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PetraHartmann



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Blaubeer-Met: Süffige Anthologie über Met-Magie jetzt vorbestellbar

Geschrieben von Petra , in Movenna 07 December 2021 · 10 Aufrufe
Movenna
Unsere Anthologie "Metmagie" erscheint zwar erst im März, aber ihr könnt sie hier schon vorbestellen. Von mir ist eine Geschichte über Blaubeermet dabei, die in meinem Lieblingsland Movenna spielt. Ardua, der Kronprinz des Landes Movenna, ist an der Küste unterwegs und kehrt in einer Schenke ein, die einen ganz besonderen Trank ausschenkt. Stimmt es, das Blaubeermet mit den Beeren der alten Frau Marjatta einem Menschen den Weg zur legendären Stadt Venta weisen können, die einst von den Göttern verflucht wurde und im Meer versank?

Der Klappentext:
"Vor rund 20.000 Jahren sollen sich Menschen und Tiere schon an der exquisiten Köstlichkeit berauscht haben. Menschen in zahlreichen Kulturen auf der ganzen Welt feierten ihn als Heilmittel und Zaubertrank. Er galt und gilt heute noch als unverzichtbare Komponente von Ritualen, ist inspirierender Bardentrunk, mystische Opfergabe und Teil festlicher Zeremonien. Die Autorinnen und Autoren dieser Geschichtensammlung ließen - wie einst die nordischen Skalden – ihre Phantasie durch Met beflügeln. In fünfzehn außergewöhnlichen Erzählungen preisen sie den fruchtigen, süßen oder herben Göttertrunk in all seinen Varianten. Folgt ihnen über die Blaubeerbrücke, über den großen Teich und durch die Zeiten. Seid dabei, wenn Met heilt, Menschen rettet oder heiß umkämpft wird, und findet mit ihm die Liebe und die Magie des Augenblicks."

Buch-Infos:
Amandara M. Schulzke und Nadine Muriel (Hrsg.): Met-Magie. Der Trunk der Götter, Barden und Bauern. Broschiert, Acabus-Verlag, ISBN-13: ‎ 978-3862828333, 150 S., Euro 9.
Erscheinungstermin: 21. März 2022.

Autoren:
Amandara M. Schulzke, Nadine Muriel, Tommy Krappweis, Ju Honisch, Sam Feuerbach, Mira Valentin, Friedhelm Schneidewind, Sandra Melli, Thomas Heidemann, Petra Hartman, Rainer Wüst, Astrid Rauner, Megan E. Moll, Laurence Horn, Stefan Cernohuby.

Übrigens, falls ihr noch nie Blaubeermet getrunken habt: Probiert es unbedingt. Es schmeckt einfach herrlich und ist obendrein sehr inspirierend. :-p

Bestell-Link:
https://www.amazon.d...e/dp/3862828336


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Geisterstunde auf Helgoland

Geschrieben von Petra , in Elfenschrift 07 November 2021 · 93 Aufrufe
Elfenschrift, Helgoland, Geister
Der November ist die Zeit der Stürme und auch die Zeit, in der ich mich meist auf meiner Lieblingsinsel Helgoland herumtreibe. Der folgende Artikel für die "Elfenschrift" entstand vor eingen Jahren in einem Internetcafé auf dem roten Felsen, weil ich es einfach nicht geschafft hatte, meinen Beitrag zum Geister-Themenheft rechtzeitig vor Urlaubsantritt zu verfassen. Hier also die Zweitveröffentlichung in stürmischer Zeit. Viel Spaß beim (Wieder)Lesen!


Geisterstunde auf Helgoland


Da sitze ich in meinem kleinen Ferienzimmer auf dem Oberland der Insel Helgoland, draußen heult der Sturm um den roten Felsen, und der Vollmond wandert langsam auf Mitternacht zu. Die Fähre zurück zum Festland wird wegen des Orkans wohl ausfallen, prophezeit meine Wirtin. Ich sitze hier fest, einer der letzten Touristen, und nur ein paar alte Sagenbücher werden mir diese Nacht Gesellschaft leisten. Novembersturm, Schatten und Spukgeschichten. Und eine Kerze, die langsam herunterbrennt.

"Welcher andere Quadratkilometer Deutschlands könnte sich so vieler Sagen und Legenden wie Helgoland rühmen?", fragt sich die Sagensammlerin Gundula Hubrich-Messow1. Und beginnt, mir "von Vorspuk und Spuk, von Frevel und Sühne, von Toten und Gespenstern, von Hexen und vom Teufel, von Wassergeistern und Kobolden, von Seeräubern und Mönchen, von Glocken und Schätzen" zu erzählen. So sollen einst auf dem "Steanacker" - so heißt heute noch die Straße direkt neben meiner derzeitigen Unterkunft - in einem verschlossenen und leerstehenden Haus Poltergeister ihr Unwesen getrieben haben. Lärm, Fußtritte und Klopfen, konnte die neugierige Menge hören, die sich zum Lauschen allabendlich vor dem Haus einfand. Das alles hatte begonnen, als man für kurze Zeit die Leiche eines ertrunkenen Badegastes in dem Haus abgelegt hatte2.

Wo Maricke Peters' Geist spukt

Neben der alten Predigerwohnung am Hartbrunnen sei oft bei Nacht "eine graue schattenhafte Gestalt mit schweren schlürfenden Schritten seufzend und stöhnend über den [...] Hingstplatz gegangen, und man hörte sie dann etwas Schweres hinunterwerfen", berichtet Hubrich-Messow3. Sie vermutet, dass es sich um den Geist von Maricke Peters gehandelt hat. Die Frau hatte seinerzeit eine Nachbarin mit einer Mistgabel erstochen und war 1719 auf dem Hingstgars enthauptet worden. Auch von einer in weiße Tücher gehüllten Frau wird berichtet, die man fast in jedem Winter die Straße entlanggehen sah. Kinder sollen große Angst vor ihr gehabt haben. Vielleicht genau so große Angst wie vor dem Kliffmann, der unter der Klippe hauste. Es scheint sich um einen Verwandten des Schwarzen Mannes gehandelt zu haben. Ob Helgoländer Kinder das damals auch riefen? "Wer hat Angst vorm Kliffmann? - Niemand!"

Helgoland und der Aberglaube

"Die Helgolander stecken voll Aberglauben und ich begreife diese Richtung auf das dunkle Reich der Geister", notiert Ludolf Wienbarg 1838 in seinem "Tagebuch von Helgoland"4. "Der nordische Gespensterglaube hätte sich keinen geeigneteren Sitz wählen können. Ein langer Aufenthalt auf diesem Felsen möchte für Manchen ansteckend sein. Die Leute sind hier, namentlich im Winter, mit sich und dem Tode allein. Die Mährchen voriger Jahrhunderte, diese schauerlichen verwesungsduftigen Mährchen unserer Urgroßmütter, welche das neue Jahrhundert immer mehr zerstreut, haben sich auf den Klippen und Inseln der Nordsee erhalten."

Der Geist des Offiziers

1837, nur ein Jahr vor dem Erscheinen des „Tagebuchs“, hatte der Geist eines fremden Offiziers auf Helgoland von sich reden machen. Der Mann sei "schwach und elend" gewesen und suchte im Seebad Helgoland nach Heilung, so berichtete man es Wienbarg, er habe in Hamburg das Dampfboot bestiegen, musste jedoch wegen Unwohlseins das Schiff wieder verlassen und in sein Hotel zurückkehren, sodass nur sein Koffer die Fahrt zur Insel antrat. Das herrenlose Gepäck wurde nach der Ankunft vorläufig im Speicher eines der Badedirektoren eingelagert. Für den Direktor gab es darauf eine gruselige Begegnung: "Diesen führte irgend ein Geschäft nach seinem Speicher; er schloß auf und erblickte [...] auf dem eingebrachten Koffer eine Person in sitzender übergekreuzter Stellung, mit verzogen schmerzlichen Gesichtszügen, dem Anschein nach Militair. Sie war stumm und unbeweglich und schien über dem Koffer Wache zu halten."5 Das nächste Schiff brachte die Nachricht vom Tode des verhinderten Badegastes. "Der Offizier hatte sich wahrscheinlich sehr lebhaft mit seinen nach Helgoland vorangegangenen Sachen beschäftigt und sein Geist hatte denselben bis in den Speicher des Unterlandes nachgespürt", schlussfolgert Wienbarg.6

Spuken nach und vor dem Tode

Auch soll es noch kurz vor Wienbargs Helgolandfahrt einen Jungen auf der Insel gegeben haben, der vorhersagen konnte, ob jemand auf See umkam: "Er bekam ein Gesicht, worin sich die Schreckensscene mit allen Umständen darstellte."7 Ein anderer Helgoländer soll den Tod eines Mannes vorausgesagt haben. Woher er das gewusst habe? "Er hatte einen Totenschleier um."8 Von einem Mädchen wird erzählt, es hätte einen üblen Traum gehabt: Drei Finger hätte es sich bei der Hausarbeit versehentlich abgeschnitten. Kurz darauf, am 5. Dezember 1817, stachen drei ihrer Brüder in See und verunglückten tödlich.9
"Auch stirbt man nicht leicht auf Helgoland, ohne vorgängig als Gespenst umherzuwandern", erfuhr auch Wienbarg. "Seit einigen Abenden zeigt sich ein Schatten im Unterlande; er ist Mehren verbeigeschritten, die Treppe auf und nieder; noch hat man ihn nicht erkannt, man weiß nicht ob er Fremder oder Helgolander ist, seine Figur ist groß, sein Gang schleppend und unsicher."10 Er merkt an: "Einige sehen nichts, alle sind gläubig."

Die Heilige Ursula und die elftausend Jungfrauen

Überhaupt, der Glaube. Fast alle, die die Insulaner bekehren wollten, fanden heftigen Widerstand. So soll die Heilige Ursula mit ihren elftausend Jungfrauen sehr ungastlich aufgenommen worden sein. "Aber zur Strafe verwünschten die Jungfrauen alles auf der Insel, außer die Menschen", weiß Ludwig Bechstein zu erzählen. "Da verwandelten sich alle Geräte in Stein. Ein Prediger hat davon lange ein Endchen Wachslicht in Verwahrung behalten, das ganz zu Stein geworden."11 Zu Stein geworden sein soll auch ein Lutheranischer Mönch, der die Helgoländer von der Reformation überzeugen wollte: "Die Einwohner stürzten ihn vom Felsen herab ins Meer. Da wuchs ein steinern Gebilde aus der Tiefe, ganz wie ein Mönch gestaltet, und auf der Klippe ging der Geist des Bekehrers um und predigte mit einer Donnerstimme, solange, bis sich die Leute dennoch zur neuen Lehre bekehrten, dann hatte der Geist Ruhe, aber der steinerne Mönch blieb als ein sonderbares Wahrzeichen stehen."12

Wo der Teufel auf Stelzen geht

Nur den Satan braucht man auf Helgoland wohl nicht zu fürchten. Jedenfalls behauptete der Apostel Ludger, er habe den Höllenfürsten von der Insel vertrieben. Bechstein schildert dies so: "Ludger schiffte [...] auf die Insel zu, und sang den sechzigsten Psalm. Da ward ein Rauch erblickt, der von der Insel aufstieg und hoch sich über sie ausbreitete und alsdann verschwand. Da sprach Ludger: Wisset, meine Brüder, daß dieser Dampf Satan selbst war, den nun der Herr von diesem Insellande vertrieben."13 Seither kannte man den Gehörnten offenbar nur noch von einem Gemälde in der alten Kirche: „Wo geht der Teufel auf Stelzen?“ fragt man bei uns zu Lande: Antwort: auf Helgoland. Da ist nämlich in der Kirche die Versuchung Christi abgemalt und der böse Feind dabei in jener Positur dargestellt, was ihm ein ganz sonderbarliches Aussehen gibt.“14

Der Vollmond ist weitergewandert, von der Nikolaikirche schlägt es ein Uhr. Die Geisterstunde ist beendet, auch wenn der Sturm noch immer heult. Vielleicht fährt morgen doch die Fähre wieder. Wenn mich heute Nacht der Kliffmann und der Geist von Maricke Peters heimsuchen, will ich den 60. Psalm bereithalten: "Mit Gott tun wir Heldentaten, und er wird niedertreten unsere Dränger."15 So lange ich nicht das 6. und 7. Buch Mose aufstöbere, von dem es auf Helgoland heißt, man könne damit Diebe und Bösewichte "stehen lassen"16, muss das als Schutz gegen böse Geister ausreichen.



1 Gundula Hubrich-Messow (Hrsg.): Sagen und Legenden von der Insel Helgoland. Husum, 5. Aufl. 2009. S. 5.

2 Ebd. S. 15.

3 Ebd. S. 11.

4 Ludolf Wienbarg: Tagebuch von Helgoland. Hamburg, 1838. S. 68 f.

5 Ebd. S. 70.

6 Ebd. S. 71.

7 Ebd.

8 Hubrich-Messow: A. a. O., S. 8.

9 ebd. S. 8f.

10 Wienbarg: A. a. O., S. 72.

11 Ludwig Bechstein: Deutsches Sagenbuch. Meersburg und Leipzig, 1930. S. 134.

12 Ebd.

13 Ebd.

14 Hubrich-Messow: A. a. O., S. 29.

15 Psalm 60, 14. Übersetzung nach Zunz. Tel Aviv, 1993. S. 110.

16 Hubrich-Messow: a. a. O., S. 10.


Erstveröffentlichung:
Petra Hartmann: Geisterstunde auf Helgoland. In: Elfenschrift. 36. Dezember 2012, S. 16–18.

© Petra Hartmann


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Ranzenmänner - Ein Rucksack voller böser Geister

Geschrieben von Petra , in Elfenschrift 30 October 2021 · 213 Aufrufe
Elfenschrift, Geister
Passend zu Halloween gibt es heute etwas Geisterhaftes. Zum Elfenschrift-Heft über das Thema "Geister austreiben" hatte ich mich vor ein paar Jahren einer ganz besonderen Gruppe von Geisterbeschwörern gewidmet: den "Ranzenmännern", die gebannte Geister im Rucksack dorthin transportierten, wo sie keinen Schaden mehr anrichten konnten. Ein anspruchsvoller und nicht ungefährlicher Job. Viel Spaß beim (Wieder)Lesen!



Ein Rucksack voller böser Geister


Rechts, links, rechts, links. Der Mann, der da die Straße entlanggeht, hat einen strammen, fast militärischen Schritt. Der Wanderstock in der Rechten, der prall gefüllte Ranzen auf dem Rücken, das alles könnte ihn als einen harmlosen Wanderer ausweisen. Aber warum springt der Ranzen so wild auf und ab, warum beult er sich so aus, bläht sich fast bis zum Bersten auf, und was sind das für furchteinflößende Laute? Knechte und Mägde am Feldrand bekreuzigen sich und atmen auf, als der Mann vorbeimarschiert ist. Kein Zweifel: Der Fremde ist ein Ranzenmann. Und was sich in seinem Rucksack so windet und aufbäumt, das sind böse Geister, die dort hinein gebannt wurden ...

Jesus lässt die bösen Geister in die Säue fahren

Als der Glaube an Geister und Dämonen noch stark war, hatten Geisterbeschwörer viel zu tun. Doch wer einen Besessenen heilen wollte und einen Geist beschwor, stand schnell vor dem Problem: Wohin eigentlich nun mit dem Geist? Schon Jesus, als er einen von einer Vielzahl an unreinen Geistern besessenen Gerasener heilen wollte, sah sich mit dieser Frage konfrontiert. Schließlich waren es die Geister selbst, die ihm einen konstruktiven Vorschlag machten:
„Es war aber dort an den Bergen eine große Herde Säue auf der Weide. Und die unreinen Geister baten ihn und sprachen: Lass uns in die Säue fahren. Und er erlaubte es ihnen. Da fuhren die unreinen Geister aus und fuhren in die Säue, und die Herde stürmte den Abhang hinunter in den See, etwa zweitausend, und sie ersoffen im See.“1
Eine ausgesprochen drastische Lösung. Der wirtschaftliche Schaden dürfte in der Folgezeit die meisten Exorzisten davon abgehalten haben, sich auf ähnliche Vorschläge aus Geisterkreisen einzulassen. Eine etwas kostengünstigere Methode war es, Geister in Gegenstände wie zum Beispiel leere Flaschen, Geldbeutel oder Schachteln mit kreuzweise gebundenen Schnüren zu bannen. Und um sie endgültig loszuwerden, rief man oft den Ranzenmann zur Hilfe, der dann seine unheimliche Fracht übers Land trug und an einen abgelegenen, den Geistern vorbehaltenen Ort brachte.

Ranzenmänner mit anschwellendem Ranzen

Ranzenmänner, so verrät es das Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens, „müssen auf dem Wege alle Vorsicht anwenden, um des gefangenen Geistes Herr zu bleiben, gelegentlich auch zu drastischen Mitteln (Prügel) schreiten. Tragen mutwillige Leute den Geist im R.[anzen], so schwillt er immer mehr und droht den R. zu zersprengen. Gelingt ihm das, oder öffnen neugierige Menschen gar den R., so wird der Geist wieder frei [...].“2
Eine einfache Aufgabe war es also durchaus nicht, diese gespenstische Rucksackladung zu befördern. Immer musste man darauf achten, dass der Geist das Behältnis nicht zum Platzen brachte. Und im Wirtshaus konnte es durchaus passieren, dass der abgestellte Ranzen auf und ab sprang und davonzurollen versuchte. So musste der Wanderstock oder in anderen Fällen auch Rute oder Schwert stets zur Hand sein, um den bösen Geist durch eine beherzte Tracht Prügel wieder zur Raison zu bringen. Und außer auf das Zappeln verstanden sich solche Geister auch darauf, sich schwerer und immer schwerer zu machen.

Verträge mit Geistern

Dabei kann die gemeinsame Reise für den unfreiwilligen Passagier bei Wohlverhalten durchaus erträglicher gestaltet werden. So kann er seinen Träger unterwegs auch um „Urlaub“ bitten und „erhält nach langem Verhandeln die Erlaubnis, zu gewissen Zeiten eine Viertelstunde lang als Krähe oder Rabe sich auf einen Baum oder Stock setzen zu dürfen.“3

Das Geschenk von Äolos an Odysseus

Das Motiv von in einen Sack gebannten Kräften ist alt und schon aus Homers Odyssee bekannt. Damals noch als durchaus freundlich gemeintes Geschenk, das allerdings in den falschen Händen für eine Katastrophe sorgte. König Äolos hatte dem Irrfahrer Odysseus das denkbar beste Hilfsmittel für seine Heimkehr mit auf den Weg gegeben: Ein Lederschlauch, in den er alle Winde eingesperrt hatte. Odysseus hielt den Beutel wohl verwahrt, während Äolos einen leichten, freundlichen Westwind zur Heimkehr nach Ithaka sandte. Doch es kam, wie es kommen musste: Odysseus‘ Reisegefährten sagten sich:

„[...] aber geschwind laßt uns schauen, was es wohl sein mag,
Wieviel wohl an Gold und Silber darinnen im Schlauch ist.“
Also redeten sie; und der schlimme Rat der Gefährten
Siegte, sie lösten den Schlauch, und es stürmten heraus alle Winde.
Rasch erraffte ein Wirbelwind und brachte hinaus aufs
Meer die Weinenden, fort vom Vaterland [...].“4

Grimms Märchen vom Ranzen, Hütlein und Hörnlein

Auch in einigen Märchen hat sich die Idee vom Geist im Ranzen noch erhalten. So weiß das Grimm’sche Märchen „Der Ranzen, das Hütlein und das Hörnlein“ von einem Ranzen zu berichten, an den der Träger bei Gefahr nur zu klopfen brauchte, schon erschienen ein Gefreiter und sechs Soldaten, die stark genug waren, es mit einer ganzen Armee aufzunehmen.

Bruder Lustig führt ein lustiges Leben

Im Märchen „Bruder Lustig“ ist der Heilige Petrus selbst Stifter eines wundersamen Ranzens als Abschiedsgeschenk an seinen zeitweiligen Weggefährten und Mit-Wundertäter: Bruder Lustig hat es an der Seite des obersten Apostels ein wenig zu bunt getrieben und wird nun davongeschickt. Doch schenkt Petrus ihm einen Rucksack, in den er alles hineinwünschen kann, was ihm beliebt. Nach einem gelungenen Gänsediebstahl gerät Bruder Lustig in ein Spukschloss, in dem neun Teufel ihr Unwesen treiben. Als sie ihm die Nachtruhe verleiden, wünscht er sie in den Ranzen hinein und bläut sie so tüchtig durch, dass sie auch nach seinem Tode noch furchtbare Angst vor ihm haben und ihn nicht in die Hölle hinein lassen. Am Himmelstor winkt Petrus gleichfalls ab. Das Leben, das Bruder Lustig geführt hat, qualifiziert ihn nicht fürs Himmelreich. Der Verstorbene ist jedoch mit allen Wassern gewaschen. Er gibt Petrus den Wunderranzen zurück, und als der Heilige das Himmelstor schließt, wünscht er sich einfach selbst in den Ranzen hinein.

