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Metaphernpark



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Black Box Tunguska? – Über das Tunguska-Ereignis in der literarischen Science Fiction (Teil 3, #49)

Geschrieben von Sierra , in Sekundärliteratur, Science Fiction 01 December 2017 · 1142 Aufrufe
Tunguska, Science Fiction und 3 weitere...

Die ersten beiden Teile dieses Artikels finden sich hier und hier.


Black Box Tunguska? – Über das Tunguska-Ereignis in der literarischen Science Fiction (Teil 3)

Vom Waldbrand zum Weltbrand


»Der Gott des Feuers und des Donners. Der Junge glaubt, dass Ogdy sich anschickt, auf die Erde herabzusteigen. Das Licht kündigt sein Nahen an.«1


Wolfgang Hohlbein (1953–) gilt als einer der meistgelesenen deutschsprachigen Fantasy- und SF-Autoren in Deutschland. »Die Rückkehr der Zauberer« (1996) gehört leider zu den Werken Hohlbeins, die sich mehr durch Action und Geschwindigkeit als durch Handlungslogik oder Selbstironie bestimmen. »Tunguska im Griff der Superhelden« wäre durchaus ein anderer passender Titel für Hohlbeins Erzählgemisch aus Agenten-Thriller und Fantasy-Roman, dessen Motive an Filme wie Indiana Jones, Stargate und X-Men erinnern. Hohlbein setzt sich dabei recht plakativ mit den religiösen Vorstellungen und Mythen der Ur-Einwohner Sibiriens auseinander.

Die Steinerne Tunguska im Jahr 1908: Der russische Hauptmann Petrov, der sich in einer Kommandoaktion auf den Fersen einer Mörder- und Räuberbande befindet, der Schamane Tempek und der mit hellseherischen Fähigkeiten ausgestattete Ewenkenjunge Haiko werden zu Zeugen und Überlebenden einer geheimnisvollen Explosion, die ein riesiges Areal in Brand setzt: »Petrov sah, wie der Wald oben auf dem Berggrat aufflammte wie ein einziges trockenes Stück Papier. Er begann nicht zu brennen, sondern verwandelte sich von einer Millionstelsekunde zur anderen in eine einzige weiße Flammenwand, die in der plötzlich unbewegten Luft nahezu senkrecht nach oben loderte. Gras, Laub und trockene Tannennadeln auf dem Hang begannen zu schwelen, flammten hier und da auf und ein unsichtbarer glühender Hauch berührte Petrovs Gesicht, versengte seine Augenbrauen und verbrannte sein Haar und seine Haut. Seine Pelzjacke begann zu schwelen. Er spürte, wie die Haut in seinem Gesicht und auf seinen ungeschützten Händen rissig wurde und Blasen schlug. Die Munition in dem Gewehr, das er fallen gelassen hatte, explodierte. Sein linker Ärmel begann zu brennen. Die Bäume oben auf dem Berggrat zerfielen zu Asche. Das Unterholz löste sich in einer leuchtenden Säule aus Licht auf und dazwischen torkelten Gestalten in brennenden Kleidern und mit flammendem Haar. Es war vollkommen still.«2

In den nächsten Jahrzehnten gerät die Katastrophe in Vergessenheit. Doch als sich 90 Jahre später ein zweiter explosiver Zwischenfall in der Tunguska ereignet, steht die ganze Welt Kopf. In dieser politischen Großwetterlage liefert sich Henrik Vandermeer, Journalist einer Düsseldorfer Tageszeitung, eine gefährliche Auseinandersetzung mit russischen Geheimagenten, nachdem er auf einer Esoterikmesse in den Besitz eines geheimnisvollen Edelsteins gekommen ist. Trotz erbitterter Gegenwehr kann Vandermeer nicht verhindern, mitsamt seinen neuen Bekannten, der Esoterikfachfrau Ines und ihrer Zwillingsschwester Anja auf ein Schiff entführt zu werden. Dort eröffnet der zwielichtige Wassili ihm und einer anderen Passagierin, der Druiden-Tochter Gwynneth, dass sie Auserwählte seien, auf die eine große Aufgabe in Russland warte. Nach einem Intermezzo in Istanbul und der Vernichtung eines ausgewachsenen Zerstörers der türkischen Armee mit Hilfe einer geheimen Laserwaffe bringt sie Wassili schließlich in die sibirische Tunguska, wo sie auf den blinden Haiko stoßen, der nun ein Greis ist. Vandermeer erhält Gewissheit, dass er über die besondere Gabe verfügt, den Lauf der Dinge zu beeinflussen.
Der Kreis schließt sich in Wanawara in Sibirien, unweit der Stelle, an der 90 Jahre zuvor das Tunguska-Ereignis stattfand. Wassili gibt sich nun als Kommandant des geheimen Militärprojekts »Charon« zu erkennen, das sich bisher erfolglos mit der Ergründung des Geheimnisses einer merkwürdigen türkisblauen Pyramide beschäftigt, die an dieser Stelle gefunden wurde. Einer Deutung von Wassili zufolge soll es sich um ein Tor ins Jenseits handeln, das bei der Tunguska-Katastrophe geöffnet und von dem Kommandanten Petrov zu Unrecht betreten wurde: »Vielleicht gibt es auch eine wissenschaftliche Erklärung dafür … möglicherweise ist es die nächste Form der Evolution … eine andere Dimension, eine höhere Form des Seins … Es gibt tausend Wege es zu beschreiben. Vielleicht stimmt keiner, vielleicht stimmen alle.«3 Derjenige, der Zugang zu dem »Bereich zwischen dem Hier und der anderen Welt«4 findet, wird als ein von Gott tolerierter »Torwächter« in die Lage versetzt, enormen Einfluss auf das Weltgeschehen zu nehmen und ihm seinen persönlichen Stempel aufzudrücken. Indirekt macht Wassili den Soldaten Petrov sogar für die Kriege im 20. Jahrhundert verantwortlich.

