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Thomas Hofmanns Phantastische Ansichten



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Hardy & der HUGO

Geschrieben von T.H. , in Phantastisches Halle & Le... 20 September 2019 · 349 Aufrufe

Hardy & der HUGO Ich mach’s mal kurz:
Leipzig
Haus des Buches
19. September 2019
Zu Gast war Hardy Kettlitz, der sein neues HUGO-Award-Buch (ab 2000) vorstellte. Mit seinem Band 1953 – 1984 war er einst beim Freundeskreis SF Leipzig am 22. Mai 2015 zu Gast. Heute nun konnte er u.a. auch die Story um die sad puppies weitererzählen, die damals ja gerade am Laufen war. Und mittlerweile wohl ihren Abschluss fand. Interessanter Weise sind gegenwärtig genau die „Feindbilder“ der sad puppies die HUGO-Award-Abräumerinnen.
Insgesamt hatte er interessante, statistische Auswertungen dabei, was die gegenwärtige SF-Szene (amerikanischer Prägung) erhellt.
Ich weiß jetzt, dass Jeschke und sogar eigentlich sogar Rolf Heyne Schuld daran tragen, dass heute fast keine HUGO-Preisträger-Story mehr auf Deutsch erscheint – „Schuld“ im Sinne von: Da diese beiden Buchverlags-Arbeiter heute eben nicht mehr mitwirken. Das ist schon sehr Schade, alles.
Und ich weiß, dass der Hugo nicht Hugo Gernsback-Award heißt, wie mitunter zu lesen ist; eigentlich heißt er nicht mal „Hugo“. Und ich habe gelernt, dass die traditionelle SF zugunsten von Fantasy und social fiction ins Hintertreffen geraten ist.
Abgerundet hat Hardy seinen Vortrag durch seine persönlichen Empfehlungen, besonders lesenswerter Preisträger-Geschichten. Ich habe mir mal fleißig Notizen gemacht. Danke dafür!

Wichtig: Zum Schluss verriet er auch noch, wie es mit MEMORANDA weitergeht. Es geht weiter! Das ist doch mal eine gute Nachricht. Für 2020 kündigte er 7 Titel an.

Foto: Hardy prüft das Auditorium; geknipst von mir
Hardy & der HUGO 2015:
http://www.scifinet....hre-in-leipzig/


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Alles könnte gut werden!

Geschrieben von T.H. , in Phantastisches Halle & Le..., Ich war dabei... 15 September 2019 · 293 Aufrufe

Alles könnte gut werden! Daniel Weißbrodt las im Literaturhaus Halle, 11.09.2019
Sein Buch heißt: „Kurzer Abriss der deutschen Geschichte 2022-2050. Wie das bedingungslose Grundeinkommen unser Leben und unsere Gesellschaft verändert hat“ und erschien 2018 im Engelsdorfer Verlag, Leipzig. Der Titel sagt ja schon fast alles.
Doch was ist das eigentlich für ein Buch? Ein Roman, oder ein Sachbuch? Da der Autor sich nicht als Prophet und im Besitz einer zukunftsschauenden Glaskugel wähnt, ist es fiction. An anderer Stelle, so führte er eingangs aus, wurde das Buch als „Sachbuch“ einsortiert. Das muss nicht unbedingt zum Nachteil für den Autor sein, aber ist es richtig? Nun, nachdem er einige Passagen zu Gehör brachte, kann ich sagen, dass „Roman“ im Grunde auch falsch wäre. Es ist wie ein Sachbuch geschrieben, wie eine historische Abhandlung. Es besitzt, so weit ich das nach den gehörten Passagen einschätzen kann, keine originäre Romanhandlung. Aber natürlich ist es reinweg erfunden, Science Fiction. Leider, möchte ich hinzufügen, oder vielleicht: noch? Aber es könnte ja so werden, wie er es beschreibt! Ich bitte drum!
Der Start in die utopische Gesellschaft vollzieht sich über die Dystopie. Auch: leider. Soziale Verhältnisse, wie sie sich aber heute bereits abzeichnen, spitzen sich zu. Dummerweise ist im dystopischen Teil auch ein Vorfall in einem französischen Atomkraftwerk dabei – das wirkte in mir gerade besonders nach, da ich die TV-Serie „Chernobyl“ sah.
Nun, wer weiß, was das bewirken wird. Auf jeden Fall unterstellt der Autor den Verantwortlichen und Regierenden, dass sie aus den Fehlern lernen. Und deshalb lässt er die bundesdeutsche Regierung, voran den amtierenden Bundeskanzler, einen CDU-Mann, zum Schluss kommen,dass es keinen anderen Ausweg mehr gibt, um der sozialen Zuspitzung in der Gesellschaft zu entgegnen, um das Fass nicht zum Überlaufen zu bringen. Es kommt zur Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens. Dass es ausgerechnet ein CDU-Mann ist, erscheint vielleicht nur auf den ersten Blick unrealistisch. Der Autor verwies auf die Bismarck’schen Sozialgesetze nach 1871, die die Lage der Bevölkerung stark verbesserten. Na, und Bismarck war sicher auch kein Sozi…
Der Autor hat sich mit der Problematik sehr intensiv beschäftigt. Er kann wohl für sich in Anspruch nehmen, als Spezialist auf diesem Gebiet zu gelten. So wird er auch von interessierten Politikern behandelt. So spricht er auch – sehr eloquent, sehr engagiert. Ihm liegt was dran, an der Idee, das ist mehr für ihn als bloße Fiktion. Er hatte auch Antworten auf die vom Moderator und dem Publikum gestellten Fragen, nach dem Lebenssinn, nach dem Primat von Sozialfragen und Umwelt- u. Klimaschutz, nach der Finanzierbarkeit des Ganzen, nachdem was von der Haltung der Gewerkschaften dazu zu halten ist.
Die gelesenen Kapitel illustrieren sehr eindrucksvoll, was das BGE mit uns machen kann – zunächst, unmittelbar (durchaus anarchistische, chaotische Zustände), und in naher Perspektive (was Entschleunigung so z.B. alles bewirkt – es wird utopisch!).
Auch wenn finanzpolitische und wirtschaftliche Fragen an so einem eigentlich literarischen Abend deplatziert und langweilig wirken könnten, scheute er nicht, mit viel Elan an solche Fragen heranzugehen. Ist ja auch wichtig dabei, sonst bleibt die Idee ein Wolkenkuckucksheim.
Er benannte auch eine Schwachstelle seines Konzepts, die ihm von anderen Kritikern auch schon vorgeworfen wurde: Er knüpft unmittelbar am Hier&Jetzt an, d.h., er geht gar nicht auf die sich gerade abzeichnenden technologischen Veränderungen in der Arbeitswelt ein. Sein BGE-Konzept fußt auf dem Stand der Dinge, den wir gerade jetzt haben. Dabei – aus meiner bescheidenen Sicht – ist es ja gerade die technologische Revolution, in der wir uns gerade befinden, die es unumgänglich macht, sich darüber Gedanken zu machen, wie das Leben der Menschen in unserer von direkter produktiven Arbeit befreiten Welt gestaltet werden muss, ohne einen Kollaps zu riskieren.
Ein gelungener Abend – und aus meiner persönlichen Sicht lange überfällig. Das erste Mal wollte ich zur Leipziger Buchmesse, hatte es aber dann doch versäumt, das zweite Mal sollte er im Burggraben in Halle im Hochsommer lesen, aber die Hitze machte dem einen Strich durch die Rechnung. Das war also (mein) dritter Anlauf – und der war richtig gut.

Foto: von mir geknipst


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Wer hat mehr Laßwitz-Preise bekommen als Wolfgang Jeschke?

Geschrieben von T.H. , in Phantastisches Halle & Le... 28 June 2019 · 307 Aufrufe

Wer hat mehr Laßwitz-Preise bekommen als Wolfgang Jeschke? Ja, richtig: Bodo Traber
...In der Rubrik „Hörspiel“.
Okay, ich gebe es zu, die Überschrift ist so eine clickbait-Falle. Es sei mir gestattet, denn ich denke, er und der Freundeskreis SF Leipzig haben es verdient, Aufmerksamkeit zu erhalten.
Also: Am 27. Juni 2019 hat der FKSFL mal wieder zur Monatsveranstaltung geladen. 19:30, Haus des Buches = kennt man ja. Richtig hieß die Veranstaltung:

"Aus der Werkstatt eines Science Fiction Hörspielautors".

