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PetraHartmann



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Tatjana Stöckler: Chagrans Thron, Band 1

Geschrieben von Petra , in Bücher - SF 03 April 2016 · 621 Aufrufe
Bücher - SF, Tatjana Stöckler
Der Science-Fiction-Roman "Chagrans Thron" ist ein Zweiteiler aus der Feder von Tatjana Stöckler. Ein Zweiteiler aber eher aus drucktechnischen Gründen, wie mir die Autorin verriet, eigentlich seien es nur die beiden Hälften eines dickeren Romans. Das vorweg zur Info, falls sich jemand in die Welt der Rikanier, Drakulonier und Tartanen wagen möchte.
Der erste Band von "Chagrans Thron" hat einen sehr ungewöhnlichen Auftakt: Das schier unbezwinglich wirkende Kriegsimperium der Rikanier kapituliert und unterwirft sich den Piraten von Cyrrion. Das mächtige Reich konnte schließlich die Verluste, die ihm die Piratenschiffe zugefügt haben, nicht mehr verkraften. Schockierend für die Unterlegenen: Die Siegerin ist dem Anschein nach ein kleines Mädchen. Noch schlimmer: Die mädchenhafte Sam weigert sich kategorisch, dem rikanischen Herrscher, wie es der Brauch befiehlt, mit dem uralten Zeremonieschwert den Kopf abzuschlagen und sein Blut zu trinken. Aber das Schwert gefällt ihr, sie nimmt es mit. Und eigentlich hat sie auch kein Interesse an Tributen und ähnlichen Dingen, sondern will nur ein Handelsabkommen schließen. Immerhin gelingt es den Unterworfenen, ihr den Sohn des Herrschers als Geisel aufzuschwatzen, obwohl sie mit Geiseln auf ihrem Planeten überhaupt nichts anfangen kann.
"Chagrans Thron" ist eine Geschichte, deren Schwerpunkt weniger auf Technik und Raumschlachten liegt, als vielmehr auf der Schilderung der unterschiedlichen Völker und Kulturen sowie auf der Charakterzeichnung und den zwischenmenschlichen bzw. zwischenkreatürlichen Beziehungen. Hier zieht die Autorin alle Register und macht die Leser mit außergewöhnlichen und bemerkenswerten Zivilisationen bekannt. Indessen ist diese Stärke des Romans zugleich auch seine größte Schwachstelle, denn die zahlreichen unterschiedlichen Völker, die dann doch wieder irgendwie mit einander verwandt sind, sind manchmal etwas verwirrend. Auf knapp 200 Seiten erfährt man von man Drakuloniern, Rikaniern, Lisorianern, Tartanen, Wraps. der Bevölkerung von Cyrrion, drakulonischen Degenerationen namens Parjas, Gigos. Menschen gibt es auch, am Rande. Vielleicht wäre hier weniger mehr gewesen.
Der Roman ist spannend und flüssig geschrieben und lässt sich zügig lesen. Kurze Kapitel ermöglichen das Lesen "zwischendurch". Was es nun genau mit dem titelgebenden Thron auf sich hat, wird erst gegen Ende des Buches langsam sichtbar, Näheres wird wohl der zweite Teil bringen.

Fazit: Science Fiction mit Schwerpunkt auf Völker- und Kultur-Schilderungen und einer frechen, mädchenhaften Heldin. Interessanter Anfang, der Lust auf mehr macht.

Tatjana Stöckler: Chagrans Thron. Band 1. Bremen: Eridanus Verlag, 2016. 205 S., Euro 12,90.


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Peter Hereld: Teutonia

Geschrieben von Petra , in Bücher - SF 22 February 2016 · 761 Aufrufe
Bücher - SF, Peter Hereld
"Teutonia" heißt der neue Roman von Peter Hereld. Der Autor, der sich vor allem durch seine historischen Romane aus dem Mittelalter einen Namen gemacht hat, überrascht diesmal mit einer Alternativ-Historie: Was wäre, wenn Adolf Hitler den Krieg gewonnen hätte?
Das Gedankenspiel ist tatsächlich ein "wahr gewordener Albtraum", wie der Untertitel schon verrät. Hitler hat im Jahr 1945, kurz vor den Amerikanern, tatsächlich die Atombombe zur Verfügung und setzt sie gnadenlos ein. Die schwer getroffenen USA müssen kapitulieren, nach und nach wird Hitler Herr der gesamten Welt. Und dann?

Adolf Hitler wird 123 Jahre alt

Peter Hereld lässt sein Buch "Teutonia" im Jahr 2012 spielen. Er zeigt ein Weltreich unter Herrschaft des "Führers", der durch modernste Computertechnik noch immer am Leben ist. Als digitales Bewusstsein führt er in seiner unterirdischen Zentrale mitten in Berlin ein körperloses Leben, hält noch immer dier Fäden der Macht in der Hand, während das Volk glaubt, Hitler hätte durch das Genie der teuersten und besten Medinziner der Welt ein derart biblisches Alter erreicht. Schauspieler vertreten ihn bei öffentlichen Auftritten, das Volk jubelt und schreit: "Heil Hitler!" Nun gilt es, das größte Ereignis des Jahres vorzubereiten: Die Feier zu Hitlers Geburtstag - es ist der 123. - steht unmittelbar bevor ...

Trutz Marburg - der hochbegabte Psychologe des Führers

Für seinen Roman hat Peter Hereld einen sehr ungewöhnlichen, originellen Protagonisten gewählt. Trutz Marburg, ein hochgewachsener, blonder und blauäugiger Major, Einser-Abiturient, Hochbegabter, Überflieger und Uni-Absolvent mit Bestnote, ist der Psychologe des Führers. In schwierigen, für ihn teilweise lebensgefährlichen Gesprächen mit dem Computer-Ich Hitlers muss er den Weltenherrscher immer wieder erden, therapieren und ihm aus schweren Depressionen heraus helfen. Gerade jetzt vor den Feierlichkeiten ist der Führer besonders anfällig. Kein Wunder: Er lebt seit Jahrzehnten ohne Körper, hat inzwischen alle Freunde und Weggefährten verloren und war ja schon in den 1930er und 1940er Jahren in unserer realen Welt stellenweise dem Irrsinn nahe, wie wir aus den Geschichtsbüchern wissen. Als nun auch noch kurz vor den Feierlichkeiten sein bestes Double stirbt, sieht es schlimm aus um die geistige Stabilität des Führers, und Trutz Marburg muss sein ganzes Können aufbieten. Die Therapiegespräche sind nicht leicht, immerhin könnte der Patient, wenn er gereizt wird, den Arzt jederzeit zum Tode verurteilen.
Die Konstellation ist außerordentlich interessant. Ein böses, aber faszinierendes Thema, das Peter Hereld mit gewohnt guter Erzählkunst bewältigt. Der Roman ist spannend geschrieben, und man kann das Buch nicht zur Seite legen, bis man das letzte Kapitel gelesen hat.

Therapiegespräche könnten tiefer gehen

Was etwas schade ist, das ist der Umstand, dass Hereld aus dem großen Ansatz nicht "mehr" macht. Die Gespräche zwischen Führer und Psychologen hätten gern etwas mehr in die Tiefe gehen können. Man hätte gern mehr Einzelheiten, mehr philosophische Betrachtungen über Seele und Bits gehört. So bleibt vieles an der Oberfläche, und man merkt diesen Therapiegesprächen nicht an, dass die Gesprächspartner der unsterbliche Herr der Welt und der beste und klügste Psychologe seiner Zeit sind. Die Handlung verlagert sich schnell auf "Body-Action" und Allewelts-Romantik, als Trutz sich in eine junge Frau aus dem Widerstand verliebt. Und auch die Gespräche zwischen Trutz und seiner Geliebten - immerhin haben beide einander große Geheimnisse zu offenbaren - verlaufen doch recht schnell und zielgerichtet. In diesem Zusammenhang erscheint das "Quid pro quo"-Zitat, das Hereld anbringt, außerordentlich mutig. Nein, dieser Trutz Marburg mag zwar ein ganz anständiger Mensch sein, aber das Kratzen an Seelenabgründen sollte er doch noch einmal ernsthaft beim Kollegen Lecter studieren.

Warum ausgerechnet 2012?

Auch die Schilderung des Jahres 2012 unter Nazi-Herrschaft bleibt seltsam farblos. Was hätte man aus einer Weltgeschichte, die seit fast 70 Jahren anders verläuft, alles machen können! Hier verschenkt Hereld viel an Potential. Und wieso eigentlich 2012? Für ein Buch, das im Jahr 2015 erschienen ist, hätte man doch leicht mit nur einem Federstrich oder Mausklick zwei oder drei Jahre draufgeben können. Dann wäre es um Hitlers 125. Geburtstag gegangen oder um das Jubiläum "70 Jahre Kriegsende". Verschenkt oder bewusst vermieden? Man weiß es nicht.
Trotzdem: Es ist ein spannender Roman, ein sehr spannender. Peter Hereld kann erzählen. Und ob es sich nun um mittelalterliche Helden handelt oder einen Wahnsinnigen aus dem "Dritten Reich", der unverdientermaßen die Unsterblichkeit erlangte, der Autor schafft es, eine temporeiche, mitreißende Geschichte zu schreiben, die den Leser bis zur letzten Seite fesselt. Was will man mehr?

Fazit: Spannende Alternativ-Historie mit ungewöhnlichem Helden und albtraumhaftem Thema. Könnte mehr in die Tiefe gehen, bietet aber in jedem Fall sehr gute Unterhaltung.


Peter Hereld: Teutonia. Wenn ein Albtraum wahr wird. Eclipse Books, 2015. 272 S., Euro 12,99.


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Niklas Peinecke: Das Haus der blauen Aschen - D9E 2

Geschrieben von Petra , in Bücher - SF 04 February 2014 · 313 Aufrufe
D9E, Nicklas Peinecke und 2 weitere...
"Das Haus der blauen Aschen" ist der zweite Teil der Science-Fiction Reihe "Die neunte Expansion". Der Autor Niklas Peinecke erzählt darin von einer Forschungsexpedition, die sich auf den Spuren des "Wow!-Signals" begibt.
Anders als Dirk van den Boom, der im ersten Teil der Serie, "Eine Reise alter Helden", die Besatzung eines irdischen Kriegsschiffs die direkte Konfrontation mit den geheimnisvollen "Hondh" suchen und finden lässt, geht es hier um eine Gruppe Wissenschaftler. Wissenschaftler von einem Planeten zudem, der bisher noch nicht von den Hondh erobert wurde. Auf Athena scheint dieses außerirdische Volk zumeist als eine Art Aberglaube oder Ammenmärchen zu gelten. Die Hauptheldin jedenfalls, Expeditonsleiterin und Wissenschaftlerin Farne, glaubt überhaupt nicht daran und reagiert sogar etwas ungehalten, wenn jemand vermutet, hinter irgendetwas könnten die Hondh stecken.
Farne ist Astrophysikerin. Zusammen mit ihrem Kollegen, der halbmenschlichen KI (künstliche Intelligenz) Karman, ist sie damit beschäftigt, altes astronomisches Kartenmaterial zu ordnen und zu synchronisieren. Dabei fällt ihnen eine alte Messung der Athena-Urbevölkerung auf, eine Energieentladung, die auf der Erde 1977 als "Wow!"-Signal bekannt wurde. Nun also gibt es eine zweite Peilung, und damit wird eine Positionsbestimmung möglich. Farne und Karman schaffen es, ihren Institutsleiter für eine Forschungsmission zu begeistern. Einigen Widrigkeiten zum Trotz gelingt es tatsächlich, ein Raumschiff zu bekommen. Nur der Bordarzt, ein Vertrauter Farnes, fällt kurz vor dem Start aus. Als Ersatz stellt die Versicherung der Gruppe die Ärztin Parka zur Verfügung. Begeistert ist Farne nicht, doch sie muss akzeptieren. Was Farne nicht weiß: Parka ist eine Agentin der Hondh und hat die Aufgabe, die Expedition zu sabotieren ...
Der Roman ist sehr spannend geschrieben und punktet durch seine glaubwürdige Charakterzeichnung, besonders in der Darstellung der beiden Kontrahentinnen Farne und Parka. Sehr interessant und ungewöhnlich sind auch die Einblicke in die Psyche der ehemals menschlichen KI Karman, der als Zwischenwesen eine ganz eigentümliche Existenz darstellt. Umfangreiches Wissen und große mathematische Fähigkeiten sind die positiven Begleiterscheinungen des KI-Daseins. Aber das gibt es auch die Angst, seine Menschlichkeit ganz zu verlieren. Und die Sehnsucht nach dem Geschmack von Kaffee. Ein Held der ganz besonderen Art.
Auch auf die Gefahr, mich zu wiederholen, muss ich wie bei Band eins auch hier eine kritische Anmerkung zur Namensgebung machen: Es bedarf einiger Konzentration, die Mitglieder dieser ausgesprochen a-lastigen Zweisilber-Crew auseinanderzuhalten: Farne, Parka, Hanner, Karman, Radhmar (zum Glück gibt es wenigstens noch Lothar). Ein paar andere Vokale und ein Einsilber, Dreisilber oder Bindestrich wären leserfreundlicher gewesen.
Ansonsten ein sehr gut geschriebener, spannender Roman, der Lust auf mehr macht. Gemein, dass man jetzt so lange auf die Fortsetzung der Abenteuer auf dem Aschen-Planeten warten muss.

Fazit: Spannende Geschichte mit überzeugender Charakterzeichnung und interessantem Hintergrund. Macht Lust auf mehr.


Niklas Peinecke: Das Haus der blauen Aschen. D9E - Die neunte Expansion, Band 2. Nittendorf: Wurdackverlag, 2014. 248 S., Euro 12,95.


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Pia Biundo: Alle Zeit der Welt

Geschrieben von Petra , in Bücher - SF 23 December 2013 · 479 Aufrufe
Pia Biundo, Bücher - SF, Navaho und 1 weitere...
Mein persönliches Lese-Highlight des Jahres ist "Alle Zeit der Welt" von Pia Biundo. Vordergründig ein Science-Fiction-Roman. Unter der Oberfläche eine Begegnung von Ratio und Spiritualität, eine Suche nach Wissen, Erkenntnis und Identität. Und hoffentlich schrecke ich Liebhaber von klassischen Raumschlachten nicht ab, wenn ich sage: Es ist die schönste Liebesgeschichte des Universums.
"Alle Zeit der Welt" ist zunächst einmal die Geschichte einer Gruppe, die sich von A nach B bewegt. Konkret geht es dabei um die Besatzung eines Raumschiffs, der "Bellatrix", die einem geheimnisvollen Signal folgt: Seit rund 400 Jahren wird von einem Sender irgendwo im All eine Primzahlenfolge in Richtung Erde gesendet. Das Signal scheint näher zu kommen. Die Aufgabe der Bellatrix-Crew: Dem Sender entgegenzufliegen, das Signal zu erforschen und, nach Möglichkeit, Kontakt zu den Urhebern aufzunehmen. Steht hier möglicherweise die erste Begegnung mit einer außerirdischen Intelligenz bevor?
Die wirkliche Spannung bezieht dieser Roman jedoch aus der Figurenkonstellation und aus der Begegnung von Charakteren, die eigentlich unterschiedlicher nicht sein könnten - und sich gerade dadurch berühren.
Lieutenant Tsosie, die neue Kommunikatorin, hat schon einiges gehört über "Optimaten", die sagenhaften Zöglinge der "Kolonia Optima Ratio". Eiskalte Verstandesmenschen ohne Gefühl sollen sie sein, die alles nüchtern und rational betrachten, alles besser wissen und immer Recht haben. Dr. Jan Mikkelsen ist ein solcher Hochbegabter. Ein kühler Beobachter, der niemals Fehler macht. "Fehler" im Umgang mit Mitmenschen einmal ausgenommen. Denn auf emotionale Befindlichkeiten normalsterblicher Besatzungsmitglieder nimmt er keine Rücksicht, wenn er ihre Fehler analysiert. Was zur Folge hat, dass die Mannschaft nicht allzu gern mit ihm umgeht: "Eine Wache mit Mikkelsen", fasst es eine Kollegin Tsosies zusammen, "heißt eisiges Schweigen, weil man mit ihm absolut nicht normal reden kann; jedes Wort legt er auf die Goldwage. Und was immer man tut, er schaut einem dabei aus zehn Metern Entfernung noch so genau auf die Finger, dass er jeden Fehler bemerkt und natürlich zu jedem seine Bemerkungen macht. Und: Er hat keinen Funken Humor!"
Doch auch Tsosie hat ihre Eigenheiten. Die Indianerin vom Stamme der Navajo ist nicht nur als Kommunikationsoffizierin eine Fachfrau für Verständigung, sie ist sprachbegabt, wortgewandt und ausgesprochen empathisch im Umgang mit ihren Gesprächspartnern, ohne dabei gleich zum profillosen "Allesverstehenkönner" ohne Ecken und Kanten zu mutieren. Als Navajo steht sie in der Tradition der "Code-Talkers", die die amerikanische Armee seit dem 20. Jahrhundert zur Übermittlung von Geheimbotschaften verwendet - und diese Tradition wurde bis ins Raumfahrtzeitalter und in die Zeit der "Bellatrix-Expedition" fortgesetzt. Als Tochter eines Medizinmanns schließlich ist sie mit spirituellem Denken vertraut und bringt in die technische Raumschiffatmosphäre damit ein sehr ungewöhnliches Element ein.
Interessanterweise ist es gerade diese spirituelle Ebene, auf der zwischen ihr und dem angeblich emotionslosen Verstandesmenschen Mikkelsen sofort der Funke überspringt. Denn auch die Optimaten der "Kolonia Optima Ratio" nutzen spirituelle Praktiken, um ihren Verstand zu bündeln und ihre Gefühle zu lenken. Eine eigenwillige Beziehung entsteht, in der Telepathie, philosophische Fragen und komplizierte 3D-Schachpartien den Ton angeben.
Auch die Nebenfiguren sind überzeugend und wirken ausgesprochen authentisch. Ob das die raubeinige Kapitänin ist oder der gehässge Informatiker, der seltsame Dreifach-Klon im Maschinenaum oder die draufgängerische japanische Pilotin. Eine besonders komplexe Wesenheit ist das außerirdische Sammelbewusstsein "Diff", mit dem es die Mannschaft bald zu tun bekommt.
Bordleben, zwischenmenschliche Konflikte und ein guter Teil Raumfahrerhumor prägen den Roman, vor allem aber die philosophischen und psychologischen Betrachtungen der beiden Protagonisten. So wird der Roman, der äußerlich relativ handlungsarm ist - wie bereits gesagt: die Geschichte einiger Leute, die sich von A nach B bewegen - zu einem von großer innerer Spannung getragenen Abenteuer, das man nicht mehr aus der Hand legen kann, bis die letzte Seite verschlungen wurde.
Vielleicht ist es unangemessen, bei der Betrachtung eines Science-Fiction-Buches von Magie zu sprechen. Ich tue es trotzdem: Dieses Buch hat sie. Und zwar reichlich davon.

