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Nestis 3: Das gekillte Kapitel

Geschrieben von Petra in PetraHartmann, 21 September 2017 · 8 Aufrufe
Nestis

Mein Meermädchen-Roman "Nestis und die verbotene Welle" ist ja inzwischen erschienen. Da wird es Zeit, der Opfer zu gedenken, die ich auf dem Weg vom Manuskript zum fertigen Buch bringen musste.
Ein kompettes Kapitel ist ganz zu Anfang der Schere zum Opfer gefallen. Ich gebe zu, es war nicht allzu spannend, und das Buch hat einiges an Tempo gewonnen durch den rigorosen Schnitt. Trotzdem mag ich den Abschnitt nicht so sang- und klanglos verschwinden lassen. Ich gewähre dem ersten Tom-Kapitel also an dieser Stelle eine Beerdigung erster Klasse und bette es hier im Blog zur letzten Ruhe. Wer mag, darf es gern lesen und ein paar stille Minuten in Toms Bergeinsamkeit verbringen - während am Grund der Nordsee bereits die Submarine-Metal-Band Ølpæst ihre Hits schmettert ...


1. Kapitel

Flaschenpost nach Helgoland


Tom lag auf dem Bauch und starrte finster vor sich ins Gras der Almwiese. Er bemühte sich, nicht auf das ständige Gebimmel der Kuhglocken zu achten. Umsonst. Resi, die dunkelbraune, kräftige Chef-Kuh des Silberbauern, schien heute besonders stolz auf ihre große Bronze-Glocke zu sein, die an einem breiten, buntbestickten Band um ihren Hals hing. Bei jedem Schritt, bei jedem Grasrupfer, bei jedem Kopfheben des Rindviehs läutete es: „Bimm-Bamm-Bumm!“
Tom seufzte. Er schob den Lautstärkeregler seines iPods noch ein wenig höher. Dann schloss er die Augen und versuchte, sich den Geruch von Salzwasser, Fisch und Seetang herbeizufantasieren. Eine Klassenfahrt in die Berge war ja ganz nett. Aber unten im Hafen von Achterndiek wartete sein Großvater mit dem Kajütboot, der Schwankenden Jenny“, mit verkohlten Spiegeleiern und heißem Tee und Spukgeschichten und Seemannsgarn, und daneben lag das „Hüpfende Seepferdchen“, Toms kleines Segelboot, in der Box und dümpelte auf den Wellen auf und ab, und das alles wartete nur auf ihn, während er hier bei Kuhglockengeläut und Murmeltierpfeifen auf der Almhütte Königslust festsaß und vom Meer träumte. Es war einfach zu ungerecht.
„Bimm-Bamm-Bumm!“, machte die dunkelbraune Resi.
Mit ein bisschen Fantasie konnte man sich das Geräusch verwandeln in das Klingeln und Bimmeln, das über dem Hafen von Achterndiek lag. Wenn die Fallen an den Masten im Wind hin und her schlugen, Stahlseile mit Metallschäkeln, die in der Luft vibrierten, während die Schiffe sich auf den Wellen wiegten. Oh ja, das feine Singen und Klingen, das über dem Hafen von Achterndiek schwebte, er hatte es noch gut im Ohr.
„Bimm, Bimm, Bimm!“
„He, Tom, träumst du?“
Ein Schatten fiel auf ihn. Tom hob den Kopf. Einen Augenblick hatte er Mühe, die beiden dunklen Gestalten zu erkennen, die da mit der Sonne im Rücken vor ihm standen.
„Jan, Ollie, hallo.“
Die beiden Klassenkameraden hatten ziemlich viel Spaß an der Klassenfahrt auf die Alm, das konnte man deutlich sehen. Mit ihren zünftigen Lederhosen sahen sie beinahe schon wie Einheimische aus.
„Was hörst du denn da?“, fragte Jan und deutete mit dem Finger auf die kleinen Ohrstöpsel von Toms iPod. „Lass mich mal.“
„Ach nee“, wollte Tom schon sagen und die Hand schützend vor seine Ohren legen, aber Jan war schneller. Mit flinken Fingern zog er den Knopf aus Toms rechtem Ohr.
„Oh, kaputt“, sagte er enttäuscht. „Nur Rauschen.“ Dann runzelte er die Stirn und schaute Tom verwundert an.
„Lass mich mal“, sagte Ollie und angelte nach dem Ohrstöpsel. Er lauschte kurz, dann schüttelte er den Kopf. „Ich hör auch nur Rauschen.“
„Ja, klar“, murmelte Tom. Er nahm ihm den Hörknopf weg, schaltete das Gerät aus und wickelte das dünne Kabel auf. Langsam und bedächtig, wie ein Seemann eine Leine aufschoss, damit an Bord alles seine Ordnung hatte. „Das ist Meeresrauschen. Genauer gesagt: Das ist die Brandung am Strand von Achterndiek. Hab ich im letzten Sommer aufgenommen. Klingt toll, oder?“
„Ach, du bist ja nicht normal“, meinte Jan gutmütig. „Aber hör mal, Ollie und ich wollten dich eigentlich fragen, ob du mitkommst zum Wasserfall.“
Tom rappelte sich auf. Wasser war immer gut. Wasser, das bedeutete, dass dort ein Bach war, und ein Bach floss in einen Fluss, und alle Flüsse flossen irgendwann ins Meer. Unbedingt wollte er zum Wasserfall mitkommen.
Der Wasserfall war ein herrliches Naturschauspiel, das musste Tom schon zugeben. Aus fast siebzig Metern Höhe stürzte das eisige Gebirgswasser schäumend hinab ins Tal, das Wasser sprühte und spritzte weit über die Ufer hinweg bis hin zu der Holzabsperrung, hinter der die Touristen stehen bleiben mussten. Wassertropfen und Lichtblitze in allen Regenbogenfarben glitzerten in der Luft. Tom, Jan und Ollie beugten sich weit vor und atmeten den eisigen Sprühregen tief ein.
Später holten sie sich jeder eine Portion Pommes Frites und eine eiskalte Flasche Cola vom Kiosk. Tom kaufte dort auch eine Ansichtskarte, auf der der Wasserfall besonders wild schäumte und dampfte.
„Briefmarke dazu, junger Mann?“, fragte die Verkäuferin.
Doch Tom schüttelte den Kopf. Er fischte einen Bleistiftstummel aus den Tiefen seiner Hosentasche und krakelte auf die Rückseite der Postkarte:
„Liebe Nestis,
ich bin noch immer mit meiner Klasse in den Bergen. Hier gibt es Kühe mit Glocken um den Hals und einen großen Wasserfall. Ich vermisse die Nordsee und das Hüpfende Seepferdchen und euch alle. Zum Glück habe ich noch meinen iPod mit dem Brandungsrauschen von Achterndiek. Was hörst du eigentlich am liebsten für Musik?
Viele Grüße und bis bald
Dein Tom“
Als Adresse schrieb er: „An Prinzessin Nestis im blauen Glaspalast, Algenstraße 1, bei Helgoland, Nordsee.“
Er rollte die Karte zusammen, schob sie in die inzwischen leere Colaflasche und warf sie mit viel Schwung in den Wasserfall. Zwei- oder dreimal tauchte sie noch aus den Wellen auf, dann war sie nicht mehr zu sehen. Aber Tom war vollkommen sicher, dass seine Ansichtskarte ihre Empfängerin finden würde. Alle Flüsse flossen ja ins Meer.
„Was war das denn jetzt?“, fragte Jan, der heimlich über Toms Schulter mitgelesen hatte.
„Ach, Urlaubsgrüße halt“, sagte Tom.
„Mann, du bist wirklich nicht bei Trost“, brummte Jan und tippte sich mit dem Finger an die Stirn.
Aber Tom war das egal. Er hatte seine Ohrstöpsel wieder in die Ohren geschoben und den iPod eingeschaltet. Meeresrauschen. Gut so.

