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Thomas Hofmanns Phantastische Ansichten



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Phantastik im Mainstream? 2 Notizen zum Literaturherbst in Leipzig

Geschrieben von T.H. , in Ich war dabei..., Subjektive Eindrücke 29 October 2017 · 329 Aufrufe
Leipziger Literarischer Herbst
Phantastik im Mainstream? 2 Notizen zum Literaturherbst in Leipzig Wenn ich mir mit den Augen des Phantasten das Programm des 21. Leipziger Literaturherbstes anschaue, muss ich schon ganz schön suchen, ehe ich etwas finde, das mich – als Phantasten – anspricht. Nun ist das ja kein Zwang, keine Pflicht; gibt ja schließlich noch mehr, neben SF, Fantasy, Phantastik, Horror, Surrealistik… aber nicht viel :aliensmile:
Das Thema lautet: Martin Luther Superstar. An anderer Stelle erwähnte ich schon, dass ich langsam den Namen Luther nicht mehr hören und lesen kann. Interessanter Weise geht das anderen auch so, sogar den am Festival Beteiligten, wenn ich den ersten der beiden Lesenden richtig verstanden habe, die ich mir – beide an einem Tag – am 26. Oktober „reingezogen“ habe. Gut zu wissen.
Nun, das Thema lockte eben nicht die klassischen Phantasten an. Also, das muss nicht sein, es gibt wirklich noch viel mehr Interessantes nebenher, aber nicht... ach, hatte ich ja schon.
Beide Autoren, beide Bücher, um die es hier ging, hatten aber durchaus phantastische Elemente.

Der erste Autor ist Reiner Tetzner. Er führt derzeit den Arbeitskreis Vergleichende Mythologie in Leipzig an. Na, wenn das nicht allein schon genügt, um eines Phantasten Aufmerksamkeit zu wecken!
Diesen Arbeitskreis beobachte ich schon ein Weilchen – fast neidisch. Denn ihre Clubnachmittage, die Vorträge, die dort gehalten und Themen, die besprochen werden, erscheinen mir seit langem schon interessant. Aber oft habe ich es noch nicht zu ihnen geschafft; ist halt immer ein Weg von Halle nach Leipzig.
Der Arbeitskreis war aber u.a. auch Mitveranstalter des Eröffnungsabends mit dem Philosophen Sloterdijk. Jetzt ist also ihr Vorsitzender dran, ein rühriger, älterer Herr, der sich wohl auch viel um die Kultur und Geschichte der Stadt Leipzig gekümmert hat, wen ich den einleitenden Worten der Moderatorin der Veranstaltung folgen kann. Er hat einen der umfassendsten Berichte über den Leipziger Herbst 89 verfasst, ist aber ansonsten – als Suchender nach dem, was die Welt im Innersten zusammenhält – so Herr Tetzner in seiner Selbstvorstellung – an den religiösen, philosophischen Überlieferungen der Menschheit interessiert. Daher kam es in den 90ern zur Gründung dieses Arbeitskreises, der wohl ziemlich einmalig in Deutschland sein dürfte, mit dieser Ausrichtung.
Herr Tetzner verfasste viele Schriften kulturhistorischen Inhalts mit Schwerpunkt Mythologien, brachte auch Sagensammlungen heraus, sogar zur germanischen Mythologie für China, wenn ich das richtig verstanden habe. Und er verfasst auch literarische Texte, um mehr noch seinen Ideen freien Lauf zu lassen.
Ich finde das ziemlich bewunderungswert und großartig und interessant. Ist es aber nur gute Literatur, die er verfasst?
In „Luther und das Weltgetriebe – eine kritische Satire", lässt der Autor Gestalten aus der Ideengeschichte: Luther, Leibnitz, Thomas Morus, Marx, als Moderatorin Gaia, eine Maria (aber nicht DIE Maria) ins Hier (Leipzig) und Jetzt (2017) versetzen. Wie das geschieht? Ist den Betroffenen wohl auch unklar. Aber es klappt. Die großen Geister sollen sich Gedanken machen über einen Plan, die Welt zu retten.
Dabei geraten sie – ihre Ideen – aneinander. So war wohl der Plan. Leider konnte ich dieses Ansinnen anhand der gewählten Passagen nicht erkennen. Da hat er sich auch besonders auf Luther – Thema – konzentriert und ihn als nicht ganz einfach zu handhabenden Typen dargestellt. Wer da am besten bei wegkam, scheint mir Leibnitz zu sein. Dass Marx dabei sein sollte, hat den Autorenkollegen von Herrn Tetzner wohl Unbehagen bereitet. Aber er ließ sich nicht beirren, und Marx ist wohl auch so ein bisschen der Haken in der Wunde, ähm, Runde… Nun, im Osten ist man ob der praktischen Erfahrungen in Sachen Marxismus eben gebranntes Kind. – Eine Abschweifung: Der zweite Autor des Abends, eine gebürtiger Wiesbadener, hat weit weniger Berührungsängste mit Marx…
Die Passagen, die Reiner Tetzner aus seinem Roman verlass, haben mich nicht davon überzeugt, dass ich den Roman unbedingt lesen muss. Ich hätte mir mehr Erkenntnisdichte gewünscht. Das, warum er seine Protagonisten debattieren ließ, war für meine Begriffe kaum essentiell, eher persönliche Befindlichkeiten. Wo blieb der große Plan? Wo der Weg, den diese Größen weisen könnten, wenn sie nunmehr auferstünden? Ob das im Roman dann noch offenbart wird? – Ob jemand, der diesen Blogeintrag liest, mir das sagen könnte?

Frank Witzel ist sicher der bekanntere Autor von den beiden, die ich mir hier herausgesucht habe. – Anmerkung: Obwohl das so ist und Frank Witzel auch zu einer moderateren Zeit las (19 statt 16 Uhr wie Herr Tetzner), war seine Lesung nicht besser besucht als die von Reiner Tetzner. Das kann man aber sicher mit der großen Anzahl von Lesungen etc. im Rahmen des Festivals zur gleichen Zeit begründen.
Frank Witzel ist ziemlich schlagartig berühmt geworden mit seinem Roman „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“.
Sein Neuling hat einen weit kürzeren Namen, der aber wohl nicht weniger problematisch ist, in Hinsicht auf Reproduzierbarkeit bei Veranstaltungshinweisen: „Direkt danach und kurz davor“. Obwohl man den Titel im Zweifelsfall ja vom Buch abschreiben könnte, schaffen es wohl die Autoren von Hinweisbotschaften immer wieder, diesen zu verdrehen. Auch der Moderation, Jutta Person, gab zu, dass sie sich Eselsbrücken bauen musste, um sich den Titel – richtig – zu merken.
Zu den handelnden Personen – des Abends: Veranstaltung 2 hatte weit bessere Voraussetzungen im Vergleich zu der von Reiner Tetzner: Der Autor ist auch Radiomoderator, veranstaltet selbst in Wiesbaden Literaturfestivals, ist sehr merklich ein Profi darin, sich und seine Gedanken sprechend zu präsentieren. Die Moderatorin, Jutta Person, ist ebenso eine versierte Medien-Protagonistin, die – spürbar Fan und Bewunderin des Autors – absolut souverän durch den Abend führte, das Gespräch auch wirklich lenkte und den Autor sprudeln ließ.
In dem neuen Buch geht es um die Nachkriegszeit und die Vor-der-Zeit-der-neuen-Ordnung (der BRD), fiktive Erinnerungen an eine Unzeit. Dem Autor ging es darum aufzuzeigen, wie persönliche und kollektive Erinnerungen (Erinnerungsmythen) nicht korrespondieren.
Sowohl in „Die Erfindung“ (auf diese Kurzform einigten sich Moderatorin und Autor für den berühmten Roman, der übrigens nicht sein Erstling war), als auch in diesem neuen Werk nutzt der Autor Märchen und Sagen, bzw. die Form der märchenhaften, sagenhaften Erzählweise, um diese an sich schon verrückte Nachkriegswelt darzustellen. Er spielt mit alternativen Erinnerungen (Handlungs- und Geschichtsabläufen). Auch hier „mein“ Anknüpfungspunkt. Na ja, diese Romane wären dann schon was für mich, gebe ich gern zu. Weiß nur nicht, ob ich den langen Atem hab, denn beide Werke sind sehr voluminös.


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Fast den Anfang vom 21. Leipziger Literaturherbst verpasst.

Geschrieben von T.H. , in Ich war dabei... 25 October 2017 · 326 Aufrufe
Leipziger Literarischer Herbst
Fast den Anfang vom 21. Leipziger Literaturherbst verpasst. Logbuch - 21. Leipziger Literarischer Herbst - 24.10.2017, 1900, Haus des Buches, Leipzig
(Nur eine Plauderei)

Da will man mal ganz spontan sein, schnell mal nach Leipzig, meiner Lieblingskultur-Literatur-Stadt, fahren, um an einer Lesung teilzunehmen und denkt sich nichts dabei und dann?
Etwas außer Atem, weil ich irgendwie die Fahrtzeit doch unterschätzt habe, aber noch deutlich vor Beginn der Veranstaltung frohgemut eingetroffen, und dann?

Ausverkauft! ++ Was? ++ Echt jetzt? ++ Kann nicht sein!!!

Die Damen am Empfang teilten uns mit, dass die Veranstaltung bereits seit Wochen ausverkauft sei, wenn ich sie richtig verstanden habe. Wow! Und da sagen die Leute, dass sich niemand mehr für Literatur interessiert. (Sagen sie das? Ist vielleicht auch nur so eine Meme = Internetente…)
Aber – um es mal abzukürzen – die Empfangsdame macht es möglich: Es waren ohnehin schon zusätzliche Klappstühle eingeräumt worden, und davon gab es dann doch noch ein paar freie. Wir waren überglücklich.

