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PetraHartmann



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BuchmesseCon 2017 ... was ich mitgenommen habe

Geschrieben von Petra , in Unterwegs 15 October 2017 · 125 Aufrufe
Unterwegs, BuchmesseCon
Die Buchmesse kann man sich schenken, den BuchmesseCon nicht. Klar, dass es mich am Samstag wieder ins schöne Dreieich zog, um dort alte und neue Freunde zu treffen, zu quatschen, Lesungen zu hören und haufenweise Bücher zu kaufen. Um das gleich vorwegzunehmen: Mein Kofferraum war ziemlich gut gefüllt mit Druckwerken, als ich spätabends wieder nach Hause fuhr.

Bereits am Eingang traf ich Volkmar Kuhnle, der, wenn alles gut geht, dereinst eine Anthologie herausbringen wird, zu der ich eine Geschichte beigesteuert habe, fand dann den Stand den Wurdackverlags und konnte mir von Armin Rösler die seit Jahrzehnten mit Spannung erwartete - und schon fast nicht mehr erwartete - druckfrische Ausgabe der "Nadir-Variante" abholen. Unfassbar, dass das Entheete-Universum nun tatsächlich einen vierten Teil hat.

Kurz darauf kam mir das Team des Leseratten-Verlags entgegen, und ich nutzte die Chance, mir die Lesung anzuhören. Vorgestellt wurde die neue Anthologie "Yo-ho Piraten", aus der Thomas Heidemann und Muna Bering je einen Auszug lasen. Sehr spannend, ich hätte wirklich den Hintern hochkriegen und etwas zur Ausschreibung einreichen sollen. Außerdem las Tanja Kummer aus ihrem neuen Roman "Sturm der Verbannten". Es handelt sich um einen High-Fantasy-Roman, und zwar eine abgeschlossene Geschichte, wie Autorin und Verleger betonten. Es muss eben nicht immer ein drei Ziegelsteine umfassende Mammuntwerk sein. Den Roman gibt es als Taschenbuch, aber auch als limitierte Hardcover-Ausgabe mit Illustrationen aus Tanjas Feder.

Beim Verlag Saphir im Stahl schaute ich mir die neue Serie mit Jugendabenteuern der Oriencrew an. Schöne Hardcover. Ich nahm mir mal den ersten Band mit. Außerdem noch ein Buch aus dem Arcanum-Altbestand, das ich mir schon vor ewigen Zeiten kaufen wollte.

Ich schaute auch bei den Geschichtenwebern vorbei und entdeckte "Die Welt im Wasserglas" eine Anthologie, die ich schon lange auf meiner "To-do-Liste" hatte. Ein Projekt aus dem ehemaligen Wortkuss-Verlag, das nun bei p.machinery erscheinen konnte. Außerdem habe ich dort Bettina Ferbus' neues Werk "Spiegelzauber" erstanden, betrauerte mit Oliver Hohlstein, dass "Kinder der Sonnenfinsternis" aus dem Programm genommen wurde, und habe mich von Tatjana Stöckler über Rechtschreibfehler in mittelalterlichen Schreibstuben aufklären lassen - und darüber, was das möglicherweise für den ersten Merseburger Zauberspruch bedeutet. Die Frau hat ziemlich viel Ahnung vom Mittelalter ...
Dass ich auf dem BuCon mal ein Reclambuch erwerben würde, hätte ich auch nicht erwartet, aber mir fiel dann Rudolf Simeks Buch über die Schiffe der Wikinger in die Hände. Klar, dass ich mir das ganz genau anschaun werde, auch für den neuen Teil der "Falkin".

Wenig später traf ich meinen Drachen-Herausgeber-Kollegen Frank G. Gerigk, der sich gerade mit einem Projekt zum Thema Küstenschutz trägt - und dem ich erklärte, wie Nordsee-Kronprinzessin Nestis die zerstörte Helgoländer Düne mit 500.000 Kubikmetern Weihnachtssand rettete.
Sehr schön war Franks abendliche Lesung aus seinem neuesten Buch. "Die Welten des Rainer Erler" ist eine Sammlung, die sämtliche phantastischen Kurzgeschichten Rainer Erlers enthält, und erschien im Verlag p.machinery. Frank hat da ein schönes Buch geschaffen und eine eindrückliche Lesung abgeliefert. Wenn ich auch die Sache mit den Schimmelpilzen etwas eklig fand. ;-)

Ein echter Höhepunkt des Tages war die Verleihung des Preises des Buchmessecons. Den BuCon-Ehrenpreis erhielt - hochverdient - Verleger Torsten Low. Und Laudator Tom Daut hat sich vermutlich unsterblich gemacht und dem Verlag einen unausrottbaren Beinamen verpasst - "Die Kelly Family der Literaturszene", *pruuust* - das wird hängen bleiben. :-D

Der Preis für das Lebenswerk ging an Herbert W. Franke. Die Laudatio hielt Vorjahresgewinner Thomas LeBlanc, eine sehr persönliche Würdigung für einen ganz Großen. Hat mir gefallen. Und viel schöner als das Durch-Namenslisten-Hetzen und Trophäen-Übergeben, das man beim Deutsche Phantastik-Preis so oft erlebt hatte.

Rücksturz in die Silliumer Atmosphäre muss gegen 1 Uhr gewesen sein. Konnte die Uhr nicht mehr erkennen mit meinen kleinen Augen, aber ich kenne die Strecke ja im Schlaf ... So, und nun habe ich ganz viel Lesestoff zum Abarbeiten. Mein Urlaub kann kommen.



© Petra Hartmann


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HomBuch 2017 - die Saarländische Buchmesse im verflixten siebten Jahr

Geschrieben von Petra , in Unterwegs 06 September 2017 · 179 Aufrufe
Unterwegs, Hombuch, Homburg und 3 weitere...
Wirklich schon sieben Jahre? Verflixt, wir werden alle älter, und die HomBuch ist längst kein kleiner Phantastik-Con mehr, sondern hat sich inzwischen zur Saarländischen Buchmesse gemausert. Ich war mal wieder dabei - und es war erneut ein Ausflug, der sich gelohnt hat. Trotz ewig langer Zugfahrt und massivem Schlafentzug.
Was ist Buchmesse-Logistik? Wenn eine Journalistin aus Gardelegen ihre Schwester aus Arendsee nach Holle schickt, um dort bei den Eltern des Praktikanten eines Hildesheimer Verlags ein Buchpaket abzuholen und nach Sillium zu bringen, das dann am nächsten Morgen mit seiner Autorin via Hannover und Mannheim auf die Fahrt nach Homburg geht. Will sagen: Es war im Vorfeld eine kleine Herausforderung, noch ein Nestis-Buchpaket vom Verlag Monika Fuchs zu bekommen. Dafür erhielt ich auch eine schöne edle Mappe voller Poster mit auf den Weg: Vorderseite Ølpæst-Starschnitt mit dem Bandposter von Nestis' Lieblings-Submarin-Metal-Band, Rückseite der niedliche Narwal vom Hit "Kommt ein Narwal geschwommen" der Girlie-Band Rosa Pups aus dem Kinderprogramm. Sieht beides toll aus.

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Mein Timing für den Sonnabendmorgen sah wie gewohnt horrormäßig aus:
1.30 Uhr: Beendigung des Kofferpackens, ab ins Bett.
3 Uhr: Weckerklingeln
3.20 Uhr: Aufhören zu fluchen
4 Uhr: Raus aus dem Bad
4.14: Abfahrt mit dem Auto nach Hannover
5.20: Abfahrt des Zuges, Beginn der Tiefschlafphase, nur kurz unterbrochen durch zombiehaftes Umsteigen in Mannheim und zwei fahrkartenknipsende Zugbegleiter.
10 Uhr: Frühstück mit Puddingbrezel und Riesenkaffee im Homburger Bahnhof.
11.30 Uhr: Zimmerübernahme im Hotel Euler (freundlicherweise schon früher als gedacht)
12 Uhr: Ankunft im Kulturzentrum Saalbau, Beginn der Aufbauarbeiten.

Ein paar Kollegen waren schon da. Gleich beim Reinkommen sah ich den Schmuckstand von Napolde Fairy Pearls mit den wunderschönen, fantastischen Ohrringen und Ketten. Ich ließ dort meinen Meermädchen-Anhänger bewundern, den mir meine Lieblingsschwester extra für Nestis-Lesungen geschenkt hatte, und die fachliche Einschätzung lautete: Jawohl, echter Bernstein.
Ich konnte diesmal - erstmals - meine funkelniegelnagelneue Tischdecke ausbreiten, auf die ich ganz stolz bin, und verteilte meine Bücher, Poster, Leseproben und Infopostkarten darauf. Das sah alles sehr schick aus. Und ich hatte im Laufe der zwei Tage viel Gelegenheit, etwas über die verbotene Welle zu erzählen und gute Gespräche über Nestis zu führen.

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Die HomBuch im verflixten siebten Jahr: Naja, so verflixt war das gar nicht. Die Messe ist größer geworden, vor allem am zweiten Tag gab es sehr viele Besucher, sicher auch dem Stargast-Duo Iny Lorentz geschuldet. Und auch der Vorstellung, es sei eine Phantastik-Messe, trat Veranstalter Ulrich Burger gleich zur Eröffnung entgegen: Krimi, Historischer Roman, Liebe, Kinderbuch, Fachliteratur - alles vertreten, was das Leserherz begehrt.

Sehr interessant war das erstmals angebotene Branchentreffen am Samstagabend. Das "Fingerfood", das unseren leeren Mägen die Tränen in die Augen trieb, wurde von Uli dankenswerterweise mit Pizza gestreckt, und wir hatten viel Gelegenheit zum Klönen. Ich erfuhr etwas über literarische "Leichtgewichte" (Buch von Martina Berscheid, Cover Birgit Wilms), über Klangschalen und Didgeridoos und Hutmoden bei Lesungen. Und kam erst recht spät ins Hotel.

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Am zweiten Tag war dann der große Augenblick gekommen, und ich konnte mal wieder aus voller Kehle "Rock die Nordsee!" grölen. Ich erzählte ein wenig zur Nestis-Serie, las die ersten beiden Kapitel aus "Nestis und die verbotene Welle" vor und bekam recht freundlichen Applaus. Es gab noch ein paar Nachfragen, unter anderem wollte eine Zuhörerin wissen, woher der Name Nestis kommt. Das war das erste Mal in den zehn Jahren, in denen es das Meermädchen schon gibt. Ich erzählte also ein wenig über die altitalische Wassergöttin Nestis und ihre Rolle bei Empedokles, das hat die Zuhörerin offenbar sehr beeindruckt. Sie fand es auch durchaus nachvollziehbar, dass Nestis* Mutter sich nun wieder ihrem Forschungsprojekt im Mittelmeer widmen muss. "König werden ist keine große Kunst, man wird eben als Kronprinz geboren, und irgendwann ist man dann halt König. Aber meinen Posten als Institutsleiterin habe ich mir hart erarbeitet", hat sie damals gesagt. Ist ja auch so. Es wäre Verschwendung, eine meeresbiologische Koryphäe wie Nestis' Mutter auf dem Nordseethron verrotten zu lassen, wo sie allenfalls mal den Bericht zur Wassertropfenzählungsjahreskonferenz entgegennehmen darf. Naja.

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Schade, dass Michaela Knospe dann doch nicht gelesen hat. Ich hätte gern mal in ihre Bücher reingehört. Aber ich respektiere natürlich ihre Entscheidung.

Am zweiten Tag waren durch die Preisverleihung zu Kinderwettbewerb dann auich sehr viele junge Leser auf der Messe. Ich vertreilte fleißig Poster und Postkarten an junge Mädchen, die am liebsten den Narwal mochten, und erzählte den Jungen von der genialen Erfindung des noch weit genialeren Zitteraals Kurzschluss. Hoffe mal, dass es ein Buch für die ganze Familie wird. Ein Kinderbuch, das man nach 20 Jahren noch einmal in die Hand nimmt und dann tausend neue Dinge entdeckt, die einem als Kind gar nicht aufgefallen sind. Eben ein Buch, das mitwächst. Nur falls jemand wissen will, was ich den Besuchern am Stand so erzählt habe ...

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Wenig später habe ich die Lesung von Nadine Muriel besucht. Sie stellte das neue Geschichtenweber-Buch vor, die Anthologie "Das Dimensionstor". Die Lesung aus der Rahmenhandlung klang schon mal vielversprechend. Ich bin gespannt.

Ansonsten habe ich mich sehr gut mit Standnachbarin Gabrielle C. J. Couillez unterhalten. Sie schreibt historische Romane und Kinderbücher und veranstaltet Wohnzimmerlesungen, demnächst auch eine mit mir ... Bücherkäufe habe ich auch einige getätigt. Darunter waren der vierte Teil von "Marys Island" aus der Feder von Jonathan Philippi, von dem ich gleich noch als Zugabe seinen neuen Reiseführer über das Saarland bekam. Damit ich mich dann nächstes Jahr noch besser zurecht finde auf dem Weg nach Homburg. Außerdem zwei Büchlein aus der Novellenreihe des UlrichBurger-Verlags, auf die ich mich schon sehr freue.Ja, und dann war die Messe auch schon wieder zu Ende.

Ich räumte also die Reste meines literarischen Angebots wieder in den Koffer und trollte mich langsam in Richtung Heimat. Am Bahnhof gab es noch den üblichen Dönerteller, Eine Zugverspätung ließ mich um meinen Anschlusszug in Mannheim bangen, doch am Ende ging alles glatt. Landung in Hannover um 1.45 Uhr. Zwischenstopp in Sillium eine Stunde später. Auspacken. Ankunft in Gardelegen gegen 4.30 Uhr. Kurze, tiefe Schlafphase. Weckerklingeln um 9 Uhr ... Mehr wollt ihr gar nicht wissen. ;-)



© Petra Hartmann
Danke an Nadine Muriel und Martin Frohmann für die Fotos.


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Nürnberger Autorentreffen 2017

Geschrieben von Petra , in Unterwegs 07 June 2017 · 323 Aufrufe
Unterwegs, Nürnberg und 2 weitere...
Autorentreffen in Nürnberg - ein absolutes Muss für Schreibende, und wer an Himmelfahrt irgend etwas anderes auf dem Terminplan hat als an der Kult-Veranstaltung von Ursula Schmid-Spreer teilzunehmen, der tut mir herzlich leid.
Auch dieses Jahr hat es mit am Himmelfahrtsdonnerstag wieder in die Frankenmetropole verschlagen. Und wie jedes Jahr nahm ich mir, als der Wecker mich morgens um 3 Uhr - nach nur zweieinhalb Stunden Schlaf - aus dem Bett holte, vor, das nächste Mal einen Tag früher loszufahren. Gegen 4 Uhr kletterte ich ins Auto und erreichte nach einer recht problemslosen Fahrt auf der fast freien A7 nach rund einer Dreiviertelstunde Hannover, bekam dann einen kleinen Herzstillstand, als mein Stamm-Parkhaus gesperrt war, musste etwas herumsuchen, aber fand dann gerade noch rechtzeitig eine neue Bleibe für meinen Wagen. Mit dem schweren Koffer erreichte ich Gleis 4 pünktlich, fiel im ICE nach Fulda in Tiefschlaf, erwischte tatsächlich meinen Anschlusszug und landete gegen 9.30 Uhr, nach einer kleinen Halbschlafphase, halbwegs ausgeruht am Nürnberger Hauptbahnhof. Als ich am Caritas-Pirkheimer-Haus anlangte, waren ein paar Autorenkollegen schon da. Mit netten Gesprächen und Kaffee literweise starteten wir in den Tag. Und es wurde ein volles Programm, dafür hatte Ursula gesorgt.

Phantasie im Schreibprozess

Edgar Bracht, Lektor beim Blessing-Verlag und unter anderem zuständig für Titus Müllers Werke, hatte seinem Beitrag den Titel "Die Phantasie im Schreibprozess" gegeben. Der Mann hat mir vor allem mit einer Bemerkung aus der Seele gesprochen: Er berichtete aus seiner Lektoratserfahrung, dass dank der zahlreichen Schreibratgeber die eingereichten Romane immer weniger Fehler enthalten. "Aber es fehlt das Individuelle." Ja, genau das ist es, das mir in den vergangenen Jahren den Gang in die Buchhandlungen immer mehr verleidet hat. Diese korrekt nach Schreibratgeber gestalteten Musterromane, die alle gleich sind. Und dazu Schwertcover, Axtcover, Gesichtercover und ein "Die ...in "-Titel. (Wenn ich am Nebentisch zwei Jungautorinnen fachsimpeln höre und eine sagt: "Ich bin gerade am zweiten Wendepunkt ...", dann dreht sich mir immer wieder der Magen um.)
"Es gibt Regeln, die man beachten muss", sagte Bracht. "Aber man muss sie nicht 1:1 umsetzen." Er wies auf "Fehler" in Bestellern hin, die eigentlich laut Schreibhandwerksregeln verboten sind, wie beispielsweise die ausschließliche Verwendung der indirekten Rede in "Die Vermessung der Welt". Das macht mir Mut.

Der Trost der Literatur

Eine interessante These des Lektors war, dass Literatur (oder die Oper) vom Leser geliebt wird, weil sie "Trost" gewährt. Das kann durchaus einen tragischen Untergang des Helden mit einschließen. So sei es ein sehr großer Trost, als Liebende und Geliebte gemeinsam zu sterben. "Auf dieser Ebene bietet uns die Oper den größtmöglichen Trost."
Edgar Bracht gab auch Einblicke in den emotionalen Zustand eines Lektors im Vorfeld der Messe beim Studieren der zahlreichen Exposees und Leseproben ("Man lebt in einem Zustand des permanenten Coitus interruptus") und der "Novemberdepression" nach den Tagen in Frankfurt.

Details im Roman

Ein weiteres Thema waren Details im Roman. Wann schildere ich was wie ausführlich? Was muss ich erfinden, was sollte ich recherchieren? Dazu zwei grundsätzliche Hinweise: In Gegenwartsromanen muss man zumindest bei Alltagsgegenständen nicht allzu sehr ins Detail gehen. Kein Leser aus dem 21. Jahrhundert braucht eine Erklärung, was eine Rolltreppe ist oder wie ein Bus aussieht. In historischen Romanen benötigt der Leser viel mehr Details und Informationen, da ihm die Umwelt der Romanhelden eben nicht selbstverständlich ist.
Eine weitere Faustregel: Je unglaublicher etwas ist, desto detailgetreuer und überzeugender müssen die Beschreibungen sein. Wenn in einer Geschichte ein wichtiges Detail frei erfunden ist, muss der Rest und das ganze Drumherum einfach so wasserdicht und lebensecht geschildert sein, dass der Leser den Rest auch glaubt.

Fachleute reden gern über ihr Steckenpferd

Ebenfalls um das Thema Recherche drehte sich das Referat von Titus Müller. Er erzählte, wie er Informationen für seine historischen Romane findet und woher er die vielen Details gewinnt, die einem Roman Authentizität verleihen. "Eigentlich redet jeder gern über sein Steckenpferd", meint Titus. (Womit er zweifellos Recht hat. Fragt mich einfach mal etwas über Theodor Mundt und das Junge Deutschland.) "Aber bevor ich jemanden etwas frage, mache ich erstmal meine Hausaufgaben." Einen Experten, den man nach Allerweltsdingen fragt, die jeder mit drei Klicks aus dem Internet holen kann, könnte man durch dumme Freagen durchaus vergrätzen. Während knifflige Detailfragen einen richtigen Experten sehr viel Spaß machen - und man gewinnt oft einen wertvollen Unterstützer für das Buch.

Auf der Suche nach alten Stadtplänen

Titus ist ist als Verfasser von historischen Romanen nicht auf eine bestimmte Epoche festgelegt. So musste er schon so unterschiedliche Dinge suchen wie einen Stadtplan von Lissabon vor dem Erdbeben im Jahr 1755 oder eine Information darüber, bis wann in Deutschland noch Telefongespräche über das "Fräulein vom Amt" geführt wurden. Oder es gab die Frage zu klären, warum die Kugel einer Vorderladerpistole beim Reiten nicht aus dem Lauf herausrollte.
Titus ist in der Recherche ausgesprochen akribisch und detailversessen. Das ging so weit, dass er seine beiden Hauptfiguren in seinem Titanic-Roman in den beiden einzigen Kabinen unterbrachte, deren Bewohner man später nicht mehr ermitteln konnte. Bewundernswert.

Zwischen Lummerland und Kaufland

Stefan Wendel, der dritte Referent, befasste sich mit der Situation der Kinder- und Jugendliteratur in Deutschland. Er gab seinem Vortrag den Titel "Zwischen Lummerland und Kaufland". Das Interessante an seinem Beruf: Er betätigt sich als Berater für Kinderbuch-Autoren und-Illustratoren. Ich wusste gar nicht, dass es das gibt.

Wendel hatte positive und weniger erfreuliche Neuigkeiten aus der Buchbranche für uns als Autoren. Zunächst das Positive.

1. Die Buchbranche genießt viel Aufmerksamkeit und großes Interesse.
2. Spiegel, Stern und Focus veröffentlichen regelmäßig Bestsellerlisten.
3. Die Umsätze sind gestiegen (erstmals seit drei Jahren).
4. Es gibt ein dichtes Händlernetz und eine gute Logistik.
5. Es gibt eine große Vielfalt an Verlagen.
6. Es gibt eine große Produktvielfalt - vom Pappbilderbuch bis zum Allager.
7. Es gibt vielfältige Verwertungsketten: Hardcover, Taschenbuch, Hörbuch, eBook etc.
8. Es gibt eine große Vielfalt an Programmplätzen. Die Zahl der Neuerscheinungen steigt.
9. Kinder und Jugendliche lesen, allen Unkenrufen zum Trotz, immer noch.
10. Es gibt märchenhafte Autorenkarrieren wie zum Beispiel die von J. K. Rowling, Cornelia Funke oder Jeff Kinney.

Auf der negativen Seite listet er verschlossene Verlagstüren und komplexe Vermittlungsstrukturen auf. Hinzu kommen eine große Überproduktion, die Austauschbarkeit bestimmter Autoren und Bücher, der "Darwinismus" des Marktes. Es gibt eine große Konkurrenz aus dem Ausland ("Ausländische Autoren schreiben per se keine besseren Bücher, sie haben sich aber schon auf ihrem Markt bewährt"). Außerdem möglicherweise schädlich: "der gläserne Markt". Da sich Verlage jederzeit bei der GFK über die exakten Verkaufszahlen eines Autors informieren können, wissen sie auch, wenn ein Buch floppt. "Flunkern war gestern", sagt Wendel. Eventuell sei ein Neustart unter Pseudonym ratsam, wenn sich die ersten Titel als wenig lukrativ erwiesen haben.

Gecastet, gebrieft und bestellt

Noch ein Negativpunkt des Buchmarktes: Es wird gecastet, gebrieft, bestellt - viele der Bücher sind einfach nur noch Auftragswerke. Also: Kein gutes Klima für "Zauberbücher", für die unverwechselbaren, individuellen Meisterwerke, die aus der Masse hervorstechen und neue Wege weisen. Als Beispiele für solche Zauberbücher nannte er "Harry Potter", "Die unendliche Geschichte" und "Tintenherz". "Bestseller entstehen nicht allein durchs Marketing", hält der Autorenberater fest. "Zauberbücher sind Unikate und werden nicht in der GFK-Retorte erzeugt."

Ein paar Tipps vom Autorenbeater:
1. Sich von der Muse nicht becircen lassen. "Halten Sie nach dem Musenkuss erstmal inne und stellen Sie ein paar kritische Fragen an Ihr Projekt." Lässt es sich gut pitchen? Hat es Serienpotential? Ist es originell? Gibt es ähnliche Titel?
2. Meist ist es ratsam, das Projekt noch reifen zu lassen. Nichts ungeprüft aus der Hand geben. Testleser fragen.
3. "Mit dem Trojaner durch die Firewall". Der Trojaner ist in diesem Fall ein Exposee. Aber: Viele Exposees laden nicht zum Lesen ein, "weil sie die Anmutung von Medikamentenbeipackzetteln haben".
4. Zielen statt Schrotflinte: Agenten und Verlage gezielt ansprechen, nicht breitgestreute allgemeine Anfrage per Serienmail raushauen.
5. Unabhängig bleiben: Machen Sie sich von Verlagen weder finanziell noch für Ihr Leben abhängig." Und den Spaß am Schreiben sollte man sich auch bewahren.

Soviel zum Vortragsprogramm. Wir haben eine ganze Menge gelernt an diesem Tag und viel Stoff zum Nachdenken bekommen. Dazu gab es ein wunderbares Bunratty Castle Stuffed Pork im "O'Shea's" und abends ein Büffet im "Della Nonna", eine ganze Menge Cola, vielevieleviele Liter Kaffee und eine Menge interessante Gespräche mit den Autorenkollegen.

Lesung im Weinlager

Der Tag danach war ebenfalls spannend. Zehn Teilnehmer des Treffens, darunter meine Wenigkeit, stellten ihre Werke auf einer Lesung beim Kunstverein im Weinlager vor. Das Besondere: Die Lesung war ausgeschrieben mit dem Hinweis: "10 mal 6 - Nur ein Schuss kann sie stoppen". Und das mit dem stoppenden Schuss war tatsächlich wörtlich zu verstehen. Nach sechs Minuten Lesezeit ertönte ein lauter Schuss, und der nächste war dran. Wir waren aber alle recht diszipliniert und hatten ausgiebig Probe gelesen. So schaffte wir es, uns an das Zeitlimit zu halten, ohne "erschossen" zu werden.
Mit dabei waren:
Teresa Junek
Martin Meyer
Dolores Pieschke
Alex Conrad
Gerald Kaliwoda
Waltraud Zuleger
Petra Hartmann
Regina Werner
Mark Jischinski
Merit Stocker

Ich las das erste Kapitel aus "Nestis und die verbotene Welle" vor. Nestis hat eine Scheibe der extrem lauten Submarine-Metal-Band Ølpæst aufgelegt und tanzt zu "Rock die Nordsee!". Was natürlich zu Ärger mit der Meergroßmutter führt ... Die Lesung kam, glaube ich, ganz gut an. Jedenfalls waren die Leute alle neugierig darauf, wann das Buch zu haben ist.

In den Lesepausen spielte Paul Pfeffer Saxophon. Außerdem hatten wir Gelegenheit, die Gemäldeausstellung im Weinlager zu bewundern und konnten sogar einen Blick in die oberen Räume werfen, in dem Bodypainting-Künstler Walter Mattischeck unter anderem eine spezielle Dusche für Regenaufnahmen eingerichtet hat. Außerdem gab es viele Fotos von seinen Kunstwerken zu sehen. Sich vorzustellen, dass die Models, die bemalt werden, sechs Stunden und mehr stillsitzen müssen ... Ein Knochenjob.

