine Edition geben wird?
Dann also die hier. Dabei ist der Ruf, den das Werk auf der allgemein bekannten großen Verkaufsplattform hat (Sternebewertung) nicht gerade einladend.
Es fängt schon mal beim Titel an: Warum fehlt beim Č von Čapek das Hatschek? (Ich habe bei Angabe der Autoren den Namen richtig geschrieben, auf dem Buchtitel steht er falsch.)
Warum fehlt bei Rossum’s Universal Robots das „‘s“, bzw. , wenn man es auf Deutsch schreibt, das "s"?
Auch auf dem Cover steht noch: „ins Deutsche übersetzt und aktualisiert von Yehuda Shenef“. Auch das stimmt. Nun bin ich nicht unbedingt so ein Verfechter der Unanfechtbarkeit des Ur-Textes; für meine Begriffe kann und darf man gerade Theaterstücke gern an die moderne Zeit anpassen. Das wird ja in vielen Inszenierungen gemacht; man findet eher selten eine völlig unbearbeitete Version eines Textes auf einer lebendigen Bühne. Für mich war das aber jetzt nicht ganz so gut, weil ich echt nicht weiß, wie der Ur-Text nun lautet. Ich muss vermuten, dass hier sehr viel dazu und umgedichtet wurde. Ich denke mal, dass sogar der ganze 4. Akt von Shenef ist, in dem nach dem Sieg der Roboter der letzte Mensch, ein ehemaliges Mitglied die Werkleitung von R.U.R., von den Robotern erpresst wird, zu verraten, wie sie „gemacht“ werden können. Sie leben ja nur ca. 20 Jahre und können sich nicht auf natürlichem Wege vermehren. Aber das Geheimrezept scheint ohnehin verloren gegangen zu sein. Bei den Dialogen zwischen Mensch und Robots erfährt man, dass sie, die unbeseelten Kunst-Figuren, wohl durchaus Gefühle und noch andere menschliche Eigenschaften haben.
Shenef hat mit Vokabeln, die an die moderne Zeit gemahnen, wie Computer, Tablet, Smartphone, Wikipedia, Netz(werk) etc. den Text aktualisiert. Da ist aber in einigen Passagen direkt darum geht, wie man den aufständischen Robots die Lebensgrundlage entzieht, um die Menschheit zu retten, ist es problematisch, wenn der Trick darin bestehen könnte, das Internet zu unterbrechen und sich auf das gute als Papierbuch (von denen es ja gar nicht mehr so viele gibt) zu besinnen. Ob das bei Čapek so stand? Und wenn nicht: Was stand denn da?
In dem Nachwort wird Asimov zitiert. Er meinte, das Stück sei nicht so gut. Na, hat er übrigens auch etwas Recht, insgesamt fand ich das Ganze ziemlich holprig, irgendwie auf lustig getrimmt. Dynamik wird durch wirre, mitunter ziemlich unmotiviert klingende Dialogfetzen erzeugt. Hat mich nicht überzeugt; vielleicht wäre das ja auf einer Bühne gesehen was anderes. Wer weiß? Damals ist das Stück, auch gerade in den USA, wohl sehr häufig aufgeführt worden.
Interessant fand ich den Anfang, denn der erinnerte mich sehr an „Bladerunner“ und die Frage: Wer ist denn hier Mensch und wer nicht – also Android? Dass es sich bei den „Robotern“ bei Čapek um Androiden, also biologische Wesen, handelt, dürfte ja allgemein bekannt sein. Und dabei bleibt es auch. Ob aber alle Sachen, die hier in diesem Text zur biologischen Konstruktion der Robots stehen, wirklich von Čapek stammen, möchte ich auch bezweifeln (in Richtung Mikrobiologie, Nanotechnik…). Auch die verkürzte „Lebensdauer“ der Robots erinnert dann stark an „Bladerunner“.
Nun, jetzt bin ich etwas schlauer. Yehuda Shenef sei gedankt, das es das Stück überhaupt aktuell gibt!
7 / 10 Punkte

50 – John Clagett: „Das perverse Paradies“
Wie komme ich denn auf diesen Schmöker aus dem Jahre 1973 (dt. 1980)? Den Autor kannte ich zuvor überhaupt nicht, der Titel lockt den Käufer in eine völlig falsche Richtung. Also: Warum?
Na, hängt mit dem Thema unseres Jahresend-NEUEN-STERNS zusammen. Da soll es um Indianer in der SF (und Fantasy) gehen. Und tatsächlich geht es in diesem Roman auch darum, wenn auch nicht vorrangig. Es ist ein Alternativwelt-Roman. Eine US-amerikan. Pilot wird durch einen Unfall in eine andere Realität katapultiert. Der Knackpunkt ist die Tatsache, dass es Jesus Christus nie gab.
Für den Autor ist das der Grund, weshalb es in der anderen Welt kaum verheerende Kriege gab, angefangen von den Kreuzzügen, bis zu den Weltkriegen. Dafür ist aber die Sklavenhaltergesellschaft erhalten geblieben und auch nach Amerika exportiert worden. Doch nicht die Ureinwohner dort sind die Sklaven, sondern halt große Teile der europäisch-stämmige Bevölkerung selbst.
Die Indianer leben in ihren Stammsitzen in der Prärie, allerdings irgendwie immer noch wie im 19. Jahrhundert.
Es ist eine abenteuerliche Geschichte, in der der Held, so ein Buck Rogers-Typ, scheint mir, namens Ash, sich behaupten muss. Er beginnt als Sklave, verbringt ein utopisches Lebensjahr bei den „edlen Wilden“, deren Leben in wundervollen Bildern idealisiert dargestellt wird und endet mit einem ziemlich kitschig anmutenden Ende sogar noch ziemlich missionarisch (nach all den Jahrtausenden ohne monotheistische Religion findet sich dann doch noch ein Prophet. Nun ja…)
7 / 10 Punkte (leichte, ein bisschen spannende Unterhaltung, ohne hohen Anspruch)


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Aus alten Bücherschränken, Stand: 1. Oktober 2020

Geschrieben von T.H. , in Neuer Stern 01 October 2020 · 863 Aufrufe
Aus alten Bücherschränken und 1 weitere...
Wer meint, ich hätte es extra darauf angelegt, wieder genau am 1. Oktober die Aktualisierung der Bücherliste "Aus alten Bücherschränken" hier zu veröffentlichen, nun, der liegt nicht falsch...
Was sich zuerst als Zufall ergeben hatte - jedes Jahr zum gleichen Zeitpunkt diese Liste aktuell einzustellen - ist jetzt wohl eine amtliche Tradition.
Ein paar Bücher sind ja wieder hinzugekommen (am 1.10.19 waren es 132 Einträge, jetzt: 164). Jetzt taucht auch das eine oder andere Buch auf, das bisher nicht enthalten war: Zum einen gibt es in diesem Jahr (im Heft 64) eine Rezi zu einem Buch über alte SF (Hans Frey), zum anderen hatten wir auch alte Phantastik-Bücher in dem einen oder anderen Heft in der Mangel, die nicht im "alten Bücherschrank" einsortiert waren.
Die Sparte wird ja originär von Bernd Wiese gepflegt und kontinuierlich erweitert, aber der "alte Bücherschrank" steht inzwischen auch anderen Rezensenten offen.
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Also, hier sind sie, "Aus alten Bücherschränken", im NEUEN STERN, Januar 2012 - September 2020
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Autor Nachname  Vorname  Titel  Neuer Stern Ausgabe
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A -----------------------------
Abel-Musgrave  Curt  Fräulein Eulalia’s gräßliches Abenteuer  9
Abel-Musgrave  Curt  Der Bacillenkrieg  24
Anton  Ludwig  Brücken über dem Weltenraum  9
Anzelewsky  Erich  Die Nachtmahr  43
Aragon  Jesus de  40.000 Kilometer an Bord des Flugschiffs Phantom  23
Aragon  Jesus de  Nachts über der Verbotenen Stadt,  23
Asselineau  Charles  Die Hölle des Bibliomanen  59
B -----------------------------
Babits  Mihaly  Der Storchkalif  57
Beljajew  Alexander  Professor Dowells Kopf, TES, 2018  59
Berg  Onno zum  Der Kaiser wieder in Deutschland  13
Bilz  F.E.  In hundert Jahren  6
Blumenthal  Hermann  Gilgul - ein Roman aus dieser und jener Welt  49
Blunt & Rudolph Falb  Charles  Der Weltuntergang  14
Braun  Curt Johannes  Das Land der Finsternis  34
Braun  P. Hans-Fried  Die Expedition der Senta II  57
Brust  Alfred  Eisbrand - Die Kinder der Allmacht  40
Burroughs  Edgar Rice  Die Prinzessin von Mars  16
Burroughs  Edgar Rice  Die Götter des Mars  16
Burroughs  Edgar Rice  Der Kriegsherr des Mars  16
Burroughs  Edgar Rice  Thuvia, das Mädchen vom Mars  16
C -----------------------------
Casares  Adolfo Bioy  Morels Erfindung  64
Collins  Gilbert  Das Tal der Träume  13
Condor   Im Kampf um Südamerika  36
Conrad  Michael Georg  In purpurner Finsternis  61
Corrinth  Curt  Mo Marova, ein Legendenbuch aus dem Jahre 2010  56
D -----------------------------
Dangel (Hg.)  Lars  Hinter dem Quecksilber  53
Dangel (Hg.)  Lars  Das sterbende Bild  53
Dangel (Hg.)  Lars  Das Elixier des Lebens  59
Daumen  R.H.  Gefahr aus dem Weltall  7
Defontenay  C. I.  Star (Psi cassiopeia)  14
Delmont  Joseph  Erdbeben  50
Desberry  L. H.  Der blaue Strahl  12
Dickens  Charles  Der Schwarze Schleier  64
Doberer u. Max Seydewitz  Kurt  Todesstrahlen  16
Doyle  Sir A.C.  Der Tauchbootkrieg  3
Dreyer  Harry  Kurier aus dem Weltall  6
E -----------------------------
Ernst  Paul  Sechs Geschichten; die sonderbare Stadt  35
Ettlinger  Karl  Der erschossene Storch  12
Exzelsior   Michael der Grosse  28
F -----------------------------
Faber  Otto  Krieg dem Frieden  24
Falb & Charles Blunt  Rudolph  Der Weltuntergang  14
Fetz  August  Ein Blick in die Zukunft 2407  60
Frank  Emil  Im Ringen um das Luftmeer:  52
Frey  Alexander Moritz  Dunkle Gänge. Zwölf Geschichten aus Nacht und Schatten  23
Frey  Hans  Aufbruch in den Abgrund (Rezi von Clemens Nissen)  64
Fürth  Jacob  Phantasus : Moderne Märchen  34
G -----------------------------
Gabelentz  Georg von der  Geschehen aus jener andern Welt  60
Gail  Otto Willi  Der Herr der Wellen  19
Götz  Wilhelm  Vor neuen Weltkatastrophen  48
Grassegger  W.  Der zweite Weltkrieg. Deutschland die Waffenschmiede  52
H -----------------------------
Hach  Arno  Der Kopf des Maori  35
Hagen  Richard  Der brennende Kontinent  9
Hansen  Erik  Das verborgene Land  4
Hansen  Wilhelm  Die vierte Waffe  13
Hanstein  Otfrid v.  Der Fluch des Goldes  15
Hanstein  Otfrid v.  Das Licht im Osten  9
Hanstein  Otfrid v.  Der blonde Gott  30
Harbou  Thea von  Frau im Mond  52
Harrison Ainsworth  W.  Auriol oder Das Lebenselexier  16
Haugen  Christian  Die Reise nach dem Ken  9
Hauptmann  Hans  Wer bin ich?  24
Haushofer  Max  Planetenfeuer  40
Heinrichka  Max  100 Jahre deutsche Zukunft  47
Helms  H.  Heinzens Flug zum Mond  7
Herrings  Josef  Die goldene Gefahr nach amerikan. Dokumenten, Briefen u. Depeschen  52
Herzl  Theodor  Altneuland  5
Heuer und Walther Keghel  Hans  Tiefsee  6
Heymann  Robert  Wunder der Zukunft: Romane aus dem dritten Jahrtausend  18
Hoffmann  Arno  Silvester 2999  12
Hoffmann von Vestenhof  A.  Der Mann mit den drei Augen  20
Holk  Freder van  Kim Roy - Der Herr der Zukunft (Rezi v. Ekkehardt Brux)  57
Horst  Walter  Der versunkene Erdteil  37
Howler  Big  Der Doppelkopf des Dr. Sorel  60
J -----------------------------
Jefremow  Iwan  Das Observatorium von Nur-i-Descht und Atoll Fakaofu  20
John  Nell  Roman einer Verjüngten von Benno Vigny  18
K -----------------------------
Keghel und Hans Heuer  Walther  Tiefsee  6
Kindermann  Eberhard Christian  Reise in Gedancken durch die eroeffneten allgemeinen Himmels-Kugeln  11
Kloepfler  Walter  Luzifers Ende  15
Kossak-Raytenau  Karl L.  Lermontow vernichtet die Welt  48
Kotze  Stefan von  Das Gift des Vergessens. Roman aus der Südsee  52
Kraft  Robert  Die Nihilit Expedition  23
Kraft  Robert  Aus dem Reich der Phantasie  43
Kraft  Robert  Die neue Erde  43
Kraft  Robert  Im Panzerautomobil um die Erde  58
L -----------------------------
Laffert  Karl-August von  Gefährliche Wissenschaft  22
Lahrssen  Hermann  Unter der roten Fahne, Blätter aus dem Tagebuch eines Volksschullehrers  17
Levett  Oswald  Verirrt in den Zeiten  22
M -----------------------------
Machen  Arthur  Der große Pan  28
Madsack  Paul  Tamotua - Die Stadt der Zukunft  23
Madsack  Paul  Die metaphysische Wachsfigur oder Auf Geisterfang mit Sir Arthur Conan Doyle  35
Martin  Rudolf  Der Weltkrieg in den Lüften  16
Masereel/Romain Rolland  Frans  Die Revolte der Maschinen  57
Maurus   Ave Caesar : Deutsche Luftschiffe im Kampfe um Marokko  30
Mayer  Theodor Heinrich  Rapanui – Der Untergang einer Welt  37
Melchers  Gustav Adolf  Die Vergangenheit unserer Zukunft? Der Verfall unserer Vormenschen  17
Melchers  Gustav Adolf  Aus dem Jenseits: Aufzeichnungen eines Toten  34
Merriman  Hohn  Die Marsmenschen kommen  1
Merritt  Abraham  Das Gesicht im Abgrund (Rezi v. Peter Schünemann)  16
Meyn  Nils  Die Reise zur Venus  3
Michaelis  Sophus  Das Himmelsschiff  28
Moy  Peter  Medusensteine  37
Münch  Paul Georg  Hindenburgs Einmarsch in London  46
N -----------------------------
Nelson  Heinrich  Ahasvers  15
Niemann  August  Aetherio: eine Planetenfahrt  8
Noordung  Hermann  Das Problem der Befahrung des Weltraums  12
O -----------------------------
Opree  Arthur  Der Unirdische  46
Opree  Arthur  Unter glühender Doppelsonne  58
P -----------------------------
Passer  Arnold von der  Mene tekel!  27
Passon  Marga  Der rote Stern, ein Weltuntergangsroman  11
Pastingl  Günther  Die vier denkwürdigen Jahre...  2
Persius  Lothar  Der Zusammenbruch: die Seeschlacht zwischen Borkum und Helgoland  57
Puttkamer  Jesco von  Im Panzer-Automobil  58
R -----------------------------
Renker  Gustav  Ein Schiff steuert in die Urzeit  20
Reymond  Moritz von  An Bord des „Jules Verne”  32
Richter  Eugen  Sozialdemokratische Zukunftsbilder  27
Richter Frich  Oevre  Der rote Nebel  36
Rohmer  Sax  The Day the World ended  10
Rohmer  Sax  Das graue Gesicht  22
Rosegger  H.L.  Der Golfstrom  5
S -----------------------------
Scheerbart  Paul  Ein skurriler Phantast  19
Scheff  Werner  Die wandernde Seele  37
Schertel  Ernst  Die Katakomben von Ombos  20
Schilit  Otto  Die Königin der Tigermenschen  23
Schmidt-Kestner  Hans  Der fliegende Tod der Japaner  24
Schoenaich  Paul v.  Die Peitsche des August Schmidt  3
Schraut  Max  An den Feuern der Ewigkeit  26
Seidel  Willy  Das älteste Ding der Welt  17
Selige  Kurt  Der neue Weltdiktator  18
Severus  Severin  Ein Duell im Jahre 2000  19
Seydewitz u. Kurt Doberer  Max  Todesstrahlen  16
Sixtus  Albert  Das Geheimnis des Riesenhügels  17
Sologub  Fedor  Totenzauber: eine Legende im Werden  18
Soyka  Otto  Im Bann der Welle  19
Spanner  E. F.  Der zerbrochene Dreizack  11
Stein  Leonhard  Das Ballett des Todes  60
Sternberg  A. v.  Das stille Haus  56
Stockton  Frank R.  Zum Nordpol und Erdkern  6
Strobl  Karl Hans  Eleagabal Kuperu  2
Strobl  Karl Hans  Die Eier des Basilisken  13
Suttner  B.v.  Der Kaiser v. Europa  15
Svensen  Victor  Die Uhr läuft ab  25
T -----------------------------
Taeschner  Titus  Atlantropa  4
Taeschner  Titus  Eurofrika  61
Teranus  V. E.  Der letzte Krieg  25
Thauß  Arno  Der Mann, der das Gas bezwang  64
Thorne  Guy  Als es dunkel war  61
Tyss  P.  Gorgyra  15
U -----------------------------
Unger  Hellmuth  Morells Milliarden  13
V -----------------------------
Valier  Max  Auf kühner Fahrt zum Mars  59
Vejdelek  Cestmir  Heimkehr aus dem Paradies  34
Venir  A.  Ein Blick nach vorn  30
Verne  Jules  20000 Meilen unter dem Meer (Rezi v. Arnold Drabek)  53
Viereck  Georg Sylvester  Das Haus des Vampyrs  24
W -----------------------------
Wells  H. G.  Die Welt des William Clissold  22
Wells  H. G.  Mr. Blettsworthy auf der Insel Rampole (Rezi von Thomas Hofmann)  21
Wells  H. G.  Tono-Bungay (Rezi von Thomas Hofmann)  21
Wells  H. G.  Im Jahre des Kometen (Rezi von Thomas Hofmann)  21
Wells  H. G.  Der Heilige Terror  21
Wells  H. G.  Kinder der Sterne  21
Wells  H.G.  Die Insel des Dr. Moreau (Rezi v. Thomas Hofmann)  64
Winckelmann  Joachim  Gläserne Seelen.  36
Wittkop  Justus Franz  Gullivers letzte Reise. Die Insel der Vergänglichen  32
Z -----------------------------
Ziese  Maxim  Der Film des Dr. Wharton  8
Zobeltitz  Hanns von  Die Jagd um den Erdball  58