Ach ja, weshalb so ein Ansturm? Nun, offensichtlich ist der Philosoph Sloterdijk kein Unbekannter. Mir halt auch nicht, und daher war es fast egal, worum es eigentlich gehen sollte, DEN wollte ich mal live erleben. Habe ich dann auch.
Und? Ja, war gut! Der 70jährige sprach sicher nicht so flott, wie der Moderator, aber dafür war fast alles schon sehr gehaltvoll und wortreich und witzig, was er sagte.
Das Motto des Literaturherbstes diesmal lautet: Na? Wer kommt drauf? Ja, richtig: Luther… „Martin Luther Superstar“, also etwas moderner. Aber so richtig kann mich das Thema nicht hinterm Ofen hervorlocken. Zumal es einen gewissen Übersättigungseffekt gibt. Aber Wir nähern uns (die Veranstaltung war am 24. Oktober 2017) dem Höhepunkt des Jubiläums, und danach wird es sicher wieder etwas ruhiger.
Im Zentrum des Gesprächs – eine Lesung fand gar nicht statt – mit dem Philosophen stand dessen letztes Buch „Nach Gott“. Na, das passt ja. S. Ist ja wohl kein einfacher A-, aber auch kein einfacher Theist (ehrlich gesagt könnte ich gar nicht sagen, wie er die Gretchenfrage wirklich beantwortet, eher atheistisch). Als Nietzsche-Fan ist er da eher daran interessiert, wie die Menschen ohne Gott auskommen.
Eingangs hat der Moderator ihn mit 2 Heinrich-Heine-Zitaten konfrontiert, einem kontra, einem eher pro Religion des älteren Heine.
Ich hielt da schon etwas den Atem an – fand die Frage spannend und wünschte mir eine Antwort – und wurde nicht enttäuscht…
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Das Foto: Hab ich über die Köpfe hinweg aufgenommen; es waren viele Köpfe, saß ganz hinten - aber ich saß!


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Thilo Krapp meldet: Langzeit-Projekt fertig! Sein „Krieg der Welten“

Geschrieben von T.H. , in Phantastisches Halle & Le..., Ich war dabei... 10 June 2017 · 250 Aufrufe
Krieg der Welten, Thilo Krapp und 1 weitere...
Vortrag und Gespräch
Haus des Buches, Leipzig
16. Mai 2017

Langsam rollt sie los, die H.G.Wells-Welle. Richtig so! Ich freue mich schon auf ein paar Bücher aus der Edition Phantasia (die TBs, die für den Herbst angekündigt sind; aber es gibt da noch ein paar echte Liebhaberausgaben; na, mal sehen…). Habe mir die Neuübersetzung der „Zeitmaschine“ bei Fischer zugelegt, mit einem Nachwort von Elmar Schenkel und diversen begleitenden Texten (der Zusatzteil ist fast genau so umfangreich wie der Roman selbst).
Dazu erscheinen auch Comics und Graphic Novels, die ihrerseits auch vom Recht Gebrauch machen, nunmehr niemanden mehr fragen zu müssen, wenn man Wells ins Deutsche übersetzen und veröffentlichen will. Klasse!

U.a. gibt es da einen echten Wells-Fan: Thilo Krapp! Dass er einer ist, hat er sehr anschaulich und ausführlich und eloquent letztens im Haus des Buches zu Leipzig erzählt. Für mich die beeindruckendste Meldung dazu war, dass er sich geschlagene 30 Jahre mit dem Stoff befasst hat, ehe er „seine“ Comic-Adaption von „Krieg der Welten“ so umzusetzen vormochte, wie es seinem Anspruch entspricht.
Begonnen hat alles 1939, … also, natürlich nicht wirklich 1939, aber mit dem Hörstück von Orson Welles aus dem Jahre 1939. Das hörte Thilo Krapp mit 11 Jahren und war wohl hin & weg.
Das es dazu einen Roman gibt, hat er zwar schnell gecheckt, war sich aber nicht darüber im Klaren, dass der – so alt wie der ist – heutzutage (bzw. damals) verfügbar sei. Es verging dann etwas Zeit und er wünschte sich den Roman als Preis für seine Zeichnungen, die er für eine Schularbeit anfertigte.
Mit 16 Jahren entstanden erste Skizzen – die ihm aber selber nicht genügten. Er fand, er wisse zu wenig – über die Zeit (Ende 19. Jh.), die Welt (England), das Design, das Aussehen der Häuser, Möbel, winziger Einzelheiten des täglichen Lebens. Also begann eine Jahrzehnte andauernde Recherche. Davon berichtet der Künstler voller Esprit; man spürte regelrecht, wie sehr ihm das Ganze noch immer am Herzen liegt.
Im Ergebnis hat er das Wells-Buch absolut authentisch umgesetzt. Anhand von Beispielen (Fotos und Grafiken aus der Zeit, seine Skizzen und fertige Auszüge aus seinem Comic) konnte man nachvollziehen, wie seine Recherchen in seine Arbeit eingeflossen sind.
Na, Ihr merkt es, bin selber noch ziemlich begeistert von dem Vortag, moderiert von Stefan Pannor, dem Comic-Experten aus Leipzig, der es aber leicht mit seinem Gast hatte, denn dieser erzählte gern und bereitwillig.
Für mich noch so am Rande erwähnenswert ist der Umstand, dass Thilo Krapp seinem Helden (und dessen Frau auch) einen Namen verpasste. Ungewöhnlich? Ja, denn Wells hat dies nicht getan. Seine Hauptfigur in „Krieg der Welten“ wird nicht namentlich vorgestellt. Und wie mir so scheint, machte er dies des Öfteren; ein Blick in „Die Zeitmaschine“ scheint mir dieses Muster zu bestätigen (oder?).



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Über den "Käfer-Jünger"

Geschrieben von T.H. , in Ich war dabei... 26 April 2017 · 554 Aufrufe
Elmar Schenkel, Ernst Jünger und 1 weitere...
Sind ostdeutsche Autoren wissenschaftsaffiner als westdeutsche?

Moderator Elmar Schenkel schmeichelte dem leipziger Auditorium, als er mit einer gewagten These das…

Gespräch mit Uwe Tellkamp
über Ernst Jüngers „Subtile Jagden“

…begann: Ostdeutsche Autoren hätten einen größeren Bezug zur Naturwissenschaft – und damit meinte er jetzt nicht vornehmlich SF-Autoren – jedenfalls einen größeren als westdeutsche. Er, Herr Schenkel, ist ja Westdeutscher: „Wir haben es nicht so mit Fakten“, fügte er schmunzelnd hinzu.
Ja, es ist nicht ernst gemeint. So hat es der bekannte „Turm“-Autor Uwe Tellkamp sicher auch nicht aufgefasst. Aber er hat nun mal eine naturwissenschaftliche (medizinische) Ausbildung absolviert. Und er hat eine Affinität zu den Werken Jüngers, die von dessen Beobachtungen in der Natur handeln.
Wissenschaftlichere, nun gut, aber auch bessere Literatur? Das frage ich mich ja schon seit längerem bei Jünger. Ich habe es in der Vergangenheit immer mal wieder versucht, leider nur mit mäßigem Erfolg. Die Veranstaltung im Haus des Buches, organisiert von Arbeitskreis Vergleichende Mythologie e.V., hat mir durchaus wieder Anregungen dazu gegeben, es doch noch mal wieder zu versuchen.
Das Buch, um das es ging an dem Abend, wird es aber nicht. Es ist Jüngers berühmtes „Käferbuch“; richtiger Titel: „Subtile Jagden“. Tellkamp, der für die Klett-Cotta-Neuausgabe das Nachwort verfasste, erzählte viel über sich und sein Verhältnis zu Jünger, wie er ihn an der Uni in Leipzig zur Wendezeit für sich entdeckte.
Jünger hat übrigens in Leipzig studiert, wie Tellkamp. Eine erste Lektüre Jüngers – „Das abenteuerliche Herz“, insbesondere eine Passage, in der Jünger eine Blume, die Tigerlilie, beschrieb – traf ihn wohl wie ein Blitz.
Allerdings muss man schon – meiner Meinung nach – ziemlich viel Geduld haben, um Jüngers präzise Beschreibungen auch so goutieren zu können. Mir sind die Dinge – hier: Käfer – einfach zu weit weg, um mich daran berauschen zu können.
Interessanter war mir da schon die Fragestellung, die im Gespräch aufgekommen ist, warum sich Jünger so vehement mit dem Insektensammeln befasste. Der „Käfer-Jünger“ steht scheinbar im harschen Kontrast zum „Soldaten-Jünger“, wie er hier bezeichnet wurde. Oder doch nicht? Auf alle Fälle erinnern genügend Wörter und Wendungen in der Textstelle, die Tellkamp zum Vorlesen aus Jüngers „Käfer-Buch“ herausgesucht hatte, an die eher militärische, soldatische Denkweise Jüngers. Doch scheint für Jünger die Beschäftigung mit dem Käfersammeln ein Ausgleich zur unruhigen, chaotischen, gefährlichen Welt gewesen zu sein, eine Fluchtwelt der Ordnung und Beschaulichkeit.
Der Autor Tellkamp ist begeistert von Jünger von seiner Sprache und Art und Weise zu Schreiben. Er mag – wie Moderator Herr Schenkel, nicht alles von J.
Auf die politische Brisanz des Autors angesprochen, wies Uwe Tellkamp daraufhin, dass in den 20er und 30er Jahre ideologische Ausrichtungen nicht „gefestigt“ waren (den Begriff nutzt ich hier, Tellkamp hat das viel schöner formuliert); will meinen: Man ist heute schnell dabei, jemanden oder etwas als „recht“ und „links“ einzuordnen, und nutzt das sicher zu schnell auch als Totschlagargument. Er nannte exemplarisch Jüngers Zusammenarbeit mit dem Nationalbolschewisten Ernst Niekisch, der in persona die mitunter herrschende Verworrenheit in ideologischen Fragen verkörperte.
Dann erzählte Tellkamp von den linken und anarchistischen Studentenkollegen, die zur Wendezeit aus Westdeutschland nach Leipzig kamen. Da waren wohl einige recht vertraut mit den Schriften von Ernst Jünger, was dem allgemein herrschenden Bild vom „rechten Jünger“ auf den ersten Blick nicht entsprach.
Nun ja, sicher, ist was dran. Ob man aber heute, sozusagen vom Ergebnis her (man weiß ja heute, was realexistierender Faschismus, oder auch realexistierender Kommunismus bedeutet; wobei: letzterer hat ja eigentlich noch nie „real existiert“), auch so urteilen kann? Ist schwierig, aber derzeit auf jeden Fall ein heiß diskutiertes Feld. Uwe Tellkamp gibt sich aber mit Halbwahrheiten und Schönrederei nicht zufrieden. Dem kann ich gern und voll zustimmen.
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Haus des Buches, Leipzig
25. April 2017


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„War alles ganz anders?“, fragte Herr Däniken.