Schlaflos im ICE

Ebenfalls ein Knochenjob war dann meine nächtliche Rückfahrt mit der Bahn. Wenn man zweimal davon aufwacht, dass ein bis dahin recht netter Mitreisender einem zwischen die Beine und an den Arm greift, ist das schon etwas seltsam. Als ich dann mit halb geschlossenen Augen und geballter Faust ruhig liegenblieb und auf den nächsten Versuch lauerte, stellte sich dann aber heraus, dass die Sache recht harmlos war. Der arme Kerl hatte seine Brille verloren und tastete sich blind wie ein Maulwurf durchs Abteil. Als wir dann Licht gemacht hatten, entdeckte ich das Ding gefährlich nahe an meinem Fuß. Mann, war der mir dankbar, als ich ihm die Brille wiedergab. Danach konnten wir relativ ungestört schlafen.

Die letzte Lesung der Reise

Der Zug hatte zwar enorme Verspätung, aber das konnte mir egal sein, da ich nicht umsteigen musste. Gegen 7.20 Uhr krabbelte ich in Hannover aus der Bahn, fand mein Auto im Parkhaus wieder und erreichte rund eine Stunde später das heimatliche Sillium, wo meine dreijährige Nichte schon auf mich wartete. Liebenswürdig, wie sie nun mal ist, wollte sie mir zum Einschlafen noch etwas aus einem ihrer Bilderbücher vorlesen. Das war schon okay, nur dass sie immer wieder verlangte, ich solle doch die Augen aufmachen, um mir die dazugehörigen Bilder anzusehen, war manchmal etwas störend. Ich bin dann aber irgendwann doch eingeschlafen. Vielleicht erzählt sie mir irgendwann nochmal, wie die Geschichte ausging ...


Weitere Berichte vom Nürnberger Autorentreffen:
Nürnberger Autorentreffen 2010
Nürnberger Autorentreffen 2011
Nürnberger Autorentreffen 2012
Nürnberger Autorentreffen 2015
Nürnberger Autorentreffen 2016

© Petra Hartmann


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MarburgCon 2017 - phantastisches Niederweimar

Geschrieben von Petra , in Unterwegs 17 May 2017 · 366 Aufrufe
Unterwegs, Marburg
Der Marburg-Con in Niederweimar gehört zu meinen liebsten Ausflügen in die Welt der Phantastik, und auch am vergangenen Sonnabend war es wieder so weit, dass ich ziemlich früh am Morgen und noch reichlich verschlafen mit meinem kleinen Panda die A7 südwärts zuckelte.
Da ich dieses Jahr keinen Büchertisch zu bestücken hatte und meine Lesung erst um 17 Uhr begann, konnte ich es etwas gelassener angehen. So traf ich gegen 11 Uhr am Bürgerhaus neben der Agip-Tankstelle ein und fand den Raum schon recht gut gefüllt vor. Dass ich dann doch noch eine ganze Menge Signierarbeit bekam, liegt an Gerd-Michael Rose (TES), zu dessen Verlagsprogramm auch die Reihe „BunTES Abenteuer“ gehört, in der mein „Feuervogel“ erschienen ist. Ich setzte also in rund zehn Hefte meinen Namenszug und hoffe, den Verkauf damit ganz gehörig angekurbelt zu haben. Mitgenommen habe ich mir aus dem Verlag Rolf Krohns Kurzgeschichtensammlung „Bunte Lichter“. Klingt sehr interessaant, ich bin gespannt.

Arcanum und Scratch haben neue Heimat

Bei Saphir im Stahl entdeckte ich einige interessante Arcanum-Restbestände, unter anderem den Gedichtband „Balladen und Bänkelsänger“ mit Fantasy-Lyrik, zu dem ich vor Urzeiten mal das Gedicht „Die ganze lange Nacht“ beigesteuert hatte. Erik Schreiber ist durch die Übernahme von Arcanum und Scratch nun dreifacher Verleger. Wie macht der Mann das bloß? Wenig Neuigkeiten hatte er allerdings über eine Anthologie, zu der ich Ende April eine Geschichte eingereicht hatte. Anscheinend sind bislang nur zwei Beiträge vorhanden … Abwarten. Jedenfalls nahm ich mir ein altes und ein neues Buch mit: „To bad to be god“ von Kristina Lohfeldt aus den Scratch-Verlag und Eriks neuen Beitrag zu den „Mystischen Schriften“ von Arcanum, die Novelle „Schwalbennest“.
Beim Blitz-Verlag schaute ich mir schon mal Teil drei des "Gespensterbuchs" an. Den hole ich mir aber erst, wenn ich mit Teil zwei durch bin. Also wohl zum BuCon. Es gibt übrigens noch ein paar Exemplare der Anthologie "Drachen! Drachen!", die ich zusammen mit Frank G. Gerigk im Blitz-Verlag herausgegeben habe. Holt sie euch.
Bei Torsten Low liebäugelte ich mit dem Reiseführer durch die Herbstlande. Das dazugehörige Buch kenne ich ja schon, aber das Heft sieht vielversprechend aus. Vielleicht auch beim BuCon. Beim Geisterspiegel stöberte ich in den Geisterschocker-Hörspielen. Auf meiner Einkaufsliste steht ja immer noch der aktuelle Malcolm Max, der war allerdings nicht da. Dafür entdeckte ich noch zwei alte Bessy-Hefte für meine Sammlung.

Anderthalb Lesungen

Ich habe mir anderthalb Lesungen angehört. Zuerst die von Markus K. Korb aus "Spuk": Horror, Grusel und eine Portion Humor, dazu eine schöne, volltönende Stimme mit südlichem Zungenschlag, da hätte ich noch stundenlang weiter zuhören können. Sehr schön war auch die erste Hälfte von Tom Dauts Lesung aus "ANNO SALVATIO 423 - Das Licht der Ketzer". Tom hat eine geniale Art vorzulesen, und die Soundeffekte verwandelten den Konferenzsaal tatsächlich in ein großes Hörbuch-Kino. Leider habe ich dann vor lauter Spannung einmal zu schnell geatmet und mich verschluckt. Wer meine Hustenanfälle kennt, weiß, dass sie nicht so schnell wieder aufhören. Da bin ich lieber rausgeschlichen und habe mich am Tresen mit Cola medizinisch versorgt.

Von Chili und Weltraumplaneten

Apropos Tresen: Das Chili war klasse. Ich hätte gut noch eine zweite Portion vertragen können. Die Bockwurst mit Senf und Brötchen war aber als Ersatz akzeptabel. Dirk van den Boom als Thekenkraft gewohnt charmant. Dank seiner Sticheleien über meinen geplanten Roman „Der Weltraumplanet“ habe ich nun auch schon einen Verleger: Hermann Schladt vom VSS-Verlag schrie gleich „Hier!“, als er hörte, ich arbeite an einem SF-Roman. Naja, wenn ich jetzt schon einen Titel und einen Verleger habe, dann sollte ich langsam anfangen über den Inhalt nachzudenken.

Demantin und Hödeken in Marburg

Am Abend las ich dann im Raum „Kegelbahn“ aus „Demantin“ und „Hödeken“ vor, beide erschienen im Hildesheimer Verlag Monika Fuchs. Beim „Demantin“ trug ich die Kandimant-Episode mit dem furchtbaren Meerweib vor, aus den Hödeken-Sagen die Geschichte, in der Hödeken die Frau eines Rosshändlers vor zudringlichen Freiern beschützen soll. Was der Geist allerdings nicht ahnte, als er den Auftrag annahm: Die Frau war, sagen wir: außerordentlich aktiv und lockte beinahe mehr Männer an als ein ehrenamtlicher Tugendwächter verscheuchen kann. Ein echter Knochenjob für den armen Hütchenträger.
Es gab eine sehr lebendige Diskussion, und trotz des eigentlich sehr hildesheimischen Stoffes waren wir schnell beim Vergleichen von indoeuropäischen Sagen und Mythen und, zogen Parallelen zwischen Demantins Irrfahrten und der Reise des Odysseus. Da hätte der „Crane“ fast noch besser gepasst.

Vincent-Preis und Marburg-Award

Am Abend wurden der Vincent-Preis und der Marburg-Award verliehen. Hier zunächst die Ergebnisse des Vincent-Preises:

Roman national

1. Platz: Vincent Voss: Frischfleisch
2. Platz: Michael Merhi: Candygirl
3. Platz: Jenny Wood: Letzter Plan
4. Platz: Sabine D. Jacob: Rabenauge
5. Platz: Arne Beitmann: Familientreffen

Roman international
1. Platz: Tim Curran: Skull Moon
2. Platz: Edward Lee: Header
3. Platz: Joe R. Lansdale: Gekreuzigte Träume
4. Platz: Greg F. Gifune: Bösartig
5. Platz: Jeff Strand: Dead Clown Barbecue

Anthologie
1. Platz: Constantin Dupien (Hrsg.): Heimgesucht
2. Platz: Bettina Ickselsheim – Förster (Hrsg.): Mysteriöse Orte
3. Platz: Markus Kastenholz (Hrsg.). Fleisch 4
4. Platz: Carolin Gmyrek (Hrsg.): Unheimliches Ungeziefer
5. Platz: Kastenholz/Ippensen (Hrsg.): Blutgrütze 1

Storysammlung
1. Platz: Tobias Bachmann: Liebesgrüße aus Arkham
1. Platz: Markus Kastenholz: Rotjäckchen und der perverse Wolf
2. Platz: A.C. Hurts: Gone Mad
3. Platz: Markus K. Korb: Xenophobia
4. Platz: Inhonourus: Morbid-Krankhaft

Kurzgeschichte
1. Platz: Faye Hell: Cock sucking …
2. Platz: Thomas Williams: Clown Syndrom
3. Renee Engel: Die Augen der Geisha
4. Platz: Juliane Schiesel: Grenzgebiete
5. Platz: Kaiser/Lohwasser: Im Zeichen der gestrengen Mutter
6. Platz: Inhonourus: Logout

Grafik
1. Platz: Markus Lawo: Gone Mad
2. Platz: Arndt Drechsler: American Wasteland
3. Platz: Markus Freier: BioPunk'd
3. Platz: Björn Ian Craig: Zwielicht 8
4. Platz: Jacqueline Spieweg: Besessen

Sonderpreis
Horror-Forum


Der Wettbewerb zum Marburg-Award hatte diesmal das Thema "Finstere Übernahme". Die Gewinner sind:

1. "Ihre Entscheidung!" von Sonja Hermeneit
2. "Die Welt retten" von Anke Höhl-Kayser
3. "Entmietung" von Anja Buchmann
3. "Symbiose" von Julia Annina Jorges

Ich habe mir das Buch zum Marburg-Award gekauft und die Sieger-Geschichte schon gelesen. Wirklich faszinierend und sehr mutig. Das ganze ist eigentlich keine Geschichte, sondern eher ein „Entscheide dich“-Abenteuer: Das und das passiert. Was tust du? Wenn du das und das machst, lies weiter bei Nummer 7, wenn du lieber dieses oder jenes tust, lies weiter bei 19. Die Veranstalter hatten im Vorfeld sogar überlegt, ob sie den Text nicht disqualifizieren sollten. Schon bemerkenswert, dass diese Ausnahme-Geschichte dann sogar gewonnen hat.
Und sonst? Es waren sehr viele Besucher da. Das Bürgerhaus war gut gefüllt. Trotzdem habe ich einige Freunde vermisst. Wir werden wohl alle nicht jünger und gesünder. Alles Gute an euch da draußen.

Herrenloses Warndreieck und verschwundene Autobahn

Ich kam spät in der Nacht nach Hause. Außergewöhnliche Vorkommnisse: Ein herrenloses Warndreieck auf dem Standstreifen und schon fast an der Fahrbahn kurz vor der Werratalbrücke. Eine weggemachte Autobahn, die kurz vor Seesen einfach verschwand (seit wie vielen Jahren komme ich nun schon aus Marburg nach Hause und taste mich durch Baustellen vor Bockenem?). Ein eigenartiger Lichtreflex beim Einfahren in eine hessische Ortschaft (Sollte ich zu schnell gewesen sein? Ich glaube eigentlich nicht). Wiedereintritt in die Silliumer Atmosphäre gegen 1.30 Uhr mit voller Büchertasche, leerem Geldbeutel, viel neuem Wissen über Verlaine dank der "Langen Nacht" des Deutschlandfunks und sehr kleinen Augen. Nächstes Jahr nehme ich mir bestimmt ein Zimmer in Marburg.


© Petra Hartmann


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BuCon 2016 - anstrengend, schön, viel zu kurz

Geschrieben von Petra , in Unterwegs 24 October 2016 · 799 Aufrufe
Unterwegs
Zur Buchmesse muss man nicht unbedingt - zum Buchmesse-Convent schon. Klar, dass ich mir das phantastische Treffen in Dreieich nicht entgehen ließ. Klar, dass ich es wieder nicht geschafft habe, mir ein Zimmer zu nehmen. Und klar, dass ich mir abends nach der Verleihung des Deutschen Phantastik-Preises, als die meisten Freunde sich zum gemeinsamen Abendessen begaben, sagte: "Nächstes Mal bleibst du wirklich zwei Tage ..."
Diesmal hatte ich auf dem Weg ins Mekka der Phantastik zwei Mitfahrer an Bord meines "Sputnik". Auf der Strecke von Sillium bis Kassel (Start gegen 5.30 Uhr) begleitete mich Susanne Klickerklacker, mein neues, eigentlich aber schon etwas altes und altkluges Navigationsgerät, das mir mein Schwager freundlicherweise zur Verfügung gestellt hatte und das mich auf dem kurzen Abstecher ins Innenleben Kassels zum Treffpunkt mit Felix Woitkowski lotsen sollte. Leider ist Susanne nicht mehr ganz auf der Höhe ihrer Zeit, letzte Woche verlangte sie auf der A39 bei Braunschweig, ich solle in 120 Metern wenden, und forderte mich auf, im Kreisverkehr die dritte Ausfahrt zu nehmen, aber nach einigen Schlenkern und drei Ehrenrunden fand ich dann doch zum vereinbarten Treffpunkt. Als Felix ins Auto stieg, starb Susanne, ihr Akku ist halt nicht mehr der Jüngste, aber Felix wusste immerhin, wie man rauskommt aus diesem Kassel, und den Weg nach Dreieich fand ich dann beinahe wie im Schlaf, auch wenn die Autobahn wieder, wie letztes Jahr, plötzlich verschwunden war. Wir schafften es, das Bürgerhaus Sprendlingen um 10.30 Uhr, eine halbe Stunde vor der Lesung der Geschichtenweber zu erreichen.

Geschichtenweber stellen Anthologien vor

Die Geschichtenweber-Lesung im Raum "Far-Point stand diesmal ganz im Zeichen der Storyolympiade. Bronzemedaillengewinner Michael Edelbrock las "Kristallgrab", seinen Wettbewerbsbeitrag zum Thema "Labyrinthe" vor. Er hat eine sehr angenehme Stimme, und vor allem der einschmeichelnde Tonfall, in dem der Vertreter des Mnemonischen Kollektivs den Helden von seiner Expedition zu dem labyrinthischen Asteroiden abzubringen versucht, hat mir sehr gut gefallen. Außerdem erzählten die Geschichtenweber etwas von ihren Zukunftsplänen. In der Pipeline sind gerade zwei Anthologien, einmal geht es um phantastische Sportler und einmal um ein Dimensionsportal, in das ein genialer Wissenschaftler verschiedene Gegenstände hineinschiebt, die dann an den verschiedensten Orten und in den unterschiedlichsten Zeiten und Welten auftauchen können. Klingt spannend.

Dystopisches Intermezzo

Kurz darauf besuchte ich die Lesung von Esther M. Schmidt, die kurzfristig für Maja Loewe eingesprungen war. Esther stellte ein Buch vor, das demnächst erscheinen soll (und schon einmal auf meiner Wunschliste gelandet ist). Sie arbeitet gerade an einer Dystopie. Sehr eindrucksvoll ihre etwas heisere Stimme dazu, eigentlich hatte sie ja ein Mikrofon haben wollen, aber es ging auch so, und die Zuhörer forderten schließlich einhellig: "Weiterlesen." Merkt euch schon mal "Die zweite Finsternis" im Papierverzierer-Verlag vor.

Käfer, Ungeziefer und Irrlichter

Die dritte Lesung, die ich an diesem Tag besuchte, war die Veranstaltung des Verlags Torsten Low. Wie bei den Geschichtenwebern war ich auch hier vor allem wegen der Storyolympiade da, denn hier las der Goldmedaillengewinner Günter Wirtz seine Geschichte "Krickel" vor. Eine Story, die ihr unbedingt selbst lesen müsst, hochverdient mit dem ersten Platz belohnt.
Außerdem gab es bei der Lesung Einblicke in die im Verlag Torsten Low erschienen Anthologien "Ungeziefer" und "Irrlichter", beides war ziemlich gruselig und macht Lust auf mehr. Wobei, sollte man sich diese "Ungeziefer" wirklich kaufen und lesen? Die Art wie Torsten Scheib seine Story "Under my skin" vortrug, jagt einem ja noch 24 Stunden später das Grauen den Rücken rauf und runter.
Zur Siegerehrung der Storyolympiade schreibe ich hier jetzt mal nicht so viel, ich habe die vier ausgezeichneten Autoren hier im Blog einzeln vorgestellt:
Günter Wirtz
Joachim Tabaczek
Daniel Huster
und Michael Edelbrock.
Nur soviel: Moderatorin Tatjana Stöckler hat ihre Sache wieder sehr gut gemacht und mit Charme und Wortgewandtheit die Gewinner präsentiert. Aber das nächste Mal bitte kein rotes Kleid vor rotem Vorhang, liebe Tatjana, sagt die verzweifelte Fotografin.

Ein prall gefüllter Rucksack voller Bücher

Bleibt noch zu erwähnen, dass ich eine ziemlich prall gefüllte Con-Tüte und einen schweren Rucksack voller Bücher mit nach Hause brachte. Da waren zunächst drei Anthologien, nämlich die "Labyrinthe" und die "Herbstlande" (beides Verlag Torsten Low) sowie die Sammlung "Rund um die Welt in mehr als 80 SF-Geschichten" (Verlag Saphir im Stahl), dazu das von Felix Woitkowski neu herausgegebene Gespensterbuch, Teil II (Blitz-Verlag) - Teil I war schon fällig auf dem Marburg-Con. Dann noch "Cantals Tränen", die neu erschienene Sammlung von Armin Rößler mit Geschichten aus seinem Argona-Universum, und "Das Mädchen und der Leuchtturm" von Fabienne Siegmund und Thilo Corzilius.

Kurd-Laßwitz-Preis, BuCon-Preise und DPP

Und sonst? Ein hochverdienter Kurd-Laßwitz-Preis für das BuCon-Team für 30 Jahre Organisation des besten Tages der Buchmesse. Ein vollkommen perplexer Markus Heitz bei der Entgegennahme des BuCon-Ehrenpreises, als Laudator Bernhard Hennen aus dessen allererster Bewerbung für den BuCon zitierte ("Die haben meine Emails aufgehoben!"). Kai Meyers Laudatio auf Thomas le Blanc zum BuCon-Preis für das Lebenswerk. Die phantastische Bibliothek Wetzlar ... Oh ja, die ersten Goldmann-Fantasy-Taschenbücher mit dem Aufdruck "Fantasy aus Deutschland", mein Gott, war ich da noch jung ... Der Geehrte nimmt's mit Energie und Dynamik und plant, in 65 Jahren nochmal da oben zu stehen und einen zweiten Ehrenpreis fürs Lebenswerk entgegenzunehmen. Dann komme ich auch wieder hin.
Die Verleihung des Deutschen Phantastik-Preises, frisch und ohne "Matratze, neue Zeile" von Dirk van den Boom moderiert, hat mir noch ein paar Einträge auf der literarischen To-do-Liste beschert. Vor allem Susanne Pavlovic und ihren Roman "Feuerjäger 1 - Die Rückkehr der Kriegerin" werde ich im Hinterkopf behalten. Machte den Eindruck einer Autorin, die sich von einer Agentur nicht auf Mainstream-Maße zusammenkneten lassen will.

Hier die Gewinner und Nominierten im Überblick:
Bester deutschsprachiger Roman:
1) Susanne Pavlovic: Feuerjäger 1 – Die Rückkehr der Kriegerin (Amrûn)
2) J. H. Praßl: Chroniken von Chaos und Ordnung 3 – Bargh Barrowson (Acabus)
3) Tom Jacuba: Kalypto 1 – Die Herren der Wälder (Bastei-Lübbe)
4) Valerian Çaithoque: Amizaras 3 – Raphadona (Amizaras)
5) Elisabeth Ruetz: Der Schattenkristall 3 – Das Blut der Wächterin (GS Publishing)
6) M. H. Steinmetz: Hell’s Abyss 1 – 666 (Papierverzierer)

Bestes deutschsprachiges Romandebüt:
1) Faye Hell: Keine Menschenseele (Amrûn)
2) Mona Silver: Verlorener Stern (Sieben)
3) Maja Loewe: Die Augen des Iriden (Papierverzierer)
4) Sandra Berger: Transformation am Feuersee (BookRix)
5) Luzia Pfyl: Cesario Aero – Kaiser der Lüfte (Ohneohren)

Bester internationaler Roman:
1) Terry Pratchett: Die Krone des Schäfers (Manhattan)
2) Patrick Rothfuss: Die Musik der Stille (Klett-Cotta)
3) Kevin J. Anderson: Resurrection Inc. (Papierverzierer)
4) Ben Aaronovitch: Peter Grant 5 – Fingerhut-Sommer (dtv)
5) Jonathan Stroud: Lockwood & Co 3 – Die raunende Maske (cbj)

Beste deutschsprachige Kurzgeschichte:
1) Oliver Plaschka: "Das öde Land" (aus: Das öde Land [Low])
2) Katharina Fiona Bode: "Erasmus Emmerich und der zinnoberrote Zinnsoldat" (aus: Die dunkelbunten Farben des Steampunk [Art Skript Phantastik])
3) Anna-Katharina Höpflinger: "Selig sind die geistig Armen" (aus: Verschlusssache [Ohneohren])
4) Georg Britzkow: "Gesang der Kröten" (aus: Der schwarze Gott des Wahnsinns [Sarturia])
5) Carmen Weinand: "Der große Stefano" (aus: Fleisch 3 [Eldur])

Beste Original-Anthologie/Kurzgeschichten-Sammlung:
1) Die dunkelbunten Farben des Steampunk (Art Skript Phantastik)
2) Oliver Plaschka: Das öde Land (Low)
3) Torsten Exter [Hg]: Zombie Zone Germany (Amrûn)
4) Ann-Kathrin Karschnick & Diana Kinne [Hg]: Die kleinen Köche (UBV)
5) Ingrid Pointecker & Fabian Dombrowski [Hg]: Verschlusssache (Ohneohren)

Beste Serie:
1) Nicole Böhm: Die Chroniken der Seelenwächter (Greenlight Press)
2) Andreas Suchanek: Heliosphere 2265 (Greenlight Press)
3) J. H. Praßl: Chroniken von Chaos und Ordnung (Acabus)
4) Perry Rhodan (VPM)
5) Allan J. Stark: Asgaroon (Papierverzierer)

Bester Grafiker:
1) Alexander Kopainski
2) Arndt Drechsler
3) Timo Kümmel
4) Grit Richter
5) Mark Freier

Bestes Sekundärwerk:
1) Alex Jahnke & Clara Lina Wirz: Das große Steampanoptikum (Edition Roter Drache)
2) phantastisch! (Atlantis)
3) Geek! (Panini)
4) Bettina Petrik & Stefanie Zurek: With Love, Mary Sue (iFuB)
5) Michael Haitel & Hermann Ritter [Hg]: Magira - Jahrbuch zur Fantasy 2014 (Amrûn)
6) Multimania (Devil Inc)

Dazu viele viele Phantasten, viele Gespräche, und doch zu wenig, ein paar Leute habe ich nur kurz im Vorbeigehen gesehen und mit "bis später" verabschiedet, und dann war schon wieder alles vorbei. Es folgte eine nächtliche Autobahnfahrt mit bangem Warten auf die nächste Tankstelle (Hessen ist wirklich ziemlich leer und ziemlich weit), eine verpasste Kasseler Ausfahrt, die Felix kurzfristig ins schöne Niedersachsen geraten ließ, zuletzt nur noch laute Musik und leises Vor-sich-Hindämmern der Fahrerin, bis sie gegen 1.30 Uhr in Sillium ins Bett und ins Koma fiel. Nächstes Jahr nehme ich mir ein Zimmer in Dreieich.


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HomBuch 2016 - zwei tolle Tage im Saarland

Geschrieben von Petra , in Unterwegs 06 September 2016 · 576 Aufrufe
unterwegs, HomBuch
Klein, familiär und entsetzlich weit weg von Sillium, das ist das Saarland. Auch dieses Jahr bewies mir die HomBuch, die Homburger Buchmesse, erneut, dass sich jeder Kilometer, den man dorthin zurücklegt, lohnt.
Es waren zwei tolle, buchvolle Tage, die viel zu schnell zu Ende gingen. Auch wenn die Messe mit einer schlechten Nachricht eröffnet wurde: Veranstalter Ulrich Burger war schwer erkrankt und lag im Krankenhaus. Aber seine Frau Kristin hatte die Sache gut im Griff, die Vorbereitung war offenbar gut, und so konnte die HomBuch reibungslos verlaufen.

Druckfrisch auf dem Tisch: "Crane", "Demantin" und "Hödeken"

Ich hatte diesmal gleich drei Neuerscheinungen auf meinem Büchertisch - und zwar so außerordentlich druckfrische Neuheiten, dass ich selbst sie erst am Abend zuvor bei meiner Verlegerin Monika Fuchs abholen konnte. Es waren der "Crane" und der "Demantin", zwei Ritter-Geschichten, nacherzählt nach den mittelalterlichen Epen des Berthold von Holle, und die Hörfassung zu meinem Sagenbuch "Hut ab, Hödeken!", das ich bei Radio Tonkuhle eingesprochen hatte. Daneben ein paar "Longseller", zum Beispiel die Movenna-Bücher, die Abenteuer von Nordsee-Nixe Nestis, die Darthula und den Timur.

Schiffe und Piraten

Schön war das Wiedersehen mit alten Bekannten, wobei sich einige von ihnen doch sehr verändert haben. Nadine Muriel führte mir stolz ihr neues Tattoo vor, ein großformatiges Schiff mit weißen Segeln und wunderschönem blauen Meer und Himmel, das nun ihren Unterarm ziert. Auf Facebook hatte ich das Bild ja schon bewundern können, aber in Natura sehen die Farben noch viel eindrucksvoller aus, vor allem dieses Blau. Aber es hat wohl ziemlich weh getan, ebenfalls vor allem das Blau.
Marc Hamacher hat so viel abgenommen, dass ich ihn beinahe nicht mehr wiedererkannt hätte. Er und seine Frau Tanja Kummer präsentierten an ihrem Stand die Bücher des Leseratten-Verlags, der zurzeit eine sehr interessante Piraten-Ausschreibung laufen hat. Mal überlegen.