Moderation hatte Thomas Braatz inne (wollte / sollte ursprünglich jemand anderes sein, aber irgendwie kam da was dazwischen…).
War superinteressant. Man dankt ja: Hmm, kein „richtiger“ Autor, wie und was soll denn da laufen? Aber der Mann ist ja eine wahre Wundertüte! Er hatte viel zu erzählen. Dazu gab es Ausschnitte aus den Hörspielen und seine Bemerkungen dazu.
Angefangen hatte er, ausgebildeter Film-Wissenschaftler, allerdings als Autor für Synchron-Manuskripte. D.h., er hat für Serien und Filme aus englische-sprachigen Ländern vor allem die Dialoge für die deutsche Synchronisation geschrieben. Dann auch die Dialoge für deutsche TV-Vorabend-Soaps. Dann schrieb er als Freund der Phantastik, des Horrors, japanischer u.a. Monsterfilme etc. erste Bücher für SF-Hörspiele, mittlerweile führt er auch Regie – und fasst Preise ab, u.a. 2 Mal den Laßwitz-Preis für das beste SF-Hörspiel – also mehr als W. Jeschke (der hat auch 1 Mal diesen Preis erhalten).
Als Synchron-Autor – so seine Bezeichnung – ist er im „grauen Gewerbe“ tätig. Niemand nimmt diese Autoren wahr; sie werden eher nicht als Künstler verstanden. Er sieht das selbst anders.
Bodo Traber reagierte eloquent und voller Esprit; machte Spaß, ihm zuzuhören. Dann wurde er aber auch nachdenklich-verärgert, als er davon erzählte, dass solche Warn-SF wie sie ein J.G. Ballard in „Welt in Flammen“ – oder eben auch er mit seinem Hörspiel von 2002 „Mühlheimers Experiment“ (hier schrieb er noch „nur“ das Buch) – wo vor den Folgen der menschengemachten Klimaveränderung gewarnt wurde, völlig nutzlos sind, misst man sie daran, dass sie in den Köpfen der Entscheidungsträger etwas bewirken sollten. Da konnte er auch ziemlich zynisch werden…

Das Bild: Bodo Traber in einer für einen Hör-Spiel-Macher typischen (?) Pose. © Thomas Hofmann


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Hartes Literaturbrot, charmant dargebracht

Geschrieben von T.H. , in Ich war dabei..., Subjektive Eindrücke, Phantastisches Halle & Le... 23 May 2019 · 310 Aufrufe

Hartes Literaturbrot, charmant dargebracht Claudia Rapp zu Gast beim Freundeskreis SF Leipzig e.V.
Haus des Buches, Leipzig
am 16. Mai 2019
Moderator: Manfred Orlowski
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Da habe ich den April-Termin doch glatt ausfallen lassen. Und um ehrlich zu sein, der Mai-Termin erschien mir erst einmal gar nicht so attraktiv: „Aus dem Nähkästchen einer Übersetzerin“. Hmm, nun ja…
Aber: Das täuschte! Es war ein sehr interessanter und erfreulicher Abend! „Schuld“ daran trug eindeutig die eingeladene Claudia Rapp. Sie berichtete ausführlich von ihrem Leben mit und durch die Literatur. Was mir erst trocken erschien, entpuppte sich als turbulente tour de force durch das, was mir nur ein liebes Hobby, für den Gast aber Alltag und Lebensgrundlage ist. Ja, das muss man erst mal meistern. Sicher geht es vielen Leuten so, die aus ihrer Passion für die Literatur allgemein, für die Phantastik im Besonderen, einen Job machten.
Es begann bei ihr frei nach Heinrich Böll: „Junge, was willst du machen?“ „Irgendwas mit Büchern.“ So zitiere ich sie Böll zitierend. Das hätte ich mir selbst nie zugetraut. Allerdings war das in dem kleinen Ort, wo sie aufwusch, erst mal nur ein Buchladen, wo sie anfing.
Später kam die Erkenntnis dazu, dass 9 Stunden Verkaufsarbeit auch nicht so prickelnd sind. Daher der Wechsel zum Studium. Da Germanistik ihr zu trocken war, studierte sie lieber Amerikanistik, wo man sich auch mit popkulturellen Sachverhalten auseinandersetzten darf, da halt in Amerika die Trennung von E und U nicht so drastische vorgenommen wird, wie bei uns.
Also, ich merkte bald: Die Dame macht, was ihr gefällt. Und sie kommt dabei sogar voran. Auch wenn am Ende (das ist allerdings bei ihr noch lange nicht erreicht!) nicht der große finanzielle Reibach steht.
Jedenfalls hat sie über einen Studienaufenthalt auf Hawaii und eine Abschlussarbeit über hawaiianische Literatur zur englischen Sprache und zum Übersetzen gefunden. In diesem Feld arbeitet sie jetzt. U.a. für den FESTA Verlag. Sie erledigt aber auch Jobs für TV-Streaming-Dienste, übersetzte sogar aus dem Deutschen ins Englische.
Das, und noch mehr erzählte sie, insgesamt in einer inspirierend-spritzigen, lebendigen Art. Der Moderator kam kaum mit seinem Fragen hinterher, das Publikum machte ebenso fleißig mit. War eine runde Sache und Claudia Rapp konnte ihr Publikum damit sehr fesseln.
Ach, und dann kam noch der EuroCon ins Gespräch – darf ich das hier so schreiben? Also, die junge Autorengemeinschaft PAN überlegt wohl, nicht zuletzt angeregt durch Claudia Rapp, die einschlägige Erfahrungen erst kürzlich, 2019 in London machte, dass 2026…, und Berlin… Na, mal sehen, was passiert!


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SF & Nouvelle Vague – ein Hauch von französischer Avantgarde in Leipzig

Geschrieben von T.H. , in Phantastisches Halle & Le... 29 March 2019 · 289 Aufrufe

SF & Nouvelle Vague – ein Hauch von französischer Avantgarde in Leipzig Der Freundeskreis SF Leipzig probiert sich in schräg-avantgardistischer Filmkunst. Auch wenn das Thema leider nicht viele Leute anzog (nicht mal die eigenen Clubmitglieder waren erschienen; vielleicht war das Thema dann doch zu schräg?), war der Vortrag sehr erhellend.