Der Alte Fritz und sein Schnappsack

Ähnlich veranlagt ist der ehemalige Soldat „Alter Fritz“ im Märchen „Der Alte Fritz und der Schnappsack“ von Heinrich Pröhle. Hier sind es sogar zwölf Teufel, die in den von Petrus geschenkten Sack gesperrt und verdroschen werden. Am Ende sperrt er sogar den Tod selbst ein. Jahrelang kann kein Mensch sterben. Erst als Fritz aus Neugier den Sack öffnet, springt der Tod hervor und lässt schwere Seuchen losbrechen. Er hat viel nachzuholen, nur an Fritz selbst wagt er sich nicht mehr heran. Der steinalt gewordene Fritz muss sich endlich in Husarenmanier seinen Platz im Himmel selbst erobern und sprengt auf einem Schimmel durch das Tor.

Der Ranzenmann mit seinem Rucksack voller Geister hat inzwischen seinen Bestimmungsort erreicht. Er hat alles richtig gemacht. Seine Reise hat er vor dem zwölften Schlag vom Glockenturm beendet (Mittag oder Mitternacht, manchmal heißt es auch: vor Sonnenaufgang), und er hat sich wohlweislich unterwegs gehütet sich umzuschauen. Sonst hätte er mit dem Geist den Platz tauschen müssen. Das Ziel ist erreicht. Eine Einöde, das Meer, ein Berg, eine Höhle, Sümpfe und Moore sind als Heim für Geister geeignet. Im Unterinntal war es die Höhe des Sonnenwendjochs, im Schwarzwald der Feldberg, in Schlesien der Glatzer Schneeberg und die Schneekoppe5.
Oft murren die anderen Geister, die schon hierher gebracht worden sind. Doch der Träger ruft barsch: „Rückt zusammen!“, da müssen sie gehorchen, und der Mann nimmt den Behälter aus dem Ranzen oder wirft den ganzen Ranzen hin.
Diesen Auftrag hat er glücklich hinter sich gebracht. Er atmet auf. Auch wenn man keine Fehler macht, ist der Beruf gefährlich, niemand übernimmt die Aufgabe gern: „Mancher hat das Lachen verlernt, siechte zusehends dahin und starb nach kurzer Zeit.“6


1 Die Bibel. Nach der Übersetzung Martin Luthers. Mit Apokryphen. Stuttgart, 1999. Neues Testament, S. 47. Markus 5,11-13.

2 Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Hrsg. v. Hanns Bächtold-Stäubli. Band VII. Berlin und Leipzig, 1935/1936. S. 496.

3 Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Band III. Berlin und Leipzig, 1930/1931. S. 518.

4 Homer: Odyssee. Übersetzt von Roland Hampe. Stuttgart, 1979. S. 154. X. Gesang, V. 45-49.

5 ebd. S. 519.

6 Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Band III. A. a. O., S. 518.


Erstveröffentlichung:
Ein Rucksack voller Geister. In: Elfenschrift. 37. März 2013, S. 19–21.


© Petra Hartmann


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Märchenerzähler: Scheherazade, Sandmann & Co.

Geschrieben von Petra , in Elfenschrift 21 October 2021 · 294 Aufrufe
Elfenschrift, Märchen, Erzähler
Über Erzähler-Figuren in bekannten Märchen habe ich vor ein paar Jahren intensiv nachgedacht. Herausgekommen ist dabei ein Aufsatz für die Elfenschrift über das Spannungsverhältnis zwischen Scheherazade und "Es war einmal", über die Brüder Grimm und einige interessante Gegenentwürfe von Hans Christian Andersen und Wilhelm Hauff. Da die Elfenschrift inzwischen nicht mehr erscheint, stelle ich euch hier den Artikel zum (Wieder-)Lesen noch einmal ein. Viel Spaß damit!


Scheherazade, Sandmann & Co.

Oder: Wer erzählt hier eigentlich?


„Es war einmal“, so beginnen die Märchen, die wir von den Brüdern Grimm kennen. Aber wer erzählt hier eigentlich? Im Text ist nicht zu erkennen, ob der Sprecher arm oder reich, Mann oder Frau ist. Im Orient dagegen wusste jedes Kind, wer die farbenprächtigen Geschichten erfunden hat: Die Märchen aus 1001 Nacht geben ihre Entstehungsgeschichte in einer Rahmenhandlung an: Scheherazade, die Heldin dieser Sammlung persischer, arabischer und indischer Abenteuer, erzählt 1001 Nächte lang um ihr Leben. Der Henker wartet, doch jeden Morgen wird er wieder fortgeschickt, denn die kluge Frau weiß stets, Erzählungen im spannendsten Moment abzubrechen und den Sultan auf die nächste Nacht zu vertrösten. Cliffhanger sind keine Erfindung der Neuzeit. Erst nach fast drei Jahren, in denen die Erzählerin nebenher auch drei Kinder gebiert, löst sich die Situation, der Sultan gibt den Hass auf das weibliche Geschlecht auf und macht Scheherazade zur Königin. Die Märchen ließ er aufschreiben. „Vierzig Bände wurden gefüllt und in der Schatzkammer aufgestellt“, hieß es. „Sie hatten goldene Einbände, um zu zeigen, daß sie nur goldene Lehren erhielten.“1

Jacob und Wilhelm Grimm und das Volksmärchen ohne Schöpfer

Sehr anders gehen Jacob und Wilhelm Grimm zu Werke. Geschichten, jahrhundertelang mündlich überliefert, im Volk entstanden ohne Schöpfer, ohne künstlerisch tätigen Autor, so sahen Sammler zur Zeit der Romantik die Märchen. Die Grimms sind auf der Suche nach Erzählern, nicht nach Dichtern. Ihre Quellen – Menschen, die aus dem Gedächtnis erzählen – sind ein Medium, durch das der Geist des Märchens selbst spricht. So wird in der Vorrede einer Bäuerin gedacht: „Sie bewahrte die Sagen fest im Gedächtnis [...]. Dabei erzählte sie bedächtig, sicher und ungemein lebendig, mit eigenem Wohlgefallen daran, erst ganz frei, dann, wenn man es wollte, noch einmal langsam, so daß man ihr mit einiger Übung nachschreiben konnte. Wer an leichte Verfälschung der Überlieferung, Nachlässigkeit bei Aufbewahrung und daher an Unmöglichkeit langer Dauer als Regel glaubt, der hätte hören müssen, wie sie immer genau bei der Erzählung blieb und auf ihre Richtigkeit eifrig war; sie änderte niemals bei einer Wiederholung etwas an der Sache ab und besserte ein Versehen, sobald sie es bemerkte, mitten in der Rede gleich selber.“2
Im Märchen selbst taucht diese Frau nicht auf. Die namenlose Stimme spricht, als erzähle das Märchen gleichsam sich selbst. „Es war einmal“, beginnen knapp 30 der 86 Märchen im ersten Band der Sammlung, darunter die Klassiker Der Wolf und die sieben Geißlein, Rapunzel, Rotkäppchen, Schneewittchen und Rumpelstilzchen. Andere fangen schlicht mit „Es war“ an, „Es trug sich zu“, Es geschah“, insgesamt 50 mal lautet das erste Wort „Es“, nicht mitgezählt die hessischen oder plattdeutschen Einstiege: „Dar wöör maal eens en Fischer un syne Frau“3.

Homer gibt es nicht, und der Dichter des Nibelungenlieds ist unbekannt

Nur ganz selten wird ein Gewährsmann genannt wie „mien Grootvader, van den ick se hew,“4 in der Erzählung von Hase und Igel. Doch eine Märchengestalt, eine deutsche Scheherazade, der man alle diese Geschichten in den Mund legen könnte, hätte nicht ins Weltbild einer Zeit gepasst, in der sogar der große Homer als Dichter „abgeschafft“ worden war. 1795 hatte Friedrich August Wolf die These aufgestellt, einen Dichter der Ilias und der Odyssee habe es nie gegeben. Es handele sich um im Volk entstandene Lieder, die später gesammelt und zu Epen zusammengestellt worden seien. Dazu passte gut, dass das deutsche „Nationalepos“, das Nibelungenlied, das Mitte des 18. Jahrhunderts wiederentdeckt wurde, gleichfalls ohne Verfasser überliefert ist. Das Nibelungenlied hebt an mit dem bekannten Satz: "Uns ist in alten mæren wunders vil geseit" - "Uns wird in alten Geschichten viel Erstaunliches berichtet", das ist so recht die anonyme Quelle im Herzen des Volkes, nach der auch die Grimms suchen. So grenzte Jacob Grimm denn auch Volksmärchen von romantischen Kunstmärchen ab: „Beim Volksmärchen handele es sich um ‚Naturpoesie’, die aus einem irrationalen Schöpfungsakt der kollektiven Volksseele, einem ‚Sichselbstmachen’ entstanden sei.“5

Die Geburt des Märchens bei Ludwig Bechstein

Erst spätere Autoren griffen das Thema „Woher kennen wir die Märchen?“ auch in den Texten selbst auf. So berichtet Ludwig Bechstein in „Des Märchens Geburt“ von zwei Königskindern, die in Reichtum und Schönheit aufwachsen – und doch fehlt etwas, etwas Unbeschreibliches, dessen Fehlen sie unglücklich macht. Plötzlich erscheint ein Wundervogel und legt ein goldenes Ei auf den Schoß der Mutter: „Die Schale fiel auseinander, und aus dem Ei kam ein Wesen hervor, wunderbar anzusehen. Es hatte Flügel, und war nicht Vogel, nicht Schmetterling, Biene nicht und nicht Libelle, und doch von allen diesen etwas, aber nicht zu beschreiben; mit einem Wort, es war das buntgeflügelte, farbenschillernde Kinderglück, selbst ein Kind, nämlich das des Wundervogels Phantasie, das Märchen.“6

Hauff berichtet von der Vertreibung des Märchens

Und Wilhelm Hauff schildert im Vorwort zu seinem Märchenalmanach, wie das Märchen von den Menschen fortgejagt wird, bis seine Mutter, die Phantasie, es in einen schönen Almanach einkleidet und zu den Kindern schickt.
Hauff ist es auch, der im Märchenzyklus „Die Karawane“ die orientalische Märchenerzähler-Situation aus 1001 Nacht wieder aufgreift. Darin erzählen sich Kaufleute und ein geheimnisvoller Fremder auf ihrer Reise durch die Wüste Märchen, oft solche, in denen sie selbst die tragende Rolle spielen: „Mein Vater hatte einen kleinen Laden in Balsora“7, beginnt Achmet seine Geschichte und berichtet von seinem Abenteuer mit dem Gespensterschiff. Zaleukos erzählt, wie er seine linke Hand verlor, Lezah trägt ein Stück aus seiner Familiengeschichte bei, und zwar die Errettung seiner Schwester Fatmeh durch seinen Bruder Mustapha. Auch Muley, der die Geschichte vom kleinen Muck darbietet, betont, dass er den Titelhelden selbst gekannt habe, ja mehr noch: „Ich und meine Kameraden waren böse Buben, die jedermann gerne neckten und belachten, daher war es uns allemal ein Festtag, wenn der kleine Muck ausging [...].“8

Hans Christian Andersen: Ein Gegenentwurf zu den Brüdern Grimm

Am konsequentesten aber hat sich Hans Christian Andersen aus dem Schatten der Grimms gelöst. „Grimm und Andersen, sagt man. Ohne einen von den beiden herabsetzen zu wollen, müßte es heißen: Grimm, aber Andersen“9, merkt Erling Nielsen an.
Andersen brennt ein wahres Feuerwerk an Erzählfiktionen ab. Zwitschernde Vögel, noch ganz romantischer Volkslied-Tonfall, hätten ihm das Märchen von Däumelinchen zugetragen, heißt es augenzwinkernd. Und ein Grashüpfer, der das Springen um die Hand der Prinzessin verlor, singt ein Lied, aus dem es der Autor erfahren haben will.
Seine liebevollste, detailreich ausgestalteteste Erzählerfigur ist der Sandmann, der eine Woche lang dem kleinen Friedrich Märchen erzählt und ihn zu Abenteuern mitnimmt. „Es gibt niemanden in der ganzen Welt, der so viele Geschichten weiß wie der Sandmann!“10, heißt es. „Wenn die Kinder nun schlafen, setzt sich der Sandmann auf ihr Bett. Er ist gut gekleidet; sein Rock ist von Seidenzeug, aber es ist unmöglich zu sagen, von welcher Farbe, denn er glänzt grün, rot und blau, je nachdem er sich wendet. Unter jedem Arm hält er einen Regenschirm.“ Nur der alte Großvater liebt den Sandmann nicht sonderlich. Er fordert, dass der Junge etwas Vernünftiges lernt.
Da ist Fliedermütterchen, eine Baumnymphe, die einer Kanne Fliedertee entsteigt und dem kranken Jungen ein Märchen erzählt. Da ist der eitle Halskragen, der zu Papier verarbeitet wird, auf dem dann seine Lebensgeschichte erscheint. In „Der Flaschenhals“ belauscht der Erzähler gar das stumme Selbstgespräch eines verkorkten Flaschenbruchstücks. Man merkt Andersen seinen Übermut und den Spaß am Erfinden immer abstruserer Quellen und Augenzeugen seiner Märchen an.
Richtig keck wird er schließlich im Märchen von Tölpel-Hans: „Aber weißt du auch, daß jedes Wort, das wir sprechen, niedergeschrieben wird und morgen in die Zeitung kommt?“, fragt die Prinzessin. „An jedem Fenster, siehst du, stehen drei Schreiber und ein alter Oberschreiber, und dieser alte Oberschreiber ist der Schlimmste, denn er kann gar nichts begreifen!“11 Und so erfährt es auch der Erzähler: „und das haben wir ganz naß aus der Zeitung des Oberschreibers – und auf die ist zu bauen.“12 Ein Ende, das bei den Grimms undenkbar gewesen wäre.



1 Märchen aus 1001 Nacht. Nach Paul Benndorf bearbeitet von Wilhelm Mennerich. Bindlach, 1963. S. 11.

2 Brüder Grimm: Kinder- und Hausmärchen. Jubiläumsausgabe zum 200. Geburtstag der Brüder Grimm. Stuttgart, 1985/86. Bd. 1, S. 19f.

3 Ebd. Bd. 1, S. 119.

4 Ebd. Bd. 2, S. 376.

5 Meinhard Prill: Kinder- und Hausmärchen. In: Kindlers Neues Literaturlexikon. Bd. 6, München, 1989. S. 914.

6 Die schönsten Märchen von den Brüdern Grimm, Ludwig Bechstein, Richard Leander, Hans Christian Andersen, Wilhelm Hauff. München, 1984. S. 12.

7 Wilhelm Hauff: Werke in zwei Bänden. Berlin und Weimar, 1979. Bd. 2., S. 30.

8 Ebd. S. 79.

9 Erling Nielsen: Hans Christian Andersen mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Hamburg, 1958. S. 135.

10 Hans Christian Andersen: Märchen. Berlin, 1938. S. 94.

11 Ebd. S. 85.

12 Ebd. S. 86.


Erstveröffentlichung:
Scheherazade, Sandmann & Co. Oder: Wer erzählt hier eigentlich? In: Elfenschrift. 22, Juni 2009, S. 6–8.


© Petra Hartmann


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Kaiser, König, Kanzler – oder gar kein Herrscher? Über Regierungsformen in phantastischen Reichen

Geschrieben von Petra , in Elfenschrift 05 October 2021 · 550 Aufrufe
Elfenschrift
Groko, Ampel oder Jamaika - gar nicht so einfach, das mit der Kanzlersuche und Regierungsbildung. Anlässlich der aktuellen politischen Debatte habe ich mich auf einen Artikel über Herrscher und Regierungsformen in phantastischen Klassikern besonnen, den ich vor einigen Jahren in der Elfenschrift veröffentlichte. Ich stelle den kleinen Rundgang durch Mittelerde, Narnia und Phantasién hier einmal ein. Viel Spaß beim (Wieder-)Lesen!


Kaiser, König, Kanzler – oder gar kein Herrscher?
Über Regierungsformen in phantastischen Reichen

Eine Welt voller Magie, dunkle fliederduftende Wälder, in denen ein Einhorn aus der Quelle einer anmutigen Nymphe trinkt, tapfere Ritter ziehen aus zur Rettung des Reiches, bildschöne Prinzessinnen küren den Tapfersten der Tapferen – es wäre doch undenkbar, solch ein Land durch einen Bundeskanzler regieren zu lassen. Oder gar durch eine Kanzlerin? Da sind wir nun alle überzeugte Demokraten, und kaum einer will zurück in die Zeit der Diktatur oder des alten Kaisers Wilhelm. Aber eine Fantasywelt ohne gekrönten Herrscher, das wäre nun doch ein eklatanter Stilbruch. Oder doch nicht? Der Blick auf manche Klassiker des Genres lässt einige Lücken in der Frage nach der besten fantastischen Regierungsform.

Die Rückkehr des Königs nach Mittelerde

„Die Rückkehr des Königs“ nennt Tolkien letzten Band seines „Herrn der Ringe“. Damit ist der Erzählung das Ziel gesetzt, auf das die Trilogie zuläuft. Das Böse ist vernichtet, doch auch die Welt ist stark zerstört. Nun ist es Zeit, eine neue Weltordnung zu schaffen. Ähnlich wie in der biblischen Apokalypse oder der eddischen Völuspa entsteht eine neue Welt mit neuem Herrscher, ein neues Zeitalter bricht an. Aragorn, unter dem Namen Streicher mit einem zerbrochenen Schwert in der Scheide, war lange Zeit inkognito durch eine Welt gezogen, in der ein König eigentlich niemandem fehlte. Die Hobbits in ihrer beschaulichen Kleinbürgerlichkeit interessierten sich jedenfalls kaum für Politik. Nur der Truchsess in Gondor scheint all die Jahre des Interregnums auf den Thronerben gewartet und die Krone bewahrt zu haben. Faramir blickt in einer Ansprache zurück: „die Gelehrten sagen, seit alters her sei es Sitte gewesen, daß der König seine Krone von seinem Vater erhielt, ehe er starb; oder wenn das nicht sein kann, sollte er allein gehen und sie aus den Händen seines Vaters nehmen in der Gruft, wo er lag. Aber da es nun anders geschehen muß, habe ich kraft meiner Befugnis als Truchseß heute von Rath Dínen die Krone von Eärnur, dem letzten König, hierher gebracht, dessen Tage in der Zeit unserer Vorväter von einst endeten.“1
Der König ist eine mystische, heilige Gestalt. Als wahrer Erbe, in dessen Adern königliches Blut fließt, hat er heilende Hände, vor allem aber ist seine Aufgabe, Recht zu sprechen, Frieden zu schließen und Gnade walten zu lassen. Als die Krone sein Haupt berührt, wird Aragorn über die Sphäre des Menschlichen hinausgehoben: „Groß wie die Seekönige von einst, überragte er alle, die um ihn standen. Hochbetagt erschien er, und doch in der Blüte der Manneskraft; und Weisheit lag auf seiner Stirn, und Kraft und Heilung waren in seinen Händen, und ein Licht war um ihn.“2
Fast scheint es, als habe Tolkien eine Christusgestalt gezeichnet. Und doch ist das Ende nicht nur glücklich, Melancholie liegt über den letzten Seiten des Buchs. Es ist die Zeit des Abschieds, die Ringträger verlassen das Land und nehmen den Elbenzauber mit sich fort. Aragorn wird über ein prosaischeres Land herrschen als seine Ahnherren.

