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Metaphernpark



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#11 »Fritz Lang – Ich bin ein Augenmensch. Die Biographie« von N. Grob (Besprechung)

Geschrieben von Sierra , in Medien, Film, Science Fiction, Rezension 02 August 2016 · 577 Aufrufe

Beurteilung

Fritz Lang (1890 - 1976) gehört zu den wirkmächtigen Regisseuren des 20. Jahrhunderts. Bildgewaltige Werke wie »Metropolis« (1927) oder »M – Eine Stadt sucht einen Mörder« (1931) faszinieren bis heute nicht nur Genreliebhaber. Und auch das Leben Fritz Langs bietet viel Stoff für Biographien und Artikel, die teilweise die Mythenbildung um seine Person verstärkten. Das vorliegende Sachbuch des Mainzer Filmwissenschaftlers Norbert Grob beansprucht – so steht es im Klappentext – die »erste umfassende Biographie« Langs zu sein. Grob schildert Langs Herkunft aus einer Unternehmerfamilie in Wien. Seine jüdische Mutter konvertierte erst im Jahre 1900 aufgrund der antisemitischen Umtriebe in Wien zum Katholizismus, dem auch sein Vater angehörte. Während seiner »Lehr- und Wanderjahre« (S. 29) in Wien, München und Paris studiert Lang – gegen den Wunsch des Vaters – Malerei. Nach einer Kriegsverletzung schreibt er erste Drehbücher. Im Jahre 1919 geht er nach Berlin, wo er sich schnell als Regisseur etabliert, der seine filmästhetischen Vorstellungen kompromisslos durchsetzt. Zur Zäsur wird die schleichende Machtergreifung der Nazis, die ihn zur Emigration bewegt. Die Exilzeit in Hollywood (1936 – 1956), wo er im Austausch mit anderen Emigranten sein Engagement gegen die Nazis forciert, prägt Lang künstlerisch und charakterlich. Die Biographie fokussiert zum Schluss die letzten Filmen in Berlin und Paris und seinen Lebensabend in Los Angeles.

Eingefügtes Bild Grobs Buch arbeitet die Karriere Langs als hypersensiblen Filminnovator – dieser rote Faden geht nie verloren – überzeugend heraus. Gut gelungen sind die konzentrierten Filmbeschreibungen und die Darstellung der technischen und finanziellen Aspekte der Produktionen. Obwohl Grob auch weniger Schmeichelhaftes erwähnt – etwa Langs knallharte Chefattitüde, seine Begeisterung für die Schürzenjagd oder die skurrile ›Adoption‹ eines Stoffaffen als Familienmitglied –, trübt eine übergroße Ehrfurcht vor Lang mitunter die Perspektive der Analyse. So wird Lang bereits auf Seite 20 für seine Berliner Filmklassiker zum »Genie des deutschen Kinos« (S. 20) erklärt – was Grobs sehr sachkundige Skizzen des Arbeitsumfeldes, in dem Lang (nicht immer erfolgreich) agierte, etwas relativiert. Die Überbetonung der Triumphe Langs lässt zudem die Begrifflichkeiten verschwimmen, wenn »Metropolis« unvermittelt aus dem SF-Genre ›ausgemeindet‹ wird, um Langs »Frau im Mond« (1929) zum SF-Pionierfilm zu erheben: »Wenn Metropolis der erste deutsche Social-Fiction-Film war, dann ist Frau im Mond als erster deutscher Science-Fiction-Film zu würdigen.« (S. 156) Auch müsste hier der Referenzrahmen für Thea von Harbous »Metropolis«-Drehbuch und Langs Inszenierung stärker berücksichtigt werden, den ihnen die Werke der literarischen Phantastik lieferten. Schließlich irritiert die Feststellung, dass Lang in Deutschland »bis zuletzt« ein »Außenseiter« (S. 374) geblieben sei, wenn schon eine Seite später sein Großes Bundesverdienstkreuz erwähnt wird. Vielmehr ist zu fragen, ob der spätere Lang mit der Rolle des Außenseiters nicht eher kokettierte. So stellte er noch im hohen Alter die Zuständigkeit der Filmkritik für seine Werke generell in Abrede und stilisierte sich als ›Feuilletonopfer‹ (vgl. S. 387).
Sieht man von diesen Einwänden ab, kann Grobs Biographie als anschauliche Einführung in Langs Leben und Werk dennoch wärmstens empfohlen werden. (bf)


Bibliografische Angaben: Norbert Grob: Fritz Lang – Ich bin ein Augenmensch. Die Biographie. Berlin: Propyläen, 2014. 447 S. ISBN: 978-3549074237. EUR 26,00 (gebundene Ausgabe).

[Rezension zuerst erschienen in: Science Fiction Jahr 2015 im Golkonda Verlag, S. 188-190.]




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#2 Comics und Tweets vom »Fuchskind« (aka Daniela Schreiter)

Geschrieben von Sierra , in Medien, Comics 16 April 2016 · 462 Aufrufe

Twittern habe ich erst vor ein paar Monaten für mich entdeckt. Der Twitter-Channel der Berliner Comic-Zeichnerin Daniel Schreiter ist für mich ein Grund, regelmäßig beim blauen Vogel reinzuschauen. Ich kannte bisher nur Schreiters Comic »Schattenspringer«, der witzig und autobiographisch Pubertät und Autismus thematisiert.


Eingefügtes Bild

Die Autorin ist als »Fuchskind« im Netz präsent und bezieht sich in ihren Zeichnungen immer wieder auf Populärkultur, etwa den Cthulhu-Mythos oder Star Wars.

Zwei Kostproben:

https://twitter.com/Fuchskind/status/698788179156013056?lang=de

https://twitter.com/Fuchskind/status/690854263183032320?lang=de


(bf)





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»Wenn man den Gerüchten glauben durfte, steckte im Kostüm des Maskottchens der Forest Shade Middle School eine 72-jährige Frau. Doris, die 72-jährige Mutter von Trainer Verde, um genau zu sein. Die Vermutung lag nahe, denn während die Maskottchen anderer Schulen Purzelbäume schlugen und zu Rockmusik tanzten, sah man unseren Waschbären oft in einem Schaukelstuhl sitzen und Hauben für Klopapierrollen stricken.«

 

(Jennifer Brown: So überlebte ich das Schuljahr trotz Aliens, Robotern und der grausamen Missy. München 2017, S. 7)

 

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(Quelle: Wikipedia:Dominik Matus: A Thonet rocking chair. Lizenz: CC BY-SA 3.0)

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