In geheimen Höhlen tief unter Wassilis Forschungsstation kommt es zum unvermeidlichen Showdown des Romans. Nachdem die Druidin Gwynneth erfährt, dass ihr Kind von Wassili getötet wurde, spuckt sie wahrsten Sinne des Wortes Feuer und legt das gesamte Forschungsgelände in Staub und Asche. Nur um Haaresbreite gelingt Vandermeer und Ines die Flucht mit Haiko, der ihnen den Weg zu einer zweiten unterirdischen Pyramide weist. Ihre Monumentalität verschlägt Vandermeer den Atem: »Er hätte alles darum gegeben den Blick von diesem ungeheuerlichen Gebilde lösen zu können, das ihn mit seiner Schönheit und Perfektion beinahe zu verbrennen schien, aber es gelang ihm nicht. Wie auch – im Angesicht Gottes?«5 Haiko erklärt Vandermeer, dass Wassili das Kind der Druidin Gwynneth getötet hat, weil er hoffte, »es würde ihnen im Moment des Sterbens den Weg hierher weisen«.6 Dabei wurden die Spezialkräfte des Kindes in einer unmenschlichen Explosion freigesetzt, die allerdings durch »Kräfte dieses heiligen Ortes« ins Jahr 1908 (!)»abgefälscht« wurde; »Zeit ist eine Illusion – wie fast alles.«7 Mit anderen Worten: Das Flammeninferno geht nicht auf das Konto von Ogdy, sondern böser Druiden-Mächte. Als sich Haiko schließlich als religiöser Fanatiker outet und selbst das Tor zum Jenseits passieren will, um die Menschheit aus Hass gegen »ihre Welt der Dinge« auszulöschen, können Vandermeer, Ines und die tot geglaubten Anja und Wassili ihn nur um Haaresbreite und natürlich nicht ganz gewaltfrei daran hindern.8


Eis am Stiel

»Da wohnte also etwas in meinem Herzen, das nicht Herz war.«9

Im Zentrum des Romans »BRO« (2004), dem zweiten Teil der Eis-Trilogie des Russen Vladimir Sorokin (1955–), steht ein monumentaler Schöpfungsmythos, der das Projekt Menschheit für gescheitert erklärt: »Zeit ihrer Geschichte kannten die Menschen im Grunde nur dreierlei Verrichtungen: Menschen zu gebären und Menschen zu töten sowie ihre Umwelt zu missbrauchen. Menschen, die anderes zu tun vorschlugen, wurden gekreuzigt und gesteinigt. Aus dem unsteten, disharmonischen Wasser hervorgegangen, gebaren die Menschen und töteten, was sie geboren hatten. Denn der Mensch war der große Fehler. Und mit ihm alles Übrige, was auf der Erde kreucht und fleucht. Und die Erde wurde zum hässlichsten Ort im ganzen Universum.«10

Noch schwerer wiegt, dass die Menschheit die Erzeuger des Universums, nicht weniger als 23000 Lichtwesen, in sich absorbiert hat. Die göttliche Balance ist gestört, das Universum droht zu sterben, solange die Erde existiert. Und so wird ein Meteor auf die Erde herabgesandt, der am 30. Juni 1908 in der ostsibirischen Tunguska zerschellt. Der Ich-Erzähler des Romans ist Alexander Snegirjow, der zum Zeitpunkt des Meteoriteneinschlags auf die Welt gekommen ist. Fast zwanzig Jahre später wird der junge Träumer und Studienabbrecher zum Teilnehmer und Saboteur von Kuliks Expedition zum Einschlagsort des Meteors. Er erreicht als Einziger die Einschlagsstelle und fühlt sich sogleich auf symbiotische Weise zu dem Eismeteoriten hingezogen. Ist Snegirjow in den russischen Revolutionswirren ohnehin seiner bourgeoisen Vergangenheit verlustig gegangen, wird schließlich im Kontakt mit dem Eis (»Ljod«) des Meteoriten das Lichtwesen »Bro« in ihm wiedergeboren: »Vor mir hatte es die Entengrütze etwas zur Seite geschwemmt, und ich konnte es im Mondlicht funkeln sehen: das Eis! Ein Flecken reinen Eises, handtellergroß! […] Ich richtete mich auf tat einen heftigen Schritt und glitt aus. Fiel um, prallte bäuchlings, mit aller Wucht auf das leuchtende Eis. […]
Mein Herz, das all die zwanzig Jahre schlummernd im Brustkasten gesessen hatte, erwachte davon. Nicht, dass es stärker geschlagen hätte als zuvor – aber anders: es stieß mich von innen an – was zuerst wehtat, dann ungeheuer angenehm war. Und dann sprach es. Stotternd zunächst: ›Bro-bro-bro … Bro-bro-bro … Bro-bro-bro …‹
Ich begriff: Das war mein Name. Mein wirklicher.«11

Er erfährt, dass er mit Hilfe des Ljods die anderen »Lichtstrahlen« aus ihrem menschlichen Kokon befreien kann, die Rettung des sterbenden Universums scheint nicht unmöglich: »Und wird einmal der Letzte der Dreiundzwanzigtausend gefunden sein, so werdet ihr euch im Kreis aufstellen und bei den Händen fassen, und eure Herzen sprechen die dreiundzwanzig Herzensworte in der Sprache des Lichtes dreiundzwanzigmal im Chor. Dann erwacht das Ursprüngliche Licht in euch zu neuem Leben und wird sich in der Mitte des Kreises vereinen und entflammen. Und der Große Weltfehler wird ausgemerzt sein: die Erdwelt verschwunden, aufgelöst im Licht12

Sodann macht sich Bro auf die gefahrvolle Quest nach seinen 23 000 Geschwistern, die weltweit verstreut sind und (ausgerechnet!) allesamt blond und blauäugig sind. Zur Erweckung ihrer Herzen bedient sich Bro einer brutalen, an archaische Kultrituale erinnernden »Herzmassage«: Ein aus dem Ljod gefertigter Eishammer wird so lange auf den Brustkorb geschlagen, bis das Herz den wahren Namen des neuen Bruders »verkündet« oder für immer schweigt... Die Darstellung dieses Erweckungsrituals schwankt dabei zwischen Gewalt und Komik, die Parallelen zum Anwerfen eines Oldtimers sind wohl nicht unbeabsichtigt: »Zu zweit banden wir damit das Ljod an den Knüppel. Fer mit ihren kleinen, aber kräftigen Händen fetzte das Hemd auf Nikolas Brust auseinander. Ich holte aus und ließ den Hammer mit aller Kraft auf die nackte Brust niedersausen. Von dem Mordsschlag zerschellte das Ljod in viele kleine Stücke, der Stiel brach entzwei. In Nikolas Brustkasten gluckste es. Wir legten unser Ohr an. Das Glucksen hörte nicht auf, Nikolas Körper begann zu beben, die Zähne knirschten. Unsere Ohren wie auch unsere Herzen hörten die Stimme eines erwachenden Herzens.
Ep … Ep … Ep …‹«13

Bald versteht Bro, dass seine »Erweckungsbewegung« nur erfolgreich sein wird, wenn es ihm gelingt eine im wahrsten Sinne des Wortes schlagkräftige Geheimorganisation aufzubauen: »Um in Russland zum Ziel zu gelangen, mussten wir Teil des Staatsapparats werden; unter seinem Deckmantel, in der Montur seiner Bediensteten, konnten wir unser Werk vollbringen; einen anderen Weg gab es nicht.«14Sehr hilfreich bei der Geschwistersuche ist Terenti Deribas, ein leitender Beamter des Geheimdienstes GPU, der sich ihnen nach seiner Erweckung als Bruder Ig anschloss. So kann Bro bei der Suche nach seinen Brüdern und Schwestern, die offiziell als sofortig zu verhaftende Konterrevolutionäre ausgegeben werden, die Infrastruktur der GPU nutzen. Dabei wird das gesamte Ausmaß der Irrationalität der GPU deutlich, mit der sie in der UdSSR wütet: »Das Prinzip, dem Vorgesetzten nur ja keine überflüssigen Fragen zu stellen, war zur Tradition geworden. Der Strafverfolgungsapparat der GPU hatte sich landesweit in eine […] ausschließlich nach eigenen Gesetzen funktionierende Maschine verwandelt.«15 Dem steht jedoch die Unbarmherzigkeit der Sektierer kaum nach, die jeden zur »Fleischmaschine« abstrahierten Menschen, der sich ihnen in den Weg stellt, eliminieren.

