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PetraHartmann



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Thorgal 37: Der Eremit von Skellingar

Geschrieben von Petra , in Comics 10 May 2020 · 110 Aufrufe
Comics, Thorgal
Sternensohn Thorgal muss sich in seinem neuen Abenteuer mit einer geheimnisvollen Sekte, einem Herrscher und dessen unterdrücktem Volk, aber vor allem mit seiner eigenen Vergangenheit auseinandersetzen. "Der Eremit von Skellingar" lautet der Titel des 37. Albums der Comicserie, und der Band hat so ziemlich alles, was ein Thorgal-Abenteuer braucht.
Thorgal ist im Vorgänger-Band "Aniel" von seiner Orientreise zur Befreiung seines jüngsten Sohnes zurückgekehrt. Nun könnte er sich zusammen mit seiner Frau Aaricia und den gemeinsamen Kindern Jolan und Lupine in dem kleinen Wikingerdorf endlich ein gemütliches Leben einrichten. Aber es kommt anders. Eine junge Frau, deren Familie Thorgal auf dem Gewissen hat, taucht im Dorf auf und fordert Wiedergutmachung für die Taten des Räubers Shaigan. Shaigan war, für alle, die noch nicht so lange dabei sind, der Name, unter dem Thorgal an der Seite Kriss de Valnors geraubt und gemordet hat. Zwar hatte Thorgal zu dieser Zeit sein Gedächtnis und seine Identität verloren und war den Einflüsterungen der gewissenlosen Kriss erlegen, doch erkennt der Sternensohn dennoch die Verantwortung für seine Taten in dieser Zeit an. Er gelobt der sterbenden jungen Frau (auch für ihren Tod ist er verantwortlich), den Rest ihrer Familie zu befreien. Diese hängen einem seltenen Vogel-Kult an, dessen Symbol ein Albatros ist, und werden in einem nordischen Reich wegen ihrer Religion unterdrückt und wie Sklaven gehalten. Thorgal macht sich also auf die Reise zum Felsen von Skellingar, wo ein geheimnisvoller Vogelmann die Gläubigen zum großen Ritual der Sekte erwartet ...

Gute Gründe für Unterdrückung der Sekte

Allerdings: Als Thorgal dem dortigen Herrscher, dem Jarl Ivarr, begegnet, stellt sich heraus, dass dieser durchaus gute Gründe hat, die Sekte wo nicht zu verbieten, so doch kleinhalten zu wollen. Schließlich ist das Hauptritual dieser Religion ein selbstmörderischer Akt: Die Gläubigen erklimmen den Felsen im Meer, auf dem der Einsiedler haust, stellen sich dort einer Prüfung und stürzen sich anschließend vom Felsen, um sich in Seevögel, vornehmlich Albatrosse, zu verwandeln. Wenn der Jarl die Sektenangehörigen in seine Kerker wirft, rettet er ihnen sozusagen das Leben, wenn auch nicht aus uneigennützigen Motiven: Kein Herrscher hat Interesse daran, wenn sich seine Arbeitssklaven wie Lemminge von der Klippe stürzen.

Thorgal tritt für Freiheit und Toleranz ein

Die Diskussion mit Ivarr gibt Thorgal Gelegenheit, viele seiner bekannten pathetischen Lebensmaximen zum Thema Freiheit, Toleranz und Unverletzlichkeit des Lebens von sich zu geben. Dabei gelingt es ihm nicht unbedingt, den Jarl von seinen humanistischen Grundsätzen zu überzeugen, aber schließlich kommt es zu einem Pakt: Thorgal schaltet den Eremiten aus (ihn zu töten weigert er sich), und dafür erhalten die Albatros-Jünger ihre Freiheit.

Kampf um Werte und mit den eigenen inneren Dämonen

Der Band ist abenteuerlich und spannend, zugleich aber auch eine sehr interessante Auseinandersetzung mit Thorgals Werten und seiner Vergangenheit. Der Sternensohn muss sich nämlich nicht nur seinem physischen Gegner, dem Eremiten, und der herausfordernden Kletterpartie an der Steilwand stellen, sondern auch seinen eigenen inneren Dämonen. Es gilt nicht nur, jene verhängnisvolle Fehlentscheidung in der "Unsichtbaren Festung" (Band 19) wieder aus der Welt zu schaffen, mit der Thorgal seinen Namen aus dem Gedächtnis der Götter tilgte, sondern auch seiner früheren Existenz ins Auge zu blicken. Thorgal begegnet Shaigan und damit einem anderen, oft verdrängten Teil seiner Persönlichkeit - ähnlich wie Kriss in den Alben "Der Berg der Zeit" und "Der Herr der Gerechtigkeit" mit sich selbst und ihren möglichen anderen Entwicklungen ins Gericht ging oder wie Thorgals Tochter Lupine, die in eine wilde und eine zahme Lupine gespalten wurde. So erscheint es stimmig, dass Thorgal nach überstandener Prüfung seine Tochter, die ihm optisch immer ähnlicher wird, bittet, ihm nun doch etwas mehr über ihre beiden Persönlichkeiten zu erzählen.

Stoff für eine Trilogie

Das Abenteuer ist gut und stimmig erzählt, und auch die optische Darstellung gefällt. Ein wenig hätte man sich gewünscht, dass Yann und Fred Vignaux sich etwas mehr Raum und Zeit genommen hätten. Die Geschichte des Eremiten von Skellingar hätte ausreichend Stoff für eine Trilogie gehabt und hätte sich in mehreren Alben sicher auch besser entfalten können. Mag sein, dass Thorgals Freiheits- und Toleranzpathos an einigen Stellen etwas hohl schallt, aber ... so ist er nun einmal. Es ist auf jeden Fall ein Album, das sich gelohnt hat und das um einiges besser ist, als die groß angelegten Orient-Verwickelungen und weit ausgebreiteten Erzählungen über Aniels Herkunft, Vorgeschichte, Entwicklung und Rettung.

Fazit: Ein gutes bis sehr gutes Thorgal-Album, das nach den orientalischen Verwirrungen wieder mit der Serie versöhnt. Vielleicht wäre eine Trilogie für dieses Abenteuer besser gewesen, aber als Einzelband ist es auch durchaus gelungen. Sehr erfreulich.



Thorgal 37: Der Eremit von Skellingar. Text: Yann, Zeichnungen: Fred Vignaux. Bielefeld: Splitter. 2020. 48 S., Euro 15.



Weitere Thorgal-Abenteuer
Thorgal 31: Der Schild des Thor
Thorgal 32: Die Schlacht von Asgard
Thorgal 33: Schwertboot
Thorgal 34: Kah-Aniel
Thorgal 35: Scharlachrot
Thorgal 36: Aniel

Kriss de Valnor 1: Ich vergesse nichts!
Kriss de Valnor 2: Das Urteil der Walküren
Kriss de Valnor 3: Einer Königin würdig
Kriss de Valnor 4: Bündnisse
Kriss de Valnor 5: Rot wie der Raheborg
Kriss de Valnor 6: Die Insel der verlorenen Kinder
Kriss de Valnor 7: Der Berg der Zeit
Kriss de Valnor 8: Der Herr der Gerechtigkeit

Lupine 1: Raïssa
Lupine 2: Die abgeschnittene Hand des Gottes Tyr
Lupine 3: Das Reich des Chaos
Lupine 4: Crow
Lupine 5: Skald
Lupine 6: Die Königin der Schwarzelfen
Lupine 7: Nidhöggr

Thorgals Jugend 1: Die drei Schwestern
Thorgals Jugend 2: Das Auge Odins
Thorgals Jugend 3: Runa
Thorgals Jugend 4: Berserker
Thorgals Jugend 5: Slive
Thorgals Jugend 6: Der Drakkar aus dem Eis
Thorgals Jugend 7: Blauzahn


© Petra Hartmann


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Verträge

Geschrieben von Petra , in Falkin 08 May 2020 · 70 Aufrufe
Falkin, Aus Petras Werkstatt
Heute habe ich den unterschriebenen Vertrag über "Falkenblut" zur Post gebracht. Es geht also voran. Mein neues Buch wird laut Information des Hottenstein-Verlags im Sommer dieses Jahres erscheinen. Als Verkaufspreis sind 11 Euro angepeilt. Außerdem wird es eine eBook-Ausgabe geben.

Das Cover ist noch in Arbeit, das Lektorat ist schon erledigt, die Druckfahnen werde ich wohl demnächst bekommen. Ein gutes Gefühl, dass das Buch sich auf die Zielgerade zubewegt. Immerhin begleitet mich Valkrys die Falkin schon seit 2011 und hat schon einige Weltuntergänge erlebt ...

Außerdem kam heute der Vertrag über "Geisterreiter" an. Den habe ich eben unterschrieben und schicke ihn morgen zurück. Die Kurzgeschichte erscheint demnächst in der Anthologie "Der Tod des Helden" im Verlag Saphir im Stahl.


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Reimer Boy Eilers: Das Helgoland, der Höllensturz

Geschrieben von Petra , in Krimi/Thriller 06 May 2020 · 1674 Aufrufe
Krimis, Helgoland und 1 weitere...
Einen Mord auf Helgoland gilt es in Reimer Boy Eilers' Roman "Das Helgoland, der Höllensturz" aufzuklären. Allerdings: Eigentlich ist nicht der Tote oder der Ermittler der Held der Geschichte. Im Mittelpunkt seht ganz klar der legendenumwobene rote Felsen in der Nordsee mit seinen Sagen, seiner Geschichte und seiner Natur, mit den Spökenkiekereien und lokalen Besonderheiten und auch mit seinen Kochrezepten, wie die mit Rosinen zubereiteten Dreizehenmöwen im Untertitel des Buches schon andeuten.
Die Geschichte spielt im Mittelalter oder der frühen Neuzeit, das genaue Jahr erfährt der Leser nicht. Es ist die Zeit, in der Hansekaufleute mit ihren Koggen und Hulken vor der Insel auf Reede liegen. Auf der Insel glaubt man an den Christengott, aber auch an Rasmus und den Klabautermann, und vor dem spukigen Ooterbap haben alle Respekt, die heilige Ursula und ihre elftausend Jungfrauen, die ja die Insel besucht haben, stehen in hohen Ehren, wohingegen der Pastor seinen Inselkindern das Evangelium der Maria predigt, die er in der Gestalt der "Stella Maris" verehrt. Und irgendwo im Hintergrund regiert Major von Campenhausen, der Gouverneur und Frauenliebhaber.

Eine Leiche auf der Treppe zwischen Oberland und Unterland

Niemand hat gesehen, wie es passiert ist, aber plötzlich liegt er da: Mitten auf der Treppe, die das helgoländische Unterland mit dem Oberland verbindet, wird der tote Kapitän eines holländischen Handelsschiffs aufgefunden. Ermordet, wie eine Stichwunde deutlich zeigt. Pay Edel, ein junger Helgoländer und "jüngster Spross eines Urhelgoländer Geschlechts von Fischern und Schafzüchtern" nimmt die Ermittlungen auf. Unterstützt wird er dabei von seinem besten Freund, dem Grönländer Qivitoq, der auf der Suche nach seinem Vater, einem schottischen Missionar, auf Helgoland strandete. Das ungleiche Paar hat nicht viel Zeit, den Mörder zu finden. Wenn der Tote erst beerdigt ist, will der neue Kapitän mit der Amsterdamer Hulk ablegen. Und es gibt starke Indizien dafür, dass sich der Mörder an Bord befindet.

Beerdigung auf dem Friedhof der Namenlosen

Vor allem will Pay auch deshalb wissen, was es mit dem Mord auf sich hat, da er derjenige ist, der mit seinem Boot die Leiche und die Trauergemeinde zur Helgoländer Düne übersetzen muss. Denn da nicht ganz klar ist, ob der tote Kapitän auch ein ordentlicher Christ ist, soll er nicht auf dem regulären Friedhof auf dem roten Felsen bestattet werden, sondern auf dem "Friedhof der Namenslosen", dem Platz für die Ertrunkenen, die an der Küste Helgolands angespült werden. Als Pay allerdings schließlich tatsächlich den Leichenzug übersetzt, gibt es mehr als einen Toten zu bestatten ...

Krimi und Hommage an den roten Felsen

Die Geschichte ist, wie bereits bemerkt, nicht eigentlich ein Krimi, auch wenn es um die Aufklärung eines beziehungsweise mehrerer Morde geht. Reimer Boy Eilers als gebürtiger Helgoländer nutzt vielmehr die Ermittlungsarbeit Pays und Qivitoqs, um vor dem Leser die Sagenwelt, Geschichte und die Natur und Kultur der Insel auszubreiten. Da erfährt man viel über Fischerei und Robbenjagd, Lotsenwesen und Schafzucht, über die wundersame Glocke, aus der man trinken und sich dabei günstigen Wind wünschen kann, man lernt, dass der Teufel dort auf Stelzen läuft, oder hört das Märchen von der Maus und der Mettwurst, die einen gemeinsamen Hausstand gründeten. Da ist von Störtebecker und seinen Gesellen die Rede, aber auch von der Heiligen Ursula mit ihren elftausend Jungfrauen, die der fromme Landsknecht Mohrenhans ganz besonders verehrt.

Ein Lese- und Bilderbuch über Helgoland

Auch die weitere Aufmachung des Buches macht diesen "Höllensturz" mehr zu einem Helgoland-Lese- und Bilderbuch: Vor jedem einzelnen Kapitel findet sich als Motto ein meist helgoländischer, oft norddeutscher Sinnspruch, jeweils in Originalsprache und in hochdeutscher Übersetzung, und das Buch ist reich illustriert mit historischen Stichen und Gemälden aus Helgolands alter Zeit.
Eilers erzählt nicht glatt und genretypisch, seine Sprache ist literarisch, widerständig und eher im Erzähltonfall eines alten Fischers gehalten, der zwischendurch seine Pfeife stopft, abschweift und von einer Anekdote zum Kochrezept und dann wieder zurück zur Hauptgeschichte springt, dann wieder Betrachtungen über die Sprache oder die Religion der Insel anschneidet, bis sich alles zum Showdown auf der Düne zusammenbraut. Bezeichnend hierfür schon der Titel in Originallänge, für den es hiermit ein Extrasternchen gibt: "Das Helgoland, der Höllensturz oder Wie ein Esquimeaux das Glück auf der Roten Klippe findet, obwohl die Dreizehenmöwen hier mit Rosinen gegessen werden". Eine sehr vertrackte, hochartifizielle Erzählweise, auf die man sich einlassen muss wie auf einen schönen langen Inselurlaub mit sehr viel Zeit.
Das Buch ist daher eher für Liebhaber von Spökenkiekereien als für Hardcore-Thriller-Fans oder klassische Krimi-Mimis zu empfehlen, vor allem aber für Freunde der Insel Helgoland und alle, die es werden wollen. Ein unverzichtbarer Begleiter beim Rundgang über den roten Felsen.

Fazit: Helgoland-Literatur mit Mordermittlung und viel Insel-Hintergrund. Besonders geeignet zur Lektüre auf dem roten Felsen - oder zur Überbrückung der Durststrecke zwischen zwei Urlauben auf Deutschlands einziger Hochseeinsel.


Reimer Boy Eilers: Das Helgoland, der Höllensturz oder Wie ein Esquimeaux das Glück auf der Roten Klippe findet, obwohl die Dreizehenmöwen hier mit Rosinen gegessen werden. Roman und Moritat von der mittelalterlichen Insel. Kulturmaschinen Verlag, 2019. Taschenbuch: 570 S., Euro 19, eBook: Euro 6,99.


© Petra Hartmann


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In Arbeit: Geisterreiter

Geschrieben von Petra , in Aus Petras Werkstatt 01 May 2020 · 300 Aufrufe
Aus Petras Werkstatt
Meine Geschichte "Geisterreiter" erscheint demnächst in der Anthologie "Der Tod des Helden" im Arcanum-Verlag. Soeben habe ich vom Herausgeber Volkmar Kuhnle das Okay bekommen. Das Lektorat soll in den nächsten Tagen losgehen.

In der Ausschreibung war das Thema folgendermaßen umrissen worden:

"Hamlet, Boromir, Eddard Stark – sie alle haben zwei Dinge gemeinsam: Sie sind Protagonisten, und sie sterben. Natürlich sind sie nicht die einzigen Hauptfiguren, die das Zeitliche segnen – aber sie erleben das Ende der Geschichte nicht mehr, und dadurch fallen sie auf. Auch heute noch ist man es gewohnt, dass die Heldinnen und Helden im allgemeinen das Ende einer Geschichte (eines Buches, eines Zyklusses) erleben. Ausnahmen wie „Das Lied von Eis und Feuer“ (und seine TV-Umsetzung „Game of Thrones“) bestätigen die Regel.
Und genau solche Ausnahmen suchen wir. Konkret: Wir wollen eine Fantasy-Geschichte, in der der/die Protagonist_innen sterben. Aus der Geschichte muss hervorgehen, dass er/sie wirklich tot ist/sind. Bei mehreren Protagonisten muss mindestens die Hälfte sterben. Ein Weiterleben nach dem Tode ist möglich, allerdings sollte die Figur nicht einfach wiederkehren (alla Gandalf der Weiße) oder gar regenerieren und danach unsterblich sein (wie etwa der „Highlander“ Connor MacLeod)."

Worum geht es bei mir? Meine Geschichte handelt von einer Begegnung zweier Reiter in der Steppe. Einst war Don Rodrigez ein gefürchteter Bandit und Halsabschneider, der sich mit seiner Bande im Grenzland zwischen Texas und Mexiko herumtrieb. Nach seinem Tod am Galgen ist er immer noch unterwegs und durchstreift in Vollmondnächten als "Caballero argentino" sein ehemaliges Jagdgebiet. Ein finsterer und stolzer Geist, dem nichts fremd ist, was es zwischen Himmel und Erde geben kann. Aber dieser seltsame John Sterwart, Bruder eines US-Marshals, den der Räuberhauptmann einst erledigt hatte, ist dem Steppengeist ein Rätsel. Warum reitet der Gringo nicht vernünftig, sondern steht auf dem Hintern seines Pferdes? Und wieso will er nicht seinen Geisternamen offenbaren? Don Rodrigez erfährt etwas Unfassbares - eine Geschichte, die er beim nächsten Treffen der Geisterreiter unbedingt seinem Freund, dem kopflosen Reiter erzählen muss ...

Ich freue mich auf das Buch. Und ich hoffe, ihr habt viel Spaß am schockierenden Tod von John Stewart. ;-)


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Falkenblut: Der Klappentext

Geschrieben von Petra , in Falkin 29 April 2020 · 113 Aufrufe
Falkin, Walküre, Falkenblut
Es geht voran mit "Falkenblut". Hier habt ihr schon mal der Entwurf für einen Klappentext meines neuen Romans:

"Blut und Tod, so weit die Falkenaugen reichen: So hatte sich Valkrys ihren ersten Flug als Walküre nicht vorgestellt. Ragnarök, die Endzeit-Schlacht, ist geschlagen. Die Götter tot, die Welt ein Flammenmeer, das Götterreich Asgard droht, in die Tiefe zu stürzen. Einzig Widar, den Sohn und Erben Odins, kann die Walküre retten. Doch der neue Götterkönig schweigt sich über seine Ziele aus …
Es ist eine schaurige Welt, in der sich die junge Walküre behaupten muss. Doch Valkrys wäre keine echte Falkin, wenn sie einem Kampf aus dem Weg gehen würde. Todesmutig und mit einer gehörigen Portion schwarzem Humor stürzt sie sich in die Begegnungen mit Jöten, Thursen, Reifriesen, Seelenräuberinnen, Werwölfen, Berserkern, Hexen, Meerungeheuern und dem furchtbaren Totenschiff Naglfari."


Ich bin schon ziemlich gespannt auf das Titelbild. Als die Verlegerin mich nach meiner Liebelingsfarbe fragte, schrieb ich: "Vielleicht schon ein Greifvogel (Wanderfalke, Gerfalke?) oder eine Frau in Rüstung (Bitte kein Pinupgirl. Sie sollte schon nach jemandem aussehen, der im Zweifelsfall mal die Knochen hinhält, gern etwas lädiert, auch mit Nasenbeinbruch ...). Meine Lieblingsfarbe wäre ja Blau, aber das passt wohl eher nicht. Das Cover sollte schon etwas endzeitmäßiger rüberkommen, es geht ja um Monster, Reifriesen, Berserker, Werwölfe, Untote, das Totenreich ... ..." Die Verlegerin meinte aber, blau würde schon passen, am Anfang der Himmel, am Ende das Meer. Wie gesagt, ich bin gespannt.


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Die Falkin fliegt wieder

Geschrieben von Petra , in Falkin 27 April 2020 · 271 Aufrufe
Falkin, Walküre, Fantasy
Was lange währt, wird endlich gut: Ein neuer Start für "Falkenblut".
Meine Fantasy-Heftromanserie über die junge Walküre Valkrys und ihre Abenteuer in der vollkommen zerstörten Welt nach Ragnarök hat endlich eine neue Heimat gefunden. Der Vierteiler wird demnächst im Hottenstein-Verlag erscheinen. Ich freue mich drauf.
Was erwartet euch? Klassische "Sword & Sorcery"-Abenteuer, Heroic Fantasy mit vielen Monstern, Unholden, Prügelszenen und dem Kampf um eine neue Welt. Der Falkinnen-Kosmos war gewissermaßen damals mein Kontrastprogramm zur High-Fantasy-Welt Movenna. Richtet euch ein auf eine Mischung aus Conan der Barbar und Pippi Langstrumpf.

Der Sammelband enthält vier Abenteuer:

Falkenfrühling
Eine Art Nullnummer oder Episode eins: Das Mädchen Valkrys lebt auf dem Hof ihres Vaters ein friedliches, bäuerliches Leben. Bis zu dem Tag, als ein Skalde das Gehöft besucht und ein Lied über die Walküren vorträgt. Valkrys ist fest entschlossen, das Fliegen zu lernen und als Odins Dienerin die Schlachtfelder nach den größten Helden der Welt zu durchsuchen. Auch wenn sie sich dabei fast den Hals bricht.

Die letzte Falkin
So hatte sich Valkrys ihren ersten Arbeitstag als Walküre nicht vorgestellt. Unter ihr tobt die Endzeitschlacht Ragnarök. Götter und Riesen erschlagen sich gegenseitig, die Welt geht in Flammen auf. Welchen Sinn hat es jetzt noch, tote Helden zu sammeln, die für Odin in die letzte Schlacht ziehen? Doch dann trifft die junge Walküre auf Widar, Odins Sohn und Erben, der die Herrschaft über die zerstörte Welt antreten will. Das Vermächtnis des Gottes Freyer könnte ihm dabei helfen.

Der Auftrag der Falkin
Freiwillige vortreten für ein Himmelfahrtskommando! Valkrys die Falkin soll als Undercover-Agentin an Bord des Totenschiffs Naglfari ermitteln. Zusammen mit Jöten, Thursen, Unholden, Werwölfen und Schlangendämonen schifft sie sich ein. Wird ihre Tarnung halten? Und wie bewegt man sich unter Leichenfressern, ohne am Ende selbst einer von ihnen zu werden?

Die Rückkehr der Falkin
Im Totenreich schmieden die Göttin Hel und der Feuerdämon Surtur einen furchtbaren Plan, um den neuen Götterkönig Widar ins Verderben zu stürzen. Und ihre wichtigste Schachfigur dabei ist Valkrys. Kann die Falkin den Hinterhalt noch rechtzeitig aufdecken? Kein ganz einfaches Unterfangen, wenn man von Olmen und Asseln in ein Land verschleppt wird, das noch unter der Unterwelt liegt ...

Ich bin gespannt darauf, ob ihr die Falkin und ihre Abenteuer mögt. Lasst euch überraschen.


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Kreuzfahrt-Anthologie: Neuer Zwischenstand

Geschrieben von Petra , in Aus Petras Werkstatt 18 April 2020 · 154 Aufrufe
Aus Petras Werkstatt und 4 weitere...
Es geht voran mit unserer Kreuzfahrt-Anthologie. Heute teilte mir die Herausgeberin Ursula Schmid-Spreer mit, dass der Buchblock fertig ist. Alle Autoren haben inzwischen die Freigabe für die Geschichten und Kurzbiographien erteilt. Jetzt folgt noch das Korrektorat.
Das Buch enthält Kurzkrimis, die an Bord eines Kreuzfahrtschiffs und in einigen Hafenstädten am Mittelmeer spielen. Mein Handlungsort ist die südfranzösische Hafenstadt Port-Vendres. Ich erzähle von einem jungen Doktoranden, der nachweisen möchte, dass die Stadt ursprünglich eine phönizische Siedlung war. Ein Papyrus-Fragment, das über einen "Hafen der Astarte" berichtet, könnte der Schlüssel zu einer archäologischen Sensation sein. Aber die Sache ist nicht ganz ungefährlich ... Die Beiträge der anderen Autoren spielen an Bord sowie in den Städten Barcelona, Valencia, Palma, Marseille, Nizza, Cannes, Livorno, Rom, Neapel und Monte Carlo.
Das Buch wird voraussichtlich im Spätsommer oder Herbst im Adakia-Verlag erscheinen. Geplant ist auch eine Leserunde bei Lovelybooks.