© Petra Hartmann

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Gamer: Rezension in Josefsons Rundschau

Geschrieben von Armin in Armin schreibt, 20 September 2017 · 29 Aufrufe

In Josefsons Rundschau auf derstandard.at ist eine sehr schöne, ausführliche und wohlwollende Rezension zu unserer Anthologie Gamer (Begedia, 2016) erschienen.

Josefsons Fazit zum Buch:

Für SF-begeisterte Gamer ist die Storysammlung natürlich ein Muss. Für diejenigen, die nur die schreiberischen Aspekte interessieren, ist es eine recht typische Anthologie mit ein paar herausragenden Beiträgen von den üblichen Verdächtigen (Iwoleit, Frank Hebben, Uwe Post, Armin Rößler), dazu einigen, die eher mitlaufen, und glücklicherweise nichts, das komplett abstürzt.


Zu meiner Geschichte Katar 2022 ist zu lesen:

Auch Armin Rößler – im Wurdack-Verlag Herausgeber einiger der besten deutschsprachigen SF-Anthologien – hat seine Erzählung in Fragmente aufgelöst, in diesem Fall liegen sie auf unterschiedlichen Zeitebenen. "Katar 2022" ist eine bitterböse Satire über den Niedergang des Fußballs im Karussell von Kommerz und Korruption. Die Anbindung ans Anthologie-Thema Computerspiele ist eher fadenscheiniger Natur, aber who cares. Offen bleibt am Ende nur die Frage, was der phantasmagorischere Einfall ist: Dass Österreich im WM-Finale steht oder dass Leverkusen die deutsche Meisterschaft gewinnt.


(Persönliche Anmerkung: Wie heißt es so schön in der Bayer-04-Hymne? Deutscher Meister werden wir im nächsten Jahr …)


Die komplette Rezension gibt es hier.

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Wer will schon Kritik ...

Geschrieben von HMP in Haempes Gedankenspiele und anderes..., 17 September 2017 · 30 Aufrufe
Kritik

Ich habe mal wieder was. Und keine Kritik bitte! Oder nur positive! Aber ehrlich!