Radio Homburg berichtet

Der Lokalsender Radio Homburg berichtete sehr umfangreich aus der Messehalle. Moderator Charlie König hatte den Ehrgeiz, mit jedem Standbetreiber ein Interview zu führen. Tatsächlich kam er auch bei mir vorbei und hielt mir das Mikrofon unter die Nase. Dabei beging ich doch glatt einen kleinen Fauxpas: Von meinen Lesungen mit verteilten Rollen bei Radio Tonkuhle bin ich es nämlich gewohnt, dass man sich das Mikro hin- und herreicht, wenn man sich eines teilt, also nahm ich ihm erstmal das Mikro aus der Hand. Peinlich. Aber er hat sich nicht gewehrt ...

Im Bücherkaufrausch

Kaufrauschtechnisch hatte mir meine schmale Poetenbörse ja eigentlich strengste Zurückhaltung auferlegt. Ich ergatterte jedoch trotzdem ein wenig Lesestoff, sowas muss schließlich auch sein, wenn man auf eine Buchmesse fährt. Und ein paar Kollegen ließen sich ja auch auf einen Tausch ein. Da war zunächst "Das rätselhafte Abenteuer des kleinen Goblin" von Alexandra Bauer, ein Buch, das die Arcanum-Ausschreibung zum Kinderbuch "Der kleine Goblin" gewonnen hatte, nun aber, da der Verlag seine Pforten schloss, als selbst veröffentlichtes Taschenbuch erschien. Dann von Jonathan Philippi "Das Geheimnis der dunklen Baracke", Teil 3 der Serie "Mary Island". Eigentlich ist ja schon Teil vier draußen, ich bin mit dem Lesen ein wenig ins Hintertreffen geraten. Dann landete "Eulenland" von Jutta Ehmke" in meinem Bücherkorb, ein Buch aus der Jugend-Fantasy-Abteileung des Verlags Saphir im Stahl, schön kleinformatig für die Hosentasche, dabei aber gleichzeitíg schön dick für eine lange Lesenacht. Die Anthologie "Rund um die Welt in mehr als 80 SF-Geschichten" wollte ich dort auch erwerben, aber Verleger Erik Schreiber hatte nur noch ein Ansichtsexemplar da. Also dann, es gibt ja noch einen BuCon. Beim UlrichBurger-Verlag erstand ich "Jäger im Zwielicht" von Stephan Lössl, ich mag ja die kleinen phantastischen Novellen so gern, und schließlich wurde ich am Stand der Edition Roter Drache hinterrücks von einen dicken Schinken über Loki angesprungen. (Thor ist fällig auf dem nächsten Con.)

Raumfahrt-Abenteuer

Was gab es sonst noch? Ein gemütliches Abendessen im "Hemmingway" mit den Verlagsteams von Leseratten und Saphir im Stahl, eine exzessiv genutzte Dusche im Hotel Euler und einen absurden Traum: Ich war Autorin einer SF-Serie geworden und sollte eine Figur in die Serie hineinschreiben, die besonders für Kinder als Identifikationsfigur geignet sein sollte. Daraufhin erfand ich eine Raumfahrerin, ähnlich der Heldin "Aspiray Fountainblue", über die ich in dern 90ern drei Kurzgeschichten geschrieben hatte (es geht ja nichts verloren). Die Figur kam gut an und erhielt im wöchentlichen Magazin zur Serie vier Seiten, auf denen über neue Abenteuer und über Geschichten vom Filmset berichtet wurde. Inzwischen war das Ganze nämlich eher zu einer Filmgeschichte geworden, und ich war Darstellerin dieser Raumfahrerin. Ich kletterte gerade aus meiner Rakete, als ich feststellte, dass es schon reichlich spät war. Um schneller voranzukommen, lief ich auf Händen nach Hause. Im realen Leben kann ich sowas gar nicht, aber im Traum machte ich Riesenschritte und weite Sprünge mit meinen Händen, nur als ich zu Hause vor der Jägerzaun-Gartenpforte stand, trat ich doch tatsächlich mit der rechten Hand in einen großen, weichen Hundehaufen. Ich hatte zwar meine betagten und schon etwas maroden Leder-Arbeitshandsschuhe an, aber eklig war's trotzdem. Da bin ich lieber aufgewacht. Und was will mir dieser Traum jetzt sagen?

Bahnfahrt wird zur Sportstunde

Die Heimfahrt verlangte mir dann noch einmal sportliche Höchstleistungen ab, als ich - vollkommen wagenstandsanzeigerkonform - in Mannheim im Abschnitt "G" Aufstellung genommen hatte und mir plötzlich statt Wagen 1 mit meinem reservierten Platz 71 der Wagen 14, erster Klasse und ohne Platzreservierung vor der Nase hielt. Die 14 Wagen im ölsardinenenenggedrängten Zug zu durchqueren, dauerte etwas über eine halbe Stunde. Nach einer Viertelstunde, ich befand mich gerade im Bordrestaurant in der Mitte des Zuges, kam die freundliche Durchsage mit der Information, man habe es diesmal mit der umgekehrten Wagenreihung zu tun. Danke, da wäre ich jetzt allein nicht drauf gekommen. Egal, als ich pumpend wie ein Maikäfer und klitschenassgeschwitzt auf meinen Sitzplatz fiel, hatte ich keine Luft mehr zum Schimpfen, und irgendwann war ich dann auch eingeschalfen. Einfahrt in Hannover war gegen 2 Uhr morgens, dann eine dreiviertelstündige Fahrt über die A7, die ich ja wie im Schlaf kenne, Rückeinsturz in die Silliumer Atmosphäre gegen 3 Uhr. Vielleicht wäre ich auf Händen ja doch schneller und entspannter nach Hause gekommen als mit der Bahn ...? Die HomBuch war's jedenfalls wert. Gut gemacht, Uli.


© Petra Hartmann


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Zwei Tage in Nürnberg - Notizen vom Autorentreffen

Geschrieben von Petra , in Unterwegs 12 May 2016 · 1024 Aufrufe
Unterwegs, Nürnberg und 1 weitere...
Was wäre das Autorenleben ohne das jährliche Treffen in Nürnberg? Drei hochkarätige Referenten, dazu kulinarische und literarische Erlebnisse, Gespräche mit Gleichgesinnten und die liebevolle Betreuung durch Organisatorin Ursula Schmid-Spreer machen den Himmelfahrtstag seit Jahren zu etwas Besonderem. Auch diesmal - zum 13. Mal - verbrachten wir einen herrlichen Tag in der Frankenmetropole. Wenn auch getrübt durch einen nicht nur kleinen, sondern recht großen Wermutstropfen. Ursulas Mann Heinz, die "Graue Eminenz" im Hintergrund, wie sie ihn oft liebevoll bezeichnete, ist von uns gegangen. So schnell kann es passieren. Er fehlt.
Für mich begann das Autorentreffen diesmal leider etwas verspätet - wegen einer Bahnbaustelle im Bereich Kassel-Wilhelmshöhe, die mir einen anderthalbstündigen Umweg bescherte und mich den Anschlusszug in Fulda verpassen ließ. Auch der Check-in im "Schwänlein" war nicht ganz unproblematisch, dreimal musste ich im Abstand von einigen Stunden dort antanzen, bevor ich den Schlüssel bekam. Ich hatte das Hotel ja ausgesucht, weil es recht nahe am Bahnhof liegt - aber mit dem schweren Rollkoffer über endloses malerisches Altstadt-Kopfsteinpflaster zu laufen, das ist nicht unbedingt eine schöne Erfahrung. Egal, es hat schließlich doch noch geklappt.

Gekonnte Prosaszenen - wie geht das?

Den Auftakt machte diesmal die Drehbuchautorin Iris Leister mit Tipps und Tricks zum Schreiben gekonnter Prosaszenen. Unter anderem ging es in ihrem Vortrag darum, wie man seine Figuren so handeln lässt, dass es ihrem Charakter entspricht. Sprich: Jede Person hat ihre eigene Art, auf Probleme zu reagieren und Konflikte zu lösen. Dies sollte beim Schreiben auch konsequent durchgehalten werden. Während Reacher, der Held eines Hardboiled-Thrillers, eher eiskalt bleibt, sein Pokerface aufsetzt und dann unvermutet zuschlägt, würde beispielsweise Oskar Schnell, der neunjährige Protagonist aus dem Roman "Extrem laut und unglaublich nah" eher weinen und versuchen, auf die Mitleidstour an seine Informationen heranzukommen.

Ich mag keine Cliffhanger

Wir sprachen auch über den Aufbau von Szenen und die Möglichkeiten, Spannung bzw. Tempo zu erzeugen. Ein Ratschlag lautete: "Enter late, leave early", was soviel bedeutet wie: in die Szene einsteigen, wenn sie schon im vollen Gange ist, und früh aussteigen, noch vor der Lösung des Konflikts - also mit einem Cliffhanger. An dieser Stelle kam ich etwas ins Grübeln. Ich glaube, wir alle haben inzwischen schon zu viele Cliffhanger gelesen. Wie viele moderne Genre-Romane bestehen aus zwei oder mehr Handlungssträngen, zwischen denen in schönster Regelmäßigkeit hin- und hergeschaltet wird - und jedesmal beim Umschalten: Cliffhanger, Cliffhanger, Cliffhanger. Manchmal hat man doch das Gefühl, dass alle jungen Autoren den gleichen Schreibratgeber gelesen haben und ihn seither sklavisch genau befolgen, oder? Jedenfalls überlegten wir danach, was es denn für Alternativen zum Cliffhanger gibt. Man könnte vielleicht etwas mit der Sprache machen oder ein Rätsel benutzen, vielleicht auch einfach noch irgend eine Frage ungeklärt lassen ... Eine Sache, der ich wohl noch einmal ausführlicher nachgehen werde.

Einladung zum Spiel mit der Perspektive

Titus Müller, der "Stamm-Referent" des Autorentreffens, widmete sich danach dem Thema "Perspektive". Klar, hat man alles im Deutschunterricht und Studium mal gehört, allwissender Erzähler, personaler, Ich-Erzähler, aber da gibt es durchaus noch mehr Möglichkeiten. Titus erzählte unter anderem, wie man mehrere Perspektiv-Figuren in einem Roman miteinander und gegeneinander agieren lassen kann, wie man am geschicktesten die Perspektive wechselt. Zum Beispiel hat er selbst einmal während einer Kuss-Szene "umgeschaltet", gerade in dem Augenblick, als sich die Lippen berührten. Wichtig war ihm dabei, dass die Erzählperspektive kein starres in Stein gemeißeltes Gesetz ist, sondern durchaus Variationen und pfiffige Blickwinkel zulässt. So war sein Beitrag vor allem eines: eine Einladung zum Spielen mit der Perspektive und zum Mut, sich auf Neues einzulassen.

Wilsberg und die Krimi-Hauptstadt Münster

Der dritte und letzte Beitrag des Seminars trug den Titel "Der dreifache Wilsberg". Jürgen Kehrer gab Einblicke in die Welt der Münster-Krimis um den Privatdetektiv und Briefmarkenhändler bzw. Antiquar Wilsberg. "Dreifach" bedeutet in diesem Fall, dass es die Abenteuer seiner Figur inzwischen als Buch, Fernsehserie und als Comic gibt - mit den unterschiedlichen Anforderungen und Variationen, die die jeweiligen Medien so mit sich bringen.
Der Autor erzählte über die Anfänge des Regionalkrimis in Deutschland und über das "kriminelle Pflaster" Münster. Immerhin war es zu der Zeit, als es losging mit Wilsberg, eigentlich noch üblich, Krimis in den USA spielen zu lassen. Inzwischen hat sich Münster jedoch längst als "Krimi-Hauptstadt" etabliert und ist nicht nur Schauplatz der Wilsberg-Serie, sondern auch Heimat des "Tatort"-Ermittlerduos Boerne und Thiel.
Schöne Anekdote: Kehrer wurde bei einem Fernsehinterview in einem Straßencafé gefragt, wie kriminell Münster tatsächlich sei und ob man in so einem verschlafenen Städtchen wirklich Krimis spielen lassen könne - justament in diesem Augenblick ging beim Juwelier gegenüber die Alarmanlage los: Zwei Räuber hatten einen Überfall versucht, wurden aber gestellt. Kann man nicht planen. Da wäre ich gern dabei gewesen.

Lesung im "Della Nonna"

Noch eine nicht planbare aber verblüffend gut inszeniert wirkende Situation gab es schließlich beim abendlichen Vorlesen der Teilnehmer nach dem italienischen Büfett im "Della Nonna": Volkmar Kuhnle verkündete den Titel seiner Kurzgeschichte: "der Aufbruch" - und genau in diesem Augenblick marschierte Titus Müller mit seinem Koffer über die Bühne und verließ den Raum. "Das war nicht abgesprochen", betonte der Autor. Klar, wer kann schon Bahnfahrpläne mit einplanen? Aber gepasst hat es verdammt gut.
Am Freitag nutzten einige der Autoren die Chance, an einem Seminar über das Plotten teilzunehmen. ich selbst war nicht dabei, es soll aber sehr gut gewesen sein, wie mir einige Kollegen später berichteten.

Mit Doctor Nikola im Weinlager

Ein besonderes Erlebnis war die Lesung am Freitagabend im Kunstverein im Weinlager. Nicht nur, weil ich dort mitlas, sondern auch durch die liebevolle Betreuung und das künstlerische Ambiente sowie durch den Charme des Veranstaltungsortes. Wir waren insgesamt zehn Autoren, und jeder von uns hatte sechs Minuten Zeit, seinen Text zu Gehör zu bringen. Außer mir waren Andrea Conrad, Paul Decrinis, Paul Pfeffer, Tanja Flade, Carmen Mayer, Birgit Juresa, Dolores Pieschke, Regina Werner und Martin Mayer mit von der Partie. Ich hatte mir einen kurzen Abschnitt aus meinem Roman "Das Serum des Doctor Nikola" ausgesucht und trug einen Auszug aus dem Kapitel vor, in dem Bankierssohn Felix Pechstein, Sohn eines Pleite gegangenen Bankiers, erstmals seit dem "Schwarzen Freitag" wieder die Berliner Börse betritt.
Ursula Schmid-Spreer hatte für uns ein "Herzschlag-Finale" vorbereitet: Kurz bevor unsere Lesezeit ablief, kam ein dumpfes Herzpochen aus dem Lautsprecher, und exakt nach sechs Minuten Lesezeit löste sich ein Schuss - gnadenlos.

Humor, Phantastik, Krimi, Liebe, Kunst und Gesang

Wir haben, denke ich, ein sehr abwechslungsreiches Programm geboten. Humor und Phantastisches, Krimi und Liebe, es war für jeden etwas dabei. Zwischen den Leseblöcken trat die Sängerin Laila Sunshine auf, deren Stimme mir sehr gut gefallen hat. Dazu ein kleiner Vorgeschmack auf das Bodypainting-Event, das einige von uns am Tag darauf noch miterleben durften, und die ausgestellten Bilder des österreichischen Künstlers Jürgen Bley, obendrein ein leckeres Büfett mit Baguette - an diesem Abend hat einfach alles Spaß gemacht.
Und sonst? Ich bin nach vielen Verabschiedungen - und Verabredungen für das nächste Jahr - langsam zurück zum Bahnhof getappt. Es war noch Zeit für eine kalte Cola. Irgendwann nach Mitternacht (und eine Viertelstunde verspätet) fuhr dann mein Zug los. Ich habe etwas geschlafen, den Rest der Zugfahrt im Halbschlaf verbracht, und kam gegen 6.20 Uhr in Hannover an. Eine Dreiviertelstunde später war der Wiedereinsturz in die Silliumer Atmosphäre, ich fiel ins Bett und blieb lange lange lange liegen ... Bis zum nächsten Autorentreffen werde ich mich aber bestimmt wieder aufgerappelt haben ... ;-)


Weitere Berichte vom Nürnberger Autorentreffen:
Nürnberger Autorentreffen 2010
Nürnberger Autorentreffen 2011
Nürnberger Autorentreffen 2012
Nürnberger Autorentreffen 2015
Nürnberger Autorentreffen 2017
© Petra Hartmann


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Marburg-Con 2016 - ich war dabei

Geschrieben von Petra , in Unterwegs 27 April 2016 · 477 Aufrufe
Unterwegs, Marburg, MarburgCon
Absoluter Pflichttermin: Der MarburgCon ist aus meinem Con-Kalender nicht wegzudenken, und so verbrachte ich auch dieses Jahr einen fantastischen Samstag im Bürgerhaus in Niederweimar. Da ich dieses Mal leider keinen Tisch und Leseplatz mehr abbekommen hatte (Autorin hat's verpennt), hatte ich besonders viel Zeit, das Lesungsprogramm der Kollegen zu besuchen, und es hat sich gelohnt.
Gleich zum Auftakt geriet ich in die Lesung von Tom Daut und Heike Schrapper, die die Anthologie "Mütter" vorstellten. Buah. Also, wenn euch Tom in einer düsteren, einsam gelegenen Dorfkneipe einmal eine Geschichte erzählen will - lauft, lauft weg, ihr sterbt sonst tausend Tode dabei. Wahnsinnig toller Vortrag mit unvergesslicher Lesestimme, die das Kopfkino so richtig in Gang bringt.
Nachmittags besuchte ich die Lesung von Tobias Bachmann ("Liebesgrüße aus Arkham") und Markus K. Korb ("Xenophobia"), nach dessen Story über einen mordlüsternen Kühlschrank und seine Verbündeten ich dem "Internet der Dinge" noch weniger traue als vorher ... Brrr.
Die "Apokalyptischen Schreiber", einst ein schlagkräftiges Quartett aus Krieg, Tod, Pest und Hunger, waren diesmal nur noch von ihrem hungrigen Viertel vertreten. Thomas "Gus" Backus bot einen sehr abwechslungsreichen Strauß von Märchenhaftem (über einen süßen "Schokomops") und Skurrilem (über einen Organspender, der nach der Entnahme plötzlich aufsteht und sein Herz zurückfordert) bis hin zum üblen Horror und Ekel, als Zombie-Ameisen und hirnfressende Fliegen eine Klinik übernehmen. Ich liebe den lebendigen Vortragsstil, der besonders in den humorvollen Passagen absolut einzigartig ist. Sehr schön.
Mehr zufällig geriet ich in die antarktische Welt "Neuschwabenland" hinein. Alex Jahnke erzählte über Pinguine, Diktatoren und Probleme des Alltags ("Ich habe einen neuen Mülleimer bekommen. Er ist kleiner als der alte. Wie werde ich jetzt den alten los?"), außerdem erfuhr man viel Wissenswertes aus der Steampunk-Bewegung. Schade, dass ich zu diesem Zeitpunkt schon fast pleite war, die "Liebesgrüße aus Neuschwabenland" kommen aber auf meinen Weihnachtswunschzettel.
Etwas nostalgisch wurde mir bei Ernst Wurdacks Vortrag über die Entwicklung und Zukunft seines Verlags zumute. Covermotive aus der alten Zeit, als der Verlag noch nicht existierte und die Bücher als "Storyolympiade Spezial" erschienen, riefen immer wieder ein "Weißt du noch? Warst du da auch drin?" hervor. Mit den "Düsteren Visionen" und den "Pandaimonion"-Bänden fing es an. Und es gab auch ein Wiedersehen mit Doctor Nikola. Böse Zungen behaupten ja, die Katze im "Serum" sei mir damals wesentlich authentischer gelungen als die weibliche Hauptdarstellerin. Immerhin habe ich kräftig recherchiert und mir sogar das Was-ist-was-Buch über Katzen durchgelesen. ;-) Ernst hat vor, wieder mehr dunkle Phantastik, und zwar in Romanform, aufzulegen. Keine Kurzgeschichten mehr, davon hat er seit Verlagsgründung inzwischen einfach zu viele lesen müssen, sagt er. Ein paar Tausend sind es wohl gewesen ... Verstehe ich. Passend dazu erschien jetzt der zweite Band seiner "Edition 100": Michael Siefeners fiktive Biographie "Albert Duncel", ein edles Hardcover in limitierter Auflage von 100 Bänden. Ich bekam Nummer 9, natürlich signiert. Ein Buch, auf das ich mich ganz besonders freue.
Etwas melancholisch war mir am Stand des Wurdack-Verlags noch aus anderen Gründen zumute. Dazu gibt es demnächst noch einen eigenen Blog-Eintrag, wenn ich den Con-Jetlag weggesteckt habe. Soviel vorweg: Es wurde ein Papier unterzeichnet.
Weitere Mitbringsel vom MarburgCon waren die Ausgabe der Sagen um Dietrich von Bern aus dem Verlag Saphir im Stahl, mit der ich schon lange liebäugele, das Hörbuch "Protektor. Monsterjäger mit Sockenschuss" von Andé Wiesler aus dem Verlag Torsten Low, das von Felix Woitkowski neu herausgegebene "Gespensterbuch", Band 1, aus dem Blitz-Verlag sowie ein dicker Mark-Tate-Band von W.A. Hary, der Pilotroman zur Heftserie.
Nicht fehlen durfte auch der Band mit den Storys zum Marburg-Award, der zum Con in limitierter Auflage von 50 Exemplaren erschien. Die Siegerehrung mit Vorstellung der besten Beiträge lässt auf Hochwertiges hoffen. Das Thema lautete diesmal: "Back to the Roots", und gesucht war Horror bzw. düstere Phantastik. Die Preisträger sind:
1. Platz: "Rückkehr nach Doberwind" von Martin Beyerling
2. Platz: "Meine spezielle Art" von Wolfram Christian Sauter
3. Platz: "Die Wurzel allen Übels" von Iver Niklas Schwarz
(Und ich habe mich angesichts des schönen Buches wieder mal geärgert, dass ich es nicht geschafft habe, etwas zum Thema zu schreiben.)

Der zweite Preis, der traditionell auf dem Marburg-Con vergeben wurde, war der Vincent-Preis. Ausgezeichnet wurden:

ROMAN NATIONAL
1. Jörg Kleudgen - Teatro Oscura
2. Vincent Voss - Wasser
3. Faye Hell - Keine Menschneseele
4. Felix Woitkowski: Rattensang (p.machinery)
5. Jörg Karweick - Rönum

INTERNATIONAL
1. Clive Barker - Das scharlachrote Evangelium
2. Robert McCammon: Swans Song 1: Nach dem Ende der Welt
3. Kealan Patrick Burke - KIN
4. Clark Asthon Smith - Die Bestie von Averoigne
5. Laird Barron: Hallucigenia
6. Josh Malerman: Bird Box - Schließe deine Augen

ANTHOLOGIE/STORYSAMMLUNG/MAGAZIN
1.Constantin Dupien - Mängelexemplare Haunted
2. Jörg Kleudgen - Ulthar-Reiseführer
3. T.Backus, E. Hantsch, N. Horvath, S.Hubmann (Hrsg.): Verbotene Bücher
4.Torsten Exter (Hrsg.): Zombie Zone Germany (Amrûn)
5. Markus Kastenholz (Hrsg.): Fleisch 3

KURZGESCHICHTE
1. Richard Lorenz: So dunkel die Nacht
2. Carmen Weinand - Der große Stefano
3. Markus K. Korb: Candyman Jack
4. Fred Ink: Frau Adonay
5. Alfred und Tia Berger, Totwald, Spiegelberg 4
6. Susanne O’Connell: Das Geheimnis von Brigus

HÖRSPIEL/-BUCH
1. Gruselkabinett 96+97 - Madame Mandilips Puppen (Titania)
2. Dorian Hunter 27: Der tätowierte Tod (Zaubermond Audio)
3. The Walking Dead 1 (Lübbe Audio)
4. Larry Brent Classics 2: Die Angst erwacht im Todesschloss (Winterzeit Studio)
5. Gespenster Krimi 2: Teufelstochter

GRAFIK
1. Mark Freier - Keine Menschenseele
2. Timo Kümmel - Auferstehung
3. Björn Ian Craig: Zwielicht Classic 8
4. Jörg Vogeltanz - Visionarium 4
5. Fabian Fröhlich - Der Schmerz des Erwachens
6. Christian Krank - Für eine Handvoll Füße

SONDERPREIS
Team des Marbug-Con - für die langjährige Arbeit für das Fandom

Bleibt abschließend noch ein Lob für die hervorragende Verpflegung, die zivilen Preise und die charmante Thekenkraft Dirk van den Boom sowie überhaupt für das typische Niederweimar-Feeling.
Jawohl, Daumen hoch: Der Preis an das Team des Marburg-Con ist hochverdient, die Marburger waren auch dieses Jahr wieder ganz phantastische Gastgeber. Das Horrormäßige dieses Cons beschränkt sich ganz eindeutig auf literarischen Horror, der Rest ist himmlisch.



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Leipziger Buchmesse 2016 - so war's

Geschrieben von Petra , in Unterwegs 24 March 2016 · 529 Aufrufe
Unterwegs
Qualmende Füße, teure Hotdogs, gefühlt 40.000 Kilometer lange Schlangen vor der Toilette und dazu Bücher, Bücher, Bücher: Das Wochenende auf der Leipziger Buchmesse war anstrengend, aber schön, und jetzt, nachdem ich langsam wieder aus demn Koma aufgewacht bin, denke ich: Gelohnt hat es sich auf alle Fälle. Wer nicht da war, hat etwas verpasst.
Zusammen mit Tabea, der Praktikantin des Verlags Monika Fuchs, legte ich die Strecke Braunschweig-Leipzig auf halbwegs gemütlichen Treppenstufen des Intercitys zurück. Das erste Mal seit 20 Jahren hatte ich die Sitzplatzreservierung vergessen, aber es hätte mir vermutlich auch nichts genützt, da die elektronische Reservierungsanzeige ausgefallen war und den Sitzplatz meist der Stärkere bekam. Nebenan kämpfte eine aufwändig als Schamanin kostümierte Rollenspielerin (Fuchspelzhaube, Knochenkette, Großraumticket) um ihren Platz, doch auch mein Ratschlag: "Einfach verfluchen!" nützte nichts. Es stellte sich schließlich heraus, dass sie für den falschen Tag reserviert hatte. Da waren wir mit unseren Treppenstufen noch recht gut bedient.