Truffauts „Fahrenheit 451“ kennt sicher jeder. Eventuell noch Godards „Alphaville“, zumindest dem Titel nach. Dass es zu diesem Film quasi eine Fortsetzung gibt, fand ich dann schon sehr erstaunlich: „Allemagne 90 Neuf Zero“ (Deutschland Neu(n) Null). Agent Lemmy Caution kommt kurz nach dem Mauerfall nach Ostberlin, wo man sich irgendwie gar nicht, oder doch, über die neu gewonnene Freiheit freuen kann. Auf jeden Fall ändert sich das Gesellschaftsgefüge in dem Maße, wie man es aus Alphaville kennt, inklusive „Bibel“ (also das bewusste Wörterbuch, in dem alle erlaubten Wörter stehen).
Ehe ein paar Filme mit SF-Inhalten aus der Nouvelle Vague-Richtung vorgestellt wurden, ging Werner Stein auf diese Film-Kunst-Richtung allgemein ein. Die PowerPoint-Folien waren da noch sehr textlastig. Vielleicht war das zunächst doch sehr theoretisch. Aber wichtig, um das Phänomen zu verstehen. Für mich als absoluten Laien auf dem Gebiet schon wichtig; ich kannte ja kaum die Namen der Film-Schaffenden…
Was einte diese Avantgardisten? Ihren Titel haben sie von Film-Journalisten verpasst bekommen, die erst mal ratlos dieser „neuen Welle“ gegenüberstanden. Wenn ich das richtig verstanden habe, waren es im Grunde sogar Film-Kritiker (der Zeitschrift Cahiers du Cinema), die selbst zur Kamera griffen und sich dann als Regisseure versuchten und diese Neue Welle lostraten.
Sie kamen zum Teil aus dem ethnografischen Film. Jean Rouch hat in Afrika gedreht. Da ihm dort keine Studiotechnik zur Verfügung stand, drehte er mit Handkamera, teilweise wohl mit einer Kamera, die nur per Federwerk betrieben wurde. Das Federwerk sorgte gerade mal für 20 Sekunden ununterbrochenen Filmens. Die Schnipsel wurden dann einfach aneinandergereiht. Das ergab einen rohen, ungeschliffenen Eindruck; es wurde die Not zur Tugend erklärt – so stellt es sich für mich zumindest dar. Aus den Unzulänglichkeiten wurde eine Art Doktrin? Na ja, vielleicht geht das zu weit…
Auf jeden Fall eint die Arbeitsweise die Filmer: Sie drehen an Außenschauplätzen, in den Straßen, mit Handkameras, stellten alle Regeln des Filmemachens in Frage oder auf den Kopf.
Interessant, wenn dann z.B. Negativfilme nachträglich eingefärbt wurden (wie das in der Stummfilmzeit schon gemacht wurde), um Stimmungen und Codes zu übermitteln. Es wurde das Bild dem Wort / Text konträr gegenübergestellt. Es wurde auf sämtliche special effects und Trickaufnahmen verzichtet – was für SF Filme natürlich schon mal außergewöhnlich ist. Aber es funktionierte, denke ich: Das was die Moderne so hinstellte, richtig abgelichtet, wirkt dann hypermodern, futuristisch. Kann man machen. Heute gesehen, erzeugt das Ganze noch zusätzlich so einen Retro-Futurismus-Eindruck.
An Beispielen brachte der Referent Godards „Ein Wochenende auf der Erde im Jahre 3000“, eine Episode aus eine Art Film-Episoden-Anthologie zum Thema „Das älteste Gewerbe der Welt“. Aus der Sicht eines SF-Fans war de Film allerdings wegen des Textes, wegen der Dialoge fragwürdig. Spätestens dann, wenn von einem Zeitraum von 200 Lichtjahren die Rede ist, zeigt sich, dass die Filmer nicht so viel Ahnung von SF und dem Drumherum hatten. Oder ist das der Synchronisation zuzuschreiben?
Dieser Mini-Film gilt als Vorbild für Lucas‘ „THX 1138. Apropos Vorbilder: Der Standfoto-Film „Am Rande des Rollfeldes“ ( La Jetée) von Chris Marker ist ja die direkte Vorlage zu Terry Gillians „12 Monkeys“ (und auch für die TV-Serie). Okay, das wusste ich schon – und den Film habe ich auch schon gesehen, denn der ist auch für einen anderen Künstler ein großes Vorbild – Brian Deatt
– er erstellt ja auch Foto-Stories, die er auf youtube oder auf Veranstaltungen vorstellt. Auf Nachfrage nannte er damals diesen Film, den ich mir daraufhin anschaute.
Chris Marker gehört zu einer Künstlergruppe, die vom „linken Ufer“ der Seine stammt, also aus dem eher nichtbürgerlichen, politisch radikalen, der Avantgarde zugewandten Teil von Paris der 60er Jahre - "Rive Gauche". Ihre Stamm-Film-Zeitschrift hieß „Positif“.
„Das Jahr Null Eins“ fand ich ja interessant: Eine anarchistische Utopie: Der Welt-Kapitalismus bricht zusammen, die Börsianer stürzen sich aus den Fenstern in der Wallstreet. Die Menschen freuen sich über den Stillstand und das Null-Wachstum. Man kann sich auf das Wesentliche besinnen – was die Leute in Nigeria längst wissen. Interessant, denn hier schließt sich ein Kreis: Wo die Nouvelle Vague in Afrika begann, greift sie nun auf dieses „Erbe“ zurück.
Zwei Stunden gingen schnell vorüber. Mir hat es gefallen. Besten Dank an den FKSLF und Werner Stein!

Fotos habe ich gemacht.


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Vom Viertelgermanisten zum Star-Illustrator

Geschrieben von T.H. , in Phantastisches Halle & Le... 24 February 2019 · 286 Aufrufe
Jens Maria Weber
Vom Viertelgermanisten zum Star-Illustrator …und nun sogar beim Freundeskreis SF Leipzig zu Besuch:

Jens Maria Weber
Ort: Haus des Buches, Leipzig
Zeit: 21. Februar 2019
Moderator: Dirk Berger

(Foto ist von mir. Links im Bild: Jens Maria Weber, rechts: Dirk Berger)

Diesmal gab es im FKSFL keine Lesung, „nur“ ein Gespräch, und zwar mit dem Illustrator der Kai Meyer-Bücher-Reihe „Die Krone der Sterne“. Ich hatte ja Befürchtungen, aber es hat den Abend gut ausgefüllt, zumal der Grafiker sehr eloquent und auskunftsfreudig war.
Dass er heute überhaupt zeichnet, war dann fast sowas wie ein Wunder. Er hatte als Kind gern und viel gezeichnet, es mit 15 Jahren aber aufgegeben. Er begann ein Germanistik- und Anglistikstudium, lernte da erst mal das Lernen, bzw. Studieren, um dann aber doch zu merken, dass aus ihm kein Germanist, schon gar kein Lehrer werden würde.
Er war auf de Suche und erinnerte sich seiner einstigen Leidenschaft. Zum Bewerben an der entsprechenden Schule fertigte er in einem Sommer eine Mappe an – und wurde genommen. Er hat dann aber erst mal Design studiert.
Das Studium versprach im aufstrebenden Internetzeitalter einen guten Job, der Traum platzte aber wie eine Seifenblase mit dem Platzen der Dot.Com-Blase.
Er schilderte eindrucksvoll seine Begegnung mit ca. 300 Leuten, die das gleiche Schicksal erduldeten: Schlange stehen auf dem Arbeitsamt Hamburg-Altona. Da wurde eine Sondergruppe eingerichtet, um arbeitslos gewordene Designer aufzufangen.
Jetzt aber: Zeichnen, Illustrieren; es konnte losgehen, musste sozusagen. Das war seine Lücke, die er besetzte und das wohl mit Erfolg.
Ich weiß gar nicht, ob ich erkennen würde, was er alles gezeichnet hatte, denn das Illustrieren ist ja nicht unbedingt eine Form künstlerischer Selbstverwirklichung. Aber seinen eignen Stil hat und der ist gut erkennbar.
Ich selbst kannte ich durch sein Buch „Codex Roboticus“. Zur Entstehung des Buches erzählte er auch ausführlich. Das sind so seine Idee, die er sammelt und die er dann zwar nicht in eine richtig gut zusammenhänge, stringente Erzählung gießen kann, die ihm aber unter den Nägeln brennt.
Schön, dass er zurzeit an einem weiteren Projekt abreitet, diesmal geht es um seine Heimat, den Ruhrpott, der durch verlassene Industrieanlagen und „Kulturlandschaften“ lebt. Außerdem verarbeitet er seine Liebe zur Nacht darin. Arbeitstitel lautet: „Nacht an der Emscher“.
Jens Maria Weber ist ein lieber Mensch, der gern und viel erzählt, wenn man ihn fragt. Es war ein sehr angenehmer Abend.


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Kurze Führung durch die neue bulgarische Phantastik

Geschrieben von T.H. , in Phantastisches Halle & Le... 19 January 2019 · 1085 Aufrufe

Kurze Führung durch die neue bulgarische Phantastik Bild: Die Anthologien und der NEUE STERN, mein Exemplar der "Kontakte mit dem Unbekannten" ist ein ausgemustertes Bibliotheksexemplar, der Schutzumschlag wurde zum Verkauf (50 Pfennige) beigelegt, aber leider zurecht geschnitten.


Kurze Führung durch die neue bulgarische Phantastik
Reiseleiter: Erik Simon


Zeit: 17. Januar 2019
Ort: Haus des Buches Leipzig
Gastgeber: FKSFL

Zum ersten Termin des Jahres 2019 beim Freundeskreis wurde Erik Simon eingeladen. Er hatte ein Thema im Gepäck, das ihn schon ein Weilchen umtreibt – im Grunde schon sehr lange: Seine Liebe zur bulgarischen SF & Phantastik.
In der DDR erschienen 2 Anthologien mit bulgarischen Erzählungen, die er herausbrachte:

„Kontaktversuche“ (1978)

„Kontakte mit dem Unbekannten“ (1989)

(Beide hatten als Hardcover ca. 20.000, das erste als TB noch mal 60.000 Auflage)
Und nun also eine dritte Anthologie, nicht so sehr SF-orientiert, aber durchaus auch, eher Phantastik:

„Sternmetall“ im Verlag Torsten Low.