Geschrieben von T.H. , in Phantastisches Halle & Le..., Ich war dabei... 11 November 2016 · 322 Aufrufe
Däniken
…am 9. November in Halle, im Steintor-Varieté. Mich fragte er dies konkret zum vierten Mal. Na ja, ich bin ja – darf ich dies an dieser Stelle noch einmal betonen – gar kein wirklicher Fan von seinen Thesen, also, so ein bisschen vielleicht, so im X-Akten-Sinne, wie bei Mulder: Ich möchte ja glauben, aber…
Also gut, ich war „Wiederholungstäter“ – ja, so titulierte v. Däniken seine Zuhörer, die wiederholt seinem Vortrag lauschten. Und ich bin durchaus Fan seiner Person, denn ich finde es nach wie vor überaus erstaunenswert, dass er mit über 81 Jahren immer noch knapp 2 Stunden am Stück einen Vortrag hält, der in sich durchaus schlüssig ist, auch wenn er so schnell spricht, dass man schon deshalb keinen Mut hat, ihm zu widersprechen. Dabei – das darf ich mal so anmerken – zieht er schnell Schlüsse, und bereitet seine „Beweise“ nicht wirklich transparent und allumfassend auf. (Bsp. siehe Kommentar zu diesem Beitrag)
Widerspruch? Findet man sicher genügend, aber…
…interessant fand ich diesmal sein Gedanke, dass die heiligen Schriften von Leuten aufgeschrieben wurden, die selbstverständlich ihrer Zeit verpflichtet waren: Leute, die Pferdekarren kannten, aber keine Raketentriebwerke. Klar, dass – wenn denn „die Götter“ gar keine Götter, sondern Außerirdische waren – die Autoren dieser Bücher von wunderbaren Erscheinungen schrieben, von Zauberei und Magie, aber nicht von Raumschiffen, etc.
…mir imponiert seine konsequent atheistische Haltung. Dabei vermittelt er dennoch, dass es viele wunderbare offene Fragen gibt.
…bemerkenswert fand ich diesmal auch – fast sozusagen in Fortsetzung seines Vortrages vom Vorjahr – dass die Äußerungen hochstehender Persönlichkeiten aus Politik und Militär jetzt (oder vor kurzem, meist vor ihrem Tod, aber nach ihrer Pensionierung…) „die Wahrheit“ sagten – also: Däniken zitiert sie mit Äußerungen, die den Eindruck erwecken, dass diese hohen Entscheidungsträger jahrzehntelang schwiegen und viel verschwiegen. DAS reizt mich fast, sein neuestes Buch zu lesen, in dem wohl diese Leute zitiert werden, denn den Zitaten würde ich gern nachgehen…

Aber wo bleibt die Erschütterung? E.v.Däniken wartet auf sie – darauf, dass „sie“ wiederkommen.
So entließ er seine Zuhörer zumindest vor einem Jahr. Und heute. Er meint, sie wären ja da, aber viel zu vorsichtig, um uns zu brüskieren, zu schocken… Hach na ja…
Es bleibt also spannend…

(Selbst-) Referenz:
Meine beiden anderen Däniken-Blogeinträge
2015: http://www.scifinet....äniken-fast-80/
2010: http://www.scifinet....ich-gebe-es-zu/


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Lit.Herbst - Aus dem Tagebuch eines Papiertigers I

Geschrieben von T.H. , in Ich war dabei..., Subjektive Eindrücke 28 October 2016 · 608 Aufrufe
Paul Zelik, Ingo Schulze und 3 weitere...
20. Leipziger Literarischer Herbst
26. Oktober 2016
„Wieviel Utopie braucht die Literatur?“
Ort: Bibliothekca Albertina, Leipzig (toller Ort! Leipzig hat ohnehin ganz tolle Bibliotheksgebäude)

Beim Thema „Utopie“ werde ich zurzeit hellhörig. Beim diesjährigen Literarischen Herbst zu Leipzig ist das eines der Schlüsselthemen; zwar sehr viel in Bezug zu Leibnitz („beste aller möglichen Welten“…), und natürlich eher von der Mainstream-Seite aus beleuchtet, aber immerhin. Na ja, es war natürlich kein SF-Con, eher eine bemüht akademische Veranstaltung.
Ich gebe es zu: Bin Fan des Leipziger Literaturherbstes! Neben „Leipzig liest“ also die zweite alljährliche Literatur-Schaffe in der Messestadt. Ja, find‘ ich gut!
Der „Herbst“ ist der kleiner Bruder der Buchmessebegleitenden Leserei im Frühjahr, und wirkt insgesamt auch „strenger“, zumindest habe ich so den Eindruck, dass die Veranstaltungen weniger auf „bloße Unterhaltung“ ausgerichtet sind. Allerdings ist ja das, was man so als „Unterhaltung“ empfindet, sehr subjektiv. Um hier den Bogen zu kriegen: ich finde den „Herbst“ sehr unterhaltsam.
Also jetzt mal konkret:
Am Mittwoch, den 26., mitten in der Woche, wurde wohl die längste Veranstaltung des „Herbstes“ anberaumt. Schon mal ärgerlich – für so einen Frühaufsteher aus Sachsen-Anhalt :-) (nein, nein, ich finde das Motto auf den Autobahnschildern nicht so prickelnd…) – außerdem schon eine Strapaze für das Sitzefleisch: Die ganze Chose dauerte planmäßig von 19 bis 24 Uhr!
Durchgehalten habe ich nur den 1. Akt: Es referierte der Schriftsteller und Philosoph Raul Zelik zum Thema „Wieviel Utopie braucht die Literatur! – und verfehlte das Thema ordentlich. – Das merkte er auch selbst, und brachte so etwas wie eine Entschuldigung an seine Zuhörer, doch diese zeigten mitunter grummelnden Unmut. Ich selber? Na ja, ich fand den Vortrag gar nicht so übel.
Herr Zelik zeigte auf, was es seit dem 19. Jahrhundert an „konkreten Utopien“ in Europa gab, wie sie wirkten, wie sie scheiterten, wie sie heute nicht mehr wirken, aber wirken sollten. Er sprach eine dreiviertel Stunde, brachte viele Namen ins Spiel, u.a. viel Marx, na ja, und – was mich sehr freute – Dietmar Dath und Barbara Kirchner („Der Implex“ und „Maschinenwinter“). Immerhin: Damit komme ich der Erfüllung meiner Prophezeiung, dass D. Dath einer der wichtigsten philosophischen Köpfe in D. wird / geworden ist, näher.
Interessanter Weise könnte gerade D. Dath stellvertretend für das gesamte Thema stehen, denn neben Theorie ist es ja auch literarische Praxis, die ihn bekannt machte. Er bewegt sich im Umfeld Gesellschaftskritik / phantastische / SF-Literatur. Allerdings, ich erwähnte es schon, hat Herr Zelik ja das Thema eher nur geschrammt. Auf Literatur ging er so gut wie gar nicht ein. Vielleicht, weil das auch gar nicht „sein“ Thema ist? Zumindest irritierte er mich, als er eingangs erwähnte, dass es derzeit in Literatur und Film gar keine Utopien gäbe, dafür Dystopie zuhauf (womit er teilweise ja Recht hat), und als Beispiel für (Gesellschafts- Dystopie) den Film „Armageddon“ erwähnte - ??? echt jetzt? Nein, Herr Zelik, das ist keine Dystopie, sondern ein Katastrophenfilm. Na gut, kann ja mal passieren. Ärgerlich fand ich da nur, dass eine SF-Franchise, die seit 50 Jahren TV, Film, Bücher beherrscht und ein deutlich utopisches Grundkonzept aufweist, nicht in nähere Betrachtung gezogen wurde; ich meine STAR TREK.
Dass ich hier nur Fehlstellen erwähne, soll nicht bedeuten, dass der Vortag inhaltslos war. Ganz im Gegenteil, er war so massiv und vollgepackt, dass es mir an dieser Stelle unmöglich erscheint, alles wiederzugeben.
Im Anschluss gab es eine Podiumsdiskussion, mit Raul Zelik, dem Philosophen Peter Engelmann und dem Schriftsteller Ingo Schulze. Moderator war Michael Hametner.
Es gab was zu diskutieren, vor allem die beiden Philosophen gaben sich ordentlich Paroli. Herr Engelmann hat eine Biografie, die ihn am Wert sozialistischer Ideen / Utopien etwas zweifeln lässt, vor allem an deren konkreten Umsetzungen in der Geschichte des 20. Jh.