Fazit: Ein magischer Augenblick im Universum, für den man sich alle Zeit der Welt nehmen sollte. Unvergesslich.


Pia Biundo: Alle Zeit der Welt. Bickenbach: Saphir im Stahl, 2012. 277 S., Euro 15,95.


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Dirk van den Boom: Eine Reise alter Helden

Geschrieben von Petra , in Bücher - SF 28 October 2013 · 248 Aufrufe
Wurdackverlag, Dirk van den Boom und 2 weitere...
Jetzt liegt er also auf dem Tisch, der erste Band der neuen SF-Reihe "D9E" des Wurdackverlags. Dirk van den Boom schrieb das Auftakt-Abenteuer und führt mit "Eine Reise alter Helden" in das neue Serienuniversum ein. Und das "alt" im Titel ist durchaus wörtlich zu verstehen, denn es handelt sich um Helden, die zur Rettung der Erde mit rund 500 Jahren Verspätung eintreffen.
Das Raumschiff "Interceptor" gehört zur irdischen Flotte und liefert sich irgendwo im Universum eine Schlacht mit einer Gruppe außerirdischer Schiffe, die zum gewaltigen Imperium der "Hondh" gehören. Wie diese Hondh aussehen oder wie sie denken, ist vollkommen unbekannt, die Menschheit weiß nur, dass sie die Erde und die dazugehörigen anderen von Menschen besiedelten und regierten Welten erobern wollen. Anfangs können die irdischen Schiffe die Eroberer noch zurückschlagen, doch die Hondh scheinen grenzenlos ausdauernd zu sein und arbeiten sich Schritt für Schritt voran. Als es zwischen der "Interceptor" und den Hondh zum Schusswechsel kommt, wird das Schiff schwer beschädigt, es kann zwar fliehen, doch ist der Überlichtantrieb irreparabel zerstört. Die Mannschaft sieht nur noch einen Ausweg - heimwärts zur Erde mit Unterlichtgeschwindigkeit. Und da dies rund 500 Jahre in Anspruch nehmen wird, begeben sich die Havarierten in die Stasiskammern, fahren ihre Lebensfunktionen zurück und begeben sich in einen 500-jährigen Dornröschenschlaf.

"Alte Helden" erreichen eroberte Erde

Das Erwachen ist böse. Sie erreichen eine Erde, die inzwischen längst zum Hondh-Imperium gehört. Für die Beherrschten ist dies offensichtlich gar nicht so unbequem. Die Hondh lassen der Menschheit weitgehend ihre Autonomie, verbieten lediglich Waffen und holen sich regelmäßig ihre Tributzahlungen ab. Ansonsten scheint sich die Erde geradezu in ein Paradies verwandelt zu haben. Wäre da nicht der Verdacht, dass die Menschheit manipuliert wird und dass die Hondh jeden kritischen Gedanken schon im Keim ersticken.

Routinertes SF-Abenteuer von Dirk van den Boom

Dirk van den Boom hat die Aufgabe, das neue Serienuniversum einzuführen und den Grundstein für die Reihe zu legen, souverän und routiniert gemeistert. Klassische Motive und Topoi der großen Weltraumepen wie Raumschlachten, Eroberungskriege, geheimnisvolle Alienrassen, totale Herrschaft, Gedankenkontrolle und psychische Manipulation machen die "Reise alter Helden" zu einem Roman mit dem Charme der "guten alten SF-Zeit", als Marsianer noch Xutl hießen ... (Van den Boom ist übrigens bei der Namensgebung nicht gerade zungenfreundlich. Thrax. Skepz. Um Himmelswillen - hat der Mann denn überhaupt nicht daran gedacht, dass er eventuell einmal Lesungen aus seinem Roman halten muss?) Ein wenig Melancholie scheint durchaus über das uralte Raumschiff ausgegossen, mit dem die Oldtimer-Crew sich erneut zur Rettung der Erde aufmacht.

"Eine Reise alter Helden" bietet gute Unterhaltung für ein paar Stunden

Es ist ein einfaches Buch. Ein Roman, der für ein paar Stunden gute Unterhaltung bietet, nicht mehr und nicht weniger. Die Geschichte ist spannend und geradlinig erzählt, verzichtet auf komplizierte Verschlingungen und hält eine gute Balance zwischen Spannungselementen und Schilderung der politischen Verhältnisse auf der Erde. Probleme werden sehr direkt angegangen, Lösungen schnell gefunden, es gibt keine großartigen, detaillierten Pläne der Helden oder komplizierte und verwickelte Intrigen, keine ausufernden Charakterstudien und Personenentwicklungen, hier geht alles geradeaus, und das ist bei diesem Weltraumabenteuer auch gut so.

Störender Info-Block statt Aufklärungsarbeit

Einzig beim Wieder-Erwachen nach 500 Jahren hätte ich mir dann doch eine etwas elegantere Art und Weise des Erkenntnisgewinns gewünscht. Die Mannschafft erwacht in relativer Erdnähe und hat auf der verbleibenden Flugzeit genügend Spielraum, den Funkverkehr und diverse Datennetze zu scannen, woraufhin die künstliche Intelligenz des Schiffes der Mannschaft bereits alles Wissenswerte über den neuen Zustand des Planeten verraten kann: Die Hondh regieren, der Menschheit geht es sonst gut, Waffen sind verboten ... Es wäre wesentlich interessanter gewesen, wenn die Mannschaft, und mit ihr der Leser, dies nach und nach erfahren hätte, so erhält man nur einen etwa eine Seite umfassenden Infoblock, und das war's dann.

Fazit: Flüssig geschriebener SF-Roman mit leichtem Retro-Charme, spannend und nicht allzu kompliziert. Gelungener Auftakt für die Reihe, der Lust auf mehr macht.

Dirk van den Boom: Eine Reise alter Helden. Nittendorf: Wurdackverlag, 2013. 250 S., Euro 12,95.



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Geheimnisvolle Geschichten: Steampunk

Geschrieben von Petra , in Bücher - SF 06 September 2013 · 344 Aufrufe
Erik Schreiber, Bücher - SF und 2 weitere...
Dem noch relativ jungen Genre des Steampunk widmet sich die zweite Anthologie der "Geheimnisvollen Geschichten" im Verlag Saphir im Stahl. Herausgeber Erik Schreiber hat 14 Storys in dem Buch versammelt, die sich auf unterschiedliche Weise mit Dampfkraft-Fiktionen im historischen Gewand auseinandersetzen.
Ähnlich der vielbeachteten ersten deutschsprachigen Steampunk-Anthologie "Von Feuer und Dampf" der Autorengruppe Geschichtenweber liegt auch dieser Anthologie ein mehr oder weniger geschlossener Alternativ-Weltentwurf zugrunde. Wir befinden uns im Europa der Bismarckzeit, die Geschichten spielen zumeist in Deutschland, einige in Prag. Der "Eiserne Kanzler" rüstet für einen neuen Krieg, Prag liegt unter einem magischen Schutzschirm und widersteht dem deutschen Reich, Italien ist ein vom Papst regierter katholischer Staat, wobei der Papst selbst offenbar nur eine Marionette in der Hand seiner bereits zu Lebzeiten heilig gesprochenen Geliebten ist.

Das Deutsche Steampunk-Reich rüstet auf

Einen großen Raum nehmen Gedanken um die Aufrüstung des Deutschen Reichs ein. So erzählt Jörg Olbrich die Geschichte eines Erfinders, der Bismarck eine neuartige und noch durchschlagendere Dampfkanone anbietet und dabei vom Kanzler skrupellos betrogen wird. Etwas schwergängig ist die Story "Im Schatten des Pulverturms" ausgefallen, in der ein als Schundroman getarnter Geheimdienstbericht in einem Prager Café übergeben wird. Die Lesung des Schundromankapitels, das eine geheime Zusammenkunft verschiedener deutscher Interessenvertreter schildert, wird immer wieder vom Lesenden und Überbringer durch kleine Kommentare unterbrochen, ansonsten ist es einfach nur eine Gesprächsrunde, in der Soldaten, Wirtschaftsbosse und Kirchenleute sagen, dass sie bereit sind für den Krieg und was sie dazu beitragen können. An sich keine schlechte Idee, aber der Steampunk-Bezug ist so gering, dass ich ihn nicht zu entdecken vermochte.

Eiserner Bismarck befielt: "Volldampf!"

Sehr von Dampfkraft durchdrungen dagegen ist die Geschichte "Volldampf" von Andreas Zwengel: Bismarck versucht, mit einem Zug nach Prag zu fahren, um dort Verhandlungen über den magischen Schutzschirrm der Stadt zu führen. Die streng geheime Fahrt bleibt jedoch senen Gegnern nicht verborgen. Ein zweiter Zug nimmt die Verfolgung auf, zwei starke Dampfmaschinen liefern sich ein tödliches Wettrennen. In dieser Situation bleibt dem eisernen Kanzler - dessen Beinamen Zwengel in dieser Geschichte wörtlich nimmt - nur ein einziger Befehl: "Volldampf".

Pflicht für Steampunker: ein Zeppelin

Ein Pflicht-Element jeder Steampunk-Welt ist der Zeppelin. Und tatsächlich gibt es ein spannendes Luftschiffabenteuer von Ju Honisch. "Innovationen" ist die Geschichte einer flüchtigen Elfenprinzessin, die wesentlich lieber Mechanikerin geworden wäre als einen spitzohrigen Trottel zu heiraten. Im Maschinenraum eines Luftschiffs findet sie Unterschlupf - bei einem riesigen Zwerg.
Gelungen ist auch die zweite Zeppelin-Geschichte, obwohl diesmal das Luftschiff am Boden bleibt. Max Pechmann schildert ein fliegendes Bordell, in dem wundersame Aufziehpuppen Freier aus den höchsten Gesellschaftskreisen verwöhnen. Doch Puppe Mimi hat ein lebensgefährliches Zusatzprogramm. "Tullas Traum" von Maximilian Weigl schließlich berichtet von einem Dorf und einer Luftschifffahrt der explosiveren Sorte ...

Durchschlagender Dampfboxer "Steampunch"

Wahrscheinlich wird jeder Leser in dem Buch seinen eigenen Favoriten finden. Für mich ist die schönste und gelungenste Erzählung "Steampunch" von James Lovegrove. Sie spielt im englischen Boxermilieu, in der neuen Zunft der Dampfboxer. Ein Mechanikerteam erschafft den großartigsten aller Dampf-Kampfroboter der Welt. Steampunch eilt von Sieg zu Sieg und streckt einen dampfbetriebenen Gegner nach dem anderen in den öligen Sand der Arena. Die Massen jubeln ihm zu. Doch das konservative Lager wartet nur auf seine Chance, dem verhassten, neumodischen Sport den Garaus zu machen. Eine Geschichte, in der sich Liebe zur Maschine und Erzählkunst vereinen.

Bezaubernd, klassisch, dampflos

Ebenfalls wunderschön, an klassische Novellen erinnernd, ist die Geschichte "Vazlav Míhalik korrumpiert und bestochen" von Georg Pletteberg. Großartig erzählt, aber leider - abgesehen von einer am Rande erwähnten Dampfdroschke, die problemlos auch eine gewöhnliche Droschke hätte sein können, und eines ebenfalls am Rande erwähnten und ersatzlos streichbaren über der Stadt schwebenden Polizeizeppelins - absolut keine Steampunk-Geschichte. In jeder anderen Anthologie wäre dieser Beitrag ein absolutes Glanzlicht gewesen. Schade.

Fazit: Großartige Geschichten, jede einzige ein kleines Kunstwerk. Bei einigen wenigen, nicht den schlechtesten, ist allerdings der Steampunk-Bezug etwas dünn. Ansonsten unbedingt empfehlenswert.


Geheimnisvolle Geschichten: Steampunk. Hrsg. v. Erik Schreiber. Bickenbach: Saphir im Stahl, 2011. 205 S., Euro 15,95.



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D.W. Schmitt: Perlamith - Lichtstrand

Geschrieben von Petra , in Bücher - SF 14 August 2013 · 219 Aufrufe
D.W. Schmitt, Bücher - SF und 1 weitere...
"Lichtstrand" heißt der dritte Teil des "Perlamith"-Vierteilers von D.W. Schmitt. Der Roman schildert das Erstarken einer Sekte im Perlamith-Universum und den Machtzuwachs eines geheimnisvollen, nicht eben vertrauenswürdig wirkenden Gottes.

Das Erwachen des Gottes Ellman war bereits gegen Ende des zweiten Bandes, "Das Geflecht", geschildert worden. Was dort noch als kleiner Nebenfaden im Kampf gegen das Perlamith bedrohende Geflecht der Mhorg begann, wird nun zum zentralen Thema. Die Ellman-Jünger erhalten immer mehr Zulauf. Und da sie ihre Mitglieder einer Gehirnwäsche oder psychologischen Manipulationen unterziehen, sind diese Sektenangehörigen ein perfektes Heer im Kampf um ... ja, um was eigentlich?

In den Fängen einer Psycho-Sekte

Grid, die Tochter einer neuen Ellman-Jüngerin, gerät nun selbst in die Fänge der Sekte. Retten kann sie nur der Ziem Komliron, mit dem sie im zweiten Band Freundschaft geschlossen hat. Warum die Gehirnwäsche bei Grid - anders als bei den anderen freiwilligen oder unfreiwilligen Sektenmitgliedern - nicht zu hundert Prozent funktioniert, wird nicht näher erklärt.Jedenfalls kann sie ihren neu gewonnenen Freund Komliron zur Hilfe rufen, der sie dank seiner besonderen Fähigkeiten rettet. Bald sind beide auf der Flucht und kommen dem Rätsel Ellmanns zumindest teilweise auf die Spur. Anscheinend war es ausgerechnet ein Ziem, wie Komliron in der Maske eines Lateralmönchs, der vor einiger Zeit Ellman Zutritt zu Perlamith verschaffte. Und offenbar ist alles, was bisher geschah, Teil eines großen Plans des Gottes. Auch das bedrohliche Geflecht, dessen Bekämpfung in den ersten beiden Teilen geschildert wurde, ist auf Ellman zurückzuführen, und der auf einem Mond eines unbewohnten Perlamith-Planeten gelagerte Raumschiff-Treibstoff scheint eine wichtige Rolle zu spielen.

Ellman übernimmt Macht im Perlamith-Universum

"Lichtstrand" ist der bisher geschlossenste und einheitlichste Band der Perlamith-Saga. Zwar gibt es auch hier mehrere Handlungsstränge, zahlreiche Rassen und Völker und Interessengruppen, doch dreht sich inzwischen alles um den Ellman-Kult, seine Auswirkungen und seine Bekämpfung. Ob in der Einsatzzentrale des Präsidenten Rudiger, wo die Ellman-Sekte inzwischen einen politischen Skandal inszeniert hat, oder im geheimnisvollen kosmischen Dom (sehr gelungene Darstellung eines einsamen Priesters), der plötzlich von Androiden in Pandagestalt (nette, skurrile Idee) gekapert wird, immer zieht der bedrohliche Gott seine Fäden. Die für den Leser sehr anstrengende Zersplitterung in zahlreiche Handlungsfäden, deren Zusammenhang erst spät zu durchschauen war, ist also in diesem Band deutlich zurückgetreten. Herausgekommen ist eine sehr kompakte Darstellung einer "Machtübernahme", der Perlamith nicht viel entgegenzusetzen hat. Facettenreicht und dennoch konzentriert auf ein zentrales Thema.

Fazit: Dicht, spannend und einfallsreich - der bisher beste Perlamith-Band.


D.W. Schmitt: Perlamith 3: Lichtstrand. Nittendorf: Wurdackverlag, 2013. 224 S., Euro 12,95.



