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Eine Idee

Geschrieben von T. Lagemann , 02 September 2011 · 2619 Aufrufe

Der Tittardsberg hat nun wirklich nichts mit SF zu tun. Weder gibt es dort futuristisch anmutende Gebäude, noch kann man von ihm aus besonders gut die Sterne sehen. Und, äh, Kornkreise finden sich in seiner Nähe auch nicht - mehr als eine das Tempo reduzierende Steigung ist der Tittardsberg nicht. Und doch kam mir genau dort die Idee zu einem SF-Roman. Oh, es war nicht bloß die Idee, die da war. Eigentlich war es der ganze Roman.

Hätte ich die Hände nicht gebraucht, um den Lenker zu halten, ich hätte mir erst mal ausgiebig die Augen gerieben. Denn: Was will ich mit einem SF-Roman? SF lesen, okay, das macht Spaß. Aber schreiben? Es gibt angenehmere Methoden, meine Zeit zu verschwenden. Auf den letzten Kilometern nach Hause schob ich die Beantwortung der letzten Frage dennoch erst mal ganz nach hinten. Ich ging all die Für oder Wider des Romans durch. Und stieß - natürlich - auf große Lücken. Andrerseits fand sich in diesem Spontaneinfall all das, was für einen unterhaltsamen SF-Roman wichtig ist: Das Weltall, eine Raumstation, Artefakte außerirdische Intelligenzen, Männer und Frauen ...

Okay, dachte ich, sag nicht sofort "Nein", schlaf mal drüber. Und denke gründlich über die Idee nach. Nachdenken über eine Idee bedeutet ja nicht, dass ich sie umsetzen muss.

Am nächsten Morgen funktionierte die Idee noch immer (bzw.: Ich fand sie immer noch gut) - und: die Lücken begannen sich zu schließen. Auch und gerade im Gespräch mit meiner Freundin. Und die so, öhm, fies war und sagte "Dann weißt du ja, was du an langen Winterabenden machen kannst ..." Nee, gerade das möchte ich nicht, meine Zeit damit verschwenden, einen Roman zu schreiben, den nachher keiner liest. Ich gehöre nun mal nicht zu der leidenschaftlichen Sorte von Schreibern, die schreiben müssen. Denen Schreiben Glück ist. Und die es mit Zufriedenheit erfüllt, wenn sie einen Roman abgeschlossen haben. Für mich ist Schreiben eine Tätigkeit wie Sport oder Gartenarbeit (oder Spülen). Ich mache es, weil ich es kann. Aber ich kann es auch lassen.

Doch zurück zur Idee: Natürlich flattern die Enden des Romans noch ziemlich offen herum ... Aber, hey, das tun sie, weil ich verschiedene Abläufe durchspiele und auf ihre Plausibilität prüfe. Funktionieren tun sie - bislang - alle. Entsprechend bunt sind die Fahnen, die hoch oben am Mast im Wind knattern. Welche ich dort wehen lasse, sollte ich den Roman schreiben?

Darüber mehr in den nächsten Wochen ... Und auch darüber, ob ich den Roman überhaupt schreibe. Als Gedankenspiel werde ich ihn aber auf jeden Fall erhalten - auch in Form von Beiträgen hier in das Blog. Mir gefällt die Vorstellung sehr, ggfs. nur darüber zu schreiben, wie ich keinen SF-Roman schreibe (und vor allem: warum!).

In diesem Sinne wink2.gif
Tobias



Hi Tobias smile.gif

Ich habe deinen Post hier jetzt einige Male gelesen, und bin immer wieder auf einen ganz besonderen Punkt gestoßen:

Das Schreiben eines Romans, insbesondere Science Fiction, ist Zeitverschwendung??

Warum?

Nur weil ihn am Ende vielleicht doch keiner liest?

Nun, das stimmt so nicht ganz, mit dem Lesen.
immerhin bist DU derjenige, der diesen fraglichen Text auf alle Fälle lesen wird wink.gif
Wenn du es schaffst, ein paar zuverlässige Testleser zu "erbeuten", die dich auf Fehler aufmerksam machen, sind es schon ein paar Leser mehr, oder?