Obwohl Bros Leute auf spezielle, durch das Ljod gewonnene Fähigkeiten zurückgreifen können – etwa besondere körperliche Selbstheilungskräfte und telepathische Begabungen –, merkt Bro schließlich, dass sich die Geschwistersuche in die Länge ziehen wird, weil sie einem samsarischen Katz- und Maus-Spiel gleicht: Da immer wieder Erweckte sterben und dann in anderen Körpern neugeboren werden, müssen diese wiederum aufs Neue gefunden und erweckt werden.

Eingefügtes Bild Der rasch alternde Bro findet schließlich in den Wirren des Zweiten Weltkriegs zwischen dem bolschewistischen »Ljodland«, dem faschistischen »Ordnungsland« und dem amerikanischen »Freiheitsland« eine Nachfolgerin in Chram, die – davon erzählt Sorokins vorhergehender Roman »LJOD. Das Eis« – die weitere Suche und die Unterwanderung der gesellschaftlichen Machtzirkel nach seinem Tod koordinieren wird.

In Bros vampiresk-abgründiger Sekte, die so hervorragend die totalitäre Logistik der Tscheka, des GPU und der Nazis für ihre eigenen Zwecke zu nutzen versteht, versinnbildlicht sich hinter seiner Brutalität die enttäuschte Hoffnung auf eine transzendente Fortentwicklung des Menschen. Kurz: der »Beweis dafür, daß der menschliche Anspruch auf kosmischen Universalismus einmal mehr hinfällig geworden ist.«16
»BRO« ist ein gelungenes Konglomerat aus Sektenparodie, SF und viel Zivilisationspessimismus vor dem Hintergrund des Tunguska-Rätsels. Sorokin bestätigt darin seinen Ruf als maßloser Skandalschriftsteller17, der auch zur politischen und kulturellen Lage der Nation in der Putin-Ära nicht schweigen will: Beißend ist seine Kritik an der Hammer-und-Sichel-Pathetik und dem sozialen Realismus, die in Russland seit geraumer Zeit eine Renaissance erleben.


Exkurs: »Geheimakte Tunguska«

Bedrohungen der Menschheit durch Near Earth Objects wie Asteroiden, Meteoren oder Kometen auf der Kinoleinwand erfreuen sich seit längerem besonderer Beliebtheit beim Zuschauer. Nachdem die Tunguska-Explosion eine Vielzahl von mehr oder weniger gelungenen Kino-Filmen wie Meteor (USA 1979), Armageddon (USA 1998), Deep Impact (USA 1998) zumindest anregte, und auch als Aufhänger für zwei Akte-X-Folgen (USA 1997) diente – in denen allerdings nur die missratene Handlungslogik den Zuschauer das Fürchten lehrt –, war es 2006 soweit: Kurz vor ihrem hundertsten Jubiläum fand die Katastrophe den Weg auf die Computermonitore und wurde ein großer Erfolg.

In dem von den deutschen Spielehersteller Fusionsphere Systems und Animation Arts entwickelten Point & Click-Adventure schlüpft der Spieler in die Haut von der jungen Nina Kalenkow – gesprochen von Solveig Duda, der deutschen Stimme von Angelina Jolie –, deren Ähnlichkeit mit dem Computerspiel-Pin-up Lara Croft wohl nicht zufällig sind. Ninas Vater, ein berühmter Forscher und der Leiter eines Berliner Naturkundemuseums, wurde aus seinem Büro entführt. Da sich die überarbeitete Berliner Polizei des Falls nicht annehmen will, ist Nina schon bald auf die Hilfe von Max Gruber, dem Assistenten ihres Vaters angewiesen.Er gibt nicht nur wichtige Hinweise, sondern lässt sich im Laufe des Spiels auch als zweiter Hauptcharakter steuern. Noch in Berlin findet Nina heraus, dass die Entführung mit besonderen Forschungsergebnissen ihres Vaters zu tun hat, die von seiner geheimen Tunguska-Expedition im Jahre 1958 stammen. Damals hat er in der Tunguska übernatürliches Pflanzenwachstum nachgewiesen, was sogleich von oberster Stelle zur Verschlusssache erklärt wurde. Weiterhin stößt Nina auf Berichte über eine von Kuliks Expeditionen, bei der er ein mysteriöses Objekt aus unbekanntem Material von so großer Härte fand, das jede Entnahme einer Gesteinsprobe misslang. Bei einer Folgeexpedition konnte Kulik das Gebilde nicht mehr ausfindig machen – es war plötzlich verschwunden. Die Hinweise verdichten sich, dass Ninas Vater in die Tunguska gebracht werden soll, und machen eine eigene Reise Ninas nach Sibirien notwendig – selbstverständlich inkognito.

Wie bei einem Detektivplot nicht anderes zu erwarten, stellen die Rätsel die Kombinationsfähigkeit des Spielers auf die Probe. Nur an wenigen Stellen heißt es Try-and-Error: Dass man etwa zu Spionagezwecken einer Katze ein Mobiltelefon anbinden muss, um weiterzukommen, ist dann aber wieder so skurril, dass man gerne weiterspielt. Für Abwechslung sorgen auch die Schauplätze: Die Kidnapper werden nicht nur in Berlin und Moskau, sondern auch an Bord der Transsibirischen Eisenbahn, in irischen Burgruinen, der Antarktis und natürlich der Steinernen Tunguska gejagt.


Zusammenschau

Nach diesem Querschnitt durch literarische Tunguska-Phantasien lassen sich zwei Hauptintentionen in den vorgestellten Werken unterscheiden. Zum einen eignen sich Geschichten über das spektakuläre Tunguska-Ereignis natürlich als gehobene Popcorn-Literatur. Der bis heute unaufgeklärt gebliebene Vorfall dient als mystery-Element zur Spannungssteigerung und fordert den Leser heraus, eine »Wissenslücke« in der Handlung zu füllen. Eine Einladung zum Weiterfabulieren sind auch die Rahmenbedingungen der Explosion, in erster Linie: das Fehlen eines Kraters, die Mythen der Ewenken und die Messung von Radioaktivität im Epizentrum.