Der NEUE STERN hat sich auch dem Thema gewidmet. An der Ausgabe war rein zufällig – nee, natürlich nicht, sondern sehr beabsichtigt – Erik Simon beteiligt. Eine ausführliche Rezi zu „Sternmetall“ befindet sich darin auch. (#41)

Das Thema lockte 15 Leute an, immerhin, muss man dazu sagen. Die Resonanz unserer Veranstaltungsreihe ist ja durchwachsen. Ich finde 15 unter winterlichen Bedingungen nicht mal so schlecht, zudem es ja auch um ein ziemlich spezielles, nerdiges Thema handelt.
Erik ist ein Vortragsprofi. Er ermahnte uns gleich eingangs, lieber beizeiten Fragen zu stellen, sonst würde er von sich aus Unsinn reden. Nee, hat er nicht, kann ich so sagen: Kein Unsinn.
Ein wissenschaftlicher Vortrag, so führte er aus, würde Bekanntes, Neues und Unverständliches enthalten. Das Unverständliche ließe er weg, denn es sei ja auch kein „wissenschaftlicher“ Vortrag.
Ich darf für meinen kleinen Bericht hinzufügen: Die Namen der genannten Autoren und Autorinnen lasse ich dafür lieber weg, denn ich würde sie nach dem Gehör aufschreiben, und das wäre garantiert falsch. Es ist nun auch leider so, dass das Gros der Genannten im deutschsprachigen Raum eher unbekannt ist. Bis auf die Ausnahmen in der Anthologie „Sternmetall“ und dem NEUEN STERN 41.
Erik bereitet übrigens eine weitere Anthologie vor; das dauert aber noch und wird dann wohl mehr in Richtung SF gehen.
Es kam natürlich die Frage auf, was denn das Besondere an bulgarischer SF sei; es wurde hier ja auch oft von Phantastik, nicht SF, geredet. Diese Unterscheidung scheint aber in Bulgarien nicht so strikt angewendet zu werden wie bei uns. Typisch für bulgarische SF / Phantastik sei ein Hang zum Magischen Realismus, oder, wie Erik meinte, die SF dort sei weniger rational. Damit wäre sie eher vergleichbar mit typischer französischer und spanischer SF.
Er zeigte einige Beispiele, vor allem von mehr oder weniger aktuellen Anthologien (also so ab den 90er Jahren, aber auch ein paar Beispiele aus den 80ern). Die machen rein äußerlich schon mal einen guten Eindruck.
Um 2000 gab es eine Hochzeit der SF / Phantastik in Bulgarien. Es gab viele Sachen, die „westliche“ (also vornehmlich amerikanische) SF und Fantasy nacheiferten, aber auch eigenständige Fantasy und recht viel Horror. Eine führende Anthologie damals war eine Reihe, die mit „Horizonte“ betitelt war.
Erstaunlich – für mich als DDR-Aufgewachsener – war der Umstand, dass es in Bulgarien vor der „Wende“ schon ein SF-Magazin gab. Das widmete sich zwar offiziell der Prognostik und Fantastik, da ein reinweg literarisches SF-Mag den Behörden nicht genehm wäre, aber die populärwissenschaftlichen Anteile konnte man wohl vernachlässigen.
Die Sf-(Buch/Autoren) -Szene verglich Erik mit der hiesigen: Sie findet auch vor allem in Klein- und Fan-Verlagen statt. Das Fandom ist ähnlich dem deutschen schon etwas ältlich (ich darf das so schreiben, denn ich gehöre dazu, zum Fandom und zu den Ältlichen). Aber so 3-4 Cons im Jahr kriegen sie auch zusammen.
Im zweiten Teil las Erik frisch übersetze, auf Deutsch noch nirgends erschienene Stories:
„Der Mann, eine Gebrauchsanweisung“ – von einer Autorin. Die Story erinnerte mich sehr an diesen polnischen SF-Film „Sexmission“ aus dem Jahre 1984. Ist das Verschwinden der Männer, bzw. deren Haltung als Lustobjekte und Samenspender ein (teils lustiges, teils dystopisches) „Ost-Thema“? In der Story werden Männer auch in so einem Vergnügungsetablissement gehalten, gern aber auch in einem Institut als Besamer.
„Kielwasser“ – eine richtig schöne Hard SF Story im Geiste eines A.C. Clark, mit einer zentralen wissenschaftlichen Idee. Der Autor ist ein renommierter Astrophysiker, beschäftigt sich beruflich viel mit braunen Zwergen. Hier geht es um ein in den USA stattfindendes landesweites Schulprojekt zur Messung der Lichtgeschwindigkeit – es werden Anomalien festgestellt.


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Kleine Litera-Tour im Januar

Geschrieben von T.H. , in Phantastisches Halle & Le..., Ich war dabei..., Meine Empfehlung, Subjektive Eindrücke 12 January 2019 · 315 Aufrufe
Jörg Herbig, Ellen Norten und 1 weitere...
Kleine Litera-Tour im Januar Ziel dieses Blogs hier ist es ja, immer mal auf Ereignisse phantastischer und literarischer Art im mitteldeutschen Raum, speziell in Halle & Leipzig hinzuweisen. Die Auswahl ist natürlich äußerst subjektiv und davon abhängig, was ich so erlebe, mitbekomme und vorstellen möchte.
Dieses Jahr begann durchaus literarisch, allerdings nicht von Phantastik geprägt, aber irgendwie ist die Phantastik Ausgangspunkt gewesen.
Da darf ich zum einen auf ein neues Heft von Jörg Herbig hinweisen, das mich schon Ende letzten Jahres postalisch und nun auch im Herzen erreicht hat:

„Füße auf dem Boden, Kopf in den Wolken“

Jörg Herbig habe ich hier im Blog bereits vorgestellt. Vielleicht erinnert man sich an seinen DER LACHENDE TOTENSCHÄDEL. Ich jedenfalls erinnere mich daran gern.
Nun gibt es was Neues von ihm: Es handelt sich um einen Band mit Gedichten.
Keine Phantastik, aber das, was mich im Grunde bei Jörg Herbigs Prosa auch fesselt und gefangen nimmt: Was er schreibt, ist einfach authentisch. Er macht aus seinem Herzen keine Mördergrube, präsentiert sich in seiner ganzen Unvollkommenheit, wirkt damit angreifbar, mir macht er sich dadurch einfach sympathisch.
Die Gedichte sind keine „Reim-Dir-oder-ick-fress-dir“-Sachen, tatsächlich lesen sie sich gar nicht so einfach & flüssig, man muss sich etwas konzentrieren, bekommt dafür aber ein Konzentrat an Gedanken und Gefühlen, die in Prosa gegossen sicher mehr Textvolumen verbrauchen würden.
Ja, Alltag kann spannend sein, wenn man darüber reflektieren kann, und Jörg kann das.

Die zweite Station meiner Litera-Tour im Januar 2019 war der Besuch der Gründungsveranstaltung des Literatur-Salons PEGASUS in Halle, im Literaturhaus, am 9. Januar 2019.
Also, die Welt ist doch ein Dorf. Es kam nämlich so: Letztens in Leipzig, bei der Veranstaltung mit Thomas Franke, war eine Dame zu Gast, die Thomas direkt mitgebracht hatte. Wir kamen ins Gespräch – also, wer sie kennt, kann mir sicher zustimmen, dass es sozusagen unmöglich ist, nicht mit ihr ins Gespräch zu kommen – es handelt sich, wie sich herausstellte, um Ellen Norten. Na, dürfte ja hier im SF-Netzwerk durchaus keine Unbekannte sein. Sie ist viel mit p.machirney „unterwegs“, brachte die Werke ihres verstorbenen Mannes, Hubert Katzmarz und weitere Anthologien dort heraus.
Wie sich weiterhin herausstellte, ist sie seit geraumer Zeit Hallenserin. Das war ja eine tolle Überraschung! Und sie ist sozusagen gerade dabei, einen Literatur-Salon für und in Halle zu gründen. Klar, da musste ich dann hin!
Allerdings, das darf ich hier so sagen im SF-Netzwerk, von Phantastik (bisher, kann sich ja ändern, hehehe) keine Spur. Ellen las selbst etwas, war eine optimistisch-humorvolle Story über die Begegnung eines Hiesigen mit Leuten aus Marokko und über die Möglichkeiten, seine Hunde ganz besonders zu benamsen.
Die zweite Mitgründerin ist Diana Lunkwitz. Sie las einen sehr literarischen, selbstreflektierenden philosophischen Text, eine Art inneren Monolog. Hmm, das klingt ja… Tatsächlich war es kein Jubeltext, doch er lebte vor allem auch von der Art ihres Vortrags. So nebenbei ist sie auch in der hiesigen Poetry Slam-Szene unterwegs, nun ja, und ich denke, das merkt man. War auf jeden Fall ein besonderes Erlebnis!
Es ist aber nicht Ziel der Literatur-Salons, dass die „Anstifterinnen“ sich hier präsentieren, das war eher eine Ausnahme, denn es soll schon so sein, dass mutige Leute hier ihre Texte lesen. Ein paar kamen sogar zusammen. Man verzeihe mir, dass ich jetzt nicht mit Nahmen glänze, da war ich jetzt erst mal nicht clever genug, mir Notizen zu machen und nach der korrekten Schreibweise nachzufragen. Na, vielleicht das nächste Mal.
Es ging um Abschied, um die Lust am Briefeschreiben und die Erlebnisse eines Altbundesdeutschen im Halle kurz nach der Wende (wie auch nimmer diese ausgefallen sein mochten, auf jeden Fall hat genau dieser Autor am Ende seinen Wohnsitz nach Halle verlegt) – also alles eher das, was der SF-Fan als „Mainstream“ deklariert. Diskutiert werden darf (soll!) auch – wurde sogar. Also, das könnte was werden, und für mich als ollen Phantasten und Utopisten eine gute Gelegenheit, über’n Suppentellerrand zu schauen.


