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Armin schreibt



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Gelesen im Juli

Geschrieben von Armin , in Buch 03 September 2019 · 247 Aufrufe

Mit viel Verspätung ...

George R.R. Martin/Raya Golden – Starport (Harper Voager, 2019)
Nach längerer Zeit mal wieder ein Comic beziehungsweise eine Graphic Novel, wie das heutzutage ja heißt. Bei stolzen 272 Seiten (da glaube ich mal der Angabe bei Amazon, irgendein Scherzkeks hat die Seitenzahlen im Buch nämlich einfach weggelassen) in zwölf Kapiteln ist diese Bezeichnung durchaus angemessen. „Starport“ ist eins der (nach Angabe des Autors) zahlreichen Drehbücher, die George R.R. Martin in seiner Hollywood-Zeit in den achtziger und neunziger Jahren neben seiner Arbeit für „The Twilight Zone“ und „Beatuy and the Beast“ für TV-Pilotfilme geschrieben hat, die nie verwirklicht wurden. Raya Golden, die schon die Martin-Story „Meathouse Man“ als Comic adaptiert hat, ist für die visuelle Umsetzung zuständig – und genau daran hakt es. Die Story um einen Alien-Bund („Harmony of Worlds“), der die Erde als 315. Welt in seine Reihen aufnehmen möchte, wobei es zehn Jahre nach dem Erstkontakt allerlei Komplikationen rund um die Eröffnung des Starports in Chicago gibt, ist nicht uninteressant, aber auch nicht herausragend originell. Martin selbst hat den Vergleich hat den Vergleich zur Polizeiserie „Hill Street Blues“ (deutsch „Polizeirevier Hill Street“) gezogen, nur mit Aliens eben. Das ist schon recht unterhaltsam, die optische Umsetzung hinkt aber leider deutlich hinterher. Frau Goldens Zeichenstil ist arg brav, ein etwas flippigerer, ausladenderer Ansatz hätte um einiges besser zur Geschichte gepasst – ich nenne mal „The Green Lantern“, die aktuelle Serie mit Zeichnungen von Liam Sharp, als Referenz. Ein ähnlicher Stil hätte „Starport“ sehr gut getan und aus einem netten einen sehr guten Comic gemacht.

Alan Dean Foster – Reise zur Stadt der Toten (Heyne, 1986)
Nach meiner Lektüre von Fosters „Vorposten des Commonwealth“ vor Kurzem habe ich mir einen weiteren bislang noch ungelesenen Roman aus seinem Homanx-Commonwealth-Universum vorgenommen, im Original als „Voyage to the City of the Dead“ 1984 erschienen. Das Urteil fällt ganz ähnlich aus: aus heutiger Sicht kaum angestaubt, spannend und mit exotischen Außerirdischen, gut zu lesen, unterhaltsam.

Heinrich Steinfest – Der Allesforscher (Piper, 2014)
Science Fiction? Nein. Im Nachwort erwähnt der Autor aber immerhin, dass er mal vorhatte, im Finale die Sonne „kalben“ und zwei kleinere Sonnen gebären zu lassen, sodass die Welt, wie wir sie kennen, aufhört zu existieren. Das hat er nicht gemacht und trotzdem ist „Der Allesforscher“ wie eigentlich jeder Steinfest-Roman ein großes Vergnügen. Hier geht‘s um einen Manager, der durch einen explodierenden Wal und einen Flugzeugabsturz aus der Bahn geworfen wird, Job und Verlobte verliert, Bademeister in Stuttgart und Vater eines unehelichen Sohns wird und noch um einiges mehr. Ein Roman, den man einerseits nicht weglegen möchte, andererseits aber auch so langsam wie nur möglich lesen will, damit er nicht aufhört. Heinrich Steinfest ist vermutlich der klügste Autor, den es gibt, er packt in einen Satz mehr Weisheiten, Gags oder absurde Ideen als viele andere in ein ganzes Buch – nein, kein großes, sondern ein riesiges Vergnügen.

Charles Sheffield – Das Artefakt der Meister (Bastei-Lübbe, 2008)
Ich hatte ja angekündigt, mir ein bisschen mehr Zeit mit dem nächsten (vierten) Band aus Charles Sheffields „Heritage“-Zyklus zu lassen, jetzt habe ich ihn dann aber doch schon gelesen – hier liegt noch der eine oder andere Mehrteiler von anderen Autoren herum, vielleicht ist es ganz gut, hier vorher mal zum Ende zu finden. „Das Artefakt der Meister“, im Original 1997 als „Convergence“ erschienen, hat mir wieder ein Stück besser als der Vorgänger gefallen, auch wenn die Zutaten immer noch dieselben sind – irgendwie erscheint es mir flotter, ein bisschen lockerer geschrieben. Im Nachwort kündigt der Autor übrigens an, seine Tetralogie damit beendet zu haben, und wird eine Seite weiter vom Übersetzer korrigiert: Schließlich hat Sheffield fünf Jahre später mit „Der Schwarze Schlund“ einen fünften Roman nachgeschoben. Der ist dann demnächst an der Reihe.

Robert A. Heinlein – Das neue Buch Hiob (Bastei-Lübbe, 1985)
Ein Roman aus Heinleins (1907-1988) Spätphase, im Original gerade mal ein Jahr zuvor, 1984, als „Job: A Comedy of Justice“ veröffentlicht, zwar sowohl für Hugo als auch Nebula Award nominiert und Gewinner eines Locus Award, aber sicher kein Meisterwerk. Immerhin ist es ganz vergnüglich mitzuverfolgen, wie Alec und Margrethe, die beiden Hauptpersonen, durch mehrere Paralleluniversen geschleudert werden. Sobald sich dann aber die pseudoreligiösen Einsprengsel mehr und mehr häufen (angesichts des Titels wohl kein Wunder ...), wird‘s deutlich weniger interessant.

Holger M. Pohl – Ein uralter Plan (Wurdack, 2019)
„Die neunte Expansion“, Band 21, und was für einer. Holger lüftet Rätsel, treibt die Haupthandlung entscheidend voran, erzählt mit ordentlich Tempo und Spannung – diese Lektüre hat Spaß gemacht. Würde das nächste Buch schon vorliegen, hätte ich es sicher direkt im Anschluss gelesen. So heißt es: Geduld. Und Kompliment für den vorliegenden Roman.

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Elvis: Rezension auf Amazon

Geschrieben von Armin , in Veröffentlichungen, Buch 29 July 2019 · 340 Aufrufe

Erfreulicherweise gibt es noch eine weitere Rezension zu unserer SF-Anthologie "Elvis hat das Gebäude verlassen" (Begedia, 2019), diesmal auf Amazon. Murray A. Murchison schreibt unter der Überschrift "Retrofuturismus aus Deutschland" nachdem er die Geschichten von Tobias Fromme, Peter Hohmann und mir etwas näher betrachtet hat:

Fazit:
Elvis hat das Gebäude verlassen ist eine gelungene Anthologie mit einer “quirky” Prämisse. Die Idee, SF zu präsentieren die durch die Fünfziger inspiriert wurde – oder auch von unseren Vorstellungen der Fünfziger in den USA – klingt im ersten Moment merkwürdig, aber das Ergebnis ist eine faszinierende und interessante Vision des Retrofuturismus. Wer eine schicke Anthologie sucht oder mal einen Blick in Zukünfte werfen möchte die es so nicht gab ist hier sehr gut aufgehoben.



Die ganze Rezension gibt es hier:
https://www.amazon.d...ASIN=395777117X


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Elvis: Rezension in der Standard-Rundschau

Geschrieben von Armin , in Veröffentlichungen, Buch 14 July 2019 · 382 Aufrufe

Josefson rezensiert unsere immer noch neue SF-Anthologie "Elvis hat das Gebäude verlassen" (Begedia, 2019) in der SF-Rundschau des Standard und meint (leider nicht restlos begeistert):

Gesamtbewertung: OK. Einige Geschichten (Küper, Hohmann, Fromme) werden in Erinnerung bleiben. Mit der sprachlichen Verheißungskraft, die die Anthologie auf der Buchrückseite zeigt ("Rockabilly und Petticoats, Jukebox und Milchshakes, während der Kalte Krieg als greller Schädel zum Himmel hochwächst"), kann sie in ihrem Inneren aber nicht mithalten.



Zu meiner eigenen Story "Random Gunn und der Griff nach der Weltherrschaft" schreibt der Rezensent:

Einen ambivalenten Eindruck hinterlässt auch Armin Rößlers "Random Gunn und der Griff nach der Weltherrschaft", in dem eine klassische Pulp-Detektivgeschichte auf einen Zeitreise-Plot umgelegt wird. Rößler liegt schreiberisch klar über dem Schnitt, sein Umgang mit Zeitparadoxa und alternativen Geschichtsverläufen erscheint mir in sich aber nicht stimmig.