Hohe Anforderungen an den König von Narnia

Sehr hoch sind die Anforderungen an Menschen, die in C.S. Lewis’ Land Narnia die Krone tragen. Oder auch sehr niedrig. Wer unter dem Löwen Aslan regiert, braucht vor allem Bescheidenheit und eine gehörige Portion Selbstzweifel. So antwortet der Kutscher Frank auf die Frage, ob er tapfer für sein Land kämpfen werde: „Nun ja, Herr [...]. So was weiß man nie so recht, bevor man’s ausprobiert hat. Vielleicht stellt sich raus, daß ich ein wahrhaftiger Feigling bin. [...] Aber ich will versuchen, meine Pflicht zu erfüllen – zumindest hoffe ich, daß ich’s versuchen werd’.“ Damit ist Aslan zufrieden: „Mehr wird von einem König nicht verlangt“3. Ähnlich reagiert der Löwe, als Kaspian einräumt, er sei wohl zu jung für die Krone: „Hättest du dich selbst für geeignet gehalten, so wäre es ein Beweis dafür gewesen, daß du es nicht bist.“4

Die Kindliche Kaiserin von Phantasién

In deutschen Fantasy-Klassikern ist die Regierungsfrage oft vermieden. Machtausübung und Zentralgewalt finden, sofern es nicht um die Befreiung von einem Tyrannen geht, selten statt. Sympathischer scheinen vielen Autoren eher ländlich-bäurische oder urtümlich-jägerische Gesellschaften, weite Landschaften fernab der Städte und der Palastintrigen. Selbst wenn der Kaisertitel vergeben wird, hat der Amtsinhaber meist nichts weniger zu tun als zu regieren. So schildert Michael Ende in „Die unendliche Geschichte“ die Funktion seiner Kindlichen Kaiserin gerade nicht als die eines absolutistischen Herrschers:

„Sie herrschte nicht, sie hatte niemals Gewalt angewendet oder von ihrer Macht Gebrauch gemacht, sie befahl nichts und richtete niemanden, sie griff niemals ein und mußte sich niemals gegen einen Angreifer zur Wehr setzen, denn niemandem wäre es eingefallen, sich gegen sie zu erheben oder ihr etwas anzutun. Vor ihr galten alle gleich.
Sie war nur da, aber sie war auf eine besondere Art da: Sie war der Mittelpunkt allen Lebens in Phantásien.“5

Der leere Thron von Märchenmond

Auch die Welt Märchenmond von Wolfgang und Heike Hohlbein weist im Zentrum der Macht eine Leerstelle auf: ein leerer Thron, auf dem jeder Platz nehmen kann, wenn er mag. „Es ist ein Stuhl wie jeder andere und nicht einmal besonders bequem. Wer immer sich darauf setzt, ist unser König. Jeder, dem der Sinn danach steht, kann es werden“, erläutert der Riese Gorg. Anarchie, Kommunismus, ein hierarchiefreies, egalitäres Kollektiv? „Märchenmond hat keinen König – oder unzählige, ganz wie du willst. Jeder ist hier König, wenn er es sein will. Und doch sind alle gleich. Denn niemand, auch der Mächtigste nicht, kann über einen anderen befehlen.“6

Ein Zaubereiminister als Kabinettsmitglied

Noch einmal zurück auf die Insel zu einer „very britischen“ Autorin: Joanne K. Rowling als Bürgerin des vereinigten Königreichs hat, anders als deutsche Autoren, durchaus die geschichtliche Erfahrung, dass eine Demokratie und ein gekröntes Staatsoberhaupt ein funktionierendes System ergeben können. Trotzdem gibt es in der Welt der Zauberer bei Harry Potter keinen eigenen König. Rowling brennt ein Feuerwerk an Bürokratie-Persiflagen ab, wenn Beamten an Gesetzentwürfen zur Normierung der Wandstärke von Zauberkesseln arbeiten. Aber die sonst autarke Parallelgesellschaft der Zauberer bleibt trotz allem integriert ins britische Regierungssystem: Der Zaubereiminister Cornelius Fudge gehört als geheimes Kabinettsmitglied der Muggel-Regierung an. „Harry Potter und der Halbblutprinz“ beginnt im Büro des britischen Premierministers mit einem Krisengespräch über „Ihn, dessen Name nicht genannt werden darf“. Ein magisches Porträt im Büro des Regierungschefs kündigt die Besuche des geheimen Ministers jedesmal an, bevor Fudge per Flohpulverzauber aus dem Kamin plumpst.
„Der Zaubereiminister oder die Zaubereinministerin zeigt sich nur dem jeweils amtierenden Premierminister der Muggel [...]“, hatte Fudge dem verblüfften Mann am Tage von dessen Wahlsieg erläutert.
„‚Aber’, jammerte der Premierminister, ‚warum hat mich dann keiner meiner Vorgänger darauf hingewiesen -?’
Da hatte Fudge tatsächlich gelacht.
‚Mein lieber Premierminister, werden Sie es jemals irgend jemandem sagen?’“7

Polistopolis weist seinen König aus

Edith Nesbit, die große alte Dame der britischen Märchenerzählkunst und Mitglied der sozialistischen Fabian-Society hat das Problem der Königsherrschaft vermutlich am elegantesten und entschiedensten gelöst: In ihrem 1910 erschienenen Roman „Die verzauberte Stadt“ soll sich der Junge Philip zum König von Polistopolis qualifizieren. Der Retter des Landes stellt sich sieben großen Aufgaben, besiegt unter anderem einen Drachen und ein furchtbar ansteckendes Faultier oder löst das Problem, dass es keinen Nachtisch gibt. Er wird zum Ritter geschlagen, wird Freiherr, Baron, Graf, Herzog, Prinz. Endlich ist es so weit, Philip wird zum König gekrönt, seine Freundin Lucy zur Königin. Doch als das Hurrageschrei endet, sagt der freundliche alte Noah: „Und nun müssen wir uns leider trennen. Polistan ist eine Republik, und in einer Republik sind ein König und eine Königin nicht statthaft. Ein Abschied ist immer schmerzlich. Darum ist es besser, ihr geht gleich.“8



1 J.R.R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Band III: Die Rückkehr des Königs. Stuttgart, 1996. S. 277.

2 Ebd.

3 C. S. Lewis: Das Wunder von Narnia. [Orig.: The magicians nephew] Deutsch von Ulla Neckenauer. Wien, München, Heidelberg, 1983. S. 98.

4 ders.: Wiedersehen in Narnia. [Orig.: Prince Caspian]. Übers. von Lena Lademann-Wildhagen. München, 1988. S. 147.

5 Michael Ende: Die unendliche Geschichte. Stuttgart, 1979. S. 33f.

6 Wolfgang und Heike Hohlbein: Märchenmond. Eine phantastische Geschichte. Wien, Heidelberg, 1983. S.216.

7 Joanne K. Rowling: Harry Potter und der Halbblutprinz. Aus dem Englischen von Klaus Fritz. Hamburg, 2005. S. 12.

8 Edith Nesbit: Die verzauberte Stadt. Übersetzt von Barbara Teutsch. Kevelaer, 1986. S. 219.


Erstveröffentlichung:
Petra Hartmann: Kaiser, König, Kanzler – oder gar kein Herrscher? Über Regierungsformen in phantastischen Reichen. In: Elfenschrift. 23, September 2009, S. 22–24.


© Petra Hartmann


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Abi Dare: Das Mädchen mit der lauternen Stimme

Geschrieben von Petra , in Wonnes Welt 01 October 2021 · 215 Aufrufe
Wonnes Welt, Abi Dare
Ein neuer Beitrag meiner Gastrezensentin und Lieblingsschwester Yvonne. Heute stellt sie den Roman "Das Mädchen mit der lauternen Stimme" von Abi Dare vor.

„Das Mädchen mit der lauternen Stimme“ von Abi Dare hat mich schon beim Lesen des Vorwortes sehr berührt. Auch in meiner Familie war Bildung neben Freiheit das höchste Gut, aber ich habe nie erfahren müssen, ohne beides zu leben, ich nahm es immer als selbstverständlich, eine freie Frau mit Schulbildung zu sein.
Zunächst muss ich sagen, dass der Einband unglaublich schön aussieht. Auch wenn das nebensächlich ist, das Auge liest schließlich doch immer mit. Den Titel finde ich allerdings nicht so gut gewählt.

Vater verkauft seine Tochter

Das Mädchen Adunni wird von ihrem Vater an den Taxifahrer Morufu „verkauft“ und dadurch zu dessen dritter Frau. Adunnis Vater hat kein Geld und bekommt von Morufu so viel Geld, dass er genug für Miete und Essen für sich und seine zwei Söhne hat. Morufu fühlt sich selbst als Wohltäter, da er die Familien seiner Frauen unterhält. Er möchte unbedingt schnell einen Sohn und so vergewaltigt er die 14-jährige Adunni schon in der ersten Nacht.

Das vierte Kind muss ein Junge werden ...

Adunni wird von Morufus ersten Frau, Labake, schlecht behandelt. Die zweite Frau, Khadija, ist mit dem vierten Kind schwanger. Sie hat drei Mädchen von Morufu. Dieses Kind muss ein Junge werden, sonst muss sie gehen. Der Druck auf Khadija ist enorm hoch, und so versucht sie alles, um einen Jungen in sich heranwachsen zu lassen. Khadija hilft Adunni in vielen Dingen. Als Khadija Hilfe braucht, steht Adunni ihr zur Seite. Sie bittet Adunni, sie bei einem Ausflug zu begleiten. Khadija überlebt den Ausflug nicht, Adunni wird verdächtigt, für ihren Tod verantwortlich zu sein und flieht.

Als Hausmädchen bei einer Tyrannin

Bei ihrem Vater ist sie nicht in Sicherheit, er verrät sie. Sie flüchtet zu einer alten Frau, die ihr aus Dankbarkeit gegenüber Adunnis Mutter hilft. Sie wird durch den Sohn der Alten nach Lagos gebracht und darf dort als Hausmädchen arbeiten. Ihre Chefin, Big Mama, erweist sich allerdings als Tyrannin, sie lässt ihre Wut an ihr aus, beschimpft und schlägt sie. Big Daddy sieht in ihr sein neues Lustobjekt. Adunnis großer Traum, zur Schule gehen zu dürfen um Lehrerin zu werden, rückt wieder in unerreichbare Ferne.

Abi Dare packt und zaubert

Das Buch hat mich fertig gemacht. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, mein Herz trage ein Korsett, das sehr eng geschnürt wurde und nur noch gerade so funktioniert. Die Wortwahl ist nicht so brutal, es ist mehr die Stimmung, die Abi Daré zaubert. Man möchte Adunni retten, aber man weiß nicht wie, und dass ihr Leben kein Einzelfall ist. Man fühlt sich hilflos.

Auch positive Männerfiguren geschildert

Ich bin sehr froh, dass es auch positive Männerfiguren im Buch gibt, auch wenn es sehr wenige sind. Ich kenne mich zu wenig mit dem Land Nigeria aus, aber als Westeuropäerin erscheint mir das Bild von Frau und Mann völlig schräg. Wobei ich auch das Bild der Frauen, die es in der Gesellschaft zu etwas gebracht haben, sehr traurig finde.
Das Buch ist in seiner Sprache einem 14- bis 15 jährigen Mädchen angepasst. Schön ist auch, dass es wirklich aus der Perspektive einer jungen Frau geschrieben wurde. Dinge, die Adunni das erste Mal sieht, sind auch so beschrieben. Sie fragt z. B. eine Frau, warum sie einen Metallzaun im Mund habe, als sie ihre Zahnspange sieht.
Das Buch gibt mir viel zum Denken auf. Es hat mein Gefühlsleben sehr aufgewühlt. Ich bin sehr froh es gelesen zu haben. Es ist ein unglaublich gutes Buch, das den Horizont erweitert – ohne moralischen Zeigefinger.


Abi Dare: Das Mädchen mit der lauternen Stimme. Frankfurt/M.: Eichborn, 2021. 368 S., Euro 22.

© Yvonne Pillmaier


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Hippalektryon – ein Fabeltier ohne Fabel

Geschrieben von Petra , in Elfenschrift 27 September 2021 · 311 Aufrufe
Elfenschrift
Den Pegasus kennt vermutlich jeder Autor. Der eine oder andere hat auch Ariostos "Rasenden Roland" gelesen und weiß, was ein Hippogryph ist. Aber ist euch schon einmal ein Hippalektryon begegnet? Der folgende Artikel entstand vor einigen Jahren für die Zeitschrift "Elfenschrift". Für alle, die ihn damals verpasst haben - oder die ihn noch einmal lesen mögen - stelle ich den Text hier ein:


Hippalektryon – ein Fabeltier ohne Fabel

„Fliegende Pferde landen am Strand“, sang Achim Reichel im Jahr 1989. Ein niedergehender Pegasus-Schwarm an der Küste, das muss schon ein großartiger Anblick sein. Aber gibt es Pegasi (Pegasen? Pegasusse?) überhaupt im Plural? Wohl kaum, der „edle Renner“, wie ihn Wilhelm Busch nannte, war einzigartig. Gleichwohl gibt es auch Berichte über anders geartete Flügelpferde. Eines von ihnen möchte ich hier vorstellen.
Zu den skurrilsten Gestalten, die das antike Griechenland hervorgebracht hat, zählt der Hippalektryon. Das Hahnenpferd oder der Rosshahn, wie man den Namen übersetzen kann, besaß das Vorderteil eines Pferdes; seine Hinterbeine, die Flügel und der Schwanz stammten jedoch von einem Gockel. Das ungewöhnliche Tier stellt Wissenschaftler noch heute vor ein Rätsel.
Es gibt Vermutungen, es käme aus dem Orient, wo kühne Kombinationen aus verschiedenen Tieren sehr beliebt waren. Immerhin habe es dort ähnliche Wesen, etwa einen Panther-Hahn oder einen Mädchen-Hahn gegeben. (1) Doch ein orientalischer Hippalektryon wurde bisher noch nicht entdeckt.
Ebenfalls unklar ist, was den „Erfinder“ bewogen haben mochte, ausgerechnet Pferd und Hahn zu vereinigen. Die Theorie, man wolle damit ein äußerst schnelles Reittier erschaffen, wirkt jedenfalls wenig überzeugend. Immerhin sind diese Vögel weder besonders beeindruckende Läufer, noch machen sie als Flugkünstler von sich reden. Auch der Vorschlag, das Tier solle ein Symbol für Mut sein, hat angesichts eines in Panik ausbrechenden Hühnervolkes nur wenig für sich. Doch als dekoratives Element ist ein schöner, bunter Hahnenschwanz nicht zu verachten, und so mögen wohl optische Eigenschaften für die Wahl verantwortlich sein. Ein Grund mehr, dass der Hippalektryon vor allem die bildenden Künstler faszinierte.

Aischylos erfindet das Hahnenpferd

Als erster Dichter, der über das Hahnenpferd schrieb, gilt Aischylos. Der älteste der drei großen griechischen Tragödiendichter ließ das Tier in seiner – nur in Fragmenten enthaltenen – Tragödie „Die Myrmidonen“ auftreten. Hier ist der Rosshahn offenbar ein Wappentier oder eine Galionsfigur an Bord eines Schiffes, möglicherweise ähnlich den eindrucksvollen Wappen, die Aischylos in der Tragödie „Sieben gegen Theben“ ausmalte. In den „Myrmidonen“ geht es darum, dass die vor Troja lagernden Griechen, als sich der Held Achill zürnend aus dem Kampf zurückzieht, in arge Bedrängnis geraten:

„Die Not der Hellenen wird immer größer. Schon sind ihre
Schiffe von den Feinden in Brand gesetzt worden.
‚Das braune Tier, halb Roß, halb Hahn, das darauf hockt‘,
Schmilzt mit dem Fleiß, der’s ganz in Farben taucht‘, dahin.‘“ (2)

(Ludwig Wolde übersetzt, wohl aus metrischen Gründen, in der dritten Zeile sehr redundant. Im griechischen Text steht einfach nur: „xouthos hippalektryon“, also „der braune/gelbe Rosshahn“.)

Spott von Aristophanes

Das exotische Tier, vielleicht von Aischylos sogar mit entsprechendem Prunk auf die Bühne gebracht, auf jeden Fall aber im Vers zum Aufhorchen reizend, muss auf die Zuschauer im Athener Dionysos-Theater ungeheuer einprägsam gewirkt haben. Ein derart absurdes Wesen im ernsten Tragödienfach forderte Spott und Häme geradezu heraus. Der Komödiendichter Aristophanes, der für seine spitze Zunge bekannt war, verspottete das von Aischylos verwandte Bild gleich in drei seiner Komödien. So wird in den „Vögeln“ ein athenischer Reiterführer verspottet, er sei „Nun ein großer Mann geworden, wie ein Roßhahn aufgebläht!“ (3) Ebenfalls ein protziger Offizier wird in der Komödie „Der Frieden“ beschrieben. Der Mann bläht sich mächtig auf mit drei Helmbüschen und einem echten Purpurrock, aber: „Auf der Flucht ist er der erste, einem gelben Roßhahn gleich / Schüttelt er die Büsch‘ – indes ich lauernd steh‘ am Vogelgarn.“ (4)

Dichterwettstreit in der Unterwelt

Noch nach dessen Tod muss Aristophanes dem Verfasser seinen Hippalektryon vorhalten: In der Komödie „Die Frösche“ lässt er die verstorbenen Dichter Aischylos und Euripides in der Unterwelt gegen einander antreten und darum kämpfen, wer von beiden die besseren Tragödien verfasst hat und ins Leben zurückkehren darf. Und Aristophanes legt dem Preisrichter, dem Theatergott Dionysos, und den beiden Verstorbenen folgende Worte in den Mund:

„Dionysos: Ja, bei Gott mir ist’s begegnet,
Daß ‚eine lange, lange Nacht ich schlaflos nachgegrübelt‘,
Zu welcher Vogelspezies man zählt den gelben Roßhahn!
Aischylos: Ein Zeichen war’s, du Ignorant, gemalt am Bug des Schiffes!
Dionysos: So, so? Ich hielt ihn für den Sohn Philoxenos‘, Eryxis!
Euripides: Ist die Tragödie denn der Mist, um Hähne drauf zu setzen?
Aischylos: Was hast denn du nicht alles frech ihr aufgehängt, Verfluchter?
Euripides: Roßhähne nicht, Bockhirsche nicht, wie du getan,
Auf persischen Tapeten wohl und Teppichen zu finden!“ (5)

Verwirrung um ein "Fabeltier"

Interessant ist, dass sich spätere antike Literaturfachleute, zum Beispiel Hesychios und Photios, wohl in Unkenntnis des Aischylos-Dramas, die Köpfe darüber zerbrachen, was der Komödiendichter überhaupt mit diesem „Rosshahn“ gemeint hatte. Sie vermuten, dass das Tier „einem Greifen ähnlich, also, da dieser ein Löwe mit Adlerkopf ist, doch wohl als Pferd mit Hahnenkopf zu denken war“ (6) Andere erklärten, das Wort „hippos“ könne nicht nur „Pferd“, sondern in Zusammensetzungen auch „groß“ bedeuten, es ginge damit also eher um einen pferdegroßen Hahn völlig ohne sonstige Pferdeattribute. (7) Noch in Meyers Konversationslexikon (1905-1909) wird der Hippalektryon definiert als „Fabeltier der Griechen, mit Hahnenkopf und Pferdeleib.“

Vasenbilder und Statuen zeigen den Hippalektryon

Dabei sind die archäologischen Befunde recht eindeutig und zeigen genau, wie ein Hippalektryon aussieht. Anders als in der Literatur scheint in der bildenden Kunst die Produktion von Hippalektryen nach ihrem ersten Auftauchen im 6. vorchristlichen Jahrhundert geradezu explosionsartig angewachsen zu sein. Zwischen 560 und 470 v. Chr. entstanden – fast ausschließlich in Attika – zahlreiche Darstellungen des Tieres. Sie zeigen einen Hahn mit Pferdevorderteil und Kopf, das Wesen hatte zwei Pferde- und zwei Hahnenbeine. Die Menge der gefundenen Bildnisse – Vasenbilder, Statuen und Statuetten, Verzierungen auf einem Fingerring oder kleine Tonfigürchen – zeigt auf jeden Fall, wie beliebt das Motiv damals war. Ob fliegend oder schreitend, meist mit einem hübschen Jüngling auf dem Rücken, war der Hippalektryon Mode in Attika geworden. So gelangte er schließlich auch in die Tragödie und die Komödien.

Das rätselhafte Verschwinden des Rosshahns

Genauso plötzlich, wie er auftauchte, verschwand der geheimnisvolle Rosshahn allerdings auch wieder. Lag es am Überdruss nach der Hahnenpferd-Mode, dass sich das Tier nicht dauerhaft etablieren konnte? Eine Theorie ist, dass „das allzu monströse Mischwesen die hoch gesteigerten ästhetischen Ansprüche des 5. Jhdts. gar zu wenig befriedigte“ (8). Auch könnte das Tier mit einer im 6. Jahrhundert aufgetauchten religiösen Idee aufgekommen und mit deren Untergang wieder verschwunden sein. (9) Als weitere Vermutung wird genannt, dass „das Tier, relativ spät aufgetaucht, in der Mythologie keine Stätte fand“. (10)
Wie auch immer: Der Hippalektryon, das Fabeltier ohne Fabel, verschwand nach einer kurzen und reichen Blütezeit hinter dem Horizont des klassischen Griechenland und überließ den Himmel seinem prominenteren Verwandten Pegasus. Aber vielleicht nimmt sich ja einmal ein neuerer Dichter seiner an?




(1) Johannes Scherf: Hippalektryon. In: Der Neue Pauly. Bd. 5. Stuttgart u. Weimar, 1998. Sp. 566.

(2) Aischylos: Tragödien und Fragmente. Verdeutscht von Ludwig Wolde. Berlin, Darmstadt, Wien, 1960. S. 330.