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Eier vom Osterfuchs

Geschrieben von Petra , in Elfenschrift 12 April 2020 · 345 Aufrufe
Elfenschrift, Ostern, Fuchs
Osterhase oder Osterfuchs? Beim Aufräumen meiner Festplatte bin ich kürzlich auf diesen Artikel gestoßen, den ich vor einigen Jahren in der Zeitschrift "Elfenschrift" veröffentlicht habe. Als kleines Osterei und Gruß zum Osterfest stelle ich ihn hier noch einmal ein. Frohe Ostern - und lasst euch viele Süßigkeiten bringen


Kein Jux: Die Eier bringt der Fuchs

Tief ins Gras geduckt pirscht er heran. Zwischen den grünen Halmen blitzt nur manchmal sein rötliches Fell auf, dann taucht er wieder unter, lautlos wie ein roter Schatten. Die tief gesenkte buschige Rute streicht die Fährte aus. Jetzt hebt er kurz die Nase und wittert. Kein Mensch in Sicht? Nein, die Luft ist rein. Dort unter dem Baum hat er das kleine Nest aus Gras und Baumrinde entdeckt. Er schleicht heran. Jetzt hat er das Nestchen erreicht. Ein Rascheln, ein Huschen, und fort ist er wieder. Drei buntbemalte Eier bleiben im Nest zurück. Der Osterfuchs hat wieder zugeschlagen.
Der eierlegende Osterhase ist weltbekannt. Und selbst wer noch nie einen Hasen in freier Natur zu Gesicht bekommen hat, kennt ihn doch als österliches Pendant des Weihnachtsmannes und als buntverpackte Schokoladenfigur aus dem Supermarkt. Doch was nur wenige Menschen wissen: In alten Zeiten war die Rolle des Ostereierbringers alles andere als unumstritten. Noch zu Anfang des 20. Jahrhunderts galt im Schaumburger Land, im Nordosten von Nordrhein-Westfalen, in einigen Gegenden Sachsen-Anhalts (1) und zum Teil in Hannover (2) der Fuchs als der Eierbringer. Kinder legten ihre aus Moos und Gras selbst gebastelten Nester aus und sorgten dafür, dass der Fuchs bei seiner österlichen Arbeit nicht gestört wurde. Zum Dank hinterließ ihnen Meister Reinecke dann bunte Eier.
Das Wort „Fuchseier“ ist in westfälischen und niedersächsischen Wörterbüchern belegt als Bezeichnung für mit Zwiebelschalen braunrot gefärbte Ostereier, im Mittelelbischen hatte das Wort allerdings eher etwas mit Lug und Trug zu tun. „Du dröömß woll van Foßeier“ sagte man zu jemandem, der mit seinen Gedanken nicht bei der Sache war oder allzu kühne Ideen entwickelte, „Vosseier gefreten“ hatte wohl ein Besserwisser, und wer im Westfälischen von jemandem sagte, er sei „met Fossoeggern“ gefüttert, der warnte die anderen vor einem durchtriebenen, gerissenen Abzocker.
Auch sonst hatte der Hase durchaus ernstzunehmende Konkurrenten um den Job des Ostereierbringers und -legers: So soll es in der Schweiz einen österlichen Kuckuck gegeben haben, in Thüringen einen Storch und in Böhmen fiel das Eierlegen in das Ressort des Hahns.
Warum die Wahl ausgerechnet auf den Hasen fiel, darüber gibt es unterschiedliche Theorien. Als ein Tier mit besonders zahlreicher Nachkommenschaft, wurde er oft als Symbol für Fruchtbarkeit verwandt. Auch galt er als besonders wachsames Tier, immerhin konnte er wie manche Schüler mit offenen Augen schlafen. Noch heute gilt eine Hasenpfote als Glücksbringer. Bekannt ist auch die Anekdote von der „Erfindung“ des Osterhasen, als ein Bäcker zum Fest eigentlich Osterlämmer backen wollte. Da der Mann wohl nicht so genau hingeschaut hatte, gab er seinen gebackenen Minischafen Hörner, woraufhin ihm Hohn und Spott sicher war und man sich köstlich darüber amüsierte, er habe „Osterhasen“ gebacken.
Allerdings sahen nicht alle Kulturen den Hasen als Glücksbringer. Zweimal wird im Alten Testament den Juden verboten, Hasen zu essen: „denn er ist auch ein Wiederkäuer, hat aber keine durchgespaltenen Klauen; darum soll er euch unrein sein“ (3), befiehlt Gott Moses und Aaron. An anderer Stelle heißt es: „Diese Tiere aber sollt ihr nicht essen unter denen, die wiederkäuen und die gespaltene Klauen haben: das Kamel, den Hasen und den Klippdachs, die wiederkäuen, deren Klauen aber nicht ganz durchgespalten sind; darum sollen sie euch unrein sein.“(4)
So erscheint es nur folgerichtig, dass Papst Zacharias im Jahre 751 den Feldhasen in einem Brief an Bonifatius als unreines Tier erklärte und den Verzehr ausdrücklich untersagte.
Auch sonst scheint der Hase als Verkünder des „Evangeliums“, der frohen Botschaft, nämlich der Osterbotschaft von der Auferstehung Christi nicht gerade prädestiniert gewesen zu sein. „Der Hase gilt als Unglücksbote im gesamteuropäischen Raum“ (5), merkt Hans Fromm an. Und so ist es folgerichtig auch der Hase, nachdem Bär, Wolf und Fuchs als Boten verworfen werden, der im finnischen Nationalepos „Kalevala“ die Todesbotschaft überbringt und mit einiger Selbstgefälligkeit und Schadenfreude der Mutter erzählt, wie die schöne junge Aino ertrank:

„Doch das Glotzaug gab die Antwort, überheblich sprach der Hase:
‚Mag doch Lempo hierher laufen, um im Kessel hier zu kochen!
Ich kam her, das Wort zu melden, um die Botschaft euch zu bringen:
Hingeschwunden ist die Schöne, zinngezierte Brust vergangen,
Silberspange hingesunken, Gürtelkupfer hingeglitten
In das sanft bewegte Wasser, in des Meeres tiefste Tiefen,
Eine Schwester dort den Schnäpeln, eine Freundin nun den Fischen.‘“(6)

Bekannt ist die unsägliche Eitelkeit und Arroganz, mit der Meister Lampe im Märchen die krummen Beine des „Swinegels“ verspottet und damit alles andere als ein Muster christlicher Demut liefert. Bekannt ist auch die Feigheit des Hasen, so werden ängstliche Menschen als „Angsthase“, „Hasenfuß“ oder „Hasenherz“ verspottet. Nicht gerade der perfekte Botschafter des Osterfestes und der beste Überbringer der Auferstehungsnachricht also.

Während es in Deutschland so aussieht, als habe das Langohr seinen Posten trotz allem unanfechtbar besetzt, ist allerdings in Australien inzwischen ein ernst zu nehmender Konkurrent aufgetaucht. Schuld daran sind die schlechten Erfahrungen, die die Australier mit seinem kleineren Verwandten, dem Kaninchen, gemacht haben.
Der Kontinent, der bis zu seiner Entdeckung im 17. Jahrhundert vollkommen von der restlichen Welt abgeschnitten war, hatte in den Jahrmillionen der Isolation eine einzigartige Tierwelt hervorgebracht, die an Landsäugetieren lediglich Kloakentiere und Beuteltiere kannte. Als die Europäer dort landeten und wenig später zum Zeitvertreib (zur Jagd) Kaninchen aussetzten, die sich rasend vermehrten, war die ökologische Katastrophe perfekt, viele Beutler wurden durch die sich rasch vermehrenden Nahrungskonkurrenten an den Rand des Aussterbens gedrängt. Kaninchen entwickelten sich mehr und mehr zur Plage. Kein Wunder, dass viele Australier nicht gut auf die Langohren zu sprechen sind. Was als Aktion von Umweltschützern in den 1970ern begann, fand längst seinen Platz im österlichen Brauchtum des Inselkontinents: Man lässt sich seine Ostereier vom „Bilby“, vom Großen Kaninchennasenbeutler bringen, und „Easter-Bilbies“ aus Schokolade, aus deren Verkauf Naturschutzprojekte finanziert werden, gehören zum Sortiment der Süßwarenläden wie bei uns die Schoko-Osterhasen.
Auf jeden Fall empfiehlt sich am frühen Ostersonntag ein scharfer Blick in den Garten. Vielleicht hoppelt ja ein Kaninchennasenbeutler durchs Gras und bringt bunte Eier. Oder sollte es zur Abwechslung doch mal wieder der Fuchs sein?


(1) Wikipedia: Eintrag „Osterfuchs“, Version vom 18. April 2011

(2) Österliche Tiersymbolik: Osterhahn und Osterfuchs. rp-online.de/panorama-osterhahn-und-osterfuchs-1.2052198, zuletzt aktualisiert am 15.04.2001

(3) 3. Mose 11,6. Die Bibel. Nach der Übersetzung Martin Luthers. Deutsche Bibelgesellschaft. Stuttgart, 1985. S. 116. Dass der Hase ein Wiederkäuer ist, stimmt allerdings nicht. Vielleicht war das Nasen- und Lippenzucken des Tieres die Veranlassung für den Irrtum.

(4) ebd. 5. Mose 14,7. S. 202.

(5) Kalevala. Das finnische Epos des Elias Lönnrot. Aus dem finnischen Urtext übertragen von Lore und Hans Fromm. Nachwort und Kommentar von Hans Fromm. Stuttgart, 1985. S. 405.

(6) ebd. S. 29.


Erstmals erschienen in: Elfenschrift. Das kleine phantastische Literaturheftchen. 33, März 2012, S. 15–17. ISSN 1613-3293.


© Petra Hartmann


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Martin Bolik: "Krieg der Zeiten"

Geschrieben von Petra , in Hörbücher - SF 11 April 2020 · 148 Aufrufe
Hörbücher - SF, Martin Bolik und 1 weitere...
Das Hörspiel "Krieg der Zeiten" erlebt am Ostersonntag seine Premiere in der "Hörspielsstunde" auf Radio MDR - Tweens. Ich durfte vorab schon reinhören und erzähle euch hier, was euch bei dem Siebenteiler erwartet.

Ein Postbote, ein Blechpapagei, ein Pirat, ein Einhorn ... Das Personal dieses „Zeitschiffs Unicorn“ ist nicht gerade die Standard-Besatzung eines klassischen Science-Fiction-Raumgleiters, sondern erinnert eher an eine Expedition à la Lewis Carrolls "Jagd nach dem Schnatz". Aber dafür wird diese Crew sicher viele Kinderherzen brechen. Und die der Eltern gleich mit.
„Krieg der Zeiten“ heißt der dritte Teil der Hörspielreihe „Zeitschiff Unicorn“. In sieben Folgen erzählt der Schiffsfunker Flint (gesprochen vom Autor Martin Bolik), unterstützt von dem Computer-Papagei namens Wächter (Sponge-Bob-Stimme Santiago Ziesmer) und der Stimme des Schiffs (Jessica Wahls von den No Angels), wie es alles angefangen hat mit den Regenbogentoren, Zeitsprüngen und der Flucht vor dem Krieg, damals in Polen, im Dorf Odnoga in den Pommerellen.

Teil drei der "Zeitschiff Unicorn"-Serie

Es handelt sich bereits um das dritte Hörspiel der "Zeitschiff Unicorn"-Reihe nach „Der Zauberkoch und die Schatten der Traumlosen“ und „Flucht nach Pepperland“. Der nun vorgelegte neue Siebenteiler ist aber auch für Neueinsteiger problemlos verständlich. Wer danach Lust auf mehr bekommt, kann die anderen Folgen im Podcast bei wwwm.mdr/tweens anhören.
Zu Beginn des Hörspiels befindet sich die „Unicorn“ in nahezu aussichtsloser Lage (Spoiler: eine Situation, zu deren Verbesserung Flint und seine beiden Mit-Erzähler im Laufe der sieben Folgen nicht wesentlich beitragen werden). Das Zeitschiff, ursprünglich mit einer achtköpfigen Mannschaft besetzt, hat inzwischen vier oder fünf Crewmitglieder verloren - hier widersprechen sich die Eingangssätze von Folge eins und Folge zwei. An Bord ist nur noch der Funker Flint, der sich mit dem Blechpapagei Wächter und dem Schiff unterhält. Wobei das Schiff erst im Laufe der Zeit seine Stimme wiederfindet und sich zunächst in der Kommunikation auf das Abspielen von passender Musik beschränkt. Papagei Wächter dagegen ist auch Herr über ein großes Tonarchiv und kann unter anderem Zitate der abwesenden Crewmitglieder und anderer Personen abspielen.
Außerdem scheint irgendwie ein „Schatten“ an Bord geraten zu sein, ein Vertreter jener geheimnisvollen Gegner, mit denen sich die Unicorn-Mannschaft schon zuvor auseinandersetzen musste. Kapitän Kire ist verschollen und irgendwo zwischen den Zeiten auf der Suche nach seinem jüngeren Ich verloren gegangen.

Erzählen in aussichtsloser Lage

Was ist zu tun in dieser aussichtlosen Lage? Flint besinnt sich auf das, was seine eigentliche Profession ist: Das Erzählen. Denn er hat seine Laufbahn ja einst begonnen als Meistererzähler-Schüler. Gegen die bedrohlichen Schatten setzen die drei die Macht der Phantasie und die Erinnerung an die verschollenen Besatzungsmitglieder. Und so gibt Flint nach und nach die Vorgeschichte der Unicorn-Crew zu Protokoll. Wie er selbst als junger Erzähler-Schüler von seinem Ausbilder auf die Suche nach einem besonderen Menschen ausgeschickt wurde und seine Abschlussprüfung beinahe versenst hätte, weil er sich auf Kires – ebenfalls recht begabten – Bruder konzentriert hatte.

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs

Wir schreiben das Jahr 1944, es ist kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, wobei das kleine Dorf Odnoga, in dem Kire aufwächst, jedoch scheinbar nicht viel vom Krieg zu spüren scheint. Nur langsam deutet sich die Gefahr an, etwa durch einen bösartigen Uniformierten, der im Wald beinahe Kires Hündin Laika erschossen hätte. Oder durch einen in der Nähe mit einem „Fieseler Storch“ abgestürzten Major, der sich später als ein Agent der gegnerischen Zeitwächter entpuppt. Doch dann durchsuchen unheimliche Männer mit Totenköpfen auf ihren schwarzen Uniformen die Wohnung von Kires Familie, und der Junge sitzt zitternd versteckt im Kleiderschrank und steht kurz davor, das zu tun, was ihm bisher immer in Angst-Situationen neuen Mut gegeben hat: die alte Spieluhr öffnen und ihre Melodie erklingen zu lassen ... Danach ist der Vater verschwunden "und mit ihm Kires Sorglosigkeit", heißt es im Hörspiel.
Etwas seltsam mutet allerdings Flints Patentrezept (ein altes Rezept der Zauberköche) an, den Worten die Schrecklichkeit zu nehmen, indem er beim Erzählen ihre Buchstaben vertauscht. Aus „Krieg“ wird im Hörspiel „Kreig“ (wobei er sich zweimal verplappert), und „Angst“ wird konsequent als „Gnast“ bezeichnet. Hilft das? Bei Harry Potter haben wir gelernt, dass es die Angst nur noch größer macht, wenn man sich nicht traut, Voldemorts Namen auszusprechen. Sei‘s.

Zwischen Traum und Trauma

Das Hörspiel hält ein sehr eigenes Gleichgewicht zwischen Traumstimmung und Kindheitstrauma. Da ist die Zauberwelt der Regenbogentore, da ist ein Einhorn ohne Horn, ein Junge, der Hühnern Geschichten erzählt, woraufhin sie mehr Eier legen. Da ist die Welt der Abenteuer und Märchenerzähler und die Lebensweisheit, man solle jeden Tag ein bisschen Weihnachten feiern. Aber Kire ist auch der verängstigte, traumatisierte Junge, dessen Vater „abgeholt“ wurde, dessen Bruder den Einberufungsbefehl erhalten hat, ein Junge, der im zitternd im Schrankversteck sitzt und der einen Mantel aus Schweigen um sich legt, um sich zu schützen.
Und wie soll es enden, wenn die ganze Geschichte darauf hinaus läuft, dass Kire zwar zu einem Schiff gebracht werden soll, das ihm die Möglichkeit bietet, außer Landes zu fliehen, wenn er dann doch - so die Anweisung an Flint - auf keinen Fall an Bord gehen darf? Das bevorstehende Schiffsunglück ist den Zeitkundigen bekannt ...
Die Hörspielproduktion von Studio Regenbogen aus Vienenburg ist aufwändig gestaltet und besticht durch ihre akustischen Effekte. Geschichte, Gesang und Geräuschkulisse gehen eine besondere Symbiose ein, und für Hörer aus dem Harz hat die Sache den zusätzlichen Reiz, dass hier Schüler aus der Region zu hören sind.

Kein reines Kinder-Hörspiel

Ein reines Kinder-Hörspiel ist die Produktion jedoch nicht. Ältere Semester, die zusammen mit ihren Söhnen oder Töchtern die Geschichte Kires anhören, werden voraussichtlich an ganz anderen Stellen aufhorchen als ihre Kinder. Die Jüngeren werden wohl kaum die Filmklassiker-Zitate des Papageis („Oh Captain, mein Captain“, „Dumm ist der, der Dummes tut“) erkennen oder sich die nicht explizit dargestellten Kriegsgräuel, etwa das mit einem Satz erwähnten „Mitnehmen“ des Vaters, vorstellen können. Was für ein Kindheitstrauma des späteren Schiffskapitäns Kire hier geboren wird, werden jüngere Hörer kaum verstehen können. Und das ist gut so. Für sie bleibt das Zeitschiff-Abenteuer eine Reise durch eine Welt voller Zauber und Fantasie. Es ist ein Hörspiel, das mitwächst und aus dem jede Generation das herausholen wird, das für sie passend ist.

Fazit: Akustisch opulentes Hörspiel mit Märchenzauberkraft, aber auch einem ernsten Hintergrund. Kinder und Erwachsene werden es sehr unterschiedlich erleben, sollten es aber gemeinsam hören.


Martin Bolik: Krieg der Zeiten. Hörspiel in sieben Folgen. Gesamtlaufzeit: 3 Stunden und drei Minuten. Folge eins und zwei sind am Ostersonntag ab 10 Uhr in der Hörspielstunde auf MDR Tweens zu hören. Die weiteren Teile jeweils an den darauffolgenden Sonntagen.

Infos: https://www.facebook.../derzauberkoch


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In Arbeit: Corona, ganz persönlich

Geschrieben von Petra , in Aus Petras Werkstatt 23 March 2020 · 232 Aufrufe
Aus Petras Werkstatt
Was machen Phantastik-Autoren in der Corona-Krise? Ganz klar: Sie schreiben ein Buch. Felix Woitkowski hat gleich zu Beginn der Seuchen-Notstands-Gesetzgebung, unter der wir gerade leben, die Initiative ergriffen und unter dem Motto "Wenn die Welt klein wird und bedrohlich. Schreiben aus der Isolation" eine Reihe notorischer Schreiber eingeladen zu einer besonderen Anthologie. Jeder von uns bekam einen Tag zugeteilt. Wir wollen einen Monat lang die Krise begleiten und unsere persönliche Sichtweise, unsere Erlebnisse und Gedanken und natürlich auch unseren persönlichen Schuss Phantastik hineingeben. Auf diese Weise wird vermutlich eine sehr interessante Sammlung entstehen. Von Kurzgeschichten über Lyrik, Essay, Tagebuch bis hin zu ... ja, wozu? Zu einfach allem eben.
Mein Schreibtag war Sonnabend, 21. März. Herausgekommen ist eine Art Essay der genre-übergreifenden Art mit lyrischen und märchenhaften Einsprengseln, Glossen-Intarsien und Tagebuch-Aufzeichnungen, mit einer Art Manifest des Lokaljournalismus in der Krise und einer kleinen Erinnerung an einen großen SF-Klassiker. Ich nenne es einfach: "Notizen aus der Lokalredaktion". Das wird der Titel bleiben, sofern kein Werbefachmann uns einen griffigeren Namen aufschwatzt.
Am Samstag habe ich es geschrieben. Habe Worte in die Tatsatur gehämmert wie im Corona-Fieber. Gestern dann ein wenig, wirklich nur ein wenig, geglättet, es sollte ja eine authentische Momentaufnahme sein, und dann den Text abgeschickt. Heute kam ein "Gefällt mir gut" vom Herausgeber. Und jetzt bin ich gespannt, welche Eindrücke die anderen Autoren an ihren Schreibtagen festhalten.
Das Buch soll zeitnah nach unserem Schreibmonat erscheinen. Hoffentlich sind wir dann noch alle gesund.


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Alessandra Reß: Die Sommerlande

Geschrieben von Petra , in Bücher - phantastisch 15 March 2020 · 352 Aufrufe
Bücher - phantastisch und 2 weitere...
Die "Herbstlande" haben Zuwachs bekommen. Mit "Die Sommerlande" von Alessandra Reß ist - neben "Das Nebelreich" aus der Feder von Anja Bagus - ein zweiter Ableger der Jahreszeiten-Welt erschienen. Diesmal allerdings spielt das Abenteuer nicht in der aus September, Oktober und November bestehenden Herbstlande-Welt, die die vier Autoren Fabienne Siegmund, Stephanie Kempin, Vanessa Kaiser und Thomas Lohwasser erschaffen haben, sondern gewissermaßen "nebenan". Wie der Titel verrät, hat sich Alessandra Reß die Welt des Sommers vorgenommen.
Ähnlich wie bei den beiden großen Herbstlande-Romanen, geht es auch in den Sommerlanden um eine Queste, eine abenteuerliche Reise durch die drei Monate Juni. Juli und August. Anders als bisher dreht sich die Geschichte aber in dieser kleineren Erzählung nicht um das große Herbstlande-Thema des Nach-Hause-Kommens, sondern der Held, in diesem Fall der Alb Nemiah, verlässt seine Heimat, den Sonnenwendhof im Land Juni, um Hilfe und Rettung zu finden. Denn auf dem Hof sind, nach einer furchtbaren Gewitternacht, alle Flederzirpen verstummt. Die zarten, elfenhaften Geschöpfe, die sich nur durch Gesang äußerten und ansonsten stumm sind, lebten bisher mit den Alben in einer Art Symbiose und machten die Musik zu den Tänzen der Alben. Und die Alben sind auf Musik und Tanz angewiesen, denn nur hieraus beziehen sie ihre Kraft und Energie. Als es auf dem Sonnenwendhof still wird und seine Verwandten beginnen dahinzusiehen, macht sich Nemiah auf die Reise. Er ist überzeugt, dass die "Wanderer" die Stimmen der Zirpen mitgenommen haben - schlimme Wesen, die in Gewittern übers Land reisen und auch immer mal wieder einen Alb mitnehmen. So folgt Nemiah der Spur der Wanderer durch den Juni, den Juli und den August ...

Auf den Spuren eines Alben

Interessant ist, dass Nemiah, wohin er auch kommt, auf die Spuren eines gewissen "Narkis" stößt. Eines Alben, der einige Zeit vor ihm die Sommerlande durchwandert und sich dabei nicht nur Freunde gemacht hatte. Und sind die Wanderer wirklich so böse, wie man allgemein annimmt? Nach und nach löst sich das Rätsel der sommerlichen Zeitlosigkeit und des Zusammenhangs zwischen Sterben, Wandel und Wiederkehr.
Das Büchlein ist, wie alle Abenteuer des Herbstlande-Universums, außerordentlich schön gestaltet. Die Illustrationen von Fräulein Kirsten sind einfach nur zum Niederknien schön und machen die Reise durch die Monate zu einem wahren Genuss.

Katalogartige Abfolge von Begegnungen

Damit ist fast wettgemacht, dass die Reise selbst, so schwer das bei einem so schönen Buch zu sagen fällt, bestenfalls fantastischer Durchschnitt ist. Die Geschichte ist eine ununterbrochene Aneinanderreihung von Begegnungen mit mystischen und magischen Wesen aus unterschiedlichen Mythologien und aus der Erfindungsgabe der Autorin, Begegnungen mit zum Teil sehr interessanten Wesen sogar, aber es fehlt ein wenig der kleine Tropfen Magie, der eine Aufzählung zur spannenden Geschichte erhebt. Es fehlt die Dynamik, der Rhythmus, das Charakteristische der Wesenheiten. So ist das Büchlein, trotz seiner Kürze, zumindest in den ersten beiden Dritteln recht zäh und braucht einige Zeit. Das ist schade, denn viele der vorgestellten Sommer-Bewohner haben durchaus Potential. Etwa die Fliederzirpen - ein wunderschöner Name übrigens - oder die Najaden der Flüsterseen. Auch die ganz eigene Tragik Nemiahs ist durchaus etwas Besonderes und hätte gern mehr herausgearbeitet werden können.
Was bleibt, ist eine wunderschöne Welt mit sehr vielen, faszinierenden Völkern. Vielleicht begeben sich die Herbstlande- und Sommerlande-Entdecker ja noch einmal auf die Spur Nemiahs und lassen ihn ein zweites Abenteuer erleben, das über das katalogartige Abarbeiten von Völkern hinausgeht?

Fazit: Liebenswürdige Welt mit zauberhaften Illustrationen und ordentlicher, aber nicht origineller Abenteuer-Reise. Da könnte man mehr draus machen.

Alessandra Reß: Die Sommerlande. Ein Roman aus dem Herbstlande-Universum. Mit Illustrationen von Fräulein Kirsten. Meitingen/Erlingen: Verlag Torsten Low, 2019. 171 S., Euro 9,90.


Weitere Bücher über die Herbstlande
Herbstlande
Herbstlande - Verklingende Farben
Geschichten aus den Herbstlanden
Anja Bagus: Das Nebelreich

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In Arbeit: "Der Hafen der Astarte"

Geschrieben von Petra , in Aus Petras Werkstatt 05 March 2020 · 574 Aufrufe
Aus Petras Werkstatt
"Der Hafen der Astarte", so lautet der Titel meines neuesten Werks. Es handelt sich um einen Kurzkrimi, der an Bord eines Kreuzfahrtschiffs spielt. Die Geschichte ist Teil einer Anthologie über eine Mittelmeer-Kreuzfahrt, auf der in fast jedem Hafen gemordet, geraubt und betrogen wird.
Ich habe bei der Verteilung der Städte das faszinierende Port-Vendres an der südfranzösischen Purpurküste gewonnen. Und schon beim ersten Blick auf die Stadt und ihre Geschichte stand der Held meines Krimis vor meinem geistigen Auge da: Jan Müller, Dauerstudent mit großer Liebe zu den Phöniziern, Drei-Tage-Bart und Schlabber-T-Shirt, aber auch mit wohlhabendem und wohlwollendem Onkel, der ihm eine Kreuzfahrt spendiert hat.
Jan ist besessen von dem Gedanken daran, dass er die phönizischen Wurzeln von Port-Vendres aufspüren kann. Ein Papyrus-Bruchstück scheint darauf hinzudeuten, dass sich hier in alter Zeit ein Tempel der phönizischen Göttin Astarte befand. Wie großartig wäre es, das elfenbeinerne und goldene Bild der Göttin zu finden, das der legendäre karthagische Seefahrer Hanno vor seiner Afrika-Umrundung dort errichtet hat.
Aber geht im Hafen der Venus wirklich alles mit rechten Dingen zu? Welche Pläne hat die hübsche Gisèle Dubois, die sich an Jans Fersen heftet? Und ist es wirklich klug, in die rostzerfressene "Ente" des Mechanikers Henry einzusteigen? Aus einer abenteuerlichen Spurensuche wird schnell bitterer Ernst. Todgefährlich.
Die Beiträge der anderen Autoren spielen an Bord sowie in den Städten Barcelona, Valencia, Palma, Marseille, Nizza, Cannes, Livorno, Rom, Neapel und Monte Carlo.
Die Geschichte "Der Hafen der Astarte" hat gestern das erste Lektorat überstanden. Anfang April soll es noch einmal durch das Fein-Lektorat gehen. Die Kreuzfahrt-Anthologie erscheint voraussichtlich im zweiten Quartal 2020 im Adakia-Verlag. Ich freue mich drauf.


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Miriam Rademacher: Talisman und das tote Dorf

Geschrieben von Petra , in Bücher - Abenteuer 08 February 2020 · 403 Aufrufe
Bücher - Abenteuer und 3 weitere...
Wahn, ein verlassenes und bis auf die Grundmauern geschleiftes Dorf im Emsland, ist Schauplatz des neuen Talisman-Abenteuers. Im dritten Band der Kinderbuch-Serie von Miriam Rademacher erleben das kluge, eigensinnige Islandpony und die Feriengäste auf dem Jansen-Hof ein neues Abenteuer rund um die "Blauen Rätsel" und das Erbe der verstorbenen Hofbesitzerin.
Der Jansen-Hof bietet spezielle "Mutmach-Ferien" für Kinder mit schweren Angststörungen und Phobien an. Islandpony Talisman ist dabei nicht nur vierbeiniger Therapeut, sondern auch Kumpel, Begleiter und wertvoller Hinweisgeber. Denn Talisman war dabei, als die frühere Hofbesitzerin ihr Erbe versteckte. Die Hinweise darauf sind in geheimnisvollen blauen Säckchen versteckt, die nur von Kindern gefunden werden können, die sich vor etwas fürchten und ihre Angst überwinden. Eine Schnitzeljagd, die die Kinder immer wieder neue Orte im Emsland entdecken lässt.

Apfelblüte weist den Weg nach Wahn

Am Ende des zweiten Buchs, "Talisman und die Tänzer der Nacht", hatten Cordula, Katla und Lars-Olaf einen Beutel mit drei Gegenständen gefunden: Eine Apfelblüte aus Salzteig, ein Miniatur-Grabstein mit "Ohren" und eine Memory-Karte mit einem Linksabbiegen-Schild. Die Apfelblüte scheint auf den Ort Wahn hinzudeuten, ein Dorf, das in der Nähe eines Schießplatzes lag. Zur Nazizeit ordnete die Regierung an, dass das Dorf geräumt werden sollte, da wegen des Schießbetriebs die Gefahr bestand, dass die Dorfbewohner versehentlich getroffen wurden. Wahn wurde nicht nur aufgegeben, sonden die Häuser wurden auch zerstört, damit niemand daran denken konnte, jemals zurückzukehren.

