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Kais Komik Blokk



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Prinz Eisenherz, Band #1-#2 [Bocola/2006f(1937-1940)]

Geschrieben von yiyippeeyippeeyay , 30 May 2018 · 202 Aufrufe
20.Jhdt., Bocola, *Foster
Im April - yo, wieder eine ziemliche Verspätung, sorry - entschied ich mich, Anschaffung/Sammlung der deutschsprachigen Gesamtausgabe von Hal Fosters ganzseitiger Zeitungsserie Prince Valiant - zur dt. Titelvariante, s. Titel dieses Blogeintrags - zu wagen, erstmal nur die ersten 2 Bände, maximal bis zum letzten Foster-Band.

 
Foster ist ein wahrer "Storyteller", wie ich solche schon öfter hier im Blokk vorstellte: Er dachte sich die zusätzlichen Figuren aus im Umfeld "in the days of King Arthur", also insbes. den norwegischen, oft als altertümlicher MacGyver agierenden, Prinzen selbst (in den Bildtexten namentlich immer nur "Valiant", oder kurz "Val", genannt) und seine ritterlichen Freunde und Familie aus; bei den Ersteren nimmt er die aus Morte d'Arthur bereits bekannte Figur des Ritter Gawain, und verleiht ihr noch ein paar zusätzliche Eigenschaften - als Mann von Welt, der schöne Frauen mehr liebt als ungestümes Kämpfen, im Gegensatz zu seinem (anfänglichen) Knappen Eisenherz. Vor allem aber brilliert Foster bei den Zeichnungen - er machte alles selber vom Entwurf, zur Tuschung bis zur oft filigranen Kolorierung. In einer Perfektion, die bis heute nur schwer seinesgleichen findet! Der Realismus, die Schattierungskunst, die Dynamik der Action-Szenen, große Luftbilder alter Schlösser, die Stimmung eines hellgelben Mondes am violetten Himmel...

 
Daher ist dieser 80-Jahre-alte Comic - allerdings entschied sich Foster aus Liebe fürs gelungene Bild in fast jedem Panel gegen Text-im-Bild oder Sprechblasen - noch heute vielen im Westen geläufig!

 
Im 1. Band sehen wir Val als Jungen in den ostenglischen Sümpfen aufwachsen, wohin die Vertreibung seines Vaters von der Heimatinsel Thule sie verbannt hat; viele Seiten beschreiben wie der Junge sich an den teils phantastischen Herausforderungen (Riesenechsen u.a.) mißt und abhärtet. Als junger Erwachsener geht er dann auf Reisen und kommt auf Umwegen zum "Singenden Schwert", einer Schwesterwaffe zum berühmten Schwert in Artus' Hand; wenn das Schwert "singt", verleiht es Eisenherz in Duellen oft die Oberhand. Im 2. Band hilft er dann dem König, der zum zigsten Mal von angreifenden Sachsen aus dem Osten behelligt wird, und zwar genau in jener Sumpflandschaft, die der Prinz so gut kennt, mit trickreichem Rat den Sieg einzufahren, trotz numerischer Überlegenheit der Invasoren - und Artus schlägt ihn prompt noch auf dem Schlachtfeld zum Ritter. Er hat nun eine feste Bleibe im leuchtenden Camelot - von Foster wie eine typische Fantasy-Stadt, mit riesiger zentraler Kuppel dargestellt! - aber begibt sich im restlichen 2. Band auf seinen ritterlichen Quest, wobei er u.a. den Hunnen in Europa in die galoppierenden Hufe grätscht und hilft, ihren Siegeszug zu beenden...

 
Foster vertritt die in den 30ern zunehmende ordentlich-konservativere Sicht auf ein erfülltes Leben - mit klaren Geschlechter-Rollen, christlichen Werten (obwohl angenehmerweise nicht übermäßig) und blutigen Heldentaten gegen offensichtlich Bösem. Nur bei Letzterem merkt man m.E. zu deutlich, dass der Stoff gealtert ist - denn die fratzenhafte Darstellung von vielem Fremden entspricht den eugenischen Irrungen der Entstehungszeit der vorliegenden Zeitungsseiten, und der Jahrzehnte davor (ich denke da z.B. an die morphologische Kategorisierung von Möchtegern-Einwanderern in NYC vor ziemlich genau 110 Jahren). Frauen kommen zwar mädchen- oder damenhaft daher, sind aber öfter starke Persönlichkeiten, die wissen, was sie wollen, und nicht nur lieblich zurückhaltend auf ritterliche Rettung wartend. :thumb:

 
Fosters Detailverliebtheit - man achte auf die 4 "Eck"-Briefmarken, die eine Zeit lang jede Seite im 2. Band dekorieren! - und seine große Zeichenkunst, wie auch der Ideenreichtum seines Protagonisten machen diese wunderbar vollen, bildgewaltigen Seiten zu einem Muss! Auch die tollen, teils bebilderten & historisch fundierten Einführungen durch Übersetzer Fuchs überzeugen - Letztere waren der zusätzliche Auslöser, warum ich mich zu dieser neuen Dauer-Investition letztendlich entschied. -- Eine klingende Empfehlung & schöne Reise in die eigene Jugend-Wochenendzeitungs-Lesezeit!

 




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Monstress [Manga Cult/2016f]

Geschrieben von yiyippeeyippeeyay , 02 April 2018 · 489 Aufrufe
Manga Cult, 21.Jhdt.

Monstress-2-Cover Der Februar fiel dieses Jahr aus, u.a. wg. Berliner Grippe. Dann & bis vorgestern, also im März, las ich dann das aktuelle "Hyper"-Manga MONSTRESS, davon die 1. 2 Bände. (Warum nicht auch gleich den gerade erschienenen 3.? S. unten.)

Die selbstlobende* Autorin Liu hat hier ein diffiziles Konstrukt gebaut - eine von Ozean umgebene Landmasse auf irgendeiner fremden Welt, wo es ursprünglich 3 sprachbegabte Arten gab: Menschen, Katzen (allerdings oft mit mehr als 1 Schwanz, bis hin zu echten "cats o' nine tails"! q:D) und die "Alten"; Letztere sind tierartige Immerlebende, die mit diversen Dingen, die diese Inselwelt zu bieten hat, interagieren - u.a. den Menschen, mit denen zusammen sie in der Vergangenheit Mischlinge namens "Arkane" zeugten. Letztere sind meist an ihrem Aussehen zu erkennen, da sie das ein oder andere tierische Merkmal haben - u.a. gibt es Nixen mit echsenartigen Schwimmhautohren, und ein Fuchsjunges das die Heldin ständig begleitet, auch wenn Letztere das nicht immer gut findet.

Die Heldin ist ein von der umwerfend talentierten Zeichnerin Sakeda als besonders schöne Teenagerin dargestelltes Mysterium, das Maika Halbwolf heißt. Vom Nachnamen her also eine Arkane, aber sie sieht völlig menschlich aus, allerdings mit einem (anfangs) handlangen Stumpf als linken Arm. Maika wird zusammen mit anderen Arkanen an die ziemlich menschen-/arkane-verachtende "verrückt-wissenschaftlernde" Schwesterschaft der Cumaea als Sklavin bzw. mögliches "Material" für deren Experimente verkauft, wo sie allerdings nicht lange bleibt. Denn es stellt sich heraus dass diese Miss noch ganz andere Talente verbirgt, und wenn diese ausbrechen, wird das wankende Gleichgewicht der Mächte auf der Rieseninsel restlos ins Kippen kommen...

Layouts, Färbung und Inking sind sehr gelungen, der komplexe Plot & Weltenbau beeindruckend... und all dies hommagiert klassische Manga-Memen wie z.B. lieblich-glupschäugige Tiermenschenkinder & Martial-Arts-Gargoyles, hier häufiger als sonst weiblich. Warum also verspürt der Rezensierende am Ende des 2. Bandes (dessen Cover oben zu sehen ist) kaum noch Lust weiter zu lesen?

Letztendlich ist er wohl nicht die Zielgruppe (nichts Neues) - kein Horrorfan, keiner der unnötige "ungeschminkte" Brutalität braucht um Authentizität vermittelt zu bekommen. In Essenz geht die Brutalität in manchen Szenen in den bisherigen Bänden einfach zu sehr ins Mark: So gut wie jede etwas länger vorkommende Nebenfigur wird abgeschlachtet, vorzugsweise mit tiefen Schnitten am oberen Torso oder Hals - Köpfen ist beliebt! - und v.a. nervt, dass auch oft kindliche Figuren verstümmelt, verbrannt oder sonstwie gemetzelt werden.

Das wirkt nach, insbesonders wenn das Visuelle so perfekt glänzend wie hier daher kommt. Daher nur bedingt empfehlenswert; es kann sein, dass ich nun nach dem 2. Band abbreche...



(* In ihrem Resumé am Ende der Bände steht immer dass sie Comic-Texten am MIT lehrt - mann darf ihre Schreibe also nicht ungut finden!! q;))




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World of Wakanda [Marvel/2017]

Geschrieben von yiyippeeyippeeyay , 16 February 2018 · 352 Aufrufe
21.Jhdt., Marvel

Sehr verspätet für den Januar, dafür inzwischen fast zeitgleich zum Black-Panther-Filmbeginn, dieser erneute Ersatz für die eigentlich geplante Bandserien*-Besprechung, weil ich von diesem Band erst in einer tollen Rezension des Films in der aktuellen TIME was mit bekam... und ihn mir dann unbedingt noch zur sofortigen Verblokkung bestellen musste. Zum Glück dauerte die Zustellung nur 2 kurze Arbeitstage!

 

Während ich wartete, las ich mich ein bisschen ins Entstehen ein: Seit den erfolgreichen Auftritten der Panther-Rolle in den Cap.-America-Filmen startete Marvel, wieder mal neues potenzielles Reboot-Gold leckend, die Papierserie neu, bei einem #1er-Heft, wobei von Anfang an diesmal eine US-afro-amerikanische Autorin, Ta-Nehisi Coates eine wesentliche Rolle spielte. Ich hörte davon, ließ es aber erstmal sein; ich hatte Black Panther nie so recht vor die Brille bekommen, vielleicht auch wg. Stan Lees klischeehaftem Aufbau der patriarchalisch-erbköniglichen Staatsstruktur - dieses Detail u.a. eine typische Sicht der westlichen Welt auf Schwarzafrika, und m.E. einer zukunftsträchtigen Fantasie-Nation dort nicht recht würdig.

Scheinbar hatte dann Marvel aber vor 2 Jahren dann noch die Idee einen komplett von Frauen gestalteten Seitenzweig auf Papier zu bringen: World of Wakanda. Coates sollte Story-Pilot bleiben, aber als Texterin gewann Marvel die (mir eher nicht) bekannte feministische Essayistin Roxane Gay... Allerdings wurde die Hauptserie dann schon nach 5 Heften eingestellt, angeblich wg. Käuferdesinteresse! Es folgte dann noch ein 6. Heft mit einer Kurzgeschichte über den White Tiger, und in allem außer der Farbgebung ohne Frauen zustande gekommen. (Letztere, plus eine Bonusstory über eine junge Nigandanerin, sind hier im Sammelband dabei; sie sind beide lesenswert, aber ich bespreche sie nicht weiter hier im Blokk.)

 

Um so schöner dass jetzt nochmal in einem gut aussehenden Sammelband in Händen zu halten! Der dann in echt dort landete vor 2 Tagen!

 

Der erste Eindruck ist also positiv, obwohl Bildnerin Martinez recht einfach visuell antritt, gelegentlich von Tuscher Poggi (♂!) unterstützt, wobei insbes. dem Gesamteindruck v.a. die Kolorierung durch Rachelle Rosenberg Glanz & Haltung gibt! Ein respektvoller virtueller Knicks vor Letzterer!