Weitere Perlamith-Bände:
Der graue Berg
Das Geflecht



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D. W. Schmitt: Perlamith - Das Geflecht

Geschrieben von Petra , in Bücher - SF 07 April 2013 · 238 Aufrufe
D.W. Schmitt, Bücher - SF
"Das Geflecht" heißt der zweite Band der SF-Reihe um das Perlamith-Universum. Der Autor, D. W. Schmitt, hat eine sehr vielschichtige Welt geschaffen und erzählt vom Kampf diverser menschlicher und nicht-menschlicher Kulturen um ein Sonnensystem. Dabei liegt der Schwerpunkt allerdings weniger auf Raumschlachten und militärischen Auseinandersetzungen, sondern auf der Entwicklung der Charaktere und der Beschreibung der Völker und ihrer Interessen.
"Das Geflecht" setzt dort ein, wo der Auftaktband der Reihe, "Der graue Berg", endete. Ein netzartiges Gebilde, besetzt mit Schaaren der arachnoiden Mhorg, nähert sich dem Perlamith-System. Der Gegner scheint schier unbesiegbar. Alle Hoffnungen ruhen auf dem Raumschiff Kolomba, ein Produkt einer alten Alienrasse, das schon einmal - allerdings vor urdenklichen Zeiten - einen Sieg über die Mhorg ermöglichte.
Schmitt schafft es in diesem Band, mehrere Alienrassen mit durchaus glaubwürdigen Motivationen in einem gewaltigen Interessenkonflit aufeinandertreffen zu lassen. Der Kampf um den geheimnisvollen Treibstoff Hyperyatma, der Raumfahrt überhaupt erst ermöglicht, die Geschichte uralter Völker und zufälliger Entdeckungen, das Erwachen und Erstarken der Sekte, die dem geheimnisvollen Gott Ellman dient, politische und zwischenmenschliche Beziehungen der Helden und der Versuch, ein telepathisch gesteuertes Raumschiff in den Griff zu bekommen, all dies ist auf gerade mal 200 Seiten sehr komprimiert dargestellt.
Der Roman ist flüssig geschrieben, spannend zu lesen und überzeugt durch seine Figurenzeichnung. Ein Manko der Serie ist allerdings, dass die Welt sehr komplex ist und dass der Leser auf engstem Raum mit sehr vielen Völkern und Personen konfrontiert wird. Da gibt es Yasemi, Ziem, Richtavail, Mhorg und ein geheimnisvolles weltumspannendes Plasmawesen namens Bocivaja, nicht zu vergessen die Menschen, die außer der Erde inzwischen das Perlamith-System mit den Planeten Menz, Rogamar und Karhenan bevölkert haben und demzufolge auch als Menzer, Rogamarer etc. bezeichnet werden. Einige Ansprüche an des Vokabelgedächtnis werden also durchaus gemacht, und wer ein Jahr nach Erscheinen des ersten Bandes den zweiten Teil zur Hand nimmt, wird einige Zeit benötigen, um sich neu zu orientieren. Zwischenzeitlich war es nicht gerade einfach, die Akteure der unterschiedlichen Handlungsfäden auseinander zu halten. Vielleicht wäre hier weniger mehr gewesen.

Fazit: Ein spannender, gut durchdachter SF-Roman, der leider stellenweise zu voll und unübersichtlich ausfiel. Nicht für den schnellen Konsum zwischendurch, sondern eher für das konzentrierte Lesen geeignet.

D. W. Schmitt: Perlamith - Das Geflecht. Nittendorf: Wurdackverlag, 2012. 208 S., Euro 12,95.



Weitere Besprechung zur Perlamith-Reihe
Der graue Berg
Lichtstrand


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Mark Brandis: Planetaktion Z

Geschrieben von Petra , in Bücher - SF 07 July 2012 · 259 Aufrufe
Mark Brandis, Wurdackverlag und 1 weitere...
"Planetaktion Z" heißt der 25. Band der Science-Fiction-Serie Mark Brandis. Das "Z" steht für "Zigeuner", und die "Planetaktion" besteht im Zusammentreiben und Abtransportieren dieser Bevölkerungsgruppe. Im Jahr 2086 ist der Vielvölkerstaat EAAU noch immer zu Progromen bereit, die an die Verbrechen des Nazireichs erinnern. Nur, dass diesmal modernste Computertechnik mit im Spiel ist.
In der Europäisch-Amerikanisch-Afrikanischen Union wird ein Anschlag auf den Präsidenten verübt. Als Attentäter wird von einem neuartigen Fahndungscomputer ein Angehöriger der Volksgruppe der "Zigeuner" ermittelt. Ähnlich wie im Roman "Salomon 76", als ein Supercomputer des Gerichtswesen übernehmen sollte, löst der neue Fahndungscomuter eine gewaltige Serie von Verhaftungen aus. Allerdings ist es diesmal eindeutig menschliches Versagen des Herstellers, der die drei Buchstaben "ZIG", die der Computer ausspuckt, voreilig interpretiert und dann den Fehler nicht zugeben will. Eine Katatstrophenmeldung jagt die nächste. "Zigeuner" seien Schuld an der Vergiftung der Brunnen, heißt es. Progromstimmung breitet sich aus, Rassenhass und Gewaltbereitschaft wachsen. Menschen werden wie Vieh zusammengetrieben und in ein Lager abtransportiert - ein Lager auf demm Mars.

Grischa Romen im Fadenkreuz der Rassisten

Auch Grischa Romen, Pilot der Unabhängigen Gesellschaft zur Rettung Raumschiffbrüchiger und Freund von Mark Brandis, soll verhaftet werden. Anfangs kann Brandis dank der Sonderstellung seiner Gesellschaft, seinen Piloten noch schützen. Doch das Netz zieht sich enger zusammen, und auch innerhalb der Gesellschaft gibt es Rassisten und Karrieristen, die Romen ans Messer liefern wollen.

Mark Brandis zwischen Blauäugigkeit und Gewissen

Der Roman ist spannend und in bewährter Brandis-Qualität beschrieben. Allerdings ist die nahezu grenzenlose Blauäugigkeit, mit der Brandis auf Anordnungen der Regierung reagiert, oder seine resignative "Ich kann ja doch nichts tun"-Haltung für den Leser manchmal auch etwas nervend. Wer im Geschichtsunterricht auch nur halbwegs bei Bewusstsein war, erkennt schon auf den ersten Seiten, was sich hier anbahnt. Immerhin hat Brandis' Frau Ruth schon sehr viel früher und klarer durchgeblickt und Position bezogen. Positiv ist zu vermerken, dass so eine sehr ausgearbeitete Charakterstudie eines Mannes entstand, der eben kein Superheld ist, sondern ein normaler Mensch mit Ängsten und Schwächen - und trotzdem mit Gewissen und Idealen.

Fazit: Spannender Roman über Computergläubigkeit, Rassenhass und Bürokratie. Nicht brillant, aber ganz ordentlich und lesenswert.


Mark Brandis: Planetaktion Z. Nittendorf: Wurdackverlag, 2012. 192 S., Euro 12.


Weitere Besprechungen zu Mark-Brandis-Romanen:

Band 5: Vorstoß zum Uranus
Band 6: Die Vollstrecker
Band 11: Operation Sonnenfracht
Band 12: Alarm für die Erde
Band 13: Countdown für die Erde
Band 14: Kurier zum Mars
Band 15: Die lautlose Bombe
Band 16: Pilgrim 2000
Band 18: Sirius-Patrouille
Band 19: Astropolis
Band 20: Triton-Passage
Band 21 und 22: Blindflug zur Schlange und Raumposition Oberon
Band 23: Vargo-Faktor
Band 24: Astronautensonne


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Heidrun Jänchen: Willkommen auf Aurora

Geschrieben von Petra , in Bücher - SF 29 February 2012 · 253 Aufrufe
Bücher - SF, Heidrun Jänchen und 2 weitere...
"Willkommen auf Aurora" vereinigt 17 Science-Fiction-Kurzgeschichten aus der Feder von Heidrun Jänchen. Der Sammelband lädt ein zu Reisen in fremde Welten, die auf beunruhigende Weise ausgesprochen vertraut wirken.
Ist das eigentlich Science-Fiction? Bei manchen Ereignissen, die Heidrun Jänchen schildert, könnte es sich glatt um Fälle aus der Tagezeitung oder dem Betroffenheits-TV handeln. Da sind streikende Bergarbeiter, die ihre Mienen besetzen und die Maschinen nicht herausrücken wollen, als die Bergbaugesellschaft wegen angeblicher Unrentabilität den Standort aufgeben will. Da sind Soldaten, die Aufständische bekämpfen sollen, und harmlos scheinende Kinder, die sich an den Gegner "heranspielen" und dort Bomben hinterlassen. Da sind "Zivilisierte", die weniger entwickelte Völker ausbeuten und gleichzeitig in ihren Mythen und Kunstwerken Dinge finden, die in der eigenen Kultur längst vergessen wurden.

Heidrun Jähnchen schreibt über Leihkörper, Organspender und Gebärmaschinen

Jänchen schreibt von Menschen, die einfach nur ihre Ruhe haben wollen und von der ewigen Werbeberieselung oder von der unausweichlichen Nähe der anderen Menschen beinahe verrückt werden. Sie erzählt von Menschen, die aus wirtschaftlicher Not ihren Körper verleihen müssen, von Unfallopfern, deren Gehirne wiederverwendet werden, von Frauen, die immer neue Männer zugewiesen kriegen, um endlich schwanger zu werden und ihren Beitrag zum Fortbestand der Gesellschaft zu leisten (beinahe hätte ich geschrieben: "...dem Führer ein Kind zu schenken").
Wäre nicht ab und zu der Name eines Planeten oder ein kleines Zukunfts-Accessoir eingefügt, die meisten Storys gingen als glänzend beobachtete Skizzen aus der Gegenwart durch.

Scharfer, mitleidsloser Blick und naturwissenschaftliche Präzision

Heidrun Jänchen hat einen scharfen Blick für die kleinen Absurditäten des Alttags genauso wie für weltpolitische und wirtschaftliche "Alternativlosigkeiten". Dabei denkt sie mit mitleidsloser Logik Entwicklungen aus dem 20. und 21. Jahrhundert weiter. Was passiert etwa, wenn patentierte Maisgene plötzlich in Kindern nachgewiesen werden? Ist der Gerichtsprozess um das Eigentum an dem Jungen Ramon, der mit einer - für Menschen vollkommen überflüssigen - Immunität gegen den Maiszünsler geboren wird, wirklich so abwegig? Das reale Vorbild der "Monaven Corporation" reagiert jedenfalls ziemlich ungehalten, wenn irgendwo Pflanzen mit "ihren" Genen auftauchen, und vielleicht ... Man traut Konzernen ja einiges zu.
Der herbe, sachliche, oft naturwissenschaftlich-präzise Tonfall der Autorin trägt viel zur ganz eigenen Atmosphäre des Buches bei und verstärkt den Eindruck der Unausweichlichkeit mancher absurden Entwicklungen. Dennoch schafft sie es oft, die Geschichte zu einem augenzwinkernden Schluss zu führen und die Gerechtigkeit siegen zu lassen. Ein kleines Stück Utopia inmitten des beängstigenden Realismus.

Fazit: 17 kleine Meisterwerke aus der Welt von heute und morgen, hervorragend erzählt und mit vielen fiesen kleinen Widerhaken, die im Gehirn noch lange pieksen werden. Eine Sammlung, die man nach dem Lesen nicht so einfach im Regal verschwinden lassen kann. Unbedingt empfehlenswert. Bitte mehr davon.


Heidrun Jänchen: Willkommen auf Aurora. Nittendorf: Wurdackverlag, 2012. 320 S., Euro 14,95.


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Mark Brandis: Astronautensonne

Geschrieben von Petra , in Bücher - SF 21 February 2012 · 307 Aufrufe
Wurdackverlag, Mark Brandis und 1 weitere...
"Astronautensonne" - so lautet der Name für ein kühnes Projekt: Ein Unternehmen will einen Mond in eine künstliches Sonne verwandeln. Der 24. Band der Science-Fiction-Serie Mark Brandis hat ein wahraft explosives Thema ...

Die Besiedelung anderer Planeten ist ein kühner Traum der Menschheit. Im Mark-Brandis-Universum gelang es immerhin, die Venus zu besiedeln, eine Station auf dem Mars zu gründen und den Mond in ein Spielkasino zu verwandeln. Jetzt plant die Firmengruppe Kosmos-Trust ein gigantisches Projekt: eine Besiedelung des Planeten Saturn. Doch um dem Ringplaneten die nötige Wärme zu verleihen, soll durch eine gezielte Nuklearreaktion der Saturnmond Titan in eine Sonne verwandelt werden. Drei angesehene Wissenschafter bescheinigen die Unbedenklichkeit des Unternehmens. Militante Umweltschützer sehen das anders.

Umweltschützer protestieren gegen "Astronautensonne"

Der Roman setzt ein mit einer sehr eindrucksvollen Szene: Auf der Venus kommt es zu gewalttätigen Protesten gegen das Projekt "Astronautensonne", wütende Umweltschützer besetzten den "Ozongürtel" und werfen mit Steinen und Flaschen auf Sicherheitsbeamten. Auch Mark Brandis, der mit dem Rettungskreuzer "Henri Dunant" zur Bergung Schiffbrüchiger starten will, bekommt den Zorn der aufgebrachten Meute zu spüren und wird bei den Ausschreitungen verletzt. Kein Wunder, dass Brandis spätestens ab jetzt nicht gut auf die Umweltschützer zu sprechen ist. Als loyaler und etwas naiver Staatsbürger glaubt er an die Erklärungen der Wissenschaftler und das Verantwortungsbewusstsein des Unternehmens und ärgert sich furchtbar über eine Gruppe junger Idealisten, die mit einem schrottreifen Raumschiff zur "Besetzung" des Titan aufbrechen. Nur langsam beginnen seine Zweifel zu wachsen.

Menscheit will Gott spielen

"Astronautensonne" ist die Geschichte einer Menschheit, die - mal wieder - Gott spielen will und das Universum nach ihrem Bilde formen möchte. Dass dies im Laufe der Jahrtausende immer wieder schief ging, scheint, wie in der Menschheitsgeschichte gewohnt, zumindest die Machthabenden nicht zu interessieren. Mit keinem Wort wird zum Beispiel an die noch nicht allzu lange zurückliegende atomare Katastrophe in Afrika erinnert.

Mark Brandis macht glaubwürdige Entwicklung durch

Eine Stärke des Romans ist die sehr glaubwürdige Entwicklung und Veränderung von Brandis' Haltung zum Titan-Projekt. Vom anfänglich naiven Befürworter - oder zumindest Nicht-Gegner - der "Astronautensonne", der eigentlich nur in Ruhe seine Arbeit machen und weiter nicht behelligt werden will, wird er zunächst zufällig zum Störfaktor für das Unternehmen und hält schließlich Beweise für eine Verschwörung und für eine massive Gefährdung der Erde in der Hand.

Schwache Motivation des Geheimdienstes

Etwas schwächer erscheint dagegen die Zeichnung seiner Gegner. Es sind die "üblichen Verdächtigen": Großkapital und Manager in Verbindung mit bestechlichen Wissenschaftlern. Unterstützt werden sie diesmal allerdings vom Geheimdienst, der ähnlich wie Brandis' Lieblingsgegner, die Militärs, offenbar nur ein Ziel hat: die VOR (Vereinigte Orientalische Republiken) zu schädigen. Wieso eine atomare Sonnengeburt am Saturn allerdings die Erde nicht gleichmäßig treffen, sondern die Republiken wesentlich härter schädigen würde als den "Westen", diese Begründung bleibt der Autor schuldig. Somit ist die Motivation der Geheimdienstler ziemlich dünn. Andererseits, wer würde für die politische Integrität des Verfassungsschutzes heutzutage noch die Hand ins Feuer legen?
Das tut jedoch der Spannung des Romans keine Abbruch. Das Buch ist flüssig und in bewährter Brandis-Qualität geschrieben und bietet Action und Stoff zum Nachdenken gleichermaßen.

Fazit: Spannendes Weltraumabenteuer mit explosivem Showdown. Klassische Science-Fiction, die in den vergangenen 30 Jahren nichts an ihrem Zauber eingebüßt hat. Lesenswert.


Mark Brandis: Astronautensonne. Nittendorf: Wurdackverlag, 2012. 169 S., Euro 12.


Weitere Besprechungen zu Mark-Brandis-Romanen:

Band 5: Vorstoß zum Uranus
Band 6: Die Vollstrecker
Band 11: Operation Sonnenfracht
Band 12: Alarm für die Erde
Band 13: Countdown für die Erde
Band 14: Kurier zum Mars
Band 15: Die lautlose Bombe
Band 16: Pilgrim 2000
Band 18: Sirius-Patrouille
Band 19: Astropolis
Band 20: Triton-Passage
Band 21 und 22: Blindflug zur Schlange und Raumposition Oberon
Band 23: Vargo-Faktor
Band 24: Astronautensonne


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Mark Brandis: Vargo-Faktor

Geschrieben von Petra , in Bücher - SF 20 February 2012 · 371 Aufrufe
Wurdackverlag, Mark Brandis und 1 weitere...
Schwarze Löcher und Riesenspinnen - in "Vargo-Faktor", dem 23. Band der Science-Fiction-Serie "Mark Brandis" bekommt es die "Henri Dunant" gleich mit zwei furchtbaren Bedrohungen zu tun. Und die Sache wird nicht leichter dadurch, dass die Crew auf Zwergengröße geschrumpft ist ...

Mark Brandis ist als Vormann der UGzRR (Unabhängige Gesellschaft zur Rettung Raumschiffbrüchiger) zu einer gefährlichen Mission ausgerückt. Er und seine Crew wollen ein Hospital-Schiff retten, das in die Anziehungskraft eines Schwarzen Loches geraten ist. Ein fast aussichtsloses Unterfangen, doch gelingt es, die Schiffbrüchigen an Bord zu nehmen. Aber dann hat das Triebwerk einen kurzen Ausfall, und die "Henri Dunant" gerät in den unwiderstehlichen Sog.
Am Ende des Studels landen die Schiffbrüchigen in einer Welt, in der durch die physikalischen Verhältnisse in einem Schwarzen Loch alles schrumpft. Seltsamerweise schrumpft organisches Material wesentlich schneller als Metall, sodass die Menschen auf Zwergengröße reduziert sind, während das Schiff seine normalen Maße zunächst behält und nur sehr langsam kleiner wird. Allerdings gibt es am Grund des Schwarzen Lochs eine Lebensform, die wahrhaft gigantische Ausmaße erreicht hat: Der Planet wimmelt von Riesenspinnen, für die die Minimenschen eine willkommene Mahlzeit sind.