Kinder mit Ängsten und Phobien

Die drei Kinder Cordula, Katla und Lars-Olaf, die gewissermaßen zur Kernmannschaft der Rätselsucher gehören, erhalten diesmal Unterstützung von zwei weiteren Ferienkindern: David, der schwere Verlustängste hat, seit seine Schwester nach Australien ausgewandert ist, und Lukas, der sich an sein Asthma-Spray klammert wie ein Ertrinkender, obwohl er es eigentlich gar nicht mehr so häufig braucht. Außerdem hat Pony Talisman einen neuen Spielgefährten gefunden: Er teilt sich seine Wiese jetzt mit Schaf Willi. Und dann ist da noch die verwöhnte Charlotte, die Talisman unbedingt besitzen und durch ihren Vater kaufen lassen will. Das kommt zwar für die Jansens nicht infrage. Aber dummerweise hat Charlotte die Sache mit den blauen Rätseln spitzgekriegt. Und sollte sie das Erbe vor den Ferienkindern finden - dann will sie Talisman als Finderlohn fordern, hat sie Cordula angekündigt.

Wüstes Dorf als besonderer Hintergrund

Das Abenteuer lebt vor allem von dem besonderen Handlungsort und seinem Schicksal. Das Dorf Wahn als Kulisse für eine Schatzsuche ist faszinierend, und selbst Nicht-Emsländer, die noch nie zuvor etwas von diesem Dorf gehört haben, werden von der traurigen und bedrückenden Geschichte sofort in das Emsland hineingesogen. Gut möglich, dass die Wüstung Wahn demnächst einen unerwarteten Besucherzustrom erhält.
Die Geschichte ist flüssig und spannend erzählt, lässt sich gut lesen und lässt an keiner Stelle Langeweile aufkommen. Auch das neue Serien-Outfit und die Bilder der neuen Illustratorin Isabel Kaboth gefallen. Nur beim Lösen der Rätsel fühlt sich der Nicht-Ortskundige etwas hilflos. Dass eine Salzteig-Apfelblüte auf Wahn hinweist - wer hätte das geahnt? Und was es mit der geheimnisvollen blauen Flasche auf sich hat ... Man wird es erfahren.

Fazit: Mutmach-Abenteuer mit liebenswertem 1-PS-Titelhelden und viel Hintergrundwissen zum Emsland. Spannend, lehrreich und humorvoll.


Miriam Rademacher: Talisman und das tote Dorf. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2020. 136 S., Euro 14,90.


Weitere Talisman-Abenteuer
Talisman und die blauen Rätsel
Talisman und die Tänzer der Nacht

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Sibylle Luig: Magie hoch zwei - Diebe in Berlin

Geschrieben von Petra , in Bücher - phantastisch 03 February 2020 · 412 Aufrufe
Bücher - phantastisch und 3 weitere...
Die magischen Zwillinge hexen weiter: In "Diebe in Berlin", dem dritten Band der Kinderbuch-Serie "Magie hoch zwei", kämpfen Elli und Idi gegen eine Bande, die Hunde entführt und illegale Rennen mit den Tieren veranstaltet. Außerdem gibt es magischen Nachwuchs in der Familie der Zwillingshexen - natürlich im Doppelpack.
Elli und Idi stammen aus einer Hexenfamilie, in der regelmäßig Mädchen-Zwillingspaare geboren werden. Die Kinder haben magische Kräfte, können aber gewöhnlich nur dann zaubern, wenn sie zusammen sind. Da der Vater der beiden es extrem beängstigend fand, dass die zwei Säuglinge im Kinderwagen herumhexten und die Wohnung auf den Kopf stellten, hatte er sich scheiden lassen und war mit Idi zusammen nach Hamburg gezogen, während Elli mit ihrer Mutter in Berlin blieb. Beide Mädchen wuchsen auf, ohne von einander zu wissen, und ahnten nichts von der magischen Tradition, bis sie sich zehn Jahre später wiederbegegneten und die Magie ihren Lauf nahm. In den Bänden "Operation Waldmeister" und "Die fiesen Omas" wurde erzählt, wie die magischen Zwillinge ihre Familie wieder zusammenführten und nach und nach ihre Kräfte entdeckten und trainierten.

Hexen finden Hundewelpen

Inzwischen hat sich Idi schon sehr gut in Berlin eingelebt. Nun verbringt sie ihren ersten Winter in Berlin. Als es schneit, steht für die Hexen und ihre Freunde das Ziel schnell fest: Eine Rodelpartie im Grunewald mit eigens hergehexten Zauberschlitten muss es sein. Doch aller Rodelspaß ist vergessen, als die Kinder einen Hundewelpen entdecken. Ein junger Rhodesian Ridgeback, ein ziemlich teurer Rassehund, wird sicher nicht einfach so ausgesetzt. Die Kinder ermitteln und kommen bald einer Bande von Hundedieben auf die Spur, denen die kleine Hündin Ronny ausgebüxt ist. Und wer glaubt, dass Elli und Idi mit ihren überragenden Hexenkräften die Kriminellen ganz einfach besiegen können, wird durch die skrupellose "Chefin" im Hintergrund rasch eines Besseren belehrt.

Sehr unterschiedliche Zwillinge

Das Zwillingspaar zeigt erneut, dass Zwilling sein nicht bedeutet: "zweimal dasselbe". Elli und Idi entwickeln sehr unterschiedliche Fähigkeiten, wobei Elli eine ganz besondere Gabe hat. Sie ist eine der wenigen Hexen, die auch dann zaubern können, wenn ihre Zwillingsschwester nicht in der Nähe ist. Außerdem deutet sich bereits jetzt an, dass die junge Hexe ein ungewöhnlich starkes magisches Potential hat. Doch wird diese außerordentliche Kraft dadurch manchmal unwirksam, dass Elli, wenn sie große Angst hat, vollkommen blockiert ist und ihre Magie nicht nutzen kann. Idi, die etwas ruhigere Schwester im Hintergrund, ist dafür in der Lage, mit magischem Slime zu agieren und in der Glibbermasse Bilder wie in einer Kristallkugel zu empfangen.
In dem Buch erfahren die Leser mehr über die magischen Gesetze der Zwillingshexen und auch etwas darüber, dass es böse Hexen gibt. Außerdem gibt es überraschende Erkenntnisse über Frau Sauter, die schreckliche Lehrerin, die den beiden Mädchen im vorherigen Band das Leben zur Hölle gemacht hat.

Krimi wirkt etwas konstruiert

Das Buch ist, wie schon die beiden Vorgänger, spannend und flüssig geschrieben. Eine erfrischend neue und magische Interpretation des Zwillingsmotivs, die einfach Spaß macht. Und wer schon einmal einen Rhodesian Ridgeback gestreichelt hat und weiß, wie sich der gegenläufige Rückenstrich unter den Fingern anfühlt, wird Ronny ganz sicher lieben.
Ein wenig konstruiert wirkt allerdings, dass Ronnys Mutter Re den Dieben gleich mehrfach entkommen kann. Spätestens nach der ersten Flucht hätte jeder Kriminelle doppelt scharf auf die vierbeinige Kapitalanlage aufgepasst.
Auch der erste Versuch, den Kindern die kleine Ronny zu stehlen, ist nicht nur tollpatschig, sondern auch recht unwahrscheinlich. Es ist schon ein recht großer Zufall, wenn man in einer Millionenstadt wie Berlin unterwegs ist und einen Tag, nachdem man im Grunewald einen Hund gefunden hat, in der Reichsstraße Ecke Ahornweg auf den Dieb ebendieses Hundes trifft, der ihn nun zum zweiten Mal klauen will. Auch wie Mark, der in Kreuzberg das Kellerversteck der Hundediebe entdeckt, auf die Idee gekommen ist, ausgerechnet dort zu suchen, wird nicht näher erklärt. Für einen Fußgänger wäre das drei bis vier Stunden vom Fundort des Welpen entfernt. Wie sollte der Welpe diesen Weg geschafft haben? "Aber darüber, was er in Kreuzberg gesucht hatte, wollte Mark anscheinend nicht sprechen", heißt es (S. 53). Woher die Hundediebe die Adresse der Kinder haben, wurde nicht erklärt. Plötzlich sind sie da und versuchen einzubrechen. Und genau so plötzlich überfallen sie Matea, die mit Ronnys Mutter Re spazieren geht.
So wird aus der Jagd nach den Hunden ein ziemlich wirres, unmotiviertes Hin und Her, bei dem Kommissar Zufall die Fäden zieht. Und wieso gibt sich eigentlich eine "Chefin" mit solchem unfähigen Diebspersonal ab und veranstaltet popelige Hunderennen, wenn sie mit ihrer Macht doch am ganz großen Rad drehen könnte?
Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Und die genauen Straßenangaben und das Berliner Lokalkolorit gehören ganz sicher zu den Stärken des Buchs.

Fazit: Zauberhaft, magisch, hexisch, mit einer guten Lunge voll Berliner Luft und viel Hundepower. Eben Magie im Doppelpack.


Sibylle Luig: Magie hoch zwei - Diebe in Berlin. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2019. 170 S., Euro 14,90.


Weitere Besprechungen zu "Magie hoch zwei"
Operation Waldmeister
Die fiesen Omas

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Thorgals Jugend 7: Blauzahn

Geschrieben von Petra , in Comics 25 January 2020 · 552 Aufrufe
Comics, Thorgal, Yann und 1 weitere...
"Blauzahn" lautet der Titel des siebten Bandes der Albenreihe "Thorgals Jugend". Wie der Name bereits verrät, begegnet Thorgal in diesem Abenteuer dem legendären Dänenkönig Harald Blauzahn. Aber durch eine arabische Delegation an den dänischen Hof kommt auch das orientalische Flair, das in den Aniel-Abenteuern die Hauptserie prägte, auch hier zum Tragen.
Thorgals Geliebte Aaarica war auf ihrer Flucht im vorherigen Album, "Der Drakkar aus dem Eis" von einem arabischen Schiff aus Seenot gerettet worden. Die Felukke ist auf dem Weg nach Dänemark und nimmt Aaricia und ihre Begleiterin Isoline mit. Thorgal macht sich zusammen mit seinem orientalischen Freund Mehdi und Aaricias Bruder Björn auf, um sie zu retten und nach Hause zu holen. Beide Gruppen landen schließlich am Hof des Blauzahns, Thorgal und seine Mannschaft als Gefangene, die beiden Frauen an Bord der Felukke, einem ungewissen Schicksal entgegen sehend.
Die Geschichte ist ist reich an Seeabenteuern und nautischen Details. So sehen Aaricia und Isoline einem arabischen Karthographen bei der Positionsbestimmung mit einem Astrolabium zu, und Thorgal bekommt Gelegenheit, seinen Edelmut zu zeigen, als es darum geht, einer Meuterei zu begegnen, die schöne Enyd gegen Björns Übergriffe zu verteidigen oder für eine verdurstende Mannschaft eines wracken Schiffs einzutreten, das die Wikinger entern.
Die Schiffszeichnungen erfreuen das Herz des Betrachters, vor allem das eindrucksvolle Bild von Harald Blauzahns Drachenschiff mit Begleitfahrzeugen bei der Heimkehr entschädigt für vieles, was der etwas verwaschene Zeichenstil der Hauptserie an Enttäuschungen produziert hat. Sehr interessant auch der Blauton, mit dem Haralds Zähne gefärbt sind.
Die Geschichte von der Ausfahrt und Suche nach Aaaricia ist zwar nicht neu, etwas Ähnliches gab es auch schon im Abenteuer "Berserker", und in der Hauptserie ist Thorgal ja ebenfalls auf der Suche nach einem Familienangehörigen. Aber das Album ist handlungsreich, gut gezeichnet, erfreut durch Details und stimmungsvolle Beleuchtung. Es gibt ein paar ausdrucksstarke Kampfszenen, bei denen Thorgal Mut und Entschlossenheit zeigen kann, aber dennoch scheitert und nicht als unbesiegbarer Superman dasteht. Alles in allem ein Abenteuer, das Spaß macht und einem die Freude am guten alten Thorgal Ägirsson zurückgibt.

Fazit: Klassisches Thorgal-Abenteuer, das an die Tradition der frühen Bände anknüpft. Seefahrt und Kampfszenen und ein bisschen Tausendundeine Nacht. Sehr schön.

Die Welten von Thorgal: Thorgals Jugend 7 - Blauzahn. Text: Yann, Zeichungendn. Roman Surzhenko. Bielefeld: Splitter, 2020. 48 S., Euro 15,80.


Weitere Thorgal-Abenteuer
Thorgal 31: Der Schild des Thor
Thorgal 32: Die Schlacht von Asgard
Thorgal 33: Schwertboot
Thorgal 34: Kah-Aniel
Thorgal 35: Scharlachrot
Thorgal 36: Aniel
Thorgal 37: Der Eremit von Skellingar

Kriss de Valnor 1: Ich vergesse nichts!
Kriss de Valnor 2: Das Urteil der Walküren
Kriss de Valnor 3: Einer Königin würdig
Kriss de Valnor 4: Bündnisse
Kriss de Valnor 5: Rot wie der Raheborg
Kriss de Valnor 6: Die Insel der verlorenen Kinder
Kriss de Valnor 7: Der Berg der Zeit
Kriss de Valnor 8: Der Herr der Gerechtigkeit

Lupine 1: Raïssa
Lupine 2: Die abgeschnittene Hand des Gottes Tyr
Lupine 3: Das Reich des Chaos
Lupine 4: Crow
Lupine 5: Skald
Lupine 6: Die Königin der Schwarzelfen
Lupine 7: Nidhöggr

Thorgals Jugend 1: Die drei Schwestern
Thorgals Jugend 2: Das Auge Odins
Thorgals Jugend 3: Runa
Thorgals Jugend 4: Berserker
Thorgals Jugend 5: Slive
Thorgals Jugend 6: Der Drakkar aus dem Eis


© Petra Hartmann


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Darthula: "Handtaschenbuch" mit humorvollem Vorwort

Geschrieben von Petra , in Darthula 22 January 2020 · 5059 Aufrufe
Darthula
"Darthula - eine begehrte Prinzessin" nennt die Rezensentin Faidit meine ossianische Novelle. In ihrer Buchbesprechung auf Lovelybooks vergibt sie fünf Sterne an das Büchlein über die irische Prinzessin.

"Ein Roman muss nicht immer mehrere hundert Seiten lang sein, um ein guter Roman zu sein", sagt die Rezensentin über die Länge des Buchs, das sie augenzwinkernd als kleines „Handtaschenbuch“ bezeichnet. Sie findet, die Geschichte sei "in einer wunderschön poetischen Sprache mit feinfühligen Beschreibungen von Landschaft, Personen und Situationen geschrieben, die ein umfangreiches Kopfkino erschafft."

Und Faidit ist tatsächlich die erste Leserin, die sich ausführlich über das Vorwort äußert. Sie schreibt:

"Auch das Vorwort, selbst wenn man es für gewöhnlich in einem Buch oft links liegen lässt, ist lesenswert! Denn es ist höchst amüsant und unterhaltend, wenn die Autorin mit einer ehrlichen Authentizität und typischem norddeutschem Humor vom Werdegang des kleinen Romans erzählt. Da musste ich gleich mehrmals laut auflachen!"

Herzlichen Dank dafür!

Die vollständige Rezension findet ihr auf Lovelybooks:
https://www.lovelybo...51LHywbDBYeJGM8


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Fanpost aus Kanada an Berthold von Holle und mich

Geschrieben von Petra , in Berthold von Holle 19 January 2020 · 662 Aufrufe
Berthold von Holle
Überraschung aus Kanada: Ein Leser meiner Berthold-Bücher hat mir ein Päckchen geschickt. Ich hätte nie gedacht, dass die beiden Büchlein so weit rumkommen, und war etwas perplex, als ich von Verlegerin Monika Fuchs die Mail bekam: "Heute hat DHL ein Päckchen gebracht. Fanpost! Für dich! Aus Kanada! An die Autorin von Crane und Demantin! (Müsste das nicht eher an Berthold gehen?) Keine Ahnung, was drin drin. Ich hoffe, keine Bombe."

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Nein, es war keine Bombe. Heute war ich in Hildesheim beim Verlag, und wir haben nicht schlecht gestaunt beim Auspacken. Ein großformatiges Buch war darin. Und ein Brief des Verfassers Herman Jansen, der mir gewissermaßen sein Lebenswerk anvertraut hat.

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"Mehr als 40 Jahre habe ich gearbeitet um die Geschichte meiner Vorfahren zu suchen", schreibt der inzwischen 77-Jährige. "Das Resultat ist das Buch 'The Ancestors of the Dutch King Willem-Alexander and the lost Kingdom auf Sweden'. Ich habe 5 Buecher gemacht fuer meine Kinder un Enkelkinder. Das letzte Buch ist fuer Sie, Petra!"

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Herman Jansen hat die Geschichte seiner Vorfahren über Jahrhunderte und Ländergrenzen hinweg zusammengetragen, und dabei stieß er offenbar nicht nur auf Verwandte im britischen und niederländischen Königshaus, sondern auch auf die Familie von Holle.

Der Verfasser entstammt, so weit ich dem Vorwort entnehme, einer Familie, die sich Hollegien nannte, als ältere Formen führt er Holleken auf und eben von Holle.

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Über den Dichter Berthold von Holle schreib er in seinem Buch:

"Special in the von Holle family is the in 1219 born Berthold von Holle. We know only a few poets from the Middle-Ages in North-Germany. One of them is the Knight Berthold von Holle. He is well known from his books 'Crane' and 'Demantin'. From the last one 'Darifant' are only a few fragments left.
Berthold is a Knight an Court official for the Bishop Konrad von Hildesheim. As such, he witnesses a document issued by the Bishop for the Monastery 'Neuwerk' in 1230. Together with his brother Dietrich is he a witness in a Bishop's document for the Monastery 'Backenrode'.
We find him also as a witness for the Bishop in a document for the Knight Arnold von Herre Winzenburg and in documents in 1231 and 1234.
Besides his books, he wrote more than 5.000 poems. His choice of words shows intelligence, simple and written in the Lower-German dialect.
His books marks a very special place in those times, he wrote his poems and books with a rich imagination and tell us the adventures of his Knight's adventures." (S. 71f)

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Der Verfasser hat sogar einen kleinen Werbeblock in seiner Familiengeschichte platziert:

"You can buy these beatiful books 'Crane' and 'Demantin', rewritten by Petra Hartmann, on the internet. For our woman readers, have a few tissues ready for to dry your tears, because Princesses can be very sick while being in love. It happens in the books from Berthold von Holle!" (S. 72)

Und ein paar Seiten weiter heißt es:

"Our own Knight/Writer/Poet Berthold von Holle was entertaining at weddings, family-gatherings and other festivities. He was a guest at the wedding from the Princess, daughter of the German Emperor with the King of Hungary, ('Crane', a book written by Berthold von Holle in 1250-1260). For my readers, please read this book." (S. 78)

Ich fühle mich natürlich sehr geehrt, dass er mir seine Familiengeschichte anvertraut hat. Ein Exemplar von einer Auflage, die nur fünf Bücher umfasst, das ist schon etwas Besonderes.

Gibt es eigentlich Mitglieder der Familien von Holle/Holleken/Hollegien, die hier mitlesen? Ich stelle sehr gern den Kontakt nach Kanada her.



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Nestis-Rezension: "Am liebsten den süßen Kraken knuddeln"

Geschrieben von Petra , in Nestis 02 January 2020 · 4080 Aufrufe
Nestis
Fünf neue Sterne für Nestis und eine Liebeserklärung an den Kraken Otto: In ihrer Rezension unter dem Titel "Klare Leseempfehlung" bespricht A. Wergen meinen Meermädchen-Roman "Nestis und die verschwundene Seepocke". Sie mag die kindgerechten Abenteuer, den Schauplatz am Meer und den Umgang mit alltäglichen Problemen. In der Besprechung auf Amazon heißt es:

"Die Geschichten um Nestis gefallen mir gut. Sie spielen am Meer, was ich als Wasserratte doch sehr schätze. Nestis Abenteuer sind kindgerecht aufgearbeitet, ohne die Spannung zu verlieren. Alltägliche Probleme werden angesprochen, die Kinder durchaus beschäftigen können: Umweltschutz, aber auch Freundschaften, die entstehen, obwohl man den anderen erstmal doof findet. Und auf Geschwister aufpassen kann durchaus auch eine Herausforderung sein, vor allem, wenn man eigentlich was ganz anderes machen will."

Ein dickes Lob gibt es für die Protagonisten. Und vor allem der Held mit den acht Armen hat es der Rezensentin angetan:

"Die Protagonisten sind so liebevoll gestaltet: ich mag ja am liebsten Otto und Kurzschluss, die einerseits recht schüchtern sind, aber sich dank ihrer neuen Freunde weiterentwickeln und über ihren Schatten springen können. Die Illustrationen von Olena Otto-Fradina spielen hier natürlich mit rein. So könnte ich allein wegen der Illustration von Otto schon diesen süßen Kraken knuddeln (Bei Kurzschluss, dem Aal, wäre ich jetzt dezent vorsichtiger ;))."

Eine "Klare Leseempfehlung" hatte sie ja schon im Titel ausgesprochen. Aber es gibt auch noch eine besondere Leseempfehlung an Jungen:

"Auch wenn Meerjungfrauen sicherlich eher von Mädchen angesprochen werden, finde ich, kann auch ein Junge getrost dieses Buch lesen. Denn schließlich kommt die Spannung nicht zu kurz, und Freundschaft, Umweltschutz und Seemonster sprechen alle an."

Die komplette Rezension findet ihr auf Amazon:
https://www.amazon.d...R3TPU6CDII8BVY/

Oder in "Kupfis Bücherkiste":
https://kupfisbueche...ndene-seepocke/

Vielen Dank, ich freue mich!


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Jahresrückblick IV: Oktober bis Dezember 2019

Geschrieben von Petra , in Jahresrückblick 31 December 2019 · 851 Aufrufe
Jahresrückblick
Vierter Teil meines Lese-Rückblicks auf das Jahr 2019. Es ist wieder viel Haskala-Literatur dabei, Bücher über Goslar, Phantastik, etwas über Luftfahrt-Pioniere. Viel Spaß beim Lesen!

Die anderen Quartale: Januar bis März, April bis Juni, Juli bis September

Oktober

Christoph Marzi: Charing Cross

Alexandra Kui: Der Nebelfelsen
Die Verfasserin hat vor meiner Zeit bei der Goslarschen Zeitung gearbeitet und im Buch den Redaktionsalltag geschildert und ein paar Kollegen abkonterfeit. Als mir eine Kollegin das erzählte, war natürlich klar, dass ich mir den Roman anschaffen musste. Wobei es nicht um die Goslar-Redaktion ging, in der ich sitze, sondern um eine Außenredaktion, die in dem fiktiven Harzort "Grauen" angesiedelt ist.
Das Buch hat eine sehr schöne, eingängige Sprache und einen guten Erzählfluss, und auch wenn ich nicht viel aus meiner aktuellen Umgebung wiedererkannte, kann ich mir doch vorstellen, dass sie die Kollegen gut getroffen hat. Es geht um eine neblige Klippe, von der sich immer mal wieder ein Selbstmörder hinabstürzt. Ein zwiespältiges Besitztum der Gemeinde Grauen. Denn einerseits will natürlich niemand Menschenleben in Gefahr bringen, doch andererseits lebt fast die gesamte Bevölkerung vom Tourismus, und die regelmäßigen Berichte über die unheimliche Sogwirkung, die von diesem nebligen Felsen ausgeht, erweisen sich als grandioser Besuchermagnet. Busladungen vor Touristen strömen regelmäßig nach Grauen, um den Grusel der Klippe hautnah zu spüren. Als die Heldin des Romans erfährt, dass sich ihre Freundin hier umgebracht haben soll, reist sie nach Grauen. Es geht nicht nur um Spurensuche. Die hochqualifizierte Starfotografin, deren Aufnahmen sonst in Hochglanzmagazinen abgedruckt werden, befindet sich offenbar in einer massiven Midlife-Crisis. Gerade hat sie ihrem Freund den Laufpass gegeben, und im Job kriselt es. Da kommt ihr das Angebot eines Grauener Zeitungsredakteurs, für ihn als Fotografin zu arbeiten, gerade recht. Zwischen Fotografin und Redakteur beginnt es zu knistern. Was eine kriminaltechnische Ermittlung hätte werden sollen, wird zur Liebesgeschichte. Aber dann erfährt die Frau doch noch, was an der Nebelklippe geschah.
Wie gesagt: Eine echt gut geschriebene Story. Einen halben Punkt Abzug gibts für den Etikettenschwindel: Es steht "Krimi" auf dem Buch. Dabei ist es eine waschechte Liebesgeschichte, in der am Rande auch gestorben wird. Ansonsten: Empfehlenswert, nicht nur für GZ-Redakteure.

Hans Baumann: Redleg. Der Piratenjunge im Schottenrock
Ein antiquarisches Buch, gefunden bei Amazon Marketplace. Redleg, der Titelheld, ist ein Junge aus Schottland, der stets einen Schottenrock trägt, auch im Winter. Weil die nackten Beine dann der Kälte und dem Wind ausgesetzt sind, frieren sie rot, daher der Name. Redleg ist Waisenkind und träumt eigentlich davon, eine Mühle zu besitzen. Aber dann wird er von Piraten gefangen und verschleppt. Fliehen kann der rotbeinige Schiffsjunge von dem Schiff nicht. Aber ein gleichfalls verschleppter Schiffsarzt gibt ihm einen Tipp: Der Weg nach draußen führt über die Karriereleiter. Nach und nach arbeitet sich der gewitzte Schottenjunge in der Hierarchie des Schiffs nach oben, wird Ausguck, Proviantpirat, Pulverfachmann, Kassenchef. Schließlich bringt er es bis zum Kapitän. Aber auch das ist nur ein weiterer Zwischenschritt auf seinem Weg zu seinem Lebensziel: Müller zu werden. Heiteres, amüsantes Kinderbuch, nett geschrieben. Hat mir Spaß gemacht. Wenn ich auch die Bemerkung im Klappentext, das Buch sei darum erst so spät fertig geworden, weil der Illustrator sich immer wieder halbtot gelacht hat, doch etwas übertrieben finde.

Gerd Bedszent: Im Auge des Chaac, Teil 1 und 2 (BunTES Abenteuer 23 und 24)
Mich hatte im vergangenen Jahr in der Anthologie "Heimkehr - Thüringen morgen und übermorgen" die Geschichte "Finklbergs Plan" von Gerd Bedszent sehr beeindruckt. Darum musste ich mir auf dem BuCon unbedingt die beiden TES-Hefte des Autors anschaffen. Wobei es nicht zwei Heftromane sind, sondern eine Story, die wegen ihres Umfangs auf zwei Hefte verteilt ist.
Der Ich-Erzähler ist derselbe Journalist wie in "Finklbergs Plan", zu dem dieser Roman gewissermaßen die Vorgeschichte bildet. Es geht um illegalen Handel mit Maya-Artefakten, um brandgefährliche Banditenbanden und skrupellose Kunsthändler, außerdem um eine junge indigene Widerstandskämpferin und ihren Kampf für den Erhalt ihrer Kultur und gegen den Ausverkauf archäologischer Schätze. Als die Banditen ein steinernes Relief einer bisher unbekannten Maya-Pyramide verscherbeln wollen, sind die junge Frau und der Journalist vor Ort und dokumentieren den Fall - eine todgefährliche Reportage ... Sehr spannend und gut geschrieben. Daumen hoch.