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Foto © Thomas Hofmann, Die ganze Mannschaft der 1. Runde: Peter Engelmann, Michael Hametner, Ingo Schulze, Raul Zelik

Der bekannte Autor Ingo Schulze wirkte dabei am entspanntesten; fast moderater als der Moderator.
Was das alles mit Literatur…? Na ja, man bekam insofern die Kurve, indem man verkündete, im 2. Teil der Veranstaltung, dann mit dem Autor Thomas von Seinaecker, mehr auf Literatur zu sprechen zu kommen, und dass der Auftakt sozusagen erst einmal den gedanklichen Rahmen absteckte. Von Steinaecker, mit seinem utopischen (?) Roman „Die Verteidigung des Paradieses“ hätte mich sehr interessiert, aber die Zeit… Lese jetzt aber einen älteren Roman von ihm und bin nach den ersten (nichtutopischen) Seiten ziemlich angetan. Ich könnte mir ihn gut und gerne als Gast im Freundeskreis SF Leipzig vorstellen; mal sehen…


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1. Robert Kraft Symposium Leipzig – Häkchen dran

Geschrieben von T.H. , in Phantastisches Halle & Le..., Ich war dabei... 16 October 2016 · 387 Aufrufe
Robert Kraft
Zeit: 15.10.16
Ort: Deutsche Nationalbibliothek zu Leipzig

Gerade jetzt, da ich das hier schreibe, läuft das Symposium noch. Ich selber war aber nur am Samstag den 15. Oktober 2016 zugegen. Heute, am darauffolgenden Sonntag, gibt es vorrangig einen Gang durch die Stadt Leipzig, um die Orte aufzufinden, die in der Biografie des Autors Robert Kraft eine wichtige Rolle spielten.
Robert Kraft ist nämlich Leipziger gewesen, hat sich aber auch woanders aufgehalten und – na ja, ich sag das hier mal so – herumgetrieben. Thomas Braatz – das war ein Programmpunkt des engen, vollen, rasanten Programms am Samstag – hat darüber sehr eindrücklich referiert.
Nun, wenn ich hier von der Veranstaltung schreibe, muss ich mich wohl eines akademischeren Stils befleißigen, als ich es bei Con-Berichten so handhabe? Es hieß ja nicht „Con“, sondern „Symposium“. Dass das auch so gemeint war, wurde mir fast erst zum Schluss des Symposium-Samstages bewusst, als die Referenten in einem Forum an einem Tisch saßen – und sich siezten. Noch etwas fiel mir bei diesem Forum auf: Hier sah man deutlich, dass es sich allesamt um recht starke Persönlichkeiten handelte, die auch viel und gern ausführlich sprachen – sich dann aber für ihre lange Rede sogleich bei den anderen entschuldigten.
Also, ein supervolles und sehr dicht geplantes Programm, mit…
…ganz großartig: Lesung von Kraft-Texten durch den Schauspieler Arnulf Meifert. Er zeigte, wie amüsant Kraft schreiben konnte, drastische und auch überaus komische Stellen boten sich dafür an. Ein Fest!
Professor Christoph F. Lorenz referierte – ohne Zettel und doppelten Boden – pointiert, gewürzt mit herrlich trockenem Humor über die Nibelungen, und wie die bei Robert Kraft eingearbeitet wurden. Noch ein Fest!
Achim Schnurrer führte ein in die Welt der Kolportage und moderierte am Ende das Forum. Keine leichte Aufgabe, die er da hatte – oder doch leicht? – denn die Gäste waren alles andere als maulfaul.

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Foto (© Thomas Hofmann): Thomas Braatz eröffnet das 1. Robert-Kraft-Symposium

Thomas Braatz: Er hatte neben dem organisatorischen Stress vorab und die Oberverantwortung für die ganze Durchführung auch noch die meisten Sprechbeiträge zu leisten. Alle Achtung. Und er hat es mit Bravour absolviert! So hat er einen Spagat gemeistert, indem er den absoluten Kraft-Fans im Publikum, die sicher jeden Vormittag im Leben Krafts im Gedächtnis haben und Leuten wie mir, die eher zu den interessierten Laien im Kraft-Universum gelten, die Biografie des Autors näher brachte. Als Anhaltspunkt wählte er die Orte des Aufenthaltes und Schreibens Krafts, im Wandel der Zeiten. Darin zeigte sich auch, wie umfänglich die Recherche- und Forschungsarbeit von Thomas in Sachen Robert Kraft geht.
Sein Höhepunkt war aber mit Sicherheit die Präsentation der neuen Bibliografie des Meisters! Dass ihm das sehr wichtig war, merkte man Thomas an – und das sicher zu Recht! Ich selber bin ja nicht so der Bibliografie-Fan, und sah dem Programmpunkt skeptisch entgegen, aber durfte erkennen, dass selbst so ein trockenes, akademisches Thema faszinierend präsentiert werden kann. Es gab genügend Kuriositäten, Anekdotisches und Verblüffendes dazu zu berichten. Die Bibliografie ist dann auch ein wahres Pfundsbuch geworden, satte 1000 Seiten, 2 kg schwer.
Matthias Käther war – behaupte ich hier einfach mal – der jüngste Referent. Sein Vortrag war sehr persönlich und zeigte, wie er zum Kraft-Sammler und -Fan wurde, sicher auch zum -Experten. Er zeige auf, wie und wo er recherchierte, um etwas über den Autor zu finden und konzentrierte sich dann auf ein österreichisches Online-Archiv, das Zeitschriften des Landes aus der Zeit Krafts digitalisiert anbietet. Darin wurde er fündig.
Mehr noch als das eloquent vorgetragene Referat überzeugte er mich mit seinen Beiträgen im abschließenden Forum.
Karlheinz Steinmüller. Er hatte es diesmal schwer. Seine Vorträge zu interessanten und mitunter abwegigen Themen der SF auf den Cons in Leipzig und Dresden (und anderswo) sind ja immer ein Höhepunkt. Diesmal hatte er es schwer – im doppelten Sinne. Zum einen waren die anderen Vortragenden ebenso eloquent und unterhaltsam, zum anderen ist Karlheinz eben kein Kraft-Experte.
Er widmete sich einem Roman des Autors, und konnte auch dessen Werk und das Buch speziell in den Zeitgeist und die gesellschaftlichen, literarischen Umstände einordnen, überzeugte auch in gewohnt packender Art. Mir konnte er das Werk so nahebringen und mich einmal mehr für etwas interessieren, was ich bisher nicht auf dem Schirm hatte.
Na, viel gehört, erlebt, aufgenommen, zu verarbeiten. Mal sehen, wann ich hier im Blog einen Kraft-Roman bespreche…

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Foto (© Thomas Hofmann): Schnappschuss vom Forum, v.l.n.r.: Matthias Käther, Arnulf Meifert, Achim Schnurrer, Thomas, Braatz

Referenz:
Infos zu Robert Kraft und der erwähnten Bibliografie:
http://www.robert-kraft.de/


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ElsterCon 2016 - kurz&knapp&wehmütig

Geschrieben von T.H. , in Phantastisches Halle & Le..., Ich war dabei... 23 September 2016 · 486 Aufrufe
Dietmar Dath und 7 weitere...
Schluchz: Vorbei.


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Die ElsterCon-Gäste, v.l.n.r.: Karl Olsberg, Daniel Suarez, Ju Honisch, Ian McDonald, Karlheinz Steinmüller, Boris Koch, Thekla & Michael Barck, Christian v. Aster, Bernhard Kempen
Wer fehlt?* Andreas Brandhorst, er reiste noch an. © Foto von Peter Schünemann

Der ElsterCon 2016 ist schon wieder Geschichte. Schade, denn er war gut, sehr gut sogar. Diesmal ging es um gläserne Menschen und die totale Überwachung. Aber nicht nur. So hat es z.B. Andreas Brandhorst, den ich auf dem Con kennenlernen und mit dem ich auf einem Panel vor versammelter Con-Besucherschaft reden durfte, eher mit der großen, weiten Ferne des Universums. Wobei: Stimmt so auch nicht immer, denn er enthüllte ein kleines Geheimnis, das er bis dato hütete, dass nämlich sein nächstes Buch, das 2017 bei Piper erscheinen wird, voll und ganz zur Con-Thematik passt. Inhaltlich hat er aber noch nicht allzu viel dazu gesagt.

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Andreas Brandhorst (links im Bild) im Gespräch (mir mir); © Foto: Peter Schünemann

Dafür waren andere „Fach-Autoren“ anwesend. Besonders beeindruckt hat mich Karl Olsberg. Er ist Profi, durch und durch, zwar wortgewandt und fast etwas zu gut argumentierend, aber wohl nach wie vor offen für Neues und neue Projekte. Seine Begeisterung für neue Technologie paart sich mit Skepsis und Vorsicht, kann sich aber für keine Seite entscheiden. Ich nehme mal an, so sind wir Menschen unterm Strich dann alle: Wir wissen, was die neue Technologie kann, wenn wir es nicht wissen, ahnen wir es, aber wir machen trotzdem weiter. Ob das gut ist? Die Frage ließ er auch offen.
Als vorläufiges Endresultat der vernetzten Computertechnik, die uns so nebenbei zu gläsernen Menschen macht, ist die Künstliche Intelligenz. In den Forumsgesprächen wurde aber schön differenziert, zwischen einer „normalen“ KI und „Wahrer Maschinenintelligenz“, die dann vielleicht wirklich das Ruder übernehmen könnte. Darum wurde viel debattiert, fast gestritten. Unterm Strich kam aber schon dabei raus, dass nicht die Maschinen das „Problem“ sind, sondern die Menschen, die sie auf den Weg bringen.
Die beiden großen „Elefantenrunden“ (Foren, Panels) wurden übrigens diesmal von keinem Geringeren als Dietmar Dath moderiert. Mein Gott, der Mann hat’s drauf, keine Frage! Hut ab, übrigens, vor Uwe Schimunek, der dessen Einzelveranstaltung – Lesung und Gespräch – moderierte. Ich selber hätte mir das nicht mehr zugetraut. Ich denke mal, Dietmar Dath wird Philosophieinteressierten in Zukunft noch ziemlich häufig über den Weg laufen. Hier hat er aber schon mal fulminant bewiesen, wie er so schwierige Themen anpackt, und das anbrandete Gespräch auch im Griff behalten kann. Nun, wenn ich mir was wünschen dürfte: Bitte Dietmar Dath immer zum ElsterCon!
Sicher wäre so ein Wunsch für die internationalen Gäste auch angebracht, aber das ist schwierig. Es waren da: Ian McDonald, Daniel Suarez und Graham Masterton. Letzter eher der Spezial-Gast des Horror-Hauses Festa. Doch konnte er auch zu den SF-Themen beitragen. Sehr schön z.B.: „Wenn wir zwei Gehirne hätten, wären wir doppelt so blöd.“
Es gab auch wieder ein paar ElsterCon-Standards: Karlheinz Steinmüller brillierte wieder einmal mit einem Vortrag: „Von Big Brother zu Big Data“. Das Ziel dieses Weges: Wir werden Borg.
Die Eröffnung gestalteten wiederum Boris Koch und Christian v. Aster: hervorragend! Auch die Nachtlesung von Boris und Bernhard Kempen war toll (seine Lieder waren zugegebener Maßen nicht so meins, ich bin da sicher ein Kulturbanause).
Vieles habe ich verpasst, konnte ich auch nicht wahrnehmen, weil ja immer 2 Panels parallel liefen; so z.B. Ju Honisch, die Lesung von Karsten Kruschel und Robert Corvus (nun ja, auch ohne dieser Lesung beigewohnt zu haben, vermute ich mal, dass es sich um eine Art Kontrastprogramm gehandelt hat?), oder die beiden Comic-Künstler Thekla und Michael Barck, die aber in einem Forum dann noch dabei waren und ziemlich eindrücklich zu erkennen gaben, dass sie sehr viel zu sagen haben. – Hey, wo gibt’s denn das Comic?
…und sicher habe ich jetzt noch viel vergessen zu erwähnen…
Eins noch: Danke Freundeskreis SF Leipzig!
Ach ja, da ich noch nicht genug habe: Es geht am 15. Oktober weiter, mit dem 1. Robert-Kraft-Symposium, ebenso (mit) organisiert von Mr. ElsterCon Thomas Braatz. Siehe hier: http://www.robert-kraft.de/ Sicher, ein sehr spezielles Thema, aber ich bin gespannt!