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Ein NEUER STERN für R. Bradbury & W. Jeschke

Geschrieben von T.H. , in Neuer Stern 11 September 2020 · 198 Aufrufe

Ein NEUER STERN für R. Bradbury & W. Jeschke Liebes Tagesbuch. Heute ist Stammtisch-Tag! Freu mich drauf! Der ANDROMEDA SF Club Halle trifft sich wieder mal, wie jeden Monat – außer wenn er sich nicht trifft, weil… na, irgendwas dazwischen kommt.
Und ich freue mich auch, weil es nun auch den NEUEN STERN gibt, die 63. Ausgabe – die ist zwei Großen der Phantastik gewidmet. Wir erinnern uns an:
Wolfgang Jeschke & Ray Bradbury. Das machen wir wie folgt (und darüber hinaus gibt es noch was anderes):

A) Wir erinnern an Wolfgang Jeschke
Meine Begegnungen mit Wolfgang Jeschke, Beitrag von Udo Klotz - S. 2
Midas - Rezi von Peter Schönemann - S. 9

B) Wir erinnern an Ray Bradbury
Story: Peter Schünemann: Wo der Fluss rauscht - S. 11
Joachim Körber: Warum ich Ray Bradbury schätze - S. 26
Bernd Wiese liest Ray Bradbury
...Fahrenheit 451 - S. 22
...Die Mars-Chroniken - S. 24
...Der Katzen-Pyjama - S. 27
...Das Böse kommt auf leisen Sohlen - S. 37
...Geisterfahrt - S. 39
...Halloween - S. 41
...S is for Space - S. 42

C) Und sonst?
Corona-Story: Armin Möhle: Happy Home-Office! - S. 30
Ellis: "Gott schütze Amerika" - Rezi Thomas Hofmann - S. 32
Collins: "Das Lied von Vogel und Schlange" - Rezi Volker Adam - S. 35

Das Titelbild gestaltete komplett David Staege!


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Der Sommer ist vorbei in Hofmanns Leseliste

Geschrieben von T.H. , in Leseliste ab 2013 05 September 2020 · 223 Aufrufe
Alan Moore, Polidori, James Blish und 1 weitere...
Der Lesemonat hielt ein paar schöne Überraschungen für mich bereit, lässt mich einen innigen Wunsch äußern und eine Lanze für einen fast vergessenen Autoren brechen, der selber zur Romanfigur wurde – mehrfach sogar.

40 – James Blish: „Triumpf der Zeit“
Der kurze Roman ist der letzte Teil des Vierteilers „Die fliegenden Städte“, von denen ich bisher den ersten und die Hälfte des zweiten Teils gelesen hatte. Nun also separat den vierten Teil. Warum? Na ja, leider quasi doppelt gekauft und halt nicht bedacht, dass das ja „nur“ ein Teil ist.
Den Anfang der Serie fand ich leider damals nicht so toll, daher nicht durchgehalten. Mir war das zu profan, zu sehr an den ökonomischen Verhältnissen der USA zu Blishs Zeit (und davor) orientiert. Mir ist haften geblieben, dass Blish da vor allem ökonomisch „argumentierte“, was mich einfach nicht abholte.
Der vierte Teil ist nun aber auch völlig anders. Hier sind wir – ähnlich wie Moorcock – am Ende der Zeiten. Aufgrund physikalischer, astronomischer Beobachtungen wird festgestellt, dass das Universum, das in Wirklichkeit ein positives und ein anti-positives Universum gleichzeitig ist, halt Materie und Antimaterie, nunmehr wieder zur Singularität wird. Bei Blish heißt das übrigens „Monoblock“ und ist zwar auch sehr dicht, aber auch ziemlich groß. So ein auf einen Punkt reduziertes Universum war dem Autor dann wohl doch zu unheimlich.
Wenn man das absolute Zentrum des Universums erreicht, kann man – vielleicht – dem singulären Ereignis – dem Tod des aktuellen und der Geburt des neuen Universums – nicht nur beiwohnen sondern auch überstehen. Das ist nun der Plan der Menschen. Die Menschen entscheiden sich: Wagen sie dieses Abenteuer, oder ergeben sie sich dem universellen Tod? Das mit dem „Überleben“ ist dann auch eher metaphorisch gemeint. Auch unter günstigsten Bedingungen kann man das wohl nicht, aber man kann was für das neue Universum tun. Auch wenn hier kein göttlicher Plan erstellt wird – so etwas ähnliches ist das dann doch.
Mir gefiel die Melancholie, diese seltsame Stimmung aus Untergang und vorsichtigem Optimismus, der dem Leben doch noch einen Sinn gibt. Das alles ist so ganz anders als das verrückte und dekadente Endzeit-Universum Moorcocks; und nun weiß ich nicht so genau, welches mir besser gefällt…
Es wird viel Bezug genommen auf die drei vorherigen Teile, aber man kann das Büchlein auch separat lesen und verstehen.
Der große, kosmologische Rahmen hat mir großartig gefallen; Ökonomie, familiäre und beziehungstechnische Verwerfungen gibt es dennoch, die mir hier irgendwie auch fehl am Platze erschienen, aber dann doch nicht so sehr störten (also mich störten).
So mag ich Blish! 8 / 10 Punkte

41 – Warren Ellis: „Gun Machine“
Ich möchte dringend darum bitten, dass Herr Ellis mehr Romane schreibt! Auch das Teil hier war wieder absolut stark. Dabei ein fast ganz normaler Krimi. Im Laufe der Erzählung dachte ich schon, es gibt einen phantastischen Kern, der mit den amerikanischen Ureinwohnern zu tun hat, hier speziell der Indianer, die auf der Insel des heutigen Manhattans lebten. Am Ende ist es nur der ganz normale Wahnsinn.
Es ist also ein normaler hard boiled Krimi. Sehr gewalttätig, mit viel schwarzem Humor. Der Protagonist ist ein herunter gekommener Polizist, der eingangs gleich mal seinen Kollegen verliert. Bei einer Schießerei mit einem durchgeknallten Bewohner eines Mietshauses, das einer Mietspekulation zum Opfer gefallen ist, kommt er um. Dabei entdeckt er eine Art Waffenlager, das aber mehr ist – nämlich eine Art indianisches Heiligtum, ein magischer Ort, der aus Waffen erstellt wurde, die alle für Morde in den letzten 20 Jahren benutzt wurden. Alles unaufgeklärte Fälle. Na klar, ist eine riesengroße Schweinerei die dahintersteckt, die in die höchsten Kreise des New Yorker Establishment reicht.
Ellis ist ein Meister der spannenden, action-betonten Unterhaltung. Hier stimmen Plot, Tempo, Dialoge, Stimmungen und Botschaften. Nun bin ich echt Fan von Ellis!
10 / 10 Punkte

42 – Federico Andahazi: „Lord Byrons Schatten“
Auf der Suche nach Geschichten, die für den nach meiner Auffassung oftmals Unrecht getanem Dr. Polidori eine Lanze brechen, stieß ich auf diesen kurzen Roman. Der Autor hat wohl schon einen „skandalumwitterten“ Bestseller verfasst, der dem Titel nach (Im Land der Venus) vor allem eines thematisiert. So auch hier. Was wir hier an Enthüllungen von und über John William Polidori erfahren, geht vor allem unter die Gürtellinie. Und es stellt sich heraus, wer der wahre Autor seiner weltbekannten Story „Der Vampir“ ist.
Polidori kommt hier charakterlich nicht gut weg, aber die anderen großen Dichter, Byron, Shelley, und sogar Mary Shelley auch nicht. Das Buch ist frech und frisch verfasst, das mit dem Sex etwas seltsam. Dazu kommt ein sehr außergewöhnlicher Vampir. So habe ich das noch nirgends gelesen. Insgesamt aber war das alles nicht sehr erhellend für mich.
7 / 10 Punkte

43 – Mario Vargas Llosa: „Der Traum des Kelten“
Das Buch hatte ich schon mal 2013, im November (50). Hatte es auch damals auf meiner Leseliste, siehe hier:
http://www.scifinet....mber-leseliste/
Das Buch war ja der Hit für mich in diesem Jahr 2013. Nun, jetzt halt noch mal – gehört übrigens – auch damals als Hörbuch.
Die Gestalt des Roger Casement ist nach wie vor faszinierend. Und wieder habe ich mit Faszination und Erschrecken von den Erlebnissen dieses interessanten Mannes gehört. Als Kind begeisterten ihn Geschichten von Entdeckern und Forschern, die fremde Länder und Ozeane erkundeten. Er las von Livingstone und Stanley in Afrika; dann ging ein Kindertraum für ihn in Erfüllung: Er lernte Stanley kennen und nahm an einer seiner Expeditionen teil. Nun, er musste ihn allerdings auf einer ganzen anderen Art kennenlernen…
Casement war ein Fan des britischen Imperialismus – bis er ihn in Aktion erlebte. Casement war im Kongo, am Amazonas, und dann als Freiheitskämpfer für Irland unterwegs.
Was mir beim diesmaligen Hören so nebenbei auffiel: Der Autor legte seine Erzählung so an, dass alles aus der Erinnerung des zum Tode verurteilten Casement erzählt wird. Die Rückblicke laufen nicht immer chronologisch ab. Dadurch entstehen Dopplungen, was natürlich einen gewissen Lerneffekt hat, aber so eine Redundanz kann auch etwas ermüden.
Ansonsten ist es – wie ich 2013 schon bemerkte – alles recht nüchtern erzählt, mit vielen Datumsangaben. Das erleichtert die historische Einordnung, kann aber auch etwas zu nüchtern und fachsprachlich erscheinen. Aber nach wie vor gehört das Buch zu meinen absoluten Lieblingen; werde es sicher nicht das letzte Mal genossen haben. (Mit dem erhobenen Zeigefinger: Sollte man sich mal zu Gemüte führen, wenn man meint, dass es uns hier und heute so schlecht ginge. Was Casement so sah und erlebte und gegen was er ankämpfte, ist einfach nur die Hölle, die Menschen sich gegenseitig zufügen.)
– ohne neue Wertung –

44 – Tom Holland: „Der Vampir“
Hach, das war auch mal so ein Lieblingsbuch von mir. Damals, als die Vampir-Welle wogte. Anne Rice hatte ich nie gelesen, dafür aber Tom Holland. Na, ich nehme mal an, das nimmt sich nicht. Höchstens insofern, als dass Anne Rice besser schreibt als Tom Holland – und natürlich viel berühmter wurde.
Dass ich noch mal zu dem Schmöker griff, hat seine Ursache darin, dass ich diesen Sommer u.a. damit verbrachte, eine Lanze für den Doktor Polidori zu brechen. Polidori, der Mann, der den modernen Vampir „erfand“ – und sich neben der berühmteren Mary Shelley die zweite bleibende Geschichte in der berühmten Nacht am Genfer See ausdachte.
Wer war dieser Dr. Polidori? Der Frage gehe ich also nach und erinnerte mich, dass es in diesem Vampir-Roman auch um die Dichter-Gruppe um Lord Byron ging. Polidori kommt hier auch drin vor und leider sehr schlecht weg. Sein Neid auf den großen Dichter, der er auch gern sein wollte, macht ihn fertig.
Holland, von Hause aus Historiker, verknüpft sehr geschickt die biografischen und historischen Fakten um Byron und seine Genossen, zu denen (hier) am Rande auch Polidori gehörte, mit einem Vampirstoff, der mir jetzt, beim zweiten Lesen, ziemlich schmonzettenhaft erschien. Na, ist irgendwie auch ein wild-romantischer Stoff. Und die Liebe zum Blut, die in Gier und todbringende Wut umschlägt, paart sich mit der Liebe und Zuneigung zu Menschen und Vampiren. Das wird dann schon mal mitunter ziemlich schwülstig.
Kann man den Roman heute noch lesen? Warum nicht. Ich gebe mal 7 / 10 Punkte.