(3) Aristophanes: Sämtliche Komödien. Übertragen von Ludwig Seeger. Einleitung zur Geschichte und zum Nachleben der griechischen Komödie nebst Übertragungen von Fragmenten der Alten und Mittleren Komödie von Otto Weinreich. Zürich und München, 1987. S. 361.

(4) Ebd. S. 313.

(5) Ebd., S. 556f.

(6) H. Lamer: Hippalektryon. In: Paulys Real-Enzyklopädie der classischen Altertumswissenschaft. Bd. 8. Stuttgart, 1913. Sp. 1651.

(7) Einen Beleg für diese Verwendung des Wortes „hippos“ bietet der Dichter Lukian in seinen „Wahren Geschichten“: Die hier auftretenden Hippogypen – „Rossgeier“ – sind Männer, die auf großen Geiern reiten – ganz ohne Pferdeanteile.

(8) Lamer: A.a.O. Sp. 1655.

(9) Ebd.

(10) Ebd.


Erstveröffentlichung:
Petra Hartmann: „Hippalektryon – ein Fabeltier ohne Fabel.“ In: Elfenschrift 34, Juni 2012. S. 14-17.

© Petra Hartmann


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Kim Rabe: Berlin Monster

Geschrieben von Petra , in Wonnes Welt 24 September 2021 · 292 Aufrufe
Wonnes Welt, Kim Rabe
Eine neue Rezension meiner Schwester und Gastautorin Yvonne. Diesmal hat sie sich das Buch "Berlin Monster" von Kim Rabe vorgenommen.

Das Buch „Berlin Monster“ von Kim Rabe spielt in Berlin. Ich hatte das Gefühl, mittendrin zu sein.
Vor dreißig Jahren ist in Berlin ein Unfall passiert, wodurch eine Strahlung übersinnliche Wesen lebendig werden lassen hat. Sämtliche Märchenfiguren, Sagengestalten, Erscheinungen, Einhörner usw. sind zum Leben erweckt worden, und ein großer Teil dieser Wesen lebt in Berlin, da dort auch der Unfall geschah. Alle leben zusammen, ob Mensch oder übernatürliches Wesen, wobei die Menschen in der Hierarchie oben stehen.

Ex-Polizistin wird Privatdetektivin

Lucy ist aus dem Polizeidienst ausgestiegen, als dort etwas passiert war, für das sie sich mit die Verantwortung gibt. Sie kann es nicht aus ihrem Gedächtnis löschen. Als Privatdetektivin löst sie nun Fälle, auch für übernatürliche Wesen. Aus ihrer Biographie heraus fühlt sie sich dazu verpflichtet. Sie begegnet ihnen äußerst respektvoll.
Anna, eine zarte übernatürliche Gestalt, bittet sie, ihre liebe Freundin Lia wiederzufinden, die verschwunden ist. Lucy und auch ihre Freunde geraten dadurch selbst in Gefahr, da auch andere Wesen Lia suchen.

Wortwitz und wahres Gesicht

Das Buch hat mich in mehrerer Hinsicht sehr beeindruckt. Von Anfang an hat mich der Wortwitz erfreut. Am meisten habe ich mich über den Begriff „Deppenapostroph“ gefreut, und das sieht man wirklich an jeder Ecke. Kim Rabe hat aber es nicht nur Wortwitz, sondern sie hat auch Berlins wahres Gesicht gezeigt. Man sieht Lucy förmlich durch die Straßen flitzen und riecht die Menge in den U-Bahnen.
Sehr beeindruckend beschreibt sie die Ankunft am "Berghain" und das Durchstreifen des Geländes. Düster, aber voller geballter Lust nach was auch immer. Dort hätte ich so gern selbst die Ermittlungen geführt.

Sympathische Heldin mit Ecken und Kanten

Erstaunlicherweise ist mir Lucy äußerst sympathisch. Sie hat so viele Ecken und Kanten, aber sie wirkt real. Ich würde gern mehr über sie lesen. Es ist ein großartiges Buch, auch wenn es am Anfang etwas anstrengend ist. Auf den ersten Seiten kommen viele Infos ins Spiel, die man braucht, um sich in das Leben der „Berliner“ eindenken zu können. Manchmal habe ich mich gefragt, ob mein Allgemeinwissen so spärlich ausfällt, dass ich manche Begriffe nicht kenne. Irgendwann hatte ich mich damit abgefunden und bin in die magische Detektivgeschichte abgetaucht. Und das war gut so!
Die politischen Parallelen sind immer wieder gut erkennbar, aber sie wirken nicht plump aufgesetzt, man kann sie wahrnehmen oder ignorieren.
Alles in allem hat mir das Buch wahnsinnig gut gefallen. Ich würde es allerdings gut finden, wenn es eine Art Minilexikon für magische Wesen am Ende des Buches geben würde.

Kim Rabe: Berlin Monster. Nachts sind alle Mörder grau. Köln: Bastei Lübbe, 2021. 416 S., Euro 15.

© Yvonne Pillmaier


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Sandra Pfitzner: Sophie Scholl. Der Widerstand der Weißen Rose

Geschrieben von Petra , in Sach-Hörbücher 19 September 2021 · 256 Aufrufe
Sach-Hörbücher, Sophie Scholl und 3 weitere...
Sophie Scholl, Widerstandkämpferin gegen die Nazis und Mitglied der Weißen Rose, ist Heldin des neuen "Abenteuer und Wissen"-Hörspiels von Sandra Pfitzner. Das Hörspiel erzählt die kurze Lebensgeschichte der Protagonistin, stellt die politischen und ethischen Positionen der Scholl-Geschwister und ihre Entwicklung vor und wird ergänzt durch Gespräche mit Thomas Hartnagel, des Neffen von Sophie Scholl.
Warum nur Sophie Scholl und nicht alle fünf? Diese Frage stellte ich mir schon in den 80ern, als ich das Buch "Das kurze Leben der Sophie Scholl" von Vinke Hermann las. Oder warum nur "Geschwister Scholl"?, mag man fragen angesichts der zahlreichen Schulen, die nach Sophie und ihrem Bruder Hans benannt sind. Christoph Probst wurde mit beiden zusammen hingerichtet. Alexander Schmorell und Willi Graf - und Professor Kurt Huber, der sechste im Bunde - bezahlten ihr Engagement in der "Weißen Rose" ebenfalls mit dem Leben. Sophie stieß erst spät, als letzte der fünf, mit hinzu. Da hatten die vier anderen sich schon längst gefunden, hatten Flugblätter verfasst, gedruckt und verteilt. Und war es nicht Sophies Übermut, der letzten Endes für die Entdeckung sorgte? Im Hörspiel klingt das so an, und ich meine, das auch damals im Film gesehen zu haben. Ich weiß es nicht, ich bin nicht dabei gewesen.
Warum also nur Sophie? Es mag damit zu tun haben, dass sie die einzige Frau in der Gruppe war, vielleicht auch damit, dass sie die Jüngste war, diejenige, die eine gewisse Unschuld und Reinheit ausstrahlte, und doch diese eisenharte Entschlossenheit. Wie auch immer. Sophie Scholl wurde zur Ikone, und dieses Hörbuch ist ihr gewidmet.

Sophie Scholl und ihr kurzes Leben

Es ist, wie schon der Titel des Hermann-Buchs klarmachte, ein sehr kurzes Leben. So gewinnen Kindheits- und Jugenderlebnisse ein besonders starkes Gewicht. Der Autorin ist es wichtig zu zeigen, dass Sophie zunächst einmal ein ganz normales Kind war, ein Schulmädchen wie viele andere. Das hier wird keine Heiligen-Biographie. Dennoch: Eines war ihr schon von Klein auf wichtig: Sophie hatte ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl. Und so zeigt Autorin Sandra Pfitzner sie denn auch in einer frühen Szene, wie sie im Schulzimmer für Gerechtigkeit eintritt: Ihre Schwester hatte sich eine Strafarbeit eingefangen, weil sie im Unterricht eine Weile nicht aufgepasst hatte. Da hatte die junge Frau an ihren Geburtstagskuchen und an ihre Geschenke gedacht und war prompt vom Lehrer beim Träumen erwischt worden. Das ist ungerecht, empört sich Sophie, und das sagt sie auch, nachdem ihr der Lehrer das Wort erteilt hat. Wer Geburtstag hat, dem muss man es nachsehen, wenn er ein wenig abgelenkt ist, erklärt sie. Welcher Lehrer sollte dem noch widersprechen können?

Keine Heiligen-Biographie

Nein, Sandra Pfitzer schreibt keine Hagiographie. Sehr klar arbeitet sie heraus, wie Sophie und ihr zweieinhalb Jahre älterer Bruder Hans sich politisch entwickelten. Wie beide erst begeisterte Anhänger Adolf Hitlers waren und sich in ihren jeweiligen Jugendorganisationen für die "Volksgemeinschaft" engagierten. Da sind die endlosen Diskussionen, die Hans mit seinem Vater führte, der sich nicht von der Großartigkeit des "Führers" überzeugen lassen will. Auch die neu entstandenen Arbeitsplätze überzeugen den Vater nicht. "Hitler bedeutet Krieg", wiederholt der alte Herr gleich einem Mantra immer wieder. Erst als Hans als besonderer Auszeichnung zu einem deutschlandweiten Treffen der Hitler-Jugend fahren darf, ändert sich dies. Der Jugendliche kehrt vollkommen verstört zurück und begreift, was Nationalsozialismus bedeutet: Krieg.

In der Jugend begeisterte Nationalsozialistin

Auch Sophie ist zunächst begeisterte Nationalsozialistin, macht sogar Karriere als Scharführerin ihrer Jungmädelgruppe. Die Entscheidungen, die sie trifft, sind mitunter hart: Als ein Mädchen der Gruppe dem "Dienst" fernbleibt, weil es im Geschäft seiner Eltern mitarbeiten muss, entscheidet Sophie empört: "Der Dienst an unserem Volk geht ja wohl vor." Beim ersten Mal lässt sie die junge Frau nur durch ein Gruppenmitglied abholen. Beim zweiten Mal schickt sie die Polizei, die das säumige Mädchen zur Dienststunde führt. Auch das war Sophie Scholl.

Erkenntnis und Entschlossenheit zum Widerstand

Erst nach und nach erkennen Sophie, Hans und ihre Geschwister, was Nationalsozialismus wirklich bedeutet. Doch mit der Erkenntnis ist auch die eiskalte Entschlossenheit da: Keine Zugeständnisse an das verbrecherische Regime, Sophie will nicht mehr mitmachen, sie ist dagegen, und sie wird nicht nur reden, sondern auch handeln.
Mit ihrem Freund und Verlobten Fritz Hartnagel, der Soldat ist und an alte soldatische Tugenden und Ideale glaubt - darunter Treue, Pflichterfüllung, das Einhalten seines Eides, auch wenn er auf einen schlechten Führer vereidigt ist -, führt sie harte politische und ethische Diskussionen. Sophie ist kompromisslos. Beeindruckend, was diese Beziehung aushalten musste und konnte. Die Familie muss immer wieder Hausdurchsuchungen über sich ergehen lassen. Ausgrenzung durch Nachbarn, weil die Scholls eben "dagegen" sind, werden stärker. Und - was man niemals vergessen darf - auch nach dem zweiten Weltkrieg und dem Ende der Nazidiktatur erfuhren die überlebenden Familienmitglieder diese Ausgrenzung weiterhin von der wohlanständigen Bürgerlichkeit in ihrem Umfeld. So sind Menschen. Leider.

Wurzeln und Kraftquellen

Das Hörspiel zeigt in Dialogen und Erzählpassagen sehr deutlich die Entwicklung der Titelheldin, ihre Ideale und auch die Quellen, aus denen sie ihre Kraft und Entschlossenheit schöpfte. Das Elternhaus, die christliche Religion, philosophische Grundlagen, das Miteinander von wenigen, aber anständigen Menschen.
Sehr interessant auch die Erzählungen von Thomas Hartnagel. Er ist der Sohn von Sophies Schwester Elisabeth und von Fritz Hartnagel und schildert im Interview, wie Sophie auch Jahre nach ihrem Tod in den Gesprächen im Familienkreis lebendig blieb. Und auch von den bereits erwähnten Anfeindungen lange nach Ende der Nazizeit. Vielleicht ist dies mit die wichtigste Lehre aus der Geschichte: Die kleinen Nazis blieben. Die gehässigen kleinen Mitläufer, Blockwarte und Denunzianten wurden nie zur Rechenschaft gezogen, und es sind keine Exoten, sondern solche Leute leben auch heute noch unter uns, geifern, hetzen und sind bereit, wieder Macht auszuüben, sobald man sie lässt.

Fazit: Spannendes und lehrreiches Hörspiel, das viel Bekanntes und auch einiges Neues über die Weiße Rose und Sophie Scholl berichtet. Keine schöne Geschichte mit Happy End, aber dafür eine umso notwendigere.


Sandra Pfitzner: Abenteuer und Wissen: Sophie Scholl. Der Widerstand der Weißen Rose. Köln: Headroom Sound Production, 2021. 83 Minuten.


Weitere Hörbücher aus der Reihe "Abenteuer & Wissen"
Sandra Pfitzner: Maria Sibylla Merian
Maja Nielsen: Titanic


© Petra Hartmann


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Jennifer Iacopelli: Goldmädchen

Geschrieben von Petra , in Wonnes Welt 18 September 2021 · 199 Aufrufe
Wonnes Welt, Jennifer Iacopelli und 1 weitere...
Hallo zusammen! Ich möchte euch meine neue Gastrezensentin vorstellen: Meine Lieblingsschwester Yvonne liest gern, mag Hörbücher und hat inzwischen auch das Rezensieren für sich entdeckt. Sie wird ein wenig frischen Wind und eine etwas andere Stimme in dieses Blog einbringen. Seid also gespannt. Ich freue mich drauf!

Den Anfang macht eine Besprechung des Hörbuchs "Goldmädchen" von Jennifer Iacopelli.


In dem Buch „Goldmädchen“ von Jennifer Iacopelli wird man mitten in die Trainingshallen hineingeschmissen. Audrey Lee, ihre beste Freundin Emma und noch ein paar andere Mädchen kämpfen zunächst um einen Platz im US-amerikanischen Turnerinnen-Team, um später um die Weltspitze zu kämpfen. Zu dieser Rahmengeschichte nehmen noch andere zwischenmenschliche Geschichten ihren Lauf. Angestoßen durch eine Dopinggeschichte fliegt ein Missbrauch des Trainers gegenüber einer Turnerin auf. Diese Missbrauchsangelegenheit ist im ganzen Buch gegenwärtig und bestimmt den Verlauf der Geschichte.
Zu der neuen Trainerin kommen neue Trainingsmethoden, die Audrey nicht sofort für sich nutzen kann. Zudem bahnt sich eine zarte Liebe zum Sohn der Trainerin an. Dies alles könnte schon das Leben einer Turnerin, die von Disziplin und Fremdbestimmung geprägt ist, aus ihrer Bahn werfen, doch durch die Dopingvorwürfe und den Missbrauchsfall an einer Teamkollegin gerät die Beziehung Audreys zu ihrer besten Freundin ins Straucheln. Trotzdem spüren beide immer noch eine starke Verbundenheit.

Mobbing gegen Missbrauchsopfer

Die bröckelnde Freundschaft zu Emma macht Audrey sehr traurig, da sie nicht verstehen kann, dass Emma sich auf die Seite zweier Turnerinnen schlägt, die das Missbrauchsopfer mobben.
Emma wird im US-Team als Favoritin gehandelt. Sie beherrscht die Übungen im Schlaf, ihr Körper ist topfit. Für Audrey sieht das anders aus. Sie hat durch das Turnen einen kaputten Rücken zugezogen und wird regelmäßig mit Medikamenten gespritzt, damit sie turnen kann. Bei ihren Küren macht sie darum nicht so schwierige Sprünge wie ihre Teamkolleginnen. Audrey kämpft sich ins Team. Es soll ihr letzter großer Auftritt werden.
Durch den Spirit von Olympia beflügelt, schwingt Audrey zu Höchstleistungen auf. Sie hat eine Message an die Welt, die sich über alle Turnerinnen und Nationen verbreitet. Jede Turnerin zeigt auf ihre Weise, wie sie Audreys Botschaft teilt: Kampf dem sexueller Missbrauch.

Irritierende Männerstimme

Den Roman habe ich als Hörbuch gehört. Ich hatte zunächst das Problem, dass ich mich auf eine Männerstimme eingestellt habe, da die Ankündigung von einem Mann kam. Die Männerstimme hatte mich allerdings zunächst auch irritiert. Anfangs empfand ich die Stimme von Nora Jokhosha recht forsch. Es hat aber nur einen kurzen Augenblick gedauert, dann war sie für mich voll und ganz Audrey.
Mir hat es gut gefallen, dass das Buch nur aus einer Perspektive, nämlich Audreys, geschrieben wurde. Auch dass es nur einen Schauplatz zu einer Zeit gab, machte das Audreyfühlen leicht. Man hatte das Gefühl, in ihrem Kopf und Herz zu sein.

Glaubwürdige Entwicklung dank Sprecherin Nora Jokhosha

Die Entwicklung, die Audrey während des Romans durchmacht, wirkt durch die Ich-Erzählweise sehr echt. Auch die Stimme von Nora Jokhosha brachte Glaubwürdigkeit dazu.
Am schönsten war für mich der sportliche Gedanke, das Mitfühlen für einander, die Solidarität der Turnerinnen unter einander. Auch wenn es eigentlich kein politisches Buch ist, finde ich das Thema und den Umgang mit sexuellem Missbrauch in diesem Buch wichtig und sehr gut umgesetzt. Im Vordergrund steht allerdings die sportliche Herausforderung. Ich weiß nicht, ob ich alle sportlichen Details gern gelesen hätte, aber als Hörbuch konnte ich dem gut folgen.
Am Anfang fiel es mir sehr schwer, die ganzen Namen auseinander zu halten. Manchmal hätte ich dann gern ein Buch in der Hand gehabt.

Harte Arbeit und viel Disziplin der Turnerinnen

Besonders schön fand ich, dass man merkte, wie viel harte Arbeit und Disziplin Turnerinnen und auch sicher andere Leistungssportler durchhalten müssen, um zur Weltklasse zu gehören. Auch wenn es für uns Laien leicht aussieht, ist es hartes Training, das nie aufhört, solange man im Geschehen ist. Davor habe ich viel Respekt.
Im letzten Teil im Olympiadorf hatte ich hin und wieder schon mal ein paar Tränen in den Augen. Der Zusammenhalt der Turnerinnen aus allen Ländern war für mich ein Anfang im Kampf gegen Missbrauch.

Viele Details aus dem Turnsport

Ich habe das Hörbuch sehr gern gehört. Ich glaube, als Buch hätte ich es nicht so gern gelesen, da es doch sehr viele Turn-Details in sich hat. Als Hörbuch empfand ich es als genau richtig, da man dadurch richtig in die Gefühlslage und das Leben der Turnerinnen eintauchen konnte. Die Stimme von Nora Jokhosha hat mir Audrey auch sehr nahe gebracht. Ich konnte mich mit Audrey identifizieren, auch wenn ich gerade mal einen Radschlag auf dem Boden schaffe.
Als Film könnte ich mir das Buch sehr gut vorstellen. Für jemanden, der gar nichts mit Sport zu tun hat oder sich Wettkämpfe angucken mag, ist der Roman nichts. Aber für alle, die Sport mögen und gern in Sporthallen sind, wird das Buch eine große Freude sein. Ich habe das Zuhören sehr genossen und den Staub des Magnesia in der Nase kitzeln gespürt. Vielen Dank für das schöne Buch.

Jennifer Iacopelli: Goldmädchen. Gesprochen von Nora Jokhosha. Hörbuch. HarperCollins bei Lübbe Audio, 2021. Laufzeit: 9 Stunden und 38 Minuten.

© Yvonne Pillmaier


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"Blaubeerbrücke" im Lektorat

Geschrieben von Petra , in Movenna 14 September 2021 · 121 Aufrufe
Movenna
Meine Geschichte "Die Blaubeerbrücke" hat das Lektorat überstanden. Es gab keine gravierenden Änderungswünsche. Aber dass ich tatsächlich geschrieben habe: "Er lehrte den Krug", das schockiert mich doch ein bisschen. Muss an der Sommerhitze und dem pandemiebedingten Stress gelegen haben ...
"Die Blaubeerbrücke" spielt an der Westküste des Landes Movenna und handelt von einem Abenteuer des Kronprinzen Ardua. Fandir der Barde und die versunkene Bernsteinstadt Venta kommen auch drin vor. Hauptsächlich aber geht es um Blaubeermet, einen ganz besonderen Saft, den ich sehr weiterempfehlen kann.
Die Geschichte erscheint in einer zweibändigen Met-Anthologie im Acabus-Verlag. Ich freue mich schon sehr darauf.


