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Thomas Hofmanns Phantastische Ansichten



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Kleine Litera-Tour im Januar

Geschrieben von T.H. , in Phantastisches Halle & Le..., Ich war dabei..., Meine Empfehlung, Subjektive Eindrücke 12 January 2019 · 103 Aufrufe
Jörg Herbig, Ellen Norten und 1 weitere...
Kleine Litera-Tour im Januar Ziel dieses Blogs hier ist es ja, immer mal auf Ereignisse phantastischer und literarischer Art im mitteldeutschen Raum, speziell in Halle & Leipzig hinzuweisen. Die Auswahl ist natürlich äußerst subjektiv und davon abhängig, was ich so erlebe, mitbekomme und vorstellen möchte.
Dieses Jahr begann durchaus literarisch, allerdings nicht von Phantastik geprägt, aber irgendwie ist die Phantastik Ausgangspunkt gewesen.
Da darf ich zum einen auf ein neues Heft von Jörg Herbig hinweisen, das mich schon Ende letzten Jahres postalisch und nun auch im Herzen erreicht hat:

„Füße auf dem Boden, Kopf in den Wolken“

Jörg Herbig habe ich hier im Blog bereits vorgestellt. Vielleicht erinnert man sich an seinen DER LACHENDE TOTENSCHÄDEL. Ich jedenfalls erinnere mich daran gern.
Nun gibt es was Neues von ihm: Es handelt sich um einen Band mit Gedichten.
Keine Phantastik, aber das, was mich im Grunde bei Jörg Herbigs Prosa auch fesselt und gefangen nimmt: Was er schreibt, ist einfach authentisch. Er macht aus seinem Herzen keine Mördergrube, präsentiert sich in seiner ganzen Unvollkommenheit, wirkt damit angreifbar, mir macht er sich dadurch einfach sympathisch.
Die Gedichte sind keine „Reim-Dir-oder-ick-fress-dir“-Sachen, tatsächlich lesen sie sich gar nicht so einfach & flüssig, man muss sich etwas konzentrieren, bekommt dafür aber ein Konzentrat an Gedanken und Gefühlen, die in Prosa gegossen sicher mehr Textvolumen verbrauchen würden.
Ja, Alltag kann spannend sein, wenn man darüber reflektieren kann, und Jörg kann das.

Die zweite Station meiner Litera-Tour im Januar 2019 war der Besuch der Gründungsveranstaltung des Literatur-Salons PEGASUS in Halle, im Literaturhaus, am 9. Januar 2019.
Also, die Welt ist doch ein Dorf. Es kam nämlich so: Letztens in Leipzig, bei der Veranstaltung mit Thomas Franke, war eine Dame zu Gast, die Thomas direkt mitgebracht hatte. Wir kamen ins Gespräch – also, wer sie kennt, kann mir sicher zustimmen, dass es sozusagen unmöglich ist, nicht mit ihr ins Gespräch zu kommen – es handelt sich, wie sich herausstellte, um Ellen Norten. Na, dürfte ja hier im SF-Netzwerk durchaus keine Unbekannte sein. Sie ist viel mit p.machirney „unterwegs“, brachte die Werke ihres verstorbenen Mannes, Hubert Katzmarz und weitere Anthologien dort heraus.
Wie sich weiterhin herausstellte, ist sie seit geraumer Zeit Hallenserin. Das war ja eine tolle Überraschung! Und sie ist sozusagen gerade dabei, einen Literatur-Salon für und in Halle zu gründen. Klar, da musste ich dann hin!
Allerdings, das darf ich hier so sagen im SF-Netzwerk, von Phantastik (bisher, kann sich ja ändern, hehehe) keine Spur. Ellen las selbst etwas, war eine optimistisch-humorvolle Story über die Begegnung eines Hiesigen mit Leuten aus Marokko und über die Möglichkeiten, seine Hunde ganz besonders zu benamsen.
Die zweite Mitgründerin ist Diana Lunkwitz. Sie las einen sehr literarischen, selbstreflektierenden philosophischen Text, eine Art inneren Monolog. Hmm, das klingt ja… Tatsächlich war es kein Jubeltext, doch er lebte vor allem auch von der Art ihres Vortrags. So nebenbei ist sie auch in der hiesigen Poetry Slam-Szene unterwegs, nun ja, und ich denke, das merkt man. War auf jeden Fall ein besonderes Erlebnis!
Es ist aber nicht Ziel der Literatur-Salons, dass die „Anstifterinnen“ sich hier präsentieren, das war eher eine Ausnahme, denn es soll schon so sein, dass mutige Leute hier ihre Texte lesen. Ein paar kamen sogar zusammen. Man verzeihe mir, dass ich jetzt nicht mit Nahmen glänze, da war ich jetzt erst mal nicht clever genug, mir Notizen zu machen und nach der korrekten Schreibweise nachzufragen. Na, vielleicht das nächste Mal.
Es ging um Abschied, um die Lust am Briefeschreiben und die Erlebnisse eines Altbundesdeutschen im Halle kurz nach der Wende (wie auch nimmer diese ausgefallen sein mochten, auf jeden Fall hat genau dieser Autor am Ende seinen Wohnsitz nach Halle verlegt) – also alles eher das, was der SF-Fan als „Mainstream“ deklariert. Diskutiert werden darf (soll!) auch – wurde sogar. Also, das könnte was werden, und für mich als ollen Phantasten und Utopisten eine gute Gelegenheit, über’n Suppentellerrand zu schauen.


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NEUER STERN 2018

Geschrieben von T.H. , in Neuer Stern 06 January 2019 · 87 Aufrufe

NEUER STERN 2018 2018 ist Geschichte. Zu meiner Geschichte 2018 gehören die hier. Die NEUEN STERNE. Es sind sogar 12 geworden, was auf keinen Fall geplant war (und ich weiß auch nicht, ob das so im neuen Jahr weitergeht, weiter geht es aber auf jeden Fall!).

Hier noch der Vollständigkeit halber der Inhalt des aktuellen Heftes, das im Zeichen eines berühmten Autos steht:

PKD-Spezial:
Editorial - Thomas Hofmann - S. 1
Dieser Mann ist leider tot. (I) - Beitrag von Holger Marks - S. 2
Dieser Mann ist leider tot. (II) - Beitrag von Thomas Hofmann - S. 7
Ein Blick auf die englischsprachige Sekundärliteratur - von Christian Hoffmann - S. 11
Künstliche Menschen bei Mary Shelley und Philip K. Dick - Beitrag von Peter Schünemann - S. 16
Aus der Nebelwelt – eine Fortsetzung zum „Orakel vom Berge“ - Beitrag von Holger Marks - S. 24
Philip K. Dick: „Zeit ohne Grenzen“ - gelesen von Bernd Wiese - S. 27
Bilder zu Dick - Beitrag von Thomas Hofmann - S. 28

Nachlese ElsterCon:
Drei Hallenser auf dem 14. ElsterCon zu Leipzig, 2018 - Bernd, Peter & Thomas berichten - S. 32
Innenseiten Cover - Bilder vom ElsterCon 2018

(PS. Genau genommen gab es sogar 13 Hefte…)



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...and the winner is... (Leselistenauswertungsstatistik 2018)

Geschrieben von T.H. , in Statistik, Leseliste ab 2013 25 December 2018 · 173 Aufrufe

2018 war irgendwie ein durchwachsenes Lese-Jahr für mich. Ich glaube, so ein richtiger Knaller war für mich nicht dabei, dafür aber eine Reihe guter und sehr guter Bücher. Ob das so stimmt, erweist sich erst nach einiger Zeit, nämlich dann, wenn sie mir im Gedächtnis bleiben. Wenn ich jetzt diese Liste erstelle, kommt mir mitunter jetzt schon der Gedanke: Was, das habe ich erst dieses Jahr gelesen? Na ja, es gibt so viel Vergänglichkeit (aber vielleicht ist es doch nur eine Frage des Zeitempfindens und mir kommt – zumindest was die Leserei betrifft – das Jahr sehr lang vor; dass ich diese Liste erstelle, also genau vor einem Jahr, kommt hingegeben vor, als wäre es gestern…).
Die für mich besten Bücher waren dann noch nicht mal Phantastik.
Es gab sozusagen Lektüre-Schwerpunkte: Atlantis; Familie Amis; alte Phantastik-Anthologien – irgendwie alles im Zeichen des NEUEN STERNS, wobei das mit den Anthologien noch einer entsprechenden Auswertung harrt; russische Literatur (Dauerthema); China (neu im Programm)

Volle Punktzahl: 10 von 10 Punkten. Hat mir richtig gut gefallen:
Juli Zeh: „Unterleuten“
Martin Amis: „Koba der Schreckliche. Die zwanzig Millionen und das Gelächter“

8 oder 9 von 10 Punkten: Auch sehr gut:
Die Briten:
Anthony Burgess: „Das Uhrwerk-Testament“
Kingsley Amis: „Das Auge des Basilisken“
Kingsley Amis: „Glück für Jim“
Kingsley Amis: „Der grüne Mann“
Kingsley Amis: „Geheimakte 007 James Bond“
Kingsley Amis: „Die Falle am Fluss“

Atlantis:
C.A.Smith: Poseidonis-Erzählungen in „Poseidonis“
Robert Silverberg: „Brief aus Atlantis“
Günther Kehnscherper: „Auf der Suche nach Atlantis“

Satirische Stimmen:
Kurt Vonnegut: „Schlachthof 5“
Kurt Vonnegut: „Stories“ Hörbuch mit 4 Geschichten
Mark Twain: „Ein Yankee an König Artus Hof“ / „Die Eine-Millionen-Pfund-Banknote“
Michael Bishop: „Dieser Mann ist leider tot“
Philip K. Dick: „Der dunkle Schirm“

Die Chinesen:
Chinesen:Cixin Liu: „Spiegel“
Cixin Liu: „Der dunkle Wald“
Cixin Liu: „Weltenzerstörer“
Gu Hua: „Hibiskus, oder Vom Wandel der Beständigkeit“

Die Russen:
Boris Sawinkow: „Das fahle Pferd“
Boris Sawinkow: „Das schwarze Pferd“
Michael Bulgakow: „Die weiße Garde“
Isaak Babel: „Die Reiterarmee“

Nils Wiesner: „So langsam wie möglich“
Waldtraut Lewin: „Columbus“
Luci van Org: „Ragnarök' Deine Mudda!“

In 47 Horror-Stories um die Welt-Literatur
„Nebel aus dem Jenseits“. hg. v. Martin Greenberg u. Robert Weinberg, Aufbauverlag 1995
„13 Prisen Mitternacht“, Bastei Lübbe, 1976
„Luzifer läßt grüßen. Teuflische Geschichten“, gesammelt von Peter Haining, dtv, 1979

…noch mehr Horror- u.a. Erzählungen:
Erik R. Andara: „Hinaus durch die zweite Tür“
Erik R. Andara: „Am Fuß des Leuchtturms ist es dunkel“
Tobias Reckermann: „Rumors Fährte. Schwarze Fantastik“
Tobias Bachmann: „Innsmouth Harlekin“
„Boschs Vermächtnis. Geschichten aus dem Garten der Lüste“ hg. v. Christian v. Aster
„Leipzig morbid. Eine Reise durch das dunkle Leipzig in 21 Geschichten. Hg. von Uwe Schimunek & Uwe Vöhl
„Leben im Nebel“, hg. v. Tobias Reckermann
„Sternmetall. Neue Phantastik aus Bulgarien“, hg. v. Juri Ilkow und Erik Simon

Richard David Precht: „Jäger, Hirten, Kritiker. Eine Utopie für die digitale Gesellschaft“

Ursula K. LeGuin: „Das Wort für Welt ist Wald“
Peter Lorenz: „Quarantäne im Kosmos“

7 von 10 Punkten; hier gibt es schon was zu mäkeln, war aber dennoch interessant:
Anthony Burgess: „1985“
Anthony Burgess: „Der lange Weg zur Teetasse“
L. Sprague de Camp „Die Chronik von Poseidonis“
L. Sprague de Camp: „Prinz von Poseidonis“
Robert Markham: „James Bond 007. Colonel Sun“
Mark Twain: „Kannibalismus in der Bahn“
Mike Wilson: „Rockabilly“
Michael Bulgakow: „Meister und Margarita“
Joseph Heller: „Catch 22“

6 Punkte: na ja, das war dann doch nichts (für mich):
Horst Evers: „Alles außer irdisch“
J.R.R. Tolkien: „Das Silmarillion“ Hörbuch, vollständige Lesung von Achim Höppner
Martin Amis: „Einsteins Ungeheuer. Träume im Schatten der Bombe“

Comics
David Zane Mairowitz & Robert Crumb: „Kafka“ 10 / 10 Punkte
DRIFTER 3. Lichterloh & DRIFTER 4. Ruinen 10 / 10 Punkte
„Manifest Destiny“, Band 5: Mnemophobia & Chronophobia“ 10 / 10 Punkte

VISION 1. Eine (fast) normale Familie & VISION 2. Träumen Androiden von virtueller Liebe?
Tom King (Text), Gabriel H. Walta (Bilder) 9 / 10 Punkte

Mignola, Stenbeck, Stewart: „Frankenstein. Underground“ 8 / 10 Punkte
Björn Hammel & Harald Lieske: TerraTalesTrust 8 / 10 Punkte

Erik Kriek: „H.P.Lovecraft. Vom Jenseits und andere Erzählungen“ 7 / 10 Punkte


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Abschluss Leseliste mit Ausblick auf 2019

Geschrieben von T.H. , in Leseliste ab 2013 24 December 2018 · 177 Aufrufe
Tobias Reckermann, WhiteTrain und 1 weitere...
Eingefügtes Bild

Das Jahr neigt sich dem Ende. Dieses Buch, mein 50., wird wohl mein letztes ausgelesene sein.
Ich durfte es vorab lesen, es erscheint als eBook am 1. Januar 2019; TB-Ausgabe folgt...