Frag mich bitte nicht, wieviele Romane, Novellen und Kurzgeschichten ich seit meinem 16.Lebensjahr geschrieben habe, die nie ein Mensch gelesen hat!
Du wärst erschüttert wink.gif
Frage dich nicht, was diese "Arbeit" für dich finanziell einbringen könnte. Frage dich lieber, ob dir das Schreiben selber schon Spaß bereitet.
Kein Hobby ist so preiswert, wie das Schreiben.

Es ist allerdings ein einsames Geschäft, und du wirst noch viel öfter solche Reaktionen zu hören bekommen, wie die deiner Freundin (kenne ich inzwischen in umpfzig Varianten. Könnte ich beinahe ein Buch drüber schreiben:"Tausend Reaktionen und Antworten auf die Frage, ob man mit dem Schreiben beginnen soll", Lustloskonsum-und-bequem-mit-der-Menge-treiben-lassen Verlag, 48. Auflage biggrin.gif)

Wenn ich aber so darüber nachdenke ... ne, lass es lieber bleiben.
Lustloses Schreiben ist fades Schreiben.
Und wenn dir schon einen Kopf daürber machst, ob du überhaupt beginnen sollst ... vergisses.
Da kann man seine Zeit wirklich besser investieren.

RTL guggen, X-Box daddeln, seinem Lebenspartner gleich welchen Geschlechts auf die Nerven fallen, frieren ... äh ... ich meinte chillen ... wink.gif

LG

Dirk smile.gif
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Hi Alfred smile.gif

Nun ... diesem Irrglauben, dass eben jeder schreiben kann, bin ich ja selber auch aufgesessen biggrin.gif
Hat mich ein paar schlaflose Nächte gekostet, bis ich festgestellt habe, dass Schreiben und Schreiben zwei verschiedene Paar Hosen sind.
Die einen passen spätestens nach der Grundschule, für die anderen sollte man sich an ein strenges Trainings- und Diätprogramm halten.
Viel lesen, wenig fernsehen, Freundschaften auf harte Bewährungsproben stellen (weil man eben ncht mehr für jeden Unfug spontan zu haben ist) ...
Aber eine Antwort auf die ultimative Frage "Alter, kannst du überhaupt schreiben?", habe ich bis heute nicht gefunden.

Deswegen eben mein Rat, es wirklich sein zu lassen, wenn man sich zu Beginn seiner "Karriere" schon fragt, ob man es überhaupt tun sollte.

Ich kann nur für mich sprechen, aber da war NIE die Frage ob ich schreiben sollte, oder was es mir persönlich bringen könnte.
Die einzigen Fragen, die ich mir heute noch stelle sind:

- Schaffe ich das überhaupt mit meinem "Können"?
- Was muss ich noch lernen, um die Idee vernünftig umzusetzen?
und zuletzt ...
- Wem könnte das in welcher Form gefallen?

Alles andere, also wann ich überhaupt zwischen Familie, Job und Freunden schreiben soll, wieviel ich schreiben soll, was meine Nachbarn und mein Umfeld davon halten, ist mir total wurst wink.gif

Und wenn das nicht gegeben ist ... *kopfschüttel*
Dann ist das Schreiben wahrlich kein guter Zeitvertreib.

Okay, Sprechstunde beendet wink.gif

Jetzt gehe ich mal wieder fröhlich alle Klischees über Zombies und postapokalyptische Abenteuergeschichten auf den Kopf stellen biggrin.gif

Ich liebe es einfach, frei von der Leber weg herumzuspinnen wink.gif
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T. Lagemann
Sep 05 2011 10:20
Hallo Dirk,

ZITAT(Dirk @ 04.09.2011, 11:16)
Hi Tobias smile.gif

Ich habe deinen Post hier jetzt einige Male gelesen, und bin immer wieder auf einen ganz besonderen Punkt gestoßen:

Das Schreiben eines Romans, insbesondere Science Fiction, ist Zeitverschwendung??