Gleichzeitig dient die Katastrophe in den besprochenen Romanen als Ideensteinbruch auf einer philosophischen Metaebene, die zu optimistischen wie pessimistischen Überlegungen über den Menschen einlädt. So ist etwa Lem als überzeugtem Rationalisten klar, dass Technik einen wesentlichen Beitrag zur Lösung der drängenden zivilisatorischen Probleme moderner Gesellschaften leisten kann. Am Beispiel der Atomenergie und der in die Selbstvernichtung mündenden Kriegsspiele der Venusbewohner plädiert Lem für die Setzung moralischer Leitplanken im Sinne eines sozialen Bewusstseins, in dem sich die Kluft zwischen Technik und Ethik auflöst. Während aber bei Lem der Absturz des Venus-Raumschiffs in der Tunguska das Ende des Kapitalismus heraufbeschwört, geht Watson in der Darstellung der gescheiterten kommunistischen Kolonisierung des Weltalls mit dem »Neuen Menschen«, einem wichtigen Heilziel der sowjetischen Ideologie, ins Gericht. Nur rhetorisch fragt sich Kommandant Anton Astrow wenige Sekunden vor dem Tod, »ob jemand in Sibirien zum Himmel aufblickte und Hammer und Sichel aus der Höhe herabstürzen sah? Eine Vision künftiger Zeiten … Vielleicht sahen es ein paar Rentierhirten.«18

Ist die Rede von dem Beitrag der russischen Intelligenzija zur Karriere dieses Ideentopos, darf die spirituell verbrämte Hoffnung Nikolaj Fedorovs (1828–1903) nicht unerwähnt bleiben, der »Neue Mensch« würde eines Tages den Tod als letzte Grenze des menschlichen Fortschritts besiegen und alle Verstorbenen der Vergangenheit wiedererwecken: »Hier … sollte die Technik in das Werk des Menschen eingespannt werden, hier sollte die von Gott in der Potenz angelegte beste aller Welten als schlechthin vollkommene Schöpfung vollendet werden – und zwar nicht nur für den Menschen, sondern für die Kreatur überhaupt. Wenn alle verstorbenen Ahnen wieder zum Leben erweckt seien, dann wären auch die anderen Sterne mit Menschen bevölkert.«19 Infernalisch und mit viel bösem Mundwerk darf auch Sorokin unter den Spöttern über diesen »Neuen Menschen« nicht fehlen. Wenn Bro und seine Herzensbrüder munter gegen den Tod hämmern, bleiben hinter ihren (veget)arischen Masken und den Zuckungen der Geschwisterliebe die Zombiefratzen nicht lange verborgen. (bf)

Endnoten

1 Wolfgang Hohlbein: Die Rückkehr der Zauberer. Bergisch-Gladbach: Bastei-Verlag, 1998. S. 19.
2 Ebd., S. 54.
3 Ebd., S. 604 f.
4 Ebd., S. 605.
5 Ebd., S. 667.
6 Ebd., S. 669.
7 Ebd., S. 670.
8 Ebd., S. 673.
9 Vladimir Sorokin: BRO. Berlin: Berlin Verlag, 2006. S. 89. Die folgenden Überlegungen basieren auf meiner Rezension von Sorokins Roman für das JUNI-Magazin 39/40 [In Vorbereitung].
10 Ebd., S. 120. Im Original kursiv.
11 Ebd., S. 117 f.
12 Ebd., S. 121 f. Im Original kursiv.
13 Ebd., S. 154.
14 Ebd., S. 205.
15 Ebd., S. 239.
16 Stanisław Lem: Lokaltermin. Berlin: Volk und Welt, 1986. S. 159.
17 So stand Sorokin zwei Jahre nach Erscheinen seines Romans »Der himmelblaue Speck« (2000) unter anderem wegen angeblicher Verbreitung von Pornografie vor Gericht. Kläger waren Kreml-nahe Jugendorganisationen, die auch schon durch skurrile Bücherumtauschaktion gegen Sorokin und andere russische Kultautoren auf sich aufmerksam machten. http://www.nzz.ch/2002/02/11/fe/article7YBPH.html
18 Watson 1986, S. 126.
19 Küenzlen 1997, S. 149.

(Erstveröffentlichung: B. Figatowski: Deep Impact? Zum literarischen Nachbeben des Tunguska-Ereignisses im Jahre 1908. In: Sascha Mamczak und Wolfgang Jeschke (Hrsg.): Heyne Science Fiction Jahr 2008, München: Heyne 2008, S. 439-467.)




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#30 Fahrten zum Licht – Herbert W. Franke: »Der grüne Komet«, AndroSF 46 (Besprechung)

Geschrieben von Sierra , in Sekundärliteratur, Science Fiction, Rezension 21 January 2017 · 708 Aufrufe
Herbert W. Franke, Rezension und 8 weitere...
Beurteilung

Die Zahl deutschsprachiger SF-Autoren, die mit einer Werkausgabe gewürdigt wurden, ist bis heute überschaubar. Auch haftet der wissenschaftlichen Erschließung von Genreliteratur immer noch etwas Abseitiges an, als ob man diese als ›Literatur der Massen‹ nur auf ihren Gebrauchscharakter reduzieren könnte. Der Österreicher Herbert W. Franke (* 1927) ist so ein Autor, dessen teilweise vergriffene Werke schon längst einer leserfreundlichen und literaturwissenschaftlich aufbereiteten Textausgabe bedurft haben. Die der Hard-SF zuzurechnende Literatur des promovierten Physikers ist vielfach preisgekrönt, seine Sachbücher über Höhlenforschung und Computerkunst verdeutlichen sein facettenreiches Schaffen. Daher sind Vorschusslorbeeren für Professor Hans Esselborn und Ulrich Blode mehr als berechtigt, die die 30-bändige Franke-Werkausgabe ab 2014 im Verlag p.machinery herausgeben. Frankes 1961 erschienener Storyband »Der grüne Komet« bildet den Auftakt der Veröffentlichungsreihe. Dass die darin enthaltenen 65 Kürzestgeschichten – die interessanterweise jedes Mal durch Vorbemerkungen des Autors eingeleitet werden – auch heute noch empfohlen werden können, lässt sich wie folgt begründen:

1. Franke setzt sich mit den Motiven und Themen der SF realitätsbezogen und gleichzeitig ästhetisch anspruchsvoll auseinander. Hier ist beispielsweise der Kosmos noch eine echte terra incognita. Eindrücklich transportiert die Kurzgeschichte »Meteoriten« die Erkenntnis, dass das Überleben im Weltall schnell zur Zufallssache wird, wenn sich etwa ein Raumschiff im Meteoritenhagel in einen Schweizer Käse verwandelt... Und doch wird in vielen Geschichten die Hoffnung spürbar, dass der raumfahrende Mensch eine Zukunft hat, wenn er seine Menschlichkeit zu bewahren vermag. Vom Kurs abgekommen überlebt ein fieberkranker Raumfahrer die »Fahrt ins Ungewisse« (so auch der Geschichtentitel) nur dank des ›Theaterspiels‹ seines Kollegen, der ihm den Funkkontakt mit dem Zielplaneten vorgaukelt. Möglicherweise kann der Raumfahrer auf Gott verzichten, aber sicherlich nicht auf mitmenschlichen Trost und Mitgefühl.