Die Sache mit ... der Kritik



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Serenity - Zwischen den Welten #1 [Panini/2015]

Geschrieben von yiyippeeyippeeyay in Kais Komik Blokk, 11 September 2017 · 41 Aufrufe
21.Jhdt., Panini, Dark Horse

Zuletzt las ich diesen Band zur berühmten Firefly-TV-Serie - & dem nach dem Schiff benannten Kinofilm! - in der Hoffnung die viel zu kurze Serie ein Stück nachklingen lassen zu können. Insbesonders wurde auch versprochen, diese 2 Hefte in einem Band seien ein Verbindungsstück zwischen Serie und späterem Film. Ich wurde dann doch etwas enttäuscht!

 

Als Texter werden Joss Whedon persönlich und ein Herr Matthews genannt, aber ich habe eher den Eindruck, Whedon gab nur wenig Input. Insbes. ist Whedon m.E. ein großartiger Plotter UND Qualitätsgarantor der Dialoge - beides beeindruckt aber hier kaum. Die Zeichnungen in der 1. Hälfte von einem Hr. Conrad, koloriert von der Fr. Madsen, fand ich entsprachen nicht dem über-dekorierten Rahmen: Es gibt z.B. ein tolles Querbild (leider als Ganzes nur in klein auf der Rückseite des Bandes zu sehen!!) das unglaublich gut gezeichnet wurde - das war wohl so teuer, dass fürs Innere nicht mehr so viel übrig blieb, ein Effekt den man bei Comics seit Urzeiten kennt. In der 2. Hälfte muss Hr. C. wieder 'ran; es koloriert aber eine andere Dame, Laura Martin, und das sieht schon ein gutes Stück besser aus! :thumb:

 

Statt Inkern wird in modernen Comics wohl eher alles außerhalb den Bleistiftzeichnungen vom Koloristen gemacht... spart Geld, führt aber nicht immer zu besseren Ergebnissen. Immerhin sind im Band immer wieder sehenswerte grafische Profile einzelner Crew-Mitglieder zu sehen - von anderen ZeichnerInnen/KoloristInnen. Durch diese Zückerli - das etwas Frazetta-anmutende Coverbild (rechts) zähle ich dazu - wirkt das ganze wie ein reiner Fan-Artikel.

 

Die beste Story ist m.E. in der 1. Hälfte zu finden: Die Serenity-Crew scheffelt bei einem unscheinbaren Job aus Versehen Unmengen Kohle. Der finanziellen Art. (Das oben genannte Querbild zeigt die Crew im 1. Glücksrausch, umgeben vom Geldglitzer...) Natürlich geht das bald wieder flöten - wie das geschieht, ist nicht ganz uninteressant. Die Dialoge sind nicht gerade umwerfend, und ich denke es liegt nicht an der Übersetzung. (Ich sah mir nur den Panini-Band an; die Originalhefte erschienen vor 8 Jahren beim legendären Kleinverlag Dark Horse in den USA.)

 

Die Story im 2. Teil hievt sich torkelnd zu einem Punkt, wo der Shepherd einfach mit Capt. Mal nicht mehr so recht kann, und sein Verlassen der Crew ankündigt... wie man ja dann im Film auch - chronologisch Monate später - bemerkt. Schön fand ich die sehr kurze Szene, in der River alleine ist, und erneut ihre kurz aufblühenden martialischen Fähigkeiten zeigt.

 

Am besten ist noch das Vorwort zum 1. Teil von Adam Baldwin (Jayne im Firefly-Universum) - man merkt ein wenig, wie gut sein Casting war in der Rolle des stets quer-liegenden Egoisten in der Crew. Der Schauspieler zeigt einen interessanten Geist hinter dieser Macho-Maske auf.

 

Es gibt eine Menge anderer Bände mit Nummern nachdem dieser hier wohl ganz gut lief. Rückwirkend wird dieser daher die #1 genannt, obwohl auf meiner Ausgabe davon nichts zu sehen ist.

 

Weitere Nummern werde ich mir, glaub ich, ersparen. :bigcry: Leider.


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Stückchen Leseliste September 2017

Geschrieben von T.H. in Thomas Hofmanns Phantastische Ansichten, 10 September 2017 · 78 Aufrufe
Waldtraut Lewin, Neil Gaiman und 2 weitere...

...weite geht's mit der Leseliste für 2017...

37 - T.H. White: „Schloss Malplaquet oder Lilliput im Exil“
Charmantes englisches Kunst-Märchen, das zwar direkt bei Swifts „Gulliver“ anknüpft, aber diesmal nicht den diesen gewollt, lustig-kritischen „Ich-weiß-es-besser“-Ton der meisten Swift-Epigonen aufgreift. Die Liliputaner leben seit 200 Jahren unentdeckt auf einem alten englischen Adelsanwesen. Die Erbin und ihr vermeintlichen, ziemlich geschrumpftes Vermögen wird von zwei bösen Alten verwaltet. Da entdeckt sie die geheimen Mitbewohner…
Auch hier gilt: Es gibt im November ein anlässlich des 350. Geburtstag des Autors einen Neuen Stern mit Schwerpunkt Swift / Gulliver – da dann auch mehr zu dem Buch.
9 / 10 Punkte