Security mag keine Flugsaurier und Taschenmesser

Der Weg vom Zug zum Messeeingang war gewohnt lang, die Schlangen vor dem Einlass bewegten sich extrem langsam, als wir ankamen. Sicherheitsleute ließen zunächst niemanden durch. Ich erntete misstrauische Blicke, als ich auf die Frage nach dem Inhalt meiner Reisetasche mein selbstleuchtendes Flugsaurierskelett angab. Und vielleicht hätte ich auch schweigen sollen, als der Securitymann mich fragte, ob ich irgendwelche Waffen dabei hätte, und nicht auf mein Schweizer Offiziersmesser hinweisen sollen. Egal. Schließlich glaubte man mir, dass ich harmlos bin, und ließ mich endlich durch. Immerhin, die vielen Comicfans, Mangamädchen und Rollenspieler hatten zum Teil viel furchteinflößendere Geräte bei sich.

Zwischen Füxin und Fantasy

An diesem Wochende war meine Aufmerksamkeit zweigeteilt, ich pendelte zwischen Halle 2 und 4 hin und her - Fantasy und Belletristik. Die meisten meiner Freunde, Autorenkollegen und Lieblingsverlage waren natürlich in der Fantasy-Ecke zu finden, während meine Nestis-Verlegerin Monika Fuchs sich in Halle vier präsentierte. Sie hatte dort einen Stand zusammen mit den Verlagen Biber & Butzemann und VRP - Verlag am RethraPark, ein sehr gut harmonierendes Trio. Vor allem die Bücher von Biber & Butzemann waren für mich als Ostsee-Segler interessant durch die kindgerechte Reiseführer-Reihe, in der unter anderem Rügen, Hiddensse und Usedom in Form von Reiseabenteuer-Büchern vorgestellt werden.

Premiere für "Lautlose Stufen"

Für mich war es spannend, einige Verlagsautoren persönlich kennen zu lernen, mit denen ich bisher nur per eMail oder über Facebook Kontakt hatte. So traf ich Gunnar Kunz ("Schnatzelschnapf!", "Ein Koffer voller Wunder"), Artur Rosenstern ("Planet Germania") und Inge Becher, deren Jugendbuch "Lautlose Stufen" ich lektoriert hatte. Ich kam gerade rechtzeitig, um ihre Premieren-Lesung anzuhören. Ein sehr schönes Buch, das ich jedem ans Herz legen möchte - auch und gerade wegen des etwas schwierigen Themas. Es geht um ein Mädchen im Dritten Reich, das krank wird und darum nicht zu den Jungmädeln gehen kann. Schließlich gerät die Protagonistin in Gefahr, Opfer der Euthanasie-Politik der Nazis und als "lebensunwertes Leben" getötet zu werden. Zum Abschluss gab es noch ein kleines Interview mit der Autorin und eine Signierstunde. Sehr schön.

Lesung aus "Saskias Gespenster"

Am Sonntag las Corinna Antelmann aus ihrem ebenfalls druckfrisch bei Monika Fuchs erschienenen Buch "Saskias Gespenster", bei dem ich auch etwas mithelfen durfte. Ein Buch über ein Mädchen, das bei einem Verkehrsunfall beide Eltern verloren hat und nun in einem Heim untergebracht wurde. Saskia verschließt sich allen aufdringlichen Gesprächs- und Therapieversuchen eines Psychologen und behauptet, ihre Eltern seien noch am Leben. Dann begegnet sie auf dem nahegelegenen Friedhof seltsamen Personen - Gespenstern mit sehr eigenen Lebensgeschichten und nicht gelösten Lebensaufgaben ... Auch dies eine sehr spannende Lesung. Schade nur, dass zu der Zeit gerade in der Nähe furchtbar laute Musik gemacht wurde. Immerhin, das Mikrophon trug die Stimme der Autorin weiter klar ins Publikum, sodass wir alles verstehen konnten.

Lyrik aus dem (hoch-)gelobten Land

Sehr interessant auch die Lesung von Artur Rosenstern, den ich durch unsere Anthologie "Autorenträume" kennen gelernt hatte. Er war mit seinem Buch "Planet Germania" am Fuchs-Stand vertreten und stellte außerdem am Sonntagabend seine Anthologie „Das (hoch-)gelobte Land“ im Forum Literatur vor. Es handelt sich um ein Jahrbuch für deutschrussische Literatur, zu dem er auch eigene Lyrik beigetragen hatte. Sehr schön, leider hatte sein Verlag ihm nur zehn Minuten eingeräumt, die anderen zwanzig Minuten nahm die Vorstellung eines Buches über Heinrich Schütz in Anspruch, das mich nicht recht überzeugen konnte.

Ungeziefer und Seraph bei Torsten Low

In Halle 2 bei den Fantasy-Kollegen traf ich viele alte Bekannte und ein paar Twitter- und Facebook-Freunde, die ihren Avataren manchmal verblüffend unähnlich sahen. Beim Verlag Torsten Low konnte ich einen Blick auf das neue "Ungeziefer"-Buch werfen, und natürlich war auch Arndt Waßmanns Roman "Der Weg der Maga" prominent ausgestellt, der gerade erst mit dem "Seraph" ausgezeichnet worden war.

Lamas und Goblins bei Machandel

Am Stand des Machandel-Verlags fiel mir ein ungewöhnliches Buch in die Hände: Eine Kindergeschichte von Sabrina Železný, in der es um ein Goblin-Mädchen ging. Nanu? Sabrina und Goblins? Und keine Inkas, Lamas und Andenkondore darin? Während ich mich noch wunderte, sprach mich plötzlich eine junge Frau an: "Die Autorin ist übrigens gerade hier am Stand." Ich sah mich um. "Die da, die gerade mit dem Rücken zu uns steht. Moment, ich setze ihr einfach mal das Lama auf den Kopf." Sprachs, lief hin und postierte ein Plüsch-Alpaka auf der Autorin. Ja, doch, das passte schon eher. Und als ich mich vorstellte, entpuppte sich auch die junge Frau als alte Bekannte, nämlich als Isabella Benz von den Weltenwanderern. So klein ist die Welt. Das Goblin-Buch "Straka", das ich natürlich sofort auf meine To-do-Liste gesetzt habe, war übrigens ursprünglich für den Arcanum-Verlag vorgesehen und entstand für die Ausschreibeung "Der kleine Goblin". Schön, dass sich dafür ein neuer Verlag gefunden hat. Apropos Weltenwanderer: Kollegin Esther S. Schmidt traf ich am Fuchs-Stand, sie ist ebenfalls dabei, ihren Arcanum-Roman "Der Trollring" zu überarbeiten und fortzusetzen. Das Ergebnis werde ich euch sicher hier vorstellen, ich freue mich drauf.

Historisches und SF

Am Stand von Perry Rhodan lief ich beinahe Kathrin Lange über den Haufen, wir klönten ein wenig, und sie riet mir, ich solle mir mal eine größeren Verlag suchen ... Ich halte mal die Augen offen;-)
Ich schaute kurz beim Romantruhe-Stand vorbei und entdeckte ein paar Hörspiele, die ich mir unbedingt zulegen werde. Bei Burgenwelt und Eridanus traf ich auf Tatjana Stöckler, die dort ihre historischen Romane und Science Fiction vorstellte. Der Zweiteiler "Chagrans Thron" wirkt vielversprechend - und die Filmtrailer ihres Mannes sahen auch sehr Leselust-erweckend aus.

Saurier gegen Quittenmarmelade

Übernachtet habe ich bei einer sehr lieben Kollegin aus meiner Redakteurszeit. Inzwischen hat sie drei Kinder, der älteste Sohn ist fünf und war schon vor zwei Jahren ausgewiesener Dino-Experte, der alle Saurier auswendig kennt. Hier wurde ich dann auch mein selbstleuchtendes Flugsaureierskelett los, das schwebt jetzt über seinem Bett und hilft ihm beim Einschlafen. Und ich bringe zwei Gläser selbstgemachte Quittenmarmelade mit nach Hause - mit und ohne Zitrone.

Der lange Heimweg

Die Rückfahrt am Sonntagabend - nun gut, ich hätte etwas dafür gegeben, mich einfach nach Sillium beamen zu können. Auf dem Leiziger Hauptbahnhof verkürzten mir ein Asia-Imbiss, eine Eierlikör-Sahneschnitte und Autronkollegin Tanja Rast die Wartezeit, bis Braunschweig ging es problemlos weiter, die Dreiviertelstunde Aufenthalt in der Löwenstadt war eiskalt und tödlich. Dann in Hildesheim noch eine Viertelstunde mit schwerer Tasche und müden Beinen zum Parkplatz, eine halbe Stunde im Pandatrott nach Sillium und dann nur noch ins Bett fallen. Ich hab's überlebt. Nächstes Jahr wieder. Vielleicht vier Tage, statt zwei ...?


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Kurz und spontan: Lesung unterm PoeTree

Geschrieben von Petra , in Unterwegs 28 May 2015 · 727 Aufrufe
Unterwegs, Hannover, Kröpke
"Literatur live im PoeTree" heißt es am Sonntag, 31. Mai, in Hannover am Kröpke. Gefeiert werden 130 Jahre Kröpke-Uhr. Ich bin dabei und werde eine kurze Lesung im Open-Stage-Bereich, zwischen 14 und 15 Uhr, halten. "Kurz" ist in diesem Falle wörtlich zu nehmen, die Vortragenden werden jeweils nur rund eine Seite zu Gehör bringen. Ich schwanke noch zwischen einem Romanauszug oder drei Gedichten. Mal sehen.
Es werden Texte von mir im "PoeTree" hängen, und wahrscheinlich gibt es nebenan im Büchercafé auch noch die Möglichkeit, Bücher zu signieren. Ich lasse mich mal überraschen.
Eingeladen hatte mich dazu übrigens Kollegin Julia Sander, die ich vor einigen Jahren bei einer gemeinsamen Lesung auf dem Mindener Literaturfest kennen gelernt habe. Jetzt sind wir uns dank der Uschtrinschen Autorenwelt und des neu gegründeten hannöverschen Autorenstammtischs des BVjA wieder über den Weg gelaufen. Die Welt ist klein ...

Infos zur Veranstaltung gibt es hier:
http://www.leinekuns.../krrh/kroepcke/


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Nürnberger Autorentreffen 2015 - Dialoge, Charaktere, Detektive und Autoren

Geschrieben von Petra , in Unterwegs 17 May 2015 · 596 Aufrufe
Unterwegs, Nürnberg und 2 weitere...
Warum heißt der Tag eigentlich Himmelfahrt - und nicht Nürnbergfahrt? Langsam müsste sich doch auch bei Kalendermachern herumgesprochen haben, dass es das Datum des Nürnberger Autorentreffens ist ... Für mich war es wohl das zehnte Mal, dass ich mich auf die Weltreise in den Süden begab, um klugen Vorträgen über das Schreiben zu lauschen, mit Kollegen über das Autorendasein zu fachsimpeln und mich von den Gastronomen der Frankenmetropole verwöhnen zu lassen.

Unfassbar: Der Zug ist pünktlich

Bevor ich über das Treffen selbst spreche, muss ich unbedingt eine schockierende Beobachtung von der Zugfahrt festhalten. Es klingt unglaublich, aber auf der gesamten Fahrt hörte ich vom Zugbegleiter immer wieder nur die lapidaren Durchsagen: "Meine sehr verehrten Damen und Herren, in wenigen Minuten erreichen wir XY-Stadt, dort werden alle vorgesehenen Anschlusszüge erreicht." Ich bin noch immer wie vor den Kopf gestoßen. Keine Verspätung, kein Zittern um den Anschlusszug in Fulda ... Die Lokführer müssen sich in der Streikzeit ganz wunderbar regeneriert haben und sind nun ehrgeizig und hochmotiviert wie niemals zuvor gewesen. Ich hatte jedenfalls immer noch ein großes Fragezeichen im Gesicht, als ich gut eine Stunde vor Beginn des Treffens im Caritas-Pirckheimer-Haus ankam. Ein paar Kollegen waren schon da, und wir gierten nach Kaffee. Immerhin, ich war schon seit 3 Uhr morgens auf den Beinen, was für jemanden, der gewöhnlich erst um 4 zu Bett geht, eine ungewöhnliche Zeit ist ...

Was macht einen Dialog spannend?

Veranstalterin Ursula Schmid-Spreer hatte auch dieses mal wieder hochkarätige und spannende Referenten eingeladen. Außer Stammgast Titus Müller, der über die Entwicklung von Charakteren sprach, waren es diesmal Krimi-Autorin Angela Eßer, die uns über Dialoge aufklärte, und der Detektiv Uwe Wurm - nicht nur für die Krimiautoren unter uns hochinteressant und sehr weltbilderweiternd.
Angela Eßer hatte den vermutlich undankbarsten Platz, bei vielen von uns musste der Kaffee nämlich erst noch ins Hirn vordringen. Trotzdem schaffte sie es irgendwie, uns wachzubekommen. Sehr eindrucksvoll war, wie sie mit einem sehr kurzen Gesprächsbeispiel die unterschiedlichen Dialogformen darstellte.

Ganz simpel und ziemlich plump könnte ein Gespräch im Krimi etwa so ablaufen:
- Wo waren Sie gestern um 20 Uhr?
- Im Büro.
- Kann das jemand bezeugen?
- Ja, meine Mitarbeiter.

Ein besonders krasses Negativbeispiel:
- Wo waren Sie gestern um 20 Uhr?, fragte der Kommissar mit gespielter Lässigkeit.
- Im Büro meiner Firma Longlife, die mit Handfeuerwaffen handelt, antwortete Maier beflissen.
- Haben Sie auch Heckler&Koch-Modelle im Angebot? Kann jemand Ihr Alibi bezeugen?, bohrte Huber misstrauisch und mit gereiztem Tonfall nach.
- Ja, meine Mitarbeiter, lachte Maier überlegen auf.

Aber es gibt durchaus auch Möglichkeiten, einen Dialog spannender zu gestalten. Etwa das Modell mit Gegenfragen:
- Wo waren Sie gestern um 20 Uhr?
- Wer? Ich?
- Haben Sie ein Alibi?
- Wieso wollen Sie das wissen?
(Bei dem "Wer? Ich?" hatte ich übrigens sofort Ernie vor Augen, dem Schlemihl ein "O" verkaufen wollte ... Die Gegenfrage "Wieso wollen Sie das wissen?" habe ich als Journalist hassen gelernt ...)

Sehr nett fand ich den "beschleunigten Dialog":
- Wo waren Sie gestern um 20 Uhr?
- Ich habe Zeugen. Dutzende Zeugen.

Ein kleines Kunstwerk ist dieser "verzögerte Dialog":
- Wo waren Sie gestern um 20 Uhr?
Er klopfte die Asche von seiner Zigarette und drehte den Stummel zwischen Daumen und Zeigefinger.
- Ich warte.
Er drückte die Kippe aus.
- Aber ich warte nicht ewig.
Der Zigarettenstummel lag seltsam verkrümmt zwischen den Aschenflocken.
- Sie haben Recht. Sie haben mehr Zeit als ich. Jahrelang, wenn Sie so weitermachen. Mit einem Stahlgittervor dem blauen Himmel, de Sie anschweigen können.
- Im Büro, sagte er, ich war im Büro.

Hübsch auch der "verrätselte Dialog":
- Wo waren Sie gestern um 20 Uhr?
- Siebenundzwanzig.
- Hä?
- Sie sind schon der siebenundzwanzigste, der mich danach fragt.

Eine beeindruckende Fingerübung, nach der selbst ein Krimi-Muffel wie ich durchaus Lust bekam, mal eine Verhörszene zu schreiben. ;-)

Leser lieben aktive Helden

Titus Müller widmete sich in seinem Vortrag dem Thema "Charaktere" und versuchte zu erklären, was eine literarische Figur anziehend und interessant für den Leser macht. Dabei sind es gar nicht die vollkommenen, makellosen Helden, mit denen sich der Leser identifiziert, sondern eher Menschen, die durchaus Fehler und Schwächen haben. Wichtig sei aber vor allem, dass der Held aktiv sei und die Handlung vorantreibe. Bei passiven Helden verliere der Leser schnell das Interesse. Titus illustrierte seinen Vortrag mit Szenen aus bekannten Filmen, in denen er analysierte, wie der Protagonist "funktionierte". Vor allem an "Schindlers Liste" (Ehebrecher, Kriegsgewinnler, profitorientierter Geschäftemacher wird mit den Gräueln der Naziherrschaft konfrontiert und beginnt, Juden zu retten) oder "Gladiator" (erfolgreicher Feldherr und Volksheld denkt den ganzen Film über nur daran, zu seiner Familie zurückzukehren und auf seinem Landgut die Ernte einzubringen) haben wir uns lange abgearbeitet, über die Motivation des jeweiligen Helden gesprochen und darüber, wie gerade ihre Schwächen sie menschlich machen.
Obwohl der Name Aristoteles nie fiel, hatte ich immer seine Analyse aus der "Poetik" vor Augen: Ein vollkommener Guter ist genau so ungeeignet als Held für eine Tragödie wie ein vollkommen schlechter Mensch. Man solle einen "im Prinzip" Guten wählen, der aber durch einen kleinen Fehler ins Unglück gerät ...

Lieben Leser aktive Helden?

Was mich immer wieder ins Grübeln bringt, ist die These vom "aktiven Helden", der ja so wichtig sei. Ich kann es rational nachvollziehen, dass ein aktiver Held wichtig ist und dass Leser lieber jemandem folgen, der die Handlung vorantreibt, als einem passiven Helden, der Spielball irgendwelcher unvorhersehbaren von außen auf ihn einstürmenden Kräfte ist. Ja, das sehe ich ein. Andererseits: Wenn mir Leser Rückmeldungen zu meinem Roman "Der Fels der schwarzen Götter" geben, dann sagen sie ausnahmslos, dass sie Ask geliebt haben und Roc weniger gut fanden. Ask, die erste Perspektivfigur trifft aber niemals irgend eine Entscheidung, abgesehen davon, dass er diesen schwarzen Stein, den er am Anfang an sich genommen hat, nicht wegwirft. Ask ist ein typischer Mitläufer. Er tut, was man ihm sagt. Er macht im Krieg mit, ist kein brillanter Bogenschütze wie sein Bruder, aber auch kein schlechter, er tötet mit jedem dritten Pfeil. Er wird Kriegsgefangener, mauert am schwarzen Turm mit, als man ihm sagt, er solle mauern ... Ja, es war mir wichtig, dass Ask gerade nicht der typische indianische Häuptlingssohn ist, der schon als Kind selbst alte Jäger und Krieger durch seine Taten in Erstaunen setzt wie Uncas, Winnetou, Tecumseh, Tokei-ihto usw. ... Roc dagegen - ein aktiver Held wie aus dem Lehrbuch. Schon in der ersten Szene geht er seinem Lehrmeister an die Gurgel, als dieser sich als Gotteslästerer entpuppt. Er ist Roc, der durch seinen Angriffsbefehl die Situation an den schwarzen Klippen zum Eskalieren bringt. Es ist Roc, der, obwohl er nie auf einem Pferd gesessen hat, ein struppiges Waldpony einfängt und sich auf die Spur der entführten Götterbilder macht, um seine Götter in die Heimat zurückzuholen ... Aber niemand unter den Lesern liebt Roc. Alle lieben Ask. Seltsam? Aber so steht es geschrieben. Ich habe Zeugen. Dutzende Zeugen. :-)

Ein Detektiv packt aus

Der Höhepunkt des Treffens war zweifellos der Beitrag von Uwe Wurm, der die Arbeit eines Detektivs vorstellte. Nicht nur für die anwesenden Krimi-Autoren war es hochinteressant, etwas aus dem Alltag eines echten Ermittlers zu hören, der sich vom Bild, das Fernsehserien vermitteln, gravierend unterscheidet. Erstaunt hat mich zum Beispiel, dass Detektive in Deutschland über keinerlei Sonderbefugnisse verfügen (in anderen Ländern ist dies durchaus der Fall), also nur dem klassischen "Jedermanns-Recht" unterstehen und sich also aus Quellen und mit Hilfsmitteln informieren dürfen, die jedem Bürger offen stehen. Heimliche Wohnungseinbrüche und Abhören von Gesprächen gibt es also definitiv nicht - hieraus gewonnene Informationen dürfte man auch vor Gericht nicht verwenden -, aber noch viel wichtiger: Detektive haben auch, anders als Journalisten, kein Zeugnisverweigerungsrecht und stehen auch nicht als Berufsgeheimnisträger unter besonderem Schutz. Die Polizei dürfte also einen Privatdetektiv abhören und sein Büro durchsuchen. Aber es gibt doch einen Schutz: Detektive werden oft nicht von den Betroffenen selbst, sondern von deren Anwalt angeheuert. Damit gelten sie als Erfüllungsgehilfen des Rechtsanwaltes, und sein Schutz wird auf den Detektiv ausgeweitet.

Die meisten Aufträge kommen aus der Wirtschaft

Die meisten Aufträge kommen nicht von Privatleuten, sondern aus der Wirtschaft. Zum Beispiel, wenn es darum geht, dass ein Mitarbeiter die Firma verlässt und Knowhow und Kundendaten mitnimmt. Oder wenn Material in großem Stil verschwindet. Vorteil: Privatleute brauchen vielleicht einmal im Leben einen Detektiv. Firmen kommen immer wieder.
Großdetekteien machen übrigens nur einen kleinen Prozentsatz der in Deutschland tätigen Detektive aus. Das meiste sind Ein-Mann-Firmen oder kleine Familien-Unternehmen. Wurm erzählte von Detekteien, die bereits in der dritten Generation betrieben werden. Eine Altersgrenze gebe es da nicht. Ganz im Gegenteil: Ein 80-Jähriger könne bei den Ermittlungen wunderbar sein Alter ausspielen, kurz mal einen Schwächeanfall vortäuschen und sich in aller Ruhe umsehen, wenn sein Gesprächspartner den Raum verlässt, um ihm ein Glas Wasser zu holen. Auf der anderen Seite würden schon Fünfjährige ihren Eltern bei den Ermittlungen helfen, sich zum Beispiel mal eben auf ein Grundstück "verlaufen", und die Eltern könnten dann ganz offiziell klingeln und fragen, ob sie mal in den Garten dürften, ihr Kind sei weggelaufen ...

Detektiv mit Dienstwaffe?

Natürlich, die Frage nach der Waffe durfte nicht fehlen. Als nur mit "Jedermanns-Recht" ausgestatteter Detektiv kann man erstmal kein "berechtigtes Interesse" nachweisen, eine Waffe zu führen, die Voraussetzung für den Erwerb eines Waffenscheins. Einige Detektive sind jedoch auch als Personen- oder Objektschützer tätig, damit kann man den Schein beantragen. Wurm selbst hat eine Waffe. Aber er winkt ab: Im Sommer ist es verdammt unpraktisch, so etwas zu tragen. Und für jemanden, der eher Computer-Forensik betreibt, ist eine Maus wohl ein wichtigeres Arbeitsgerät.

"Das wirklich Gefährliche sind die Normalos"

Ob es auch brenzlige Situationen gegeben hat? Oh ja, aber: "Das wirklich Gefährliche sind die Normalos", sagt der Detektiv. Ein erfahrener Schwerkrimineller kann sich gewöhnlich ausrechnen, dass sich seine Strafe verschärft, wenn er dem Detektiv eins überzieht, und bleibt in der Regel beherrscht. Aber ein Mensch, der bis dahin eine absolut weiße Weste hatte und nun ertappt wird, sieht sein gesamtes Leben den Bach runtergehen und greift in der Verzweiflung manchmal an. Wer einen gut beleumundeten Polizisten bei einer Straftat erwischt, muss eher damit rechnen, dass der Mann von der Dienstwaffe Gebrauch macht, ein Profi-Einbrecher bleibt meist ruhig und lässt sich widerstandslos abführen.
Ja, ich habe viel gelernt und sehr viel Stoff zum Nachdenken mit Nach Hause gebracht. Abends gab es noch eine Lesung der Autoren, später haben die hartgesottenen Autorentreffen-Teilnehmer sich noch für ein paar Stündchen im Keller des Caritas-Pirckheimer-Hauses eingenistet, um bei Getränken und guter Laune den Tag Revue passieren zu lassen und über literarische Pläne zu quatschen.

Ein ewiger Augenblick zwischen den Zeiten

Mein Zug fuhr weit nach Mitternacht vom Hauptbahnhof ab, ohne Umsteigen gings zurück nach Hannover, eine lange Fahrt durch die Nacht. Außer mir waren noch drei junge Frauen im Abteil, jede mit anderem Ziel, und wir schafften es, uns derart zwanglos und und unverkrampft auf die sechs Sitze zu verteilen, dass wir beinahe vollkommen entspannt schliefen. Es war schön, ein beinahe unwirklicher Friede lag über diesem Abteil, es hatte etwas Zen-artiges. Ich erinnere mich noch, wie es draußen langsam hell wurde, wie die Sonne als vollkommen runder Feuerball über den Nebeln auftauchte, wie sich vor dem Fenster langsam die niedersächsische Landschaft entwickelte, ein Fluss, der uns begleitete, Bäume, Stille. Kaum einer sprach. Langsam begann eine Mitfahrerin nach der anderen, sich zu bewegen. Nicht gleichzeitig, ganz ruhig macht sich eine nach der andern bereit zum Aussteigen. Es hatte etwas von einer Choreographie, lautlos und in Zeitlupe. Die Art, wie die junge Schülerin oder Studentin am Fenster ihre Schuhe unter dem Sitz hervorholte und langsam, nach und nach ihre Schnürsenkel zuzog, als hätte sie alle Zeit der Welt, es war ein unvergesslicher halkyonischer Moment. Eigenartig. Ein Atemholen zwischen den Zeiten.

Mit Mörderspinnen auf der A7

Der Zug fuhr pünktlich um 6.13 Uhr in den Hauptbahnhof von Hannover ein, wenig später saß ich bereits am Steuer meines Panda, ließ mich die A7 hinabgleiten, hörte die zweite Hälfte meines Hörspiels "Der achtbeinige Tod" an und trudelte gegen 7 Uhr im heimatlichen Sillium ein. Dann nur noch Schuhe in die Ecke gepfeffert, raus aus den Klamotten und ab ins Bett. Gute Nacht ...


Weitere Berichte vom Nürnberger Autorentreffen:
Nürnberger Autorentreffen 2010
Nürnberger Autorentreffen 2011
Nürnberger Autorentreffen 2012
Nürnberger Autorentreffen 2016
Nürnberger Autorentreffen 2017

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Marburg-Con 2015 - lost in Hessen :-)

Geschrieben von Petra , in Unterwegs 27 April 2015 · 417 Aufrufe
Unterwegs, Marburg, Darthula und 1 weitere...
Wisst ihr, was das Schönste am Marburg-Con ist? Ich war inzwischen so oft da, dass ich blind hinfinde. Ähm. Ja. Ich hatte nur nicht mit der Baulust der Hessen gerechnet. Die heimatliche A7 südwärts - problemlos. Kurz nach Kassel dem Schild "Marburg" auf die A 49 gefolgt - klappt. Und plötzlich macht die Straße eine Kurve, und ich bin runter von der Autobahn, überall gelbe Schilder, kein Ortsname bekannt. Zum Glück bin ich ja nicht auf den Mund gefallen und fragte zwei freundliche Hessen am Straßenrand, die mir sagten, ich müsste einfach nur da und da langfahren, dann käme ich auf die B3, und dann immer geradeaus. Etwas erleichtert war ich, als ich auf dem Con später zwei Mit-Niedersachsen traf, die in genau die gleiche Falle geraten sind. War also nicht nur meine Blödheit.