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"Total oldschool" - Hildesheimer Allgemeine stellt Petra Hartmann vor

Geschrieben von Petra , in Aus Petras Werkstatt 07 September 2021 · 188 Aufrufe
Aus Petras Werkstatt und 1 weitere...
In der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung ist kürzlich ein Porträt über mich erschienen. Mit freundlicher Genehmigung der Autorin Martina Prante darf ich den Artikel hier einstellen. Herzlichen Dank dafür!

Sie schreibt unter der Überschrift "Petra Hartmann und die Lust am Buch. Bloß kein Mainstream: Autorin aus Sillium liebt’s fantastisch" Folgendes:

Petra Hartmann ist total oldschool – was das Schreiben angeht: „Ich bin ein Bleistiftdenker“, beschreibt die Autorin aus Sillium ihre Art, eine Geschichte mit der Hand zu Papier zu bringen und später abzutippen. Auf der anderen Seite tobt die Autorin mit dem locker-flockigen Mundwerk sich gern auf den sozialen Medien aus und erzählt zum Beispiel amüsante Geschichten von ihrer Nichte Minni. Die Themen ihrer Bücher wiederum sind aus einer anderen Welt, denn Meermädchen Nestis, Darthula, die schönste Prinzessin der Nebellande, und das Land Movenna gehören ins Genre Fantasy.
Mit einer Geschichte aus Movenna startete Petra Hartmann ins Buchgewerbe: Die Fantasy-Welt hatte dem Gründer der Storyolympiade – bei dem Wettbewerb für fantastische Literatur in deutscher Sprache hatte Hartmann dreimal in Folge auf dem Treppchen gestanden – und Verleger Ernst Wurdack so gut gefallen, dass er ein erstes Buch bestellte. „Geschichten aus Movenna“ kam 2004 auf den Markt – das erste von inzwischen 40 Veröffentlichungen, die von Petra Hartmann erschienen sind.
Seit knapp drei Jahren die 51-Jährige wieder in ihrem Elternhaus in Sillium und arbeitet als Lokalredakteurin für die Goslarsche Zeitung. Nach dem Abitur auf dem Andreanum studierte sie Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaften an der Uni Hannover und promovierte mit einer Arbeit über den jungdeutschen Schriftsteller Theodor Mundt. „In den hab ich mich über beide Ohren verliebt.“
In jungen Jahren war Petra Hartmann weniger wählerisch, was die Sprache anging: „Ein Wal, der schwimmt im Wasser. Da wird er immer nasser“, zitiert die Literaturwissenschaftlerin schmunzelnd den „Start meiner großen lyrischen Karriere“. War damals Enid Blyton ihre große Heldin – „ich hab gnadenlos abgekupfert“ –, so wollte sie kurz vor dem Abitur doch lieber Meeresbiologin und Polarforscherin werden, „um darüber zu schreiben“.
Bei einem 14-tägigen Praktikum im Krankenhaus lernte die junge Frau mit der Kodderschnauze, die nach eigenen Aussagen „einen Tritt in den Arsch braucht, um den Hintern hoch zu kriegen“, die 27 Kapitel von Heinrich Heines „Deutschland. Ein Wintermärchen“ auswendig: „Ich brauchte Stoff für den Kopf.“ Danach wusste sie, was sie wollte: schreiben. Zumindest dann, wenn sie nicht lesen durfte: Das Schönste am Studium war die Zeit im Lesesaal der Landesbibliothek in Hannover, „dort war mein Zuhause, dort standen alle Bücher der Welt“, schwärmt Hartmann.
Zum Journalismus sei sie über einen Aushang am Schwarzen Brett gekommen. Und so volontierte Petra Hartmann bei der Neuen Deister-Zeitung in Springe und arbeitete dort fünf Jahre und später bei der Volksstimme in Gardelegen. „Nach dem Studium war das wie ein Rausch: die Tagesereignisse durch sich durchströmen zu lassen und am nächsten Tag in der Zeitung zu lesen, nachdem ich jahrelang vier Nächte für eine Fußnote gebraucht habe“, schaut sie ironisch zurück.
Doch sieben Jahre später wollte sie nach vielen Diamantenen Hochzeiten „wieder was richtiges schreiben“. Sie habe immer ein Faible für Historie, Fantasy und Märchen gehabt: „Für griechische Sagen, Mythen, die Bibel und Faust“, beschreibt sie die Spannbreite ihrer vielfältigen Interessen. „Gerade sind es Indianer. Sobald ich wodran bin, mach ich ein anderes Fass auf.“ Marketingtechnisch sei das „nicht gut“, aber ihr mache es Spaß.
2008 wurde sie für ihre Anthologie "Drachenstarker Feenzauber" mit dem Deutschen Phantastik-Preis ausgezeichnet. Für die Sammlung „Drachen! Drachen!“ wurde sie für den Kurd-Laßwitz-Preis nominiert.
Besonders stolz ist die 51-Jährige auf die schön gemachten Bücher der Nestis-Reihe im Hildesheimer Verlag Monika Fuchs und „Falkenblut“ (2020) im Hottenstein-Verlag in Sibbesse. „Ich bekomme auch Angebote von Verlagen für Anthologien oder andere Themen.“So habe sie Legenden neu erzählt, zum Beispiel über Berthold von Holle oder den Hödeken. In größere Verlage passe sie nicht so richtig rein: „Ich will kein Mainstream schreiben.“ Fantasy, flüssiger Sprachstil, mehr Geschichte als Charaktere seien ihr Markenzeichen. „Ich komme aus dem Novellenbereich und liebe Humor.“
Ja, sie sei eine Rampensau, gesteht sie lachend. Deshalb habe sie auch Lesungen geliebt: „Es ist schön, wenn und wie das Publikum reagiert.“ Auch mit den Hildesheimlichen Autoren sei sie seit 2012 unterwegs und hat eine eigene Radiosendung bei Tonkuhle. „Austausch ist wichtig.“
Was „besonders gut läuft“ seien die Personal-Novel-Geschenkbücher. „Das funktioniert wie ein Serienbrief“, beschreibt Hartmann das Konzept. Kunden können in einer Datei Namen, Vorlieben oder das Genre wie Krimi oder Lovestory eintragen, dann wird der bereits existierende Roman auf genau diesen Kunden zugeschrieben. Vorgaben: das Buch hat zwölf Kapitel, 20 000 Zeichen „und sollte gut ausgehen“. Ein Riesengeschäft. „Ich bin da zufällig drauf gestoßen“, erzählt Petra Hartmann.
Auf das Meermädchen Nestis - bisher sind vier Bänd erschienen – ist die Autorin auf Helgoland gestoßen, als der „Orkan Tilo die Dünen verwüstet hat“. Helgoland ist für Petra Hartmann ein guter Schreibort: „Jedes Jahr im November niste ich mich in der Einsamkeit ein.“
Petra Hartmann hat zwar eine Homepage, aber seit 2010 bloggt sie. „Macht mehr Spaß. Das ist zum Austoben.“ Besonders gern veröffentlicht sie Rezensionen, „denn wenn ich Zeit habe zu lesen, dann lese ich exzessiv. Fast Alles.“ 50 000 Bücher habe sie in ihrem Haus, das sie mit ihrer Schwester renoviert hat, gehortet: „Ich liebe meine Bücher, das ist mehr als Freundschaft.“
Die Liebe zum Buch begann mit den Bertelsmann-Lexika: „Sie haben mir die Welt erklärt.“ Die eigenen Bücher schreibt sie nachts, wenn sie Urlaub habe: „Vor vier Uhr gehe ich nichts ins Bett." Oder am Wochenende: „Einen Roman schreibe ich in einem Rutsch durch.“ Immer mit Hand und Bleistift.

Weitere Infos über die Autorin unter www.petrahartmann.de oder über ihren Blog unter www.tinyurl/petrahartmannsblog. Die Hildesheimlichen Autoren stellen sich unter diesem Namen auf YouTube vor und unter www.hildesheimliche-autoren.de.

© Martina Prante

Die Online-Version des Artikels findet ihr hier:
https://www.hildeshe...oDd2JQJhet0iYX4


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Max Prosa: Flügel aus Beton

Geschrieben von Petra , in Lyrik 29 August 2021 · 181 Aufrufe
Lyrik, Max Prosa
Gedichte aus den Jahren 2010 bis 2020 hat Max Prosa jetzt im Trabanten-Verlag unter dem Titel "Flügel aus Beton" veröffentlicht. Das Buch enthält längere Balladen des Liedermachers, aber auch kleine, haiku-artige Gedankensplitter und einige Prosa-Einträge.
Die Sammlung ist Ausdruck einer "Suche nach dem Kern dessen, wofür es sich zu leben lohnt", verrät der Klappentext. Eine Sinnsuche in einer Welt, die als entzaubert, zu schnell, zu oberflächlich wahrgenommen wird. Ist sie das? Für Max Prosa gerinnt diese Weltsicht und die Schwere, die sie verursacht, im Bild der Flügel ais Beton, so der Titel der Sammlung und auch eines seiner bekannteren Lieder. "Wenn ich könnt', flög' ich davon / Mit meinen Flügeln aus Beton", heißt es darin, und der Konjunktiv deutet an, dass die Flügel eben doch zu schwer sind, um mit ihnen davonzufliegen. Aber: Es sind dennoch Flügel.
Zahlreiche Songtexte sind in dieses Buch eingeflossen. Manche sind auch nur in Auszügen, vielleicht Vorstufen, vertreten, etwas der Refrain des Liedes "Von Engel zu Engel", und
man hat seine eigenwillig helle Stimme mit dem leisen überkippenden Kratzen hinten im Hals dabei sehr gut im Ohr:

"Und ich sage dir
Von Engel zu Engel
Etwas an mir
Wird nicht vergehn
Etwas bleibt hier
Denn all' unsre Sommer
Wohnen in dir
Und bleiben bestehn"

Es ist eine traurige, zumindest melancholische und nachdenkliche Sammlung. Es geht um Schrammen auf dem Herzen, Verletzungen, Trauer. Aber auch um das Ganz-bei-sich-Sein, um Konzentration auf das Eigentliche. Letzten Endes ist es das kleine Aufblinken von Schönheit in dunklen Stunden, das den Beton auf dem Rücken eines Menschen zu einem Flügelpaar macht. Mit Ruhe und Vertrauen lässt sich am Ende sogar ein Leben meistern. Prosa notiert:

"Hoch oben auf dem Seil
Zählt nur das Gleichgewicht
Sei ruhig mein Gegenteil
So fallen wir beide nicht"

Prosa schreibt von einem Becher Glück, der niemals leer wird, erinnert sich an Tage im Schnee, an Freunde, an Liebe, vergangene und gegenwärtige. Am Ende zählt wohl nur die Gegenwart, der Augenblick, den man ganz erlebt:

"Solang du lebst
verschwende dich
an ein Gefühl
an ein Gesicht
ans fremde Herz
das Feuer fängt
verschwende dich
an den Moment"

Ja, es gibt neidische und missgünstige Menschen, solche, die einen runterziehen und in jeder Suppe ein Haar finden. "Wenn du ein Löwe bist: / Sie werden dir Fallgruben graben", hält Prosa im Gedicht "Die Verwandlung des Löwen" fest. Sein Fazit:

"Wir haben nichts als die,
die uns umgeben,
um auf uns selbst zu schließen,
aber: Unter ihnen sind Schöpfer.
Alles wahrhaft Große hatte Menschen,
die es bemerkten, schützten, aufzogen.
Hüte dich vor missgünstigen Augen
und halte dich an die, die staunen."

Prosa schreibt einfach und klar. Er braucht keine großen Worte, eher ist es das Kleine, Alltägliche, das bei ihm zum Gedicht gerinnt. Es ist keine ganz große Lyrik, die einem hier entgegentritt, nichts Bahnbrechendes, keine literarische Revolution, eher ein kleines, freundliches "Kopf hoch" oder "Lass dich nicht zu Boden drücken", wie es einem ein guter Freund oder lieber Zeitgenosse in einer üblen Stunde zuruft, und noch mehr ein Gespräch mit sich selbst, ein Festhalten eigener Erfahrungen und Lichtblicke.
Die Erkenntnis, unsere Welt sei zu schnell und oberflächlich, und man müsse sich an das "Eigentliche" halten, mag banal klingen. Aber das klingt sie schon seit 3000 Jahren Literaturgeschichte. So ist dieses Buch ein guter Begleiter für ein paar helle und dunkle Stunden, der einen immer wieder zu einem zustimmenden Nicken bewegt und einem leisen: Ja, so ist es.

Fazit: Nachdenkliches und melancholisches Büchlein, das einem die Flügel aus Beton etwas leichter macht. Kein schwerlötiges, bedeutungsaufgeladenes Stück Tiefsinn, sondern ein freundlicher Begleiter, auch durch dunkle Stunden.


Max Prosa: Flügel aus Beton. Gedichte 2010 - 2020. Berlin: Trabanten Verlag, 2021. 116 S., Euro 12.


© Petra Hartmann


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Kurzgeschichte "Die Blaubeerbrücke" erscheint in Met-Anthologie

Geschrieben von Petra , in Movenna 28 August 2021 · 154 Aufrufe
Movenna
Meine Kurzgeschichte "Die Blaubeerbrücke" hat den Sprung in die Anthologie "Metmagie" geschafft. Es handelt sich um eine Sammlung phantastischer Geschichten, in denen jeweils eine andere Metsorte eine Rolle spielt.
Wie der Titel unschwer erkennen lässt, habe ich mich für Blaubeermet entschieden, und die Probier- und Inspirationsflasche, die ich daraufhin von der Metwabe geschickt bekam, war so herrlich, dass dabei eine Reise zu meinen eigenen schriftstellerischen Wurzeln herauskam. Sprich: Ich besann mich auf die Fantasy-Welt Movenna und schickte den jungen Kronprinzen Ardua auf eine Mission über die Blaubeerbrücke. Diesmal versucht er sich als Erlöser einer verfluchten Stadt. Darauf einen tiefen Zug Blaubeermet.
Wie mir Nadine Muriel, sie ist zusammen mit Amandara M. Schulzke Herausgeberin der Sammlung, mitteilte, sind so viele gute Geschichten eingegangen, dass es sogar zwei Bände geben wird. Meine Blaubeerbrücke ist für Teil eins vorgesehen. Ich freue mich auf die Bücher!


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"Drachen! Drachen!" - "Ein fast perfektes Buch"

Geschrieben von Petra , in Drachen! Drachen! 16 August 2021 · 184 Aufrufe
Drachen
Gerade entdeckt: Die Rezension zu "Drachen! Drachen!" von Martin Skerhut ist mir eben erst ins Suchfenster geraten. Sie findet sich im "Beutelwolf-Blog", und darin heißt es:

"Zu meinen Highlights gehören Rainer Schorm mit „Sanguis Draconis“, eine doch sehr fiese Geschichte, die dem Genre der Phantastik zugeordnet wird, „Aufnahme Nummer Fünf“ von Christiane Gref, eine Art Blair Witch Project bzw. Mythbusters, „Im Auftrag der Krone“ von Carsten Steenbergen, SteamPunk mit Nibelungenflair, „Das Spiel des Narren“ von Frank W. Haubold (natürlich ScienceFiction) und „Heldenlied“ von Petra Hartmann, ein sehr klassisches und dann doch wieder ungewöhnliches Märchen um einen König und seinen drei Söhnen. Und das Ende fand ich einfach nur … zum Totlachen."

Das freut mich natürlich besonders. ;-)

Zur Qualität der Anthologie im Allgemeinen schrieb der Rezensent Folgendes:

"Ein fast perfektes Buch, auch wenn nicht alle Geschichten gut sind und ich mit einigen auch nichts anfangen konnte (...). Was man allerdings als Kritikpunkt betrachten kann, jenseits der Qualität der einzelnen Geschichten ist die Menge und der Genremix. Der Drache in seiner Vielseitigkeit, kann auf Dauer ermüden, so dass man nicht unbedingt das Buch am Stück lesen sollte und sich nach jeder Geschichte etwas Zeit zum Einwirken geben lassen sollte. Sonst beginnt das Hirn zu Qualmen und vielleicht entgeht einem auf diese Weise die eine oder andere wirklich gute Geschichte."

Die vollständige Rezension findet ihr hier:

https://beutelwolf-b...achen-rezension


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Falkenblut-Lesung: Das schreibt die Goslarsche Zeitung

Geschrieben von Petra , in Falkin 30 July 2021 · 405 Aufrufe
Falkenblut, Falkin
Heute ist in der Goslarschen Zeitung ein Artikel über meine Lesung im "Trollmönch" erschienen". Der Verfasser Ernst-Dietrich Habel schreibt:

"„Blut. Ein abgetrennter Arm, die Faust noch um das Schwert gekrampft. Ein Schädel, in dem eine Streitaxt steckte.“ Hartmann liest eindringlich und sehr klar, sie gibt jeder Romanfigur eine eigene Stimmlage. Sie sitzt entspannt an einem Tisch, vor sich stapeln sich verschiedene selbst verfasste Bücher. Das aktuelle Exemplar, „Falkenblut“ hält sie in den Händen. Kerzen flackern, von draußen dringen leise Geräusche in den Gastraum. Mitarbeiter bringen Getränke zu den Tischen. Die Anwesenden hören in ihrer Fantasie die Schreie der Verletzten und das Brüllen mystischer Schreckensgestalten."


Zum vollständigen Artikel geht es hier lang:
https://www.goslarsc...id,2198470.html


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Lesung mit Geisterreitern und Phöniziern - jetzt zum Nachhören

Geschrieben von Petra , in Aus Petras Werkstatt 26 July 2021 · 268 Aufrufe
Aus Petras Werkstatt
Meine Radiolesung mit den Geschichten "Geisterreiter" (aus: "Tod des Helden") und "Der Hafen der Astarte" (aus: "Kreuzfahrt, Mord und Mittelmeer") könnt ihr ab jetzt auch nachhören. Wer die Sendung auf Radio Tonkuhle verpasst hat, findet die geschnittene Version (ohne Musik und Terminkalender) jetzt auf dem Youtube-Kanal der Hildesheimlichen Autoren. Viel Spaß damit!




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Mein traumhaftes Interview mit einem Atomphysiker

Geschrieben von Petra , in Krimskrams 25 July 2021 · 242 Aufrufe
Krimskrams, Periodensystem und 1 weitere...
Wieder mal ein absurder Traum. Diesmal offenbar der Tatsache geschuldet, dass ich in letzter Zeit etwas zu viel über das Periodensystem nachgedacht habe. Ich weiß nicht genau, ob ich daraus mal eine Science-Fiction-Kurzgeschichte machen werde. Vielleicht kann mir ja der eine oder andere Naturwissenschaftler unter euch mal sagen, was er davon hält. ;-)

Die Schriftfassung dieses Traums widme ich meinen Chemielehrern, den Erfindern des Periodensystems der Elemente und der TU Clausthal.

Also: Ich habe geträumt, ich müsste für die Goslarsche Zeitung ein Interview mit einem (verrückten?) Wissenschaftler von der TU Clausthal führen. Der Mann sah aus wie Doc Brown aus "Zurück in die Zukunft" und wollte mit einem Apparat, der eine große Ähnlichkeit mit meiner Mikrowelle hatte, ein neues Element erschaffen. Ich glaube, er wollte dazu eine Americiumplatte mit Calzium beschießen. Wie auch immer: Entstehen sollte dadurch das Element mit dem vorläufigen Namen "Eka-Oganesson".

(Anmerkung: "Eka" ist eine inzwischen aus der Mode geratene Bezeichnung für das Element, das im PSE genau unter einem anderen bereits bekannten Element steht. Eka-Oganesson wäre demnach das letzte Element der achten Periode. Das letzte der siebten ist Oganesson. Ich habe das inzwischen nachwikipediert. Ein moderner Wissenschaftler würde "Unhexoctium" dazu sagen. Aber mein "Doc Brown" von der TU Clausthal war eben ein Steampunk-Gentleman-Wissenschaftler.)

Der (möglicherweise verrückte) Atomphysiker erledigte seine letzten Einstellungen an der Mikrowelle. Währenddessen fragte ich ihn, warum er denn mit so einem fetten Riesen-Element anfangen wolle. Immerhin sei die ganze achte Zeile des Periodensystems noch leer. Ob es nicht sinnvoller wäre, zuerst das Alkalimetall (das allerkleinste in der Periode) zu schaffen und sich dann langsam, Schritt für Schritt, hochzuarbeiten bis zum letzten Punkt, dem Edelgas Eka-Oganesson?