2. Ob die Erstbegegnung im Weltall oder denkwürdige evolutionäre Prozesse auf anderen Planeten, – Aliens dienen nicht als Klischeefiguren, sondern veranschaulichen elementare Wesenszüge des Menschen. Immer noch Sklave seiner (Ur-)Angst vor allem Fremden stellt er sich beim Versuch, mit anderen Lebewesen zu kommunizieren, mitunter selbst ein Bein. So droht den Raumfahrern in der Story »Misstrauen« ein ›Kommunikations-Gau‹, weil sie sich den Außerirdischen aus übertriebener Vorsicht nicht selbst zu erkennen geben, sondern lieber ihre Roboter vorschicken.

3. Trotz seines naturwissenschaftlich-philosophischen Interesses vergisst Franke nie, dass der Leser unterhalten werden will. Einige Geschichten fallen dabei erstaunlich actionlastig aus. In der Invasionstory »Das Ei« wird man aus der Ich-Perspektive Zeuge einer Kommandoaktion, bei der ein Agent eine Luftwaffenbasis auf den Kopf stellt, um dort mittels militärischer Strahlentechnik außerirdisches Leben ›freizusetzen‹. Andere Stories bestechen durch Witz und Skurrilität à la Douglas Adams. In der Story »Die Pfauen« geht es um eine seltsame Form der Vogelfütterung. Obzwar seine Dienstordnung Kontakte mit Außerirdischen verbietet, widmet sich ein Astronaut auf dem Planeten Cassia mit Begeisterung der ›Vogelkunde‹. Als er beim Herausschrauben einer Glühbirne einen kleinen Stromschlag erleidet, erfährt er am eigenen Leib, dass Federvieh nicht gleich Federvieh ist...

Unterm Strich ist das Lesefazit sehr positiv: Frankes Kurzgeschichten begeistern auch noch heute und machen Lust auf die Lektüre der kommenden Werkbände. Zu einer echten Liebhaberausgabe wird der Band schließlich durch die Sekundärtexte im Anhang. Den Anfang machen obligatorische editorische Anmerkungen von Ulrich Blode und farbige Abbildungen der Titelbilder der bisherigen Buchausgaben, welche von Eyke Volkmer, Andreas Nottebohm und Tom Breuer gestaltet wurden. Es folgt der Wiederabdruck eines Artikels von Herbert W. Franke zur »Bewertung von Science Fiction«, in dem dieser Stil, Handlungslogik, Spannung, »wissenschaftlich-technisch[e] Wahrscheinlichkeit« (S. 197) und Originalität in der Auseinandersetzung mit den klassischen SF-Motiven und -Ausgangssituationen als Beurteilungskriterien gelungener SF-Literatur hervorhebt. Abgerundet wird der Anhang durch einen informativen Überblicksartikel über die Biographie und das Werk Herbert W. Frankes.
Lesenswert ist weiterhin der letzte Sekundärtext, ebenfalls von Hans Esselborn, der sich zum einen den Entstehungsbedingungen der Kurzgeschichten Frankes widmet. Eine besondere Bedeutung hat hierbei die Wiener Kulturzeitschrift »Neue Wege«, in der Franke in den 1950er-Jahren – als junger Physiker zunächst eigene Aufsätze zu technischen Sachthemen veröffentlichen konnte. Esselborn zitiert hierbei aus einem aus einem bisher unveröffentlichen Franke-Manuskript, in dem in Frankes Wunsch, auch literarisch zu schreiben, eine naturwissenschaftliche Wissenspopularisierung als Schreibintention aufscheint: „Wie sieht die Welt von Morgen aus? Wie werden die Menschen leben? Ich war sehr stolz über dieses Angebot, das ich natürlich annahm. […] Ich […] schlug später vor, einige der zukunftsbezogenen Überlegungen in kleine Geschichten zu kleiden, da man auf diese Weise viel mehr Verständnis finden würde. Daraufhin wurden zwei oder drei meiner extra kurzen Texte in den Neuen Wegen veröffentlicht – meine ersten Publikationen im Genre Science Fiction.“ (S. 217) Und auch die Skizze der folgenden Zusammenarbeit Frankes mit dem Goldmann-Verlag, der Franke die Veröffentlichung eines ganzen Kurzgeschichtenbandes unter dem Titel »Der grüne Komet« ermöglichte, ist dank interessanter Zitate und Erläuterungen aufschlussreich und mitunter etwa hinsichtlich der von Franke gewählten Schreiborte überraschend. Zum anderen untersucht Esselborn Frankes Erzählweise, wobei er den Modell- und Experimentcharakter der Geschichten unterstreicht: Dann würden die einleitenden Worte eine hypothetische Aussage über die Welt und menschliches Verhalten darstellen und die folgende Handlung würde diese in einem Gedankenexperiment illustrieren und verifizieren.“ (S. 221)
Frankes Stories als Einladung des Lesers zu einer Art literarischem Symposium, bei dem der Leser der Überprüfung von Hypothesen hinsichtlich des Verhältnisses zwischen Mensch und Technik beiwohnen darf? – Diese Deutungsperspektive auf den »Grünen Kometen« erscheint alles andere als unwahrscheinlich. (bf)

Gesamteindruck: +++++ (5/5)

Bibliografische Angaben: Herbert W. Franke: Der grüne Komet. Science-Fiction-Erzählungen. Murnau am Staffelsee: p.machinery, 2014. 235 S. ISBN: 978-3-95765-0191. EUR 11,90. [SF-Werkausgabe Herbert W. Franke, Bd. 1. Hrsg. von Ulrich Blode und Hans Esselborn. Titelbild: Thomas Franke].

[Rezension zuerst erschienen im Golkonda Science Fiction Jahr 2015. Für den vorliegenden Blog-Beitrag überarbeitet und erweitert.]

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#19 Die Dystopie des Kapitals - Über Jack Londons Alptraumroman »The Iron Heel« (Teil 1)

Geschrieben von Sierra , in Dystopie, Sekundärliteratur, Science Fiction, Rezension 19 November 2016 · 885 Aufrufe
Jack London, Todestag und 7 weitere...