50 – „Rumors Fährte. Schwarze Fantastik“, Erzählungen von Tobias Reckermann
Nun wird es aber Zeit, um wieder einmal den WhiteTrain zu besteigen. Diesmal führt er direkt in die Dunkelheit. So hat es der Autor jedenfalls auf den Billetts ausgewiesen: Schwarze Fantastik ist es, was den geneigten Leser erwartet. Darauf wollte ich mich gerne einlassen. Ich war sehr gespannt, was mich auf dieser Fahrt erwartet.
Das Buch erscheint im Januar 2019 im Imprint NightTrain im Verlag WhiteTrain; man kann es als eBook oder Paperback bekommen. Das Buch enthält 16 Stories und ein „Manifest“
Das gleich vorweg: Es gibt diese „typischen Reckermanns“, diese langen, schweren, gehaltvollen, nicht immer leicht nachvollziehbaren gedanklichen Abschweifungen. Aber es gibt auch ganz „handfeste“, direkte, geradlinige, wunderschöne, poetische Erzählungen.
Tobias Reckermann ist kein trivialer Horrorautor, sondern ein dunkler Philosoph; das muss man sich schon klarmachen, wenn man sich in seine Welt begibt, Rumors Fährte und dem Nachtmahr folgt.
Die Reise mit dem Nachtzug durch die Dunklen Lande beginnt in fernster Vergangenheit, in einer Epoche, die mich an die Eiszeit erinnerte. Da ist auch gleich eine meiner Lieblingsstories aus dem Band angesiedelt, eine Geschichte über ein Waisenmädchen, das von einer Sippe aufgenommen wurde und nun ihre besondere Bestimmung im alltäglichen eiszeitlichen Überlebenskampf sucht.
Die Zeit-Reise setzt der Autor noch fort, über eine Zeit, die ich als Ende der Stein- und Beginn der Bronzezeit identifiziere. Seine Helden siedeln an den Gestaden eines zivilisationsstiftenden großen Flusses, den er – quasi archetypisch – Ur nennt. In den Niederungen des Flussgebietes wird er seine Leser später noch einmal führen, wenn 2019 im Blitz-Verlag seine Story-Sammlung „Gothheim an der Ur“ erscheint.
Der Bogen wird weit gespannt, von klassisch anmutender Fantasy, über handfesten Grusel, eine coming of age-Geschichte eines Black Metal-Fans, alchemistische Experimente, geheimnisvolle okkulte Zirkel und verwirrende Psychosen und Traumata.
In dieser Sammlung zeigt sich der Autor von seiner schwärzesten Seite, aber nicht nur. Auch richtig gute epische Fantasy ist dabei, in der er allerdings seine Helden in düstere Gefilde führt. Ich habe mich besonders über die Geschichten gefreut, die auf Rumors Fährte an die Gestade des Ur führten. Diese Parallel-Welt. die irgendwie gar nicht so weit von der unsrigen entfernt ist, vielleicht ein wenig in der Nähe der Mittelerde liegt, kurz vor den Traumland Kadath. Ich ließ mich gern durch die verschiedenen Epochen führen und habe mich über so manche Bekanntschaft gefreut. Nur die seelischen Abgründe, denen der Autor so vehement und inbrünstige nachforscht, machen mir Angst, denn wie ist es bekanntermaßen schließlich mit dem Abgrund, in den man hineinstarrt?


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Etwas ziellos herumgelesen in Zeiten zunehmender Dunkelheit (Leseliste Herbst 2018)

Geschrieben von T.H. , in Leseliste ab 2013 21 December 2018 · 142 Aufrufe
Amis, Martin Amis, Bulgakow und 4 weitere...
42 – Tobias Bachmann: „Innsmouth Harlekin“
Lovecraft-Weird-Fiction satt! Was kann man danach noch zum Thema beitragen?
Es ist alles drin, die einschlägig bekannten Ortsnamen, all die tentakelbehafteten, fischigen, unnennbaren Monstren, die menschlichen, unmenschlichen Verirrungen und Verwirrungen, alles.
Neben dem äußerst schrägen, sogar etwas ekligen Schilderungen wird das Ganze aber insgesamt auch sehr rational behandelt: Alle Geheimnisse kommen auf den Tisch, eigentlich bleibt am Ende keine Frage unbeantwortet. Na ja, kann man machen, die Leser werden es ihm danken, denke ich.
Ein Mann namens Harlekin will das Verschwinden seiner Schwester aufklären. Mutmaßlich hat das was mit einem Zirkusclown zu tun. Hmm, als das so losging, dachte ich mir schon, dass der Name des Protagonisten nicht zufällig so gewählt wurde vom Autor. Harlekin findet „seinen“ Clown, der ist in dem einschlägig bekannten Innsmouth ansässig.
Bei der Schilderung der hässlichem, dunklen, stinkgien Ortschaften nimmt sich der Autor dann viel Zeit und Raum. Doch WAS sich dort abspielt, spottet eigentlich jeder Beschreibung – aber auch da muss man als Leser dann durch.
Für diese Art von Erzählungen dürfte es am Ende nicht verwundern, wenn sie dann doch nicht gut ausgeht, aber eben sehr konsequent.
Mit hat’s gefallen, obwohl man (ich) danach erst mal genug von HPL-Stoff hat, echt jetzt.
9 / 10 Punkte

43 – J.R.R. Tolkien: „Das Silmarillion“
Hörbuch, vollständige Lesung von Achim Höppner.
Ach, Tolkien… Über die Jahrzehnte habe ich ihn mir sozusagen abgewöhnt. Das mit den Filmen und auch literarischen Nachahmern hat es mir vergällt, muss ich gestehen. Von den drei Filmen zum Hobbit habe ich erst eineinhalb gesehen.
Das Silmarillion fand ich immer spröde und für mich unzugänglich. Ja, eine eigene Mythologie hat ER geschaffen. Sicher eine große Leistung. Doch wozu? Was gibt sie mir?
Ich habe es jetzt noch mal mit der Hörbuchversion versucht. Und so in der Mitte frage ich mich nach der Relevanz. Sorry. ist für mich nix. Die Namensfolgen, die Länder und Städte und Völker und Helden und Halbgötter. Alles chic, aber nicht relevant für mich. Was gibt es mir, habe ich mich gefragt: Leider nichts.
Keine Punktzahl, denn die Leistung von Autor und Vorleser sind unbestritten, was können die dafür, dass ich mit dem Stoff so gar nichts anfangen kann…

44 – Martin Amis: „Einsteins Ungeheuer. Träume im Schatten der Bombe“
Meiner 2018er Obsession für die Familie Amis wollte ich mit dem dünnen Erzählungsband von Sohn Martin frönen. Am Ende muss ich sagen, dass der Titel ein wenig Etikettenschwindel ist. In seinem langen Vorwort, sozusagen einem eigenen Essay, zum Thema „Leben im Schatten der Atomkriegsgefahr im Kalten Krieg“ bringt der Autor sein Unbehagen und dem irrationalen Wahnsinn der atomaren Aufrüstung zum Ausdruck. Damals war das eher keine große intellektuelle Leistung. In einer Rezi in der "Zeit" hat der Rezensent das dann auch zum Ausdruck gebracht. Mehr als bekannte Allgemeinplätze bringt der M. Amis da im Grunde nicht. Aber immerhin. Und wie soll er denn seine Ängste anders artikulieren? Und auch wenn das „jeder“ weiß, so hilft ihm das ja nichts, wenn er sein Unbehagen loswerden muss, um nicht daran einzugehen. Ich kann das verstehen.
Und so nach all den Jahrzehnten ist es durchaus noch mal interessant, von dieser Angst zu lesen – die wir heute ja gern verdrängen. Wer spricht schon noch von Atomkriegsgefahren? Obwohl es die Bomben ja immer noch gibt.
Für mich erfrischend war sein Hohn zu den Zivilschutzmaßnahmen, die man der Bevölkerung für den Fall der Fälle anriet. Die waren in England genauso bescheuert wie bei uns: Im Grunde völlig nutzlos.
Auch erfrischend – wenn auch traurig und hoffnungslos – seine Einstellung zu der Möglichkeit, die Apokalypse in einem Bunker z.B. zu überleben: Er (und ich auch!) würde jeden beneiden, der sie nicht überlebt, denn was „danach“ kommt, ist sicher keine Freude!
Das gilt dann auch für alle Postdoomsday-Szenarien, der sich die Phantastik ja erfreut: Aber da wird ja im Grunde der postatomare Wahnsinn auch oft genug beschrieben, auch wenn man oftmals den Eindruck hat, das wird so ein richtig tolles Abenteuer.
Na ja, leider kommt dann in den Erzählungen dazu kaum was. Ich frage mich: Warum diese Überschrift?
Gut hat mir die erste Story gefallen, über einen jüdisch-polnischen Widerstandskämpfer im von den Nazis besetzten Polen. Der griff auch mal zu unlauteren Mitteln, um polnische Kollaborateure auszuschalten – mit Folter. Ein Bulle von Mensch, mit ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn und dem Willen, sich nichts gefallen zu lassen, auch Rache zu üben und mit harten Fäusten ausgestattet. Und am Ende, als Halunken seine Familie meuchelten, dann doch keine Rache Vergeltung übte, weil er ahnt, dass das nichts bringt.
Die anderen Stories sind schon wieder so ungreifbar, mitunter abstrakt. Man könnte sie teilweise sogar als New Wave SF einstufen (Die Zeitkrankheit), erinnerte mich an Harlan Ellison (den ich auch nicht so dolle mag). Na, ich denke mal, Martin Amis gefällt mir als Essayist mehr denn als Prosa-Autor.
6 / 10 Punkte

45 – Philip K. Dick: „Der dunkle Schirm“
…und: „A Scanner Darkly. Alles wird nicht gut“ Ein Comic-Buch nach dem Film von R. Linklater
…und den Film habe ich auch gleich noch mal gesehen.
Okay, das war jetzt A Scanner Darkly satt. Zweck der Übung war eigentlich, einen Beitrag für das PKD-Spezial des NEUEN STERNS anlässlich des 90. Geburtstages des Meisters im Dezember 2018 zu verfassen. Doch dafür haben die fleißigen Mitstreiter so viel Material zusammen getragen, dass das Heft für diese meine Rezi keinen Platz mehr bot. Auch hier werde ich nicht groß ausholen. Der Plot ist für PKD recht übersichtlich, die Verschwörungen, Realitätsverzerrungen sehr eindeutig und nachvollziehbar, denn sie sind eher keine politischen Intrigen, oder gar kosmischen Verwerfungen und der undurchschaubaren Handlung schöpferischer und zerstörerischer Demiurgen geschuldet, sondern dem übermäßigen Zuspruch von Drogen. Dick hat hier seine eigenen Erfahrungen verarbeitet; das Buch ist den ihm bekannten und mit ihm befreundeten Opfern des Drogenmissbrauchs gewidmet.
In der Story verweist Dick auf die Mitschuld der Gesellschaft – in Form der ominösen Institution „Der neue Pfad“. Die Kräfte, die vorgeben, das Problem zu bekämpfen, bzw. sich der Opfer anzunehmen, stellen sich als dessen Verursacher, oder zumindest dessen Nutznießer heraus. Das Ganze vor dem dystopischen Hintergrund totalen Überwachung.
So ein vergleichendes Konsumieren hat bei mir ja oftmals das Ziel, Unterschieden in Plot und Intention der verschiedenen Aufbereitungen nachzugehen. Nun, hier findet man kaum welche. Der Film ist eine sehr genaue Kopie der Buchvorlage, das Comic ist entsprechend eine haargenaue Übernahme der (Trick-) Filmbilder. D.h. einen Unterschied habe ich ausmachen können – und zwar was die Rolle der Freundin von Bob, Donna, anbelangt…
Auch wenn gar nicht so viel passiert, fand ich die Lektüre spannend und aufschlussreich, daher…
8 / 10 Punkte