Marburg-Con: Seit 2011 in Niederweimar

Als etwas blöd muss ich allerdings meine zweite navigatorische Panne bezeichnen. Als ich nämlich irgendwann in Marburger Gefilde geriet und rechts das Schild "Wehrda" aufblinken sah, riss ich reflexartig das Steuer rum und bog ab. Und erst vor dem dunklen, verlassenen Bürgerhaus, das irgendwie anders aussah als die gewohnte Location an der Agip-Tankstelle, fiel mir ein, dass Wehrda schon seit Jahren nicht mehr Veranstaltungsort ist. "Wir sind schon seit 2011 in Niederweimar", erinnerte mich Thomas Vaterrodt, als ich - leicht verspätet - dann doch noch dort ankam, wo ich hinwollte. Ich bin 44 und werde wohl langsam tüddelig. :-(

Mondfahrt, Cyberpunk und Landung auf dem Pluto

Der Con selbst - einer der schönsten Samstage des Jahres, wie gewohnt. Ich versuchte, meine Bücherkauflust in Zaum zu halten. Immerhin brachte ich ein Exemplar von "Peterchens Mondfahrt" mit nach Hause und das Buch mit den Geschichten zum Marburg-Award, der diesmal unter dem Motto "Cyberpunk now" stand. Die Geschichten sollen alle gut sein, hieß es bei der Preisverleihung. Schließlich noch einen zweiteiligen Heftroman aus der Reihe "BunTES Abenteuer": "Landung auf Pluto" von Wassili Golowatschow.

Darthula-Lesung und Hausgeister

Meine Lesung begann um 16 Uhr. Es war eine sehr kleine Runde im Raum "Kegelbahn", viele waren um diese Zeit schon wieder abgereist. Aber immerhin hatten wir eine interessante Diskussion über Hausgeister und Spukgestalten, den Hildesheimer Hödeken, Rübezahl und die Ludchen aus der Lausitz. Ich las zwei Abschnitte aus "Darthula" und erzählte etwas zur Stofftradition.
Ansonsten gab es viele Gespräche über Neuveröffentlichungen, Pressearbeit, Anwälte gegen einen Scheißverlag (nicht auf dem Con anwesend und nie da gewesen, das möchte ich betonen), über Dackel und andere Hunde.

Vincent-Preis und Marburg-Award

Hervorheben sollte man die zivilen Preise für die Verpflegung und die gute und freundliche Präsentation der Gewinner des Vincent-Preises und des Marburg-Awards. Bei letzterem gab es eine ausführliche Darstellung der bestplatzierten Geschichten und eine Begründung des Jury-Entscheid. Da können sich andere Cons eine Scheibe von abschneiden.

Die Gewinner des Marburg-Awards sind:
1. Platz: Tanja Kreilein mit "Vom Minus zum Plus"
2. Platz: Tim Reischke mit "Komm mit mir" teilt sich diese Platzierung mit Ulrich Mathias Gerr und "Lutzidity"
3. Platz: Ronald M. Beyer mit "Der Mann ohne Gesicht"

Der Vincent-Preis ging an:

Bester deutschsprachiger Roman: Isa Grimm: Klammroth (Bastei Lübbe)
Bestes internationales Literaturwerk: Clive Barker: Fahr zur Hölle, Mister B. (Festa Verlag)
Beste deutschsprachige Kurzgeschichte: Markus K. Korb: Der Struwwelpeter-Code (aus Der Struwwelpeter-Code)
Beste deutschsprachige Anthologie/Kurzgeschichtensammlung/Magazin: Constantin Dupien (Hrsg.): Mängelexemplare Dystopia (Amrûn Verlag)
Bestes deutschsprachiges Hörspiel/Hörbuch: Thomas Fröhlich: Sherlock Holmes Phantastik 2: Das Geheimnis des Illusionisten (Winterzeit)
Beste Grafik aus dem deutschsprachigem Raum: Mark Freier: Der Struwwelpeter-Code (Blitz Verlag)
Sonderpreis: H.R. Giger für sein Lebenswerk

Etwas schade fand ich, dass einige Aussteller schon sehr früh zusammengepackt haben. Mit meinen Standnachbarn klönte ich ein wenig über Maßnahmen gegen den vorzeitigen Aufbruch, und uns sind einige mittelalterliche und futuristische Ideen gekommen. Ich blieb jedenfalls bis zum Schluss und stärkte mich noch mit einem der schmackhaften belegten Brötchen für die Rückfahrt.

Hasenjagd

Noch ein Hinweis: Wer noch etwas zu meinem neuen Hödeken-Buch wissen möchte, der sollte unbedingt ins Con-Heft des Marburger Vereins für Phantastik reinschaun, da ist nämlich ein Auszug aus meinem Hödekenbuch drin: "Die glücklose Hasenjagd".
Übrigens habe ich auf der nächtlichen Rückfahrt über die B3 beinahe einen Feldhasen erlegt. Ich bin immer noch erstaunt über meine Reflexe und das blitzartige Ausweichmanöver, mit dem ich dem Hasen das Leben und meinem Auto die unverbeulte Front gerettet habe. Zum Glück kam mir gerade keiner entgegen. So trudelte ich gegen Mitternacht im heimatlichen Sillium wieder ein. Mit dem festen Vorsatz, nächstes Jahr wieder nach Marburg zu fahren. Dann direkt zum richtigen Bürgerhaus. :-)


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Impressionen vom Conventus Leonis

Geschrieben von Petra , in Unterwegs 30 March 2015 · 431 Aufrufe
Unterwegs, Braunschweig und 3 weitere...
Petra betritt Neuland ... Das erste Mal im Leben las ich in Braunschweig. Dabei ist die Stadt gerade mal eine halbe Stunde von mir entfernt. Es wurde also wirklich langsam Zeit. Und dafür las ich ja nun gleich im Doppelpack.
Der Conventus Leonis ist ein Rollenspieler-Con und hat bereits eine lange Tradition. Nächstes Jahr kann er sein zwanzigjähriges Bestehen feiern. Schon von Anfang an war das Jugendzentrum "Alte Mühle" der Veranstaltungsort. Ich als ortsunkundiger Fahrer, der von Google-Maps durch zwei Straßen gelotst wurde, die für den öffentlichen Verkehr nicht freigegeben waren, erkannte die Location schon von weitem an dem leuchtend roten Banner. Am Kassentisch traf ich auch gleich auf Sven Vogler, der mich eingeladen hatte und sich nun meiner annahm. Großes Kompliment überhaupt an die Con-Macher: Ich sah überall Plakate mit großen bunten Buchcovern, die auf meine Lesungen hinwiesen. So toll hat für mich im Vorfeld noch keiner die Werbetrommel gerührt.
Ein paar Umräumarbeiten im Lesungsraum - Raum 2 - waren schnell erledigt. Ich bestückte einen Büchertisch mit reichlich Lesestoff, organisierte mir ein Wasser ohne Kohlensäure - brrr, aber bei Lesungen nötig - und harrte der Dinge, die da kommen würden.

Darthula - historisch oder nicht?

Die Nachmittagslesung begann um 13 Uhr. Der kleine Raum war recht gut gefüllt, und das Publikum war auch sehr interessiert, wie ich an der anschließenden Diskussion merkte. Ich las zwei Kapitel aus "Darthula" vor und erzählte etwas zur Stofftradition. Besonders interessierten sich die Zuhörer offenbar für die "historische" Darthula und die Frage, ob sich man die Festung, deren Ende ich in meinem Roman heraufbeschworen habe, nicht wie Troja ausgraben könne. Tja, wie das so ist mit Sagenstoffen. Die Bucht, in der Darthula nach ihrer Irrfahrt übers Meer gelandet sein soll, habe ich in einem irischen Reiseführer tatsächlich gefunden ... Und in welcher Sprache dieser Ossian-Fälscher Macpherson denn geschrieben habe, ob das Gälisch war? Nein, es war Englisch, erst später hat er seine Texte ins Gälische übersetzt, als man von ihm die "Originale" verlangte ... Ja, es war eine sehr lebendige Diskussion.
Da ich bis zur nächsten Lesung noch einige Zeit hatte, konnte ich mich gemütlich am Grill anstellen und auf ein schönes Steak (mit Brötchen und Krautsalat) warten. Übrigens bei Sonnenschein und zum ersten Mal im Jahr ohne Jacke.

Rollenspieler, Blut und Bankraub-Pläne

Wisst ihr, was ich an Rollenspieler-Cons liebe? Das sind die herrlichen Dialoge am Nebentisch. Faszinierend und für Außenstehende etwas beängstigend etwa dieser Gesprächsfetzen:

"Also, sie war eine Tiermeisterin. Sie war Elfe und hatte einen Leoparden. Und sie hatten uns gerade alle Waffen geklaut. Dann hat sie gewürfelt, eine 10, und gefragt: 'Kann ich dich damit treffen?' Er hat 'ja' gesagt, dann hat sie eine 27 gewürfelt, und plötzlich spritzte das Blut auf uns, und er fiel in zwei Hälften zerteilt zu Boden. Weil, als Tiermeisterin hatte sie ja die Eigenschaft 'Krallen' ..."

Oder:
"Was ist das?"
"Das ist das Regelwerk. Aber keine Angst, das musst du nicht ganz durchlesen."
"Und das da?"
"Ach, das sind nur ein paar Monster."

Oder:
"Du kannst ein Mensch sein oder ein Zwerg oder eine Elfe oder ein Stein ..."
"Ein Stein?"
"Ja, das sind Obsidianer, das sind lebende Steine."

Und dann war da noch die Rollenspielgruppe, die im Zug ihre Flucht nach einem Bankraub besprochen hatte. "Plötzlich waren um uns herum keine normalen Reisenden mehr, dafür aber ganz viel Polizisten ..." Kann passieren.

Ledertaschen und Comic-Portemonnaies

Im oberen Stockwerk gab es einen Stand des Uhrwerk-Verlags, im mittleren waren bezaubernde Ledertaschen und -beutel der Lederleute zu finden. Faszinierend vor allem aber im Erdgeschoss die selbstgemachten Portemonnaies von Jan "Heartman" Hartmann. Der Mann näht aus alten Comics und Landkarten zauberhafte Geldtäschchen, und das edle Stück, das er aus einem alten Green-Lantern-Heft gemacht hat, das hat mich schon angelacht. Aber ... Naja, vielleicht nächstes Mal, wenn ich etwas reicher bin. Auf jeden Fall eine gute Geschäftsidee. Er hat mir erzählt, dass er viel im Zug unterwegs ist und dann die langen Fahrtzeiten zum Arbeiten nutzt. Ich wäre ja gern dabei, wenn er im ICE, umgeben von Laptop-Besitzern, plötzlich seine Nähmaschine auf den Tisch stellt und losnäht. Die Gesichter der anderen - unbezahlbar.

Doctor Nikola, Furunkula und die Moral

Die zweite Lesung begann um 18 Uhr. Dazu hatten sich ein paar Freunde aus Braunschweig angekündigt, ich war also gar nicht bange, dass der Saal voll werden würde. Es kamen aber auch noch eine ganze Menge "Freiwillige". Diesmal las ich aus "Das Serum des Doctor Nikola" vor, und zwar das erste Kapitel, in dem mein Protagonist Felix - nach Begegnungen mit einer wütenden Vermieterin und einem nicht sehr hilfreichen Arbeitsvermittler - auf den sinistren Superschurken Nikola trifft. Ferner das Kapitel, in dem Felix in Nikolas Auftrag an die Berliner Börse zurückkehrt, und zum Abschluss als Aufheiterung das Märchen von Furunkula Warzenkraish, natürlich mit dem dazugehörigen Furunkula-Sound. Das kam wohl ganz gut an.
Es gab einige Diskussionen über die beiden "schwarzen Freitage", 1927 in Berlin, 1929 New York, letzteres Auftakt der Weltwirtschaftskrise. Mein Berliner Dialekt ging ohne Beanstandungen durch, offenbar hatten die Zuhörer tatsächlich den Eindruck, ich "könnte" berlinern. Ich hatte sogar erstmals Gelegenheit, meinen einzigen polnischen Satz, anzubringen. (Der kommt in den "Freiheitsschwingen" vor, und bis zur ersten Lesung daraus im Juni muss ich unbedingt noch etwas üben.) Passen musste ich allerdings bei der Frage, was denn die "Moral" des Furunkula-Märchens sei. Hm, vielleicht: "Sag alten Frauen niemals, dass ihr Gesang furchtbar klingt"?

Tacos, Todsünden und Kuchen

Später gab es noch eine gemütliche Gesprächsrunde bei Tacos und Kuchen über Hannah Arendt, die sieben Todsünden, Lyrik, Filmdreharbeiten, Körperwelten, Liedermacher, interessante Gewandungen und die Frage, wie ein Mensch überhaupt zum Schreiben kommt.
Es war ein schöner Tag, der mir sehr viel Spaß gemacht hat. Mal sehen, vielleicht bin ich ja nächstes Jahr wieder dabei auf dem Löwen-Con.


© Petra Hartmann


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Mit Darthula, Furunkula und Doctor Nikola auf dem Conventus Leonis

Geschrieben von Petra , in Unterwegs 24 March 2015 · 514 Aufrufe
Unterwegs, Darthula und 3 weitere...
Habt ihr am Samstag schon etwas vor? Wenn nicht, kommt doch zu einer meinen beiden Lesungen nach Braunschweig auf den Conventus Leonis.
Was euch erwartet? Naja, der Nachmittag wird "so lala", vermutlich. Ich habe vor, aus meinen Büchern "Darthula" und "Das Serum des Doctor Nikola" zu lesen, und will zur Auflockerung mein Märchen "Furunkula Warzenkraish" aus dem Buch "Ein Prinz für Movenna" vorzutragen. Böse Zungen könnten also sagen, ich kenne nur Protagonisten, deren Namen auf "la" enden. Nun gut, ich werde zur Abwechslung wohl noch "Die Rache der Heinzelmännchen" mitnehmen.

Conventus Leonis - seit 1996 mit Verpflegung

Der Conventus Leonis ist ein Con, den es schon seit 1996 gibt, und - besonders hervorzuheben: Nach eigener Aussage war es der erste Con in Norddeutschland, bei dem es etwas zu essen gab. Na, wenn das keine Einladung ist. Am Con-Wochenende, 27. bis 29. März, werden insgesamt 34 Spielrunden angeboten, außerdem gibt es einen Workshop "Spontanes Spielleiten". Der Uhrwerk-Verlag wird sich auf dem Con präsentieren, außerdem die "Lederleute" und der Heartman Jan Hartmann (nicht verwandt oder verschwägert) mit selbst gemachten Portemonnaies.

Lesung aus "Darthula" und "Doctor Nikola"

Jetzt aber zu meinen beiden Programmpunkten:
Ich lese am Sonnabend, 28. März, zweimal.
Um 13 Uhr beginnt meine Lesung aus "Darthula, Tochter der Nebel". Vorschau hier.
Um 18 Uhr beginnt meine Lesung aus "Das Serum des Doctor Nikola". Vorschau hier.

Vorgesehen ist jeweils eine Stunde, wobei die Lesezeit wohl 45 Minuten betragen wird, der Rest ist für Fragen, Diskussionen und Signieren eingeplant. Also, denkt euch ein paar Fragen aus - sonst stelle ich euch welche. ;-)

Rollenspieltreff im "Jugendzentrum Mühle"

Veranstaltungsort des Conventus Leonis ist das Jugendzentrum Mühle. Die genaue Adresse lautet:
Jugendzentrum Mühle, An der Neustadtmühle 3, 38100 Braunschweig. Eine Anfahrtsbeschreibung findet ihr auf der Conseite.

Auch Nicht-Rollenspieler sind herzlich willkommen. Ich freue mich auf euch!


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BuchBerlin - zwei Tage Buchmesse mit Nestis

Geschrieben von Petra , in Unterwegs 17 November 2014 · 1020 Aufrufe
Unterwegs, Nestis, Monika Fuchs
Zwei Tage lang waren Verlegerin Monika Fuchs und ich auf der "Buch Berlin". Wir präsentierten dort das neue Nestis-Buch "Nestis und die Hafenpiraten" und weitere Schätze aus dem Verlagsprogramm. Hier mein Bericht:

Mit Nestis nach Berlin ... Ich gebe zu, ein wenig gruselte es mich beim Gedanken an die Autofahrt zur Hauptstadt. Meinen bisher einzigen Auto-Trip durch Berlin hatte ich Mitte der 90er unfreiwillig gemacht, als ich auf dem Weg nach Mecklenburg die falsche Autobahnabfahrt genommen hatte und dreieinhalb Stunden durch die Stadt geirrt war, bis mir ein freundlicher Polizist mit kräftigem Dialekt den Weg nach draußen erklärte. Aber diesmal hatte ich Verlegerin Monika Fuchs als Beifahrerin, die dafür sorgte, dass ich mich (fast) gar nicht verfuhr. Und die "Buch Berlin", die neue Berliner Buchmesse war das Wagnis allemal wert.
Losgefahren sind wir schon am Freitag. Am späten Nachmittag rollte mein schwer beladener Panda mit dem kompletten füchsischen und hartmannschen Buch-Sortiment und einer etwas angeschlagenen Verlegerin (Knieprobleme) vom Verlagsgelände und der Hauptstadt entgegen, wo wir nach etwas über drei Stunden auch richtig anlandeten.

Armenische Spezialitäten

Bei der Auswahl der Unterkunft setzte Monika unsere Serie gastronomischer Seltsamkeiten fort. (Wir erinnern uns an den italienischen Gastwirt und Fliegenfischer, den wir in Mainz kennen gelernt hatten ...) Diesmal sollte uns laut Internet-Info im Untergeschoss des Hotels ein Chinese erwarten. Die ganze Fahrt über träumte ich von Bambussprossen und Wabbelpilzen. Und als ich im Gastraum Platz nahm, hatte ich mich eigentlich schon entschieden für Hühnerfleisch. Es kam aber anders.

Ich: Ich hätte gern eine Cola. Und die Speisekarte bitte.
Dunkelhäutiger, schwarzbärtiger Gastwirt: Speisekarte haben wir nicht. Aber ich kann Ihnen sagen, was wir haben. Wir haben ein traditionelles armenisches Gericht mit ...
Ich: Nicht chinesisch?
Er: Nein. Dies ist ein armenisches Restaurant.

Da Monika und ich noch nie armenisch gegessen hatten, probierten wir es aus und orderten das einzige Gericht, das die menschliche Speisekarte uns anzubieten hatte. Es gab einen Hackfleischspieß mit einem Reis-Pilz-Gemisch, dazu Salat und als Vorspeise geräucherten Schinken (sehr würzig) und etwas in flache Scheiben Geschnittenes, das uns der junge Mann als Darm bezeichnete. Was drin war, konnte er nicht sagen, so genau wollten wir es dann auch nicht wissen. Es schmeckte jedenfalls gut.
Dazu gab es es eine weitere armenische Spezialität: Armenischen Granatafelwein. Schmeckte sehr gut und erinnerte ein wenig an Sherry.
Während des Abends fragten wir mehrfach nach Einzelheiten des Gerichts und bekamen jedesmal zu hören, es sei "armenisch". Es gab immer wieder Dialoge wie diesen:
Monika: Dieser Reis ist irgendwie anders, was ist denn das für ein Reis?
Wirt (stolz): Das ist armenischer Reis.

Ein Essen, das wir nicht so schnell wieder vergessen werden.

Bücher in Regenbogenfarben

Die Messe selbst war sehr schön, sehr bunt und hatte sehr viele nette und vor allem interessierte Besucher. Wenn ich es richtig mitbekommen habe, waren es 1200 Leute, die sich an den beiden Tagen um die Stände drängten.
Am ersten Tag hatte Monika die geniale Idee, das Verlagssortiment nach Regenbogenfarben zu sortieren. Lyrik zu Kinderbüchern, theologische Schriften zu Autorenträumen. Das scheint allerdings doch nicht so recht zu dem erwünschten Käuferandrang geführt zu haben. Am zweiten Tag, als wir wieder "ordentlich" sortiert waren, blieben gefühlt dreimal so viele Besucher stehen und blätterten in den Büchern.

Nestis-Bücher und Weihnachtskarten

Ein Highlight auf dem Stand waren natürlich die beiden Nestis-Bücher. "Nestis und die verschwundene Seepocke" und "Nestis und die Hafenpiraten" sahen neben einander sehr schön aus, und ich habe fleißig in die Kamera gelächelt, wenn jemand vorbeikam, um mich zu knipsen. Gut kamen auch die Nestis-Weihnachtspostkarten an, die unsere Meerjungfrau zusammen mit dem etwas überfordert dreinblickenden Weihnachtsmann zeigen. Klar, der Ärmste hatte ja gerade 500.000 Kubikmeter Sand ausgeliefert ...
Ich hatte eine Abteilung auf dem Verlagstisch für mich und legte dort auch die Movenna-Bücher, den Doktor Nikola, Darthula und ein paar Anthologien aus. Als besonders beliebt erwies sich dabei die Wurdack-Anthologie "Immer diese Kobolde!", die ja auch etwas Beonderes ist.

Kuschelige Lesung mit Matheprüfung

Am Samstag hatte ich meine Lesung aus dem neuen Nestis-Buch. Im zweiten Stock war dafür eine kuschelige Kissenecke eingerichtet, und ich hielt mich gar nicht lange mit dem Lesetisch auf, sondern pflanzte mich zu meinen Zuhörern in die Kissen (fragt bloß nicht, wie ich hinterher wieder hochkam ...). Nebenan gab es eine Bastelecke und ein Bücherregal, aus dem die Kleinen sich auch später noch bedienen konnten.
Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir ein kleines blondes Mädchen im Grundschulalter, das meine Nestis in die Hand nahm und das Buch mit kritisch zusammengezogenen Brauen auf Herz und Nieren prüfte. Die Kleine las hier ein Stück, da ein Stück, studierte das Personenverzeichnis, begutachtete die Bilder, rieb die Seiten zwischen Daumen und Zeigefinger, und erst nach bestimmt fünf Minuten nickte sie ihrer Mutter gnädig zu, die dann das Buch bei Monika kaufte, und ich durfte endlich signieren. Puuh, Prüfung bestanden. War schweißtreibender als eine Hausaufgabenkontrolle beim Mathelehrer. ;-)

Letzte Arbeiten am Weihnachtsbuch

Derweil werkelte Monika noch immer eifrig an unserem Weihnachtsbuch, legte letzte Hand ans Layout und fabrizierte noch einen Beitrag über die Hildesheimer Weisen, einen alten Brauch aus der Domstadt, den ich zugegebenermaßen überhaupt noch nicht kannte. Schade, dass diese Weihnachtstradition inzwischen eingeschlafen ist. Was die Frau geleistet hat, kann nur der recht würdigen, der dabei ihr kaputtes Knie mit einrechnet. Monikas Knie war nämlich inzwischen nicht besser geworden, eher schlimmer. Zum Glück half Verlegerin Andrea el Gato mit einem Zauberpflaster aus, das zumindest die Schmerzen etwas dämpfte.

Verlegerbüffet und syrische Hochzeit

Am Samstagabend gab es ein gemeinsames Essen für die Aussteller mit phantastischem Büffet und netten Gesprächen, allerdings war ich auch irgendwann einfach zu müde zum Reden und Essen und war froh, als ich endlich im Hotel ins Bett fallen durfte.
Monika hatte etwas Pech, denn ihr Zimmer lag im ersten Stock, genau über dem Festsaal, in dem gerade von einer riesigen Gesellschaft in farbenprächtigen Gewändern eine Hochzeit gefeiert wurde.
"Armenische Hochzeit?", fragte Monika unseren schwarzbärtigen Wirt.
Der schüttelte den Kopf: "Syrische Hochzeit." Was für eine Überraschung!

Besuch von Ulrike Reineke

Der Sonntag brachte mir einen angemeldeten Besuch und einen Überraschungsbesuch ein. Zunächst traf ich mich mit meinem Lakotalehrer Martin Krüger, und wir quatschten eine ganze Menge am Stand des Traumfänger-Verlags mit Autorin Kerstin Groeper über Indianerliteratur. (Nein, ich habe nicht vor, der Fantasy untreu zu werden ...) Wenig später schaue ich hoch und sehe gerade wie Elfenschrift-Herausgeberin Ulrike Reineke und ihr Mann Michael auf mich zugeströmt kommen, das war doch mal eine nette Überraschung.
Um 18 Uhr gingen die letzten Besucher, und für uns hieß es: einpacken. Eine Stunde später ging es dann ab nach Hause über feuchte, dunkle Autobahnen, an deren Rand es stellenweise schon verdächtig glitzerte. Wir kamen aber unversehrt in Hildesheim an, eine halbe Stunde später fiel ich in Sillium ins Bett. Was für ein Wochenende.
Insgesamt waren es zwei tolle, volle Tage in Berlin. Das Team von Biber und Butzemann, das diese erste Berliner Buchmesse auf die Beine gestellt hat, hat einen verdammt guten Job gemacht und eine Veranstaltung geschaffen, die geradezu nach einer Zweitauflage schreit. Es soll auch nächstes Jahr wieder eine BuchBerlin geben. Größer, mit mehr Ausstellern und in einem größeren Gebäude. Die lasse ich mir ganz bestimmt nicht entgehen.


© Petra Hartmann


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BuCon 2014 - so war's

Geschrieben von Petra , in Unterwegs 19 October 2014 · 409 Aufrufe
BuCon, BuchmesseConvent und 1 weitere...
Ist das Jahr schon wieder um? So schnell kann's gehen. Schon wieder Buchmesse-Samstag, wieder BuCon-Zeit in Dreieich. Diesmal hatte ich besonders viel Glück: Ich ergatterte sowohl einen Tisch als auch einen Lesungsplatz, was will man mehr?
Als ich am Freitagabend kistenweise Bücher in meinen Panda stapelte, kam mir allerdings die furchtbare Erinnerung: Richtig - da war noch was. Eine Tischdecke ist Pflicht, hatte Roger Murmann geschrieben. Hätte ich beinahe vergessen. Und beim Durchsuchen des Tischdeckenvorrats meiner Mutter kamen mir die geballten Tischmodesünden der 70er entgegen. Ich habe fast eine Stunde gesucht, bis ich zumindest ein halbwegs akzeptables Stück gefunden hatte. Seufz. Es ist doch gut, wenn man eine Partnerin mit an Bord hat, die sich um die Optik kümmert. Aber gut, es fand sich schließlich doch etwas.
Aufbruch noch vor Morgengrauen, Ankunft gerade noch rechtzeitig vor dem größten Besucherandrang. Mann, war das diesmal voll. Dieser 29. BuCon mit 560 Beteiligten und über 40 Ständen soll der größte jemals stattgefundene BuCon aller Zeiten gewesen sein, vermeldeten die Veranstalter. Ja, das hat man gemerkt.