Obwohl Jack Londons Gesamtwerk aus über 150 Kurzgeschichten und über 50 Romanen und Sachbüchern besteht, verdankt sich seine anhaltende Popularität in Deutschland wohl vor allem dem Kinderbuchklassiker »Wolfsblut« und dem Roman »Der Seewolf« und ihren Verfilmungen. Zum hundertsten Todestag von Jack London (*12. Jan. 1876 in San Francisco; † 22. Nov. 1916 in Glen Ellen, Kalifornien) möchte ich an seinen Klassiker »The Iron Heel« (1908; dt. »Die eiserne Ferse«, 1922) erinnern, der den realen Klassenkampf zwischen den amerikanischen Sozialisten und den oligarchisch organisierten Kapitalisten im späten 19. Jahrhundert in eine nahe Zukunft verlegt.1 Dieser Roman hat unter den phantastischen Werken Londons durchaus eine Ausnahmestellung – so bezeichnen John Clute und Peter Nicholls »The Iron Heel« sogar als »JL’s finest achievement in sf, and perhaps his masterpiece« 2 –, wurde aber leider auf dem deutschen Buchmarkt seit geraumer Zeit nicht mehr neu aufgelegt; die letzte von Herbert W. Franke herausgegebene Ausgabe stammt aus dem Jahr 1984. Angesichts der Textlänge werde ich meinen Artikel (erstmals im »Heyne-SF-Jahr 2009« erschienen) auf zwei Blogbeiträge aufteilen. Der zweite Blogbeitrag folgt voraussichtlich in wenigen Tagen.


Die Dystopie des Kapitals

Über Jack Londons Alptraumroman »The Iron Heel« (Teil 1)


I Ein Leben für den Leser

Jack London wurde am 12. Januar 1876 in San Francisco, Kalifornien, als ungewolltes Kind von Flora Wellman und dem umherziehenden Astrologen William Henry Chaney geboren. Bald darauf heiratete seine Mutter den Bürgerkriegsveteranen John London. Nachdem dieser mit der Bewirtschaftung einer Farm in Alameda keinen Erfolg hatte, zog die Familie nach Oakland zurück, wo London vor und nach der Schule als Zeitungsjunge arbeitete und zum Auskommen der Familie beitrug. Die Jobs und Arbeitsstellen wechselten ständig. Schon als Vierzehnjähriger war für ihn ein 16-Stunden-Arbeitstag in der Konservenfabrik keine Seltenheit. Frustriert von der Plackerei, lieh er sich Geld und kaufte das Boot Razzle Dazzle, ein halbes Wrack, um fortan als Austernräuber in der Bucht von San Francisco sein Glück zu versuchen. London zeigte Talent und wurde bald so erfolgreich, dass ihn die Polizei abwarb und auf ihren eigenen Booten einsetzte, worüber London später in seinen »Tales of the Fish Patrol« (1905; dt. »Die Austernpiraten und andere Erzählungen«, 1922) berichtete. Bald wurde er dieser Arbeit überdrüssig, und auch als Schiffsjunge auf dem Robbenschoner Sophie Sutherland hielt er es nicht lange aus. Nach sieben Monaten kehrte er nach Oakland zurück, weitere Versuche, sesshaft zu werden, misslangen. London schloss sich Jacob S. Coxeys Arbeitslosenheer an und nahm an seinem Protestmarsch nach Washington teil. Das Heer wurde jedoch in Washington ohne Ergebnis aufgelöst, und London versuchte sich nun in einem chaplinesken Dasein als Tramp, über das er später seinen Roman »The Road« (1907; dt. »Abenteurer des Schienenstranges«, 1924) schrieb. Besonders schmerzhaft und prägend waren für ihn die Schikanen der Obrigkeit, als er im Staat New York wegen Vagabundierens wochenlang ins Gefängnis geworfen wurde.

Jack London um 1900
Jack London um 1900 (Quelle: Wikipedia. Lizenz: Public Domain)








Diese Erlebnisse motivierten ihn, einen Schulabschluss am Oaklander Gymnasium nachzuholen, um anschließend Anglistik und Geschichte zu studieren. Die Erfahrung menschlichen Elends der Tramps und der Ausbeutung der Arbeiter regten frühzeitig seine Sehnsucht nach einer alternativen, gerechteren Gesellschaft an und führten zu einer vortheoretischen Auseinandersetzung mit sozialistischen Ideen: »Genauso wie ich ein Individualist war, ohne mir darüber theoretisch Gedanken zu machen, genauso war ich plötzlich ein Sozialist, ohne daß irgendwelche wissenschaftlichen Ergebnisse mir zur Verfügung gestanden hatten. […] Ich war auf jeden Fall schon ›etwas‹, und mit Hilfe der Bücher entdeckte ich, daß dieses ›etwas‹ der Sozialist war. Seitdem habe ich viele Bücher gelesen, aber kein wirtschaftliches Argument, kein logischer Beweis von der Notwendigkeit des Sozialismus hat mich so sehr beeinflußt wie die Erkenntnis, daß ich selbst dem gesellschaftlichen Abgrund zusauste und als Schlachtvieh behandelt wurde.« 3 In der Lokalzeitung erscheinen erste Artikel und Briefe von London zu politischen Themen, dennoch bricht er das Studium an der University of California in Berkeley wegen Geldmangels bereits nach dem ersten Semester ab, obwohl er sich von seinen Studien eine nützliche Grundlage für die ersehnte Schriftstellerkarriere versprach. Nun muss er in der Wäscherei der Universität arbeiten, um den Lebensunterhalt für sich und seine verwitwete Mutter zu besorgen. Während eines einjährigen Intermezzos als Goldsucher am Klondike-River in Alaska im Jahre 1897 widmete London seine Zeit weniger dem Goldschürfen als Gesprächen mit Veteranen und las mitgebrachte Werke von Milton, Marx, Darwin, Haeckel.