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Franke liest Franke

Geschrieben von T.H. , in Phantastisches Halle & Le..., Ich war dabei... 25 November 2018 · 909 Aufrufe
Herbert W. Franke, Thomas Franke
Franke liest Franke Thomas Franke ist derzeit mächtig dabei, die Aufmerksamkeit der werten Leserschaft auf die Publikation der Gesamtausgabe von Herbert W. Franke bei p.machinery zu lenken. Zu diesem Zwecke reiste er extra nach Leipzig, ins Haus des Buches, und nutzte dazu eine Veranstaltung des Freundeskreises. Damit dürfte er – wenn ich richtig zähle – das zweite Mal zu Gast beim Freundeskreis gewesen sein.
Nun ist das aber weit mehr als eine Buchpräsentation gewesen. Natürlich las er etwas aus Frankes Werk. Als gelernter Schauspieler war sein Vortrag entsprechend supergut. Doch darüber hinaus nutzte er die Chance, sehr viel aus seinem bewegten Leben zu berichten.
Thomas Franke war für mich schon zu DDR-Zeiten eine Legende. Ich kannte seine haarscharf punktierten Miniaturen, sogar von Suhrkamp-Bänden, die mitunter kurioser Weise ihren Weg in ostberliner Antiquariate fanden. Und ich kannte ihn von seiner Umschlaggestaltung zur DDR-Ausgabe von Herbert W. Frankes „Ypsilon minus“, das ich aber nicht selbst besaß, aber zumindest in der Bibliothek ausleihen konnte.
Dieses Buch war dann auch der first contact für Autor und Grafiker. Die Geschichte dazu erzählte Thomas Franke sehr ausführlich. – Kurios: Was sicher alle dachten damals: Sind die etwas verwandt? Genau die Frage bekam er auch gestellt, als man ihn nach Berlin einlud, damit er sich mit seinen Arbeiten als Illustrator beim Verlag vorstellen konnte. – Noch kurioser: angebliche Verwandtschaftsverhältnisse seien laut seiner Akte auch der Grund für seine Ausweisung aus der DDR gewesen = Familienzusammenführung, was einfach mal nicht stimmte.
Das Buch, „Ypsilon minus“, schäfte, wenn ich ihn richtig verstand, auch seinen – Thomas‘ – kritisch-subversiven Geist gegenüber dem DDR-Regime, was ihm sein Leben nicht leichter machte.
Thomas erzählte dann, was er in Bonn, im Bundestag, erlebte, aber auch während seines Studiums in Moskau, wo er mit Boris Strugazki trank und sie sich Witze erzählten.
Über die Gründe seiner Ausweisung hätte ich gern noch mehr erfahren. Ob sein (geplanter) Auftritt in einem Stück von Brecht in Halle, wo er den Arturo Ui mimen sollte, und sich eine Gesichtsmaske – halb Hitler, halb Stalin – verpassen ließ, der ganze Grund war?
Am Tag zuvor spazierte er übrigens durch Halle, der Stadt, wo er studiert hatte. Über das im Verfall begriffene ehemalige Polizeipräsidium am Hallmarkt konnte er jetzt höhnisch lachen und sich halt an dessen Verfall erfreuen, denn „damals“ musste er ein paar unliebsame Tage dort verbringen…
Ja, er hat was zu erzählen, kann das auch sehr gut. Das war ein rundum unterhaltsamer Abend.
Jetzt habe ich wenig über Herbert W. Franke und die Neuedition seiner Bücher bei p.machinery geschrieben. Aber auch darüber hat Thomas Franke viel erzählt, über den Schaffensprozess, über die verwandten Motive der Coverbilder, die er übrigens im Original, gerahmt, dabeihatte. Man hätte sie kaufen können. Also, wenn ich das Geld über hätte… Im Original sehen sie noch mal ganz anders aus, denn gedruckt. Absolut eindrucksvoll, auch wenn es „nur“ Collagen sind.

Die Veranstaltung fand am 22.11.18 statt.


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Eine gute Nachricht für uns Phantasten im Raum Leipzig

Geschrieben von T.H. , in Phantastisches Halle & Le..., Ich war dabei... 14 October 2018 · 670 Aufrufe

Eine gute Nachricht für uns Phantasten im Raum Leipzig Das war schon mal eine sehr gute Nachricht, die ich am 11. Oktober 2018 in Leipzig, Haus des Buches, zur Veranstaltung des Freundeskreis SF Leipzig e.V. erhielt: Es geht weiter! Jawoll! – Das war bisher nicht so wirklich klar.
Es geht um die Veranstaltungen des Freundeskreises im Haus des Buches. Nun steht fest, dass es auch im kommenden Jahr 2019 weitergeht; Termine sind wohl bereits vereinbart. Der erste Temin im Januar wird von Erik Simon bestritten. Er wird über bulgarische SF / Phantastik reden. Na, da passt ja unser NEUER STERN 41 ganz gut rein. Fand ich übrigens von Manfred, der die Nachricht an diesem Abend verbreitete, richtig knorke, dass er das Heft erwähnte in diesem Zusammenhang!
Na, ich freue mich jedenfalls sehr, dass es weitergeht.

Anlass für den aktuellen Besuch im Haus des Buches war der Vertrag von Wolfgang Neuhaus zum Thema „posthumane SF“:

„Im Strom der Technik. Vernetzte Identität und posthumane Science Fiction“.
Also, so wie der Titel des Vortrages war der Vortrag auch selbst. Wolfgang Neuhaus ist gelernter Philosoph und verlangte dem Auditorium recht viel ab. Als solcher widmet er sich gern der Science Fiction. Das macht er vor allem in Vorträgen im Otherland in Berlin, nun also auch mal „bei uns“.
War sehr interessant, wenn ich mir auch am Ende gewünscht hätte, einiges daraus mehr zu vertiefen. Er sprach über SF, die sich dem Thema Posthumanismus widmet. Den Bogen spannte er von Frankenstein als allerersten Vorläufer, über die Tiermenschen in „Die Insel des Dr. Moreau“ von Wells zu den Mutanten der SF der 20er, 30er Jahre und zu den Cyborgs und Avataren im Cyberpunk. Quasi aktuelle Themenfelder (nicht nur der SF) wurden benannt, wie Uploading (von menschlichen Bewusstseinsinhalten in „Maschinengehirne) und die Idee der technologischen Singularität.
Er hatte da schöne Beispiele parat, auch welche, die ich selber nicht kenne. Das weckte Interesse und Neugier.
Mehr vertiefen? Na ja, ich hätte mir gewünscht, wenn er die post- bzw. transhumanen Perspektiven bewertet hätte. Er schien für meine Begriffe eine eigene Wertung zu vermeiden, nannte aber durchaus Beispiele, in denen SF-Autoren durchaus eine positive Sicht auf eine posthumane Entwicklung aufzeigen.
Mir hätte auch gefallen, wenn er noch mehr auf die realexistierenden transhumanistischen Bewegungen und Ideen eingegangen wäre; aber vielleicht bin ich hier nur Opfer meiner Erwartungen, denn das Thema seines Vortrages war halt ein anderes.
Ich fand den Abend insgesamt anregend. – Und schön, dass es weitergeht!


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Achtung, Achtung: NEUER STERN 36 ist fertig!

Geschrieben von T.H. , in Neuer Stern, Phantastisches Halle & Le... 29 March 2018 · 600 Aufrufe
NEUER STERN
Achtung, Achtung: NEUER STERN 36 ist fertig! Nicht der Stern des Ostens (der Name ist ja schon vergeben – an ein Zine von Ivo Gloss), aber der NEUE STERN zu Ostern ist soeben fertig geworden und kann abgefordert werden. (*)
Sieht gut aus, nicht wahr? Die Gemälde für den Umschlag kommen von Daniel Bechthold. (Ich weiß aus sicherer Quelle, dass er gern für Buch- und Heftcover aus dem phantastischen Sektor was macht.)
Auf den 28 Seiten fanden sich zusammen: 3 Stories von Christian Hoffmann und Peter Schünemann, Artikel über den Anteil von Kingsley Amis am James-Bond-Mythos, über eine Messe-Entdeckung in Sachen ostdeutsche Zombies und ein paar Buch-Rezis – zu einer ganz frischen und ein paar zu sehr alten Publikationen. Runde Sache, das Ganze, wie ich selber finde. (Muss mich - nein: uns! - mal loben, zu Ostern darf man das, oder?)