Die gesamte Rezension:

https://www.derstand...g-elvis-hat-das


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Gelesen im Juni

Geschrieben von Armin , in Buch 03 July 2019 · 415 Aufrufe

Walter Jon Williams – Wall, Stone, Craft
in: Ronald M. Hahn (Hrsg.) - Die Untiefen der Sirenen. Die besten Stories aus The Magazine of Fantasy and Science Fiction 93 (Heyne Verlag, 1996)
Inspiriert durch den Film „Mary Shelley“ (2017) habe ich diese, in der deutschen Übersetzung 116 Seiten lange Novelle aus den Tiefen des Kellers gekramt und mal wieder gelesen – dafür sollte man öfter Zeit haben oder sich halt die Zeit nehmen. Williams‘ Alternative-History-Geschichte „Wall, Stone, Craft“, im Original 1993 unter demselben Titel erschienen und hier von Michael Iwoleit übersetzt, war für den Hugo, Nebula und World Fantasy Award nominiert, und ist auch dann großartig zu lesen, wenn man nur rudimentäre Ahnung hat, was denn nun auf Tatsachen beruht und was frei erfunden ist. Mit Mary Godwin, der späteren Mary Shelley, ihrer Stiefschwester Claire Clairmont, Percy Bysshe Shelley und Lord Byron in den Hauptrollen ist für allerhand Dramatik gesorgt – und am Ende steht Mary Shelleys „Frankenstein“, auf ganz andere Art und Weise inspiriert, als das im oben genannten (in dieser Hinsicht wahrheitsgetreueren) Film der Fall ist. Spannend zu lesen, und vielleicht wäre eine Mary-Shelley-Biografie auch mal keine schlechte Idee … Wie auch der Rest dieses von Ronald M. Hahn zusammengestellten Auswahlbands aus dem „Magazine of Fantasy and Science Fiction“ - über zwanzig Jahre nach der Erstlektüre ist da einiges in Vergessenheit geraten, bei den Titeln der Storys von Maureen F. McHugh („Virtuelle Liebe“) und Jack McDevitt („Standardkerzen“) klingelt es aber noch leise … Vielleicht mal irgendwann demnächst.

Michael Iwoleit & Michael Haitel (Hrsg.) - Nova 27 (p.machinery, 2019)
Es klingt im Interview mit Harald Lesch (wie schon in Ausgabe 26 wieder das Highlight des Sekundärteils) kurz an: Utopien könne furchtbar langweilig sein, insofern darf man bei einer Themenausgabe „Neue Wege zur Utopie“ vorab schon ein bisschen skeptisch sein. Das Misstrauen ist aber glücklicherweise nicht angebracht: In Nova 27 findet sich wenig heile Welt, dafür überraschend viele gute Storys. Meine Favoriten waren die Geschichten von Frank Haubold („Die beste aller Welten“), Frank Hebben („Erwache“) und C. Stuart Hardwick („Regenbögen für kommende Tage“), dicht gefolgt von Frank Neugebauer („Entscheidung in Traumhaus 8“), Marcus Hammerschmitt („PLKL“) und Dirk Alt („Die Eismaschine“) – eine wirklich gute Ausbeute. Nur ein paar Mal haben mich die Autoren mit zu viel Erklärbär-Info-Dump-Modus genervt, wenn sie unbedingt erklären mussten, warum ihre Welt so geworden ist, wie sie geworden ist, aber insgesamt hat sich das glücklicherweise in Grenzen gehalten. Weil am Preis gemäkelt wurde: Ich persönlich brauche keine Farbgrafiken, empfinde die meisten aber als gelungene Beigabe – insofern ist das Buch seine 18,90 Euro wert, die bezahle ich auch beim nächsten Mal gerne. Highlights im Sekundärbereich neben dem erwähnten Lesch-Interview sind für mich die sehr persönlichen Nachrufe auf Achim Mehnert und Harlan Ellison.

Stephen King – Der Outsider (Heyne Verlag, 2018)
Als Jugendlicher habe ich Stephen Kings Romane verschlungen, irgendwann hatte ich sie dann komplett über und heute lese ich – wohldosiert – gerne wieder gelegentlich etwas von ihm. So viele Kritikpunkte sich da immer finden lassen (einfach das Zeug mal richtig lektorieren, dann wär‘s halb so lang und verschwafelt, aber bestimmt doppelt so intensiv – das wär‘ doch mal was), so gut werde ich unterhalten. Das gilt im Prinzip auch für „Der Outsider“, wobei ich ausgerechnet mit dem übernatürlichen Element meine Probleme habe, da geht es mir ähnlich wie den Figuren im Buch: Richtig glaubhaft wirkt der titelgebende „Outsider“ nicht auf mich. Zwiespältig sehe ich auch den Auftritt von Holly Gibney (aus „Mr. Mercedes“ und den beiden Folgebüchern): Einerseits ist es nett, sie wiederlesen zu dürfen, andererseits wirkt ihr Auftauchen ziemlich genau in der Mitte des Romans wie eine Verzweiflungstat des Autors, um seine Geschichte zu retten … Trotzdem: Spannend war‘s.

Andreas Eschbach – Submarin (Arena, 2017)
Nach „Aquamarin“ (2015) also „Submarin“ - Andreas Eschbach lässt aus seinen Jugendbüchern gerne Mehrteiler werden („Marsprojekt“, „Out“-Trilogie), da spricht ja auch nichts dagegen, und hier könnte sich theoretisch ebenfalls noch ein dritter Teil anschließen. Nachdem Saha in „Aquamarin“ entdeckt hat, dass sie sowohl an Land als auch im Wasser atmen kann, lernt sie jetzt die Welt der Wassermenschen, der Submarins, kennen. Das ist recht nett, aber nicht mehr ganz so unterhaltsam wie im ersten Teil und zieht sich zwischendurch ein bisschen – die ziellose Suche nach ihrem Vater mag dafür als Beispiel dienen. Vielleicht ist dann auch alles gesagt und es braucht kein drittes Buch ...

George R.R. Martin (ed.) - Knaves over Queens (Harper Voyager, 2018)
Endlich mal wieder ein englischsprachiges Buch geschafft, da war ich zuletzt faul, und die Stapel werden größer … Wie schon mal erwähnt, ist „Knaves over Queens“ je nach Zählweise Wild-Cards-Band 26 oder 27 (es hat nichts mit der „America Triad“ zu tun, ist aber aus irgendeinem Grund zwischen „Low Chicago“ und „Texas Hold‘em“ erschienen). Hier geht‘s nach Großbritannien, und zwar noch einmal ganz zurück bis ins Jahr 1946, als in Kevin Andrew Murphys Auftaktstory „A Flint lies in the Mud“ das Wild-Card-Virus ausbricht, während das britische Schiff Queen Mary vor dem Hafen von New York liegt und das Virus schließlich mit nach Hause transportiert. Der im Titel erwähnte Captain Flint wird zu einer wichtigen Figur des von Queen Margaret (ja, ja) gegründeten „Order of Silver Helix“ (eine Reaktion auf „Scare“) und im Buch – so lernt er in „But a Flint holds Fire“ (ebenfalls von Murphy geschrieben) zum Beispiel Churchill und Turing kennen. In den Geschichten von Peadar Ó Guilín („The Coming of the Crow“, „The Cracks in the City“ und das das Buch beschließende „Feeding on the Entrails“) geht es um den Nordirland-Konflikt und die irische Göttin Babd, Caroline Spectors „Needles and Pins“ ist eine Mafia-Geschichte, Paul Cornells „Night Orders“, in dem es vordergründig um den (im wahrsten Sinne des Wortes) unsterblichen Churchill geht, gönnt dem Leser im Jahr 1973 einen Gastauftritt von David Bowie und den Spiders (ohne „from Mars“), Charles Stross fährt in „Police on my Back“ dann wieder eine Ganoven-Story auf, während sich Marko Kloos in „Probationary“ dem Falkland-Krieg widet. Peter Newman schildert in „Twisted Logic“ den Aufstieg von Redenschreiber Roger Barnes nach seiner Wild-Cards-Infizierung vom Undercover-Agenten in einer Terror-Organisation zu deren Anführer The Green Man (inklusive Churchills Ermordung) und in Melinda M. Snodgrass‘ „The Ceremony of Innocence“ gibt es ein erfreuliches Wiederlesen mit dem Hermaphroditen Noel/Lilith (bekannt aus den Band „Low Chicago“ und dem Snodgrass-Beitrag „The Sister in the Streets“). Tragisch dann Emma Newmans „How to Turn a Girl to Stone“ über Kerry, die Menschen in steinerne Statuen verwandelt, woraus ihre Eltern ein Geschäft machen, und „The Visitor“ von Mark Lawrence, in dem Angela, behinderter Pflegefall, ihr Bewusstsein in andere Körper schicken kann. Der rote Faden ist vorhanden, aber vergleichsweise lose, das Geschehen ist nicht ganz so eng miteinander verknüpft wie in den letzten Wild-Cards-Mosaikromanen – vergleichbar vielleicht den allerersten beiden Bänden der Reihe („Wild Cards“ und „Aces High“, beide 1987), die ja noch eher Story-Anthologien waren. Das macht gar nichts, auch weil viele sehr gute Geschichten dabei sind, wobei mir persönlich die Stories von Kevin Andrew Murphy, Paul Cornell, Melinda M. Snodgrass und Emma Newman am besten gefallen haben. Damit wäre ich up-to-date, der nächste Wild-Cards-Band darf kommen. Nur habe ich noch nichts darüber gehört, wann das der Fall sein könnte.

Ken Grimwood – Replay – Das zweite Spiel (Heyne, 2013)
Wenn ich mir am Ende dieses Buchs den Hinweis auf die anderen „Meisterwerke der Science Fiction“ in Heynes gleichnamiger Reihe anschaue, dann habe ich wohl so ziemlich alle irgendwann einmal gelesen – große Ausnahme bisher: Ken Grimwoods Roman „Replay“, im Original sogar schon 1986 erschienen. Warum ich das Buch bisher verschmäht hatte, kann ich nicht sagen, nach der Lektüre noch weniger. Diese Murmeltier-Variante ist sehr gut geschrieben, durchdacht konstruiert, droht erst gegen Ende hin, ein wenig zu zerfasern (was kein Wunder ist: Wie will der Autor auch aus der Nummer rauskommen?), und schafft dann doch einen wirklich zufriedenstellenden Schluss. Klasse Buch, das macht Lust, sich weiter mit dem 2003 verstorbenen Autor auseinanderzusetzen. Leider scheint von seinem schmalen Werk sonst nichts auf Deutsch übersetzt worden zu sein – dann eben vielleicht mal im Original.