 

Um so mehr musste ich staunen wie trocken und gestelzt die Dialoge sich dann lasen! Zwar ist der Plot, der das Zustandekommen der 2 "Mitternachtsengel" aus der Dora Milaje** beschreibt, toll & innovativ (s. nächsten Absatz), und auch der Stil der Dialoge klingt ein wenig wie manches afrikanische Märchen, das ich kenne, aber in einem modernen Umfeld wirkt fast alles Gesagte etwas unwirklich. Daraufhin habe ich mir ihre Schreibe vor Comics - dies ist ihr erster Gehversuch in der Welt der Sprachblasen - mal genauer angelesen, und was ich anlas vom Bad-Feminist-Band (s. "Essay"-usw.-Link oben, dort nach dem Titel suchen, klicken) fand ich so gut & anders geschrieben, dass ich den Band nun wahrscheinlich bestellen werde. Aber eben ein ganz anderer Stil als hier im Comic. :confused:

 

Der Grundplot der zunehmend rebellierenden Gardenmitglieder Ayo & Aneka ist andererseits ziemlich genial. Er fußt auf ihrer lesbischen Liebe und dem wirklich interessanten Twist, dass Mitglieder der Garde - denn nur um deren Berufsalltag-in-Bereitschaft geht es, & der Panther taucht so gut wie nie auf - sich bereit halten müssen, als nächste Ehefrau des Königs von ihm gewählt zu werden!! Das mit der Liebe wird derart ausführlich und in schönen/warmen Bildern ausgebreitet, wie selten in einem Mainstreamcomic. Mir gefiel DAS sehr gut! Wie auch, dass sich heraus stellt, dass die wakandische Staatsgewalt - Polizei & Justiz - sich doch als recht patriarchalisch entpuppt, trotz aller vermeintlichen paradiesischen Zustände im Land! (Bin gespannt, ob das im Film vorkommt! :qdevil:)

 

Ich kann mir also leider vorstellen, dass diese Dialoge, der ganze ernste feministische Ton der Story, sowie ev. die stark ausgedrückte lesbische Liebe, eher dazu führten, dass die Heftreihe bald eingestellt wurde. Ton & Liebes-Subplot fand ich dagegen gut. Zum Glück wird der Geschichtsbogen einigermaßen zufriedenstellend beendet, zum Ende des Hefts #5.

 

Fazit: Ein Band, der eher wg. seines besonderen/kurzen gender-politischen Zustandekommens lesenswert ist, oder wenn man mal sehen will, was ein fast nur weibliches - fast nur "nicht-weißes" - Team so bauen kann. Schade, dass es so schnell zu Ende ging! Und das Oeuvre der SACH-Autorin Gay will ich näher kennenlernen.

 

(* Die 4 tapferen Paper Girls schaffen es auch, nochmal so 6+ Wochen zu warten, hoffe ich! / ** Heißt übersetzt "Die Zu Bewundernden" - die kampfnonnenartige Garde wakandischer Frauen, die Mitglieder der königlichen Familie mit ihrem oft körperlichen Einsatz schützen - also die Königliche Garde. / DANKE an Boris vom Otherland, Berlin, fürs blitzschnelle Besorgen!)




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She-Hulk - Die Entführung [Condor/1989(1985)]

Geschrieben von yiyippeeyippeeyay , 31 December 2017 · 373 Aufrufe
20.Jhdt., Condor, *Byrne, Marvel

Eingefügtes Bild


Zum Jahresabschluss erneut etwas Älteres vom Altmeister/Storyteller John Byrne - dieser Marvel-Special von 1985, der 4 Jahre später vom dt. Condor-Verlag auf deutsch erstveröffentlicht wurde: She-Hulks "Zementierung" in ihrer grünen Hünenform, und wie es durch eine fragwürdige Aktion des S.H.I.E.L.D.-Geheimdienstes - damals nur ein US-amerikanisch, und nicht weltweit, agierender wie im MCU - dazu kam.
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Letzteres finde ich interessant im Sinne der Entwicklung dieses Dienstes im MCU, u.a. auch in der Serie Agents of S.H.I.E.L.D.. Dort wird er ja von Hydra, der Post-Nazi-Untergrund-Verbrecherorganisation des Red Skulls, unterwandert, und dadurch im 2. Cap-America-Film letztendlich zerstört. Schon Mitte der 80er hat Byrne also schon Zweifel in seinen Plot eingebaut, ob das mit so einer übermächtigen "guten" Organisation auf Dauer hinhauen kann.

Als She-Hulk zusammen mit u.a. ihrem Freund/Liebhaber/Mitstreiter Wyatt Wingfoot von S.H.I.E.L.D. im Comic gekidnappt wird, um sich dann auf einem Riesen-Helicarrier ( q:o juhuu!) wiederzufinden, ist sie als qualifizierte Anwältin - bis dahin in ihrer normalmenschlichen Ur-Persona Jennifer Walters, die übrigens auch einen grandiosen kurzen Auftritt hat in diesem Band! - entsprechend schockiert wegen der offensichtlichen Verletzung der Menschenrechte, die hier von seiten der "Guten" geschieht. Der Plot dreht dann noch unerwarteterweise ins Ekelhorrormäßige ab, bevor sie und u.a. Wyatt wieder festen Boden unter den Füßen haben. Kurz davor gab's eine teils atomare Explosion, die u.a. Jennifer dazu "verdammt", ein grünes 2,x-meter-großes Kraftpaket mit dunkelgrüner Mähne auf Dauer zu bleiben...
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Das Visuelle entspricht Byrnes bekannterer X-Men-Phase in punkto Schliff, wurde aber offensichtlich von ihm selbst getuscht, und wirkt daher ein wenig "dünner" als bei Profi-Tuschern wie Joe Sinnott. Offensichtlich hatte er aber riesigen Spaß bei der vollen Nutzung der größeren Seiten einer Special-Ausgabe z.B. in dem ersten 2-seitigen "Plakat", als Shulkie & Wyatt zum ersten Mal kapieren, wo sie genau nach der Abduktion gelandet sind. :thumb:

Die Farben von Koloristin DeMulder sind für damalige Verhältnisse recht gut. (Ein Comic-Konsument ist einfach mit vielfachen digitalen Möglichkeiten heuer etwas verwöhnt, und findet daher ev. 30-jahre-alte Werke entspr. "lahm". Man versetze sich in die Zeit...)

Männliche Bewunderer dieser von Stan Lee relativ spät erdachten Figur erinnern sich bestimmt auch v.a. an diesen Band, weil es mehrere Stellen gibt, wo die große Dame gezwungen wird, sich auszuziehen. Aber Byrne umgeht das Nacktheits-Verbot des damaligen Kodex der Comic Code Authority mit Eleganz...

Fazit: Sehenswerter Solo-Auftritt der starken Dame, inkl. einiger Grenzgänge des berühmten Autors/Bildners in punkto politischen und feministischen Realismus, die sich wohltuend vom damaligen Mainstream abhoben!

P.S.: Der obige Cover wurde offensichtlich von den Condorianern nachgemalt! Ausnahmsweise haben wir hier also einen Fall, wo der Inhalt eines Comics besser gezeichnet ist als der Cover! :P


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Selfie [JaJa/2016]

Geschrieben von yiyippeeyippeeyay , 02 December 2017 · 426 Aufrufe
21.Jhdt., JaJa

Selfie-Cover Eigentlich wollte ich für den November über die tolle neue Bandserie Paper Girls berichten, aber ich bekam den letzten (3.) Band erst heute in Hände, und schaffe das irgendwie nicht heuer. (Dann wohl erst im neuen Jahr.) Zeit also, anstatt dessen mal wieder eine(n) Berliner Comicschaffende(n) auf die Blokk-Bühne zu holen, diesmal Zeichnerin Juno Pilgram mit diesem coolen kleinen/kurzen Comic.

Weil momentan global verhandelt wird die aktuelle Generation (nach Generation Y, oder Generation Y2K) die Generation Selfie zu nennen, und weil der Cover so schön "sciffy" aussah, fiel mir dieses Juwelchen kürzlich ins Auge. Eine unbenannte bohnenförmige junge Dame, mit schnuffeligen Bärenöhrchen - oder sind es etwa Hörner einer kleenen Teufelin, wa? - macht säuselig 'rum mit ihrem Smartphone, anfangs um ein besseres Profilbild in Fuzzybuk oder wasimmer einzustellen, u.a. damit der von ihr Angebetene in der Schule dieses "likt". (Was er aber nie tut.)

Sie müht sich mit immer aufwändigeren - echt-erlebten! - Hintergründen ab, inkl. einer Reise auf die Zugspitze o.ä.. All to no avail. Sie sinkt erschöpft darnieder & prompt bekommt das Profilbild ein Eigenleben...

Das Comic ist kurz, eigentlich nur ein länglicher Witz, aber mir gefiel der schwarze & selbstreflektierende Humor sehr. Mir gefiel auch der diszipliniert einfach gehaltene Zeichenstil, mit gekonntem Einsatz der schwarzen Teile jedes Panels. Die Punchline am Ende ist cool - wofür Handy-Accessoirs alles genutzt werden können! :qdevil:

Bin gespannt was der Berliner Verlag - s. auch P.S. - noch alles so heraus bringt...

Fazit: Ein Pixi-Buch - aus Berlin! - für Erwachsene bzw. allgemein solche, die gerade ein wenig Abstand von den aSozialen Medien nehmen. q:)d

P.S.: Anekdote zum Kauf bei Hugendubel am Hermannplatz in Berlin... Die Dame - ungefähr meinen Alters - an der Kasse wand sich schmerzverzerrt an einen Kollegen, mit "3 Mal hab ich nun schon die ISBN* dieses Buches eingegeben, aber der Computer mag mich mal wieder nicht..." Er: "Ja, ja, das ist bei Sachen vom JaJa-Verlag öfter so!" -- Ich versuchte sie zu trösten, letztendlich mit dem Spruch, "Keine Macht den Maschinen!" Ich glaub sie fand den ein wenig doof. Aber zum Comic passte er, merkte ich später... :P



(* Alles am Buch ist handschriftlich, also gibt's auch nicht den üblichen Barcode! q:D)




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(Special:) Kinoplakatkunst x 10 [über 90 Jahre!]

Geschrieben von yiyippeeyippeeyay , 05 November 2017 · 595 Aufrufe
20.Jhdt., 21.Jhdt., *Ross

A. Ross Heldenbild-Thumbnail Ich oute mich zeichentechnisch: Ich habe in jungen Jahren ziemlich viel gezeichnet, zuerst waren es einfache Nachahmungen meiner Lieblingsvorlagen, meist von Marvel, später ging es mehr ins Cartoonische (z.B. für eine Uni-Zeitung) & die ein oder andere Gelegenheit wie z.B. Grußkarten oder das ein oder andere "lustige" Kollegenbild. Professionell eher nie.

 
Daher finde ich's angemessen, mal für den - etwas herbstverschlafenen - Oktober-Beitrag mich aufs rein Zeichnerische zu konzentrieren: Anlass ist das aktuelle Plakat für die neuste Fortsetzung einer bekannten - öhm, Science Fantasy? - Reihe, die bald in die Kinos kommt, auch StarWars VIII genannt. (Im Archiv-"Anhang" ist es die Bilddatei "9.jpg"!)

Eine Reihe von 10 Plakaten möchte ich besprechen; sie sind alle in einem verschlüsselten*, downloadbaren Archiv zu finden, von 0 bis 9 durchnummeriert. Die Plakate sind mit einer Ausnahme alles gemalte/gezeichnete Plakate - eine m.E. großartige Kunst, die heute nur noch einige Kinos überm Eingang anwenden, und die wohl bald in Vergessenheit geraten könnte. Sie sind einigermaßen chronologisch angeordnet, mit einigen thematisch gruppierten Ausnahmen. Auch sind es alle persönliche Favoriten, ohne Anspruch auf besondere kulturhistorische Güte...

