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Peter Mannsdorff: Party im Kopf

Geschrieben von Petra , in Bücher - Abenteuer 31 March 2018 · 76 Aufrufe
Bücher - Abenteuer und 2 weitere...
Eine bipolare Störung ... Manche sagen auch manisch-depressiv dazu. Für den Betroffenen ist es nicht leicht - aber wie geht es eigentlich den Kindern der Betroffenen? "Party im Kopf", der neu erschienene Jugendroman von Peter Mannsdorf, erzählt die Geschichte von Robbi, der einen bipolaren Vater hat.

Eltern sind manchmal peinlich, klar. Doch was Robbis Vater Michael tut, wenn bei ihm "Party im Kopf" herrscht, das kann einen 13-jährigen Schüler schon einmal vor Scham im Boden versinken lassen. Da taucht sein Vater plötzlich im Klassenzimmer auf und will, weil er Herbert Grönemeyers Hit "Kinder an die Macht" als Handlungsanweisung auffasst, die Schüler für seine Kinderpartei gewinnen. Oder er ruft beim Radio in einer Kuppelshow an und versucht, eine neue Liebe zu finden. Und er will es absolut nicht kapieren, dass die Frau, als sie merkt, wie er tickt, nichts mehr von ihm wissen möchte. Robbi, der einzige "Vernünftige" in dem Zwei-Personen-Haushalt, muss entsetzt feststellen, dass sein Vater das Konto plündert und das Geld für sinnlose Dinge verschleudern will. Dann leert er schon mal heimlich das Portemonnaie des Vaters, um das Geld in Sicherheit zu bringen. Vergeblich.

Auf der Flucht vor dem Jugendamt

Die Abfolge von manisch-depressiv-manisch-depressiv kann zwar immer mal wieder von einer Therapeutin und mit Hilfe von Medikamenten durchbrochen werden. Doch dann kommt die Therapeutin plötzlich zu dem Schluss, Robbis Vater müsse unbedingt für ein paar Tage in eine stationäre Einrichtung. Auf keinen Fall, sagt Michael. Und Sohn Robbi hat auch etwas Unbehagen dabei. Schließlich wäre es eine Katastrophe, wenn das Jugendamt mitbekäme, dass sein Erziehungsberechtigter derzeit nicht gerade zurechnungsfähig ist ... Noch bevor die Klinik eine Vermisstenmeldung rausgeben kann, setzen sich beide ab. Ihre einzige Chance: Per LKW-Stop noch vor dem morgendlichen Fahndungsaufruf die Grenze nach Frankreich passieren.

Robbi erzählt von seinem bipolaren Vater

Die Geschichte besteht aus zwei ineinander verwobenen Erzählebenen. Der eine Handlungsstrang erzählt von Robbis und Michaels abenteuerlicher Flucht nach Frankreich, ihren Erlebnissen als Tramper und ihrem Leben in einer Art Künstlerkolonie, in der sich beide sehr wohl fühlen und sehr entspannt leben können. In dieser Gruppe findet der inzwischen 15-jährige Robbi auch eine Freundin, mit der er über alles reden kann und der er nach und nach von seinem Leben mit einem bipolaren Vater erzählen kann, eine Erzählung, in der er auch den peinlichen Auftritt seines Vaters im Klassenzimmer oder die fehlgeschlagene Suche seines Vaters nach der großen Liebe schildert. Das ist zum Teil sehr komisch, aber es bleibt einem beim Lesen auch immer wieder das Lachen im Halse stecken, wenn man sich klarmacht, wie sich Robbi bei den Auftritten Michaels fühlt oder wie es wohl gerade in Michaels Kopf aussehen mag.
Geschrieben ist das Buch sehr flüssig und kurzweilig, es hat ein hohes Erzähltempo auch durch die im Präsens gehaltene Rahmenhandlung. So lässt es sich leicht und schnell lesen, aber vergessen lässt es sich sicher nicht so schnell.

Peter Mannsdorff berichtet über den Hintergrund der Krankheit

Ein schweres Thema wurde hier sehr leicht verständlich und leicht lesbar aufbereitet. Und vor allem wird gezeigt, dass es eben nicht nur die psychisch Kranken sind, sondern auch deren Familie oder wie in diesem Fall deren Kinder, die mittelbar betroffen sind.
Sehr eindrucksvoll auch das Nachwort, in dem Peter Mannsdorff etwas zum Hintergrund der Krankheit erzählt. Unter anderem schildert er, wie eine Manie sich auf den Verstand auswirkt, bis hin zu dem Phänomen, dass das Handeln eher von Assoziationen bestimmt wird, dass Textstellen aus Liedern wie Aufträge aufgefasst werden ("Kinder an die Macht") und immer wieder Dinge, die anderen Menschen gar nicht aufgefallen wären, als "Zeichen" gesehen werden. So sieht Michael schon darin ein Zeichen, dass seine Radiobekanntschaft den Vornamen Michaela trägt. Später ist es der zufällige Text auf einer Litfaßsäule ("Fällt aus" über dem Plakat für ein Dirk-Michaelis-Konzert), der Michael klar macht, dass es nichts wird mit der großen Liebe.
Im Nachwort findet jemand, der sich weiter mit dem Thema beschäftigen möchte, auch einige Lesetipps und Links.

Fazit: Leicht lesbares Buch über ein schwieriges Thema, verständlich, spannend und eingängig geschrieben. Nachvollziehbar, betroffen machend, aber ohne erhobenen Zeigefinger. Lesenswert.


Peter Mannsdorf: Party im Kopf. Roman. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2018. 143 S., Euro 9,90.


© Petra Hartmann


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Mit Nestis auf der Leipziger Buchmesse

Geschrieben von Petra , in Unterwegs 18 March 2018 · 138 Aufrufe
Unterwegs, Nestis
Die Leipziger Buchmesse im Schneetreiben. Wow, so einen Trip habe ich noch nie gemacht. Der Hinweg war noch relativ einfach, der Rückweg einen Tag später - nun, Scott und Amudsen haben sich auf ihrem Weg zum Südpol vermutlich nicht so verloren gefühlt wie ich in Bitterfeld ...

Dabei fing alles ganz harmlos an, als ich mich am frühen Donnerstagmorgen in Hildesheim in den Zug setzte. Mit dabei: "Nestis und die verbotene Welle", mein neuester Roman, bereit für die Lesung am Mittag. Ich kam kurz nach 9.30 Uhr am Messebahnhof an, brauchte gut eine Stunde, um mich im Pressezentrum zu akkreditieren, mein Gepäck von Sicherheitsleuten kontrollieren zu lassen und die Schlange an der Garderobe durchzustehen, der Weg durch Halle 2 war lang, ein paar befreundete Verlage sah ich schon, dann endlich erreichte ich den - natürlich knallorange leuchtenden - Stand des Verlags Monika Fuchs. Knapp fertig geworden, wie die Verlegerin erzählte. Sie hatte am Mittwoch noch ziemlich lange aufgebaut und war gegen Mitternacht die letzte, die die Halle verließ. Dafür sah jetzt auch alles tiptop aus, und das neue Verlagsprogramm mit der Frühjahrsvorschau sieht echt vielversprechend aus.

Neu: "Party im Kopf" und "Im Schatten des Mondes"

Die eine Neuerscheinung im Verlag konnte ich mir schon anschaun: Es ist "Party im Kopf", ein Jugendroman von Peter Mannsdorf, die Geschichte eines Jungen, der einen Vater mit einer bipolaren Störung (manisch-depressiv) hat. Peter hatte an diesem Nachmittag auch eine Lesung aus seinem neuen Buch, während der Zeit habe ich dann den orangefarbenen Stand gehütet.

Interessanteste Begegnung in dieser Zeit: Eine etwa Zwölfjährige griff zielstrebig nach dem Buch "Mut verleiht Flügel" von Günter von Lonski, weil sie den recht feminin wirkenden Helden Björn auf dem Cover versehentlich für ein Mädchen hielt. Sie las den Klappentext, stellte das Buch zurück und sagte entschieden: "Ich lehne es ab, Bücher zu lesen, in denen der Held ein Junge ist."

Die zweite Neuerscheinung wurde von der Druckerei direkt auf die Messe geliefert: "Im Schatten des Mondes" von Corinna Antelmann hat ein superschönes Cover, machte einiges her am Stand und erlebte eine dramatische Umschichtungsaktion auf dem Besucherparkplatz, aber irgendwie hat die Füxin es dann wohl doch noch geschafft, die 300 Exemplare von Kofferraum zu Kofferraum zu transportieren.

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Lesung aus "Nestis und die verbotene Welle"

Meine Lesung am Donnerstag begann um 12.30 Uhr. Ein Termin, den ich trotz der weiten Anreise recht entspannt halten konnte. Ich habe die ersten beiden Kapitel aus meinem Meermädchenroman "Nestis und die verbotene Welle" vorgelesen.

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Das Besondere an der Lesung war, dass sie zu den ausgewählten Veranstaltungen gehörte, zu denen die Buchmesse eine Gebärdendolmetscherin zur Verfügung stellte. Die Übersetzerin saß vor mir, sodass ich leider nicht viel sehen konnte von ihren Gesten. Aber an einigen dramatischen Stellen warf sie die Hände in die Luft, zumindest das habe ich mitbekommen. Ich war natürlich viel zu aufgeregt und habe ganz vergessen sie zu fragen, wie denn der Name "Nestis" gebärdet wird. Ach, Mensch, schade, das hätte ich gern gewusst. Einige Gehörlose waren jedenfalls tatsächlich da, ich habe beim Hochgucken zweimal gesehen, wie sich Zuhörer durch Handzeichen unterhielten. Auch eine Sprache, die ich mal lernen sollte.

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Für alle, die es verpasst haben: Die Messe hat den Mitschnitt der Lesung hier eingestellt:
https://voicerepublic.com/talks/14203

Im Anschluss gab es es eine Signierstunde. Und danach viele interessante Gespräche am Verlagsstand. Die Kinder haben auch viele Postkarten und Bandposter mitgenommen. Vielleicht hängt jetzt schon in einigen Kinderzimmern der Ølpæst-Starschnitt.

Viele Fragen von den Bücherpiraten

Am Nachmittag bekam ich Besuch von den Bücherpiraten. Corinna von der Blauen Seite wollte unter anderem wissen, woher ich die Namen für meine Figuren habe. Das Wort "Nestis" zum Beispiel habe ich von Empedokles geklaut, es war der Name eine altitalischen Wassergöttin, die bei dem alten Philosophen in seiner Vier-Elemente-Lehre für das Element Wasser stand. Und Kurzschluss ... tja, warum heißt der Zitteraal eigentlch so ...? ;-)

Viel Spaß hatten wir am Stand, als die Autorenkolleginnen Miriam Rademacher und Tina Birgitta Lauffer ankamen und wir auf eine gelungene Messe anstießen. Miriam präsentierte ihr neues Talisman-Buch, aber der absolute Star am Verlagsstand war Valentin, der freche Drache von Tina, der nicht nur perfekt Bauchreden kann, sondern auch außerordentlich geschickt ist, wenn es darum geht, Bonbons und Schokolade abzustauben. Ein echter Herzensbrecher.

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Übernachtet habe ich bei einer guten Freundin und ehemaligen Kollegin, mit der ich vermutlich bald wieder einen Arbeitgeber teilen werde. Wir haben noch ziemlich viel gequatscht, klar, und morgens hatte ich noch Gelegenheit, ausgiebig ihre drei Kinder zu bespielen. Der kleine Saurierexperte hat inzwischen Lesen gelernt und kann zig Leopardenarten auseinanderhalten, die Mittlere interessiert sich eher für Pferde, und der Kleine am meisten für die Mittlere ... Na, wenn die drei erst ins Nestis-Alter kommen.

Schneesturm über Leipzig

Die Hölle brach los, als ich das Haus verließ. Ein Schneesturm gewaltigen Ausmaßes tobte um mich her, und unterwegs zur S-Bahn-Haltestelle rechnete ich jeden Augenblick damit, dass mir eine Gruppe von Yetis in den Weg geraten würde, die mir erzählen wollten, sie hätten Reinhold Messner gesehen. Als ich den Weg vom Messebahnhof zum Messe-Eingang hinter mich gebracht hatte, war ich weiß und steifgefroren. Am Tag zuvor hatte ich ja noch überlegt, ob ich einen dicken Pullover oder lieber ein luftiges, messehallenkonformes T-Shirt anziehen sollte. Aber an diesem Tag gab es gar nichts zu überlegen. Schal, Mütze und Handschuhe hätten bloß noch gefehlt ...

Am Freitag hatte ich Gelegenheit, mir Miriams Lesung aus "Talisman und die Tänzer der Nacht" anzuhören. Außerdem habe ich mich ein bisschen bei den Phantasten umgesehen. Bei Torsten Low konnte ich noch ein Exemplar des phantastischen Messeführers bekommen, bei Eridanus und Burgenwelt wurde ich mit Apfelstückchen verwöhnt, ich klönte etwas mit Tatjana Stöckler und Nadine Muriel, habe mir noch ein Programm des Machandel-Verlags mitgenommen und sagte ansonsten immer wieder: "Wir sehen uns ja dann in Marburg." Auf dem Con werde ich vermutlich kiloweise Bücher einkaufen ...

Nach zwei Messetagen waren meine Füße und mein Rücken absolut durch. Da war ich schon froh, als ich mich nach 18 Uhr aus der Halle verabschieden und mich zum Ausgang begeben konnte. Allerdings: Damit fing das Drama erst an. Ich kann es auch jetzt, zwei Tage danach, kaum fassen, dass ich es nach Hause geschafft habe.

Schneechaos: Verloren in Bitterfeld

Bis zum Hauptbahnhof von Halle lief alles noch halbwegs gut. Die Züge hatten zwar Verspätung, aber dadurch konnte ich sogar einen früheren Zug erreichen als ursprünglich geplant. Das Herz blieb mir jedoch stehen, als ich nach einem üppigen Mahl beim Chinesen plötzlich auf die Anzeigetafel schaute und feststellte, dass mein Zug nach Braunschweig um 21.10 Uhr ausfiel. Ich sprinte zum Info-Schalter. Ganz schnell zu Gleis 11 laufen solle ich, riet mir eine freundliche Bahn-Mitarbeiterin, und da in den Zug nach Bitterfeld steigen. Im Zug würde man mir dann sagen, was zu tun sei.
Ich also los. Olympiaverdächtig rase ich durch den Bahnhof, hechte in den Zug, die Türen schließen sich, und ich ... bin auf dem Weg nach Bitterfeld. Bitterfeld. Was weiß man über Bitterfeld? Aus dem Erdkundeunterricht ist nur noch hängengeblieben, dass es sich irgendwie um einen chemieverseuchten Industriestandort der ehemaligen DDR handeln sollte. Das klingt nicht sehr vertrauenerweckend. Aus dem Germanistikstudium erinnere ich mich noch vage an den "Bitterfelder Weg", einen Meilenstein der DDR-Literaturgeschichte. Aber als ich dann zusammen mit gut 20 anderen hilflosen, desorientierten Bahnkunden zwischen den Bahnsteigen 1 und 4 hin und her irre und schließlich in diesem leeren Bahnhof gut eine Dreiviertelstunde warten muss, geht mir auf, was Bitterfeld wirklich bedeutet: "Bitterfeld is the new Bielefeld", summe ich vor mich hin.
Währenddessen verzweifeltes Starren auf Anzeigetafeln, auf denen sich aber nichts tut. Eine Dame aus Münschen hat mit ihrer Bahn-App ausbaldowert, dass Gleis 3 das richtige ist. Da soll demnächst ein Zug nach Hannover einfahren. Oder kommt auf Gleis 1 doch bald ein Zug nach Braunschweig? "Braunschweig oder Hannover, Hauptsache Niedersachsen", denke ich. Mensch, wäre ich doch in Halle geblieben, da gibt es bestimmt Hotels. Während hier ... Immerhin, ein freudlicher Bahn-Mitarbeiter mit seinem Laptop erklärt uns, gleich würde hier bei uns auf Gleis drei der Zug nach Hannover einfachren. Gut so. Wenige Augenblicke später die Durchsage, der Zug hält auf Gleis zwei. Wir also im Schweinsgalopp die Treppe wieder hinunter, auf den anderen Bahnsteig hoch, und - Heureka! - da kommt tatsächlich ein Zug. Nach Hannover über Magdeburg und Braunschweig. Das ist alles, was ich will.
Als dann der Zug nicht wieder anfahren kann und noch eine gute halbe Stunde stehen bleibt, weil die Türen festgefroren sind, interessiert es mich kaum noch. Ich höre halb amüsiert zu, wie ein Mitreisender am Handy dramatisch erzählt, wir würden in "Eisleben" festsitzen. Nein, das hier ist ein chemieverseuchter Meilenstein der Literatur, das weiß ich besser, denke ich, sage aber nichts.
Ein freundlicher Schaffner kümmert sich um uns. Er rät mir, in Braunschweig auszusteigen, über Hannover nach Hildesheim zu kommen sei noch komplizierter, und ich schlafe erstmal ein und wache erst im Helmstedt wieder auf. Inzwischen sind noch ein paar mehr Türen eingefroren, die Anschlusszüge nach Hildesheim sind auch alle weg, aber im Dienstabteil bekomme ich einen Taxigutschein. Mehr brauche ich nicht.

An dieser Stelle einmal ein ganz großes Lob an die Crew des IC 2448. Ihr habt das toll gemacht und uns ein gutes Gefühl gegeben. Es herrschte auch eine recht entspannte Stimmung im Zug. Hut ab und Dankeschön.

In Braunschweig steige ich um 23.46 Uhr durch eine der letzten noch funktionierenden Türen ins Freie, finde ein Taxi, und merke eigentlich erst auf dem Weg über A39 und A7, was für ein Schneechaos wirklich herrscht. In all den Jahrzehnten, die ich schon von Sillium nach Hannover pendele, habe ich die A7 noch nie dermaßen zu erlebt. Die große Lebensader Niedersachsens ist nur ein festgefahrene Schneedecke, auf der die rechte Spur einigermaßen zu erkennen ist. Ein wenig schäme ich mich für mein Gemecker im Zug, "was die Bahn wieder für ein Gewese macht wegen so einem bisschen Schnee." Auf der Taxifahrt muss ich ein paar Verschwörungstheorien des Fahrers über mich ergehen lassen, aber ich bin zu müde zum Diskutieren. In Hildesheim brauche ich etwa zehn Minuten, um mein Auto freizuschaufeln, danach geht es im Schrittempo die zugeschneite B6 entlang nach Hause. Geschafft. Was für ein Trip.


© Petra Hartmann


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Grenzgänger-Lesung jetzt auf Youtube

Geschrieben von Petra , in Unterwegs 11 March 2018 · 86 Aufrufe
Unterwegs und 2 weitere...
"Grenzgänge" lautete das Motto unserer Lesung beim Kunstkreis Laatzen. Mit dabei waren die Hildesheimlichen Autoren aus Hildesheim und die Stimmen aus dem Hinterhaus aus Hannover. Ich war dort gewissermaßen als "Leihstimme" aktiv: Ich trug die Geschichte "Der Uhrmacher" des Autors Gerhard Stübner vor.
Inzwischen hat unser Videoman Jens Volling den Mitschnitt der Lesung ins Netz gestellt. Die anderthalbstündige Lesung findet ihr auf Youtube:

https://youtu.be/N2-hPX4BQlE

Mit dabei waren Uta Jakobi, Marlene Wieland, Gerd Stübner, Horst Meister und Petra Hartmann, ferne las Uta eine Geschichte des abwesenden Hildesheimlichen Autors Jonas-Philipp Dallmann vor.

Außerdem findet ihr auf Youtube jetzt die Aufzeichnung unserer Radiosendung "High Noon", Februarausgabe. Ich hatte Peter Hereld zu Gast und habe ihn zu seinem Thriller "Der Belarus-Deal" interviewt. Er liest auch einige Szenen aus dem neuen Buch vor:

https://youtu.be/bAMhx5lOpg4

Wer mehr über den "Belarus-Deal" erfahren möchte, kann auch hier meine Rezension zu dem Buch lesen:

http://www.scifinet....r-belarus-deal/


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Nestis: Erinnerung an Exxon-Valdez-Katastrophe

Geschrieben von Petra , in Nestis 06 March 2018 · 91 Aufrufe
Nestis
Kerstin Cornils bespricht meinen Meermädchen-Roman "Nestis und die verbotene Welle" in ihrem Blog. Dabei verbindet sie viele eigene Jugenderlebnisse mit dem Buch. Sie schreibt:

"Für mich ist es ein sehr süßes Kinder- und Jugendbuch. Es lässt mich selbst in meine Kindheit abtauchen und an unsere Fantasien über die Bewohner unter der Wasseroberfläche."

Sehr interessant fand ich, dass sie sich beim Lesen gerade an die Geschichte der "Exxon Valdez" erinnert hat. In ihrer Rezension heißt es:

"Bei Ölpest muss ich direkt an das Unglück der „Exxon Valdez“ denken. Ich weiß nicht ob du dich an das Unglück oder den gleichnamigen Film erinnern kannst. In Deutschland waren wir zwar nicht direkt betroffen, doch hat dieses Unglück für ein umdenken gesorgt. Ich war damals gerade in der Schule."

Diese Tankerkatastrophe hatte ich nämlich tatsächlich im Hinterkopf,als ich die "Welle" schrieb. Wer sich erinnert, dass der Tanker "Gigant", der im Buch vorkommt, 210.000 Tonnen Rohöl geladen hatte, weiß nun auch, woher ich die Zahl hatte ... Ich habe zur Inspiration für diese Kapitel übrigens immer wieder Achim Reichels "Exxon Valdez" gehört.

Ihr Fazit lautet:

"Ich finde im Buch kommt ganz gut rüber, dass wir nicht nur für uns Menschen verantwortlich sind, sondern auch für die Meeresbewohner. Denn egal welche Gestalt sie haben, wir können ihnen ganz einfach schaden, ohne das uns Menschen etwas direkt passiert.
Ich finde es ist ein Buch für Jung und Alt. Ich habe es sehr gerne gelesen und werde es bei meinem nächsten Besuch meinen Neffen vorlesen."

Die vollständige Rezension findet ihr hier:
http://www.trusted-b...preview/713483



Weitere Besprechungen zu "Nestis und die verbotene Welle"
Ulrike Stegemann auf "Lesen, Schreiben usw."
Erik Schreiber im Phantastischen Bücherbrief
Christel Scheja im Fantasyguide
Bericht im Kehrwieder am Sonntag


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Steckbrief-Antworten für die Blaue Seite

Geschrieben von Petra , in Aus Petras Werkstatt 01 March 2018 · 82 Aufrufe
Aus Petras Werkstatt
Ich habe mich den Steckbrief-Fragen des Teams der "Blauen Seite" gestellt. Wer wissen will, was ich von Eselsohren halte, wie es auf meinem Schreibtisch aussieht oder was ich beim Schreiben trinke, findet hier die Antworten dazu: https://die-blaue-se.../petra-hatmann
Die Frage nach dem Getränk war doch nicht schwer, oder?
Viel Spaß beim Lesen!


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Lokolino 2018 - mit Nestis auf der Familienmesse in Göttingen

Geschrieben von Petra , in Unterwegs 05 February 2018 · 254 Aufrufe
Unterwegs, Nestis
Die Lokolino in Göttingen war an diesem Wochenende mein Ziel. Eine Messe für Familien, Babys und Kinder, also etwas ganz anderes als die Buchmessen und Cons, auf denen ich mich sonst immer so herumtreibe. Es gab zwar einige Bücherstände - außer meiner Verlegerin Monika Fuchs hatte zum Beispiel auch der Verlag Biber und Butzemann seine Bücher dort präsentiert - aber es gab eine ganze Menge mehr als Lesestoff.

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Schon als ich im ehemaligen Lokschuppen am Göttinger Bahnhof ankam und mich die Füxin zum Verlagsstand lotste, wäre ich beinahe in eine riesige Ansammlung von Schulranzen hineingelaufen. Und der Verlagsstand selbst stand in einem Bermudadreieck aus dem Lesezelt, einer Präsentation mit riesigen Playmobilfiguren und einem Star Wars-Stand, an dem sich Kinder mit Laserschwertern zusammen mit Vertretern der dunklen Seite der Macht fotografieren lassen konnten. Ich gestehe, dass ich ziemlich lange Blicke hinüber geworfen habe zu den Jungen und Mädchen, die da ihre leuchtenden Klingen mit den Darstellern kreuzten. Die StarWars Costume Community sammelte für einen guten Zweck, nämlich für die „Elternhilfe für das krebskranke Kind Göttingen e.V.“.
Wir hatten jedenfalls durch die prominenten Nachbarn einiges an Laufkundschaft, vor allem waren sehr viele Kinder unterwegs, die sich zusammen mit ihren Eltern über die dräuende Grundschule informieren wollten. Auch Nestis fand durchaus Interesse bei den ABC-Schützen. Großen Dank an Büchermodel Leonie fürs Fotoshooting und an Walfisch-Geschichten-Verfasserin Amilia fürs geduldige Diktieren.

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Verlegerin Monika Fuchs hatte sich beim Dekorieren des Büchertischs übrigens selbst übertroffen. Das Baströckchen, das als Dekoration diente, war ein echter Hingucker. Also, wir hatten alles, was wir brauchten: Untenrum Südseeträume mit Aloha, oben Nordsee-Charme mit Prinzessin Nestis und der "Verbotenen Welle" - inklusive Bandposter von Ølpæst und Narwalsbild für die Kleinen.

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In der Halle war durch Musikdarbietungen und Trommelworkshops (jedenfalls klang es so) manchmal ein ziemlich hoher Geräuschpegel. Aber das Programm dort wechselte sich in halbstündigem Rhythmus mit den Lesungen im Vorlesezelt ab. Es gab am Sonntag zwei Lesungen aus Büchern des Verlags Monika Fuchs. Die Verlegerin hatte die erste Lesung des Tages und las im Morgengrauen aus "Vincent und der Waschkobold" vor. Ich selbst war die letzte Vorleserin der Messe. Natürlich mit Nestis. Ich las die ersten beiden Kapitel aus "Nestis und die verbotene Welle" vor.

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Den Kindern und ihren Eltern hat es wohl viel Spaß gemacht. Vor allem hat mich gefreut, dass die Technikerin, die für die Mikrofonanlage zuständig war und für die richtige Klangqualität gesorgt hat, hinterher noch zu mir rüberkam und sagte, dass sie es toll gefunden hat. Immerhin hat sie ja zwei Tage lang im Geschichtenzelt verbracht und sich alle Lesungen angehört.

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Gegen 18 Uhr, als die letzten Besucher gegangen waren, begannen wir mit dem Abbau. Das Baströckchen kam ganz unten in Monikas Koffer. Es wird wohl auf einer der nächsten Messen noch zu weiteren Ehren kommen.
Die Fahrt nach Hildesheim auf der A7 verlief recht problemlos, anschließend gab es noch ein nettes Abendessen mit Füxin und Biebern im "Amadeus" (und einem schönen Rumpsteak, englisch, 250 Gramm). Eine der wenigen Messen, nach denen ich tatsächlich vor Mitternacht in Sillium anlandete. Dann gings weiter nach Gardelegen ... Dienstantritt: 10 Uhr, ich habs ganz gut geschafft.

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Peter Hereld: Der Belarus-Deal

Geschrieben von Petra , in Krimi/Thriller 03 February 2018 · 181 Aufrufe
Krimi, Thriller, Peter Hereld
Organhandel, illegale Transplantationsangebote im Darknet und sogar die Beschaffung von "Spenderherzen" aus "Lebendspendern" - Peter Herelds neuer Roman "Der Belarus-Deal" wartet mit schlimmen Albträumen aus. Aber sind die beschriebenen Praktiken wirklich so weit hergeholt?
In seinem Thriller erzählt der Autor Peter Hereld die Geschichte eines jungen Journalisten, der von der Story seines Lebens träumt, umständehalber jedoch vorerst in einem Fitnessstudio jobbt. Das Provisorium scheint sich zu verfestigen, Tom hat sich im Prinzip schon damit abgefunden, dass weder Studienabschluss noch der Traum von der großen Story Wirklichkeit werden, als ihn ein alter Schulkamerad kontaktiert. Reuter, ein typischer Nerd und leicht paranoid, ist im Internet auf etwas gestoßen, das er an die Öffentlichkeit bringen möchte. Eine unheimliche Seite im Darknet, dem etwas "diskreteren" Teil des Netzes, bietet Spenderorgane jeglicher Art an. Einfach ein paar Infos zur Person eingeben, darunter Namen und Blutgruppe, und innerhalb von 24 Stunden erfährt man, ob etwas Passendes beschafft werden kann. Tom füllt das Formular aus. Bereits am nächsten Tag wird er aufgefordert, nach Minsk in Weißrussland zu fahren. EIn knapper Zeitplan, kein Raum mehr für Vorbereitungen. Eine offenbar glänzend geschmierte Verwaltung stellt innerhalb von Minuten ein Visum aus. Tom ist eher in Minsk, als er es sich hätte träumen lassen. Liegt schneller auf dem OP-Tisch als erwartet. Blöd ist nur, dass er offenbar gar nicht seine bestellte Niere bekommen soll. Er ist als Lebendspender vorgesehen. Für einen hochrangigen Politiker, der ein neues Herz braucht ...
Der Roman nimmt, nach einem noch etwas gemächlichen Einstieg, sehr schnell an Fahrt auf und erreicht ein Erzähltempo, dass die Seiten beim Umbättern beinahe zu glimmen anfangen. Durch die im Präsens gehaltene Ich-Erzählung schafft Hereld eine intensive Spannung, die bis zum Schluss durchgehalten wird. Der Roman ist zielstrebig und ohne große Schnörkel und Nebenhandlungen erzählt, man ist mit dabei auf Toms Flucht, spürt Kniegelenke brechen oder die schlechte Luft im Gepäck-Stauraum eines Reisebusses zwischen Minsk und Hannover.
Vielleicht geht einiges zu schnell oder zu einfach und hätte etwas weiter ausgewalzt und detaillierter berichtet werden können. Wer Minsker Lokalkolorit oder psychologische Finessen in der Charakterzeichnung erwartet, ist hier definitiv falsch. Tom ist auf der Flucht, und die Leute, die sein Herz wollen, sind ihm auf den Fersen. Mehr braucht es nicht an Motivation oder Landschaftsbeschreibung. Gewonnen wird durch diese Konzentration auf das Eigentliche auf jeden Fall eine außerordentliche Spannung und eine actionreiche Geschichte ohne Durchhänger. Ein Tempo, das bis zum Schluss durchgehalten - und ausgesprochen überzeugend durchgehalten - wird. Bisher Peter Herelds bester Roman.