Warum?

Nur weil ihn am Ende vielleicht doch keiner liest?

Nun, das stimmt so nicht ganz, mit dem Lesen.
immerhin bist DU derjenige, der diesen fraglichen Text auf alle Fälle lesen wird wink.gif
Wenn du es schaffst, ein paar zuverlässige Testleser zu "erbeuten", die dich auf Fehler aufmerksam machen, sind es schon ein paar Leser mehr, oder?

Frag mich bitte nicht, wieviele Romane, Novellen und Kurzgeschichten ich seit meinem 16.Lebensjahr geschrieben habe, die nie ein Mensch gelesen hat!
Du wärst erschüttert wink.gif
Frage dich nicht, was diese "Arbeit" für dich finanziell einbringen könnte. Frage dich lieber, ob dir das Schreiben selber schon Spaß bereitet.
Kein Hobby ist so preiswert, wie das Schreiben.

Es ist allerdings ein einsames Geschäft, und du wirst noch viel öfter solche Reaktionen zu hören bekommen, wie die deiner Freundin (kenne ich inzwischen in umpfzig Varianten. Könnte ich beinahe ein Buch drüber schreiben:"Tausend Reaktionen und Antworten auf die Frage, ob man mit dem Schreiben beginnen soll", Lustloskonsum-und-bequem-mit-der-Menge-treiben-lassen Verlag, 48. Auflage biggrin.gif )

Wenn ich aber so darüber nachdenke ... ne, lass es lieber bleiben.
Lustloses Schreiben ist fades Schreiben.
Und wenn dir schon einen Kopf daürber machst, ob du überhaupt beginnen sollst ... vergisses.
Da kann man seine Zeit wirklich besser investieren.

RTL guggen, X-Box daddeln, seinem Lebenspartner gleich welchen Geschlechts auf die Nerven fallen, frieren ... äh ... ich meinte chillen ... wink.gif

LG

Dirk smile.gif


Schreiben bereitet mir in der Tat wenig bzw. keine Lust/Spaß. Aber es ist eine interessante Tätigkeit. Gerade auch im Hinblick auf das Lösen von Problemstellungen. Im Falle von "Oberon" habe ich genau das: Kann ich einen SF-Roman schreiben? Das Genre ist mir fremd, also ist es eine Herausforderung, mich darauf einzulassen.

Natürlich muss die Beantwortung dieser Frage - kann ich es? - für mich in einem ausreichenden Kosten-Nutzen Verhältnis stehen. Nur um mir zu zeigen, dass ich einen SF-Roman schreiben kann (und der von Testlesern gelesen wird), muss ich ihn nicht schreiben. Da kann ich meine Zeit sinnvoller nutzen. Zumal es für mich arg nach Selbstverliebtheit aussähe, würde ich das Ding nur für mich schreiben. Aber einen Roman zu schreiben, an dem Leser/innen ihre Freude haben, ja, das würde sich lohnen (vor allem deshalb, weil er dann gekauft werden würde).

Damit ist die Aufgabenstellung recht klar umrissen: Den Stoff so aufzubereiten, dass er für mehr als nur ein paar Testleser lesenswert und damit kaufenswert ist.

Schaffe ich diesen ersten Schritt, mache ich vielleicht auch den zweiten Schritt - mich an die Arbeit. Und, nein, die muss mir keinen Spaß machen, ich muss sie nur machen. An der Stelle nun mein Lieblingsspruch zum Schreiben: "Schreiben ist 5% Inspiration und 95% Transpiration".

Viele Grüße
Tobias
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Hallo Tobias.

Na denn ... viel Glück thumb.gif, auch wenn ich deine Einstellung nicht teile.

Immerhin hast du ja schon ein paar Veröffentlichungen im Rücken, was ich von mir nicht behaupten kann wink.gif

LG

Dirk
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