Bergrat Dr. Ing. Hans-Hermann von Scotti
Biografie eines für Goslar bedeutenden Menschen, der den Bergbau im Rammelsberg - und nicht nur dort - geprägt hat. Das Buch erschien als Jahresgabe des Fördervereins Weltkulturerbe Rammelsberg. Ich habe es für meine Zeitung gelesen, rezensiert und ziemlich böse verrissen. Ziemlich fragwürdig fand ich das Kapitel über von Scotti als Chef des Rammelsberges in der Nazizeit, über den Einsatz von Zwangsarbeitern in den Bergwerken und die Art, wie er im Zweiten Weltkrieg in eroberten Ländern kriegsnotwendige Rohstoffe requirierte. Im Artikel habe ich geschrieben:
"Erschütternd undistanziert schildert der Autor die Probleme bei der Beschaffung der Arbeitskräfte. 200.000 Jugoslawen waren als Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter nach Deutschland gebracht worden. 'Dadurch war das Arbeitskräftereservoir in dieser Gegend eigentlich bereits erschöpft' (S.132), heißt es im Tonfall eines modernen Managers, der den Fachkräftemangel beklagt. Eichhorn erwähnt die 'Bereitstellung von 10.000 ungarischen Juden' (S.133). Man könnte fast Mitleid haben mit den Bergbau-Organisatoren, wenn es heißt: 'Die Inbetriebnahme der Werke, die an der Grenze zu Kroatien und Albanien lagen, wurde von Anfang an durch Sabotageakte der Partisanen erschwert. Trotz dieser starken Beeinträchtigungen schaffte es die Preußag, nahezu den gesamten deutschen Antimonbedarf zu decken.'
Beinahe zynisch klingt die Beschreibung, wie Deutschland lange versuchte, die Gruben und Hüttenbetriebe im jugoslawischen Bor zu erlangen: 'Trotzdem waren die französischen Eigentümer erst nach der Kapitulation Frankreichs bereit, ihre Aktien an deutsche Interessenten zu verkaufen', notiert Eichhorn (S. 130). Auch wenn er nachschiebt, dieser Verkauf sei nicht auf politischen Druck geschehen – ein bitterer Nachgeschmack bleibt."
Zum Thema Zwangsarbeiter:
"In einem Bericht aus dem Jahr 1942 heißt es: 'Nachdem jedoch eine Anzahl hartnäckiger Bummelanten der Geheimen Staatspolizei gemeldet und von dieser in ein Arbeitserziehungslager oder Konzentrationslager gebracht worden war, haben die pflichtwidrigen Arbeitsverhältnisse fast völlig aufgehört.' Was er selbst damals dachte, bleibt weitgehend außen vor." (...)
"Erst im Schlusswort stellt Eichhorn die Fragen, die sich anlässlich des NS-Kapitels dem Leser stellen. Was dachte der Bergrat? Was sagte sein Gewissen? Der Mann wurde nach dem Krieg bald entnazifiziert, war wieder in leitender Position im Bergbau tätig. Er starb erst 1966, eine kritische Aufarbeitung scheint es nicht gegeben zu haben. Eichhorn versucht, von Scottis Handeln aus soldatischer Tradition und preußischer Pflichterfüllung zu erklären. Im Prinzip sei er Technokrat gewesen. Es sei ihm um das Erfüllen von Aufgaben, die technische Abwicklung, das Funktionieren des Betriebs gegangen. Das klingt logisch. Doch hätte man sich gewünscht, dass der Autor in der Technokraten-Eigenschaft dem Forschungs-Objekt nicht gefolgt wäre."
Meine vollständige Rezension zum Buch findet ihr hier (allerdings hinter der Bezahlschranke). Wer sich für das Buch selbst interessiert, findet eine kostenlosen Download hier.

November

Fabienne Siegmund: MoonBird

Manas. Dargestellt von Theodor Herzen. Erzählt von Samar Mussajew. Russische bearbeitet von Michail Rudow.
Den "Manas" wollte ich schon seit mindestens 20, wohl eher seit 30 Jahren lesen, aber bisher habe ich keine ordentliche Textausgabe die riesigen Epos gefunden (gibt es die überhaupt?).
Auch dies ist keine Ausgabe des Epentextes, sondern ein sehr schönes Kunstbuch. Es enthält die Illustrationen, die Theodor Herzen gemacht hat. Sehr beeindruckende Bilder in unterschiedlichen Techniken und aus unterschiedlichen Schaffensperioden, ein Lebenswerk. Dazu gibt es eine kurze Inhaltsangabe, jeweils auf Russisch und Deutsch, in der die einzelnen dargestellten Stationen der Geschichte kurz erläutert werden. Optisch grandios. Aber ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, einmal den kompletten Manas in einer deutschen Übersetzung zu lesen.

George Saunders: Fuchs 8
Ein liebenswürdiges, herzerwärmendes Büchlein über einen Fuchs, der die Sprache der Menschen so wunderschön findet, dass er sie lernt und dann auch zu schreiben beginnt. Fuchs 8, wie der kleine Held dieser Geschichte heißt, hat nicht nur einen freundlichen, naiven Blick auf alles, was die Menschen tun, sondern er hat auch eine Rechtschreibung, die man geradezu als rührend bezeichnen kann. Getreu dem Motto: "Schreib, was du hörst" setzt er seine Gedanken in Buchstaben um. Er erzählt von seinen ersten Begegnungen mit Menschen, vom Zauber ihrer Sprache, die in seine Ohren wie eine wunderschöne Musik klingt. Aber auch von dem schweren Leid, das die Menschen über die Fuchsfamilie gebracht haben, als sie den Wald zerstörten, um ein Einkaufszentrum zu bauen. In der Sprache von Fuchs 8 klingt das so:
"Wenn ir oich so schlecht fülen wollt wi di Fükse jezz dann 1) Wochen lang kaum was fressen, 2) seen, wi vile Froinde, du auch, jeden Tag dünner und dünner werden, 3) seen, wi merere von deinen gelibten Froinden immer dünner werden, bis si sterben."
Fuchs 8 fasst sich ein Herz: Zusammen mit seinem Freund Fuchs 7 schleicht er sich in die "Mall", um etwas zu essen zu finden. Beide sind begeistert. Doch dann passiert das Schreckliche, Undenkbare: Die von Fuchs 8 geliebten und verehrten Menschen entpuppen sich als blutrünstige Mörder und bringen seinen Freund Fuchs 7 um. Fuchs 8 kann fliehen. Lange braucht er, um seinen Schock zu überwinden. Aber dann schreibt er den Menschen einen Brief und fragt sie, warum sie so böse und gemein sind und warum sein Freund sterben musste.
Ganz große kleine Literatur. Wer an diesen Fuchs 8 nicht sein Herz verliert, der hat keines zu verlieren.

Maja Nielsen: Abenteuer! Pioniere der Lüfte
Ich liebe ja Maja Nielsens Abenteuer-Reihe. Bisher habe ich mir die einzelnen Teile immer als Hörbücher beziehungsweise Hörspiele im Auto gegönnt. Dieses hier war Urlaubslektüre und obendrein als Hintergrundmaterial für einen Flieger-Roman bestimmt, da war dann mal die Print-Ausgabe fällig. Erzählt wird darin die Geschichte der Brüder Wright und ihres Flyers. Sehr lehrreich und pädagogisch gut und lebendig aufgebaut. Man kommt gut in die Gedankenwelt der Brüder und die technischen Fragen hinein, und durch die großzügige Bebilderung wird das Ganze auch sehr fasslich. Wie immer bei Maja Nielsen ist auch in diesem Abenteuer die Historie nicht abgeschlossen. Die Autorin erzählt auch über einen aktuellen Pionier der Luftfahrt. Sie stellt den Schweizer Bertrand Piccard vor, der über energiesparende Flugmaschinen nachdenkt und der mit seiner solarbetriebenen Flugmaschine "Solar Impulse" die Erde umrundete. Sehr beeindruckend.

Sabine Fitz: Die bedeutendsten Pioniere der Lüfte
Noch ein Buch über Luftfahrt-Pioniere, diesmal nicht speziell über die Wrights, sondern in jeweils ca. achtseitigen Kapiteln über sehr unterschiedliche Flieger und Konstrukteure. Darunter sind Otto Lilienthal und Graf Zeppelin, aber auch der Schneider von Ulm und Leonardo da Vinci. Es geht um Charles Lindbergh, die Brüder Montgolfier, um Fockes Hubschrauber, um die Rekordpilotin Amelia Earhart und die Langstreckenfliegerin Amy Johnson. Das Ganze reich bebildert, optisch sehr gut und übersichtlich aufgemacht, mit Skizzen, Steckbriefen und mit einem kleinen pädagogisch wertvollen Multiple-Choice-Test nach jedem Kapitel. Sehr lehrreich, ich werde es gern wieder zu Rate ziehen für meinen Roman.

Andreas Zwengel: Panoptikum
Eine Sammlung mit zwölf Kurzgeschichten des Autors. Die Storys sind, bis auf zwei Ausnahmen, bereits in Anthologien veröffentlicht worden und entstammen den unterschiedlichsten Subgenres der Phantastik - von Horror über Science-Fiction zu klassischen Vampirgeschichten und Steampunk. Einen Teil davon kannte ich bereits aus anderen Sammlungen. Mein Favorit war die Steampunk-Geschichte "Volldampf", in der der "eiserne" Kanzler in einem Zug auf den magischen Schutzschild Prags zurast ... Sehr schön.

Antonia Michaelis: Das Institut der letzten Wünsche
Zauberhaft-liebenswürdiger Roman über zwei Frauen, die mit ihrem Unternehmen Sterbenden ihre letzten Herzenswünsche erfüllen wollen. Wer die Dienste des Instituts in Anspruch nehmen will, darf jeden, auch den absurdesten Wunsch aussprechen, und die beiden Frauen setzen alles daran, ihn zu erfüllen. Bedingung: Der Kunde muss eine ärztliche Bescheinigung vorlegen, dass die voraussichtliche Lebenserwartung bei maximal sechs Monaten liegt. Ein trauriger Ausgangspunkt. Aber gleichzeitig auch die Basis für eine ungeheuer leichte, befreiende Geschichte. Denn wenn der Tod ersteinmal so eindeutig an die Tür klopft, wird der Blick klar für das Wesentliche, das wirklich Wichtige im Leben. Und die Wunscherfüllerinnen Mathilde und Ingeborg sorgen dafür, dass sich eine gewisse Leichtigkeit und befreiende, fast heitere Atmosphäre ausbreitet. Für viele Kunden ist dieser letzte Wunsch eine Art Wiedergutmachung, ein Abschluss einer uralten noch offenen Rechnung, die letzte Aufgabe, die es noch zu erledigen gilt, bevor man sich leicht und frei auf den letzten Weg macht. Also eine Art Sterbebegleitung, nur mit Phantasie und einer ganzen Menge Chaos, das die beiden Frauen anrichten, um die Wünsche zu erfüllen.
Schon der Auftakt zum Roman ist ein typischer "Michaelis": Eine absolut unlogische, verblüffende Situation, kreatives Chaos als Institutsalltag: Mathilda versucht, ein Pony in eine U-Bahn zu bekommen. Eine ältere Dame hatte sich nämlich gewünscht, nur einmal im schneeweißen Kleid und mit schneeweißem Sonnenschirm durch den Stadtpark zu reiten. Und der teure Pferdetransporter ist im Büdget einfach nicht mehr drin. Dass es tausendmal schwerer war, einen schneeweißen Regenschirm aufzutreiben, als ein Pony in eine U-Bahn zu bugsieren, hat Mathilde dabei ohnehin gelernt. Als Schirm kaufte sie schließlich ein schwarzes Modell mit Totenköpfen und bleichte es aus.
Aber wie schaffen es Mathilda und Ingeborg, einer sterbenden alten Dame ihren Herzenswunsch zu erfüllen und sie noch einmal ein Konzert der Callas erleben zu lassen? Und was tut man, wenn sich ein älterer Herr danach sehnt, noch einmal einen Spielabend in einer Studenten-WG zu erleben, und alle Studenten absagen, weil sie sich davor fürchten, in ihrem zu Hause plötzlich einen toten Opa herumliegen zu haben? Und was passiert, wenn sich die Wunscherfüllerin in einen Kunden verliebt? Genau das geschieht nämlich Mathilde mit einem Krebspatienten, der auf der Suche nach seiner Jugendliebe ist, die ihn damals, als sie schwanger wurde, verlassen hat. Eine eigenartige platonisch-poetische Liebe keimt auf, und beide wissen, dass sie keine Zeit und keine gemeinsame Zukunft mehr haben ... Einfach ein zauberhaftes, herzerwärmendes Buch mit mehreren überraschenden Wendungen und erfüllt von einer großen Liebe zum Leben. Stellenweise absurd, aber immer irgendwie den Naturgesetzen und einer eigenen Logik folgend, schräg, liebenswürdig, schön.

Das Vermächtnis der Astronautengötter
Science-Fiction-Anthologie, die alten Legenden über Wesen nachgeht, die vom Himmel herabgestiegen sind. Die alten Völker nannten sie Götter, aber was, wenn es eigentlich Astronauten waren? Besucher von fernen Planeten oder aus der Zukunft, die den menschlichen Kulturen vielleicht sogar den entscheidenden Kick gaben und deren Entwicklung vorantrieben? Die Autoren erzählen von Atlantis, Ägypten oder biblischen Propheten, von Mayas und Inkas, Hippies, von Universitäten und Weltraummüll. Es sind sehr schöne und interessante Geschichten dabei, allerdings wiederholen sich die Situationen und Begegnungen auch manchmal, sodass eine gewisse Monotonie entsteht. Für sich einzeln betrachtet sind die Storys aber auf jeden Fall gut gearbeitet und spannend.

Andreas Kennecke: Isaac Euchel. Architekt der Haskala
Isaac Euchel war vermutlich neben Moses Mendelssohn der bedeutendste philosophische Kopf der Haskala und neben David Friedländer einer der größten "Macher" der jüdischen Aufklärung. Insofern ist die Bezeichnung als "Architekt" der Haskala, wie er im Buchtitel genannt wird, recht passend gewählt. Euchel stammt aus Kopenhagen (wie Naftali Herz Wessely), kam als Hauslehrer der Familie Friedländer nach Königsberg in die Stadt Kants, studierte an der dortigen Universität, eben bei Kant, und wurde, eine geradezu unerhörte Angelegenheit, von Kant als Dozent für orientalische Sprachen vorgeschlagen. Trotz der prominenten Unterstützung - ein Jude als Universitätsdozent, das war damals dann doch unmöglich. Und am Ende musste Kant selbst, der inzwischen Universitätschef geworden war, seinen eigenen Zögling aufgrund der Universitätsstatuten ablehnen. Immerhin: Es war ein Anfang. Und Euchel bekam wenigstens eine Stelle als Dolmetscher. Dennoch, schade.
Euchel hat sich daraufhin noch stärker auf seine Arbeit für hebräische Literatur konzentriert. Bekannt wurde er als Übersetzer des jüdischen Gebetbuchs, als engagierter Kämpfer für eine jüdische Freischule in Königsberg nach Berliner Vorbild, vor allem aber als Mitbegründer der Gesellschaft der hebräischen Literaturfreunde. Deren große Leistung war die Gründung des "Me'assef", des "Sammlers", der ersten modernen hebräischen Zeitschrift. Hierfür steuerte Euchel zahlreiche Artikel bei und war wie Wessely bemüht, eine neue hebräische Hoch- und Literatursprache zu schaffen. Unter anderem veröffentlichte er hier Reisebriefe an einen seiner Schüler, für die er eine ganze Menge neuer hebräischer Wörter erfinden und konstruieren musste, denn viele Sachen, die man bei Reisen durch das Europa des 19. Jahrhunderts unterwegs sieht, kommen ja im biblischen Hebräisch nicht vor ... Weitere Themen waren Philosophie (zum Beispiel Kants Kritik der reinen Vernunft) oder die Diskussion über die frühe Beerdigung bei Juden (hierzu hatte ja auch Mendelssohn Stellung bezogen. Aber auch Literatur: Euchel schrieb den ersten Briefroman der hebräischen Literatur.
Später war Euchel Leiter orientalischen Buchdruckerei in Berlin (ebenfalls eine Gründung der Maskilim), tat sich als Mendelssohn-Biograph hervor und veröffentlichte in seinen späten Jahren unter dem Titel "Reb Henoch" ein polyglottes satirisches Theaterstück, auch ein resignierter Abgesang auf die Haskala. Denn Euchel musste auch miterleben, wie viele Projekte scheiterten, wie der Zeitschrift nach und nach die Abonnenten ausblieben und wie viele Juden sich lieber der deutschen Sprache zuwandten als dem modernen Haskala-Hebräisch. Aber ein Scheitern auf hohem Niveau und ein faszinierender und engagierter Vorkämpfer seiner Bewegung. Lesenswert.

Marburg-Award 2018: Ein fataler Fehler!
Die Beiträge des Wettbewerbs in zufälliger Reihenfolge und in liebevoll aufgemachter Taschenbuch-Ausgabe, limitiert auf die Auflage von 50 Exemplaren und reich bebildert. Enthält 40 Geschichten zum Thema "Ein fataler Fehler!", vertreten sind fast alle Genres. SF, Fantasy, Horror, Dystopien, Märchenhaftes, sogar ein Western und eine Geschichte über den Verfasser von fiesen, kleingedruckten AGBs. Meine absolute Lieblingsgeschichte ist "Albenheim" von Iver Niklas Schwarz. Die Geschichte handelt von einem Wissenschaftler, dessen Frau bei einer gemeinsamen Expedition in einer Höhle verschüttet wurde und der nun versucht, Hilfe zu finden. Aber der Vertreter der Uni Hannover, der an dem unheimlichen Ort seine Messungen vornimmt, will ihm nicht glauben, dass er er selbst ist. Als beide sich doch noch auf die Suche machen, entdecken sie etwas Schockierendes ... Und sonst? Es ist eine besonders vielseitige Sammlung. Es geht um Druckfehler, Programmierfehler, falsch ausgesprochene Zaubersprüche und künstliche Intelligenzen, denen man zu viel Freiheit ließ. Um Therapien für Vampire und Fehleinschätzung gefährlicher Kunden. Um kleine Unachtsamkeiten, die zum Untergang ganzer Zivilisationen führen. Kurzum: Die ganze Palette der Fehlerkultur. Nur das Buch zu kaufen, das war eindeutig kein Fehler.

Herbstlande II - Verklingende Farben

Anja Bagus: Das Nebelreich

Fabienne Siegmund: Das Herz der Nacht
Wieder ein echter Siegmund: Melancholisch, magisch, traurigschön und einfach zauberhaft. Erzählt wird die Geschichte des nicht besonders talentierten Zauberers Mateo, dessen Lebensgefährtin und Showpartnerin Anisa plötzlich verschwindet. Die Suche bleibt ergebnislos, auch die Polizei kann nicht helfen. Es stellt sich aber heraus, dass noch mehrere andere Künstler verschwunden sind. Auf seiner Suche gelangt der Zauberer schließlich in einen seltsamen Zirkus. Hier trifft er auch seine Geliebte wieder, aber sie kann sich nicht mehr an ihn erinnern und ist jetzt mit einem Feuerspeier zusammen. Mateo lässt sich auf diesen seltsamen magischen Zirkus ein und nimmt eine Anstellung an. Er ist begeistert. In dieser Manege gelingt jeder, ausnahmslos jedert Trick, fast meint er, er könne wirklich zaubern. Doch nach und nach erkennt der Zauberer die Schatten hinter der heilen Glitzerwelt des idealen Zirkus. Alle Artisten sind Gefangene ihrer eigenen Kunst, unfrei und eingekauft mit den besonderen Fähigkeiten und der perfekten Show, die diese Manege möglich macht. Es führt kein Weg aus diesem Zirkus heraus. Es sei denn, Mateo bricht den Zauber der enttäuschten Liebe, der diesen Zirkus einst geschaffen hat. Dazu muss er allerdings den Widerstand der anderen Artisten überwinden. Denn für sie ist die schöne Scheinwelt ihr einziges zu Hause und eine Droge, auf die sie nicht verzichten können. Ein modernes, sehr weises Märchen über die wahres Glück und Drogen, die nur scheinbar glücklich, in Wirklichkeit aber leer machen. Über Weltflucht und den Weg zurück. Hat mir gefallen.

Tausendundeine Nacht: Das glückliche Ende. Übersetzt von Claudia Ott
Die Ausgabe wurde vor drei Jahren als Sensation gefeiert, und seitdem besitze ich das Buch auch schon, hatte nur nie genug Muße, es zu lesen. Es handelt sich um eine Übersetzung eines uralten Manuskripts, das in einer Bibliothek in Zentralanatolien lange ungesichtet und verräumt lag. Eine Ausgabe mit dem lange verschollenen Ende des Zyklus der Erzählungen aus 1001 Nacht.
Also, natürlich weiß jeder, das Scheherazade - im vorliegenden Buch Schahrasad - sich durch ihre Erzählkunst retten konnte und den Sultan überzeugte, seine Ehefrauen nicht mehr nach der Hochzeitsnacht hinzurichten. Aber hier ist eben ausführlich das Ende (und der Weg dorthin) erzählt.
Das Buch enthält die Geschichten der letzten 125 Nächte. Außerdem wird die Rahmenhandlung weiter vorangetrieben. Das ist meist etwas stereotyp und formelhaft, die Erzählerin schließt vor dem Einschlafen immer wieder mit dem Versprechen, in der nächsten Nacht noch toller und amüsanter und spannender zu erzählen, und am nächsten Abend fordert ihre Schwester sie auf, doch mit ihrer Geschichte fortzufahren.
Das Ganze ist recht verschlungen, es passiert immer wieder, dass innerhalb einer Geschichte eine oder mehrere Personen ihrerseits wieder Geschichten erzählen. in denen dann auf einer weiteren Unterebene womöglich noch andere Märchen vorgetragen werden. In diesen letzten 125 Nächten kommen nicht die Gestalten vor, die man sonst mit 1001 Nacht verbindet. Sindbad, Ali Baba, Aladin bleiben außen vor. Es geht sogar ohne Magie ab, es geht um Schwänke, Diebe, romantische und erotische Begegnungen, Schelme und Gelehrte, Verheiratungen, Anekdoten, Tierfabeln und Sammlungen von Sinnsprüchen und Weisheiten.
Interessant ist dabei auch die Rahmenhandlung. Denn es wird deutlich gezeigt, wie der Sultan auf die Geschichten reagiert, wie er sich Gedanken über das Gehörte macht, manchmal in Selbstgesprächen kommentiert, dass er seine eigene Situation in den Erzählungen wiedererkennt, und nach und nach zu der Erkenntnis kommt, dass sein Umgang mit seinen Ehefrauen, sprich: die ständigen Hinrichtungen, sehr ungerecht sind. Der Leser erlebt im Verlauf der Nächte den Wandel und den Erkenntnisprozess des Herrschers mit. Es ist nicht so, dass Sheherazade ihn am Ende der 1001. Nacht mit seinem Verbrechen konfrontiert, sondern der Mann kommt, behutsam von ihr angeleitet, selbst drauf. Bravo.
Inhaltlich muss ich sagen, dass ich die orientalischen Märchen nicht so mag. Ich habe lieber die klar strukturierten klassischen Grímm- und Andersen-Märchen mit perfekter, novellenartiger Handlungskurve. Und nicht dieses unstrukturierte Kuddelmuddel von immer neuen Handlungsfäden, die ins Kraut schießen, wirr durcheinander laufen und die, wenn das Publikum wegsackt, mal eben noch ein neues, spannenderes Fass aufmachen müssen. Die ständigen Unterbrechungen, wenn die Erzählerin und ihr Publikum einschlafen, nerven. Zumal sie manchmal auch bereits nach "Kurznächten" erfolgen, in denen die Frau nur zwei oder drei Sätze neu zu ihrer Geschichte hinzufügt und sich dann wieder schlafen legt. Diese ständigen neuen Handlungsstränge ermüden, und die Märchen gehen gar nicht weiter. Wenn ich der Sultan gewesen wäre, ich hätte ziemlich schnell losgeblafft: "Komm endlich zum Punkt, Sheherazade!"
Wie gut die Übersetzung geworden ist, kann ich nicht beurteilen. Man merkt aber, dass die Übersetzerin und Herausgeberin eine Menge davon versteht. Im Anhang schreibt sie vieles zum Hintergrund, über das Manuskript und die Tradition der Sammlung. Das hat mir sehr gefallen, wie auch die Aufmachung des Buchs. Ein gediegenes Stück Buchkunst und Literaturwissenschaft. Nur, dass die Märchen nicht so ganz meine Welt sind.

Verfluchte Mahnmale und Gedenkstätten
Düstere Anthologie mit Horror-Kurzgeschichten. Es sind ein paar sehr schöne Stücke darunter. Wobei es nur in den wenigsten Fällen tatsächlich um Mahnmale oder Gedenkstätten geht, oft sind es auch "nur" Gräber oder verfluchte Orte oder Schauplätze eines Unglücks, ohne dass jemand da groß Erinnerungskultur betrieben und eine Erinnerungstafel aufgestellt hätte. Die Sammlung enthält ausnahmslos gute Geschichten. Ich habe lange keine Anthologie gelesen, bei der ich wirklich alle Beiträge gemocht habe. Aber das hier ist wirklich ein Sonderfall. Sehr schön in der Komposition, eine gelungene, gut durchgehaltene Spannung und ein durchgehend hohes Niveau. Grusel, der wirklich zu empfehlen ist.

Antonia Michaelis: Die Allee der verbotenen Fragen
Und noch ein Buch von einer Lieblingsautorin. Kann die Frau eigentlich auch schlechte Bücher schreiben? Vermutlich nicht.
Es ist eine Art Liebesroman, allerdings mit einer doppelt schrägen Ausgangssituation. Johann Fin Paul, ein junger Mann aus England, kommt nach Deutschland, um sich die Heimat seiner Eltern anzusehen. Plötzlich steht er vor einem Grabstein, auf dem sein Name und sein Geburtsdatum zu lesen sind. Nur, dass dieser Johann Fin Paul offenbar bereits am Tag seiner Geburt gestorben ist. Während er noch verdutzt dasteht, kommt der örtliche Pfarrer auf ihn zu und händigt ihm einen Brief und einen Koffer aus. Und für Johann Fin Paul, den Lebendigen, beginnt eine seltsame, fast unwirkliche Suche nach einem anderen Fin Paul, der ihm offenbar sehr ähnlich sah.
Die zweite Hauptfigur ist weiblich, heißt Elena oder Akelei, ist schon im mittleren Alter, nicht glücklich, aber sattmachend verheiratet, und hat gerade ein lebendiges Huhn in ihre Einkaufstasche gesetzt, das sie für ihren Mann, der aus Überzeugung nur Hühner ist, die er selbst geschlachtet hat, abholen sollte.
Akelei ist vollkommen erschüttert, als sie den jungen Johann Fin Paul entdeckt. Er sieht ihrer Jugendliebe, Fin Paul, zum Verwechseln ähnlich. Die gleichen einzigartigen türkisfarben Augen, das gleiche Gesicht, die gleichen roten Haare. Und plötzlich gibt es für sie nur eine einzige Option: Diesem zweiten Fin Paul zu folgen und herauszubringen, wer er ist und wohin er geht. Sie lässt ihr altes Leben, ihren Mann, ihr zu Hause vollkommen hinter sich und folgt dem Jungen mit den Türkisaugen quer durch die Republik, nach Berlin, München, Hamburg, ohne Gepäck, nur mit einem Huhn als Begleiter. Eine absolut irrsinnige Kombination, aber das ist so rasant und zauberhaft erzählt, man muss einfach immer weiter lesen und beiden Helden, die erst sehr spät überhaupt mit einander reden, bei der Aufklärung eines schrecklichen Familiengeheimnisses folgen. Ja, die Geschichte ist konstruiert und absolut unwahrscheinlich. Aber genau das sind griechische Tragödien auch. Und das hier ist tragisch. Und doch einfach zauberhaft.