(*) Da fällt mir ein: Ich muss doch glatt mal Ivo fragen, ob ich den Titel doch verwenden darf: NEUER STERN des Ostens? Hätte was…


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Die Finsteren Seiten von Leipzig in einer Anthologie

Geschrieben von T.H. , in Leseliste ab 2013, Phantastisches Halle & Le... 16 January 2018 · 447 Aufrufe

Neues Jahr - neue Leseliste!
Zu Beginn habe ich gleich mal einen heißen Tipp - sozusagen aus der Region. Regionalkrimis sind ja richtig angesagt derzeit, bzw. schon ein Weilchen. Aber gibt es auch eine Sparte, "Regionalhorror"? Der Lychatz-Verlag versucht das mal mit einer Anthologie für Leipzig:

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„Leipzig morbid. Eine Reise durch das dunkle Leipzig in 21 Geschichten. Hg. von Uwe Schimunek & Uwe Vöhl
Lychatz Verlag, 2017
Leipziger und solche, die es werden wollen (? – na ja, zumindest solche, die gern etwas über Leipzig erzählen wollen) widmen sich der finsteren Seite der Stadt. Sieht man sich die Liste der vertretenen Autoren an, bekommt na schnell eine Ahnung von dem, was einem hier zwischen den schwarzen Buchdeckeln erwartet.
Mein Vor-Urteil wurde aber aufgeweicht. Es sind nämlich nicht nur die „einschlägig Verdächtigen“ dabei. Wobei ich das hier ausdrücklich aus meiner persönlichen Sicht so schreibe, denn es ist sicher so, dass Leser und Leserinnen aus verschiedenen Perspektiven das Buch betrachtend, „ihre“ speziellen, eigenen Anknüpfungspunkte haben. Ich denke, genau das könnte ein Ziel dieser feinen Anthologie sein – und genau das war auch ein Grund für mich, sie zu lesen: Hier kommen verschiedene Welten zusammen. Die beiden Herausgeber, Uwe und Uwe, stammen sozusagen ihrerseits aus verschiedenen Welten. Uwe Schimunek dürfte kein Unbekannter sein; zumindest hatte ich ihn schon mal hier im Blog. Er schreibt vornehmlich Krimis, gern mit regionalem und historischem Schwerpunkt. Darüber hinaus aber auch SF.
Uwe Vöhl ist ein big name in der deutschsprachigen Horror-Autorenszene. Allerdings nicht nur: Inzwischen hat er sich auch einen Namen als Krimiautor gemacht. Er widmet sich ebenfalls dem derzeit wohl sehr beliebten Regionalkrimi. Uwe Schimunek konzentriert sich als Leipziger natürlich auf die Messestadt, Uwe Vöhl schreibt seine Lippe-Krimis. Da kommt einiges zusammen; an ihren „Jagdgebieten“ orientiert sich auch die Autorauswahl, die zu dieser Anthologie eingeladen wurde.
Für mich war dieser Ausflug in die Messestadt daher eine sehr willkommene Möglichkeit, neue Namen kennen zu lernen, neue literarische Welten zu erkunden.
Im NEUEN STERN gibt es dann eine ausführliche Rezension / Vorstellung des Bandes.
Es sind viele Texte, mitunter aber sehr kurze. Das Buch ist ein absolut feine Straßenbahn-Lektüre, zudem sehr abwechslungsreich und vergnüglich, auch wenn es manchmal etwas blutig und grob wird. – Hat man nach der Lektüre Angst vor den dunklen Straßen von Leipzig? Na ja, ich nicht, auch wenn L. ja statistisch irgendwie als eine der kriminellsten Städte Deutschlands gilt.
Mir hat der Sammlung einen Riesenspaß bereitet, neue Namen schmackhaft gemacht und mir ein schönes Wiederlesen mit „alten Bekannten“ beschert. Danke dafür!
9 / 10 Punkte

Ansonsten schon mal in diesem Jahr gelesen:

Anthony Burgess: „1985“
Interessante Auseinandersetzung des einen großen englischen Literaten mit dem anderen großen englischen Dystopiker. War für mich ein richtiges Aha-Erlebnis, dass es dieses Buch überhaupt gibt.
Und es ist durchaus sehr interessant! Die 1. Hälfte – ein Essay, 2. Hälfte – ein Roman – beides zusammen eine Erwiderung auf „1984“. Burgess ist anderer Meinung in Bezug auf das, was in Zukunft zu erwarten ist, als Orwell. Für Burgess ist die Macht der Gewerkschaften der größere gesellschaftsprägende Faktor, nicht die Gefahr, die von totalitären (faschist., kommunist.) Kräften ausgeht. Liest sich aber dann doch am Ende wie eine politische Streitschrift zur Vorbereitung des Thatcherismus.
7 / 10 Punkte

Anthony Burgess: „Das Uhrwerk-Testament“
Auch interessant. Ich denke fast: Kann Burgess überhaupt „normale“ Bücher schreiben? Auch das ist schon sehr besonders. Scheinbar eine Fortsetzung seines großen und zeitweise sehr umstrittenen Hauptwerkes, ist aber eine Abrechnung mit und Reminiszenz auf die Anfeindungen, die Burgess offenbar nach der Verfilmung seines Clockwork Orange durch Kubrick erdulden musste. Der Literaturprofessor des kleinen Buches ist Burgess in verfremdeter Form selbst. Nun, ich hoffe ja für Burgess, dass seine literarische Figur doch sehr verfremdet ist, ansonsten ging es B. wohl nicht so gut…
Sein fiktives alter ego erleidet in dem 150 Seiten drei Herzinfarkte, muss sich von seinen Studenten beleidigen lassen, wegen seiner „schmutzigen“ Dichtung fast erschießen lassen. Und alles für den Grundsatz, von dem auch schon sein Clockwork lebte: Der Mensch ist doch erst Mensch, wenn er die Wahl hat zwischen Gut und Böse. Ja, Herr Burgess, jetzt habe ich es begriffen (Darum geht es ihm übrigens im Grunde auch i seinem 1985)! Sollte ich jetzt noch mal was von B. lesen, möchte ich aber ein anderes Thema haben, bitte.
8 / 10 Punkte

Comic:
David Zane Mairowitz & Robert Crumb: Kafka“
Eine Comic-Biografie – und mehr. Der Comic enthält neben biografischen Szenen, nachdenklichen, die Psyche, das Wesen Kafkas beleuchtenden Szenen auch Comic-Umsetzungen seiner bekanntesten Storys. Das Buch ist ein Hit, ganz großartig. Super gezeichnet – Crumb zeigt hier, dass er sehr realistisch, exakt arbeiten kann und toll erzählt. Kafka wird im Spannungsfeld seiner Zeit, Epoche, Umwelt gezeigt, wie er mit seiner Herkunft klar, oder auch nicht klar kam. Welche großen Probleme ihm sein Verhältnis zu Frauen und überhaupt anderen Menschen machte.
10 / 10 Punkte


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Von einer Autorin, die einfach so den amerikanischen Markt eroberte

Geschrieben von T.H. , in Phantastisches Halle & Le... 17 December 2017 · 512 Aufrufe

Annelie Wendeberg
Lesung und Gespräch im Haus des Buches zu Leipzig am 7. Dezember 2017
Es moderierte Sabine Seyfarth