Fazit: Spannend, actionreich und mit hohem Erzähltempo. Ein echter Thriller, den man nicht wieder aus der Hand legt, bis die letzte Seite erreicht ist.


Peter Hereld: Der Belarus-Deal. Edition M, 2018. 252 S., Euro 9,99.


Weiteres Buch von Peter Hereld:
Teutonia

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Die Welten von Thorgal: Lupine 7 - Nidhöggr

Geschrieben von Petra , in Comics 03 February 2018 · 216 Aufrufe
Comics, Thorgal, Yann und 1 weitere...
Nidhöggr, der furchtbare Drache, der in den Wurzeln der Weltesche Yggdrassil haust, ist Titelheld des neuen Abenteuers von Lupine in der Reihe "Die Welten von Thorgal". Thorgals Tochter macht sich in diesem siebten Album auf, um den Fall des Weltenbaums zu verhindern.
Lupine war im vorherigen Album, "Die Herrscherin der Schwarzelfen" von zu Hause weggelaufen. Zusammen mit Yasmina, einer in einen Affen verwandelten orientalischen Prinzessin, wollte sie sich auf die Suche nach Thorgal begeben. Sie kam jedoch nicht weit. Als Nachkommin des Sohnes der Sterne wurde sie hineingezogen in die Auseinandersetzungen der Zwerge und Schwarzelfen. Eine böse Schwarzelfen-Königin hat die Herrschaft über die Zwerge an sich gerissen und will nun den Weltenbaum zu Fall bringen. Allerdings braucht sie, um die Wurzeln Yggdrassils zu kappen, eine Axt aus dem "Metall, das es nicht gibt" - Metall aus Thorgals Rettungskapsel, in der der außerirdische Junge einst gefunden wurde.
Inzwischen ist das Material gefunden und in der Händen der Zwerge. Gezwungen schmieden sie die Axt, die den Weltenbaum zu Fall bringen soll. Lupine und ihr Zwergenfreund Tjahzi versuchen nun. mit Hilfe der neuen Wächterin der Schlüssel, einen Beschützer für die Weltesche zu finden. Ausgerechnet der furchtbare Drache Nidhöggr soll dieser Beschützer sein. Allerdings haben die Götter den Drachen vor einiger Zeit in eine andere Dimension verbannt, und die Echse ist alles andere als gut auf die Herrschaften aus Asgard zu sprechen.
Die Geschichte ist spannend erzählt und erneut optisch beeindruckend. Sehr gut gefallen hat mir die Geschichte des gefallenen Gottes Vigrid, der in seiner neuen Gestalt als Schwarzelfe eine ausgesprochen tragische Figur ist, dann aber über sich hinauswächst. Die Rolle der Göttin Frigg und Vigrids Liebe zu Aaricia sorgen für einige unerwartete, aber überzeugend motivierte Wendungen in der Geschichte. Auch dass Thorgals Frau Aaricia endlich mal wieder aus der Rolle der blonden Matrone am Herd herauskommt, ist erfreulich.
Ausgerechnet Nidhöggr umzudeuten als einen Beschützer des Weltenbaums, ist eine etwas irritierende Interpretation, aber zumindest eine neue Idee, ein Problem, das am Ende nicht schlecht gelöst wird. Etwas fragwürdig scheint mir, Volsung zum krötenhaften Sidekick Nidhöggrs zu machen. Der Mann hatte bei seinem ersten Auftreten in "Die Greise von Aran" so gar nichts Übernatürliches und Dämonisches. Und der wieder auf der Bildfläche erschienene Azzalepstön wirkt doch recht blass und kraftlos, verglichen mit seinen bisherigen Eingriffen in Lupines Leben.
Alles in allem aber ein schönes Abenteuer und in seinen Wendungen der noch recht jungen Heldin angemessen.

Fazit: Optisch und erzählerisch ansprechendes Album, spannend und mit einigen alten Freunden und Feinden aus dem Thorgal-Kosmos. Niedlich, tragisch, versöhnlich. Lesenswert.


Die Welten von Thorgal: Lupine 7 - Nidhöggr. Text: Yann. Zeichnungen: Roman Surzhenko. Bielefeld: Splitter, 2018. 48 S., Euro 14,80.


© Petra Hartmann


Weitere Thorgal-Abenteuer
Thorgal 31: Der Schild des Thor
Thorgal 32: Die Schlacht von Asgard
Thorgal 33: Schwertboot
Thorgal 34: Kah-Aniel
Thorgal 35: Scharlachrot

Kriss de Valnor 1: Ich vergesse nichts!
Kriss de Valnor 2: Das Urteil der Walküren
Kriss de Valnor 3: Einer Königin würdig
Kriss de Valnor 4: Bündnisse
Kriss de Valnor 5: Rot wie der Raheborg
Kriss de Valnor 6: Die Insel der verlorenen Kinder

Lupine 1: Raïssa
Lupine 2: Die abgeschnittene Hand des Gottes Tyr
Lupine 3: Das Reich des Chaos
Lupine 4: Crow
Lupine 5: Skald
Lupine 6: Die Königin der Schwarzelfen

Thorgals Jugend 1: Die drei Schwestern
Thorgals Jugend 2: Das Auge Odins
Thorgals Jugend 3: Runa
Thorgals Jugend 4: Berserker


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Jahresrückblick IV: Oktober bis Dezember 2017

Geschrieben von Petra , in Jahresrückblick 31 December 2017 · 536 Aufrufe
Jahresrückblick
Der vierte und letzte Teil meines Leserückblicks auf das Jahr 2017 ist geprägt von einem vierwöchigen Helgoland-Urlaub, den ich mit einem dicken, schweren Bücherkoffer antrat. So dick und schwer war dieser Koffer, dass ich ihn beim Zugwechsel kaum in den Waggon bekommen konnte, und mehrere starke junge Männer, die der armen alten Frau beim Umsteigen helfen wollten, haben ihr Angebot bitter bereut. Das Monster ließ sich einfach nicht vom Boden hochbekommen. Ich habe es aber doch irgendwie auf die Insel geschafft und später zweimal ein dickes Buchpaket mit der Post nach Hause geschickt, damit ich auf dem Rückweg nicht so viel zu schleppen hatte. Das Gesicht der Zöllnerin im Helgoländer Zollpostamt, die die Sendung kontrollierte, war einfach unbezahlbar. Sie war auf Schmuggelware ganz anderer Art aus.
Hier also meine Lesefrüchte der Monate Oktober bis Dezember. Viel Spaß beim Stöbern!

Hinweis:
Etwaige blau markierte Texte sind herausragende Spitzenbücher, rot steht für absoluten Mist, und hinter den Links verbergen sich ausführlichere Besprechungen innerhalb dieses Blogs.

Oktober

Thomas Hettche: Die Pfaueninsel
Marie und ihr Bruder Christian sind Zwerge. Allerdings keine Märchenwesen, sondern kleinwüchsige Menschen, deren Wachstum bereits im frühen Kindesalter beendet war. Für den König, der die beiden käuflich erwirbt, eine wertvolle Bereicherung seiner Menagerie. Marie lebt künftig als "Schlossfräulein" auf der Pfaueninsel im Wannsee in einer eigenen, verwunschen Welt, erhält ab und zu Besuch von Angehörigen des Königshauses und leidet ihr Leben lang darunter, dass einmal eine Prinzessein die Kleinwüchsigen auf der Insel in Panik als "Monster" beschimpft hat. Marie erlebt die Entwicklung der Insel mit, die sich vom Kuriositätenkabinett und Märchenland zur exotischen Zoolandschaft und zum Landschaftsgarten großer Gartenbaukünstler entwickelt. Mal werden Tiere aus aller Herren Länder wahllos auf der Insel zusammengekarrt, mal soll das ganze Gelände nach einer einzigen großen Linie gestaltet werden, schließlich geht es auch um die Nutzung des Landes für Gemüseanbau und Holzwirtschaft. Zwischen Marie und dem Spross einer Gärtnerdynastie keimt die erste große Liebe auf. Aber dann passiert eine Katastrophe ... Die Geschichte spielt im 19. Jahrhundert und ist sprachlich manchmal etwas altertümelnd. Der Anfang ist etwas anstrengend, aber wenn man sich eingelesen und eingelassen hat, ist diese Pfaueninsel nicht ohne Zauber. Hat mir gefallen.

Peter Handke: Noch einmal für Thukydides (Reclam)
Wow. Eine echte Überraschung. Ich habe das Büchlein im Prämienshop eines Online-Buchhandlers entdeckt, als ich mal wieder ein paar Punkte zum Eintauschen gesammelt hatte, und habe es mitgenommen, ohne zu wissen, was mich erwartet. Zunächst einmal: Es hat überhaupt nichts mit dem Peloponnesischen Krieg zu tun ... Es handelt sich um ein schmales Prosabändchen, in dem Handke Situationen, Landschaften, Vorgänge beschreibt, nicht eigentlich Geschichten, sondern Beobachtungen, sehr genaue, detaillierte, anschauliche Beschreibungen, gewissermaßen Augenblicksaufnahmen. Elf kurze Prosatexte, in denen der Autor das tut, worin Altmeister Thukydides sein Lehrer war: genau hinsehen und auch scheinbare Kleinigkeiten mit Andacht und Sorgfalt aufzunehmen. Das klingt eher dröge, ist aber im Gegenteil ausgesprochen poetisch und hat einen ganz eigenen Zauber. Ob Handke ein Blatt an einer mit Efeu bewachsenen Wand betrachte, das sich als Zitronenfalter entpuppt, oder das Wetterleuchten über der jugoslawischen Insel Krk nachzeichnet, ob er dem fallenden Schnee in Japan oder einem Schuhputzer in Split zusieht (überhaupt der schönste Text im Buch), es braucht gar keine dramatische Handlung, diese kurzen Beobachtungen haben ihre ganz eigene Dramaturgie und Spannung. Danke, dass ich dabei sein durfte.

Günter Grass: Schreiben nach Auschwitz
Eine Frankfurter Poetik-Vorlesung, in der Grass darlegt, wie er sich an unterschiedlichen Stationen seines Lebens und Schaffens an Adornos Satz über die Unmöglichkeit, nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, abgearbeitet hat. Ein Rückblick auf seine bis dahin geschriebenen Werke und die Geschichte der Bundesrepublik, immer wieder mit Blick auf den Völkermord. Seine Zwischenbilanz im Jahr 1990: "doch dem Schreiben nach Auschwitz kann kein Ende versprochen werden, es sei denn, das Menschengeschlecht gäbe sich selbst auf."

Karin Jacob (Hrsg.): Die Welt im Wasserglas
Anthologie mit Geschichten, Gedichten und Zeichnungen, die beweist, dass es möglich ist, aus einem eng begrenzten Raum eine Unendlichkeit an Möglichkeiten zu schöpfen. Magische Wesen, Urzeitkrebse, Kopfschmerztabletten - der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt außer der dünnen durchsichtigen Wand eines Wasserglases. Hat mir sehr gut gefallen.

Jonathan Philippi: Mary Island 4 - Das Geheimnis des Schlangentöters
Vierter Teil der Abenteuer auf Mary Island. Die aus Deutschland stammenden Geschwister Julie, Steven und Justy haben sich inzwischen so gut in den USA eingelebt, dass sie kaum noch von gebürtigen Amerikanern zu unterscheiden sind. Allerdings droht nun die Rückkehr nach Deutschland, denn die Mutter würde das Sorgerecht für die drei gern zurückhaben. Wenn rauskäme, dass die Geschwister bei der Aufklärung eines Verbrechens in eine Schießerei geraten sind (Im Abenteuer "Das Geheimnis der dunklen Baracke"), könnte das durchaus das Ende ihrer Zeit bei ihrem Vater bedeuten.
Das hält die Seidel-Kinder aber nicht davon ab, sich weiter als Detektive zu betätigen. Als Julie bemerkt, dass eine große Holzfigur im Schaufenster eines chinesischen Geschäfts sich immer wieder verändert, beginnt sie mit der Detektivarbeit. Ein sich aufbäumendes Holzpferd, das eine Giftschlange zertrampelt, das ist schon ein echter Hingucker. Aber manchmal trägt das Tier die Mähne nach rechts und manchmal nach links herabfallend, und die Kobra unter seinen Hufen ist manchmal auch eine Klapperschlange. Gut, dass die Geschwister einen echten Geheimpolizisten als Freund haben ...
Jonathan Philippi hat einen sehr eingängigen, flüssigen Schreibstil, und so lässt sich das Buch gut und angenehm lesen. Allerdings fallen diesmal die zahllosen Rückblenden und Erklärungen unangenehm auf, mit denen der Autor die Ereignisse aus den vorherigen drei Bänden rekapituliert. Ja, natürlich ist es machmal nötig, neue Leser in die Zusammenhänge einzuführen und alte Leser nochmal zu erinnern, was sie vor einem oder mehreren Jahren gelesen haben. Aber hier ist es einfach zu viel Rückblende, auch im Verhältnis zum Gesamttext, und notwendige Informationen hätte man vielleicht auch etwas geschmeidiger einflechten können. Im übrigen sollte eine internationale Verbrecherbande durchaus in der Lage sein, ein etwas weniger auffälliges Geheimsignal zu erfinden als diese Riesenstatue, deren Veränderungen sogar dem kleinen Justy auffallen. Vielleicht sollten die Herren Chinesen lieber Kaugummi-Automaten knacken. Okay, ansonsten ein gut erzähltes Jugendabenteuer, das Spaß macht und sich sehr zügig "wegliest".

Marcus Haas: Das Herz des Drachen
Geschichte einer jungen Frau, die einen Drachen aufgezogen hat. Als ihr Volk von einem kriegerischen Nachbarvolk überfallen wird, macht sie bei einem Angriff einen Fehler und wird zur Strafe verbannt. Was sie nicht ahnt: Die Verbannung ist Teil eines Plans, und sie steht unter Beobachtung. Nur so kann sie ihre besonderen Kräfte entwickeln und die mentale Bindung an sich und ihren Drachen aufbauen ...

Pablo de Santis: Die sechste Laterne
Magischer Realismus trifft Kafka: Silvio Balestri, ein aufstrebendes italienisches Architektengenie, kommt nach New York, um dort zu arbeiten. Sein Traum: Einen neuen Turm zu Babel bauen. "Zikurat", so der Name seines Projekts, wird jedoch auf immer ein Traum bleiben. Balestri versackt in der unteren Etage eines großen Architekturbüros, und erst nach Jahren verschafft er sich auf eigene Faust Zugang zur Chefetage. Erste Erfolge stellen sich ein, doch dann erhält er einen schier unlösbaren Auftrag: Er soll einen Verräter in den eigenen Reihen finden. Verwirrend nur, dass die Geheimorganisation "Die sechste Laterne" ihn auffordert, unbedingt einen falschen Schuldigen zu präsentieren. Denn ausgerechnet einer der drei Firmeninhaber ist Mitglied der Organisation und will den Verräter schützen. Und wieder platzt der Traum von "Zikkurat".
Nach "Die Übersetzung" und "Die Fakultät" ist dies mein dritter Roman von Pablo de Santis, und wieder bin ich in eine faszinierende, zauberhafte Welt eingetaucht. Architekturphilosophie und Sprachmagie verschmelzen hier zu einem kafkaesken, fantastischen Stück Literatur, das trotz des traurigen Endes einfach zum Augenschließen und Schweben einlädt.


Christine Runge: Liebe, Sehnsucht, Herzheimat
Gedichtband über Helgoland. Ich hatte beim Helgoland-Lesefestival die Gelegenheit, der Autorin bei ihrer Lesung vor dem Helgoländer Fahrstuhl zuhören zu dürfen. Verse über eine große Liebe und die leider immer wieder viel zu kurze Zeit auf der Insel. Verstehe ich sehr gut. Mit einigen Gastbeiträgen weiterer Helgoland-Verrückter.

Rudolf Simek: Die Schiffe der Wikinger (Reclam)
Schöne, hilfreiche, kurze Übersicht über die verschiedenen Schiffstypen und darüber, wie sie eingesetzt wurden. Ein Mitbringsel vom BuCon. Verständlich geschrieben und sehr kompetent. Werde ich sicher als Hintergrundmaterial für meine nächsten Romane gebrauchen können.

Bettina Ferbus: Spiegelzauber
Fantasy-Roman über eine junge Frau, die während einer Zaubershow auf die Bühne gebten wird und dem Künstler assistieren soll. Doch dabei geschieht etwas, mit dem vermutlich nicht einmal der Zauberer gerechnet hat: Tanja verschwindet wirklich. Sie landet in einer fremden Welt. Im Körper einer zum Tode verurteilten Assassine. Ihr Leben wird nur dadurch gerettet, dass ein dortiger (echter) Magier sie als "Blutsklavin" benötigt und auf nicht ganz legalem Wege aus dem Kerker holt. Als unfreiwillige Blutspenderin soll sie ihm bei seinen Beschwörungen beistehen und ihm helfen, einen Dämon als Helfer zu gewinnen. Tanja und der Magier freunden sich an, und auch mit dem Dämon schließt sie eine Art Pakt. Es stellt sich heraus, dass in dieser fremden Welt offenbar einiges vor sich geht, das nicht im Sinne der Gesetze ist. Und Tanja kommt auf die Spur der echten Mörderin, in deren Körper sie gelandet ist und die nun in Tanjas Welt ihr Unwesen treibt.

Karla Schmidt: Lügenvögel
Ein Vogelei im Kopf ... So beschreibt es jedenfalls die Heldin von Karla Schmidts Novelle. Vielleicht Krebs, vielleicht eine Folge der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Jedenfalls muss sie seitdem zwanghaft Worte niederschreiben, immer mehr, auf jeden Fetzen Papier. Alltagsbegegnungen und Kindheitserinnerungen. Die Geschichte einer Krankheit, die Geschichte eines verschwundenen Mädchens am Meer. Ein Urlaub mit Vater und Schwester und tausende wundersame Schmetterlinge. Traum und Realität verwischen sich immer mehr, und es ist unmöglich zu sagen, ob die Lügenvögel im Kopf nun die Wahrheit sagen oder nicht. Karla Schmidt schreibt diese surrealistisch-magische Novelle in einer so melodischen Sprache, dass man ihr unbesehen alles glauben möchte. Auch als die Heldin sich im drittenTeil zur Unternehmerin in einer postapokalyptischen Welt mausert und mit Schmetterlingsprodukten handelt.

Dagmar Börner-Klein: Gefährdete Braut und schöne Witwe. Hebräische Judit-Geschichten
Das Buch Judit ist wohl das biblische oder eben nicht biblische Buch mit der ungewöhnlichsten Überlieferungsgeschichte. Das fängt schon damit an, dass der Text in der hebräischen Bibel fehlt. In der Septuaginta, also der griechischen Fassung, ist die Judit-Geschichte erstmals vorhanden, und an einigen sprachlichen Eigenheiten kann man erkennen, dass es sich um eine Übersetzung aus dem Hebräischen handelt. Das Original hat jedoch bislang niemand auffinden können. In der lateinischen Vulgata ist Judit ebenfalls vorhanden, und in der deutschen Übersetztung ... nun, für die Katholiken ist es ein biblisches Buch, aber in der evangelischen Bibel kommt es nicht vor. Schon seltsam.
Dagmar Börner-Klein hat in ihrem Buch nun die alten hebräischen Judit-Geschichten zusammengestellt. Es handelt sich um Texte, die deutlich jünger sind als die Septuaginta, ihr zum Teil ähneln, aber auch manchmal sehr stark von ihr abweichen. Manchmal ist Judit eine schöne Witwe, manchmal aber auch eine junge Braut, an der ein tyrannischer Herrscher vor der Hochzeit das Recht der ersten Nacht geltend machen will. Schließlich wird Judit sogar mit der Makkabäer-Tradition, dem Chanukkafest und der Legende um das heilige Öl, das den Leuchter acht Tage lang brennen ließ, obwohl es eigentlich nur für einen Tag gereicht hätte, verknüpft. Das Buch bietet die alten Texte in synoptischer Form dar, stellt hebräischen Text und Übersetzung nebeneinander und ordnet die Abschnitte der einzelnen Judit-Geschichten einander zu. Sehr spannend.

Michael Stoffers: Waldemar hat einen Traum
Helgoland aus der Sicht einer Möwe. Man erfährt viel über die Organisation der dortigen Möwenkolonie und die Arbeit, denen diese Vögel nachgehen. Der Held Waldemar taugt leider wegen eines schwarzen Flecks am Schnabel nicht als Fotomodell und darf sich daher vor den Touristen nicht blicken lassen. Und wegen seiner Verstopfung kann er auch nicht beim Kack-Kommando arbeiten. Aber Waldemar hat einen Traum - und das ist bestimmt nicht die entwürdigende Arbeit bei der Essensausgabe. Und irgendwann ist er doch der beliebteste Filmstar unter den Möwen ... Sehr liebenswerte und humorvolle Geschichte, nicht nur für Helgoland-Besucher.

Horst Hoffmann: Raumpatrouille Orion - Die Jugendromane I: Operation Alpha Centauri / Planet der Rätsel
Zwei Jugendabenteuer der späteren Orion-Crew, als die Helden noch in der Ausbildung waren. Neuausgabe als edles Hardcover. Mit einem Vorwort von Horst Hoffmann und einem Nachwort von Michael Lange zum Hintergrund der Abenteuer. Ein bisschen Schulromantik und Frotzelei, die bald zum lebensgefährlichen Raumabenteuer wird. Ein erstes Kennenlernen, kleine Reibereien. Cliff McLane baggert Lydia van Dyke an, rebelliert gegen Hierarchien und dumme Vorschriften und versteht sich sehr gut mit Wamsler. Helga fehlt noch. Beide Abenteuer sind routiniert und gekonnt geschrieben. Etwas verwirrend ist, dass hier tatsächlich schon Außerirdische vorkommen. Deren Existenz wurde ja in der Serie, deren Vorgeschichte hier erzählt wird, bis zum Auftauchen der "Frogs" kategorisch ausgeschlossen. Und dass sich der als Raumkadett recht untalentierte Mitschüler Peter L. Prewster am Ende in Michael Spring-Brauner umbenennt, nun ja ...


November

Philip K. Dick: Blade Runner. Träumen Androiden von elektrischen Schafen?
Klassiker, der schon lange auf meiner To-do-Liste steht: Geschichte eines Androiden-Jägers, der entlaufene und in der Gesellschaft untergetauchte menschenähnliche Roboter aufspürt und liquidiert. Doch mit der neuesten Generation der künstlichen Menschen gibt es ein Problem. Sie sind einfach zu gut, und es scheint so, als ob hier auch der beste Empathietest versagt. Manche Menschen aus Fleisch und Blut sind in ihren Gefühlsreaktionen dumpfer als diese Androiden. Die Grenzen zwischen Mensch und Maschine sind gar nicht so einfach zu erkennen. Sehr klar strukturierte Geschichte, flüssig, schnörkellos, zielstrebig und geradlinig, Auch eine hochintereessante Gesellschaft. Und dieses Streben danach, ein echtes lebendes Haustier zu bekommen, nicht etwa ein elektrisches Schaf, ist einfach herrlich. Hat mir gefallen.

Franz Rosenzweig: Der Stern der Erlösung
Franz Rosenzweigs religionsphilosophisches Hauptwerk, ein faszinierendes Buch, für dessen Lektüre man allerdings ausgesprochen wach sein muss: Rosenzweig verbindet gedankliche Präzision mit großer sprachlicher Kunst und sehr viel Bewusstsein für etymologische Reminiszenzen. Oft ist es nur ein einziger veränderter Buchstabe oder ein Bindestrich, das einen Wortsinn verändert oder um einen Hauch in die andere Richtung drückt. Eine Analyse des Wesens der Religion, beginnend mit einer Begründung, warum die Philosophie bei der Frage nach Gott notwendigerweise versagen muss, bis hin zu einer Untersuchung und zu einem Vergleich der christlichen und der jüdischen Religion. Manchmal ganz schön kompliziert. Ich habe vor Urzeiten die von meinem verehrten Hebräisch-Lehrer Reinhold Maier herausgegebenen Gritli-Briefe Rosenzweigs gelesen, in denen viel zum Hintergrund des "Sterns" zu finden ist. Werde wohl beides nochmal lesen müssen.

Kim Scheider: Literatour-Führer Helgoland
Das Begleitbuch zum ersten Helgoländer Lese-Festival. Enthält einen kurzen Überblick über die bekannten Schriftsteller, die etwas über die Insel geschrieben haben, stellt die Teilnehmer des Festivals und ihre Werke vor, dann gibt es noch einen Lesungs-Terminkalender und - absolut lesenswert - die Beiträge zum dazugehörigen Schreibwettbewerb. Es sind sehr schöne Texte dabei, hat mir gefallen.

William M. Matson: Crazy Horse. Das Leben und Vermächtnis eines Lakota-Kriegers
Umfangreiche Darstellung des Lebens eines der bedeutendsten Lakota-Krieger. Das Besondere daran ist, dass hier offenbar erstmals die Familie von Crazy Horse aus ihren mündlichen Überlieferungen beigetragen hat. Dadurch wird das Buch sehr persönlich, wenn auch nicht allzu objektiv. An einigen Stellen merkt man deutlich, dass die Zerstrittenheit einiger Lakota-Familien noch heute eine große Rolle spielt. Der Groll gegen Red Cloud, der in seiner späten Zeit seinen Frieden mit den Weißen machte, kocht noch immer in diesem Buch und in dieser Familie. Sehr bedrückend. Ein Phänomen, das sich auch in der zuvor im gleichen Verlag erschienenen Biographie Sitting Bulls beobachten ließ. Auch im vorliegenden Buch wird ein breiter Raum verwandt, um die Geschichte der Familie nach dem Tod Crazy Horses und die Legitimation seiner Nachkommen anhand von Dokumenten und unter Eid gemachten Aussagen darzulegen. Das ist etwas, das den meisten Leser wohl nur überfliegen werden, für die Familie aber eine Sache von größter Wichtigkeit. Inhaltlich ein hochinteressantes, sehr spannend zu lesendes Buch und eine gute Ergänzung zu den vorhandenen, von Weißen verfassten Büchern. Lesenswert.

Elke Brachtendorf und Antonella Lendi: Meerjungkind
Ebenfalls ein Mitbringsel vom Helgoländer Lese-Festival, das ich bei einer Lesung der beiden Autorinnen erstand: Es ist ein Kinderbuch über ein Mädchen, das auf Helgoland in einer Fischkiste eine kleine Meerjungfrau - beziehungsweise: ein Meerjungkind - findet. Die beiden werden Freunde und unternehmen schließlich eine gemeinsame Reise nach Atlantis. Sowohl auf Helgoland als auch im Reich der Meermenschen gibt es ausgesprochen skurrile Wesen. Und dann wird es brandgefährlich.

Kristin Cashore: Die Königliche
Dritter Teil der Trilogie. Ich hatte seinerzeit "Die Beschenkte" mit Begeisterung gelesen, war schwer enttäuscht von der "Flammenden", der dritte Band ist wieder besser, aber nicht so gut wie Teil eins. Heldin des Buches ist Bitterblue, die Tochter von König Leck, die nach dem Tod ihres Vaters über das Land Monsea herrscht. Aber es reicht nicht, einfach nur den bösen König zu töten. Die Verletzungen, die Leck den Menschen in seinem Herrschaftsbereich zugefügt hat, sind so schwer und tief, dass niemand so einfach zur Tagesordnung übergehen kann. Niemand will mit Bitterblue darüber reden, ein Mantel des Schweigens liegt über dieser Zeit. Doch nach und nach dringt einiges an die Oberfläche. Bitterblue herrscht über ein zutiefst traumatisiertes Volk. Und bei ihren Nachforschungen kann sie offenbar niemandem trauen.
Es gibt ein Wiedersehen mit Katsa und Bo, und auch Fire aus dem zweiten Teil taucht wieder auf. Wobei das Rätsel um Lecks Motivation und seine Herkunft nicht wirklich gelöst wird. Insgesamt muss festgehalten werden, dass die drei Bücher durchaus eigenständig sind, man hat es nicht mit dem zweiten oder dritten Aufguss der Beschenkten zu tun. Das ist für den Fan zwar traurig und etwas enttäuschend, ich möchte es aber dennoch lobend hervorheben. Die Autorin bietet jedesmal etwas Neues, ein neues Land, ein neues Problem, neue Gedanken. Aber wen Katsa und Bo im ersten Teil vom Hocker gerissen haben, der vermisst eben doch einiges.

Matthias Falke: Hinter feindlichen Linien (D9E)
Ein Wiedersehen mit Manuel, Nola und Guardes. Die drei wollen eigentlich nur ihre Ruhe genießen. Doch dann spürt sie die Den-Haag-Stiftung auf, und sie werden zwangsrekrutiert für den großen Krieg gegen die Hondh. Der Planet, zu dem sie beordert werden, ist allerdings verlassen und verwüstet. Doch dann entdecken die drei einen Hinweis auf die ursprüngliche Besatzung der Station. Spannend geschrieben.

Dirk van den Boom: Das Springledeck-Gambit (D9E)
Geschichte einer Verschwörung und eines geplanten Attentats auf eine Versammlung zahlreicher Staatschefs. Geplant ist ein Putsch, und ausgerechnet der nichts ahnende Thrax soll als neue Herrscherfigur inthronisiert werden. Nicht schlecht geschrieben, aber die Verschwörung kommt doch etwas simpel daher. Und offenbar scheint jeder Bescheid zu wissen, überall wird bereits im Vorfeld gemunkelt und geahnt, jeder hat irgendwelche Gerüchte gehört ... Nett die Rolle, die die mechanische Hoheit zu spielen gedenkt. Diese netten, durchgeschepperten Roboterkerle haben echt Musik unter ihrem Pony. Rührend das Ende des Piloten Carlisle, dafür gibt es einen Extrapunkt.

Holger M. Pohl: Mengerbeben (D9E)
Neues von der Truppe, die hinter den Linien der Hondh spionieren sollte. Neue Möglichkeiten und Verbündet werden gefunden. Ein Schlüssel scheint in manipuliertem MELK, einer Art Kunststoff, zu liegen. Gibt es die Chance, die Ausbreitung der Hondh zu stoppen, indem man den Mengerraum stört? Ein temporeiches Abenteuer, das zunächst durch die vielen Perspektivwechsel etwas anstrengend ist, aber schnell an Fahrt aufnimmt und den Leser packt.

Finstere Übernahme. Die Storys zum Marburg-Award
Die Beiträge zum Marburg-Award 2017 zusammengestellt zu einer lesenswerten Anthologie, illustriert und in limitierter Auflage. Viele gute und einige sehr gute Geschichten. Lesenswert.