*) Es fehlen auf dem Bild allerdings auch noch Dietmar Dath, Bernd Robker und Graham Masterton; da hab ich aber keine passenden Bilder...


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Mit Dominik zum Doktor *

Geschrieben von T.H. , in Phantastisches Halle & Le..., Ich war dabei... 28 November 2015 · 697 Aufrufe

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[ Vorderseite des Infoblatt 113 zur Veranstaltung, Bild von Mario Franke, Leipzig ]

Niemals hätte ich gedacht, dass ich mal was wirklich Überraschendes und Neues (für mich) zu einem so uralten Autor wie Hans Dominik erfahren würde. Nun, bin kein Dominik-Kenner oder -Fan, aber irgendwie glaubt man (ich), dass man den ja kennt. - So was von Pustekuchen!

Dr. Frank O. Hrachowy hat sich akademisch mit Hans Dominik auseinander gesetzt, dazu eine Dissertation verfasst und ist als Technikhistoriker weiterhin am Ball. Dabei konnte er den Autor in ein anderes Licht rücken, als er gemeinhin steht und konnte tatsächlich Dinge in Erfahrung bringen, die überraschend sind.

Am 27. November 2015 hat er im Haus des Buches zu Leipzig auf Einladung des Freundeskreises SF dazu einen Vortrag gehalten. Der kleine Saal war voll; diesmal recht viele Leute, die nicht zum Club-Umfeld gehörten; das Thema muss gezogen haben...
Dazu fiel mir auf, dass diesmal die Sitzmöglichkeiten verknappt wurden, warum auch immer: Es waren weniger Stühle vorhanden, als sonst, so dass der Raum einen noch gefüllteren Eindruck macht – und Nachzüglern es fast Probleme bereitet, einen Sitzplatz zu bekommen.
Der Referent hatte einen festen Plan.
Im 1. Teil verlas er den Forschungsertrag seiner Doktorarbeit. Sicher, war etwas akademisch, man musste konzentriert zuhören, aber das hat sich schon mal gelohnt.
Im 2. Teil verlas er kommentierend Zitate aus 4 Büchern Dominiks, aus verschiedenen Schaffensperioden und Bereichen, denen der Autor sich widmete, die zeigten, wie vielfältig der Autor war, den wir SF-Fans ja in erster Linie als Autor „technisch-utopischer Romane“ kennen, oftmals mit einem deutschtümelnden, nationalistischen, chauvinistischen Hintergrund.
Interessanter Weise konnte der Referent mit dem Bild Dominiks als erzreaktionären Technikutopisten aufräumen. Er zeigte auf, wie Dominik, Kind seiner Zeit, durchaus dem rechteren Flügel des Parteien- und Ideologie-Spektrums des Nachkriegs-Deutschlands (WK I) zuzurechnen war, sich aber dann durchaus distanziert zu den Nazis und ihrer Kriegspolitik verhielt. Na ja, wer die Geister rief... , möchte ich da hinzufügen, denn er sorgte mit seinen populären und sehr weit verbreiteten Schriften schon für eine Grundstimmung, die dann zum Krieg führte; ob er das so wollte, oder nicht...
Der Referent zeigte auf, dass Dominik durch den Ausbruch des Krieges sehr enttäuscht war, denn er wollte eine friedliche und tatkräftige Entwicklung ins neue „energetische“ Zeitalter. Dafür wollte er die Jugend begeistern, in erster Linie.
Seine Verlage sahen das alles wohl sehr pragmatisch. „Hans Dominik“ war für sie eine Marke, die sie pflegten; daher erschienen dann auch Texte, die unter seinem Namen liefen, aber nicht nur von ihm geschrieben wurden. DAS haute mich um! Offensichtlich sind auch die SF-Romane nicht vollständig von ihm geschrieben worden; es gab einen mysteriösen Ko-Autor, der dann auch noch eine Identität wechseln musste; wobei der Referent dies nur anhand von Indizieren belegen kann. Also, wer da Interesse hat, dem empfehle ich das Buch von Hrachovy; das sollte dann einige Überraschungen parat halten!
Neu und unbekannt war für mich auch die „Affäre“ um den Vetter von Hans Dominik, der auch Hans Dominik hieß und im Dt. Kaiserreich ein ziemlich brutaler Kolonialkrieger war. Irgendwie vermischte sich das Bild der Öffentlichkeit, das man von diesen beiden Männern hatte, zu einem Bild, so dass der Leumund des Autors Dominik dadurch ziemlich beschädigt wurde. War mir neu (ich kannte nicht mal den anderen Hans Dominik...).
Dem Referenten war es unterm Strich wichtig, Hans Dominik als jemanden darzustellen, der mehr war, als der Autor literarisch wenige anspruchsvoller utopisch-technischer Romane (die er am Ende nicht mal selbst vollständig verfasst hatte). Dominik war ein großartiger Wissenschafts- und Technikpopularisator, der ein Händchen für die gut verständliche Darstellung komplexer Vorgänge hatte, die ihn zu einem Vielschreiber für Zeitschriften und Bücher machte, die er im Auftrag der Wirtschaftskonzerne schrieb; diesen Werken misst der Referent offensichtlich eine größere Bedeutung bei, obwohl sie heute so gut wie vergessen sind.
Im 3. Teil der Veranstaltung setze der Referent sich den Fragen von Thomas Braatz und des Publikums aus, die diesmal recht zahlreich kamen.
Dank an die „Leipziger“ für den interessanten Abend!

*) Die Autobiografie Dominiks heißt: "Vom Schraubstock zum Schreibtisch"; dieser Titel und der Umstand, dass Frank Hrachowy mit dem Thema seinen Doktor gemacht hat, inspirierte mich zu dem Titel


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Die Leipziger können es nicht lassen!

Geschrieben von T.H. , in Phantastisches Halle & Le..., Ich war dabei... 31 October 2015 · 636 Aufrufe

Bericht zur Buchpräsentation am 24.Oktober 2015
„Leipzig – Visionen gestern und heute!“

Ja, die Leipziger… Das war sozusagen ein Mini-ElsterCon. In vielerlei Beziehung ein Mini-ElsterCon – nicht ganz so ein üppiges Programm, nicht ganz so viele Beteiligten, nicht ganz so viele Besucher, ein etwas anderer Veranstaltungsort. Doch es galt: Klein, aber fein!
Anlass war das Erscheinen des Buches „Leipzig – Visionen gestern und heute“ in der Edition Solar-X, eine interessante Mischung aus SF und Architektur-Phantasien aus mehreren Jahrhunderten. Die Präsentation fand im Rahmen des Literarischen Herbstes Leipzig 2015 statt und nahm natürlich Bezug auf den 1000sten Geburtstag der Stadt. An Texten finden sich alte SF-Texte, die über ein zukünftiges Leipzig erzählen, also jeweils über die Zukunft aus der zeitlichen Perspektive des Erzählers / Autors. Sowas ist ja immer ganz lustig, wenn man mit der Überlegenheit des Spätgeborenen die Zukunftsvisionen der Ahnen belächeln kann. So ähnlich verhält es sich auch mit den Architektur- und Stadtentwicklungs-Visionen und –Phantasien, die vor allem mit Bildern und Karten im Buch vorgestellt werden. Was es so alles hätte geben können, z.B. an Hochhäusern, oder Kugelhäusern (über die Thomas Braatz referierte), oder symmetrisch geplanten Stadtteilen, oder einer Megacity von LE nach Halle. Ein paar der Visionen geistern ja auch seit den 90ern auch immer mal wieder herum.
Aus geplanten 200 wurden dann 534 Seiten, prall gefüllt mit vielen Illustrationen (von denen ich ein paar wenige beitragen durfte, als Illus zu Stories). Und auch diese 534 Seiten sind eine “abgespeckte Vision“ wie Thomas Braatz bei der Eröffnungsveranstaltung meinte. Theoretisch wäre eine erweiterte, oder fortsetzende Ausgabe möglich. Aber erst mal das hier verkraften…
Die Veranstaltung fand in der Deutschen Bücherei statt. Das war schon mal was! Ich kannte sie als Student, und war total geflasht, was das doch für ein Schmuckstück ist, diese Bibliothek, sowohl von außen, mit dem tollen, herbstlichen Platz davor und auch von innen. Leider bin ich ein Fotomuffel…
Die Lesungen und Diskussionsrunde fand in einem kleinen Saal statt, der immerhin so hübsch war, dass der Architektur-Experte, Peter Leonhardt, ein Mitarbeiter der Leipziger Stadtverwaltung und mit städteplanerischen Aufgaben betraut, aber auch Kenner der Geschichte, eine erstaunte und bewundernde Bemerkung entlockte. Sein Vortrag war dann auch sicher einer der Höhepunkte dieses SF-Mini-Cons, denn sowas erwartet man da ja nicht.
Wenn man alle Lesungen mitverfolgte, braucht man am Ende einen Teil der Texte im Buch nicht mehr lesen J. Ein paar Bemerkungen kann ich ja daher gleich hier loswerden.
Z.B. zur Lesung der Preisträger des Preisausschreibens, dass der FKSFL auslobte.
Anja Buchmann erzählt z.B. über eine „naive Revolutionärin“ (so will ich sie mal betiteln), die an die 89er Traditionen der Stadt anknüpft und dann ziemlich erschrocken ist über die Resonanz, die sie hervorruft. Oder…
Claudia Hornung. Sie hat eine ziemlich misanthropisch, dystopische Sicht auf die Zukunft, der Welt und Leipzigs. Ihre Vision erinnert im Stil und Inhalt mich etwas an die 80er Jahre. Lustig auch, dass die Freimaurer Retter der Zukunft werden. Oder…
Tino Hemmann brachte einen Ausschnitt aus einem Roman, der u.a. in LE spielt, hier speziell in einem Bunker unterhalb einer Eliteuniversität (die wohl tatsächlich in LE geplant war). Dann ging es aber um eine bakteriologische Waffe, die aus dem Ruder läuft. Also auch keine glückliche Zukunftsvision; nebenbei: Moderator Manfred Orlowski war fast am Verzweifeln, als ihm klar wurde, dass alle präsentierten Visionen für die Zukunft so grau bis schwarz ausfielen… Oder…
Die jüngste Teilnehmerin und Gewinnerin ist noch Schülerin: Liv Modes. Sie entdeckte in LE einen Fahrstuhl, der eigentlich eine Zeitmaschine ist. Hübsche Idee!
Die SF-Profis lasen auch (na ja, das soll nicht heißen, dass die oben Genannten keine „Profis“ sind, Claudia Hornung z.B. schriebt und veröffentlicht noch viel anderes, aber eben keine SF, und Tino Hemmann ist ja auch ein versierter SF-Autor): Wilko Müller jr., Uwe Schimunek und Marcus Hammerschmitt lasen noch aus ihren Beiträgen zum Buch.
In dem Buch sind aber noch viele andere vertreten. Noch ein paar Namen findet man hier: http://diezukunft.de...stern-und-heute
Am Abend trafen wir uns noch einmal zum Abendessen im Brauhaus Napoleon; es wurde (eigentlich noch mal, schon mal im Frühjahr) der 30. Geburtstag des Freundeskreises SF gefeiert; aber diesmal waren es ein paar Gäste mehr, u.a. aus Berlin. War sehr schön, informativ, lustig!
Ok, damit haben wir die Wartezeit auf den nächsten ElsterCon also bravourös verkürzt. Danke!