38 – Colin Wilson: Rudolf Steiner, Verkünder eines neuen Welt- und Menschenbildes
Meine Exkursionen in die Denk-Welten des Colin Wilson gehen weiter. Auch das war interessant. Ich darf betonen, dass ich Fan von Wilson, nicht von Steiner bin. Aber Wilson ist Fan von Steiner, wenn auch einer mit wohltuend kritischer Distanz. Aber er hat von ihm einiges gelernt, gerade auch im Umgang mit sich selbst und seinen Kopf-Welten. Das ist nicht uninteressant…
8 / 10 Punkte

39 - Neil Gaiman: American Gods. Director’s Cut
Anlass, das Buch noch einmal zu lesen, war die TV-Serie. Aber warum selber lesen, wenn es mir doch Stefan Kaminski vorliest? Und, um das gleich mal vorweg zu nehmen: Der macht das absolut supergut!
Natürlich habe ich beim Hören verglichen mit dem, was ich gesehen habe. Der Vorleser macht aus seiner Lesung eine regelrechte Vorstellung; liest jede Figur mit andere Stimmung, entsprechendem Dialekt (russisch geprägt z.B.). Dabei traf er – vielleicht wollte ich das aber auch nur so hören – die Stimmlage von Wednesday z.B. haargenau so wie die deutsche Synchronstimme aus der Filmserie.
Aus der Sicht lohnte sich das Wieder-„Sehen“ mit den alten Bekannten. Und sonst?
Vergleichsweise zu Serie ist das Buch 100-mal besser! Viele Nuancen des Buches kommen in den Filmteilen gar nicht vor, die aber für meine Begriffe essentiell, zumindest schön und wichtig und richtig sind. Warum nur? Dafür ist die TV-Serie ungleich brutaler. Warum nur? Sicher um Zuschauer zu fesseln. Mir war das zu viel, zu blutig, zu bunt.
Ein wesentlicher Erzählstrang (Schadows Aufenthalt in dem Kleinstädtchen bei Heinzelmann, mit dem Auto auf dem Eis, fehlt (bisher) in der Serie gänzlich; wurde durch so eine waffenlobby-kritische Dystonie um Gott Vulcan ersetzt. Kann man machen, allerdings erschien mir die Vulcan-Story der Serie fremdartig, was vielleicht darauf zurück zu führen ist, dass sie nicht von Gaiman stammt (?). Lediglich die Figur der Toten Ehefrau gefällt mir in der filmischen Umsetzung besser als im Buch, im Film ist sie fetziger, mächtiger, aktiver, hat mehr Profil.
Das Buch ist sehr dick. Ich denke mal, zu dick. Es hat Längen, die mir beim ersten Lesen auch schon aufgefallen sind. Beim Hören war das ja okay, da habe ich mir die ausufernde Schwafeligkeit gefallen lassen. Die Erzählweise erinnerte mich jetzt doch stark an King, den ich ja auch nicht so dolle mag; der Meister ist mir meist auch zu ausführlich.
Es verfestigte sich bei mir der Eindruck, dass Roman nicht das richtige Genre für Gaiman ist. Im Grunde erzählt er nicht wirklich viel; aber er scheint das selber zu wissen, denn er reichert seinen Roman mit einer Unzahl kleiner Geschichten an. Und DIE waren für meine Begriffe das Beste am ganzen Buch!
Teilweise war ich richtig gerührt (z.B. von der Geschichte der afrikanischen Zwillinge); dabei mehr vom geschriebenen Wort angetan, als von der filmischen Umsetzung.
Der Haupt-Plot zieht sich aber mächtig in die Länge. Ich kann mich noch am Selberlesen erinnern, wo ich fast die Geduld verloren hatte. Hier habe ich aber schön durchgehalten und darf für meinen Gesamteindruck 8 von 10 Punkte vergeben.
PS. Auch wenn mich die Serie nicht wirklich gepackt hat, so würde ich gern die 2. Staffel sehen; mal sehen, wie die den Bogen kriegen; die 1. hört ja wirklich mittendrin auf…