Da blitzen seine Augen auf, und er meinte pfiffig: Neinnein, das hätte er sich schon ganz genau so ausgedacht. Die Elemente in dieser Periode seien nämlich megamäßig instabil. Und wenn er zuerst das fette Maxi-Atom baut, dann wird es sofort zerfallen und - "prrrrrrrrrt!" - in einer Nanosekunde runterschnurren vom Eka-Oganesson zum Eka-Franzium. "Und wenn ich das dann lückenlos dokumentiere und alle Zerfallsprodukte nachweisen kann, dann habe ich auf einen Streich 50 neue Elemente erschaffen. Das hat vor mir noch keiner geschafft, und damit werde ich in die Geschichte der Atomforschung eingehen."
Dem konnte ich nicht gut widersprechen. Ich fragte ihn dann noch, ob er, da er dann ja auch das Recht der Namensgebung für sein neues Element hätte, schon wüsste, wie er sein Eka-Oganesson dann nennen wolle. "Es ist zwar ein blöder Name, aber ich finde, Lothar Meyer hat's verdient", schlug ich vor. Ob er sein Element 168 dann tatsächlich "Meyerium" genannt hat, weiß ich nicht. Denn plötzlich begann seine Mikrowelle zu piepen wie verrückt. Und da war's mein Wecker, und der Traum war aus. Schade.

Witzigerweise bat mich mein Chef ein paar Stunden später, ob ich nicht einen Termin für ihn übernehmen könne. Es ging um eine wissenschaftliche Mitarbeiterin der TU Clausthal, die in einem Kindergarten ein Recycling-Projekt machte. War sogar spannend. Aber ich hatte natürlich viel hochgeschraubtere Erwartungen ...


© Petra Hartmann


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Sandra Pfitzner: Maria Sibylla Merian - Expedition zu den Schmetterlingen

Geschrieben von Petra , in Sach-Hörbücher 21 July 2021 · 435 Aufrufe
Sach-Hörbücher, Sandra Pfitzner und 2 weitere...
Erstaunlich, diese Maria Sibylla Merian. 102 Jahre vor Alexander von Humboldt geboren, eine Entdeckerin, die im biblischen Alter von 52 Jahren ohne Riesenvermögen und nur von ihrer Tochter begleitet über den Atlantik fuhr bis nach Surinam, um dort Schmetterlinge zu erforschen. Hörspiel-Macherin Sandra Pfitzer hat der ungewöhnlichen Naturwissenschaftlerin nachgespürt und ihr bewegtes Leben als Hör-Abenteuer in der Reihe "Abenteuer und Wissen" vorgestellt.
Das Hörspiel setzt ein mit einer dramatischen Situation: Maria Sibylla Merian und ihre zweitälteste Tocher sind an Bord eines Schiffs mit nicht allzu vertrauenerweckender Mannschaft, um sie her tosen Sturm und Wellen, und gerade ist eines der kostbaren Mikroskope heruntergefallen, eines der Geräte, für die die 51-jährige Forscherin fast ihr gesamtes Geld ausgegeben hat. Die beiden Frauen sind auf dem Weg nach Surinam, um Schmetterlinge zu erforschen. Das Unwetter wird immer stärker. Die Passagierinnen versenken sich schließlich ins Gebet, das ihnen Kraft geben soll. Ihre Gedanken gleiten zurück nach Europa, dahin, wo alles angefangen hat, zu dem kleinen Mädchen, das von einem Onkel ein paar Seidenraupen geschenkt bekommen hat und nun fasziniert und mit kindlichem Staunen deren Verpuppung und spätere Verwandlung in "Sommervögel" beobachtet.

Die Tochter des großen Matthäus Merian

Sandra Pfitzner hat mit dem Umstand zu kämpfen, dass von der jungen Maria Sibylla keine Briefe und andere Schriftzeugnisse überliefert sind. So lässt sie zunächst ein staunendes Mädchen mit sich selbst sprechen und ihre Gedanken beim Anblick der Puppen äußern. Möglich, dass die junge Forscherin so gedacht und gesprochen hat. So viel ist sicher: Die Tochter des großen Matthäus Merian, die ihren Vater schon als Dreijährige verlor, hatte Glück mit ihren männlichen Bezugspersonen. Ihr Stiefvater, der Maler Marrel, erkannte ihr Talent, förderte sie von Anfang an und bildete sie in der Malerei aus, was ihr beim Malen von Raupen und Schmetterlingen sehr zugute kam. Ihr Mann, der Maler Graff, hatte keine Probleme damit, sie ihre Kunst und Wissenschaft ausüben zu lassen - und ihr großes Talent als Geschäftsfrau, denn sie verstand sich nicht nur auf Haushaltsführung, sondern auch auf Vermarktung ihrer Bilder und Bücher und entwickelte völlig neue Geschäftsideen. So gründete sie etwa eine "Jungfern-Compagnie" und bildete junge Frauen in der Malerei, aber auch in allen anderen lebenspraktischen Fragen aus - und verkaufte ihnen gleich noch die Farben und Malgeräte für den Unterricht. Und natürlich konnte sie mit dem ererbten Pfunde wuchern: Sie trug einen großen Namen, sie war eine Merian.

Unternehmerin und zugleich staunendes Kind

Gezeigt wird das Bild einer Frau, die in Wirtschaftsdingen ausgesprochen energisch und zupackend ist. die sich aber beim Blick auf Raupen und Schmetterlinge und das Wunder der Metamorphose die Kindliche Fähigkeit des Staunens und der Begeisterung bewahrt hat. Auch eine Frau, die in Kunst und Wissenschaft höchste Anerkennung fand und mit natürlichem, selbstverständlichem Selbstbewusstsein ihren Platz zwischen den männlichen Koryphäen beider Disziplinen einnahm.

Calvinistische Frömmigkeit prägt die Familie Merian

Aber es gibt noch eine dritte, sehr starke Kraft, die den Lebensweg der Merian bestimmt: Es ist die ausgeprägte calvinistische Frömmigkeit, die die Familie Merian prägt. Eine Lehre, die zwar von der Prädestinationslehre ausgeht, aber dennoch ihre Anhänger auffordert, Höchstleistungen zu bringen. Und eine Lehre, die der Wissenschaft gegenüber außerordentlich aufgeschlossen ist.
Dass sich Maria Sibylla Merian nach langjähriger Ehe dazu entschließt, ihren Mann sitzen zu lassen und zusammen mit ihrer Mutter und den beiden Töchtern in eine Kolonie der Labadisten zu ziehen, bleibt eines der großen Rätsel ihrer Biografie. Auch Hörspielmacherin Pfitzner versucht keine Erklärung für diesen Schritt, für den Merian keine schriftliche Begründung hinterlassen hat. Nur, dass der verlassene Maler Graff seiner Familie ins holländische Friesland nachreiste und vor den Toren der Sekten-Ansiedlung lange ausharrte und um die Rückkehr seiner Frau warb, erzählt sie.
Vielleicht sind diese sechs Jahre unter dem strengen Regiment der Labadisten tatsächlich so etwas wie eine Überwinterung als Puppe. Fest steht, dass Merian danach die Ansiedlung wieder verließ, also quasi als neuer, schöner Schmetterling auf die Reise ging. Nach Sunirinam, ins Wunderland der Schmetterlinge.

Der herbe Charme einer Geschäftsfrau

Pfitzner macht die Biografie der Künstlerin und Wissenschaftlerin erlebbar, hat die Stationen ihres Lebens plastisch ausgearbeitet und interpoliert an den Leerstellen sehr geschickt Gedanken, Gefühle und Selbstgespräche. An einigen Stellen mag ihr die Frau aus der Barockzeit ein wenig zu naiv oder auch etwas zu modern geraten sein, doch meist ist der herbe Charme einer Geschäftsfrau, die weiß, was sie will, tonangebend. Eine begeisterte Schnetterlingsnärrin - aber immer eine mit Bodenhaftung.

Moderner Wissenschaftler als Gesprächspartner

Sehr interessant sind auch die immer wieder eingestreuten Dialoge mit dem modernen Schmetterlings-Forscher Prof. Thomas Schmitt, der im Interview nicht nur über die auch heute noch große Bedeutung der Forscherin für die Insektenkunde spricht, sondern auch über seine eigene Liebe zu den Schmetterlingen. Eine dreieinhalb Jahrhunderte überbrückende gemeinsame Leidenschaft, die dem Hörer zeig, wie Insektenforscher eben so ticken. Und auch ein Zeugnis darüber, dass Merians Forschungen auch heute noch Bestand haben. Sie habe sich auffallend selten geirrt, sei selten widerlegt worden, so der moderne Wissenschaftler.
So entsteht ein schönes, rundes und zugleich spannendes Bild einer ungewöhlichen Frau, die Wissenschaftsgeschichte geschrieben hat und von der man unbedingt mehr hören und lesen sollte.

Fazit: Spannende und gut gemachte Hör-Biografie einer beeindruckenden Frau. Ein sehr lebendiges Werk, das Spaß und Lust auf mehr macht. Empfehlenswert.


Sandra Pfitzner: Abenteuer & Wissen: Maria Sibylla Merian. Expedition zu den Schmetterlingen. Headroom, 2021. 1 CD, 86 Minuten.


Weitere Hörbücher aus der Reihe "Abenteuer & Wissen"
Sandra Pfitzner: Sophie Scholl
Maja Nielsen: Titanic


© Petra Hartmann


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Tschüs, Twitter, ich bin dann mal weg

Geschrieben von Petra , in Aus Petras Werkstatt 06 July 2021 · 717 Aufrufe
Aus Petras Werkstatt, Twitter
oder: Wie mich der Kurznachrichtendienst sperrte, weil ich in Sillium wohne

Tja, das war's dann wohl. Jetzt hat es auch mich erwischt, und mein Twitter Account ist gesperrt worden. Wegen "ungewöhnlichen Verhaltens", sagt Twitter. Zumindest nicht wegen Nazipostings.

Worin das "ungewöhnliche Verhalten" besteht? Ich wohne in Sillium. Damit ist Twitter offenbar überfordert. Dabei hatte es zwölf Jahre lang recht gut funkioniert. Jetzt also nicht mehr. Schade.
Ich wohne seit 51 Jahren in Sillium, seit 43 Jahren im gleichen Haus und logge mich dort seit 2009 regelmäßig bei Twitter ein. Als ich als Pendler bei der Volksstimme in Gardelegen (Sachsen-Anhalt) gearbeitet habe, hat Twitter meine Anmeldungen aus dem fremden Bundesland problemlos akzeptiert. Seit etwas über zwei Jahren arbeite ich, ebenfalls als Pendler, bei der Goslarschen Zeitung in Goslar, auch meine Anmeldungen von der dortigen Redaktion aus nahm der Kurznachrichtendienst ohne Knurren und Murren entgegen. Nur Sillium, das kapierte er irgendwann nicht mehr.

Seit ein paar Jahren maulte Twitter mich jeden Abend bei jeder einzelnen Anmeldung von zu Hause aus an, ich hätte mich von einem "ungewöhnlichen" Ort angemeldet. Bei jedem Login bekam ich eine Email und eine PN mit der Anfrage: "Warst du das?" Und mit dem Hinweis, dass ich nichts tun müsse, wenn ich tatsächlich ich selbst sei, andernfalls solle ich dringend mein Passwort ändern. Nun ja.

Ich habe mehrfach den Support angeschrieben, was man eben so "Support" nennt bei dem Kurznachrichtendienst, aber nie eine Antwort erhalten. Und irgendwann gewöhnt man sich halt an die dämlichen "Warst-du-das?"-Mails und klickt sie jeden Abend resigniert weg.

Vielleicht ist das "Ungewöhnliche" an meinem 700-Seelen-Dorf einfach, dass hier kein Großrechner steht und dass Sillium kein Internet-Knotenpunkt ist. Jedenfalls enthielten die Warn-Mails, die jedesmal 20 Sekunden nach dem Einloggen bei mir eintrafen, zwar jedesmal die korrekte Uhrzeit, aber gewöhnlich Fantasie-Orte. Da hieß es, ich hätte mich von Braunschweig aus eingewählt oder von Hannover, von Bielefeld oder Bremerhaven. Vermutlich war es das, womit Twitter nicht umgehen konnte. Bin ich denn der einzige "Dörper" bei dem Kurznachrichtendienst?

Wie dem auch sei: In den letzten Monaten wurden die Forderungen nach meiner Handynummer immer aggressiver. Man konnte sich nicht mehr einloggen, ohne dass das System aufdringlich danach fragte. Angeblich, um mir mehr Sicherheit zu geben. Aber ich bin ein gebranntes Kind. Ich werde niemals wieder einer Firma meine Telefonnummer geben, dazu habe ich echt genug Anrufterror von Telefonhausierern hinter mir. Und erst recht rücke ich nicht meine Handynummer heraus. Schon gar nicht an ein amerikanisches Datensammel- und -monetarisierungsunternehmen. Soviel dazu.

Gestern Abend hat Twitter nun zun finalen Erpressungsschlag ausgeholt. Mein Konto ist gesperrt, wegen "ungewöhnlicher" - sprich: Silliumer - Aktivitäten, und ich kann den Zugriff erst wieder erlangen, wenn ich meine Handynummer preisgebe. Und das wars dann.

Ich habe noch versucht, den Support über das Formular zu kontaktieren, und habe gefragt, ob es andere Möglichkeiten der Verifizierung gibt. Darauf erhielt ich nur eine Standardmail, in der auf mein Schreiben gar nicht eingegangen wurde. Mir wurde eröffnet: "Hiermit teilen wir dir mit, dass dein Account wegen eines ungewöhnlichen Verhaltens, das gegen die Twitter Regeln verstößt, gesperrt wurde, bis du folgende Schritte unternommen hast:" Wichtigster Schritt war natürlich, meine Handynummer einzugeben ... Ich habe die Twitterrregeln jetzt noch einmal intensiv studiert. Darin steht nichts davon, dass es verboten ist, in Sillium zu leben. Jedenfalls endete die Mail des Supports mit der Drohung: "Bitte beachte, dass wiederholte Verstöße gegen die Twitter Regeln dazu führen können, dass wir deinen Account dauerhaft sperren." Ich werde Silliumer bleiben und mein ungewöhnliches Verhalten fortsetzen. Ob es einem Microblogging-Dienst passt oder nicht.

Wahrscheinlich sitzen bei Twitter nur Kommunisten und Gleichschalter, die alles "ungewöhnliche Verhalten" für kriminell erklären wollen. Sei's. Für mich ist die Sache hiermit zu Ende. Falls ihr zu meinen Twitter-Freunden gehört, wundert euch also bitte nicht, wenn ihr von mir dort nichts mehr hört und wenn meine Likes oder Retweets ausbleiben. Ich habe noch Facebook, dieses Blog und meine Homepage, auch von Xing habe ich mich ja nie abgemeldet. Wer mich kontaktieren will, wird mich also im Netz sicher trotzdem finden. Nur glaubt bitte nicht, mein Account sei wegen Nazipostings oder Hatespeech gesperrt. Ihr kennt mich ja ... ;-)

Liebe Grüße

Petra Hartmann






Falkenblut, 2020

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Blut und Tod, so weit die Falkenaugen reichen: So hatte sich Valkrys ihren ersten Flug als Walküre nicht vorgestellt. Ragnarök, die Endzeit-Schlacht, ist geschlagen. Die Götter tot, die Welt ein Flammenmeer, das Götterreich Asgard droht, in die Tiefe zu stürzen. Einzig Widar, den Sohn und Erben Odins, kann die Walküre retten. Doch der neue Götterkönig schweigt sich über seine Ziele aus …
Es ist eine schaurige Welt, in der sich die junge Walküre behaupten muss. Doch Valkrys wäre keine echte Falkin, wenn sie einem Kampf aus dem Weg gehen würde. Todesmutig und mit einer gehörigen Portion schwarzem Humor stürzt sie sich in die Begegnungen mit Jöten, Thursen, Reifriesen, Seelenräuberinnen, Werwölfen, Berserkern, Hexen, Meerungeheuern und dem furchtbaren Totenschiff Naglfari.

 

 

Petra Hartmann: Falkenblut.

Sibbesse: Hottenstein, 2020.

Broschiert, 247 S., Euro 11.

ISBN 978-3935928991

 

Bestellen im Hottenstein-Verlags-Shop

 

Bestellbar unter anderem bei Amazon

Hörbuch: Drachen! Drachen! 2020

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Fatal wäre es, Drachen zu unterschätzen! Wer glaubt, genug über sie zu wissen, hat schon verloren. Diese 23 meisterlichen Geschichten aus verschiedenen literarischen Genres belegen, dass das Thema aktuell, überraschend und packend ist – und gelegentlich fies!

Die Autoren: Rainer Schorm, Achim Mehnert, Andrea Tillmanns, Malte S. Sembten, Frank G. Gerigk, Christel Scheja, Fiona Caspari, Hendrik Loy, Christiane Gref, Linda Budinger, Miriam Pharo, Carsten Steenbergen, Rebecca Hohlbein, Frank W. Haubold, Melanie Brosowski, Astrid Ann Jabusch, Thomas R. P. Mielke, Karsten Kruschel, Marc A. Herren, Petra Hartmann, Monika Niehaus, Uwe Post.

 

Herausgeber: Petra Hartmann, Frank G. Gerigk

Sprecher: Tim Schmidt

Blitz-Verlag

Ungekürzte Lesung

mp3-Download

611 Minuten, 495.91 MB

9783991093435

 

Zu bestellen unter anderem bei Thalia oder bei Amazon.

Nestis und die verbotene Welle, 2017

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Meerprinzessin Nestis und ihre Freunde sind sauer: Lehrer Seestern meint, dass laute Haifischmusik nichts für Kinder ist. Und der Kronrat stimmt ihm zu. Deshalb bekommt die Band »Ølpæst« Auftrittsverbot in der gesamten Nordsee. Doch plötzlich ist deren Musik überall zu hören: Ein Piratensender strahlt die Hits der Knorpelfischgang lautstark aus.

Als eine hochexplosive Kugelmine über dem blauen Glaspalast im Meer dümpelt und ein führungsloser Öltanker in die Nordsee einfährt, droht eine wirkliche Ölpest. Gelingt es den Meerkindern, ein Unglück zu verhindern?

 

Petra Hartmann: Nestis und die verbotene Welle. Mit Illustrationen von Olena Otto-Fradina. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs. Voraussichtlich ab Juni 2017 erhältlich.

Buch-Infos: ca. 152 Seiten, 14,2 x 20,6 cm, Hardcover, zahlreiche s/w-Illustrationen, mit Fadenheftung, Euro 14,90, ISBN 978-3-977066-00-1

 

Leseprobe

 

Bestellen beim Verlag Monika Fuchs.

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Demantin, 2016

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Demantin, der junge König von Antrium, liebt die griechische Königstochter Sirgamot. Doch ihr Vater ist strikt gegen die Hochzeit. Immerhin ist Sirgamot erst zwölf Jahre alt. So zieht Demantin in die Welt, um Ruhm zu erwerben, den Namen seiner Geliebten durch seine Taten zu verherrlichen und sich dem griechischen König als Schwiegersohn zu empfehlen. Er besteht heldenhafte Kämpfe, erwirbt sich die Freundschaft der Königin und des Königs von England und besiegt ein schauriges Meerweib. Letzteres allerdings erweist sich als verhängnisvoll. Denn die sterbende Unholdin verflucht Demantin und prophezeit, dass seine Geliebte mit dem üblen König Contriok verlobt werden soll. Kann Demantin noch rechtzeitig zurückkehren, um die Hochzeit zu verhindern?

 

Berthold von Holle / Petra Hartmann: Demantin. Ein Ritter-Epos
128 Seiten | 12 x 17 cm | Softcover | Klebebindung |
Verlag Monika Fuchs | Hildesheim 2016
ISBN 9-78-3-940078-34-6
8,95 EUR

 

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Leseprobe

 

Crane, 2016

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Gayol, der Sohn des ungarischen Königs, hat in jugendlichem Übermut den alten Hofmarschall seines Vaters zum Wettkampf herausgefordert und eine peinliche Niederlage erlitten. Aus Scham flüchtet er und gerät ins Reich des deutschen Kaisers, wo er unerkannt unter dem Namen Crane (Kranich) eine Stellung als Kämmerer annimmt und bald sehr beliebt ist. Doch als der Fremde und die Kaiserstochter einander näher kommen und Hofbeamten Unzucht und eine unstandesgemäße Liebschaft wittern, beginnt eine schwere Zeit für Königssohn und Kaiserstochter. Kann Gayol sich auf die Treue Acheloydes verlassen? Und kann die lebensbedrohliche Krankheit der Prinzessin noch geheilt werden?

 

Berthold von Holle / Petra Hartmann: Crane. Ein Ritter-Epos
84 Seiten | 12 x 17 cm | Softcover | Klebebindung |
Verlag Monika Fuchs | Hildesheim 2016
ISBN 978-3-940078-48-3
6,95 EUR

 

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Leseprobe

Hut ab, Hödeken! 2015

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Ein rasender Bischof auf dem Rennstieg.
Wegweiser, die sich wie von Geisterhand drehen.
Jäger in Todesangst.
Bierkutscher mit unheimlicher Fracht.
Ein stammelnder Mönch,
der plötzlich zum brillanten Redner wird.
Sollte da Hödeken seine Hand im Spiel haben?
Sagen um einen eigenwilligen Geist
aus dem Hildesheimer Land,
frisch und frech nacherzählt
von Petra Hartmann.

