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Von Gelifteten, Gänsen des Kapitols und Cthulhu in Atlantis - gelesen 06 /12 / 1

Geschrieben von T.H. , in Leseliste 2012 09 June 2012 · 421 Aufrufe

16) David Brin: „Sternenriff“
Auf der Suche nach DER space opera, nach richtig guten Weltraum-SF-Großwerken mit viel Aliens, Raumschlachten, sense of wonder und mit viel Nachholebedarf meinerseits auf diesem Gebiet, probiere ich ein Stückchen UPLIFT-Universum. Zumal dieses Jahr noch ein neues Buch von Brin angekündigt ist, das ich mir zumindest auf meine Wunschliste gesetzt habe.
Ach ja. Wie soll ich es ausdrücken? Es wird wohl vorerst bei diesem kleinen Stück aus dem Riesenzyklus bleiben.
Es ist zwar der erste Band des 2. Zyklus, aber der Einstieg fällt leicht. Was das UPLIFT-Universum ausmacht, wird schnell klar. Das Konzept, dass Brin da entwirft, ist absolut überwältigend und faszinierend. Auch die Vielfalt seiner Aliens und wie greifbar und anschaulich er sie schildert, hat mich fesseln können. Aber dafür fällt meiner Meinung nach der Plot absolut hinten runter. Im Grunde passiert zwar laufend etwas, aber aber die Handlung entwickelt sich sehr langsam.
OK, da sind also die Raumschiffe von 6 verschiedenen Kulturen auf diesem Planeten gestrandet, weil sie mal aus welchen Gründen auch immer aus ihren Kulturen ausbüchsten. Um ihre Spuren zu verwischen, haben sie die Schiffe zerstört und leben auch ansonsten möglichst „unauffällig“ auf diesem Planeten, den sie sich im Sinne des uralten galaktischen Gesetzes unberechtigt aneigneten. Der Planet sollte sich nach der letzten Zivilisation erholen. Die ersten Bewohner haben ihren Leasingvertrag erfüllt und den Planeten verlassen. Spuren von ihnen sind aber immer noch zu finden, was die neuen Bewohner durchaus fasziniert.
Und nun landet ein neues Raumschiff auf dem Planeten. Man vermutete die lang prophezeite Abrechnung seitens der galaktischen Gesetzeshüter. Aber es handelt sich im „Gen-Piraten“.
Am Ende des recht umfänglichen Romans gibt es gar kein Ende, denn was im Deutschen 2, ist im Original 1 Roman.
6 / 10 Punkte

17) Frank W. Haubold: „Götterdämmerung. Die Gänse des Kapitols“
Das Buch - ich habe die Hardcoverausgabe - ist zunächst eine Augenweide: gediegen, mit Lesebändchen, schönes Format.
Es beginnt mit einer Art Prolog, die mich an im Stil an den kürzlich verstorbenen Ray Bradbury erinnerte. Das mag kein Zufall sein, wenn man weiß, dass ihn Frank Haubold zu seinen literarischen Vorlieben zählt.
Das Buch ist nicht sonderlich dick - für eine space opera. Ist ja nur der erste Teil, aber meinem Eindruck nach ist dies auch dem Umstand geschuldet, dass der Autor sich nicht in langen Umschreibungen und Erklärungen verliert. Die Welt ist wie sie ist. Und man kommt im Grunde schon schnell klar.
Wir haben eine waltraumenfahrenden Menschheit in einer ferneren Zukunft. Es gibt Aliens, die aber eher scheu sind (Angels) und aggressive Bio-Raumschiffe, Fahrzeuge, die gleichzeitig Wesenheiten sind und die die Menschenwelten angreifen. Die Menschen leben u.a. gerne auf Habitaten, die an bewohnte Inseln mit Kuppeln im Weltraum erinnern. Diese Städte sind leider ein beliebtes Ziel für Überfälle der Burgons. Und sie scheinen übermächtig und den Menschen überlegen zu sein, bis da eine Art Superwaffe eingesetzt wird, deren Herkunft aber geklärt werden muss.
Am besten haben mir Beginn und Ende gefallen, ich mag diese „bradbury’sche“ Art sehr! Auch die Raumschlacht war großartig. Mit den Figuren bin ich irgendwie nicht warm geworden, ihre Schilderung erschien mir zu distanziert, sie sind nach meinem Eindruck ein wenig Opfer der verknappten Darstellungsweise geworden. Ein paar Versatzstücke erinnern auch an andere SF-Werke, wie z.B. die Bezeichnung „Föderation“ für die Gemeinschaft der Menschenwelten oder diese fliegenden Städte.
Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es zeigt, dass aus dem sehr guten Story-Erzähler nun ein sehr guter Romancier wird.
8 / 10 Punkte