William Hiscott: Saul Ascher. Berliner Aufklärer
Eine Dissertation mit tragischem HIntergrund. Denn der Doktorand verstarb während der Abfassung. So sind es "nur" 800 Seiten geworden, das letzte Kapitel - über Aschers "Germanomanie" fehlt, dafür gibt es einen Lexikoneintrag, den der Verfasser über das Buch veröffentlicht hat. Schade. Aber auch so eine ganze Menge Lesestoff.
Saul Ascher war mir bisher nur aufgrund von zwei Reaktionen auf seine Werke ein Begriff. Zum einen durch Heines "Harzreise" in der er auf geniale und unvergessliche Weise als "Vernunftdoktor" dargestellt wird, der als Gespenst durch die Träume des Harzwanderers geistert und ihm dabei mit unwiderlegbarer kantianischer vernünftig-logischer Argumentation beweist, dass es keine Gespenster gibt.
Das zweite war, dass seine "Germanomanie" von Studenten als "undeutsch" auf dem Wartburgfest verbrannt wurde. Rechtslastiges Gesocks hat schon immer gern Bücher verbrannt. Die "Germanomanie" und die danach erschienene Schrift "Das Wartbugfest" gab es in der Germanisten-Bibliothek in Hannover als Kopiervorlage. Ich las sie im zweiten Halbjahr 1995 als Vorbereitung für meine mündliche Prüfung über das Hambacher Fest, für das ich eben auch einen Vergleich zum Wartburgfest ziehen wollte. Meine beiden fotokopierten Exemplare der Ascher-Bücher habe ich noch immer.
Ascher war Vertreter der "dritten Generation" der Haskala. Er kam, wie viele vor ihm, aus der Philosophie, hat sich dann aber vorwiegend als Schriftsteller hervorgetan. Dabei war er einer der ersten "Privatgelehrten". Es ist bezeichnend für diese dritte Generation, dass Ascher sich weniger als jüdischer Schriftsteller sah, der sich mit spezifisch jüdischen Themen auseinandersetzte. Vielmehr sah er sich als deutscher Literat und schrieb philosophische, politische und belletristische Texte für alle Leser. Tragisch, dass in dieser Zeit der Antisemitismus erfunden wurde. Als Juden noch "nur" aus religiösen Gründen gehasst wurden, ließ man sich halt als letzte Notlösung taufen und hatte die gleichen Rechte wie die christlichen Nachbarn. Aber wer aus "rassischen" Gründen verfolgt wird, dem hilft auch keine Taufe.
Hiscotts Dissertations-Fragment schlägt einen weiten Bogen und biete ein großzügiges Panorama der Haskala. Das heißt, dem Leser wird ein umfangreicher Überblick über die Bewegung geboten, und man erfährt so sehr viel über den Gesamtzusammenhang, in dem Aschers Werk steht. Die Texte Aschers selbst werden mit der Methode des "Close Reading" vorgestellt, das heißt, dass der Autor sich sehr eng am Text entlanghangelt, ihn wiedergibt und detailliert erläutert. Auch wer noch nie eine Zeile von Ascher gelesen hat und nicht viel über die Haskala weiß, wird hier umfassend in Kenntnis gesetzt und kann auch ohne Vorkenntnisse gut folgen. Sehr akribisch wurden auch die Reaktionen von Zeitgenossen und die Antworten und Rezensionen aufgespürt und gesammelt.
Gefallen hat mir die unverkrampfte und unverkopfte Sprache Hiscotts. Der Verfasser war Amerikaner, schrieb seine Dissertation aber in Berlin und auf Deutsch, ein sehr frisches Deutsch, das nicht vom deutschen Wissenschafts-Imponiergehabe der Universitäten verdorben wurde. So schreibt er, die Streitkultur der Aufklärung, speziell in Berlin, sei "zur ersten Massenprügelei der Philosophiegeschichte seit der Antike" geworden oder notiert anlässlich der Umstrukturierungen nach Regierungsantritt Friedrich Wilhelms I.: "Die Intelligenz im Beamtenapparat wurde maßgeblich verkleinert".
Fazit: Trotz des Fragmentcharakters eine sehr umfangreiche und ausführliche Arbeit. Absolutes Standardwerk.

Vikings of the Galaxy
Raufen, saufen, plündern, auf Abenteuerfahrt aufbrechen und unbedingt im Kampf sterben, sonst wird es nach dem Tode nichts mit der Aufnahme ins Wikingerparadies Walhall. Passt das zusammen mit dem Weltraum? Doch, irgendwie schon ... Wenn man genug Fässer Met intus hat und Spaß an der etwas schrägeren Art humorvoller Literatur. Der Leseratten-Verlag hat da offenbar Mächte heraufbeschworen, denen kein Zwerchfell gewachsen ist, jedenfalls haben es diese rotbärtigen Kerle und durchsetzungsstarken Walküren ganz schön in sich. Ob durch irgendwelche Dimensionslöcher oder Zeitreisemaschinen in den Weltraum versetzt oder ob sie einfach schon immer darin unterwegs waren, prügeln und saufen sich die Wikinger die Milchstraße entlang. Und beim Lesen empfiehlt sich, ebenfalls das Trinkhorn zur Hand zu nehmen. Skål.

Juri Rytchëu: Gold der Tundra
Ein Roman, der auf der asiatischen Seite der Beringstraße im Land der Tschuktschen spielt. Es geht um eine Kooperation mit den USA, ein Projekt zur Walbeobachtung. Außerdem möchte der amerikanische Besucher mit tschuktschischen Wurzeln auch sein familiäres Erbe finden und wenn möglich mitnehmen. "Erbe" ist in diesem Fall durchaus wörtlich zu versehen. Denn sei Vorfahr besaß, der familiären Überlieferung nach, mehrere große schwere Goldklumpen, die er mit Kies überklebte und zur Befestigung seiner Jaranga (tschuktschisches Zelt) benutzte. Vorsichtiges Nachfragen ergibt, dass die Zeltsteine später als Grundsteine für eine Bäckerei benutzt wurden, die aber längst marode ist und nicht mehr produziert. Alle sind erstaunt, als die selbstlosen Amerikaner ihnen eine neue Bäckerei stiften und die alte abreißen wollen.
Dazu eine Liebesgeschichte, ein Blick in die Historie Tschukotkas, die negative soziale Entwicklung durch die sozialistische Umerziehung, die Alkoholprobleme. Und immer wieder werden Bodenschätze wie Öl oder Gold von den Einwohnern gezielt verborgen, um bloß keine Ausbeutungskonzerne auf das Land aufmerksam zu machen ...
Sehr schöner, auch etwas harter Roman. Aber ich habe schon viele bessere von Rytchëu gelesen.

Judith Swaddling: Die Olympischen Spiele der Antike (Reclam)
Gute Übersichtsdarstellung mit Infos zur Geschichte, zum Kult, zu den einzelnen Disziplinen und zu bekannten und erfolgreichen Athleten. Neu für mich war, dass es auch für Frauen Wettbewerbe gab, die Heraia zu Ehren der Götterkönigin Hera. Und dass es auch Wettbewerbe für Herolde und Trompeter gab. Man erfährt etwas über die Ehren und materiellen Vorteile, die Olympioniken hatten. Und auch über Fälle von Bestechung oder anders gearteter Kampfrichter-Beeinflussung wird berichtet. Dazu Anekdotisches. Und ein paar Vergleiche mit den heutigen Spielen. Sehr schönes, volles, informatives Buch, hat mir gefallen.

Pablo De Santis: Voltaires Kalligraph
Einer der Lieblingsautoren, denen ich mich in meinem Lese-Urlaub auf Helgoland gewidmet habe. Diesmal geht De Santis auf in der Liebe zur Kalligraphie und erzählt die Geschichte des Schreibers Dalessius, der im Dienste Voltaires den Mord an Marc Antoine Calas unrersuchen soll.
Verdächtig ist die gesamte Familie, vor allem Vater Jean, der schließlich hingerichtet wird. Als Motiv wird vermutet, dass der Sohn einer protestantischen Familie zum Katholizismus übertreten wollte.
De Santis verknüpft geschickt den historischen "Fall Calas" und den von Voltaire aufgeklärten Justizmord am Vater des Getöteten mit philosophisch-ästhetischen Gedanken über das Wesen des Schreibens und die Schönheit bestimmter Schriften. Das ganze vor dem Hintergrund einer an E.T.A. Hoffmann erinnernde Geschichte um "Automaten", also künstliche Menschen. Sehr düster und ein würdiger Nachfolger der schwarzen Romantik ist die in den Roman integrierte Erzählung über einen künstlichen Mönch, der es später zu den höchsten Würden bringt. Aber ist die Geschichte wirklich nur literarisch? Der Kalligraph, der nicht nur mit dem Henker de Vaters Calas, sondern auch mit einem genialen und verschlossenen Automatenbauer und dessen schöner Tochter zu Tun bekommt, hat jedenfalls einige sehr unheimliche Begegnungen, bevor er beginnt, die Wahrheit aufzuschreiben.
Erneut ein hintergründiger magisch-realistischer Roman von De Santis, der einen ungeheuren Sog entwickelt und den Leser in ein düsteres Gedankensystem hineinzieht. Der Mann versteht es einfach, historische Überlieferung und den kleinen irren Schuss Wahnsystem miteinander zu kombinieren. Sehr schön, allerdings seine anderen Romane fand ich noch besser.

Horst-Günther Lange: Geschichte der Juden in Goslar
Als ich nach Goslar kam, war eine der ersten Stadtführungen, die ich mitmachte, der Rundgang "Jüdisches Leben in Goslar". Die Stadtführerin hat mir zwei Bücher zum Thema genannt, die ich mir inzwischen antiquarisch beschaffen konnte und im Urlaub gelesen habe. Das oben genannte Buch ist eine Geschichte der Goslarer Juden vom Mittelalter bis zum Jahr 1933, das andere handelt von der Zeit zwischen 1933 und 1945.
Die jüdische Gemeinde in Goslar war immer recht klein, schon im Spätmittelalter bzw. der frühen Neuzeit gab es Probleme, einen Minjan (zehn religionsmündige Männer) zusammen zu bekommen, um einen jüdischen Gottesdienst abzuhalten. Es waren zumeist Kaufleute und kleine Händler. Ein Ghetto oder eine bestimmte Straße, in der die Juden leben mussten, gab es in Goslar nie, sie lebten also mitten unter ihren christlichen Nachbarn.
Dem Buch zufolge gab es relativ wenige Reibereien zwischen den städtischen Vertretern und den Juden, Konfliktpotential und Spannungen gab es aber immer wieder mit christlichen Geschäftsleuten, die ihre jüdischen Konkurrenten ausschalten oder zumindest kleinhalten wollten. An besonderen Ereignissen berichtete Lange unter anderem von der Flucht aller Goslarer Juden aus der Stadt im Jahr 1414: Zum Laubhüttenfest im September waren die Goslarer Juden vollständig nach Braunschweig gezogen, da die Gemeinde, wie gesagt, sehr klein war. Es war üblich, das Fest in Braunschweg zu feiern, und so zogen sie wie jedes Jahr hinüber zur Nachbarstadt, nachdem sie sich, ebenfalls wie üblich, der Stadt gegenüber verpflichtet hatten, nach dem Fest zurückzukehren. Allerdings kehrten sie nicht zurück. Die Ursachen liegen im Dunkel. Lange deutet zwar an, dass es sich um eine Steuerflucht gehandelt haben könnte, ist sich aber auch nicht sicher. Und nur wegen der Steuer sein Haus und seinen gesamten Besitz zurücklassen und mit der kompletten Gemeinde wegziehen? Es bleibt rätselhaft. Jedenfalls gab es einigen Kampf nach dieser Flucht. Die Goslarer konfiszierten das gesamte zurückgelassene Eigentum, die Juden ließen dafür jeden Goslarer Schuldner, der sich nach Braunschweig begab, festsetzen und trieben ihre Schulden ein. Erst 123 Jahre später ließ sich erneut ein Jude in Goslar nieder.
Im Gedächtnis ist mir auch noch der Eklat um eine "jüdische Schlittenfahrt", bei der einige junge Juden den Zorn der Christen auf sich zogen, als sie zur Weihnachtszeit rodelten. Und sehr spannend fand ich den Fall einer geraubten KInderleiche vom jüdischen Friedhof: Ein Medizinstudent grub das Kind heimlich aus, um anatomische Studien an der Leiche zu unternehmen. Das wirklich Besondere an dem Fall ist, dass der Vater des Kindes, als die Tat bekannt wurde, vor Gericht ziehen konnte und Recht bekam: Der Student musste ihm die Überreste des Kindes zurückerstatten, und das Kind wurde erneut bestattet.
Was ich auch nicht wusste, das ist, dass Christian von Dohm, bekannt geworden durch seine Schrift "Über die bürgerliche Verbesserung der Juden", zwei Jahre lang als preußischer Verwaltungsbeamter wirkte. Allerdings war er für die Juden, die sich mit einer Eingabe an ihn wandten, wohl kein großer Helfer, er war hauptsächlich mit Reform und Anpassung der Goslarer Verwaltung an preußische Verhältnisse beschäftigt.

Werner Koch: Diesseits von Golgatha
Ich bin Fan von Werner Koch, seit ich seine See-Trilogie vom Bodensee las. Im vorliegenden Buch geht es erneut um einen See und seine Menschen, nämlich um Menschen zur Zeit Jesu am See Genezareth. Darunter ist Judas, der nach Jerusalem geht, um sich einer Terroristengruppe anzuschließen. Aber auch Maria Magdalena und Barrabas. Einfache Leute, viele Fischer, ein reicher Wirt, Hirten und Hirtinnen. Das Ganze versucht nicht, ein historischer Roman zu sein. Es geht um sehr weltliche und gegenwärtige Gedanken, die Frage nach Gerechtigkeit, Verteilung von Besitz, Revolte der jungen Generation, am Rande eben auch um Jesus. Kurze philosophisch-aphoristische Kapitel, in der jeweils unterschiedliche Charaktere ihre Weltsicht darlegen. Am Ende ist es Judas, der Jesus verät. Aber der Vater des Barrabas ist schuld am Tode des Wanderpredigers, als er die gesamte See-Gemeinde motiviert, in die Stadt zu ziehen und seinen zum Tode verurteilten Sohn "loszuschreien". So kann Judas schließlich Barrabas nachdrücklich in Erinnerung rufen: "Er ist für dich gestorben." Sehr schöne Sprache, unbeschreiblich, am besten sich selbst laut vorlesen.

Dirk van den Boom: D9E - Tod einer Agentin
Nata, die ehrgeizige Agentin der Hondh, die eigentlich gewohnt ist, über Leichen zu gehen, hat bei ihrem jüngsten Auftrag versagt. Die Belohnung, die die geheimnisvollen außerirdischen Eroberer ihren Dienern in Aussicht stellen, das ewige Leben, könnte ihr dadurch nun endgültig durch die Lappen gehen. Doch die Hondh wollen ihr wertvolles Werkzeug nicht so ganz ungenutzt wegwerfen. Nata erhält eine Bewährungs-Chance: Sie soll sich zur Roboter-Zivilisation der mechanischen Hoheit begeben und dort einen Virus einschleusen, ähnlich dem, der die andere Roboterzivilisation, die 1713, ausgelöscht hat. Nun ist Nata zwar ehrgeizig, und die Belohnung will sie auch haben ... Aber die Art, wie ihr die Hondh die Waffe gegen die Roboter in den Unterleib pflanzten, hat sie zutiefst verletzt. Außerdem stinkt ihr, dass sie mit einem Partner und Aufpasser zusammenarbeiten soll. Und dann ist da noch ihre Liebe zu Thrax ... Spannend geschrieben, interessante Wendungen und an keiner Stelle langweilig. Ein temporeiches Abenteuer mit überraschender Pointe.

Holger M. Pohl: D9E - Ein uralter Plan
Die Hondh expandieren und scheinen unaufhaltebar. Aber ein uralter Plan könnte die geheimnisvollen Eroberer vielleicht doch noch stoppen. Dazu müssten sich allerdings die drei Völker Keruen, Senuin und Hoc – die Nachfahren der Aan-Vechtula - vereinigen. Letztere wurden schließlich nicht umsonst "Jene, die sich nicht beherrschen lasssen" genannt. Nomongent, der uralte Planer, konnte allerdings vor zahllosen Genrationen nicht voraussehen, dass jetzt, bei der Vereinigung der Völker und der gefundenen Artefakte ein bestimmtes Ingrediens fehlt ...
Ich habe mich schon beim ersten Auftreten in den Hoc verguckt und fand dieses Volk ausgesprochen spannend. Insofern fieberte ich der Fortsetzung dieses Handlungsstrangs ganz besonders entgegen. Trotzdem: Eine gewisse Skepsis bleibt. Menschen können nicht einmal Pläne durchhalten, die mehr als eine Genereation überspannen. Und dieser, der sich nicht beherschen lässt, soill etwas ausbaldowert haben, das erst nach mehreren Jahrmillionen Früchte trägt? Glaube ich nicht. Das erinnert mich an diese Mathematikaufgabe, in der ein Urururgroßvater eine Mark auf ein Bankkonto einzahlt, und durch Zins- und Zinseszins summiert sich das alles auf, sodass der Urururenkel plötzlich Millionär ist. Ja, Pustekuchen. Dazwischen gab es mehrere Inflationen und Währungsreformen, das Konto ist längst verloren ... Egal, hoffen wir mal das beste für das Universum. Möge der Plan funktionieren.

Hörbuch

Die Bibel
Altes und Neues Testament auf zehn MP3-CDs. Ungekürzt gelesen von Sven Görtz. Das Ganze hat eine Laufzeit von 105 Stunden und hat mich auf meinen Autofarten nach Gardelegen und Goslar rund ein Dreivierteljahr beschäftigt. Gekauft hatte ich mir die Box schon vor Jahren, dann aber festgestellt, dass mein betagter CD-Player in meinem ebenfalls betagten Fiat Panda gar keine MP3s abspielen kann. Dank des neuen Micra bin ich jetzt also doch noch in den Genuss dieses Werkes gekommen. Wobei "Genuss" hier schon noch etwas spezifiziert werden sollte.
Über die literarischen Qualitäten der Bibel muss ich wohl hier nicht allzu viele Worte verlieren. Das Teil hat seine Stärken, aber auch sein Längen. Gerade in den Geschlechtsregistern und den Reinheitsvorschriften ist das vorliegende CD-Set alles andere als ganz großes Hörbuch-Kino. Und wenn man sich stundenlang in immer wiederkehrendem Satzschema die unterschiedlichen Arten von Aussatz anhören muss, beißt auch ein geduldiger Hörer ab und zu mal ins Lenkrad. Aber, wie jeder weiß, der schon mal reingeschaut hat, die Bibel hat auch große, starke Erzählpassagen, und ich habe viele Stellen mal mit ganz anderen Augen gelesen beziehungsweise mit ganz anderen Ohren gehört als vorher.
Die Elberfelder-Übersetzung ist teilweise sehr irritierend. Und, auch wenn es hart klingt, ich mag die Stimme von Sven Görtz einfach nicht. Vor Urzeiten habe ich mal seine Lesung aus Platons Apologie des Sokrates gehört und war damals wie heute unangenehm berührt. Er klingt einfach sehr arrogant. blasiert, wie ein anämischer Wichtigtuer und Drübersteher, gerade an Stellen, die eher Herzenswärme, Menschenfreundlichkeit und Bescheidenheit austrahlen sollten. Er leiert. Oder er neigt zur Übertreibung. Dass die Stimme bei mir so unsympathisch ankommt, dafür kann er nichts, und es ist auch kein ordentliches Bewertungskriterium, aber 105 Stunden mit dem Mann auf engstem Raum in einem Kleinwagen sind einfach hart ...
Die Leistung des Sprechers muss ich aber dennoch ausdrücklich hervorheben. Der zu bewältigende Text ist hart, lang, oft monoton, enthält rhetorische und literarische Zumutungen, besteht aus endlosen Geschlechterregistern und seitenlangen Wiederholungen immer der gleichen Phrasen nur mit anderen Namen oder Objekten. Das zu lesen, das kann man gar nicht genug würdigen. Also auf jeden Fall Hut ab vor seinem Durchhaltevermögen und seiner schauspielerischen Kunst, das alles zu sprechen. Ein ganz ganz großes Kompliment.
Was mir tierisch auf die Nerven ging, war die falsche Aussprache mancher Namen. So wurde die Namensendung "i-el" (zweisilbig mit langem "e") oft zu einem "iel" wie in "Kiel", das ist extrem verwirrend. (Immerhin: Den "Hesekiel" hat er nicht verhunzt.) Und ich war lange Zeit total durcheinander, weil da immer wieder ein "Ase" vorkam. Wohlgemerkt, wir sind in der Bibel und nicht in der Edda, wo germanische Gottheiten hingehören. Erst beim genauen Hinhören und Nachzählen wurde mir klar, dass dieser "Ase" einer der zwölf Söhne Jakobs war: Gemeint war Ascher. Und erst dann hörte ich auch das "R" am Ende des Namens "Aser".
Trotzdem: Auch dieser siebte oder achte Bibel-Durchgang für mich brachte mir ein paar neue Erkenntnisse, ich habe eine Menge interessanter Details bemerkt, die mir vorher nicht aufgefallen war. Dankeschön dafür, Herr Görtz. War schon in Ordnung.

Dezember

Marburg-Award 2019: Viel zu heiß!!!
Die Beiträge zum Marburg Award 2019, erneut in einem reich illustrierten Taschenbuch in 50er Auflage. Geschichten aus dem gesamten Spektrum der phantastischen Literatur. Wobei das Motto "Viel zu heiß!!!" - wenig überraschend - viele Autoren zu Dystopien inspirierte und dazu, die befürchtete Klimakatastrophe auch tatsächlich losbrechen zu lassen.
Witzig, dass mir, wie im Vorjahresband die Gechichte von Iver Niklas Schwarz am besten gefallen hat. Den Autor werde ich mir merken. Seine Geschichte "Der letzte Flug der Glühwürmchen" ist mir aus zwei Gründen aufgefallen. Erstens wegen des Einstiegs: "Hi. Mein Name ist Mika Weiß. Ich habe heute einen Mann getötet und zum ersten Mal mit einem Mädchen geschlafen." Und dann wegen des Schauplatzes. Er lässt nämlich seinen Helden vor der tödlichen Sonne nach St. Andreasberg ins Unesco Weltkulturerbe Grube Samson flüchten. Tja, ich hab's nun mal ab jetzt mit dem Harz ...

Hans Donald Cramer: Das Schicksal der Juden in Goslar 1933 – 1945
Eine sehr detaillierte und gut recherchierte Arbeit. Die jüdische Gemeinde in Goslar war sehr klein ünd überschaubar. Cramer hat allen diesen rund 50 Personen nachgespürt und ihre Geschichte dokumentiert. Das Buch enthält viele Fotos und andere Dokumente der jüdischen Familien, beschreibt ihre Schicksale und arbeitet ihre Biographien heraus.
Er berichtet über den Boykott jüdischer Geschäfte, über die Reichspogromnacht und darüber, wie die Goslarer Juden im "Judenhaus" gegenüber dem alten Kloster und späteren Gasthaus "Trollmönch" zusammengepfercht lebten und auf ihren Abtransport in Konzentrationslager warteten. Einige wenige flüchteten rechtzeitig ins Ausland, doch die meisten konnten und wollten nicht glauben, dass ihnen in ihrer Heimat Deutschland etwas Böses widerfahren könnte ... bis es dann zu spät war. Viele waren Kriegveteranen, einige waren schwer verwundet aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekehrt. Bei einigen Geschäftsleuten wurde deren soziales Engagement hervorgehoben und der Umstand, dass sie auch mal "anschreiben" ließen. Und Kramer berichtet auch von dem Kaufmann, der einem Nazi-Posten vor seiner Tür halb ironisch einen Stuhl brachte, damit der arme Mann nicht den ganzen Tag stehen musste. Aber da ist auch die Geschichte von dem jüdischen Jungen, dem ein Wachmann während des Besuchs Adolf Hitlers in Goslar die Pistole in den Rücken drückte: "Wenn dem Führer etwas passiert, schieße ich dich tot."
Auch nach den Boykottaufrufen kauften eine Menge Kunden noch bei den jüdischen Geschäftsleuten, bestellten oft heimlich, oft per Telefon, und wurden nachts beliefert. Auch legten Nachbarn manchmal Nahrungsmittel vor dem Judenhaus nieder, in dem die Bewohner hungerten.
Aber es gab auch Plünderer und Spitzel. Etwa den Denunzianten, der eine Frau anzeigte, weil sie ihren Judenstern nicht trug. Viele Goslarer machten gern mit bei der Zerstörung jüdischer Geschäfte und ihrer Waren.
Kein schönes Buch, aber ein notwendiges.

Bettina Ferbus: Spiegelmatrix
Teil zwei der Spiegelwelten-Serie. Den ersten Teil hatte ich vor rund zwei Jahren gelesen, ich kam aber gut wieder rein in die Handlung. Die Heldin ist eine junge Frau namens Tanja, die während einer Zaubershow, in der sie als Statistin bei einem Zaubertrick mitspielen sollte, in eine andere, magische Welt versetzt wurde. Sie befindet sich im Körper einer Saraud, einer Art Assasine, und ist offiziell schwachsinnig. Eine übliche Art des Umgangs mit Straftätern: Sie werden einer Operation unterzogen, die sie dumm und träge macht (lobotomiert). Eine solche "Tarigi" wird oft von Zauberern in dieser Spiegelwelt als Dienerin erworben, um als Blutspenderin für Rituale herzuhalten. Doch Tanja ist um die Operation herumgekommen. Ihr Zauberer und sie sind ein gutes Team, zumal Tanja und er durch einen Pakt mit einem Dämon eine mächtigen Verbündeten haben.
Im ersten Band wurde das Zusammenfinden dieses ungleichen Trios geschildert. Nun sind die drei damit beschäftigt herauszufinden, was in der Magierwelt nicht läuft und welcher Schurke in der Zauberer-Verwaltung welche Strippen zieht, um seine düsteren Interessen durchzusetzen. Lebensgefährlich wird es, als man Tanjas Zauberer auf die Schliche kommt und ihn wegen des Paktes mit einem Dämon anklagt. Tanja und ihre Freunde müssen ihn vor der Hinrichtung retten. Hierbei könnte ein neuer Spiegelzauber helfen, mit dem sich heimliche Räume, vielleicht sogar ganze neue Welten erschaffen lassen.
Erneut ein spannender, sehr gut und zügig geschriebenen Spiegelwelt-Roman. Hat mir gefallen.

Barbara Stollberg-Rilinger: Die Aufklärung. Europa im 18. Jahrhundert (Reclam)
Breit angelegte Überblicksdarstellung, die die Aufklärung als europäisches Phänomen darstellt. In den einzelnen Kapiteln geht es um Aspekte wie Geselligkeit, Frauen, Hunger, Bildung. Ein Thema, das kein eigenes Kapitel hat, ist die Literatur. Informativ, gut geschrieben und ein ordentlicher Überblick, sehr hilfreich.