  • METROPOLIS = Langs früher Klassiker über eine übermenschliche Stadt der Zukunft inspirierte diese klassischen einfachen Linien und gezeichneten Texturen, die sich bis in die Sechziger auf (auch Reise-) Plakaten hielten. Ich mag den symmetrischen Aufbau, mit der - damals sicherlich auf einem Filmplakat sehr fremd wirkenden! - Figur & ihrem kantigen Gesicht, das den Menschen vorm Plakat fast schon verwundert anstarrt. Das Plakat ist eine Fantasie, und verrät wenig über das, was dem staunenden KinogeherInnen dann aufwartet! (Die Farblosigkeit war damals, scheint mir, üblich, obwohl bei einem gezeichneten Bild natürlich nicht zwingend. Aber das in diesem Punkt normal Wirkende stützt hier ja ev. den phantastischen Schreckmoment...)
  • 2001 = In den 60ern waren spektakuläre gemalte farbige Filmplakate mit viel Dynamik bei Blockbusterfilmen gern gesehen. Auch die durch den das kubricksche Shuttle folgenden "Kondensstreifen" angedeutete Dynamik ist typisch für Plakate der 60er & 70er, so wie ich sie in Erinnerung habe. Gefällt! Auch tut das das "Beleuchtungs"-Design dieses Bildes - der warm-gelbe Abflugsschacht im ansonsten meist technisch-farblos gehaltenen Umfeld der Raumstation. Starke Sogwirkung auf den (damaligen) Teenager!
  • THOR I = Der 1. Kinofilm zum Comic-Donnergott lief natürlich erst vor 10 Jahren an, aber dieses coole Alternativplakat feiert den anderen Trend der Sechziger - ein kleveres reduktionistisches Design, mit nur wenigen Farben & eher schemenhaft gezeichnet. Ein ziemliches Fundstück in unserer Zeit. Genial auch die Einbindung der Tragschlaufe des Hammers in den Filmtitel...
  • KING KONG = Das 70er-Jahre-Remake eines größeren Studios, das u.a. auch die Karriere von der m.E. großen Schauspielerin Jessica Lange begründete, ist meine Lieblingsverfilmung der verkorksten Geschichte um den großen schwarzen Mann in Affenform, der westliche (auch Eigentums-)Werte bedroht. Das m.E. beste Plakat allerdings ist dieses gemalte zum OST-Album! Das Riesenwesen zeigt gleichzeitig Angst & Kraft - letztere indem es einfach die Eckkante des World Trade Centers benutzt um daran außen hoch zu klettern. Die "brautgeraubte" Blondine ist durch ihr Festkrallen auf seiner Schulter & ihre Haltung eher eine Alliierte als ein hilfloses Opfer. Die Lichteffekte in diesem Bild sind sehr gelungen - die Betreiber der mächtigen Lichtquellen sind auch gleichzeitig das, vor dem die beiden flüchten...
  • BRAZIL = Dieser phantastische Film lebt u.a. vom Absurden, dass sich hinter jeder Plotecke versteckt. Außerdem wird niederschmetternd das irre Wesen jeder größeren Bürokratie parsifliert. Gleichzeitig gibt es hoffnungsvolle Momente, wenn auch etwas überzeichnet. ALL das gibt dieses großartige Plakatbild her - ich mag v.a. diese unendliche Schubladenwand aus der der Engel versucht zu entkommen. Wieder wird virtuos mit Licht gespielt, diesmal auch mit dem Dunklen, den Schatten außerhalb des riesigen Spots im Off. Die durch wegflatternde Aktenblätter angedeutete Bewegung ist dann noch das i-Tupferl.
  • SPECIES = In den 80ern erschienen immer mehr phantastische Filme mit sehr starken weiblichen Rollen - einer der späten Filme dieser Phase ist dieser Mittneunziger-Fall. Ich finde die Balance zwischen dem typisch "verletzlichen" Imago einer schönen Frau, und der bedrohlichen Macht des formwandelnden Aliens hier gelungen. Letzteres liegt offensichtlicherweise in der körperlichen Ausstattung des Wesens, wenn es mal die menschliche Haut hinter sich lässt - sein Torso hier, seine Beine, und ein Arm - aber auch in dem kühlen Blick von Natasha Henstridge. Die leuchtenden Augen erinnern an das Klischee, das hier "gebaut" wurde - eine den meisten Männern gefallende "10"er-Frau muss natürlich grüne Augen haben. Dabei wurde m.E. das Bild so entworfen/koloriert, dass es auch eine potenzielle weibliche Zuschauerschaft anspricht - ein Wink in diese Richtung sind ev. die rosafarbenen Rücken-"Spoiler"...
  • JUSTICE LEAGUE = Dieses Bild des aktuell anstehenden DCEU-Beitrags fällt natürlich aus der Reihe, da es ein (bearbeitetes, immerhin) Foto ist, aber ich hab's mit drin, weil es eine ganz offensichtliche Hommage an einen kinoplakatmalerischen Meister ist, Alex Ross, dessen 1. Sammelbild der "Silver Age"-SuperheldInnen aus der D.C.-Welt (man klicke auf das kleine Bild hier im Blokk-Eintrag oben rechts!) fast exakt dieselben Posen & Beleuchtungseffekte anbot. Ross brach vor einigen Jahren mit seinem Debütwerk Marvels gefühlt alle Rekorde für realistische Darstellung von Comicfiguren - jedes weitere Werk von ihm wird seitdem mit Spannung erwartet! (Wenn ich mich nicht irre, kam die Vorlage für das Kinoplakat aus der Kingdom-Come-Miniserie.)
  • STAR WARS Ep. IV = Kommen wir nun zum abschließenden Plakaten-Trio, alle zur StarWars-Reihe im Kino. Urheber Lucas meinte mal, die ersten Filme seien eigentlich keine S.F., sondern eher Märchen - was ja unschwer auch an den Worten zu erkennen ist, mit denen jeder Film der Hauptreihe beginnt: "Vor langer langer Zeit"... Bei diesem ersten Plakat wurde nach einer Vorlage ein Bild von einem schwert-hochhaltenden Kämpen und der sexy vor ihm halb-knieenden Prinzessin, dem neuen Film entsprechend umgemünzt: Leia, so wie sie (leider, dachte damals der 17-jährige Teenager nach 1. Filmsichtung) nie erscheint, aber mit gezücktem Blaster in der Hand ("cool!" juchzte der Teenie), und Luke mit blitzendem Lichtschwert, seine Brust auch so entblößt, wie nie in den Filmen, beide umgeben von einer erdfarbenen, offensichtlich windigen Wüstenumgebung... Die rasende Hundertschaft X-Wings links im Hintergrund unterstreicht den Filmtitel. Und im dunklen Hintergrund der den Beobachter direkt ansehende, maskierte Kopf von Darth Vader - diese bedrohliche Fratze im Hintergrund wurde zu einer Tradition bei so gut wie allen weiteren Haupt-Filmplakaten der Reihe!
  • STAR WARS Ep. V = Der Ton dieses tollen und "realistischeren" - weil selbstbewussteren? - Plakatbildes ist schon wieder anders. Es gibt mehr Farben. Filmszenen werden dargestellt - v.a. Luke erscheint in einer toll-dynamischen Pose! Die S.F.-Elemente sind deutlicher zu erkennen, z.B. Chewbacca und die Söldner, wie auch der durchs Bild kreuzende M. Falke. Und natürlich droht wieder Vader aus dem Weltraumhintergrund...
  • STAR WARS Ep. VIII = Das aktuelle Plakat des bald kommenden 8. Teils spielt nun mit der sich über Jahrzehnte entwickelten Tradition der SW-Vorgänger. Vader ist nicht mehr zu sehen, aber dafür nun ein viel älterer Luke an der Stelle, wo sein maskierter Vater sonst "stand". (Wenn man das Plakat aus weiterer Ferne ansieht, behaupten einige Fans, sind die hellen & dunklen Stellen des ganzen Bildes trotzdem genau so angeordnet wie die der Vader-Maske!) Die guten & bösen Lichtschwerter werden parallel gehalten aber in entgegen gesetzter Richtung. Leia guckt versteinert aus dem roten Drumherum den Beobachter direkt an. Der sonst in der oberen Hälfte zu findende "explosive" Effekt der anderen Plakate wird nun durch diese das Zentrum anfliegenden Bodeneffekt-Vehikel über weißer Oberfläche, hinter sich aber roten Staub aufwirbelnd, am unteren Rand des Bildes verursacht. Klasse!

 
Möge es noch lange große, farbige & dynamische - und am liebsten gemalte! - Kinoplakate geben! M.a.W. möge es noch lange Kinos geben, die solche Plakate an Häuserwänden usw. "fördern"!

 
(* das Kennwort für den Archiv-"Anhang" - s. Link oben im Text - ist eine mehrstellige Zahl: Das multiplikative Produkt der 4-stelligen Jahreszahl des Erscheinens des 1. StarWars-Films in den 70ern, mal der höchsten vorkommenden Ziffer in Bildnamen im Archiv, mal der Anzahl weiblicher Mitglieder der Avengers, zur Zeit des 2. Films des Teams! Ausrechnen & Archiv - übrigens ca. 3,5MB groß - dann damit "knacken"!)




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Komplete Kolor KRAZY KAT Vol. 1 [Titan/1994(1936)]

Geschrieben von yiyippeeyippeeyay , 30 September 2017 · 579 Aufrufe
20.Jhdt., Titan, Kitchen Sink

Eingefügtes Bild


Auf das künstlerisch berühmteste US-Comic brachten mich Empfehlungen in einem Essay von Bill Watterson, den ich für einen der besten lebenden Zeitungs-Strip-Storyteller* halte. Als ich diese Ausgabe der ersten kolorierten Seiten der damals - in 1935! ... lange vor Marvel oder DC! - schon Jahrzehnte laufenden Zeitungs-Comic-Serie von Meister-Storyteller* George Herriman erwarb, entdeckte ich dass Watterson dazu sogar ein Vorwort geschrieben hatte ( :thumb:); ich werde daraus öfter in diesem Blokk-Beitrag zitieren...

Die Plots der einzelnen Sonntags**-Seiten basieren auf einer dreieckigen politischen Infrastruktur: Eine Ecke ist zynisch realistisch, eine unbeholfen gesellschaftlich optmistisch & lebensfroh, eine ordnungsliebend konservativ mit gelegentlichen Ausrutschern - z.B. wenn sich illegalerweise mal eine Zigarette gegönnt wird. Jede dieser Ecken ist im Comic eine Hauptfigur - der Reihe nach: Die klein-kriminelle Maus Ignatz, die in Ignatz verliebte Katze Krazy & Kokonino Kountys Ordungshüter Officer Pupp. Ignatz findet Krazy oft so naiv & blöd-romantisch, dass er ihr gerne einen Ziegelstein an den Kopf wirft; was wiederum Krazy als Liebesbeweis interpretiert. Sobald Pupp den Ziegelstein im Spiel sieht, ist es für ihn ein Beweis der mäuslichen Kriminalität, und dann wirft er den bisher hundertfachen Ziegelwerfer ins Gefängnis, auch um Krazy, die er wiederum insgeheim verehrt, zu schützen.

Das "Kounty", basierend auf dem echten Coconino County in Arizona, ist ein wichtiger weiterer Protagonist! Von Panel zu Panel ändert sich der Hintergrund, oder die Form & Richtung der Straße auf der die Figuren stehen. Auch die Panel-Rahmen unterscheiden sich manchmal mehrfach auf einer Seite: Vom einfachen Rechteck, zu einem mit geometrisch-griechisch dekoriertem Rahmen, zu einer Theaterbühne mit Vorhängen links & rechts, bis hin zu einem Blick durch die runde Linse eines Fernglases. Watterson meint dazu:

Mountains are striped. Mesas are spotted. Trees grow in pots. The horizon is a low wall that characters climb over. [..] The moon is a melon wedge, suspended upside down. [..] The artwork is poetic

Der 1. Panel auf jeder Seite, mit dem "Krazy Kat"-Titel, ist wirklich jedes Mal anders gestaltet!

Die Plots der einzelnen Seiten haben übrigens öfter keinen richtigen Anfang und/oder richtiges Ende. Das Spielen mit dem Visuellen, aber auch sehr stark mit dem Ausgesprochenen, ist dann sozusagen das Ziel. Während Ignatz relativ normal daher redet, gibt sich der Polizist Pupp oft ein sehr blumiges Vokabular, ähnlich den Erzähler-Einführungen der Seiten. Dabei ist v.a. das Alliterative das Höchste. Beispiel:

In the diamond dazzle of White Mesa's beauté blanche, a weeping willow droops adrip with tears - keeping at flood a lachrymal lagoon - upon whose aqueous bounty a water-melon has thriven into magnitudinous maturity.