18 ) Wilko Müller jr.: „Fräulein Schmidt und die Suche nach Atlantis“
Wir erinnern uns: Im Dezember 2012 ging doch nicht die Welt unter. Dafür ist die Antiquariats-Gehilfin, das schicke Fräulein Schmidt keine männermordende Blondine, sondern eine Maya-Göttin. Sie und „ihr“ Antiquar, der stellvertretend für den geneigten Leser staunend ihre Metamorphose miterleben darf, haben einen anderen durchgedrehten Maya-Gott an der Durchsetzung seines Weltuntergangslpans gehindert.
Ist nun alles in Ordnung? Nein, denn es werden Götter - fast - reihenweise gemeuchelt. Da steckt der Gott dahinter, der im ersten Teil schon sein Unwesen trieb. Übrigens ist das mit den Göttern so ähnlich wie in der „Unendlichen Geschichte“ von Michael Ende: So lange Manschen an Götter denken (also nicht nur glauben) gibt es sie. Woher die Spielregeln aber stammen, nach denen die Götter agieren, ist selbst ihnen unklar. Fakt ist - so konnte ich hier lernen - haben sie sie nicht in einer kindlichen Erziehung erlernt, denn sie waren ja nie Kinder...
Gott Thor erscheint in Lederklamotten und tätowiert im Buchladen und will Lovecraft kaufen. Wozu? Weil er weiß, was demnächst zu erwarten ist.
Es geht also in diesem vielschichtigen Universum um Cthulhu, um Atlantis und eine Insel im Schwarzen Meer. Das alles wird rasant und begleitet von kompetenten Erklärungen in mythologischen Fragen erzählt. Selten so was Kurzweiliges gelesen!
„Nicht jeden Tag erklärt einem eine Göttin die Welt!“ (S. 34)
10 / 10 Punkte



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Thomas Hofmann, ein Phantastik-Fan

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Als Freund der phantastischen Künste artikuliere ich mich seit ca. 1988. Vielleicht kennen einige von Euch meine Zeichnungen. War auch als Rezensent im Fandom unterwegs, einst vor allem im leider nicht mehr existenten Fanzine SOLAR-X, neuerdings im NEUEN STERN (kein Fanzine, nur ein "Rundbrief...")
Dieses Blog soll den geneigten Leser auf Tipps und Termine in Sachen Phantastik aus dem Raum Halle / Leipzig hinweisen. Einer alten SOLAR-X-Tradition folgend möchte ich auch Berichte zu von mir besuchten SF / Phantastik-Veranstaltungen einstellen.
Ich will immer mal wieder auf die Stammtisch-Termine meines Heimat-SF-Clubs, des ANDROMEDA SF CLUB Halle und auf die Veranstaltungen des Freundeskreis SF Leipzig hinweisen.

Man wird hier auch die eine oder andere Rezension zur Phantastik aus alten Tagen von mir finden, von denen zumindest ich meine, dass sie nicht völlig dem Vergessen anheim fallen sollen.