46 – Michael Bulgakow: „Meister und Margarita“
Nach seiner „Weißen Garde“ habe ich Blut geleckt und gleich mit seinem Groß-Werk weitergemacht. Nun, nach der Lektüre, weiß ich nicht, warum darum so ein Gewese gemacht wurde. Sicher kann man heute kaum die „Bedenken“ der Funktionäre nachvollziehen, die ob des zauberischen und magischen, also anti-atheistischen Grundtons Verrat an der kommunistischen Ideologie rochen. Die Kritik am sowjetischen System hält sich nach meinem Dafürhalten sehr in Grenzen. Der große faustische Entwurf, den wir bei Goethes Faust finden, sucht man nach meinem Dafürhalten hier vergeblich. Da bin ich aber vielleicht auch mit einer falschen Erwartung an die Lektüre gegangen?
Gestaunt habe ich allerdings, wie weit Prostitution und Geld- (Schwarz) -Geschäfte im Moskau der 30er Jahre Gang und Gebe waren. Geldwirtschaft (Devisen vor allem) war ein großes Thema für die Leute dort. Okay, das ist nicht im Sinne der „neuen Gesellschaft“ gewesen.
Zwei Szenen haben mich vor allem beeindruckt: Zum einen die Varieté-Veranstaltung, in der der Teufel Woland und seine Gehilfen, der Kater Behemoth und der Mann in den karierten Hosen, Korowjew, auch Fagott gerufen, die gierigen Moskowiter und ihre Geldgeilheit vorführt. Und dann natürlich der Teufelsball in dem Haus, wo sich Woland niedergelassen hat und wo seltsame Dinge mit den Bewohnern passieren.
Der Zusammengang von Wolands teilweise lustigen, teilweise auch etwas mörderischen Umtrieben, um die Gesellschaft etwas durchzurütteln und dem Fall des namenlosen Schriftstellers in der Klappsmühle (der Meister) und dessen Roman über Pontius Pilatus und Jesus, ging mir nicht so richtig auf.
Ach, ein Gimmick fand ich dann noch bemerkenswert: Wie ein findiger Moskauer in der allgemeinen Wohnungsknappheit zu einer größeren Wohnung kommen kann. Also, für Woland ist das ja kein Problem, die mysteriöse Wohnung, die er sich aussuchte, hat was von einer Tardis, aber der real-existierende Moskauer muss sich schon was einfallen lassen, um am Ende eine größere Wohnung zu bekommen.
Der Roman kommt mit einer leichten, manchmal volkstümlichen, rotzigen Sprache daher. Es gibt aber auch wunderschön poetische Sentenzen. Die schwarzmagischen, fast schon im gothic style inszenierten Theater-Variationen, die das Teuflische, Satanische, Schwarzmagische betonen, kann ich kaum nach der Lektüre nachvollziehen (haben aber natürlich was!).
7 / 10 Punkte

2 x gegen den Krieg:

47 – Kurt Vonnegut: „Schlachthof 5“
Ich las meine DDR-Ausgabe des Buches noch einmal (ob die vollständig ist? weiß es gar nicht…) Ein tolles, kurzweiliges, aber auch kurzes Buch. Dabei so voller Ideen und Bilder; reicht eigentlich für drei Bücher. Ich finde ja Vonnegut mitunter zu skurril; zu skurril für seinen Realismus. Aber gut, So geht es halt…
8 / 10 Punkte

48 – Joseph Heller: „Catch 22“
Nachdem ich auf den Begriff bei Michael Bishop (Dieser Mann ist leider tot) und bei der kurzen Recherche daraufhin auf den Titel der DDR-Ausgabe „Der IKS-Haken“ gestoßen bin, war mein Interesse erwacht. Das mit dem Haken ist ja so eine Sache: ein Alltags-Paradoxon - bzw. wie man in dem Buch lesen kann, viele solche Paradoxa – verzwickte Situationen, logische Fallen und ausweglose Situationen. Auch hier ist der Krieg, ähnlich wie bei Vonnegut, zwar das Thema Nr. 1, wird aber irgendwie verzerrt wahrgenommen. Wie soll man diesen Irrsinn auch rational erfassen? Wie wird man mit so einer Situation fertig? Die Soldaten bei Heller reagieren auf sehr unterschiedliche Weise. Im Grunde ist es eine Sammlung von Erzählungen über die einzelnen Personen; die zusammenhängende Story kommt für meine Begriffe in der Verfilmung dann viel besser zum Tragen. Die Beispiele sind dann auch irgendwie austauschbar, beliebig, retardierend.
Aber ich konnte mitunter herzlich lachen und viel schmunzeln, auch wenn der Hintergrund und das Streben des „Helden“, endlich wieder nach Hause gehen zu können, an keinen Flugeinsätzen mehr teilnehmen zu müssen, eher tragischer Natur ist.
7 / 10 Punkte

2 x gegen Umweltzerstörung:

49 – Ursula K. LeGuin: „Das Wort für Welt ist Wald“
Aus einer Laune heraus habe ich den Heyne Sammelband mit „ökologischer SF“ noch mal aus dem Regal gefischt. Der erste der drei Romane ist der der kürzlich verstorbenen großen SF & Fantasy-Autorin. Komischer Weise las ich ihn, kurz bevor hier im Forum eine Klassiker-Leserunde dazu gestartet wurde. Hatte ich nicht mitbekommen, erst als es sozusagen zu spät dafür (für mich) war.
Nun, der Roman ist im Grunde recht didaktisch, die Figuren klar umrissen und festgelegt, das Buch ein Plädoyer gegen Unterdrückung und Ausbeutung und gegen die schonungslose Vernichtung von Natur für Profit.
Mich hat der Plot und die Stimmung und die Erzählweise sehr stark an „Avatar“ erinnert – als wäre der Roman von LeGuin die originale Vorlage zum Film.
Der Militär Davidson, der im Namen des Fortschritts seinen Gewaltphantasien hier freien Lauf lassen kann, erinnert so sehr an Col. Miles Quaritch, die Creechies natürlich in ihrer indianisch, natürlich-esoterischen Naturverbundenheit an die Na’vi, nur halt in klein und grün, statt groß und blau. Einen Menschen, der Verständnis für die Eingeborenen entwickelt, gibt es auch, allerdings stirbt er vor dem happy end.
Ich finde das Buch inspirierend, irgendwie auch wichtig, gerade heute. Allerdings wird die Geschichte bei uns, auf unserem Planeten, nicht so gut ausgehen, befürchte ich. Übrigens scheint das auf der Erde, die bei LeGuin hier im Hintergrund angedeutet wird, auch nicht so sein; da ist die Naturvernichtung weit vorangeschritten. Schade eigentlich.
8 / 10 Punkte

49 - Peter Lorenz: „Quarantäne im Kosmos“
Der Roman befindet sich zwischen LeGuin und Foster in dem Heyne-Band mit ökologischer SF. Schon außergewöhnlich: Ein DDR-Autor in einem „West-Buch“ zwischen big names. Alle Achtung. Na, sicher war das ein Marketing-Trick des Herausgebers, um einen Roman einfach mit zu verkaufen. Aber okay. Außerdem ist der Roman nicht schlecht. Möchte behaupten, dass Peter Lorenz als guter SF-Autor Bestand hat, nach wie vor. Wie sehr ich mit meiner Vermutung Recht hatte, stellte ich staunend bei der erneuten (nach 30 Jahren) Lektüre fest. Ich war fast schon geschockt, mehrfach, denn er spricht Themen an, die jetzt, aktuell, heutzutage auf der Tagesordnung stehen: Klima, Bienensterben, Arbeit 4.0, psychologische Auswirkung der Arbeit auf die Menschen (Burnout) – alles drin.
9 / 10 Punkte


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Franke liest Franke

Geschrieben von T.H. , in Phantastisches Halle & Le..., Ich war dabei... 25 November 2018 · 698 Aufrufe
Herbert W. Franke, Thomas Franke
Franke liest Franke Thomas Franke ist derzeit mächtig dabei, die Aufmerksamkeit der werten Leserschaft auf die Publikation der Gesamtausgabe von Herbert W. Franke bei p.machinery zu lenken. Zu diesem Zwecke reiste er extra nach Leipzig, ins Haus des Buches, und nutzte dazu eine Veranstaltung des Freundeskreises. Damit dürfte er – wenn ich richtig zähle – das zweite Mal zu Gast beim Freundeskreis gewesen sein.
Nun ist das aber weit mehr als eine Buchpräsentation gewesen. Natürlich las er etwas aus Frankes Werk. Als gelernter Schauspieler war sein Vortrag entsprechend supergut. Doch darüber hinaus nutzte er die Chance, sehr viel aus seinem bewegten Leben zu berichten.
Thomas Franke war für mich schon zu DDR-Zeiten eine Legende. Ich kannte seine haarscharf punktierten Miniaturen, sogar von Suhrkamp-Bänden, die mitunter kurioser Weise ihren Weg in ostberliner Antiquariate fanden. Und ich kannte ihn von seiner Umschlaggestaltung zur DDR-Ausgabe von Herbert W. Frankes „Ypsilon minus“, das ich aber nicht selbst besaß, aber zumindest in der Bibliothek ausleihen konnte.
Dieses Buch war dann auch der first contact für Autor und Grafiker. Die Geschichte dazu erzählte Thomas Franke sehr ausführlich. – Kurios: Was sicher alle dachten damals: Sind die etwas verwandt? Genau die Frage bekam er auch gestellt, als man ihn nach Berlin einlud, damit er sich mit seinen Arbeiten als Illustrator beim Verlag vorstellen konnte. – Noch kurioser: angebliche Verwandtschaftsverhältnisse seien laut seiner Akte auch der Grund für seine Ausweisung aus der DDR gewesen = Familienzusammenführung, was einfach mal nicht stimmte.
Das Buch, „Ypsilon minus“, schäfte, wenn ich ihn richtig verstand, auch seinen – Thomas‘ – kritisch-subversiven Geist gegenüber dem DDR-Regime, was ihm sein Leben nicht leichter machte.
Thomas erzählte dann, was er in Bonn, im Bundestag, erlebte, aber auch während seines Studiums in Moskau, wo er mit Boris Strugazki trank und sie sich Witze erzählten.
Über die Gründe seiner Ausweisung hätte ich gern noch mehr erfahren. Ob sein (geplanter) Auftritt in einem Stück von Brecht in Halle, wo er den Arturo Ui mimen sollte, und sich eine Gesichtsmaske – halb Hitler, halb Stalin – verpassen ließ, der ganze Grund war?
Am Tag zuvor spazierte er übrigens durch Halle, der Stadt, wo er studiert hatte. Über das im Verfall begriffene ehemalige Polizeipräsidium am Hallmarkt konnte er jetzt höhnisch lachen und sich halt an dessen Verfall erfreuen, denn „damals“ musste er ein paar unliebsame Tage dort verbringen…
Ja, er hat was zu erzählen, kann das auch sehr gut. Das war ein rundum unterhaltsamer Abend.
Jetzt habe ich wenig über Herbert W. Franke und die Neuedition seiner Bücher bei p.machinery geschrieben. Aber auch darüber hat Thomas Franke viel erzählt, über den Schaffensprozess, über die verwandten Motive der Coverbilder, die er übrigens im Original, gerahmt, dabeihatte. Man hätte sie kaufen können. Also, wenn ich das Geld über hätte… Im Original sehen sie noch mal ganz anders aus, denn gedruckt. Absolut eindrucksvoll, auch wenn es „nur“ Collagen sind.

Die Veranstaltung fand am 22.11.18 statt.


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Herbstliche NEUE STERNE

Geschrieben von T.H. , in Neuer Stern 04 November 2018 · 1899 Aufrufe
Aus alten Bücherschränken und 5 weitere...
Herbstliche NEUE STERNE Liebe Freunde und Freundinnen der gepflegten phantastischen Unterhaltung! Ich darf mal an dieser Stelle bekannt geben, dass es für den Herbst 2018 zwei NEUE STERNE gibt. Da sind sie! Jeweils 36 Seiten.
Inhalt haben sie auch:


[ 43 ]
Liebe Freunde... Editorial von Thomas
Pentimenti, Erzählung von Ina Elbracht, Grafiken von Daniel Bechthold
Aus alten Bücherschränken, von Bernd Wiese
...Robert Kraft: Die neue Erde
...Robert Kraft: Aus dem Reich der Phantasie
...Erich Anzelewsky: Die Nachtmahr
Live: "Der Golem, wie er in die Welt kam", von Thomas Hofmann
Goodbye Dortcon, Beitrag von Sabine Seyfarth
Auf der Suche nach Einst und Jetzt, Beitrag zu Genrich Altow von Peter Schünemann
Außerirdische in Mekka, Beitrag von Volker Adam
C. E. Bernard: Palace of Glass, gelesen von Sabine Seyfarth

[ 44 ]
Editorial von Thomas Hofmann
Peter Schünemann: Wandlung – eine Dirty Cult Story
Dracula in Pakistan, gesehen von Volker Adam
13. STOLETI, zugehört hat Mike Röder
Die lange Nacht der Wissenschaft zu Leipzig, dabei war Thomas Hofmann
Shorties:
...Mike Wilson: Rockabilly, Rezi v. Thomas
...David Pedreira: Killing Moon, Rezi v. Bernd Wiese
...Cixin Liu: Weltenzerstörer, Rezi v. Thomas
Fantasy, Beitrag von Arnold Drabek
Drifter, Beitrag zur famosen Comic-Reihe von Thomas Hofmann
Cixin Liu: Der dunkle Wald, Rezi v. Thomas

Im Dezember geht es dann weiter mit der Geburtstagsausgabe für PKD - Philip Kindred Dick (zum 90. Geburtstag am 16. Dezember).