Alexander von Ungern-Sternberg: Die Zerrissenen
Der Roman füllt die ersten Seiten eines Ziemlich dicken Buchs von Ungern-Sternberg, das den Titel "Gesammelte Werke" trägt. Das Buch kam letztes Jahr heraus, und ich habe es mir als Fan des "Jungen Deutschlands" und Vormärz-Interessierter natürlich anschaffen müssen. Wobei ich "Die Zerrissenen" schon mehrfach gelesen habe. Es ist eine Art Künstler-Roman, außerdem geht es um einen Fürsten und seine Liebschaften, und Eduard, der Protagonist, ein Maler, hat auch einige amouröse Beziehungen zu Frauen. Ferner gibt es ein paar gruselige, gespenstische Begegnungen und ein paar Betrachtungen über Kunst und Liebe. Das Buch ist nicht so toll, aber durch seinen Titel prägend für die damalige Autorengeneration. Eben Leute, die eine gewisse "Zerrissenheit" empfanden, sie manchmal auch feierten.
Ich habe in den Werken bereits weitergelesen und bin jetzt mitten im Roman "Lieselotte", ein historischer Roman über Lieselotte von der Pfalz. Ansonsten sind in dem ziemlich dicken Ziegelstein auch Ungern-Sternbergs Schiffersagen und die "Braunen Märchen" abgedruckt, beides Sammlungen, die ich sehr gut finde. Wesentlich besser als die Romane. Ich denke, die kleine Form liegt ihm mehr, und darin besteht seine wahre Stärke. Außerdem sind im Buch noch ein paar weitere historische Romane und ein paar Biographien zu finden.
Was mich etwas ärgert: "Eduard", die Fortsetzung der Zerrissenen", ist nicht mit aufgenommen. Dabei ist der Roman wesentlich besser. "Gesammelte Werke" heißt eben nicht: "Sämmtliche Werke".
Und wovor ich auch dringend warnen möchte: Das Buch ist extrem klein gedruckt. Wer den "fast-gesamten" Ungern-Sternberg auf 815 Seiten presssen will, muss halt Mini-Buchstaben wählen. Wer es als Leser größer braucht, dem sei das eBook empfohlen, das für nur 49 Cent erhältlich ist.

Plotin: Ausgewählte Schriften (Reclam)
Plotin, der bedeutendste Philosoph des Neuplatonismus, ist jemand, um den ich in den vergangenen Jahrzehnten absichtlich oder unabsichtlich einen weiten Bogen gemacht habe. Mit Platon habe ich es ja nie so gehabt, aber der Mann war literarisch ja einer der ganz Großen, und so hatte ich bei ihm wenigstens doch noch "was für die Sele" gefunden.
Plotin ist sprachlich etwas weniger verlockend. Sehr theoretisch, sehr präzise, sehr treu dem Meister und dabei seine Lehre fortschreibend. Was für den Pythagoräer das "autos epha" bedeutete, war für den Neuplatoniker das Werk Platons. Da geht es um eine Fortschreibung der Seelenlehre und darum, was denn un das "eine" sei, das vor allem anderen komme. Aber es geht auch um den interessanten Gedanken, dass ein Mensch beziehungsweise eine Seele nur Dinge erkennen könne, die ihr selbst bereits innewohnen. Das Auge, schreibt er, könne die Sonne nur daher erkennen, weil es selbst eine gewisse Sonnenähnlichkeit habe. "Wär nicht das Auge sonnenhaft, die Sonne könnt' es nie erblicken", schrieb wesentlich später Goethe. Da hat er es also her. Plotin geht der Frage nach, was das Gute sei, oder was schön sei. Er fragt nach der Natur des Menschen. Bekämpft die Gnostiker. Und fragt sich eben, was das "Eine" ist. Sehr interessantes und sehr gehaltvolles Buch, gut aufgemacht und mit viel Informationen zu Plotin und seiner Lehre versehen. Aber, wie ich schon ahnte, nicht ganz meine Welt.

Thorgal 36: Aniel

David Friedländer: Ausgewählte Werke. Hrsg. v. Uta Lohmann
Die Sammlung enthält vier wichtige Schriften Friedländers, allesamt von Uta Lohmann mit einer Einleitung versehen und um weitere Materialien ergänzt. Zusätzlich gibt es eine biografische Einleitung zu dem gesamten Buch, die Leben und Werk Friedländers vorstellt.
Wie bereits im Jahresrückblick des dritten Quartals geschrieben: Hier sieht man Friedländer bei seiner Verhandlungstätigkeit und in seiner Arbeit als Gutachter. Vor allem die "Akten-Stücke" können wohl als sei Hauptwerk betrachtet werden. Friedländer, als gut vernetzte und einflussreiche Persönlichkeit, verhandelt und diskutiert mit hochrangigen Beamten und Fachleuten darüber, ob und wie Juden das Bürgerrecht in Preußen erhalten sollen. Beim Blick auf die Unterlagen und Listen wird einem erst recht wieder klar, dass vieles, was uns heute selbstverständlich ist, damals überhaupt nicht möglich war, erst recht für Juden nicht. Ob es Handwerk oder Landwirtschaft war, es war für Juden verboten. Universitätszugang und Abschlüsse waren bis vor kurzem noch völlig unmöglich, zu Friedländers Zeiten gab es schon ein paar Möglichkeiten des Studiums (siehe auch Isaac Euchel), hier hatte auch die Tätigkeit des Leuchtturms Moses Mendelssohn einige Schranken niedergerissen.
Friedländer widerlegt den Vorwurf, Juden seien krimineller als Christen durch statistisches Material.
Er geht der Frage nach, inwieweit sich jüdische Rechtsvorschriften und die Gesetze des preußischen Staates widersprechen, nach und kommt zu dem Schluss, dass es für Juden als ganz normale Staatsbürger auch selbstverständlich sein werde, die für alle geltenden Regeln und Gesetze zu befolgen. Zwei Unterschiede macht er aus: Das jüdische Erbrecht bevorzugt den ältesten Sohn, doch dies könne man getrost über Bord werfen, betont er, es sei eher eine Kann-Bestimmung, und das preußische Erbrecht könne problemlos auch von jüdische Preußen übernommen werden. Der andere Sonderfall sei die "Leviratsehe", bei der eine Witwe den Bruder des Verstorbenen heiraten könne. Auch daran müsse man nicht zwingend festhalten.
Friedländer geht fermer der Frage nach, ob Juden, die gleiche Bürgerrechte haben, dann auch die gleichen Pflichten erfüllen müssten, und kommt zu einem entschiedenen "Ja, natürlich." Hier ging es in Preußen vor allem um den Wehrdienst. Das sei überhaupt kein Problem, sagt Friedländer. Zwar seien die Juden in Preußen derzeit physisch nicht allzu stark und wehrtauglich (auch durch Armut und schlechte Eernährung), aber bereits die nächste Generation, die mit vollem Bürgerrecht aufgewachsen sei, könne auch im Heer Tüchtiges leisten.
Ansonsten seien Fragen des Glaubens und der Gebräuche Privatsache, die mit dem Leben als Bürger und dessen Pflichten gar nichts zu tun hätten, es sei also kein Widerspruch und stehe dem vollen Bürgerrecht nicht entgegen, und es gehe niemanden etwas an, wie jemand seine Religion privat praktiziert.
Für die Akten-Stücke hat Friedländer von allen Seiten viel Lob erfahren. Mit dem Sendschreiben an Probst Teller dagegen, setzte er sich gewaltig in die Nesseln und rief auch bei guten Freunden ratloses Kopfschütteln hervor. Was er dem Geistlichen anbot, war mehr oder weniger die Vereinigung von Juden und Christen zu einer neuen, gemeinsamen Religion, beziehungsweise die Wiedervereinigung in der beiden gemeinsamen ursprünglichen Religion. Wenn die Juden auf ihr strenges Zeremonialgebot verzichten würden und die Christen nicht mehr darauf bestehen würden, dass Jesus leiblicher Sohn Gottes sei, dann könne man sich doch zusammentun. Die Idee fand auf beiden Seiten nicht viel Zuspruch. Allerdings hatte es für die jüdischen Gemeinden einen sehr ernsten Hintergrund: Immer mehr Gemeindeglieder ließen sich taufen, um, wie es Heinrich Heine formulierte, ein "Entreebillet" zur Gesellschaft zu erhalten. Friedländer versuchte, diesen Konvertierungsstrom zu stoppen beziehungsweise den Juden die Chance zu geben, in die christliche Gemeinschaft aufgenommen zu werden, aber doch Juden bleiben zu können.

Die Welten von Thorgal: Kriss de Valnor 8 - der Herr der Gerechtigkeit

Das Tagebuch der Anne Frank - Graphic Novel
Anne Frank als Comic? Geht das überhaupt? Immerhin sitzen die ganze Geschichte über nur acht Personen in einem engen Raum, das gibt doch optisch nicht viel her.
Doch, das geht. In ihrem "Graphic Diary" zeigen Ari Folman und David Polonsky, dass die Welt der Anne Frank zwar räumlich beschränkt war, doch gerade dadurch eröffnete sich der Autorin eine nahezu unbegrenzte Welt der Phantasie. Wer diesen Comic aufschlägt, erhält einen Eindruck davon, wie reich und weit die Welt der Anne Frank war. Ihre Erinnerungen, aber auch ihre Lektüre und ihr Lernstoff bieten immer wieder Anlass für großformatige Bilder, für Landschaften, Gebäude, historische Persönlichkeiten. Ihre bildhafte Sprache und ihre spitzen Bemerkungen über die eitle Frau von Daan beispielsweise werden von den Künstlern gern wörtlich genommen und mit kongenial spitzem Karikaturenstift in Szene gesetzt. Wenn Anne aus dem Fenster schaut und plötzlich ein jüdisches Paar sieht, das ihr fast vorkommt wie das siebte Weltwunder - schon erweitert sich der Horizont, und das Paar steht zwischen den Pyramiden, dem Artemision und dem Koloss von Rhodos. Und wenn die große Schwester Margot ihr wieder einmal als vollkommenes, unerreichbares Vorbild gegenübergestellt wird, dann erscheint im Buch eine überlebensgroße Ideal-Margot, an der mit Verbindungslinien und Stichpunkten wie in einem Schulbuch alles beschriftet ist, was denn nun so großartig an der großen Schwester ist. Aus der größtmöglichen Begrenztheit erwächst so eine unendliche, grenzenlose Weite. Das ist vielleicht eine Interpretation. Aber auf jeden Fall eine stimmige. Und die Künstler haben dennoch so viel Raum, auch mehrfach eine komplette Seite reinen Text aus dem Original-Tagebuch zu übernehmen. Eine beeindruckende neue Umsetzung des Tagebuchs. Sensibel, sehr eigen, sehr stimmig. Anne Frank als Comic? Ja, das geht. Sehr gut sogar.

© Petra Hartmann


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Jahresrückblick III: Juli bis September 2019

Geschrieben von Petra , in Jahresrückblick 30 December 2019 · 761 Aufrufe
Jahresrückblick
Der dritte Teil meines Lese-Rückblicks auf das Jahr 2019. Erneut ist ziemlich viel Philosophie dabei: Haskala, Liberalismus, eine Geschichte philosophierender Frauen. Außerdem noch etwas Goslar-Literatur, ein bisschen Phantastik. Und mein Buch des Jahres ist ein Fachbuch über --- Algen!
Ich wünsche viel Vergnügen beim Stöbern und Lesen.

Hinweis:
Etwaige blau markierte Texte sind herausragende Spitzenbücher, rot steht für absoluten Mist, ein (e) hinter dem Titel bedeutet, dass ich den betreffenden Text in der eBook-Version gelesen habe, und hinter den Links verbergen sich ausführlichere Besprechungen innerhalb dieses Blogs.


Juli

Julius H. Schoeps: David Friedländer. Freund und Schüler Moses Mendelssohns
Biographie eines der interessantesten Köpfe der Haskala, der jüdischen Aufklärung. David Friedländer sah sich selbst als Schüler Moses Mendelssohns und trug diesen "Titel" auch mit einigem Stolz vor sich her. Tatsächlich aber ist er weniger ein Philosoph als vielmehr der große "Macher" der Haskala, der Politiker und Praktiker unter den Aufklärern. Als Spross einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie und selbst erfolgreicher Geschäftsmann hatte Friedländer nicht nur eine ausgezeichnete Bildung genossen, sondern er förderte auch andere Gelehrte auf ihrem Weg und unterstützte Bildungsprogramme. Er war gut vernetzt, ein Mann, der Kontakte bis in die höchsten politischen Spitzen hatte, mit Wilhelm von Humboldt über Bildungspolitik diskutierte und sich in dessen Reform einbrachte.
Besonders zwei Projekte sind mit dem Namen Friedländers verbunden: Der Kampf um die politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Juden und der Versuch, Judentum und Christentum einander anzunähern. Auf politischer Ebene hat er einiges erreicht, wenn er auch Rückschläge hinnehmen musste. Eine wichtige Schrift dazu waren die "Aktenstücke", in denen er seine Gutachten und Eingaben und die Schriftstücke weiterer an der Reform beteiligter Personen herausgab. Hierfür gab es viel Anerkennung unter modernen und fortschrittlichen Juden und Christen. Viel Prügel hat er allerdings einstecken müssen für seine Idee, Judentum und Christentum wieder zu einer gemeinsamen Religion zu vereinigen, wie er in einem Sendschreiben an den Probst Teller darlegte. Zu beiden Werken, die ich im Oktober gelesen habe, findet ihr mehr im vierten Quartal.
Ansonsten war Friedländer ein großer Kunstfreund und Numismatiker. Von Goethe hat er sich einmal sehr böse übers Ohr hauen lassen, als er dem alten Geheimrat freundlich ein paar kostbare Münzen aus seiner Sammlung zukommen ließ und dieser ihm dafür als Tauschobjekte ziemlich billigen Schrott zurückschickte. Friedländer hat höflich und zurückhaltend geschwiegen, immerhin war es ja ein Kontakt mit dem Dichterfürsten ...
Insgesamt eine sehr spannende und umfassende Lebensbeschreibung, aus der ich viel gelernt habe.

Israel Abrahams: Moses Mendelssohn - A short Biography (e)
Ein kostenloses eBook für den Amazon-Kindle. Das "short" im Titel ist in diesem Fall wörtlich zu verstehen. Ich habe den Text komplett gelesen, als ich beim Friseur etwas warten musste, und es hat nicht lange gedauert. Eine sehr kurze Übersicht über Leben und Werk, nicht tiefschürfend, nicht allzu ausführlich, aber bei Null Euro kann man nicht meckern.

Ossip Mandelstam: Gedichte (Der Stein, Tristia, Gedichte)
Ein sehr zierliches, kleines Büchlein, Hardcover, 73 Seiten, das mir in der Hildesheimer Buchhandlung Ameis zufällig in die Finger geriet. Enthält Gedichte aus mehreren Sammlungen, alle nach der russischen Oktoberrevolution entstandenen Gedichte Mandelstams in der Übersetzung von Paul Celan, der auch ein kurzes Nachwort dazu schrieb. Der Band erschien im Original 1928 und war die letzte Publikation des Dichters. 1934 fiel er den Stalinistischen Säuberungen zum Opfer.
Die Spannbreite der Themen ist weit. Naturschilderungen, Schwermut, Gedanken über Freiheit, Klagen über den Kerker Welt, Meer und Himmel, Sterne und Flügel, aber auch Revolutionspathos, Erinnerungen an den "Eid, den ich den vierten Stand geschworen", Widerständiges, die Weigerung, jemands Zeitgenosse zu sein ...
Schwer zu sagen, ob Mandelstam schon von Natur aus so klang wie Celan, oder ob die beiden einfach gut zusammen passten, auf jeden Fall ein sehr berührender und dabei präziser celanoider Klang. Gedichte, die sich irgendwie gut einatmen lassen, auch in den harten Sequenzen, und bei denen man immer mal wieder innehält, die Augen schließt und sich die gerade gelesene Zeile noch einmal im Gedanken nachsprechen muss. Hat mir gefallen.

Hans-Georg Dettmer: Der Roeder-Stollen im Rammelsberg
Mein Ausflug in den Roeder-Stollen ist eine hochinteressante Expedition in die Tiefen des Rammelsberges bei Goslar. Stadtführerinnen haben mir den Berg auch als den "Schicksalsberg" der Stadt beschrieben. Ging es dem Bergbau gut, ging es auch der Stadt gut. Und wenn der Bergbau als Quelle des Reichtums der alten Kaiserstadt darniederlag, dann ging es auch Goslar schlecht. Das muss sich eine Lokalredakteurin, die neu in der Stadt ist, natürlich anschauen.
Im Stollen kann man die beeindruckende alte "Wasserkunst" ("Kunst" war damals ein Wort für "Technik") mit ihren riesigen hölzernen Förderrädern bewundern, man sieht die Vitriole (Sulfate) an den Wänden in faszinierenden Farben leuchten (Kindern sagen, die blauen Vitriole sähen aus wie "Schlumpfkacke"), und man lernt den Plastikhelm, den man am Eingang noch für eine typisch deutsche überzogene Sicherheitsvorschrift gehalten hat, spätestens nach dem ersten Anditschen an der Stollendecke schätzen (bei mir hat es ca. 30 mal geditscht). Dass sie, als ich mich am Schluss der Führung rund 100 schmale, steile Metallgitter-Treppenstufen hinaufkämpfen musste, die Unverschämtheit hatten, "Glück auf, Glück auf" zu spielen, war allerdings ziemlich fies.
Klar, dass ich mir danach das Büchlein zum Stollen kaufte. Es hat 42 Seiten, kostet 5 Euro und ist eine knappe und übersichtliche Darstellung des Stollens, seiner Geschichte und seiner Besonderheiten. Handlich und sehr schön, auch eine schöne Erinnerung.

Jhumpa Lahiri: Die Kleider der Bücher
Netter Essay über Buchcover. Die Autorin denkt darüber nach, wie wichtig das Titelbild für den ersten Kontakt mit dem Leser ist, wie sie sich manchmal gewundert hat darüber, wie ihre Bücher eingekleidet wurden, und wie seltsam es doch ist, dass Cover in jedem Land anders funktionieren und dass man selten ein Motiv übernehmen kann, wenn das Buch in einer anderen Sprache und einem anderen Kulturkreis erscheint. Nicht buchwissenschaftlich, sondern eher private Eindrücke. Ein sehr nettes, dünnes Büchlein, es war okay, aber hat mich jetzt auch nicht nachhaltig berührt. Es war auf jeden Fall nichts dabei, was mich jetzt für meine Autorenkarriere und für Diskussionen mit Verlegern über das Outfit meiner Bücher geprägt hat.

Mario Vargas Llosa: Der Ruf der Horde
Eine etwas andere Philosophiegeschichte, in der Vargas Llosa einen Kanon der großen liberalen Denker aufstellt und gleichzeitig darlegt, wie und worin die einzelnen Persönlichkeiten ihn geprägt haben. Der Titel ist insofern irreführend, als es nicht rinfach um den "Ruf der Horde" geht, also um Populismus, Massenbewegungen und die immer stärker hochkochende mediale Ochlokratie, in der wir uns bewegen, sondern gerade darum, sich diesem "Ruf der Horde" entgegenzustellen, ein philosophisches Gegengift gewissermaßen.
Vargas Llosa stellt sieben Philosophen und ihre Ideen und Programme vor: Adam Smith, José Ortega y Gasset, Friedrich August von Hayek, Karl Popper, Raymond Aron, Isaiah Berlin und Jean-François Revel. Mit den letzteren drei hatte ich bisher noch nichts zu tun, die drei Kapitel klangen aber durchaus so, als sollte man da etwas nachholen.
Der Verfasser nennt als sein Vorbild Edmund Wilsons "Auf dem Weg zum Finnischen Bahnhof". Wie dieser die Geschichte der sozialistischen Ideen, wolle er selbst eine Geschichte des Liberalismus schreiben. Keine schlechte Idee, auch wenn meine Auswahl der liberalen Köpfe vermutlich etwas anders und "deutscher" (also weniger global) ausgesehen hätte. Nicht ganz folgen kann ich ihm allerdings, wenn er das Büchlein als persönliche Lebensbeschreibung betrachtet sehen möchte. Er nennt es zwar im Untertitel "Eine intellektuelle Autobiografie", aber die Bezüge zur eigenen Biografie und zum eigenen Denken legt er nicht allzu ausführlich offen. An einigen Stellen beschreibt er durchaus, was der einzelne Porträtierte für ihn selbst bedeutete und wie er sich an ihm abgearbeitet hat, aber oft fehlt dieser Bezug eben auch. So ist es für den Nicht-Fachmann und nur Gelegenheits-Vargas-Llosa-Leser etwas schwierig, die Verbindung zu finden.


August

Die Welten von Thorgal - Thorgals Jugend 6: Der Drakkar aus dem Eis

Gilles Ménage: Geschichte der Philosophinnen (lat./dt.)
Das Buch erschien zuerst im Jahr 1690 und ist auch heute noch die vermutlich umfangreichste Sammlung von Namen der antiken Philosophinnen. Ménage war jemand, der Frauen sehr schätzte und ihre Leistungen anerkannte, er soll sich unter anderem dafür ausgesprochen haben, Frauen in die Academie Française zu berufen. Der Verfasser widmete die Schrift der Denkerin Anne Dacier, die unter anderem als Philosophin, aber auch als Homer-Übersetzerin und - zusammen mit ihrem Mann - als Übersetzerin der Werke Marc Aurels viel geleistet hat.
Das Werk ist allein schon als grundlegende Schrift und wohl erste ihrer Art bedeutend. Es ist sehr umfassend. Jede einzelne Frau, die in der Antike an irgend einer Stelle als Philosophin oder Schülerin eines Philosophen erwähnt wird, ist hier aufgelistet. Je nach Quellenlage ist die Darstellung ausführlicher oder eben nicht. Bei manchen Frauen ist nur der Name überliefert. Bei manchen heißt es nur, dass auch eine gewisse Anzahl von Frauen in dieser oder jener Schule mit dabei waren, ohne dass man die Namen kennt. Besonders ausführliche Darstellungen gibt es beispielsweise bei den Pythagoräerinnen, allen voran Theano, auch die Platonikerin Hypatia ist recht gut dokumentiert. Bei anderen, wie gesagt, oft nur ein Satz. Aber so ziemlich alles, was an Quellen überhaupt vorhanden war, hat Ménage aufgespürt und ausgewertet. Eine sehr akribische Arbeit. Und auch heute noch bedeutend genau für eine Neu-Übersetzung.

Jostein Gaarder: Genau richtig
Der Titel ist die Botschaft: Gaarder setzt sich mit der Beobachtung auseinander, dass vieles auf dieser Erde einfach "genau richtig" ist. Angefangen mit der optimalen Entfernung zur Sonne - nicht zu heiß und nicht zu kalt, um Leben zu ermöglichen - bis hin zur Familiengeschichte des Jungen, der die Hauptperson ist. Sein Vater, der inzwischen längst verstorben ist, erzählt ihm, wie er und seine Frau sich kennen lernten, sich ineinander verliebten und schließlich dieses Kind bekamen: EInfach genau richtig, um diesen jungen Menschen zu dem zu machen, der er wurde.
Es ist ein Gedanke, den Gaarder seit "Sophies Welt" immer wieder vertreten hat: Wir sehen nur die "Gewinnerlose". Alles, was ist, hat eine Vorgeschichte, in der alles "genau richtig" gepasst hat, um es hervorzubringen. Auch jeder einzelne Mensch ist ein solches "Gewinnerlos". Eine fast unendliche Kette von Vorfahren, die alles genau richtig gemacht haben, um diesen einen Nachkommen hervorzubringen. Wäre in dieser Kette nur ein einziges Glied ausgefallen (und in den Jahrtausenden der Menschheitsgeschichte voller Krieg, Mord, Totschlag, Hunger und Seuchen wäre das gar nicht so unwahrscheinlich gewesen), dann hätte ganz genau dieser Mensch, der heute lebt und sich über das Wunder des Lebens Gedanken macht, niemals das Licht der Welt erblickt.
Dabei verlief die Vorgeschichte der Familie gar nicht undramatisch. Der Vater stand sogar kurz davor, sich umzubringen. Gerettet wird er durch geradezu wunderbar erscheinende Umstände, die sich aber bei Licht betrachtet ebenfalls als eine Kette von Ereignissen erweisen, in der einfach alles zusammenpasst.
Ein sehr schönes, warmherziges Buch, das Romanhandlung, Philosophie und Wissenschaftsgeschichte zu einem großen Ganzen verbindet und den Leser mit einem guten Gefühl zurücklässt. Alles gut gemacht. Einfach genau richtig.

Sophie Scholl: Lesen ist Freiheit
Enttäuschend. Aber was habe ich denn eigentlich erwartet? Da hat sich halt jemand die Mühe gemacht, aus Briefen und Tagebucheinträgen Sophie Scholls Textstellen herauszusuchen, in denen sie darüber spricht, dass sie Bücher liebt und dass ihr das Lesen Kraft gibt. Ja, klar, natürlich hat auch Sophie Scholl gern gelesen. Welcher vernünftige Mensch tut das denn nicht? Okay, ein paar unveröffentlichte Sachen sind dabei. Aber für jemanden, der vor 30 Jahren die "Briefe und Aufzeichnungen" von Sophie und Hans Scholl, herausgegeben von ihrer Schwester Inge, komplett gelesen hat und der auch eine sehr schöne "Peter Pan"-Ausgabe mit ihren Zeichnungen besitzt, war es jetzt nicht gerade erkenntniserweiternd. Andererseits, noch einmal: Was habe ich denn erwartet von dem Büchlein? Einen bisher unentdeckten Essay zu dem Thema vielleicht. So ist es halt nur eine Art nettes Geschenkbüchkein wie "Seneca für Manager" oder "Goethe für Gestresste", irgendwelche Exzerpte unter einem Namen, der für gute Verkäufe bürgt. "Sophie Scholl für Buchliebhaber" oder so. Hätte ich nicht gebraucht.

Heinrich Detering: Untertauchen

Axel Hacke: Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen
Ein Essay über die zunehmende Verrohung unserer Welt und Sprache, aber auch darüber, dass es doch noch irgendwo das Gefühl für Anstand gibt. Ausgangspunkt ist ein Gespräch Hackes (oder meinethalben seines lyrischen Ichs) mit einem Freund in der Kneipe, als dieser eine bestimmte Biersorte aus politischen Gründen nicht trinken will. Eine kleine Geste, die zum Nachdenken darüber Anlass gibt, was Anstand überhaupt ist, wie man ihn im Laufe der menschlichen Geschichte definierte und wieso und wohin er jetzt möglicherweise verschwunden ist. Ein Plädoyer dafür, trotz alledem anständig zu sein und zu bleiben, und sei es auch nur in solchen kleinen Gesten wie der Weigerung, ein bestimmtes Bier zu trinken.
Die Frage nach dem Anstand ist eine ziemlich wichtige. Schon seltsam, dass sie bisher gar nicht gestellt wurde. Oder nicht laut genug gestellt wurde. Trotz seiner Leichtfüßigkeit und seines Plaudertons ist es auf jeden Fall ein wichtiges Buch. Auch wenn es die Frage, wie man den Anstand denn wieder in die Menschen hineinbekommt, gar nicht beantwortet. Hacke beobachtet, verknüpft, erzählt. Er liefert keine Patentrezepte. Allerdings, vielleicht ist es ja schon mal ein guter Anfang, etwas mehr darüber nachzudenken. Und sich selbst eben anständig zu verhalten. Was immer daraus werden mag.