Mit Darthula und Nestis in Dreieich

Die Highlights auf meinem Büchertisch waren natürlich die neu erschienene "Darthula" und die schönen Postkarten als Werbemittel für den bald erscheinenenden zweiten Nestis-Band "Nestis und die Hafenpiraten". Aber ich hatte natürlich auch die Klassiker dabei: Die Movenna-Serie, Doctor Nikola, Nestis 1 und ein paar schöne Anthologien aus meinem reichen Herausgeberschaffen.
Entschuldigen möchte ich mich bei allen, die mich nicht an meinem eigenen Tisch angetroffen haben. Einmal kurz rüber zum Catering-Stand und ein paar heiße Würstchen gegessen, sich dabei erst mit einem, dann mit einem anderen und dann mit noch jemandem verquatscht - und schon waren wieder zwei Stunden weg wie nichts. Unfassbar, wie die Zeit verfliegt.

Erinnerungen an "Aegirs Flotte"

Fest vorgenommen hatte ich mir ja, nichts zu kaufen. Bis auf einen Titel, den ich mir bestellt hatte: Bettina Ferbus hat jetzt ihren Kurzroman "Auf verschlungenen Pfaden" im Tes-Verlag veröffentlicht. Das Abenteuer war ursprünglich vorgesehen für die Serie "Aegirs Flotte", in der auch meine Valkrys ("Die letzte Falkin") ihre Premiere erlebte. Klar, dass ich da zuschlagen musste. Außerdem nahm ich den neuen Band der Storyolympiade - "Stille" - mit nach Hause, das Buch mit den Siegertexten des Wettbewerbs.

Günter Wirtz erhält Goldmedaille der Storylympiade

Die Siegerehrung der Storyolympiade wurde von Tatjana Stöckler gewohnt liebenswürdig und souverän moderiert. Unterstützt wurde sie dabei diesmal von "Deutschlands bissigstem Verleger" Torsten Low, in dessen Verlag auch die Sieger-Anthologie erschien. Bei der Verleihung der Bronzemedaille gab es eine Premiere für das Team der Storyolympiade: Erstmals wurde ein Autoren-Duo ausgezeichnet, bisher standen immer nur Einzel-Autoren auf dem Siegertreppchen. Vanessa Kaiser und Thomas Lohwasser hatten mit ihrer Geschichte "Der Gesang der Engel" ein überzeugendes Gemeinschaftswerk abgeliefert. Platz zwei errang Daniel Schlegel mit seiner Story "Verbindungsabbruch". Die Goldmedaille und die Victor-Statuette gingen an Günter Wirtz, der mit einem kleinen aber feinen Vorsprung den Sieg davontrug. Seine Geschichte "Namu" erzählt von einem jungen Magier-Novizen, der in der Einsamkeit sein wahres Ich und sein Totem suchen muss. Im Anschluss an die Preisverleihung gab es einen Fototermin mit den vier Siegern, den ich ausgiebig zum Knipsen nutzte.

Lesung aus "Darthula" und "Furunkula Warzenkraish"

Meine Lesung - ich gebe zu: da hatte ich im Vorfeld einiges Magengrummeln. Fünf Lesungen gleichzeitig, das ist schon eine Menge. Und die Konkurrenz gerade um 18 Uhr war schon heftig: Außer mir lasen da nämlich Wolfgang Hohlbein und Markus Heitz. Außerdem fand zeitgleich das Perry-Rhodan-Panel statt. Und dann las auch noch Matthias Falke aus seinen Science-Fiction-Romanen. Könnt ihr euch vorstellen, wie mir die Gesichtszüge entgleisten, als ich kurz vor 18 Uhr die Durchsage hörte, dass es, da Tom Finn sich leider verspätet und seine Lesung verpasst hatte, nun eine Spontanlesung des Autors geben würde, die zusätzlich um 18 Uhr stattfinden würde?
Meine Angst, ganz allein dazusitzen, erwies sich dann allerdings als unbegründet. Ein paar Hardcore-Hartmann-Fans haben den Weg zum Holodeck doch gefunden. Es war eine sehr lebendige Runde, und es wurden eine Menge Fragen gestellt. Ich bot einen kurzen Überblick über meine Neuerscheinungen - "Beim Vorderhuf meines Pferdes", die neuen Movenna- und Nikola-eBooks, "Darthula" und die bald erscheinende Nestis II - las dann zwei sehr unterschiedliche Auszüge aus "Darthula" vor und (ich konnte es mir nicht verkneifen) bot anlässlich des neuen eBooks aus "Ein Prinz für Movenna" die gute alte "Furunkula Warzenkraish" dar. Mit Gesang und Gekreische, wie es sich gehörte. Meine Stimme war ohnehin schon hin, mein Gekrächze hätte bei den zarteren und weicheren Geschichten eher einen unglücklichen EIndruck gemacht.

Verleihung des Deutschen Phantastik-Preises

Nach meiner Lesung folgte der Höhepunkt des BuCons: die Verleihung des Deutschen Phantastik-Preises. Doch zunächst gab es eine Überraschung für Tom Finn - er wurde mit dem neu geschaffenen BuCon-Preis ausgezeichnet.
Den Deutschen Phantastik-Preis erhielten:
Bester Roman: Ann-Kathrin Karschnick: “Phoenix – Tochter der Asche” (Papierverzierer)
Bestes deutschsprachiges Romandebüt: Gaby Wohlrab: “Eldorin – Das verborgene Land” (Vier Raben)
Bester internationaler Roman: Terry Pratchett: “Dunkle Halunken” (ivi)
Beste deutschsprachige Kurzgeschichte: Miriam Schäfer: “Claire” (aus: Weltentor 2013 Mystery [Noel])
Beste Original-Anthologie/Kurzgeschichten-Sammlung: “Eis und Dampf” (Feder & Schwert)
Beste Serie: “DSA – Das schwarze Auge” (Ulisses Spiele)
Beste Grafikerin: Mia Steingräber
Bestes Sekundärwerk: “Geek!” (Panini Comics)
Beste Internet-Seite: www.phantastik-couch.de

Heimfahrt und BuCon-Koma

Nach der Preisverleihung war großes Aufräumen angesagt. Ich packte also meine Bücherkisten zurück in den Panda, verabschiedete und verquatschte mich noch etwas und ließ mich dann langsam vom Strom der Autobahn nordwärts treiben. Wiedereinsturz in die Erdatmosphäre: gegen Mitternacht. Wiedererwachen aus dem Nach-BuCon-Koma: eben gerade. ;-) Nächstes Jahr nehme ich mir vielleicht doch ein Zimmer in Dreieich.


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Mit Darthula zum Buchmessecon

Geschrieben von Petra , in Unterwegs 09 August 2014 · 314 Aufrufe
Unterwegs, BuCon, Darthula
Eben kam die Bestätigung vom BuCon-Team: Ich werde dieses Mal mit einer Lesung und einem Infotisch am Programm beteiligt sein. Das ist doch mal eine gute Nachricht. Vorstellen werde ich am Buchmessesamstag in Dreieich vor allem meine neue "Darthula" und den dann wohl schon erschienenen "Timur", außerdem habe ich für die jüngsten Con-Besucher und ihre Eltern ein paar Meermädchenromane über die Nordseeprinzessin Nestis im Gepäck. Und ihr könnt euch auch auf Neuigkeiten aus Movenna gefasst machen.
Die Lesung am Samstag, 11. Oktober, beginnt um 18 Uhr. Ihr findet mich im Raum "Holodeck". Ansonsten bin ich fast ganztägig (etwa 10-20 Uhr) im Hauptraum anzutreffen, freue mich auf Besuch von neuen und alten Freunden und bin natürlich jederzeit zum Signieren bereit. ;-)

Infos zum Buchmesse-Convent, zur Anfahrt und zum Programm findet ihr hier: www.buchmessecon.de


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"Ein' schöne Stadt auf schönem Grunde"

Geschrieben von Petra , in Unterwegs 19 July 2014 · 353 Aufrufe
Hildesheim, Monika Fuchs und 2 weitere...
Hildesheim, Anno 1575: Onofrius Meyenrose, Dichter und Küster, wandert durch Hildesheim und hält die Geschichte und Sehenswürdigkeiten seiner Heimatstadt in Versen fest. Knittelverse, manchmal holprig, oft muss er gedroht haben: "Reim dich, oder ich fress dich", dabei immer herzlich, engagiert und getragen von der Liebe zu seiner Stadt: "Ein schöner Spruch von Ankunft des Stifts und der Stadt Hildesheim", so der Originaltitel" ist ein eigenwilliges und sehr aufschlussreiches Dokument aus der Hildesheimer Stadtgeschichte, das jetzt in neuer Übersetzung durch Guido Fuchs vorliegt. Herausgegeben und in ein außerordentlich schön gestaltetes Büchlein verwandelt hat das Manuskript seine Frau, die Hildesheimer Verlegerin Monika Fuchs.
Jetzt stellten die beiden ihr neuestes Werk in der Hildesheimer Dombibliothek vor. Eine Buchpräsentation, die es in sich hatte, und die auch dem Publikum einiges abverlangte, denn zur Orgelbegleitung von Guido Fuchs galt es, drei Lieder mitzusingen, zum Teil bekannte Melodien, aber: Die Besucher des katholischen Hauses möchten sich bitte nicht irritieren lassen, wenn die Melodie ein wenig von der gewohnten abweiche, hieß es. Man habe sich für die protestantische Variante entschieden, denn Meyenrose sei nun einmal Protestant gewesen.
Schon die kurze Einleitung von Kurt Machens machte deutlich, dass man es nicht unbedingt mit einem Freund er Katholiken zu tun hatte. Auch, dass man einige drastische Formulierungen für kleine, nicht mehr benutzte Kirchen finden würde. Lob gab es für Meyenroses Bericht über eine "Schnabelweide" an der HIldesheimer Ratsapotheke. Schnabelweide, ein schönes altes Wort dafür, dass es etwas zum Futtern gab.
In seiner Lesung aus Meyenroses "Schönem Spruch" stellte Guido Fuchs unter anderem die Verteidigungsanlagen vor. Der Dichter pries die Wehrhaftigkeit und Sicherheit seiner Stadt mit folgenden Worten:

Zum ersten ist die Stadt umgeben
ringsum mit Gräben und daneben
mit einem Wall. Dort aufgebaut
sieben Rondelle - denn so traut
die Stadt der Feinde sich zu wehren,
die gegen sie sollten sich kehren.
Hinter dem Walle folget noch
die Mauer, die ist ziemlich hoch,
mit Türmen auch besetzt gar fleißig,
derselben sind es beinah dreißig.
Das ist auch zierlich anzuschauen.
Doch wollen wir darauf nicht trauen,
Gott aber, der zu aller Frist
der stärkste aller Türme ist,
bewahrt uns vor des Feindes List.
Nun komm ich in die Stadt hinein,
durch sieben Tore gezieret fein.
Das erste, Ostertor genannt,
Cyriakustor folgt dem zu Hand.
das Kempentor, das Neue Tor,
dem Dammtor folgt das Hagentor,
das Almstor liegt davon nicht weit.
Die sieben schließen alle Zeit
die Stadt vor ihren Feinden zu,
damit sie haben mag ihr' Ruh.

Dass im Hildesheim die beiden christlichen Religionen nicht unbedingt gut miteinander befreundet waren und Onofrius Meyenrose als überzeugter Protestant von der "Religion des Papstes" wenig hielt, war bereits gesagt worden. Sehr deutlich unterscheidet er in seiner Schilderung der Kirchen zwischen denen, die Gottes Wort lehren, und denen, die des Papstes Religion anhängen. Hier sein Überblick über die Hildesheimer Gotteshäuser:

Als erste sei der Dom gezählt,
des Papstes Religion er hält.
Ludwig hat ihn einst fundiert,
Marien Stift genannt er wird.
St. Michael gar anders klingt,
da Gottes Wort man lehrt und singt.
Auch St. Andreas, welch's die dritt,
lehrt Gottes Wort und andres nit.
Die vierte ist St. Godehard,
des Papstes Glauben sie bewahrt.
Zum heilgen Kreuz die fünfte heißt,
auch sie des Papstes Glauben weist.
Sankt Jorg die sechste wird genannt,
die sich zu Gottes Wort bekannt'.
Sankt Jakob heißt die siebte gar,
lehrt Gottes Wort lauter und klar.
Sankt Martin man die achte nennt,
die Lehre Christi sie bekennt.
Sankt Paul, das wird die neunte sein,
lehrt Gottes Wort gar lauter rein.
Maria Magdalenen, wisst,
noch gar und ganze päpstlich ist.

Drastisch in der Wortwahl, darum sehr einprägsam, Meyenroses Schilderung der "Winkelkirchen". Es geht um kleine Kirchen, die nicht mehr im Gebrauch sind - angesichts der Aufgabe zahlreicher Kirchen in der Gegewart durchaus wieder aktuell. Wenn auch die Nachnutzung heutzutage wohl etwas anders ausfallen würde:

Der Winkelkirchen gibt es viel,
die ich nicht alle nennen will,
weil man sie nicht gebrauchen kann,
lass ich sie fort hier dann und wann.
Das eigne Volk hat sie verschmäht,
weil es um sie erbärmlich steht.
Sie stehen leer und wüst, ein Graus:
Man machte Ställ' und Scheißhaus draus [...].

Eine besondere Ergänzung des Büchleins stellt ein Aufsatz von Guido Fuchs dar, der sich speziell mit der Geschichte der "Willigen Armen" befasst. Der einzigen katholischen Einrichtung in Hildesheim, der Meyenrose mit Respekt, ja Hochachtung gegenüberstand. Es handelte sich um eine Gruppe Männer, die sich dem christlichen Ideal der Amut verpflichtet hatten, Kranke pflegten und Tote bestatteten, auch solche Tote, die eigentlich niemand gern anfassen wollte: Gehenkte ud Pestkranke. Und dies in Zeiten, in denen von Impfung oder Hygiene zum Selbstschutz keine Rede sein konnte, sodass die Laienbrüder ihre Arbeit bei Gefahr für Leib und Leben ausübten. Meyenrose schildert die Pestepidemie nicht, aber Guido Fuchs wartete in seinem Vortrag mit erschreckenden Zahlen auf. Auf dem Höhepunkt der Pestepidemie starben täglich 40 Menschen in der Stadt. Und dies zu einer Zeit, als die Einwohnerzahl nur ein Bruchteil der heutigen Bevölkerung Hildesheims betrug. Da rollte der "Schüdderrump", die alte Totenschubkarre durch die Straßen, sammelte die Leichen ein und schüttete den Haufen so schnell wie möglich in eine rasch ausgehobene Grube.
Die "Willigen Armen", die in ihren grauen Mänteln an Fledermäuse gemahnten und bettelnd durch die Stadt zogen, genossen hohes Ansehen. Für Guido und Monika Fuchs jedoch gab es noch einen anderen, ganz besonderen Grund, sich mit dieser Gemeinschaft zu befassen: Der Verlagssitz befindet sich nämlich genau auf dem Grundstück, auf dem dereinst das alle Lüllekenhaus, stand, das Haus, das am Alexiustag, dem 17. Juli 1359, den Willigen Armen gestiftet wurde und in der die jeweils vier- bis fünfköpfige Gemeinschaft der frommen Männer lebte und wirkte. Bis nach etwa 400 Jahren das Haus wegen Baufälligkeit abgerissen wurde.
Kein Zufall, dass der Verlag zu seiner Buchpräsentation ausgerechnet den 17. Juli aussuchte. Vorgestellt wurde ein geschmackvoll gestaltetes kleines Büchkein, das für Besucher der Stadt sicher ein hervorrageder Reiseführer durch das historische Hildesheim sein wird. Ein schöner Vorgeschmack auf das bevorstehende Stadtjubiläum, das im nächsten Jahr gefeiert werden soll, wenn sich die Gründung des Stiftes Hildesheim zum 1200. Mal jährt.
Das Buch enthält zahlreiche Abbildungen sowie hilfreiche Fußnoten mit Worterklärungen und Hintergründen zum "Schönen Spruch" Meyenroses. Ferner findet sich hinten im Buch eingelegt eine Karte des historischen Hildesheims, auf deren Rückseite ein kolorierter Kupferstich mit einer Stadtansicht aus den 1570er Jahren gedruckt wurde. Also rundum: ein schönes Stück Hildesheim zum Mitnehmen.

Buch-Infos:

Guido Fuchs [Hg.]: "Ein' schöne Stadt auf schönem Grund". Ein Gang durch Hildesheim Anno 1557. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014. 64 S., Euro 8,95.

Eine Leseprobe findet ihr hier:

http://www.book2look...buero-fuchs.de


© Petra Hartmann


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Wieder da aus Marburg

Geschrieben von Petra , in Unterwegs 27 April 2014 · 278 Aufrufe
Unterwegs
Der MarburgCon war (wieder einmal) schön. Eine kleine, feine Veranstaltung in Niederweimar mit geschätzt 100 Besuchern inklusive Ausstellern, diesmal sogar mit zwei Lese-Schienen, denn zusätzlich zum Konferenzraum wurde Nachmittags auch noch die Kegelbahn für Lesende geöffnet.
Ich hatte die Ehre, den Reigen der Lesungen zu eröffnen. Was bedeutete, dass ich mich morgens mit einer leichten Panik hinter das Steuer setzte. Wäre peinlich geworden, ausgerechnet zur eigenen Lesung zu spät zu kommen. Ich hatte jedoch eine recht freie Strecke vor mir, lediglich einige Baustellen mit Geschwindigkeitsbegrenzungen, sodass ich gegen 9 Uhr das Bürgerhaus an der Agip-Tankstelle erreichte und ausreichend Zeit hatte, meinen Büchertisch aufzubauen. Zwischen dem Team vom Geisterspiegel und dem Luzifer-Verlag war ich sehr gut untergebracht uhd hatte gute Gesellschaft, auch wenn sich die Nestis-Kinderbücher zwischen den Horror-Bänden sicher etwas ulkig ausnahmen. Aber - hey! - es geht schließlich um die furchtbarsten Monster des Meeres, es kommen Geister drin vor und Haie und Mathelehrer ...
Die Lesung erreichte 100 Prozent der anwesenden Kinder (nämlich die beiden Verlegertöchter aus den Verlagen Luzifer und Torsten Low) sowie ein paar Erwachsene, die sich köstlich über die Drohung des kleinen Wassermanns Nick amüsierten: "Ich wwwarne Sie - ich kann Taek won Platsch!" Die Kinder interessierten sich vorwiegend für die Nestis-Postkarten und die Bilder im Prospekt. Und verhungert bin ich auch nicht, denn die kleine Anna-Marie gab mir großzügigierweise etwas von ihrem süßen Speck ab.
Von den Lesungen der Kollegen habe ich wieder einmal nicht viel mitbekommen, lediglich ganz zum Schluss, als die Büchertische schon größtenteils wieder abgeräumt waren, gönnte ich mir die Lesung der Apokalyptischen Schreiber, die diesmal in kleiner Besetzung und ohne Kutten auftraten: Hunger und Pestilenz (Thomas Backus und Volker Ilse) brachten die Lesung mit Düsterem und Humorvollem trotzdem gut über die Bühne, und man erhielt interessante Einblicke in die Arbeit eines Apokalyptischen Filmstars.
Netten Besuch aus Gronau gab es am frühen Nachmittag: Ulrike Reineke und ihr Mann schauten vorbei, und es gab viel Gelegenheit zum Klönen über phantastische Literatur.
Meinen Bücherkaufrausch hatte ich diesmal recht gut im Griff. Immerhin hatte ich den letzten Anfall ja erst vor knapp einem Monat auf der Homburg. Aber unbedingt zugreifen musste ich doch, als ich das Buch mit den Beiträgen zum Marburg-Award sah. Der Wettbewerb stand diesmal unter dem Motto "Atlantis", und ich hatte mir ganz fest vorgenommen ... Naja, ich nahme mir ja jedesmal vor, beim nächsten Mal mitzumachen, nächstes Mal also. Auf jeden Fall ein dickes Lob an die Veranstalter für die Präsentation. Die besten zehn Texte wurden sehr wertschätzend mit ihren Stärken, aber auch mit ihren kleinen Ecken und Kanten vorgestellt, man hatte als Zuhörer wirklich das Gefühl, dass die Texte hier sehr sorgfältig gelesen und bewertet worden waren. (Da könnte sich eine Gewinnerpräsentation in Dreieich durchaus eine Scheibe von abschneiden.) Gewonnen hat Sabine Frambach mit ihrer Geschichte "Lene Bruck und die Suche nach Atlantis". Die Entscheidung der Jury soll sehr knapp gewesen sein, die drei Erstplatzierten lagen nur um Zehntelpunkte auseinander. Jedenfalls freue ich mich auf das Buch.
Außerdem wurde auf dem Con der Vincent Preis vergeben. Für ihre Arbeiten im Jahr 2013 wurden ausgezeichnet:
1. Bester deutschsprachiger Roman: Jörg Kleudgen - Saburac (Goblin Press)
2. Bestes internationales Literaturwerk: Stephen King: Dr. Sleep (Heyne)
3. Beste deutschsprachige Kurzgeschichte: Vincent Voss: Eine kurze Geschichte über den Tod und den Untod (Diabolos)
4. Beste Grafik aus dem deutschsprachigem Raum: Björn Ian Craig: Zwielicht 3
5. Beste deutschsprachige Anthologie/Kurzgeschichtensammlung/Magazin: Michael Schmidt (Hrsg.): Zwielicht 3 (Saphir im Stahl)
6. Bestes deutschsprachiges Hörspiel/Hörbuch: H. P. Lovecraft & Marc Gruppe - Gruselkabinett 78: Das Ding auf der Schwelle (Titania Medien)
7. Sonderpreis: Bernd Rothe für verlegerische Tätigkeiten
Gefreut habe ich mich über die Auszeichnung für Bernd Rothe. Irgendwie sitzt mir immer noch ein Kloß im Hals, wenn ich daran denke, wie Bernd, Roselinde Dombach und ich auf diesem Con zusammen gelesen und die neue Aufstellung der "Welt der Geschichten" präsentiert haben ... Die Verleihung begann mit einer Schweigeminute für Bernd, sehr angemessen.
Mitten in der Preisverleihung brach draußen die Hölle los. Sintflutartige Regenfälle prasselten draußen nieder, und immer wenn ich dachte, jetzt müsse doch endlich Schluss sein, holte das Unwetter kurz Luft und verdoppelte dann seinen Wasserausstoß. Ich hatte schon Angst um meine Bücher, denn die musste ich noch irgendwie ins Auto schaffen. Aber ich konnte mich mit dem Wagen dann doch rückwärts bis direkt unter das Dach des Eingangs herantasten, so blieb Nestis trocken.
Als ich gegen 22 Uhr - aufgeputscht mit zwei starken Tassen Kaffee - aufbrach, goss es immer noch wie aus Kübeln, und ich schwamm mehr als dass ich fuhr, in Richtung Sillium davon. Zwischendurch hatte ich auch einige wenige trockene Streckenabschnitte, und beim Überschreiten der hessisch-niedersächsischen Landesgrenze etwas Nebel, aber abgesehen von einigen Verspannungen in Rücken und Beinen kam ich drei Stunden später wohlbehalten zu Hause an. Gute Nacht!


© Petra Hartmann


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Leipziger Buchmesse - schön war's

Geschrieben von Petra , in Unterwegs 18 March 2014 · 264 Aufrufe
Unterwegs
Leipzig ist schöner als Frankfurt. Das sagt fast jeder, der beide Buchmessen besucht hat. Ja, das kann gut sein. Mir hat es jedenfalls sehr viel Spaß gemacht, als ich mich am Donnerstag und Freitag ins Messegetümmel stürzte. Etwas familiärer und weniger businesslike kam Leipzig auf jeden Fall daher. Aber am Ende waren meine Beine genau so schwer und haben genau so wehgetan wie nach einem Besuch in Frankfurt. Mein Muskelkater am Wochenende war ziemlich heftig.

Ein "zusätzlischer" Haltepunkt

Die Zugfahrt in den frühen Morgenstunden habe ich verschlafen. Jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich aufwachte und vor dem Fenster den Schriftzug "Leipzig" entdeckte, mit einem kleinen Aufschrei in die Höhe fuhr, meine Tasche schnappte und aus dem Zug stürzen wollte. Die anderen Passagiere beruhigten mich dann allerdings. Wir waren erst in Magdeburg, und das Schild besagte lediglich, dass Leipzig das Ziel des Zuges sei. Als mein Blick sich einigermaßen geklärt hatte, konnte ich sogar den Rest des Hinweises lesen. Dieser Zug, so hieß es in schönstem Schriftsächsisch auf der Anzeigetafel, halte "zusätzlisch" auch in Leipzig Messe. Mein Herzkasper hatte noch reichlich Zeit, sich zu beruhigen, einschlafen konnte ich allerdings nicht mehr.

Phantastisches in Halle 2

Ich habe mich an den beiden Tagen vorwiegend in Halle 2 - Phantastik und Kinderbücher - aufgehalten und mir die Belletristik-Verlage in Halle 4 angeschaut. Etwas gewundert hat mich, dass der Phantastik-Bereich fast ausschließlich aus Ständen von Kleinverlagen bestand, die man auch auf gut sortierten Phantastik-Cons antreffen kann. Viele davon werde ich wahrscheinlich in zwei Wochen in Homburg und nächsten Monat in Marburg wiedersehen. Tatsächlich machte das ganze Ensemble eher den Eindruck eines Cons, und es gab auch einiges an "Weißraum", hier wäre Platz für mehr Verlage gewesen.
Gleich zu Beginn lief ich Jennifer Schreiner in die Arme, die dort ihren Verlag Elysion-Books präsentierte. Ich hätte sie beinahe nicht wiedererkannt, bei unserem letzten Treffen hatte sie stoppelkurze Haare und verrucht hohe Goldstiefel an. Nebenan beim Team von Geisterspiegel und Romantruhe bekam ich zwei Hörspiele, jeden Tag eins (und vielleicht gewann ich eine Topverkäuferin für das Nestis-Buch in Marburg ...). Bei Torsten Low erwarb ich mir den neuen Comic des Verlags, ansonsten hielt ich mich sehr zurück und nahm nur tragefreundliche Prospekte mit, die ich nun nach und nach in Einkaufslisten umsetzen will ... In Homburg, wo ich einen eigenen Tisch samt Stauraum und Sitzgelegenheit habe, werde ich dann zuschlagen. ;-)

Bitte kein Verlagsvertrag für diese Autorin!