Aufstieg am Chilkoot Pass, 1898
Aufstieg am Chilkoot Pass, 1898 (Quelle: Cantwell, George G.; Library University Washington. Lizenz: Public Domain)








Zurück in Oakland verschickte London seine Kurzgeschichten an verschiedene Zeitungen und Magazine, wobei ihn lediglich die Frage interessiert: »Wieviel Wörter mußte er schreiben, um einen Dollar zu verdienen?«4 Literarische Vorbilder dieser Zeit sind »Dickens, Poe, George Eliot, Whitman, Stephen Crane, insbesondere Kipling und Stevenson.«5 Der erhoffte Durchbruch gelingt schließlich, als der Verlag Houghton Mifflin & Company den ersten Kurzgeschichtenband Londons unter dem Titel »The Son of the Wolf« (1900; dt. »Der Sohn des Wolfs«, 1927) veröffentlicht, der von der Kritik mit den Werken Kiplings verglichen wird. London entschied sich Schriftsteller zu werden und lehnte einen Job im Postdienst ab. Schon zu Beginn seiner Laufbahn zehrt er von seinen Erlebnissen in der Natur und der Arbeitswelt und findet sich »immer wieder in der Zwickmühle dieser Gedanken: ›Er wünschte sich den großen finanziellen Erfolg, Ruhm als Schriftsteller, den Beweis dafür, daß er nach der Darwinschen Theorie zu den ›Starken‹ gehörte. Zugleich wollte er als Arbeiter und Sprecher der Arbeiterschaft die sozial Deklassierten, die ›Schwachen‹, schützen, ihnen helfen.‹«6 Diesen vermeintlichen Widerspruch deutet London-Biograph Thomas Ayck als »Vorwegnahme des Wohlfahrtsstaates7 Gleichzeitig ist aber zu sehen, dass sich London vom Aufstieg der Arbeiterklasse auch seinen eigenen Aufstieg aus der Arbeiterklasse versprach.8 Ebenfalls im Jahre 1900 heiratete London die Lehrerin Elizabeth (›Bessie‹) Maddern und zog mit ihr nach Oakland. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor, doch sie währte nicht lange. Bereits 1905 ließ sich London scheiden und heiratete seine Geliebte Charmian Kittredge.

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Schnell eroberte London mit seinen packenden Spannungsromanen ein Millionenpublikum, und stieg nicht nur in den Kreis der berühmtesten und bestbezahltesten Autoren Amerikas auf, sondern wurde selbst zu einer von den Massen und der Boulevardpresse verehrten celebrity, was dem Absatz seiner Romane natürlich keinen Abbruch tat: »Frauen schwärmten für ihn, Männer bewunderten ihn. Jack London war eine Marke. Er gab seinen Namen für eine Zigarre, warb für Atemdrops, stand Modell für einen Schneider aus New York. Seine Bestseller wurden verfilmt, schon zu seinen Lebzeiten. Er […] wurde eine frühe Ikone der entstehenden Populärkultur.«9 Zwar waren schon damals einige Kritiker der Meinung, London habe seine eigenen Lebenserlebnisse romantisiert, dennoch hat der Autor zweifelsohne viele Male extreme physischen und psychische Herausforderungen angenommen, die mit einem hohen Risiko verbunden waren, so »[a]ls hätte er sein Leben für den Leser aufs Spiel gesetzt, als hätte er sich wie in einem Experiment selbst ausprobiert. Und darüber Buch geführt. Bis zu seinem Tode.«10 In seiner Erzählprosa war London frei von jeder Genre-Fixierung und besaß einen weiten thematischen Gedankenkreis. Die Schreibarbeit an vielen seiner längeren Romane, wie zum Beispiel von »The Iron Heel«, refinanzierte er durch kurze Artikel, um schnelles Geld zu verdienen. Zu seinen wiederkehrenden Themen gehören der Sieg der Humanität über den Individualismus und die Brutalität der Natur (z.B. in den Bestsellern »The Call of the Wild«, 1900, dt. »Ruf der Wildnis«, 1907, »The Sea Wolf«, 1904, dt. »Der Seewolf«, 1926, »White Fang«, 1905, dt. »Wolfsblut«, 1928), der Sozialismus (»The Iron Heel«, »Martin Eden« 1909; dt. 1927) und schließlich, in seinen letzten Lebensjahren, das Lob des Landlebens (z.B. in den Romanen »Burning Daylight«, 1910, »Lockruf des Goldes«, 1926, »The Valley of the Moon«, 1913, dt. »Das Mondtal«, 1929). London schrieb Reportagen für Zeitungen und Magazine – unter anderem berichtete London vom Russisch-Japanischen Krieg im Jahre 1904, aber auch über ein Erdbeben am 18. April 1906. Unter den Sachtexten ragt bis heute die Sozialreportage »The People of the Abyss« (1903; dt. »Menschen am Abgrund«, 1928) heraus, die London selbst zu seinen Lieblingsbüchern zählt.11 Darin verarbeitet er seine Erlebnisse im Rahmen eines mehrmonatigen Aufenthalts in den Slums von London im Jahre 1902. Wie zuvor in seiner Zeit als Tramp erklärt London seine volle Sympathie mit den Unterprivilegierten.

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Seit 1896 engagierte sich London in der sozialistischen Arbeiterpartei, die ab 1901 von der Sozialistischen Partei abgelöst wurde, und hielt in den nächsten Jahren eine Vielzahl politischer Reden in der Öffentlichkeit. Nachdem er als Bürgermeisterkandidat in Oakland scheitert, verlegte er sich zunehmend auf die Publikation sozialistischer Theorie; 1905 erschien seine Essaysammlung »Krieg der Klassen«. London ist an einer engagierten Literatur gelegen, und doch bleiben seine literarischen Texte widersprüchlich: »Der präzisen Beschreibung des Arbeiterlebens steht die Lehre vom Überleben des Tüchtigsten, das Lob der Muskelkraft und Männlichkeit, zur Seite. Die Ideen der Sozialisten werden von London mit darwinistischen Vorstellungen verbunden.«12 Tatsächlich war London davon überzeugt, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis die sozialistische Revolution obsiegen werde, wie er auf seiner Vortragsreise im Jahre 1906 Studenten der Universität Yale mitteilte: »Vor dreitausend Zuhörern sprach er pathetisch über die kommende Revolution, über den internationalen Sozialismus, über Wahlen und die Möglichkeit der Gewaltanwendung, falls die Sozialisten mit Gewalt angegriffen würden. Die Bewegung werde von den Arbeitern getragen, sagte London. Sie wollten den Kapitalismus zerstören, jene Gesellschaftsform, die inhuman sei, da sie Arbeitslosigkeit und Hunger hervorrufe. Tatsächlich sei aber bei dem technischen Standard der Moderne kein Grund für Hunger und Armut gegeben. […] Der Mittelklasse gestand London nur noch eine Nebenrolle in der sozialen Entwicklung zu.«13