September

Erika Mann: Zehn jagen Mr. X

Stella Fontana: Die Hexenbande
Ein Kinderbuch einer Goslarer Autorin. Erschienen bei BoD, reich illustriert. Es ist ein Lokalkrimi, der in Goslar spielt. Es geht um vier Mädchen, die eine Diebstahlserie in einem Kaufhaus aufklären. Es sind vier sehr unterschiedliche Charaktere, Schülerinnen der Schiller-Schule, unterstützt von einem Hund und von Kommissar Zufall. Der Fall ist recht einfach, eben kindgerecht, und für die Zielgruppe Grundschüler passend. Witzig fand ich das "Diebfangmittel", das eine der vier "Hexen" in ihrem Detektivkoffer hat. Es ist ein Pulver, das die Heldinnen auf dem Diebesgut verteilen und das die Finger schwarz färbt, wodurch der Dieb erkannt werden kann. Insgesamt nicht unbedingt ein anspruchsvoller Denksport-Krimi, keine Knobeleien und Spurensuche, eher ein wenig abenteuerlich. Die "Hexen" finden halt zufällig das Diebesgut und suchen dann den Dieb dazu. Für Grundschüler aber durchaus angemessen. Ich habe im Sommer für meine Zeitung eine Buchvorstellung dazu geschrieben.

Tina Birgitta Lauffer: Applejucy. Abenteuer in Amerika

Horst Pöttker, Anke Vehmeier (Hrsg.): Das verkannte Ressort. Probleme und Perspektiven des Lokaljournalismus
Berufliche Lektüre. Ab und zu aus dem Praxis-Sumpf auftauchen und sich mal wieder die reine Lehre zu Gemüte führen, tut ja nicht schlecht. Das Buch ist nicht mehr ganz neu, es erschien im Jahr 2009, aber so umwerfend viel hat sich in der Zwischenzeit nicht geändert.
Ein Schwerpunkt ist das Thema Qualität, eine besondere Baustelle die Qualifizierung der freien Mitarbeiter. Festangestellte Vollzeitredakteure bilden sich ja noch eher fort beziehungsweise erhalten durch ihren Arbeitgeber Unterstützung, wenn sie bestimmte Seminare besuchen wollen oder müssen. Ich denke, das Problem kennt jeder Rdeakteur, der bei einem bestimmten Freien immer die gleichen Fehler verbessern muss - und jeder Freie, der sich immer wieder über das Herumwerkeln eines Redakteurs in seinem Text ärgert. Es gibt im Buch Untersuchungen darüber, was von einer Zeitung organisierte Fortbildungen für ihre Freien bringen, und eine Beschreibung der "Anleitung zu Glücklichsein" der Rheinischen Post. (Ich hatte vor Urzeiten ja in Springe mal versucht, einen Leitfaden mit den wichtigsten Regeln für unsere Freien zusammenzustellen. Weiß nicht, was nach meinem Weggang daraus wurde.)
Ansonsten fand ich die Rolle der Bundeszentrale für politische Bildung ganz interessant. Es war mir bisher gar nicht so klar, dass die "Dehscheibe" Teil der eines Lokaljournalistenförderungsprogramms der Bundeszentrale ist und aus dem unmittelbaren Bedürfnis dieses Staates nach einem qualitativ ordentlichen Journalismus hervorging. (Sollte mich das misstrauisch machen?)
Teilweise ist das Buch etwas NRW-lastig, etwa bei den Spezialtexten zu bestimmten journalistischen Rechten und Auskunftsmöglichkeiten, aber das schadet nichts. Vieles lässt sich auf Niedersachsen übertragen.

Miek Zwamborn: Algen. Ein Porträt
Das zauberhafteste und faszinierendste Buch, das ich 2019 gelesen habe. Eindeutig mein Buch des Jahres. Magisch. Es handelt sich um ein kleines, schmales, algengrünes Bändchen mit vorn aufgeprägtem dunkegrünem, verzweigtem Tang-Ast, wunderschönes Hardcover-Büchlein, das man fast für einen Lyrikband halten könnte. Ich bin in der Hildesheimer Ameis-Buchhandlung darauf zugelaufen, in der ich oft Überraschungen entdecke, einfach Bücher, die abseits meiner ausgetretenen Literaturpfade liegen.
Worum es geht? Um genau das, was im Titel steht. Die Autorin schildert in ausgesprochen poetischer Sprache zunächst ihre ersten Begegnungen mit Algen, ihre Gänge zum Strand, die optische und haptische Faszination dieser Lebewesen. Es liest sich wie ein Essay über Ästhetik, nur eben nicht von einem drögen Philosophieprofessor, sondern von einer brillanten lyrischen Feder. Doch die Würdigung der einzelnen Algenarten als Kunstgenuss ist nur ein kleiner Teil dieses Ausflugs in die Welt des Federtangs, Meersalats und Purpurtangs, des Korallenmooses und der Drahtalgen. Die Autorin erzählt auch die Geschichte der Algenforscher und der Liebhaber, die diese Pflanzen zu konservieren versuchten. Über große Sammlungen, sozusagen eine Bibliothek der Algen, berichtet sie ebenso wie über Nahrungsmittel-Gewinnung aus dem Meer oder Zuchtfarmen. Angereichert wird das Ganze durch bezaubernde, einfühlsame Porträts einzelner Algenarten, durch Lyrik und Prosa aus aller Welt über Seetang und durch eine Sammlung von Algen-Rezepten zum Selbst-Ausprobieren.
Es ist unfassbar. Da wollte ich eigentlich nur ein wenig Sekundärliteratur studieren, die ich vielleicht für einen vierten Nestis-Band gebrauchen könnte, und plötzlich tut sich eine vollkommen neue Welt auf. Ich bin verliebt in dieses Buch. Es ist einfach unglaublich.

Andrea Tillmanns: Julia Jäger und die Welt der Wächter

Herbert G. Wells: Die Meerfrau
Ein Roman über eine Meerjungfrau - aber diesmal etwas anders. Eine britische Familie ist gerade beim Baden am Strand, als draußen im Meer eine scheinbar ertrinkende Frau auftaucht. Die Dame wird "gerettet", an Land gebracht und entpuppt sich zur Überraschung der Familie als eine Meerfrau. Der seltsame Gast schweigt sich über seine Ziele aus. Anscheinend will die fischschwänzige Frau die Menschen und ihre Kultur kennern lernen. Eine Art historische "Alf"-Geschichte. Die Familie verbirgt sie vor der Öffentlichkeit beziehungsweise tarnt sie als kranke Frau, die einen Rollstuhl benötigt. Nach und nach gewinnt die Meerfrau an Macht über die sie umgebenden Leute.
Die Geschichte ist reich an humorvollen Szenen und satirischen Seitenhieben. Da ist die sehr korrekte und sehr verschwiegene Dienerin der Familie, die mit der ihr eigenen Sturheit darauf besteht, dass die Lady beim Einkauf natürlich auch Schuhe erhalten muss. Da ist der investigative Journalist, der nachweisen kann, dass es sich um eine Meerfrau handelt - aber dank der Beziehungen der Familie von seinem Chefredakteur aufs Abstellgleis geschoben wird und seine Story wegwerfen muss. Und dann ist da auch noch der junge Politiker, der der Lady hoffnungslos verfällt. Das Ganze sehr schön mit historischen Illustrationen versehen und als geschmackvolles kleines Hardcover-Bändchen, selbstgebunden, in der Edition TES erschienen - einfach ein Leckerbissen.

Klaus Schröter: Der Brocken. Mythos & Wirklichkeit
Mini-Buch im Hosentaschenformat, dessen geringe Größe in verblüffendem Gegensatz seht zu seinem Gehalt. Man erfährt eine ganze Menge über den Berg, seine prominenten Besucher wie Heine und Goethe, seine Geschichte und die dort beheimateten Pflanzen. Man erfährt, dass der Teufelsbündner Faust erst in einem Buch von 1756 mit dem Berg in Verbindung gebracht wurde. Dass die Himmelsscheibe von Nebra "offensichtlich" exakt auf den Sonnenuntergang am Brocken justiert wurde (echt jetzt?). Dazu Infos über das Wetterphänomen "Brockengespenst", über die Brockenbahn, die Brockenpost, über Flieger und ihre Landeversuche auf dem Berg, über den Brocken als Standort für Sendemasten und Abhöranlagen, über Brockenwirte und das Original Brocken-Benno. Das alles auf rund 90 Mini-Seiten. Eine wahre Fundgrube für Harz-Einsteiger.

Betty Kast: Christines fantastische Welt. Teil 1: Christine ist unschuldig
Kinder/Jugendbuch einer Autorin aus Seesen, das ich für die Goslarsche Zeitung gelesen und besprochen habe. Die Geschichte entstand, als eine Tochter der Verfasserin im Urlaub schwer krank wurde und die Mutter an ihrem Bett saß und ihr etwas erzählen musste. Es geht um eine junge Frau, die Tochter einer Fee und eines Menschen ist. Da solche Kontakte den Feen streng verboten sind, werden die Eltern getrennt und mit Vergessen gestraft, das Kind wächst ohne Kenntnis seiner Herkunft bei einer Verwandten auf. Christine lebt in ärmlichen Verhältnissen. Sie liebt ihre Pflegemutter, aber deren Lebensgefährte hasst sie und will das Mädchen loswerden. Er schafft es, sie als Diebin hinzustellen, woraufhin Christine zur Zwangsarbeit verurteilt wird und in einem Bergwerk schuften muss. Und dann ist da noch eine böse Fee, die dem Mädchen ans Leben will ...



Weitere Jahresrückblicke
Teil I: Januar bis März 2019
Teil II: April bis Juni 2019
Teil IV: Oktober bis Dezember 2019

© Petra Hartmann






Nestis und die verbotene Welle, 2017

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Meerprinzessin Nestis und ihre Freunde sind sauer: Lehrer Seestern meint, dass laute Haifischmusik nichts für Kinder ist. Und der Kronrat stimmt ihm zu. Deshalb bekommt die Band »Ølpæst« Auftrittsverbot in der gesamten Nordsee. Doch plötzlich ist deren Musik überall zu hören: Ein Piratensender strahlt die Hits der Knorpelfischgang lautstark aus.

Als eine hochexplosive Kugelmine über dem blauen Glaspalast im Meer dümpelt und ein führungsloser Öltanker in die Nordsee einfährt, droht eine wirkliche Ölpest. Gelingt es den Meerkindern, ein Unglück zu verhindern?

 

Petra Hartmann: Nestis und die verbotene Welle. Mit Illustrationen von Olena Otto-Fradina. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs. Voraussichtlich ab Juni 2017 erhältlich.

Buch-Infos: ca. 152 Seiten, 14,2 x 20,6 cm, Hardcover, zahlreiche s/w-Illustrationen, mit Fadenheftung, Euro 12,90, ISBN 978-3-977066-00-1

 

Leseprobe

 

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Demantin, 2016

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Demantin, der junge König von Antrium, liebt die griechische Königstochter Sirgamot. Doch ihr Vater ist strikt gegen die Hochzeit. Immerhin ist Sirgamot erst zwölf Jahre alt. So zieht Demantin in die Welt, um Ruhm zu erwerben, den Namen seiner Geliebten durch seine Taten zu verherrlichen und sich dem griechischen König als Schwiegersohn zu empfehlen. Er besteht heldenhafte Kämpfe, erwirbt sich die Freundschaft der Königin und des Königs von England und besiegt ein schauriges Meerweib. Letzteres allerdings erweist sich als verhängnisvoll. Denn die sterbende Unholdin verflucht Demantin und prophezeit, dass seine Geliebte mit dem üblen König Contriok verlobt werden soll. Kann Demantin noch rechtzeitig zurückkehren, um die Hochzeit zu verhindern?

 

Berthold von Holle / Petra Hartmann: Demantin. Ein Ritter-Epos
128 Seiten | 12 x 17 cm | Softcover | Klebebindung |
Verlag Monika Fuchs | Hildesheim 2016
ISBN 9-78-3-940078-34-6
8,95 EUR

 

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Leseprobe

 

Crane, 2016

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Gayol, der Sohn des ungarischen Königs, hat in jugendlichem Übermut den alten Hofmarschall seines Vaters zum Wettkampf herausgefordert und eine peinliche Niederlage erlitten. Aus Scham flüchtet er und gerät ins Reich des deutschen Kaisers, wo er unerkannt unter dem Namen Crane (Kranich) eine Stellung als Kämmerer annimmt und bald sehr beliebt ist. Doch als der Fremde und die Kaiserstochter einander näher kommen und Hofbeamten Unzucht und eine unstandesgemäße Liebschaft wittern, beginnt eine schwere Zeit für Königssohn und Kaiserstochter. Kann Gayol sich auf die Treue Acheloydes verlassen? Und kann die lebensbedrohliche Krankheit der Prinzessin noch geheilt werden?

 

Berthold von Holle / Petra Hartmann: Crane. Ein Ritter-Epos
84 Seiten | 12 x 17 cm | Softcover | Klebebindung |
Verlag Monika Fuchs | Hildesheim 2016
ISBN 978-3-940078-48-3
6,95 EUR

 

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Leseprobe

Hut ab, Hödeken! 2015

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Ein rasender Bischof auf dem Rennstieg.
Wegweiser, die sich wie von Geisterhand drehen.
Jäger in Todesangst.
Bierkutscher mit unheimlicher Fracht.
Ein stammelnder Mönch,
der plötzlich zum brillanten Redner wird.
Sollte da Hödeken seine Hand im Spiel haben?
Sagen um einen eigenwilligen Geist
aus dem Hildesheimer Land,
frisch und frech nacherzählt
von Petra Hartmann.

 

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken!

Hildesheim: Verlag Monika Fuchs.

101 S., Euro 7,95.

ISBN 978-3-940078-37-7

 

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Leseprobe

Freiheitsschwingen, 2015

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Deutschland in den 1830er-Jahren: Für Handarbeit, arrangierte Ehe und Kinderkriegen hat die junge Bürgermeistertochter wenig übrig. Stattdessen interessiert sie sich für Politik und Literatur und greift sehr zum Leidwesen ihres Vaters selbst zur Feder, um flammende Texte für die Gleichberechtigung der Frau und die Abschaffung der Monarchie zu verfassen. Angestachelt von der revolutionären Stimmung des Hambacher Festes versucht sie, aus ihrem kleinbürgerlichen Dasein auszubrechen und sich als Journalistin zu behaupten. Gemeinsam mit ihrer großen Liebe verschreibt sie sich dem Kampf für ein freies, geeintes Deutschland und schlägt den Zensurbehörden ein Schnippchen. Die Geheimpolizei ist ihnen jedoch dicht auf den Fersen, und die junge Journalistin begeht den verhängnisvollen Fehler, ihre Gegner zu unterschätzen

 

Petra Hartmann: Freiheitsschwingen

Personalisierter Roman

München: Verlag Personalnovel, 2015

ca. 198 Seiten. Ab Euro 24,95.

(Einband, Schriftart und -größe, Covergestaltung etc. nach Wahl.)

 

Bestellen unter:

www.tinyurl.com/Freiheitsschwingen

 

Timur, 2015

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Wer ist der bleiche Jüngling im Verlies unter der Klippenfestung? Prinzessin Thia will ihn retten. Doch wer Timurs Ketten bricht, ruft Tod und Verderben aus der Tiefe hervor. Als der Blutmond sich über den Horizont erhebt, fällt die Entscheidung ...

 

Beigaben:

Nachwort zur Entstehung

Original-Erzählung von Karoline von Günderrode

Autorinnenbiografien

Bibliografie

 

Petra Hartmann: Timur

Coverillustration: Miguel Worms

Bickenbach: Saphir im Stahl, 2015.

ISBN: 978-3-943948-54-7

Taschenbuch, 136 S.

Euro 9,95

 

 

Ulf, 2015

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Ein Roman-Experiment mit ungewissem Ausgang: Ulf (Magisterstudent unbekannter Fachrichtung), stammt aus einem Dorf, das mehrmals jährlich überschwemmt wird. Zusammen mit Pastor Dörmann (Geistlicher unbekannter Konfession) und Petra (Biografin ohne Auftrag) überlegt er, was man dagegen tun kann. Als ein vegetarisches Klavier die Tulpen des Gemeindedirektors frisst und das Jugendamt ein dunkeläugiges Flusskind abholen will, spitzt sich die Situation zu. Nein, Blutrache an Gartenzwergen und wütende Mistgabelattacken sind vermutlich nicht die richtigen Mittel im Kampf für einen Deich ...
Mal tiefgründig, mal sinnlos, etwas absurd, manchmal komisch, teilweise autobiografisch und oft völlig an den Haaren herbeigezogen. Ein Bildungs- und Schelmenroman aus einer Zeit, als der Euro noch DM und die Bahn noch Bundesbahn hieß und hannöversche Magister-Studenten mit dem Wort "Bologna" nur eine Spaghettisauce verbanden.

 

Petra Hartmann:

Ulf. Ein Roman-Experiment in zwölf Kapiteln.

eBook

Neobooks 2015

Euro 2,99

Erhältlich unter anderem bei Amazon

Vom Feuervogel, 2015

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Ein Tempel in der Wüste. Heilige Männer, die sich dem Dienst des Feuervogels geweiht haben. Ein Hirtenjunge, der seinem Traum folgt. Aber wird der alte und kranke Phönix wirklich zu neuem Leben wiederauferstehen, wenn der Holzstoß niedergebrannt ist? Eine Novelle von Idealen und einer Enttäuschung, die so tief ist, dass kein Sonnenstrahl je wieder Hoffnung bringen kann.

 

Petra Hartmann:

Vom Feuervogel. Novelle.

Erfurt: TES, 2015.

BunTES Abenteuer, Heft 30.

40 Seiten, Euro 2,50 (plus Porto).

Bestellen unter:

www.tes-erfurt.jimdo.com

 

eBook:

Neobooks, 2015.

Euro 1,99.

Unter anderem bei Amazon

Nestis und die Hafenpiraten, 2014

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Endlich Sommerferien! Nestis und ihre Freunde freuen sich auf sechs Wochen Freiheit und Abenteuer. Doch ausgerechnet jetzt verhängt der Kronrat ein striktes Ausgehverbot für alle Meerkinder. Denn in der Nordsee treibt plötzlich ein furchtbares “Phantom” sein Unwesen. Möwen, Lummen und Tordalke werden von einem unheimlichen Schatten unter Wasser gezerrt und verschwinden spurlos.

Nestis beschließt, den Entführer auf eigene Faust zu jagen. Als ein Dackel am Strand von Achterndiek verschwindet, scheint der Fall klar: Die gefürchteten “Hafenpiraten” müssen dahinter stecken. Zusammen mit ihrem Menschenfreund Tom wollen die Meerkinder der Bande das Handwerk legen …

Petra Hartmann: Nestis und die Hafenpiraten
Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014
ISBN 978-3-940078-84-1
14,90 EUR

 

 

Leseprobe unter

 

www.tinyurl.com/nestis2

Blitzeis und Gänsebraten, 2014

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Weihnachten im Potte …

… ist so vielfältig wie die Menschen, die dort leben. Und deshalb findet sich auf diesem Bunten Teller mit 24 Hildesheimer Weihnachtsgeschichten für jeden etwas: romantische Erzählungen und freche Gedichte, Erinnerungen an die Nachkriegszeit, Geschichten von neugierigen Engeln, eifrigen Wichteln und geplagten Weihnachtsmännern. Der Huckup und die »Hildesheimer Weisen« fehlen auch nicht. Was es aber mit dem Weihnachtswunder an der B6 auf sich hat, erfahren Sie auf Seite 117. – Greifen Sie zu!

 

 

Petra Hartmann & Monika Fuchs (Hrsg.): Blitzeis und Gänsebraten. Hildesheimer Weihnachtsgeschichten.

Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014.

144 Seiten | 12 x 17 cm | Paperback |

ISBN 978-3-9400787-57-5
8,90 EUR

 

Leseprobe

Beim Vorderhuf meines Pferdes, 2014

Eingefügtes Bild

Das Messer zuckte vor. Fauchend wich die riesige Katze zurück. Doch nur, um sofort wieder anzugreifen. Das Mädchen, das auf dem Leichnam seiner Stute kauerte, schien verloren.
Acht Jahre ist Steppenprinzessin Ziris alt, als sie bei einem Sandkatzenangriff ihr Lieblingspferd verliert. Ist es wirklich wahr, was ihr Vater sagt? "Alle Pferde kommen in den Himmel ..."
Drei Erzählungen aus der Welt der Nearith über edle Steppenrenner, struppige Waldponys und die alte graue Stute aus Kindertagen.

Petra Hartmann: Beim Vorderhuf meines Pferdes. Neue Geschichten aus Movenna. eBook, ca. 30 Seiten. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014. Euro 0,99.

Erhältlich unter anderem bei Amazon.

Darthula, 2014

Eingefügtes Bild

Darthula ist die Tochter eines irischen Kleinkönigs, der über das nebelreiche Land Selama herrscht. Als schönste Prinzessin Irlands lebt sie allerdings nicht ungefährlich. Als sie den mächtigen König Cairbar abweist und ihm nicht als seine Braut folgen will, nimmt das Unheil seinen Lauf. Cairbar überzieht das kleine Selama mit Krieg und Vernichtung und rottet Darthulas Familie aus. Mit ihrem Geliebten Nathos wagt die junge Frau die Flucht über die stürmische See. Aber Wind und Wellen sind unzuverlässige Verbündete ...

Beigaben zur Neuausgabe:
Vorwort der Autorin mit Infos zur Entstehungsgeschichte
Übersetzung des "ossianischen Originals"
Autorinnenbiographie und Veröffentlichungsliste

Buch-Informationen:
Petra Hartmann: Darthula, Tochter der Nebel.
Bickenbach: Verlag Saphir im Stahl, 2014.
Taschenbuch. 126 S., Euro 9,95.
ISBN 978-3-943948-25-7

Bestellen bei Saphir im Stahl

Pressearbeit für Autoren, 2014

Eingefügtes Bild

Petra Hartmann, Autorin und langjährige Lokalredakteurin, gibt Tipps für die Pressearbeit vor Ort. Sie erklärt die Wichtigkeit der „Ortsmarke“ für eine Zeitung, gibt Tipps zum Schreiben von Artikeln, zum guten Pressefoto und zum Umgang mit Journalisten. Anschaulich, verständlich, praxisorientiert und für Autoren jedes Genres anwendbar.

Petra Hartmann: Pressearbeit für Autoren. So kommt euer Buch in die Lokalzeitung.
eBook. Neobooks, 2014. Ca. 30 Seiten.
Euro 1,99
Diverse Formate, für alle gängigen eBook-Reader.
Erhältlich z.B. bei Amazon, eBook.de, Thalia, Hugendubel, Weltbild u.a.

Nestis und der Weihnachtssand, 2013

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Als kleine Weihnachtsüberraschung gibt es für Fans des "großen" Nestis-Buchs "Nestis und die verschwundene Seepocke" jetzt ein kleines bisschen Weihnachtssand: Der Verlag Monika Fuchs hat aus der "Ur-Nestis", einem Helgoland-Märchen aus dem Jahr 2007, jetzt ein eBook gemacht. Mit einem wunderschönen Cover von Olena Otto-Fradina und mit ein paar exklusiven Einblicken in Nestis' Nordseewelt.

Klappentext:
"November 2007: Orkantief Tilo tobt über die Nordsee und reißt große Teile der Helgoländer Düne ins Meer. Wer soll nun die Robbenküste reparieren? Meerjungfrau Nestis wünscht sich einfach mal vom Weihnachtsmann 500.000 Kubikmeter Sand ..."

Bonus-Material:
Die Autorin im Interview mit Wella Wellhorn von der Meereszeitung "Die Gezeiten"
XXL-Leseprobe aus "Nestis und de verschwundene Seepocke"

Petra Hartmann: Nestis und der Weihnachtssand. Ein Helgoland-Märchen. Mit Illustrationen von Olena Otto-Fradina. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013. 99 Cent.

Erhältlich für den Amazon-Kindle

Nestis und die verschwundene Seepocke, 2013

Eingefügtes Bild


Eine ausführliche Leseprobe findet ihr hier:
www.tinyurl.com/nestis


Wütend stampft Meerjungfrau Nestis mit der Schwanzflosse auf. Ihre Schwester Undine ist von den Menschen gefangen worden – und weder Meerkönig noch Kronrat wagen, die Kleine zu retten. Aber Nestis fürchtet sich nicht einmal vor den furchtbarsten Monstern des Meeres. Zusammen mit ihren Freunden bricht sie auf zur Rettungsaktion, und es zeigt sich, dass tollpatschige Riesenkraken und bruchrechnende Zitteraale großartige Verbündete sind.
Petra Hartmann entführt ihre Leser in eine etwas andere Unterwasserwelt mit viel Humor und Liebe zum Detail. Trotz des phantastischen Meermädchen-Themas findet der Leser auch sehr viel naturnahe Beobachtungen aus Nord- und Ostsee, lernt die Meerbewohner und ihre Probleme kennen. Dabei werden unter anderem auch die Meeresverschmutzung, Fischerei und die wenig artgerechte Haltung von Haien in Aquarien behandelt.
Zauberhaft dazu die Zeichnungen von Olena Otto-Fradina.

Text: Petra Hartmann
Bilder: Olena Otto-Fradina
| Hardcover | 14,8 x 21 cm
Verlag Monika Fuchs | Hildesheim 2013
151 S., Euro 14,90
ISBN 978-3-940078-64-3


eBook:
Amazon-Kindle, 2154 KB
Euro 6,99
http://amzn.to/JJqB0b

Autorenträume, 2013

Eingefügtes Bild


Autorinnen und Autoren schicken ihre Leser in vergangene Zeiten, ferne Länder, phantastische Welten, spannende Abenteuer und bringen sie zum Träumen.
Wovon aber träumen Autoren? Vom Nobelpreis? Vom Bestseller? Vom Reich-und-berühmt-werden? Oder einfach nur davon, eines Tages vom Schreiben leben zu können? Vom Lächeln auf dem Gesicht eines Kindes, wenn das neue Märchen vorgelesen wird? Oder sind es schreckliche Albträume, die der angebliche Traumberuf mit sich bringt? Werden Schriftsteller nachts im Schlaf gar von Verlegern, Lektoren, Rezensenten oder Finanzbeamten bedroht?
Monika Fuchs und Petra Hartmann starteten eine »literarische Umfrage«, wählten aus den über 300 Antworten 57 phantasievolle Beiträge aus und stellten sie zu diesem Lesebuch zusammen. Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen des Autorenalltags und träumen Sie mit!
Von jedem verkauften Buch wird 1 Euro an das Hilfswerk Brot & Bücher e.V. der Autorin Tanja Kinkel gespendet, die auch das Geleitwort zum Buch schrieb.

Petra Hartmann und Monika Fuchs (Hrsg.):
Autorenträume. Ein Lesebuch.
ISBN 978-3-940078-53-7
333 S., Euro 16,90

Bestellen beim Verlag Monika Fuchs

Mit Klinge und Feder, 2013

Eingefügtes Bild


Phantasie statt Völkerschlachten - das war das Motto, unter dem die Phantastik Girls zur Schreibfeder griffen. Mit Humor, Gewitztheit und ungewöhnlichen Einfällen erzählen sieben Autorinnen ihre Geschichten jenseits des Mainstreams der Fantasy. Kriegerinnen und gut bewaffnete Zwerge gehören dabei genau so zum Personal wie sprechende Straßenlaternen, Betonfresser oder skurrile alte Damen, die im Bus Anspruch auf einen Behindertensitzplatz erheben. Dass es dennoch nicht ohne Blutvergießen abgeht, ist garantiert: Immerhin stecken in jeder der Storys sechs Liter Herzblut. Mindestens.