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Halloween in Halle

Geschrieben von T.H. , in Neuer Stern, Ich war dabei... 31 October 2015 · 572 Aufrufe

Halloween in Halle Gestern, also eigentlich 1 Tag zu früh, traf sich der ASFC zur alljährlichen Halloween-Party. Ich fand es gut – also zum einen, dass es 1 Tag vorfristig stattfand, denn selber bin ich die gut letzten 10 Jahre nicht dabei gewesen, da an anderer Stelle ein „Gartenjahresabschlussfeuer“ brennt, eine Halloweenparty mit Lagerfeuer, samt den dazugehörigen Liedern zur Gitarre, mitunter sogar mit Dudelsack, wo die Kinder ihre Startbasis hatten, für einen Beutezug durchs Viertel. Na ja, die Kinder sind jetzt raus aus dem Alter…
Das Fest gibt es weiterhin, aber dies Jahr nicht am ASFC-Halloween-Termin. Hat mich sehr gefreut, war schön.
UND: Es gab gleich den NEUEN STERN, frisch vom Drucker. Das wollte ich wenigsten mal erwähnt haben. (Wer mehr wissen, also es lesen will, bitte per pn melden).
Was gibt es diesmal?

Nowa Gwiazda (15)
Herbst 2015, 36 + 4 Seiten
Liebe STERNEN-Besucher und Besucherinnen! von Thomas
Blut-Depesche von Arnold Reisner
Feuer und Stein 1: Prometheus, Rezi von Thomas
Die Milkweed-Trilogie von Ian Tregillis, Rezi von Bernd Wiese
Gringa Eiyû Deusetsu, besprochen von Jeremias Kauffmann
Aus alten Bücherkisten von Bernd Wiese
...Bertha von Suttner: Der Kaiser von Europa
...Otfrid von Hanstein: Der Fluch des Goldes
...Walter Kloepffer: Luzifers Ende
...Heinrich Nelson: Ahasvers
...Peregrinus Tyss: Gorgyra
Peter Schünemann: Die Pipeline, Story
Hat ein SF-Film automatisch Erfolg? fragt Thomas Hofmann zum Film „Automata
Rezi zu Fänger des Himmels, von Thomas Krüger Sabine Seyfarth
Alexander Gerow: Phantastische Novellen, wieder gelesen von Bernd Wiese
Drachenmahr - ein Märchen aus dunklen Zeiten, Rezi von Sabine zum Roman von Robert Corvus
Stefan Denaerde: Menschen vom Planeten Jarga, Rezi von Bernd
Zeit für Utopien, von Thomas
Grafiker des Heftes: Arkadiusz "Elion" Masalski


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Literarischer Herbst in Leipzig 2015

Geschrieben von T.H. , in Ich war dabei... 23 October 2015 · 482 Aufrufe
Literarischer Herbst Leipzig; und 2 weitere...
Letztes Jahr fand ich so gar nichts für mich beim Literarischen Herbst in Leipzig; dieses Jahr schon eher. Na ja, an einer Veranstaltung habe ich sogar einen kleine Aktie dran - als Mit-Illustrator des Buches und Einlassdienst :-) - bei "Leipzig – Visionen gestern und heute".
(Nachtrag 29.2.2016: Link wird nicht mehr unterstützt, wurde auf der Seite des Literarischen Herbstes Leipzig entfernt)

Aber darüberhinaus auch Herrn Schorlemmer zugehört:
Weiß gar nicht mehr, wann es das letzte Mal war, dass ich Atheist mir eine Predigt von Pfarrer Schorlemmer anhörte. Es war auf jeden Fall Weihnachtszeit, im neuen theater zu Halle, der Raum war voll, muss so 15 Jahre her sein.
Friedrich Schorlemmer ist ja nicht nur ein Pfarrer, sondern auch DDR-Bürgerrechtler. Eher ein gemäßigter, der aus seiner christlichen Sicht lieber Erbarmen und Vergeben zeigt, statt Revanche zu fordern. Das scheint ihm auch schon den Vorwurf anderer Ex-DDR-Bürgerrechtler eingetragen zu haben, die SED zu verteidigen. Da kann er nur den Kopf schütteln…
Damals war die Weihnachtspredigt mehr ein politisches Referat. Heute nun, anlässlich des Leipziger Buchherbstes, stellt er ein autobiografisches Buch vor, in dem er sein „politisches Leben“ darlegt. Viel Persönliches hat er ausgeblendet, da es ihm nicht so sehr um eine Selbstdarstellung ging.
Er kann nicht anders, das gab er gleich zu Beginn zu: Er kann sich nicht nicht einmischen in der Politik, auch wenn dies die eine oder der andere einem Pfarrer nicht zubilligt. Aber anecken konnte er schon immer gut.
Diesmal ging es also doch eher um ihn, die Person Friedrich Schorlemmer, seine politische Sozialisation. Er sprach viel, brauchte fast keinen Moderator, blieb in seinen Ausführungen aber vor allem in der Vergangenheit. Das fand ich etwas Schade. Nur ein Mal holte er etwas aus, als er die Sprache auf die Ursache für die gegenwärtige Flüchtlingskrise brachte. Doch nur kurz, so als hätte er sich vergaloppiert, kehrte er wieder in den Schoß der Vergangenheit zurück.
Vielleicht hatte ich ein wenig eine falsche Vorstellung vom Abend, aber mir fehlte der Bezug zu heute, seine Gedanken zu den Fragen der Zeit. Ja, ist schon interessant, was er erlebte, z.b. in der Zeit des Prager Frühlings, oder im Hause des Optikers Schorlemmer, und wie man dort mit Stasi-Spitzelei umging. Auch was er zum Leben in der DDR sagte, deren Freund er sicher nicht wahr, der sie dennoch nicht ins Bodenlose verdammen kann; er wünschte sich, dass Leute aus dem „Westen“ mal eine Zeitlang in der DDR gelebt hätten, „ohne zu wissen, dass es mit ihr zu Ende geht!“, ehe sie ihre Urteile fällen.
Unterm Strich: Ein interessanter Abend mit einem äußerst eloquenten Zeitgeist, der für mich nicht alle Lücken füllen und Wünsche erfüllen konnte.


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Dresden, wie ich es mag: PentaCon 2015

Geschrieben von T.H. , in Ich war dabei... 14 September 2015 · 707 Aufrufe

Erstaunlich: Es gab mehr Con als ich erwartet hatte. Mehr in vielerlei Hinsicht, mehr Programm, mehr Leutchen, mehr gute Stimmung. So aus der Erinnerung und im Rückblick hat es mir diesmal besser gefallen als vor 2 Jahren. Irgendwie war kein Leerlauf, kam keine müde Stimmung (in mir) auf. Tja, großartig.
Angereist bin ich bereits am Freitag. Lange Zeit überlegte ich, ob ich den Freitag touristisch nutze; aber ich fand keinen richtigen Grund, durch die Stadt zu latschen. Daher setzte ich mich dem Freitagnachmittags-Verkehr aus, hangelte mich dann doch von einer Verkehrsbehinderung zur nächsten (aber so schlimm war es dann auch nicht) und kam superpünktlich am Palitzschhof an.
Ziemlich erstaunt war ich ob des bereits recht gut gefüllten Gastraums; der war, als ich vor 2 Jahren auch am Freitag dort ankam, absolut leer. Das hatte mir damals die Stimmung etwas verhagelt, aber nun: Doll! Erste Gespräche konnten vorsichtig geführt werden. Das Programm begann dann 19 Uhr mit der Begrüßung durch Club-Chef Ralf P. Krämer (RPK) einer Rede des Vorsitzenden der Palitzsch-Gesellschaft, Dr. Thomas Betten, dessen Räumlichkeiten wir ja schließlich nutzen konnten.
Es folgte ein Kurzfilm-Kaleidoskop, Hutschi präsentierte ganz alte SF-Filmchen und welche neueren Datums, erstellt von Filmakademie-Absolventen. Wider (meines) Erwartens war der Saal gut gefüllt, Stühle reichten gerade so – am Freitag wohlgemerkt – und alle Gäste zogen sich die Streifen rein. War ja auch eine kurzweilige Veranstaltung. Mir hat ja persönlich der kleine uralte Frankenstein-Film gefallen: Das Monster ähnelte irgendwie dem Struwwelpeter, war aber durchaus eindrucksvoll – besonders seine Entstehung, die mich wiederum an Szenen aus Clive Bakers Hellraiser erinnerten. (Um den Film zu sehen, muss man aber nicht zum PentaCon, den gibt es auch auf dieser Videoplattform, der berühmten, man suche da nach Frankenstein (1910))