40 – A. A. Attansio: „Radix“
Mir war mal nach was Neuem, Besonderen. Auf den Autor stieß ich in einer Wiki-Seite zum Cthulhu-Mythos. Dort tauchte der Name des Autors auf, den ich bis dato gar nicht wahr genommen hatte. Was ich zu ihm fand, machte mich sehr neugierig.
Das dicke Buch beginnt auch stark: in ferner Zukunft – auf der Erde – so richtig klar und deutlich wird das gar nicht – lernen wir einen Anti-Helden kennen. Ein junger, fetter, unansehnlicher Bursche, der in einer Art Slum bei seiner Mutter wohnt, tötet. Das macht er mit viel Raffinesse. Er töte Leute, die ihn piesacken, quälen, erniedrigen. Er tötet, seit er 11 Jahre alt ist.
Er ist zwar hässlich, aber kein Verzerrter, also kein genetisch Verunstalteter; sein Samen ist richtig viel Wert. Daher wird er gern auch zu Frauen geführt, um sie zu begatten. – Ähm, ja, so deftig geht es zu in der Zukunft.
Er hat zudem Kontakt zu Mutanten, den Voors, deren Mutationen sie zu besonders Begabten macht. Die Voors haben Dinge, die zwar in der Nicht-Mutanten-Gesellschaft verboten, aber dennoch kostbar und wertvoll sind.
Unser dicker Anti-Held hat aber noch was ganz Besonderes. Und so ca. nach dem ersten Drittel des Romans, der noch konkret und mit einem deutlich nachvollziehbaren Plot daher kommt, driftet der Autor in ein metaphysisch, psychotisches, sexuell aufgeladenes und total irres Universum ab. Ehrlich, ich war dann irgendwann nicht mehr bereit, ihm zu folgen, obwohl es vielleicht ja noch interessant wäre zu erfahren, wie unser Held – der ist jetzt kein Dicker mehr, sondern ein strammer Einzelkämpfer – mit dem Gottgeist Delph fertig wird; darin besteht seine geheime, vom Universum (oder so) vorgesehene Aufgabe. Die eigentliche Handlung mutet sogar simpel und wenig komplex an, aber die Welt, das Universum, das Attanasio entwirft, ist es um so mehr. Aber wozu? Habe leider nicht durchgehalten, nehme mir aber vor, weiteres vom Autor zu probieren-.
6 / 10 Punkte

41 – Waldtraut Lewin / Miriam Margraf: „Die Zaubermenagerie“
Der „Novellenkranz“ ist die Fortsetzung der „Märchen von den Hügeln“; diesmal nicht als Kinderbuch aufbereitet, da die Protagonistin nun auch kein Mädchen mehr ist, sondern eine reife Frau.
Ich kann mich erinnern, dass mich das Buch beim ersten Lesen damals verwirrt hatte. Tatsächlich gab es auch in der DDR schon eine Diskussion über Lebenswerte, darüber, ob die Arbeit alles wäre und wie weit man sich im Alltag verliert. Aber dass eine Karrierefrau im Mittelpunkt steht, die eher wie eine großindustrielle Managerin auftritt, war wahrscheinlich damals eher untypisch für die gesellschaftlichen Verhältnisse.
Beim neue Lesen fiel mir aber etwas auf: Also, die Protagonistin verfährt sich mit ihrem schicken Auto im Wald. Sie wird tatsächlich in die Irre geleitet, verfährt sich also nicht so ganz zufällig. Sie landet in einer ziemlich schrägen Gegend, die an eine Mischung aus Burganlage und herunter gekommenem Zirkus erinnert. Sie ist empört, was sonst…
Ein paar ganz wenige Hinweise deuten darauf hin, dass die Geschichte aus der damaligen Perspektive in der Zukunft spielt: Das Auto ist mir einem Navi ausgestattet – so lese ich das zumindest, oder einem Bordcomputer. Der gehörte eher nicht zu einem Ost-Autor der 80er Jahre…
Außerdem ist die überarbeitete und gestresste Dame ja eine alte Bekannte, die aber leider ihre Herkunft und ihr altes Wesen vergessen hatte: Leontine, das Löwenmädchen. In einem teilweise schmerzhaften Prozesse erkennt sie ihr Versäumnis und kehrt zu ihrem früheren Ich zurück. Realisiert wird dies durch Erzählungen aus dem Leben des Elbenkönigs, der als berühmter Sänger aus der Stadt an der Elbe bekannt ist: Klinger, der Drächin Donna, Dodo usw. Die alten tolkinesken, elbischen Bekannten aus den „Märchen…“ treffen wir hier wieder.
Leontine ist in der Rahmenerzählung als ein paar Jahrzehnte älter als noch in den „Märchen…“, die ja in den 80ern spielten – das ist dann also die Zukunft…
Insgesamt handelt es sich um urbane Fantasy, um doch sehr märchenhafte Erzählungen, die sich weder inhaltlich, noch erzählerisch von denen im Kinderbuch „Märchen von den Hügeln“ unterscheiden.
Ich habe mich gern in diese Phantasiewelt aus Träumen, dem Traumland des alten Turms, der Raritäten-, Antiquitäten- und Vinylplattenladens, der geheimen Gartens hinter verborgenen Türen verloren. Alle möglichen Sehnsüchte scheinen mir hier zu Prosa geronnen zu sein. Wahrscheinlich finde ich das jetzt sogar besser als damals.
8 / 10 Punkte

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Spin Off

Geschrieben von HMP in Die 9. Expansion, 12 August 2017 · 133 Aufrufe

An dieser Stelle einmal ein kleine, winzige Info zum Spin Off:

Die Arbeiten gehen gut voran und wer mehr erfahren will ... kann es auf dem BuCon tun. Wir haben ein D9E-Panel.

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Neuerscheinung "Das Regenbogentor"

Geschrieben von Ron F. Landis in Die Ewige Macht, 09 August 2017 · 85 Aufrufe
Spannung, Weltraum, Sterne und 4 weitere...

Neuerscheinung "Das Regenbogentor" Der erste Band des Zyklus "Die Ewige Macht" ist erschienen!