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Elvis: Rezension beim Fantasyguide

Geschrieben von Armin , in Veröffentlichungen, Buch 18 June 2019 · 448 Aufrufe

Beim Fantasyguide ist eine Rezension von Ralf Steinberg zu unserer neuen SF-Anthologie "Elvis hat das Gebäude verlassen" (Begedia, 2019) online gegangen. Sein Fazit:

Ein Bündel alternative 50er Jahre Welten, gewürzt mit jeweils sehr speziellen Science-Fiction Topoi – »Elvis hat das Gebäude verlassen« ist eine etwas andere Anthologie. Betritt das Weltraum-Diner, hole dir 'nen Space-Burger und schwing dich dann wieder in dein rostiges Düsenbike – du wurdest gewarnt: Der Weltraum ist nur was für die echten Rocker …



Zu meiner eigenen Story "Random Gunn und der Griff nach der Weltherrschaft" schreibt der Rezensent:

Armin Rößler zeigt sich in Random Gunn und der Griff nach der Weltherrschaft von seiner humorvollen Seite.
Random Gunn ist Zeitagent und nimmt den Auftrag einen hübschen Blondine an, ihren Vater aus den Fängen der Russen zu befreien, für die er als Wissenschaftler an einer tödlichen Waffe bastelt …
Eine gelungene Mischung aus Detektiv- und Bond-Story, die mit den genretypischen Klischees und Zeitparadoxa spielt. Entsprechend wirkt die Illustration von Christian Dörr auch wie ein Bond-Filmplakat.



Hier geht's zur Rezension:
https://fantasyguide...ank-hebben.html

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Gelesen im Mai

Geschrieben von Armin , in Buch 12 June 2019 · 458 Aufrufe

Mit ordentlich Verspätung ...

Charles Sheffield – Die Reliktjäger (Bastei-Lübbe, 2007)
„Es ist schwer, einen Autor zu finden, der bessere SF schreibt als Sheffield“, behauptet der Buchrücken mit einem „Booklist“ zugeschriebenen Zitat. Ganz so weit würde ich dann nicht gehen, auch wenn mich „Die Reliktjäger“ (im Original „Divergence“, 1991) ähnlich gut unterhalten haben wie der Vorgängerband „Gezeitensturm“, Auftakt des fünfteiligen „Heritage“-Zyklus des 2002 verstorbenen Autors. Auch hier sind alle Zutaten für einen guten Hard-SF-Roman vorhanden, die Handlung wird recht flott erzählt, nur die Figuren sind wieder das Manko – zumal sie zwar dieselben Namen wie im Vorgänger tragen und wohl auch dieselben Personen sein sollen, plötzlich aber ganz anders daherkommen … Das ist doch etwas unbefriedigend. Mal gucken, wie das in „Der kalte Tod“ weitergeht.

Katharina Ushachov & Stefan Cernohuby/Veronika Bicker/Stefan Cernohuby : D9E – Der Loganische Krieg – Sammelband 3: Episoden 7-9 (Wurdack, 2019)
Flotter Abschluss der D9E-Ablegerreihe mit erneut drei Kurzromanen, die zuvor schon als E-Books erschienen sind: „Gefangen im Dilemma“, gemeinsam verfasst von Katherina Ushachov und Stefan Cernohuby, „Zwischen allen Fronten“ von Veronika Bicker, die ja bereits mit Folge 4 vertreten war, und schließlich „Tabula rasa“ von Stefan Cernohuby, mit dreieinhalb Teilen der Reihe nicht nur fleißigster Autor, sondern sowohl für Auftakt als auch Abschluss zuständig. Er verantwortet auch den schönsten Dialog des Buchs: „Hey, du!“ - „Meinst du mich?“ - Wen sonst?“ (Seite 206 der gedruckten Fassung) – muss da nur ich an die Sesamstraße denken? Insgesamt gerne gelesen, ich hätte nichts gegen weitere D9E-Ableger, Romane oder Geschichten in diesem Universum. Und die beteiligten Autoren (auch der beiden Vorgängerbände) haben ihre Sache gut gemacht.

Robert E. Howard – Herrscher der Nacht (Pabel, 1975)
Band 3 der Terra-Fantasy-Reihe aus den Siebzigern, einer Zeit, in der (schmale) Taschenbücher noch für 2,80 Mark zu haben waren, und ein weiteres lange im Regal ungelesen vor sich hinschlummerndes Exemplar. In den hier versammelten Erzählungen widmet sich der Conan-Schöpfer Robert E. Howard (1906-1936) den Pikten (mit denen es – um mal abzuschweifen – ja vor nicht allzu langer Zeit auch Asterix zu tun hatte) und ihrem von ihm ersonnenen Herrscher Bran Mak Morn, etwa im Jahr 200 unserer Zeitrechnung angesiedelt. Im Apex-Verlag scheint 2017 eine Neuauflage unter dem Titel „Könige der Nacht – Die Bran Mak Morn-Erzählungen“ erschienen zu sein. Enthalten sind im Terra-Fantasy-Band neben einem Vorwort des Autors die überwiegend ursprünglich in „Weird Tales“ veröffentlichten Storys „Das verschwundene Volk“ (The Lost Race), „Die im Dunkeln wohnen ...“ (Men of the Shadows), „Herrscher der Nacht“ (Kings of the Night), „Fragment“ (Fragment) und „Würmer der Erde“ (Worms of the Earth). So richtig Bemerkenswertes ist leider nichts dabei, sieht man mal von einem „Gastauftritt“ von Kull auf, der mich daran erinnert, dass ich den Film („Kull, der Eroberer“ von 1997) auch mal sehen wollte.

Dirk van den Boom – Aume reist – Der Kalte Krieg 2 (Atlantis, 2019)
Das kann ich kurz machen, weil mir das Buch so gut wie der erste Band gefallen hat – ich bereu‘s jetzt nur ein bisschen, dass ich nicht genug Geduld hatte, zu warten, bis Band 3 erschienen ist; wenn das auch wieder ein Jahr dauert, wird‘s schwer, die vielen, vielen Personen in Erinnerung zu behalten …

Charles Sheffield – Der kalte Tod (Bastei-Lübbe, 2007)
Auch hier gilt die Formel „mehr vom selben“, allerdings mit weniger Begeisterung auf meiner Seite. Drei Sheffields in sechs Wochen sind vermutlich zu viel des Guten, Teil vier des „Heritage“-Zyklus sollte ich vermutlich noch ein bisschen länger auf Halde liegen lassen ...

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Geschrieben von Armin , in Buch 08 May 2019 · 604 Aufrufe

Alastair Reynolds – Permafrost (Tor.com, 2019)
Zur Abwechslung mal kein Ziegelstein von Alastair Reynolds, sondern was Handlicheres, eine Novelle, die allerdings gut noch ein paar Seiten mehr vertragen hätte. Inhaltlich geht es um zeitreisende Wissenschaftler, die in der Vergangenheit (ihrer Vergangenheit, unserer Zukunft) eine Klimakatastrophe verhindern möchten. Liest sich gut, wenn man nicht zu lange über die (Zeitreise-typischen) Logikfallen nachdenkt.

Veronika Bicker/Stefan Cernohuby/Alessandra Reß: D9E – Der Loganische Krieg – Sammelband 2: Episoden 4-6 (Wurdack, 2018)
Zunächst einmal habe ich mich gefreut, nach längerer Zeit mal wieder etwas von Veronika Bicker zu lesen. Ist „Tabula rasa“ (mit ihrer Story „Regenmacher“) wirklich schon 13 Jahre her? Du meine Güte … Nicht nur Veronika Bicker (ihr vierter Teil der D9E-Ablegergeschichte um den „Loganischen Krieg“ trägt den Titel „Falsches Spiel“), sondern auch Stefan Cernohuby („Blutige Monde“) und Alessandra Reß („Eine Ahnung von Freiheit“) treiben den Konflikt zwischen Loganern und den einst von ihnen gezüchteten Kreaturen flott und für den Leser unterhaltsam voran. Jetzt sind das auch nicht mehr nur Einzelgeschichten wie im ersten Band, es gibt mehr und mehr verbindende Elemente und Figuren, der rote Faden wird sichtbar – das weckt die Vorfreude auf das finale Buch. Das liegt glücklicherweise schon hier und ist demnächst an der Reihe.

Charles Sheffield – Gezeitensturm (Bastei-Lübbe, 2007)
Im Original als „Summertide“ schon 1990 erschienen, wurde der Auftaktband von Charles Sheffields (1935-2002) fünfteiligem „Heritage“-Zyklus auf Deutsch erst nach seinem Tod veröffentlicht. Der Hard-SF-Weltenentwurf mit teils planetengroßen Relikten einer längst untergegangenen außerirdischen Zivilisation ist klasse, Sheffield kann und will da seinen wissenschaftlichen Hintergrund als Mathematiker und Physiker nicht verleugnen. Seine Figuren wirken nicht immer ähnlich ausgefeilt, trotzdem ist der Roman unterm Strich eine spannende Angelegenheit und macht Lust, mit „Die Reliktjäger“ bald den nächsten Teil folgen zu lassen.

Andreas Brandhorst – Ewiges Leben (Piper, 2018)
Vor Kurzem habe ich in meinem Kommentar zu „Die Tiefe der Zeit“ noch erwähnt, dass ich mit Andreas Brandhorsts Thrillern (konkret mit „Erwachen“ in diesem Fall) nicht so recht warm werde. Prompt widerlegt mich der Autor, was mich dann doch ehrlich freut. „Ewiges Leben“ hat mir deutlich besser gefallen als „Erwachen“, sprachlich und inhaltlich. Die Figuren wirken lebendiger und „echter“, die Handlung spannender – ein Roman, der mich ausgesprochen positiv überrascht hat. Gerne mehr davon.