Der Samstag = Hauptkampftag.
Ging früh los, mit Kaffee-Talk und Begrüßung der Leipziger... Ein Berliner, er war aber schon am Freitag da, hatte dann um 10 Uhr seinen Programmpunkt: Hardy Kettlitz referierte über 30 Jahre Sensationen und Skandale im Berliner SF-Club Andymon. Har har, ich werde natürlich davon hier nichts verraten :-) --- Im Ernst: Hardy eröffnete dem gespannt dreinblickenden Auditorium, dass der Untertitel sie lediglich anlocken sollte. Na, wer hätte das gedacht? - Aber trotzdem: Hardy konnte viel und amüsant berichten.
Es folgte der alljährliche Turbo-Vortrag von Dr. Karlheinz Steinmüller. „Alljährlich“? Klingt ja nach: Schon wieder? Aber das denkt niemand, die/der schon mal einen Vortrag von Karlheinz Steinmüller beiwohnte. Das ist IMMER ein Feuerwerk von Ideen und wohlfeilen Formulierungen zu einem knalligen Thema. Kein Ahnung, wo er das immer herzaubert. Diesmal ging es um Sprache. --- ??? --- Das soll spannend sein? - Ich denke mal, das ist es durchaus a priori; aber hier ging es um Sprach-Utopien, um utopische Sprach-Entwürfe. Als Wissenschaftler legte er eine Systematik vor und konzentrierte sich dann auf ein paar Aspekte zum Thema. - Ach, ich hatte keinen Stift zur Hand, denn ein paar Wendungen und Formulierungen waren wieder so, dass man sie hier eigentlich zitieren müsste. ABER: Wer will, kann es teilweise nachlesen, in dem „Begleitheft zum Penta-Con“, der Sonder-TERRAsse (stelle aber gerade fest, dass ein nachträglicher Bezug des Heftes so einfach nicht scheint; finde keine „offizielle“ Bezugsquelle*)
Dann blieb ich gleich zur Lesung von Angela & Karlheinz Steinmüller und Erik Simon aus ihrem gemeinsamen Buch, „Die Wurmloch-Odyssee“, das es aber irgendwie gar nicht richtig gibt. Irgendwie ist die gesamte Auflage … nicht da... Na, vielleicht findet sich ja noch ein Weg, die gedruckten Bücher auch den Lesern anzubieten. Damit war die Lesung natürlich was ganz Besonderes.
Bevor die Laßwitzpreise (deren Verleihung gewohnt gekonnt Udo Klotz moderierte, diesmal begleitet von Ralf Bodemann, der die Laudationes verlas; er vertrat HPN sehr würdig!) vergeben werden konnten, zu deren Verleihung recht viele Preisträger auch anwesend waren, musste Michael Iwoleit noch vorklären, wie es um die SF und die Mainstream-Literatur steht, also, inwieweit sich SF und Mainstream inzwischen angenähert haben. Geklärt werden sollte diese Frage dann am Abend im Podiumsgespräch. Wurde die Frage geklärt? Man darf zweifeln, aber das musste sie auch nicht. Ich fand bemerkenswert, dass Michael Iwoleit am Ende zu dem Fazit kam, dass wir SF-Fans diese Annäherung nicht mitbekämen, weil wir zu sehr im eigenen Dunstkreis blieben. - Ach ich weiß nicht; ich habe schon eher den Eindruck, dass SF-Leser/innen mehr als umgedreht eher mal über den Tellerrand schauen (also die Krimi-Leer/innen sich schwer tun, sobald über dem Roman „SF“ steht, obwohl viele der modernen Krimis und Thriller recht deutliche und viele SF-Elemente haben); aber es ging ihm gar nicht so sehr um die Genre-Autoren, sondern um die immer häufiger auftretenden Fälle, dass sich seriöse, anerkannte, literarische Autoren SF-Elementen bedienen, oder einfach waschechte SF schreiben. Er nannte beispielsweise oftmals David Mitchell (Wolkenatlas) – na ja, gerade bei diesem Roman trägt er meiner Meinung nach Eulen nach Athen, denn der Roman wurde im SF-Fandom durchaus anerkannt und abgefeiert. Ich glaube, dass SF-Fandom ist weit weniger ignorant, als Michael befürchtet.
Nun, alles konnte ich nicht sehen. Auch wenn es nur eine Programmschiene gab, war es so viel, dass ich nicht alles geschafft habe. Die Fans lenken einen ja auch immer so ab :-)

Referenz
Web-Präsenz des Orts des Geschehens
Flyer zum Con
Laßwitzpreisträger 2015

* ) PS: Bei Ralf Krämer kann man das Heft bekommen, erfuhr ich nachträglich, Adresse siehe Flyer; für 1,5+P


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HUGO AWARD – die ersten Jahre, in Leipzig

Geschrieben von T.H. , in Subjektive Eindrücke, Ich war dabei..., Phantastisches Halle & Le... 28 May 2015 · 442 Aufrufe

22. Mai 2015, Haus des Buches Leipzig

Vortrag: Hardy Kettlitz stellt sein neues Buch vor, der Hugo, die ersten Jahre, 1953 – 1984
Vor gut 20 Leutchen konnte Hardy im Rahmen der monatlichen Veranstaltungen des Freundeskreises SF Leipzig sein neues Buch vorstellen, das im Imprint MEMORANDA im Golkonda Verlag dieses Jahr erschien. Er machte das in gewohnt eloquenter Art und Weise, Lichtbild-unterstützt. Dabei kam er aber nicht dazu, wirklich den gesamten Zeitraum vorzustellen, dazu reichte die Zeit bei Weitem nicht.
Auf die Sad Puppie-Affäre, die die gegenwärtige Hugo-Preisverleihung überschattet, wollte er anfangs gar nicht eingehen. Aber wie es so kommen kann: Am Ende ging es nur noch darum. Er meinte sogar, dass er kaum Lust verspürt, die Hugo-Preisträger nach 2015 noch zu verfolgen, wenn er sieht, welche Leute sich da zu profilieren suchen. Na, ich kann’s ihm nicht verdenken.
Ob nun immer die ersten Preisträger – gerade in den literarischen Rubriken – wirklich die allerbesten warne, die den Preis verdient haben, sie dahingestellt. Er wies gern daraufhin, auch die Zweit- und Drittplatzierten sich anzuschauen, zumal der Stimmenabstand zwischen den Plätzen oftmals nicht gravierend war.
Als SF-Fan „kennt“ man ja den Hugo, dennoch darf ich von mir behaupten, einiges für mich Neues erfahren zu haben, bzw. Verschüttetes wieder ausgegraben bekommen zu haben.
Dass der World-Con, auf dem der Hugo ja gekürt wird, ursprünglich auch mit der Weltausstellung verknüpft war, war mir z.B. durchaus nicht geläufig. 1939 gab es den ersten SF-Worl-Con in New York, zeitgleich mit der Weltausstellung, was den anreisenden Fans auch genügend Anlass geben sollte, die Reise auf sich zu nehmen.
Interessant am Rande, dass es auch damals schon politische Zwiste gab, also die Sad-Puppie-Affäre vielleicht gar nicht so ungewöhnlich für das SF-Fandom ist. Frederic Pohl wurde z.B. gar nicht zum Con eingelassen, weil er als „Kommunist“ – Mitglied der Futurians – von den Con-Veranstaltern ausgeschlossen wurde.
Auch dass es einen deutschen Hugo gab, war mir neu. Diese Geschichte ist aber an Peinlichkeit kaum zu überbieten, denn den hat sich der Ur-Vater der westdeutschen SF Walter Ernsting selbst verliehen (verkürzt gesagt).
Und dass es einen Retro-Hugo gibt, für die Jahre, in denen der World-Con keinen Hugo auslobte, war mir neu, also ab 2014 für 1939 z.B.
Dies und noch viel mehr.
PS Es tauchte bei den früheren Preisträgern auch der Name Willy Ley auf. Dies kann man dann sozusagen gleich für einen der folgenden Veranstaltungen des Freundeskreises als Überleitung nehmen, denn Wolfgang Both hat zu ihm einen Vortrag vorbereitet, den er sicher auch bald in Leipzig halten wird. (für mich btw auch deshalb interessant, weil ich über den Namen im Zusammenhang mit dem von mir kürzlich für mich entdeckten S. L. deCamp stolperte; die beiden haben auch etwas zusammengearbeitet…)


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Messe, Leipzig 2015, die Klappe fällt...

Geschrieben von T.H. , in Phantastisches Halle & Le..., Ich war dabei..., Subjektive Eindrücke 20 March 2015 · 444 Aufrufe
Dietmar Dath
Messetagebuch, 4. Tag

(15. März 2015)

Wie begonnen, so soll es enden: Wieder eine Dietmar-Dath-Lesung. Statt fand diese in der "Baustelle" --- einem Nebenschauplatz des Leipziger Schauspiels... Diesmal stellte er lesend und im Gespräch mit seinem Kollegen von der FAZ, Andreas Platthaus, seinen neuen SF-Roman, „Venus siegt“, vor. Wie sich schnell herausstellte, ist es auch ein „politischer“ Roman. Die beiden auf dem Podium Sitzenden arbeiteten dann auch heraus, dass dieser Roman durchaus mit dem anderen (am Do. präsentierten, „Deutsche Demokratische Rechnung“) korrespondiert. D.D. zeigt, wie das, was heute ist, zu etwas werden kann und wie es aus etwas entstanden ist, wobei jeweils nur Möglichkeiten gezeigt werden.
Diesmal war das Gespräch, das, was D.D. sagte, noch weit komplexer und tiefgründiger als das was am Donnerstag gesagt wurde. Wiederum ist es nicht wirklich einfach, wenn man das Buch ja gar nicht kennt, auch wenn er noch so wortgewaltig, eloquent und vielfältig die Grundgedanken des Romans vorstellte.
Nun, es geht wohl darum, dass das gesellschaftliche Experiment in 500 Jahren auf der Venus ähnlich verläuft wie das in Russland zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Leider, müsste man sagen… Denn es wird wieder einen (Stalinistischen) Diktator (eine Diktatorin!) geben. Wiederholt sich die Geschichte wirklich immer wieder?
Dass D.D. sich der Idee des Kommunismus sehr aufgeschlossen gegenüber, dürfte kein Geheimnis sein. Von daher hat es mich verwundet, dass er wohl meint, dass eine gesellschaftliche Umgestaltung, die unter der Flagge des Kommunismus vorangetrieben wird, zwangsläufig zu Diktatur und Bürgerkrieg führen muss. Ich finde dies ziemlich desillusionierend. Allerdings, es kann sein, dass ich ihn missverstanden habe, denn er betonte, dass historische Entwicklung spiralförmig verläuft, also nicht in ständiger Wiederkehr, sondern Wiederkehr auf einem anderen Niveau (kann aber auch anders kommen: Abstieg). Na, dennoch…

So, fertig mit diesem Jahr. War recht zufrieden mit "meiner" Auswahl und bin natürlich schon auf das nächste Jahr gespannt.