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Die Tür durchschritten - eine Empfehlung, die zu spät kommt

Geschrieben von T.H. , in Leseliste ab 2013 29 October 2018 · 2146 Aufrufe
Sawinkow, Erik R. Andara und 2 weitere...
Leseliste (39 - 41)

Folgendes Büchlein würde ich ja gern empfehlen, nützt aber nix. Das Buch ist auf 100 Exemplare limitiert und bereits vergriffen. Da mir aber in letzter Zeit so viel Nicht-Phantastik untergekommen ist, und nun aber endlich mal wieder was dabei ist, was auch noch sehr gut war, muss ich das gleich hier mal loswerden:


Erik R. Andara: „Hinaus durch die zweite Tür“
Der Autor braucht noch ein Weilchen bis zu seinem nun dann wirklich ersten Roman. Bis dahin verkürzt er sich und würzt uns die Wartezeit mit Kurzgeschichten und dieser Novelle. Ja, kann er so weitermachen, von mir aus; aber der Roman muss dann doch mal kommen… :)
Diese phantastische Novelle lehnt sich – wenn ich das richtig verstanden habe – an Kubins „Die Andere Seite“ an. In wie weit da wirklich so viel von Kubin drin steckt, vermag ich nicht zu sagen. Interessant ist in dem Zusammenhang auf jeden Fall, dass Erik wie Alfred Kubin „von Hause aus“ bildender Künstler ist; zumindest habe ich beide als erstes so kennen gelernt – einst (Kubin) und jetzt (Andara).
Leider zeichnet Erik nicht mehr so oft und viel, immerhin hat er für die Ausgabe der Novelle das Cover erstellt.
Aus Kubins Welt hat er ein paar Begriffe und Namen entnommen. So wird aus der Hauptstadt in Kubins Traumland, Perle, eine Art „konkrete Metapher“ – so wie die Perle entsteht, wenn sich in der Muschel ein Klümpchen Dreck ansammelt, um das sich die Perle bilden kann, wird bei Erik Andaras Perle eine Mensch als Kern benötigt, um als Aufhänger für ---- etwas da zu sein…
Worum geht es? Nun, auch wenn die Personen die Namen aus Kubins Werk tragen und sicher sehr an diese angelehnt sind (das vermag ich nun wirklich nicht mehr so fix zu rekapitulieren, ist zu lange her, dass ich den Kubin gelesen habe), könnten die Personen etwas aus des Autors Biografie haben. Es handelt sich um Absolventen einer Kunsthochschule. Andererseits hoffe ich aber auch sehr, dass sie nicht allzu viel gemein haben mit seiner eigenen Biografie.
Es geht um die Macht und Kraft der Kreativität, um die Mühe, die einem Kreativität bereiten kann. Wann ist man ein – guter – Künstler? Was bedeutet dies für eine selbst, nicht nur für die Umwelt? Fragen, die – so kann ich mir denken – den Autor, auch vormals als Grafiker, sein Leben lang beschäftigt haben.
Wie kann man seine Chancen auf dem Kunstmarkt erhöhen? Welche Rolle spielen da Geld und Beziehungen? Das wird alles angedeutet und in den Plot eingewoben. Am Ende bleibt die moralische Keule aber wohltuender Weise stecken; alle Beteiligten haben es nicht so einfach in ihren künstlerischen Karrieren und müssen „nachhelfen“.
Was hilft es, wenn man die besondere, bestimmte Tür durchschreitet?
Die „Tür“ ist hier auch eine konkrete Metapher, hat etwas Faustisches, etwas von einem mephistophelischen Kontrakt, den aber die Hauptperson, der sehr begabte, aber dann nicht erfolgreiche Künstler Alfred hier nicht selbst eingeht, sondern von einem ehemaligen Kommilitonen übergeholfen bekommt.
Das Thema der Novelle ist sehr eigen, wie ich fand. Für die Länge aber durchaus eine tragende Idee. Mir selbst gab sie sehr viel, da ich ja miese Phasen in meinem (hobby-) künstlerischen Dasein auch schon durchlaufen habe. Ich weiß, wie man sich da fühlt – und Ursachen dafür könnte ich auch - konkret, wenig metaphorisch – benennen, mache ich hier jetzt aber lieber nicht.
Danke, lieber Erik, für die Kurzweil und den Blick hinter die Kulissen.
9 / 10 Punkte

Boris Sawinkow: „Das fahle Pferd“
…ist das des Todes. Das schwarze, das dem anderen autobiografischen Buch des Autors den Titel gab, war ja das der Gerechtigkeit, wobei diese Deutung eine reduzierte ist. Die Reiter der Apokalypse bringen ja alle den Tod, auf ihre eigene charmante Art.
In dem Roman hier geht es um die Zeit vor der Oktoberrevolution. Der Autor war damals der wohl berühmteste und meistgesuchte, anarchistische Bombenleger Russlands. Er war maßgeblich an der Planung und Durchführung mehrerer Attentate beteiligt.
Wie in dem anderen Buch sind die Kapitel wieder sehr kurz und knapp. Er macht keine Schnörkel, zeigt ungeschminkt, was er fühlt und denkt. Und das ist meist nichts Gutes. Motive für sein Handeln, edle gar, hat er nicht. Er will einfach nur tüten; das ist sein Lebenssinn. Die sozialrevolutionären Ziele seine Mitstreiter kann er fast gar nicht mehr nachvollziehen und mittragen. Er hat sich das Täten vorgenommen und zieht es nun durch.
Als es vollbracht war, fällt er in ein schwarzes Loch, spürt seine absolute Einsamkeit, die auch noch durch eine unglückliche Liebe zu einer nicht zu erreichenden Frau verstärkt wird. Diese Beklemmung macht der Autor dann stark spürbar. Am Ende steigt er aus dem sozialrevolutionären Terror-Geschäft aus, einfach so.
Starkes, beklemmendes, kompromissloses Buch.
9 / 10 Punkte

Horst Evers: „Alles außer irdisch“
Hörbuch, vom Autor gelesen.
Als, ich habe es versucht. Vielleicht habe ich keinen Humor? Dache ich eigentlich immer… Aber nee, war nicht meins. Das sind einfach mal Wortspielereien, einfache Gags, die sozusagen auf der Hand liegen, das Spiel mit den Erwartungen, Figuren ohne Widersprüche. Unterm Strich ist das nicht meine Form von Humor.
Die SF fängt damit an, dass der Berliner Flughafen fertig geworden ist. Oh ja, DAS ist Science Fiction! Na gut. Dann landet da aber als erstes ein außerirdisches Raumschiff. Unser Anti-Held – ein Tunichtgut und halt so ein Typ, der nix gebacken bekommt, aber sofort unsere Sympathie besitzt, gerät in einen Strudel sehr phantastischer Ereignisse.
Der Autor liest selbst und das macht er hervorragend. Aber ich habe es nicht bis zum Ende durchgehalten, einfach weil mich das Ganze dann nicht mehr interessierte. – Na, ich denke, ich passe nicht zu dem Buch. Denn es ist ja recht erfolgreich – und das ist gut so.


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Von Poe und Schenkel

Geschrieben von T.H. , in Subjektive Eindrücke, Ich war dabei... 28 October 2018 · 2036 Aufrufe
Gunter Böhnke, Elmar Schenkel und 3 weitere...
Von Poe und Schenkel Jetzt kommen Fitness-Tipps! Echt? – Nein, natürlich nicht. Das bleibt hier ein Literatur-Tagebuch. In Leipzig ist mal wieder Herbst – Literaturherbst. Zum 22. Mal schon. Inzwischen ist es für mich zur guten Tradition geworden, neben „Leipzig liest“ zur Buchmesse im Frühjahr auch den Literarischen Herbst in der Bücherstadt zu genießen.
Ist aber nicht immer ganz einfach, wenn man die Brille des Phantasten aufhat.
Ich bin da gar nicht so stur, möchte ich mal behaupten, also es darf ruhig über (meinen) Tellerrand geschaut werden. Ob diesmal was dabei ist? Doch, doch, habe was gefunden. Zu 2 Veranstaltungen hat es „gereicht“.
Am 25. Oktober 2018 war ich in der Stadtbibliothek, wieder ganz oben, im großen Saal. Dort referierte der Leipziger Autor Günter Gentsch über E. A. Poe und den Brückenschlag in die Moderne. Der Mann weiß ja, wovon er spricht, war er doch der Herausgeber der dreibändigen Poe-Ausgabe im Leipziger Insel Verlag, die 1989 erschien (Bd. 1: Erzählungen und Skizzen. Bd. 2: Reflexionen, Essays und Kritiken. Bd. 3: Dichtungen und Briefe).
Um es kurz zu machen: Gentsch las ein Essay, worin er sich primär mit der Biografie Poes befasst. Dies auf hohem Niveau, einem Schriftsteller angemessen wohlfeil formuliert. Interessant waren die Ausführungen zur Rezeption Poes, der auch gerade in seiner Heimat, den USA, ziemlich spät „angekommen“ ist, aber auch in einigen europäischen Ländern, später als es seiner Bedeutung – so Gentsch – entsprochen hätte. In Deutschland gab es erst 1904 eine Gesamtausgabe.
Die Ausnahme war Frankreich, wo der umtriebige Baudelaire sich als Übersetzer und Propagandist für die „Sache Poe“ eingesetzt hat.
In den USA war Poe schon zu Lebzeiten eher gelitten, weil er sich dem korrupten Literaturbetrieb nicht unterwerfen wollte, sich als Kritiker bei seinen „Kollegen“ unbeliebt gemacht hatte und am Ende einen Nachlassverwalter hatte, der ihm mehr Schaden als Nutzen zufügte. Die Story kannte ich ja schon, war aber gut, das noch mal ausführlich dargelegt zu bekommen. Richtig Geld verdiente er nur mit einem Buch über Muschelkunde, für das er das Vorwort verfasste.
Das mit der Moderne bleib für meinen Geschmack etwas unterbelichtet. Der Referent erwähnte durchaus den Einfluss Poes auf die moderne Literatur, auf andere Autoren (dass Jules Verne eine Fortsetzung zu A. G. Pym schreib, erwähnte er ausführlich, Lovecraft hat er noch nicht mal namentlich genannt), insbesondere auf die Symbolisten und Dekadenz-Literatur.
Die Veranstaltung war sehr gut besucht! Hätte ich bei dem Thema nicht vermutet. Der recht große Saal war voll!
Nun zu Professor Schenkel. Es ist ja auch schon fast eine gute Tradition, dass ich mir zumindest 1 Mal im Jahr eine Veranstaltung mit dem Anglisten, Herrn Prof. Elmar Schenkel anschaue. Er ist ja auch ziemlich oft präsent. Das letzte Mal sah und höre ich ihn aber bereits im Frühsommer, als er mit seinen Kollegen und Kolleginnen über Frankenstein sprach.
Diesmal lud das Schumann-Haus ein. Da war ich auch noch nie. Tolles Gebäude, sehr stimmungsvoll. Für gute Stimmung sorgten auch musikalische Einlagen von Schülerinnen der Celloklasse von Prof. Peter Bruns.
Das Thema war aber nix Phantastisches: Brückenschlag. Anlass bot die Edition der englischen Version des Buches „Leipzig and the English-speaking World“ – ah, ist ja Englisch; gab es aber 2 Jahre zuvor schon auf Deutsch, allerdings auch mit teilweise anderem Inhalt. Na ja, das Buch ist so was Touristisches, soll bei Englischsprechenden Lust auf Leipzig machen, bzw. Leuten aus englischsprachigen Ländern, die in Leipzig leben, Anknüpfungspunkte bieten. Die Idee ist nicht übel. Es gab da z.B einen Vortrag über Orte, wie sich die englischsprechende Community in Leipzig trifft, inklusive Theater. Wusste ich vorher nicht…
Einer der Referenten war der Komiker Gunter Böhnke – schon seinetwegen hat das Ganze sich gelohnt. Auch wenn er hier nicht zum Spaßmachen hinkam, sondern als Sammler der Tauchnitz Editions -Taschenbücher in Englischer Sprache, die in Leipzig für ein Massenpublikum im 19. u. 20. Jh, gedruckt wurden (mitunter früher als die Originale in England!), konnte er natürlich nicht aus seiner Haut: Sen Vortrag war daher auch sehr unterhaltsam. Dass er als Übersetzer angefangen hatte nach seinem Anglistikstudium war mir unbekannt. Seine Ehefrau machte da weiter, wo er Anfang der 90er aufgehört hatte.
War ein toller Abend, auch ohne Phantastik.

22. Leipziger Literarischer Herbst


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Zwei Abstecher in die andere Richtung der Zeitachse (also keine SF, keine Phantastik)

Geschrieben von T.H. , in Leseliste ab 2013 21 October 2018 · 1099 Aufrufe
Sawinkow, Bulgakow, Isaak Babel und 1 weitere...
Zwei Abstecher in die andere Richtung der Zeitachse (also keine SF, keine Phantastik) Bild: Die Bücher vor Herbstlaub © Thomas H.