Reimer Boy Eilers: Sprechen mit Seezungen
Gedichte aus 30 Jahren, der Autor erzählt von Kindheit und Jugend auf Helgoland, vom Leuchtturm seines Großvaters, aber auch aus dem Rest der Welt. Ein sehr schöner, klarer Stil und eine angenehme lyrische Stimme. Viel Meerluft. Mich haben vor allem seine Gedichte aus dem ehemaligen Jugoslawien beeindruckt. Und gerade in den späteren Gedichten findet man sehr klare Worte und Positionierungen gegen Ausländerfeindlichkeit und rechten Ungeist. Eine Sammlung, die mir gut gefallen hat.

Wolfgang Schadewaldt: Hellas und Hesperien I
Die Aufsätze Wolfgang Schadewaldts sind einfach etwas Besonderes. In der dicken, schweren zweibändigen Sammlung "Hellas und Hesperien" sind sie gesammelt. Im ersten Band findet man seine Beiträge zur antiken griechischen und römischen Literatur, 800 Seiten voller Juwelen, Band zwei enthält seine Betrachtungen über die Wirkung antiker Werke in der neuzeitlichen Literatur von Shakespeare bis zur Gegenwart. Die beiden gehaltvollen Bände sind nur noch antiquarisch zu erhalten und kosten eine Menge, aber ich hatte dieses Jahr einfach mal die Chance, mir etwas gönnen zu können, und als ich sie im Netz fand, griff ich zu. Eine Reihe der Aufsätze kannte ich natürlich schon, gerade die Beiträge über Aischylos, Homer und den Gott von Delphi, das war ein schönes Wiedersehen, natürlich auch der kanonische, aus der Tragödiendiskussion nicht mehr wegzudenkende Aufsatz über "Jammer und Schaudern".
Es gab aber auch eine Menge Neu-Entdeckungen, etwa in der neueren Komödie. Oder seine Entdeckung einer "experimentellen Philologie". Oder seine Würdigung Vergils, der bei mir zugegebenermaßen auch ein Schattendasein fristet. Und gerade in der römischen Literatur bin ich ja nicht so beschlagen. Teil zwei ist dann im nächsten Urlaub dran, wenn ich wieder den Kopf frei habe für eine neue Pilgerreise in Schadewaldts Welt.

Moses Mendelssohn: Ausgewählte Werke I: Schriften zur Metaphysik und Ästhetik
- Philosophische Gespräche
- Über die Empfindungen
- Pope ein Metaphysiker!
- Sendschreiben an Herrn Magister Lessing im Leipzig
- Gedanken von Wahrscheinlichkeit
- Betrachtungen über die Quellen und die Verbindungen der schönen Künste und Wissenschaften
- Betrachtungen über das Erhabene und das Naive in den schönen Wissenschaften
- Rhapsodie oder Zusätze zu den Briefen über die Empfindungen (Fassunen von 1761 und 1771)
- Abhandlung über die Evidenz in Metaphysischen Wissenschaften
- Thomas Abbt: Zweifel über die Bestimmung des Menschen / Moses Mendelssohn: Orakel, die Bestimmung des Menschen betreffend
- Phaedon oder über die Unsterblichkeit der Seele in drei Gesprächen
Die im Verlag Lambert Schneider erschienene zweibändige Studienausgabe im Schuber enthält ausgewählte Werke Mendelssohns in Orthografie und Interpunktion der Orignialausgaben. Vor jedem Text gibt es eine kurze Einführung, in der etwas zum Hintergrund des jeweiligen Textes, zu Thema und Inhalt, gegebenenfalls zum Anlass und zur Veröffentlichungsgeschichte gesagt wird. Auch das jeweilige Titelbild der Erstausgabe ist dem betreffenden Aufsatz vorangestellt. Beigefügt ist außerdem ein Personenregister. Teil I enthält Schriften zur Metaphysik und Ästhetik, Teil II Schriften zur Aufklärung und zum Judentum. Die Aufmachung ist, obwohl nur Paperback, sehr edel und ansprechend. Ich hätte mir noch eine Kommentarteil gewünscht, aber man kann nicht alles haben.
Im Urlaub las ich zunächst Teil I, der zweite Band ist fällig im nächsten Jahr. Einige der Texte kannte ich schon, vor allem die Philosophischen Gespräche und den Phaedon, der den Ruhm Mendelssohns als deutscher Sokrates mit begründete. Hochinteressant fand ich seine Auseinandersetzung mit David Hume. Diesen Aufsatz hätte ich damals im Studium gern zur Hand gehabt, als ich mich Anfang der 90er Jahre mit Humes Zweifel an der Erkennbarkeit von Kausalitäten und seiner Inthronisation der Gewohnheit herumschlug. Gefallen hat mir auch der zusammen mit Lessing verfasste Aufsatz über Pope, mit dem beide eine aus ihrer Sicht ziemlich dämliche Preisaufgabe der Berliner Akademie der Wissenschaften durch den Kakao zogen. Eine Ausgabe, in der es einiges zu entdecken gibt.

Armin Rösler: Die Nadir-Variante
Der schon sehr lange erwartete vierte Roman aus dem Argona-Universum. Erzählt wird die Geschichte des jungen Paz Nadir, der kurz nach Abschluss seiner Ausbildung in einer Raumschlacht um seinen Heimatplaneten beinahe ums Leben kommt, in einem eigentlich kaum flugfähigen Notbehelfsschiff entkommen kann und nun eigentlich zum Schlachtfeld zurück will. Er gerät jedoch in die Manöver eines Alienvolkes hinein, das sich für einen eigenartigen Baum interessiert. Seine Versuche, Hilfe für sein Volk zu finden, führen ihn schließlich mit der eigenwilligen Esre Sterndaal zusammen, der von Narben gezeichneten Tochter eines Herrschers, der ebenfalls auf der Spur der seltsamen Bäume ist. Mir hat das Wiedersehen mit dem Argona-Universum gut gefallen, das Warten hat sich gelohnt.

Dorthe Voss: Von Piraten und Meerjungfrauen
Geschichte über einen kleinen Jungen, der im Helgoland-Urlaub am Strand Kontakt mit den Meeresbewohnern bekommt. Die gefürchteten Geisterpiraten haben dem Meerkönig das Szepter gestohlen. Björn macht sich auf die abenteuerliche Reise, um es zurückzubringen. Ein Buch für sehr junge Leser, besser noch zum Vorlesen, reich bebildert.

Nadine Muriel und Stefan Cernohuby (Hrsg.): Das Dimensionstor
Geschichtenweber-Anthologie über eine Erfindung eines genialen Wissenschaftlers. Prof. Dr. Maximilian Groll hat es geschafft: Nach jahre- beziehungsweise jahrzentelanger Erfolglosigkeit, die ihn am Ende sogar seinen Platz am Institut kostetet, gelingt ihm endlich daheim in seinem privat eingerichteten Labor der Durchbruch. Er schafft es, ein Dimensionsportal zu öffnen. Begeistert schiebt er verschiedene Gegenstände durch die Öffnung, die nun in fremde Zeiten oder auch vollkommen andere Welten gelangen. Kopfschmerztabletten, ein Gebiss, ein Golfball ... Alles, was gerade zur Hand ist, wird durch die Öffnungen geschickt. Jeder der 18 Autoren hat seine je eigene Idee, was das Auftauchen eines solchen Gegenstandes im Mittelalter, auf fremden Planeten, in der zweiten Dimension oder auch während der Zombie-Apokalypse anrichten kann. Vieles ist einfach nur schräg, absurd und komisch, manches böse, vieles tödlich, der Schluss des Buchs ausgesprochen fies. Alles in allem eine hochinteressante und vielseitige Anthologie, die beim Lesen Spaß macht.

Steffen König: Die Dämonen vom Ullswater
Ein Roman, der sich wie eine klassische britische Horrorgeschichte liest - nur dass es nicht um Geister oder Ähnliches geht, sondern um Außerirdische. Ein junger Londoner Anwalt wird von einem alten Freund, den er lange Zeit nicht mehr gesehen hat, in dessen Landhaus eingeladen. Er und seine Frau beschließen, dort ihre Flitterwochen nachzuholen. Doch wenig später schickt der Freud ihm ein seltsames Kristallartefakt mit der Bitte, es von einem Fachmann analysieren zu lassen. Die Ergebnisse sind derart erschreckend, dass der Jurist beschließt, den Freund lieber ohne Begleitung seiner Frau zu besuchen. Er findet das Haus verlassen. Dann nimmt das Grauen seinen Lauf. Spannend und gut lesbar, vielleicht etwas vorhersehbar, aber ein sehr schönes, traditionelles Stück Horrorliteratur.

Homer: Ilias
Jedes Jahr im Urlaub ist auch die Wieder-Lektüre eines der großen alten Epen für mich angesagt. Diesmal habe ich also die Ilias mitgenommen, und zwar die zweisprachige Tusculum-Augabe, die ich mir im Jahr 1997 zulegte, als ich mir mal etwas Gutes gönnen wollte. Auf die Reclam-Fassung, die ich zehn Jahre zuvor gelesen hatte, will ich natürlich nichts kommen lassen. Es war ein schönes Wiedersehen mit meinen Helden Diomedes und Ajas, dem Telamoniden. Wurde echt mal wieder Zeit.

Martin Arnold: Thor. Von der Edda bis Marvel
Ich habe aus dem Verlag im vergangenen Jahr das Buch über Loki gelesen, das mich begeistert hat. Daher waren meine Erwartungen an das Thor-Buch sehr hoch. Allerdings: Das Buch ist nicht unbedingt der Hammer.
Es geht nur teilweise um eine Analyse der Thorsgestalt in der Edda und in der germanischen Mythologie, vor allem geht es um die Wirkungsgeschichte Thors nach der eddischen Zeit. Arnold arbeitet das Thor-Bild in den einzelnen skandinavischen Ländern, vor allem vor dem Hintergrund eines neu erwachenden Nationalgefühls, heraus. Er geht dann natürlich auf Wagner und den Kult germanischer Götter im nationalsozialistischen Deutschland ein und schildert die zum Teil haarsträubenden esoterischen Vorstellungen, die es damals gab, bis hin zu einer Art Yoga nach Runen. In Deutschland scheint Himmler mit seinen Versuchen, einen neuen Thorskult ins Leben zu rufen, bei den Nazi-Größen recht wenig Gehör gefunden zu haben. Seine Abhandlung schließt Arnold mit einer Schilderung des Marvel-Superhelden "Der mächtige Thor", mit dem die Geschichte des alten Donnergottes dem Verfasser zufolge nicht nur seinen Tief- sondern auch seinen Endpunkt erreicht hat.
Das ist zwar alles recht interessant, aber über weite Strecken bleibt seine Betrachtung der Neuzeit eine allgemeine Schilderung der Rolle, die die germanische Mythologie für die nationalen und nationalistischen Bewegungen der unterschiedlichen Länder gespielt hat. Sprich: Auf Thor konkret wird oft erst nach seitenweisen allgemeinen Darstellungen der politischen, sozialen und literarischen Rolle der eddischen Mythen eingegangen, oft dann nur noch mit einem kurzen Absatz. Die Betrachtung des Marvel-Thor schließlich ist in einer umfangreichen allgemeinen Betrachtung zum Superhelden-Comic untergebracht, fast hat der gute alte Superman mehr Anteil in diesem Kapitel als der Gott, über den ich eigentlich etwas wissen wollte. Auch sein Vergleich zwischen Edda- und Marvel-Thor ist recht oberflächlich. Er erwähnt die andere Haarfarbe, und den Umstand, dass bei Marvel ursprünglich Thors Ehefrau Sif gar nicht vorkam und der Ase eine Liebschaft mit einer Sterblichen hatte, außerdem werden der eher schlichte, bäuerliche Charakter des eddischen Thors und das mehr "heroische" Wesen des Marvel-Helden gegenübergestellt. Aber wieso sind dem Autor zum Beispiel die vollkommen anderen Familienverhältnise entgangen? Dass Thor und Loki beispielsweise in der Comicversion Brüder sind, die um die Gunst des Götterkönigs konkurrieren, hätte doch eher erwähnt werden müssen als das Fehlen Sifs. Dass Arnold Comics nicht liebt und sie für pfuibäh hält, nun gut, es gab solche Meinungen in den 70ern und 80ern noch bei älteren Leuten, aber ein wenig mehr Offenheit für die Ästhetik einer etablierten Kunstform hätte man im 21. Jahrhundert schon erwarten können. Das Ganze nur auf Pop-Ikone und Konsumgesellschaft reduzieren zu wollen, ist doch etwas oberflächlich. Und einen "Endpunkt" zu diagnostizieren? Das ist nicht wissenschaftlich, sondern Kaffeesatzleserei. Auch hätte ich anlässlich der Diskussion um Thor in der Comicwelt zumindest eine Bemerkung über den Thor der dänischen "Walhalla"-Serie erwartet.
Nun gut. Bleibt als positiv festzuhalten, dass das Buch eine gute Übersicht über das Entstehen und Erstarken eines nationalen Selbstbewusstseins und die Rolle der Mythologie dabei sehr deutlich herausarbeitet. Auch die Schilderung der unterschiedlichen Wege, die die Länder genommen haben, ist gelungen und überzeugend. Nur ist das keine Untersuchung über Thor, sondern eine Abhandlung über die Rolle der Edda und der germanischen Mythologie für die nationalen Bewegungen in diversen europäischen Ländern. Fazit: Ein Buch, aus dem ich durchaus eine Menge gelernt habe. Nur nicht so viel über Thor.


Dezember

Miriam Rademacher: Talisman II

Christine Fehér: Weil ich so bin
Ist er eigentlich Jonas oder ist sie doch eher Joana? Als die Eltern sich nach der Geburt fragen, ob sie nun eigentlich einen Jungen oder ein Mädchen bekommen haben, sagt der Arzt etwas von "Pais-Syndrom". Jonas ist ein Zwitter, wächst auf mit weiblichen und männlichen Geschlechtsmerkmalen, er ist beides und irgendwo dazwischen ... In der Pubertät sieht er wie ein Junge aus, aber machmal hat er das Bedürfnis, geschminkt zum Unterricht zu gehen, Ohrringe oder einen Rock zu tragen. Ein "Problembuch", eine klassische Schullektüre, vielleicht, aber ganz und gar nicht pädagogisch und mit erhobenem Zeigefinger. Es geht nicht um leidende Minderheiten und deren Schutz. Jonas ist recht selbstbewusst dabei, geht mit seinem Anderssein sehr bewusst um, und sein Umfeld steht zu ihm. Sein Vater und dessen Lebensgefährtin sind liebevolle und unterstützende, aber nicht überbetreuende Eltern. Die meisten Klassenkameraden kommen prima mit ihm klar, die Mädchen mögen "ihn", und auch die Jungen können mit seinem Anderssein umgehen - abgesehen von Marco, der unbedingt als harter Kerl dastehen möchte und Jonas als Schwuchtel verspottet. Aber Jonas geht seinen Weg mit wohltuender Selbstverständlichkeit, und er findet sogar seine große Liebe ...

Helmut Höfling: Petras Abenteuer mit Hunden
Kinderbuch aus den 80ern, das mir eine Freundin zu Weihnachten geschenkt hat. Eine Petra, die Hunde liebt, da war wohl klar, wer das lesen musste. Es ist bereits der zweite Teil von Petras Hundegeschichten, im ersten Teil hatte die kynophobe Katzenfreundin gelernt, Hunde zu lieben. Nun ist sie als Boxersitterin unterwegs, als sie zufüllig in einen Banküberfall hineingerät - und das kluge Tier ist der Held des Tages, weil es die Täter aufspürt. Schließlich kann Petra endlich einen eigenen Hund bekommen, als sie das Vertrauen eines streunenden Hundes gewinnt, dessen Besitzer verstorben ist. Dann wird noch die Geschichte eines Feuerwerhundes erzählt, der bei einer Übeschwemmung ein Baby aus den Fluten rettet. Hunde sind schon was Feines ...


Weitere Jahresrückblicke:
Teil I: Januar bis März 2017
Teil II: April bis Juni 2017
Teil III: Juli bis September 2017


© Petra Hartmann


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Jahresrückblick III: Juli bis September 2017

Geschrieben von Petra , in Jahresrückblick 30 December 2017 · 359 Aufrufe
Jahresrückblick
Ein ungewöhliches Lesequartal ... In den Monaten Juli bis September 2017 war ich beruflich sehr stark eingespannt und habe relativ wenig gelesen. Und wenn ich jetzt so auf die Titel schaue: Musik, Snooker, Luftfahrtpioniere - was für ein atypischer Lesestoff für meine Verhältnisse. ;-) Nun ja, schaut einfach mal rein, vielleicht ist ja etwas für euch dabei.

Hinweis:
Etwaige blau markierte Texte sind herausragende Spitzenbücher, rot steht für absoluten Mist, und hinter den Links verbergen sich ausführlichere Besprechungen innerhalb dieses Blogs.

Juli

Björn Kuhligk: Die Sprache von Gibraltar

Jens Malte Fischer: Carlos Kleiber - der skrupulöse Exzentriker
Eines von zwei Büchern über den Ausnahmedirigenten, die ich dieses Jahr gelesen habe. Und beide sind sehr unterschiedlich.
Carlos Kleiber ... Ja, wie fasst man das Phänomen eigentlich in Worte? Magie ist vermutlich das richtige Wort dafür. Große, heilige Magie. Mich hat der Meister vor etwas über zehn Jahren gepackt, völlig unerwartet. Und einen so unmusikalischen Menschen wie mich so vollständig umzuhauen, das will schon etwas heißen. Eigentlich bin ich mehr zufällig an ihn geraten. Beim Herumstöbern im Beethoven-Regal bei Schmorl und von Seefeld in Hannover. Da hatte ich plötzlich diese CD mit Beethovens Vierter in der Hand. Carlos Kleiber und das Bayerische Staatsorchester, 3. Mai 1982. Die Vierte. Die hatte ich bis dahin eigentlich gar nicht so recht wahrgenommen. Halt ein kurzes Luftholen zwischen der Eroica und der großen Schicksalssinfonie. Wenige Leute wissen sie wohl zu würdigen. Und ich weiß bis heute nicht, warum ich die CD mitgenommen habe. Kein vernünftiger Mensch kauft sich die Vierte. Erst recht nicht, wenn er alle neun als Komplettpaket von Leonard Bernstein und den Wiener Philharmonikern im Regal stehen hat. Was mich bewogen hat, sie mitzunehmen, weiß ich echt nicht. SIe muss nach mir gerufen haben. Auf dem Weg zur Kasse war ich mir immer noch unsicher, ob ich sie überhaupt haben wollte, und beim Rausgehen habe ich überlegt, ob ich sie nicht doch lieber zurückgeben sollte. Ich legte sie dann auf meinen Stapel ungehörter CDs, und irgendwann, ein paar Tage später, als ich etwas Ruhe im Haus hatte, schob ich sie, immer noch lustlos, in den CD-Player. Boah! Unfassbar. Ich habe vor diesem Stereoturm gekniet und die Lautsprecher mit den Augen verschlungen. Ich dachte nur immer: Ja! Das ist Beethoven. Später wurde mir dann klar: Nein, das ist Kleiber. Und irgendwann kapiert man: Doch, das ist doch Beethoven. Aber ein Beethoven, wie ihn nur Kleiber aus Beethoven herausholen konnte.
Ähm, ja, okay, wieder zurück auf den Teppich und zum Buch. Ich hatte eigentlich nach etwas ganz anderem gegoogelt, als mir eine Rezension dieses Büchleins als "Beifang" mit in mein Suchnetz gespült wurde. Da musste ich einfach zugreifen. Und habe es nicht bereut.
Es ist nicht eigentlich eine Biographie, eher ein kurzer Essay, zwei Jahre nach Kleibers Tod erschienen. Das Büchlein ist dünn. Der rund 50-seitigen Skizze folgt ein Verzeichnis der Aufnahmen Kleibers, sodass es insgesamt einen Umfang von 92 Seiten hat. Aber dieses schmale Bändchen triifft einfach. Wie eine Bleistiftskizze eines guten Zeichners oft Wesen und Charakter eines Menschen besser herausarbeitet und ihm ähnlicher sieht als manche Fotografie, hat dieses Werk wesentlich mehr Kleiber eingefangen als die dicke, detailreiche Biografie, die ich im Monat danach gelesen habe. Als ich das Büchlein las, wusste ich wieder ganz genau, warum ich damals vor dem Stereoturm gekniet habe ...

Günter von Lonski: Mut verleiht Flügel

Paul W. Bierbaum: Im Aeroplan über die Alpen
Neuauflage eines historischen Berichts über einen Flugwettbewerb aus dem Jahr 1910. Flugpioniere aus aller Welt treffen sich im schweizerischen Brig zu einem Wettbewerb: Wer schafft es, als erster die Alpen zu überfliegen? Die Strecke führt über den Simplon-Pass nach Domodossola in Italien. Ein Ereignis, das von der internationalen Presse mit großer Aufmerksamkeit verfolgt wird, und die Augen der Welt ruhen auf dem kleinen Brig. Vor allem ein Peruaner steht im Mittelpunkt des Interesses: Jorge "Geo" Chavez, ehrgeizig, etwas eitel und ein extrem guter Flieger. Chavez ist ein Pilot - damals sagte man: Aviatiker - mit Leib und Seele. Als Sohn eines Millionärs hätte er auch die Füße hochlegen und ein Luxusleben genießen können, aber er widmet sich lieber der Aviatik, stellt mehrere Rekorde auf und will nun als Pionier der Erstüberflieger der Alpen werden. Mehrfach werden die Starts verschoben, Meteorologen geben immer wieder Unwetterwarnungen heraus. Mal sind die Flieger wütend auf die Organisatoren und boykottieren die Schauflüge für das Publikum, mal ist das Publikum wütend, weil zur versprochenen Zeit noch immer keiner nach Italien aufgebrochen ist ... Am 23. September 1910 hat Chavez die Nase voll vom Warten. Er startet, überfliegt das Gebirge, schafft es bis Domodossola - doch im Landeanflug, als die Menge unter ihm schon jubelt, passiert es: Chavez' Flugzeug stürzt ab, er selbst wird schwer verletzt und stirbt vier Tage später.
"Im Aeroplan über die Alpen" ist ein Originbalbericht aus dieser Zeit. Sprache und Aufbau des Berichts sind demnach auch etwas altertümlich und nicht auf heutige Lesegewohnheiten zugeschnitten. Der Leser muss sich schon etwas einlassen auf den Stil des Verfassers. Es ist kein Roman und auch keine Chavez-Biographie, sondern eine Darstellung des Projekts "Simplonfug", der Organisation, der Verhältnisse am Boden, der unterschiedlichen Interessen und Fliegerpersönlichkeiten und ihrer Maschinen, man erhält gewissermaßen Kamerafahrten über das Gelände der Flugshow mit Schwenk über des Publikum, dazu Wetterinformationen, ein bisschen Heldenverehrung und einen Blick zurück in die Zeit, in der ein Blériot XI Eindecker die Verkörperung der Zukunft war. Wer Freude an einer Reise in die Welt der tollkühnen Männer und ihrer fliegenden Kisten hat, wird hier voll auf seine Kosten kommen.
Das Besondere dieser Neu-Ausgabe ist zweifellos das Cover. Denn statt eines historischen Fotos einer Flugmaschine oder eines Chavez-Porträts sieht man hier eine comicartige Darstellung des Flugzeugs, einem historischen Bild entnommen, aber verfremdet, sodass das Ganze wie ein Jugendbuch daherkommt. Und das hat durchaus seine Ursache, denn das Buch ist zeitgleich und sozusagen als Begleitbuch zu Günter von Lonskis Jugendbuch "Mut verleiht Flügel" erschienen. In dem Jugend-Abenteuer spielt Chavez eine bedeutende Rolle als Mentor und imaginärer Freund eines jungen Außenseiters, der ausgerechnet dieses Buch über Chavez' Simplonflug als Kraftquelle für sich entdeckt. Die Gestaltung beider Titelbilder macht schnell klar, dass die Bücher zusammengehören. Ein echter Hingucker.



August

Alexander Werner: Carlos Kleiber. Eine Biographie
Ein ziemlich umfangreiches, detailreiches Werk über Carlos Kleiber. Für den Wissenschaftler und jeden, der sich intensiver mit dem Dirigenten befassen möchte, allein schon wegen des sorgfältig und reichlich zusammengetragenen Quellenmaterials ein unverzichtbares Buch. Wahrscheinlich gibt es kein Programmheft, keine Konzertkritik und keine irgendwie zugängliche Bogenstrich-Notiz Kleibers, die Alexander Werner nicht kennt und akribisch ausgewertet hat. Keine Anekdote, keine gehässige oder bewundernde Äußerung von Musikern oder Musikfunktionären scheint ihm entgangen zu sein. Insofern ist jeder, der auf der Suche nach einer bestimmten Einzelheit aus Kleibers Leben und Wirken ist, gut beraten, in diesem Buch nachzuschaun. Wenn sie hier nicht zu finden ist, dann nirgends. Soviel zum Guten.
Was weniger gelungen ist: Es gibt keine Struktur, keinen Spannungsbogen, da wird keine Linie herausgearbeitet, diese 768 Seiten sind ein einziges "unddannunddannunddann". Werner arbeitet sorgsam und präzise jede einzelne Inszenierung, jedes Dirigat ab. Eines nach dem anderen, jedes penibel und akribisch. So kommt es, dass man schnell das Gefühl hat: Das kenne ich schon. Fast jedes Kapitel ist gleich aufgebaut: Kleiber wird irgendwie überzeugt oder geködert und erklärt sich bereit, ein Stück einzustudieren. Er schockiert die Musiker mit seinen hohen Anforderungen, hat ungewöhnliche Wünsche, Selbstzweifel, es gibt Konflikte, die keiner erwartet, und entweder es knallt dann, und er wirft alles hin, oder es klappt, die Aufführung wird zu einem Riesenerfolg, Musiker, Publikum und Presse schweben dreißig Zentimeter über dem Erdboden und sind sich bewusst, etwas Großartigem, Heiligen begegnet zu sein ... Man kann jedes Kapitel einzeln lesen und genießen, aber wer das Buch von Anfang bis Ende durchliest, ermüdet schnell. Ja, das Buch ist eine gute Arbeit, und man kann gut damit arbeiten. Aber aus dem kleinen Essay von Jens Malte Fischer, den ich im Monat zuvor gelesen habe, steigt einfach mehr Kleiber-Feeling auf ...

Thorgal 35: Scharlachrot

Ronnie O'Sullivan: Running
Autobiografie des größten Genies, das jemals einen Snookertisch abgeräumt hat. Was habe ich mit meiner Mutter zusammen an der Mattscheibe geklebt und wie hypnotisiert zugeschaut. Im Ohr die ruhige, gelassen erklärende Stimme von Rolf Kalb: "Schwarz kann er nicht spielen, Pink auch nicht ..." Ronnie O'Sullivan steht auf, geht an den Tisch, nimmt gar nicht erst Maß, stößt zu, und zack ist die Schwarze versenkt ... Jetzt also seine Autobiografie. Ja, man merkt, dass die selbst geschrieben ist. Klingt absolut nicht so, als helfe da ein brillanter, eingekaufter Stilist im Hintergrund. O'Sullivan schreibt einfach und schlicht, er ist kein gelernter Erzähler, insofern kingt es stellenweise etwas eckig und hakt, dafür eben authentisch und direkt. Und der Titel "Running" ist genau so gemeint: Was ihn bei Drogen-Exzessen, Familien-Katastrophen und psychischen Abstürzen immer wieder stabilisiert und auf Kurs gebracht hat, war eben das Laufen. Fast geht es mehr um das Laufen als um Snooker, und auch die Einteilung des Buches bilden Laufstrecken und Zeiten. Schon ein sehr interessantes Buch.

Hugo von Hofmannsthal: Jedermann
Geschichte eines reichen Mannes, den der Tod abholen will. Jedermann erwirkt einen Aufschub, um einen Menschen zu suchen, der mit ihm gehen will. Ein Theaterstück in der Tradition mittelalterlicher Mysterienspiele, die Homannsthal im Tonfall auch sehr gut trifft. Eine Hamburger-Lesehefte-Ausgabe. Enthält außerdem die frühe Fassung vom 1905, das alte Spiel von Jedermann, das Spiel vor der Menge, ein Nachwort mit Infos zu Stoffgeschichte und Autor, eine Zeittafel und einen Zeilenkommentar. Also recht gut ausgestattet.


September

Aileen P. Roberts: Feenfeuer

Jens Schumacher: Der Hügel von Yhth

Die Welten von Thorgal: Lupine - Die Königin der Schwarzelfen

Jugurtha: Gesamtausgabe 2
- Der Kampf um die sieben Hügel
- Die Wölfe der Steppe
- Die große Mauer
- Der Rote Prinz
Die Serie hat seit Teil 3 nichts mehr zu tun mit dem historischen Jugurtha. Das muss man akzeptieren, wenn man weiterlesen und Spaß daran haben will. Also, weg mit dem Purismus. Jugurtha ist zunächst weiterhin an der Seite derjenigen, die gegen Rom kämpfen. Allerdings ist aus dem einst von Hass verzehrten Kämpfer ein nachdenklicher Mann geworden, der sich nach Frieden sehnt. Als er mit seinem Heer vor den Toren Roms lagert, verbringt er eine Nacht damit zu überlegen, ob er die Stadt wirklich zerstören soll. Gefallen hat mir, als ich die Geschichten in der Carlsen-Ausgabe erstmals las, am besten das Zusammentreffen zwischen Mithridates und Jugurtha. Die beiden gehörten für mich sowieso eng zusammen. Im Comic aber sind sie zwei sehr unterschiedliche Charaktere, und der pontische König ist ziemlich unsympathisch. Danach verlässt die Story mehr und mehr den Bereich der römischen Historie. Es geht durch die Steppe und nach China. Bis dahin hatte ich die Carlsen-Ausgaben gelesen. Neu war für mich das Abenteuer "Der Rote Prinz", ein übler Kerl, der in der Gegend von Malaysia, Sumatra und Borneo seine Schreckensherrschaft ausübt. Also sehr weit weg vom ursprünglichen Aktionsgebiet des numidischen Prinzen. Nicht unbedingt schlecht, aber vom Hocker gerissen hat es mich auch nicht.

Eva-Maria Thimme (Hg.): Moses Mendelssohn. Freunde, Feinde & Familie.
Keine Abhandlung, sondern eine Art Katalog zur Ausstellung, allerdings ein nachgereichter. Denn als die Ausstellung "Moses Mendelssohn. Freunde, Feinde und Familie" 2012 im Centrum Judaicum in Berlin eröffnet wurde, gab es noch kein Begleitbuch, es erschien erst 2014, ein Jahr nach Ende der Ausstellung. Das Buch enthält Fotos der Ausstellungsstücke und die Beschreibungen dazu, sowie einige lesenswerte Aufsätze. Gut, dass es doch noch herauskam.