Die Seite von der dieses Zitat stammt ist übrigens einer der Gründe, warum ich K.K. für einen phantastischen Stoff halte - denn wenn Krazy und Pupp eine Schnitte von dieser Melone verzehren, brechen sie danach dauerhaft in Tränen aus. Sehr gut auch eine andere Seite deren zentrales Thema das Lied "Pop goes the Weasel" ist...

Am verrücktesten ist das phonetische Wildsprech von Krazy, ev. sogar mit der Grund warum der Comic sich titelhaft nur noch auf sie konzentrierte. Die Aussprache klingt wie die einer etwas duseligen Society-Dame, aber wirklich "kool" sind die tangenziellen Bedeutungen der Neurechtschreibung in ihren Sprechblasen. Beispiel: "If coarse" am Anfang eines Satzes ist Krazys Art "of course" - also "natürlich" oder "selbstverständlich" - zu sagen; aber wörtlich genommen bedeutet das Wortpaar "wenn es um etwas Grobes geht" oder "wenn derjenige ein Grobian ist". Zum Totlachen! Watterson:

Krazy Kat's unique "texture" comes in large part through the conglomeration of peculiar spellings and punctuations, dialects, interminglings of Spanish, phonetic renderings, and alliterations. Krazy Kat's Coconino County not only had a look; it had a sound as well.


Poltisch geschärft sind dann noch Wortkonstruktionen wie folgende: Gegen Bandende findet man eine Handvoll Seiten, in denen ein im südlichen Akzent in Reimen heulender Hund, verarmt & eher melancholisch (ev. irgendeinen Schlagersänger der damaligen Zeit parsiflierend?), sich über den "Taxes Drainger" beklagt, der ihn ins Armenhaus transportierte, durch seine ständigen Steuereinholungen; vom "D" abgesehen, ist das genau die Art wie ein Südstaatler "Texas Ranger" ausspricht, aber inkl. dem "D" steht da im Text jemand, der einen "taxes drain", also eine Steuernentleerung, betreibt! Klever! :o q:)d

Watterson bewundert auch dass Herriman alles selber machte - es gab nicht vereinfachte Figuren, die ein professionelles Team von Inkern ausmalte, wie bei vielen modernen Zeitungsstrips. Die vereinfachten Linien machen nämlich auch das Übertragen auf Marketing-Artikel leichter. Nochmal Watterson:

Darn few comic strips challenge their readers any more. [..] When the comic strip is not exploited, the medium can be a vehicle for beautiful artwork and serious, intelligent expression. Krazy Kat was drawn well over over half a century ago, and yet it's a much more sophisticated use of the comic strip medium than anything we cartoonists are doing today.


Man merkt dass diese ersten (dauerhaft) farbigen Ausgaben von K.K. von einem Mann erzeugt wurden, der schon Jahrzehnte Erfahrung mit dem - schwarz-weißen - Metier hatte. Jemandem, der belustigten & staunenden Auges/Ohres die Welt erkundet, und dies mit viel Spaß aufs Papier bringt. Und nun mit dem zusätzlichen Aspekt Farbe juchzend vor Freude experimentiert.

Eine umwerfend originelle & einzigartige Vision komplett aus der Feder eines einzelnen Menschen! Vor immerhin 8 Jahrzehnten! (BTW, die einige Jahrzehnte später produzierte animierte TV-Serie hat so gut wie nichts mehr von diesen positiven Eigenschaften - möglichst meiden!)
.
P.S.: Könnte sein dass die kurios betitelte k-multiple Kennzeichnung dieses Blokks - s. neben dem grünen Buch ganz oben - eine (sehr) kleine Hommage auf Krazy Kat war... :P

(* Ein "storyteller" in meiner Definition hier im Blokk ist jemand, der zeichnet & textet! / ** Früher hatte ein beliebter Zeitungscomic eine ganze Seite in der Zeitung - schließlich waren die Comics mit ein Hauptgrund warum Familien sich überhaupt die Wochenendausgabe kauften! / Übrigens ist meine Ausgabe von Titan Books ein Reprint des ersten der Bände, die der einst kleine aber feine Comic-Verlag Kitchen Sink Press in 1990 zusammen stellte.)


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Serenity - Zwischen den Welten #1 [Panini/2015]

Geschrieben von yiyippeeyippeeyay , 11 September 2017 · 556 Aufrufe
21.Jhdt., Panini, Dark Horse
Zuletzt las ich diesen Band zur berühmten Firefly-TV-Serie - & dem nach dem Schiff benannten Kinofilm! - in der Hoffnung die viel zu kurze Serie ein Stück nachklingen lassen zu können. Insbesonders wurde auch versprochen, diese 2 Hefte in einem Band seien ein Verbindungsstück zwischen Serie und späterem Film. Ich wurde dann doch etwas enttäuscht!

 

Als Texter werden Joss Whedon persönlich und ein Herr Matthews genannt, aber ich habe eher den Eindruck, Whedon gab nur wenig Input. Insbes. ist Whedon m.E. ein großartiger Plotter UND Qualitätsgarantor der Dialoge - beides beeindruckt aber hier kaum. Die Zeichnungen in der 1. Hälfte von einem Hr. Conrad, koloriert von der Fr. Madsen, fand ich entsprachen nicht dem über-dekorierten Rahmen: Es gibt z.B. ein tolles Querbild (leider als Ganzes nur in klein auf der Rückseite des Bandes zu sehen!!) das unglaublich gut gezeichnet wurde - das war wohl so teuer, dass fürs Innere nicht mehr so viel übrig blieb, ein Effekt den man bei Comics seit Urzeiten kennt. In der 2. Hälfte muss Hr. C. wieder 'ran; es koloriert aber eine andere Dame, Laura Martin, und das sieht schon ein gutes Stück besser aus! :thumb:

 

Statt Inkern wird in modernen Comics wohl eher alles außerhalb den Bleistiftzeichnungen vom Koloristen gemacht... spart Geld, führt aber nicht immer zu besseren Ergebnissen. Immerhin sind im Band immer wieder sehenswerte grafische Profile einzelner Crew-Mitglieder zu sehen - von anderen ZeichnerInnen/KoloristInnen. Durch diese Zückerli - das etwas Frazetta-anmutende Coverbild (rechts) zähle ich dazu - wirkt das ganze wie ein reiner Fan-Artikel.

 

Die beste Story ist m.E. in der 1. Hälfte zu finden: Die Serenity-Crew scheffelt bei einem unscheinbaren Job aus Versehen Unmengen Kohle. Der finanziellen Art. (Das oben genannte Querbild zeigt die Crew im 1. Glücksrausch, umgeben vom Geldglitzer...) Natürlich geht das bald wieder flöten - wie das geschieht, ist nicht ganz uninteressant. Die Dialoge sind nicht gerade umwerfend, und ich denke es liegt nicht an der Übersetzung. (Ich sah mir nur den Panini-Band an; die Originalhefte erschienen vor 8 Jahren beim legendären Kleinverlag Dark Horse in den USA.)

 

Die Story im 2. Teil hievt sich torkelnd zu einem Punkt, wo der Shepherd einfach mit Capt. Mal nicht mehr so recht kann, und sein Verlassen der Crew ankündigt... wie man ja dann im Film auch - chronologisch Monate später - bemerkt. Schön fand ich die sehr kurze Szene, in der River alleine ist, und erneut ihre kurz aufblühenden martialischen Fähigkeiten zeigt.

 

Am besten ist noch das Vorwort zum 1. Teil von Adam Baldwin (Jayne im Firefly-Universum) - man merkt ein wenig, wie gut sein Casting war in der Rolle des stets quer-liegenden Egoisten in der Crew. Der Schauspieler zeigt einen interessanten Geist hinter dieser Macho-Maske auf.

 

Es gibt eine Menge anderer Bände mit Nummern nachdem dieser hier wohl ganz gut lief. Rückwirkend wird dieser daher die #1 genannt, obwohl auf meiner Ausgabe davon nichts zu sehen ist.

 

Weitere Nummern werde ich mir, glaub ich, ersparen. :bigcry: Leider.


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Excalibur Classic #1 - The Sword is Drawn [Marvel/1987]

Geschrieben von yiyippeeyippeeyay , 07 August 2017 · 670 Aufrufe
20.Jhdt., Marvel, *Davis

Excalibur1-Cover Für den Monat, der vor 1 Woche endete, hatte ich mir was Besonderes bestellt; ich erinnerte mich zumindest daran, dass es ein Comic war, das mir ausnehmend gut gefiel - großartig gezeichnet von Bildmeister Alan Davis, der nicht zum 1. oder letzten Mal hier im Blokk erscheint, unterstützt durch Inker Neary & Farmer, in Szene gesetzt von Wortschmied & X-Men-Texter-Legende Chris Claremont - und war gespannt, ob es nach wie vor, fast 3 Jahrzehnte später, derart überzeugt: Excalibur - der vorübergehende X-Kurs einiger X-Men & New Mutants nach einer scheinbaren katastrophalen Auflösung der Super-MutantInnen um Professor X; damals nachdem die X-Men bei einem Kampf gegen Mystique & Team auf einmal gegen eine zeitverzerrende Urmacht in Dallas antreten mussten.

 

Nach der X-Zersprengung seelisch am Boden zerstört, befinden sich Kitty Pryde, die sich durch alles Feste hindurch "phasen" kann, inkl. ihrem besonderen Haustier, einem feuerspeienden Minidrachen, und Kurt Wagner, ein "teuflisch" aussehender, sehr agiler Teleporter, auf Muir Island in der Wohnung des Professors alter Freundin Dr. MacTaggert. Nicht weit weg besäuft sich der designierte Beschützer Englands, Brian Braddock (s. Wikimedia-Foto), weil seine Schwester Psylocke - ja, die mit dem telekinetisch-lila'nen Schwert aus dem letzten X-Men-Film im Kino! - angeblich auf der anderen Seite des großen Teichs "den Eimer trat"; seine Geliebte, die mächtige Fee Meggan, schafft es mehr schlecht als recht ihn zu trösten. Da platzen kurz hintereinander die Tochter-aus-der-Zukunft von Jean Grey, Rachel Summers - mit ähnlichen aber reduzierten Phoenix-Kräften ihrer fast allmächtigen Psi-Mutter - und sie jagende "Kriegswölfe" - wie riesige glühgelbäugige silberne Hunde aussehende Aliens, die u.a. Menschen beißen & damit ihre Form übernehmen können - ins Londoner Westend... Aus dem dann folgenden Tohuwabohu entsteht, v.a. mit Rachels Zutun, ein neues in England basiertes Mutantenteam: Excalibur! (S. Titelbild oben links. Davis war übrigens prädestiniert für diese neue Serie den Bleistift zu schwingen, denn er hatte bis dahin zeichnerisch die Heftserie des Captains lange Zeit unter sich.)

 

Als ich das alles das 1. Mal sah, war ich übermannt von den vielen gleichzeitigen Aha-Momenten auf einmal: Davis' großartige Kunst inkl. vielen wilden GegnerInnen, irdischer & außeridischer Herkunft; Claremonts wunderbarer Kniff mit typisch englischen Redensarten bei den teils schreiend-absurd-komischen Dialogen; Rachel Summers als junge, mächtige aber vernünftigere Phoenix - das eigentliche Herz der Gruppe, mit Kitty an ihrer Seite als deren Hirn. Und dass das Alles inmitten einer meiner Lieblingskulturen, nämlich der britischen, spielte.

 

Cool war & ist auch, dass die Gruppe ohne eindeutigen Teamanführer zurecht kommt - das gibt der Sache eine gewisse wilde Dynamik, die spannend bleibt. Natürlich gibt es auch Anlass zu vielen Reibereien und problematischen Entwicklungen allgemein. Ich bin gespannt darauf, die weiteren Davis-gezeichneten Bände zu lesen!