45 – Alan Moore, Dave Gibbon: „Watchmen“
Ist ein Comic-Buch, aber ein mächtig dickes und wird auch als „Comic-Roman“ angepriesen. Insofern wage ich es, mal (wieder) ein Comic in meine Leseliste aufzunehmen. Habe auch in etwa so lange wie an einem richtigen (vielleicht nicht zu umfangreichen) Roman dran gesessen.
Weil ich ja den Film kenne und mir mal wieder ansehen wollte und weil ich gerade die Serie gesehen habe, die die Story des Comics fortsetzt, musste ich jetzt auch mal das Original lesen.
Geniales Zeitbild des Kalten Krieges in den 80er Jahren, vom Leben unter der Gefahr der atomaren Vernichtung der Menschheit. Ich habe die Zeit ja selbst miterlebt, aber als junger Mensch. Muss sagen, dass ich sie nicht so bedrückend in Erinnerung habe, wie sie hier rüberkommt. Aber das schreibe ich in erster Linie meiner Naivität zugute. Die Zeit was gefährlich, in der Tat. Auch ohne maskierte Rächer und Superhelden, übrigens.
An der Stelle will ich mal mit der Story etc. nicht langweilen, kennt ja inzwischen jede/r.
Eines ist mir beim Lesen und auch beim Sehen der Serie besonders aufgefallen. Etwas, was heute sehr aktuell und akut geworden ist: Rorschach ist ja echt mal der Prototyp eines antiliberalen, rechten Volks-Helden. Darauf wurde ich erst richtig aufmerksam, als ich die Serie sah und mitbekam, welche Leute sich die Rorschach-Masken überziehen. Rorschach selbst meint es ja durchaus ehrlich, ihn kotzt die Verlogenheit und Korruptheit der (aus seiner Sicht und von ihm so benannten liberalen) Elite an, aber was daraus werden kann, ist (mir) heute klarer als damals, als ich den Film das erste Mal sah. – Schön, dass ich immer noch was dazulernen kann.
Einen Punkt ziehe ich ab, weil mir die langen Prosatexte zwischendrin nicht wirklich immer gefielen. Aber wenigstens sind sie hier lesbarer als in den Providence-Bänden (dort in Schreibschritt).
9 / 10 Punkte


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Gelesen - der halbe Juni und der ganze Juli 2020

Geschrieben von T.H. , in Leseliste ab 2013 31 July 2020 · 1493 Aufrufe
Frank Herbert, Borges, Polidori und 1 weitere...
32 – J.L. Borges: „Die Bibliothek von Babel“
Das ist der 1. Band der vierbändigen Ausgabe aus der DDR, hg. v. Fritz Rudolf Fries, 1987. Ich hatte diese Bände kurz nach ihrem Erscheinen, also so 1988 (?) gelesen; und jetzt also wieder, nach über 30 Jahren. War wohl Zeit, zumal ich seitdem Borges als einen meiner Lieblingsschriftsteller bezeichne.
Dabei bleibt es auch! Auch wenn ich mich oftmals bei ihm frage, was er mir damit sagen will, faszinieren mich diese Kurzerzählungen nach wie vor. Bei ihm ist erst einmal fast egal, worüber er schreibt, er vermittelt mir immer so etwas wie „größere Geheimnisse“, die hinter den Dingen lauern. Die sind ja so ganz anders als die nordamerikanischen Short Stories, denn oftmals hat man nicht mal einen richtigen Plot. Manche lesen sich eher wie Aufsätze zu fiktiven Themen, wie Darstellungen oder Berichte. Andere sind Parabeln.
Na, wie auch immer, das gibt satte 10 / 10 Punkte

33 – H.G. Wells: „Die Insel des Dr. Moreau“
Der Klassiker als Vorbereitung für die Lektüre des neuen Comics von Adams und Rodriguez gelesen. Aber nicht nur deshalb. Schuld daran trägt auch Borges, der ja Fan von Wells war und der einen guten Kumpel hatte: Casares, der nun wiederum mehrere Texte schrieb, für die Wells‘ Roman als Vorlage diente.
Der Roman hielt ein paar Überraschungen für mich bereit. Details, die ich nach 30 Jahren einfach mal vergessen hatte. Diese Auffrischung tat jedenfalls sehr gut; hier kann man nur vergeben:
10 / 10 Punkte

34 – Frank Herbert: „Dune – der Wüstenplanet“
Als Hörbuch. Darf ich das so zugeben: Habe nie vorher Dune gelesen. Den Film von Lynch gesehen, klar, mehrmals. Danach hatte ich gar nicht den Trieb, das dicke Buch noch zu lesen. Was soll denn da noch Interessantes drin stehen, was der Film nicht erzählt hat? Auch wenn man sicher davon ausgehen kann, dass Film und Buchvorlage nicht zu 100 % übereinstimmen.
Na, jetzt also nachgeholt, als Hörbuch. Und? Ja, es ist anders. Was fiel mir da an (für meine Begriffe wesentlichen) Unterschieden auf?
Paul Atreides ist schon früh eine gebrochene Figur, er ahnt, dass er mit seinen „Reformen“ Schlimmes heraufbeschwört. Seine Mutter Jessica hat eine viel größere Bedeutung als im Film (ist mir so zumindest in Erinnerung). Das Gewürz ist zwar total wichtig, aber wird nicht so sehr in den Vordergrund für die Gilde der Raumfahrer gerückt, die ja ohne das Zeug ihren Job gar nicht ausführen könnte. Na ja, irgendwie stimmt das schon, denn es verstärkt ja die Kraft, die Zukunft zu sehen, also können sie so den Weg durch das All finden.
Im Roman nervten mich zunächst die echt altertümlichen, feudalen Familien-Macht-Verhältnisse, um die es ja fast ausschließlich geht. Aber ich habe mich beim Hören dran gewöhnt.
Was mir beim Sehen des Filmes jetzt nach der Lektüre auffiel: Die Gedankengänge, die Herbert seinen Figuren in den Kopf legt, sind um ein Vieles komplexer als dann im Film. Dort denken die Leute ja auch laut, aber meist belangloser und kürzer als im Buch. Das war dann schon eine echte Bereicherung.
Insgesamt hatte das Buch für mich ein paar Längen, die mich vielleicht beim Lesen abgeschreckt hätten und zu einem vorzeitigen Lektüreabbruch führen könnten. Aber so beim Laufen durch die morgendliche Stadt war das schon schön.
8 / 10 Punkte

35 – Adolfo Bioy Casares: „Morels Erfindung“
Auf den Spuren von Wells‘ Dr. Moreaus führte mich der Argentinier auf eine Nachbarinsel, die von Morel. Hier begegnen wir keinen Tier-Mischwesen, dafür so einer Art untoter Hologramm-Menschen. Ziemlich geniales Setting, aber schon gewöhnungsbedürfte Verarbeitung. Anfangs ging es nur um die Liebe des Protagonisten, den es auf die Insel verschlagen hatte. Er hat sich in eine Frau verliebt, aber irgendwie kam er nicht an sie ran. Das hat seine Gründe. In der Mitte des Romans entpuppt sich die Geschichte als echte SF; ab da hatte er mich dann auch wirklich gepackt.
8 / 10 Punkte

36 – Guy Adams: „Sherlock Holmes. Die Armee des Dr. Moreau“
Eine Fortsetzung von „Die Insel des Dr. Moreau“ in Form einer Sherlock-Holmes-Pastiche. Geniale Idee? Ja, vielleicht, aber die Umsetzung hat mich nicht überzeugt.
Der Roman ist eine geradlinig erzählte Abenteuerstory, die bei Wells ansetzt, dem Vorgänger aber nicht gerecht wird. Auch wird das „Gesetz“, auf das die Tier-Mensch-Gesellschaft eingeschworen wurde, hier auf den Kopf gestellt.
Okay, für so zwischendurch und zur Unterhaltung (das will der Autor, wie er in seiner Nachbemerkung selbst schreibt, auch so erreichen) ist es nicht schlecht. Wer wissen will, was aus Dr. Moreaus Ideen geworden ist, auch was aus dem einzigen menschlichen Überlebenden, Prendick, geworden ist, wer für die schrecklich verstümmelten Leichen in der Themse verantwortlich ist und was Sherlock Holmes und Dr. Watson am Ende dazu rausbekommen, dem sei das Buch empfohlen.
6 / 10 Punkte

37 – Warren Ellis: „Gott schütze Amerika“
Nachdem mir seine Comic-Novelle „Frankensteins Schoß“ so gut gefallen hat, habe ich mich einfach mal auf seinen Romanerstling eingelassen. War eine gute Entscheidung! Habe mich trefflich unterhalten bei der Lektüre. Das Buch zeichnet sich nun zwar nicht gerade durch einen überkomplexen Plot aus, konnte mich aber durch seinen schwarzen, oft unter der Gürtellinie verlaufenden Humor, seine Schnoddrigkeit und dystopischen Verrücktheiten begeistern. Erst dachte ich, das sei ein Alternativ-Welt-Roman, ist es aber nicht. So richtig ernst gemeint ist das Ganze aber auch nicht – hoffe ich zumindest. Den Lese-Spaß erzeugt der Autor vor allem durch witzige-spritzige Dialoge, gefährliche und auch eklige Situationskomik und viele Sex-Gags.
Dabei gibt es sogar einen phantastischen Aufhänger: Ein Detektiv (so richtiges Noir- oder Hardboiled-Klischee: Ex-Polizist, kein Geld, keine Frau, keine Jobs, Alkoholproblem) kriegt von einem durchgeknallten, drogenabhängigen Staatsbeamten einen Job und einen Haufen Geld. Er soll ein Buch finden. Natürlich ein besonderes Buch: Die Verfassung der USA – mit den 23 unsichtbaren (sic!) Zusatzartikeln. Dabei muss er ordentlich im Sex- und Drogensumpf der US-Eliten graben und sich so einiges ansehen, anhören und über sich ergehen lassen. Dabei hilft ihm eine bezaubernde, aber auch nicht so ganz einfache junge Dame. Die Handlung zieht sich von Nummer zu Nummer, dem wertvollen Buch immer ein Stückchen näher kommend, hin. Ein happy end gibt es auch noch.
Hab lange kein Buch mehr so in einem Ritt und mit so viel Amüsement durchgelesen. Klasse Unterhaltung, und dann sogar noch mit einem angedeuteten Diskurs zum Thema Wert der Freiheit im Konflikt zum sittlichen und moralischen Verfall der US-Gesellschaft.
Für mich waren das mal glatte 10 / 10 Punkten.

38 – Frank Herbert: „Der Herr des Wüstenplaneten“
Hörbuch
Frank Herbert, ja? Nun, ich muss gestehen, das hat mir jetzt gar nicht mehr zugesagt. Wenn der erste Teil - also der Klassiker schlechthin – schon eigentlich eher ein Familiendrama vor nahöstlich-mittelalterlichem Hintergrund ist – mit etwas SF, aber auch mit Fantasy-Elementen – dann ist es dieser zweite Teil erst recht.
So gelesen (vorgelesen bekommen) kann ich nicht nachvollziehen, warum dieses Werk so einflussreich war und noch immer ist. Mir war es ziemlich langweilig. Es geht ja fast nur noch um Machterhalt innerhalb eines zutiefst feudalistischen Gesellschaftssystems. Interessant ist noch die Selbstreflektion Pauls, der erkennen muss – nach zig Milliarden Todesopfern! – dass er zum Gewaltherrscher mutiert ist, was er immer verhindern wollte.
In dem Roman passiert eigentlich sehr wenig, wird nur über vergangene Zeiten und Ereignisse reflektiert, über das, was in „Dune“ passierte und danach, aber ansonsten? Ist wohl nur so ein Zwischenstück, ehe der neue Leto an die Macht kommt.
6 / 10 Punkte

39 – Reinhard Kaiser: „Der kalte Sommer des Doktor Polidori“
Alle reden über Mary Shelley und ihren Frankenstein! Aber was ist mit dem anderen Topos der modernen Phantastik, dem edlen, adligen Blutsauger, der in dem gleichen kalten Sommer 1816 geschaffen wurde und seinem Schöpfer?
Außerdem war ich immer skeptisch, ob der Dr. Polidori in dem Film „Gothic“ wirklich so ein unsympathischer Typ ist, wie er dort dargestellt wird.
Nach der Lektüre dieses Buches: Nein ist er nicht, obwohl… Er hat es halt schwer im Schatten seiner Majestät, des Großfürsten der Dichtkunst und des Nonkonformismus, Lord Byrons, zu bestehen. Das Buch ist aufschlussreich und locker und leicht geschrieben; eine Wohltat und Anregung, weiter auf den Spuren Polidoris zu wandeln…
9 / 10 Punkte


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Im Zeichen Münchhausens - der neue NEUE STERN

Geschrieben von T.H. , in Neuer Stern, Phantastisches Halle & Le... 03 July 2020 · 325 Aufrufe

Im Zeichen Münchhausens - der neue NEUE STERN Geschafft, hurraaaa!
Auf den letzten Drücker. Heute ist SF-Stammtisch bei den „Hallensern“, also beim ANDROMEDA SF Club Halle und der hausinterne „Rundbrief“ ist fertig.
Aber nicht nur das; auch die Leutchen außerhalb Halles, die das Zine beziehen, können sich freuen, verpackt sind sie und, darauf darf ich hier mal hinweisen: Die Briefmarken habe ich extra für diese Ausgabe herstellen lassen, wie man sicher dem Foto entnehmen kann. – Na ja, das ist natürlich geschwindelt, was ebenso zum Inhalt des Heftes passt wie das Cover und die Briefmarke, denn es geht in einem längeren Abschnitt um den guten alten Lügenbaron Münchhausen.

Was gib's zu lesen?

Editorial mit einem Nachruf auf unseren SF-Freund Norbert Danziger, verfasst von Wilko Müller jr.
STORY - Ellen Norten: Emil Blutrausch
Thomas Hofmann erinnert an Münchhausen
Peter Schünemann erinnert an den Männertagsausflug des ASFC 2020
Thomas Hofmann stellt vor: Ina Elbracht: Der Todesengel
STORY - Volker Adam erzählt von der wahren Geschichte von Hänsel & Gretel
Peter Schünemann rezensiert B. Collins: Die verborgenen Stimmen der Bücher
...und Nils Wiesner: Das Gralprogramm
Thomas schaut sich Lovecraft-Mangas an
Volker Adam hat von P. Bacigalupi: Biokrieg gelesen
Thomas Hofmann hat James Blish gelesen
Peter Schünemann meint von Lavie Tidhar, der sei Extraklasse (Teil 1)


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Es sind noch NEUE STERNE da....

Geschrieben von T.H. , in Neuer Stern 13 June 2020 · 250 Aufrufe

Es sind noch NEUE STERNE da.... Mal so als Info - und wer diesen "Rundbrief" - das kleine Fanzine kennen lernen möchte.
1) Die Winterausgabe - das ist sozusagen ein Fehldruck (Die interne Farbseite ist nur eingelegt), da kann man gern drüber verhandeln; nur ein Exemplar von dem Fehlerheft ist da.
2) die 2. Winter-Ausgabe - beide Winterausgaben
3) das Frühlings-Doppel 59 /60
4) der aktuelle "Krohns Stern" (eine Hälfte ist Rolf Krohn gewidmet - eine Story von ihm und ein langer Artikel, in dem seine Werke vorgestellt werden).

Ach, und noch etwas, etwas Wichtiges:
Liebe Autorinnen & Autoren!
Die Leutchen vom NEUEN STERN suchen Euch!
Bitte meldet Euch, wenn Ihr Euch vorstellen könnt, Eure Story in dem Fanzine abgedruckt zu sehen!