Jan-Eike Hornauer (Hrsg.): Wenn Liebe schwant

Scholem Alejchem: Tewje, der Milchmann
Ein Buch, das ich schon lange auf meiner To-do-Liste habe. Jetzt habe ich es endlich geschafft, mir die Vorlage für "Anatevka" anzuschaun. Sieht doch etwas anders aus. Die Geschichte eines jüdischen Milchmanns, der versucht, seine Töchter an gute Ehemänner zu verheiraten. Aber es ist nicht alles Gold, was glänzt, und jede Ehe, die der Schadchen stiftet oder die die jungen Leute unter sich ausmachen, wird übler als die vorherige. Heiter, traurig, klug, weise und ein bisschen augenzwinkernd, und am Ende sogar lebensbedrohlich für den guten Tewje.


Weitere Jahresrückblicke:
Teil I: Januar bis März 2017
Teil II: April bis Juni 2017
Teil IV: Oktober bis Dezember 2017


© Petra Hartmann


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Jahresrückblick II: April bis Juni 2017

Geschrieben von Petra , in Jahresrückblick 29 December 2017 · 364 Aufrufe
Jahresrückblick
Hier der zweite Teil meines Jahresrückblicks auf die Lese- und Hörfrüchte 2017. Mythologie, Fantasy, SF sind dabei, etwas Indianisches, etwas Mittelalterliches und einige Erinnerungen an den Lateinunterricht. Viel Spaß beim Lesen und Stöbern!

Hinweis:
Etwaige blau markierte Texte sind herausragende Spitzenbücher, rot steht für absoluten Mist, und hinter den Links verbergen sich ausführlichere Besprechungen innerhalb dieses Blogs.


April

Mythen der Cherokee: Der Aufstand der vierfüßigen Völker und die Eulenspiegeleien von Tricksterhase
Umfangreiche Sammlung von Mythen und Erzählungen. Man erfährt etwas von der Entstehung der Welt und davon wie die Spinne den Menschen das Feuer brachte, hört von der Jagd, vom Mais und vom Taback, von Krankheit und Heilung oder von der Sonne und ihrer Tochter, von Mond und Sternen. Sehr viele Ursprungssagen. Manche Geschichten sind in mehreren Versionen aufgezeichnet, zum Teil gibt es schon Vergleiche, Reflexionen und Interpretationen der Geschichten. Sehr schön sind die Sagen, in denen über Tiere berichtet wird. Die Abenteuer und Winkelzüge des Tricksterhasen sind recht pfiffig, manche davon kannte ich allerdings schon aus anderen Zusammenhängen.

Georg Oswald Cott: Eine Hand freihalten. Gedichte
Ein Lyrikband, der mehr oder weniger zufällig bei mir gelandet ist. Eine Bekannte hatte mitbekommen, dass ich mich für Gedichte interessiere, und da hieß es: "Da hab ich was für dich."
Ein schmales, nur 40 Seiten umfassendes Büchlein, das innen viel größer als außen ist. Viele Augenblicksaufnahmen, die zwar nicht in der Länge, wohl aber im Tonfall und beim Einatmen des Gedichts an Haikus erinnern. Naturschilderungen ohne überzogenes Pathos, sehr ruhig und gelassen im Ton. Ein Dichter, der offenbar angekommen ist und schon lange weiß, wer er ist. Ein gutes Gefühl beim Lesen.

Holger M. Pohl: Arkland I - Aufbruch ins Gestern
Fantasy-Roman über zwei sehr unterschiedliche Männer, die auf der Suche nach Antworten sind. Es geht um eine Welt, in der vor Urzeiten ein Krieg getobt hatte, in dessen Folge die damaligen Herrscher, die weißen Könige, vertrieben wurden. Nun ist das Land in zwei sehr unterschiedliche Bereiche geteilt, das schmale Westküstenland und das große, wilde Ödland, das man Arkland nennt. Die beiden Helden, die sich auf ihren jeweils eigenen Weg machen, sind sehr unterschiedlich. Der eine stammt aus der privilegierten Oberschicht einer ehemaligen Stadtburg der weißen Könige und wird wegen seiner Forschungen verbannt. Ein Risiko, das er selbst sehr bewusst auf sich nimmt, da er eine Bedrohung ahnt, die seiner Welt bevorsteht. Nun verlässt er die Burg und macht sich auf eine Reise ins Arkland. Der andere ist ein Krieger, der zunächst einmal auf der Suche nach seiner eigenen Herkunft ist. Denn nach jeder Schlacht stellt er fest, dass er wieder Teile seines Lebens vergessen hat. Offenbar ist er viel älter als gedacht. Ein "Krieger der Welt" ist er, als lebende Kampfmaschine und Supersöldner geschaffen ... Der Roman stellt zwar das Kampftalent dieses Helden überzeugend dar, ist jedoch alles andere als ein Abenteuer, das auf Action und Blut setzt. Der Schwerpunkt liegt vielmehr auf der Ausgestaltung der Welt und ihrer Geschichte sowie auf den Charakteren. Ein angenehmer und leicht zu lesender Satzbau kommt hinzu. Also ein durchaus gelungener Roman, dessen zweiten Teil ich mir wohl demnächst mal anschaffen werde.

Walter Farley: The black stallion's filly
Als Kind war ich ein großer Fan der "Blitz"-Bücher von Walter Farley. Später habe ich auch die Fortsetzung der Serie gelesen, die sein Sohn Steven geschrieben hat, fand sie aber deutlich schwächer. Klar, dass ich irgendwann darauf aufmerksam wurde, dass es auch eine Geschiche über Black Minx gibt. Die superschnelle Rennstute, eine Tochter des schwarzen Hengstes, spielte eine Rolle im Buch "Blitz legt los". Dies hier ist die Vorgeschichte dazu, die, so weit ich sehe, nie auf Deutsch erschienen ist. Alec und Henry erwerben die erste Tochter des schwarzen Hengstes, die zu Beginn seiner Karriere als Deckhengst gezeugt, von den Besitzern ihrer Mutter und von den Jockeys aber offenbar nicht ordentlich behandelt wurde. Das temperamentvolle Stutfohlen neigt zu Angstausbrüchen und auch zu Eigenwilligkeiten. Und Black Minx leidet darunter, dass ihr Schwanz bei einem Unfall in Mitleidenschaft gezogen wurde. Eitles kleines Mädchen. Als Alec auf die Idee kommt, ihr eine Art Perücke aus Schweifhaaren anderer Pferde zu basteln, sorgt das bei den anderen Jockeys für Kopfschütteln und Gelächter. Das Lachen bleibt den Jungs aber dann im Halse stecken, als die schwarze Stute das komplette Feld der jungen Hengste hinter sich lässt und als erste durchs Ziel prescht.

Hans-Jürgen Fischer: Sandros Strafe
Ein Roman meines Vereinskollegen Hans-Jürgen Fischer, entstanden aus Erfahrungen heraus, die der Autor bei seiner Arbeit als Jugendgerichtshelfer macht. Sandro ist ein Jugendlicher, der "durchs Raster gerutscht" ist, in der Schule lief vieles schief, in der Familie auch, dann geriet er auf die schiefe Bahn. Schließlich nimmt er Rache und tötet als Amokläufer zahlreiche Lehrer und Mitschüler. Nur sein Plan, sich am Ende selbst zu töten, geht schief. Nun liegt er, vom Hals abwärts gelähmt, im Krankenhaus ... Einzig der Mann von der Jugendgerichtshilfe interessiert sich für Sandros Beweggründe. Er arbeitet nach und nach Sandros Lebensgeschichte auf und sucht nach den Ursachen der Bluttat.
Ich habe diesen Roman als Vorbereitung auf eine Radiosendung gelesen, die ich für Radio Tonkuhle mit dem Autor gemacht habe. Die Sendung könnt ihr hier nachhören.


Waltharius Lateinisch/Deutsch (Reclam)
Ein altes Epos aus dem Umfeld der Nibelungensage. Ich wollte es mir schon lange einmal durchlesen, war aber immer zu dumm, es im Reclamverzeichnis zu finden, weil ich es unter "Mittelhochdeutsch" gesucht habe. Wieder was gelernt: Der Waltharius ist auf Latein geschrieben.
Es handelt sich um ein Abenteuer aus der Jugendzeit Hagens von Tronje. Er ist zusammen mit einem anderen jungen Adeligen, eben dem Titelhelden Waltharius, und einer jungen edlen Frau namens Hildegunde als Geisel an den Hof des Hunnenkönigs Etzel gelangt und wächst hier auf. Waltharius und Hagen werden gute Freunde, und zwischen Hildegunde und Waltharius entspinnt sich eine Liebesgeschichte. Eines Tages kann Hagen flüchten. Er wird später ein Gefolgsmann des aus dem Nibelungenlied bekannten Königs Gunther. Auch Waltharius und Hildegunde flüchten eines Tages aus dem Hunnenland und wollen nach Hause. Sie führen auch reiche Schätze mit sich. Als sie eines Tages in König Gunthers Land geraten und einen Fährmann für das Übersetzen über einen Fluss mit einem exotischen Fisch aus dem Hunnenland bezahlen, ist das Erstaunen über dieses fremdartige Tier groß. Der exquisite Leckerbissen wird sofort in die königliche Küche transportiert. Hier erkennt ihn Hagen dank seiner Jugenerinnerungen sofort als hunnischen Fisch und schließt messerscharf: Dann muss das Waltharius sein, der eben an der Fähre war. König Gunther will nun unbedingt die sagenhaften Schätze aus dem Hunnenland haben, die der Fremde mit sich führt. Hagen rät ab, da Waltharius a) sein Freund ist und b) ein so toller Krieger, dass er sämtliche Ritter Gunthers ohne Probleme niedermachen kann. Aber Gunther besteht darauf, Waltharius seine Schätze abzunehmen und reitet ihm mit großem Heeraufgebot nach. Es kommt zur bewaffneten Auseinandersetzung, wobei Waltharius dank der geographischen Begebenheiten die Möglichkeit hat, seine Gegner jeweils einen nach dem anderen töten zu können: Er steht in einer "hohlen Gasse", duch die die Krieger Gunthers nur nacheinander hindurch schreiten können. Waltharius besiegt, ohne Ermüdungserscheinungen zu zeigen, sämtliche Ritter Gunthers. Schließlich sind nur noch Gunther und Hagen am Leben. Hagen will noch immer nicht gegen den ehemaligen Freund kämpfen. Doch die Gefolgschaftstreue, die er dem König geschworen hat, wiegt schließlich schwerer als die Freundschaft. Beide greifen Waltharius, nachdem sie ihn auf offeneres Gelände gelockt haben, gemeinsam an. Aber sie müssen einen hohen Blutzoll entrichten. Am Ende sind alle drei fast tot: Hagen fehlt ein Auge, Gunther ein Bein, Waltharius die rechte Hand. Das bringt die drei Helden wieder zur Vernunft, sie vertragen sich, blödeln sogar ein wenig herum und spotten über ihre gegenseitigen Verletzungen, während Hildegunde die Wundsen versorgt.
Die Geschichte ist nicht ganz unwichtig für das Verständnis des Nibelungenliedes. Hier wird dem guten Hagen einmal kurz und vorwurfsvoll sein jugendlicher Verrat an dem guten Freund am "Vasgenstein" vorgehalten. Wenn ihr mal in die Episode mit der zweiten Schildgabe Rüdigers an Hagen hineinschaut, wird euch vielleicht die Parallele beziehungsweise die gespiegelte Situation dort auffallen. Hagen bittet dort Rüdiger um einen neuen Schild, da ihm der alte zerhauen worden ist. Das wirkt auf heutige Leser etwas skurril. Immerhin liegen doch sicher genug Schilde auf dem Schlachteld herum. Und ausgerechnedt Rüdiger, der ehemalige Freund, ist ja Lehnsmann des Hunnenkönigs und gekommen, um Gunther, Hagen und die anderen Burgunder zu töten. Rüdiger und Hagen erneuern hier auf dem Schlachtfeld bzw. im Saal ein schon einmal durchgeführtes Ritual, mit dem sie sich gegenseitig verpflichtet und einen Freundschaftsbund geschlossen haben. Gunther schaut zu und gibt gewissermaßen seinen Segen dazu, dass sein bester Mann Hagen in dieser kritischen Situation einen Nichtangriffspakt mit dem todgefährlichen ehemaligen Freund Rüdiger schließt. Und während Rüdiger danach wie ein pflügender Stier durch die Reihen der Burgunder zieht und einen Helden nach dem anderen erschlägt, bleibt der einzige, der ihn hätte aufhalten können, tatenlos, weil er das Freundschaftsbündnis mit ihm erneuert hat. Einmal hatte Hagen Gefolgschaftstreue über Freundschaft gestellt und seinen Freund Walther angegriffen. Diesmal ist es anders herum: Hagen, die sprichwörtliche, Gestalt gewordene Gefolgschaftstreue, stellt in diesem Augenblick Freundschaft über Treue. Und alle um ihn herum stimmen ihm zu. Gewissermaßen ein bewusster ethischer Akt, der hier in der Schlacht gesetzt wird. Also, wie gesagt, wenn man an dieser Stelle den Waltharius im Hinterkopf hat, wird das Kampfgeschehen sehr vielschichtig ...

Gilbert L. Wilson: Waheenee. Ein Indianermädchen erzählt
Bei dem Buch handelt es sich um den Lebensbericht einer Hidatsa-Indianerin, die im Jahr 1839 geboren wurde. Gilbert L. Wilson, der Verfasser, hat lange bei den Hidatsa gelebt und ihre Geschichten aufgezeichnet, hierbei war Waheenee einer seiner wichtigesten Gesprächspartner. Sie berichtet von ihrer Kindheit und Jugend, von ihren Ehen und vom Leben und Sterben ihrer Stammesmitglieder. Dabei erfährt man auch sehr viel über Alltagskultur, Kinderspiele und Bräuche. Waheennee berichtet unter anderem von ihrer Erziehung und den Arbeiten der Fauen, aber auch davon, wie sie ihren ersten Hund abrichtete und ihm beibrachte, den Travois, den Zugschlitten zu schleppen. Ein sehr interessantes, authentisches Lebenszeugnis, das nun dankenswerterweise erneut und in einer sehr schönen Ausgabe erhältlich ist. Sehr schön auch die zahlreichen historischen Illustrationen von Frederick N. Wilson, dem Bruder des Verfassers.

Gustav Kühne: Klosternovellen
Der zweite große Roman Gustav Kühnes, den ich dieses Jahr wieder gelesen habe. Das erste Mal las ich ihn Anfang der 90er Jahre im Lesesaal der Landesbiobliothek in Hannover. Jetzt also ein Nachdruck. Es ist ein historischer Roman und gewissermaßen eine Antwort Kühnes auf die kurz zuvor erschienene "Madonna" seines Freundes Theodor Mundt. Eine Sterbende hinterlässt zwei Kinder, einen Jungen und ein Mädchen, die sie einem Priester anvertraut. Beide werden in Klostern erzogen, wobei der Junge, Raoul, Mittel und Wege findet, seine Schwester zu besuchen. Zwischen den beiden entspinnt sich bald mehr als geschwisterliche Zuneigung. Wobei immer wieder angedeutet wird, dass beide möglicherweise gar keine Geschwister sind. Das Buch ist reich an theologischen und philosophischen Betrachtungen, eben typisch jungdeutsch. Unter anderem gibt es eine sehr eindrucklsvolle Diskussion um das Beichtgeheimnis, als ein Mann ein Attentat auf den König verübt, der zuvor bei Raoul gebeichtet hat. Raoul gerät zwischen die Fronten und bekommt schließlich furchtbaren Ärger mit seinen Kirchenoberen, als er sagt, ein solches Verbechen sei so schändlich, er würde es sofort den Behörden melden, wenn ihm jemand in der Beichte Pläne für einen Königsmord offenbaren würde. Insgesamt eine interessante, gedankenreiche Geschichte, aber ziemlich verschlungen und für heutige Leser nicht unbedimgt leichte Kost.


Hörbuch

Theodor Fontane: Effi Briest
Gelesen von Gert Westphal, von wem auch sonst? Den Roman hatte ich irgendwann Ende der 80er zu, ersten Mal gelesen, glaube ich. Ich hatte auch mal den Film gesehen und erinnere mich düster an den tatsächlich sehr unheimlichen Chinesen. Und irgendwann hatte ich mal eine Diskussion mit Mitschülern darüber, wo und wann denn nun der Seitensprung eigentlich stattgefunden hat. Tja, da war diese Stelle, an der gesagt wurde, dass sie ihr Dienstmädchen weggeschickt hat. Und eine Frau, die ihr Dienstmädchen wegschickt, das war für Fontane und die Leser seiner Zeit absolut klar, kann dann nur eines tun ... War schon irgendwie eine kranke Zeit. Westphal ist natürlich wieder ein Genuss. Einfach genau die Stimme und Vortragsart, die man für diese Romane braucht. Nur bei dem viermaligen "O gewiss, wenn ich darf" habe ich etwas gestutzt. Er hat eine sehr ungewöhnliche, beinahe tonlose Art, das auszusprechen. Ganz anders als die Piepsstimme im Film, die ich bis dahin im Ohr hatte. Vielleicht hat er recht. Jedenfalls eine sehr gute Lesung.

Jan Szaif: Platon. Eine kurze Einführung
Erwin Sonderegger: Aristoteles. Eine kurze Einführung
Die beiden CDs habe ich vor einigen Jahren, vermutlich Mitte der Nuller Jahre erstmals gehört und nun beim Durchstöbern meiner alten Sachen wiederentdeckt. Die Platon-CD ist ganz okay, die Aristoteles-CD aber definitiv zu kompliziert, die Inhalte sind einfach zu komplex für den Hörkanal. Gerade für die metaphysischen Sachen von Aristoteles ist es ist doch besser, eine Printausgabe zu Rate zu ziehen. Und das sage ich nicht als komplett Ahnungsloser, ich halte mich für recht kompetent in Aristoteles-Fragen. Aber ich halte den Blick auf die Schrift für einprägsamer.

Jan Tenner Classics 5: Gefährliche Insel
Das Super-Serum erfährt eine neue Modifikation: Man kann damit nun unter Wasser atmen. Jan und Laura tauchen zu einer gut bewachten Insel, auf der ein verrückter General herrscht, und suchen nach einem verschollenen U-Boot. Spannend, wenn auch etwas überzogen.


Mai

Thomas Paulsen: Geschichte der griechischen Literatur (Reclam)
Gute und hilfreiche Übersicht in bewährter Reclam-Qualität. Schön, dass es nicht nur um die klassische Epoche geht, sondern auch um die Dichtung des Hellenismus und der Kaiserzeit. Es gibt viel zu entdecken. Für mich war zum Beispiel die "Ilias Lipogrammatos" von Nestor von Laranda so eine Entdeckung. Lipogramme sind literarische Werke, in denen ein bestimmter Buchstabe weggelassen wird. Bekanntestes Beispiel in unserer Zeit ist wohl "Anton Voyls Fortgang", der Roman, in dem kein einziges E vorkommt. Nestor jedenfalls, der im 3. nachchristlichen Jahrhundert lebte, ließ in jedem Kapitel seiner ilias einen anderen der 24 griechischen Buchstaben weg. Okay, absolute Randnotiz, aber ich bin immer wieder fasziniert von den Autoren gerade der Kaiserzeit. Die Klassiker hat man ja sowieso drauf.

Ulla Berkéwicz: Adam
Roman über eine Schauspielerin, die Liebe, Theater und diesen furchtbaren eisernen Theatervorhang, der beim Herunterrasseln ein blondes Mädchen enthauptet. Eine faszinierende Sprache, zuerst etwas anstrengend, aber sehr schön. Hat mir gefallen.

Tatjana Stöckler: Chagrans Thron II
Zweite Hälfte des SF-Romans um Sam, die jugendliche Piratenkönigin von Cyrrion und ihren rikarischen Geliebten. Es gibt ein Wiedersehen mit den Drakuloniern, Rikaniern, Lisorianern, Tartanen, Wraps. Interessante Geschichte, gut geschrieben und spannend. Nur die Vielzahl der Völker und ihrer unterschiedlichen Verwandtschaftsbeziehungen ist etwas kompliziert. Wichtiger Hinweis: Eigentlich sind es nicht zwei Einzelromane, sondern nur ein einiger, der aus drucktechnischen Gründen in zwei Hälften erschienen ist. Ein Einstieg mit Teil eins von Chagrans Thron wäre also sinvoll.

Erik Schreiber: Schwalbennest
Novelle über ein Kloster hoch oben in den Bergen, in das eines Tages ein Fremder kommt. Das heißt: Ganz fremd ist er nicht, dieser Han Wei, denn es gibt in alten Aufzeichnungen Berichte und Prophezeiungen über ihn. Flüssig geschrieben, ein kleines literarisches Kabinettstück, zudem in sehr ansprechender Aufmachung. Ein sehr schönes kleines Taschenbüchlein.

Rolf Krohn: Bunte Lichter
Eine Sammlung von Science-Fiction-Erzählungen. Interessant ist, dass in jeder Geschichte ein besonderes Licht in jeweils einer anderen Farbe eine zentrale Rolle spielt. Meine erste Assoziation war die Sammlung "Bunte Steine" von Adalbert Stifter. Es sind sehr ruhige, eher literarische Geschichten, Gedankenexperimente über mögliche Zukünfte oder technische Errungenschaften, oder auch um ein bestimmtes Licht, das über einer Landschaft auf einem anderen Planeten herrscht, die manche Menschen während einer Nahtod-Erfahrung sehen. Es geht um Zeitreisen, Wetterbeeinflussung, den Weltuntergang. Teilweise etwas anstrengend, aber recht gut geschrieben.

Jugurtha - Gesamtausgabe, Band 1:
- Der Löwe der Wüste
- Die Maske des Krieges
- Die Nacht der Skorpione
- Die vergessene Insel
Die Geschichte des numidischen Prinzen als Comic-Epos, erzählt nach alten, mündlich überlieferten Legenden, die zum Teil der Schilderung des römischen Geschichtsschreibers Sallust widersprachen. Ich habe die Alben damals in der Carlsen-Ausgabe verschlungen. Witzigerweise war das auch die Zeit, in der wir im Lateinunterricht den "Bellum Jugurthinum" lasen. ich erinnere mich noch gut an die Rede, die Adherbal vor dem römischen Senat hielt und in der er erzählte, wie sein Vater, der numidische König, und sein Bruder Hiempsal von Jugurtha ermordet wurden. "Was ist er also?", fragte unser Lateinlehrer. Und ich so: "Halbwaise." (Gelächter)
In dieser Comicfasusng ist Jugurtha absolut unschuldig sowohl am Tod des Königs als auch des Hiempsal. Die Art, wie Hiempsal umkommt, erschien mir allerdings damals schon etwas unglaubwürdig. Eine Serie, die mir sehr gut gefiel, wenn sie auch optisch nicht die Höhe der Thorgal-Serie, die ich zeitgleich las, halten konnte. Und ich hatte damals schon große Probleme, die beiden Söhne Micipsas auseinander zu halten. Und dass die Serie ab Band 4 komplett ersponnen ist bzw. weit über Sallust hinausging, der von Jugurthas Tod berichtet, hat mich schon damals irritiert. Na gut, ist halt so eine Idee. Die Insel fand ich aber schon faszinierend.
Die Gesamtausgabe, die nun als Hardcover erscheint, macht einen anspechenden, edlen Eindruck. Es sind jeweils vier Alben in einem Band. Ziemlich großformatig und schwer, man hat also etwas in der Hand. Im ersten Band gibt es ein wenig Infomaterial zum Hintergrund der Serie und zum historischen Hintergrund der jugurthinischen Krieges. Schön.


Eugen Gliege: Sagen und Geschichten aus der Altmark
Sagenbuch mit Geschichten aus Gardelegen, Salzwedel, Arendsee und Umgebung, wo ich ja derzeit meine Wirkungsstätte habe. Also gewissermaßen berufliche Pflichtlektüre. Es gab hier beispielsweise auch einen wilden Jäger, Nachtmahre, eine weiße Frau und Auseinandersetzungen um den Ablasshandel. Schöne Geschichte: Da geht einer zum durchreisenden Ablasshändler und erkauft sich den Ablass für eine Sünde, die er erst noch begehen will. Der Ablasshändler zögert erst, aber die Geldgier siegt. Nach seiner Abreise wird der Händler dann überfallen, und der Räuber, der die rappelvolle Ablasskasse davonträgt, zeigt ihm triumphierend den Zettel, der ihn von diesem Verbrechen freispricht ... (Sonderbar, dass ich beim Tippen mehrfach statt "Ablassgandel Abgashandel geschrieben habe ...) Schön finde ich auch die Sage um das zugemauerte Stadttor von Gardelegen und die Geschichte vom Meineidigen in Salzwedel. Die Sage um die Äbtissin von Arendsee kannte ich schon irgendwo anders her. Und die Brandstifterin Grete Minde aus Tangermünde kennen vermutlich die meisten durch Theodor Fontane.


Hörspiele

Jan Tenner Classics 6: Geheimnis des Adlers
Jan und Laura werden mit einem seltsamen Adler konfrontiert, der beinahe täglich größer wird. Ein Indianerstamm in der Nähe weiß offenbar mehr über das Tier. Aber Jan stößt nur auf Feindseligkeit. Doch endlich kommt er dem Geheimnis auf die Spur: Es stecken Außerirdische dahinter. Jan schafft es, sich mit den Beteiligten zu verständigen und Hilfe zu bringen.

Jan Tenner Classics 7: Finsternis über Westland
Kein Sonnenlicht mehr auf der Erde. Grund sind außerirdische Schiffe, die zwischen Sonne und Erde parken und ihre Batterien wieder aufladen. Jan versucht, die Fremden zum Positionswechsel zu bewegen. Allerdings ist dies ein heikles Manöver, und die Fremden haben nicht mehr genug Energie für komplizierte Manöver. Jan erweist sich aber als geschickter Diplomat und schafft es schließlich mal wieder, die Welt zu retten. In dieser Folge erfährt er auch erstmals etwas über die Leonen, ein Volk, das ihn in späteren Foigen noch beschäftigen wird. Er erhält einen speziellen Stein als Geschenk, der ihm künftig verraten kann, ob Leonen in der Nähe sind. Sehr hilfreich.


Juni

Xenophon: Das Gastmahl gr./dt (Reclam)
Wer Platons Gastmahl kennt, sollte auch mal bei Xenophon zu Gast gewesen sein. Ebenfalls eine fröhliche Runde, in der bei gutem Essen und Wein über philosophische Themen geredet wird, und ebenfalls eine Runde, in der Sokrates als Gast anzutreffen ist. Eine schöne zweisprachige Ausgabe, gut lesbar. Vielleicht nicht ganz so kunstvoll wie bei Platon, aber doch lesenswert und liebenswert.

Esther S. Schmidt: Die zweite Finsternis

Kristina Lohfeldt: Too Bad to be God
Eine kafkaeske Situation: Ein Apotheker erwacht eines Morgens und hat sich in einen Mistkäfer ("Pillendreher") verwandelt. Eine unangenehme Situation. Als sich die Verwandlung nicht aufheben lässt, kommt der Mistkäfer auf die Idee, er sei wohl ein Gott, und schreibt sich auf der Götter-Hochschule für diverse Kurse ein. Das ist der Auftakt einiger heiterer Lehrgeschichten, in denen bekannte Gottheiten diverser Mythologien, aber auch einige vollkommen unbekannte Götter die Schulbank drücken und manchmal furchtbare Katastrophen anrichten. Ein amüsantes, stellenweise aber auch etwas dröges Buch. Nette Idee, hätte aber mehr Feuerwerk enthalten können.

Neil Gaiman: Nordische Mythen
Nacherzählung bekannter Geschichten aus der germanischen Mythologie, sehr nett und kindgerecht gemacht. Hat mir gut gefallen, nur die ständige Ansprache an der Leser nervt ein wenig. Ich fliege jedesmal raus aus der Geschichte, wenn einer zu mir sagt: "Und nun will ich dir erzählen, wie ..."


Hörbuch/Hörspiel

Die Besteigung des Rum Doodle
Granatenmäßige Parodie auf die Reiseberichte großer Expeditionsleiter aus der Zeit der Entdeckungen. Gelesen von Jürgen von der Lippe. Ich habe die Geschichte im Auto gehört und manchmal vor Lachen ins Lenkrad gebissen. Der Rum Doodle ist ein legendärer Berg, dessen Besteigung aber vor allem durch die Unfähigkeit der katastrophalen Trümmertruppe erschwert wird, die sich da aufgemacht hat, den Gipfel zu erobern. Schon der Auftakt ist haarsträubend: der Dolmetscher spricht die Sprache der Eingeborenen, die hauptsächlich aus furchtbaren Verdauungssstörungsgeräuschen besteht, offenbar doch nicht so gut, wie er behauptet. jedenfalls hat der Mann versehentlich statt der benötigten 3000 einheimischen Träger 30000 eingestellt. Dann macht sich die Truppe auch noch zum falschen der beiden Gipfel auf ... Einfach nur herrlich.

Jan Tenner Classics 8: Red Rock in Flammen
So, jetzt sind die Leonen da und wollen Uran haben. Und obendrein haben Jan und Laura es mit einem gefährlichen Vulkan zu tun. Der Ausbruch könnte katastrophale Folgen haben. Schuld sind die löwenköpfigen Außerirdischen, die sich in dem Vulkan ein geheimes Hauptquartier eingerichtet haben. Zum Glück gibt es das passende Serum, und Jan und Laura können die Katastrophe im letzten Augenblick verhindern.


Weiterer Jahresrückblick:
Teil I: Januar bis März 2017
Teil III: Juli bis September 2017
Teil IV: Oktober bis Dezember 2017


© Petra Hartmann


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Jahresrückblick I: Januar bis März 2017

Geschrieben von Petra , in Jahresrückblick 28 December 2017 · 376 Aufrufe
Jahresrückblick
Das Jahr 2017 geht bald zu Ende. Zeit, meine Lesefrüchte zu sortieren und sie Revue passieren zu lassen. Im ersten Quartal waren es vor allem viele Hörspiele und Hörbücher, meist SF, da ich lange Autofahrten zu bestehen hatte. Dazu viel Märchenhaftes, ein bisschen Kinder- und Jugendliteratur und ein paar Klassiker. Hier also, gewohnt unstrukturiert und subjektiv, mein Rückblick auf die Monate Januar bis März 2017.


Hinweis:
Etwaige blau markierte Texte sind herausragende Spitzenbücher, rot steht für absoluten Mist, und hinter den Links verbergen sich ausführlichere Besprechungen innerhalb dieses Blogs.