 

Mann sollte noch die Koloristin Glynis Oliver erwähnen, die auch wesentlich zum Gelingen der "visuals" beitrug. Ich mag insbes. ihre Phoenix-Darstellungen, von den ankündigenden rötlichen Silhouetten in der Ferne am Anfang, bis zum finalen "nach vorne" zeigenden schwebenden Feuervogel im letzten doppelseitigen Plakatbild im Band!

 

Wobei die neue Serie damals v.a. von Claremonts & Davis' großartiger Kooperation lebte - ein einzigartig melodramatisch-UND-komischer* Höhepunkt in den langen Annalen der X-Men & deren Umfeld!

 

P.S.: Der gezeigte Band ist antiquarisch - auch bei Amazon - zu haben. Aktuell wurde die Serie in einer "Epic Collection", die es auch als E-Book gibt, erneut aufgelegt.

 

(* Beispiel: Untertitel "the sword is drawn" - was könnte das juxigerweise noch bedeuten?! :P)




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Münchhausen [Carlsen/2016]

Geschrieben von yiyippeeyippeeyay , 08 July 2017 · 993 Aufrufe
21.Jhdt., Carlsen

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Im Juni las ich diesen deutschen Comic, kam aber zum Monatsende zu dem Schluss, dass mir zu wenig einfällt dazu, um hier was zu schreiben. Ich kaufte das Werk, weil Flix auf dem Cover steht - er ist einer der bekanntesten Berliner Zeichner, und ich lernte ihn ein wenig kennen über die tolle regelmäßige Wochenend-Comic-Seite des TAGESSPIEGELs, die inzwischen leider wieder abgesetzt wurde. Ich ließ das Buch dann nochmal über eine Woche im Hinterkopf gären, und versuche es nun - verspätet - trotzdem.

Was mich stört ist v.a. der Untertitel "Wahrheit übers Lügen", das Kernthema des Plots, der als tragende Struktur die bekannte Geschichte anbietet, aber diesmal nacherzählt von einem alten Münchhausen in einem britischen Gefängnis, im Jahre 1939. Die Leitlinie deutet etwas Tiefsinnigeres an, das aber m.E. nie eingelöst wird. Die einzige Interpretation, die einigermaßen passt, ist dass der Protagonist 2 gewaltige Traumen zu verarbeiten hat, einmal den Untergang seiner Familie betreffend, dann nochmal um ein Jahrzehnt später eine verpasste Gelegenheit, einen großen Krieg zu verhindern. Gegen Ende des Bandes wird aber dann auch das wieder durch das in der Gefängniszelle vom Leser Gesehene widerlegt.

Ist also die erwähnte "Wahrheit", dass Münchhausen ein durch extrem eingreifende schlimme Geschehnisse - ev. PTBS auslösend - vor den Kopf gestoßener Fabulist ist? Dass diese 2 Dinge die einzig wahrhaft geschehenen sind, die er erlebte? Ich bin mir da gar nicht sicher.

Was wie immer bei den M.-Erzählungen Spaß macht, sind die Lügengeschichten "as is", hier durch ihre tolle visuelle Umsetzung. V.a. die Zeiten auf dem Mond - im Comic entgegen allen anderen Seiten in lebendigen Farben gehalten - lassen das Leserherz juchzen; später stellt sich heraus, dass es der Ort ist, wo wahre Menschen leben, die u.a. die Eigenschaft haben, sich in Rauch aufzulösen, wenn sie sterben... q:p

Visuell ist das Comic zu empfehlen, die Zeichnungen dynamisch und realistisch, wobei alle darin vorkommenden Figuren etwas disneyhaft wirken. Auch wirkt der Zeichenstil ab & an wie der von Flix höchstselbst, weswegen ich erst vor ein paar Tagen kapierte, dass Flix hier der Texter war, und Bernd Kissel der Zeichner! Ist es also Flixens 1. Ausflug ins reine Szenaristentum...?

Wer Münchhausen mag, sollte sich den Stoff ruhig mal antun; auch wer Psychoanalytisches in einem Roman bevorzugt. :qdevil: Mehr fällt mir aber in punkto einer Empfehlung nicht ein. Sorry.


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Schneekreuzer [Jacoby & Stuart/2013(1983-2000)]

Geschrieben von yiyippeeyippeeyay , 05 June 2017 · 911 Aufrufe
20.Jhdt., Jacoby&Stuart
Im Mai las ich den 3-teiligen Comic-Klassiker Transperceneige, vom Texter Jaques Lob so um die 1980 erfunden, und in '83 unter damalig sehr lobendem Anklang letztendlich vom Casterman-Verlag heraus gebracht - manche sprechen vom ersten echten "graphic novel" überhaupt - um dann vom Romancier Benjamin Legrand fast 2 Jahrzehnte später in 2 Teilen "abgeschlossen" zu werden (um nochmal über 1 Jahrzehnt später in die Kinos zu kommen, als rasanter SF-Film vom koreanischen Regisseur Boon Jong-ho!). Bindeglied war der am Anfang eher unbekannte Maler - & dann Zeichner! - Jean-Marc Rochette, der nach Lobs Tod für die Fortsetzungen mit Legrand sorgte.

 

Rochettes Zeichnungen sind sicherlich stilgebend für das visuelle Gesicht des Klassikers, aber Lob hatte wohl die wahre große Vision - & machte Rochette ausführliche Vorgaben - des ewig durch eine wintrige Erde ziehenden Superzugs, dessen neuartiges Triebwerk am Zug-Kopf fahren muss (!), damit es den vielen danach folgenden Wagen Energie spenden kann...!

 

Das Absurde an diesem Plotrahmen ist dann auch das was m.E. vorrangig hängen bleibt von der beeindruckend bebilderten nihilistischen Geschichte; Menschen enkapsuliert in einem perfekt funktionierenden Stahlmonster, das über Jahre (!) auf nie kaputt-gehenden Gleisen vor sich hin fährt, den kläglichen Rest der Menschheit in eine ungewisse - hoffentlich wärmere - Zukunft fahrend!

 

Schon im 1. - aus Lobs Sicht einzigen & abgeschlossenen - Teil wird dabei ständig die Sinnlosigkeit dieses Unterfangens thematisiert, und dass es draußen eher stetig kälter wird. Es gibt ein offenes Ende, und letztendlich eher keine Hoffnung.

 

Das Draußen wird dann im 2. & 3. Teil deutlicher ein Mitspieler in der Geschichte - der Literat Legrand entwirft mehrere Geschichtsstränge mit vielen wilden Entwicklungen, auch was die Beschaffenheit dieser Außenwelt angeht. Die Entscheidungen der Zugsteuernden bleiben allerdings nach wie vor kaum nachvollziehbar - der Käfig der Irren im sogenannten Norden des Zuges, also dort wo die wohlgenährte Elite sich nahe der "heiligen Loko" aufhält, richtet sich zunehmend selbst zugrunde, und damit natürlich langfristig auch alle Anderen im Zug.

 

Mir scheint das dann auch die moralische Schiene auf der die Story fährt: Dass eben unweigerlich alle im Zug buchstäblich von einander abhängen; was vorne, oder auch hinten, an Wesentlichem bzw. Explosivem geschieht, betrifft sofort auch alle Anderen. Da die Story während einer global-ökologischen Katastrophe stattfindet, war der mahnende Umweltsbezug mit Sicherheit von Lob gewollt.

 

Mir hat einerseits die Gnadenlosigkeit der Entwicklungen in allen 3 Teilen gefallen, und wie sehr, je weiter die "Guten" immer wieder ihren Weg nach vorne/"Norden" finden, je mehr auch Korruption & Menschenverachtung zunimmt. Frauen haben wenig zu sagen in dieser unwirtlichen Welt der oft übelriechenden Gänge und Schleusen; sie mischen Menschlichkeit mit in die Überlebensbrühe oder sorgen für etwas - ruhig auch körperliche - Liebe & unerwartete Stromausfälle. Die "machenden" Männer werden aber nach & nach alle bloßgestellt. Und so gut wie alle Protagonisten krepieren in diversen Unhappyends...

 

Andererseits fand ich erstaunlich, dass der absurde Plot auch die Schwäche vieler SF-Erzählungen demonstriert - denn hier ist dessen technisch-physikalischer Boden so kalt & dünn, dass die typischen Gadget-Einlagen, die das "Science" fundieren sollen, immer wieder besonders lächerlich wirken. Ob das der Zeichner - der übrigens inzwischen in Berlin lebt - andeuten wollte, als er für die Außen-"Raum"-Anzüge in den letzten beiden Teilen einen Helm entwarf, der wie ein ewig dumm grinsender Smiley aussieht?

 

Fazit: Ein aufrühriger Klassiker, der nicht aufhört, sich immer wieder selbst zu erfinden, mit ontologischem Tiefgang; allerdings nichts für schwache Herzen & Happyendsüchtige... Sollte man der persönlichen "bucket list" zur Vorbeugung des Kältetods des Planeten hinzufügen!

 

P.S.: Einer der deutschen Verleger führt ein kurzes aber tolles Interview mit dem Zeichner am Bandende - bestimmt nur hier in dieser Ausgabe mit dabei! Darin beschreibt m.E. der Zeichner u.a. eindrucksvoll warum das Comic-Zeichnen an sich eine besondere Anstrengung ist, anstrengender als z.B. Landschaftsmalerei oder Portraitierung. Mir wurde richtig warm ums Möchtegern-Zeichner-Herz! Lesenswerte Sache!



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Gung Ho, Band 1 [Cross Cult/2014]

Geschrieben von yiyippeeyippeeyay , 07 May 2017 · 1201 Aufrufe
21.Jhdt., Cross Cult
GH1-Cover Im April las ich den 1. Band dieser gehypeten dt.-sprachigen Serie, von einem "adeligen" bayrischen Duo, Texter von Eckartsberg und visueller Gestalter von Kummant.

 
Der erste Eindruck ist auch sehr positiv - die Hardcoverversion kommt im Riesenformat, 24x32qcm, gleich auf Deckelinnenseite ein Luftbild des offensichtlich europäischen Umfelds der "Siedlung #16", die an einem See gelegen ist, und wenn man so durchblättert, viele großartig (CGI-assistiert?) gemalte randlose Panels, die insbes. in punkto Kolorierung Stauneffekte auslösen! Allerdings - um es gleich vorweg zu sagen - hat mir dann der Stoff doch nicht so sehr zugesagt...

 
In der nicht allzu weiten Zukunft ist die Welt von einer "weißen Plage" überrannt worden, die - im 1. Band zumindest - nie näher beschrieben wird. Geblieben sind nur mit hohen Zäunen befestigte, ständig bewachte "Siedlungen" - also Dörfer - die mit der Außenwelt nur durch elektrische Züge verbunden sind. Scheinbar sind also alle technischen Kommunikationsmittel ausgefallen - wird auch nicht näher erklärt.

 
In einer dieser Siedlungen treffen die Brüder Zack & Archer ein, die aus einer zentraleren Stadt wg. unspezifizierter Ordnungswidrigkeiten ausgewiesen wurden, und sich nun "an der Front" ein Leben aufbauen sollen. Es wird angedeutet, dass menschliches Leben in den Siedlungen nicht viel wert ist, weil die manchmal übermächtigen Attacken von außen ständig Opfer verlangen. Archer ist ein großmäuliger Twen mit langen Haaren und Waschbrett-Body - und Gitarre - & Zack ein stillerer Teenager, der aber offensichtlich schon mal was ziemlich Schlimmes erlebt hat, wie die Klauenspuren an seinem Kopf und am Hals beweisen (s. Coverbild).

 
Obwohl es dann um eine langsame Einführung der beiden und den Jugendlichen geht, mit denen sie im Dorf zu tun bekommen, wird nach einer Weile klarer, dass der Plot der Serie wohl in Richtung eines klassischen Slasherfilms geht: Hübsche/Sympathische und zumeist unschuldige Teenies finden sich in einer Situation zurecht, in der ein tödlicher Horror sich stetig breiter macht; die wenigen Erwachsenen, die vorkommen, einige offensichtlich ziemlich ekelige Typen, werden nach & nach abgemurkst.