Ich bekniete Ernst Wurdack, niemals ein Buch meiner kleinen Schwester zu verlegen, und hoffe mal, dass er sich dran hält. (Sollte sie nämlich jemals ein Buch bei einem seriösen Verlag herausbringen, muss ich einen Marathonlauf machen. Blöde Wette. Bibber.)
Erstmals traf ich auch Simon Czaplok vom Scratch-Verlag. Er ist, da er seinerzeit den Arcanum-Verlag übernommen hat, auch mein Verleger, und es gab einiges zu meinem Roman "Darthula" zu klären. Dazu demnächst mehr.

Seraph für Ju Honisch und Katharina Hartwell

Unbedingt anhören musste ich mir die Lesung von Ju Honisch, die auf der Fantasy-Leseinsel ihren Roman "Schwingen aus Stein" vorstellte. Hat mir sehr gut gefallen, und ich habe mich gefreut, dass Ju dafür den "Seraph" verliehen bekam. Katharina Hartwell bekam den Preis für das beste Debüt für ihren Roman "Das fremde Meer". Herzlichen Glückwunsch den beiden.

Fantasy-Leseinsel

Auf der Leseinsel hörte ich mir auch Altmeister Hohlbein (auch auf die Gefahr hin, jetzt von einigen Fantasy-Puristen und Kleinverlags-Hochliteraten gesteinigt zu werden: Ich finde den Mann sympathisch und habe viele seiner Werke mit Vergnügen gelesen) und Dan Wells an (sehr kluge Ansichten über das Schreiben und darüber, wovon man leben kann, bevor man davon leben kann). Danach taten meine Beine herrzerreißend weh, noch schlimmer als vom vielen Stehen und Herumlaufen. Die Sitzgelegenheiten auf der Leseinsel sind offenbar nicht für Leser jenseits der 40 gedacht.
Verpasst habe ich leider Jordis Lanks Raukland-Lesung und Jonathan Philippis Lesung aus Paradise Island (wird in Homburg nachgeholt), dafür lernte ich aber schon mal die Verlegerin, Andrea el Gato kenen, die beides herausgebracht hat. Mit Erik Schreiber unterhielt ich mich über Märchen und seine neuen Anthologien und setzte gleich mal seine Prinzessinnenmärchen auf meine To-do-Liste.
In der Kinderbuch-Abteilung erlebte ich eine beeindruckende Lesung aus den "Mumins", die Comicbilder wurden sprach- und stimmgewaltig von Matthias Wieland zum Leben erweckt, so möchte ich Nestis mal vortragen können.

Magen-Darm und Mama-Alarm dünnen meinen Terminkalender aus

Zwei Termine sind mir geplatzt. Der eine wegen Magen-Darm, der andere wegen Mama-Alarm. Aber ich hatte auch so genug zu sehen. Am Stand des Traumfänger-Verlags ließ ich mir von Kerstin Groeper "Der scharlachrote Pfad" signieren. Ich nahm mir ein paar Infos über litauische Literatur mit und umging einige Verlagsstände mit der Aufschrift "Autoren gesucht".
Etwas geärgert habe ich mich über die Preise für Getränke. 3,50 Euro für einen halben Liter Cola - sieben Mark! Wenn es wenigstens goldene Flaschen gewesen wären. Die Hotdogs waren dagegen geradezu ein Schnäppchen.

Dino-Puzzle vor dem Frühstück

Mein schockierendstes Erlebnis in Leipzig hat mir der Sohn einer Freundin beschert, bei der ich übernachten durften. Ein außerordentlich begabter Dreijähriger, der alle Dinosaurier auswendig kennt und mit dem ich als langjähriger Yps-Leser immerhin halbwegs mithalten konnte. Jedenfalls konnte ich Eindruck damit schinden, dass ich ein selbtleuchtendes Flugsaurierskelett besaß, das man an einer Schnur über dem Bett aufhängen konnte. Aber stellt euch mein Erstaunen vor, als mitten in der Nacht um Punkt sechs Uhr mein Deckbett leicht angehoben wurde, ein hellwacher Junior-Paläontologe sich an mich kuschelte, seine nackten Eisfüße gegen meine Oberschenkel drückte und mir ins Ohr flüsterte: "Wollen wir jetzt nochmal mein Dinopuzzle machen?" Als seine Mutter dann zwei Stunden später ins Wohnzimmer kam, hatten wir nicht nur das Dinopuzzle, sondern auch ein Elefanten- und ein Giraffenpuzzle zusammengebaut und einen Großteil meiner Kinderschokolade vertilgt.

Feuer auf der Bahnstrecke und Depeschen wie aus einem Steampunk-Roman

Auf der spätabendlichen Rückfahrt gab es dann noch einen Brand auf der Strecke, kurz vor Magdeburg, was für eine ziemlich lange Verspätung sorgte. Außerdem die erschütternde Info, dass ein Lokführer nichts tun darf ohne schriftliche Anweisungen. So mussten wir noch einmal anhalten, damit dem Mann ein solches Dokument in den ICE hineingereicht werden konnte. Etwas verwirrend im Zeitalter der Handys, aber schön abenteuerlich und nostalgisch. Hatte etwas von Steampunk. Später erklärte mir ein Schaffner in der einsamen nächtlichen S-Bahn, dass solche Anweisungen "beweisbar" sein müssen. Einen Handyanruf könne man löschen. Hm. Ein Laptop mit Drucker an Bord wäre doch mal eine Alternative. Der S-Bahn-Schaffner hatte übrigens auch keinen schönen Abend, im Nachbarwagen hatten ein paar betrunkene Jugendliche gewütet und sich übergeben, dann war da noch ein Gestörter, der alle Passagiere volllabern wollte, also die volle DB-Breitseite zum Abschluss des Tages. Aber langweilig war es bestimmt nicht. Mein Ausflug nach Leipzig war ein Abenteuer.


© Petra Hartmann






Nestis und die verbotene Welle, 2017

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Meerprinzessin Nestis und ihre Freunde sind sauer: Lehrer Seestern meint, dass laute Haifischmusik nichts für Kinder ist. Und der Kronrat stimmt ihm zu. Deshalb bekommt die Band »Ølpæst« Auftrittsverbot in der gesamten Nordsee. Doch plötzlich ist deren Musik überall zu hören: Ein Piratensender strahlt die Hits der Knorpelfischgang lautstark aus.

Als eine hochexplosive Kugelmine über dem blauen Glaspalast im Meer dümpelt und ein führungsloser Öltanker in die Nordsee einfährt, droht eine wirkliche Ölpest. Gelingt es den Meerkindern, ein Unglück zu verhindern?

 

Petra Hartmann: Nestis und die verbotene Welle. Mit Illustrationen von Olena Otto-Fradina. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs. Voraussichtlich ab Juni 2017 erhältlich.

Buch-Infos: ca. 152 Seiten, 14,2 x 20,6 cm, Hardcover, zahlreiche s/w-Illustrationen, mit Fadenheftung, Euro 12,90, ISBN 978-3-977066-00-1

 

Leseprobe

 

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Demantin, 2016

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Demantin, der junge König von Antrium, liebt die griechische Königstochter Sirgamot. Doch ihr Vater ist strikt gegen die Hochzeit. Immerhin ist Sirgamot erst zwölf Jahre alt. So zieht Demantin in die Welt, um Ruhm zu erwerben, den Namen seiner Geliebten durch seine Taten zu verherrlichen und sich dem griechischen König als Schwiegersohn zu empfehlen. Er besteht heldenhafte Kämpfe, erwirbt sich die Freundschaft der Königin und des Königs von England und besiegt ein schauriges Meerweib. Letzteres allerdings erweist sich als verhängnisvoll. Denn die sterbende Unholdin verflucht Demantin und prophezeit, dass seine Geliebte mit dem üblen König Contriok verlobt werden soll. Kann Demantin noch rechtzeitig zurückkehren, um die Hochzeit zu verhindern?

 

Berthold von Holle / Petra Hartmann: Demantin. Ein Ritter-Epos
128 Seiten | 12 x 17 cm | Softcover | Klebebindung |
Verlag Monika Fuchs | Hildesheim 2016
ISBN 9-78-3-940078-34-6
8,95 EUR

 

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Leseprobe

 

Crane, 2016

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Gayol, der Sohn des ungarischen Königs, hat in jugendlichem Übermut den alten Hofmarschall seines Vaters zum Wettkampf herausgefordert und eine peinliche Niederlage erlitten. Aus Scham flüchtet er und gerät ins Reich des deutschen Kaisers, wo er unerkannt unter dem Namen Crane (Kranich) eine Stellung als Kämmerer annimmt und bald sehr beliebt ist. Doch als der Fremde und die Kaiserstochter einander näher kommen und Hofbeamten Unzucht und eine unstandesgemäße Liebschaft wittern, beginnt eine schwere Zeit für Königssohn und Kaiserstochter. Kann Gayol sich auf die Treue Acheloydes verlassen? Und kann die lebensbedrohliche Krankheit der Prinzessin noch geheilt werden?

 

Berthold von Holle / Petra Hartmann: Crane. Ein Ritter-Epos
84 Seiten | 12 x 17 cm | Softcover | Klebebindung |
Verlag Monika Fuchs | Hildesheim 2016
ISBN 978-3-940078-48-3
6,95 EUR

 

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Leseprobe

Hut ab, Hödeken! 2015

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Ein rasender Bischof auf dem Rennstieg.
Wegweiser, die sich wie von Geisterhand drehen.
Jäger in Todesangst.
Bierkutscher mit unheimlicher Fracht.
Ein stammelnder Mönch,
der plötzlich zum brillanten Redner wird.
Sollte da Hödeken seine Hand im Spiel haben?
Sagen um einen eigenwilligen Geist
aus dem Hildesheimer Land,
frisch und frech nacherzählt
von Petra Hartmann.

 

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken!

Hildesheim: Verlag Monika Fuchs.

101 S., Euro 7,95.

ISBN 978-3-940078-37-7

 

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Leseprobe

Freiheitsschwingen, 2015

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Deutschland in den 1830er-Jahren: Für Handarbeit, arrangierte Ehe und Kinderkriegen hat die junge Bürgermeistertochter wenig übrig. Stattdessen interessiert sie sich für Politik und Literatur und greift sehr zum Leidwesen ihres Vaters selbst zur Feder, um flammende Texte für die Gleichberechtigung der Frau und die Abschaffung der Monarchie zu verfassen. Angestachelt von der revolutionären Stimmung des Hambacher Festes versucht sie, aus ihrem kleinbürgerlichen Dasein auszubrechen und sich als Journalistin zu behaupten. Gemeinsam mit ihrer großen Liebe verschreibt sie sich dem Kampf für ein freies, geeintes Deutschland und schlägt den Zensurbehörden ein Schnippchen. Die Geheimpolizei ist ihnen jedoch dicht auf den Fersen, und die junge Journalistin begeht den verhängnisvollen Fehler, ihre Gegner zu unterschätzen

 

Petra Hartmann: Freiheitsschwingen

Personalisierter Roman

München: Verlag Personalnovel, 2015

ca. 198 Seiten. Ab Euro 24,95.

(Einband, Schriftart und -größe, Covergestaltung etc. nach Wahl.)

 

Bestellen unter:

www.tinyurl.com/Freiheitsschwingen

 

Timur, 2015

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Wer ist der bleiche Jüngling im Verlies unter der Klippenfestung? Prinzessin Thia will ihn retten. Doch wer Timurs Ketten bricht, ruft Tod und Verderben aus der Tiefe hervor. Als der Blutmond sich über den Horizont erhebt, fällt die Entscheidung ...

 

Beigaben:

Nachwort zur Entstehung

Original-Erzählung von Karoline von Günderrode

Autorinnenbiografien

Bibliografie

 

Petra Hartmann: Timur

Coverillustration: Miguel Worms

Bickenbach: Saphir im Stahl, 2015.

ISBN: 978-3-943948-54-7

Taschenbuch, 136 S.

Euro 9,95

 

 

Ulf, 2015

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Ein Roman-Experiment mit ungewissem Ausgang: Ulf (Magisterstudent unbekannter Fachrichtung), stammt aus einem Dorf, das mehrmals jährlich überschwemmt wird. Zusammen mit Pastor Dörmann (Geistlicher unbekannter Konfession) und Petra (Biografin ohne Auftrag) überlegt er, was man dagegen tun kann. Als ein vegetarisches Klavier die Tulpen des Gemeindedirektors frisst und das Jugendamt ein dunkeläugiges Flusskind abholen will, spitzt sich die Situation zu. Nein, Blutrache an Gartenzwergen und wütende Mistgabelattacken sind vermutlich nicht die richtigen Mittel im Kampf für einen Deich ...
Mal tiefgründig, mal sinnlos, etwas absurd, manchmal komisch, teilweise autobiografisch und oft völlig an den Haaren herbeigezogen. Ein Bildungs- und Schelmenroman aus einer Zeit, als der Euro noch DM und die Bahn noch Bundesbahn hieß und hannöversche Magister-Studenten mit dem Wort "Bologna" nur eine Spaghettisauce verbanden.

 

Petra Hartmann:

Ulf. Ein Roman-Experiment in zwölf Kapiteln.

eBook

Neobooks 2015

Euro 2,99

Erhältlich unter anderem bei Amazon

Vom Feuervogel, 2015

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Ein Tempel in der Wüste. Heilige Männer, die sich dem Dienst des Feuervogels geweiht haben. Ein Hirtenjunge, der seinem Traum folgt. Aber wird der alte und kranke Phönix wirklich zu neuem Leben wiederauferstehen, wenn der Holzstoß niedergebrannt ist? Eine Novelle von Idealen und einer Enttäuschung, die so tief ist, dass kein Sonnenstrahl je wieder Hoffnung bringen kann.

 

Petra Hartmann:

Vom Feuervogel. Novelle.

Erfurt: TES, 2015.

BunTES Abenteuer, Heft 30.

40 Seiten, Euro 2,50 (plus Porto).

Bestellen unter:

www.tes-erfurt.jimdo.com

 

eBook:

Neobooks, 2015.

Euro 1,99.

Unter anderem bei Amazon

Nestis und die Hafenpiraten, 2014

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Endlich Sommerferien! Nestis und ihre Freunde freuen sich auf sechs Wochen Freiheit und Abenteuer. Doch ausgerechnet jetzt verhängt der Kronrat ein striktes Ausgehverbot für alle Meerkinder. Denn in der Nordsee treibt plötzlich ein furchtbares “Phantom” sein Unwesen. Möwen, Lummen und Tordalke werden von einem unheimlichen Schatten unter Wasser gezerrt und verschwinden spurlos.

Nestis beschließt, den Entführer auf eigene Faust zu jagen. Als ein Dackel am Strand von Achterndiek verschwindet, scheint der Fall klar: Die gefürchteten “Hafenpiraten” müssen dahinter stecken. Zusammen mit ihrem Menschenfreund Tom wollen die Meerkinder der Bande das Handwerk legen …

Petra Hartmann: Nestis und die Hafenpiraten
Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014
ISBN 978-3-940078-84-1
14,90 EUR

 

 

Leseprobe unter

 

www.tinyurl.com/nestis2

Blitzeis und Gänsebraten, 2014

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Weihnachten im Potte …

… ist so vielfältig wie die Menschen, die dort leben. Und deshalb findet sich auf diesem Bunten Teller mit 24 Hildesheimer Weihnachtsgeschichten für jeden etwas: romantische Erzählungen und freche Gedichte, Erinnerungen an die Nachkriegszeit, Geschichten von neugierigen Engeln, eifrigen Wichteln und geplagten Weihnachtsmännern. Der Huckup und die »Hildesheimer Weisen« fehlen auch nicht. Was es aber mit dem Weihnachtswunder an der B6 auf sich hat, erfahren Sie auf Seite 117. – Greifen Sie zu!

 

 

Petra Hartmann & Monika Fuchs (Hrsg.): Blitzeis und Gänsebraten. Hildesheimer Weihnachtsgeschichten.

Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014.

144 Seiten | 12 x 17 cm | Paperback |

ISBN 978-3-9400787-57-5
8,90 EUR

 

Leseprobe

Beim Vorderhuf meines Pferdes, 2014

Eingefügtes Bild

Das Messer zuckte vor. Fauchend wich die riesige Katze zurück. Doch nur, um sofort wieder anzugreifen. Das Mädchen, das auf dem Leichnam seiner Stute kauerte, schien verloren.
Acht Jahre ist Steppenprinzessin Ziris alt, als sie bei einem Sandkatzenangriff ihr Lieblingspferd verliert. Ist es wirklich wahr, was ihr Vater sagt? "Alle Pferde kommen in den Himmel ..."
Drei Erzählungen aus der Welt der Nearith über edle Steppenrenner, struppige Waldponys und die alte graue Stute aus Kindertagen.

Petra Hartmann: Beim Vorderhuf meines Pferdes. Neue Geschichten aus Movenna. eBook, ca. 30 Seiten. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014. Euro 0,99.

Erhältlich unter anderem bei Amazon.

Darthula, 2014

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Darthula ist die Tochter eines irischen Kleinkönigs, der über das nebelreiche Land Selama herrscht. Als schönste Prinzessin Irlands lebt sie allerdings nicht ungefährlich. Als sie den mächtigen König Cairbar abweist und ihm nicht als seine Braut folgen will, nimmt das Unheil seinen Lauf. Cairbar überzieht das kleine Selama mit Krieg und Vernichtung und rottet Darthulas Familie aus. Mit ihrem Geliebten Nathos wagt die junge Frau die Flucht über die stürmische See. Aber Wind und Wellen sind unzuverlässige Verbündete ...

Beigaben zur Neuausgabe:
Vorwort der Autorin mit Infos zur Entstehungsgeschichte
Übersetzung des "ossianischen Originals"
Autorinnenbiographie und Veröffentlichungsliste

Buch-Informationen:
Petra Hartmann: Darthula, Tochter der Nebel.
Bickenbach: Verlag Saphir im Stahl, 2014.
Taschenbuch. 126 S., Euro 9,95.
ISBN 978-3-943948-25-7

Bestellen bei Saphir im Stahl

Pressearbeit für Autoren, 2014

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Petra Hartmann, Autorin und langjährige Lokalredakteurin, gibt Tipps für die Pressearbeit vor Ort. Sie erklärt die Wichtigkeit der „Ortsmarke“ für eine Zeitung, gibt Tipps zum Schreiben von Artikeln, zum guten Pressefoto und zum Umgang mit Journalisten. Anschaulich, verständlich, praxisorientiert und für Autoren jedes Genres anwendbar.

Petra Hartmann: Pressearbeit für Autoren. So kommt euer Buch in die Lokalzeitung.
eBook. Neobooks, 2014. Ca. 30 Seiten.
Euro 1,99
Diverse Formate, für alle gängigen eBook-Reader.
Erhältlich z.B. bei Amazon, eBook.de, Thalia, Hugendubel, Weltbild u.a.

Nestis und der Weihnachtssand, 2013

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Als kleine Weihnachtsüberraschung gibt es für Fans des "großen" Nestis-Buchs "Nestis und die verschwundene Seepocke" jetzt ein kleines bisschen Weihnachtssand: Der Verlag Monika Fuchs hat aus der "Ur-Nestis", einem Helgoland-Märchen aus dem Jahr 2007, jetzt ein eBook gemacht. Mit einem wunderschönen Cover von Olena Otto-Fradina und mit ein paar exklusiven Einblicken in Nestis' Nordseewelt.

Klappentext:
"November 2007: Orkantief Tilo tobt über die Nordsee und reißt große Teile der Helgoländer Düne ins Meer. Wer soll nun die Robbenküste reparieren? Meerjungfrau Nestis wünscht sich einfach mal vom Weihnachtsmann 500.000 Kubikmeter Sand ..."

Bonus-Material:
Die Autorin im Interview mit Wella Wellhorn von der Meereszeitung "Die Gezeiten"
XXL-Leseprobe aus "Nestis und de verschwundene Seepocke"

Petra Hartmann: Nestis und der Weihnachtssand. Ein Helgoland-Märchen. Mit Illustrationen von Olena Otto-Fradina. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013. 99 Cent.

Erhältlich für den Amazon-Kindle

Nestis und die verschwundene Seepocke, 2013

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Eine ausführliche Leseprobe findet ihr hier:
www.tinyurl.com/nestis


Wütend stampft Meerjungfrau Nestis mit der Schwanzflosse auf. Ihre Schwester Undine ist von den Menschen gefangen worden – und weder Meerkönig noch Kronrat wagen, die Kleine zu retten. Aber Nestis fürchtet sich nicht einmal vor den furchtbarsten Monstern des Meeres. Zusammen mit ihren Freunden bricht sie auf zur Rettungsaktion, und es zeigt sich, dass tollpatschige Riesenkraken und bruchrechnende Zitteraale großartige Verbündete sind.
Petra Hartmann entführt ihre Leser in eine etwas andere Unterwasserwelt mit viel Humor und Liebe zum Detail. Trotz des phantastischen Meermädchen-Themas findet der Leser auch sehr viel naturnahe Beobachtungen aus Nord- und Ostsee, lernt die Meerbewohner und ihre Probleme kennen. Dabei werden unter anderem auch die Meeresverschmutzung, Fischerei und die wenig artgerechte Haltung von Haien in Aquarien behandelt.
Zauberhaft dazu die Zeichnungen von Olena Otto-Fradina.

Text: Petra Hartmann
Bilder: Olena Otto-Fradina
| Hardcover | 14,8 x 21 cm
Verlag Monika Fuchs | Hildesheim 2013
151 S., Euro 14,90
ISBN 978-3-940078-64-3


eBook:
Amazon-Kindle, 2154 KB
Euro 6,99
http://amzn.to/JJqB0b

Autorenträume, 2013

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Autorinnen und Autoren schicken ihre Leser in vergangene Zeiten, ferne Länder, phantastische Welten, spannende Abenteuer und bringen sie zum Träumen.
Wovon aber träumen Autoren? Vom Nobelpreis? Vom Bestseller? Vom Reich-und-berühmt-werden? Oder einfach nur davon, eines Tages vom Schreiben leben zu können? Vom Lächeln auf dem Gesicht eines Kindes, wenn das neue Märchen vorgelesen wird? Oder sind es schreckliche Albträume, die der angebliche Traumberuf mit sich bringt? Werden Schriftsteller nachts im Schlaf gar von Verlegern, Lektoren, Rezensenten oder Finanzbeamten bedroht?
Monika Fuchs und Petra Hartmann starteten eine »literarische Umfrage«, wählten aus den über 300 Antworten 57 phantasievolle Beiträge aus und stellten sie zu diesem Lesebuch zusammen. Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen des Autorenalltags und träumen Sie mit!
Von jedem verkauften Buch wird 1 Euro an das Hilfswerk Brot & Bücher e.V. der Autorin Tanja Kinkel gespendet, die auch das Geleitwort zum Buch schrieb.

Petra Hartmann und Monika Fuchs (Hrsg.):
Autorenträume. Ein Lesebuch.
ISBN 978-3-940078-53-7
333 S., Euro 16,90

Bestellen beim Verlag Monika Fuchs

Mit Klinge und Feder, 2013

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Phantasie statt Völkerschlachten - das war das Motto, unter dem die Phantastik Girls zur Schreibfeder griffen. Mit Humor, Gewitztheit und ungewöhnlichen Einfällen erzählen sieben Autorinnen ihre Geschichten jenseits des Mainstreams der Fantasy. Kriegerinnen und gut bewaffnete Zwerge gehören dabei genau so zum Personal wie sprechende Straßenlaternen, Betonfresser oder skurrile alte Damen, die im Bus Anspruch auf einen Behindertensitzplatz erheben. Dass es dennoch nicht ohne Blutvergießen abgeht, ist garantiert: Immerhin stecken in jeder der Storys sechs Liter Herzblut. Mindestens.

Mit Klinge und Feder. Hrsg. v. Petra Hartmann und Andrea Tillmanns.
Mit Geschichten von Linda Budinger, Charlotte Engmann, Petra Hartmann, Stefanie Pappon, Christel Scheja, Andrea Tillmanns und Petra Vennekohl.
Homburg/Saar: UlrichBurger Verlag, 2013. 978-3943378078
247 S., Euro 9.
Bestellen bei Amazon

eBook:
396 KB, Euro 5,49.
Format: Kindle
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Das Serum des Doctor Nikola, 2013

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Berlin, 1927. Arbeitslos, pleite und mit der Miete im Rückstand: Bankierssohn Felix Pechstein ist nach dem "Schwarzen Freitag" der Berliner Börse ganz unten angekommen. Da erscheint das Angebot, in die Dienste eines fremden Geschäftsmannes zu treten, eigentlich als Geschenk des Himmels. Doch dieser Doctor Nikola ist ihm mehr als unheimlich. Vor allem, als Felix den Auftrag erhält, Nikola zu bestehlen ...

Petra Hartmann: Das Serum des Doctor Nikola
Historischer Abenteuerroman.
ISBN 978-3-938065-92-1
190 S., 12,95 Euro.
Bestellen beim Wurdack-Verlag

Leseprobe

Hörbuch: Der Fels der schwarzen Götter, 2012

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Bei einer Mutprobe begeht der junge Ask einen folgenschweren Fehler: Er schlägt einem der schwarzen Götter die Nase ab. Der unscheinbare Dreiecksstein wird Auslöser eines der blutigsten Kriege, die das Land jemals erlebt hat.
Bald wissen die Völker des Berglandes nicht mehr, wen sie mehr fürchten sollen: die schwarzen Götter, die weißen Dämonen oder die sonnenverbrannten Reiter aus den fernen Steppen ...

Der Fels der schwarzen Götter.
Hörbuch. 8 Stunden, 57 Minuten.
Sprecherin: Resi Heitwerth.
Musik: Florian Schober.
Action-Verlag, 2012.
CD/DVD: 16,95 Euro
mp3-Download: 11,95 Euro

Hörbuchfassung des 2010 im Wurdackverlag erschienenen Buchs "Der Fels der schwarzen Götter".

Drachen! Drachen! 2012

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Frank G. Gerigk & Petra Hartmann (Hrsg.)
DRACHEN! DRACHEN!
Band 01, Drachen-Anthologie
ISBN: 978-3-89840-339-9
Seiten: 384 Taschenbuch
Grafiker: Mark Freier
Innengrafiker: Mark Freier
Preis: 14,95 €
Bestellen beim Blitz-Verlag

Fatal wäre es, Drachen zu unterschätzen! Wer glaubt, genug über sie zu wissen, hat schon verloren.
Diese 23 meisterlichen Geschichten aus verschiedenen literarischen Genres belegen, dass das Thema aktuell, überraschend und packend ist – und gelegentlich fies!