Dirk van den Boom – Canopus – Der Kalte Krieg 1 (Atlantis, 2018)
Auftakt zu einem Dreiteiler, bei dem ich mich nicht gedulden konnte, bis zum Erscheinen des dritten Bands zu warten. Vermutlich werde ich das bereuen, denn angesichts der Vielzahl an Figuren werde ich mich vermutlich schwer tun, den Überblick zu behalten, wenn der Abschlussroman nächstes Jahr (?) erscheint. Denn: Teil zwei werde ich definitiv nicht so lange liegen lassen, dafür ist „Canopus“ zu spannend gewesen und es wird am Ende auch vieles schön zusammengeführt, sodass ich einfach weiterlesen muss ...

Andreas Eschbach – Perry Rhodan – Das größte Abenteuer (Fischer Tor, 2019)
Noch ein Buch, das mir richtig Spaß gemacht hat. Nicht, weil es furchtbar innovativ wäre, das ist es nicht. Sondern weil Andreas Eschbach das einfach gut gemacht hat. Er verknüpft Teile der realen neueren amerikanischen Geschichte, vor allem aber der Raumfahrtgeschichte mit dem fiktiven Leben Perry Rhodans – und es ist dann doch irgendwie überraschend, wie wenig er die Wahrheit manipulieren muss, um sie der 1961 (acht Jahre vor Apollo 11, zehn vor der Stardust) von K.H. Scheer und Clark Darlton ersonnenen Serienhandlung anzupassen. Zwar kein mega-spannender Roman, aber definitiv auch kein trockenes Geschichtsbuch: wie gesagt, richtig gut gemacht, schön geschrieben, gut zu lesen. Am Ende weckt das tatsächlich Lust, die frühe Geschichte der „Dritten Macht“ noch mal in den Originalen von Scheer, Darlton, Mahr & Co. nachzulesen.

H.J. Alpers – Kopernikus 2 (Moewig, 1981)
Grundsätzlich gilt: Ich liebe diese alten Anthologien aus den siebziger und achtziger Jahren und entdecke darin immer wieder viele, viele lesenswerte Storys und Erzählungen. Im konkreten Fall entpuppt sich „Kopernikus 2“ (die Reihe hat es zwischen 1980 und 1986 auf 15 Bände gebracht, die ich längst nicht alle gelesen habe) allerdings als eher unterdurchschnittliche Sammlung. Höhepunkt ist „Die Expedition der Nachtfee“ (Nightflyers) von George R.R. Martin in der kürzeren Fassung von 1980. Vor Ewigkeiten mal auf Englisch, jetzt erstmals auf Deutsch macht die Kurznovelle Lust, auch die längere Version mal noch nachzuziehen. Schade, dass die TV-Version (SyFy, 2019) der Story nicht annähernd das Wasser reichen kann – die Zutaten sind da, man hätte sie vernünftig zusammenrühren müssen, vielleicht auch nicht in zehn, sondern eher nur in vier oder fünf Folgen. „Nightflyers“ reißt diese Anthologie also heraus, daneben sind auch „Die Gebote des Hagakure“ (Time and Hagakure) von Steven Utley und „Die Brille des Jorge Luis Borges“ (The Spectacles of Jorge Luis Borges) von Arthur Jean Cox gut zu lesen. Der Rest schwankt zwischen albern – „Der Mann, der nicht fernsehen durfte“ (Invisible Stripes) von Ron Goulart – schwerfällig – „Drachenzähne“ (Dragon's Teeth) von Karl Hansen – und dämlich – „Dickschädel“ (Stubborn) von Stephen Goldin. Völlig aus der Zeit gefallen kommt dann ein Interview daher, dass Darrell Schweitzer mit Clifford D. Simak (1904-1988) geführt hat. Der wusste es damals natürlich nicht besser, sinniert aber unter anderem darüber, dass es heutzutage (also 1980, als das Interview für die Februar-Ausgabe von Amazing geführt wurde) „keine zwei großen Religionen“ mehr gebe, „die sich gegenseitig zerfleischen“ und dass wir „mittlerweile vielleicht den Mitgliedern unserer eigenen Rasse gegenüber etwas zivilisierter geworden“ seien. Tja … Der Grund dafür, so Mr. Simak, „liegt im Zeitalter hochentwickelter Technologien“. Hm … Was er und der Interviewer dann zum Thema SF-Filme loslassen („Star Wars“!) ist aus heutiger Sicht geradezu köstlich.

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Random Gunn und der Griff nach der Weltherrschaft (Feedback/RNZ)

Geschrieben von Armin , in Veröffentlichungen, Buch 07 April 2019 · 459 Aufrufe

Mit ein bisschen Verspätung möchte ich die Trilogie der Einträge zum jüngst in der Rhein-Neckar-Zeitung veröffentlichten Artikel über unsere neue SF-Anthologie "Elvis hat das Gebäude verlassen" perfekt machen. Nach Elvis in der RNZ und Elvis bei RNZ online muss ich noch ein bisschen mein Ego pflegen und vermelden, was der Kollege denn über meine eigene Story "Random Gunn und der Griff nach der Weltherrschaft" geschrieben hat. Nämlich:

Rößler selbst steuert die lustigste und schrägste Geschichte bei, in der er den Zeitparadoxon-Stier bei den Hörnern packt: In „Random Gunn und der Griff nach der Weltherrschaft“ geht ein hartgesottener Detektiv auf Zeitreise, um einen vermissten Wissenschaftler zu finden. Dabei gerät er zwischen die Fronten des Kalten Kriegs, muss einen Sieg der bösen Russen im Wettrüsten verhindern und einer schönen Frau helfen. Die Raubkopie eines Elvis-Hits, in eine Röntgenaufnahme geschnitten („Knochenplatten“ gab es in Russland wirklich) stellt einen wichtigen Hinweis dar. Schlag auf Schlag kommen die überraschenden Wendungen, darunter, wie sich Random Gunn aus der Klemme befreit. Nicht nur der geniale Name des Detektivs, auch markige Sprüche, unter anderem von Philip Marlowe, aber auch aus Filmen wie „Blues Brothers“ und „Machete“, machen die Geschichte enorm unterhaltsam – und sorgen dafür, dass der Ton genau zur rasanten, aus Versatzstücken und originellen Ideen zusammengeflickten Handlung passt.


Hier geht's direkt zum Artikel:
https://www.rnz.de/n...rid,430354.html

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Geschrieben von Armin , in Buch 02 April 2019 · 910 Aufrufe

(einige Anmerkungen zu den Büchern muss ich noch verfassen, das wird in den nächsten Tagen nachgeholt ...
Update: Es fehlt nur noch ein Kommentar)

George R.R. Martin – Wit and Wisdom of Tyrion Lannister (Harper Collins, 2013)
Meist amüsante, manchmal aber auch nicht ganz so zündende Zitate vom liebenswerten Schurken Tyrion Lannister, aus den diversen „Song of Ice and Fire“-Romanen zusammengetragen und passend von Jonty Clark illustriert. Nichts zum am Stück lesen, sondern zum immer mal wieder reinschauen. Nettes Büchlein im handlichen Format, für Fans.

Stefan Cernohuby/Alessandra Reß/Carmen Capiti – D9E – Der Loganische Krieg – Sammelband 1: Episoden 1-3 (Wurdack, 2018)
Flotter Auftakt der (ersten?) D9E-Ablegerserie, an allen drei Kurzromanen (Stefan Cernohuby – Der Aufstand der Betrogenen, Alessandra Reß – Die Netze von Nomoto, Carmen Capiti – Machtwechsel), die erst einzeln als E-Books, dann gesammelt in diesem Buch erschienen sind, gibt es wenig bis nichts zu meckern. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich angesichts einer auf lediglich neun Teile konzipierten Serie erwartet, dass die einzelnen Teile enger zusammenhängen. Dem ist aber nicht so, die Autoren verfolgen exakt dasselbe Konzept wie das in der Hauptserie der Fall ist, indem sie eigenständige Geschichten vor einem gemeinsamen Hintergrund schreiben und gleichzeitig doch irgendwie die Haupthandlung vorantreiben. Hat mich überrascht, hätte ich mir aber auch denken können …
Was mich stört, ist allerdings die prominente Verwendung des Worts „Episode“ als Synonym für „Folge“ - für mich ist eine „Episode“ im Deutschen immer noch ein (Zitat Duden) „flüchtiges Ereignis innerhalb eines größeren Geschehens; [eine] unbedeutende, belanglose Begebenheit“. Der Duden widerlegt mich aber auch gleich und führt unter Viertens auch das aus dem US-Serien-Englischen zu uns herübergeschwappte „einzelner Teil, einzelne Folge einer Fernsehserie o. Ä.“ nach. Also wohl irgendwo nur mein Problem.
Ich bin gespannt auf den zweiten Band, der schon bereitliegt und demnächst an der Reihe sein sollte, und auch der dritte wird ja wohl in nicht allzu ferner Zukunft kommen.

Michael K. Iwoleit/Michael Haitel (Hrsg.) - Nova 26 (p.machinery, 2018)

Dirk van den Boom – Urlaub auf Capri (Atlantis, 2018)
Keine Monat ohne … Das sagte ich ja schon. Dieses Mal ist aus Dirks Feder der dritte Band des Kaiserkrieger-Ablegers „Vigiles“ an der Reihe, wie die ersten beiden Bände wieder ein vergnüglich erzähltes Abenteuer. Ich hab‘s möglicherweise schon mal irgendwo geschrieben, vielleicht aber auch nur vor mich hin gedacht: Dirk kommt in meinen Augen mit deutschen Zeitenwanderern und Römern besser zurecht als mit Japanern und Mayas – der zweite Kaiserkrieger-Sechsteiler (kommt da mal der Abschlussband? Das muss schneller gehen …) wirkt auf mich nicht ganz so locker-flockig wie der erste und die Vigiles-Abenteuer. Das aber nur am Rande: Hier geht‘s um Ackermanns Urlaub, der ihn prompt zum nächsten Mordfall führt, das ist eine schöne Mischung aus dezenter Krimi-Spannung und amüsanten Betrachtungen des von den Zeitenwanderern beeinflussten römischen Alltags. Wieder einmal gelungen, ich kaufe auch den nächsten Band.