 
Die Zeichnungen - insbesonders deren Kolorierung & Lichteffekte - sind so augenwässernd perfekt, dass ich mir wie in einem Disneyfilm der 60er/70er vorkam; wer nicht superhübsch - und als Mädchen besonders "well-endowed" - ist, zieht zumindest nett die Augenbrauen kreuz und quer. Kindhaft werden ständig die - zu oft blauen oder grünen - Augen aufgerissen; aber in der nächsten Szene spritzt dann Blut. (Wobei die eigentlichen Gewalttaten im 1. Band kaum zu "sehen" sind...)

 
Die Dialoge, und die Textgenauigkeit allgemein, ist m.E. eher durchschnittlich. Gelegentlich hatte ich das Gefühl es müsse auch eine englische Version des Comics geben (immerhin ist neben den Slasher-Elementen die sichtbare Dorfkultur auch eher US-amerikanisch), denn manchmal klingt das Deutsche übersetzt. Auf der letzten Seite gibt es auch einen Rechtschreibfehler in einem englischen Liedtext.

 
Fazit: Wenn man die Idee, die Mühe mit dem Weltenbau, und die tolle grafische Leistung berücksichtigt, haben wir hier so etwas wie einen großartigen Fehlschlag. Letzteren leider auch im Sinne der Ausschließlichkeit der Zielgruppe, der ich eindeutig nicht angehöre.


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Valerian & Veronique Two-in-One [Carlsen/2017(1979)]

Geschrieben von yiyippeeyippeeyay , 02 April 2017 · 1310 Aufrufe
20.Jhdt., Carlsen, Dargaud

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Im März las ich, in Vorbereitung für die diesjährige Verfilmung, eine neue Verlags-Jubiläums-Ausgabe der 3. & 4. Bände eines SF-Comic-Klassikers - die dt. Fassung von Valerian & Laureline des ehrenwerten französischen Dargaud-Verlages. Beide Bände erschienen ursprünglich vor 38 Jahren!

Texter Christin erfand eine Zukunft, in der, von der irdischen Megastadt Galaxity ausgehend, Agenten des Raum-Zeit-Services im All nach dem Rechten sehen, wobei sie i.d.R. auf sich selbst angewiesen sind, mit Schwierigkeiten - oder Außerirdischen, die eigentlich kein Eingreifen erwarten/wollen* - umzugehen. Seine wilden Ideen - und ein paar eigene Visualisierungen - brachte dann der Zeichner Mézières zu Papier, in einem m.E. durchaus beachtlich lockeren, & oft sehr bunten, Stil.

Die Stories der 2 Bände in je einem Satz: V&V entdecken, dass in einem leeren/steinigen Riesenplaneten, der droht mit einem anderen bewohnten kleineren zu havarieren, eine Hohlwelt mit eigener Sonne und innerem Planeten existiert - und lernen auf letzterem 2 geschlechtlich getrennte Stämme kennen, die im ewigen Krieg miteinander stehen, und nie die Sterne gesehen haben. (Daher der Bandtitel Land ohne Sterne.) Nach Bestehen dieses Abenteuers kehren sie zum bekannteren terranischen Raum zurück, zum Planeten Technorog, riesig/ressourcenreich/unbewohnt, zufällig zur gleichen Zeit wie dessen Ureinwohner, eine Art Raum-Indianer mit besonderen Fähigkeiten, alle sehr langlebig, nach einer längeren "Wanderung" im All zurückkehren - natürlich etwas verdutzt, dass nun diese emsigen Kurzlebigen sich ausgebreitet haben, und ihre Lebensgrundlage auf ihrem Heimatplaneten durch ihre industrielle Ausbeutung bedrohen...

Mich hat diese Serie nie so besonders angesprochen, v.a. weil die Physik darin oft derart hanebüchen daher kam, stellenweise ärger als bei STORM (s. vor 2 Monaten hier im Blokk). Als nun Carlsen diesen besonders preiswerten Jubiläumsband aktuell in den Comicläden auslegen ließ*, dachte ich, probier's ich nochmal. Und - mir gefällt's im Alter schon etwas mehr, wenn ich auch nicht so ganz warm damit werde.

Das liegt u.a. auch an der besonderen (französischen?) 70er-Geschlechterkampf-Dynamik, die die Herren Autoren hier wohl von Anfang einbauten. Grundregel scheint zu sein: Valerian lande nie beim Planeten Veronique! Er wird als der gelegentlich väterliche Agent mit Erfahrung - öfter aber als simpler Macho - von ihr gesehen, und macht auch prompt vieles Fehlerhafte. (Hundebabyhafte?) Sie wiederum ist modern, klug und mutig, aber macht sich dann doch immer wieder mal Gedanken über Valerians Wohlergehen. Natürlich ist ihr Raumanzug passgenau geformt, und entkleidet sie sich komplett (artig an den "richtigen" Stellen bedeckt) in der 1. Hälfte dieses Sammelbands; damit ein Teil der Zielgruppe auch was zu sehen bekommt. q:p (Dafür hat Valerian wiederum ein Gregory-Peck-Kinn...)

Was mir gefällt, sind die wilden Plotideen, und die vielfältige Zeichnung (nicht nur grafisch) der jeweiligen Umgebungen. Kein Wunder dass das der perfekte Stoff war für den "bunten" Regisseur französicher Phantastik, Besson!

Ob ich mir weitere Bände zulege, um Verpasstes nachzuholen? Hm, sicher bin ich mir nicht. Sollte der Film, den ich mir sicherlich ansehe, auf einen gewissen Band basieren, werde ich mir den, wenn, sicherlich als Erstes noch zulegen. Als früher Baustein für weitere französische/westliche grafische Ausflüge Anderer in die wilden papiernen Grenzwelten der SF scheint es mir jedenfalls nicht unwichtig, etwas von V&V vor die Linse bekommen zu haben.

C'est parti!

(* wie auch die Franquinschen Carlsen-Standards, wie Gaston, Spirou & Marsupilami)


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D.K. III - The Master Race #1-#4 [DC/2016]

Geschrieben von yiyippeeyippeeyay , 28 February 2017 · 1122 Aufrufe
21.Jhdt., *Miller, DC


 
Die Zeichnungen der Hauptserie hier sind noch nicht mal von ihm. Er textet sie nur - Zeichnen tut Andy Kubert, einer der berühmten Brüder in 2. Kubert-Zeichner-Generation, und Tinte drüber schüttet Klaus Janson. Der Sache gibt Brad Anderson (tolle) Farbe. In jedem Heft enthalten ist ein kurzer - oft ziemlich schräger - Exkurs über andere SuperheldInnen, die von den schlimmen Geschehnissen um Kandor betroffen sind - und da zeichnet Miller wahrhaftig ein wenig, den Bleistiftvorgaben von John Romita Jr. folgend...(Ich stell mir vor, Miller, zu den Anderen: "Ach Jungs, ich schreib doch schon die Story & die Dialoge. Und bin eh dauernd in Hollywood unterwegs, nebenbei. Macht ihr mal!")

(HIER GEHT'S LOS! :qblushing:) Ich brauche einen guten Rat. Soll ich weiterhin 7€ für jedes dieser Hefte ausgeben, nur weil es so ein Riesen-Event ist, dass Star-Storyteller Frank Miller seinen Dark-Knight-Epos nach vielen Jahren endlich fortsetzt? Es sollen insgesamt 8 Hefte werden & damit hätte ich dann einen Fünfziger "plus change" für eine Sammlung ausgegeben, was ich i.d.R. für einen Sammelband nie tun würde... (Bin eben doch zu geizig um ein echter Sammler zu sein, folks.)

Um sich klar zu machen, warum die Frage im 1. Absatz oben rechts nicht ganz ohne Schwung ist, sollte man sich gelegentlich die ersten beiden Sammelbände ansehen: Das legendäre The Dark Knight Returns, erschienen Mitte der 80er, und das 15 Jahre später erscheinende Sequel The Dark Knight Strikes Again. Diese abgebrühte Sicht auf den besten, inzwischen doch sehr gealterten/vernarbten, Detektiv der Welt schlug in '86 - zusammen mit einem 2 Jahre später erschienenen anderen "Buch" von einem anderen bekannten Autor - derartig ein, dass ab dann Batman nur noch als grimmiger, gebrochener Dunkelmann dargestellt wurde - der immer auch mit den eigenen Dämonen ringt - und außerdem den 1. Batman-Kinofilm der Neuzeit mit dem gleichen coolen-aber-etwas-irren Image mit-inspirierte, nicht nur im titelgebenden Sinne. (Und jeden weiteren Batman-Film seitdem...)

Nachdem Batman im 1. Band nochmal aus dem Ruhestand erwacht, u.a. durch Anfeuern eines neuen weiblichen Robins (das ehemalige "Catgirl" Carrie Kelly, im Plakatbild oben zu sehen), und letztendlich gegen den regierungshörigen Superman antritt, und im 2. Band entlarvt, dass diese Regierung von Lex Luthor unterwandert wurde, hat nun im 3. Carrie inzwischen die Ritterrolle ganz übernommen... umgeben von einer reichen urbanen Menschheit, die unter ewigen Medien-/Smartphone-Ablenkungen jeglichen Sinn für eine vernünftige Welt abgegeben hat.

Aus Sicht eines Übermensch-Kults einiger hundert Kryptonier in der Flaschenstadt Kandor haben die Menschen - und friedliebendere andere Kryptonier - das Recht verwirkt über die Erde zu herrschen. Der Kult findet einen Weg sich wieder vergrößern zu lassen, und so seinen Siegeszug als gottgleiche Bestimmer über menschliches Leben zu beginnen. U.a. teilt der Kultanführer besondere Pillen an besonders devote Jünger aus, womit sie sich jeweils rasend in den Selbstmord in eine Großstadt stürzen können, um dort eine nukleare Schmelze auszulösen, & atombombenartig Abschied für die Sache zu nehmen. Währenddessen sitzt Superman in seiner arktischen Festung in einem Riesen-Eisblock & träumt seit Jahren von besseren Zeiten.

Das alles stammte nicht von Miller, ohne eine gehörige Menge Blut und Mordio, mit teilweise beachtenswerter Action und Ka-Bumm (s. Atom-Kamikazes im vorigen Absatz). Wie immer sind seine "Helden"-Kreationen sehenswert, insbes. in ihrer unsympathischeren Form, oft weit entfernt von jeglicher Ethik. Aber all das ist kaum neu; im 4. Heft passiert fast gar nichts Nennenswertes mehr, außer dass Superman nochmal richtig dolle Haue bekommt, von einem durchdrehenden Familienmitglied, und Wonder Woman sich (scheinbar) von der Menschheit abwendet.

Spoiler

Die Echtwelt-Referenzen sind wie immer genial - auch ein schwadronierender Trump kommt vor, und ein etwas anders benannter Klon von Großmaul-TV-Talkmaster O' Reilly. Der dunkle Ritter selbst ist noch kaputter als je zuvor, aber noch immer Meister allerlei (Rüstungs- & Kommunikations-) Technik. Das beschwört eine gewisse wohlig-angenehme anarchische Nostalgie, die ich nachvollziehen kann. Doch.

Aber ist das die 50+€ und das Warten wert? Was meinen geschätzte Blokk-LeserInnen?




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Storm #12: Die Monster von Aromater [Ehapa/1995]

Geschrieben von yiyippeeyippeeyay , 02 February 2017 · 1237 Aufrufe
20.Jhdt., Ehapa, Splitter

Die besondere Kunst vom vor 13 Jahren verstorbenen "malenden" Zeichner Don Lawrence wurde bereits ein paar Mal im Haupt-Board bei uns bewundert - er konnte unglaublichen Realismus an den Tag legen, von phantastischen Szenen bis sehr dynamischer Figurenzeichnerei, wobei mir in punkto letzterer v.a. immer seine Gesichter in Erinnerung bleiben.

Eine seiner bekanntesten Bandserien ist STORM, erstellt für das holländische Magazin "Eppo" und daher auch oft von dem Holländer Martin Lodewijk ausgedacht/getextet.