Zum Inhalt:

Nur Auserwählte dürfen das Regenbogentor durchschreiten. So will es die Ewige Macht. Jenseits des Tores befindet sich das Terrastrum. Wer es besitzt erlangt Reichtum, Macht und Unsterblichkeit. Er wird den Göttern gleich, die von ihrem Hochplateau aus die Welt beherrschen. So berichten es die Überlieferungen.
Dies weckt Begehrlichkeiten bei Altab, dem alten, kauzigen Alb. Und bei Farafem, dem Riesen, der sich von den Göttern um den gerechten Lohn für seine Dienste betrogen fühlt. Gleichzeitig will sich der Gott Chotor mit dem Bau einer Burg über alle anderen Götter erheben. Dagegen stellt Salo, der junge Bura, die bestehende Weltordnung infrage. Für ihn ändert sich alles, als er dem geheimnisvollen Ellipsoid begegnet.
Das Regenbogentor ist der erste Teil einer Saga um Machtstreben, Gier und Intrigen, aber auch um die aufrichtige Suche nach der wahren Welt.

Science Fiction oder Fantasy? "Das Regenbogentor" bewegt sich entlang der Trennlinie zwischen den Genres. Der aufmerksame Leser kann jedoch schon im ersten Teil des Zyklus erahnen, in welche Richtung das Pendel ausschlägt.

Über den Autor:

Der Autor ist Wirtschafts- und Geschichtswissenschaftler. Neben geschichtswissenschaftlichen Werken verfasst er unter dem Pseudonym Ron F. Landis Romane, die nicht in dieses Metier fallen.
Er kam in den Sechzigerjahren durch die Lektüre von Aldiss, Asimov, Clarke, Heinlein, Herbert, Silverberg, Vance und vielen anderen zur Science Fiction. Nicht zu vergessen: Jules Verne, der Mitbegründer des Genres. Und vor einem halben Jahrhundert gab es auch ein ambitioniertes Autorenteam um K. H. Scheer und Clark Darlton...

Der Roman ist erhältlich als:

eBook in allen eBook-Stores zum Preis von 1,99 Euro
ISBN: 9783745005783

Softcover (144 Seiten) bei verschiedenen Online-Buchhändlern zum Preis von 7,99 Euro (Amazon hat es leider noch nicht auf die Reihe bekommen).
ISBN: 9783745005905

Angehängte Dateien



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Roman: Der Tag an dem die Welt ausfiel

Geschrieben von fictionality in KlöppingSF (MegaFusion u. a.), 07 August 2017 · 83 Aufrufe
MegaFusion, Sven Klöpping, Roman und 2 weitere...

Roman: Der Tag an dem die Welt ausfiel Yes!

Mein Roman-Erstling ist erschienen.

Jetzt bin ich endlich kein reiner Kurzgeschichten-Autor mehr, sondern habe auch was "Richtiges" vorzuweisen. Also, ihr dürft bestellen!

Klappentext:

"»Die Gefühle der Menschen sind gefährlich. Über viele Jahrhunderte hinweg haben sie zu Chaos, Leid und schrecklicher Gewalt geführt. Ich - das Verhaltenskontrollsystem - habe diese animalischen Instinkte durch echte Werte wie Freundlichkeit, Zuvorkommenheit und Charme ersetzt. Natürlich muss ich zu diesem Zweck alle Menschen mit Kameras überwachen. Deshalb gibt es bei mir auch keine Privatsphäre mehr; nur noch eine Sphäre des Lächelns, der Sympathie und der guten Laune...«

Sven Klöppings kompromissloses (und geradezu wahnwitzig originelles) Roman-Debüt DER TAG, AN DEM DIE WELT AUSFIEL gleicht einem Parforceritt durch die von ironischem Neonlicht erhellten Gassen und Hinterhöfe der Science-Fiction-Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts und zeigt sich stilistisch der britischen New Wave (unter besonderer Berücksichtigung von Michael Moorcock und Brian W. Aldiss) zugeneigt. Ein Leckerbissen für alle, die an der Science Fiction das Außergewöhnliche und Unberechenbare lieben!"

Viel Spaß!


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Warum England?

Geschrieben von Peter Georgas-Frey in Peter Georgas-Frey's Blog, 03 August 2017 · 102 Aufrufe

Wie versprochen melde ich mich heute zurück, da es erste Details zu meinem nächsten Buch gibt:
Und das Erste was ich verraten will B-) :

Er spielt in England.
Sagen wir Großbritannien.
Wann? Das wird noch nicht verraten, aber die Zeit spielt eine gewichtige Rolle.
Wo genau? Das wird noch nicht :wink2: … es sind aber wenige Schauplätze.