Wesley Chu – Zeitkurier (Heyne, 2017)
Bei der Lektüre musste ich an die Tao-Trilogie des Autors denken. Die hatte mit dem ersten Band einen tollen Start, dann einen sehr schwachen Mittelteil und hat schließlich im dritten Band doch noch die Kurve zu einem versöhnlichen Abschluss gekriegt. In „Zeitkurier“ (als „Time Salvager“ im Original 2015 erschienen) packt Wesley Chu diesen Ablauf in einen einzigen Roman: Nach starkem Beginn lässt die Geschichte ebenso stark nach, droht zwischendurch völlig zu versanden und schafft letztlich doch noch ein vernünftiges Ende. Schade: Ich würde mir wünschen, dass der Autor mal von vorne bis hinten auf einem Niveau (dem hohen Niveau, natürlich) durchschreibt.

Alan Dean Foster – Vorposten des Commonwealth (Moewig, 1982)
Im Original unter dem Titel „Bloodhype“ schon 1973 veröffentlicht, einer der wenigen (der einzige?) Homanx-Commonwealth-Romane, die auf Deutsch nicht bei Heyne, sondern in diesem Fall bei Moewig (als Band 3597 der SF-Reihe) veröffentlicht wurde. Sicher kein Klassiker wie „Auch keine Tränen aus Kristall“ oder „Das Tar-Aiym-Krang“, aber trotzdem eine unterhaltsame Lektüre und auf alle Fälle besser als die in den 2000er Jahren bei Bastei-Lübbe erschienenen Romane, die mich das Interesse am Homanx-Commonwealth-Zyklus verlieren ließen. Hier gibt‘s eine Menge prickelnder Zutaten – der Vorm als schwer greifbare Bedrohung, eine tödliche Droge und natürlich Pip und Flinx – und eine spannende Handlung. Nur sein Frauenbild würde Foster heute so nicht mehr durchs Lektorat bringen.

Olaf G. Hilscher/Michael K. Iwoleit (Hrsg.) Nova 25 (Amrun, 2018)
Lag eine Weile rum, aber ganz allgemein habe ich den letzten zwei, drei Jahren jede Menge Anthologien, Magazine und Storysammlungen gekauft und sauber im Regal ungelesener Bücher archiviert. Da steht auch noch einiges von Dozois (RIP), Strahan oder Clarke und anderen, das unbedingt mal gelesen werden muss … Highlights aus meiner Sicht: die Geschichten von C.M. Dyrnberg, Heidrun Jänchen und Horst Pukallus, mit kleineren Abstrichen Marcus Hammerschmitt. Für eine Bewertung der Illustrationen bin ich der falsche Ansprechpartner.

Gleich drei Vorworte, das ist natürlich speziell, aber ebenso natürlich der Situation geschuldet: Silberjubiläum (Redaktion), ein Herausgeber (Olaf Hilscher) hört auf, der Verleger (Jürgen Eglseer) verkündet, dass sich die Wege von Verlag und Magazin trennen. Hätte man sicher auch in einen Text packen können. Und wenn das Inhaltsverzeichnis vor den Vorworten stünde, würde ich‘s jetzt beim noch mal nachblättern leichter finden.

Dirk Alt: Die totale Obsoleszenz
Schöne Idee, aber leider schnarchlangweilig erzählt. Zwölf Seiten, inklusive Illustration, können sich auf diese Art und Weise gefüllt furchtbar lang dehnen. Solche Geschichten an den Anfang eines Buchs zu stellen, kann dann schon mal dazu führen, dass die Lust zum Weiterlesen eher gering ausgeprägt ist …

Gustavo Bondoni: Die zehnte Umlaufbahn
Sehr … hmm … poetisch. Gepackt hat mich‘s nicht. Oder, um beim Stichwort „Winter“ zu bleiben: hat mich kalt gelassen. Sorry.

C.M. Dyrnberg: Intervention
Na endlich, es geht los. Das wäre eine gute Geschichte zum Auftakt gewesen. Bitterböse und zum Schmunzeln, mit einer (wenigstens für den Ich-Erzähler) netten Überraschung zum Ende. Gelungen.

Marcus Hammerschmitt: Entkoppelt
Ich bin nicht der größte Fan von Marcus Hammerschmitt, aber hier habe ich wenig zu meckern. Keine spektakuläre, sondern eine eher ruhig erzählte Geschichte, die mich aber trotzdem von Anfang bis Ende gefesselt hat. Das liegt sicher am etwas skurrilen Setting, an den schwer zu durchschaubaren Figuren und am konsequenten Ende.

Heidrun Jänchen: Baum Baum Baum
Sehr schön, nach Längerem mal wieder was von Heidrun zu lesen. Sie ist ja fast noch fauler geworden als ich, was einfach nur schade ist. Das belegt auch diese clevere konstruierte, launig geschriebene Story. Bitte, bitte, Heidrun: mehr davon. Wenn das in der Biografie hinten erwähnte politische Engagement (das ja auch in die Geschichte geflossen ist) schuld an der fehlenden Produktivität sein sollte: Sind in Thüringen dieses Jahr auch Kommunalwahlen? Wenn ja: Jenaer, macht euer Kreuz an der richtigen Stelle ...

Tobias Reckermann: Der unbekannte Planet
Das Problem hier ist das Fehlen echter Figuren. Bis dann tatsächlich mal zu einer Person umgeschaltet wird, die nicht einmal einen Namen bekommt, ist das Interesse an der gar nicht schlechten Idee längst erloschen.

Hans Lammersen: Das Evangelium nach Erasmus
Ich mag Zeitreise-Geschichten, und auch wenn hier ziemlich brav biblische Stationen abgeklappert werden, habe ich die Story gerne gelesen – etwas mehr Überraschungseffekt hätte aber sicher nicht geschadet. Wie es gelungen ist, Judas zu klonen, frage ich mich lieber nicht ...

Michael Schmidt: She's so unusual
Da habe ich sprachlich so meine Probleme. Wenn „die Seile im Raum crossen und den besonderen Touch taken“ wirkt das erst einmal ein bisschen bemüht. Schlimmer aber, wenn der Autor seine Sprache dann nicht durchhält und mehr und mehr ganz normale Sätze anbietet, als hätte er am Anfang nur mal was ausprobieren wollen. Die eigentliche Story geht bei dieser unkonsequenten Erzählweise dann auch irgendwie verloren.

Thomas Sieber: Enola in Ewigkeit
Fängt richtig gut an, erzählt die eigentlich witzige Idee aber durch die Länge der Story und den irgendwann Geschichtsbuch-trockenen Stil aber leider zu Tode. Man sehnt das Ende dann schon herbei, aber nicht, weil man es vor Spannung nicht mehr aushält … Widersprüchlich, aber wahr: Habe ich trotzdem gern gelesen. Vielleicht auch, weil das Ende erfreulich konsequent ist.

Norbert Stöbe: Das Museum der toten Dinge
Lange Absätze, wenig Handlung und wenig Neues (wie viele solcher Museums-Storys hat‘s schon gegeben? Eher zu viele als zu wenige), offenes Ende – unterm Strich unbefriedigend.

Wolf Welling: Beide, der Wärter und der Gefangene
Überhaupt nicht mein Ding, dieses umständlich Gestelzte mit „Er, der Wärter“ und „ihn, den Gefangenen“. Immerhin: Die Pointe habe ich ehrlicherweise nicht kommen sehen.

Sven Klöpping: Buddha stirbt
Eine Fingerübung, ganz nett, aber ohne größeren Eindruck zu hinterlassen.

Horst Pukallus: Selfie mit Alien
Schöner Abschluss des Prosa-Teils nach doch einigen schwächeren Geschichten: Mit bissigem Humor geführter Dialog über Fremdenfeindlichkeit.

Im Sekundarteil habe ich die Smart Cities ignoriert, mich gerne an Christian Weis erinnern lassen und aus Christopher Priests Nachruf auf Brian W. Aldiss mitgenommen, dass wohl auch Aldiss ein netter Kerl war.

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Elvis bei RNZ online

Geschrieben von Armin , in Veröffentlichungen, Buch 31 March 2019 · 479 Aufrufe

Der am Samstag in der Rhein-Neckar-Zeitung (Ausgabe Wiesloch/Walldorf) erschienene Artikel über unsere neue SF-Anthologie "Elvis hat das Gebäude verlassen" ist heute auch auf der Homepage der RNZ (www.rnz.de) online gegangen.

Hier geht's direkt zum Artikel:
https://www.rnz.de/n...rid,430354.html

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Elvis in der RNZ

Geschrieben von Armin , in Veröffentlichungen, Buch 30 March 2019 · 480 Aufrufe

Die Rhein-Neckar-Zeitung berichtet in ihrer heutigen Ausgabe Wiesloch/Walldorf über unser neues Buch "Elvis hat das Gebäude verlassen".