 

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken!

Hildesheim: Verlag Monika Fuchs.

101 S., Euro 7,95.

ISBN 978-3-940078-37-7

 

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Leseprobe

Freiheitsschwingen, 2015

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Deutschland in den 1830er-Jahren: Für Handarbeit, arrangierte Ehe und Kinderkriegen hat die junge Bürgermeistertochter wenig übrig. Stattdessen interessiert sie sich für Politik und Literatur und greift sehr zum Leidwesen ihres Vaters selbst zur Feder, um flammende Texte für die Gleichberechtigung der Frau und die Abschaffung der Monarchie zu verfassen. Angestachelt von der revolutionären Stimmung des Hambacher Festes versucht sie, aus ihrem kleinbürgerlichen Dasein auszubrechen und sich als Journalistin zu behaupten. Gemeinsam mit ihrer großen Liebe verschreibt sie sich dem Kampf für ein freies, geeintes Deutschland und schlägt den Zensurbehörden ein Schnippchen. Die Geheimpolizei ist ihnen jedoch dicht auf den Fersen, und die junge Journalistin begeht den verhängnisvollen Fehler, ihre Gegner zu unterschätzen

 

Petra Hartmann: Freiheitsschwingen

Personalisierter Roman

München: Verlag Personalnovel, 2015

ca. 198 Seiten. Ab Euro 24,95.

(Einband, Schriftart und -größe, Covergestaltung etc. nach Wahl.)

 

Bestellen unter:

www.tinyurl.com/Freiheitsschwingen

 

Timur, 2015

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Wer ist der bleiche Jüngling im Verlies unter der Klippenfestung? Prinzessin Thia will ihn retten. Doch wer Timurs Ketten bricht, ruft Tod und Verderben aus der Tiefe hervor. Als der Blutmond sich über den Horizont erhebt, fällt die Entscheidung ...

 

Beigaben:

Nachwort zur Entstehung

Original-Erzählung von Karoline von Günderrode

Autorinnenbiografien

Bibliografie

 

Petra Hartmann: Timur

Coverillustration: Miguel Worms

Bickenbach: Saphir im Stahl, 2015.

ISBN: 978-3-943948-54-7

Taschenbuch, 136 S.

Euro 9,95

 

 

Ulf, 2015

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Ein Roman-Experiment mit ungewissem Ausgang: Ulf (Magisterstudent unbekannter Fachrichtung), stammt aus einem Dorf, das mehrmals jährlich überschwemmt wird. Zusammen mit Pastor Dörmann (Geistlicher unbekannter Konfession) und Petra (Biografin ohne Auftrag) überlegt er, was man dagegen tun kann. Als ein vegetarisches Klavier die Tulpen des Gemeindedirektors frisst und das Jugendamt ein dunkeläugiges Flusskind abholen will, spitzt sich die Situation zu. Nein, Blutrache an Gartenzwergen und wütende Mistgabelattacken sind vermutlich nicht die richtigen Mittel im Kampf für einen Deich ...
Mal tiefgründig, mal sinnlos, etwas absurd, manchmal komisch, teilweise autobiografisch und oft völlig an den Haaren herbeigezogen. Ein Bildungs- und Schelmenroman aus einer Zeit, als der Euro noch DM und die Bahn noch Bundesbahn hieß und hannöversche Magister-Studenten mit dem Wort "Bologna" nur eine Spaghettisauce verbanden.

 

Petra Hartmann:

Ulf. Ein Roman-Experiment in zwölf Kapiteln.

eBook

Neobooks 2015

Euro 2,99

Erhältlich unter anderem bei Amazon

Vom Feuervogel, 2015

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Ein Tempel in der Wüste. Heilige Männer, die sich dem Dienst des Feuervogels geweiht haben. Ein Hirtenjunge, der seinem Traum folgt. Aber wird der alte und kranke Phönix wirklich zu neuem Leben wiederauferstehen, wenn der Holzstoß niedergebrannt ist? Eine Novelle von Idealen und einer Enttäuschung, die so tief ist, dass kein Sonnenstrahl je wieder Hoffnung bringen kann.

 

Petra Hartmann:

Vom Feuervogel. Novelle.

Erfurt: TES, 2015.

BunTES Abenteuer, Heft 30.

40 Seiten, Euro 2,50 (plus Porto).

Bestellen unter:

www.tes-erfurt.jimdo.com

 

eBook:

Neobooks, 2015.

Euro 1,99.

Unter anderem bei Amazon

Nestis und die Hafenpiraten, 2014

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Endlich Sommerferien! Nestis und ihre Freunde freuen sich auf sechs Wochen Freiheit und Abenteuer. Doch ausgerechnet jetzt verhängt der Kronrat ein striktes Ausgehverbot für alle Meerkinder. Denn in der Nordsee treibt plötzlich ein furchtbares “Phantom” sein Unwesen. Möwen, Lummen und Tordalke werden von einem unheimlichen Schatten unter Wasser gezerrt und verschwinden spurlos.

Nestis beschließt, den Entführer auf eigene Faust zu jagen. Als ein Dackel am Strand von Achterndiek verschwindet, scheint der Fall klar: Die gefürchteten “Hafenpiraten” müssen dahinter stecken. Zusammen mit ihrem Menschenfreund Tom wollen die Meerkinder der Bande das Handwerk legen …

Petra Hartmann: Nestis und die Hafenpiraten
Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014
ISBN 978-3-940078-84-1
14,90 EUR

 

 

Leseprobe unter

 

www.tinyurl.com/nestis2

Blitzeis und Gänsebraten, 2014

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Weihnachten im Potte …

… ist so vielfältig wie die Menschen, die dort leben. Und deshalb findet sich auf diesem Bunten Teller mit 24 Hildesheimer Weihnachtsgeschichten für jeden etwas: romantische Erzählungen und freche Gedichte, Erinnerungen an die Nachkriegszeit, Geschichten von neugierigen Engeln, eifrigen Wichteln und geplagten Weihnachtsmännern. Der Huckup und die »Hildesheimer Weisen« fehlen auch nicht. Was es aber mit dem Weihnachtswunder an der B6 auf sich hat, erfahren Sie auf Seite 117. – Greifen Sie zu!

 

 

Petra Hartmann & Monika Fuchs (Hrsg.): Blitzeis und Gänsebraten. Hildesheimer Weihnachtsgeschichten.

Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014.

144 Seiten | 12 x 17 cm | Paperback |

ISBN 978-3-9400787-57-5
8,90 EUR

 

Leseprobe

Beim Vorderhuf meines Pferdes, 2014

Eingefügtes Bild

Das Messer zuckte vor. Fauchend wich die riesige Katze zurück. Doch nur, um sofort wieder anzugreifen. Das Mädchen, das auf dem Leichnam seiner Stute kauerte, schien verloren.
Acht Jahre ist Steppenprinzessin Ziris alt, als sie bei einem Sandkatzenangriff ihr Lieblingspferd verliert. Ist es wirklich wahr, was ihr Vater sagt? "Alle Pferde kommen in den Himmel ..."
Drei Erzählungen aus der Welt der Nearith über edle Steppenrenner, struppige Waldponys und die alte graue Stute aus Kindertagen.

Petra Hartmann: Beim Vorderhuf meines Pferdes. Neue Geschichten aus Movenna. eBook, ca. 30 Seiten. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014. Euro 0,99.

Erhältlich unter anderem bei Amazon.

Darthula, 2014

Eingefügtes Bild

Darthula ist die Tochter eines irischen Kleinkönigs, der über das nebelreiche Land Selama herrscht. Als schönste Prinzessin Irlands lebt sie allerdings nicht ungefährlich. Als sie den mächtigen König Cairbar abweist und ihm nicht als seine Braut folgen will, nimmt das Unheil seinen Lauf. Cairbar überzieht das kleine Selama mit Krieg und Vernichtung und rottet Darthulas Familie aus. Mit ihrem Geliebten Nathos wagt die junge Frau die Flucht über die stürmische See. Aber Wind und Wellen sind unzuverlässige Verbündete ...

Beigaben zur Neuausgabe:
Vorwort der Autorin mit Infos zur Entstehungsgeschichte
Übersetzung des "ossianischen Originals"
Autorinnenbiographie und Veröffentlichungsliste

Buch-Informationen:
Petra Hartmann: Darthula, Tochter der Nebel.
Bickenbach: Verlag Saphir im Stahl, 2014.
Taschenbuch. 126 S., Euro 9,95.
ISBN 978-3-943948-25-7

Bestellen bei Saphir im Stahl

Pressearbeit für Autoren, 2014

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Petra Hartmann, Autorin und langjährige Lokalredakteurin, gibt Tipps für die Pressearbeit vor Ort. Sie erklärt die Wichtigkeit der „Ortsmarke“ für eine Zeitung, gibt Tipps zum Schreiben von Artikeln, zum guten Pressefoto und zum Umgang mit Journalisten. Anschaulich, verständlich, praxisorientiert und für Autoren jedes Genres anwendbar.

Petra Hartmann: Pressearbeit für Autoren. So kommt euer Buch in die Lokalzeitung.
eBook. Neobooks, 2014. Ca. 30 Seiten.
Euro 1,99
Diverse Formate, für alle gängigen eBook-Reader.
Erhältlich z.B. bei Amazon, eBook.de, Thalia, Hugendubel, Weltbild u.a.

Nestis und der Weihnachtssand, 2013

Eingefügtes Bild

Als kleine Weihnachtsüberraschung gibt es für Fans des "großen" Nestis-Buchs "Nestis und die verschwundene Seepocke" jetzt ein kleines bisschen Weihnachtssand: Der Verlag Monika Fuchs hat aus der "Ur-Nestis", einem Helgoland-Märchen aus dem Jahr 2007, jetzt ein eBook gemacht. Mit einem wunderschönen Cover von Olena Otto-Fradina und mit ein paar exklusiven Einblicken in Nestis' Nordseewelt.

Klappentext:
"November 2007: Orkantief Tilo tobt über die Nordsee und reißt große Teile der Helgoländer Düne ins Meer. Wer soll nun die Robbenküste reparieren? Meerjungfrau Nestis wünscht sich einfach mal vom Weihnachtsmann 500.000 Kubikmeter Sand ..."

Bonus-Material:
Die Autorin im Interview mit Wella Wellhorn von der Meereszeitung "Die Gezeiten"
XXL-Leseprobe aus "Nestis und de verschwundene Seepocke"

Petra Hartmann: Nestis und der Weihnachtssand. Ein Helgoland-Märchen. Mit Illustrationen von Olena Otto-Fradina. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013. 99 Cent.

Erhältlich für den Amazon-Kindle

Nestis und die verschwundene Seepocke, 2013

Eingefügtes Bild


Eine ausführliche Leseprobe findet ihr hier:
www.tinyurl.com/nestis


Wütend stampft Meerjungfrau Nestis mit der Schwanzflosse auf. Ihre Schwester Undine ist von den Menschen gefangen worden – und weder Meerkönig noch Kronrat wagen, die Kleine zu retten. Aber Nestis fürchtet sich nicht einmal vor den furchtbarsten Monstern des Meeres. Zusammen mit ihren Freunden bricht sie auf zur Rettungsaktion, und es zeigt sich, dass tollpatschige Riesenkraken und bruchrechnende Zitteraale großartige Verbündete sind.
Petra Hartmann entführt ihre Leser in eine etwas andere Unterwasserwelt mit viel Humor und Liebe zum Detail. Trotz des phantastischen Meermädchen-Themas findet der Leser auch sehr viel naturnahe Beobachtungen aus Nord- und Ostsee, lernt die Meerbewohner und ihre Probleme kennen. Dabei werden unter anderem auch die Meeresverschmutzung, Fischerei und die wenig artgerechte Haltung von Haien in Aquarien behandelt.
Zauberhaft dazu die Zeichnungen von Olena Otto-Fradina.

Text: Petra Hartmann
Bilder: Olena Otto-Fradina
| Hardcover | 14,8 x 21 cm
Verlag Monika Fuchs | Hildesheim 2013
151 S., Euro 14,90
ISBN 978-3-940078-64-3


eBook:
Amazon-Kindle, 2154 KB
Euro 6,99
http://amzn.to/JJqB0b

Autorenträume, 2013

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Autorinnen und Autoren schicken ihre Leser in vergangene Zeiten, ferne Länder, phantastische Welten, spannende Abenteuer und bringen sie zum Träumen.
Wovon aber träumen Autoren? Vom Nobelpreis? Vom Bestseller? Vom Reich-und-berühmt-werden? Oder einfach nur davon, eines Tages vom Schreiben leben zu können? Vom Lächeln auf dem Gesicht eines Kindes, wenn das neue Märchen vorgelesen wird? Oder sind es schreckliche Albträume, die der angebliche Traumberuf mit sich bringt? Werden Schriftsteller nachts im Schlaf gar von Verlegern, Lektoren, Rezensenten oder Finanzbeamten bedroht?
Monika Fuchs und Petra Hartmann starteten eine »literarische Umfrage«, wählten aus den über 300 Antworten 57 phantasievolle Beiträge aus und stellten sie zu diesem Lesebuch zusammen. Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen des Autorenalltags und träumen Sie mit!
Von jedem verkauften Buch wird 1 Euro an das Hilfswerk Brot & Bücher e.V. der Autorin Tanja Kinkel gespendet, die auch das Geleitwort zum Buch schrieb.

Petra Hartmann und Monika Fuchs (Hrsg.):
Autorenträume. Ein Lesebuch.
ISBN 978-3-940078-53-7
333 S., Euro 16,90

Bestellen beim Verlag Monika Fuchs

Mit Klinge und Feder, 2013

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Phantasie statt Völkerschlachten - das war das Motto, unter dem die Phantastik Girls zur Schreibfeder griffen. Mit Humor, Gewitztheit und ungewöhnlichen Einfällen erzählen sieben Autorinnen ihre Geschichten jenseits des Mainstreams der Fantasy. Kriegerinnen und gut bewaffnete Zwerge gehören dabei genau so zum Personal wie sprechende Straßenlaternen, Betonfresser oder skurrile alte Damen, die im Bus Anspruch auf einen Behindertensitzplatz erheben. Dass es dennoch nicht ohne Blutvergießen abgeht, ist garantiert: Immerhin stecken in jeder der Storys sechs Liter Herzblut. Mindestens.

Mit Klinge und Feder. Hrsg. v. Petra Hartmann und Andrea Tillmanns.
Mit Geschichten von Linda Budinger, Charlotte Engmann, Petra Hartmann, Stefanie Pappon, Christel Scheja, Andrea Tillmanns und Petra Vennekohl.
Homburg/Saar: UlrichBurger Verlag, 2013. 978-3943378078
247 S., Euro 9.
Bestellen bei Amazon

eBook:
396 KB, Euro 5,49.
Format: Kindle
Bestellen bei Amazon

Das Serum des Doctor Nikola, 2013

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Berlin, 1927. Arbeitslos, pleite und mit der Miete im Rückstand: Bankierssohn Felix Pechstein ist nach dem "Schwarzen Freitag" der Berliner Börse ganz unten angekommen. Da erscheint das Angebot, in die Dienste eines fremden Geschäftsmannes zu treten, eigentlich als Geschenk des Himmels. Doch dieser Doctor Nikola ist ihm mehr als unheimlich. Vor allem, als Felix den Auftrag erhält, Nikola zu bestehlen ...

Petra Hartmann: Das Serum des Doctor Nikola
Historischer Abenteuerroman.
ISBN 978-3-938065-92-1
190 S., 12,95 Euro.
Bestellen beim Wurdack-Verlag

Leseprobe

Hörbuch: Der Fels der schwarzen Götter, 2012

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Bei einer Mutprobe begeht der junge Ask einen folgenschweren Fehler: Er schlägt einem der schwarzen Götter die Nase ab. Der unscheinbare Dreiecksstein wird Auslöser eines der blutigsten Kriege, die das Land jemals erlebt hat.
Bald wissen die Völker des Berglandes nicht mehr, wen sie mehr fürchten sollen: die schwarzen Götter, die weißen Dämonen oder die sonnenverbrannten Reiter aus den fernen Steppen ...

Der Fels der schwarzen Götter.
Hörbuch. 8 Stunden, 57 Minuten.
Sprecherin: Resi Heitwerth.
Musik: Florian Schober.
Action-Verlag, 2012.
CD/DVD: 16,95 Euro
mp3-Download: 11,95 Euro

Hörbuchfassung des 2010 im Wurdackverlag erschienenen Buchs "Der Fels der schwarzen Götter".

Drachen! Drachen! 2012

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Frank G. Gerigk & Petra Hartmann (Hrsg.)
DRACHEN! DRACHEN!
Band 01, Drachen-Anthologie
ISBN: 978-3-89840-339-9
Seiten: 384 Taschenbuch
Grafiker: Mark Freier
Innengrafiker: Mark Freier
Preis: 14,95 €
Bestellen beim Blitz-Verlag

Fatal wäre es, Drachen zu unterschätzen! Wer glaubt, genug über sie zu wissen, hat schon verloren.
Diese 23 meisterlichen Geschichten aus verschiedenen literarischen Genres belegen, dass das Thema aktuell, überraschend und packend ist – und gelegentlich fies!

Die Autoren:
Rainer Schorm, Achim Mehnert, Andrea Tillmanns, Malte S. Sembten, Frank G. Gerigk, Christel Scheja, Fiona Caspari, Hendrik Loy, Christiane Gref, Linda Budinger, Miriam Pharo, Carsten Steenbergen, Rebecca Hohlbein, Frank W. Haubold, Melanie Brosowski, Astrid Ann Jabusch, Thomas R. P. Mielke, Karsten Kruschel, Marc A. Herren, Petra Hartmann, Monika Niehaus, Uwe Post.
Originalveröffentlichung!

Nächste Lesungen / Termine

Lesungen

 

Donnerstag, 9. Dezember: Märchenhaftes zum Advent. Lesung in der Reihe "Frankenberger Winterabende", Frankenberger Kirche, Frankenberger Plan in Goslar. Beginn: 20 Uhr. Teilnahme mit Voranmedlung und unter G2+-Bedingungen. Anmeldung hier: https://kgfrankenber...urch-events.de/

 

Samstag, 18. Dezember: Weihnachtsmärchen in der Goslarer Kneipe "Zum Trollmönch"Trollmönch 2, 38640 Goslar. Beginn: 19.30 Uhr.

Coronabedingt abgesagt.

 

Sonntag, 19. Dezember: Weihnachtsmärchen in der Goslarer Kneipe "Zum Trollmönch", Trollmönch 2, 38640 Goslar. Beginn: 19.30 Uhr.

Coronabedingt abgesagt.

 

 

 

Buchmessen, Cons, Büchertische

 

Freitag bis Sonntag, 29. April bis 1. Mai 2022: Marburg-Con.

 

 

 

 

Links

Meine Heimseite:

www.petrahartmann.de

 

Facebook-Autorenseite:

www.facebook.com/AutorinPetraHartmann/

 

Seite der Nestis-Serie:

www.nestis.net

 

Nestis auf Facebook:

www.facebook.com/nestis.net/

 

Nestis auf Twitter:

https://twitter.com/NestisLogbuch

 

Die Falkin auf Facebook:

https://www.facebook.com/FalkinValkrys

 

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Biografie

Petra Hartmann, Jahrgang 1970, wurde in Hildesheim geboren und wohnt in Sillium. Sie studierte Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft in Hannover. Auf den Magisterabschluss folgten die Promotion mit einer Doktorarbeit über den jungdeutschen Schriftsteller Theodor Mundt und ein zweijähriges Volontariat bei der Neuen Deister-Zeitung in Springe. Anschließend war sie dort fünf Jahre Lokalredakteurin. Ferner arbeitete sie für die Leine-Zeitung in Neustadt am Rübenberge, die Nordsee-Zeitung in Bremerhaven, die Neue Presse in Hannover und die Volksstimme in Gardelegen. Derzeit ist sie bei der Goslarschen Zeitung beschäftigt.
Als Schriftstellerin liebt sie vor allem das fantastische Genre. Sie verfasst hauptsächlich Fantasy und Märchen. Bekannt wurde sie mit ihren Fantasy-Romanen aus der Welt Movenna. Mit den Abenteuern der Nordsee-Nixe Nestis legte sie ihre erste Kinderserie vor. Sie errang mit ihren Geschichten dreimal den dritten Platz bei der Storyolympiade und wurde 2008 mit dem Deutschen Phantastik-Preis ausgezeichnet.