Aber warum die britischen Inseln?
Dazu kann ich etwas verraten:

Das Königreich hat mich immer fasziniert (auch, wenn ich nie dort war).
Das beginnt mit der Artus-Sage und den Rittern der Tafelrunde, das setzt sich fort mit Tolkien, Sir Arthur Conan Doyle und endet vermutlich nicht mit Bernhard Cornwell und Neil McGregor.
Es hat mit meiner Liebe zum English Breakfast Tea und Earl Grey, weniger mit den Beatles, mehr mit New Model Army und The Cure zu tun.
Es begleitet mich morgens, wenn ich etwas Taylor of Old Bond Street auflege und abends, wenn ich ein Ale genieße.
Es hat etwas mit den Menschen zu tun, die in einem Büro sitzen und die Längen- und Breitengrade der Welt errechnen, die als Seefahrer groß, als Kultur aber immer provinziell bleiben. Für die meisten reicht der Pub, um die Ecke.
Gewiss schwingt etwas Keltentum mit, denn ich sehe, wenn Tolkien von den Elben erzählt, eine Horde Kelten, an den Stränden Frankreichs stehen, auf dem Weg die „alte Welt“ zu verlassen …
Und, wenn ich an Avalon denke, denke ich nur ein bisschen an ein versunkenes Eiland für Zauberer, denn die Landschaften des Inselreich, ob hoch im Norden, in den Highlands oder die grünen Wiesen entlang der Flussläufe, die haben Magie, auch ohne Magie.
Auch, wenn ich mir gerne Merlin vorstelle, der von einer der alten Burgen auf einer Anhöhe, einen schmalen Wiesenweg herabsteigt, um das Gute der Welt zu verteidigen und das Böse zu besiegen.
Kurz: Es ist die Atmosphäre aus Nebel und Magie, Königen und Zauberern, Punks und Gentlemen, die mich fasziniert. Ob das alles zur Geschichte passt oder so mit der Geschichte zu tun hat, die ich erzähle, das ist eine der spannenden Fragen die ich mir stelle …

Ich wünsche euch einen schönen Abend, wo immer ihr seid :thumbup:

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Die Zeit vergeht...

Geschrieben von Gallagher in Gallaghers Chronik, 31 July 2017 · 163 Aufrufe
Singapore

Und schon ist der erste Monat in der neuen Heimat um. Das ging schnell. Inzwischen haben wir unser Penthouse bezogen und schon fast vollstaendig eingerichtet. Die ersten Tage sah es schlimm aus, wie Dresden 1945: die Moebelpacker hatten halt alles irgendwo hingestellt, meistens zumindest in das richtige Zimmer, aber laengst nicht an seinen richtigen Platz. Wir haben uns dann Zimmer um Zimmer vorgekaempft, und wenn heute die Deckenventilatoren installiert und die Buecherregale geliefert worden sind, dann bleibt eigentlich nur das Zimmer unserer Tochter einzurichten. Aber da unsere Juniorchefin im Moment noch durch Europa tourt und erst in ein paar Wochen hier einschwebt, hatte das bisher keine Prioritaet.

Ach ja: eine Anekdote aus der Reihe "ulkige Begebenheiten, die Big G bei der Einreise in exotische Länder widerfahren sind" habe ich auch noch. Ihr kennt doch diese in Kunststoff eingeschweisste erste Seite, die in euren Reisepass eingenaeht ist? Es zeigt sich, dass dieser Kunststoff an der Naht offenbar nur begrenzt belastbar ist. Beim Scannen des Passes gehen die Schalterbeamten ja oft nicht gerade pfleglich mit den Dokumenten um und biegen sie gerne auch mal schoen weit auf. Bei meiner Ankunft in Shanghai kam dann, was kommen musste: die erste Seite fiel heraus. Die Grenzpolizistin steckte sie wieder zurueck, stempelte den Pass, als sei nichts geschehen, und gab ihn mir zurueck.

Und jetzt? Wie sollte ich wieder aus China raus und nach Singapur reinkommen? Bei der Ausreise oder spaetestens Einreise musste das doch jemanden auffallen! Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie den Pass in dem Zustand akzeptieren wuerden. Und wenn ich die Seite mit Tesafilm wieder einkleben wuerde, haette man vermutlich erst recht gedacht, dass da irgendwas seltsam waere. Ich sah mich schon wie Tom Hanks auf alle Ewigkeit im Terminal hausen...

Das deutsche Generalkonsulat in Shanghai war dann so freundlich, mir einen vorlaeufigen deutschen Reisepass mitzugeben. Fuer den Fall, dass jemand meinen kaputten Pass anzweifeln wuerde, hatte ich dann immer noch ein Backup. Dazu musste aber erst noch das OK vom Konsulat meines letzten Wohnorts in Dubai eingeholt werden, welches dann auch noch im letzten Moment kam, ehe die Kollegen in Dubai in ihr freitaegliches Wochenende gingen.

Natuerlich war die ganze Aufregung umsonst. Meinen defekten (und vom Konsulat geflickten) Reisepass hat auf dem Rueckweg komischerweise niemand beanstandet. Da aber ohnehin nicht mehr viele Seiten frei waren, habe ich jetzt hier in Singapur einen neuen beantragt. Das dauert satte drei Wochen - und das ist schon das Expressverfahren! So lange habe ich Zeit, mein Buero und die Stadt zu erkunden. Mit der naechsten Dienstreise warte ich lieber, bis der naechste Pass da ist...