(wir hatten das ja schon mal, gilt nach wie vor)


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Leseliste - der ganze Mai und der halbe Juni

Geschrieben von T.H. , in Leseliste ab 2013 12 June 2020 · 373 Aufrufe
Christopher Priest und 2 weitere...
Na ja, das mit dem monatlichen Rhythmus hat dann mal gerade nicht geklappt. Kann dann in Zukunft nur besser werden. Aber jetzt erst mal: Was bisher geschah...

23 – Manuela Lenzen: „Künstliche Intelligenz. Was sie kann & was uns erwartet“
Eine sicher gut recherchierte und historisch fundierte Zusammenfassung zum Thema. Mir bot das Buch aber schon zu wenig an Neuem, oder an Sichtweisen, die mir neu wären. Mit anderen Worten: Es hat mich gelangweilt.
Deshalb muss es nicht schlecht sein! Im Gegenteil, wer sich umfassend mit dem Phänomen befassen will, dem sei es empfohlen, aber man „darf“ quasi nicht allzu viel Vorwissen haben. Die Autorin fängt teilweise sehr beim Urschleim an – aber die „historischen Grundlagen“ hatte ich in dem Transhumanismus-Kritik-Buch besser zusammengefasst und präsentiert bekommen, vor allem die, auf die es ankommt; eine wiederholte Darstellung der Entwicklung von Computern und Robotern brauchte ich jetzt gerade nicht.
Die Autorin geht sehr nüchtern an die Angelegenheit ran, will sie weder vergöttern, noch verdammen – und hält bewusst den Ball flach, wie man so schön sagt. Vielleicht sollten wir nicht allzu viel erwarten (Singularität und so…). Ich vermisste den klaren Standpunkt. Im Grunde bleibt sie in der Konsequenz schwammig – vielleicht ist das aber auch eben realistisch, denn niemand kann in die Zukunft sehen…
6 / 10 Punkte

24 – Christopher Priest: „Der Traum von Wessex“
Etwas Geografie vorweg: Wessex ist keine Stadt – in unserer Welt. Hatte ich erst mal so oberflächlicher Weise gedacht. Es ist aber eher eine Landschaft, und historisch: Ein mittelalterliches Königreich auf britischem Boden, südwestlich von London, bis Wales runter.
Da wir den Ort geklärt haben, müssen wir nun über die Zeit reden. Darum geht es auch in dem Roman. Ich behaupte mal, das ist ein Priest-Roman im Rohschliff. Dadurch ist er viel mehr SF, als seine anderen Parallelwelt-Romane.
Das ist unverständlich? Okay, ich bemühe mich um eine Aufklärung des Sachverhalts.
Es gibt in den 80er Jahren des 20. Jh. ein Institut in Südengland, das sich mit einer Simulation der Zukunft befasst. Diese Erkenntnis offenbart der Autor nicht gleich zu Beginn, da lässt uns Leser erst einmal schmoren. Das ist ja auch typisch für Priest und fördert den sense of wonder. Allerding – deshalb „roh“ – klärt er uns ziemlich schnell auf, dass wir es hier mit 2 Ebenen zu tun haben, die in einem direkten und gut unterscheidbaren Maße miteinander zu tun haben: Die Realität und die Simulation. Allerdings ist die Simulation für die handelnden (simulierenden) Personen nicht immer als solche erkennbar. Daher braucht man als Leser zunächst auch etwas, um sich dort zurecht zu finden.
Das ist also schon ungewöhnlich für Priest, der ansonsten gern seine Leser darüber im Unklaren lässt, was „echt“ und was „geträumt“, fantasiert, ausgesponnen, simuliert ist.
Die Simulation ist eine Welt der Zukunft. Die Probanden erleben diese, ja, leben regelrecht in dieser Zukunftswelt. Großbritannien ist zerfallen, die Sowjetunion ist dominierende Macht in Europa, Wessex ist wohl sowas wie eine Sowjet-Republik; allerdings schmückt der Autor diesen gesellschaftlich-politischen Zustand nicht sehr aus. Vieles wird nur angedeutet. Obwohl diese politische Entwicklung den Leser schockieren dürfte, scheint man aber durchaus dadurch in der Lage gewesen zu sein, andere drängende Probleme, wie z.B. die Umweltverschmutzung, in den Griff bekommen zu haben.
Ziel des Instituts, das diese Simulation – übrigens durch Kopplung der Vorstellungswelten der Probanden – erstellt hat, ist es herauszubekommen, wie es zu dieser möglichen Zukunft gekommen ist. Man ist halt in den 80er Jahren des 20. Jh. ziemlich am Ende mit seinem Latein, daher erdenkt man sich eine Welt, in der wichtige Probleme gelöst sind und will nun wissen, wie man zu diesem – leidlich – idealen Zustand gelangen kann.
Das müsste doch nicht so schwer sein. Allerdings wissen die Probanden gar nichts von ihrer Aufgabe, wenn sie in der Simulation „erwachen“, sie denken eben nicht daran, mal „vor Ort“ nachzuforschen, wie die Geschichte in den letzten 100 Jahren verlaufen ist.
Das alles ist der Rahmen; nun kommt – auch typisch für Priest – eine konkrete Beziehungsgeschichte hinzu. Die ist noch nicht mal uninteressant, da die Personen ziemlich starke, vielleicht etwas eindimensionale, aber handfeste Charaktere sind. Julia hat sich von Paul getrennt, Paul ist ein A., na ja… auf jeden Fall macht er seiner Ex das Leben zu Hölle. Julia trifft in Wessex ihren Traummann. Usw. Der Plot ist dann aber doch interessanter, als ich es hier andeute! Lesen lohnt! Wobei ein Trick, den der Autor dann anwendet, nämlich die Möglichkeit, in der Simulation, also in dem zukünftigen Wessex, wiederum eine Simulation anzuregen, nicht wirklich bis zu einem (bitteren?) Ende ausgemalt wird. Da hat der Autor nach meinem Dafürhalten etwas Potential verschenkt, zugunsten seiner Story um Liebe & Kabale.
8 / 10 Punkte

25 – James Blish: „Auch sie sind Menschen…“
Wie (mir selbst) versprochen: Ich lese weiter kurze Texte von Blish, da mir „Irgendwann“ so gut gefallen hat. Dieses Buch hier firmiert – zumindest in der Ausgabe, die mir vorliegt – als Roman. Aber es ist kein Roman, höchstens eine Sammlung von Stories, die ein gemeinsamer Grundgedanke eint. Dennoch sind die einzelnen Stories als „Bücher“ deklariert. Das ist spätestens mit dem „Vierten Buch“ albern, denn das umfasst ganze 8 Seiten…
Das Buch ist in einer Reihe „SF für die Jugend“ erschienen, hat ultradickes Papier, fast Pappe (für Kleinkinder?), aber leider keine Illustrationen. Nun, wie jung die Jugend sein darf, die das lesen kann, weiß ich nicht, aber „Jugend“ ist ja mitunter ein weiter Begriff. Superkomplex sind die Stories aber eher nicht, man muss sich nur bei der starken, fast überbordenden Phantasie des Autors, auf Schilderungen und Beschreibungen gefasst machen, die man erst mal erfassen muss. Dadurch haben wir es aber mit phantasievoll-farbenprächtigen Alien-Schilderungen zu tun, die … äh, stimmt ja gar nicht, denn: Auch sie sind Menschen!
Darum geht’s: Es werden in vier „Kapiteln“ Einblicke in eine Entwicklung der Menschheit gewährt, die zeigen, wie sie sich über die Galaxis ausbreiten kann. Dabei werden nicht die Planeten terraformt, sondern die Menschen passen sich an die fremden Lebensbedingungen an. Das erfolgt zunächst quasi im Widerstand zum gesellschaftlichen Mainstream, später planmäßig. Es gibt da einen richtigen „Aussaatplan“ (Däniken würde sich freuen und das vielleicht als Sachbuch lesen?), das Fachwort dazu hat Blish auch parat: Pantropie
8 / 10 Punkte

26 – Eugene Thacker: „Im Staub dieses Planeten. Horror der Philosophie“
Hach, was fange ich mit diesem Buch an? Gelockt hat mich der Titel und das Thema. Aber nach der Lektüre muss ich gestehen, dass es mich eher nicht so hinter dem Ofen hervorlockt.
Ein Buch mit philosophischen Essays, die Bezug zur dunklen Phantastik, bzw. zur phantastischen Literatur und Filmkunst nehmen. Dass Philosophen sich mitunter um Dinge kümmern, die ein „Normalsterblicher“ kaum nachvollziehen kann, war mir schon bewusst, aber ich hatte schon die Hoffnung, dass mir dieses Gemenge aus (Horror) Phantastik und Philosophie relevant erscheint.
Die Referenzen sind schon so ganz mein Ding: Lovecraft (natürlich), Ballard, Fritz Leiber, James Blish (sic!), Fred Hoyle u.a. Ich lerne etwas über die Dämonen der Hölle, über kosmischen Pessimismus (könnte ruhig intensiver und ausführlicher behandelt werden) und okkulte Philosophie, über die verborgene und sichtbare Welt, über den Zusammenhang von Leben, Tod und Aussterben (das war dann aber mir wirklich zu abstrakt und unfasslich).
Es waren aber auch schöne und inspirierende Wendungen enthalten. So z.B. die Überlegung, dass das Grauen weniger mit der Angst vor dem Tode, denn mit der Angst vor dem Leben zu tun hat.
Punkte? Hach, weiß nicht, will ich mal nicht vergeben, weil ich mich hier einfach nicht für kompetent genug halte, das Buch wirklich wertzuschätzen. Vielleicht kann das ja als Einladung an Euch verstanden werden: Wer will, kann mir gern auf die Sprünge helfen!

27 – Ina Elbracht: „Der Todesengel“
Ein Grusel-Thriller, Blitz-Verlag, 2020
- siehe hier -
9 / 10 Punkte

28 – Anna von Münchhausen: „Der Lügenbaron. Mein phantastischer Vorfahr und ich“
Als ich mitbekam, dass der reale Freiherr v. Münchhausen am 11.05.2020 seinen 300. Geburtstag feierte und ich einen interessanten Artikel in einer Tageszeitung darüber las, die genau dieses Buch zur Lektüre empfahl, erwarb ich es spontan. Tatsächlich las ich in diesem besagten Artikel so viel mir Unbekanntes zur Biografie des real-existierenden Barons und zur Publikationsgeschichte der Bücher, dass ich mich darin etwas vertiefen wollte. Da erschien mir dieses kleine Büchlein einer Verwandten des Herrn eine gute Wahl.
Nun, war sie auch, also eine gute Wahl, wenn auch keine sehr gute. Das Büchlein ist ein Sammelsurium verschiedenster Texte, bzw. Textchen, in denen die Autorin selbst und weitere Familienangehörige über ihre persönlichen Erfahrungen mit ihrem berühmt-berüchtigten Namen erzählen, in denen die wenigen bekannten biografischen Informationen zum Lügenbaron noch mal rekapituliert werden, die interessante und spannende Publikationsgeschichte (Raspe, Bürger), zu den Filmen und den Leuten, die sich heute mit der Person und dem Phänomen Münchhausens beschäftigen, vorgestellt werden.
Ein paar Münchhausiaden erzählt die Autorin auch noch; okay, darauf hätte ich gut und gerne verzichten können.
7 / 10 Punkte

29 – Stephen Hawking & Leonard Mlodinow: „Der große Entwurf“
Hörbuch, gelesen von Ranga Yogeshwar
Ich hoffe, niemand verlangt von mir jetzt eine kurze Inhaltsangabe und vor allem Wertung hinsichtlich der Richtigkeit des Inhaltes. Ich merkte beim Hören, dass ich so unbegabt bin als Physiker; mich interessierte da mehr die philosophische und kosmologische Dimension. Ist ja auch zu einem Großteil eine Geschichte der Erkenntnistheorie, eine Geschichte der Evolution des Wissens und der Erkennbarkeit des Universums. Und tatsächlich fand ich, dass der bekannte Wissenschaftsjournalist und -Popularisator (gibt es das?) aus dem Fernsehen das Buch ganz wunderbar liest. Sehr kurzweilig das Ganze und dafür geschaffen, mehrfach zu hören (teilweise getan), um da richtig mitzukommen.
(Keine Wertung, kann ich hier nicht vergeben)

30 – Daniel Kehlmann: „Die Vermessung der Welt“
Ein Zweitlesen, besser: Lesenlassen – Hörbuch, gelesen von Ulrich Noethen.
Wollte das Buch schon lange mal wieder lesen, wie übrigens alles von D.K. Jedes Mal, wenn ich was von ihm lese, geschieht das mit großem Gewinn, auch beim wiederholten Lesen.
Die Doppelbiografie dieser beiden großen Wissenschaftler, die charakterlich so unterschiedlich waren und sich wohl freundschaftlich zueinander verhielten, ist absolut faszinierend. Es gibt so nebenbei auch ein paar tolle Anknüpfungspunkte für den Phantastik-Fan. Allein die Idee vom Orinoko, die den jungen Humboldt zu seiner abenteuerlichen Forschungs-Reise bewegte, ist im Grunde genau dasselbe, was einen Lovecraft zu seinen abenteuerlichen Geistes-Reisen veranlasste. So erschien es mir jedenfalls.
Vergnüglicher ist natürlich das Verhalten und Ins-Benehmen-Setzen des griesgrämigen Gauß. Und sein Sohn Eugen tut mir jedes Mal immer wieder leid. Dessen Erlebnisse mit der nationalen Studentenbewegung und einem (wohl falschen) Turnvater Jahn sind in ihrer Kehlmann‘schen kondensierten Schilderung so aufschlussreich – immer wieder.
10 / 10 Punkte (was sonst!)

31 – Michael Moorcock: „Die Zeitmenagerie“
Der erste Teil der Endzeit-Saga von Moorcock und mein x-ter Versuch, das Buch zu lesen. Ja, irgendwie kann ich mich immer noch gut verstehen, dass ich es mehrmals abgebrochen habe. Aber diesmal bis zum Schluss durchgehalten! Und dann war es auch gar nicht mal so übel.
Anfangs hat mich die Schilderung dekadenter Beliebigkeit am Ende der Zeiten gelangweilt. Fand ich auch diesmal wieder nicht so prickelnd. Wenn dann aber der Endzeit- Mensch seine große Liebe aus dem 19. Jahrhundert trifft, verehrt und in deren Zeit verfolgt, nimmt das Buch für meinen Geschmack an Fahrt auf. Spätestens dann, als der unbedarfte Zukunftianer in der Epoche seiner Sehnsucht war und so gar nicht mir den Gefahren dieser Zeit umgehen konnte, hatte mich die Geschichte erfasst. Also, ich werde dann wohl auch die anderen beiden Teile lesen müssen...
8 / 10 Punkte


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Die 60 ist erreicht!

Geschrieben von T.H. , in Neuer Stern 22 May 2020 · 832 Aufrufe
Rolf Krohn, Sebastian Guhr
Die 60 ist erreicht! Jetzt aber!
Die letzte, 59. Ausgabe des NEUEN STERNS sollte ja so ein wenig mal wieder Teil einer Doppelausgabe werden. Aus verschiedenen Gründen, die nicht wirklich wichtig sind, wurde das nichts.
Aber es gibt diesen „anderen Teil“. Hier ist er! Und noch verrückter: Jetzt gibt es doch gleich 2 Ausgaben auf einmal. Das Heft 61 ist zur Hälfte mit Krohn-Material befüllt.
Fast unbemerkt hat nämlich ein deutscher SF-Autor seinen 70. Geburtstag gefeiert, und dazu auch noch sein 40-jähriges Schriftsteller-Jubiläum:
Rolf Krohn
Gut, dass wenigstens einem unserer Halleschen Autoren des NEUEN STERNs dran gedacht hat. Bernd Wiese hat sich der in 40 Jahren entstanden Bücher von Rolf Krohn angenommen. UND: Rolf Krohn hat exklusiv für uns zu „seiner“ Ausgabe – KROHNS STERN – eine Story beigesteuert. Da bin ich ja ganz besonders stolz drauf!