Januar

Patricia Wrightson: Wirrun zwischen Eis und Feuer
Patricia Wrightson: Wirrun und das singende Wasser
Patricia Wrightson: Wirrun hinter dem Wind

Trilogie um einen jungen australischen Aboriginee, der dreimal berufen wird, die Welt zu retten. Wirrun begegnet den alten Traumwesen der australischen Mythen, er bewahrt das Land vor einer neuen Eiszeit, verhindert die Übernahme des Landes durch Dämonen, und das alles in einem so musikalischen Zauberton und mit einer so eigenen Sprechstimme, dass man tatsächlich glaubt, einem uralten australischen Homer zu lauschen. Ungewöhliche und sehr eigenständige Phantastik, manchmal mit einer gewissen nicht-europäischen Logik, sehr anders als klassische High Fantasy. Ich wollte mir die Trilogie eigentlich in meiner Jugend kaufen, aber es ist immer wieder etwas dazwischen gekommen. Jetzt fand ich sie also im Antiquariat. Hat sich gelohnt.

E.T.A. Hoffmann: Die Bergwerke von Falun. Der Artushof (Reclam)
Zwei klassische Erzählungen Hoffmanns. Ich war beim Lesen fest davon überzeugt, dass ich diese Bergwerksgeschichte schon kannte. Aber ich hatte sie noch nie gelesen. Das Nachwort schließlich brachte des Rätsels Lösung: Der Stoff wurde auch von Johann Peter Hebel in seinen "Kalendergeschichten" behandelt, daher kannte ich es. Aber sehr unterschiedlich in der Ausführung. Und eine sehr interessante Sichtweise auf das Bergmannsleben. Erinnerte mich auch etwas an Novalis und seinen "Heinrich von Ofterdingen". Es geht um einen jungen Mann, der im Berg verschollen ist. Erst Jahrzehnte später wird sein Leichnam wiedergefunden, er ist auf seltsame Art konserviert worden und sieht noch immer aus wie ein strahlender, jugendfrischer Bergmann, während seine damalige Braut längst eine uralte, dem Tode nahe Greisin ist.
Die Geschichte vom Artushof hat mit dem britischen König nichts zu tun. Der Artushof ist ein Gasthaus, in dem ein junger Kaufmann sitzt und eigentlich seine Rechnungen schreiben sollte. Aber es kommt einfach so über ihn, und er beginnt zu zeichnen. Sehr sympathischer Mensch. Eine Art Künstler-Novelle also.

Nikolai von Michalewsky: Kielwasser des Todes. Grüner Auftrag für "Fortuna"
Ein weiteres Umwelt-Abenteuer aus dem Mittelmeer mit dem Schiff Fortuna. Diesmal geht es um bedrohte Schildkröten.Spannend geschrieben, aber ein bisschen zerpflückt und ziemlich viel Zufälliges. Das Ende ist wirklich ein Schlag ins Gesicht.

Kathi Wallace: Assiniboin Girl

Karsten Kruschel: Das Universum nach Landau
Kurzgeschichtensammlung mit Geschichten aus einem Sonnensystem, das im gleichen Kosmos angesiedelt ist wie die Vilm-Romane und der Galdäa-Roman des Autors. In der Handlung lose mit diesen Büchern verbunden, aber durchaus eigenständig. Die meisten der Geschichten sind bereits in Anthologien erschienen, einen Großteil davon kannte ich schon. In den Einzelveröffentlichungen ist mir allerdings nie aufgefallen, dass der Autor jedesmal eine bestimmte Farbe für den Titel gewählt hat. Erst in der Zusammenstellung wurde dies nun geradezu zum Ordnungsprinzip des Buchs. Da ist ein Grün, das den verzweifelten und schließlich erfolglosen Kampf der Bevölkerung eines Planeten gegen das immer üppiger wuchernde Grünzeug charakterisiert, oder das Weiß als Signal für den drohenden Eistod der Siedler, als eine Klimakatastrophe hereinbricht. Gentechnik, Metamorphosen, Auseinandersetzungen mit fremden Lebensformen und die Frage nach dem Wohin der Menschheit ziehen sich wie ein roter Faden durch das Buch, und manchmal ergeben sich überraschende Zusamenhänge zwischen den Geschichten. Geschrieben ist das alles in einem unpathetischen, manchmal etwas kühlen, aber nie blutlosen Stil, sehr treffend und eingängig. Es hat nicht ganz den Zauber der Vilm-Bände, ist aber für den Fan durchaus eine gute Ergänzung.

Jonas Gawinski: Die Nacht wächst schnell nach

Die Welten von Thorgal: Thorgals Jugend 4 - Berserker

C.S. Forester: Brown von der Insel
Ich bin ein großer Fan von Foresters Hornblower-Romanen. Da war es nur eine Frage der Zeit, dass ich mir irgendwann einmal den Brown zulegen musste. Auch wenn mich zugegebenermaßen die Notiz etwas abgeschreckt hat, dass Adolf Hitler das Buch sehr geliebt haben soll ... Brown, der Titelheld, gehört zur Besatzung eines englischen Kriegsschiffs, das von dem deutschen Kreuzer "Ziethen" versenkt wird. Brown wird gefangen. Als die Ziethen auf der fiktiven Galapagos-Insel Resolution vor Anker geht, um einige Schäden am Schiff auszubessern, kann Brown fliehen. Er nimmt die Ziethen unter Feuer und schafft es durch geschicktes Ausnutzen der natürlichen Gegebenheiten, das feindliche Schiff so lange an seinem Platz festzuhalten, bis ein britisches Kriegsschiff erscheint und die gefürchtete Ziethen versenkt. Brown allerdings ist tödlich verwundet und erfährt nichts mehr von seinem Erfolg. Und der Kapitän des britischen Schiffs, der Browns unbekannter leiblicher Vater war, erfährt weder von Browns Beihilfe zu seinem Sieg noch davon, dass er überhaupt einen Sohn hatte.
Die Geschichte von der Zeugung Browns, als eine junge hübsche Frau aus gutem Hause einfach eines Tages beschließt, die Kutsche anspannen zu lassen, und vorgibt, zu einer Freundin zu fahren, dann aber in London eine mehrtägige sexuelle Beziehung zu einem ihr unbekannten Seemann pflegt und sich schließlich von ihm trennt, ohne ihm ihren Namen und ihre Herkunft zu verlangen, gehört zu den schönsten Episoden des Buches und hat beinahe etwas Magisches. Diese eigenartige Geschichte steht in sehr auffallendem Widerspruch zu dem ansonsten recht kargen, nüchternen Realismus der marinehistorischen Erzählung. Fachlich und erzähltechnisch zieht der Autor alle Register seines Könnens, schildert detailreich und überzeugend das Leben an Bord eines britischen Kriegsschiffs, bietet also gewohnte Forester-Qualität. Das "David-Copperfield-Zeug", also die Beschreibung der Jugend des vaterlos aufwachsenden Brown, der von seiner Mutter konsequent auf eine Laufbahn in der Marine hin erzogen wird, hat ebenfalls etwas von den großen britischen Klassikern.
Dass das Buch mich zwar mitgenommen, aber nicht mitgerissen hat, liegt daran, dass dieser Brown einfach keinen Funken Hornblower-Persönlichkeit hat. Brown ist und bleibt ein schlichter, einfach gestrickter Mensch ohne jegliche Entwicklung, ein Soldat aus den unteren Rängen, der brav seine Pflicht erfüllt, der aber weder die Fähigkeiten noch den Ehrgeiz hat, Karriere zu machen oder Strategien auszuarbeiten, Führungsverantwortung zu übernehmen oder irgend etwas zu gestalten. Es ist so gut wie kein Innenleben vorhanden. Da ist einfach nur die Aufgabe, die er sieht, eben die Ziethen zu bekämpfen, und das tut er. Vielleicht liegt darin ja gerade die Größe dieses kleinen Menschen. Brown steht zur rechten Zeit am rechten Platz und tut, was getan werden muss. Dass er in dieser Einmannschlacht gegen den schwimmenden Goliath über sich hinausgewachsen ist, ist auf jeden Fall eine Leistung und hat eine eigene schlichte Größe. Aber mir fehlen einfach auch die Ängste und Selbstzweifel, die Reflexion eines Hornblower. Also eher 2+ als 1 mit Sternchen.


Hörspiel

Mark Brandis, Raumkadett 3: Tatort Astronautenschule
Jugendabenteuer aus der Ausbildungszeit von Mark Brandis. Der junge Mark Brandis und seine Mitschüler bereiten sich in der Astronautenschule auf Einsätze im All vor, und um Bewegungsabläufe ohne Schwerkraft trainieren zu können, wird im Wasser geübt. Doch aus dem Tauchgang wird blutiger Ernst, als die Schüler eine Leiche finden. Das ganze hält nicht ganz die Höhe der Originalromane um den erwachsenen Brandis von Nikolai von Michalewsky. Es ist eher ein Jugend- oder Kinderhörspiel und erinnert ein wenig an die Detektivbanden der alten Cassettenzeit, ist aber nicht schlecht gemacht, und technisch haben es die Hörspielmacher der Brandis-Serie ohnehin drauf.

Jan Tenner Classics 1: Angriff der grünen Spinnen
Alter Jugend-SF-Klassiker aus den 80ern, den ich mir schon seit Jahrzehnten mal reinpfeifen wollte. Sehr nett gemacht, wenn mir auch dieses ominöse Serum etwas unglaubwürdig erscheint. Naja, aber was heißt schon Unglaubwürdigkeit im phantastischen Bereich? Eine Horde von riesigen grünen Spinnen bedroht Westland und die gesamte Menschheit. Die einzige Chance, die Bestien zu stoppen, ist ein Zweikampf: Jan Tenner soll sich mit Hilfe des Serums in eine Riesenspinne verwandeln und das Leittier besiegen. Nicht gerade ganz großes Kino, aber es hat einfach diesen 80er-Jahre-Charme.



Februar

John Gurdon: Dramatic Lyrics
Ein im Jahr 1906 erschienener Lyrikband, der nun wieder als eingescanntes und on demand gedrucktes Taschenbuch erhältich ist. Ich bin vor einigen Jahren durch sein Drama "Erinna" auf John Gurdon aufmerksam geworden und habe letztes Jahr von seinen Nachkommen etwas zu seinen Lebensdaten erfahren (mein Englisch ist leider in der Korrespondenz etwas schwach auf der Brust, aber ich hoffe, dass ich alles richtig verstanden habe). Jedenfalls bekam ich dadurch Lust, noch etwas mehr von diesem Autor zu lesen. Dieses Buch ist zunächst einmal im Schriftbild außerordentlich klar und optisch sehr ansprechend, was bei Büchern dieser Machart ja selten ist. Die Sprache selbst sehr wohlklingend, die Gedichte traditionell gereimt und auch für den Laien recht gut lesbar. Gurdon widmet sich klassischen, mythologischen Themen, oft aus dem alten Hellas. Es gibt beispielsweise Gedichte über Antigone oder Callisto. Sehr gefallen hat mir ein Gedicht mit dem Titel "The Lament of Phrynichos". Gurdon erinnert hier an die Tragödie "Der Fall Milets", eine Tragödie, die damals mit einem Aufführungsverbot belegt wurde, weil es die Athener bei der Uraufführung so schockiert hat, als auf der Bühne der Untergang der Stadt und die Versklavung der griechischen Bevölkerung gezeigt wurde. Ein Vorläufer von Aischylos' "Persern". Jedenfalls gibt Gurdon hier dem Dichter seine Stimme zurück und lässt ihn einen Klagegesang über das von Persern eroberte Milet anstimmen. Außerdem ein wenig Indisches und etwas aus der altenglischen Sagenwelt. Ein schöner Gedichtband.



Anne Frank: Gesamtausgabe
- Tagebuch
- Geschichten und Ereignisse aus dem Hinterhaus
- Weitere Erzählungen
- Briefe
- Poesiealben-Einträge
- Das Schöne-Sätze-Buch
- Das Ägypten-Buch
- Fotos und Dokumente
- Miriam Pressler: Anne Franks Leben
- Miriam Pressler: Die Geschichte der Familie von Anne Frank
- Gerhard Hirschfeld: Der zeitgeschichtliche Kontext
- Francine Prose: Die Rezeption
- Anhang: Tagebuch-Version a und b, die neu gefundenen Blätter
Schon beindruckend, dass ein Mädchen, das nur knapp 16 Jahre alt wurde, eine so dicke Gesamtausgabe hat. Das Buch enthält die Ursprungs-Version des Tagebuchs, die von Anne Frank selbst überarbeitete Version, die sie erstellte, als sie im Radio einen Aufruf hörte, man solle doch Aufzeichnungen aus dieser Zeit machen, um sie später zu veröffentlichen, außerdem eine von ihrem Vater erstellte und nach ihrem Tode veröffentlichte Version, in die Teile aus der Urfassung wieder eingearbeitet wurden, sowie einige neu aufgetauchte einzelne Tagebuchblätter. Spannend fand ich, dass sie auch ein Buch mit Kurzgeschichten und Skizzen angefangen hat und dass sogar ein Romanfragment vorliegt.
Ich gehöre nicht zu denjenigen, die dieses Tagebuch in der Schule gelesen haben. Daher war die Geschichte für mich noch neu. Klar, man hatte schon mal Auszüge gelesen, hier und da Zitate gehört. Ich habe in ganz früher Zeit, glaube ich, auch mal die Verfilmung gesehen. Allerdings stellte ich dann irgendwann fest, dass ein bestimmtes Zitat, auf das ich die ganze Zeit gewartet habe, gar nicht kam, und merkte dann, dass ich es mit "Ein Stück Himmel" verwechselt hatte.
Diese Ausgabe ist eher etwas für den Wissenschaftler als für jemanden, der einfach nur das Tagebuch lesen möchte. Ich habe es mir in einer Art Wennschon-dennschon-Stimmung angeschafft, wollte natürlich alles haben. Was dann auch heißt, dass ich das Tagebuch in drei Fassungen nacheinander gelesen habe und vieles schon beim zweiten Mal auswendig hätte mitsprechen können. Vielleicht etwas ermüdend, aber ich habe es ja so gewollt. Die Ausstattung und die Beigaben sind reichhaltig und für den Hintergrund sehr hilfreich, man erhält eine Menge Material. Die Aufsätze im Anhang sind auf jeden Fall lesenswert. Eine gut gemachte und gut ausgestattete Neu-Ausgabe.
Der Inhalt dürfte bekannt sein. Es ist die Geschichte eines jüdischen Mädchens und seiner Familie zur Nazizeit in den Niederlanden. Die Familie taucht unter und lebt versteckt in einer geheimen Wohnung in der ehemaligen Firma des Vaters. Anne führt Tagebuch, erzählt von den zwischenmenschlichen Beziehungen im "Hinterhaus", von ihrer Lektüre und ihrer Art sich fortzubilden, von ihrem sich immer weiter verschlechternden Verhältnis zu ihrer Mutter, sie schreibt über ihre erwachende Sexualität und ihre Beziehung zu Peter, dem Sohn der zweiten im Hinterhaus untergetauchten Familie. Das Tagebuch bricht dann unvermittelt ab. Da war die Familie denunziert und abgeholt worden. Anne Frank starb im Februar oder März 1945 im KZ Bergen-Belsen.
Beim Lesen habe ich mich immer wieder gefragt, ob dieses Tagebuch eine bessere oder schlechtere Schullektüre zum Thema Nazizeit und Judenverfolgung ist als das, was wir damals gelesen hatten. In meiner Klasse waren es "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl" und "Damals war es Friedrich". Anne Frank führte mehr oder weniger ein Inselleben in ihrem Versteck, auch wenn sie natürlich Nachrichten von draußen begierig aufnahm. An Lernstoff über diese Zeit und Informationen hat das Buch also sehr viel weniger zu bieten als die beiden anderen. Andererseits ist es wohl gerade die "Normalität" Annes, die ein großes Identifikationspotential für junge Leser bietet. Da ist kein erhobener Zeigefinger, keine in pädagogischer Absicht geschaffene Romanfigur, sondern einfach ein Mensch wie du und ich, der auch eine Mitschülerin hätte sein können. Möglich, dass Anne viel eher die Herzen der Schüler erreicht als Friedrich und das rosa Kaninchen. Zu wünschen wäre es jedenfalls ...

Mary Hooper: Vertrau mir, kleiner Dachs (Lucys Tiere 4)
Ein Kinderbuch, das mir ins Suchnetz geraten ist, weil ich Dachse einfach so liebe. Allerdings spielt der sehr junge Dachs in diesem Buch nur eine Nebenrolle. Es geht darum, ihn nach dem Tod seiner Mutter und Geschwister aus dem Bau zu locken. Tierfreundin Lucy, die Titelheldin der Serie, schafft es am Ende, sein Vertrauen zu gewinnen, und kann damit beginnen, ihn aufzupäppeln. Ansonsten geht es um Pferde und einen Kriminalfall. Lucy gelingt es, einen Pferdediebstahl zu verhindern. Ganz nett. Aber ich gehöre offenbar nicht mehr zur Zielgruppe, es war mir einfach zu einfach.

Sternengebrüll. Denk- und Fühlgeschichten
Moderne Märchen aus dem Lucy-Körner-Verlag in der Tradition der drei legendären "Farben"-Bücher. Zauberhaft und nachdenkenswert. Man merkt aber auch, dass die Sammlung etwas später entstanden ist als die Vorgängerbände, sie hat einen etwas moderneren Ton. Eben ein Kind der Jahrtausendwende, das noch von den 80ern träumt.

Hans Kruppa: Kaito
Zauberhaftes Märchen in zauberhafter Aufmachung, einfach ein wunderschönes Buch. Erzählt wird die Geschichte eines kleinen Jungen, der irgendwie in seinem Heimatdorf und in seiner Familie nicht am rechten Ort ist. Als 13-Jähriger zieht er von zu Hause fort und macht sich auf, einem geheimnisvollen Fremden ein verlorenes Amulett zu bringen. Dann hört er den Mann auf einer besonderen Flöte spielen, und als dieser ihm als Dank für das Amulett einen Wunsch erfüllen will, wünscht sich Kaito, von ihm die Kunst des Flötenspiels zu lernen. Alle halten ihn für geistesgestört, denn er hätte haufenweise Gold und Silber erhalten und bis ans Ende seiner Tage ausgesorgt haben können. Nur sein Meister versteht ihn. Eine Geschichte über Selbstfindung und das Streben nach künstlerischer Vollkommenheit. Fast so schön wie "Die Legende von Tay Manka". Hans Kruppa kann's einfach.


Hörspiel

Jan Tenner Classics 2: Tödlicher Nebel
Ein giftiger Nebel bedroht Westland und seine Bewohner. Die Quelle ist ein defektes außerirdisches Raumschiff. Jan Tenner kann den Schaden beheben und das Leck flicken, Gefahr gebannt und ein Meilenstein für die Völkerverständigung gesetzt. Etwas skurril erscheint mir die Art, wie Jan überhaupt durch den Nebel gelangen kann: Er schrumpft dank des Superserums von Professor Futura auf Mausgröße zusammen und kann so in einen speziellen Roboter hineinkriechen, der nur von einem Steuermann in Mini-Größe gelenkt werden kann. Wer konstruiert denn bitte solche Fahrzeuge? Tanja nervt auch. Kein Wunder, dass sie bereits nach der dritten Folge ausgetauscht wurde. Es ist eine Art weiblicher Peter Shaw, nur mit noch mehr Piepston und Hysterie in der Stimme. Sehr anstrengend. Und die Argumentation ist immer die Gleiche. Diagnose: Wir werden alle sterben. Einziger Ausweg: Jan Tenner benutzt das neue Serum. Tanja: Nein, Jan, ogottogott, das neue Serum ist viel zu gefährlich, es ist noch nicht ausreichend erprobt, wenn dir nun etwas passiert ... Unglaubwürdig ist auch, dass sie die wissenschaftlichen Fähigkeiten dieses jungen Mannes so in den Himmel hebt. Verdammt, die Frau ist Assistentin des größten Wissenschaftlers ihrer Zeit. Sie sollte mindestens Doktorandin sein. Und himmelt einen popeligen Studenten an, der eine Substanz analysieren kann. Ein solch biederer älterer Herr wie Professor Futura wird sich seine Assistentin doch nicht nach ihrem Brustumfang ausgesucht haben ...?

Mark Brandis, Raumkadett 4: Hinter den Linien
Der junge Astronautenschüler Mark Brandis erhält ein spezielles Training: Als Copilot der raubeinigen Super-Fliegerin Alba Bravo darf er einen Patrouillenflug entlang der Grenze zu den Vereinigten Orientalischen Republiken begleiten. Dabei kommt es zu einem Gefecht, der Flieger stürzt ab, und Mark und Alba landen mitten im feindlichen Gebiet. Zu Fuß kämpfen sie sich bis zur Grenze zurück. Doch dann stürzt die Fliegerin in eine Grube. Akustisch gut gemacht, der Handlungsverlauf linear und stringent, das Ende etwas überraschend. Nicht schlecht, aber ich komme mit der "erwachsenen" Serie besser klar.

Jan Tenner Classics 3: Landung der Giganten
Riesenhafte Wesen bedrohen Westland und entführen Kinder. Sie wollen die Geiseln erst herausrücken, wenn sich Professor Futura in ihr Raumschiff begibt. Aber niemand will das größte Genie der Welt und seine wissenschaftlichen Errungenschaften in den Händen der Fremdem wissen. Zeit, eine neue Variante des Serums zu testen: Jan Tenner verwandelt sich nach der Injektion in ein Double des Professors. Gut gefallen hat mir, wie überhaupt an der ganzen Serie, die Grundhaltung Tenners, der Konflikte mit Außerirdischen immer wieder gewaltfrei, mit viel Verständnis und zur beiderseitigen Zufriedenheit löst. Schwer erträglich Tanjas dämliche Hysteriespiralen, aber damit hat es ja nun ein Ende. Nett der obligatorische kleine Nasenstüber an den Herrn General zum Schluss.

Jan Tenner Classics 4: Gefahr aus dem All
Ein Offizier verschwindet. Seine Entführer sind Außerirdische namens Lakoten. Ein Fall für Jan Tenner und das neue Serum, diesmal ein Unsichtbarkeitsserum, das zunächst einmal Anlass für viele Blödeleien bietet, da eben nur die Menschen, nicht aber ihre Klamotten unsichtbar werden, Jan also diesmal nackt im Einsatz ist. Das ewige Störgeräusch Tanja ist verschwunden, gut so. Etwas herzlos erscheint mir die Art, wie sie aus der Serie herausgeschrieben wurde, aber akustische Schönheit fordert nun mal Opfer. Laura, die neue Assistentin an Professor Futuras Seite, zeigt Jan jedenfalls erstmal, wo der Hammer hängt. Vielversprechend.



März

Susanne Pawlowic: Feuerjäger I: Die Rückkehr der Kriegerin

Regina Scheer: Mausche mi-Dessau. Moses Mendelssohn. Sein Weg nach Berlin
Kleines Taschenbuch aus der Reihe "Jüdische Miniaturen", das sich mit dem Weg des jungen Moses Mendelssohn von Potsdam nach Berlin beschäftigt. Ich hatte vor einigen Jahren aus derselben Reihe bereits den Band "Gesetzestreuer Jude und deutscher Aufklärer" von Hermann Simon gelesen, das ich denjenigen, die an einem Einstieg und ersten Überblick über Mendelssohns Leben interessiert sind, ans Herz legen möchte. Das hier vorliegende Büchlein "Mausche mi-Dessau" befasst sich nur mit einem kleinen Abschnitt aus dem Leben des jungen Moses Mendelssohn, eben dem Umstand, dass er sich im Jahr 1742 von Dessau nach Berlin aufmachte, um bei seinem verehrten Lehrer David Fränkel, der nach Berlin berufen wurde, weiter lernen zu können. Man erfährt etwas über den bekannten und möglichen Verlauf seines Weges und zum historischen Hintergrund. Aber ein Schwerpunkt ist auch die Beschreibung eines Versuchs, diesen Weg nachzuwandern, den einige Wissenschaftler und Verehrer des Philosophen vor einigen Jahren unternahmen.

Mirja Dahlmann: Die althochdeutschen Zaubersprüche zwischen Heidentum und Christentum
Eine Untersuchung der Zaubersprüche in alten Zeiten. Man erfährt viel über magische Vorstellungen und die Art, wie solche Zaubersprüche aufgebaut sind. Auch das eigentümliche Zusammenspiel von heidnischen und christlichen Vorstellungen wird herausgearbeitet. Ein Schwerpunkt liegt auf dem zweiten Merseburger Zauberspruch, also dem Zauerspruch mit dem gebrochenem Pferdebein. Sehr klug und vielleicht nützlich für einen meiner nächsten Romane.

Wilhelm Busch: Umsäuselt von sumsenden Bienen. Schriften zur Imkerei
Hübsches kleines Geschenkbüchlein, das ich beim Besuch einer Rolf-Kauka-Ausstellung im Wilhelm-Busch.Museum entdeckt habe. Enthält drei Aufsätze Buschs zum Thema Bienenzucht. Hab bisher nicht gewusst, dass der Mann begeisterter Imker war. Insgesamt nicht unbedingt ganz großes Kino. Das Büchlein ist dünn, es hat sein Verkaufspotential eben durch den Verfassernamen. Interessant, dass Busch in einem Aufsatz kategorisch und bissig verneint, dass Bienen ihren "Bienenvater", den Besitzer, erkennen und von anderen Leuten unterscheiden können. Da werden manche Imker widersprechen. Ein netter Mitnahme-Artikel über eine bisher unbekannte Facette des Comic-Urvaters.

Dino Lares: Wolfgang Schadewaldt. Eine Lebensskizze / Wolfgang Schadewaldt: Einblick in die Werkstätte meiner Arbeit
Dünnes Bändchen mit zwei Aufsätzen. Eine kleine Schadewaldt-Reliquie. Ein kurzer biographischer Abriss und ein paar Worte Schadewaldts zu seiner Arbeit.

Wolfgang Mohr / Walter Hauf: Zweimal "Muspilli"
Ich habe immer noch keine Textausgabe Muspilis gefunden und gelesen. Muss irgendwann mal gezielt in der Bibliothek danach fahnden. Vielleicht schaffe ich es nächstes Jahr. Dieses Büchlein enthält zwei Aufsätze die sich mit dem eigenartigen Weltuntergangsfragment beschäftigen. Man erfährt ein bisschen zu den germanischen und christlichen Vorstellungen darin und etwas zur Forschung, die in vielen Fällen einfach zu dem Schluss kam, dass Muspili schwierig und dunkel sei. Ein etwas älteres Büchlein (1977), vermutlich ist die Wissenschaft inzwischen schon weiter gekommen.

Gustav Kühne: Eine Quarantäne im Irrenhause
Einer der wichtigen Texte des Jungen Deutschlands aus dem Jahr 1835. Ich habe seinerzeit ein Kapitel in meiner Magisterarbeit darüber geschrieben. Damals gab es das Buch nur als frakturgedruckten uralten Wälzer, den man per Fernleihe ordern und dann auch nur im Lesesaal lesen durfte. Ich habe mir große Teile davon abgeschrieben. Jetzt also ist eine Print-Version erhältlich. Die ist auch ganz erträglich, ich erinnere mich an keine größeren Scanfehler.
Der Ich-Erzähler, ein junger Philosoph und Bohemien, wird von seinem Onkel, der ihn politrischer Umtriebe verdächtigt, kurzerhand entführt und in eine Irrenanstalt gesteckt. In der Gefangenschaft beginnt er ein seltsames Tagebuch, in dem er die politischen und philosophische Wirren der Zeit analysiert, sich mit Hegel und Gott auseinandersetzt und sich am Faust-Mythos abarbeitet. Als er im Irrenhaus seine Jugendliebe, die Opernsängerin Elvira Weißschuh, wiederfindet, die tatsächlich verrückt ist, und seine aktuelle Liebe, die polnische Sängerin Victorine, die während des Aufstandes gegen Russland ihre gesamte Familie verloren hat, wiedertrifft, beschließen die drei die Flucht. Ein Ausbruch, der Victorie in den Tod führt und die zwischenzeitlich geheilte Elvira, die auf einer Opernbühne erneut im "Don Giovani" auftritt, zurück in den Wahnsinn. Ein hochinteressantes Buch voller Sprachschönheit und kluger Gedanken, allerdings für heutige Leser wohl etwas schwer verdaulich ...



Hörbuch

Schatztruhe der Märchen
(Aschenputtel, Jorinde und Joringel, Rotkäppchen, Die sechs Diener, Schneewittchen, Das blaue Licht, Hänsel und Gretel, Allerleirauh, Das tapfere Schneiderlein, die Prinzessin auf der Erbse, Dornröschen, Kalif Storch, Der Froschkönig, Der Wolf und die sieben Geißlein, Rumpelstielzchen, Zwerg Nase, Der gestiefelte Kater, Hans im Glück, Tischlein deck dich, die goldene Gans, Frau Holle, König Drosselbart, Brüderchen und Schwesterchen, Die zertanzten Schuhe, Der kleine Muck, Der falsche Prinz, Des Kaisers neue Kleider, Das Lumpengesindel, Schneeweißchen und Rosenrot, Rapunzel, Gullivers Reisen, Rübezahl, Ali Baba und die vierzig Räuber, Das fliegende Pferd, Pinocchio)
Dicke Hörspielbox mit 20 CDs, von denen die meisten jeweils zwei Märchen enthalten. Die letzten CDs sind etwas anders, darauf sind Klassiker wie Gullivers Reisen, Pinocchio und Rübezahl-Sagen zu finden. Angeschafft habe ich sie mir eigentlich, weil ich unbedingt Hans Paetsch wiederhören wollte, die große Märchenerzählerstimme meiner Kindheit. Genauer gesagt: Ich wollte mir noch einmal "Jorinde und Joringel" von Hans Paetsch erzählen lassen und habe den Rest dann einfach mal mitgenommen. Tja, was soll ich sagen. Es war nicht alles Hans Paetsch darin. Die anderen Sprecher haben natürlich ihre Arbeit ordentlich gemacht, ich will nicht meckern, es stand ja auch in der Beschreibung drin, dass da noch andere dabei waren. Jorinde und Joringel war zwar tatsächlich von ihm gesprochen, aber es war nicht die Version, die ich kannte und wollte, sondern eine etwas ausgeweitete, gestreckte Fassung, in die ein absonderliches Greifen-Abenteuer hineinmontiert worden war, wohl um eine angemessene Laufzeit zu bekommen. Die restlichen Märchen waren größtenteils okay, bei manchen hatte ich aber das Gefühl, es mit billig produziertem "Füllmaterial" zu tun zu haben. Die Anzahl der in Reimform nacherzählten Märchen war für meinen Geschmack etwas zu groß. Und manchmal war der Versuch, durch eine Rahmenhandlung einen neuen "Dreh" in der Märchenpräsentation zu finden, doch etwas nervig und wirkte aufgesetzt. Da war unter anderem eine Familie, die für ihre Oma oder Tante ein Märchentheaterstück aufführte, und dann halt das Grimm-Märchen darbot, und einmal fing die Rahmenandlung im Stau auf der Autobahn an, worauf ein Vater und sein Sohn dann das Radio einschalten und dort einem Märchenhörspiel lauschten. Nun gut. Die Märchenkiste ist dick und voll und gehaltreich, und wenn auch nicht alles Gold darin ist, es waren doch einige Fundstücke darin. Hätte halt gern mehr von Hans Paetsch gehört ...