Russische Bürgerkriegskunde
Der Sawinkow hat’s mir angetan. Aber nicht nur der. Irgendwie macht Geschichte gerade einen Riesenspaß – mir zumindest. Obwohl, „Spaß“ ist irgendwie der falsche Ausdruck, ich weiß nicht. Eher „Spaß“ in einem schwarzen Sinne von „Zu Tode freuen“, oder so etwas. Das klingt natürlich dramatisch.
Geschichte war schon immer mein großes Interesse, es ist älter als das Interesse an der Zukunft, die SF. Für mich waren dann die beiden Auswüchse der Zeitachse – Vergangenheit und Zukunft – eine Art Zwillingspaar.
Die 20er, 30er Jahre des 20. Jh, sind gerade medial sehr präsent: Ich schaue mit leicht enttäuschter Euphorie „Babylon Berlin“ und mit großer Überraschung „Der Krieg der Träume“. Orwell, jenseits von „1984“, vor allem auch seine Erlebnisse als anarchistischer Kämpfer im Spanienkrieg, hatten es mir sehr angetan. Das Buch von Sawinkow hatte mich sehr begeistert, habe mir gleich noch sein biografisches Werk bestellt, das vor seiner Zeit im russischen Bürgerkrieg spielt, als er ein aktiver antizaristischer Anarchist und Terrorist war.
Sawinkow hat eine überaus interessante und abenteuerliche Biografie; ähnlich wie in der Doku-Drama-TV-Serie „Krieg der Träume“ sind es diese besonderen Biografien der Menschen, die in den politischen und kriegerischen Wirren vom 1. bis zum 2. Weltkrieg so faszinieren. Mich fasziniert dabei durchaus auch die Situation des Unentschiedenen – das sich im Großen, Politischen, aber auch Menschlichen äußert. Niemand wusste, wie es ausgehen wird, das mit dem Kommunismus, dem Faschismus etc. Heute, wo wir auf die Geschichte drauf schauen können, sind wir klüger – na ja, sollten es sein, klappt aber auch nicht – machen „wir“ nicht gerade die gleichen Fehler wie damals durch – fast in allen Sparten, ob Politik, im gesellschaftlichen Denken, in der Wirtschaft sogar? Ist zum Haare raufen. Im Unterschied zu damals ahnen wir aber heute von den Folgen.
Bei der Beschäftigung mit der Geschichte, den Geschichten, stelle ich fest, dass ich wohl viel vergessen, aber noch mehr gar nicht wusste.
Hier nun im speziellen Fall der russischen Revolution und des Bürgerkrieges kommen mir Tatsachen unter, die mich erschrecken, auf böse Art faszinieren und zeigen, dass auch damals die Fronten überhaupt nicht klar waren, weder die realpolitischen, noch die in den Köpfen.
Beim warten auf das nächste Sawinkow-Buch las ich mal, was die Bibliothek so hergab – und was ich zu meiner großen Schande gestehend, bisher tunlichst ignoriert hatte:

37 – Michael Bulgakow: „Die weiße Garde"
Der Autor ist ja nun wirklich kein Geheimtipp. Aber auch hier gilt: Was kann mich doch alles Erstaunen, wenn ich mich nur mit seiner Biografie beschäftige. Auch er war kein geradliniger Sowjetbürger. Wobei so etwas auch gar nicht ging, denn welcher aufrechte Kommunist hat die stalinistischen Säuberungen überstanden?
Noch erstaunter war ich nach der Lektüre, dass dieses Buch überhaupt „bei uns“ erschienen ist! Helden der Geschichte sind keine Kommunisten, keine Rotarmisten, eher ihre Feinde und Gegner. Im ganzen Buch spielen Bolschewisten nur eine periphere Rolle – und schneiden noch nicht mal gut ab. Die Bolschewiki drohen wie ein Unwetter, wie eine finstere Naturgewalt aus dem fernen Moskau herüber. Schauplatz unseres Dramas ist Kiew, die Ukraine. Da herrschen ganz andere Kräfte. Da sind deutsche Besatzer, die von den Teilen der ukrainischen Bevölkerung, in deren Milieu der Roman angesiedelt ist, durchaus wohlwollend als Ordnungsmacht und Ruhestifter gefeiert werden. Im Grunde stört so eine Darstellung schon mal die mir bekannte DDR-Geschichtsauffassung von den imperialistischen Okkupanten im neuen Sowjetlande, die aber sicher auch stimmt. Betonung liegt hier auf „auch“.
Es gibt eine Art konservative Regierung, unter einem Hetman (so eine Art militärischer Häuptling im poln.-ukrainischen Raum, oder auch bei den Kosaken). In der STADT (so wird der Ort immer genannt) befinden sich ein paar alte zaristische Truppenteile, vor allem auch die Kadetten einer Militärschule. Diese Junker und andere Militärs schließen sich dem Hetman an.
Aber es droht eine links-nationalistischer Typ, Petljura, der gegen Bolschewiki und Weißgardisten antritt. Am Ende siegt dieser und die sich falsch entschieden Habenden müssen sich neu positionieren, fliehen, untertauchen, sich anpassen.
Petljuras Regime ist zum einen gegen die alte Obrigkeit, aber auch zutiefst antisemitisch, es beginnen Juden-Pogrome.
Im Grunde bietet der Roman keine Identifikationsfigur für einen „sozialistischen Menschen“ (Ich lese das Buch als DDR-Romanzeitung aus dem Jahre 1983), das ziemlich viele antikommunistische Steilvorlagen bietet. Das erstaunte mich total; hätte ich so – aus der Draufsicht, „uns“ gar nicht zugetraut.
Insgesamt spielt das Thema Antisemitismus nach der Oktoberrevolution eine ziemlich große Rolle, auch in dem nächsten Büchlein, das ich mir dazu vorgenommen habe:

38 – Isaak Babel: „Die Reiterarmee“
Der Autor selbst ist jüdischer Herkunft. Er will als junger Mann Schriftsteller werden. Gorki, dessen Protegé er war, gab ihm aber den Tipp, erst mal im richtigen Leben Erfahrungen zu sammeln, um dann auch was zu haben, über das er überzeugend schreiben könne. Also meldete er sich bei der Roten Reiterarmee von Budjonny. Auch so ein sowjetischer Mythos – der hier aber, sehr überraschend für mich, völlig unerwarteter Weise – zerlegt wird! Echt, diese Mörder, Haudraufs, Judenhasser waren „bei uns“ Helden? Kaum zu glauben, oder habe ich das einfach nur noch falsch in Erinnerung?
Babel schildert hier Umstände und Zustände und Menschen, die außer Rand und Band, Kraft ihre Wassersuppen, ihrer Waffengewalt, über die sie verfügten, sich mordend durch das Land bewegten. Einfache Menschen konnten unter ihnen nur leiden. Dabei sind es eben nicht nur weißgardistische Mörder, auch Leute der besagten Roten Reiterarmee, ja der Icherzähler selbst ist unter ihnen. Er töte lieber einen Gefangenen mehr, als dass er, müde wie er ist, auf ihn aufpassen muss. Echt jetzt? Ich weiß gar nicht, wie wir einen „neuen Menschen“ nach sowjetischem Vorbild ausgemacht hatten in der uns beherrschenden Ideologie?
Der Band versammelt einfach nur kurze und sehr kurze Erzählungen. Nur in einigen geht es wirklich um die Reiterarmee, alle scheinen autobiografisch zu sein. Ein paar sind irgendwie schelmisch, humorig, wobei der Humor durchaus derb und eher sarkastischer Natur ist. Ein paar Stellen fand ich richtig faszinierend, auch wenn sie dunkel schillern; wie diese z.B.: „Das Gewölk der Schlacht näherte sich der Stadt. Gegen Mittag jagt Korotschajew im schwarzen Filzmantel an uns vorbei, der in Ungnade gefallene Kommandeur der 4. Division, der nun allein weiterkämpfte und den Tod suchte.“ („Dolguschows Tod“, S. 59) – Auch hier: Schon allein das Bild eines militärischen Führers, der auf eigene Faust losschlägt. Der Bürgerkrieg, die Geburtsstunde der Sowjetunion, war geprägt von egoistischen, durchaus willensstarken, aber wohl auch skrupellosen Warlords. So habe ich diese Geschichte jedenfalls nicht aus meinem Unterricht in Erinnerung. Aber das steht so in diesem Buch, das in der SU, und auch in der DDR erschienen ist, gelesen werden konnte.
Ein Beispiel – für mich unfassbar: Die Story „Salz“, sie wird exemplarisch im Waschzettel des Buches herangeführt, als beispielgebend für die große literarische Wucht der Babel’schen Texte. Gorki verlas sie auf einem Besuch in Deutschland 1924, übrigens im Publikum viele Emigranten aus Russland, also aus Sicht der SU erklärte Sowjetfeinde. In „Salz“ geht es um eine Frau, die zu ihrem Mann an die Front will und dazu von Rotarmisten mit der Eisenbahn mitgenommen werden möchte. Um sich vor der mit Sicherheit drohenden Vergewaltigung zu entgehen, gibt sie sich als junge Mutter aus, die ihr Baby dabeihat. Aber der Trick wird enttarnt. Der Ich-Erzähler ist empört über die Verräterin an der revolutionären Idee (?)! Er wirft ihr vor, dass sie sich ihre Unversehrtheit (also, dass sie das Privileg genießt, nicht vergewaltigt zu werden!) – erschlichen hat und sie aus dem fahrenden Zug. Aber das genügt ihm nicht als Strafe für ihr Verhalten und erschießt sie dann doch.- Echt jetzt? Das ist revolutionäres Verhalten? Ich weiß gar nicht, wie das (weißgardistische) Publikum bei der Lesung 1924 reagiert hat: Warn sie begeistert – ob der Selbstentlarvung ihrer Feinde?
Selbst Jude und Intellektueller schreibt er über die Juden- und Intellektuellen-Feindlichkeit der roten Garden. Da deutet sich schon sehr genau an, was in der chines. Kulturrevolution so blutig endete. Für mich auch ein unbegreiflicher Zustand. Mensch mit Brille war den Rotgardisten wohl schon ein Dorn im Auge, unglaublich… Aber – genau besehen – spüre ich so eine anti-kulturelle, anti-intellektuelle Haltung im „Volk“ auch noch. Mitunter macht sie mich bitter.
Babel selbst erlitt das Schicksal fast aller Menschen, die ein bisschen über den Tellerrand schauten, d.h., auch absolut stromlinienförmige Superkommunisten landeten im Gulag oder vor dem Erschießungskommando, das half alles nix. Er wurde gefoltert, dann erschossen, angeklagt wegen irgendwas, was nicht stimmte. Der Wahnsinn des Stalinismus scheint mir immer mehr absolut unerklärlich.

Beide: 9 / 10 Punkte (vor allem wegen der Aha-Effekte und Bereicherung meines Geschichtsbildes)


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Hofmann's Buch-Zeit - Leseliste im Herbst

Geschrieben von T.H. , in Leseliste ab 2013 15 October 2018 · 680 Aufrufe
Sawinkow, Bosch
Eingefügtes Bild