Martin Seebeck erlebt den "Vargo-Faktor" hautnah

Das Abenteuer wird geschildert aus der Perspektive des Journalisten Martin Seebeck, der im Abenteuer "Sirius-Patrouille" seinen Einstand im Brandis-Universum gab. Doch wirkt Seebeck in dieser Geschichte ein wenig blasser als im Sirius-Band. Er beklagt zu Anfang die endlose Leere um sich herum und jammert nach dem Sturz ins Schwarze Loch über seine Zwergengröße und über seine Unfähigkeit, die Kamera zu bedienen und Beweisfotos zu schießen. Ansonsten besteht seine Funktion in dem Abenteuer hauptsächlich darin, im entscheidenden Augenblick versehentlich zu stolpern und dabei den Hebel zu bewegen, der für den bereits erwähnten Aussetzer der Maschine verantwortlich ist.

Logikmängel und Widersprüche: Riesenspinnen im Schwarzen Loch

Die Geschichte ist nicht unbedingt die beste Folge der Serie. Warum Lebewesen schneller schrumpfen sollen als tote Gegenstände, bleibt unklar. Warum haben die Schiffbrüchigen keine Probleme mit ihrer Kleidung? Tragen sie etwa ausnahmslos 100-prozentige Naturprodukte? Aber warum schrumpfen dann die Mullbinden aus der Krankenstation nicht, sondern müssen in einzelne Streifen zerlegt werden und können dann als Kletterseile herhalten? Warum schrumpfen Gummiteile am Raumschiff genauso schnell oder langsam wie die Metallteile? Warum gilt der Zwergenwuchs-Faktor nicht für Spinnen? Und wovon haben diese Tiere bis zur Landung der Henri Dunant gelebt? Die Schiffbrüchigen finden jedenfals kein autochthones tierisches Leben auf dem Planeten, lediglich Leichen anderer Schiffbrüchiger. Auch die schließliche Rettung durch simples Volltanken gehört nicht unbedingt zu den glaubwürdigsten Problemlösungen.
Aber genug gemeckert. Geschrieben ist das Abenteuer sehr flüssig und spannend. Langeweile kommt an keiner Stelle auf, und das Buch lässt sich sehr gut lesen. Es am Stück durchzulesen ist auf jeden Fall einfacher, als es vor der letzten Seite aus der Hand zu legen.

Fazit: Spannendes Weltraumabenteuer mit einigen Logikmängeln. Wer den Roman genießen möchte, sollte nicht allzu viel über Wahrscheinlichkeiten nachgrübeln.


Mark Brandis: Vargo-Faktor. Nittendorf: Wurdackverlag, 2012. 176 S., Euro 12.


Weitere Besprechungen zu Mark-Brandis-Romanen:

Band 5: Vorstoß zum Uranus
Band 6: Die Vollstrecker
Band 11: Operation Sonnenfracht
Band 12: Alarm für die Erde
Band 13: Countdown für die Erde
Band 14: Kurier zum Mars
Band 15: Die lautlose Bombe
Band 16: Pilgrim 2000
Band 18: Sirius-Patrouille
Band 19: Astropolis
Band 20: Triton-Passage
Band 21 und 22: Blindflug zur Schlange und Raumposition Oberon
Band 24: Astronautensonne


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D. W. Schmitt: Perlamith - Der graue Berg

Geschrieben von Petra , in Bücher - SF 04 November 2011 · 245 Aufrufe
D. W. Schmitt, Bücher - SF und 2 weitere...
Perlamith heißt die neue Welt im SF-Kosmos des Wurdackverlags. Dieter W. Schmitt legt mit "Der graue Berg" den ersten Band einer Serie vor, die laut Ankündigung mit einem Titel pro Jahr fortgesetzt werden soll. Zu Band 2, "Das Geflecht", ist auf der Verlagsseite bereits das Cover zu sehen.
Perlamith ist ein Sonnensystem, weit entfernt von der Erde, das vor einiger Zeit von Menschen besiedelt wurde. Interessant ist der Hintergrund dieser Besiedelung: Die Menschheit ist aufgrund ihrer extrem hohen Vermehrungsrate immer wieder gezwungen, sich neue Lebensräume zu erschließen. Hierzu bot ihr eine außerirdische Rasse, deren Angehörige Yasemi genant werden, die nötigen Schiffe an. Bedingung: Die Menschheit dürfe niemals eine eigene Raumfahrt entwickeln. Die friedliebenden und äußerst sensiblen Yasemi hoffen so, die kriegerischen Menschen halbwegs ruhig zu halten (Sehr schön der Zug, dass Yasemi, die sich für ihr Volk opferten und ein Raumgefecht führten, anschließend alle traumatisiert sind und nie wieder so leben können wie vorher.)
Aber das sind noch die Ziem, eine genau so alte außerirdische Rasse, die mit den Yasemi einen Pakt hat. Im Perlamith-System treffen die Interessen aufeinander. Nach und nach wird klar, dass der furchtbare Krieg zwischen dem vierten Planeten - dem von Militärs beherrschten Rogamar - und dem von einem gewählten Präsidenten regierten fünften Planeten Menz ganz andere Hintergründe hat, als die Menschen ahnen. Mittendrin: Der Agent Jev, der einen geheimen Auftrag ausführen soll, aber noch nichts Konkretes darüber weiß. Auf dem Planeten Karhenan schließlich, am Grauen Berg, soll die Rettung liegen - die Rettung vor einer Bedrohung, die Menschen, Yasemi und Ziem gleichermaßen auslöschen kann.

Perlamith - komplexe Welt mit viel Potential

Dieter Schmitt schafft es, mit seinem Perlamith-System eine interessante und komplexe neue Welt zu schaffen. Zunächst ist es noch verwirrend, sich auf den verschiedenen Planeten zurechtzufinden und die Namen zuzuordnen (Hilfreich: das Glossar auf der Umschlag-Klappe). Doch bald gewinnen die handelnden Personen an Kontur. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Schilderung der politischen Strukturen und verhörtechnischen bzw. ermittlungstechnischen Arbeit auf Menz sowie auf den Profilen des Präsidenten und seiner Spezialisten.
Jev selbst, der Träger des Haupt-Erzählstrangs, bleibt dagegen über weite Strecken schattenhaft, zumeist sind es mehr seine Gesprächspartner und Weggefährten, die die Faszination auf sich ziehen. Da ist der geheimnisvolle "Lateral-Mönch" Mericon, der "zufällig" im Flieger neben ihm sitzt und sein ganz eigenes Interesse an Jev und Perlamith hat. Da ist die verstümmelte Ana-Sirina, eine faszinierende Persönlichkeit, deren Gedanken-Gespräche mit Jev fast als lyrisch zu bezeichnen sind und einen Höhepunkt des Buches ausmachen. Da ist die Boutique-Besitzerin Ellanka, mit der Jev sehr intensive Gespräche über Ana-Sirina führt. Und schließlich ist noch die Agentin Alina, die ihre Reize einsetzt, um Jev zu verführen, und sich dabei unversehens in ihre Zielperson verliebt.
Das Buch ist spannend geschrieben und lässt sich leicht und zügig lesen. Trotz des kriegerischen Themas liegt der Focus weniger auf Schießereien unf Kämpfen als auf der Charakterzeichnung und Aufklärungsarbeit. Insgesamt ein schönes Stück SF-Literatur, das man gern liest. Einziges Manko: Der böse Cliffhanger am Ende und der Umstand, dass es noch Monate dauert, bis es weiter geht. Aber man merkt dem ersten Buch an, dass der Autor viel Zeit darauf verwandt hat, und so sollte es auch bleiben ...

Fazit: EIn vielversprechender Auftakt zu einer neuen Serie. Lesenswert.


D. W. Schmitt: Perlamith. Der Graue Berg. Nittendorf: Wurdackverlag, 2011. 208 S., Euro 12,95.


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Mark Brandis: Triton-Passage

Geschrieben von Petra , in Bücher - SF 25 May 2011 · 744 Aufrufe
Bücher - SF, Wurdackverlag und 1 weitere...
Ein verunglücktes Raumschiff, ein unberechenbares Schwarzes Loch und eine undisziplinierte Mannschaft: Mark Brandis muss im Abenteuer "Triton-Passage" zu einer umstrittenen Rettungsmission aufbrechen und erlebt eine Meuterei an Bord seines eigenen Schiffs.

Ein Raumschiff der VOR (Vereinigte Orientalische Republiken) ist jenseits der Neptun-Bahn verunglückt. Die Asiaten, die nicht gern das Gesicht verlieren, haben sich aufgrund der verzweifelten Situation dazu durchgerungen, bei der VEGA um Hilfe zu bitten. Viel zu spät, wie Fachleute sagen. Es wird schwer für VEGA-Chef John Harris, die kostspielige Rettungsmission zu rechtfertigen. Zumal die VEGA zwar noch regierungsunabhängig ist, doch in der EAAU (Europäisch-Amerikanisch-Afrikanische Union) stehen die Zeichen auf Machtwechsel, und die Unabhängigkeit der Raumfahrt-Organisation ist in Gefahr.
Dennoch erhält Mark Brandis den Auftrag, die verschollenen Chinesen zu retten. Die Mannschaft, mit der er sich auf dieses Himmelfahrtskommando einlassen muss, ist, wie im zeitgleich erschienenen Band "Astropolis", eine fremde und darüber hinaus alles andere als vertrauenerweckend. Alkohol, Disziplinlosigkeit und ein gerütteltes Maß an Skepsis gegenüber dem neuen Commander gipfeln schließlich in einer Meuterei gegen Brandis. Und niemand an Bord will ihm glauben, dass dem Schiff Gefahr durch ein schwarzes Loch droht ...

Überzeugende Analyse einer Meuterei im Weltraum

Der Roman ist reich an Handlung und bietet ein spannendes Raumschiffabenteuer voller Gefahren und Action. Dennoch liegt der Schwerpunkt des Erzählers vor allem auf den Vorgängen an Bord und den Spannungen zwischen Mannschaft und Commander. Psychologisch sehr genau beobachtet der Autor, wie der Widerstand gegen Brandis wächst, wie aus anfänglichem Neid auf den erfolgreichen Harris-Zögling und Ärger darüber, plötzlich einen fremden Kommandanten vor die Nase gesetzt zu bekommen, langsam der Widerstand an Bord wächst. Nachlässigkeiten und Schlendrian an Bord kehren immer wieder zurück, sowie Brandis den Blick abwendet, eigenmächtige Übertretungen von Kommandos bringen Schiff und Crew in Gefahr, am Ende sieht sich Brandis mit einem Saufgelage konfrontiert, in dessen Verlauf er entmachtet und unter Arrest gestellt wird. Hinzu kommen die politischen Querelen auf der Erde, durch die John Harris die Absetzung als Direktor der VEGA droht. All dies ist sehr scharf beobachtet und realitätsnah geschildert und macht diese "Triton-Passage" zu einem echten Leckerbissen, der sich nach dem ersten "Anlesen" gar nicht wieder aus der Hand legen lässt.

Fazit: Ein faszinierendes Weltraumabenteuer mit überzeugenden Charakteren und sehr glaubwürdiger Konstruktion der Spannungen an Bord. Unbedingt empfehlenswert.


Mark Brandis: Triton-Passage. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2011. 166 S., Euro 12.


Weitere Besprechungen zu Mark-Brandis-Romanen:
Band 5: Vorstoß zum Uranus
Band 6: Die Vollstrecker
Band 11: Operation Sonnenfracht
Band 12: Alarm für die Erde
Band 13: Countdown für die Erde
Band 14: Kurier zum Mars
Band 15: Die lautlose Bombe
Band 16: Pilgrim 2000
Band 18: Sirius-Patrouille
Band 19: Astropolis
Band 21 und 22: Blindflug zur Schlange und Raumposition Oberon
Band 23: Vargo-Faktor
Band 24: Astronautensonne


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Mark Brandis: Astropolis

Geschrieben von Petra , in Bücher - SF 22 May 2011 · 637 Aufrufe
Wurdackverlag, Mark Brandis und 1 weitere...
"Astropolis" ist der 19. Band der SF-Serie "Mark Brandis", der jetzt zusammen mit Band 20, "Triton-Passage" im Wurdack-Verlag erschienen ist. Das Taschenbuch handelt von einer riesigen Raumstation, die als künstlicher Planet eine neue Heimat für zehntausend Auswanderer werden soll, und von der Sehnsucht nach Unsterblichkeit.

Mark Brandis erhält einen Auftrag, der wohl der Traum eines jeden seiner Kollegen ist: Nicht ein Raumschiff, nein, einen ganzen Planeten soll er steuern: Astropolis, eine in der Mondumlaufbahn zusammengebaute Station nach Vorbild der "Pilgrim 2000", soll nun in einen Orbit um die Sonne gebracht werden. Der künstliche Planet ist der erste einer ganzen Planetenkette, mit der die Menschheit der drohenden Übervölkerung ihres Planeten begegnen möchte. Immerhin leben im Jahr 2082 allein in der EAAU, der Europäisch-Amerikanisch-Afrikanischen Union, 6,7 Milliarden Menschen, und in den Vereinigten Orientalischen Republiken (VOR) setzen die Regierungen eine radikale Geburtenkontrolle durch, wie in "Aktenzeichen: Illegal" beschrieben. Jetzt sollen künstliche Planeten für zunächst 20 Millionen Menschen eine neue Heimat bieten.

Astropolis - ein Paradies mit Unsterblichkeits-Spritze

Eine neue paradiesische Heimat unter den Sternen - das könnte so schön sein, wenn es nicht auch andere Ideen zum Kampf gegen die Bevölkerungsexplosion gäbe: Gil Graham, ein Arzt und Anhänger der "Tarassenko-Spritze", hat sich auf der Flucht vor der Polizei an Bord der Station versteckt. Sein Heilsversprechen: Unsterblichkeit, erkauft um den Preis der Unfruchtbarkeit. Ein Serum soll den "Status quo" der Menschheit erhalten, ein weiterer Anstieg der Bevölkerung ist nach der Impfung ausgeschlossen. Zuerst heimlich, dann immer offener und fordernder und getragen vom Schwarm seiner Jünger schwingt sich Graham in Astropolis zum neuen Guru auf, und der Hass auf alle "Impfungsverweigerer" schlägt bald in Gewalt um. Brandis sieht sich mit Krawallen und Zwangsimpfungen konfrontiert, sogar mit Gewalt gegen Schwangere. Die Lage gerät außer Kontrolle, zumal sich Brandis nicht auf seine bewährte Crew stützen kann, sondern mit zwei Partnern fliegt, von denen der eine auf jeden Fall nach der Mission in Astropolis bleiben will, während der zweite noch unentschlossen ist.

Mark Brandis trifft auf "Die Grenzen des Wachstums"

Das Buch greift ein Thema auf, das in den 70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts heftig diskutiert wurde. Dennis Meadows' Bericht an den Club of Rome "Die Grenzen des Wachstums" oder Heinz Habers "Stirbt under blauer Planet?" waren Schullektüre, die Bevölkerungsexplosion in China war das Schreckgespenst schlechthin. Ein Thema also, an dem auch Mark Brandis nicht vorbei kam. Sehr geschickt stellt der Autor in Grahams Theorie die Konsequenzen eines "Einfrierens" der Menschheit auf gleichbleibendem Niveau dar: Unsterblichkeit auf der einen Seite, aber eben auch den Preis dafür, die Unmöglichkeit, Kinder zu haben.

Wütender Mob unter den Sternen

Und noch ein weiterer Preis wird gezahlt: der Verlust der Menschlichkeit. Wieder einmal zeigt der Verfasser sich als guter Beobachter mit einem Gespür dafür, wie die "Masse Mensch" funktioniert. Wer als Geimpfter plötzlich zur Mehrheit gehört, wird Teil eines wütenden Mobs, getragen vom Hass auf alles, was anders ist, auf jeden, der nicht mitmachen will. Aber auch die zwischenmenschlichen Konflikte innerhalb der Crew, die schon zu Beginn der Reise keine Einheit bildet, sind treffend und überzeugend herausgearbeitet.
Die Handlung ist spannend, das Buch flüssig und mitreißend geschrieben, und der Leser wird schnell hineingesogen in den Strudel des Wahnsinns, der in Astropolis wütet. Die Auflösung der Geschichte und das Ende der Hysterie hätte vielleicht etwas filigraner gearbeitet und besser vorbereitet sein können, doch dies sind Kleinigkeiten, die den Lesegenuss sicher nicht stören.

Fazit: Spannend, nachdenklich und mitreißend. Ein Weltraumabenteuer, das zum Verschlingen gemacht ist.


Mark Brandis: Astropolis. Nittendorf: Wurdackverlag, 2011. 174 S., Euro 12.