Gleich vorweg eine Manöverkritik: Sabine hat sich mächtig ins Zeug gelegt. Sie hat einen sehr langen Artikel über das Leben und Schaffen der Autorin geschrieben und diesen – exklusiv – dem NEUEN STERN angeboten. Dort erschien er auch rechtzeitig. Möglicher Weise ist der NEUE STERN nicht wirklich das richtige Podium für massenwirksame Werbung, andererseits wegen seiner regionalen Ausrichtung (SF-Fans aus Mittelerde...- äh, -Deutschland) durchaus geeignet. Sabine hat in Eigenregie einen Stapel NEUE STERNE mit ihrem Text in der Leipziger Buchhandelsszene verteilt.
Und sonst? Die Veranstaltung wurde vom Haus des Buches auf deren normalen Wegen (Aushang, Flyer) bekannt gegeben. – Am Ende kamen ca. 12 Besucher. Immerhin. Das kann auch berühmteren, bekannteren, populäreren Leutchen passieren. Ist aber sicher zu wenig. Doch was kann man besser machen, um mehr Leute hinter dem Ofen hervorzulocken, an einem winterlichen Wochentag, mitten im Vorweihnachtsstress?
Ist die Autorin nicht populär? Nun, vor Sabines Ankündigung kannte ich sie, zugegebener Maßen, nicht. Auf Deutsch sind ihre viktorianischen Kimis erschienen, ihre SF gar nicht. Trotzdem hat sie gut lachen, denn sie ist durchaus populär – als deutsche Autorin in Amerika! Also, nicht als deutschsprachige Autoren. Das ist der Unterschied.
Aber sie kann es auch: So gut Englisch, dass sie auf Englisch besser schreibt als auf Deutsch.
Als Wissenschaftlerin hat sie in den USA gearbeitet, viel auf Englisch publiziert, hat aber gleich dazu gemeint, dass das akademische Englisch nicht geeignet ist, ein literarisch interessiertes Publikum zu erreichen: Das Zeug verstehen nur die Wissenschaftler (der jeweiligen Disziplin, hier: Umweltmikrobiologie), Außenstehende nicht. Nun wollte sie aber Krimis schreiben, die im viktorianischen England spielen, zu Zeiten von Sherlock Holmes und Jack The Ripper. DAS könne sie sich, so die Autorin, ausschließlich auf Englisch vorstellen! Die Übertragung ihrer Bücher ins Deutsche hat dann auch jemand anderes vorgenommen; das könne sie nicht!
Sie recherchierte dafür altertümliche Begriffe, die durchaus für heutige Ohren kurios klingen, also, wenn sie z.B. darüber schreibt, dass ein Mann aufgeregt einer Frau hinterherruft, was – übersetzt – „ejakuliert“ bedeutet. Das kann man so heute wohl nicht mehr sagen / schreiben…
Auch ihre SF nutzt eine spezielle Ausdrucksweise. In ihren Büchern geht es um die Folgen der Umweltkatastrophe, in der wir derzeit stecken. Aus ihre Sicht – als Biologin und engagierte Wissenschaftlerin – hat das, was gerade mit unserem Planeten passiert, gravierende Folgen. Sie führt das ziemlich lakonisch, mit einem Lachen, vor. Einem bitteren Lachen, will ich meinen.
Es war auch sehr interessant, was sie über Pandemien und Krankheiten in der Neuzeit erzählte. Wir erleben gerade, fast unmerklich für uns, große Pandemien, u.a. die Cholera, die grassiert. Tatsächlich hört und liest man davon nur wenig. Interessant für sie – mal so nebenbei – dass diese Krankheit, die uns so weit weg vorkommt, immer näher rückt, auch dank der Klimaveränderung / -Erwärmung. Cholera bevorzugt warme, Gebiete, na ja, und es wird ja bei uns wärmer…
Ihre Fiktion ist dann fast wertfrei: Wir, unsere Nachfahren, werden damit leben müssen und das Leben wird anders sein als heute. Auch die Sprache. Das scheint sie sehr gut umgesetzt zu haben. Das Publikum ihrer im Selfpublishing hergestellten und vertriebenen Bücher weiß das offensichtlich zu würdigen. Sie kann inzwischen vom Schreiben leben, hat ihren gutdotierten Beamtenprofessuren-Arbeitsplatz aufgegeben, sich aufs Land zurückgezogen, züchtet nebenbei Ziegen und lässt ihre Kinder im Grünen aufwachsen. Das Schreiben ernährt die Familie in Deutschland; ihre SF-Bücher kann man auch in D. kaufen und lesen, halt eben nur auf Englisch.
Die Frau fetzt! Sie hat viel zu erzählen, mixte Anspruch mit interessanten Weltsichten und Humor. Ob das Vorlesen in Englisch bei dieser Lesung in Leipzig so der Bringer war, wage ich zu bezweifeln, war aber nur eine kurze Passage.
Großen Dank an Sabine für diese Empfehlung! Ich würde mir natürlich die SF von A. Wendeberg auf Deutsch wünschen – das darf man ja, ist ja Weihnachtszeit.


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Leipzig im September - der FKSFL lädt ein:

Geschrieben von T.H. , in Meine Empfehlung, Phantastisches Halle & Le... 01 September 2017 · 690 Aufrufe
Brian Deatt, FKSFL
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Im Haus des Buches
28. September 2017
Die HP des Freundeskreises: klick


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Thilo Krapp meldet: Langzeit-Projekt fertig! Sein „Krieg der Welten“

Geschrieben von T.H. , in Phantastisches Halle & Le..., Ich war dabei... 10 June 2017 · 358 Aufrufe
Krieg der Welten, Thilo Krapp und 1 weitere...
Vortrag und Gespräch
Haus des Buches, Leipzig
16. Mai 2017

Langsam rollt sie los, die H.G.Wells-Welle. Richtig so! Ich freue mich schon auf ein paar Bücher aus der Edition Phantasia (die TBs, die für den Herbst angekündigt sind; aber es gibt da noch ein paar echte Liebhaberausgaben; na, mal sehen…). Habe mir die Neuübersetzung der „Zeitmaschine“ bei Fischer zugelegt, mit einem Nachwort von Elmar Schenkel und diversen begleitenden Texten (der Zusatzteil ist fast genau so umfangreich wie der Roman selbst).
Dazu erscheinen auch Comics und Graphic Novels, die ihrerseits auch vom Recht Gebrauch machen, nunmehr niemanden mehr fragen zu müssen, wenn man Wells ins Deutsche übersetzen und veröffentlichen will. Klasse!

U.a. gibt es da einen echten Wells-Fan: Thilo Krapp! Dass er einer ist, hat er sehr anschaulich und ausführlich und eloquent letztens im Haus des Buches zu Leipzig erzählt. Für mich die beeindruckendste Meldung dazu war, dass er sich geschlagene 30 Jahre mit dem Stoff befasst hat, ehe er „seine“ Comic-Adaption von „Krieg der Welten“ so umzusetzen vormochte, wie es seinem Anspruch entspricht.
Begonnen hat alles 1939, … also, natürlich nicht wirklich 1939, aber mit dem Hörstück von Orson Welles aus dem Jahre 1939. Das hörte Thilo Krapp mit 11 Jahren und war wohl hin & weg.
Das es dazu einen Roman gibt, hat er zwar schnell gecheckt, war sich aber nicht darüber im Klaren, dass der – so alt wie der ist – heutzutage (bzw. damals) verfügbar sei. Es verging dann etwas Zeit und er wünschte sich den Roman als Preis für seine Zeichnungen, die er für eine Schularbeit anfertigte.
Mit 16 Jahren entstanden erste Skizzen – die ihm aber selber nicht genügten. Er fand, er wisse zu wenig – über die Zeit (Ende 19. Jh.), die Welt (England), das Design, das Aussehen der Häuser, Möbel, winziger Einzelheiten des täglichen Lebens. Also begann eine Jahrzehnte andauernde Recherche. Davon berichtet der Künstler voller Esprit; man spürte regelrecht, wie sehr ihm das Ganze noch immer am Herzen liegt.
Im Ergebnis hat er das Wells-Buch absolut authentisch umgesetzt. Anhand von Beispielen (Fotos und Grafiken aus der Zeit, seine Skizzen und fertige Auszüge aus seinem Comic) konnte man nachvollziehen, wie seine Recherchen in seine Arbeit eingeflossen sind.
Na, Ihr merkt es, bin selber noch ziemlich begeistert von dem Vortag, moderiert von Stefan Pannor, dem Comic-Experten aus Leipzig, der es aber leicht mit seinem Gast hatte, denn dieser erzählte gern und bereitwillig.
Für mich noch so am Rande erwähnenswert ist der Umstand, dass Thilo Krapp seinem Helden (und dessen Frau auch) einen Namen verpasste. Ungewöhnlich? Ja, denn Wells hat dies nicht getan. Seine Hauptfigur in „Krieg der Welten“ wird nicht namentlich vorgestellt. Und wie mir so scheint, machte er dies des Öfteren; ein Blick in „Die Zeitmaschine“ scheint mir dieses Muster zu bestätigen (oder?).



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Thomas Hofmann, ein Phantastik-Fan

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© Thomas Hofmann

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Als Freund der phantastischen Künste artikuliere ich mich seit ca. 1988. Vielleicht kennen einige von Euch meine Zeichnungen. War auch als Rezensent im Fandom unterwegs, einst vor allem im leider nicht mehr existenten Fanzine SOLAR-X, neuerdings im NEUEN STERN (kein Fanzine, nur ein "Rundbrief...")
Dieses Blog soll den geneigten Leser auf Tipps und Termine in Sachen Phantastik aus dem Raum Halle / Leipzig hinweisen. Einer alten SOLAR-X-Tradition folgend möchte ich auch Berichte zu von mir besuchten SF / Phantastik-Veranstaltungen einstellen.
Ich will immer mal wieder auf die Stammtisch-Termine meines Heimat-SF-Clubs, des ANDROMEDA SF CLUB Halle und auf die Veranstaltungen des Freundeskreis SF Leipzig hinweisen.

Man wird hier auch die eine oder andere Rezension zur Phantastik aus alten Tagen von mir finden, von denen zumindest ich meine, dass sie nicht völlig dem Vergessen anheim fallen sollen.