32 – „Boschs Vermächtnis. Geschichten aus dem Garten der Lüste“ hg. v. Christian v. Aster. Edition Roter Drache
Dieses Buch ist eine kleine Schatzkiste. Rein äußerlich schon: Gediegenes Hardcover, mit Lesebändchen und – daher meine Assoziation – mit einer Art Verschluss: Ein Gummiband, um das Buch zusammen zu halten. Die Seitenecken sind abgerundet. Das Buch macht neben dem sehr schönen und eben gediegenen, auch einen sehr haltbaren und robusten Eindruck: Man soll es also auf seinen Wegen mitnehmen.
Genau so habe ich es gehandhabt: Die Stories, meist kurze Texte, sind auch dazu geschaffen, den Fahrtweg in der Straßenbahn oder dem Bus, zur Arbeit, zu verkürzen. Ein Weg = eine Story, das war drin.
Inhaltlich ist es aber auch ein Schätzkistchen, fürwahr!
Allenthalben wird vom Aussterben der phantastischen Erzählung, der Erzählung als Erzählform allgemein, gesprochen und geschrieben. Doch irgendwie kommt es mir so vor, als würde gerade das Gegenteil passieren: Die Anzahl der Anthologien und Story-Sammlungen ist gerade auf dem phantastischen Sektor schier unüberschaubar. Zumindest ich habe da ein wenig den Überblick und Anschluss verloren. Was sicher stimmt, ist, dass diese Sammlungen eher nicht in großen Publikumsverlagen erscheinen, aber es gibt zahlreiche Anthologien vom fannischen, über den semiprofessionellen Bereich, bis hin zu den nicht ganz so supergroßen Verlagen. Zu letzteren dürfte ja die Edition Roter Drache auf jeden Fall gehören. Finde ich gut, dass sie ein Herz für die Erzählung haben!
In diesem vortrefflichen Band haben sich 33 Beiträge eingefunden, inklusive des Vorwortes von Christian v. Aster, dem Herausgeber. Ich zähle sein Vorwort mit, da es im Grunde auch eine Story ist. Na ja, zunächst hat er mich auf’s Glatteis geführt, denn ich dachte natürlich nicht im Traum daran, dass mich das Vorwort anlügt! Okay, ich nehme ich das mal nicht übel. Das „Lügen“ ist ja sozusagen, als guter Geschichtenerzähler, sein Job.
Christian erzählt, wie er auf die Idee zu dieser Anthologie kam. Es war, irgendwie ähnlich wie in der Dirty-Cult-Anthologie, zuerst ein Bild da, dann die Erzählungen dazu. Hier ist das Bild aber ein altes, bekanntes: Hieronymus Bosch: „Im Garten der Lüste“ – ein Meisterwerk des phantastischen und makaberen Surrealismus, gleichzeitig ein wichtiges Werk der Früh-Renaissance.
Die Autoren haben die Aufgabe erhalten, ein ihnen zugewiesenes Stück aus dem Triptychon als Inspiration für ihre Story zu nutzen.
Aus meiner Sicht haben sich 2 Gruppen dabei herausgebildet: Die einen blieben sehr nahe am Bild und seinem Schöpfer, dem Maler Bosch. Ihre Stories spielen mehr oder weniger historisch untermalt im Spätmittelalter, Bosch ist oftmals eine, oder gar die Hauptfigur ihrer Erzählung. Hier werden vor allem die Motive und Hintergründe für die phantasmagorischen Exzesse des Bildes „erklärt“. Natürlich bietet das eine Unmenge an phantastischen Einfällen und Ideen.
Die andere Gruppe kann sich aber mehr von dem historischen Hintergrund trennen, bringt den Stoff in die Gegenwart, oder in eine andere Zeit. Als spezielle Gruppe fielen mir dann noch diejenigen auf, die sich um das Bild an sich kümmern, sich also Spuren und Rätseln widmen, die das Bild (oder ein Ausschnitt daraus) bis in unsere Zeit hinterließ.
Obwohl die Aufgabenstellung die Autoren gleichermaßen traf, konnten sie doch sehr unterschiedliche Gedanken entwickeln, Ideen sprudeln lassen, viele ließen sich durchaus von den bizarr-dämonischen Alptraumgestalten des Bildes verführen, andere nahmen das alles nicht gar so ernst. Wieder andere haben sich recht weit von Bosch entfernen können, was bei der Fülle der Texte dann sogar angenehm war.
Einen regelrechten Ausfall konnte ich nicht ausmachen, auch wenn ich nicht alle Stories gleichermaßen attraktiv fand. Mir waren auch nicht alle Namen ein Begriff. Für mich war die Lektüre also zum einen ein willkommenes Wiederlesen mit „alten Bekannten", aber auch Aha!-Erlebnisse, da ich die Namen kannte, aber von den Autorinnen und Autoren bisher kaum oder nichts gelesen hatte und ich konnte gänzlich neue Talente kennen lernen. Was will man mehr?
9 / 10 Punkte

33 - Cixin Liu: „Weltenzerstörer“
Hübsche Novelle des großen chines. SF-Autors. Wirkt ein bisschen wie eine Aufwärmübung zu den Drei Sonnen, auf jeden Fall kommt die Menschheit auch wieder nicht gut weg bei der Sache. Und wieder sind es Aliens, die sich ein Kehricht um gutes Wetter zwischen den Zivilisationen im Weltraum scheren. In seiner misanthropischen Art bleibt der Autor sich treu; doch diesmal mit einer schwarz-humorigen und am Ende einer leicht optimistischen Note.
8 / 10 Punkte

34 - Mike Wilson: „Rockabilly“
Kurzroman um ein paar Vorstadt-Menschen, die in die Nähe eines niedergegangenen Meteoriten eine ziemlich verrückte, am Ende auch fatale Nacht erleben, aber nicht unbedingt überleben.
Im Mittelpunkt stehen diese krassen Typen, deren Leben ins Surrealistische abdriftet in Gegenwart dies Meteoriten; so richtig auserzählt wird das aber nicht.
Auch wenn man erst mal was anderes denkt, es ist kein US-Amerikaner, sondern ein Argentinier, merkt man dem Text aber m.M.n. nicht an. Hübsche, surrealistische Milieu-Studie, deren Tiefgang sich mir nicht erschlossen hat. Aber vielleicht gibt es keinen Tiefgang im richtigen Leben.
7/10 Punkte

35 - Michael Bishop: „Dieser Mann ist leider tot“
Irgendwie ziemlich aktueller Roman, denn die alternative Nixon-Alternativwelt, die Bishop vom Geist PKDs heimsuchen lässt, erscheint mir heute viel realer als sie dem Autor in den 80ern erschienen sein muss. Ob Dick, oder irgendein Demiurg, daran geschraubt hat? – Miene 50 Pfennige dazu in der PKD-Ausgabe des NEUEN STERNS.
9 / 10 Punkte

36 – Boris Sawinkow: „Das schwarze Pferd“
Wieder so ein Buch, nach dessen Lektüre ich mir dachte: Was weiß ich schon? Hier: Russischer Bürgerkrieg nach der Oktoberrevolution. Sehr kompakter Roman eines „Berufs-Attentäters“, der als sozialrevolutionärer russischer Anarchist und Bombenleger begann, dann in der provisorischen Regierung unter Kerenski war und mit einer sehr antibolschewistischen Haltung in allem möglichen weißen und „grünen“ Armeen und Untergrundorganisationen tätig war.
Wenn seine Biografen Recht haben, musste der Mann ständig „unter Strom“ stehen, adrenalinsüchtig gewesen sein. Hier stellt er unter Schilderung seines eigenen Tuns die Ereignisse des Bürgerkrieges als etwas Schreckliches, aber Natürliches dar, als etwas, was eben geschieht. Auch wenn er für den Tod von Menschen mitverantwortlich ist, so kann er das nur registrieren, kaum darüber reflektieren, geschweige denn sich dagegen positionieren. Irgendwie ist das alles unwirklich, kommt mir wie ein surrealistischer, gewaltvoller Alptraum vor.
Und ich bin fasziniert und werden mir auch sein Buch über seine Zeit als antizaristischer Anarchist reinziehen.
Mit „Dossier“ zum Autor: Biografisches, seine Rede vor dem Gericht nach seiner Inhaftierung in Moskau von 1924.
9 / 10 Punkte


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Eine gute Nachricht für uns Phantasten im Raum Leipzig

Geschrieben von T.H. , in Phantastisches Halle & Le..., Ich war dabei... 14 October 2018 · 597 Aufrufe

Eine gute Nachricht für uns Phantasten im Raum Leipzig Das war schon mal eine sehr gute Nachricht, die ich am 11. Oktober 2018 in Leipzig, Haus des Buches, zur Veranstaltung des Freundeskreis SF Leipzig e.V. erhielt: Es geht weiter! Jawoll! – Das war bisher nicht so wirklich klar.
Es geht um die Veranstaltungen des Freundeskreises im Haus des Buches. Nun steht fest, dass es auch im kommenden Jahr 2019 weitergeht; Termine sind wohl bereits vereinbart. Der erste Temin im Januar wird von Erik Simon bestritten. Er wird über bulgarische SF / Phantastik reden. Na, da passt ja unser NEUER STERN 41 ganz gut rein. Fand ich übrigens von Manfred, der die Nachricht an diesem Abend verbreitete, richtig knorke, dass er das Heft erwähnte in diesem Zusammenhang!
Na, ich freue mich jedenfalls sehr, dass es weitergeht.

Anlass für den aktuellen Besuch im Haus des Buches war der Vertrag von Wolfgang Neuhaus zum Thema „posthumane SF“:

„Im Strom der Technik. Vernetzte Identität und posthumane Science Fiction“.
Also, so wie der Titel des Vortrages war der Vortrag auch selbst. Wolfgang Neuhaus ist gelernter Philosoph und verlangte dem Auditorium recht viel ab. Als solcher widmet er sich gern der Science Fiction. Das macht er vor allem in Vorträgen im Otherland in Berlin, nun also auch mal „bei uns“.
War sehr interessant, wenn ich mir auch am Ende gewünscht hätte, einiges daraus mehr zu vertiefen. Er sprach über SF, die sich dem Thema Posthumanismus widmet. Den Bogen spannte er von Frankenstein als allerersten Vorläufer, über die Tiermenschen in „Die Insel des Dr. Moreau“ von Wells zu den Mutanten der SF der 20er, 30er Jahre und zu den Cyborgs und Avataren im Cyberpunk. Quasi aktuelle Themenfelder (nicht nur der SF) wurden benannt, wie Uploading (von menschlichen Bewusstseinsinhalten in „Maschinengehirne) und die Idee der technologischen Singularität.
Er hatte da schöne Beispiele parat, auch welche, die ich selber nicht kenne. Das weckte Interesse und Neugier.
Mehr vertiefen? Na ja, ich hätte mir gewünscht, wenn er die post- bzw. transhumanen Perspektiven bewertet hätte. Er schien für meine Begriffe eine eigene Wertung zu vermeiden, nannte aber durchaus Beispiele, in denen SF-Autoren durchaus eine positive Sicht auf eine posthumane Entwicklung aufzeigen.
Mir hätte auch gefallen, wenn er noch mehr auf die realexistierenden transhumanistischen Bewegungen und Ideen eingegangen wäre; aber vielleicht bin ich hier nur Opfer meiner Erwartungen, denn das Thema seines Vortrages war halt ein anderes.
Ich fand den Abend insgesamt anregend. – Und schön, dass es weitergeht!


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Aus alten Bücherschränken, Stand 1. Oktober 2018

Geschrieben von T.H. , in Neuer Stern 03 October 2018 · 950 Aufrufe
Aus alten Bücherschränken und 1 weitere...
Zeit für ein Update der Titel-Übersicht unserer beliebten Rubrik
Aus alten Bücherschränken
(Autor der Beiträge: Bernd Wiese - ein Service Ihres NEUEN STERNS)

Oh ja, diese Rubrik mit ihren absonderlichen Einblicken in eine zumeist längst vergessene Science Fiction & Phantastik in dem "Rundbrief an die Freunde des ASFC Halle" erfreut sich weiterhin einer recht großen Beliebtheit. Bernd findet nach wie vor faszinierende Bücher aus alten Zeiten. Hier also nur eine Auffrischung der Liste bis zur Ausgabe 43 des NEUEN STERNS (der noch gar nicht erschienen ist...)
Das letzte Update dieser Liste erschien hier vor 1 Jahr.