Beide Hefte haben je 44 Seiten + Farbcover

#60 Frühlingserwachen
Story von Marco Rauch + Thomas Hofmann lässt sich über geniale SF von Moorcock aus + Bernd Wiese widmet sich wieder seinen Alten Bücherschränken + Volker Adam kramt auch darin, auch wenn sein Bücherschrank nicht gar so alt ist, aber Klassiker hat er auch gefunden (Ward Moore und Farmer) + Peter Schünemann stellt Claire North: Die vielen Leben des Harry August, vor + Thomas Hofmann setzt seine Entdeckungsreise in die Welten des Sebastian Guhr fort + und widmet sich der „Transhumanistische Mythologie“ + Zu guter Letzt noch etwas Steampunk- George Mann, Rezi von Peter Schünemann
#61 Krohns Stern
Peter setzt seine George-Mann-Lesung fort + Rolf Krohn kommt zu Wort und wird breit vorgestellt + noch mehr aus alten Bücherschränken + und eine sehr schöner Überblicksartikel zu Bernhard Hennen: Die Chroniken von Azuhr - Beitrag von Sabine Seyfarth


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Ina Elbracht: „Der Todesengel“

Geschrieben von T.H. , in Leseliste ab 2013, Meine Empfehlung 17 May 2020 · 656 Aufrufe
Ina Elbracht
Noch ist der Mai nicht zu Ende, aber ich habe schon mal ein Lieblingsbuch in meinem Lektüre-Monat gefunden. Damit will ich mal nicht hinterm Berg halten.

Ina Elbracht: „Der Todesengel“
Ein Grusel-Thriller, Blitz-Verlag, 2020

Eingefügtes Bild

So ein bisschen liege ich gerade auf der Lauer; ich warte auf ein Buch von Ina Elbracht, das bei Wurdack in einer auf 100 Stück limitierten Auflage erscheinen wird und das für Leser & Leserinnen des NEUEN STERNs durchaus eine kleine Überraschung parat hält, denn es ist – ich denke mal, das ist wirklich so, weiß es aber erst, wenn ich es gelesen habe – die lange Fassung der Geschichte, die die Autorin für uns, für den NEUEN STERN, geschrieben hatte, illustriert von Daniel Bechthold: „Pentimenti“, Heft 43. Diese bewerte Kooperation wird in der Langfassung fortgesetzt.
Das Jahr 2020 ist aber das Jahr der Ina Elbracht, denn neben diesem zu erwartenden Buch ist gerade noch eines von ihr erschienen, beim Blitzverlag, in der Reihe „Ein Grusel-Thriller“, die erst aus zwei Büchern besteht.
Ähnlich wie in ihrem „Klunga“ spielt der Roman wieder in Köln und er spielt mit der Kölner Sagenwelt. Ihre Geschichte bezieht sich auf eine Sage aus dem 14. Jahrhundert, eine sog. Wandersage, die wohl ursprünglich aus Flandern kam und auch in anderen Städten, z.B. auch in Magdeburg, eine Ausschmückung erfuhr. Kann man gern in der Wikipedia nachlesen, aber vielleicht erst nach der Lektüre des Romans, dann hat man noch ein paar Aha-Effekte zusätzlich.
Der kurze Roman weist drei Zeit- und Handlungsebenen auf. Die Autorin bringt damit die mittelalterliche Sage in die Neuzeit und Gegenwart.
Es beginnt in einem Bombenkeller am Ende des II. Weltkrieges in Köln, Ein kleines Mädchen hat gerade ihren Vater verloren, doch eine etwas wunderliche „Tante“ kümmert sich rührend um sie.
Natürlich wird der Beginn der Geschichte erzählt, als in Köln die Pest wütete und der Tod allgegenwärtig war.
In der Jetztzeit lernen wir eine erfolglose und mit manchmal unlauteren Mitteln operierende Immobilienmaklerin kennen. Nach einer anhaltenden Pechsträhne scheint sie nun den großen Fisch am Haken zu haben.
Die drei Zeitebenen gehören zusammen, personell – wenn auch nicht wirklich durch die gleiche Person(ein), auch wenn dies erst einmal so scheint. Ist es eine Art Vampirgeschichte? Vielleicht… Die Sagenfigur heißt Richmodis von Aducht; ist sie so etwas wie eine Kölner Elisabeth Báthory? Hmm, vielleicht… Und wer sind diese seltsamen Bediensteten der alten Dame? Tauchen die auch schon im Mittelalter auf? Scheint so… Aber auf alle Fälle gibt es da noch welche, die im und aus dem mysteriösen Untergrund Kölns (den wir ja eigentlich schon aus „Klunga“ gut kennen) agieren: Der Hinkende und der Bucklige. Was können die denn?
Die Geschichte ist nicht nur spannend und einfach mal gut erzählt, sondern auch so ein bisschen ein Plädoyer für Frauen-Power.
Ach nee, ich verrate nichts und empfehle die sehr kurzweilige Lektüre – als Taschenbuch oder, wie ich diesmal, als eBook.
9 / 10 Punkte


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Gut gelesen im April 2020

Geschrieben von T.H. , in Leseliste ab 2013 30 April 2020 · 512 Aufrufe
Sebastian Guhr, Michael Moorcock und 4 weitere...
Leseliste, diesmal wieder pünktlich zum Monatsende. Ich scheine meine alte Form, also LL-Report allmonatlich, wiedergefunden zu haben. Aber noch kommt es mir eher zufällig vor.
Es wird wieder etwas ausführlicher. Aber, hey, kommt: Ihr habt doch Zeit! Wohin wollt Ihr auch? Also, lest ruhig…

16 - Michael Moorcock: „Der Herr der Lüfte“
Erster Roman aus dem Sammelband „Zeitnormaden“ um den unfreiwilligen Zeitreisenden Captain Oswald Bastable. Neben Una Persson einer der bekannteren Zeitnomaden, die zwischen den Welten und Zeiten hin und her switchen. Una Persson ist in den Zeitnomaden-Romanen auch eine wichtige Figur. Das freute mich; ich mag sie – irgendwie. Sie taucht ja, wie der gute Oswald auch, in anderen Werken Moorcocks auf. Schön ist hier, dass der Autor nicht gleich wieder lange Vorträge zu seinem Multiversum hält.
Bastable weiß auch gar nicht, was mit ihm passiert (vielleicht bekommt er es ja noch heraus in einem der Folgebände; ich werde lesen). Als Offizier der britischen Kolonialtruppen auf dem indischen Subkontinent begibt er sich 1903 mit einer Expedition in eine unheimliche Gegend, nahe Tibet. In den uralten Gemäuern einer alten Tempelanlage, oder eines Palastes geschieht es. Wenn ich hier „alt“ schreibe, so ist das auch so gemeint. Hier hat Moorcock ein bisschen bei Meister Lovecraft über die Schulter geschaut. Es wird nicht erklärt, wie alt die Anlage ist und wer sie wirklich gebaut und genutzt hat, aber den Andeutungen der Eingeboren zufolge muss sie sehr, sehr alt sein. Huu, das reicht für einen unheimlichen Schauer.
Nach einem Erdbeben wacht unser Captain in seiner fernen Zukunft auf – 1973. Was er nicht weiß, aber der Leser schon: Das ist nicht unsere Welt von 1973. Wobei: Ich weiß natürlich auch nicht, ob das Bastables Welt von 1973 ist. Für ihn ist es einfach „die“ Zukunft, für uns Leser eine alternative Vergangenheit; für den Autor übrigens eine alternative Gegenwart.
Der Imperialismus des späten 19. und beginnenden 20. Jh. konnte sich erhalten und hat aus der Sicht des Captains ein Utopia geschaffen, denn alle Nationen, in mächtigen Imperien geordnet, leben in stabilen Gesellschaften. Okay, es gibt noch Kolonialismus und strenge Hierarchien, aber alles hat seine Ordnung und es herrscht weitestgehend Frieden auf der Welt. Die Weltkriege fanden nicht statt, auch nicht die Revolutionen. Onkel Lenin gibt es, der heißt aber nach wie vor Uljanov und ist so ein bisschen ein alter, sozialistischer Träumer. Der trifft dann auch mit Dutschke zusammen – Graf v. Dutschke! Auch ein Revoluzzer, was sonst, aber adlig.
Ach ja, Reagan kommt auch vor. Herrlich, wie der von Moorcock „behandelt“ wird. Eine Lachnummer, aber unangenehme.
Der Frieden trügt. Es gibt in den kolonial unterdrückten Völkern Unabhängigkeitsbestrebungen, nationale Befreiungsbewegungen. Für mich interessant war, dass die nationalistische Ausrichtung dieser Befreiungsbewegungen betont wird; das war ja in „unserer“ Geschichtsschreibung und Gesellschaftsbetrachtung nicht so im Fokus; da sahen „wir“ ja gern proto-sozialistische Volksbewegungen.
Unserem jungen imperialistischen Captain wird das Weltbild ordentlich zerrüttet, als er Protagonisten des Widerstands kennen lernte. Erst einmal einen Polen, namens Korzeniowski. Hmm, tja, kenne ich nicht – oder doch? Wenn man weiß, dass das Joseph Conrad war…
Nicht nur die politische, auch die technische Entwicklung nahm in der Alternativ-Welt einen etwas anderen Verlauf. Interessanterweise einen verzögerten, denn das vornehmliche Luftfahrzeug ist das Luftschiff, Flugzeuge sind hier Exoten und quasi eine Geheimwaffe. Auch die Erfindung der Atombombe hat sich verzögert; tja, wozu Kriege so alles gut sind…
Bastable wird auf abenteuerlichen Wegen in den antikolonialen Kampf, vor allem durch den „Herrn der Lüfte“ in China hineingezogen und zu einem schlimmen Kriegsverbrechen verführt. Der Roman endet damit sehr unlustig. Aber: feiner, interessanter, mitunter vielleicht etwas lahm erzählter Alternativwelt-Abenteuer-Garn; satte 8 / 10 Punkte

17 – Michael Moorcock: „Der Landleviathan“
Jetzt kommt Michael Moorcock erst einmal selbst zu Wort, also nicht der Autor des Buches, sondern dessen Opa. Der fand ja einst das Manuskript von Oswald Bastable und will nun nachforschen, ob da was dran ist, was der so hinterlassen hat. MM reist nach China, auf der Suche nach dem geheimnisvollen Tal, wo der Herr der Lüfte sein Utopia aufbaute, äh, aufbauen wird.
Und wem begegnet er dort? Na klar, Una Persson! Und ihren „Rittern“ – oder Räubern – auf alle Fälle tragen sie auf ihren Gewändern so seltsame Zeichen: Kreuz aus 8 Pfeilen. Oh, das kennt man doch... Aber auch hier gilt: MM, der Autor, lässt es mit einem Herumreiten auf seiner Multiversum-Theorie. Dafür geht’s mehr in die Praxis.
O.B. hat wieder ein Manuskript, diesmal also direkt von ihm, aus seiner Hand, hinterlassen, das wir hier in diesem Buch einsehen dürfen.
Die Zukunft ist – aus Sicht von Oswald – nicht allzu fern, also so Zeit des Ersten Weltkrieges. Der findet auch statt. U.a. ist Großbritannien völlig am Boden, zerstört, verseucht, verwildert.
Ganz Europa ist hin. Aber in Südafrika hat so ein indischer Rechtsanwalt was gemacht. Man liest hier, dass es gut sei, dass er dort aktiv wurde, nicht etwa in Indien: Ghandi. Bantustan ist eine Utopie.
Ein Dystopia scheint es auch zu geben, errichtet von einem „schwarzen Attila“, der fast den ganzen Rest der Welt erobert hat, bzw. am Erobern ist. Ihn treibt der Hass auf die „weiße Rasse“. Also ein umgekehrter Rassismus? Oder eine Art historischer Gerechtigkeits-Ausgleich? Das wird im Grunde im und durch den Roman diskutiert – und ziemlich unentschieden (nicht) geklärt.
Auf alle Fälle kommt der Landleviathan, ein unmöglich riesiges, kanonenbewehrtes Panzer-Landfahrzeug in Nordamerika zum Einsatz. Dort herrscht der blanke Südstaatenrassismus, den will der Schwarze Attila bekämpfen und die schwarze, versklavte Bevölkerung befreien.
Das Schema der beiden Romane gleicht einander; was im Titel des jeweiligen Romans genannt wird, kommt im in beiden Fällen erst in der zweiten Hälfte zum „Einsatz“. Beide Romane sind in erster Linie Abenteuer und gleichzeitig Auseinandersetzungen mit gesellschaftlichen Problematiken und dadurch so etwas wie Sozial- (Anti-) Utopien. Hätte ich erst mal gar nicht gedacht. Moorcock schreibt, weil er was „sagen“ will. Find ich gut!
8 / 10 Punkte

18 – Michael Moorcock: „Der Stahlzar“
Okay, jetzt habe ich es begriffen. Das Schema, der Romanaufbau, ist wieder dasselbe. Moorcock, diesmal der richtige Moorcock, also Michael jr., bekommt ein Manuskript, diesmal auch direkt von Bastable. Opa Moorcock, so schätzt es Bastable ein, kann der Geschichte nicht die seiner Meinung nach notwenige Verbreitung verschaffen. Also soll der Schriftsteller M.M. ruhig aus dem Tatsachenbericht einen Roman machen, Hauptsache er wird gelesen.
Also habe ich ihn natürlich auch gelesen. War wieder gut, aber: Ist wieder Schema F. Dazu gehört, dass die Titel-Figur erst wieder ziemlich zum Schluss die Bühne betritt. Dazwischen wird ein von Krieg und Gewalt gezeichnetes alternatives 20. Jahrhundert entworfen, es werden auch ideologisch-politische Systeme „bewertet“ und deren herkömmliche Bewertungen in Frage gestellt. Bastable, der seiner englischen Majestät und gegenüber dem Britischen Imperium loyale Offizier, wird mit anderen Denk- und Gesellschaftsmodellen konfrontiert. Er entwickelt sich eher zum pazifistischen Humanisten, der aber auch „das Notwenige“ erledigen kann. Aktiv wird er wieder in der Luftschifffahrt, die auch in dieser Welt-Alternative dominiert. Die Luftschiffe sind richtige Schlachtschiffe, stabil und wohl nicht so leicht zu zerstören.
Diesmal geht es erst nach Fernost, nach Indochina, 40er Jahre. Da tobt sowas wie ein Weltkrieg, dort vor allem zwischen den alten britischen (und auch niederländischen) Kolonialverwaltungen und den eroberungswütigen Japanern. Später geht es nach Russland, wo bereit 1905 die Revolution erfolgreich war, Kerenski ein moderates, sozialistisches Regime führt, das aber durch nationalistische, anarchistische und radikal-sozialistische Kräfte bedroht wird, und gleichzeitig sich gegen Japan behaupten muss. Russland hat aber dafür ganz Osteuropa eingeheimst. Der Stahlzar ist – na, wird man sicher ahnen, wer das ist. Hier aber hat er einen glänzenden Helm auf, der sein ganzes Gesicht bedeckt. Seine priesterliche Herkunft spielt eine größere Rolle als in der Realität, die wir kennen. Er ist aber genauso ein mörderischer Schweinhund, wie im „richtigen“ Leben.
Es gibt aber auch „gute“ Sozialisten und Anarchisten, die Bastable wohlgesonnener sind und denen er Sympathie entgegenbringen kann.
Leider gibt es auch die Gefahr der Atombombe, diesmal in der Hand des Stahlzaren. Deren erneuter Einsatz (in Hiroshima wurde sie jedoch bereits abgeworfen) muss verhindert werden. Das ist das Ziel meiner Lieblingsfigur in dem Zeitnomaden-Universum: Una Persson.
Am Ende wird Bastable endlich in den Reigen der Zeitschiffer aufgenommen, allerdings gibt es daher auch keine weiteren Manuskripte mehr, wegen Geheimhaltung und so.
Ja, wieder sehr erfrischend, unterhaltsam, nachdenklich machend. Daher satte 9 / 10 Punkte.