Helen Macdonald: H wie Habicht
Wahnsinnig tolle Geschichte, zauberhafte, magische Sprache und obendrein ausgesprochen lehrreich. Es geht um eine Falknerin, die einen Habicht abrichtet. Offenbar die absolute Königsklasse der Falknerei. Der Habicht, beziehungsweise in diesem Fall eine Habicht-Dame, wird beschrieben als blutgierig, schwer zu zähmen und ausgesprochen eigenwillig. Für die Ich-Erzählerin eines große Herausforderung. Eine Herausforderung, die sich aber sehr bewusst sucht, um über den Tod ihres Vaters hinwegzukommen. Erinnerungen an ihren Vater und ihre ersten Schritte in der Falknerei spielen aber keine so große Rolle wie die Auseinandersetzung mit dem britischen Schriftsteller T.H. White ("Der König auf Camelot") und seinem Buch "The Goshawk". In dem Buch, in dem es ebenfalls um die Abrichtung eines Habichts geht, hat White, wie die Falknerin schon als Jugendliche diagnostizierte, so ziemlich alles falsch gemacht, was man im Umgang mit einem Greifvogel falsch machen kann. Die Tragödie zwischen White und seinem Habicht Goth (Schreibt er sich so? Oder ist es ein Gos wie Goshawk? Ich kenne ja nur das Hörbuch.) und der langsamen Annäherung zwischen Ich-Erzählerin und Habichtdame Mabel spiegeln sich sehr schön in einander. Ich habe viel über Falknerei, Habichte und White gelernt. Werde mir die Geschichte sicher nochmal anhören.

Weiterer Jahresrückblick:
Teil II: April bis Juni 2017
Teil III: Juli bis September
Teil IV: Oktober bis Dezember 2017

© Petra Hartmann


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Miriam Rademacher: Talisman und die Tänzer der Nacht

Geschrieben von Petra , in Bücher - Abenteuer 26 December 2017 · 293 Aufrufe
Bücher - Abenteuer und 1 weitere...
Talisman und seine Freunde sind wieder da. Auf dem Mutmach-Hof für Kinder mit besonders schweren Angst-Störungen gibt es ein neues Rätsel zu lösen, und das kluge Islandpony hilft seinen jungen Schützlingen mit aller Kraft und viel Pferdeverstand.
"Talisman und die Tänzer der Nacht" heißt der zweite Teil der Kinderbuchserie von Miriam Rademacher über dem Mutmach-Hof im emsländischen Werpeloh. Wie bereits im ersten Teil sind die Kinder Cordula, Lars-Olaf und Katla auf der Suche nach dem Erbe der ehemaligen Hofbesitzerin. Das Geld ist dringend nötig, denn deren Nachkommen können den Hof ohne diese Finanzspritze nicht halten. Die "blauen Rätsel", die Hinweise auf das Erbe geben, locken die Kinder auf eine abenteuerliche Schnitzeljagd zu verschiedenen Orten im Emsland. Das Besondere: Nur Kinder mit besonderen Ängsten können die blauen Rätsel überhaupt finden - und um sie zu entdecken, müssen sich die Jansenhof-Gäste diesen Ängsten stellen und sie überwinden.
Diesmal geht es nach Schloss Clemenswerth in Sögel. Was als harmlose, fröhliche Kutschfahrt beginnt, wird jedoch schon bald zu einem unheimlichen Abenteuer, bei dem die ansonsten recht handfeste und taffe Katla auf einem nächtlichen Friedhof ihrem persönlichen Albtraum begegnet.
Auffallend ist die Art, wie die Kinder inzwischen mit ihren Ängsten umgehen. Wurden sie im ersten Band, "Talisman und die blauen Rätsel" noch einfach nur von beinahe lebensbedrohlichen Panikattacken durchflutet, so haben sie nun einen eigenartig wertschätzenden, beinahe pragmatischen Umgang mit ihren Ängsten entwickelt. Fast will es scheinen, als ob diese Ängste inzwischen für sie zu einem nützlichen Werkzeug geworden sind, das bei der Schatzsuche nur noch richtig und sachgerecht eingesetzt werden muss. Schon zu Beginn des Buches ist es Lars-Olaf, der, obwohl er eigentlich schon viel mutiger geworden ist, seine gesamten Schauspielkünste aufbietet und seine Eltern überzeugt, dass seine Insekten-Phobie zurückgekehrt ist. Nur so kann er seine Eltern überzeugen, ihn noch einmal auf den Jansen-Hof zu schicken und nicht zu doofen Sommerferien in Italien zu zwingen. Auch ansonsten gehen die Kinder das Angst-Problem sehr handwerklich an. Sie kommen ins Schloss, schauen sich um mit einem "Okay, wovor können wir uns hier fürchten?"-Blick und gehen dann zielsrebig auf Fledermaus-Nistkästen, dunkle Gänge oder eben den Friedhof zu.
Das Abenteuer ist spannend und flüssig geschrieben. Lediglich zu Beginn hakt es ein bisschen mit dem Erzählfluss, als Lars-Olaf seiner Mutter zum vermutlich hundertsten Mal erzählt, was er in den vergangenen Ferien alles erlebt hat. Das ist das alte Problem einer jeden Buchserie. Irgendwie müssen die Neuleser abgeholt und die Altfans wieder auf den aktuellen Stand gebracht werden. Hier wird versucht, die erneute Zusammenfassung durch die Zerstreutheit und Vergesslichkeit der Mutter zu begründen. Das ist zumindest eine Begründung. Aber vielleicht wäre für die folgenden Bände eine vier- bis fünfzeilige Beschreibung des Jansenhofs und seiner Ziele über der Personenvorstellung auf der ersten Seite die bessere Variante.
Ansonsten ein spannendes und vor allem ein etwas anderes Kinderbuch, das mit dem ungewöhnlichen Thema "Ängste" punktet und auch mit seinem emsländischen Lokalkolorit überzeugt.

Fazit: Spannendes Kinderbuch für Pferdefreunde, Emsland-Fans und alle, die ihre kleinen und großen Ängste überwinden wollen. Ein Buch, das Mut macht. Und Lust auf einen Besuch im Schloss Clemenswerth.


Miriam Rademacher: Talisman und die Tänzer der Nacht. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2017. 138 S., Euro 12,90.


Weiteres Buch aus der Talisman-Serie:
Talisman und die blauen Rätsel


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Weihnachtsmärchen: Der kleine Trommler

Geschrieben von Petra , in Weihnachten 24 December 2017 · 214 Aufrufe
Weihnachten
Die Weihnachtsgeschenke sind eingepackt, die Post erledigt, die letzten Einkäufe getätigt. Alles ist getan, was vor Heilig Abend noch erledigt werden muss. Nun ist es Zeit, sich zurückzulehnen und die Weihnachtszeit zu genießen. Ich wünsche euch allen ein frohes und friedliches Fest. Und für alle, die Freude an Weihnachtsgeschichten haben, gibt es hier mein neues Märchen. Viel Vergnügen damit!



Der kleine Trommler

„Ta-rattatta-tamm!“
„Hilfe!“ Die Mutter ließ vor Schreck die Puddingschüssel fallen. Die Schale zersprang klirrend. Brauner Schokoladenpudding verteilte sich auf dem gefliesten Küchenfußboden. Jonas blickte schuldbewusst nach unten. Er versuchte, die Sticks hinter seinem Rücken zu verbergen, aber die Trommel, die er vor dem Bauch trug, sah die Mutter natürlich sofort.
„Jetzt schau, was du angerichtet hast!“, schimpfte die Mutter. „Kannst du nicht wenigstens an Weihnachten einmal aufhören mit der dämlichen Trommelei!“
Jonas sah sie mit großen traurigen Augen an. Natürlich sagte er nichts. Jonas sagte nie etwas. Fünf Jahre war er nun schon alt, aber gesprochen hatte er noch nie. Nur getrommelt. Erst auf dem Tisch und auf Töpfen. Und nun eben auf der bunten Blechtrommel, die ihm sein Onkel zum Geburtstag geschenkt hatte. Onkel Ephraim fand das wohl lustig. Die Mutter nicht.
Wütend bückte sie sich und sammelte die Scherben auf. Dann holte sie das Wischtuch, um die dunkelbraune Sauerei aufzuwischen. Jonas sah ihr traurig zu. Er hatte sie nicht erschrecken wollen. Es tat ihm leid, wie sie da auf den Knien über den kalten Fußboden rutschte. Ganz leise, tröstend, klopfte er ein „Ta-rattatta-tamm“ für sie.
„Jetzt reicht es aber!“, schrie sie. Sie fuhr in die Höhe, holte aus und schlug ihm das dreckige Wischtuch um die Ohren. Jonas stand vor Schreck stocksteif da. Rechts und links klatschte das feuchte Tuch ihm ins Gesicht, hinterließ schmierige braune Schokoladenspuren und brannte in den Augen. Jonas hob die Hand, um die Schläge abzuwehren, und nun knallte das Tuch auf seinen Unterarm, schlug ihm die Trommelstöcke aus der Hand, die klappernd auf die Fliesen aufschlugen. Er weinte nicht. Weinen tat er nie. Sah die Mutter nur aus großen Augen an, dann bückte er sich und hob die Sticks wieder auf.
„Gib die Trommel her!“, sagte sie. „Ich habe die Nase voll.“
Aber Jonas schüttelte eigensinnig den Kopf. Da griff sie zu, wollte ihm das Instrument wegnehmen. Jonas wich erschrocken zurück. Mit einer Kraft, die man dem kleinen Jungen gar nicht zugetraut hätte, entriss er seiner Mutter die Trommel, dann rannte er aus der Küche.
„Du nichtsnutziger Wechselbalg! Ja, hau ab, verschwinde sofort und lass dich hier nie wieder blicken!“, schrie sie hinter ihm her. Dann hörte sie die Haustür klappen. Es wurde still in der Küche. Die Mutter verbarg ihr Gesicht in den Händen und weinte. Lautlos weinte sie. Dann seufzte sie und wischte die Reste der Pudding-Katastrophe auf.
Still war es im Haus. Gottseidank, endlich einmal Stille. Ohne dieses ständige „Ta-rattatta-tamm“, mit dem der Bengel sie immer dann erschreckte, wenn sie ihn gerade für eine Sekunde vergessen hatte. Verdammt, als ob es nicht schon schlimm genug war, dass er nicht sprach. Aber dieses ständige Trommeln. Nein, es war einfach nicht mehr zum Aushalten. Wer konnte es ihr verdenken, wenn sie da die Nerven verlor. Fünf Jahre ohne ein Wort. Die Blicke der Nachbarn. Als ob sie etwas dafür konnte. Ja, Schuld musste doch immer die Mutter sein, den Gedanken konnte sie ihnen an der Stirn ablesen. Die Ärzte hatten nichts feststellen können. Kerngesund sei er, hieß es. Und dumm? Gute Frau, was heißt schon dumm? Dafür hätten manche Menschen eben andere Talente. „Ta-rattatta-tamm“, hallte es in ihrem Kopf. Aber in Wirklichkeit war es still in der Küche. Im ganzen Haus. Seufzend richtete die Mutter sich wieder auf. Sie warf den Lappen in den Putzeimer und ging zur Haustür.
„Jonas!“, rief sie. „Komm halt wieder rein.“ Aber Jonas war verschwunden. Nur die dicke Katze des Nachbarn hockte auf dem Zaun. Und ein paar Schneeflocken trudelten zu Boden. „Jonas!“, rief die Frau erneut, nun etwas lauter, zorniger. Aber der Junge kam nicht. „Jonas! Verdammt nochmal, komm endlich her! Es ist kalt!“ Kein Jonas. Und kein „Ta-rattatta-tamm“. Stille.
Wütend riss sie den Mantel von der Garderobe. Jetzt musste sie den Bengel auch noch suchen. Eine schöne Bescherung. Nun, weit würde er nicht gegangen sein. Es war kalt, und er hatte noch nicht einmal seinen Anorak mitgenommen. Vermutlich war er nur bis zur nächsten Straßenecke gerannt und würde bald wieder umkehren. Höchstens bis zum Spielplatz. Na, dem würde sie etwas erzählen.
Aber Jonas war gar nicht zum Spielplatz gelaufen. Auch nicht zur Bushaltestelle oder zum Kiosk. Er war überhaupt nicht zu irgendetwas gelaufen. Nur weg wollte er. Einfach nur weg. Ängstlich hielt er seine Trommel umklammert. Wie einen kostbaren Schatz drückte er sie an sich. Niemand durfte sie ihm wegnehmen, niemand. Ganz fest hielt er sie. Er lief. So schnell, wie er mit seinen kurzen Beinen noch nie gelaufen war. Die Trommel fest an sich gepresst, die Hände wie Schraubstöcke um die Sticks geschlossen. Schneller als die Mutter, schneller als die Kälte, schneller als alle, die ihm seine Trommel wegnehmen wollten.
Die Straßen wurden enger und dunkler, er merkte es nicht. Längst waren die Küche und die Mutter und der Schokoladenmatsch hinter ihm zurückgeblieben, und nur auf seinen Wangen spürte er noch die kalte, klebrige Schokolade, die langsam trocknete. Er rannte noch immer. Auf und ab schlug die Trommel vor seinem Bauch, und sein Atem ging schwer. Schließlich konnte er nicht mehr laufen. Er blieb stehen, keuchend und vollkommen außer Puste, seine Wangen glühten, Schneeflocken trudelten auf ihn herab und schmolzen auf seinem Gesicht. Ganz vorsichtig zog er die verrutschte Trommel gerade. „Ta-rattatta-tamm“, machten die Sticks auf dem Trommelblech. Unsicher sah er sich um. Das sah alles ganz anders aus als zu Hause. Langsam, zögernd, ging er weiter. „Ta-rattatta-tamm“, machte die Trommel.
Die Mutter hatte inzwischen die ganze Straße abgesucht. Auf dem Spielplatz und an der Bushaltestelle hatte sie gesucht. Am Kiosk und hinter den Glascontainern. Kein Jonas. Dann hatte sie bei den Nachbarn geklingelt. Doch alle schüttelten nur stumm den Kopf. Nein, Jonas hatten sie nicht gesehen. Aber die Mutter konnte auf ihrer Stirn lesen, was sie dachten. Es war nichts Freundliches über den seltsamen Jungen und erst recht nichts Freundliches über sie selbst, die ihr Kind bei diesem Wetter allein auf die Straße gelassen hatte. Es schneite nun stärker. Sie suchte weiter. Lief die Straßen entlang und rief immer wieder seinen Namen. „Jonas! Jonas!“, rief sie. Aber Jonas war fort.
Der Junge war zu einem großen Einkaufszentrum gelangt. Ihm war kalt, und der Schnee fiel immer dichter. So ging er hinein, um sich zu wärmen. Er marschierte zwischen den Süßigkeitenregalen hindurch. Aus versteckten Lautsprechern klang „Stille Nacht“ durch das Kaufhaus. Das gefiel ihm sehr. „Ta-rattatta-tamm“, machte die Trommel dazu. Schön klang das. Jonas trommelte mit aller Kraft, und nun konnte er sogar wieder lachen. „Ta-rattatta-tamm, Ta-rattatta-tamm!“ Plötzlich stand ein großer Mann vor ihm, der hatte ein dunkelrotes Gesicht und schrie ihn an. Was das denn solle, schimpfte der Mann. So ein Krach in seinem Einkaufszentrum. Und überhaupt, Kinder ohne Begleitung von Erwachsenen seien verboten in dem Geschäft. Als Jonas nur stumm dastand und sich nicht bewegte, packte der Mann ihn am Arm, zog ihn grob zur Tür und schubste ihn zurück nach draußen. Jonas sah ihn mit großen, traurigen Augen an, aber da hatte der Mann sich schon ruckartig umgewandt und war ins Warme zurückgekehrt. „Ta-rattatta-tamm“, sagte die Trommel. Und Jonas stapfte weiter durch den Schnee.
Die Mutter war inzwischen zur Polizeidienststelle gelaufen. Aber die Beamten dort konnten ihr wenig Hoffnung machen. Immerhin versprachen sie, alle Streifenwagen-Besatzungen zu informieren, damit die nach einem kleinen Jungen mit Trommel Ausschau halten sollten. Es klang nicht sehr erfolgversprechend.
Und die Seitenstraße, in die Jonas nun abgebogen war, war viel zu eng für einen Streifenwagen. Die Mauern waren hoch, und zwischen ihnen pfiff der Wind hindurch. Das „Ta-rattatta-tamm“ der Trommel hallte unheimlich und hohl wider von den Wänden. Aber Jonas marschierte unverdrossen weiter. Und als die enge Gasse auf einem kleinen Platz endete, stand er genau vor einem Schnellimbiss. Es roch nach Fett und angebranntem Fleisch, und durch das trübe Fenster schien etwas Licht nach draußen. Jonas hatte schon ganz kalte Finger, aber die Sticks hielt er noch immer tapfer umklammert. „Ta-rattatta-tamm“, klopfte er. Dann stieß er die Tür auf und trat ein.
Es waren nur zwei Gäste darin. Der eine hockte zusammengesunken vor seinem halbleeren Bierglas. Der andere fütterte unentwegt den Spielautomaten mit Zwei-Euro-Stücken und fluchte vor sich hin. Immer wieder gab der Apparat laute Fanfarenstöße von sich, wenn es einen kleinen Gewinn zu vermelden gab, oder er spielte eine kurze traurige Melodie, wenn der Mann verloren hatte, aber wenn der Spielautomat schwieg, dann hörte man, dass im Radio gerade „Oh Tannenbaum“ lief. Jonas freute sich. Das Lied kannte er. Und begeistert begleitete er die Radiomusiker mit seiner Trommel. „Ta-rattatta-tamm“, machte er. „Ta-rattatta-tamm.“
„Was willst du?“, knurrte der Mann hinter dem Tresen.
„Ta-rattatta-tamm“, trommelte Jonas.
„Dann raus mit dir“, brummte der Mann. „Entweder du bestellst etwas, oder du fliegst.“
„Ta-rattatta-tamm“, trommelte Jonas, drehte sich um und ging zurück in die Kälte. Inzwischen konnte er schon zwei Geräusche machen: „Ta-rattatta-tamm“ mit der Trommel und ein Klappern wie von Kastagnetten mit den Zähnen. Das wunderte ihn etwas, aber es klang gar nicht schlecht zusammen, fand er. Wenn es nur nicht so kalt wäre.
Die Mutter irrte durch die Innenstadt. Ob Jonas zum Weihnachtsmarkt gegangen war? Bunte Lichter flackerten an einem Bratwurststand. Glühweindunst quoll ihr in dichten Schwaden entgegen. Schmalzkuchen, Crêpes und Waffeln dufteten. Ein paar Kinder kamen den Weg entlang, die hatten dicke Bäusche von Zuckerwatte vor dem Gesicht. Ihre Augen leuchten, und sie unterhielten sich über irgend einen Film aus dem Kinderprogramm. Nein, da war Jonas nicht dabei, dachte die Mutter. Diese Kinder konnten ja reden und sich freuen. Und es gab ihr einen kleinen Stich ins Herz, wenn sie an ihren kleinen, schokoladenverschmierten Nichtsnutz dachte.
Doch plötzlich stutzte sie. Vor dem hohen Weihnachtsbaum in der Mitte des Platzes waren eine Menge Kinder aufmarschiert. Jungen und Mädchen aus dem benachbarten Kindergarten stellten sich in drei Reihen ordentlich hin, und eine junge Frau, offenbar die Kindergärtnerin, hob die Hand. Sofort wurde alles still. Dann gab sie den Einsatz. Aus fünfzehn hellen Kinderkehlen erklang ein Weihnachtslied.
„Durch die stille Nacht ...“, sangen die Kinder.
„Ta-rattatta-tamm“, kam es da plötzlich hinter dem Tannenbaum her.
Die Mutter zuckte zusammen. Da stand er. Jonas. Um ein Haar hätte sie sich sofort auf ihn gestürzt und ihn gepackt und weggezerrt. Jetzt störte der Bengel auch noch den Auftritt der Kinder mit seinem ewigen Trommeln.
„... da ging ein kleiner Junge ...“, sangen die Kinder. Wunderschön klang das.
„Rattatta-tamm“, machte Jonas. Verdammt, jemand musste den Bengel da wegholen.
„Hielt seine Spielzeugtrommel in der Hand, wollt zu dem Stalle, wo die Krippe stand ...“
„Rattatta-tamm, rattatta-tamm, rattatta-tamm“, machte Jonas. Er stand breitbeinig und pausbäckig da, das schokoladenverschmierte Gesicht glänzte im Schein der elektrischen Tannenbaumkerzen. Sehr ernst und konzentriert schlug er die Trommel. „Ta-rattatta-tamm, rattatta-tamm, rattatta-tamm“, machte es. Und plötzlich hatte die Mutter das unbestimmte Gefühl, dass dieses scheußliche „Ta-rattatta-tamm“ gar nicht mehr so laut und furchtbar klang, wie sie immer gedacht hatte. Dass es einfach dazu gehörte zur Weihnacht und zu diesem Lied, und dass auch ein kleiner Trommler angehört werden musste, selbst wenn er nichts anderes von sich gab als „Ta-rattatta-tamm“.
„Die kleine Spielzeugtrommel sang und klang“, sangen die Kinder.
„Rattatta-tamm, rattatta-tamm“, machte Jonas.
„Und das Jesuskind lächelt ihn an“, schlossen die Kinder.
Als sie sich verbeugten, hörte er mit dem Trommeln auf. Erstaunt schaute er sich um. Sah die vielen applaudierenden Menschen an und wusste für einen Augenblick nicht so recht, was er davon halten sollte. Da entdeckte er seine Mutter mitten im Publikum. Wie sie in die Hände klatschte und strahlte. Erst wollte er weglaufen, aber er konnte sich einfach nicht von der Stelle bewegen. Es war zu kalt, und der Schnee fiel noch immer, setzte sich auf seine Schulten, die Haare, die Trommel. Da war die Mutter auch schon bei ihm. Sie kniete neben ihm nieder, schloss die Arme um ihn, weinte, dann zog sie ihm rasch ihren Mantel an. Verwirrt sah er sie an. Er konnte sich einfach keinen Reim auf ihr eigenartiges Verhalten machen. Nur, dass sie ihm offenbar nicht mehr böse war, verstand er. Und dass es ihm langsam wieder warm wurde.
„Sind Sie die Mutter von dem Jungen?“, fragte plötzlich eine Frauenstimme. Die Kindergärtnerin stand neben ihnen und sah freundlich auf sie herab. „Vielleicht hätte ihr Sohn ja Lust, uns einmal zu besuchen? Einen so tollen Trommler haben wir schon lange gesucht.“
„Ja, hättest du denn Lust dazu, in den Kindergarten zu gehen?“, fragte die Mutter zweifelnd.
„Ta-rattatta-tamm“, machte die Trommel.
„Ja“, sagte Jonas.


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Esther S. Schmidt: Die zweite Finsternis

Geschrieben von Petra , in Bücher - SF 23 December 2017 · 172 Aufrufe
Bücher - SF, Dystopie und 1 weitere...
Eine erschreckende Zukunft zeichnet Esther S. Schmidt in ihrer Dystopie "Die zweite Finsternis". Der Roman spielt in einem Amerika, das sich in den vergangenen 200 Jahren zu einem Ödland entwickelt hat, in dem furchtbare Bestien lauern. Einzig in einigen wenigen Städten hat sich die Menschheit erhalten können. Doch die Technik ist veraltet, Funkgeräte anfällig, Maschinen werden seit Jahrzehnten nicht mehr erneuert und geben langsam den Geist auf. Dann bricht der Kontakt zu Dallas ab, und in der Nähe von Selimsburgh werden Spuren von "Reapern" gesichtet ...

Der Protagonist dieses Romans ist der Krieger-Mönch Kaleb, ein durchtrainierter Kämpfer im Dienst der herschenden Priesterkaste, die in den Städten herrscht. Ein schweigsamer, in sich ruhender Held der guten alten Schule, der den Reapern schon oft begegnet ist und überlebt hat. Die an Raptoren erinnernden gefährlichen Raubechsen sind die größte Bedrohung, die es außerhalb der Stäfte geben kann. Vor knapp 200 Jahren aus einem abgestürzten außerirdischen Raumschiff entkommen, haben diese Tiere längst außerhalb der Städte die Herrschaft über den Planeten erlangt. Kaleb übernimmt die gefährliche Aufgabe, nach den Raubechsen zu suchen.

Mehr als einmal wird er in gefährliche Kämpfe mit den Reapern verstrickt, wird schwer verwundet und kann nur durch die harte Ausbildung der Kriegermönche sein Leben retten. Doch es sind nicht nur die Reaper, mit denen er es zu tun bekommt. Inzwischen habe auch einige Menschen sich mit den Reapern verbündet, Ketzer, für die das Reaper-Sekret "Nachtmilch" eine Art Droge darstellt. Und wer sind die unheimlichen Erzengel, die versuchen, einen Gral nach dem anderen in ihren Besitz zu bringen?

Esther S. Schmidt hat ihre Welt erschreckend detailreich und präzise ausgestaltet. Der Priesterstaat, die Ödlande und die Gesellschaft der Ketzer, das alles ist ausgesprochen realistisch dargestellt, und wenn es nicht um eine Zukunftswelt sondern um eine historische Erzählung ginge, könnte man der Autorin eine ausgezeichnete Recherche bescheinigen. Die Verfasserin schreibt flüssig und spannend und schafft es schnell, den Leser in die Handlung hinein zu ziehen. Trotz der ausgesprochen actionreichen Geschichte, die von brutalen Kämpfen und von verzweifelten Fluchten erzählt, kommt die Charaktezeichnung nicht zu kurz, und dem Leser begegnen glaubwürdige Personen mit nachvollziehbaren zwischenmenschlichen Interaktionen. Der Autorin ist ein spannungsreicher, handwerklich geschickt aufgebauter Roman gelungen, der alles hat, was eine Dystopie braucht.

Fazit: Bedrückende, actionreiche Dystopie mit Raubsauriern. Spannend geschrieben und sehr gut lesbar. Gelungen.


Esther S. Schmidt: Die zweite Finsternis. Essen: Papierverzierer-Verlag, 2016. 427 S., Euro 14,95.


Weiteres Buch von Esther S. Schmidt:
Der Trollring


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Weihnachtssand-Lesung jetzt zum Nachhören

Geschrieben von Petra , in Nestis 22 December 2017 · 190 Aufrufe
Nestis, Weihnachten und 1 weitere...
Mein Weihnachtsmärchen "Nestis und der Weihnachtssand" und weitere Beiträge der Hildesheimlichen Autoren aus unserer Dezember-Radiosendung könnt ihr jetzt hier nachhören:

https://youtu.be/7EloofzZDV4

Mit dabei sind Geschichten und Gedichte von Marlene Wieland, Elviera Kensche, Hans-Jürgen Fischer, Petra Hartmann und Jo Ahne-Heine. Das Nestis-Märchen beginnt bei 25.30.

Viel Spaß beim Zuhören!


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Nestis: Locker, spannend und mit toller Botschaft

Geschrieben von Petra , in Nestis 10 December 2017 · 197 Aufrufe
Nestis
Die erste Amazon-Rezension zu "Nestis und die verbotene Welle" ist da. Ulrike Stegemann vergibt fünf Sterne und lobt besonders die Spannung und die augenzwinkernde Erzählweise sowie die tollen Illustrationen von Olena Otto Fradina.

In ihrer Besprechung schreibt sie:

"Ich freue mich immer, wenn ich eine neue Geschichte von Petra Hartmann lesen darf, nicht nur, weil sie so toll schreibt, sondern weil sie dabei auch noch so unglaublich vielseitig ist. Nachdem sie sich zuletzt eher einem schwierigen Stoff gewidmet und zwei Ritter-Epen neu erzählt hat, legt sie nun ein Kinderbuch vor, genauer gesagt handelt es sich hierbei um ihre vierte Geschichte rund um das Meermädchen Nestis und seine Freunde. In diesem Abenteuer geht es rockig-schwungvoll zu."

Ihr Fazit lautet:
"Auch diese Geschichte über die Meerprinzessin Nestis und ihre Freunde erzählt Petra Hartmann auf lockere Weise mit Spannung, Augenzwinkern und einer tollen Botschaft. Ein wunderbares Abenteuer für Klein und Groß, auch dieses Mal mit schönen Illustrationen von Olena Otto-Fradina. Ihre Kunst kann der Leser nicht nur im Buch bewundern, sondern auch an die Wand hängen, denn als kleiner Bonus liegt dem Buch ein passendes Poster bei."

Die komplette Rezension findet ihr auf Amazon oder in Ulrikes Blog.


Weitere Besprechungen zu "Nestis und die verbotene Welle"
Kerstin Cornils in Kerstins Kartenwerkstatt
Erik Schreiber im Phantastischen Bücherbrief
Christel Scheja im Fantasyguide
Bericht im Kehrwieder am Sonntag


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"24 Türchen" erscheint in der Hildesheimer Allgemeinen

Geschrieben von Petra , in Weihnachten 08 December 2017 · 196 Aufrufe
Weihnachten, Aus Petras Werkstatt
Mein Weihnachtsmärchen "24 Türchen" erscheint in der Weihnachtsausgabe der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung am 23. Dezember. Diesmal geht es um ein kleines Mädchen, dem ein unbekannter Krimineller das Furchtbarste antut, was man einem Kind in der Vorweihnachtszeit überhaupt antun kann: Er plündert der Kleinen den Adventskalender.
Aber Lina lässt sich das nicht gefallen. Sie kämpft um ihre tägliche Schokoladenportion und versucht, dem Räuber auf die Schliche zu kommen ...

Holt euch einfach die Zeitung, wenn ihr wissen wollt, wer der Täter war. ;-)


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Mit Nestis auf dem Helgoländer Lesefestival

Geschrieben von Petra , in Unterwegs 30 November 2017 · 362 Aufrufe
Nestis, Helgoland
Das erste Helgoländer Lesefestival (26.- 28. Oktober) war ein Erlebnis für Nestis und mich. Ins Leben gerufen hatte die zweitägige Literaturveranstaltung Kim Scheider, die mit ihrem Jugendbuch "Der rote Feuerstein" ebenfalls ihren Beitrag zur Helgoland-Literatur geleistet hat. Klar, dass ich unbedingt mit dabei sein musste. Denn mein Meermädchen Nestis ist ja auf der Insel geboren, und hier entstand in einer stürmischen Novembernacht das erste Nestis-Abenteuer: "Nestis und der Weihnachtssand".