Der Kollege schreibt unter anderem:

Wettrüsten und Weltuntergangsstimmung, Paranoia gegenüber Kommunisten, aber auch der eigenen Regierung, enttäuschter Zukunftsglaube, Lederjacke, Petticoat, Haartolle und Rock’n’Roll: Das sind die Zutaten der Science-Fiction-Anthologie „Elvis hat das Gebäude verlassen“, die RNZ-Redakteur Armin Rößler gemeinsam mit Frank Hebben und André Skora herausgegeben hat. Die Sammlung mit elf Geschichten ist in der Reihe „fantastic episodes“ im Begedia-Verlag erschienen. [...]
Beim Leser wecken die Geschichten vereinzelt Nostalgie, mit coolen Karren und Outfits etwa, aber vor allem so etwas wie Erleichterung, dass ein weltweiter Atomkrieg zumindest nicht mehr unmittelbar bevorsteht. Andererseits sorgen subtil angedeutete oder kräftig plakatierte Parallelen zur Gegenwart für Gänsehaut

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Gelesen im Februar

Geschrieben von Armin , in Buch 01 March 2019 · 808 Aufrufe

George R.R. Martin – Texas Hold‘em (Tor, 2018)
Abschluss der „America Triad“ (wie geht‘s eigentlich weiter?) und je nach Zählweise Wild-Cards-Band 26 und 27 („Knaves over Queens, das nichts mit der aktuellen Trilogie zu tun hat, ist aus irgendeinem Grund zwischen „Low Chicago“ und „Texas Hold‘em“ erschienen). Von der Handlung her ist es schon ziemlich läppisch, gerade auch im Vergleich zum Vorgängerband: Dieses Mal geht es um einen Schüler-Bandwettbewerb, für den sich erstmals auch die Kids aus Jokertown qualifiziert haben, die beim Finale natürlich auf jede Menge Abneigung und Misstrauen stoßen. Wäre die Wild-Cards-Reihe nicht schon in den achtziger Jahren gestartet worden, könnte man sicher denken, die Konflikte zwischen Nats und Jokern mit all den Vorurteilen und Berührungsängsten, die es ja von Anfang an gegeben hat, seien auf die großen Themen der heutigen Zeit zugeschnitten – insofern passt das Buch in die Zeit, in Verbindung mit typischen Teenie-Problemchen wirkt manches hier aber harmloser, als es tatsächlich ist. „The Amazing Bubbles“, ihre Tochter Adesina und deren Joker-Bandkollegen stehen diesmal im Mittelpunkt des Mosaikromans, dessen wesentlichster Teil von Caroline Spector geschrieben wurde. Aber auch Wild-Cards-Veteranen wie Victor Milan und Walton Simons leisten ihren Beitrag. Natürlich gibt es auch hier ein Wiedersehen mit allerlei bekannten Figuren, unter anderem (wenn auch nur ganz kurz) mit Jay „Popinjay“ Ackroyd. Hat sich insgesamt recht flott gelesen, ist aber sicher kein Highlight der Reihe.

Ian McDonald – Time Was (Tor, 2018)
Unaufgeregte, gemächlich (nicht negativ gemeint) erzählte Novelle über einen Buchhändler, der im Buch „Time Was“ über einen Liebesbrief (von Tom an Ben) aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs stolpert und in der Folge auf Spuren der beiden Männer in den unterschiedlichsten Zeiten aufmerksam wird. Seine eigene Rolle und der Zusammenhang mit dem Buch klärt sich am Ende auch auf. Lesenswert, auch ohne Action.

Jasper Fforde – Eiswelt (Heyne, 2018)
Eigentlich wäre ich mal wieder bereit für einen neuen Thursday-Next-Roman … Ist der letzte wirklich schon 2012 erschienen? Aber „Eiswelt“ ist kein schlechter Ersatz, sogar ein deutlich besserer als das zähe „Shades of Grey“ (2011, auch ein Alternativweltroman, hm). Fforde lässt sich in „Eiswelt“ eine mit vielen launigen Details ausgefüllte Alternativwelt einfallen, in der der ewige Winter herrscht, die „unsere“ Welt und Gesellschaft aber auch vielfach kritisch-satirisch aufs Korn nimmt. Es macht Spaß, das zu lesen, auch wenn die eigentliche Handlung gar nicht so prickelnd erscheinen mag. Störend sind nur die Fußnoten. Ich hasse das.

Dirk van den Boom – Tod einer Agentin (Wurdack, 2019)
Kein Monat ohne ein Buch von Dirk … Diesmal was Aktuelles, nämlich Band 20 der Serie D9E, die jetzt tatsächlich auf die Zielgerade einbiegt. Ich werd‘s vermissen, auch wenn ich es prinzipiell sehr gut finde, ein Ende vorzugeben, bevor sich die Serie irgendwann totläuft. Ich wurde auch dieses Mal wieder gut unterhalten, eine spannende Geschichte, launig erzählt, inklusive einer (an anderer Stelle meinerseits schon erwähnten) Entheete-Würdigung – was will man mehr?

Carrie Vaughn – The Wild Dead (Mariner, 2018)
Band 2 der Bannerless-Saga von Carrie Vaughn. Nachdem „Bannerless“, das den Philip K. Dick Award 2017 gewonnen hat, auf Deutsch übersetzt wurde („Die Banner von Haven“, Arctis), konnte ich für den zweiten Teil bisher noch keine deutsche Ausgabe erspähen – wäre schade, wenn‘s dabei bliebe. Denn auch „The Wild Dead“ ist wieder ein schön erzählter, spannender Roman, in dem sich Ermittlerin Enid mit einem neuen Kollegen an der Seite aufmacht, in ihrer postapokalyptischen Welt einen rätselhaften Mordfall zu lösen. Kann gerne noch weitergehen, weil es einfach gut und unterhaltsam geschrieben ist, sollte dann aber beim nächsten Mal (so es eine weitere Fortsetzung geben wird) vielleicht noch mehr Neues aus dieser zukünftigen Welt enthalten.

Andre Norton – Gefangene der Dämonen (Pabel, 1974)
Mal wieder was Älteres zwischendurch, der zweite Band der Terra-Fantasy-Reihe des Pabel Verlags, das erste Buch aus Andre Nortons Hexenwelt-Zyklus (im Original von 1963), leider aber doch schon ziemlich angestaubt. Mein Plan, mir die bisher noch nicht gelesenen Bücher der Reihe irgendwann einmal vorzunehmen, hat schon letztes Jahr (an einem steinigen italienischen Strand, vielleicht lag‘s daran) mit John Jakes‘ „Schiff der Seelen“ einen mittleren Dämpfer erhalten – irgendwie hatte ich Brak, den Barbaren prickelnder in Erinnerung. Ähnlich ging mir‘s jetzt mit der Hexenwelt, mal gucken, ob die Pause bis zum nächsten Band (könnte was von Robert E. Howard sein) ähnlich lange dauert ...

David G. Hartwell/Kathryn Cramer (ed.) – Year‘s Best SF 14 (Eos, 2009)
Und noch was Älteres, wenn auch nicht ganz so Altes. Tatsächlich habe ich an dieser Anthologie schon seit einigen Jahren gelesen, immer mal wieder ein paar Geschichten, und immer ist dann irgendwie was anderes dazwischengekommen. Jetzt habe ich die letzten circa hundert Seiten aber durchgepeitscht, um mal wieder ein bisschen Platz auf dem Nachttisch zu bekommen. Am positivsten in Erinnerung geblieben aus tiefer und nicht ganz so tiefer Vergangenheit sind mir die Geschichten von Neil Gaiman („Orange“), Paolo Bacigalupi („Pump Six“) und Ted Chiang („Exhalation“), vielleicht auch Alastair Reynolds („Fury“), aus dem Finale auf jeden Fall Mary Rosenblums „The Egg Man“. Kein schlechter Best-of-Band, die Herausgeber haben Geschmack (oder hatten: Hartwell ist 2016 gestorben, im selben Jahr hat er den World Fantasy Award für sein Lebenswerk als Herausgeber erhalten).

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Gelesen im Januar


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Elvis lebt

Geschrieben von Armin , in Veröffentlichungen, Buch 20 February 2019 · 442 Aufrufe

Elvis lebt.
Jetzt auch bei mir.

Und auch an dieser Stelle viel Vergnügen beim Lesen und allen Mitwirkenden - Autoren, Illustratoren, Verleger und den Mitherausgebern - ein dickes Dankeschön für die gelungenen Beiträge.

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Fundstück

Geschrieben von Armin , in Buch 13 February 2019 · 409 Aufrufe

Sie war eine Entheete

(ich verrate mal nicht, in welchem Roman ich über diesen Satz gestolpert bin ... Aber: Ich habe geschmunzelt.)


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Elvis: Erschienen

Geschrieben von Armin , in Veröffentlichungen, Buch 12 February 2019 · 863 Aufrufe

Im Begedia Verlag ist jetzt das Buch „Elvis hat das Gebäude verlassen“, eine weitere Sammlung von Science-Fiction-Kurzgeschichten, die ich gemeinsam mit André Skora und Frank Hebben herausgegeben habe (wie „Tiefraumphasen“, 2014, und „Gamer“, 2016). Meine eigenen Exemplare lassen zwar noch ein paar Tage auf sich warten, weil erst die Leser bedient werden und die Nachfrage hoch ist, aber das Buch soll tatsächlich schon gesichtet worden sein ...

Cyberpunk goes Fifties! ELVIS IS ALIVE!

Das Jahr 1957. Lederbekluftete Greaser präsentieren ihre chromfunkelnden Rocketcars und Jetpacks. Die Tolle ist immer auf Krawall gebürstet, den Girls vor den Eisdielen oder im Autokino imponierend, von dröhnender Musik aus den Boxen unterstützt. Rockabilly und Petticoats, Jukebox und Milchshakes, während der Kalte Krieg als greller Schädel zum Himmel hochwächst – ehe die Welt untergeht trotz Heimbunker im Garten unter dem gepflegten, grünen Rasen. Oder als Sputnik seine Radiosignale aus dem All funkt – und die Magnetbänder des Pentagon durchdrehen! Als Simon, der erste Heimcomputer, in den Hobbykellern und Garagen zusammengebastelt wird. Und Elvis lässt die Hüften kreisen zum Jailhouse Rock.