Die Autoren:
Rainer Schorm, Achim Mehnert, Andrea Tillmanns, Malte S. Sembten, Frank G. Gerigk, Christel Scheja, Fiona Caspari, Hendrik Loy, Christiane Gref, Linda Budinger, Miriam Pharo, Carsten Steenbergen, Rebecca Hohlbein, Frank W. Haubold, Melanie Brosowski, Astrid Ann Jabusch, Thomas R. P. Mielke, Karsten Kruschel, Marc A. Herren, Petra Hartmann, Monika Niehaus, Uwe Post.
Originalveröffentlichung!

Die Schlagzeile, 2011/2012

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Petra Hartmann: Die Schlagzeile.
Personalisierbarer Roman.
PersonalNovel Verlag, 2011.
eBook: PersonalNovel, 2012.
Personalisieren und bestellen

Verschlafen und idyllisch liegen sie da, die Orte Barkhenburg, Kleinweltwinkel und Reubenhausen. Doch dann stört der Diebstahl einer Heiligenfigur die Ruhe: Ein jahrhundertealter Hass bricht wieder aus und ein hitziger Streit entflammt, der aus Freunden Feinde und aus friedlichen Nachbarn sich prügelnde Gegner macht. Mittendrin: Eine Journalistin, die bereit ist, für eine Schlagzeile im Sommerloch alles zu geben. Mit viel Einsatz und einer Prise Humor versucht sie, das Geheimnis um die verschwundene Hubertus-Statue aufzuklären, und muss sich dabei mit erregten Politikern, aufgebrachten Dorfbewohnern und einem nervösen Chefredakteur herumschlagen. Aber die Journalistin lässt sich nicht unterkriegen – bis ihr ein Anruf fünf Minuten vor Redaktionsschluss die Schlagzeile zunichtemacht...

Falkenblut, 2012

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Petra Hartmann: Falkenblut.
Vier Romane in einem Band.
E-Book
Satzweiss.com - chichili agency, 2012.
3,99 Euro

 

Nicht mehr lieferbar!

Neuausgabe in Vorbereitung.


Die Abenteuer der jungen Walküre Valkrys beginnen an ihrem ersten Arbeitstag und ausgerechnet dort, wo die germanischen Götter- und Heldensagen enden: Ragnarök, die Endzeitschlacht, ist geschlagen, Götter und Riesen haben sich gegenseitig aufgerieben, die wenigen Überlebenden irren ziellos durch die Trümmer des zerbrochenen Midgard. An der Seite des neuen Götterkönigs Widar muss sich Valkrys nun behaupten. Dabei trifft sie auf Jöten, Thursen, Reifriesen, Seelenräuberinnen, Werwölfe, Berserker, Hexen, riesenhafte Meerungeheuer und das furchtbare Totenschiff Naglfari. Leseempfehlung ab 12 Jahren.

November 2017

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Nächste Lesungen / Termine

Sonnabend, 28. Oktober: "Nestis und der Weihnachtssand. Ein Helgoland-Märchen". Helgoländer Lesefestival. Bungalowdorf auf der Helgoländer Düne, 13.30 Uhr.

 

Sonntag, 3. Dezember: Weihnachtslesung beim Kunstkreis Laatzen-Rethen. Hildesheimer Str. 368, 30880 Laatzen/Rethen. Beginn: 16.30 Uhr.

 

Freitag, 8. Dezember: Weihnachtslesung im Familienzentrum Rethen, Braunschweiger Str. 2D, 30880 Laatzen/Rethen. Beginn 19.00 Uhr.

 

Mittwoch, 13. Dezember: Weihnachts-Lesung für den Seniorenbund, Laatzen. Uhrzeit folgt.

 

Sonnabend, 21. Juli 2018: Lesung aus "Darthula, Tochter der Nebel". Wohnzimmer-Lesung bei Autorenkollegin Gabrielle C. J. Couillez, Waldfischbacher Straße 1, 66978 Leimen.

 

Freitag, 7. September 2018: Lesung aus "Das Serum des Doctor Nikola" für den Förderverein Rudolf von Bennigsen. RvB-Bibliothek im Bahnhof Springe-Bennigsen, 19.30 Uhr.

 

 

Messen, Cons, Büchertische

 

 

Donnerstag, 26., bis Samstag, 28. Oktober 2017: 1. Helgoländer „Lesefestival“. Ich bin  mit einem Büchertisch und einer Lesung aus meinem Helgoland-Märchen "Nestis und der Weihnachtssand" dabei. Lesung: Sonnabend, 28. Oktober, 13.30 Uhr, Bungalowdorf auf der Helgoländer Düne.

 

 

 

 

 

Links

Meine Heimseite: www.petrahartmann.de

Mein Gezwitscher: www.twitter.com/PetraHartmann

 

Facebook-Autorenseite: https://www.facebook...nPetraHartmann/

 

Seite der Nestis-Serie:

www.nestis.net

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Biografie

Petra Hartmann, Jahrgang 1970, wurde in Hildesheim geboren und wohnt in Sillium. Sie studierte Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft in Hannover. Auf den Magisterabschluss folgten die Promotion mit einer Doktorarbeit über den jungdeutschen Schriftsteller Theodor Mundt und ein zweijähriges Volontariat bei einer Tageszeitung. Anschließend war sie fünf Jahre Redakteurin.
Als Schriftstellerin hat sie sich dem fantastischen Genre verschrieben und verfasst hauptsächlich Fantasy und Märchen. Bekannt wurde sie mit ihren Fantasy-Romanen aus der Welt Movenna. Sie errang mit ihren Geschichten dreimal den dritten Platz bei der Storyolympiade und wurde 2008 mit dem Deutschen Phantastik-Preis ausgezeichnet.

Termine der Hildesheimlichen Autoren

Oktober

Dienstag, 10. Oktober: Schreibcafé im Schulz am Phoenix, Elzer Straße 2, 31137 Hildesheim. Beginn: 18 Uhr.
Sonnabend, 21. Oktober: High Noon auf Radio Tonkuhle mit den Hildesheimlichen Autoren. Beginn: 12 Uhr. www.tonkuhle.de/livestream

 

November

Donnerstag, 2.November: Lesung aus "Tatort Hildesheim – 10 Kneipenkrimis". Leseladen Marienburger Platz 2, 31141 Hildesheim. Beginn: 18 Uhr. Eintritt: Euro 2,50.

Freitag, 10.November: Szenische Krimilesung mit Menü. Knochenhaueramtshaus, Markt 7, 31134 Hildesheim. Beginnn: 18 Uhr. Eintritt: Euro 24,90 € (inkl. Menü). Menübeginn 18.30 Uhr, Lesungsbeginn 19 Uhr. Karten nur im Vorverkauf über OS – Das Marktrestaurant.

Sonnabend, 18. November: High Noon auf Radio Tonkuhle mit den Hildesheimlichen Autoren. Beginn: 12 Uhr. www.tonkuhle.de/livestream

 

Dezember

Sonntag, 3.Dezember: Weihnachtslesung der Hildesheimlichen-Autoren. Spielschar St. Lamberti, Neustädter Markt 26, 31137 Hildesheim. Beginn: 16 Uhr. Eintritt: frei.

Sonnabend, 18. Dezember: High Noon auf Radio Tonkuhle mit den Hildesheimlichen Autoren. Beginn: 12 Uhr. www.tonkuhle.de/livestream

 

Januar

Sonnabend, 20. Januar: High Noon auf Radio Tonkuhle mit den Hildesheimlichen Autoren. Beginn: 12 Uhr. www.tonkuhle.de/livestream

 

Februar

Sonnabend, 17. Februar: High Noon auf Radio Tonkuhle mit den Hildesheimlichen Autoren. Beginn: 12 Uhr. www.tonkuhle.de/livestream

Freitag, 23. Februar: Die Tränen der Hexen. Nach dem gleichnamigen Roman von Uwe Grießmann. Szenische Lesung mit Musik, Tanz und Spieleinlagen. TfN (F1) Hildesheim, Theaterstraße 6, 31141 Hildesheim. Beginn: 19:30 Uhr. Eintritt: Euro 7, ermäßigt Euro 5. Einlass ab 19 Uhr, Mindestalter 16 Jahre. Kartenvorverkauf im TfN-ServiceCenter und online.
 

Leserunden zum Nachlesen

Leserunde zu "Darthula, Tochter der Nebel" auf Lovelybooks. Diskutiert mit Autorin Petra Hartmann und Cover-Künstler Miguel Worms über den "ossianischen Roman": http://www.lovelyboo...nde/1201913120/

 

Leserunde auf Lovelybooks zu "Nestis und die verschwundene Seepocke": Diskutiert mit Autorin Petra Hartmann und Verlegerin Monika Fuchs über den Meermädchenroman:

http://www.lovelyboo...nde/1166725813/

 

Leserunde auf Lovelybooks zu "Mit Klinge und Feder": Diskutiert mit den Autorinnen Linda Budinger, Petra Hartmann, Stefanie Pappon, Christel Scheja, Andrea Tillmanns und Petra Vennekohl über die Anthologie der "Phantastik Girls": http://www.lovelyboo...nde/1156671163/

Geschichten über Nestis

Bücher
"Nestis und die verschwundene Seepocke. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013.
"Nestis und die Hafenpiraten. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014.

"Nestis und die verbotene Welle. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2017.

eBooks
"Nestis und der Weihnachtssand. Ein Helgoland-Märchen." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013.
"Nestis und die verschwundene Seepocke. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013.

"Nestis und die Hafenpiraten. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014.

Hörbuch
"Eine Hand voll Weihnachtssand." In: Petra Hartmann: "Weihnachten im Schneeland". Gelesen von Karin Sünder. Mit Musik von Simon Daum. Essen: Action-Verlag, 2010. (mp3-Download und CD-ROM)

Beiträge zu Anthologien
"Weihnachtssand für Helgoland." In: "Wenn die Biiken brennen. Phantastische Geschichten aus Schleswig-Holstein." Hrsg. v. Bartholomäus Figatowski. Plön: Verlag 71, 2009. S. 163-174.

Hödeken-Lesestoff

Buch

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken! Sagen aus dem Hildesheimer Land. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs. 101 S., Euro 7,95. ISBN 978-3-940078-37-7. Unter anderem erhältlich bei Amazon.

 

Hörbuch

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken! Sagen aus dem Hildesheimer Land. 2 CD. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs. Euro 14,95. ISBN: 978-3940078414. Unter anderen erhältlich bei Amazon.

 

eBook

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken! Sagen aus dem Hildesheimer Land. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs. In Vorbereitung.

 

Geschichten

Das Wagenrennen auf dem Rennstieg. In: Hildesheimliche Autoren e.V.: Hildesheimer Geschichte(n). Ein Beitrag zum 1200-jährigen Stadtjubiläum. Norderstedt: Book on Demand. 196 S., Euro 9,99. ISBN 978-3734752698. Unter anderem erhältlich bei Amazon.

Die glücklose Hasenjagd. In: MVP-M. Magazin des Marburger Vereins für Phantastik. Marburg-Con-Ausgabe. Nr. 19b. S. 36-40.

 

Lesung

Das Wagenrennen auf dem Rennstieg, Radio Tonkuhle, Sendung vom April 2015.

 

Movenna-Kompass

Übersicht über die Romane und Erzählungen aus Movenna


Bücher

Geschichten aus Movenna. Fantasy. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2004. 164 S.
Ein Prinz für Movenna. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2007. 188 S.
Der Fels der schwarzen Götter. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2010. 240 S.

 

eBooks

 

Geschichten aus Movenna. Fantasy. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.
Ein Prinz für Movenna. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.
Der Fels der schwarzen Götter. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.

Beim Vorderhuf meines Pferdes. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.

Hörbuch

Der Fels der schwarzen Götter. Action-Verlag, 2012.


Movennische Geschichten in Anthologien und Zeitschriften

Die Krone Eirikirs. In: Traumpfade (Anthologie zur Story-Olympiade 2000). Hrsg. v. Stefanie Pappon und Ernst Wurdack. Dresden, 2001. S. 18-25.
Flarics Hexen. In: Geschöpfe der Dunkelheit (Anthologie zur Story-Olympiade 2001). Hrsg. v. Stefanie Pappon und Ernst Wurdack. Dresden, 2002. S. 22-28.
Raubwürger. In: Kurzgeschichten, September 2004, S. 20f.
Furunkula Warzenkraish. Elfenschrift, dritter Jahrgang, Heft 2, Juni 2006. S. 10-14.
Der Leuchtturm am Rande der Welt. In: Elfenschrift, vierter Jahrgang, Heft März 2007, S. 18-21.
Gewitternacht. In: Im Bann des Nachtwaldes. Hrsg. v. Felix Woitkowski. Lerato-Verlag, 2007. S. 57-60.
Pfefferkuchen. In: Das ist unser Ernst! Hrsg. v. Martin Witzgall. München: WortKuss Verlag, 2010. S. 77-79.
Winter-Sonnenwende. In: Mit Klinge und Feder. Hrsg. v. Petra Hartmann und Andrea Tillmanns. Homburg/Saar: UlrichBurger Verlag, 2013. S. 51-59.
Der Reiter auf dem schwarzen Pferd. Ebd. S. 60-68.


Movennische Geschichten in Fanzines

Föj lächelt. In: Alraunenwurz. Legendensänger-Edition Band 118. November 2004. Hrsg. v. Christel Scheja. S. 23.
Raubwürger. In: Drachenelfen. Legendensänger-Edition Band 130. Januar 2006. Hrsg. v. Christel Scheja. S. 3-5.
Goldauge. In Phantastische Geschichten mit den Phantastik Girls. (Broschüre der Phantastik Girls zum MarburgCon 2007)


Aufsätze

Wie kann man nur Varelian heißen? Über das Unbehagen an der Namensgebung in der Fantasy. In: Elfenschrift, 5. Jahrgang, März 2008. S. 16f.


Movennische Texte online

Aus "Geschichten aus Movenna":
König Surbolds Grab
Das letzte Glied der Kette
Brief des Dichters Gulltong
Der Kranich
Die Rückkehr des Kranichs

Aus "Ein Prinz für Movenna":
Der Leuchtturm am Rand der Welt
Furunkula Warzenkraish
Gewitternacht

Aus "Der Fels der schwarzen Götter":
Der Waldalte
Hölzerne Pranken
Im Bann der Eisdämonen

Die Bibliothek der Falkin

Übersicht über die Romane und Novellen über die Walküre Valkrys, genannt "die Falkin"

Bücher

Die letzte Falkin. Heftroman. Dortmund: Arcanum Fantasy Verlag, 2010.


eBooks

Falkenblut. Vier Fantasy-Romane. eBook-Ausgabe. Chichili und Satzweiss.com, 2012 (Download hier)

Falkenfrühling. Novelle. eBook. Dortmund: Arcanum Fantasy Verlag, 2011. (vergriffen)

Falkenfrühling. Novelle. In: Best of electronic publishing. Anthologie zum 1. Deutschen eBook-Preis 2011. eBook. Chichili und Satzweiss.com, 2011. (unter anderem erhältlich bei Thalia und Amazon)


Aufsatz

Aegirs Flotte – ein Nachruf. In: Fandom Observer, Dezember 2011. S. 16-18. Online-Magazin und Blogversion

Meine Bücher 1998 - 2011

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Petra Hartmann
Falkenfrühling
eBook
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN: 978-3-939139-59-1

Wegen Verkauf des Arcanum-Verlags ist die Ausgabe nicht mehr erhältlich, aber die Zweitveröffentlichung in der eBook-Anthologie "Best of electronic publishing" gibt es noch als epub oder Kindle-Ausgabe.

Valkrys träumt davon, eine echte Walküre zu sein. Sie springt, noch Kind, vom Dach des Langhauses.
Alle Ermahnungen ihrer Eltern sind vergeblich, sie macht sich an den Aufstieg zum Gipfel der nahen Klippe, besessen vom "Traum vom Fliegen" ...

Fünfter Platz beim Deutschen eBook-Preis 2011.

Angehängtes Bild: dieletztefalkin2.jpg

Petra Hartmann
Die letzte Falkin
Roman.
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN 978-3-939139-62-1
Bestellen beim Arcanum-Verlag

Blut und Tod, so weit die Falkenaugen reichen: So hatte sich Valkrys ihren ersten Flug als Walküre nicht vorgestellt. Ragnarök, die Endzeit-Schlacht, ist geschlagen. Die Götter tot, die Welt ein Flammenmeer, das Götterreich Asgard droht, in die Tiefe zu stürzen. Einzig Vidar, den Sohn und Erben Odins, kann die Walküre retten. Doch der neue Götterkönig schweigt sich über seine Ziele aus …


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Petra Hartmann
Der Fels der schwarzen Götter
Roman
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-64-8
Bestellen beim Wurdack-Verlag


Hochaufragende Felswände, darin eingemeißelt weit über tausend furchteinflößende Fratzen, die drohend nach Norden blicken: Einer Legende zufolge sind die schwarzen Klippen das letzte Bollwerk Movennas gegen die Eisdämonen aus dem Gletscherreich.
Doch dann begeht der junge Ask bei einer Mutprobe einen folgenschweren Fehler: Er schlägt einem der schwarzen Götter die Nase ab. Der unscheinbare Dreiecksstein wird Auslöser eines der blutigsten Kriege, die das Land jemals erlebt hat. Und die Völker des Berglandes wissen bald nicht mehr, wen sie mehr fürchten sollen: die schwarzen Götter, die weißen Dämonen oder die sonnenverbrannten Reiter aus den fernen Steppen ...


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Petra Hartmann
Darthula
Heftroman
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN 978-3-939139-32-4
Bestellen beim Arcanum-Verlag


Darthula, die schönste Prinzessin der Nebellande, beschwört Krieg, Tod und Vernichtung über ihr heimatliches Selama herauf, als sie den Heiratsantrag des mächtigen Königs Cairbar ausschlägt. Zusammen mit ihrem Geliebten flüchtet sie in einem kleinen Segelboot übers Meer. Doch Wind und Wellen sind unzuverlässige Verbündete ...


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Petra Hartmann
Weihnachten im Schneeland
Hörbuch
Action-Verlag
Download bei Audible
CD bestellen beim Action-Verlag

WEIHNACHTEN IM SCHNEELAND von Petra Hartmann vereint vier wundervolle Kurzgeschichten für Kinder ab 6 Jahren. Schon die Titel regen die Phantasie der Kleinen an und verleiten zum Schmunzeln und Staunen:
- "Der Reserve-Weihnachtsmann"
- "Die Weihnachts-Eisenbahn"
- "Eine Handvoll Weihnachtssand"
- "Paulchen mit den blauen Augen"



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Petra Hartmann
Ein Prinz für Movenna
Paperback
Wurdack Verlag
ISBN 3-938065-24-9
Bestellen

Mit dem Schild oder auf dem Schild
- als Sieger sollst du heimkehren oder tot.
So verlangt es der Ehrenkodex des heldenhaften Orh Jonoth. Doch der letzte Befehl seines sterbenden Königs bricht mit aller Kriegerehre und Tradition: "Flieh vor den Fremden, rette den Prinzen und bring ihn auf die Kiesinsel." Während das Land Movenna hinter Orh Jonoth in Schlachtenlärm und Chaos versinkt, muss er den Gefahren des Westmeers ins Auge blicken: Seestürmen, Riesenkraken, Piraten, stinkenden Babywindeln und der mörderischen Seekrankheit ....


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Petra Hartmann
Geschichten aus Movenna
Paperback
Wurdack Verlag
ISBN 3-938065-00-1
Bestellen


Verwünschte Hexen!
Warum zum Henker muß König Jurtak auch ausgerechnet seinen Sinn für Traditionen entdecken?
Seit Jahrhunderten wird der Kronprinz des Landes Movenna zu einem der alten Kräuterweiber in die Lehre gegeben, und der Eroberer Jurtak legt zum Leidwesen seines Sohnes großen Wert auf die alten Sitten und Gebräuche. Für den jungen Ardua beginnt eine harte Lehrzeit, denn die eigenwillige Lournu ist in ihren Lektionen alles andere als zimperlich ...


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Wovon träumt der Mond?
Hrsg. v. Petra Hartmann & Judith Ott
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-37-2
Bestellen

Der Mond - König der Nacht und gleichsam Verbündeter von Gut und Böse ... Seit jeher ranken sich Legenden voller Glauben und Aberglauben um sein Licht, das von den einen als romantisch verehrt und von den anderen als unheimlich gefürchtet wird. Seine Phasen stehen für das Werden und Vergehen allen Lebens, er wacht über die Liebenden, empfängt die Botschaften der Suchenden, Einsamen und Verzweifelten und erhellt so einiges, was lieber im Dunkeln geblieben wäre. 39 Autorinnen und Autoren im Alter von 12 bis 87 Jahren sind unserem nächtlichen Begleiter auf der Spur gewesen. In 42 erfrischend komischen, zutiefst nachdenklichen und manchmal zu Tränen rührenden Geschichten erzählen sie die Abenteuer von Göttin Luna und Onkel Mond, von erfüllten und verlorenen Träumen, lassen Perlmuttschmetterlinge fliegen und Mondkälber aufmarschieren. Und wer denkt, dass nur der Mann im Mond zuweilen die Erde besucht, irrt sich! Auch umgekehrt erhält er gelegentlich unverhofften Besuch dort oben.


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Drachenstarker Feenzauber
Herausgegeben von Petra Hartmann
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-28-0
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Öko-Feen, Büro-Feen, Todes-Feen und Bahn-Feen, geschäftstüchtige Drachen, goldzahnige Trolle, Sockenmonster, verzauberte Kühlschränke, Bierhexen, Zwirrrrrle, Familienschutzengel, Lügenschmiede, ehrliche Anwälte, verarmte Zahnärzte und andere Märchenwesen geben sich in diesem Buch ein Stelldichein.
51 Märchenerzähler im Alter von zwölf bis 76 Jahren haben die Federn gespitzt und schufen klassische und moderne Märchen, lustige, melancholische, weise und bitterböse Erzählungen, so bunt wie das Leben und so unvergesslich wie das Passwort eines verhexten Buchhalters.


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Zwischen Barrikade, Burgtheater und Beamtenpension.
Die jungdeutschen Autoren nach 1835.
ibidem-Verlag
ISBN 978-3-89821-958-7
Bestellen beim Ibidem-Verlag


"Das Junge Deutschland“ – dieser Begriff ist untrennbar verbunden mit dem Bundestagsbeschluss vom 10. Dezember 1835, durch den die Werke der fünf Schriftsteller Heinrich Heine, Theodor Mundt, Karl Gutzkow, Ludolf Wienbarg und Heinrich Laube verboten wurden. Das Verbot markierte Höhe- und gleichzeitig Schlusspunkt einer literarischen Bewegung, die erst wenige Jahre davor begonnen hatte. Die Wege der Autoren trennten sich. Und doch gab es auch danach immer wieder Begegnungen und Berührungspunkte.
Petra Hartmann zeichnet die Wege der Verbotenen und ihrer Verbündeten nach und arbeitet Schnittstellen in den Werken der alt gewordenen Jungdeutschen heraus. Sie schildert insbesondere die Erfahrungen der Autoren auf der Insel Helgoland, ihre Rolle in der Revolution von 1848, aber auch die Versuche der ehemaligen Prosa-Schriftsteller, sich als Dramatiker zu etablieren. Irgendwo zwischen Anpassung und fortwährender Rebellion mussten die Autoren ihr neues Auskommen suchen, endeten als gescheiterte Existenzen im Irrenhaus oder als etablierte Literaten, die doch körperlich und seelisch den Schock von 1835 nie ganz verwunden hatten, sie leiteten angesehene Theater oder passten sich an und gerieten nach Jahren unter strenger Sonderzensur beim Publikum in Vergessenheit. Die vorliegende Untersuchung zeigt, was aus den Idealen von 1835 wurde, wie vollkommen neue Ideen – etwa die Debatte um Armut und Bildung – in den Werken der Jungdeutschen auftauchten und wie die Autoren bis zum Ende versuchten, ihr „Markenzeichen“ – ihren Stil – zu bewahren.


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Von Zukunft trunken und keiner Gegenwart voll
Theodor Mundts literarische Entwicklung vom Buch der Bewegung zum historischen Roman
Aisthesis-Verlag
ISBN: 3-89528-390-8
Bestellen beim Aisthesis-Verlag

Theodor Mundt - Schriftsteller, Zeitschriftenherausgeber, Literaturwissenschaftler und Historiker - verdankt seinen Platz in der Literaturgeschichte vor allem dem Umstand, daß seine Veröffentlichungen am 10. Dezember 1835 verboten wurden. Das vom deutschen Bundestag ausgesprochene Verbot, das sich gegen die vermeintlichen Wortführer des "Jungen Deutschland", Heine, Gutzkow, Laube, Wienbarg und eben Theodor Mundt richtete, war vermutlich die entscheidende Zäsur in den literarischen Karrieren aller Betroffenen. Daß sie mit dem schon berühmten Heinrich Heine in einem Atemzug genannt und verboten wurden, machte die noch jungen Autoren Gutzkow, Laube, Mundt und Wienbarg für ein größeres Publikum interessant. Doch während Gutzkow und auch Laube im literarischen Bewußtsein präsent blieben, brach das Interesse an Mundt und seinen Werken schon bald nach dem Verbot fast gänzlich ab. Seine weitere Entwicklung bis zu seinem Tod im Jahr 1861 wurde von der Literaturwissenschaft bislang so gut wie vollständig ignoriert. Diese Lücke wird durch die vorliegende Studie geschlossen. Nachgezeichnet wird der Weg von den frühen Zeitromanen des jungen Mundt bis hin zu den historischen Romanen seines Spätwerks.


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Faust und Don Juan. Ein Verschmelzungsprozeß,
dargestellt anhand der Autoren Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Wolfgang von Goethe, Nikolaus Lenau, Christian Dietrich Grabbe, Gustav Kühne und Theodor Mundt
ibidem-Verlag
ISBN 3-932602-29-3
Bestellen beim Ibidem-Verlag


"Faust und Don Juan sind die Gipfel der modernen christlich-poetischen Mythologie", schrieb Franz Horn bereits 1805 und stellte erstmalig beide Figuren, speziell den Faust Goethes und den Don Giovanni Mozarts, einander gegenüber. In den Jahren darauf immer wieder als polar entgegengesetzte Gestalten aufgefaßt, treten Faust und Don Juan in den unterschiedlichsten Werken der Literaturgeschichte auf.

Bei Lenau sind sie Helden zweier parallel aufgebauter Versepen, bei Grabbe begegnen sie sich auf der Bühne und gehen gemeinsam zugrunde. Theodor Mundt stellt als Lebensmaxime auf, man solle beides, Faust und Don Juan, in einer Person sein und beide in sich versöhnen.

Anhand der Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Wolfgang von Goethe, Nikolaus Lenau, Christian Dietrich Grabbe, Gustav Kühne und Theodor Mundt zeichnet Petra Hartmann die Biographien Fausts und Don Juans in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach, einer Zeit, die beide Helden stark prägte und auch für heutige Bearbeitungen beider Stoffe grundlegend ist.

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