19 – Sebastian Guhr: „Im Boxring meines Kopfes hau ich jeden um“
Jetzt habe ich doch so ziemlich alles, was es an Romanen von Sebastian Guhr gibt, gelesen. Oder? Na, denke schon. Und dieser hier, wenn auch gar keine Phantastik, war wieder richtig gut!
Interessant für mich ist die Beobachtung, dass bei „Mainstream-Romanen“ mitunter es kein richtiges Ende gibt. So viel Lese-Erfahrung habe ich auf dem Sektor gar nicht, aber genau das ist mir schon des Öfteren aufgefallen. Auch bei kürzeren Texten, Erzählungen etc. Vielleicht liegt es ja daran, dass es im „richtigen Leben“ eben auch kein Ende gibt – außer natürlich dem einen Ende.
Hier also eine vertrackte Liebesgeschichte, zwischen zwei Großstadt-Pflanzen, die irgendwie nirgends ankommen können. Ihre Sehnsüchte können sie nicht verwirklichen.
Die Spannung zieht die Story aus der Konstellation der Personen, also aus dem, wie sie zueinanderstehen, wie sie (die Protagonisten, also das potentielle, vermeintliche, verunglückte Liebespaar) zueinanderkommen oder auch nicht.
Ach, und erzähltechnisch ist das Ganze noch toll und interessant: Es gibt keine Kapitel oder andere Unterteilungen; es wird in einem Stück erzählt, aber trotzdem wechselt die Perspektive zwischen den Haupt- und Nebenfiguren. Muss man manchmal ein bisschen aufpassen, aber ist auch nicht kompliziert; kriegt man gut mit. Das fand ich dann auch sehr spannend.
Ja, und ein happy end gibt es nicht, kann es wohl nicht geben, tja…
9 / 10 Punkte

20 – Ralph C. Doege: „Yume. Träumen in Tokio“
Meine Ostersonntags-Balkon-Lektüre. Im Sonnenlicht, in der Wärme genossen. Wenn ich schon selbst nicht nach Japan fahren kann (derzeit, außerdem ist es ja auch nicht gleich um die Ecke). Japan ist so ein Sehnsuchtsort für den Autor, das spürt man nicht zuletzt beim Lesen. Allerdings hat er ein „Problem“: Er reist nicht gern. Tja, und dann gleich soweit. Das macht ihn fertig, Jetlag-Müdigkeit – alles verschwimmt zu einem Traum-Trauma. Und eine reale Reiseerfahrung verschmilzt der Autor mit einem zaghaften SF-Plot und einer Familiengeschichte.
Was ist real, fragte ich mich beim Lesen; dass er wirklich kürzlich in Japan war, weiß ich ja, aber stimmt auch was am „Familien-Plot“? Das mit dem Zwillingsbruder? Der in Japan lebt und einen Unfall erlitt?
Laut Buch ereignet sich der Unfall im Jahre 2025; das wäre dann also SF. Die Reise des Erzählers erfolgte auch nicht – hier im Buch – aus touristischen Gründen. Es geht um ein spezielles Verfahren (Yume) der Gehirn-Weckung aus dem Koma, zu der ein naher Verwandter, ein Zwillingsbruder, gut gebraucht werden kann.
Ob dieses seltsame, Traum-Experiment glückt? Und wie hilft dies dem Reisenden, der sich – nicht nur auf der Reise – über die Unzulänglichkeiten seines Lebens bewusst wird – auch ein Teil der komplexen Geschichte, von der ich hoffe, dass sie so nicht wirklich autobiografisch ist.
9 / 10 Punkte

21 – Tom Hillenbrand: „Hologrammatica“
Hörbuch, gelesen von Oliver Siebeck
Ach ja war schön – und lang. An dem Teil höre ich seit Januar… Heißt aber nicht, dass es aus Missfallen so lange bei mir gedauert hat, es ist halt eine Frage der Gelegenheiten. Leider leidet unter diesem auseinandergezerrten Hören der Zugang. Aber das Buch macht es einem auf der anderen Seite sehr leicht, denn es ist gut und spannend und superinteressant. Thematisch fällt es bei mir gerade auf fruchtbarem Boden, denn…
Kurz zum Inhalt:
Wir sind etwas in der Zukunft, nicht ganz nahe, aber auch nicht allzu fern von heute. Die Menschheit ist arg dezimiert; Schuld trägt eine – Achtung: Pandemie! Na ja, aber keine, die Menschen tötet, sondern „nur“ unfruchtbar macht.
Die Mikroelektronik hat enorme Fortschritte gemacht, äußerlich macht sich das sehr deutlich bemerkbar durch eine permanente, fast vollständige Holografie-Sphäre, die alles übertüncht: schmutzige Straßen, angeranzte Fassaden, die Kleidung der Menschen. Hat so seine Vorteile, finde ich; kann man gut mit leben, auch wenn man die Frage: „Ist das echt?“ sich echt sparen kann, zumindest im Alltag; für die Ermittlungen eines Detektivs ist sie aber oftmals entscheidend.
Die Menschheit ist auch ins All, in das Sonnensystem vorgedrungen. Spielt aber nur am Rande eine Rolle.
Unser Held ist ein Privat-Ermittler, der in unserem Falle eine verschwundene Top- Programmiererin finden soll. Dabei stößt er natürlich auf ein Riesen-Geheimnis, in dem eine „tot“ gewähnte KI, eine seltsame Lichtdom-Erscheinung möglicherweise außerirdischer Herkunft auf Knossos, mörderische Schwertkämpfer, die natürlich nicht sind, was sie scheinen und noch viele andere Verwicklungen, und natürlich etwas Liebe und Kabale eine Rolle spielen.
Für mich war halt interessant, dass hier das transhumanistische Problem einer singulären KI, das unter Transhumanisten und ihren Gegnern diskutierte Value-Loading-Problem und eine mögliche Herangehensweise einer übermächtigen KI an ein sog. existentiales Risiko eine wichtige Rolle spielen – und vor allem, wie der Autor diese Frage am Ende beantwortet.
Für mich ein echter Genuss, vielleicht ein paar zufällige Verwicklungen und plotmäßige Verrenkungen, aber doch satte 9 / 10 Punkte.

22 – James Blish: „Irgendwann“
Zur Zeit, also, „zur Zeit“, lese ich ja gern systematisch – so irgendwie alles von einem Autor. Gern abwechselnd zu einem anderen Autor. Allerdings stelle ich jetzt gerade fest, dass Zeit wohl doch sehr relativ ist; deshalb ja die Gänsefüßchen.
Wer meine Leseliste so im Auge hat, wird sicher ein paar Namen registriert haben: Christopher Priest, Mark Fisher, Michael Moorcock, und in jüngerer Vergangenheit: L. Sprague de Camp und James Blish. Tja, „jüngere“… Ich habe mal hier im Blog nahgesehen, das letzte Mal habe ich von Blish was 2013 gelesen. Hey, das ist schon wieder 7 Jahre her! Ich fasse es nicht!
Dabei habe ich ein paar Bücher noch auf Halde (genannt: der SUB) und nun mache ich mal einfach da weiter, wo ich 2013 aufgehört habe.
Beim Rekapitulieren fällt mir auf, dass ich seine damaligen Highlights sogar schon wieder gerne lesen würde, vor allem inspiriert durch eine andere Lektüre, der ich gerade fröne: Eugene Thacker: „Im Staub dieses Planeten“, in dem der Horror-Philosoph eben auch auf Blish, und zwar sein Werk „Hexenmeister“, Bezug nimmt. Ja, ich muss dann wohl wieder mal…
Aber jetzt erst mal diese Erzählungen.
Noch ein 2. Wort vorweg: Ganz früher, zur Wende, habe ich von Blish ja mal ein Enterprise-Bändchen gelesen, bzw. angefangen zu lesen. War mir damals echt zu … schlecht. Aber die Story habe ich ja schon mal erzählt. (klick)
Wenn ich jetzt diese Stories dagegenhalte: Was für ein phänomenaler, fundamentaler, sehr erstaunlicher Unterschied! Das ist vom gleichen Autor? Kaum zu glauben.
Aber leichte Lektüre ist das dann auch nicht mehr. Gleich die erste, ziemlich lange (50 Seiten) Story ist irgendwie doch ziemlich sperrig.
Nun, ich denke, das wird jetzt dann doch zu ausführlich. Mal wieder eine gute Gelegenheit, auf unser Fanzine aus Halle zu verweisen: NEUER STERN, da könnt ihr den Rest meiner Vorstellung dieses Erzählungsbandes lesen.

9 / 10 Punkte


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Der NEUE STERN nähert sich der Nummer 60...

Geschrieben von T.H. , in Neuer Stern 12 April 2020 · 732 Aufrufe
Sebastian Guhr, Tobias Reckermann
Der NEUE STERN nähert sich der Nummer 60... Was schreibt eigentlich Tobias Reckermann? Ist das philosophische Weird Fiction, oder doch eher urbane Fantasy? Oder sind das Psychostudien von seelischen Grenzgängern? Na ja, ich weiß es nicht – aber wer will, kann sich ja mal in der neuen Ausgabe des NEUEN STERNS kundig machen. Darin ist nämlich seine Story „Engels Wolle und Magie“ zu finden. Kann ich empfehlen!

Und, sonst so? Also, in der 59. Ausgabe ist noch eine Story. Jawoll. Von keinem Geringeren als Sebastian Guhr! Bin ich mal besonders stolz drauf, dass wir ihn für diesen Beitrag gewinnen konnten. Sein Genre? Oh, auch das muss man bitte selbst erkunden. Für ihn gibt es im Heft sozusagen eine eigene Abteilung, die unter dem Banner „Grenzgänger“ eingerichtet wurde. Darin habe ich meine Eindrücke zur Lektüre einiger seiner Romane in Worte gefasst. Wie geschrieben: Gekrönt durch seine Story: „Brüter“.

Dann gibt es noch Rezis, zu ganz alten Phantastik-Büchern (Aus alten Bücherschränken von Bernd Wiese; immer faszinierend, was er da so an verrückten, skurrilen erstaunlichen Sachen findet) und zu nicht ganz so alten, aber durchaus klassischen SF-Büchern.

Dietmar Sievers erzählt von einer Reise zum Schwarzen Mond; mit Familien-Erinnerungen.

Neugierig?

(Wer noch etwas unentschieden ist: Demnächst gibt es die 60. Ausgabe, die layout-technisch mit der Nr. 59 korrespondiert – es empfiehlt sich der Griff zur Doppel-Nummer. Infos folgen.)

44 + 4 Farbseiten


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Leseliste März 2020 - blöde Zeit, aber gute Bücher

Geschrieben von T.H. , in Leseliste ab 2013 28 March 2020 · 485 Aufrufe
Sebastian Guhr, Mark Fisher und 1 weitere...
Der Monat war – was die Lektüre anbelangt, the rest is a nightmare – ergiebig und gut für mich. Ohne Schnörkel, hier also einfach meine Leseliste für März:

10 – Adrian Tchaikovsky: „Die Kinder der Zeit“
Nach den eher destillierten, komprimierten, aber absolut fantastischen Romanen von Sebastian Guhr, auch nach den durchaus auch konzentriert erzählten – zu heute vergleichsweise kurzen – Romanen von Michael Moorcock wollte ich doch mal wieder zum Ausgleich einen schönen, dicken SF-Schmöker konsumieren.
Okay, reicht dann auch mal wieder. Irgendwie bin ich wohl inzwischen durch meine übrige Lektüre „verdorben“: Ehe ich kurz zusammenfasse, dass der Roman gar nicht schlecht ist, muss ich als erstes einfach loswerden: Der ist zu dick, zu ausufernd, zu redundant, zu… dick.
Die Ideen sind schon großartig. Dabei holt der Autor auch recht weit aus, was bei der Dicke des Buches sicher angemessen ist.
Die Menschheit hat sich zu den Sternen aufgemacht, aber auch selbst vernichtet und ein Erbe auf der Erde hinterlassen, dass es den Überlebenden, die eine neue Zivilisation gründen, unmöglich macht, auf der Erde zu bleiben. Also werden Archen entsandt, auf einer davon finden wir uns als Leser wieder.
Parallel wird – konsequent Kapitel für Kapitel alternierend zum Archen-Plot – von einer wunderbaren, superinteressanten Evolution auf einer fremden Welt erzählt. Es wurden nämlich von der alten Erde initiierte Terraforming-Programme auf fremden Welten angestoßen. U.a. wurden modifizierte Viren ausgesetzt, die bei extra eingeführten Tieren eine beschleunigte Evolution initiieren sollen. In unserem Fall waren aber keine Affen oder andere Säuger die Empfänger des Virus, sondern Spinnen und Insekten.
Deren Evolution zu vernunftbegabten Wesen, die eine Zivilisation aufbauen, verlief dann auch ganz anders als bei uns Säugern. Da der Autor u.a. auch Biologe ist, kann man sicher davon ausgehen, dass das Geschilderte Hand und Fuß hat – bei aller großartigen, phantasievollen Beschreibung.
Irgendwie darf ich nicht zu viel verraten, damit potentiellen Lesern der Spaß nicht genommen wird; ich hör schön auf, ist gut.
Aber natürlich treffen die hochentwickelten Spinnen am Ende, die gerade dabei sind, auf ihren Seidenfäden den nahen Weltraum zu erobern, mit den Menschen der Arche zusammen, denen der Po auf Grundeis geht, weil ihr Schiff nun schon Jahrtausende unterwegs ist, langsam zerbröselt und sie wohl endlich irgendwo ankommen müssen, wenn sie nicht alle umkommen wollen.
Es gibt so viele interessante Aspekte: Z.B. die Rolle der Ameisen u.a. Insekten auf der Spinnenwelt, oder wie das mit dem Alter der Archen-Menschen ist, die immer mal „aufgetaut“ werden, um was zu machen, dann aber partiell wieder in Hyperschlaf versetzt werden, Jahrhunderte später wieder aufwachen. Man kommt da schon etwas durcheinander.
Der menschliche Plot überzeugte mich dabei nicht so wie der mit den Spinnen. Was bei der Spinnenerzählung allerdings komisch war, waren die Namen: Bianca, Viola, Fabian – sie sind so anders als wir Menschen und haben solche Namen?
Auch die Art und Weise der Wissensvermittlung bei den Spinnen ist interessant, da der Autor ja davon ausgeht, dass Spinnen keine Brutpflege betreiben, also sowas wie Schulen eher nicht erfunden werden.
Und am Ende gibt es zwar eine Endschlacht, wo ich schon dachte: Okay, jetzt machen wir hier wieder die 08/15-Krieg-der-Welten-Show, aber am Ende gibt es ein versöhnliches, utopisches Ende. Vielleicht nicht unumstritten, denn im Hintergrund schwebt die Grundfrage: Was ist entscheidend im Zusammenleben vernunftbegabter Wesen: Sozialisierung oder Vererbung?
Wenn das Ganze nicht so ausufernd, mitunter schon etwas zäh und zu ausführlich, bis fast langweilig erzählt gewesen wäre, wären es satte 10 Punkte, so aber „nur“:
7 / 10 Punkte