Elf Geschichten über Rebellen und Spione, über Helden und Antihelden, die den Großrechnern das Fürchten lehren, bis den Superschurken das breite Grinsen in der Sonne zerschmilzt. Die Finger vom Knopf: heile Welt! – Einmal Himmel und zurück. – Over and out!

Mit Geschichten von: Anja Bagus, Mario H. Steinmetz, Christian Vogt, Tobias Fromme, Armin Rößler, Andreas Flögel, Peter Hohmann, André Geist, Christian Künne, Kay Noa und Thorsten Küper.

Meine eigene Story trägt den Titel „Random Gunn und der Griff nach der Weltherrschaft“ und ist mal was ganz anderes: ein (hoffentlich) vergnügliches Zeitreise-Abenteuer.

Das Buch bei Amazon.


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Frank Hebben/André Skora/Armin Rößler (Hrsg.)
Elvis hat das Gebäude verlassen
Begedia Verlag, 2019
252 Seiten
ISBN-10: 395777117X
ISBN-13: 978-3957771179
15,90 Euro

Mehr:
Gamer (2016)
Tiefraumphasen (2014)


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Gelesen im Januar

Geschrieben von Armin , in Buch 03 February 2019 · 899 Aufrufe

Dirk van den Boom – Die Welten der Skiir: Patronat (Cross Cult, 2017)
Gelungener Abschluss der Trilogie.

George R.R. Martin (ed.) – Low Chicago (Tor, 2018)
Der 25. Wild-Cards-Band, mittleres Buch der "America Triad", die mit dem bereits erschienen "Texas Hold'em" fortgesetzt wird. John Jos. Miller, der für die Rahmenhandlung zuständig ist, und Kollegen präsentieren diesmal eine Reihe von überwiegend überzeugenden Zeitreiseabenteuern, ausgelöst durch eine neue Fähigkeit des immer noch aktiven Schläfers, Croyd Crenson. Klasse.

Susanne Schnitzler – Tödliche Geheimnisse (Wurdack, 2018)
Band 19 von D9E, ein Debüt (wirklich? Stellenweise habe ich gezweifelt) und ein richtig unterhaltsamer Roman. Kompliment, Susanne.

M.A. Foster – Morgenrötes Krieger (Moewig, 1980)
Mal was Älteres, über Jahre Liegengebliebenes, leider nicht so gut gealtert … Wo z.B. ein Gardner Dozois in „Fremde“ die (nicht nur, aber auch sexuelle) Beziehung zwischen Mensch und Außerirdischer sehr faszinierend zu schildern weiß, bleibt das hier eher bemüht und auch die eigentliche Handlung macht jetzt nicht unbedingt Lust, weitere Ler-Bücher zu lesen.

Paolo Bacigalupi – Tool (Heyne, 2018)
Teil drei der „Schiffsdiebe“-Romane – von einer Trilogie möchte ich eigentlich nicht sprechen, da zwar der Hintergrund derselbe ist und auch einige Figuren mehrfach auftauchen, mit Titelheld Tool als verbindendem Element zwischen allen drei Romanen, davon abgesehen aber in den drei Romanen drei eigenständige Geschichten erzählt werden. Hier steht nun also Tool im Mittelpunkt, und das fängt auch sehr interessant und spannend an, lässt dann aber leider mit fortschreitender Dauer doch nach und schleppt sich so ein bisschen dem Ende entgegen … Seltsamerweise das genaue Gegenteil des letzten Bacigalupi-Romans, den ich gelesen habe. Bei „Water“ hatte ich so meine Schwierigkeiten, ins Geschehen reinzufinden, nach einem zweiten Anlauf hat mich das Buch dann aber richtig gepackt. „Tool“ ist sicher kein schlechter Roman, kommt aber weder an „Water“ noch an „Schiffsdiebe“ heran.

Andreas Brandhorst – Die Tiefe der Zeit (Piper, 2018)
Spannender Roman, gut geschrieben, wobei ich persönlich bei der Prizilla-Handlungsebene mehr mitgefiebert habe als bei Jarls Schicksal. Inhaltlich und stilistisch ist das der Andreas Brandhorst, den ich mag, während ich mit den Thrillern (zuletzt „Das Erwachen“) einfach nicht warm werde.


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Heute vor zwei Jahren: Andrade, die Neuauflage

Geschrieben von Armin , in Veröffentlichungen, Buch 16 January 2019 · 357 Aufrufe

Ein neuer Beitrag aus der beliebten Reihe „Heute vor ...“, in diesem Fall wieder „Heute vor zwei Jahren“. Damals, am 16. Januar 2017, ist nämlich die Neuauflage meines Science-Fiction-Romans „Andrade“ im Wurdack Verlag erschienen. Der mittlere Band der Argona-Trilogie, die mit „Entheete“ beginnt und mit „Argona“ endet, wurde erstmals 2007 veröffentlicht und anschließend sowohl für den Deutschen Science Fiction Preis 2008 als auch für den Kurd Laßwitz Preis 2008 nominiert.

Die Neuauflage von 2017 hat ein neues Cover erhalten, gestaltet von Ernst Wurdack persönlich, und ist augenfreundlicher gesetzt als das Original: Aus ursprünglich 206 Seiten wurden in der neuen Ausgabe immerhin 302 Seiten. Neben dem gedruckten Buch gibt es natürlich auch ein E-Book. Und nach wie vor zählt der Anfang des Romans zu meinen persönlichen Lieblingssätzen aus meinen eigenen Werken:

Der Scherenbaum erwachte zu neuem Leben.

Damit beginnt eine spannende, unterhaltsame Geschichte ...


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Armin Rößler
Andrade
Science-Fiction-Roman
Wurdack Verlag, 2017 (Neuauflage)
302 Seiten
13,95 Euro (Paperback), 5,99 Euro (E-Book)
ISBN-13: 978-3955560980

In der Galaxis tobt ein Krieg, in dem die unheimlichen Kotmun Planet um Planet erobern.
Den Menschen in Basis-2 bleibt nur noch wenig Zeit, denn die geheimnisvolle Macht vom Todesmond mobilisiert alle Kräfte, um sie zu vernichten.
Luz Andrade, der in den Tiefschlaf verbannte Ment, scheint ihre letzte Hoffnung zu sein. Doch er hat seine eigenen Pläne. Und Paul, ein Junge ohne Vergangenheit, sucht den Weg zu sich selbst.

Buch oder E-Book bei Amazon.
Andrade beim Wurdack Verlag.


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Elvis hat das Gebäude verlassen

Geschrieben von Armin , in Veröffentlichungen, Buch 09 January 2019 · 521 Aufrufe

Im Februar erscheint im Begedia Verlag die nächste Sammlung von Science-Fiction-Kurzgeschichten, an der ich als Herausgeber gemeinsam mit André Skora und Frank Hebben beteiligt bin (wie das auch schon bei „Tiefraumphasen“, 2014, und „Gamer“, 2016, der Fall war). Titel des neuen Buchs: „Elvis hat das Gebäude verlassen“. Das gibt die Richtung vor:

Cyberpunk goes Fifties! ELVIS IS ALIVE!

Das Jahr 1957. Lederbekluftete Greaser präsentieren ihre chromfunkelnden Rocketcars und Jetpacks. Die Tolle ist immer auf Krawall gebürstet, den Girls vor den Eisdielen oder im Autokino imponierend, von dröhnender Musik aus den Boxen unterstützt. Rockabilly und Petticoats, Jukebox und Milchshakes, während der Kalte Krieg als greller Schädel zum Himmel hochwächst – ehe die Welt untergeht trotz Heimbunker im Garten unter dem gepflegten, grünen Rasen. Oder als Sputnik seine Radiosignale aus dem All funkt – und die Magnetbänder des Pentagon durchdrehen! Als Simon, der erste Heimcomputer, in den Hobbykellern und Garagen zusammengebastelt wird. Und Elvis lässt die Hüften kreisen zum Jailhouse Rock.

Elf Geschichten über Rebellen und Spione, über Helden und Antihelden, die den Großrechnern das Fürchten lehren, bis den Superschurken das breite Grinsen in der Sonne zerschmilzt. Die Finger vom Knopf: heile Welt! – Einmal Himmel und zurück. – Over and out!

Mit Geschichten von: Anja Bagus, Mario H. Steinmetz, Christian Vogt, Tobias Fromme, Armin Rößler, Andreas Flögel, Peter Hohmann, André Geist, Christian Künne, Kay Noa und Thorsten Küper.

Meine eigene Story trägt den Titel „Random Gunn und der Griff nach der Weltherrschaft“ und ist mal was ganz anderes: ein (hoffentlich) vergnügliches Zeitreise-Abenteuer.

Amazon kündigt das Buch übrigens für 8. Februar 2019 an.