In diesem mittigen Band (der vor 4 Jahren auch bei Splitter erneut als Die Sieben von Aromater erschien - s. Coverbild) einer 22-teiligen Serie, den ich in dieser Besprechung beispielhaft vorziehe, erkundet das HeldInnen-Trio, bekannt aus früheren Bänden, nämlich

 

  • * Storm, ein in diese phantastischen Welten verschollener Astronaut aus der heutigen Erde, der wohl oder übel gelernt hat, mit Stichwaffen umzugehen,
  • * Rothaar, ein Red-Sonja-Klon, allerdings mit etwas mehr Zurückhaltung und Wärme (insbesonders ggü. Storm :wub:), &
  • * Nomad, ein rothäutiger/haarloser aber superstarker kämpfender Prinz des lebenden Planeten Pandarve, den Storm & Rothaar zu diesem Zeitpunkt des Zyklus "befliegen"

 

die Stadt Aromater und ihre Umgebung, zu der u.a. die riesige Rote Träne, ein sich schnell drehender winziger Mond, gehört, der sich in der Nähe der Stadt nur wenige Kilometer über dem Meer in einem sehr erdnahen Orbit bewegt. (Ok, ich hab gerade versucht, die etwas unmöglichen Physikverhältnisse des pandarvischen Paralleluniversums in diesen Absatz mit einzubauen. q:p)

 

In diesem Band erreichen zu Beginn die 3 in ärmlichem Zustand - Storm hat nur noch ein altes rostiges Schwert, seine Pistole tauschte er vor Tagen gegen etwas Essen - die Stadt, wo Storm gleich in ein Duell mit einem uniformierten Typ gerät, der Rothaar etwas zu machohaft antatscht. Dabei zerbirst sein Schwert und der Hüne spottet, er könne ja versuchen das berühmte 7. Schwert aus einem amboss-ähnlichen Gebilde zu ziehen. Was Storm erstaunlicherweise gelingt - es gab eine molekularische Manipulation von seiten ferner Beobachter - und damit ist klar: Er ist der lang-ersehnte Siebte von Aromater! Der ergraute alte Herrscher der Stadt lädt ihn dann zu einem folgenreichen Trunk ein, während die anhimmelnde Masse der StadtbürgerInnen den Atem anhält...

 

Neben den unglaublichen Erlebnissen der 3 auf der Roten Träne, wo alle - außer Rothaar! - sich ständig neuen unerwarteten Einschränkungen - jaja, diese verquere Physik wieder! - beugen müssen, gefiel mir schon immer an diesem Band, wie Rothaar letztendlich alle Kumpel-Fliegen aus der Suppe holt. Im Gegensatz zu den machohaften Plots früherer Bänder, und den meisten Fantasy*-Plots der 70er und 80er, wird hier effektiv der Spieß umgedreht: Storm und Nomad sind in der 2. Hälfte kaum im Spiel, und Rothaar kämpft und rennt (unter rötlichem Wasser!) und absorbiert Energie, dass es eine Wonne ist.

 

Letztendlich fegt dies und die unglaublich( leuchtend)en gemälde-artigen Bilder der Seefahrt hin/hoch zur Träne die Unglaubwürdigkeiten des teils geklauten Plots hinweg. Storm macht Spaß (immer wieder mal, mit geschlossenem kritisch-literarischen Auge)! Lawrence rocked!

 

(* hier eher Science Fantasy / übrigens ist dies der Januarbeitrag :blush:)



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Mermaid Project Episode 1 [Epsilon/2015]

Geschrieben von yiyippeeyippeeyay , 08 January 2017 · 1371 Aufrufe
21.Jhdt., Epsilon

Zum Jahresabschluss* stelle ich ein tolles neues französisches SF-Comic vor, das es schon seit 4 Jahren dort gibt, jedes Jahr mit weiterem Folgeband erscheinend, wo seitdem aber jede Spur einer deutschsprachigen Fortsetzung fehlt (leider!): Das Mermaid Project vom bekannten SF-affinen Texter Léo, assistiert von Corine Jamar, und den für mich neuen, aber sehenswerten Zeichner/Tuscher Fred Simon!

Der Zeichenstil des Letzteren ist eigentlich angenehm einfach, aber gewöhnungsbedürftig; z.B. mag er offensichtlich Portraits - frontale, seitliche, 45°ige. Das wirkt zwar etwas stereotyp, aber ist letztendlich auch angenehm, da er damit dem Texter eine stärkere Unterstreichung anbietet für das was da - beim "Angesichts"-Bild - gerade gesagt wird. Das, gekoppelt mit dem wunderbar lässigen allgemeinen Stil, der mir schon oft bei frankobelgischen Zeichnern urbaner Szenen auffiel, eine souverän-ruinierte (oft Pariser) Welt visuell beschreibend! Très bien!

Souveräne Ruinen? Tja, der Weltenbau der Texter ist in diesem Comic besonders auffällig: Sie haben so etwas wie Ökopunk** geschaffen - ein vom zu großen Fortschritt bzw. zu großer Luxus-Gier zerstörtes Umfeld, aber völlig ohne Computer. Die Erzählung spielt mitten im 21. Jahrhundert, in einer Welt in der Öl/Benzin/Kerosin praktisch nicht mehr vorhanden ist. Der pöse Klimawandel hat die Zone zwischen den Breitengraden von Rom und Paris (wahrscheinlich sogar noch tiefer/höher) stark hin zum Tropischen verändert & den Meeresspiegel soweit ansteigen lassen, dass Teile von Manhattan wie (einst) Venedig wirken. Und irgendeine Katastrophe hat die obersten Etagen fast jedes höheren Gebäudes weggemäht - der Eifelturm ist nur noch ein Stumpf (s. Cover).

Für mich das Spannendste am Weltenbau ist allerdings dass, zumindest in Paris & NYC, Weiße nur noch eine verschwindende Minderheit sind. Nachdem sich der Westen wegen seiner Gier und Arroganz fast selber zerstört hat, haben die Migranten bzw. deren Nachfahren übernommen. Die Protagonistin Romane, Polizei-Inspektor des 8. Departements, ist also wie mann es gewohnt ist, weiß, wird aber in der 1. Hälfte des Bandes öfter gehänselt und allgemein als zweitrangig behandelt wie früher die Weißen viele Andere; an einer Stelle beklagt sich sogar ihre Nichte bei ihr weil ihr Freund mit ihr Schluss gemacht habe, da sie ja weiß sei... In Antwort ein Ausschnitt der Ich-Narration der Detektivin:

[..] dann erzählte ich ihr von früher, wie es war, als die Welt von Europa und den USA dominiert wurde, als die reichen Länder hauptsächlich von Weißen bevölkert wurden und wie sie, die Dunkelhäutigen, die Schwarzen aus dem Süden, kamen, um dem Elend ihrer Länder zu entfliehen...

 

Ein cleverer Clou! :wub:

Nach all dem ist der Plot schon fast nebensächlich. Er ist spannend - viel darüber zu erzählen, verrät schon zuviel. Und er leidet leider unter Sequelitis - hört also im spannendsten Moment auf, um auf die Fortsetzung zu harren. In Kürze daher: Nachdem der Inspektor einem Hinweis nachgehend, entdeckt dass die tote Tochter eins Pariser Ehepaars nicht in ihrem Sarg liegt, und der Hinweis auf diesen Misstand Romane persönlich erwähnt, wird sie in angedeutete dunkle Entwicklungen des New Yorker Unternehmens Algapower - einer der größten Produzenten von Methan, dem neuen Antriebsersatzmittel - involviert. U.a. weil ihr Zwillingsbruder dort als Genetiker arbeitet. Was genau treibt der Weltkonzern hinter den Kulissen bei seinem geheimen "Mermaid Project"?

Fazit: Ein sehr erfreuliches Réussement der frankobelgischen urbanen Comic-Tradition zur nahen Zukunft! Ich war hingerissen, und halte feste beide Daumen für eine baldige Fortsetzung für deutschsprachige Fans!

(* Aus aktuellem Anlass lautet ein Neujahresvorsatz von mir: Blokk-Deadline innerlich ab sofort immer um eine Woche vorziehen! / ** Statt Cyberpunk...)




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Calvin & Hobbes - Lazy Sunday Book [Andrews McMeel/1989]

Geschrieben von yiyippeeyippeeyay , 06 December 2016 · 1316 Aufrufe
20.Jhdt., *Watterson und 1 weitere...

Mal wieder einige Tage zu spät dran - diesmal mit Ausrede: Grippe - hole ich, für den letzten Oldie des Jahres, ein Sammelband des m.E. besten Zeitungsstrips des späten 20. Jahrhunderts hervor: CALVIN & HOBBES, hier im Lazy Sunday Book, einer 1989er Sammlung von besten Sonntags-Seiten aus mehreren Jahren. Solche Seiten sind ja oft größer als der tägliche Strip, nämlich hier 3 Streifen untereinander, mit einer Titel-Splash-Szene darüber.

Der Erfinder der Serie fand's spaßig 2 Figuren zu schaffen, die immer wieder mal miteinander über die Welt philosophieren, und klaute sich daher dem Wesen der Figuren ungefähr entspr. Namen aus der Weltgeschichte: Des etwas fanatischen, misogynen Gründers des Protestantismus, Calvin, und des eher misanthropen, aber nachdenklichen, Erschaffers des Leviathan-Brockens, Hobbes.

Den 1. Namen bekommt ein hyperaktiver Sechsjähriger, der seine Eltern massiv auf Trab hält, und eine gewaltige Fantasie, Quelle vieler Ideen & vermeintlicher "Super"-Dinge (man halte Kartonkisten von ihm fern :D), inne hat; den 2. Namen vergibt er seinem Stofftiger, der - immer nur wenn er mit ihm alleine im Raum ist - zu einem langen echten Tiger wird, allerdings einem meist eher netten, der auch aufrecht stehen kann. Die beiden werden unzertrennliche Wegbegleiter in die entdeckerischen Welten, die Calvin erforscht. Die Philosophierereien geschehen v.a. bei Spaziergängen oder wilden Schlittenfahrten im Schnee.

Angenehm finde ich also schon mal die klugen Texte, und der stetige Kampf zwischen Calvins Impulsen/Manipulationen und Hobbes etwas traurigem Hedonismus. Auf dieser Basis baut Calvin dann noch an diversen weiteren phantastischen Ausflügen, oft auch in die Genren Superhelden-Abenteuer (mit Calvin als "STUPENDOUS man!" im scharlachroten Cape) und S.F. (mit Calvin als "Spaceman Spiff", der eine sehr fortgeschrittene Variante Ray-Bans trägt!). B-) (Letztere beiden Gründe warum ich mich endlich traute, C&H hier im Blokk vorzustellen; das hier gezeigte Buch fängt sogar mit 10 riesigen Extraseiten zu einem weiteren Spaceman-Spiff-Fall an, die der Autor extra für den Band anfertigte! Juchhe!)

Sporadisch treten auch in Einzelszenarien phantastische Elemente auf, wie z.B. im anliegenden Sonntagsstrip, der das engl. Idiom "don't let the bed-bugs bite" etwas calvinom interpretiert...

Neben der großartigen Zeichnerei, und wilden (Spiel-)Ideen, die oft auch mit der Form des Comics an sich spielen, bewundere ich Meister-Storyteller Bill Watterson aber auch für seinen damaligen nie müde werdenden Einsatz sein Werk NIE kommerzialisieren zu lassen. :o Keine beliebige "Syndication" damals, kein Marketing jeglicher Art - also auch keine T-Shirt-Aufdrucke oder C&H-Becher, oder C&H als Werbefiguren für irgendwas. Alles was man heute in der Form sieht, ist also illegal und gegen seinen Wunsch. Das führt natürlich auch dazu, dass C&H ein Geheimtipp geblieben ist; nur die vielen Bände gibt es nach wie vor überall zu bestellen.

Also: Alleman steige in die wundersame Welt eines ewigen Sechsjährigen und seines Tigers - und seiner taffen Eltern! - ein, und erlebe viele Wochen erstaunlicher Erlebnisse, inkl. phantastischen Erzählungen und Lyrik und visuellem Jazz. Und sauge eine Menge "joie de vivre" auf, in punkto toller Ideen/Sichtweisen, Grafiken, Texte und Dialoge.