Mehr als Merkhilfe für mich, aber vielleicht auch als Anregung für den einen oder die andere Leser/in wird hier meine kommentierte Leseliste zu finden sein.


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Telefon: 0345-7764072
E-Mail: phantastische.ansichten@web.de

Verantwortlich für den Inhalt nach § 55 Abs. 2 RStV:
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Kurt-Freund-Str. 18
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Archiv

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Bücher, die weitestgehend von mir illustriert wurden:
Sagen der Oberlausitz, Nordböhmens und angrenzender Gebiete; Oberlausitzer Verlag A. Nürnberger, 1990

Sagen der Oberlausitz..., Band II, ebd., 1991
Oberlausitzer Kochbuch mit historischen Betrachtungen, ebd., 1991
Märch. d. Bergwelt, ebd., 1991
Wilko Müller jr. & Renald Mienert: Die Zeitläufer, Solar-X-Prod., 1994
Das große Dorfhasser-Buch, Aarachne, Wien, 2000
Christian v. Aster: Nachmieter gesucht, midas 2000
Von dunklen Kräften und alten Mächten, Rollenspielbuch, Caedwyn, Hannover 2001
Das große Verwandtenhasserbuch, Aarachne, Wien 2001
N. Rensmann: Ariane, Bastian, Luzifee und Co., K&C Buchoase,Solingen, 2001
Felten & Streufert: Gänsehautgeschichten, K&C Buchoase, Solingen, 2001
Spinnen spinnen. Die Anthologie zu nützlichen Tieren, Aarachne, Wien 2002
Peter Brandtstätter: Von Schmetterlingen und der Liebe..., Wien, 2002
Feenmond, Rollenspielbuch, Caedwyn, Hannover 2002
Ruf der Ferne, Rollenspielbuch, Caedwyn, Hannover 2003
Frank Haubold: Das Geschenk der Nacht. Phantastische Erzählungen, EDFC e.V., Passau, 2004
Das Mirakel, Phantastische Erzählungen, EDFC e.V., Passau, 2007
Rose Noire, Anthologie im Voodoo-Press, 2009
Michael Knoke: Das Tal des Grauens, Voodoo-Press, 2010
Michael Siefener: Die Entdeckung der Nachtseite, Verlag Lindenstruth, 2011

A.G.Wolf: Die weissen Männer, VP 2013
■ Tobias Bachmann, "Liebesgrüße aus Arkham", Edition CL, 2016

Bücher, an denen ich mich beteiligen durfte:
Der Abenteuerwald. Phantastische Nachwuchsanthologie, Kreutziger Verlag, 1996
Das Herz des Sonnenaufgangs, Eine Alien Contact Anthologie, 1996
Liber XIII und andere unerwünschte Nachlässe, Goblin Press, 1999
Lichtjahr 7, Freundeskreis SF Leipzig e.V., 1999
Von kommenden Schrecken, Buch zum ElsterCon, Leipzig, 2000
Der Erstkontakt. Stories und Bilder aus dem Perry-Rhodan-Wettbewerb, Berlin, 2001
Phantastik 2002, Taschenkalender, 2001
Michael Lohr, Gemurmel aus dem Buch der Drachen, 2001 [/font
Hysterisch funktionieren, Aarachne, Wien. 2002
C. Bomann: Anthrins Kind, Abendstern-Verlag, Parchim, 2002
C. Bomann, Parchimer Hexengeschichten, Abendstern-Verlag, Parchim, 2002
Des Todes bleiche Kinder, Abendstern-Verlag, Parchim 2002
Geschichten von Phönix und Sperling. Buch zum ElsterCon, Leipzig, 2002
Cover: Wilko Müller jr.: Operation Asfaras, Ed. Solar-X, 2003
Alien Contact Jahrbuch 1 für 2002, Shayol, 2003
Alien Contact Jahrbuch 2 für 2003, Shayol, 2004
Alien Contact Jahrbuch 3 für 2004, Shayol 2005
Cover: Carl Grunert: Der Marsspion, DvR, 2005
G. Arentzen: Christoph Schwarz, Detektiv des Übersinnlichen, Bd. 1 bis 6, Romantruhe, 2005
M. Borchard: Der Zeitarzt, SF Blues Bd. 4, edfc, 2005
Cover: Wilko Müller jr. & Renald Mienert: Die Zeitläufer, Ed. Solar-X, 2005
Cover: Carl Grunert: Im irdischen Jenseits, DvR, 2005
Cover: Carl Grunert: Zukunfts-Novellen, DvR, 2005
Markus Kastenholz: Tiamat 1 - Asche zu Asche, VirPriV-Verlag, 2005
Welt der Geschichten 1, Web-Site-Verlag, Mai 2006
Cover: Wilko Müller jr.: Mandragora, Ed. Solar-X, 2006
Kastenholz, Ippensen: Tiamat 2 - Die Stunde Null, VirPriV-Verlag, 2006
Nocturno 6, VirPriV-Verlag, 2006
Alien Contact Jahrbuch 4 für 2005, Shayol, 2006
Welt der Geschichten 2, 2006 (alte Ausgabe; in der Nachauflage von 2008 sind keine Bilder von mir enthalten)
Welt der Geschichten 3, 2008 (neue Ausgabe)
Cover: Bernd Rothe & Astrid Pfister (hg.): Gequälte Seelen; Welt der Geschichten Sonderausgabe, 2008
Robert N. Bloch: Michael Siefener. Eine kommentierte Bibliographie, Verlag Lindenstruth, 2011
Frank W. Haubold: Der Puppenmacher von Canburg, Edition Lacerta(eBook) und CreateSpace Ind. Pub. Platform, 2012

"Saramees Blut", Atlantis 2012

M. Kastenholz: Projekt Hexenhammer, Printausgabe, 2013

Simon & Steinmüller: Die Wurmloch-Odyssee, Shayol, 2014
■  Richard Kühle: Alraune und der Golem, Goblin-Press, 2015
■ Ine Dippmann und Uwe Schimunek: Leipzig mit Kindern, Jaron 2015
■ Leipzig - Visionen. Gestern und heute, FKSFL & Edition Solar-X 2015
■ Simon & Steinmüller: Die Wurmloch-Odyssee, Memoranda, 2017

■ Simon & Steinmüller: Leichter als Vakuum, Memoranda, 2017
■ Uwe Lammers, „Mein Freund, der Totenkopf“, Teil 1, 2017
■ IF Magazin für angewandte Fantastik # 666, Okt. 2017

■ Angela & Karlheinz Steinmüller: Andymon, Memoranda, 2018
■ Ferne Welten, Buch zum 14. ElsterCon, 2018
■ Angela & Karlheinz Steinmüller: SPERA, Memoranda, 2018
■ Angela & Karlheinz Steinmüller: Sphärenklänge, Memoranda, 2019

 

Magazine und SmallPress
Alien Contact, Kopfgeburten, GOTHIC, The Gothic Grimoire, Vanitas, Tanelorn, Fleurie, Bonsai 6 / Zimmerit 5, 1995, Tumor (Sonderheft 8), Andromeda SF Magazin des SFCD 143 / 144, EXODUS 15 / 16 / 17 / 18 / 19 (mit Galerie v. mir, 2006) / 20 / 21 / 22 / 24 / 25 / 27
einblicke. Zeitschrift der Krebsforschung, August 2005,
Watchtower 8 / 9
Die Ruhrstadt-Zeitung 41
ARCANA 6 (2005)
Andromeda Nachrichten 216, 218 / 219, 220, 222, 223, 224
Nova 16 (2010)
Fantastic Artzine 1, Fantastic Artzine. Halb-Zeit, beide 2012

Nova 22 (2014)
Der lachende Totenschädel, Nr. 3 (10 / 2015)
Cthulhu Libria Neo, BuCon-Ausgabe 10/2015

Cthulhu Libria Neo 1, April 2016

Cthulhu Libria Neo 2, Oktober 2016
Cthulhu Libria Haunted Houses, März 2017
EXODUS 36, Juni 2017

Der lachende Totenschädel Nr. 4, Jan.2018

!Time Machine, Januar 2018
IF #7, März 2018

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!Time Machine 2, Januar 2019

Fanzines

Solar-X, Fiction Post, Goblin Press Hefte

TERRAsse 27 (zum 60. FörsterCon, April 2019)
TERRAsse zum PentaCon 2019

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The Beat Of Black Wings: Nightfall; 1999
Syngularity: The Four Horsemen; 2000
Gothica: Within A Dream; 2000
Gothica: Into The Mystic; 2000
The Beat Of Black Wings: Black Love; 2000
■ Gothica, Workbook 1995, 2003

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