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Es begann mit einem gemütlichen Vortreffen am Donnerstagabend. Wir Autoren stießen im Restaurant "Galerie" unten im Hotel "Insulaner" (in dem ich vor zehn Jahren den Weihnachtssand verfasst hatte) mit einem Blutsekt auf die Veranstaltung an. Einige Gesichter kannte ich inzwischen aus dem Internet, von einigen Autorenkollegen hatte ich bereits Bücher gelesen. Und mit Pastor Eckhard Wallmann hatte ich vor Jahren sogar schon mal telefoniert. Damals war mein Buch "Zwischen Barrikade, Burgtheater und Beamtenpension" erschienen mit einem Artikel über die Jungdeutschen auf Helgoland, und er hatte mir einen Brief geschrieben. Interessanterweise fand er Theodor Mundts Helgoland-Briefe wesentlich toller als Ludolf Wienbargs "Tagebuch von Helgoland". Bei mir ist es gerade umgekehrt. Obwohl Mundt doch sonst mein Leib- und Magen-Autor ist. Aber Wienbarg ist einfach nicht zu toppen.


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Persönlich getroffen hatte ich zuvor noch keinen der literarischen Mitstreiter. Komisch eigentlich, die anderen hatten teilweise ähnlich viele Inseljahre auf dem Buckel wie ich.

Krimilesung mit Thomas Breuer und Marion Hinz

Zum spannungsvollen Start des Festivals gab es danach Kriminelles vom roten Felsen. Thomas Breuer las aus "Leander und der Lummensprung" vor, und von Marion Hinz gab es zwei Kurzkrimis, die auf der Insel spielten. Besonders bei "Tod einer bösen Frau" konnte man den Täter ja sooo gut verstehen.

Lyrische Liebeserklärung von Chris Runge

Der Freitag bot ein volles Programm. Den Auftakt machte Chris Runge. Sie las am Fahrstuhl aus ihrem Lyrikband "Liebe, Sehnsucht, Herzheimat" vor. Ja, Buntsandsteinmangel ist eine schwere Krankheit. Und wenn man nur für ein paar Stunden nach Helgoland kommt und gleich wieder abfahren muss, das tut sicher weh. Ein sehr dünnes Gedichtbuch im Hosentaschenformat, aber prall gefüllt mit Liebeserklärungen an den roten Felsen.

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Mit Kim Scheider von Helgoland nach Atlantis

Kim Scheider las auf der "MS Helgoland" aus ihrem Buch "Der rote Feuerstein" vor. Ein Junge und eine Fee, die in den Bunkeranlagen in eine Falle getappt sind und nicht das richtige Portal nach Atlantis erwischt haben, landen in einer Albtraumwelt ...

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Es schloss sich die Ehrung der Preisträger an, die beim Helgoland-Schreibwettbewerb gewonnen haben. Obwohl es erst kritisch aussah mit der Fähre, konnten doch alle Preisträger auf die Insel kommen und ihr Buchpaket in Empfang nehmen. Die Siegergeschichten sind im Helgoland-Litera-Tour-Führer abgedruckt. Den habe ich bei der anschließenden Mini-Buchmesse im Rathaus natürlich erstanden, und ich habe daraus unter anderem gelernt, dass es einen Lakritz-Äquator gibt.

Reimer Boy Eilers spricht mit Seezungen

Nach der Messe las Reimer Boy Eilers aus seinem Erzählband "Goethe, Glück und Helgoland" und der Gedichtsammlung "Sprechen mit Seezungen" vor. Das Prosa-Werk kannte ich schon in der eBook-Fassung, den Gedichtband habe ich mir angeschafft. Der Autor ist gebürtiger Helgoländer und machte aus seinem Ärger keinen Hehl, dass die Bewohner der Insel nicht mehr unten am Felsen entlang zur Langen Anna gehen dürfen. Und dann erzählte er noch von einer versteckten Höhle im Fels, in der er und seine Freunde in ihrer Kindheit gespielt haben. Die Höhle sei wohl noch da ...


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Am Abend stellte der ehemalige Pastor Eckhard Wallmann sein Buch "Helgoland - eine deutsche Kulturgeschichte" vor. Die Nordseehalle war rappelvoll. Die Lesung beziehungsweise das Erzählen ging bis spät in den Abend hinein. Ausnahmsweise fuhren aber die die Dünenfähre und der Fahrstuhl an diesem Tag bis 22 Uhr.

Von Vitalienbrüdern und Meerjungkindern

Der Sonnabend war der Tag der Kinderbücher. Und des Sturms. Die Fähre musste frühzeitig zum Festland zurück, die Dünenfähre fuhr gar nicht. Daher wurde auch meine geplante Nestis-Lesung, die ja im Bungalowdorf auf der Düne stattfinden sollte, auf die Insel verlegt, sodass wir vier Autoren allesamt in der James-Krüss-Schule unsere Werke vorstellten. Keine schlechte Alternative.
Den Anfang machte heldenmütig Michael Stoffers, der sich dem quasi-mitternächtlichen Lesungsbeginn um 9.30 Uhr stellte. Er las aus seinem Buch "Unheimliche Freunde" vor, in dem Seeräubergeister, aber auch einen freche und furchtlose Mitschülerin einen zwölfjährigen Neu-Helgoländer in Angst und Schrecken versetzen. Das Buch hatte ich schon im vergangenen Jahr gelesen, nun schaffte ich mir Michaels Möwenbuch "Waldemar hat einen Traum" an.

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Es folgte ein Mutter-Tochter-Duett: Elke Brachtendorf und ihre Tochter Antonella Lendi haben gemeinsam das Kinderbuch "Meerjungkind" verfasst, aus dem sie mit verteilten Rollen vorlasen. Sehr lebendig und gut aufeinander abgestimmt, dieses Team. Entstanden ist das Buch, oder zumindest die ersten Steiten, während einer stürmischen Überfahr nach Helgoland. Als Ablenkung von der Seekrankheit, wie die beiden erzählten. Eine sehr sinnvolle Therapie offenbar.

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Nestis-Lesung mit Weihnachtssand und verbotener Welle

Ich war danach dran und begann erstmal ganz artig mit dem Mini-Buch "Nestis und der Weihnachtssand". Im zweiten Teil habe ich dann losgerockt und ließ die verbotene Welle durch die James-Krüss-Schule rollen. Hat Spaß gemacht. Dem Publikum auch, denke ich. Und die James-Krüss-Schule war ein perfekter Ort für die Lesung über die verrückte Mathestunde mit Haifischmusik.

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Autorinnen-Auto im Parkhaus abgesoffen

Tja, das war dann auch schon der Tag, an dem ich von vielen Autorenkollegen Abschied nehmen musste, denn die meisten mussten schon wieder abfahren. Auf dem Festland hat der Sturm offenbar auch ganz schön getobt. Wie ich ein paar Tage später per SMS erfuhr, war eine Autoren-Kollegin mitbetroffen von der Parkhaus-Katastrophe in Cuxhaven: Das Parkhaus war mit Wasser vollgelaufen, und ihr Auto hat es auch erwischt. Wie gut, dass mein Wagen in Hildesheim stand ...

Drei Wochen Schreiburlaub und 30 Kegelrobben-Babys

Für mich schlossen sich noch drei Wochen Schreiburlaub und Leseurlaub auf Helgoland an. Ich habe einiges abzutippen, die Ergebnisse werdet ihr dann vielleicht irgendwann in gedruckter Form sehen. Ansonsten: Viel Sonne, viel Sturm, ein paar Möwen und andere Vögel. Knapp 30 Kegelrobben-Babys auf der Düne. Stellt euch einfach vor, dass ihr über einen wellenumtosten Strand stiefelt und dabei verdammt gut aufpassen müsst, dass ihr nicht versehentlich über schneeweiße, zweilitercolaflaschengroße Plüschtiere stolpert. 30 Meter Abstand halten ist natürlich Ehrensache, wenn man sie entdeckt. Mütter sind Raubtiere.

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Stürmische Rückfahrt mit der "Funny Girl" und ganz viel Bahn-Chaos

Und falls es euch interessiert, wie ich wieder von der Insel zurückgekommen bin ...? Aaalso, am Freitag entdeckte ich den Aushang am Schreibwarenladen, dass die Sonnabendfähre nicht kommen würde. Ob am Sonntag eine Fahrt zum Festland möglich sei, könne man erst Samstag um 13 Uhr sagen. Oha, das klang nicht gut. Und am Samstag hieß es dann auch tatsächlich: Morgen gibt's keine Fahrt nach Cuxhaven. Meine Wirtin hatte zum Glück nichts dagegen, mir das Zimmer noch eine Nacht länger zu lassen. Am Montag konnte ich dann endlich meinen schweren Koffer auf die gute alte "Funny Girl" schleppen. Ein treues, braves Schiff, das ich viel lieber mag als die große "MS Helgoland". Allerdings war die Abfahrtszeit am Montag - 16 Uhr - drei Stunden später als am Sonntag. Was bedeutete, dass sich auch der Rest der Reise nach hinten verschob.

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Ankunft in Cuxhaven gegen 18.30 Uhr. Kein Taxi zu bekommen, schließlich nahm mich ein freundliches Helgoländer Paar in seinem Taxi mit, ich erreichte den Bahnhof und schaffte es dank einer stuntverdächtigen Hechtrolle tatsächlich im letzten Augenblick noch in den Zug zu springen.
Die kleine Regiobahn brachte mich irgendwie nach Hamburg, was ziemlich lange dauerte. In Hamburg hatte ich rund eine Stunde Aufenthalt, den ich für den ersten Asia-Imbiss seit über vier Wóchen nutzte. Die anschließende Fahrt nach Hannover war abenteuerlich. Eine durch Sturmschaden beschädigte Oberleitung vor Eschede und eine halbe Stunde Warten auf einen neuen Zugführer in Uelzen sorgten für eine Riesenverspätung. Ankunft in Hannover: 1.37 Uhr. Abfahrt des letzten Zuges nach Hildesheim: 1.34 Uhr. Und: Nein, es ist natürlich niemand auf die Idee gekommen, auf uns zu warten. Immerhin: So kam ich auch nicht in den Genuss des zwischen Algermissen und Hildesheim eingerichteten baustellenbedingten Schienenersatzverkehrs.
Ein freundlicher Taxifahrer brachte mich schließlich nach Hildesheim, wo mein kleiner Panda unversehrt und tatendurstig auf mich wartete.
Eine halbe Stunde später war ich in Sillium. Schob schnell ein paar Kilo schmutzige Wäsche in die Waschmaschine. Sichtete in der Zwischenzeit meine Emails. Dann wieder ins Auto, ostwärts, noch knapp anderthalb Stunden bis Gardelegen. Ankunft in der Hansestadt: 5.30 Uhr. Weckerklingeln: 9 Uhr. Dienstantritt in der Redaktion der Volksstimme: 10 Uhr. Punktlandung. Die Altmark hat mich wieder.

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Nestis: "Die Moral heißt: Zusammenhalten"

Geschrieben von Petra , in Nestis 26 November 2017 · 382 Aufrufe
Nestis
"Großartig geschrieben" findet Erik Schreiber mein neues Kinderbuch "Nestis und die verbotene Welle". In seiner Rezension im "Phantastischen Bücherbrief" hebt er hervor, dass "der moralisch erhobene Zeigefinger in der Hosentasche bleibt". Er vergibt drei Smileys für das Meermädchen-Abenteuer.

In seiner Besprechung schreibt er:

"Petra Hartmann legt mit diesem Jugendbuch ihr drittes Abenteuer mit der kleinen Seejungfrau vor. Im Mittelpunkt steht nicht nur sie, sondern sie hat ein paar seltsame Freunde. Den Wassermann Nick, der immer so cool sein will, aber aufpassen muss, sieht er noch etwas cooler aus, gefriert das Wasser um ihn herum und er sieht aus wie ein Eiswürfel. Den Kraken Otto und den Streberzitteraal mit dem passenden Namen Kurzschluss will ich an dieser Stelle aber nicht vergessen.
Vordergründig geht es darum, das Konzert der Haifischband Ölpest zu besuchen. Da aber die Erwachsenen immer gegen das sind, was Jugendlichen Spass macht, soll die Band verboten werden. Klappt nur nicht ganz, denn es gibt da noch den Piratensender, der die Musik der Knorpelfischgang rauf und runter spielt.
Doch dann geschieht etwas, wo Nesti und ihre Freunde gefordert werden. Eine hochexplosive Seemine schwimmt plötzlich über dem Palast und ein führungsloser Öltanker steuert darauf zu. Alle bibbern vor der grossen Katastrophe die da kommen kann. Und dann ist die Band Ölpest dahin, wenn es eine wirkliche Ölpest gibt.
Das neue Abenteuer des kleinen Seejungfräuleins ist wieder mal grossartig geschrieben und Petra Hartmann gelingt es die Geschichte so zu beschreiben, dass der moralisch erhoben Zeigefinger in der Hosentasche bleibt. Sicher hat die Geschichte eine Moral. Und die heisst schlicht und einfach: Zusammenhalten."

Quelle: Erik Schreiber: Der Phantastische Bücherbrief, Ausgabe 649, Oktober 2017.

Zur Originalrezension.


Weitere Besprechungen zu "Nestis und die verbotene Welle"
Kerstin Cornils in Kerstins Kartenwerkstatt
Ulrike Stegemann auf "Lesen, Schreiben usw."
Christel Scheja im Fantasyguide
Bericht im Kehrwieder am Sonntag






Nestis und die verbotene Welle, 2017

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Meerprinzessin Nestis und ihre Freunde sind sauer: Lehrer Seestern meint, dass laute Haifischmusik nichts für Kinder ist. Und der Kronrat stimmt ihm zu. Deshalb bekommt die Band »Ølpæst« Auftrittsverbot in der gesamten Nordsee. Doch plötzlich ist deren Musik überall zu hören: Ein Piratensender strahlt die Hits der Knorpelfischgang lautstark aus.

Als eine hochexplosive Kugelmine über dem blauen Glaspalast im Meer dümpelt und ein führungsloser Öltanker in die Nordsee einfährt, droht eine wirkliche Ölpest. Gelingt es den Meerkindern, ein Unglück zu verhindern?

 

Petra Hartmann: Nestis und die verbotene Welle. Mit Illustrationen von Olena Otto-Fradina. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs. Voraussichtlich ab Juni 2017 erhältlich.

Buch-Infos: ca. 152 Seiten, 14,2 x 20,6 cm, Hardcover, zahlreiche s/w-Illustrationen, mit Fadenheftung, Euro 12,90, ISBN 978-3-977066-00-1

 

Leseprobe

 

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Demantin, 2016

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Demantin, der junge König von Antrium, liebt die griechische Königstochter Sirgamot. Doch ihr Vater ist strikt gegen die Hochzeit. Immerhin ist Sirgamot erst zwölf Jahre alt. So zieht Demantin in die Welt, um Ruhm zu erwerben, den Namen seiner Geliebten durch seine Taten zu verherrlichen und sich dem griechischen König als Schwiegersohn zu empfehlen. Er besteht heldenhafte Kämpfe, erwirbt sich die Freundschaft der Königin und des Königs von England und besiegt ein schauriges Meerweib. Letzteres allerdings erweist sich als verhängnisvoll. Denn die sterbende Unholdin verflucht Demantin und prophezeit, dass seine Geliebte mit dem üblen König Contriok verlobt werden soll. Kann Demantin noch rechtzeitig zurückkehren, um die Hochzeit zu verhindern?

 

Berthold von Holle / Petra Hartmann: Demantin. Ein Ritter-Epos
128 Seiten | 12 x 17 cm | Softcover | Klebebindung |
Verlag Monika Fuchs | Hildesheim 2016
ISBN 9-78-3-940078-34-6
8,95 EUR

 

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Leseprobe

 

Crane, 2016

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Gayol, der Sohn des ungarischen Königs, hat in jugendlichem Übermut den alten Hofmarschall seines Vaters zum Wettkampf herausgefordert und eine peinliche Niederlage erlitten. Aus Scham flüchtet er und gerät ins Reich des deutschen Kaisers, wo er unerkannt unter dem Namen Crane (Kranich) eine Stellung als Kämmerer annimmt und bald sehr beliebt ist. Doch als der Fremde und die Kaiserstochter einander näher kommen und Hofbeamten Unzucht und eine unstandesgemäße Liebschaft wittern, beginnt eine schwere Zeit für Königssohn und Kaiserstochter. Kann Gayol sich auf die Treue Acheloydes verlassen? Und kann die lebensbedrohliche Krankheit der Prinzessin noch geheilt werden?

 

Berthold von Holle / Petra Hartmann: Crane. Ein Ritter-Epos
84 Seiten | 12 x 17 cm | Softcover | Klebebindung |
Verlag Monika Fuchs | Hildesheim 2016
ISBN 978-3-940078-48-3
6,95 EUR

 

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Leseprobe

Hut ab, Hödeken! 2015

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Ein rasender Bischof auf dem Rennstieg.
Wegweiser, die sich wie von Geisterhand drehen.
Jäger in Todesangst.
Bierkutscher mit unheimlicher Fracht.
Ein stammelnder Mönch,
der plötzlich zum brillanten Redner wird.
Sollte da Hödeken seine Hand im Spiel haben?
Sagen um einen eigenwilligen Geist
aus dem Hildesheimer Land,
frisch und frech nacherzählt
von Petra Hartmann.

 

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken!

Hildesheim: Verlag Monika Fuchs.

101 S., Euro 7,95.

ISBN 978-3-940078-37-7

 

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Leseprobe

Freiheitsschwingen, 2015

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Deutschland in den 1830er-Jahren: Für Handarbeit, arrangierte Ehe und Kinderkriegen hat die junge Bürgermeistertochter wenig übrig. Stattdessen interessiert sie sich für Politik und Literatur und greift sehr zum Leidwesen ihres Vaters selbst zur Feder, um flammende Texte für die Gleichberechtigung der Frau und die Abschaffung der Monarchie zu verfassen. Angestachelt von der revolutionären Stimmung des Hambacher Festes versucht sie, aus ihrem kleinbürgerlichen Dasein auszubrechen und sich als Journalistin zu behaupten. Gemeinsam mit ihrer großen Liebe verschreibt sie sich dem Kampf für ein freies, geeintes Deutschland und schlägt den Zensurbehörden ein Schnippchen. Die Geheimpolizei ist ihnen jedoch dicht auf den Fersen, und die junge Journalistin begeht den verhängnisvollen Fehler, ihre Gegner zu unterschätzen

 

Petra Hartmann: Freiheitsschwingen

Personalisierter Roman

München: Verlag Personalnovel, 2015

ca. 198 Seiten. Ab Euro 24,95.

(Einband, Schriftart und -größe, Covergestaltung etc. nach Wahl.)

 

Bestellen unter:

www.tinyurl.com/Freiheitsschwingen

 

Timur, 2015

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Wer ist der bleiche Jüngling im Verlies unter der Klippenfestung? Prinzessin Thia will ihn retten. Doch wer Timurs Ketten bricht, ruft Tod und Verderben aus der Tiefe hervor. Als der Blutmond sich über den Horizont erhebt, fällt die Entscheidung ...

 

Beigaben:

Nachwort zur Entstehung

Original-Erzählung von Karoline von Günderrode

Autorinnenbiografien

Bibliografie

 

Petra Hartmann: Timur

Coverillustration: Miguel Worms

Bickenbach: Saphir im Stahl, 2015.

ISBN: 978-3-943948-54-7

Taschenbuch, 136 S.

Euro 9,95

 

 

Ulf, 2015

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Ein Roman-Experiment mit ungewissem Ausgang: Ulf (Magisterstudent unbekannter Fachrichtung), stammt aus einem Dorf, das mehrmals jährlich überschwemmt wird. Zusammen mit Pastor Dörmann (Geistlicher unbekannter Konfession) und Petra (Biografin ohne Auftrag) überlegt er, was man dagegen tun kann. Als ein vegetarisches Klavier die Tulpen des Gemeindedirektors frisst und das Jugendamt ein dunkeläugiges Flusskind abholen will, spitzt sich die Situation zu. Nein, Blutrache an Gartenzwergen und wütende Mistgabelattacken sind vermutlich nicht die richtigen Mittel im Kampf für einen Deich ...
Mal tiefgründig, mal sinnlos, etwas absurd, manchmal komisch, teilweise autobiografisch und oft völlig an den Haaren herbeigezogen. Ein Bildungs- und Schelmenroman aus einer Zeit, als der Euro noch DM und die Bahn noch Bundesbahn hieß und hannöversche Magister-Studenten mit dem Wort "Bologna" nur eine Spaghettisauce verbanden.

 

Petra Hartmann:

Ulf. Ein Roman-Experiment in zwölf Kapiteln.

eBook

Neobooks 2015

Euro 2,99

Erhältlich unter anderem bei Amazon

Vom Feuervogel, 2015

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Ein Tempel in der Wüste. Heilige Männer, die sich dem Dienst des Feuervogels geweiht haben. Ein Hirtenjunge, der seinem Traum folgt. Aber wird der alte und kranke Phönix wirklich zu neuem Leben wiederauferstehen, wenn der Holzstoß niedergebrannt ist? Eine Novelle von Idealen und einer Enttäuschung, die so tief ist, dass kein Sonnenstrahl je wieder Hoffnung bringen kann.

 

Petra Hartmann:

Vom Feuervogel. Novelle.

Erfurt: TES, 2015.

BunTES Abenteuer, Heft 30.

40 Seiten, Euro 2,50 (plus Porto).

Bestellen unter:

www.tes-erfurt.jimdo.com

 

eBook:

Neobooks, 2015.

Euro 1,99.

Unter anderem bei Amazon

Nestis und die Hafenpiraten, 2014

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Endlich Sommerferien! Nestis und ihre Freunde freuen sich auf sechs Wochen Freiheit und Abenteuer. Doch ausgerechnet jetzt verhängt der Kronrat ein striktes Ausgehverbot für alle Meerkinder. Denn in der Nordsee treibt plötzlich ein furchtbares “Phantom” sein Unwesen. Möwen, Lummen und Tordalke werden von einem unheimlichen Schatten unter Wasser gezerrt und verschwinden spurlos.

Nestis beschließt, den Entführer auf eigene Faust zu jagen. Als ein Dackel am Strand von Achterndiek verschwindet, scheint der Fall klar: Die gefürchteten “Hafenpiraten” müssen dahinter stecken. Zusammen mit ihrem Menschenfreund Tom wollen die Meerkinder der Bande das Handwerk legen …

Petra Hartmann: Nestis und die Hafenpiraten
Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014
ISBN 978-3-940078-84-1
14,90 EUR

 

 

Leseprobe unter

 

www.tinyurl.com/nestis2

Blitzeis und Gänsebraten, 2014

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Weihnachten im Potte …

… ist so vielfältig wie die Menschen, die dort leben. Und deshalb findet sich auf diesem Bunten Teller mit 24 Hildesheimer Weihnachtsgeschichten für jeden etwas: romantische Erzählungen und freche Gedichte, Erinnerungen an die Nachkriegszeit, Geschichten von neugierigen Engeln, eifrigen Wichteln und geplagten Weihnachtsmännern. Der Huckup und die »Hildesheimer Weisen« fehlen auch nicht. Was es aber mit dem Weihnachtswunder an der B6 auf sich hat, erfahren Sie auf Seite 117. – Greifen Sie zu!

 

 

Petra Hartmann & Monika Fuchs (Hrsg.): Blitzeis und Gänsebraten. Hildesheimer Weihnachtsgeschichten.

Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014.

144 Seiten | 12 x 17 cm | Paperback |

ISBN 978-3-9400787-57-5
8,90 EUR

 

Leseprobe

Beim Vorderhuf meines Pferdes, 2014

Eingefügtes Bild

Das Messer zuckte vor. Fauchend wich die riesige Katze zurück. Doch nur, um sofort wieder anzugreifen. Das Mädchen, das auf dem Leichnam seiner Stute kauerte, schien verloren.
Acht Jahre ist Steppenprinzessin Ziris alt, als sie bei einem Sandkatzenangriff ihr Lieblingspferd verliert. Ist es wirklich wahr, was ihr Vater sagt? "Alle Pferde kommen in den Himmel ..."
Drei Erzählungen aus der Welt der Nearith über edle Steppenrenner, struppige Waldponys und die alte graue Stute aus Kindertagen.

Petra Hartmann: Beim Vorderhuf meines Pferdes. Neue Geschichten aus Movenna. eBook, ca. 30 Seiten. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014. Euro 0,99.

Erhältlich unter anderem bei Amazon.

Darthula, 2014

Eingefügtes Bild

Darthula ist die Tochter eines irischen Kleinkönigs, der über das nebelreiche Land Selama herrscht. Als schönste Prinzessin Irlands lebt sie allerdings nicht ungefährlich. Als sie den mächtigen König Cairbar abweist und ihm nicht als seine Braut folgen will, nimmt das Unheil seinen Lauf. Cairbar überzieht das kleine Selama mit Krieg und Vernichtung und rottet Darthulas Familie aus. Mit ihrem Geliebten Nathos wagt die junge Frau die Flucht über die stürmische See. Aber Wind und Wellen sind unzuverlässige Verbündete ...

Beigaben zur Neuausgabe:
Vorwort der Autorin mit Infos zur Entstehungsgeschichte
Übersetzung des "ossianischen Originals"
Autorinnenbiographie und Veröffentlichungsliste

Buch-Informationen:
Petra Hartmann: Darthula, Tochter der Nebel.
Bickenbach: Verlag Saphir im Stahl, 2014.
Taschenbuch. 126 S., Euro 9,95.
ISBN 978-3-943948-25-7

Bestellen bei Saphir im Stahl

Pressearbeit für Autoren, 2014

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Petra Hartmann, Autorin und langjährige Lokalredakteurin, gibt Tipps für die Pressearbeit vor Ort. Sie erklärt die Wichtigkeit der „Ortsmarke“ für eine Zeitung, gibt Tipps zum Schreiben von Artikeln, zum guten Pressefoto und zum Umgang mit Journalisten. Anschaulich, verständlich, praxisorientiert und für Autoren jedes Genres anwendbar.

Petra Hartmann: Pressearbeit für Autoren. So kommt euer Buch in die Lokalzeitung.
eBook. Neobooks, 2014. Ca. 30 Seiten.
Euro 1,99
Diverse Formate, für alle gängigen eBook-Reader.
Erhältlich z.B. bei Amazon, eBook.de, Thalia, Hugendubel, Weltbild u.a.

Nestis und der Weihnachtssand, 2013

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Als kleine Weihnachtsüberraschung gibt es für Fans des "großen" Nestis-Buchs "Nestis und die verschwundene Seepocke" jetzt ein kleines bisschen Weihnachtssand: Der Verlag Monika Fuchs hat aus der "Ur-Nestis", einem Helgoland-Märchen aus dem Jahr 2007, jetzt ein eBook gemacht. Mit einem wunderschönen Cover von Olena Otto-Fradina und mit ein paar exklusiven Einblicken in Nestis' Nordseewelt.

Klappentext:
"November 2007: Orkantief Tilo tobt über die Nordsee und reißt große Teile der Helgoländer Düne ins Meer. Wer soll nun die Robbenküste reparieren? Meerjungfrau Nestis wünscht sich einfach mal vom Weihnachtsmann 500.000 Kubikmeter Sand ..."

Bonus-Material:
Die Autorin im Interview mit Wella Wellhorn von der Meereszeitung "Die Gezeiten"
XXL-Leseprobe aus "Nestis und de verschwundene Seepocke"

Petra Hartmann: Nestis und der Weihnachtssand. Ein Helgoland-Märchen. Mit Illustrationen von Olena Otto-Fradina. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013. 99 Cent.

Erhältlich für den Amazon-Kindle

Nestis und die verschwundene Seepocke, 2013

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Eine ausführliche Leseprobe findet ihr hier:
www.tinyurl.com/nestis


Wütend stampft Meerjungfrau Nestis mit der Schwanzflosse auf. Ihre Schwester Undine ist von den Menschen gefangen worden – und weder Meerkönig noch Kronrat wagen, die Kleine zu retten. Aber Nestis fürchtet sich nicht einmal vor den furchtbarsten Monstern des Meeres. Zusammen mit ihren Freunden bricht sie auf zur Rettungsaktion, und es zeigt sich, dass tollpatschige Riesenkraken und bruchrechnende Zitteraale großartige Verbündete sind.
Petra Hartmann entführt ihre Leser in eine etwas andere Unterwasserwelt mit viel Humor und Liebe zum Detail. Trotz des phantastischen Meermädchen-Themas findet der Leser auch sehr viel naturnahe Beobachtungen aus Nord- und Ostsee, lernt die Meerbewohner und ihre Probleme kennen. Dabei werden unter anderem auch die Meeresverschmutzung, Fischerei und die wenig artgerechte Haltung von Haien in Aquarien behandelt.
Zauberhaft dazu die Zeichnungen von Olena Otto-Fradina.

Text: Petra Hartmann
Bilder: Olena Otto-Fradina
| Hardcover | 14,8 x 21 cm
Verlag Monika Fuchs | Hildesheim 2013
151 S., Euro 14,90
ISBN 978-3-940078-64-3


eBook:
Amazon-Kindle, 2154 KB
Euro 6,99
http://amzn.to/JJqB0b

Autorenträume, 2013

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Autorinnen und Autoren schicken ihre Leser in vergangene Zeiten, ferne Länder, phantastische Welten, spannende Abenteuer und bringen sie zum Träumen.
Wovon aber träumen Autoren? Vom Nobelpreis? Vom Bestseller? Vom Reich-und-berühmt-werden? Oder einfach nur davon, eines Tages vom Schreiben leben zu können? Vom Lächeln auf dem Gesicht eines Kindes, wenn das neue Märchen vorgelesen wird? Oder sind es schreckliche Albträume, die der angebliche Traumberuf mit sich bringt? Werden Schriftsteller nachts im Schlaf gar von Verlegern, Lektoren, Rezensenten oder Finanzbeamten bedroht?
Monika Fuchs und Petra Hartmann starteten eine »literarische Umfrage«, wählten aus den über 300 Antworten 57 phantasievolle Beiträge aus und stellten sie zu diesem Lesebuch zusammen. Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen des Autorenalltags und träumen Sie mit!
Von jedem verkauften Buch wird 1 Euro an das Hilfswerk Brot & Bücher e.V. der Autorin Tanja Kinkel gespendet, die auch das Geleitwort zum Buch schrieb.