Weitere Besprechungen zu Mark-Brandis-Romanen:
Band 5: Vorstoß zum Uranus
Band 6: Die Vollstrecker
Band 11: Operation Sonnenfracht
Band 12: Alarm für die Erde
Band 13: Countdown für die Erde
Band 14: Kurier zum Mars
Band 15: Die lautlose Bombe
Band 16: Pilgrim 2000
Band 18: Sirius-Patrouille
Band 20: Triton Passage
Band 21 und 22: Blindflug zur Schlange und Raumposition Oberon
Band 23: Vargo-Faktor
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Karsten Kruschel: Galdäa - der ungeschlagene Krieg

Geschrieben von Petra , in Bücher - SF 17 May 2011 · 1360 Aufrufe
Bücher - SF, Karsten Kruschel und 1 weitere...
Die Abenteuer im VILM-Universum gehen weiter: Mit "Galdäa" legt Karsten Kruschel einen neuen Science-Fiction-Roman vor, der in der selben Welt spielt wie sein vielbeachteter Doppelroman um den Regenplaneten. Es geht um einen "ungeschlagenen Krieg", um eine Recherche, ein geheimnisvolles Volk und eine Rache aus dem Internet bzw. dessen Äquivalent in der VILM-Welt.
Galdäa, ein etwas abseits gelegener und vollkommen uninteressanter Planet, war einst Opfer eines furchtbaren Vernichtungskrieges, den die Menschheit von der Zentralwelt Atibon Legba aus führte. Als der Student Michael Sanderstorm für seine Examensarbeit als Thema ausgerechnet diesen bereits völlig vergessenen Krieg bearbeiten muss, beginnt eine abenteuerliche Recherche, die immer weitere Kreise zieht. Seine Suche im Netz löst eine Kettenreaktion aus, Datenpakete entpacken sich selbstständig, plötzlich werden die Server überschwemmt mit Informationen über Galdäa.

Multiple Persönlichkeiten von Galdäa

Zeitgleich ist die zweite Hauptfigur, die Galdani Ja'ana K'jonasoidt Hakon T'Arastoydt - auch Jana Hakon oder Verucca Salt genannt - auf der Flucht aus einem Labor und versucht, auf ihre Heimatwelt zurückzukehren. Die Flüchtende findet, obwohl sie mit Drogen vollgepumpt wurde, rasch zurück zu sich selbst. Zu einem Selbst, das allerdings jeden Erdenmenschen vermutlich in den Wahnsinn treiben würde. Denn jeder Bewohner der Galdäa ist eine hochkomplexe multiple Persönlichkeiten-Ansammlung und beherbergt mehrere Charaktere in sich. So verfügt Jana über eine rücksichtslose Kämpferpersönlichkeit und über ein mit Daten und Informationen geradezu vollgestopftes Computerhirn, und die neu hinzukommenden Decknamen machen die Sache auch nicht übersichtlicher, da sie sich langsam aber sicher ebenfalls zu vollständigen Persönlichkeiten innerhalb der Galdani entwickeln. Weitere Perspektiven des Romans bieten die Figuren des mit Jana befreundeten Musikers Markus Hataka und der verschollene Raumfahrer Tasso.

Karsten Kruschel schreibt detailreich und lebensecht

"Galdäa" ist ein vielschichtiger und ausgesprochen gut durchdachter Roman. Vorgestellt wird ein Kosmos mit sehr vielen Details und Facetten und voller faszinierender Völker. Da ist die multiple Zivilisation auf Galdäa, einst niedergemacht und dann vollkommen unterschätzt und vergessen, bis die Zeit der neuen Konfrontation kommt. Da sind die schwermütigen Schwerwelt-Menschen, die Karnesen, mit ihrer außergewöhnlichen Herkunftsgeschichte und ihren für Außenstehende schwer verständlichen Gebräuchen. Und da ist die Goldene Bruderschaft, die bereits in den VILM-Bänden im Hintergrund die Fäden zog.
Alles, was Kruschel an Zivilisationen und Völkern auftreten lässt, wirkt weniger erfunden als vielmehr von einem Historiker oder Ethnologen rekonstruiert und ausgesprochen lebensecht. Action, Kämpfe und Raumgefechte wechseln ab mit nachdenklichen Betrachtungen über Musik oder Drogen und mit glaubhaften zwischenmenschlichen Begegnungen. Mit einem intelligenten, sozialen Bordsystem eines Luxusraumschiffs gewinnt das Buch am Ende sogar trotz des Kriegsthemas eine Priese Humor.
Die Sprache ist schlicht und eingängig, dabei aber sehr künstlerisch und lässt sich leicht und flüssig lesen. Der Roman ist spannend und abwechslungsreich geschrieben. Obwohl es ein sehr dickes und sehr komplexes Buch ist, liest es sich sehr schnell, und man mag es gar nicht wieder aus der Hand legen, bis man das Ende erreicht hat.
Einzig die Episoden um den verschollenen Raumfahrer Tasso hätten eventuell fehlen können. Sie sind kurz und sehr wenig mit der restlichen Handlung verflochten und hätten vermutlich rückstandsfrei herausgelöst werden können.

Fazit: Ein spannendes und faszinierendes Abenteuer in einer detailreichen und gut ausgearbeiteten Welt. Ein würdiger Nachfolger der VILM-Bände.



Karsten Kruschel: Galdäa. Der ungeschlagene Krieg. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2011. 446 S., Euro 14,95.


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Inzucht und die denkbare Gesellschaft

Geschrieben von Petra , in Bücher - SF 24 April 2011 · 1488 Aufrufe
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Inzucht - brrr, da hat sich der SFCD ja ein schlimmes Thema einfallen lassen. So heiß war das Eisen offenbar, dass selbst die in Inhaltsfragen sonst nicht wählerischen Leute bei BoD die Anthologie nicht drucken wollten. Zum Glück ließ sich der Verlag p.machinery nicht abschrecken und brachte diese wirklich bemerkenswerte Sammlung dennoch heraus.
19 Autoren befassten sich mit der Frage, wie eine Gesellschaft aussehen könnte, in der Inzest - Geschlechtsverkehr und Zeugung innerhalb der engsten Verwandtschaftsverhältnisse - nicht ein abscheuliches Tabu, sondern die Norm oder sogar überlebensnotwendig ist. Und die Ergebnisse sind durchweg interessant, die Geschichten größtenteils qualitativ hochwertig und faszinierend.

Genkriege und atomare Strahlung

Einige Autoren schildern Zukunftsgesellschaften, in denen durch einen gentechnischen Defekt nur noch sehr nahe verwandte Personen überhaupt Kinder zeugen können. So begleitet Arndt Waßmann ein Geschwisterpaar durch eine Schulprojektwoche, in der die Geschichte des Genkrieges aufgearbeitet wird und die beiden jungen Protagonisten auf ihre "Reife" und Elternschaft vorbereitet werden. Noch drastischer ist Arno Endlers Zukunftsentwurf: In "Nicht von dieser Zone" gibt es ziemlich heftige körperliche Abwehrreaktionen zwischen Menschen verschiedener Reviere, und bereits der Geruch eines Fremdzonigen bewirkt, dass sich der jeweils andere übergeben muss. Denkbar schlechte Ausgangsbedingungen für das Liebespaar.
Ein Atomkrieg oder eine AKW-Katstrophe zwang die Menschen in Elisabeth Meisters "Hochzeitstag" dazu, in einem Bunker zu leben und nur noch untereinander Kinder zu bekommen. Aber draußen gibt es trotz der Strahlung Mutanten, denen menschliche Jagdtrups den Garaus machen, um vor der Hochzeit ihre Männlichkeit zu beweisen.

Inzest-Gesellschaften nach Raum-Unfällen

Der Leser erfährt von Nachkommen gestrandeter Raumfahrer, die notgedrungen alle miteinander verwandt sind. Von der Ausrottung einer gesamten Zivilisation aus solchen Inzestkindern, weil die Gesetze der militärbeherrschten Erde für Inzucht die Todesstrafe vorschreiben (C. J. Knittel: "Die Geächteten von Canopus 3"), aber auch vom Gegenteil: Von einer mehrere Generationen alten Inzestkultur, deren Nachkommen aber auf Exogamie programmiert sind und aufbrechen, sowie sich ein Hinweis auf mögliche auswärtige Geschlechtspartner ergibt (Marc-Denis Leitner: "Aufbruch der Gestrandeten"). Da ist von den Überresten einer versuchten Mond-Kolonisation die Rede, in der Menschen in Wohnkugeln mit knapp 30 Insassen plötzlich von der Erde abgeschnitten sind, oder von einem vergessenen Dorf, in dem nach dem Abzug der Bergbaugesellschaften und Minenarbeitern die Folgen einer Zyanid-Vergiftung sichtbar werden.

Romeo und Julia und die Neanderthaler

Aber auch das Gegenteil - "Exest" - wird thematisiert. So berichtet Frederik Brake in "Stammesriten" von einer Neandertalergruppe, die ein Exestpaar zum Tode verurteilt und damit den eigenen genetischen Verfall immer mehr beschleunigt. Carmen Mayer erzählt in "Exest" von einem Liebespaar, das das Pech hat, aus unterschiedlichen Familien zu stammen, und an den starren Moralvorstellungen einer inzestgläubigen Gesellschaft scheitert. Das mehrfach auftauchende "Romeo und Julia"-Thema wird besonders deutlich in Friedhelm Rudolphs Geschichte "Alles wird gut" verarbeitet: Julanna und ihr Geliebter Jens-Anders lassen sich heimlich trauen und begehen schließlich aufgrund mangelhafter Nachrichtenübertragung Doppelselbstmord in einer High-Tech-Leichenhalle.

"Säufer-Gen" spaltet die Gesellschaft

Da gibt es Gesellschaften, in denen "Gesunde" geächtet sind, da gibt es strenge Trennungen zwischen Menschen mit und Menschen ohne "Säufer-Gen", da gibt es an Insektenvölker erinnernde Außerirdische, die selbst nicht zeugungsfähig sind und alle von jeweils einer einzigen Mutter abstammen, oder einen verrückten Wissenschaftler, der seine DNA durch ein Virus auf alle Menschen überträgt und so eine Art Unsterblichkeit erreicht.

Inzucht - aber am Thema vorbei

Etwas am Thema vorbei gehen die Geschichten von Matthias Falke ("Das Zeit-Bran") und Sven Klöpping ("Die Suchtmaschine"). Hier wird zwar ebenfalls von sexuellen Beziehungen innerhalb naher Verwandter geschrieben, doch es handelt sich nicht um Inzenst-Gesellschaftsentwürfe, sondern jeweils um einen Einzelfall innerhalb "normaler" Exestgesellschaften.

Faszinierend-verruchtes Titelbild

Das Titelbild - zwei Mädchengesichter eines Zwillingspaares nebeneinander - ist einfach genial gewählt. Faszinierend, wie ein simples "nettes" Kinderfoto durch die Unterschrift "Inzest" an Dynamik gewinnt. Glückwunsch, eine sehr gute Idee.

Fazit: 19 durchweg gut bis sehr gut erzählte Geschichten mit zum Teil sehr detail- und einfallsreich konstruierten Zukunfts- und Parallelwelten. Der von BoD wohl befürchtete Aufruf zur Perversität findet jedenfalls nicht statt, und von sittenwidrigen Exzessen ist das Buch ebenfalls weit entfernt. Alles in allem eine lesenswerte, hochwertige und gut gemachte Anthologie. Unbedingt empfehlenswert.

Inzucht und die denkbare Gesellschaft. Story Center 2010. Hrsg. v. Michael Haitel. Murnau am Staffelsee: p.machinery, 2010. 350 S., Euro 14,90.


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Julius von Voß: Ini

Geschrieben von Petra , in Bücher - SF 08 March 2011 · 251 Aufrufe
Bücher - SF, Klassiker
So also stellten sich unsere Altvorderen die Zukunft vor: Julius von Voß (1768-1832) veröffentlichte mit "Ini" einen hochinteressanten "Roman aus dem ein und zwanzigsten Jahrhundert", der vom Verlag Utopica inzwischen in einer Hardcoverausgabe neu aufgelegt wurde.
Die Handlung ist eine Mischung aus einer Liebesgeschichte und einem klassischen Bildungsroman. Guido, der Held des Romans, wird in einem Waisenhaus aufgezogen, wird hervorragend ausgebildet und begegnet als Jugendlicher der schönen Ini. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Doch Ini und der junge Guido werden noch nicht sofort ein Paar. Zunächst entwirft die junge Frau, die wie er als Waise erzogen wird, ein Gemälde, das den zukünftigen Guido als gereiften und vollkommenen Mann zeigt. Erst wenn er dieses Ideal erlangt hat, dann will sie ihm gehören. Guido schreitet im Verlaufe des Buches in seiner Selbstvervollkommnung und Ausbildung voran. An der Seite seines Lehrers absolviert er seine Bildungsreise durch die Welt, er leistet seinen Militärdienst ab und macht dabei einige wertvolle neue Erfindungen, die das Heerwesen verbessern, er bereist Italien, das zukünftige Berlin, Paris und muss sich einige Monate allein am Nordpol durchschlagen, bevor er als Heerführer den Krieg zwischen Europa und Afrika entscheiden kann.

Zukunftsvisionen von Luftschiffen und Fernsprechern

Der fabulierfreudige Autor erzählt von riesigen Luftschiffen und künstlichen Inseln, von gläsernen Tauchvorichtungen, von Theatermaschinerien und einer Art Fernsprecher. Manches ist ziemlich naiv und märchenhaft gehalten, so werden die Luftschiffe von zahmen Adlern gezogen und die Rieseninsel von dressierten Walen. Manches, wie die Erziehungsideale, sind dem hohen Pathos der Goethezeit geschuldet, haben aber auch durchaus Gemeinsamkeiten mit den frühneuzeitlichen Utopien wie Morus' "Utopia" oder Bacons "Neu-Atlantis". Vieles von der Schwärmerei Guidos klingt für heutige Leser schwülstig und kitschig und ist nur vor dem Hintergrund der damaligen Zeit zu verstehen. Dass Guido sich am Ende als der Sohn des Kaisers entpuppt und in einem Heim erzogen wurde, damit ihm der Stolz und der Glanz der Krone nicht den Charakter verderben, kommt nicht wirklich überraschend, ebenso wie Inis hohe Abkunft.

Erziehungsideale, die auch für die Herrscher gelten

Doch sollte der Leser sich vor Augen halten, dass zwischen uns und diesem Roman zweihundert Jahre liegen und dass Dinge, die wir heute als abgedroschen empfinden, es damals noch nicht waren. Man muss sich vor Augen führen, welchen politischen Sprengstoff allein der Zug birgt, dass ein Königs- oder Kaiserssohn nicht mehr automatisch auf dem Thron landet, sondern unerkannt mit bürgerlichen Waisen erzogen wird, um ein anständiger Mensch zu werden. Und selbst nach Ende der Ausbildung ist noch lange nicht heraus, dass er die Krone auch erhält. Guido wird Zeuge, wie ein junger Königssohn vor den Rat tritt, über den Gang seiner Ausbildung Rechenschaft ablegt und am Ende von den Ratsherren doch abgelehnt wird, weil er zu wenig Reformvorschläge gemacht hat und zu sehr im Schatten seines verehrten Vaters steht. Der Vorschlag, einen Herrscher allein nach Qualifikation zu benennen - ein undenkbarer Vorschlag im Jahr 1810 und selbst im Gewand eines "Märchens aus der Zukunft" alles andere als ungefährlich. Nur neun Jahre später, nach Erlass der Karlsbader Beschlüsse und der rigrosen Zensurgesetzgebung, hätte der Autor große Probleme, seinen Roman überhaupt zu veröffentlichen.

Ein Bildungsroman aus der Zukunft

Vermutlich kann dieses Buch nur jemand seinem vollen Wert nach schätzen, der mit der Bildungsroman-Tradition dieser Zeit vertraut ist und sich von Helden wie Wilhelm Meister oder Anton Reiser nicht abschrecken lässt. Es ist ein Buch, das an den Leser schon einige Ansprüche stellt und das durch seinen Satzbau und Tonfall nicht ganz einfach zu lesen ist. Für denjenigen, der sich darauf einlässt, wird es aber dennoch ein interessanter Ausflug in die Urzeit der Science-Fiction.
Sehr lesenswert ist das Nachwort von Ulrich Blode. Hier erfährt der Leser viel zu Julius von Voß und zum Hintergrund des Romans. Und für einen Menschen, für den bestimmte Erfindungen und technische Hilfsmittel längst zur Selbstverständlichkeit geworden sind, ist es sehr erhellend, noch einmal aufgelistet zu bekommen, welche Fülle von Dingen Voß tatsächlich vorausgesehen hat.
Insgesamt ist es ein hochinteressantes und wichtiges Buch, und es ist gar nicht hoch genug zu schätzen, dass der Utopica-Verlag das kleine Stück Literatur wieder zugänglich gemacht hat.

Fazit: Keine leichte Kost. Ein Roman, der dem Leser einiges an Arbeit macht. Aber es lohnt sich durchaus, sich auf diese "Ini" einzulassen.


Julius von Voß: Ini. Ein Roman aus dem ein und zwanzigsten Jahrhundert. Eine Utopie der Goethe-Zeit. Neu herausgegeben und kommentiert von Ulrich Blode. Oberhaid: Utopica, 2008. 212 S., Euro 29,98.


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Mark Brandis: Sirius-Patrouille

Geschrieben von Petra , in Bücher - SF 29 January 2011 · 601 Aufrufe
Wurdackverlag, Mark Brandis und 1 weitere...
Diese "Sirius-Patrouille" hat es in sich: Kompetenzgerangel an Bord, ein schwer verletzter Commander und ein vom Jagdfieber gepackter Militär am Ruder. Der 18. Band der Serie "Mark Brandis" zeigt einmal mehr die Differenzen zwischen der zivilen VEGA (Venus-Erde-Gesellschaft für Astronautik) und der Raumflotte.
Der Name des Raumkreuzers, "Invictus", sagt eigentlich schon alles, was sich die Raumflotte erträumt. Das neu entwickelte Schiff vereinigt an Bord eine Mannschaft, in der zusammengestellt wurde, was eigentlich nicht zusammen gehört: Mark Brandis und sein Navigator Iwan Stroganow als Vertreter der VEGA begleiten ein neu entwickeltes Schiff auf seinem letzten Testflug, doch gleichzeitig ist dieser letzte Testflug auch der erste Patrouillenflug unter Kommando der Raumflotte und untersteht damit dem Flottenmajor Degenhardt. Eine Konstellation, die einiges an Sprengstoff birgt. Zwar hätte letzten Endes Brandis im Falle einer Konfrontation die Befehlsgewalt, im Bordalltag leitet aber Degenhardt die Geschäfte und bestimmt Kurs und Manöver, während der zurückhaltendere Brandis den Chefsessel weitgehend unbesetzt lässt.