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Marvel Now: Ms. Marvel [Marvel/2014f]

Geschrieben von yiyippeeyippeeyay , 05 November 2016 · 1602 Aufrufe
21.Jhdt., Marvel

Mit nur GANZ WENIGEN Tagen Verspätung rutscht der Oktober-Blokk hinein auf den Spuren der neuen Miss Marvel, die die Comicwelt in den USA wunderbar aufwirbelte - und schnell ein Renner in den Läden wurde - weil es sich um die erste muslimisch-jugendliche Comicheldin "ever" handelt! Gezeichnet wird sie von mehreren guten Leuten bei Marvel, aber der lässig-lustige Stil von Adrian Alphona gefällt mir am besten.

 

Das Fundament der gelungenen Serie - bis heute gibt es 5 Sammelbände* - ist aber die innovative und v.a. kenntnisreiche Schreibe der Texterin Willow Wilson, die sich scheinbar SEHR gut mit muslimischem Alltag auskennt, bis hin zu einem reichen pakistanischen Vokabular für Alltagsrollen & Objekte - "Shalwar kameez" z.B. für pakistanische Festkleidung (die die Protagonistin, Kamala, hasst)...

 

Man könnte meinen, Marvel reitet da mal wieder eine geldbringende Sympathiewelle - bzw. wollte geldbringenden Krawall lostreten - aber was sofort heraus sticht, ist wie klischeeplättend normal das Leben der Khans ist. Der etwas runde, großköpfige Vater, der seine Zeitung am morgen so liebt, die umsorgende/strenge Ma, der religiös-überkompensierende große Bruder... und die nerdige Tochter, die am liebsten neuste Computergame-Updates kompiliert, und in Jersey City - wo viele der Action stattfindet, nahe NYC - am liebsten mit einer Russenwinterklappenkappe herum läuft. q:D

 

Als dann diese junge Dame, von einem besonderen Nebel getriggert, zu einer merkbaren Inhuman reift - den Begriff kennen natürlich ALLE Agents-of-SHIELD**-Fans! - entscheidet sie sich, mit Hilfe ihres "Sidekick"-Freundes Bruno, ihren Burkini zu einem Heldinnenkostüm umzugestalten und sich den gerade frei gewordenen Namen "Miss Marvel", den dessen vorherige Inhaberin nur wenige Monate vorher abgab, zu schnappen!

 

Mit ihren besonderen Fähigkeiten - sie kann beliebige Körperteile verkleinern/vergrößern/verlängern, oder alle zusammen, und seltener sogar ihre Form wandeln, und bei jeder Rückverwandlung wird der betroffene Teil in den Urzustand versetzt, d.h. sofortige Heilung bei Verletzungen - kommt sie schnell vom Nebel in die Traufe, und so auch ins Visier der Inhuman-Königin Medusa, die ihr zur Hilfe eine meiner Allerlieblings-Comic-Figuren "ever" schickt, die teleportierfähige Riesenbulldogge Lockjaw. (S. Coverbild oben!)

 

Durch Wilsons gelassenen Umgang der "immigrantischen" Umgebung der neuen, unsicheren aber freudig-wilden Heldin sind die Geschichten ein Genuss, immer wieder tolle unerwartete Wendungen nehmend - z.B. als Kamala sich im 3. Band in einen ehemals verachteten gleichaltrigen Strebersohn von Freunden ihrer Eltern verknallt - und das Trumpeten-Thema nicht-islamischer Leitkultur so ganz und gar vom Tisch kehrend. Genial! Und sehr zeitgemäß!

 

Nur gelegentlich sickert durch, dass es Leute gibt, die die Khans etwas "anders" behandeln. Was natürlich v.a. eher belacht oder belächelt wird von Kamala selbst.

 

Fazit: In your face, Otherland!  :qwiseguy: Diese Serie ist der Beweis, dass Marvel alles Andere als zu klischeehaft ist fürs Coole-Comics-Regal. Meine Empfehlung ist... nicht verpassen!

 

(Das "in your face" ist seit Anfang Dezember ca. obsolet; mit Hilfe eines K.L.-Übersetzungs-Preisträgers konnte das Otherland doch überzeugt werden! Juhuu!

* Diese Besprechung deckt nur die ersten 3 Bände ab, damit der Post nicht zu lang wird.

** Am Ende des 3. Bandes gibt es übrigens ein kurzes Crossover mit genau 2 dieser Agents! :o

Übrigens ist das Coverbild von einem von sehr vielen Heften, die es im Angebot gibt; wer die Sammelbände finden will, sehe sich nur ein wenig um...)




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Marvel Team-Up #7 feat. Spider-Man & Thor [Marvel/1972]

Geschrieben von yiyippeeyippeeyay , 30 September 2016 · 1509 Aufrufe
20.Jhdt., Marvel, *Romita
Zur Erwärmung im herbstlicher-werdenden September hab ich einen meiner ältesten Comics hervorgeholt: Ein alleinstehendes Heft mit dem ersten kombinierten Auftritt der bereits damals größten Zugpferde Marvels - dem Gott der seit fast einem Jahrhundert gelebten Science Fantasy, Thor, und dem frech-labernden wände-hoch-krabbelnden Teenager, Spider-Man.

Ich fand damals als Pre-Teen die Zeichnungen einfach toll, wie - yo! - auch den erstaunlichen Hammer des Donnergottes, und Peter Parkers überbordendes Mundwerk! Heute gefallen mir noch immer die Zeichnungen - insbesonders als die Trolle, die die beiden bekämpfen, in Asgard und auf dem Planeten Erde die Zeit anhalten, und alles schwarz-weiß negativ erscheint... Marvel invertierte aufwändig in den entspr. Panels alles außer den beiden Helden und ihren Gegnern, die normal - koloriert - erscheinen. Klever!

Auch interessant durch die heutige Brille zu erkennen ist, dass Texter und Zeichner scheinbar andere Marvel-Größen nachahmen, und dies zeitweilig besser hin bekommen als die Originale! Gerry Conway schreibt den rasenden Spider-Man-Speak & Thors Shakespeare-Deklamationen, beide stilistisch von Stan Lee vor-exerziert, wunderbar dicht & zackig; Ross Andru zeichnet die beiden Helden sehr ähnlich John Romitas romantisch-dynamischen Stil. (Andru half natürlich Inkmeister Jim Mooney, der manchmal auch Romitas Linienzeichnungen "einschwärzte"...)

Ach ja, die Story: Die nicht immer netten Trolle der neun Welten wurden vor längerer Zeit nebst Schwarzelfen und Eisgiganten von Odin & seinen Söhnen unterjocht. Als ihr aktueller Anführer Kryllk eine fortgeschrittene Lern-/Zeitsprung-Maschine in Form eines riesigen blaukristallnen Eis entdeckt, "friert" er Erde & Asgard ein, um Asgard problemlos zu übernehmen. Zufällig aber hielt sich Thor gerade auf einem Balkon in der Nähe von Peter Parker auf, der gerade dabei war, zwei sexistischen Straßenmachos mit spinnenstarken Fäusten etwas Benimm beizubringen, und rettet ihn - und sich - vor dem Zeitstillstand mit einem von Mjolnirs Wirbeln...

44 Jahre ist diese etwas zerfledderte Ansammlung vergilbter Seiten alt... einer der wenigen Comics, die dieser Nicht-Sammler in einer typischen Sammlerplastikhülle lässt, und sich kaum traut da - vorsichtig! - heraus zu nehmen. Aber wenn doch, alle paar Jahre wieder, dann geht der gute alte Stoff wie Butter 'runter! :wub:

P.S.: Das Coverbild hab ich mal aus Spaß verlinkt auf ein kanadisches Angebot, das andeutet wieviel eine "mint copy" vom Heft heute wert sein kann! :o Wer es wirklich erstehen will, dem empfehle ich die britische Version von eBay - da gibt's momentan mehrere (preiswertere) Angebote.




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Superhelden - das Handbuch [Jacoby & Stuart/2015]

Geschrieben von yiyippeeyippeeyay , 19 August 2016 · 1247 Aufrufe
21.Jhdt., Jacoby&Stuart
Dieses rätselhafte Werk ist kein Comic per se, stützt sich aber stark auf die atmosfärischen Zeichenkünste des namhaften Parisers Benjamin Lacombe, der einen trendigen Retro-Stil aufzeigt, und das ganze Buch in dunklere "Verbrauchs"-Farben/-Effekte abtauchen lässt. Damit wirkt es irgendwie antik & eben wie ein Gebrauchsobjekt. Dies, und die teils skurril-saraszenen Texte des Konzept-Erfinders Sébastien Perez - auch Franzose - ließen mich lange im Dunkeln darüber, dass dies eigentlich ein Kinderbuch sein soll!
 
Jedenfalls ist es ein Werk mit Tiefen, die man erst nach und nach entdeckt, wie es sich bei einem echten Handbuch gehört! U.a. gibt es eine Menge Druckfehler - von "Ruestand" bis zur einmalig vergessenen Umstellung des franz. Originalnamens in der Kurz-Kurzgeschichte* "Donnie & Klyte", die wohl im Original "Donnie & Claude" hieß. Ob der Berliner Verlag nicht genug Budget verfügbar hatte für den ein oder anderen Korrekturlesezyklus? Egal, diese nach & nach entdeckbaren Kleinstfehler sind letztendlich Teil des Charmes des Buches.
 
Auch heißt der Flitzer - ähnlich Flash oder Quicksilver bei den Amerikanern - der Heldenriege, die alle neu & i.d.R. mächtiger sind in diesem Handbuchuniversum,  mal Velox - und das zugehörige Vollbild zeigt einen schlanken/flachbrüstigen dunkelhäutigen Sympathen - aber später - nur mit Profilbild anbei - Windbraut. Wurde eine transsexuelle Heldin hier unkommentiert eingeschmuggelt? q:)d
 
Die Texte sind teils euphorisch und auch ab & an m.E. ziemlich lustig, wie diese ausgesuchten Zeilen der 1. Textseite:

Ein Superheld zu sein, ist super!

   :

Superheld ist der Beruf der Zukunft!

   :

[..] ihr jungen Superhelden [..] Experimentiert, übt, kämpft! Und vergesst diese schwachsinnigen Umhänge! Wichtig ist nur die Maske und die schreckliche Wirkung von Spinat.

Aber dann gibt es auch die schlimmeren Drehs in manchen der KKGen, wie z.B. Donnie & Klytes Wende hin zum Morden, und ihr letztendlich blutiges Ende...

 

Also durchaus auch mit einem erwachseneren - oder: französischeren :confused: - Kern, wie z.B. die großartige Superheldinnen-Werdung des Batman-Ersatzes: Der wundersam gerundeten Wasp Woman aus Harlem, NYC! (Vordergründig abgebildet auf dem Cover oben.) Ihr Heldenalias ist wunderbar zweideutiges Programm, denn sie trägt auch einen hervorstehenden gestreiften Kostümhintern - keinen Umhang!! - aber kann auch Erstaunliches wie Teleportieren. Alles hervorgebracht, als sie ansehen musste wie mehrere Honky-Besucher^ einer Kneipe, wo ihr Vater arbeitete, vor ihren Augen diesen fast zu Tode prügelten...

 

Sehr gefallen hat mir auch die 3D-Bildgeschichte** mittens, ohne Worte! Wie auch die ständige Überbeanspruchung des Wortes "super"! :P

 

Zwiespältiges Fazit: Nicht so ganz, was man als bierernster dt. oder amerikanischer Comic-Fan gewohnt ist, aber "it grows on you". Man setze die Riddler-Maskenbrille auf, und sehe das Ganze als Herausforderung, und entdecke immer wieder mal was Neues. Sozusagen ein tiefflammiges Dauervergnügen, dieses Handbuch! -- Aber wahrscheinlich eher was für junge Teenager, als Kleinkinder...

 

(* im Rest des Beitrags abgekürzt auf KKG / ^ m.a.W. WASPs! / ** im hinteren Innendeckel ist auch eine rot-grüne 3D-Brille mit dabei!)








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