Mehr als Merkhilfe für mich, aber vielleicht auch als Anregung für den einen oder die andere Leser/in wird hier meine kommentierte Leseliste zu finden sein.


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Bücher, die weitestgehend von mir illustriert wurden:
Sagen der Oberlausitz, Nordböhmens und angrenzender Gebiete; Oberlausitzer Verlag A. Nürnberger, 1990

Sagen der Oberlausitz..., Band II, ebd., 1991
Oberlausitzer Kochbuch mit historischen Betrachtungen, ebd., 1991
Märch. d. Bergwelt, ebd., 1991
Wilko Müller jr. & Renald Mienert: Die Zeitläufer, Solar-X-Prod., 1994
Das große Dorfhasser-Buch, Aarachne, Wien, 2000
Christian v. Aster: Nachmieter gesucht, midas 2000
Von dunklen Kräften und alten Mächten, Rollenspielbuch, Caedwyn, Hannover 2001
Das große Verwandtenhasserbuch, Aarachne, Wien 2001
N. Rensmann: Ariane, Bastian, Luzifee und Co., K&C Buchoase,Solingen, 2001
Felten & Streufert: Gänsehautgeschichten, K&C Buchoase, Solingen, 2001
Spinnen spinnen. Die Anthologie zu nützlichen Tieren, Aarachne, Wien 2002
Peter Brandtstätter: Von Schmetterlingen und der Liebe..., Wien, 2002
Feenmond, Rollenspielbuch, Caedwyn, Hannover 2002
Ruf der Ferne, Rollenspielbuch, Caedwyn, Hannover 2003
Frank Haubold: Das Geschenk der Nacht. Phantastische Erzählungen, EDFC e.V., Passau, 2004
Das Mirakel, Phantastische Erzählungen, EDFC e.V., Passau, 2007
Rose Noire, Anthologie im Voodoo-Press, 2009
Michael Knoke: Das Tal des Grauens, Voodoo-Press, 2010
Michael Siefener: Die Entdeckung der Nachtseite, Verlag Lindenstruth, 2011

A.G.Wolf: Die weissen Männer, VP 2013
■ Tobias Bachmann, "Liebesgrüße aus Arkham", Edition CL, 2016

Bücher, an denen ich mich beteiligen durfte:
Der Abenteuerwald. Phantastische Nachwuchsanthologie, Kreutziger Verlag, 1996
Das Herz des Sonnenaufgangs, Eine Alien Contact Anthologie, 1996
Liber XIII und andere unerwünschte Nachlässe, Goblin Press, 1999
Lichtjahr 7, Freundeskreis SF Leipzig e.V., 1999
Von kommenden Schrecken, Buch zum ElsterCon, Leipzig, 2000
Der Erstkontakt. Stories und Bilder aus dem Perry-Rhodan-Wettbewerb, Berlin, 2001
Phantastik 2002, Taschenkalender, 2001
Michael Lohr, Gemurmel aus dem Buch der Drachen, 2001 [/font
Hysterisch funktionieren, Aarachne, Wien. 2002
C. Bomann: Anthrins Kind, Abendstern-Verlag, Parchim, 2002
C. Bomann, Parchimer Hexengeschichten, Abendstern-Verlag, Parchim, 2002
Des Todes bleiche Kinder, Abendstern-Verlag, Parchim 2002
Geschichten von Phönix und Sperling. Buch zum ElsterCon, Leipzig, 2002
Cover: Wilko Müller jr.: Operation Asfaras, Ed. Solar-X, 2003
Alien Contact Jahrbuch 1 für 2002, Shayol, 2003
Alien Contact Jahrbuch 2 für 2003, Shayol, 2004
Alien Contact Jahrbuch 3 für 2004, Shayol 2005
Cover: Carl Grunert: Der Marsspion, DvR, 2005
G. Arentzen: Christoph Schwarz, Detektiv des Übersinnlichen, Bd. 1 bis 6, Romantruhe, 2005
M. Borchard: Der Zeitarzt, SF Blues Bd. 4, edfc, 2005
Cover: Wilko Müller jr. & Renald Mienert: Die Zeitläufer, Ed. Solar-X, 2005
Cover: Carl Grunert: Im irdischen Jenseits, DvR, 2005
Cover: Carl Grunert: Zukunfts-Novellen, DvR, 2005
Markus Kastenholz: Tiamat 1 - Asche zu Asche, VirPriV-Verlag, 2005
Welt der Geschichten 1, Web-Site-Verlag, Mai 2006
Cover: Wilko Müller jr.: Mandragora, Ed. Solar-X, 2006
Kastenholz, Ippensen: Tiamat 2 - Die Stunde Null, VirPriV-Verlag, 2006
Nocturno 6, VirPriV-Verlag, 2006
Alien Contact Jahrbuch 4 für 2005, Shayol, 2006
Welt der Geschichten 2, 2006 (alte Ausgabe; in der Nachauflage von 2008 sind keine Bilder von mir enthalten)
Welt der Geschichten 3, 2008 (neue Ausgabe)
Cover: Bernd Rothe & Astrid Pfister (hg.): Gequälte Seelen; Welt der Geschichten Sonderausgabe, 2008
Robert N. Bloch: Michael Siefener. Eine kommentierte Bibliographie, Verlag Lindenstruth, 2011
Frank W. Haubold: Der Puppenmacher von Canburg, Edition Lacerta(eBook) und CreateSpace Ind. Pub. Platform, 2012