Petra Hartmann und Monika Fuchs (Hrsg.):
Autorenträume. Ein Lesebuch.
ISBN 978-3-940078-53-7
333 S., Euro 16,90

Bestellen beim Verlag Monika Fuchs

Mit Klinge und Feder, 2013

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Phantasie statt Völkerschlachten - das war das Motto, unter dem die Phantastik Girls zur Schreibfeder griffen. Mit Humor, Gewitztheit und ungewöhnlichen Einfällen erzählen sieben Autorinnen ihre Geschichten jenseits des Mainstreams der Fantasy. Kriegerinnen und gut bewaffnete Zwerge gehören dabei genau so zum Personal wie sprechende Straßenlaternen, Betonfresser oder skurrile alte Damen, die im Bus Anspruch auf einen Behindertensitzplatz erheben. Dass es dennoch nicht ohne Blutvergießen abgeht, ist garantiert: Immerhin stecken in jeder der Storys sechs Liter Herzblut. Mindestens.

Mit Klinge und Feder. Hrsg. v. Petra Hartmann und Andrea Tillmanns.
Mit Geschichten von Linda Budinger, Charlotte Engmann, Petra Hartmann, Stefanie Pappon, Christel Scheja, Andrea Tillmanns und Petra Vennekohl.
Homburg/Saar: UlrichBurger Verlag, 2013. 978-3943378078
247 S., Euro 9.
Bestellen bei Amazon

eBook:
396 KB, Euro 5,49.
Format: Kindle
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Das Serum des Doctor Nikola, 2013

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Berlin, 1927. Arbeitslos, pleite und mit der Miete im Rückstand: Bankierssohn Felix Pechstein ist nach dem "Schwarzen Freitag" der Berliner Börse ganz unten angekommen. Da erscheint das Angebot, in die Dienste eines fremden Geschäftsmannes zu treten, eigentlich als Geschenk des Himmels. Doch dieser Doctor Nikola ist ihm mehr als unheimlich. Vor allem, als Felix den Auftrag erhält, Nikola zu bestehlen ...

Petra Hartmann: Das Serum des Doctor Nikola
Historischer Abenteuerroman.
ISBN 978-3-938065-92-1
190 S., 12,95 Euro.
Bestellen beim Wurdack-Verlag

Leseprobe

Hörbuch: Der Fels der schwarzen Götter, 2012

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Bei einer Mutprobe begeht der junge Ask einen folgenschweren Fehler: Er schlägt einem der schwarzen Götter die Nase ab. Der unscheinbare Dreiecksstein wird Auslöser eines der blutigsten Kriege, die das Land jemals erlebt hat.
Bald wissen die Völker des Berglandes nicht mehr, wen sie mehr fürchten sollen: die schwarzen Götter, die weißen Dämonen oder die sonnenverbrannten Reiter aus den fernen Steppen ...

Der Fels der schwarzen Götter.
Hörbuch. 8 Stunden, 57 Minuten.
Sprecherin: Resi Heitwerth.
Musik: Florian Schober.
Action-Verlag, 2012.
CD/DVD: 16,95 Euro
mp3-Download: 11,95 Euro

Hörbuchfassung des 2010 im Wurdackverlag erschienenen Buchs "Der Fels der schwarzen Götter".

Drachen! Drachen! 2012

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Frank G. Gerigk & Petra Hartmann (Hrsg.)
DRACHEN! DRACHEN!
Band 01, Drachen-Anthologie
ISBN: 978-3-89840-339-9
Seiten: 384 Taschenbuch
Grafiker: Mark Freier
Innengrafiker: Mark Freier
Preis: 14,95 €
Bestellen beim Blitz-Verlag

Fatal wäre es, Drachen zu unterschätzen! Wer glaubt, genug über sie zu wissen, hat schon verloren.
Diese 23 meisterlichen Geschichten aus verschiedenen literarischen Genres belegen, dass das Thema aktuell, überraschend und packend ist – und gelegentlich fies!

Die Autoren:
Rainer Schorm, Achim Mehnert, Andrea Tillmanns, Malte S. Sembten, Frank G. Gerigk, Christel Scheja, Fiona Caspari, Hendrik Loy, Christiane Gref, Linda Budinger, Miriam Pharo, Carsten Steenbergen, Rebecca Hohlbein, Frank W. Haubold, Melanie Brosowski, Astrid Ann Jabusch, Thomas R. P. Mielke, Karsten Kruschel, Marc A. Herren, Petra Hartmann, Monika Niehaus, Uwe Post.
Originalveröffentlichung!

Die Schlagzeile, 2011/2012

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Petra Hartmann: Die Schlagzeile.
Personalisierbarer Roman.
PersonalNovel Verlag, 2011.
eBook: PersonalNovel, 2012.
Personalisieren und bestellen

Verschlafen und idyllisch liegen sie da, die Orte Barkhenburg, Kleinweltwinkel und Reubenhausen. Doch dann stört der Diebstahl einer Heiligenfigur die Ruhe: Ein jahrhundertealter Hass bricht wieder aus und ein hitziger Streit entflammt, der aus Freunden Feinde und aus friedlichen Nachbarn sich prügelnde Gegner macht. Mittendrin: Eine Journalistin, die bereit ist, für eine Schlagzeile im Sommerloch alles zu geben. Mit viel Einsatz und einer Prise Humor versucht sie, das Geheimnis um die verschwundene Hubertus-Statue aufzuklären, und muss sich dabei mit erregten Politikern, aufgebrachten Dorfbewohnern und einem nervösen Chefredakteur herumschlagen. Aber die Journalistin lässt sich nicht unterkriegen – bis ihr ein Anruf fünf Minuten vor Redaktionsschluss die Schlagzeile zunichtemacht...

Falkenblut, 2012

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Petra Hartmann: Falkenblut.
Vier Romane in einem Band.
E-Book
Satzweiss.com - chichili agency, 2012.
3,99 Euro

 

Nicht mehr lieferbar!

Neuausgabe in Vorbereitung.


Die Abenteuer der jungen Walküre Valkrys beginnen an ihrem ersten Arbeitstag und ausgerechnet dort, wo die germanischen Götter- und Heldensagen enden: Ragnarök, die Endzeitschlacht, ist geschlagen, Götter und Riesen haben sich gegenseitig aufgerieben, die wenigen Überlebenden irren ziellos durch die Trümmer des zerbrochenen Midgard. An der Seite des neuen Götterkönigs Widar muss sich Valkrys nun behaupten. Dabei trifft sie auf Jöten, Thursen, Reifriesen, Seelenräuberinnen, Werwölfe, Berserker, Hexen, riesenhafte Meerungeheuer und das furchtbare Totenschiff Naglfari. Leseempfehlung ab 12 Jahren.

April 2018

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Nächste Lesungen / Termine

Mittwoch, 25. April: Lesung aus "Nestis und die verschwundene Seepocke" zum Welttag des Buches. Stadtbibliothek Gardelegen, 10 Uhr. (Lesung für Gardeleger Grundschüler). Intern.

 

Freitag, 27. April: Lesung aus "Timur" auf dem Conventus Leonis. An der Neustadtmühle 3, 38100 Braunschweig. Beginn: 19 Uhr.

 

Sonnabend, 28. April: Lesung aus "Nestis und die verbotene Welle" auf dem Marburg-Con. Bürgerhaus Niederweimar, Herborner Straße 36, 35096 Niederweimar. Raum: Kegelbahn. Beginn: 16 Uhr.

 

Sonntag, 29. April: Lesung aus "Freiheitsschwingen" auf dem Conventus Leonis. An der Neustadtmühle 3, 38100 Braunschweig. Beginn: 13 Uhr.

 

Mittwoch, 27. Juni: Nestis-Lesung für die Otto-Reutter-Schule, Gardelegen. Beginn:8.30 Uhr. Intern.

 

Sonnabend, 21. Juli: Lesung aus "Darthula, Tochter der Nebel". Wohnzimmer-Lesung bei Autorenkollegin Gabrielle C. J. Couillez, Waldfischbacher Straße 1, 66978 Leimen. Beginn: 19 Uhr.

 

Freitag, 7. September: Lesung aus "Das Serum des Doctor Nikola" für den Förderverein Rudolf von Bennigsen. RvB-Bibliothek im Bahnhof Springe-Bennigsen, 19.30 Uhr.

 

 

Messen, Cons, Büchertische

 

 

Freitag bis Sonntag, 27.-29. April: Marburg-Con im Bürgerhaus Niederweimar. Ich bin am Sonnabend mit einem Büchertisch dabei.

 

Freitag bis Sonntag, 27.-29. April: Conventus Leonis in Braunschweig. Ich bin mit einer Lesung aus "Timur" am Freitag (19 Uhr) und mit einer Lesung aus "Freiheitsschwingen" am Sonntag (13 Uhr) dabei.

 

Donnerstag, 10. Mai: Nürnberger Autorentreffen. Auf dem Büchertisch findet ihr ein paar Werke aus meiner Feder.

 

Sonnabend und Sonntag, 1. und 2. September: Die HomBuch, die Saarländische Buchmesse in Homburg. Ich bin mit einem Büchertisch vertreten.

 

Sonnabend, 22. September: Nestis-Lesung zum Weltkindertag, veranstaltet vom Netzwerk Kinder- und Jugendarbeit in Gronau. Ich lese voraussichtlich im Zelt des Kinderschutzbundes auf dem Gronauer Marktplatz. Der Tag dreht sich um das Thema "gleiche Bildungschancen für alle Kinder". Uhrzeit folgt.

 

 

Montag bis Freitag, 15.- 19. April 2019: 2. Helgoländer Lesefestival. Nestis und ich wollen wieder dabei sein auf unserer Lieblingsinsel.

Links

Meine Heimseite: www.petrahartmann.de

Mein Gezwitscher: www.twitter.com/PetraHartmann

 

Facebook-Autorenseite: https://www.facebook...nPetraHartmann/

 

Seite der Nestis-Serie:

www.nestis.net

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Biografie

Petra Hartmann, Jahrgang 1970, wurde in Hildesheim geboren und wohnt in Sillium. Sie studierte Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft in Hannover. Auf den Magisterabschluss folgten die Promotion mit einer Doktorarbeit über den jungdeutschen Schriftsteller Theodor Mundt und ein zweijähriges Volontariat bei der Neuen Deister-Zeitung in Springe. Anschließend war sie dort fünf Jahre Lokalredakteurin. Ferner arbeitete sie für die Leine-Zeitung in Neustadt am Rübenberge, die Nordsee-Zeitung in Bremerhaven und die Neue Presse in Hannover. Derzeit ist sie bei der Volksstimme in Gardelegen beschäftigt.
Als Schriftstellerin liebt sie vor allem das fantastische Genre. Sie verfasst hauptsächlich Fantasy und Märchen. Bekannt wurde sie mit ihren Fantasy-Romanen aus der Welt Movenna. Mit den Abenteuern der Nordsee-Nixe Nestis legte sie ihre erste Kinderserie vor. Sie errang mit ihren Geschichten dreimal den dritten Platz bei der Storyolympiade und wurde 2008 mit dem Deutschen Phantastik-Preis ausgezeichnet.

Termine der Hildesheimlichen Autoren

Februar

Sonnabend, 17. Februar: High Noon auf Radio Tonkuhle mit den Hildesheimlichen Autoren. Beginn: 12 Uhr. www.tonkuhle.de/livestream

Freitag, 23. Februar: Die Tränen der Hexen. Nach dem gleichnamigen Roman von Uwe Grießmann. Szenische Lesung mit Musik, Tanz und Spieleinlagen. TfN (F1) Hildesheim, Theaterstraße 6, 31141 Hildesheim. Beginn: 19:30 Uhr. Eintritt: Euro 7, ermäßigt Euro 5. Einlass ab 19 Uhr, Mindestalter 16 Jahre. Kartenvorverkauf im TfN-ServiceCenter und online.
 

Leserunden zum Nachlesen

Leserunde zu "Darthula, Tochter der Nebel" auf Lovelybooks. Diskutiert mit Autorin Petra Hartmann und Cover-Künstler Miguel Worms über den "ossianischen Roman": http://www.lovelyboo...nde/1201913120/

 

Leserunde auf Lovelybooks zu "Nestis und die verschwundene Seepocke": Diskutiert mit Autorin Petra Hartmann und Verlegerin Monika Fuchs über den Meermädchenroman:

http://www.lovelyboo...nde/1166725813/

 

Leserunde auf Lovelybooks zu "Mit Klinge und Feder": Diskutiert mit den Autorinnen Linda Budinger, Petra Hartmann, Stefanie Pappon, Christel Scheja, Andrea Tillmanns und Petra Vennekohl über die Anthologie der "Phantastik Girls": http://www.lovelyboo...nde/1156671163/

Geschichten über Nestis

Bücher
"Nestis und die verschwundene Seepocke. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013.
"Nestis und die Hafenpiraten. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014.

"Nestis und die verbotene Welle. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2017.

 

Mini-Buch

"Nestis und der Weihnachtssand. Ein Helgoland-Märchen." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2017.

eBooks
"Nestis und der Weihnachtssand. Ein Helgoland-Märchen." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013.
"Nestis und die verschwundene Seepocke. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013.

"Nestis und die Hafenpiraten. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014.

Hörbuch
"Eine Hand voll Weihnachtssand." In: Petra Hartmann: "Weihnachten im Schneeland". Gelesen von Karin Sünder. Mit Musik von Simon Daum. Essen: Action-Verlag, 2010. (mp3-Download und CD-ROM)

Beiträge zu Anthologien
"Weihnachtssand für Helgoland." In: "Wenn die Biiken brennen. Phantastische Geschichten aus Schleswig-Holstein." Hrsg. v. Bartholomäus Figatowski. Plön: Verlag 71, 2009. S. 163-174.

Hödeken-Lesestoff

Buch

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken! Sagen aus dem Hildesheimer Land. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs. 101 S., Euro 7,95. ISBN 978-3-940078-37-7. Unter anderem erhältlich bei Amazon.

 

Hörbuch

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken! Sagen aus dem Hildesheimer Land. 2 CD. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs. Euro 14,95. ISBN: 978-3940078414. Unter anderen erhältlich bei Amazon.

 

eBook

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken! Sagen aus dem Hildesheimer Land. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs.

 

Geschichten

Das Wagenrennen auf dem Rennstieg. In: Hildesheimliche Autoren e.V.: Hildesheimer Geschichte(n). Ein Beitrag zum 1200-jährigen Stadtjubiläum. Norderstedt: Book on Demand. 196 S., Euro 9,99. ISBN 978-3734752698. Unter anderem erhältlich bei Amazon.

Die glücklose Hasenjagd. In: MVP-M. Magazin des Marburger Vereins für Phantastik. Marburg-Con-Ausgabe. Nr. 19b. S. 36-40.

 

Lesung

Das Wagenrennen auf dem Rennstieg, Radio Tonkuhle, Sendung vom April 2015.

 

Movenna-Kompass

Übersicht über die Romane und Erzählungen aus Movenna


Bücher

Geschichten aus Movenna. Fantasy. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2004. 164 S.
Ein Prinz für Movenna. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2007. 188 S.
Der Fels der schwarzen Götter. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2010. 240 S.

 

eBooks

 

Geschichten aus Movenna. Fantasy. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.
Ein Prinz für Movenna. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.
Der Fels der schwarzen Götter. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.

Beim Vorderhuf meines Pferdes. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.

Hörbuch

Der Fels der schwarzen Götter. Action-Verlag, 2012.


Movennische Geschichten in Anthologien und Zeitschriften

Die Krone Eirikirs. In: Traumpfade (Anthologie zur Story-Olympiade 2000). Hrsg. v. Stefanie Pappon und Ernst Wurdack. Dresden, 2001. S. 18-25.
Flarics Hexen. In: Geschöpfe der Dunkelheit (Anthologie zur Story-Olympiade 2001). Hrsg. v. Stefanie Pappon und Ernst Wurdack. Dresden, 2002. S. 22-28.
Raubwürger. In: Kurzgeschichten, September 2004, S. 20f.
Furunkula Warzenkraish. Elfenschrift, dritter Jahrgang, Heft 2, Juni 2006. S. 10-14.
Der Leuchtturm am Rande der Welt. In: Elfenschrift, vierter Jahrgang, Heft März 2007, S. 18-21.
Gewitternacht. In: Im Bann des Nachtwaldes. Hrsg. v. Felix Woitkowski. Lerato-Verlag, 2007. S. 57-60.
Pfefferkuchen. In: Das ist unser Ernst! Hrsg. v. Martin Witzgall. München: WortKuss Verlag, 2010. S. 77-79.
Winter-Sonnenwende. In: Mit Klinge und Feder. Hrsg. v. Petra Hartmann und Andrea Tillmanns. Homburg/Saar: UlrichBurger Verlag, 2013. S. 51-59.
Der Reiter auf dem schwarzen Pferd. Ebd. S. 60-68.


Movennische Geschichten in Fanzines

Föj lächelt. In: Alraunenwurz. Legendensänger-Edition Band 118. November 2004. Hrsg. v. Christel Scheja. S. 23.
Raubwürger. In: Drachenelfen. Legendensänger-Edition Band 130. Januar 2006. Hrsg. v. Christel Scheja. S. 3-5.
Goldauge. In Phantastische Geschichten mit den Phantastik Girls. (Broschüre der Phantastik Girls zum MarburgCon 2007)


Aufsätze

Wie kann man nur Varelian heißen? Über das Unbehagen an der Namensgebung in der Fantasy. In: Elfenschrift, 5. Jahrgang, März 2008. S. 16f.


Movennische Texte online

Aus "Geschichten aus Movenna":
König Surbolds Grab
Das letzte Glied der Kette
Brief des Dichters Gulltong
Der Kranich
Die Rückkehr des Kranichs

Aus "Ein Prinz für Movenna":
Der Leuchtturm am Rand der Welt
Furunkula Warzenkraish
Gewitternacht

Aus "Der Fels der schwarzen Götter":
Der Waldalte
Hölzerne Pranken
Im Bann der Eisdämonen

Die Bibliothek der Falkin

Übersicht über die Romane und Novellen über die Walküre Valkrys, genannt "die Falkin"

Bücher

Die letzte Falkin. Heftroman. Dortmund: Arcanum Fantasy Verlag, 2010.


eBooks

Falkenblut. Vier Fantasy-Romane. eBook-Ausgabe. Chichili und Satzweiss.com, 2012 (Download hier)

Falkenfrühling. Novelle. eBook. Dortmund: Arcanum Fantasy Verlag, 2011. (vergriffen)

Falkenfrühling. Novelle. In: Best of electronic publishing. Anthologie zum 1. Deutschen eBook-Preis 2011. eBook. Chichili und Satzweiss.com, 2011. (unter anderem erhältlich bei Thalia und Amazon)


Aufsatz

Aegirs Flotte – ein Nachruf. In: Fandom Observer, Dezember 2011. S. 16-18. Online-Magazin und Blogversion

Meine Bücher 1998 - 2011

Angehängtes Bild: Cover_falkenfruehling.jpg

Petra Hartmann
Falkenfrühling
eBook
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN: 978-3-939139-59-1

Wegen Verkauf des Arcanum-Verlags ist die Ausgabe nicht mehr erhältlich, aber die Zweitveröffentlichung in der eBook-Anthologie "Best of electronic publishing" gibt es noch als epub oder Kindle-Ausgabe.

Valkrys träumt davon, eine echte Walküre zu sein. Sie springt, noch Kind, vom Dach des Langhauses.
Alle Ermahnungen ihrer Eltern sind vergeblich, sie macht sich an den Aufstieg zum Gipfel der nahen Klippe, besessen vom "Traum vom Fliegen" ...

Fünfter Platz beim Deutschen eBook-Preis 2011.

Angehängtes Bild: dieletztefalkin2.jpg

Petra Hartmann
Die letzte Falkin
Roman.
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN 978-3-939139-62-1
Bestellen beim Arcanum-Verlag

Blut und Tod, so weit die Falkenaugen reichen: So hatte sich Valkrys ihren ersten Flug als Walküre nicht vorgestellt. Ragnarök, die Endzeit-Schlacht, ist geschlagen. Die Götter tot, die Welt ein Flammenmeer, das Götterreich Asgard droht, in die Tiefe zu stürzen. Einzig Vidar, den Sohn und Erben Odins, kann die Walküre retten. Doch der neue Götterkönig schweigt sich über seine Ziele aus …


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Petra Hartmann
Der Fels der schwarzen Götter
Roman
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-64-8
Bestellen beim Wurdack-Verlag


Hochaufragende Felswände, darin eingemeißelt weit über tausend furchteinflößende Fratzen, die drohend nach Norden blicken: Einer Legende zufolge sind die schwarzen Klippen das letzte Bollwerk Movennas gegen die Eisdämonen aus dem Gletscherreich.
Doch dann begeht der junge Ask bei einer Mutprobe einen folgenschweren Fehler: Er schlägt einem der schwarzen Götter die Nase ab. Der unscheinbare Dreiecksstein wird Auslöser eines der blutigsten Kriege, die das Land jemals erlebt hat. Und die Völker des Berglandes wissen bald nicht mehr, wen sie mehr fürchten sollen: die schwarzen Götter, die weißen Dämonen oder die sonnenverbrannten Reiter aus den fernen Steppen ...


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Petra Hartmann
Darthula
Heftroman
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN 978-3-939139-32-4
Bestellen beim Arcanum-Verlag


Darthula, die schönste Prinzessin der Nebellande, beschwört Krieg, Tod und Vernichtung über ihr heimatliches Selama herauf, als sie den Heiratsantrag des mächtigen Königs Cairbar ausschlägt. Zusammen mit ihrem Geliebten flüchtet sie in einem kleinen Segelboot übers Meer. Doch Wind und Wellen sind unzuverlässige Verbündete ...


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Petra Hartmann
Weihnachten im Schneeland
Hörbuch
Action-Verlag
Download bei Audible
CD bestellen beim Action-Verlag

WEIHNACHTEN IM SCHNEELAND von Petra Hartmann vereint vier wundervolle Kurzgeschichten für Kinder ab 6 Jahren. Schon die Titel regen die Phantasie der Kleinen an und verleiten zum Schmunzeln und Staunen:
- "Der Reserve-Weihnachtsmann"
- "Die Weihnachts-Eisenbahn"
- "Eine Handvoll Weihnachtssand"
- "Paulchen mit den blauen Augen"



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Petra Hartmann
Ein Prinz für Movenna
Paperback
Wurdack Verlag
ISBN 3-938065-24-9
Bestellen

Mit dem Schild oder auf dem Schild
- als Sieger sollst du heimkehren oder tot.
So verlangt es der Ehrenkodex des heldenhaften Orh Jonoth. Doch der letzte Befehl seines sterbenden Königs bricht mit aller Kriegerehre und Tradition: "Flieh vor den Fremden, rette den Prinzen und bring ihn auf die Kiesinsel." Während das Land Movenna hinter Orh Jonoth in Schlachtenlärm und Chaos versinkt, muss er den Gefahren des Westmeers ins Auge blicken: Seestürmen, Riesenkraken, Piraten, stinkenden Babywindeln und der mörderischen Seekrankheit ....


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Petra Hartmann
Geschichten aus Movenna
Paperback
Wurdack Verlag
ISBN 3-938065-00-1
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Verwünschte Hexen!
Warum zum Henker muß König Jurtak auch ausgerechnet seinen Sinn für Traditionen entdecken?
Seit Jahrhunderten wird der Kronprinz des Landes Movenna zu einem der alten Kräuterweiber in die Lehre gegeben, und der Eroberer Jurtak legt zum Leidwesen seines Sohnes großen Wert auf die alten Sitten und Gebräuche. Für den jungen Ardua beginnt eine harte Lehrzeit, denn die eigenwillige Lournu ist in ihren Lektionen alles andere als zimperlich ...


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Wovon träumt der Mond?
Hrsg. v. Petra Hartmann & Judith Ott
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-37-2
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Der Mond - König der Nacht und gleichsam Verbündeter von Gut und Böse ... Seit jeher ranken sich Legenden voller Glauben und Aberglauben um sein Licht, das von den einen als romantisch verehrt und von den anderen als unheimlich gefürchtet wird. Seine Phasen stehen für das Werden und Vergehen allen Lebens, er wacht über die Liebenden, empfängt die Botschaften der Suchenden, Einsamen und Verzweifelten und erhellt so einiges, was lieber im Dunkeln geblieben wäre. 39 Autorinnen und Autoren im Alter von 12 bis 87 Jahren sind unserem nächtlichen Begleiter auf der Spur gewesen. In 42 erfrischend komischen, zutiefst nachdenklichen und manchmal zu Tränen rührenden Geschichten erzählen sie die Abenteuer von Göttin Luna und Onkel Mond, von erfüllten und verlorenen Träumen, lassen Perlmuttschmetterlinge fliegen und Mondkälber aufmarschieren. Und wer denkt, dass nur der Mann im Mond zuweilen die Erde besucht, irrt sich! Auch umgekehrt erhält er gelegentlich unverhofften Besuch dort oben.


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Drachenstarker Feenzauber
Herausgegeben von Petra Hartmann
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-28-0
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Öko-Feen, Büro-Feen, Todes-Feen und Bahn-Feen, geschäftstüchtige Drachen, goldzahnige Trolle, Sockenmonster, verzauberte Kühlschränke, Bierhexen, Zwirrrrrle, Familienschutzengel, Lügenschmiede, ehrliche Anwälte, verarmte Zahnärzte und andere Märchenwesen geben sich in diesem Buch ein Stelldichein.
51 Märchenerzähler im Alter von zwölf bis 76 Jahren haben die Federn gespitzt und schufen klassische und moderne Märchen, lustige, melancholische, weise und bitterböse Erzählungen, so bunt wie das Leben und so unvergesslich wie das Passwort eines verhexten Buchhalters.


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Zwischen Barrikade, Burgtheater und Beamtenpension.
Die jungdeutschen Autoren nach 1835.
ibidem-Verlag
ISBN 978-3-89821-958-7
Bestellen beim Ibidem-Verlag


"Das Junge Deutschland“ – dieser Begriff ist untrennbar verbunden mit dem Bundestagsbeschluss vom 10. Dezember 1835, durch den die Werke der fünf Schriftsteller Heinrich Heine, Theodor Mundt, Karl Gutzkow, Ludolf Wienbarg und Heinrich Laube verboten wurden. Das Verbot markierte Höhe- und gleichzeitig Schlusspunkt einer literarischen Bewegung, die erst wenige Jahre davor begonnen hatte. Die Wege der Autoren trennten sich. Und doch gab es auch danach immer wieder Begegnungen und Berührungspunkte.
Petra Hartmann zeichnet die Wege der Verbotenen und ihrer Verbündeten nach und arbeitet Schnittstellen in den Werken der alt gewordenen Jungdeutschen heraus. Sie schildert insbesondere die Erfahrungen der Autoren auf der Insel Helgoland, ihre Rolle in der Revolution von 1848, aber auch die Versuche der ehemaligen Prosa-Schriftsteller, sich als Dramatiker zu etablieren. Irgendwo zwischen Anpassung und fortwährender Rebellion mussten die Autoren ihr neues Auskommen suchen, endeten als gescheiterte Existenzen im Irrenhaus oder als etablierte Literaten, die doch körperlich und seelisch den Schock von 1835 nie ganz verwunden hatten, sie leiteten angesehene Theater oder passten sich an und gerieten nach Jahren unter strenger Sonderzensur beim Publikum in Vergessenheit. Die vorliegende Untersuchung zeigt, was aus den Idealen von 1835 wurde, wie vollkommen neue Ideen – etwa die Debatte um Armut und Bildung – in den Werken der Jungdeutschen auftauchten und wie die Autoren bis zum Ende versuchten, ihr „Markenzeichen“ – ihren Stil – zu bewahren.


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Von Zukunft trunken und keiner Gegenwart voll
Theodor Mundts literarische Entwicklung vom Buch der Bewegung zum historischen Roman
Aisthesis-Verlag
ISBN: 3-89528-390-8
Bestellen beim Aisthesis-Verlag

Theodor Mundt - Schriftsteller, Zeitschriftenherausgeber, Literaturwissenschaftler und Historiker - verdankt seinen Platz in der Literaturgeschichte vor allem dem Umstand, daß seine Veröffentlichungen am 10. Dezember 1835 verboten wurden. Das vom deutschen Bundestag ausgesprochene Verbot, das sich gegen die vermeintlichen Wortführer des "Jungen Deutschland", Heine, Gutzkow, Laube, Wienbarg und eben Theodor Mundt richtete, war vermutlich die entscheidende Zäsur in den literarischen Karrieren aller Betroffenen. Daß sie mit dem schon berühmten Heinrich Heine in einem Atemzug genannt und verboten wurden, machte die noch jungen Autoren Gutzkow, Laube, Mundt und Wienbarg für ein größeres Publikum interessant. Doch während Gutzkow und auch Laube im literarischen Bewußtsein präsent blieben, brach das Interesse an Mundt und seinen Werken schon bald nach dem Verbot fast gänzlich ab. Seine weitere Entwicklung bis zu seinem Tod im Jahr 1861 wurde von der Literaturwissenschaft bislang so gut wie vollständig ignoriert. Diese Lücke wird durch die vorliegende Studie geschlossen. Nachgezeichnet wird der Weg von den frühen Zeitromanen des jungen Mundt bis hin zu den historischen Romanen seines Spätwerks.


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Faust und Don Juan. Ein Verschmelzungsprozeß,
dargestellt anhand der Autoren Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Wolfgang von Goethe, Nikolaus Lenau, Christian Dietrich Grabbe, Gustav Kühne und Theodor Mundt
ibidem-Verlag
ISBN 3-932602-29-3
Bestellen beim Ibidem-Verlag


"Faust und Don Juan sind die Gipfel der modernen christlich-poetischen Mythologie", schrieb Franz Horn bereits 1805 und stellte erstmalig beide Figuren, speziell den Faust Goethes und den Don Giovanni Mozarts, einander gegenüber. In den Jahren darauf immer wieder als polar entgegengesetzte Gestalten aufgefaßt, treten Faust und Don Juan in den unterschiedlichsten Werken der Literaturgeschichte auf.

Bei Lenau sind sie Helden zweier parallel aufgebauter Versepen, bei Grabbe begegnen sie sich auf der Bühne und gehen gemeinsam zugrunde. Theodor Mundt stellt als Lebensmaxime auf, man solle beides, Faust und Don Juan, in einer Person sein und beide in sich versöhnen.

Anhand der Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Wolfgang von Goethe, Nikolaus Lenau, Christian Dietrich Grabbe, Gustav Kühne und Theodor Mundt zeichnet Petra Hartmann die Biographien Fausts und Don Juans in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach, einer Zeit, die beide Helden stark prägte und auch für heutige Bearbeitungen beider Stoffe grundlegend ist.

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