London war ein fleißiger Schriftsteller, was für ihn einen Arbeitsalltag bedeutete, der von Disziplin, wenig Schlaf und mitunter Alkohol geprägt war. Literatur war für ihn immer Ausdruck harter Arbeit: »So etwas wie Inspiration gibt es nicht. Ich dachte das mal – und machte mich selbst lächerlich. Schürfen ist das Geheimnis der Literatur.«14 Vergegenwärtigt man sich die Bedeutung dieses Ausspruchs, wird deutlich, wie sehr Jack London von seinen Reisen und Abenteuern als literarischen Goldgruben seiner Imagination profitiert haben muss.
Die Erfolge ermöglichten ihm die Realisierung einiger langgehegter Träume, wie etwa die eigenhändige Konstruktion einer Segelyacht. Mit der Snark unternahm er eine 27-monatige Reise auf dem Süd-Pazifik, von der er in »The Cruise of the Snark« (1911) berichtete. Auf der Reise schrieb er auch seinen Roman »Martin Eden«, der in Deutschland wegen seiner sozialistischen Tendenzen den Bücherverbrennungen der Nationalsozialisten zum Opfer fiel. In seinen letzten Lebensjahren zog er sich auf eine Farm im kalifornischen Sonoma Valley zurück, wo sein gesellschaftlich-politisches Engagement abnahm, das mit seinem Lebensstil – so beschäftige London etwa selbst Diener – ohnehin kaum noch vereinbar war. Der Autor wurde in seinen politischen Haltungen konservativer und isolierte sich immer mehr von seinen sozialistischen Mitstreitern: »Der frühere Antimilitarist Jack London begann Sozialisten, die sich gegen eine US-Intervention äußerten, zu verachten und zu verteufeln. London glaubte einmal wieder, daß die Überlegenheit der angelsächsischen Rasse bewiesen werden müsse.«15 Dies muss auch berücksichtigt werden, wenn man Londons spätere Sympathie für die amerikanische Einmischung in die mexikanische Revolution ebenso wie seine Unterstützung des Eintritts der USA in den Ersten Weltkrieg nachvollziehen will, mit der er sich in der Sozialistischen Partei noch weiter isoliert hatte: »London’s support of American imperialism in the case of the Mexican Revolution reflected his Anglo-Saxonism and steadfast belief in social Darwinism. Although his stance in Mexico angered many of his comrades, his estrangement from his fellow socialists was sealed by his support of the United States‘ intervention in World War I on behalf of England.«16

London widmete sich nun der Tierzucht, die er mit den Tantiemen aus neuen Veröffentlichungen finanzierte. Bevor er in sein neugebautes Luxushaus, sein »Wolfshaus«, umzog, brannte dieses ab, was ihn finanziell und persönlich – Brandstiftung kann bis heute nicht ausgeschlossen werden – hart traf.17 London litt in seinen letzten Jahren an einer Niereninsuffizienz und starb am 22. November 1916 an einer Harnvergiftung und nicht durch eigene Hand, wie dies von einigen London-Biographen lange Zeit angenommen wurde. (bf)

Fußnoten
1 Oligarchie ist als eine Gesellschaftsform zu definieren, in der die Macht im Staat von einer Elite ausgeübt wird.
2 John Clute / Peter Nicholls: Jack London. In: Dies.: The Grolier Science Fiction: The Multimedia Encyclopedia of Science Fiction. Danbury, CT: Grolier, 1995.
3 Thomas Ayck: Jack London. In Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Reinbeck b. Hamburg: Rowohlt, 1976, S. 30.
4 Ebd., S. 61.
5 Ebd., S. 62.
6 Ebd., S. 51,
7 Ebd., S. 51.
8 Johnston 1984, S. 19. »Although he genuinely sympathized with the oppressed workers, London’s strongest ambition was to escape the working class himself.«
9 Rüdiger Barth und Marc Bielefeld: Jack London. In: Ders.: Wilde Dichter. Die größten Abenteurer der Weltliteratur. München: Piper, 2005. S. 67-136, hier: S. 78.
10http://www.wasistwas.de/archiv-sport-kultur-details/die-jack-london-legende.html (Hervorhebung entfernt; B.F.)
11 Vgl. Ayck 1976, S. 81.
12 Ebd., S. 8. Ayck diagnostiziert: »Jack London ist in seinen Schriften nicht selten in der Gefahr, dem Sozialdarwinismus das Wort zu sprechen, etwa in bezug auf die Indianer, die gegen Weiße unterliegen.« (Ebd., S. 58.)
13 Ebd., S. 104.
14 Barth / Bielefeld 2005, S. 68.
15 Vgl. Ayck 1976, S. 129.
16 Johnston 1984, S. 157.
17 Vgl. http://www.jack-london.org/jackbio.htm

[Artikel zuerst erschienen in: Science Fiction Jahr 2009 im Heyne Verlag, S. 469-487.]



Weiterlesen: Teil 2 des Artikels


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#15 Alle Jahre wieder... – Das »SF-Jahr 2016« ist da

Geschrieben von Sierra , in In eigener Sache, Phantastik, Sekundärliteratur, Science Fiction 09 October 2016 · 532 Aufrufe
Science Fiction, Jahrbuch und 3 weitere...

Ich freue mich über einen neuen Band des Jahrbuchs »Science Fiction Jahr« in den Regalen, das seit dem letzten Jahr in dem rührigen Berliner Golkonda Verlag erscheint. Die Herausgeber schreiben im Vorwort (Leseprobe), dass die Veröffentlichung des »Science Fiction Jahr 2015« keine Minus-Geschäft war, sodass anzunehmen ist, dass viele Leser dem Jahrbuch trotz des Verlagswechsels die Treue gehalten haben.
Eingefügtes Bild Da ich leider mein Belegexemplar recht spät angefordert haben, konnte ich noch nicht im neuen Band herumblättern. Wie aber das Inhaltsverzeichnis in der Leseprobe verrät, kommt der Band gewohnt abwechslungsreich daher: so werden in Essays, Rezensionen, Interviews, bibliographisch (Christian Pree) die verschiedenen Spielarten der Phantastik in Literatur, Film oder Comic ausgeleuchtet. Besonders gespannt bin ich auf den Essay von Matthias Schwartz, der bereits in Buchform mehrere Studien zur »Sowjetischen Abenteuerliteratur und Science-Fiction« vorlegte.
Ich habe in diesem Jahr einige Rezensionen beigetragen, im Bereich Literatur gehörten zu meinen Favoriten Jakob Schmidts Neuübersetzung des »Wüstenplaneten« (vgl. hierzu auch ein FantasyGuide-Interview mit dem Übersetzer) und Dariusz Muszers bitterböse Dystopie »Schädelfeld«. Bei den Comics hat mich besonders Jeff Lemires SF-Comic »Descender« angesprochen, während ich mit Craig Thompsons »Weltraumkrümel« leider nur wenig anfangen konnte. (bf)

Bibliographische Angaben: Das Science Fiction Jahr 2016. Hrsg. von Hannes Riffel und Sascha Mamczak. Berlin: Golkonda, 2016. 674 S. EUR 29,90. ISBN 978-3-944720-97-5. (E-Book: EUR 14,99; ISBN 978-3-944720-98-2)







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(Jennifer Brown: So überlebte ich das Schuljahr trotz Aliens, Robotern und der grausamen Missy. München 2017, S. 7)

 

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