"Saramees Blut", Atlantis 2012

M. Kastenholz: Projekt Hexenhammer, Printausgabe, 2013

Simon & Steinmüller: Die Wurmloch-Odyssee, Shayol, 2014
■  Richard Kühle: Alraune und der Golem, Goblin-Press, 2015
■ Ine Dippmann und Uwe Schimunek: Leipzig mit Kindern, Jaron 2015
■ Leipzig - Visionen. Gestern und heute, FKSFL & Edition Solar-X 2015
■ Simon & Steinmüller: Die Wurmloch-Odyssee, Memoranda, 2017

■ Simon & Steinmüller: Leichter als Vakuum, Memoranda, 2017
■ Uwe Lammers, „Mein Freund, der Totenkopf“, Teil 1, 2017
■ IF Magazin für angewandte Fantastik # 666, Okt. 2017

■ Angela & Karlheinz Steinmüller: Andymon, Memoranda, 2018
■ Ferne Welten, Buch zum 14. ElsterCon, 2018
■ Angela & Karlheinz Steinmüller: SPERA, Memoranda, 2018
■ Angela & Karlheinz Steinmüller: Sphärenklänge, Memoranda, 2019

 

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Alien Contact, Kopfgeburten, GOTHIC, The Gothic Grimoire, Vanitas, Tanelorn, Fleurie, Bonsai 6 / Zimmerit 5, 1995, Tumor (Sonderheft 8), Andromeda SF Magazin des SFCD 143 / 144, EXODUS 15 / 16 / 17 / 18 / 19 (mit Galerie v. mir, 2006) / 20 / 21 / 22 / 24 / 25 / 27
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Fantastic Artzine 1, Fantastic Artzine. Halb-Zeit, beide 2012

Nova 22 (2014)
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Cthulhu Libria Neo, BuCon-Ausgabe 10/2015

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Cthulhu Libria Neo 2, Oktober 2016
Cthulhu Libria Haunted Houses, März 2017
EXODUS 36, Juni 2017

Der lachende Totenschädel Nr. 4, Jan.2018

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The Beat Of Black Wings: Nightfall; 1999
Syngularity: The Four Horsemen; 2000
Gothica: Within A Dream; 2000
Gothica: Into The Mystic; 2000
The Beat Of Black Wings: Black Love; 2000
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