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Thomas Hofmann, ein Phantastik-Fan

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© Thomas Hofmann

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Als Freund der phantastischen Künste artikuliere ich mich seit ca. 1988. Vielleicht kennen einige von Euch meine Zeichnungen. War auch als Rezensent im Fandom unterwegs, einst vor allem im leider nicht mehr existenten Fanzine SOLAR-X, neuerdings im NEUEN STERN (kein Fanzine, nur ein "Rundbrief...")
Dieses Blog soll den geneigten Leser auf Tipps und Termine in Sachen Phantastik aus dem Raum Halle / Leipzig hinweisen. Einer alten SOLAR-X-Tradition folgend möchte ich auch Berichte zu von mir besuchten SF / Phantastik-Veranstaltungen einstellen.
Ich will immer mal wieder auf die Stammtisch-Termine meines Heimat-SF-Clubs, des ANDROMEDA SF CLUB Halle und auf die Veranstaltungen des Freundeskreis SF Leipzig hinweisen.

Man wird hier auch die eine oder andere Rezension zur Phantastik aus alten Tagen von mir finden, von denen zumindest ich meine, dass sie nicht völlig dem Vergessen anheim fallen sollen.

Mehr als Merkhilfe für mich, aber vielleicht auch als Anregung für den einen oder die andere Leser/in wird hier meine kommentierte Leseliste zu finden sein.


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Bücher, die weitestgehend von mir illustriert wurden:
Sagen der Oberlausitz, Nordböhmens und angrenzender Gebiete; Oberlausitzer Verlag A. Nürnberger, 1990

Sagen der Oberlausitz..., Band II, ebd., 1991
Oberlausitzer Kochbuch mit historischen Betrachtungen, ebd., 1991
Märch. d. Bergwelt, ebd., 1991
Wilko Müller jr. & Renald Mienert: Die Zeitläufer, Solar-X-Prod., 1994
Das große Dorfhasser-Buch, Aarachne, Wien, 2000
Christian v. Aster: Nachmieter gesucht, midas 2000
Von dunklen Kräften und alten Mächten, Rollenspielbuch, Caedwyn, Hannover 2001
Das große Verwandtenhasserbuch, Aarachne, Wien 2001
N. Rensmann: Ariane, Bastian, Luzifee und Co., K&C Buchoase,Solingen, 2001
Felten & Streufert: Gänsehautgeschichten, K&C Buchoase, Solingen, 2001
Spinnen spinnen. Die Anthologie zu nützlichen Tieren, Aarachne, Wien 2002
Peter Brandtstätter: Von Schmetterlingen und der Liebe..., Wien, 2002
Feenmond, Rollenspielbuch, Caedwyn, Hannover 2002
Ruf der Ferne, Rollenspielbuch, Caedwyn, Hannover 2003
Frank Haubold: Das Geschenk der Nacht. Phantastische Erzählungen, EDFC e.V., Passau, 2004
Das Mirakel, Phantastische Erzählungen, EDFC e.V., Passau, 2007
Rose Noire, Anthologie im Voodoo-Press, 2009
Michael Knoke: Das Tal des Grauens, Voodoo-Press, 2010
Michael Siefener: Die Entdeckung der Nachtseite, Verlag Lindenstruth, 2011

A.G.Wolf: Die weissen Männer, VP 2013
■ Tobias Bachmann, "Liebesgrüße aus Arkham", Edition CL, 2016

Bücher, an denen ich mich beteiligen durfte:
Der Abenteuerwald. Phantastische Nachwuchsanthologie, Kreutziger Verlag, 1996
Das Herz des Sonnenaufgangs, Eine Alien Contact Anthologie, 1996
Liber XIII und andere unerwünschte Nachlässe, Goblin Press, 1999
Lichtjahr 7, Freundeskreis SF Leipzig e.V., 1999
Von kommenden Schrecken, Buch zum ElsterCon, Leipzig, 2000
Der Erstkontakt. Stories und Bilder aus dem Perry-Rhodan-Wettbewerb, Berlin, 2001
Phantastik 2002, Taschenkalender, 2001
Michael Lohr, Gemurmel aus dem Buch der Drachen, 2001 [/font
Hysterisch funktionieren, Aarachne, Wien. 2002
C. Bomann: Anthrins Kind, Abendstern-Verlag, Parchim, 2002
C. Bomann, Parchimer Hexengeschichten, Abendstern-Verlag, Parchim, 2002
Des Todes bleiche Kinder, Abendstern-Verlag, Parchim 2002
Geschichten von Phönix und Sperling. Buch zum ElsterCon, Leipzig, 2002
Cover: Wilko Müller jr.: Operation Asfaras, Ed. Solar-X, 2003
Alien Contact Jahrbuch 1 für 2002, Shayol, 2003
Alien Contact Jahrbuch 2 für 2003, Shayol, 2004
Alien Contact Jahrbuch 3 für 2004, Shayol 2005
Cover: Carl Grunert: Der Marsspion, DvR, 2005
G. Arentzen: Christoph Schwarz, Detektiv des Übersinnlichen, Bd. 1 bis 6, Romantruhe, 2005
M. Borchard: Der Zeitarzt, SF Blues Bd. 4, edfc, 2005
Cover: Wilko Müller jr. & Renald Mienert: Die Zeitläufer, Ed. Solar-X, 2005
Cover: Carl Grunert: Im irdischen Jenseits, DvR, 2005
Cover: Carl Grunert: Zukunfts-Novellen, DvR, 2005
Markus Kastenholz: Tiamat 1 - Asche zu Asche, VirPriV-Verlag, 2005
Welt der Geschichten 1, Web-Site-Verlag, Mai 2006
Cover: Wilko Müller jr.: Mandragora, Ed. Solar-X, 2006
Kastenholz, Ippensen: Tiamat 2 - Die Stunde Null, VirPriV-Verlag, 2006
Nocturno 6, VirPriV-Verlag, 2006
Alien Contact Jahrbuch 4 für 2005, Shayol, 2006
Welt der Geschichten 2, 2006 (alte Ausgabe; in der Nachauflage von 2008 sind keine Bilder von mir enthalten)
Welt der Geschichten 3, 2008 (neue Ausgabe)
Cover: Bernd Rothe & Astrid Pfister (hg.): Gequälte Seelen; Welt der Geschichten Sonderausgabe, 2008
Robert N. Bloch: Michael Siefener. Eine kommentierte Bibliographie, Verlag Lindenstruth, 2011
Frank W. Haubold: Der Puppenmacher von Canburg, Edition Lacerta(eBook) und CreateSpace Ind. Pub. Platform, 2012

"Saramees Blut", Atlantis 2012

M. Kastenholz: Projekt Hexenhammer, Printausgabe, 2013

Simon & Steinmüller: Die Wurmloch-Odyssee, Shayol, 2014
■  Richard Kühle: Alraune und der Golem, Goblin-Press, 2015
■ Ine Dippmann und Uwe Schimunek: Leipzig mit Kindern, Jaron 2015
■ Leipzig - Visionen. Gestern und heute, FKSFL & Edition Solar-X 2015
■ Simon & Steinmüller: Die Wurmloch-Odyssee, Memoranda, 2017

■ Simon & Steinmüller: Leichter als Vakuum, Memoranda, 2017
■ Uwe Lammers, „Mein Freund, der Totenkopf“, Teil 1, 2017
■ IF Magazin für angewandte Fantastik # 666, Okt. 2017

■ Angela & Karlheinz Steinmüller: Andymon, Memoranda, 2018

 

Magazine und SmallPress
Alien Contact, Kopfgeburten, GOTHIC, The Gothic Grimoire, Vanitas, Tanelorn, Fleurie, Bonsai 6 / Zimmerit 5, 1995, Tumor (Sonderheft 8), Andromeda SF Magazin des SFCD 143 / 144, EXODUS 15 / 16 / 17 / 18 / 19 (mit Galerie v. mir, 2006) / 20 / 21 / 22 / 24 / 25 / 27
einblicke. Zeitschrift der Krebsforschung, August 2005,
Watchtower 8 / 9
Die Ruhrstadt-Zeitung 41
ARCANA 6 (2005)
Andromeda Nachrichten 216, 218 / 219, 220, 222, 223, 224
Nova 16 (2010)
Fantastic Artzine 1, Fantastic Artzine. Halb-Zeit, beide 2012

Nova 22 (2014)
Der lachende Totenschädel, Nr. 3 (10 / 2015)
Cthulhu Libria Neo, BuCon-Ausgabe 10/2015

Cthulhu Libria Neo 1, April 2016

Cthulhu Libria Neo 2, Oktober 2016
Cthulhu Libria Haunted Houses, März 2017
EXODUS 36, Juni 2017

Der lachende Totenschädel Nr. 4, Jan.2018

!Time Machine, Januar 2018
IF #7, März 2018

Fanzines

Solar-X, Fiction Post, Goblin Press Hefte

CD-Cover
The Beat Of Black Wings: Nightfall; 1999
Syngularity: The Four Horsemen; 2000
Gothica: Within A Dream; 2000
Gothica: Into The Mystic; 2000
The Beat Of Black Wings: Black Love; 2000
■ Gothica, Workbook 1995, 2003

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