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Frank Hebben/André Skora/Armin Rößler (Hrsg.)
Elvis hat das Gebäude verlassen
Begedia Verlag, 2019
252 Seiten
ISBN-10: 395777117X
ISBN-13: 978-3957771179
15,90 Euro

Mehr:
Gamer (2016)
Tiefraumphasen (2014)


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Philip K. Dick's Electric Dreams (II): Der unmögliche Planet

Geschrieben von Armin , in Buch, Film 23 January 2018 · 1297 Aufrufe

(kurze Info zur Serie)

Der unmögliche Planet (The impossible Planet)

Die Story:
Eine wirklich schöne Geschichte: Eine 350 Jahre alte Frau, taub und von einem Roboter („Robant“ genannt) begleitet, möchte die Erde sehen. Das Problem: Die Heimat der Menschen ist in Vergessenheit geraten und gilt als Mythos. Trotzdem geht Raumschiffskapitän Andrews schließlich auf das Angebot ein, die Menge an Geld, die ihm Mrs. Gordon bietet, kann er schlicht nicht zurückweisen, während sein Kollege Norton schon eher Skrupel hat. Captain Andrews lässt die alten Mythen auf die größte Übereinstimmung überprüfen, was ihm dann tatsächlich Daten zur Erde wie „Neun-Planeten-System“, „umkreist von einem Mond“ und Ähnliches liefert. Er steuert das nächstliegende dazu passende Ziel an: Mrs. Gordon ist entsetzt, deckt sich das Bild dieser Welt doch überhaupt nicht mit dem, das sie aus den Erzählungen ihres Großvaters kennt. Dennoch geht sie nach der Landung ins Freie … Während Norton am Ende kündigt und Andrews seinen Anteil am ergaunerten Geld überlässt, macht Andrews selbst einen Fund, der typisch für eine Philip-K.Dick-Story ist …

Wirklich eindeutig ist das Ende dann natürlich trotzdem nicht: Weist die (ich verrat’s einfach mal) Münze mit der „E Pluribus Unum“-Prägung, die sich auf US-Münzen befindet, darauf hin, dass es sich hier überraschenderweise wirklich um die Erde handelt? Oder hat vielleicht einfach schon einmal jemand hier nach ihr gesucht? Dick hatte aller Wahrscheinlichkeit nach Ersteres im Sinn, aber so hundertprozentig sicher kann man sich bei ihm eben nicht sein. Einerlei, die ohnehin schon gut erzählte Geschichte mit ihren vier grundverschiedenen Charakteren, die mit wenigen Worten sehr plastisch werden, bekommt damit zum Schluss noch mal besondere Würze. Das lässt über Kleinigkeiten hinwegsehen: Wenn der Großvater der alten Frau noch auf der Erde gelebt hat, ist es vermutlich ein bisschen früh, dass sie schon vergessen sein soll – da wären ein paar (hundert oder besser tausend) Jahre mehr Abstand der Logik sicher dienlich. Trotzdem: sehr gerne (erneut) gelesen. Übrigens: 1953 geschrieben und im selben Jahr in „Imagination“ erstveröffentlicht.

Der Film:
David Farr hat Shakespeare auf die Bühne gebracht, für Fernsehserien wie „Spooks“ oder „The Night Manager“, aber auch für den Thriller „Wer ist Hanna?“ (2011) Drehbücher geschrieben und lieferte sein Debüt als Filmregisseur 2015 mit „The Ones Below – Das Böse unter uns“ ab. Hier macht er seine Sache (Regie und Drehbuch) gut: Die Tour des Ausflugschiffs, das Brian Norton (Jack Reynor) durchs All steuert, liefert sehenswerte Bilder, die Geschichte nimmt direkt im Anschluss Fahrt auf. Denn dann machen Norton und sein Kollege Andrews (Benedict Wong, der Wong aus „Doctor Strange“) ihr eigenes Ding, als die auch hier von einem Roboter begleitete Irma Gordon (Charlie-Chaplin-Tochter Geraldine Chaplin) ihnen ein Vermögen anbietet, wenn sie sie zur Erde bringen, genauer nach Carolina, wo ihre Großmutter einst gebadet hat.

Der größte Unterschied zur Story: Die Erde ist zerstört, nicht einmal der Zufall kann die alte Frau an ihr gewünschtes Ziel bringen. Dass es die Großmutter und nicht der Großvater ist, die sie zur Reise inspiriert, ergibt ab dem Zeitpunkt Sinn, als Norton immer stärker von Irma fasziniert wird, sich selbst in ihrer Vergangenheit sieht und dann auch noch auf einem Foto eine verblüffende Ähnlichkeit zu ihrem Großvater erkennen muss – er ist der Großvater, Irma ist die Großmutter. Später, nach einem Ausflug auf die Oberfläche der angeblichen Erde, bei dem Irma zurückbleibt, muss sich Norton fragen, was denn nun Traum und was Wirklichkeit gewesen ist. Alles Dick also, eine gelungene Angelegenheit.

Lustige Notiz am Rande: Aus einer Bezahlung von einem Kilo Positive in der Story werden im Film zwei Kilo – das nennt man wohl Inflation.


Mehr:
Philip K. Dick's Electric Dreams (I): Der Haubenmacher

Weiterer Film mit Jack Reynor:
Transformers - Ära des Untergangs (2014)

Weitere Filme mit Benedict Wong:
Der Marsianer - Rettet Mark Watney (2015) [unerwähnt]
Doctor Strange (2016)


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Philip K. Dick's Electric Dreams (I): Der Haubenmacher

Geschrieben von Armin , in Buch, Film 17 January 2018 · 983 Aufrufe

Seit 12. Januar gibt's bei Amazon die zehn Folgen der neuen Serie Philip K. Dick's Electric Dreams zu sehen. Ich werfe hier einen Blick auf die erste Folge und auch auf die Kurzgeschichte, auf der sie basiert.

Der Haubenmacher (The Hood Maker)

Die Story:
Philip K. Dicks Story „Der Haubenmacher“ (The Hood Maker) ist vermutlich keins seiner Meisterwerke, aber eine grundsolide, auch nach über sechzig Jahren noch sehr gut zu lesende Kurzgeschichte, die einige seiner typischen Themen und Motive streift: beispielsweise die Gedankenpolizei, die an die „Precogs“ aus „Der Minderheiten-Bericht“ (Minority Report, 1956) erinnert, auch ganz allgemein die Existenz von Mutanten mit geistigen Superkräften – da fällt einem spontan „Der goldene Mann“ (The Golden Man, 1954) ein – oder die totalitäre Gesellschaft, die er immer mal wieder heraufbeschwört.

1953 geschrieben, im Juni 1955 im Magazin „Imagination“ erschienen, spielt die Story in einer Zukunft, in der sich fast alle Menschen der ständigen Überwachung durch die „Teps“ (Telepathen) unterworfen haben. Doch dann tauchen aus unbekannten Quellen die mysteriösen Hauben auf, die das Lesen der Gedanken unmöglich machen, was natürlich illegal ist. Mittendrin ist Walter Franklin, als Direktor des Bundesressourcenausschusses in einer wichtigen politischen Position. Als er geschützt von einer Haube unterwegs ist, wird er erst von einem Tep aufgespürt, dann von einem Mob bedroht und kann doch fliehen. Sein Weg führt ihn zum Haubenmacher und zu den Hintergründen einer großen Verschwörung.

Die Geschichte ist gut erzählt, den eigentlichen Twist empfinde ich aber als eher schwach – im Einzelfall mag die plötzliche Verzweiflung der Teps nach Cutters großer Offenbarung glaubhaft sein, dass sich alle so plötzlich zum hier geschilderten drastischen Schritt entscheiden, halte ich für eher unglaubwürdig. Gucken wir doch mal, wie das der Film löst …

Der Film:
Die Adaption des englischen Regisseurs Julian Jarrold, Emmy-nominiert für die HBO-/BBC-Co-Produktion „The Girl“ (2012), verändert einiges gegenüber der Kurzgeschichte. Da wären zum einen die titelgebenden Hauben: Aus Dicks schlichten Metallbändern, die sich unter einem Hut verstecken lassen, werden hier echte Masken, die den ganzen Kopf verbergen – das macht natürlich optisch deutlich mehr her. Die Mutanten sind zudem im Film von der mächtigen Position, die sie in der Story einnehmen, weit entfernt, stattdessen eine Art Menschen zweiter Klasse, die in Ghettos hausen und vor denen sich die normalen Menschen gehörig fürchten – die X-Men, die es zur Entstehenszeit der Dick-Geschichte noch gar nicht gegeben hat, lassen schön grüßen.

Auch die Figurenkonstellation ist eine neue: Im Mittelpunkt steht jetzt Agent Ross (Richard Madden, der Robb Stark aus „Game of Thrones“), der in der Geschichte nur eine Nebenrolle spielt. Ihm wird mit Honor (Holliday Grainger, zuletzt auf der großen Leinwand in „Tulpenfieber“, 2017, zu sehen) eine Telepathin zur Seite gestellt, die ihm offiziell bei der Suche nach dem Haubenmacher (Richard McCabe) helfen soll. Dass Ross tatsächlich etwas ganz anderes vorhat, offenbart sich im Finale.

Ein gelungener Auftakt für die neue Serie: Die Bilder, die Julian Jarrold liefert, zeichnen eine typische Philip-K.-Dick-Zukunft, vieles wirkt bedrückend, dreckig, bedrohlich – gut möglich, dass hier ein Blick in Ridley Scotts „Blade Runner“ (1982) Pate gestanden hat, vielleicht war es aber auch nur die sorgfältige Lektüre vieler Dick-Geschichten. Sehr gut passt auch die neue Rolle der Mutanten, die hier weitaus tiefgründiger geschildert werden, als das auf den wenigen Seiten der Kurzgeschichte (genau 21 in meiner Ausgabe – „Variante zwei“, Haffmanns bei Zweitausendeins, 2008) überhaupt möglich ist. Eine wichtige Rolle dabei spielt Honors Freundin Mary (Anneika Rose), die zur telepathischen Prostitution gezwungen wird. Aber auch Holliday Graingers Darstellung der Honor ist sehr geglückt: Die tiefe Traurigkeit will einfach nicht aus ihrem Gesicht weichen. Zudem stimmt die Chemie mit Kollege Madden, die beiden harmonieren gut. Und nicht zuletzt ist das Filmende überzeugender als das der Kurzgeschichte; dabei trotzdem in seiner fehlenden Eindeutigkeit wieder sehr Dick-typisch. Gut gemacht.

Weiterer Film mit Holliday Grainger:
Tulpenfieber (2017)






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Kapitel 1 (5/7)
Kapitel 1 (6/7)
Kapitel 1 (7/7)

Argona

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Armin Rößler
Argona
3. Roman aus dem Argona-Universum
Wurdack Science Fiction Band 13
Taschenbuch
ISBN 978-3-938065-30-3

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