Mark Brandis schwer verletzt und bewusstlos

Die Doppelspitze auf der Kommandobrücke zerbricht, als Brandis beim Versuch, einen Raumunfall aufzuklären, schwer verletzt wird und bewusstlos im Krankenbett dahindämmert. Degenhardt nutzt die Gelegenheit und macht Jagd auf ein geheimnisvolles chinesisches Schiff, offenbar ein Prototyp mit neuartigem Antrieb. Trotz des Friedens mit den Chinesen ist Degenhardt besessen von dem Gedanken, den "Manta" aufzubringen. Eine Hetzjagd ähnlich Kapitän Ahabs Jagd auf den weißen Wal beginnt.

Nikolai von Michalewsky verabschiedet sich vom Ich-Erzähler

Der Roman bricht mit der Erzähltradition der Mark-Brandis-Bände und verzichtet auf den gewohnten Ich-Erzähler, der aus der Perspektive des Titelhelden berichtet. Stattdessen ist der Bericht, wie der von Brandis geschriebene Vorspann erklärt, von Martin Seebeck verfasst. Seebeck, Journalist und Pulitzerpreisträger, befindet sich an Bord, um einen Artikel über die Patrouille zu schreiben. Er benutzt hierfür die personale Perspektive und schreibt durchgehend in der dritten Person.
Der Wechsel ist, wie der Leser schnell bemerkt, durchaus notwendig, da Brandis über weite Strecken der Geschichte bewusstlos oder nur halb bei Bewusstsein ist. Für kurze Sequenzen ohne seinen Titelhelden hatte der Verfasser Nikolai von Michalewsky bisher meist einmontierte Berichte anderer Personen oder Dokumente, die Brandis später in die Hände fielen, genutzt. Doch in diesem Ausmaß wäre die Ich-Perspektive kaum durchzuhalten gewesen.

"Sirius-Patrouille" kommt über weite Strecken ohne Mark Brandis aus

Es ist ein Zeichen für die große Erzählkunst des Nikolai von Michalewskys, dass der Roman über weite Strecken auch ohne die Identifikationsfigur des Commanders auskommt. Das Aufeinanderprallen von VEGA- und Raumflotten-Ethik, das monomanische, sich zur Besessenheit steigernde Jagdfieber des Majors, sein rücksichtsloser Umgang mit Mensch und Maschine, all dies ist so psychologisch dicht und eindringlich geschildert, dass es keines Mark Brandis auf der Brücke bedarf. Im Gegenteil, gerade die Leerstelle, die er hinterlässt, ist das Element, das den Spannungsbogen an Bord bis zum Zerreißen spannt. Eine Situation, in der durchaus auch der Gedanke an Meuterei aufkommen kann.
Die Auflösung mag vielleicht ein bisschen vorhersehbar sein, das Ende Degenhardts, nun gut, etwas glaubwürdiger als Scotts Sonnensturz in "Vorstoß zum Uranus" ist es schon. Aber wer ein Buch nur wegen der letzten Seite liest, verpasst so ziemlich alles, was diesen Roman ausmacht.

Fazit: Faszinierende Charakterstudien und eine brillante Analyse der Folgen von hierarchischen Fehlbesetzungen. Ein spannendes und kluges Buch.


Mark Brandis: Sirius-Patrouille. Nittendorf: Wurdack Verlag, 2010. 176 S., Euro 12.


Weitere Besprechungen zu Mark-Brandis-Romanen:
Band 5: Vorstoß zum Uranus
Band 6: Die Vollstrecker
Band 11: Operation Sonnenfracht
Band 12: Alarm für die Erde
Band 13: Countdown für die Erde
Band 14: Kurier zum Mars
Band 15: Die lautlose Bombe
Band 16: Pilgrim 2000
Band 19: Astropolis
Band 20: Triton Passage
Band 21 und 22: Blindflug zur Schlange und Raumposition Oberon
Band 23: Vargo-Faktor
Band 24: Astronautensonne


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Charlotte Engmann: Elf Sonnenflecke

Geschrieben von Petra , in Bücher - SF 27 December 2010 · 706 Aufrufe
Bücher - SF, Charlotte Engmann
Mit "Elf Sonnenflecke" setzt Charlotte Engmann ihren phantastischen Countdown fort. Auf die Sammlungen "Dreizehn Blutstropfen" und "Zwölf Zauberzeichen" folgt nun eine Anthologie, die unter anderem die seltenen Science-Fiction-Geschichten der Autorin enthält.
Charlotte Engmann entführt den Leser auf einen Planeten voller Ratten-, Wolfs- und Hai-Hybriden, sie lässt eine Raumschiffpilotin auf einen paradiesischen Planeten gelangen und erzählt von der Funkerin Shoenari und ihrem disziplinversessenen Captain auf der Suche nach einem verunglückten Handelsschiff. Eine historische oder Streampunk-Geschichte über einen Aufstieg im Fesselballon und eine Dampfwäscherei, die schaurige Story um die Herkunft einer besonderen Trüffelart oder das berührende Schicksal eines telepathisch veranlagten Jungen auf der Flucht gehören ebenso zu der Sammlung wie die grausamen Experimente der gefürchteten Blutelfen. Ein Höhepunkt der Anthologie ist "Nachbarn in den Schatten", eine eher der dunklen Phantastik zuzurechnende Erzählung mit Bezügen zu Klassikern wie "Das Bildnis des Dorian Gray", "Dr. Jekyll und Mr. Hyde" und "Die Zeitmaschine".
Altfans werden erneut Geschichten aus Anthologien und aus Engmanns Fanzine-Zeit wiedertreffen. Für Neuleser gibt es eine Menge zu entdecken. Auf jeden Fall ist es eine lesenswerte Sammlung voller spannender, nachdenklicher und humorvoller, manchmal auch bitterböser Storys.
Wie bereits die Vorgängerbände punktet auch diese Anthologie mit der überraschenden Covergestaltung. Das goldgelbe Buch ist mit einem Fotomotiv der Künstlerin Stefanie Pappon geschmückt, das Bäume, vielleicht Palmen, zeigt, die sich wie Tentakeln außerirdischer Lebewesen unter glühender Wüstensonne biegen. Ein Hingucker ganz eigener Art.

Fazit: Spannende Geschichten aus den Bereichen SF, Phantastik, Horror und Böses. Empfehlenswert.

Charlotte Engmann: Elf Sonnenflecke. Phantastische Geschichten. Köln: Edition Blauer Drache, 2010. 120 S.

Hinweis: Diese Anthologie ist im Buchhandel nicht erhältlich und kann ausschließlich über Charlotte Engmanns Homepage bestellt werden.


Weitere Bücher von Charlotte Engmann

Die Gralsdienerin
Dreizehn Blutstropfen
Zwölf Zauberzeichen
Dämonen über Luxemburg
Die Rechnung wird mit Blut bezahlt
Spiel mir das Lied vom Untod


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Nestis und die verbotene Welle, Juni 2017

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Meerprinzessin Nestis und ihre Freunde sind sauer: Lehrer Seestern meint, dass laute Haifischmusik nichts für Kinder ist. Und der Kronrat stimmt ihm zu. Deshalb bekommt die Band »Ølpæst« Auftrittsverbot in der gesamten Nordsee. Doch plötzlich ist deren Musik überall zu hören: Ein Piratensender strahlt die Hits der Knorpelfischgang lautstark aus.

Als eine hochexplosive Kugelmine über dem blauen Glaspalast im Meer dümpelt und ein führungsloser Öltanker in die Nordsee einfährt, droht eine wirkliche Ölpest. Gelingt es den Meerkindern, ein Unglück zu verhindern?

 

Petra Hartmann: Nestis und die verbotene Welle. Mit Illustrationen von Olena Otto-Fradina. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs. Voraussichtlich ab Juni 2017 erhältlich.

Buch-Infos: ca. 152 Seiten, 14,2 x 20,6 cm, Hardcover, zahlreiche s/w-Illustrationen, mit Fadenheftung, Euro 12,90, ISBN 978-3-977066-00-1

 

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Demantin, 2016

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Demantin, der junge König von Antrium, liebt die griechische Königstochter Sirgamot. Doch ihr Vater ist strikt gegen die Hochzeit. Immerhin ist Sirgamot erst zwölf Jahre alt. So zieht Demantin in die Welt, um Ruhm zu erwerben, den Namen seiner Geliebten durch seine Taten zu verherrlichen und sich dem griechischen König als Schwiegersohn zu empfehlen. Er besteht heldenhafte Kämpfe, erwirbt sich die Freundschaft der Königin und des Königs von England und besiegt ein schauriges Meerweib. Letzteres allerdings erweist sich als verhängnisvoll. Denn die sterbende Unholdin verflucht Demantin und prophezeit, dass seine Geliebte mit dem üblen König Contriok verlobt werden soll. Kann Demantin noch rechtzeitig zurückkehren, um die Hochzeit zu verhindern?

 

Berthold von Holle / Petra Hartmann: Demantin. Ein Ritter-Epos
128 Seiten | 12 x 17 cm | Softcover | Klebebindung |
Verlag Monika Fuchs | Hildesheim 2016
ISBN 9-78-3-940078-34-6
8,95 EUR

 

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Leseprobe

 

Crane, 2016

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Gayol, der Sohn des ungarischen Königs, hat in jugendlichem Übermut den alten Hofmarschall seines Vaters zum Wettkampf herausgefordert und eine peinliche Niederlage erlitten. Aus Scham flüchtet er und gerät ins Reich des deutschen Kaisers, wo er unerkannt unter dem Namen Crane (Kranich) eine Stellung als Kämmerer annimmt und bald sehr beliebt ist. Doch als der Fremde und die Kaiserstochter einander näher kommen und Hofbeamten Unzucht und eine unstandesgemäße Liebschaft wittern, beginnt eine schwere Zeit für Königssohn und Kaiserstochter. Kann Gayol sich auf die Treue Acheloydes verlassen? Und kann die lebensbedrohliche Krankheit der Prinzessin noch geheilt werden?

 

Berthold von Holle / Petra Hartmann: Crane. Ein Ritter-Epos
84 Seiten | 12 x 17 cm | Softcover | Klebebindung |
Verlag Monika Fuchs | Hildesheim 2016
ISBN 978-3-940078-48-3
6,95 EUR

 

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Leseprobe

Hut ab, Hödeken! 2015

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Ein rasender Bischof auf dem Rennstieg.
Wegweiser, die sich wie von Geisterhand drehen.
Jäger in Todesangst.
Bierkutscher mit unheimlicher Fracht.
Ein stammelnder Mönch,
der plötzlich zum brillanten Redner wird.
Sollte da Hödeken seine Hand im Spiel haben?
Sagen um einen eigenwilligen Geist
aus dem Hildesheimer Land,
frisch und frech nacherzählt
von Petra Hartmann.

 

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken!

Hildesheim: Verlag Monika Fuchs.

101 S., Euro 7,95.

ISBN 978-3-940078-37-7

 

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Leseprobe

Freiheitsschwingen, 2015

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Deutschland in den 1830er-Jahren: Für Handarbeit, arrangierte Ehe und Kinderkriegen hat die junge Bürgermeistertochter wenig übrig. Stattdessen interessiert sie sich für Politik und Literatur und greift sehr zum Leidwesen ihres Vaters selbst zur Feder, um flammende Texte für die Gleichberechtigung der Frau und die Abschaffung der Monarchie zu verfassen. Angestachelt von der revolutionären Stimmung des Hambacher Festes versucht sie, aus ihrem kleinbürgerlichen Dasein auszubrechen und sich als Journalistin zu behaupten. Gemeinsam mit ihrer großen Liebe verschreibt sie sich dem Kampf für ein freies, geeintes Deutschland und schlägt den Zensurbehörden ein Schnippchen. Die Geheimpolizei ist ihnen jedoch dicht auf den Fersen, und die junge Journalistin begeht den verhängnisvollen Fehler, ihre Gegner zu unterschätzen

 

Petra Hartmann: Freiheitsschwingen

Personalisierter Roman

München: Verlag Personalnovel, 2015

ca. 198 Seiten. Ab Euro 24,95.

(Einband, Schriftart und -größe, Covergestaltung etc. nach Wahl.)

 

Bestellen unter:

www.tinyurl.com/Freiheitsschwingen

 

Timur, 2015

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Wer ist der bleiche Jüngling im Verlies unter der Klippenfestung? Prinzessin Thia will ihn retten. Doch wer Timurs Ketten bricht, ruft Tod und Verderben aus der Tiefe hervor. Als der Blutmond sich über den Horizont erhebt, fällt die Entscheidung ...

 

Beigaben:

Nachwort zur Entstehung

Original-Erzählung von Karoline von Günderrode

Autorinnenbiografien

Bibliografie

 

Petra Hartmann: Timur

Coverillustration: Miguel Worms

Bickenbach: Saphir im Stahl, 2015.

ISBN: 978-3-943948-54-7

Taschenbuch, 136 S.

Euro 9,95

 

 

Ulf, 2015

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Ein Roman-Experiment mit ungewissem Ausgang: Ulf (Magisterstudent unbekannter Fachrichtung), stammt aus einem Dorf, das mehrmals jährlich überschwemmt wird. Zusammen mit Pastor Dörmann (Geistlicher unbekannter Konfession) und Petra (Biografin ohne Auftrag) überlegt er, was man dagegen tun kann. Als ein vegetarisches Klavier die Tulpen des Gemeindedirektors frisst und das Jugendamt ein dunkeläugiges Flusskind abholen will, spitzt sich die Situation zu. Nein, Blutrache an Gartenzwergen und wütende Mistgabelattacken sind vermutlich nicht die richtigen Mittel im Kampf für einen Deich ...
Mal tiefgründig, mal sinnlos, etwas absurd, manchmal komisch, teilweise autobiografisch und oft völlig an den Haaren herbeigezogen. Ein Bildungs- und Schelmenroman aus einer Zeit, als der Euro noch DM und die Bahn noch Bundesbahn hieß und hannöversche Magister-Studenten mit dem Wort "Bologna" nur eine Spaghettisauce verbanden.

 

Petra Hartmann:

Ulf. Ein Roman-Experiment in zwölf Kapiteln.

eBook

Neobooks 2015

Euro 2,99

Erhältlich unter anderem bei Amazon

Vom Feuervogel, 2015

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Ein Tempel in der Wüste. Heilige Männer, die sich dem Dienst des Feuervogels geweiht haben. Ein Hirtenjunge, der seinem Traum folgt. Aber wird der alte und kranke Phönix wirklich zu neuem Leben wiederauferstehen, wenn der Holzstoß niedergebrannt ist? Eine Novelle von Idealen und einer Enttäuschung, die so tief ist, dass kein Sonnenstrahl je wieder Hoffnung bringen kann.

 

Petra Hartmann:

Vom Feuervogel. Novelle.

Erfurt: TES, 2015.

BunTES Abenteuer, Heft 30.

40 Seiten, Euro 2,50 (plus Porto).

Bestellen unter:

www.tes-erfurt.jimdo.com

 

eBook:

Neobooks, 2015.

Euro 1,99.

Unter anderem bei Amazon

Nestis und die Hafenpiraten, 2014

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Endlich Sommerferien! Nestis und ihre Freunde freuen sich auf sechs Wochen Freiheit und Abenteuer. Doch ausgerechnet jetzt verhängt der Kronrat ein striktes Ausgehverbot für alle Meerkinder. Denn in der Nordsee treibt plötzlich ein furchtbares “Phantom” sein Unwesen. Möwen, Lummen und Tordalke werden von einem unheimlichen Schatten unter Wasser gezerrt und verschwinden spurlos.

Nestis beschließt, den Entführer auf eigene Faust zu jagen. Als ein Dackel am Strand von Achterndiek verschwindet, scheint der Fall klar: Die gefürchteten “Hafenpiraten” müssen dahinter stecken. Zusammen mit ihrem Menschenfreund Tom wollen die Meerkinder der Bande das Handwerk legen …

Petra Hartmann: Nestis und die Hafenpiraten
Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014
ISBN 978-3-940078-84-1
14,90 EUR

 

 

Leseprobe unter

 

www.tinyurl.com/nestis2

Blitzeis und Gänsebraten, 2014

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Weihnachten im Potte …

… ist so vielfältig wie die Menschen, die dort leben. Und deshalb findet sich auf diesem Bunten Teller mit 24 Hildesheimer Weihnachtsgeschichten für jeden etwas: romantische Erzählungen und freche Gedichte, Erinnerungen an die Nachkriegszeit, Geschichten von neugierigen Engeln, eifrigen Wichteln und geplagten Weihnachtsmännern. Der Huckup und die »Hildesheimer Weisen« fehlen auch nicht. Was es aber mit dem Weihnachtswunder an der B6 auf sich hat, erfahren Sie auf Seite 117. – Greifen Sie zu!

 

 

Petra Hartmann & Monika Fuchs (Hrsg.): Blitzeis und Gänsebraten. Hildesheimer Weihnachtsgeschichten.

Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014.