Autor * Titel * Neuer Stern Ausgabe
A. Hoffmann von Vestenhof * Der Mann mit den drei Augen * 20
A. Venir * Ein Blick nach vorn * 30
Albert Sixtus * Das Geheimnis des Riesenhügels * 17
Alexander Moritz Frey * Dunkle Gänge. Zwölf Geschichten aus Nacht und Schatten * 23
Alfred Brust * Eisbrand - Die Kinder der Allmacht * 40
Arno Hach * Der Kopf des Maori * 35
Arno Hoffmann * Silvester 2999 * 12
Arnold von der Passer * Mene tekel! * 27
Arthur Machen * Der große Pan * 28
August Niemann * Aetherio: eine Planetenfahrt * 8
B.v.Suttner * Der Kaiser v. Europa * 15
C. I. Defontenay * Star (Psi cassiopeia) * 14
Cestmir Vejdelek * Heimkehr aus dem Paradies * 34
Christian Haugen * Die Reise nach dem Ken * 9
Condor * Im Kampf um Südamerika * 36
Curt Abel-Musgrave * Fräulein Eulalia?s gräßliches Abenteuer * 9
Curt Abel-Musgrave * Der Bacillenkrieg * 24
Curt Johannes Braun * Das Land der Finsternis * 34
E. F. Spanner * Der zerbrochene Dreizack * 11
Eberhard Christian Kindermann * Reise in Gedancken durch die eroeffneten allgemeinen Himmels-Kugeln * 11
Erich Anzelewsky * Die Nachtmahr * 43
Erik Hansen * Das verborgene Land * 4
Ernst Schertel * Die Katakomben von Ombos * 20
Eugen Richter * Sozialdemokratische Zukunftsbilder * 27
Exzelsior * Michael der Grosse * 28
F.E.Bilz * In hundert Jahren * 6
Fedor Sologub * Totenzauber: eine Legende im Werden * 18
Frank R. Stockton * Zum Nordpol und Erdkern * 6
Georg Sylvester Viereck * Das Haus des Vampyrs * 24
Gilbert Collins * Das Tal der Träume * 13
Günther Pastingl * Die vier denkwürdigen Jahre... * 2
Gustav Adolf Melchers * Die Vergangenheit unserer Zukunft? Der Verfall unserer Vormenschen * 17
Gustav Adolf Melchers * Aus dem Jenseits: Aufzeichnungen eines Toten * 34
Gustav Renker * Ein Schiff steuert in die Urzeit * 20
H. G. Wells * Die Welt des William Clissold * 22
H. Helms * Heinzens Flug zum Mond * 7
H.L. Rosegger * Der Golfstrom * 5
Hans Hauptmann * Wer bin ich? * 24
Hans Schmidt-Kestner * Der fliegende Tod der Japaner * 24
Harry Dreyer * Kurier aus dem Weltall * 6
Heinrich Nelson * Ahasvers * 15
Hellmuth Unger * Morells Milliarden * 13
Hermann Lahrssen * Unter der roten Fahne, Blätter aus dem Tagebuch eines Volksschullehrers * 17
Hermann Noordung * Das Problem der Befahrung des Weltraums * 12
Hohn Merriman * Die Marsmenschen kommen * 1
Iwan Jefremow * Das Observatorium von Nur-i-Descht und Atoll Fakaofu * 20
Jacob Fürth * Phantasus : Moderne Märchen * 34
Jesus de Aragon * 40.000 Kilometer an Bord des Flugschiffs Phantom * 23
Jesus de Aragon * Nachts über der Verbotenen Stadt, * 23
Joachim Winckelmann * Gläserne Seelen. * 36
Justus Franz Wittkop * Gullivers letzte Reise. Die Insel der Vergänglichen * 32
Karl Ettlinger * Der erschossene Storch * 12
Karl Hans Strobl * Eleagabal Kuperu * 2
Karl Hans Strobl * Die Eier des Basilisken * 13
Karl-August von Laffert * Gefährliche Wissenschaft * 22
Kurt Selige * Der neue Weltdiktator * 18
L. H. Desberry * Der blaue Strahl * 12
Ludwig Anton * Brücken über dem Weltenraum * 9
Marga Passon * Der rote Stern, ein Weltuntergangsroman * 11
Maurus * Ave Caesar : Deutsche Luftschiffe im Kampfe um Marokko * 30
Max Haushofer * Planetenfeuer * 40
Max Schraut * An den Feuern der Ewigkeit * 26
Max Seydewitz u. Kurt Doberer * Todesstrahlen * 16
Maxim Ziese * Der Film des Dr. Wharton * 8
Moritz von Reymond * An Bord des "Jules Verne" * 32
Nell John * Roman einer Verjüngten von Benno Vigny * 18
Nils Meyn * Die Reise zur Venus * 3
Oevre Richter Frich * Der rote Nebel * 36
Ofried v. Hanstein * Der Fluch des Goldes * 15
Onno zum Berg * Der Kaiser wieder in Deutschland * 13
Oswald Levett * Verirrt in den Zeiten * 22
Otfrid v. Hanstein * Das Licht im Osten * 9
Otfrid v. Hanstein * Der blonde Gott * 30
Otto Faber * Krieg dem Frieden * 24
Otto Schilit * Die Königin der Tigermenschen * 23
Otto Soyka * Im Bann der Welle * 19
Otto Willi Gail * Der Herr der Wellen * 19
P. Tyss * Gorgyra * 15
Paul Ernst * "Sechs Geschichten; die sonderbare Stadt" * 35
Paul Madsack * Tamotua - Die Stadt der Zukunft * 23
Paul Madsack * Die metaphysische Wachsfigur oder Auf Geisterfang mit Sir Arthur Conan Doyle * 35
Paul Scheerbart * Ein skurriler Phantast * 19
Paul v. Schoenaich * Die Peitsche des August Schmidt * 3
Peter Moy * Medusensteine * 37
R.H. Daumen * Gefahr aus dem Weltall * 7
Richard Hagen * Der brennende Kontinent * 9
Robert Heymann * Wunder der Zukunft: Romane aus dem dritten Jahrtausend * 18
Robert Kraft * Die Nihilit Expedition * 23
Robert Kraft * Aus dem Reich der Phantasie * 43
Robert Kraft * Die neue Erde * 43
Rudolf Martin * Der Weltkrieg in den Lüften * 16
Rudolph Falb & Charles Blunt * Der Weltuntergang * 14
Sax Rohmer * The Day the World ended * 10
Sax Rohmer * Das graue Gesicht * 22
Severin Severus * Ein Duell im Jahre 2000 * 19
Sir A.C. Doyle * Der Tauchbootkrieg * 3
Sophus Michaelis * Das Himmelsschiff * 28
Theodor Heinrich Mayer * Rapanui - Der Untergang einer Welt * 37
Theodor Herzl * Altneuland * 5
Titus Taeschner * Atlantropa * 4
V. E. Teranus * Der letzte Krieg * 25
Victor Svensen * Die Uhr läuft ab * 25
W.Harrison Ainsworth * Auriol oder Das Lebenselexier * 16
Walter Horst * Der versunkene Erdteil * 37
Walter Kloepfler * Luzifers Ende * 15
Walther Keghel und Hans Heuer * Tiefsee * 6
Werner Masovius * Neotherm C * 1
Wilhelm Hansen * Die vierte Waffe * 13
Willy Seidel * Das älteste Ding der Welt * 17



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Ein bisschen ärgerlich… aber nur ein bisschen, trotzdem noch immer stolz auf:

Geschrieben von T.H. , in Neuer Stern 23 September 2018 · 873 Aufrufe

Ein bisschen ärgerlich… aber nur ein bisschen, trotzdem noch immer stolz auf: Das Bernd-Robker-Spezial, die 42. Ausgabe des NEUEN STERNS, des „Rundbriefs an die Freunde des Andromeda Science Fiction Clubs Halle“ ist soeben offiziell erschienen. Zum ElsterCon nämlich, der am 21. bis 23. September in Leipzig stattfand.
Das Heft ist ja, meiner bescheidenden Meinung nach, recht gut gelungen ABER…
ein blöder Schreibfehler hat sich da eingeschlichen und wurde von der Redaktion nicht entdeckt – aber von aufmerksamen Lesern des Heftes. – Echt, ich habe ihn nicht gesehen, ich nehme jetzt den Kübel Asche. – Nee, davon gibt es kein Foto.
Was ist aber neben diesem richtig blöden Fehler sonst noch in dem Heft zu finden (diesmal 52 + 4 Seiten und ziemlich farbig)?

Inhalt #42
Editorial von Sabine Seyfarth und Thomas Hofmann - Coverinnenseite
Sanguis B. Vampire erobern Köln, Rezi v. Sabine - S. 3
Bernd Robker beim ElsterCon (Fotos) - S. 6
Mein erster Con, Bericht von Bernd Robker - S. 8
Die Schattenherren, Beitrag von Sabine - S. 13
Robert Corvus und seine PERRY RHODAN-Romane, von Klaus N. Frick - S. 18
Bernd Robker: Liebesbande (Gedicht) - S. 20
Bernd Robker: Raschid und der Turm (Story) - S. 21
Narrania saba Haimamud, Beitrag von Sabine - S. 26
Interview - Beitrag v. Sabine - S. 29
Bei Regen und bei Sonnenschein, Rezi von Timo Zenker - S. 31
Bernd Robker: Un Sterblichkeit (Gedicht) - S. 34
Die Schwertfeuer Saga - Beitrag v. Sabine - S. 36
ISENBORN, Beitrag von Martin Schneider - S. 38
Feuer der Leere, Rezi von Angelika Herzog - S. 43
Karma. Rezi von Sabine - S. 45
Fantasy und Science Fiction - ein Vergleich, Beitrag von Bernd Robker - S. 47


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Hofmanns Leseliste - Phantastischer & realer Horror

Geschrieben von T.H. , in Leseliste ab 2013 02 September 2018 · 220 Aufrufe

Es ist Monatswechsel. Traditionell Zeit für meine eigentlich monatliche Leseliste. Doch das Timing stimmt nicht, schon lange nicht mehr. Hier kommt es immer mal sporadisch, wenn mir halt so ist, was ich so in letzter Zeit gelesen habe.
Enttäuschender Weise kann ich diesmal noch nicht mal viele Worte fallen lassen, denn was sollte ich denn dann – exklusiv, wie es das Heft verdient – im NEUEN STERN vermelden?
Wer also ausführlich lesen möchte, was ich gelesen habe und darüber denke, müsste… Na ja, man „muss“ natürlich gar nichts.
Also kurz die Liste; Stand Ende August 2018

26 bis 28 - In 47 Horror-Stories um die Welt-Literatur
Ein kleines Projekt für eine besondere Seite im NEUEN STERN: Namhafte Autoren, Genre-Autoren, aber auch dem Phantastischen Unverdächtige, die aber Weltliteratur schufen, in ausgewählten Zusammenstellungen, reizten mich in letzter Zeit. Drei Bände habe ich geschafft; hier nur die Titel der Anthologien:

„Nebel aus dem Jenseits“. hg. v. Martin Greenberg u. Robert Weinberg, Aufbauverlag 1995, „The Mists from Beyound“ 1993 (dt. 1995)

„13 Prisen Mitternacht“, Bastei Lübbe, 1976
Der Band entstand 1975 nach einem von der The Times und dem Verlag Jonathan Cape ausgeschriebenen Wettbewerb. Es wurde die beste Geistergeschichte gesucht.
Zur Jury gehörten Kingsley Amis, Patricia Highsmith und Christopher Lee. Gewonnen hat „Eine Puppe namens Silvio“ von Kernan. (Aus meiner Sicht nicht die beste Story.)

„Luzifer läßt grüßen. Teuflische Geschichten“, gesammelt von Peter Haining, dtv, 1979
Hier handelt es sich um ein Wiederlesen. Ich hatte das Buch schon mal beim Wickel und im April 2012 für das damals als PDF-Mag erschienene CTHLHU LIBRIA 44 rezensiert. Ein paar Eindrücke konnte ich auffrischen, andere kann / muss ich fast revidieren.

29 - Richard David Precht: „Jäger, Hirten, Kritiker. Eine Utopie für die digitale Gesellschaft“
Weniger eine Utopie, als vielmehr Warnung vor der Dystopie. Aber wie soll man (Precht) es auch anders an die Leser bringen? Er nimmt zu Recht an, dass wir Menschlein Angst vor der Zukunft haben; deshalb holt er seine Leser eben dort ab. Ja, es kann alles ziemlich blöd werden – vielleicht ja nicht so wie in „Terminator“, aber den Kampf Mensch vs. Maschine würde, so Precht, die Maschine gewinnen. Aber es muss ja nicht dazu kommen, Precht sieht auch Chancen, wir dürfen das Zepter nur nicht in den Händen der Silicon Valley Protagonisten belassen, zumindest nicht wenn es um Politik, Wirtschaftssystem und Gesellschaftsordnung geht.
P. ist BGE-Befürworter und zeichnet ein Bild, das im Grunde keine Alternative dazu denkbar sein lässt.
Also, für meine Begriffe hätte das Buch gern utopischer sein können, bietet aber zum Thema Technologische Revolution 4.0, digitale Umwälzung und BGE eine sehr gute Zusammenfassung.
8 / 10 Punkte

30 - Cixin Liu: „Der dunkle Wald“
Tatsächlich habe ich es mir mit dem 2. Teil der Düster-Space-Opera des weltbesten chinesischen SF-Autors schwer getan. Ich habe lange daran gelesen, vor dem Urlaub begonnen, während des Urlaubs beiseite gelegt, erst mal was anderes „dazwischen geschoben“, am Ende holte das Buch mich wieder ein.
Kann ich den Roman nun empfehlen? Also, wenn man sich so richtig die Laune verderben lassen möchte, nur zu. Allerdings hat das ja schon Teil 1 geschafft, wenn man den geschafft hat. Ich denke mal, wer eil 1 gelesen hat, muss auch hier durch. Jetzt bin ich jedenfalls auf den dritten Teil gespannt – und befürchte das Schlimmste.
9 / 10 Punkte

31 – Gu Hua: „Hibiskus, oder Vom Wandel der Beständigkeit“
Bin gerade im China-Fieber, vor allem genährt durch Cixin Liu, klar. Aber nun wollte ich doch wenigstens mal DEN Klassiker (aus Ex-DDR-Sicht) über das Phänomen Kulturrevolution lesen, was ich damals tatsächlich versäumt hatte.
Der Roman erschien Mitte der 80er in de DDR, als Übersetzung aus dem Englischen. Nach der Lektüre jetzt frage ich mich ernsthaft, wie der Roman in der DDR erscheinen konnte.
Sozialismus – in der chinesischen „Spielart“ zwar – bekommt hier nun absolut kein gutes Leumundszeugnis ausgestellt. Neben dem absolut absurden Theater der Denk- und Sprechart der chinesischen Partei-Sprache, deren Logik, ohnehin völlig willkürlich und ständigen 180-Grad-Wendungen unterliegend, zumindest für einen Europäer kaum nachvollziehbar erscheint (nee, so’n Quatsch haben „wir“ damals nicht geglaubt oder gedacht oder geredet), ist es diese völlig unethische Art von Menschenverachtung, die da zum Ausdruck kommt, die mich richtig gepackt hat. So ein Wahnsinn!
Im Mittelpunkt steht eine Frau, die in einer Art Imbiss Dofou, eine Form gefüllter Teigtaschen (?), anbietet und damit zu etwas Geld kommt. In der Zeit der permanenten Revolution, wo die Roten Garden u.a. sich als ultralinke Revolutionäre gebende Arschlöcher auch ständig Feinde brauchte, die sie bekämpfen konnten, war sie dann auch als Opfer dran. Ihr erster Mann begann Selbstmord, weil er die Strafen für Verbrechen, die er nicht begannen hat und begreifen konnte, fürchtete. Sie verliebte sich in einen Mann, der durch antifeudale Hochzeitslieder bekannt war. Die Lieder wurden ihm zum Verhängnis. Als Leidensgenossen fanden sie zueinander.
Wenn bis dahin das Buch in erster Linie durch seine exotischen Beschreibungen der Lebensumstände in einem chinesischen Provinznest, dann auch vor diesem unfassbaren historischen Hintergrund, besticht, so begann mich mit dieser Liebensgeschichte auch die Personalie zu interessieren. Ganz stark die Szene, als die beiden Liebenden, dann schwarz Verehelichten (eine offizielle Heirat kam für diese Volksfeinde nicht in Frage), sich neuen Strafen beugen sollen, weil es mal wieder eine Verschärfung des Klassenkampfes geben musste. Sie wurden zu Arbeitslager verurteilt, sollten sich verbeugen, was sie nicht taten. – Wie auch immer, ein starkes Buch über eine finstere Zeit, eine „tragische Ära“. Besagter zweiter Mann war ein Schlitzohr, der auf seine eulenspiegelhafte Weise der Ungemacht entgegnete. Der Roman zählt daher auch zur Gattung der Schelmenromane.
9 / 10 Punkte