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Leserunden zum Nachlesen

Leserunde zu "Darthula, Tochter der Nebel" auf Lovelybooks. Mit Autorin Petra Hartmann und Cover-Künstler Miguel Worms: http://www.lovelyboo...nde/1201913120/

 

Leserunde auf Lovelybooks zu "Nestis und die verschwundene Seepocke": Mit Autorin Petra Hartmann und Verlegerin Monika Fuchs:

http://www.lovelyboo...nde/1166725813/

 

Leserunde auf Lovelybooks zu "Mit Klinge und Feder": Mit den Autorinnen Linda Budinger, Petra Hartmann, Stefanie Pappon, Christel Scheja, Andrea Tillmanns und Petra Vennekohl: http://www.lovelyboo...nde/1156671163/

 

Leserunde zu "Falkenblut" auf Lovelybooks: https://www.lovelybo...263/2687604262/

Geschichten über Nestis

Bücher
"Nestis und die verschwundene Seepocke. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013.
"Nestis und die Hafenpiraten. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014.

"Nestis und die verbotene Welle. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2017.

 

Mini-Buch

"Nestis und der Weihnachtssand. Ein Helgoland-Märchen." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2017.

eBooks
"Nestis und der Weihnachtssand. Ein Helgoland-Märchen." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013.
"Nestis und die verschwundene Seepocke. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013.

"Nestis und die Hafenpiraten. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014.

Hörbuch
"Eine Hand voll Weihnachtssand." In: Petra Hartmann: "Weihnachten im Schneeland". Gelesen von Karin Sünder. Mit Musik von Simon Daum. Essen: Action-Verlag, 2010. (mp3-Download und CD-ROM)

Beiträge zu Anthologien
"Weihnachtssand für Helgoland." In: "Wenn die Biiken brennen. Phantastische Geschichten aus Schleswig-Holstein." Hrsg. v. Bartholomäus Figatowski. Plön: Verlag 71, 2009. S. 163-174.

Hödeken-Lesestoff

Buch

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken! Sagen aus dem Hildesheimer Land. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs. 101 S., Euro 7,95. ISBN 978-3-940078-37-7. Unter anderem erhältlich bei Amazon.

 

Hörbuch

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken! Sagen aus dem Hildesheimer Land. 2 CD. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs. Euro 14,95. ISBN: 978-3940078414. Unter anderen erhältlich bei Amazon.

 

eBook

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken! Sagen aus dem Hildesheimer Land. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs.

 

Geschichten

Das Wagenrennen auf dem Rennstieg. In: Hildesheimliche Autoren e.V.: Hildesheimer Geschichte(n). Ein Beitrag zum 1200-jährigen Stadtjubiläum. Norderstedt: Book on Demand. 196 S., Euro 9,99. ISBN 978-3734752698. Unter anderem erhältlich bei Amazon.

Die glücklose Hasenjagd. In: MVP-M. Magazin des Marburger Vereins für Phantastik. Marburg-Con-Ausgabe. Nr. 19b. S. 36-40.

 

Lesung

Das Wagenrennen auf dem Rennstieg, Radio Tonkuhle, Sendung vom April 2015.

 

Movenna-Kompass

Übersicht über die Romane und Erzählungen aus Movenna


Bücher

Geschichten aus Movenna. Fantasy. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2004. 164 S.
Ein Prinz für Movenna. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2007. 188 S.
Der Fels der schwarzen Götter. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2010. 240 S.

 

eBooks

 

Geschichten aus Movenna. Fantasy. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.
Ein Prinz für Movenna. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.
Der Fels der schwarzen Götter. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.

Beim Vorderhuf meines Pferdes. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.

Hörbuch

Der Fels der schwarzen Götter. Action-Verlag, 2012.


Movennische Geschichten in Anthologien und Zeitschriften

Die Krone Eirikirs. In: Traumpfade (Anthologie zur Story-Olympiade 2000). Hrsg. v. Stefanie Pappon und Ernst Wurdack. Dresden, 2001. S. 18-25.
Flarics Hexen. In: Geschöpfe der Dunkelheit (Anthologie zur Story-Olympiade 2001). Hrsg. v. Stefanie Pappon und Ernst Wurdack. Dresden, 2002. S. 22-28.
Raubwürger. In: Kurzgeschichten, September 2004, S. 20f.
Furunkula Warzenkraish. Elfenschrift, dritter Jahrgang, Heft 2, Juni 2006. S. 10-14.
Der Leuchtturm am Rande der Welt. In: Elfenschrift, vierter Jahrgang, Heft März 2007, S. 18-21.
Gewitternacht. In: Im Bann des Nachtwaldes. Hrsg. v. Felix Woitkowski. Lerato-Verlag, 2007. S. 57-60.
Pfefferkuchen. In: Das ist unser Ernst! Hrsg. v. Martin Witzgall. München: WortKuss Verlag, 2010. S. 77-79.
Winter-Sonnenwende. In: Mit Klinge und Feder. Hrsg. v. Petra Hartmann und Andrea Tillmanns. Homburg/Saar: UlrichBurger Verlag, 2013. S. 51-59.
Der Reiter auf dem schwarzen Pferd. Ebd. S. 60-68.


Movennische Geschichten in Fanzines

Föj lächelt. In: Alraunenwurz. Legendensänger-Edition Band 118. November 2004. Hrsg. v. Christel Scheja. S. 23.
Raubwürger. In: Drachenelfen. Legendensänger-Edition Band 130. Januar 2006. Hrsg. v. Christel Scheja. S. 3-5.
Goldauge. In Phantastische Geschichten mit den Phantastik Girls. (Broschüre der Phantastik Girls zum MarburgCon 2007)


Aufsätze

Wie kann man nur Varelian heißen? Über das Unbehagen an der Namensgebung in der Fantasy. In: Elfenschrift, 5. Jahrgang, März 2008. S. 16f.


Movennische Texte online

Aus "Geschichten aus Movenna":
König Surbolds Grab
Das letzte Glied der Kette
Brief des Dichters Gulltong
Der Kranich
Die Rückkehr des Kranichs

Aus "Ein Prinz für Movenna":
Der Leuchtturm am Rand der Welt
Furunkula Warzenkraish
Gewitternacht

Aus "Der Fels der schwarzen Götter":
Der Waldalte
Hölzerne Pranken
Im Bann der Eisdämonen

Die Bibliothek der Falkin

Übersicht über die Romane und Novellen über die Walküre Valkrys, genannt "die Falkin"

Bücher

Die letzte Falkin. Heftroman. Dortmund: Arcanum Fantasy Verlag, 2010.
Falkenblut. Sibbesse: Hottenstein-Verlag, Sommer 2020.

eBooks

Falkenblut. Vier Fantasy-Romane. eBook-Ausgabe. Chichili und Satzweiss.com, 2012. (vergriffen)

Falkenfrühling. Novelle. eBook. Dortmund: Arcanum Fantasy Verlag, 2011. (vergriffen)

Falkenfrühling. Novelle. In: Best of electronic publishing. Anthologie zum 1. Deutschen eBook-Preis 2011. eBook. Chichili und Satzweiss.com, 2011. (unter anderem erhältlich bei Thalia und Amazon)


Aufsatz

Aegirs Flotte – ein Nachruf. In: Fandom Observer, Dezember 2011. S. 16-18. Online-Magazin und Blogversion

Die Schlagzeile, 2011/2012

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Petra Hartmann: Die Schlagzeile.
Personalisierbarer Roman.
PersonalNovel Verlag, 2011.
eBook: PersonalNovel, 2012.
Personalisieren und bestellen

Verschlafen und idyllisch liegen sie da, die Orte Barkhenburg, Kleinweltwinkel und Reubenhausen. Doch dann stört der Diebstahl einer Heiligenfigur die Ruhe: Ein jahrhundertealter Hass bricht wieder aus und ein hitziger Streit entflammt, der aus Freunden Feinde und aus friedlichen Nachbarn sich prügelnde Gegner macht. Mittendrin: Eine Journalistin, die bereit ist, für eine Schlagzeile im Sommerloch alles zu geben. Mit viel Einsatz und einer Prise Humor versucht sie, das Geheimnis um die verschwundene Hubertus-Statue aufzuklären, und muss sich dabei mit erregten Politikern, aufgebrachten Dorfbewohnern und einem nervösen Chefredakteur herumschlagen. Aber die Journalistin lässt sich nicht unterkriegen – bis ihr ein Anruf fünf Minuten vor Redaktionsschluss die Schlagzeile zunichtemacht...

Falkenblut, 2012

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Petra Hartmann: Falkenblut.
Vier Romane in einem Band.
E-Book
Satzweiss.com - chichili agency, 2012.
3,99 Euro

 

Nicht mehr lieferbar!

Neuausgabe in Vorbereitung.


Die Abenteuer der jungen Walküre Valkrys beginnen an ihrem ersten Arbeitstag und ausgerechnet dort, wo die germanischen Götter- und Heldensagen enden: Ragnarök, die Endzeitschlacht, ist geschlagen, Götter und Riesen haben sich gegenseitig aufgerieben, die wenigen Überlebenden irren ziellos durch die Trümmer des zerbrochenen Midgard. An der Seite des neuen Götterkönigs Widar muss sich Valkrys nun behaupten. Dabei trifft sie auf Jöten, Thursen, Reifriesen, Seelenräuberinnen, Werwölfe, Berserker, Hexen, riesenhafte Meerungeheuer und das furchtbare Totenschiff Naglfari. Leseempfehlung ab 12 Jahren.

Meine Bücher 1998 - 2011

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Petra Hartmann
Falkenfrühling
eBook
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN: 978-3-939139-59-1

Wegen Verkauf des Arcanum-Verlags ist die Ausgabe nicht mehr erhältlich, aber die Zweitveröffentlichung in der eBook-Anthologie "Best of electronic publishing" gibt es noch als epub oder Kindle-Ausgabe.

Valkrys träumt davon, eine echte Walküre zu sein. Sie springt, noch Kind, vom Dach des Langhauses.
Alle Ermahnungen ihrer Eltern sind vergeblich, sie macht sich an den Aufstieg zum Gipfel der nahen Klippe, besessen vom "Traum vom Fliegen" ...

Fünfter Platz beim Deutschen eBook-Preis 2011.

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Petra Hartmann
Die letzte Falkin
Roman.
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN 978-3-939139-62-1
Bestellen beim Arcanum-Verlag

Blut und Tod, so weit die Falkenaugen reichen: So hatte sich Valkrys ihren ersten Flug als Walküre nicht vorgestellt. Ragnarök, die Endzeit-Schlacht, ist geschlagen. Die Götter tot, die Welt ein Flammenmeer, das Götterreich Asgard droht, in die Tiefe zu stürzen. Einzig Vidar, den Sohn und Erben Odins, kann die Walküre retten. Doch der neue Götterkönig schweigt sich über seine Ziele aus …


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Petra Hartmann
Der Fels der schwarzen Götter
Roman
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-64-8
Bestellen beim Wurdack-Verlag


Hochaufragende Felswände, darin eingemeißelt weit über tausend furchteinflößende Fratzen, die drohend nach Norden blicken: Einer Legende zufolge sind die schwarzen Klippen das letzte Bollwerk Movennas gegen die Eisdämonen aus dem Gletscherreich.
Doch dann begeht der junge Ask bei einer Mutprobe einen folgenschweren Fehler: Er schlägt einem der schwarzen Götter die Nase ab. Der unscheinbare Dreiecksstein wird Auslöser eines der blutigsten Kriege, die das Land jemals erlebt hat. Und die Völker des Berglandes wissen bald nicht mehr, wen sie mehr fürchten sollen: die schwarzen Götter, die weißen Dämonen oder die sonnenverbrannten Reiter aus den fernen Steppen ...


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Petra Hartmann
Darthula
Heftroman
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN 978-3-939139-32-4
Bestellen beim Arcanum-Verlag


Darthula, die schönste Prinzessin der Nebellande, beschwört Krieg, Tod und Vernichtung über ihr heimatliches Selama herauf, als sie den Heiratsantrag des mächtigen Königs Cairbar ausschlägt. Zusammen mit ihrem Geliebten flüchtet sie in einem kleinen Segelboot übers Meer. Doch Wind und Wellen sind unzuverlässige Verbündete ...


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Petra Hartmann
Weihnachten im Schneeland
Hörbuch
Action-Verlag
Download bei Audible
CD bestellen beim Action-Verlag

WEIHNACHTEN IM SCHNEELAND von Petra Hartmann vereint vier wundervolle Kurzgeschichten für Kinder ab 6 Jahren. Schon die Titel regen die Phantasie der Kleinen an und verleiten zum Schmunzeln und Staunen:
- "Der Reserve-Weihnachtsmann"
- "Die Weihnachts-Eisenbahn"
- "Eine Handvoll Weihnachtssand"
- "Paulchen mit den blauen Augen"



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Petra Hartmann
Ein Prinz für Movenna
Paperback
Wurdack Verlag
ISBN 3-938065-24-9
Bestellen

Mit dem Schild oder auf dem Schild
- als Sieger sollst du heimkehren oder tot.
So verlangt es der Ehrenkodex des heldenhaften Orh Jonoth. Doch der letzte Befehl seines sterbenden Königs bricht mit aller Kriegerehre und Tradition: "Flieh vor den Fremden, rette den Prinzen und bring ihn auf die Kiesinsel." Während das Land Movenna hinter Orh Jonoth in Schlachtenlärm und Chaos versinkt, muss er den Gefahren des Westmeers ins Auge blicken: Seestürmen, Riesenkraken, Piraten, stinkenden Babywindeln und der mörderischen Seekrankheit ....


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Petra Hartmann
Geschichten aus Movenna
Paperback
Wurdack Verlag
ISBN 3-938065-00-1
Bestellen


Verwünschte Hexen!
Warum zum Henker muß König Jurtak auch ausgerechnet seinen Sinn für Traditionen entdecken?
Seit Jahrhunderten wird der Kronprinz des Landes Movenna zu einem der alten Kräuterweiber in die Lehre gegeben, und der Eroberer Jurtak legt zum Leidwesen seines Sohnes großen Wert auf die alten Sitten und Gebräuche. Für den jungen Ardua beginnt eine harte Lehrzeit, denn die eigenwillige Lournu ist in ihren Lektionen alles andere als zimperlich ...


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Wovon träumt der Mond?
Hrsg. v. Petra Hartmann & Judith Ott
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-37-2
Bestellen

Der Mond - König der Nacht und gleichsam Verbündeter von Gut und Böse ... Seit jeher ranken sich Legenden voller Glauben und Aberglauben um sein Licht, das von den einen als romantisch verehrt und von den anderen als unheimlich gefürchtet wird. Seine Phasen stehen für das Werden und Vergehen allen Lebens, er wacht über die Liebenden, empfängt die Botschaften der Suchenden, Einsamen und Verzweifelten und erhellt so einiges, was lieber im Dunkeln geblieben wäre. 39 Autorinnen und Autoren im Alter von 12 bis 87 Jahren sind unserem nächtlichen Begleiter auf der Spur gewesen. In 42 erfrischend komischen, zutiefst nachdenklichen und manchmal zu Tränen rührenden Geschichten erzählen sie die Abenteuer von Göttin Luna und Onkel Mond, von erfüllten und verlorenen Träumen, lassen Perlmuttschmetterlinge fliegen und Mondkälber aufmarschieren. Und wer denkt, dass nur der Mann im Mond zuweilen die Erde besucht, irrt sich! Auch umgekehrt erhält er gelegentlich unverhofften Besuch dort oben.


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Drachenstarker Feenzauber
Herausgegeben von Petra Hartmann
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-28-0
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Öko-Feen, Büro-Feen, Todes-Feen und Bahn-Feen, geschäftstüchtige Drachen, goldzahnige Trolle, Sockenmonster, verzauberte Kühlschränke, Bierhexen, Zwirrrrrle, Familienschutzengel, Lügenschmiede, ehrliche Anwälte, verarmte Zahnärzte und andere Märchenwesen geben sich in diesem Buch ein Stelldichein.
51 Märchenerzähler im Alter von zwölf bis 76 Jahren haben die Federn gespitzt und schufen klassische und moderne Märchen, lustige, melancholische, weise und bitterböse Erzählungen, so bunt wie das Leben und so unvergesslich wie das Passwort eines verhexten Buchhalters.


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Zwischen Barrikade, Burgtheater und Beamtenpension.
Die jungdeutschen Autoren nach 1835.
ibidem-Verlag
ISBN 978-3-89821-958-7
Bestellen beim Ibidem-Verlag


"Das Junge Deutschland“ – dieser Begriff ist untrennbar verbunden mit dem Bundestagsbeschluss vom 10. Dezember 1835, durch den die Werke der fünf Schriftsteller Heinrich Heine, Theodor Mundt, Karl Gutzkow, Ludolf Wienbarg und Heinrich Laube verboten wurden. Das Verbot markierte Höhe- und gleichzeitig Schlusspunkt einer literarischen Bewegung, die erst wenige Jahre davor begonnen hatte. Die Wege der Autoren trennten sich. Und doch gab es auch danach immer wieder Begegnungen und Berührungspunkte.
Petra Hartmann zeichnet die Wege der Verbotenen und ihrer Verbündeten nach und arbeitet Schnittstellen in den Werken der alt gewordenen Jungdeutschen heraus. Sie schildert insbesondere die Erfahrungen der Autoren auf der Insel Helgoland, ihre Rolle in der Revolution von 1848, aber auch die Versuche der ehemaligen Prosa-Schriftsteller, sich als Dramatiker zu etablieren. Irgendwo zwischen Anpassung und fortwährender Rebellion mussten die Autoren ihr neues Auskommen suchen, endeten als gescheiterte Existenzen im Irrenhaus oder als etablierte Literaten, die doch körperlich und seelisch den Schock von 1835 nie ganz verwunden hatten, sie leiteten angesehene Theater oder passten sich an und gerieten nach Jahren unter strenger Sonderzensur beim Publikum in Vergessenheit. Die vorliegende Untersuchung zeigt, was aus den Idealen von 1835 wurde, wie vollkommen neue Ideen – etwa die Debatte um Armut und Bildung – in den Werken der Jungdeutschen auftauchten und wie die Autoren bis zum Ende versuchten, ihr „Markenzeichen“ – ihren Stil – zu bewahren.


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Von Zukunft trunken und keiner Gegenwart voll
Theodor Mundts literarische Entwicklung vom Buch der Bewegung zum historischen Roman
Aisthesis-Verlag
ISBN: 3-89528-390-8
Bestellen beim Aisthesis-Verlag

Theodor Mundt - Schriftsteller, Zeitschriftenherausgeber, Literaturwissenschaftler und Historiker - verdankt seinen Platz in der Literaturgeschichte vor allem dem Umstand, daß seine Veröffentlichungen am 10. Dezember 1835 verboten wurden. Das vom deutschen Bundestag ausgesprochene Verbot, das sich gegen die vermeintlichen Wortführer des "Jungen Deutschland", Heine, Gutzkow, Laube, Wienbarg und eben Theodor Mundt richtete, war vermutlich die entscheidende Zäsur in den literarischen Karrieren aller Betroffenen. Daß sie mit dem schon berühmten Heinrich Heine in einem Atemzug genannt und verboten wurden, machte die noch jungen Autoren Gutzkow, Laube, Mundt und Wienbarg für ein größeres Publikum interessant. Doch während Gutzkow und auch Laube im literarischen Bewußtsein präsent blieben, brach das Interesse an Mundt und seinen Werken schon bald nach dem Verbot fast gänzlich ab. Seine weitere Entwicklung bis zu seinem Tod im Jahr 1861 wurde von der Literaturwissenschaft bislang so gut wie vollständig ignoriert. Diese Lücke wird durch die vorliegende Studie geschlossen. Nachgezeichnet wird der Weg von den frühen Zeitromanen des jungen Mundt bis hin zu den historischen Romanen seines Spätwerks.


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Faust und Don Juan. Ein Verschmelzungsprozeß,
dargestellt anhand der Autoren Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Wolfgang von Goethe, Nikolaus Lenau, Christian Dietrich Grabbe, Gustav Kühne und Theodor Mundt
ibidem-Verlag
ISBN 3-932602-29-3
Bestellen beim Ibidem-Verlag


"Faust und Don Juan sind die Gipfel der modernen christlich-poetischen Mythologie", schrieb Franz Horn bereits 1805 und stellte erstmalig beide Figuren, speziell den Faust Goethes und den Don Giovanni Mozarts, einander gegenüber. In den Jahren darauf immer wieder als polar entgegengesetzte Gestalten aufgefaßt, treten Faust und Don Juan in den unterschiedlichsten Werken der Literaturgeschichte auf.

Bei Lenau sind sie Helden zweier parallel aufgebauter Versepen, bei Grabbe begegnen sie sich auf der Bühne und gehen gemeinsam zugrunde. Theodor Mundt stellt als Lebensmaxime auf, man solle beides, Faust und Don Juan, in einer Person sein und beide in sich versöhnen.

Anhand der Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Wolfgang von Goethe, Nikolaus Lenau, Christian Dietrich Grabbe, Gustav Kühne und Theodor Mundt zeichnet Petra Hartmann die Biographien Fausts und Don Juans in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach, einer Zeit, die beide Helden stark prägte und auch für heutige Bearbeitungen beider Stoffe grundlegend ist.

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