Mit Klinge und Feder. Hrsg. v. Petra Hartmann und Andrea Tillmanns.
Mit Geschichten von Linda Budinger, Charlotte Engmann, Petra Hartmann, Stefanie Pappon, Christel Scheja, Andrea Tillmanns und Petra Vennekohl.
Homburg/Saar: UlrichBurger Verlag, 2013. 978-3943378078
247 S., Euro 9.
Bestellen bei Amazon

eBook:
396 KB, Euro 5,49.
Format: Kindle
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Das Serum des Doctor Nikola, 2013

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Berlin, 1927. Arbeitslos, pleite und mit der Miete im Rückstand: Bankierssohn Felix Pechstein ist nach dem "Schwarzen Freitag" der Berliner Börse ganz unten angekommen. Da erscheint das Angebot, in die Dienste eines fremden Geschäftsmannes zu treten, eigentlich als Geschenk des Himmels. Doch dieser Doctor Nikola ist ihm mehr als unheimlich. Vor allem, als Felix den Auftrag erhält, Nikola zu bestehlen ...

Petra Hartmann: Das Serum des Doctor Nikola
Historischer Abenteuerroman.
ISBN 978-3-938065-92-1
190 S., 12,95 Euro.
Bestellen beim Wurdack-Verlag

Leseprobe

Hörbuch: Der Fels der schwarzen Götter, 2012

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Bei einer Mutprobe begeht der junge Ask einen folgenschweren Fehler: Er schlägt einem der schwarzen Götter die Nase ab. Der unscheinbare Dreiecksstein wird Auslöser eines der blutigsten Kriege, die das Land jemals erlebt hat.
Bald wissen die Völker des Berglandes nicht mehr, wen sie mehr fürchten sollen: die schwarzen Götter, die weißen Dämonen oder die sonnenverbrannten Reiter aus den fernen Steppen ...

Der Fels der schwarzen Götter.
Hörbuch. 8 Stunden, 57 Minuten.
Sprecherin: Resi Heitwerth.
Musik: Florian Schober.
Action-Verlag, 2012.
CD/DVD: 16,95 Euro
mp3-Download: 11,95 Euro

Hörbuchfassung des 2010 im Wurdackverlag erschienenen Buchs "Der Fels der schwarzen Götter".

Drachen! Drachen! 2012

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Frank G. Gerigk & Petra Hartmann (Hrsg.)
DRACHEN! DRACHEN!
Band 01, Drachen-Anthologie
ISBN: 978-3-89840-339-9
Seiten: 384 Taschenbuch
Grafiker: Mark Freier
Innengrafiker: Mark Freier
Preis: 14,95 €
Bestellen beim Blitz-Verlag

Fatal wäre es, Drachen zu unterschätzen! Wer glaubt, genug über sie zu wissen, hat schon verloren.
Diese 23 meisterlichen Geschichten aus verschiedenen literarischen Genres belegen, dass das Thema aktuell, überraschend und packend ist – und gelegentlich fies!

Die Autoren:
Rainer Schorm, Achim Mehnert, Andrea Tillmanns, Malte S. Sembten, Frank G. Gerigk, Christel Scheja, Fiona Caspari, Hendrik Loy, Christiane Gref, Linda Budinger, Miriam Pharo, Carsten Steenbergen, Rebecca Hohlbein, Frank W. Haubold, Melanie Brosowski, Astrid Ann Jabusch, Thomas R. P. Mielke, Karsten Kruschel, Marc A. Herren, Petra Hartmann, Monika Niehaus, Uwe Post.
Originalveröffentlichung!

Die Schlagzeile, 2011/2012

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Petra Hartmann: Die Schlagzeile.
Personalisierbarer Roman.
PersonalNovel Verlag, 2011.
eBook: PersonalNovel, 2012.
Personalisieren und bestellen

Verschlafen und idyllisch liegen sie da, die Orte Barkhenburg, Kleinweltwinkel und Reubenhausen. Doch dann stört der Diebstahl einer Heiligenfigur die Ruhe: Ein jahrhundertealter Hass bricht wieder aus und ein hitziger Streit entflammt, der aus Freunden Feinde und aus friedlichen Nachbarn sich prügelnde Gegner macht. Mittendrin: Eine Journalistin, die bereit ist, für eine Schlagzeile im Sommerloch alles zu geben. Mit viel Einsatz und einer Prise Humor versucht sie, das Geheimnis um die verschwundene Hubertus-Statue aufzuklären, und muss sich dabei mit erregten Politikern, aufgebrachten Dorfbewohnern und einem nervösen Chefredakteur herumschlagen. Aber die Journalistin lässt sich nicht unterkriegen – bis ihr ein Anruf fünf Minuten vor Redaktionsschluss die Schlagzeile zunichtemacht...

Falkenblut, 2012

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Petra Hartmann: Falkenblut.
Vier Romane in einem Band.
E-Book
Satzweiss.com - chichili agency, 2012.
3,99 Euro

 

Nicht mehr lieferbar!

Neuausgabe in Vorbereitung.


Die Abenteuer der jungen Walküre Valkrys beginnen an ihrem ersten Arbeitstag und ausgerechnet dort, wo die germanischen Götter- und Heldensagen enden: Ragnarök, die Endzeitschlacht, ist geschlagen, Götter und Riesen haben sich gegenseitig aufgerieben, die wenigen Überlebenden irren ziellos durch die Trümmer des zerbrochenen Midgard. An der Seite des neuen Götterkönigs Widar muss sich Valkrys nun behaupten. Dabei trifft sie auf Jöten, Thursen, Reifriesen, Seelenräuberinnen, Werwölfe, Berserker, Hexen, riesenhafte Meerungeheuer und das furchtbare Totenschiff Naglfari. Leseempfehlung ab 12 Jahren.

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Nächste Lesungen / Termine

Lesungen

 

Freitag, 11. September 2020: Lesung aus "Der Fels der schwarzen Götter" als Gast des Fördervereins Rudolf von Bennigsen in der RvB-Bibliothek im Bahnhof Bennigsen bei Springe. Beginn: 19.30 Uhr.

 

 

 

Buchmessen, Cons, Büchertische

 

Himmelfahrt, Donnerstag, 21. Mai: Autorentreffen in Nürnberg. Ich bin wieder mit dabei, und meine Werke sind auf dem Büchertisch natürlich auch zu finden. Mehr Infos folgen. Coronabedingt abgesagt.

 

Montag bis Freitag, 5. - 9. April 2021: 3. Helgoländer Lesefestival.

 

 

 

In Planung, vorläufig terminiert:

 

Dienstag, 6. April 2021: Möwenlesung auf Helgoland. Mit Petra Hartmann ("Die kleine Möwe Kackvorbei"), Michael Stoffers ("Waldemar hat einen Traum") und Andreas Strutz (Lesung aus Werken von James Krüss). 3. Helgoländer Literaturfestival. Ort und Zeit folgen.

 

Mittwoch, 7. April 2021: Lesung aus "Nestis und die verschwundene Seepocke" auf Helgoland. 3. Helgoländer Literaturfestival. Ort und Zeit folgen.

 

 

 

Links

Meine Heimseite:

www.petrahartmann.de

Mein Gezwitscher:

www.twitter.com/PetraHartmann

 

Facebook-Autorenseite:

www.facebook.com/AutorinPetraHartmann/

 

Seite der Nestis-Serie:

www.nestis.net

 

Nestis auf Facebook:

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Nestis auf Facebook:

https://twitter.com/NestisLogbuch

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Biografie

Petra Hartmann, Jahrgang 1970, wurde in Hildesheim geboren und wohnt in Sillium. Sie studierte Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft in Hannover. Auf den Magisterabschluss folgten die Promotion mit einer Doktorarbeit über den jungdeutschen Schriftsteller Theodor Mundt und ein zweijähriges Volontariat bei der Neuen Deister-Zeitung in Springe. Anschließend war sie dort fünf Jahre Lokalredakteurin. Ferner arbeitete sie für die Leine-Zeitung in Neustadt am Rübenberge, die Nordsee-Zeitung in Bremerhaven, die Neue Presse in Hannover und die Volksstimme in Gardelegen. Derzeit ist sie bei der Goslarschen Zeitung beschäftigt.
Als Schriftstellerin liebt sie vor allem das fantastische Genre. Sie verfasst hauptsächlich Fantasy und Märchen. Bekannt wurde sie mit ihren Fantasy-Romanen aus der Welt Movenna. Mit den Abenteuern der Nordsee-Nixe Nestis legte sie ihre erste Kinderserie vor. Sie errang mit ihren Geschichten dreimal den dritten Platz bei der Storyolympiade und wurde 2008 mit dem Deutschen Phantastik-Preis ausgezeichnet.

Leserunden zum Nachlesen

Leserunde zu "Darthula, Tochter der Nebel" auf Lovelybooks. Mit Autorin Petra Hartmann und Cover-Künstler Miguel Worms: http://www.lovelyboo...nde/1201913120/

 

Leserunde auf Lovelybooks zu "Nestis und die verschwundene Seepocke": Mit Autorin Petra Hartmann und Verlegerin Monika Fuchs:

http://www.lovelyboo...nde/1166725813/

 

Leserunde auf Lovelybooks zu "Mit Klinge und Feder": Mit den Autorinnen Linda Budinger, Petra Hartmann, Stefanie Pappon, Christel Scheja, Andrea Tillmanns und Petra Vennekohl: http://www.lovelyboo...nde/1156671163/

Geschichten über Nestis

Bücher
"Nestis und die verschwundene Seepocke. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013.
"Nestis und die Hafenpiraten. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014.

"Nestis und die verbotene Welle. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2017.

 

Mini-Buch

"Nestis und der Weihnachtssand. Ein Helgoland-Märchen." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2017.

eBooks
"Nestis und der Weihnachtssand. Ein Helgoland-Märchen." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013.
"Nestis und die verschwundene Seepocke. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013.

"Nestis und die Hafenpiraten. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014.

Hörbuch
"Eine Hand voll Weihnachtssand." In: Petra Hartmann: "Weihnachten im Schneeland". Gelesen von Karin Sünder. Mit Musik von Simon Daum. Essen: Action-Verlag, 2010. (mp3-Download und CD-ROM)

Beiträge zu Anthologien
"Weihnachtssand für Helgoland." In: "Wenn die Biiken brennen. Phantastische Geschichten aus Schleswig-Holstein." Hrsg. v. Bartholomäus Figatowski. Plön: Verlag 71, 2009. S. 163-174.

Hödeken-Lesestoff

Buch

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken! Sagen aus dem Hildesheimer Land. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs. 101 S., Euro 7,95. ISBN 978-3-940078-37-7. Unter anderem erhältlich bei Amazon.

 

Hörbuch

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken! Sagen aus dem Hildesheimer Land. 2 CD. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs. Euro 14,95. ISBN: 978-3940078414. Unter anderen erhältlich bei Amazon.

 

eBook

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken! Sagen aus dem Hildesheimer Land. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs.

 

Geschichten

Das Wagenrennen auf dem Rennstieg. In: Hildesheimliche Autoren e.V.: Hildesheimer Geschichte(n). Ein Beitrag zum 1200-jährigen Stadtjubiläum. Norderstedt: Book on Demand. 196 S., Euro 9,99. ISBN 978-3734752698. Unter anderem erhältlich bei Amazon.

Die glücklose Hasenjagd. In: MVP-M. Magazin des Marburger Vereins für Phantastik. Marburg-Con-Ausgabe. Nr. 19b. S. 36-40.

 

Lesung

Das Wagenrennen auf dem Rennstieg, Radio Tonkuhle, Sendung vom April 2015.

 

Movenna-Kompass

Übersicht über die Romane und Erzählungen aus Movenna


Bücher

Geschichten aus Movenna. Fantasy. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2004. 164 S.
Ein Prinz für Movenna. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2007. 188 S.
Der Fels der schwarzen Götter. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2010. 240 S.

 

eBooks

 

Geschichten aus Movenna. Fantasy. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.
Ein Prinz für Movenna. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.
Der Fels der schwarzen Götter. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.

Beim Vorderhuf meines Pferdes. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.

Hörbuch

Der Fels der schwarzen Götter. Action-Verlag, 2012.


Movennische Geschichten in Anthologien und Zeitschriften

Die Krone Eirikirs. In: Traumpfade (Anthologie zur Story-Olympiade 2000). Hrsg. v. Stefanie Pappon und Ernst Wurdack. Dresden, 2001. S. 18-25.
Flarics Hexen. In: Geschöpfe der Dunkelheit (Anthologie zur Story-Olympiade 2001). Hrsg. v. Stefanie Pappon und Ernst Wurdack. Dresden, 2002. S. 22-28.
Raubwürger. In: Kurzgeschichten, September 2004, S. 20f.
Furunkula Warzenkraish. Elfenschrift, dritter Jahrgang, Heft 2, Juni 2006. S. 10-14.
Der Leuchtturm am Rande der Welt. In: Elfenschrift, vierter Jahrgang, Heft März 2007, S. 18-21.
Gewitternacht. In: Im Bann des Nachtwaldes. Hrsg. v. Felix Woitkowski. Lerato-Verlag, 2007. S. 57-60.
Pfefferkuchen. In: Das ist unser Ernst! Hrsg. v. Martin Witzgall. München: WortKuss Verlag, 2010. S. 77-79.
Winter-Sonnenwende. In: Mit Klinge und Feder. Hrsg. v. Petra Hartmann und Andrea Tillmanns. Homburg/Saar: UlrichBurger Verlag, 2013. S. 51-59.
Der Reiter auf dem schwarzen Pferd. Ebd. S. 60-68.


Movennische Geschichten in Fanzines

Föj lächelt. In: Alraunenwurz. Legendensänger-Edition Band 118. November 2004. Hrsg. v. Christel Scheja. S. 23.
Raubwürger. In: Drachenelfen. Legendensänger-Edition Band 130. Januar 2006. Hrsg. v. Christel Scheja. S. 3-5.
Goldauge. In Phantastische Geschichten mit den Phantastik Girls. (Broschüre der Phantastik Girls zum MarburgCon 2007)


Aufsätze

Wie kann man nur Varelian heißen? Über das Unbehagen an der Namensgebung in der Fantasy. In: Elfenschrift, 5. Jahrgang, März 2008. S. 16f.


Movennische Texte online

Aus "Geschichten aus Movenna":
König Surbolds Grab
Das letzte Glied der Kette
Brief des Dichters Gulltong
Der Kranich
Die Rückkehr des Kranichs

Aus "Ein Prinz für Movenna":
Der Leuchtturm am Rand der Welt
Furunkula Warzenkraish
Gewitternacht

Aus "Der Fels der schwarzen Götter":
Der Waldalte
Hölzerne Pranken
Im Bann der Eisdämonen

Die Bibliothek der Falkin

Übersicht über die Romane und Novellen über die Walküre Valkrys, genannt "die Falkin"

Bücher

Die letzte Falkin. Heftroman. Dortmund: Arcanum Fantasy Verlag, 2010.
Vorschau: Falkenblut. Sibbesse: Hottenstein-Verlag, Sommer 2020.

eBooks

Falkenblut. Vier Fantasy-Romane. eBook-Ausgabe. Chichili und Satzweiss.com, 2012. (vergriffen)

Falkenfrühling. Novelle. eBook. Dortmund: Arcanum Fantasy Verlag, 2011. (vergriffen)

Falkenfrühling. Novelle. In: Best of electronic publishing. Anthologie zum 1. Deutschen eBook-Preis 2011. eBook. Chichili und Satzweiss.com, 2011. (unter anderem erhältlich bei Thalia und Amazon)


Aufsatz

Aegirs Flotte – ein Nachruf. In: Fandom Observer, Dezember 2011. S. 16-18. Online-Magazin und Blogversion

Meine Bücher 1998 - 2011

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Petra Hartmann
Falkenfrühling
eBook
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN: 978-3-939139-59-1

Wegen Verkauf des Arcanum-Verlags ist die Ausgabe nicht mehr erhältlich, aber die Zweitveröffentlichung in der eBook-Anthologie "Best of electronic publishing" gibt es noch als epub oder Kindle-Ausgabe.

Valkrys träumt davon, eine echte Walküre zu sein. Sie springt, noch Kind, vom Dach des Langhauses.
Alle Ermahnungen ihrer Eltern sind vergeblich, sie macht sich an den Aufstieg zum Gipfel der nahen Klippe, besessen vom "Traum vom Fliegen" ...

Fünfter Platz beim Deutschen eBook-Preis 2011.

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Petra Hartmann
Die letzte Falkin
Roman.
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN 978-3-939139-62-1
Bestellen beim Arcanum-Verlag

Blut und Tod, so weit die Falkenaugen reichen: So hatte sich Valkrys ihren ersten Flug als Walküre nicht vorgestellt. Ragnarök, die Endzeit-Schlacht, ist geschlagen. Die Götter tot, die Welt ein Flammenmeer, das Götterreich Asgard droht, in die Tiefe zu stürzen. Einzig Vidar, den Sohn und Erben Odins, kann die Walküre retten. Doch der neue Götterkönig schweigt sich über seine Ziele aus …


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Petra Hartmann
Der Fels der schwarzen Götter
Roman
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-64-8
Bestellen beim Wurdack-Verlag


Hochaufragende Felswände, darin eingemeißelt weit über tausend furchteinflößende Fratzen, die drohend nach Norden blicken: Einer Legende zufolge sind die schwarzen Klippen das letzte Bollwerk Movennas gegen die Eisdämonen aus dem Gletscherreich.
Doch dann begeht der junge Ask bei einer Mutprobe einen folgenschweren Fehler: Er schlägt einem der schwarzen Götter die Nase ab. Der unscheinbare Dreiecksstein wird Auslöser eines der blutigsten Kriege, die das Land jemals erlebt hat. Und die Völker des Berglandes wissen bald nicht mehr, wen sie mehr fürchten sollen: die schwarzen Götter, die weißen Dämonen oder die sonnenverbrannten Reiter aus den fernen Steppen ...


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Petra Hartmann
Darthula
Heftroman
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN 978-3-939139-32-4
Bestellen beim Arcanum-Verlag


Darthula, die schönste Prinzessin der Nebellande, beschwört Krieg, Tod und Vernichtung über ihr heimatliches Selama herauf, als sie den Heiratsantrag des mächtigen Königs Cairbar ausschlägt. Zusammen mit ihrem Geliebten flüchtet sie in einem kleinen Segelboot übers Meer. Doch Wind und Wellen sind unzuverlässige Verbündete ...


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Petra Hartmann
Weihnachten im Schneeland
Hörbuch
Action-Verlag
Download bei Audible
CD bestellen beim Action-Verlag

WEIHNACHTEN IM SCHNEELAND von Petra Hartmann vereint vier wundervolle Kurzgeschichten für Kinder ab 6 Jahren. Schon die Titel regen die Phantasie der Kleinen an und verleiten zum Schmunzeln und Staunen:
- "Der Reserve-Weihnachtsmann"
- "Die Weihnachts-Eisenbahn"
- "Eine Handvoll Weihnachtssand"
- "Paulchen mit den blauen Augen"



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Petra Hartmann
Ein Prinz für Movenna
Paperback
Wurdack Verlag
ISBN 3-938065-24-9
Bestellen

Mit dem Schild oder auf dem Schild
- als Sieger sollst du heimkehren oder tot.
So verlangt es der Ehrenkodex des heldenhaften Orh Jonoth. Doch der letzte Befehl seines sterbenden Königs bricht mit aller Kriegerehre und Tradition: "Flieh vor den Fremden, rette den Prinzen und bring ihn auf die Kiesinsel." Während das Land Movenna hinter Orh Jonoth in Schlachtenlärm und Chaos versinkt, muss er den Gefahren des Westmeers ins Auge blicken: Seestürmen, Riesenkraken, Piraten, stinkenden Babywindeln und der mörderischen Seekrankheit ....


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Petra Hartmann
Geschichten aus Movenna
Paperback
Wurdack Verlag
ISBN 3-938065-00-1
Bestellen


Verwünschte Hexen!
Warum zum Henker muß König Jurtak auch ausgerechnet seinen Sinn für Traditionen entdecken?
Seit Jahrhunderten wird der Kronprinz des Landes Movenna zu einem der alten Kräuterweiber in die Lehre gegeben, und der Eroberer Jurtak legt zum Leidwesen seines Sohnes großen Wert auf die alten Sitten und Gebräuche. Für den jungen Ardua beginnt eine harte Lehrzeit, denn die eigenwillige Lournu ist in ihren Lektionen alles andere als zimperlich ...


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Wovon träumt der Mond?
Hrsg. v. Petra Hartmann & Judith Ott
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-37-2
Bestellen

Der Mond - König der Nacht und gleichsam Verbündeter von Gut und Böse ... Seit jeher ranken sich Legenden voller Glauben und Aberglauben um sein Licht, das von den einen als romantisch verehrt und von den anderen als unheimlich gefürchtet wird. Seine Phasen stehen für das Werden und Vergehen allen Lebens, er wacht über die Liebenden, empfängt die Botschaften der Suchenden, Einsamen und Verzweifelten und erhellt so einiges, was lieber im Dunkeln geblieben wäre. 39 Autorinnen und Autoren im Alter von 12 bis 87 Jahren sind unserem nächtlichen Begleiter auf der Spur gewesen. In 42 erfrischend komischen, zutiefst nachdenklichen und manchmal zu Tränen rührenden Geschichten erzählen sie die Abenteuer von Göttin Luna und Onkel Mond, von erfüllten und verlorenen Träumen, lassen Perlmuttschmetterlinge fliegen und Mondkälber aufmarschieren. Und wer denkt, dass nur der Mann im Mond zuweilen die Erde besucht, irrt sich! Auch umgekehrt erhält er gelegentlich unverhofften Besuch dort oben.


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Drachenstarker Feenzauber
Herausgegeben von Petra Hartmann
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-28-0
Bestellen

Öko-Feen, Büro-Feen, Todes-Feen und Bahn-Feen, geschäftstüchtige Drachen, goldzahnige Trolle, Sockenmonster, verzauberte Kühlschränke, Bierhexen, Zwirrrrrle, Familienschutzengel, Lügenschmiede, ehrliche Anwälte, verarmte Zahnärzte und andere Märchenwesen geben sich in diesem Buch ein Stelldichein.
51 Märchenerzähler im Alter von zwölf bis 76 Jahren haben die Federn gespitzt und schufen klassische und moderne Märchen, lustige, melancholische, weise und bitterböse Erzählungen, so bunt wie das Leben und so unvergesslich wie das Passwort eines verhexten Buchhalters.


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Zwischen Barrikade, Burgtheater und Beamtenpension.
Die jungdeutschen Autoren nach 1835.
ibidem-Verlag
ISBN 978-3-89821-958-7
Bestellen beim Ibidem-Verlag


"Das Junge Deutschland“ – dieser Begriff ist untrennbar verbunden mit dem Bundestagsbeschluss vom 10. Dezember 1835, durch den die Werke der fünf Schriftsteller Heinrich Heine, Theodor Mundt, Karl Gutzkow, Ludolf Wienbarg und Heinrich Laube verboten wurden. Das Verbot markierte Höhe- und gleichzeitig Schlusspunkt einer literarischen Bewegung, die erst wenige Jahre davor begonnen hatte. Die Wege der Autoren trennten sich. Und doch gab es auch danach immer wieder Begegnungen und Berührungspunkte.
Petra Hartmann zeichnet die Wege der Verbotenen und ihrer Verbündeten nach und arbeitet Schnittstellen in den Werken der alt gewordenen Jungdeutschen heraus. Sie schildert insbesondere die Erfahrungen der Autoren auf der Insel Helgoland, ihre Rolle in der Revolution von 1848, aber auch die Versuche der ehemaligen Prosa-Schriftsteller, sich als Dramatiker zu etablieren. Irgendwo zwischen Anpassung und fortwährender Rebellion mussten die Autoren ihr neues Auskommen suchen, endeten als gescheiterte Existenzen im Irrenhaus oder als etablierte Literaten, die doch körperlich und seelisch den Schock von 1835 nie ganz verwunden hatten, sie leiteten angesehene Theater oder passten sich an und gerieten nach Jahren unter strenger Sonderzensur beim Publikum in Vergessenheit. Die vorliegende Untersuchung zeigt, was aus den Idealen von 1835 wurde, wie vollkommen neue Ideen – etwa die Debatte um Armut und Bildung – in den Werken der Jungdeutschen auftauchten und wie die Autoren bis zum Ende versuchten, ihr „Markenzeichen“ – ihren Stil – zu bewahren.


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Von Zukunft trunken und keiner Gegenwart voll
Theodor Mundts literarische Entwicklung vom Buch der Bewegung zum historischen Roman
Aisthesis-Verlag
ISBN: 3-89528-390-8
Bestellen beim Aisthesis-Verlag

Theodor Mundt - Schriftsteller, Zeitschriftenherausgeber, Literaturwissenschaftler und Historiker - verdankt seinen Platz in der Literaturgeschichte vor allem dem Umstand, daß seine Veröffentlichungen am 10. Dezember 1835 verboten wurden. Das vom deutschen Bundestag ausgesprochene Verbot, das sich gegen die vermeintlichen Wortführer des "Jungen Deutschland", Heine, Gutzkow, Laube, Wienbarg und eben Theodor Mundt richtete, war vermutlich die entscheidende Zäsur in den literarischen Karrieren aller Betroffenen. Daß sie mit dem schon berühmten Heinrich Heine in einem Atemzug genannt und verboten wurden, machte die noch jungen Autoren Gutzkow, Laube, Mundt und Wienbarg für ein größeres Publikum interessant. Doch während Gutzkow und auch Laube im literarischen Bewußtsein präsent blieben, brach das Interesse an Mundt und seinen Werken schon bald nach dem Verbot fast gänzlich ab. Seine weitere Entwicklung bis zu seinem Tod im Jahr 1861 wurde von der Literaturwissenschaft bislang so gut wie vollständig ignoriert. Diese Lücke wird durch die vorliegende Studie geschlossen. Nachgezeichnet wird der Weg von den frühen Zeitromanen des jungen Mundt bis hin zu den historischen Romanen seines Spätwerks.


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Faust und Don Juan. Ein Verschmelzungsprozeß,
dargestellt anhand der Autoren Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Wolfgang von Goethe, Nikolaus Lenau, Christian Dietrich Grabbe, Gustav Kühne und Theodor Mundt
ibidem-Verlag
ISBN 3-932602-29-3
Bestellen beim Ibidem-Verlag


"Faust und Don Juan sind die Gipfel der modernen christlich-poetischen Mythologie", schrieb Franz Horn bereits 1805 und stellte erstmalig beide Figuren, speziell den Faust Goethes und den Don Giovanni Mozarts, einander gegenüber. In den Jahren darauf immer wieder als polar entgegengesetzte Gestalten aufgefaßt, treten Faust und Don Juan in den unterschiedlichsten Werken der Literaturgeschichte auf.

Bei Lenau sind sie Helden zweier parallel aufgebauter Versepen, bei Grabbe begegnen sie sich auf der Bühne und gehen gemeinsam zugrunde. Theodor Mundt stellt als Lebensmaxime auf, man solle beides, Faust und Don Juan, in einer Person sein und beide in sich versöhnen.

Anhand der Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Wolfgang von Goethe, Nikolaus Lenau, Christian Dietrich Grabbe, Gustav Kühne und Theodor Mundt zeichnet Petra Hartmann die Biographien Fausts und Don Juans in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach, einer Zeit, die beide Helden stark prägte und auch für heutige Bearbeitungen beider Stoffe grundlegend ist.

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