11 – Mark Fisher: „Gespenster meines Lebens“
Weiter auf meinem Pfad der „Ich lese alles von Mark Fisher“-Challange. Oh, nee, das klingt zu… modern. Außerdem gibt es so viel auf Deutsch auch gar nicht, als dass dies eine Herausforderung wäre.
Das Buch fasst seine Essays zur Musik zusammen, vor allem zur Musik, aber nicht nur. Nun hat er durchaus einen anderen Musikgeschmack als ich, aber das macht die Lektüre nicht schlechter. Fast im Gegenteil: Ich habe ein paar Sachen kennen gelernt, die mir vorher nicht bekannt waren – und die ich durchaus mögen könnte.
Das Stück „Ghosts“ von Japan z.B. – sicher eines der für die Essaysammlung titelgebende Inspiration: Ich kann es zurzeit täglich mehrere Male hören. Großartig. Hatte ich, obwohl ein „Kind der 80er“ damals gar nicht wahrgenommen; oder es ist nicht haften geblieben.
So eine Entdeckung befeuert natürlich auch weitere Recherchen. David Sylivan und seine Kooperationen, die durchaus später sehr schnulzig wurden, haben es mir nun auch angetan.
Schwieriger ist es mit dem, was aus Rave und Hip-Hop wurde. Das sind nicht unbedingt meine Musik-Felder – obwohl, so ganz stimmt das auch schon lange nicht mehr. Trip-Hop von U.N.K.L.E, Massive Attack und Archive gehören nun schon seit Jahren zu meinem Repertoire.
Aber Fisher meint noch was anderes. Na ja, BURIAL kannte ich vorher auch nicht, jetzt schon. Ist interessant, aber ob ich es in meinen persönlichen Kanon übernehme? Oder die Arbeiten des Labels Ghost Box – das ist dann auch Zeug, das man absolut nicht einfach mal so hört, oder hören kann. Und es ist auch das, was Hauntology am Ehesten meint.
Auf alle Fälle schreibt Fisher nur selten einfach so über Musik, seine Eindrücke, journalistisches Beiwerk dazu. Er ordnet ein, seine Sicht auf die Welt, auf die neoliberale Gesellschaft sind omnipräsent – das reicht allemal für mich, um „mit dem Textmarker zu lesen“.
Er entwickelt, na ja, skizziert zumindest (könnte für meinen Geschmack ausführlicher und begründeter erzählt werden) seine besondere Sicht auf die (Musik-) Kultur der 90er, Nuller und 10er Jahre, die mehr aus der Vergangenheit recycelt und damit Gespenster weckt und wach hält – was da passiert, nennt er, anknüpfend an andere Philosophen; Hauntology. Und so ist auch der Untertitel: „Depression, Hauntology und die verlorene Zukunft“. (So nebenbei liefert er auch die Begründung dafür, dass wir als Elterngeneration gar nicht mal mehr „abgeschreckt“ sind von der Musik unserer Kinder. Das ist ja ein Umstand, der neu ist in der Moderne. Pop und Rock waren für meine Eltern jedenfalls noch ein Unding. – Interessant wäre die Frage, wie „die Jugend“ von heute damit umgehen kann, denn sie können sich schwerer von den „Alten“ abgrenzen.)
Okay, ein Buch voller Inspirationen, Anregungen – zum Denken, Nachschlagen, Weiterrecherchieren, Einordnen. Und wieder: Schade, dass es ihn nicht mehr gibt!
9 / 10 Punkte

12 – Sebastian Guhr: „Philpots Reise“
Jetzt also doch gelesen! Das war ja dann so ein toller Zufall – der ja nicht wirklich ein Zufall war, wenn man anerkennt, dass das SF- und Phantastik-Fandom einfach mal nicht so riesig ist, und ich das Buch unter den Angeboten eines Mitgliedes dieses Forums hier in einer Buchverkaufsplattform im Netz fand. Dabei gilt: Das Buch ist schwer zu bekommen.
Ich hatte schon gedacht, dass der gelernte Philosoph Sebastian Guhr diese Swift-Gulliver-Hommage „philosophischer“ ausnutzt. Ich hatte das sogar befürchtet: Würde ich da überhaupt alle Anspielungen verstehen? Wäre das Ganze am Ende zu akademisch? Aber nein, diese Befürchtung hat sich nicht bestätigt, das Buch ist eher eine locker erzählte Geschichte, die ihre Komik aus den Situationen bezieht, die nun mal entstehen, wenn so ein Winzling in die Welt seiner einst angebeteten Riesen gerät, die sich als gar nicht so überlegen und göttlich erweisen.
Mehr dazu dann im NEUEN STERN, wie so oft 😊
7 / 10 Punkte

13 – Mark Fischer: „Das Seltsame und das Gespenstische“
Spätestens jetzt hätte mich der Autor voll auf seiner Seite. Hier widmet sich Mark Fisher vor allem phantastischen Werken (Literatur, Film) und seine Auswahl – so ein Zufall – trifft bei mir voll ins Schwarze! Bei dem Thema fängt er natürlich bei Lovecraft an. Der Essayband ist diesmal offensichtlich als solcher konzipiert gewesen; sonst werden ja eher thematisch passende Artikel von ihm zusammengestellt. Hier scheinen sie originär für den Band geschrieben worden zu sein, oder wurden von ihm zumindest noch mal angepasst. Er beginnt daher mit einer Einführung, in der er auf die Begrifflichkeiten eingeht, also auf das Seltsame und das Gespenstische. Nun ja, muss man vielleicht nicht unbedingt haben, schon gar nicht so eine dezidierte Unterscheidung dieser Begriffe und deren Wiederspiegelung in den Werken. Dazu überschneiden sie sich inhaltlich zu sehr, finde ich. Allerdings hat er mich mit seinen Worten, was denn nun „gespenstisch“ ist, bzw. was eine Situation zu einer gespenstischen macht, für sich gewonnen. Auf den Punkt gebracht (nee, verrate ich hier nicht).
Aber die Auswahl! Ich war schon etwas sehr erstaunt, wie weit ich mit meinen Vorlieben auf dem Gebiet der Phantastik mich bei ihm wiederfinden kann.
Da nennt er z.B. H.G. Wells – eine Erzählung – und zwar eine, die ich schon vor 30 Jahren las und die ich seitdem zu einer meiner Lieblingsstories überhaupt zähle; und genau die wählt er aus: „Die Tür in der Mauer“!
Dann: China Miéville! Christopher Priest! Tim Powers! P.K. Dick sowieso. Daphne du Mauriers „Vögel“ und „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ (letzteres insbesondere). Aber auch Sachen, die ich nicht so im Fokus hatte, die mir aber Inspiration sein sollen: M.R. James (zu meiner Schande muss ich dies gestehen), die Quatermass-Filme, D.M. Thomas‘ „Das weiße Hotel“. Andere haben mich weniger abgeholt: David Lynch, The Fall (einer der wenigen Musik-Aspekte in dem Buch, der andere beschäftigt sich mit Brian Eno – das hatte mich dann wieder mehr interessiert), Fassbinder („Welt am Draht“), Alan Garner (doch, interessant, aber wird mich nicht animieren, ihn zu lesen), M. Atwood (ja, okay, hat mich angestachelt, nun doch die Serie „Report einer Magd“ zu sehen – und die ist sooo gut, bedrückend…). Tolles, kurzweiliges Buch, wieder voller Inspirationen.
Also: 11 / 10 Punkte!

14 - Max Franz Johann Schnetker: „Transhumanistische Mythologie“
Ein Buch, das ich las, weil mich a) das Thema sowieso interessiert und b) weil mich Titel und Untertitel provozierten. Der Untertitel lautet: „Rechte Utopien einer technologischen Erlösung durch künstliche Intelligenz“. – Echt? Transhumanismus ist „rechts“? Ich fühlte mich ertappt, denn ich liebäugle mit deren Ideen.
Im Buch wird durchaus plausibel und nachvollziehbar (mit Abstrichen) nachgewiesen, dass es im TH durchaus diese Tendenz gibt. Vor allem ist es eine Kollektivistische Ausformung des TH, die unter diesen Verdacht fällt, die aber auch im „Mutterland“ des TH eine große Rolle spielt, im Silicon Valley, bei den Machern der Zukunft. Insofern ist diese Tendenz nicht zu unterschätzen. Es sind dann durchaus den Menschen als Individuum und Person negierende Tendenzen, richtig ekelhaft sozialdarwinistische Gedanken etc., die auch für mich nachvollziehbar diese Idee in die rechte Ecke stellt. Der Autor hat aber nach meinem Eindruck schon ein Problem mit dem Gedanken, dass Interessen der Menschheit, also des Kollektivs, über die des Individuums gestellt werden. Angesichts globaler und alle Menschen bedrohender Gefahren scheint es aus meiner Sicht aber diskussionswürdig zu sein, über Problemlösungen nachzudenken, die eben nur durch und im Kollektiv möglich sind. Und da bietet der TH ziemlich verrückte, utopische, futuristische Lösungen an – die aber, durchaus Hand und Fuß haben; finde ich…
Okay, dem Buch widme ich mich mal wieder im NEUEN STERN und auch in der APA FAN. Meinen APA-Beitrag kann man auch gern als PDF kostenlos und frei Haus elektronisch von mir bekommen, falls Interesse besteht – das lädt dann natürlich auch zur Diskussion ein!
7 / 10 Punkte

15 – Christopher Priest: „Die Stadt“
Dieser Roman von Mr. Priest erschien kürzlich auf Deutsch zum X-ten Male. Komischer Weise unter einem „neuen“ Titel; so, dass ich erst mal dachte: Hey, endlich mal was Neues vom Meister! Aber Pustekuchen. „Die Stadt“ ist gleich „Der steile Horizont“ ist gleich „Inversion“. Der „neueste“ Titel kommt dem Originaltitel „Inverted World“ am nächsten, aber auch die anderen passen inhaltlich.
Eigentlich scheint das ein „normaler“ Roman zu sein, völlig untypisch für Chris Priest? Wir sind da auch einer fremden Welt, irdische Kolonisten steuern ein Riesengefährt, genannt die Stadt „Erde“, auf Schienen, die ständig verlegt werden müssen, durch einen ihnen fremde Landschaft. Irgendwie haben sie vergessen, wieso sie das machen, und die Gesellschaft ist in eine so quasi postfeudalistische Stände-Republik zurückgefallen. Gilden bestimmen, wer was machen und wer was wissen darf.
Verrückt wird es aber dann doch noch. Wenn der Protagonist in die Richtung reist, aus der die Stadt kommt, verschiebt sich zumindest in seiner Wahrnehmung die Landschaft ins Bizarre. Hier wären mathematische Kenntnisse hilfreich; ich musste mein Vorstellungsvermögen ziemlich strapazieren. Grundsätzlich habe ich es schon verstanden, aber so richtig schlüssig und überzeugend fand ich diese „Verwerfungen“ nicht.
Am Ende sind sie es auch nicht, wie sich herausstellt. Der Roman zielt dann auch nur noch auf die Auflösung des Rätsels um die Kolonisten, ihre Stadt und ihre Mission, und um die Plausibilität der Physik und Mathematik, die hier verwendet werden. Fand ich als Inhalt fast schon etwas dürftig; andere Romane des Meisters sind für meine Begriffe geheimnisvoller, psychologisch interessanter. Vielleicht auch deswegen, weil sie weniger erklären als er es hier tut. Erzählen kann der Autor aber, das beweist er hier auch, es gibt hinreichend interessante menschliche Konflikte, zwei verunglückte Liebesgeschichten und einen bizarr-interessanten Weltenentwurf.
8 / 10 Punkte


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Der Februar in der Leseliste: da lacht das Alien (und tanzt natürlich)

Geschrieben von T.H. , in Leseliste ab 2013 28 February 2020 · 938 Aufrufe
Mark Fisher, Ellen Norten
Im Februar scheinbar nicht viel gelesen, aber die Wahrheit ist, ich lese gerade noch an drei Büchern, von denen zwei kurz vor dem Abschluss stehen. Und ich lese gerade viel "Drumherum" - weil mich ein neuer Themenkomplex gerade dolle fasziniert. Das fing an mit einem Artikel, den mir ein Freund empfahl und der eine philosophische Denkrichtung, die ich zuvor nur am Rande wahrnahm, unter dem Aspekt beleuchtet, inwieweit diese Denke Fuß in rechter Ideologie gefasst hat. Es geht um den Akzelerationismus (siehe unten). Interessant ist sie, weil sie u. a. auch direkt an Science Fiction anknüpft. Was nun dran ist, was draus wurde und wie sie heute dasteht, ist ein weites Feld.
Neben akzelerationistischen Texten und Artikeln waren es dann weitere Referenzen, die mich an den leider schon verstorbenen Mark Fisher "verwiesen". Und das war dann schon eine ganz wunderbare Erfahrung für mich! Ist so schade, dass ich auf ihn so spät aufmerksam wurde und noch sehr viel mehr schade, dass es ihn nicht mehr gibt...