144 Seiten | 12 x 17 cm | Paperback |

ISBN 978-3-9400787-57-5
8,90 EUR

 

Leseprobe

Beim Vorderhuf meines Pferdes, 2014

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Das Messer zuckte vor. Fauchend wich die riesige Katze zurück. Doch nur, um sofort wieder anzugreifen. Das Mädchen, das auf dem Leichnam seiner Stute kauerte, schien verloren.
Acht Jahre ist Steppenprinzessin Ziris alt, als sie bei einem Sandkatzenangriff ihr Lieblingspferd verliert. Ist es wirklich wahr, was ihr Vater sagt? "Alle Pferde kommen in den Himmel ..."
Drei Erzählungen aus der Welt der Nearith über edle Steppenrenner, struppige Waldponys und die alte graue Stute aus Kindertagen.

Petra Hartmann: Beim Vorderhuf meines Pferdes. Neue Geschichten aus Movenna. eBook, ca. 30 Seiten. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014. Euro 0,99.

Erhältlich unter anderem bei Amazon.

Darthula, 2014

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Darthula ist die Tochter eines irischen Kleinkönigs, der über das nebelreiche Land Selama herrscht. Als schönste Prinzessin Irlands lebt sie allerdings nicht ungefährlich. Als sie den mächtigen König Cairbar abweist und ihm nicht als seine Braut folgen will, nimmt das Unheil seinen Lauf. Cairbar überzieht das kleine Selama mit Krieg und Vernichtung und rottet Darthulas Familie aus. Mit ihrem Geliebten Nathos wagt die junge Frau die Flucht über die stürmische See. Aber Wind und Wellen sind unzuverlässige Verbündete ...

Beigaben zur Neuausgabe:
Vorwort der Autorin mit Infos zur Entstehungsgeschichte
Übersetzung des "ossianischen Originals"
Autorinnenbiographie und Veröffentlichungsliste

Buch-Informationen:
Petra Hartmann: Darthula, Tochter der Nebel.
Bickenbach: Verlag Saphir im Stahl, 2014.
Taschenbuch. 126 S., Euro 9,95.
ISBN 978-3-943948-25-7

Bestellen bei Saphir im Stahl

Pressearbeit für Autoren, 2014

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Petra Hartmann, Autorin und langjährige Lokalredakteurin, gibt Tipps für die Pressearbeit vor Ort. Sie erklärt die Wichtigkeit der „Ortsmarke“ für eine Zeitung, gibt Tipps zum Schreiben von Artikeln, zum guten Pressefoto und zum Umgang mit Journalisten. Anschaulich, verständlich, praxisorientiert und für Autoren jedes Genres anwendbar.

Petra Hartmann: Pressearbeit für Autoren. So kommt euer Buch in die Lokalzeitung.
eBook. Neobooks, 2014. Ca. 30 Seiten.
Euro 1,99
Diverse Formate, für alle gängigen eBook-Reader.
Erhältlich z.B. bei Amazon, eBook.de, Thalia, Hugendubel, Weltbild u.a.

Nestis und der Weihnachtssand, 2013

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Als kleine Weihnachtsüberraschung gibt es für Fans des "großen" Nestis-Buchs "Nestis und die verschwundene Seepocke" jetzt ein kleines bisschen Weihnachtssand: Der Verlag Monika Fuchs hat aus der "Ur-Nestis", einem Helgoland-Märchen aus dem Jahr 2007, jetzt ein eBook gemacht. Mit einem wunderschönen Cover von Olena Otto-Fradina und mit ein paar exklusiven Einblicken in Nestis' Nordseewelt.

Klappentext:
"November 2007: Orkantief Tilo tobt über die Nordsee und reißt große Teile der Helgoländer Düne ins Meer. Wer soll nun die Robbenküste reparieren? Meerjungfrau Nestis wünscht sich einfach mal vom Weihnachtsmann 500.000 Kubikmeter Sand ..."

Bonus-Material:
Die Autorin im Interview mit Wella Wellhorn von der Meereszeitung "Die Gezeiten"
XXL-Leseprobe aus "Nestis und de verschwundene Seepocke"

Petra Hartmann: Nestis und der Weihnachtssand. Ein Helgoland-Märchen. Mit Illustrationen von Olena Otto-Fradina. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013. 99 Cent.

Erhältlich für den Amazon-Kindle

Nestis und die verschwundene Seepocke, 2013

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Eine ausführliche Leseprobe findet ihr hier:
www.tinyurl.com/nestis


Wütend stampft Meerjungfrau Nestis mit der Schwanzflosse auf. Ihre Schwester Undine ist von den Menschen gefangen worden – und weder Meerkönig noch Kronrat wagen, die Kleine zu retten. Aber Nestis fürchtet sich nicht einmal vor den furchtbarsten Monstern des Meeres. Zusammen mit ihren Freunden bricht sie auf zur Rettungsaktion, und es zeigt sich, dass tollpatschige Riesenkraken und bruchrechnende Zitteraale großartige Verbündete sind.
Petra Hartmann entführt ihre Leser in eine etwas andere Unterwasserwelt mit viel Humor und Liebe zum Detail. Trotz des phantastischen Meermädchen-Themas findet der Leser auch sehr viel naturnahe Beobachtungen aus Nord- und Ostsee, lernt die Meerbewohner und ihre Probleme kennen. Dabei werden unter anderem auch die Meeresverschmutzung, Fischerei und die wenig artgerechte Haltung von Haien in Aquarien behandelt.
Zauberhaft dazu die Zeichnungen von Olena Otto-Fradina.

Text: Petra Hartmann
Bilder: Olena Otto-Fradina
| Hardcover | 14,8 x 21 cm
Verlag Monika Fuchs | Hildesheim 2013
151 S., Euro 14,90
ISBN 978-3-940078-64-3


eBook:
Amazon-Kindle, 2154 KB
Euro 6,99
http://amzn.to/JJqB0b

Autorenträume, 2013

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Autorinnen und Autoren schicken ihre Leser in vergangene Zeiten, ferne Länder, phantastische Welten, spannende Abenteuer und bringen sie zum Träumen.
Wovon aber träumen Autoren? Vom Nobelpreis? Vom Bestseller? Vom Reich-und-berühmt-werden? Oder einfach nur davon, eines Tages vom Schreiben leben zu können? Vom Lächeln auf dem Gesicht eines Kindes, wenn das neue Märchen vorgelesen wird? Oder sind es schreckliche Albträume, die der angebliche Traumberuf mit sich bringt? Werden Schriftsteller nachts im Schlaf gar von Verlegern, Lektoren, Rezensenten oder Finanzbeamten bedroht?
Monika Fuchs und Petra Hartmann starteten eine »literarische Umfrage«, wählten aus den über 300 Antworten 57 phantasievolle Beiträge aus und stellten sie zu diesem Lesebuch zusammen. Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen des Autorenalltags und träumen Sie mit!
Von jedem verkauften Buch wird 1 Euro an das Hilfswerk Brot & Bücher e.V. der Autorin Tanja Kinkel gespendet, die auch das Geleitwort zum Buch schrieb.

Petra Hartmann und Monika Fuchs (Hrsg.):
Autorenträume. Ein Lesebuch.
ISBN 978-3-940078-53-7
333 S., Euro 16,90

Bestellen beim Verlag Monika Fuchs

Mit Klinge und Feder, 2013

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Phantasie statt Völkerschlachten - das war das Motto, unter dem die Phantastik Girls zur Schreibfeder griffen. Mit Humor, Gewitztheit und ungewöhnlichen Einfällen erzählen sieben Autorinnen ihre Geschichten jenseits des Mainstreams der Fantasy. Kriegerinnen und gut bewaffnete Zwerge gehören dabei genau so zum Personal wie sprechende Straßenlaternen, Betonfresser oder skurrile alte Damen, die im Bus Anspruch auf einen Behindertensitzplatz erheben. Dass es dennoch nicht ohne Blutvergießen abgeht, ist garantiert: Immerhin stecken in jeder der Storys sechs Liter Herzblut. Mindestens.

Mit Klinge und Feder. Hrsg. v. Petra Hartmann und Andrea Tillmanns.
Mit Geschichten von Linda Budinger, Charlotte Engmann, Petra Hartmann, Stefanie Pappon, Christel Scheja, Andrea Tillmanns und Petra Vennekohl.
Homburg/Saar: UlrichBurger Verlag, 2013. 978-3943378078
247 S., Euro 9.
Bestellen bei Amazon

eBook:
396 KB, Euro 5,49.
Format: Kindle
Bestellen bei Amazon

Das Serum des Doctor Nikola, 2013

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Berlin, 1927. Arbeitslos, pleite und mit der Miete im Rückstand: Bankierssohn Felix Pechstein ist nach dem "Schwarzen Freitag" der Berliner Börse ganz unten angekommen. Da erscheint das Angebot, in die Dienste eines fremden Geschäftsmannes zu treten, eigentlich als Geschenk des Himmels. Doch dieser Doctor Nikola ist ihm mehr als unheimlich. Vor allem, als Felix den Auftrag erhält, Nikola zu bestehlen ...

Petra Hartmann: Das Serum des Doctor Nikola
Historischer Abenteuerroman.
ISBN 978-3-938065-92-1
190 S., 12,95 Euro.
Bestellen beim Wurdack-Verlag

Leseprobe

Hörbuch: Der Fels der schwarzen Götter, 2012

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Bei einer Mutprobe begeht der junge Ask einen folgenschweren Fehler: Er schlägt einem der schwarzen Götter die Nase ab. Der unscheinbare Dreiecksstein wird Auslöser eines der blutigsten Kriege, die das Land jemals erlebt hat.
Bald wissen die Völker des Berglandes nicht mehr, wen sie mehr fürchten sollen: die schwarzen Götter, die weißen Dämonen oder die sonnenverbrannten Reiter aus den fernen Steppen ...

Der Fels der schwarzen Götter.
Hörbuch. 8 Stunden, 57 Minuten.
Sprecherin: Resi Heitwerth.
Musik: Florian Schober.
Action-Verlag, 2012.
CD/DVD: 16,95 Euro
mp3-Download: 11,95 Euro

Hörbuchfassung des 2010 im Wurdackverlag erschienenen Buchs "Der Fels der schwarzen Götter".

Drachen! Drachen! 2012

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Frank G. Gerigk & Petra Hartmann (Hrsg.)
DRACHEN! DRACHEN!
Band 01, Drachen-Anthologie
ISBN: 978-3-89840-339-9
Seiten: 384 Taschenbuch
Grafiker: Mark Freier
Innengrafiker: Mark Freier
Preis: 14,95 €
Bestellen beim Blitz-Verlag

Fatal wäre es, Drachen zu unterschätzen! Wer glaubt, genug über sie zu wissen, hat schon verloren.
Diese 23 meisterlichen Geschichten aus verschiedenen literarischen Genres belegen, dass das Thema aktuell, überraschend und packend ist – und gelegentlich fies!

Die Autoren:
Rainer Schorm, Achim Mehnert, Andrea Tillmanns, Malte S. Sembten, Frank G. Gerigk, Christel Scheja, Fiona Caspari, Hendrik Loy, Christiane Gref, Linda Budinger, Miriam Pharo, Carsten Steenbergen, Rebecca Hohlbein, Frank W. Haubold, Melanie Brosowski, Astrid Ann Jabusch, Thomas R. P. Mielke, Karsten Kruschel, Marc A. Herren, Petra Hartmann, Monika Niehaus, Uwe Post.
Originalveröffentlichung!

Die Schlagzeile, 2011/2012

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Petra Hartmann: Die Schlagzeile.
Personalisierbarer Roman.
PersonalNovel Verlag, 2011.
eBook: PersonalNovel, 2012.
Personalisieren und bestellen

Verschlafen und idyllisch liegen sie da, die Orte Barkhenburg, Kleinweltwinkel und Reubenhausen. Doch dann stört der Diebstahl einer Heiligenfigur die Ruhe: Ein jahrhundertealter Hass bricht wieder aus und ein hitziger Streit entflammt, der aus Freunden Feinde und aus friedlichen Nachbarn sich prügelnde Gegner macht. Mittendrin: Eine Journalistin, die bereit ist, für eine Schlagzeile im Sommerloch alles zu geben. Mit viel Einsatz und einer Prise Humor versucht sie, das Geheimnis um die verschwundene Hubertus-Statue aufzuklären, und muss sich dabei mit erregten Politikern, aufgebrachten Dorfbewohnern und einem nervösen Chefredakteur herumschlagen. Aber die Journalistin lässt sich nicht unterkriegen – bis ihr ein Anruf fünf Minuten vor Redaktionsschluss die Schlagzeile zunichtemacht...

Falkenblut, 2012

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Petra Hartmann: Falkenblut.
Vier Romane in einem Band.
E-Book
Satzweiss.com - chichili agency, 2012.
3,99 Euro

 

Nicht mehr lieferbar!

Neuausgabe in Vorbereitung.


Die Abenteuer der jungen Walküre Valkrys beginnen an ihrem ersten Arbeitstag und ausgerechnet dort, wo die germanischen Götter- und Heldensagen enden: Ragnarök, die Endzeitschlacht, ist geschlagen, Götter und Riesen haben sich gegenseitig aufgerieben, die wenigen Überlebenden irren ziellos durch die Trümmer des zerbrochenen Midgard. An der Seite des neuen Götterkönigs Widar muss sich Valkrys nun behaupten. Dabei trifft sie auf Jöten, Thursen, Reifriesen, Seelenräuberinnen, Werwölfe, Berserker, Hexen, riesenhafte Meerungeheuer und das furchtbare Totenschiff Naglfari. Leseempfehlung ab 12 Jahren.

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Nächste Lesungen / Termine

Messen, Cons, Büchertische

 

 

Sonnabend und Sonntag, 2. und 3. September: Die HomBuch: Saarländische Buchmesse in Homburg/Saar. Ich bin mit einem Büchertisch vertreten. (Eventuell auch mit einer Lesung). Kulturzentrum Saalbau, Zweibrücker Straße 22, 66424 Homburg. Öffnungszeiten: Sonnabend: 13 – 19 Uhr, Sonntag, 11 – 18 Uhr.

 

Donnerstag, 26., bis Samstag, 28. Oktober 2017: 1. Helgoländer „Lesefestival“. Ich bin voraussichtlich mit einem Büchertisch und einer Lesung aus meinem Helgoland-Märchen "Nestis und der Weihnachtssand" dabei. Infos folgen.

Links

Meine Heimseite: www.petrahartmann.de

Mein Gezwitscher: www.twitter.com/PetraHartmann

 

Facebook-Autorenseite: https://www.facebook...nPetraHartmann/

 

Seite der Nestis-Serie:

www.nestis.net

Neueste Kommentare

Biografie

Petra Hartmann, Jahrgang 1970, wurde in Hildesheim geboren und wohnt in Sillium. Sie studierte Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft in Hannover. Auf den Magisterabschluss folgten die Promotion mit einer Doktorarbeit über den jungdeutschen Schriftsteller Theodor Mundt und ein zweijähriges Volontariat bei einer Tageszeitung. Anschließend war sie fünf Jahre Redakteurin.
Als Schriftstellerin hat sie sich dem fantastischen Genre verschrieben und verfasst hauptsächlich Fantasy und Märchen. Bekannt wurde sie mit ihren Fantasy-Romanen aus der Welt Movenna. Sie errang mit ihren Geschichten dreimal den dritten Platz bei der Storyolympiade und wurde 2008 mit dem Deutschen Phantastik-Preis ausgezeichnet.

Termine der Hildesheimlichen Autoren

Mai

 

Sonnabend, 20. Mai: High Noon mit den Hildesheimlichen Autoren auf Radio Tonkuhle. Diesmal zu Gast: Bernward Schneider mit seinem neuen Buch "Der Teufel des Westens". Beginn: 12 Uhr. Livestream: www.tonkuhle.de/livestream

 

 

Juni

 

Sonnabend, 17. Juni: High Noon mit den Hildesheimlichen Autoren auf Radio Tonkuhle. Diesmal zu Gast: Petra Hartmann mit ihrem neuen Kinderbuch "Nestis und die verbotene Welle". Beginn: 12 Uhr. Livestream: www.tonkuhle.de/livestream

Leserunden zum Nachlesen

Leserunde zu "Darthula, Tochter der Nebel" auf Lovelybooks. Diskutiert mit Autorin Petra Hartmann und Cover-Künstler Miguel Worms über den "ossianischen Roman": http://www.lovelyboo...nde/1201913120/

 

Leserunde auf Lovelybooks zu "Nestis und die verschwundene Seepocke": Diskutiert mit Autorin Petra Hartmann und Verlegerin Monika Fuchs über den Meermädchenroman:

http://www.lovelyboo...nde/1166725813/

 

Leserunde auf Lovelybooks zu "Mit Klinge und Feder": Diskutiert mit den Autorinnen Linda Budinger, Petra Hartmann, Stefanie Pappon, Christel Scheja, Andrea Tillmanns und Petra Vennekohl über die Anthologie der "Phantastik Girls": http://www.lovelyboo...nde/1156671163/

Geschichten über Nestis

Bücher
"Nestis und die verschwundene Seepocke. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013.
"Nestis und die Hafenpiraten. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014.

eBooks
"Nestis und der Weihnachtssand. Ein Helgoland-Märchen." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013.
"Nestis und die verschwundene Seepocke. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2013.

"Nestis und die Hafenpiraten. Ein Meermädchen-Roman." Hildesheim: Verlag Monika Fuchs, 2014.

Hörbuch
"Eine Hand voll Weihnachtssand." In: Petra Hartmann: "Weihnachten im Schneeland". Gelesen von Karin Sünder. Mit Musik von Simon Daum. Essen: Action-Verlag, 2010. (mp3-Download und CD-ROM)

Beiträge zu Anthologien
"Weihnachtssand für Helgoland." In: "Wenn die Biiken brennen. Phantastische Geschichten aus Schleswig-Holstein." Hrsg. v. Bartholomäus Figatowski. Plön: Verlag 71, 2009. S. 163-174.