...und die Comics:

4 – DRIFTER 3. Lichterloh
5 – DRIFTER 4. Ruinen
Beide Bände: Ivan Brandon & Nic Klein.
Endlich gibt es einen Abschluss; diesmal habe ich extra mit Bd. 3 gewartet, um erst mit Erscheinen des abschließenden vierten Band die ganze Story noch mal in einem Ritt zu genießen.
Also, ein Genuss ist das Gesamtwerk auch – vor allem wegen seiner hervorragenden Bilder. Ein Meisterwerk, bin hin & weg, vollständig begeistert davon! Die helfen auch über die Plot-Längen hinweg, denn eine Auflösung des sehr mysteriösen Plots gibt es wirklich erst im vierten Band. Die hat es dann aber in sich. Noch ein Wow!
Also, 10 / 10 Punkte – im Grunde für das Gesamtwerk; ausführlicher im NEUEN STERN.

6 – VISION 1. Eine (fast) normale Familie
7 – VISION 2. Träumen Androiden von virtueller Liebe?
Tom King (Text), Gabriel H. Walta (Bilder)
Gekauft habe ich es in Vorbereitung zum Ph.K.Dick-Spezial des NEUEN STERNS im Dezember d.J. Ja, habe mich vom Titel des 2. Bandes locken lassen, auch, weil Dick als Referenz in der Werbung dazu genannt wird. Na ja, es ist KEiN Ph.K.Dick-Comic, aber sein Geist weht einem schon aus den bunten Marvel-Seiten entgegen.
Der Ex-CIA-Agent Tom King hat da eine sehr rührende und packende Story erdacht; die bildnerische Umsetzung ist relativ „normal“, aber in ihrer reduzierten, ruhigen Art dem Thema sehr angemessen.
Vision, ein tragischer Avenger, einst als synthetischer Mensch von Ultron hergestellt, will ein Normalo werden. Er baut sich dazu eine eigene Familie. Na, geht natürlich schief…
Ich war ziemlich angetan von dieser reifen, relevanten Superheldenstory, die die Frage nach dem, was einen Menschen so ausmacht, mal wieder aufwirft und am Ende nicht pädagogisch u. politisch korrekt beantwortet.
9 / 10 Punkte






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Motto

„Die Welt der Kunst & Fantasie ist die wahre, the rest is a nigthmare.“ 

Arno Schmidt

Thomas Hofmann, ein Phantastik-Fan

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© Thomas Hofmann

____________

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Als Freund der phantastischen Künste artikuliere ich mich seit ca. 1988. Vielleicht kennen einige von Euch meine Zeichnungen. War auch als Rezensent im Fandom unterwegs, einst vor allem im leider nicht mehr existenten Fanzine SOLAR-X, neuerdings im NEUEN STERN (kein Fanzine, nur ein "Rundbrief...")
Dieses Blog soll den geneigten Leser auf Tipps und Termine in Sachen Phantastik aus dem Raum Halle / Leipzig hinweisen. Einer alten SOLAR-X-Tradition folgend möchte ich auch Berichte zu von mir besuchten SF / Phantastik-Veranstaltungen einstellen.
Ich will immer mal wieder auf die Stammtisch-Termine meines Heimat-SF-Clubs, des ANDROMEDA SF CLUB Halle und auf die Veranstaltungen des Freundeskreis SF Leipzig hinweisen.

Man wird hier auch die eine oder andere Rezension zur Phantastik aus alten Tagen von mir finden, von denen zumindest ich meine, dass sie nicht völlig dem Vergessen anheim fallen sollen.

Mehr als Merkhilfe für mich, aber vielleicht auch als Anregung für den einen oder die andere Leser/in wird hier meine kommentierte Leseliste zu finden sein.


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Thomas Hofmann

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Telefon: 0345-7764072
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Archiv

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Bücher, die weitestgehend von mir illustriert wurden:
Sagen der Oberlausitz, Nordböhmens und angrenzender Gebiete; Oberlausitzer Verlag A. Nürnberger, 1990

Sagen der Oberlausitz..., Band II, ebd., 1991
Oberlausitzer Kochbuch mit historischen Betrachtungen, ebd., 1991
Märch. d. Bergwelt, ebd., 1991
Wilko Müller jr. & Renald Mienert: Die Zeitläufer, Solar-X-Prod., 1994
Das große Dorfhasser-Buch, Aarachne, Wien, 2000
Christian v. Aster: Nachmieter gesucht, midas 2000
Von dunklen Kräften und alten Mächten, Rollenspielbuch, Caedwyn, Hannover 2001
Das große Verwandtenhasserbuch, Aarachne, Wien 2001
N. Rensmann: Ariane, Bastian, Luzifee und Co., K&C Buchoase,Solingen, 2001
Felten & Streufert: Gänsehautgeschichten, K&C Buchoase, Solingen, 2001
Spinnen spinnen. Die Anthologie zu nützlichen Tieren, Aarachne, Wien 2002
Peter Brandtstätter: Von Schmetterlingen und der Liebe..., Wien, 2002
Feenmond, Rollenspielbuch, Caedwyn, Hannover 2002
Ruf der Ferne, Rollenspielbuch, Caedwyn, Hannover 2003
Frank Haubold: Das Geschenk der Nacht. Phantastische Erzählungen, EDFC e.V., Passau, 2004
Das Mirakel, Phantastische Erzählungen, EDFC e.V., Passau, 2007
Rose Noire, Anthologie im Voodoo-Press, 2009
Michael Knoke: Das Tal des Grauens, Voodoo-Press, 2010
Michael Siefener: Die Entdeckung der Nachtseite, Verlag Lindenstruth, 2011

A.G.Wolf: Die weissen Männer, VP 2013
■ Tobias Bachmann, "Liebesgrüße aus Arkham", Edition CL, 2016

Bücher, an denen ich mich beteiligen durfte:
Der Abenteuerwald. Phantastische Nachwuchsanthologie, Kreutziger Verlag, 1996
Das Herz des Sonnenaufgangs, Eine Alien Contact Anthologie, 1996
Liber XIII und andere unerwünschte Nachlässe, Goblin Press, 1999
Lichtjahr 7, Freundeskreis SF Leipzig e.V., 1999
Von kommenden Schrecken, Buch zum ElsterCon, Leipzig, 2000
Der Erstkontakt. Stories und Bilder aus dem Perry-Rhodan-Wettbewerb, Berlin, 2001
Phantastik 2002, Taschenkalender, 2001
Michael Lohr, Gemurmel aus dem Buch der Drachen, 2001 [/font
Hysterisch funktionieren, Aarachne, Wien. 2002
C. Bomann: Anthrins Kind, Abendstern-Verlag, Parchim, 2002
C. Bomann, Parchimer Hexengeschichten, Abendstern-Verlag, Parchim, 2002
Des Todes bleiche Kinder, Abendstern-Verlag, Parchim 2002
Geschichten von Phönix und Sperling. Buch zum ElsterCon, Leipzig, 2002
Cover: Wilko Müller jr.: Operation Asfaras, Ed. Solar-X, 2003
Alien Contact Jahrbuch 1 für 2002, Shayol, 2003
Alien Contact Jahrbuch 2 für 2003, Shayol, 2004
Alien Contact Jahrbuch 3 für 2004, Shayol 2005
Cover: Carl Grunert: Der Marsspion, DvR, 2005
G. Arentzen: Christoph Schwarz, Detektiv des Übersinnlichen, Bd. 1 bis 6, Romantruhe, 2005
M. Borchard: Der Zeitarzt, SF Blues Bd. 4, edfc, 2005
Cover: Wilko Müller jr. & Renald Mienert: Die Zeitläufer, Ed. Solar-X, 2005
Cover: Carl Grunert: Im irdischen Jenseits, DvR, 2005
Cover: Carl Grunert: Zukunfts-Novellen, DvR, 2005
Markus Kastenholz: Tiamat 1 - Asche zu Asche, VirPriV-Verlag, 2005
Welt der Geschichten 1, Web-Site-Verlag, Mai 2006
Cover: Wilko Müller jr.: Mandragora, Ed. Solar-X, 2006
Kastenholz, Ippensen: Tiamat 2 - Die Stunde Null, VirPriV-Verlag, 2006
Nocturno 6, VirPriV-Verlag, 2006
Alien Contact Jahrbuch 4 für 2005, Shayol, 2006
Welt der Geschichten 2, 2006 (alte Ausgabe; in der Nachauflage von 2008 sind keine Bilder von mir enthalten)
Welt der Geschichten 3, 2008 (neue Ausgabe)
Cover: Bernd Rothe & Astrid Pfister (hg.): Gequälte Seelen; Welt der Geschichten Sonderausgabe, 2008
Robert N. Bloch: Michael Siefener. Eine kommentierte Bibliographie, Verlag Lindenstruth, 2011
Frank W. Haubold: Der Puppenmacher von Canburg, Edition Lacerta(eBook) und CreateSpace Ind. Pub. Platform, 2012

"Saramees Blut", Atlantis 2012

M. Kastenholz: Projekt Hexenhammer, Printausgabe, 2013

Simon & Steinmüller: Die Wurmloch-Odyssee, Shayol, 2014
■  Richard Kühle: Alraune und der Golem, Goblin-Press, 2015
■ Ine Dippmann und Uwe Schimunek: Leipzig mit Kindern, Jaron 2015
■ Leipzig - Visionen. Gestern und heute, FKSFL & Edition Solar-X 2015
■ Simon & Steinmüller: Die Wurmloch-Odyssee, Memoranda, 2017

■ Simon & Steinmüller: Leichter als Vakuum, Memoranda, 2017
■ Uwe Lammers, „Mein Freund, der Totenkopf“, Teil 1, 2017
■ IF Magazin für angewandte Fantastik # 666, Okt. 2017

■ Angela & Karlheinz Steinmüller: Andymon, Memoranda, 2018
■ Ferne Welten, Buch zum 14. ElsterCon, 2018
■ Angela & Karlheinz Steinmüller: SPERA, Memoranda, 2018

 

Magazine und SmallPress
Alien Contact, Kopfgeburten, GOTHIC, The Gothic Grimoire, Vanitas, Tanelorn, Fleurie, Bonsai 6 / Zimmerit 5, 1995, Tumor (Sonderheft 8), Andromeda SF Magazin des SFCD 143 / 144, EXODUS 15 / 16 / 17 / 18 / 19 (mit Galerie v. mir, 2006) / 20 / 21 / 22 / 24 / 25 / 27
einblicke. Zeitschrift der Krebsforschung, August 2005,
Watchtower 8 / 9
Die Ruhrstadt-Zeitung 41
ARCANA 6 (2005)
Andromeda Nachrichten 216, 218 / 219, 220, 222, 223, 224
Nova 16 (2010)
Fantastic Artzine 1, Fantastic Artzine. Halb-Zeit, beide 2012

Nova 22 (2014)
Der lachende Totenschädel, Nr. 3 (10 / 2015)
Cthulhu Libria Neo, BuCon-Ausgabe 10/2015

Cthulhu Libria Neo 1, April 2016

Cthulhu Libria Neo 2, Oktober 2016
Cthulhu Libria Haunted Houses, März 2017
EXODUS 36, Juni 2017

Der lachende Totenschädel Nr. 4, Jan.2018

!Time Machine, Januar 2018
IF #7, März 2018

EXODUS 38, 09 / 2018

Fanzines

Solar-X, Fiction Post, Goblin Press Hefte

CD-Cover
The Beat Of Black Wings: Nightfall; 1999
Syngularity: The Four Horsemen; 2000
Gothica: Within A Dream; 2000
Gothica: Into The Mystic; 2000
The Beat Of Black Wings: Black Love; 2000
■ Gothica, Workbook 1995, 2003

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