Aber erst mal was erfreuliches. Sehr aufmunternde und empfehlenswerte Lektüre:

Eingefügtes Bild

Ellen Norten (Hrsg.): „Das Alien tanzt Polka“
Jetzt war ich doch mal neugierig. Ich weiß ja, dass Ellen bei einigen Plattformen mitmischt, auf denen Geschichten erzählt werden. Dabei nicht nur Phantastik und SF.
Das hier ist aber eine astreine SF-Anthologie, Teil einer Serie, die fortgesetzt wird – wie lange eigentlich? Ich glaube, derzeit ist man im Hause p.machnery beim 3. Band.
Lohnt sich das denn nun, so eine SF-Anthologie? Ich denke, nur dann, wenn sie ein „Alleinstellungsmerkmal“ aufweist. Hier ist es der Humor! Das ist echt wohltuend bei der doch überwiegend miesepetrigen Zukunftsschau, die uns so oft zwischen den Buchdeckeln erwartet; Dystopie rules, immer noch.
Mit dem Humor ist es aber auch so eine Sache; um es zusammen zu fassen: Mir haben nicht alle Geschichten wirklich gefallen. Mitunter war es halt so ein Schenkelklopferhumor, oder wenn man SF-mäßig Alltagssituationen von heute in eine fremde, Alien-Welt projiziert oder in die Zukunft. Ja, das ist auch durchaus komisch, holt mich aber nicht immer ab.
Eine andere Gruppe der Stories, die ich für mich beim Lesen ausgemacht habe, ist die, die irgendwie an bekannte Film-Geschichten erinnern.
Und es gibt dann noch die, die – für meine Begriffe – eine gute Idee umsetzen und daraus Witz und Humor ziehen, und / oder mit Witz davon erzählen.
Ein Autor hat mich dabei richtig überrascht – ich denke mal, von ihm wurden sogar zwei Erzählungen untergebracht, eine halt unter Pseudonym geschrieben? Hubert Katzmarz. Er hat da eine tolle Zeitreisestory hinterlassen. Ja, klar, auch die verweist auf längst Erzähltes, aber sehr kurzweilig und konsequent.
Also, wer ist dieser Herr Eberhard Entensterz? Der Mann kann doch unmöglich so heißen, oder? Sein Beitrag war auch ein Fest für mich. Das Ganze war so eine Art Raumfahrtstory-LARP-Fantasy-Verarsche. Eigentlich ohne tieferen Sinn. Okay, erinnert dann auch an bestimmte Filmvorlagen, hat mir aber sehr gefallen.
Es wären noch viele andere zu nennen, aber das wird dann langweilig. Ich darf das Buch auf jeden Fall empfehlen. Habe hinreichend oft gelacht, geschmunzelt und wirklich nur so ca. 2 Stories überblättert. Reiche Ernte, finde ich.
8 / 10 Punkte

Armen Avanessian (Hrsg.): #Akzeleration
Gar keine SF. Oder doch? Auf jeden Fall bin ich über einen Artikel, der SF mit dieser – tja, was ist das eigentlich? – gesellschaftswissenschaftlichen, sozial-philosophischen Denkweise, Weltanschauung verbindet. SF als Quelle für ein Weltbild, das auf Beschleunigung beruht, diese befördert und fordert.
In dem besagten Artikel konzentriert sich der Autor auf einen Protagonisten dieser Lehre: Nick Land. Der Mann erscheint mir durchaus interessant, verrückt genug, was er in den 90ern angestellt hat. Allerdings findet der Artikel-Autor – und ich auch – dass Land inzwischen den progressiven Pfad verlassen hat.
Auf jeden Fall war meine Neugier geweckt und ich wollte mich einfach mal mit Akzeleration – im gesellschaftswissenschaftlichen Sinne – befassen. Leider bot mir der kleine Band nicht wirklich tiefen Einblick. Das Grundprinzip habe ich erfasst, denke ich. Es ist ein Appell an die (intellektuelle) Linke, sich dem Fortschrift, vor allem in Wiss. u. Fortschritt, nicht zu verschließen, sich nicht in lokale und irgendwelche Retro-Strategien zu verlieren. Aber das „Wie“ ist hier für meine Begriffe nach wie vor unklar… Aber das nur am Rande.
7 / 10 Punkte

Mark Fisher: „Kapitalistischer Realismus ohne Alternative?“
DAS ist nun aber wirklich ein Autor, den ich bei meiner Recherche zum Thema Akzelerationismus für mich entdeckt habe, worüber ich sehr, sehr froh bin! Leider, wie ich dann schnell feststellen musste, lebt er nicht mehr. Er ist in etwa der gleiche Jahrgang wie ich, aber schon tot – durch Selbstmord, wegen Depression.
Das Tema Depression spielt auch in diesem kleinen Buch – einer „Flugschrift“ – eine gewissen Rolle. Er findet für dieses psychologische Phänomen gesellschaftlich Ursachen.
Seine Bücher öffnen mir neue Welten – der Welt-Betrachtung. Ich bin absolut beeindruckt. So wie er dann auch Filme, Musik etc. rezensiert, möchte ich es auch können! Er erkennt gesellschaftliche und ökonomische Entwicklungen in Werken der Popkultur, zeigt auf, was da wie zusammenhängt und zusammengehört. Für mich ziemlich überzeugend, überraschend, faszinierend. Na ja, und großartig formulieren kann er auch noch.
Mark Fisher – sollte es eigentlich schon lange sein, ist es aber erst jetzt für mich – eine faszinierende Inspirationsquelle.
12 / 10 Punkte


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NEUE STERNE, NEUE STERNE!

Geschrieben von T.H. , in Neuer Stern 21 February 2020 · 841 Aufrufe
Ulf Fildebrandt, Ellen Norten und 2 weitere...
NEUE STERNE, NEUE STERNE! Ein neues Jahr hat auch für den NEUEN STERN begonnen. D.h., es ist schon im vollen Gange und vom ersten Heft des Jahres – im Bild links, ohne Farbcover (aber mit Farbinnenteil) – sind nur noch ein paar Exemplare verfügbar. Und: Aufgrund gewisser neuer Umstände bei der handwerklichen Herstellung des Heftes haben 2 Exemplare dieses Heftes eine kleine Macke: Der farbige Innenteil liegt nur lose bei. Aber dafür gibt es dieses Mängelexemplar für etwas weniger, wie ich hörte (vielleicht mal nachfragen, falls man mal reinschnuppern will).
Inhalt? Oh ja, haben die Hefte auch (je 48 Seiten):
57
Liebe Planetenbewohner! - Thomas Hofmann
Ulf Fildebrandt: Das Rätsel der Qualia (Story)
Fragen an den Autor Ulf Fildebrandt
Nach-Gedanken zu Jack Parsons
...China Miéville: „Die letzten Tage von Neu-Paris“, Rezi v. Thomas Hofmann
...Ergänzungen zu Parsons von Arnold Drabek
Magisches Island. Teil 4 - Peter Schünemann
Aus alten Bücherschränken - Bernd Wiese & Gast
...Mihaly Babits: Der Storchkalif
...Der Zusammenbruch: die Seeschlacht zwischen Borkum und Helgoland
...P. Hans-Fried Braun: Die Expedition der Senta II
...Romain Rolland / Frans Masereel: Die Revolte der Maschinen
...Kim Roy - der neueste Held - Ekkehardt Brux
Ellen Norten: Molar (Story)
Grenzgänger
...Ingo Scharnewski bei TES - Thomas Hofmann
...Sachbuch über Computer in der DDR - Dietmar Sievers
...Christoph Ecker: Der Bahnhof von Plön - Bernd Wiese
...Ulf Torreck: Fest der Finsternis - Arnold Drabek

58
Liebe Leute, Editorial von Thomas Hofmann
Peter Schünemann, Freunde der Erde (Story)
Rolf Kauka und seine „SF-Romane“, Beitrag von Thomas Hofmann
Aus alten Bücherschränken von Bernd Wiese
...Arthur Opree: Unter glühender Doppelsonne
...Robert Kraft: Im Panzerautomobil um die Erde
...Jesco von Puttkamer: Im Panzer-Automobil
...Hanns von Zobeltitz: Die Jagd um den Erdball
Aus neuen Bücherschränken
...Anna Hildebrandt: UAIOM Gruß eines Fremden, Rezi von Sabine Seyfarth
...Rolf Krohn: Der Stern von Granada, Rezi von Bernd Wiese
...Hans Frey: Fortschritt und Fiasko, Rezi von Bernd Wiese






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Thomas Hofmann, ein Phantastik-Fan

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© Thomas Hofmann

____________

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Als Freund der phantastischen Künste artikuliere ich mich seit ca. 1988. Vielleicht kennen einige von Euch meine Zeichnungen. War auch als Rezensent im Fandom unterwegs, einst vor allem im leider nicht mehr existenten Fanzine SOLAR-X, neuerdings im NEUEN STERN (kein Fanzine, nur ein "Rundbrief...")
Dieses Blog soll den geneigten Leser auf Tipps und Termine in Sachen Phantastik aus dem Raum Halle / Leipzig hinweisen. Einer alten SOLAR-X-Tradition folgend möchte ich auch Berichte zu von mir besuchten SF / Phantastik-Veranstaltungen einstellen.
Ich will immer mal wieder auf die Stammtisch-Termine meines Heimat-SF-Clubs, des ANDROMEDA SF CLUB Halle und auf die Veranstaltungen des Freundeskreis SF Leipzig hinweisen.

Man wird hier auch die eine oder andere Rezension zur Phantastik aus alten Tagen von mir finden, von denen zumindest ich meine, dass sie nicht völlig dem Vergessen anheim fallen sollen.

Mehr als Merkhilfe für mich, aber vielleicht auch als Anregung für den einen oder die andere Leser/in wird hier meine kommentierte Leseliste zu finden sein.


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Archiv

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Bücher, die weitestgehend von mir illustriert wurden:
Sagen der Oberlausitz, Nordböhmens und angrenzender Gebiete; Oberlausitzer Verlag A. Nürnberger, 1990

Sagen der Oberlausitz..., Band II, ebd., 1991
Oberlausitzer Kochbuch mit historischen Betrachtungen, ebd., 1991
Märch. d. Bergwelt, ebd., 1991
Wilko Müller jr. & Renald Mienert: Die Zeitläufer, Solar-X-Prod., 1994
Das große Dorfhasser-Buch, Aarachne, Wien, 2000
Christian v. Aster: Nachmieter gesucht, midas 2000
Von dunklen Kräften und alten Mächten, Rollenspielbuch, Caedwyn, Hannover 2001
Das große Verwandtenhasserbuch, Aarachne, Wien 2001
N. Rensmann: Ariane, Bastian, Luzifee und Co., K&C Buchoase,Solingen, 2001
Felten & Streufert: Gänsehautgeschichten, K&C Buchoase, Solingen, 2001
Spinnen spinnen. Die Anthologie zu nützlichen Tieren, Aarachne, Wien 2002
Peter Brandtstätter: Von Schmetterlingen und der Liebe..., Wien, 2002
Feenmond, Rollenspielbuch, Caedwyn, Hannover 2002
Ruf der Ferne, Rollenspielbuch, Caedwyn, Hannover 2003
Frank Haubold: Das Geschenk der Nacht. Phantastische Erzählungen, EDFC e.V., Passau, 2004
Das Mirakel, Phantastische Erzählungen, EDFC e.V., Passau, 2007
Rose Noire, Anthologie im Voodoo-Press, 2009
Michael Knoke: Das Tal des Grauens, Voodoo-Press, 2010
Michael Siefener: Die Entdeckung der Nachtseite, Verlag Lindenstruth, 2011

A.G.Wolf: Die weissen Männer, VP 2013
■ Tobias Bachmann, "Liebesgrüße aus Arkham", Edition CL, 2016
■ A.G.Wolf: Die weissen Männer, KOVD 2020 (Neuauflage)

Bücher, an denen ich mich beteiligen durfte:
Der Abenteuerwald. Phantastische Nachwuchsanthologie, Kreutziger Verlag, 1996
Das Herz des Sonnenaufgangs, Eine Alien Contact Anthologie, 1996
Liber XIII und andere unerwünschte Nachlässe, Goblin Press, 1999
Lichtjahr 7, Freundeskreis SF Leipzig e.V., 1999
Von kommenden Schrecken, Buch zum ElsterCon, Leipzig, 2000
Der Erstkontakt. Stories und Bilder aus dem Perry-Rhodan-Wettbewerb, Berlin, 2001
Phantastik 2002, Taschenkalender, 2001
Michael Lohr, Gemurmel aus dem Buch der Drachen, 2001
Hysterisch funktionieren, Aarachne, Wien. 2002
C. Bomann: Anthrins Kind, Abendstern-Verlag, Parchim, 2002
C. Bomann, Parchimer Hexengeschichten, Abendstern-Verlag, Parchim, 2002
Des Todes bleiche Kinder, Abendstern-Verlag, Parchim 2002
Geschichten von Phönix und Sperling. Buch zum ElsterCon, Leipzig, 2002
Cover: Wilko Müller jr.: Operation Asfaras, Ed. Solar-X, 2003
Alien Contact Jahrbuch 1 für 2002, Shayol, 2003
Alien Contact Jahrbuch 2 für 2003, Shayol, 2004
Alien Contact Jahrbuch 3 für 2004, Shayol 2005
Cover: Carl Grunert: Der Marsspion, DvR, 2005
G. Arentzen: Christoph Schwarz, Detektiv des Übersinnlichen, Bd. 1 bis 6, Romantruhe, 2005
M. Borchard: Der Zeitarzt, SF Blues Bd. 4, edfc, 2005
Cover: Wilko Müller jr. & Renald Mienert: Die Zeitläufer, Ed. Solar-X, 2005
Cover: Carl Grunert: Im irdischen Jenseits, DvR, 2005
Cover: Carl Grunert: Zukunfts-Novellen, DvR, 2005
Markus Kastenholz: Tiamat 1 - Asche zu Asche, VirPriV-Verlag, 2005
Welt der Geschichten 1, Web-Site-Verlag, Mai 2006
Cover: Wilko Müller jr.: Mandragora, Ed. Solar-X, 2006
Kastenholz, Ippensen: Tiamat 2 - Die Stunde Null, VirPriV-Verlag, 2006
Nocturno 6, VirPriV-Verlag, 2006
Alien Contact Jahrbuch 4 für 2005, Shayol, 2006
Welt der Geschichten 2, 2006 (alte Ausgabe; in der Nachauflage von 2008 sind keine Bilder von mir enthalten)
Welt der Geschichten 3, 2008 (neue Ausgabe)
Cover: Bernd Rothe & Astrid Pfister (hg.): Gequälte Seelen; Welt der Geschichten Sonderausgabe, 2008
Robert N. Bloch: Michael Siefener. Eine kommentierte Bibliographie, Verlag Lindenstruth, 2011
Frank W. Haubold: Der Puppenmacher von Canburg, Edition Lacerta(eBook) und CreateSpace Ind. Pub. Platform, 2012

"Saramees Blut", Atlantis 2012

M. Kastenholz: Projekt Hexenhammer, Printausgabe, 2013

Simon & Steinmüller: Die Wurmloch-Odyssee, Shayol, 2014
■  Richard Kühle: Alraune und der Golem, Goblin-Press, 2015
■ Ine Dippmann und Uwe Schimunek: Leipzig mit Kindern, Jaron 2015
■ Leipzig - Visionen. Gestern und heute, FKSFL & Edition Solar-X 2015
■ Simon & Steinmüller: Die Wurmloch-Odyssee, Memoranda, 2017

■ Simon & Steinmüller: Leichter als Vakuum, Memoranda, 2017
■ Uwe Lammers, „Mein Freund, der Totenkopf“, Teil 1, 2017
■ IF Magazin für angewandte Fantastik # 666, Okt. 2017

■ Angela & Karlheinz Steinmüller: Andymon, Memoranda, 2018
■ Ferne Welten, Buch zum 14. ElsterCon, 2018
■ Angela & Karlheinz Steinmüller: SPERA, Memoranda, 2018
■ Angela & Karlheinz Steinmüller: Sphärenklänge, Memoranda, 2019
■ Angela & Karlheinz Steinmüller: Der Traummeister, Memoranda, 2020
■ Angela & Karlheinz Steinmüller: Marslandschaften, Memoranda, 2020
■ Fahrenheit 145, Buch zum 15. ElsterCon, 2020

 

Magazine und SmallPress
Alien Contact, Kopfgeburten, GOTHIC, The Gothic Grimoire, Vanitas, Tanelorn, Fleurie, Bonsai 6 / Zimmerit 5, 1995, Tumor (Sonderheft 8), Andromeda SF Magazin des SFCD 143 / 144, EXODUS 15 / 16 / 17 / 18 / 19 (mit Galerie v. mir, 2006) / 20 / 21 / 22 / 24 / 25 / 27
einblicke. Zeitschrift der Krebsforschung, August 2005,
Watchtower 8 / 9
Die Ruhrstadt-Zeitung 41
ARCANA 6 (2005)
Andromeda Nachrichten 216, 218 / 219, 220, 222, 223, 224
Nova 16 (2010)
Fantastic Artzine 1, Fantastic Artzine. Halb-Zeit, beide 2012

Nova 22 (2014)
Der lachende Totenschädel, Nr. 3 (10 / 2015)
Cthulhu Libria Neo, BuCon-Ausgabe 10/2015

Cthulhu Libria Neo 1, April 2016

Cthulhu Libria Neo 2, Oktober 2016
Cthulhu Libria Haunted Houses, März 2017
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Der lachende Totenschädel Nr. 4, Jan.2018

!Time Machine, Januar 2018
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TERRAsse zum PentaCon 2019

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The Beat Of Black Wings: Black Love; 2000
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