Hödeken-Lesestoff

Buch

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken! Sagen aus dem Hildesheimer Land. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs. 101 S., Euro 7,95. ISBN 978-3-940078-37-7. Unter anderem erhältlich bei Amazon.

 

Hörbuch

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken! Sagen aus dem Hildesheimer Land. 2 CD. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs. Euro 14,95. ISBN: 978-3940078414. Unter anderen erhältlich bei Amazon.

 

eBook

Petra Hartmann: Hut ab, Hödeken! Sagen aus dem Hildesheimer Land. Hildesheim: Verlag Monika Fuchs. In Vorbereitung.

 

Geschichten

Das Wagenrennen auf dem Rennstieg. In: Hildesheimliche Autoren e.V.: Hildesheimer Geschichte(n). Ein Beitrag zum 1200-jährigen Stadtjubiläum. Norderstedt: Book on Demand. 196 S., Euro 9,99. ISBN 978-3734752698. Unter anderem erhältlich bei Amazon.

Die glücklose Hasenjagd. In: MVP-M. Magazin des Marburger Vereins für Phantastik. Marburg-Con-Ausgabe. Nr. 19b. S. 36-40.

 

Lesung

Das Wagenrennen auf dem Rennstieg, Radio Tonkuhle, Sendung vom April 2015.

 

Movenna-Kompass

Übersicht über die Romane und Erzählungen aus Movenna


Bücher

Geschichten aus Movenna. Fantasy. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2004. 164 S.
Ein Prinz für Movenna. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2007. 188 S.
Der Fels der schwarzen Götter. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2010. 240 S.

 

eBooks

 

Geschichten aus Movenna. Fantasy. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.
Ein Prinz für Movenna. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.
Der Fels der schwarzen Götter. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.

Beim Vorderhuf meines Pferdes. Nittendorf: Wurdack-Verlag, 2014.

Hörbuch

Der Fels der schwarzen Götter. Action-Verlag, 2012.


Movennische Geschichten in Anthologien und Zeitschriften

Die Krone Eirikirs. In: Traumpfade (Anthologie zur Story-Olympiade 2000). Hrsg. v. Stefanie Pappon und Ernst Wurdack. Dresden, 2001. S. 18-25.
Flarics Hexen. In: Geschöpfe der Dunkelheit (Anthologie zur Story-Olympiade 2001). Hrsg. v. Stefanie Pappon und Ernst Wurdack. Dresden, 2002. S. 22-28.
Raubwürger. In: Kurzgeschichten, September 2004, S. 20f.
Furunkula Warzenkraish. Elfenschrift, dritter Jahrgang, Heft 2, Juni 2006. S. 10-14.
Der Leuchtturm am Rande der Welt. In: Elfenschrift, vierter Jahrgang, Heft März 2007, S. 18-21.
Gewitternacht. In: Im Bann des Nachtwaldes. Hrsg. v. Felix Woitkowski. Lerato-Verlag, 2007. S. 57-60.
Pfefferkuchen. In: Das ist unser Ernst! Hrsg. v. Martin Witzgall. München: WortKuss Verlag, 2010. S. 77-79.
Winter-Sonnenwende. In: Mit Klinge und Feder. Hrsg. v. Petra Hartmann und Andrea Tillmanns. Homburg/Saar: UlrichBurger Verlag, 2013. S. 51-59.
Der Reiter auf dem schwarzen Pferd. Ebd. S. 60-68.


Movennische Geschichten in Fanzines

Föj lächelt. In: Alraunenwurz. Legendensänger-Edition Band 118. November 2004. Hrsg. v. Christel Scheja. S. 23.
Raubwürger. In: Drachenelfen. Legendensänger-Edition Band 130. Januar 2006. Hrsg. v. Christel Scheja. S. 3-5.
Goldauge. In Phantastische Geschichten mit den Phantastik Girls. (Broschüre der Phantastik Girls zum MarburgCon 2007)


Aufsätze

Wie kann man nur Varelian heißen? Über das Unbehagen an der Namensgebung in der Fantasy. In: Elfenschrift, 5. Jahrgang, März 2008. S. 16f.


Movennische Texte online

Aus "Geschichten aus Movenna":
König Surbolds Grab
Das letzte Glied der Kette
Brief des Dichters Gulltong
Der Kranich
Die Rückkehr des Kranichs

Aus "Ein Prinz für Movenna":
Der Leuchtturm am Rand der Welt
Furunkula Warzenkraish
Gewitternacht

Aus "Der Fels der schwarzen Götter":
Der Waldalte
Hölzerne Pranken
Im Bann der Eisdämonen

Die Bibliothek der Falkin

Übersicht über die Romane und Novellen über die Walküre Valkrys, genannt "die Falkin"

Bücher

Die letzte Falkin. Heftroman. Dortmund: Arcanum Fantasy Verlag, 2010.


eBooks

Falkenblut. Vier Fantasy-Romane. eBook-Ausgabe. Chichili und Satzweiss.com, 2012 (Download hier)

Falkenfrühling. Novelle. eBook. Dortmund: Arcanum Fantasy Verlag, 2011. (vergriffen)

Falkenfrühling. Novelle. In: Best of electronic publishing. Anthologie zum 1. Deutschen eBook-Preis 2011. eBook. Chichili und Satzweiss.com, 2011. (unter anderem erhältlich bei Thalia und Amazon)


Aufsatz

Aegirs Flotte – ein Nachruf. In: Fandom Observer, Dezember 2011. S. 16-18. Online-Magazin und Blogversion

Meine Bücher 1998 - 2011

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Petra Hartmann
Falkenfrühling
eBook
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN: 978-3-939139-59-1

Wegen Verkauf des Arcanum-Verlags ist die Ausgabe nicht mehr erhältlich, aber die Zweitveröffentlichung in der eBook-Anthologie "Best of electronic publishing" gibt es noch als epub oder Kindle-Ausgabe.

Valkrys träumt davon, eine echte Walküre zu sein. Sie springt, noch Kind, vom Dach des Langhauses.
Alle Ermahnungen ihrer Eltern sind vergeblich, sie macht sich an den Aufstieg zum Gipfel der nahen Klippe, besessen vom "Traum vom Fliegen" ...

Fünfter Platz beim Deutschen eBook-Preis 2011.

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Petra Hartmann
Die letzte Falkin
Roman.
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN 978-3-939139-62-1
Bestellen beim Arcanum-Verlag

Blut und Tod, so weit die Falkenaugen reichen: So hatte sich Valkrys ihren ersten Flug als Walküre nicht vorgestellt. Ragnarök, die Endzeit-Schlacht, ist geschlagen. Die Götter tot, die Welt ein Flammenmeer, das Götterreich Asgard droht, in die Tiefe zu stürzen. Einzig Vidar, den Sohn und Erben Odins, kann die Walküre retten. Doch der neue Götterkönig schweigt sich über seine Ziele aus …


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Petra Hartmann
Der Fels der schwarzen Götter
Roman
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-64-8
Bestellen beim Wurdack-Verlag


Hochaufragende Felswände, darin eingemeißelt weit über tausend furchteinflößende Fratzen, die drohend nach Norden blicken: Einer Legende zufolge sind die schwarzen Klippen das letzte Bollwerk Movennas gegen die Eisdämonen aus dem Gletscherreich.
Doch dann begeht der junge Ask bei einer Mutprobe einen folgenschweren Fehler: Er schlägt einem der schwarzen Götter die Nase ab. Der unscheinbare Dreiecksstein wird Auslöser eines der blutigsten Kriege, die das Land jemals erlebt hat. Und die Völker des Berglandes wissen bald nicht mehr, wen sie mehr fürchten sollen: die schwarzen Götter, die weißen Dämonen oder die sonnenverbrannten Reiter aus den fernen Steppen ...


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Petra Hartmann
Darthula
Heftroman
Arcanum Fantasy Verlag
ISBN 978-3-939139-32-4
Bestellen beim Arcanum-Verlag


Darthula, die schönste Prinzessin der Nebellande, beschwört Krieg, Tod und Vernichtung über ihr heimatliches Selama herauf, als sie den Heiratsantrag des mächtigen Königs Cairbar ausschlägt. Zusammen mit ihrem Geliebten flüchtet sie in einem kleinen Segelboot übers Meer. Doch Wind und Wellen sind unzuverlässige Verbündete ...


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Petra Hartmann
Weihnachten im Schneeland
Hörbuch
Action-Verlag
Download bei Audible
CD bestellen beim Action-Verlag

WEIHNACHTEN IM SCHNEELAND von Petra Hartmann vereint vier wundervolle Kurzgeschichten für Kinder ab 6 Jahren. Schon die Titel regen die Phantasie der Kleinen an und verleiten zum Schmunzeln und Staunen:
- "Der Reserve-Weihnachtsmann"
- "Die Weihnachts-Eisenbahn"
- "Eine Handvoll Weihnachtssand"
- "Paulchen mit den blauen Augen"



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Petra Hartmann
Ein Prinz für Movenna
Paperback
Wurdack Verlag
ISBN 3-938065-24-9
Bestellen

Mit dem Schild oder auf dem Schild
- als Sieger sollst du heimkehren oder tot.
So verlangt es der Ehrenkodex des heldenhaften Orh Jonoth. Doch der letzte Befehl seines sterbenden Königs bricht mit aller Kriegerehre und Tradition: "Flieh vor den Fremden, rette den Prinzen und bring ihn auf die Kiesinsel." Während das Land Movenna hinter Orh Jonoth in Schlachtenlärm und Chaos versinkt, muss er den Gefahren des Westmeers ins Auge blicken: Seestürmen, Riesenkraken, Piraten, stinkenden Babywindeln und der mörderischen Seekrankheit ....


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Petra Hartmann
Geschichten aus Movenna
Paperback
Wurdack Verlag
ISBN 3-938065-00-1
Bestellen


Verwünschte Hexen!
Warum zum Henker muß König Jurtak auch ausgerechnet seinen Sinn für Traditionen entdecken?
Seit Jahrhunderten wird der Kronprinz des Landes Movenna zu einem der alten Kräuterweiber in die Lehre gegeben, und der Eroberer Jurtak legt zum Leidwesen seines Sohnes großen Wert auf die alten Sitten und Gebräuche. Für den jungen Ardua beginnt eine harte Lehrzeit, denn die eigenwillige Lournu ist in ihren Lektionen alles andere als zimperlich ...


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Wovon träumt der Mond?
Hrsg. v. Petra Hartmann & Judith Ott
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-37-2
Bestellen

Der Mond - König der Nacht und gleichsam Verbündeter von Gut und Böse ... Seit jeher ranken sich Legenden voller Glauben und Aberglauben um sein Licht, das von den einen als romantisch verehrt und von den anderen als unheimlich gefürchtet wird. Seine Phasen stehen für das Werden und Vergehen allen Lebens, er wacht über die Liebenden, empfängt die Botschaften der Suchenden, Einsamen und Verzweifelten und erhellt so einiges, was lieber im Dunkeln geblieben wäre. 39 Autorinnen und Autoren im Alter von 12 bis 87 Jahren sind unserem nächtlichen Begleiter auf der Spur gewesen. In 42 erfrischend komischen, zutiefst nachdenklichen und manchmal zu Tränen rührenden Geschichten erzählen sie die Abenteuer von Göttin Luna und Onkel Mond, von erfüllten und verlorenen Träumen, lassen Perlmuttschmetterlinge fliegen und Mondkälber aufmarschieren. Und wer denkt, dass nur der Mann im Mond zuweilen die Erde besucht, irrt sich! Auch umgekehrt erhält er gelegentlich unverhofften Besuch dort oben.


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Drachenstarker Feenzauber
Herausgegeben von Petra Hartmann
Wurdack Verlag
ISBN 978-3-938065-28-0
Bestellen

Öko-Feen, Büro-Feen, Todes-Feen und Bahn-Feen, geschäftstüchtige Drachen, goldzahnige Trolle, Sockenmonster, verzauberte Kühlschränke, Bierhexen, Zwirrrrrle, Familienschutzengel, Lügenschmiede, ehrliche Anwälte, verarmte Zahnärzte und andere Märchenwesen geben sich in diesem Buch ein Stelldichein.
51 Märchenerzähler im Alter von zwölf bis 76 Jahren haben die Federn gespitzt und schufen klassische und moderne Märchen, lustige, melancholische, weise und bitterböse Erzählungen, so bunt wie das Leben und so unvergesslich wie das Passwort eines verhexten Buchhalters.


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Zwischen Barrikade, Burgtheater und Beamtenpension.
Die jungdeutschen Autoren nach 1835.
ibidem-Verlag
ISBN 978-3-89821-958-7
Bestellen beim Ibidem-Verlag


"Das Junge Deutschland“ – dieser Begriff ist untrennbar verbunden mit dem Bundestagsbeschluss vom 10. Dezember 1835, durch den die Werke der fünf Schriftsteller Heinrich Heine, Theodor Mundt, Karl Gutzkow, Ludolf Wienbarg und Heinrich Laube verboten wurden. Das Verbot markierte Höhe- und gleichzeitig Schlusspunkt einer literarischen Bewegung, die erst wenige Jahre davor begonnen hatte. Die Wege der Autoren trennten sich. Und doch gab es auch danach immer wieder Begegnungen und Berührungspunkte.
Petra Hartmann zeichnet die Wege der Verbotenen und ihrer Verbündeten nach und arbeitet Schnittstellen in den Werken der alt gewordenen Jungdeutschen heraus. Sie schildert insbesondere die Erfahrungen der Autoren auf der Insel Helgoland, ihre Rolle in der Revolution von 1848, aber auch die Versuche der ehemaligen Prosa-Schriftsteller, sich als Dramatiker zu etablieren. Irgendwo zwischen Anpassung und fortwährender Rebellion mussten die Autoren ihr neues Auskommen suchen, endeten als gescheiterte Existenzen im Irrenhaus oder als etablierte Literaten, die doch körperlich und seelisch den Schock von 1835 nie ganz verwunden hatten, sie leiteten angesehene Theater oder passten sich an und gerieten nach Jahren unter strenger Sonderzensur beim Publikum in Vergessenheit. Die vorliegende Untersuchung zeigt, was aus den Idealen von 1835 wurde, wie vollkommen neue Ideen – etwa die Debatte um Armut und Bildung – in den Werken der Jungdeutschen auftauchten und wie die Autoren bis zum Ende versuchten, ihr „Markenzeichen“ – ihren Stil – zu bewahren.


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Von Zukunft trunken und keiner Gegenwart voll
Theodor Mundts literarische Entwicklung vom Buch der Bewegung zum historischen Roman
Aisthesis-Verlag
ISBN: 3-89528-390-8
Bestellen beim Aisthesis-Verlag

Theodor Mundt - Schriftsteller, Zeitschriftenherausgeber, Literaturwissenschaftler und Historiker - verdankt seinen Platz in der Literaturgeschichte vor allem dem Umstand, daß seine Veröffentlichungen am 10. Dezember 1835 verboten wurden. Das vom deutschen Bundestag ausgesprochene Verbot, das sich gegen die vermeintlichen Wortführer des "Jungen Deutschland", Heine, Gutzkow, Laube, Wienbarg und eben Theodor Mundt richtete, war vermutlich die entscheidende Zäsur in den literarischen Karrieren aller Betroffenen. Daß sie mit dem schon berühmten Heinrich Heine in einem Atemzug genannt und verboten wurden, machte die noch jungen Autoren Gutzkow, Laube, Mundt und Wienbarg für ein größeres Publikum interessant. Doch während Gutzkow und auch Laube im literarischen Bewußtsein präsent blieben, brach das Interesse an Mundt und seinen Werken schon bald nach dem Verbot fast gänzlich ab. Seine weitere Entwicklung bis zu seinem Tod im Jahr 1861 wurde von der Literaturwissenschaft bislang so gut wie vollständig ignoriert. Diese Lücke wird durch die vorliegende Studie geschlossen. Nachgezeichnet wird der Weg von den frühen Zeitromanen des jungen Mundt bis hin zu den historischen Romanen seines Spätwerks.


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Faust und Don Juan. Ein Verschmelzungsprozeß,
dargestellt anhand der Autoren Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Wolfgang von Goethe, Nikolaus Lenau, Christian Dietrich Grabbe, Gustav Kühne und Theodor Mundt
ibidem-Verlag
ISBN 3-932602-29-3
Bestellen beim Ibidem-Verlag


"Faust und Don Juan sind die Gipfel der modernen christlich-poetischen Mythologie", schrieb Franz Horn bereits 1805 und stellte erstmalig beide Figuren, speziell den Faust Goethes und den Don Giovanni Mozarts, einander gegenüber. In den Jahren darauf immer wieder als polar entgegengesetzte Gestalten aufgefaßt, treten Faust und Don Juan in den unterschiedlichsten Werken der Literaturgeschichte auf.

Bei Lenau sind sie Helden zweier parallel aufgebauter Versepen, bei Grabbe begegnen sie sich auf der Bühne und gehen gemeinsam zugrunde. Theodor Mundt stellt als Lebensmaxime auf, man solle beides, Faust und Don Juan, in einer Person sein und beide in sich versöhnen.

Anhand der Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Wolfgang von Goethe, Nikolaus Lenau, Christian Dietrich Grabbe, Gustav Kühne und Theodor Mundt zeichnet Petra Hartmann die Biographien Fausts und Don Juans in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach, einer Zeit, die beide Helden stark prägte und auch für heutige Bearbeitungen beider Stoffe grundlegend ist.

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