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Im Herbst mal John Sinclair lesen

Geschrieben von Oliver in OliBlog, 24 July 2017 · 263 Aufrufe
John Sinclair

Ein treuer und großer Fan von John Sinclair war ich nie. Trotzdem hat mich die Figur mein Leben lang irgendwie begleitet, auch wenn ich nie viel oder fast nichts von John Sinclair gelesen habe; die phantastischen Elemente waren mir immer zu willkürlich und Rellergerds ABC-Schützen-Schreibstil nicht mein Fall. Ziemlich gerne habe ich Anfang/Mtte der 80er allerdings die Hörspiele des Tonstudio Braun gehört, auch und gerade, weil die heute eher amüsant-belustigend wirkenden harmlosen Schlüpfrigkeiten mich als vorpubertären Jugendlichen noch leicht überfordert hatten. Seit ich Anfang diesen Jahres mit ziemlicher Wucht wieder Hörspiele für mich entdeckt habe, höre ich gerne und häufig die bei Lübbe Audio erscheinenden neuen (naja, gibt es auch bald 20 Jahre..) Sinclair-Hörspiele, die mir in ihrer flotten und gekonnten Machart sehr zusagen, so dass ich inzwischen zu den regelmäßigen Käufern jeder Neuerscheinung zähle. Und auch in die wiederveröffentlichten Tonstudio Braun-Folgen gerne wieder reinhöre. So habe ich beides: Den Retro-Charme der alten Hörspiele und die neuen Hörspiele, die zeigen, dass die Serie John Sinclair cool und tight sein kann.

In den nächsten Monaten werde ich sogar, deshalb schreibe ich das hier, vermehrt Sinclair lesen, denn es erscheinen einige sehr bemerkenswerte Romane. Zunächst (Ende September) zwei interessant klingende Sonderbände, einmal ein Zweiteiler namens „Oculus“ von Wolfgang Hohlbein, der Sinclair als postapokalyptisches, weltumspannendes Fresko neu erzählt. Dann ein Roman namens „Brandmal“, den Sinclair-Regular Florian Hilleberg (Pseudonym Ian Rolf Hill) mit dem bekannten medizinische Forensiker und TV-Promi Dr. Mark Benecke verfasst, und jetzt komm es, das finde ich wirklich bemerkenswert: Benecke ist 1. Co-Autor, 2. tritt im Roman selbst als Figur und Ermittlungspartner von John Sinclair auf und 3. vertont sich wohl im zum Roman erscheinenden Hörspiel auch noch selbst! Wow, was für eine Personalunion! Das hört sich sehr lässig an, das muss ich mal antesten.
Im Januar 2018 werde ich dann gespannt mal reinlesen in „John Sinclair – Dead Zone“ von Dennis Ehrhardt (kommt, warum auch immer, nicht bei Lübbe, sondern bei Fischer/TOR?!), der ja auch für die Hörspielserien verantwortlich zeichnet und als Showrunner von Dorian Hunter längst ein Grusel-Veteran ist. Dead Zone ist, nachdem Perry Rhodan und Jerry Cotton („Neo“ resp. „Reloaded“) es vorgemacht haben, der (überfällige?) Reboot der Serie. Auch hierzu werden Hörspiele erscheinen, die sich, ist ja schwer ‚in‘, in „Staffeln“ gliedern werden. Ob „Dead Zone“ der Serientitel oder nur der Titel der ersten Staffel ist, weiß ich noch nicht.

Der Serie John Sinclair scheint es nach wie vor ziemlich gut zu gehen, sonst würde das Produkt-Universum wohl nicht so expandieren: Neben der Hauptserie (mit drei laufenden Hörspielserien als Begleitung) gibt es ja auch noch drei Spin Ofs: 1. Die Nachwuchs-Serie „Sinclair Academy“ (auch als inszeniertes Hörbuch), 2. der Spin-Of um Bill und Sheilas Sohn Johnny Conolly namens „Dark Land“ (spielt in einer anderen Welt) und 3. sporadisch einzelne Romane als Mini-Reboot modernisiert nacherzählt auf Englisch, auch dazu gibt es schon ein paar englische Hörspiele.

In diesen Serien-Universum kann man also sehr tief eintauchen, wenn man möchte. Immer gemach, erstmal die erwähnten Neuheiten antesten.

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Der Blackthorn-Code: Das Vermächtnis des Alchemisten (Rezension, #48)

Geschrieben von Sierra in Metaphernpark, 17 July 2017 · 252 Aufrufe
Abenteuerroman, Blackthorn und 7 weitere...

Ein todesmutiger Held, der sich mit einer Alchemisten-Sekte anlegt, viel Old-London-Flair und Rätsel en masse, der »Blackthorn-Code« war beim ersten Durchgang der boys & books-Juryarbeit mein Favorit. Dabei mache ich einen weiten Bogen um Apotheker-Romane und um Werke mit »Vermächtnis« im Untertitel ... normalerweise.


Der Blackthorn-Code: Das Vermächtnis des Alchemisten (Rezension, #48)

Inhalt:

Christopher Rowe, ein vierzehnjähriges Waisenkind, lebt beim legendären Londoner Apotheker und Alchemisten Benedict Blackthorn. Christopher könnte eigentlich nicht glücklicher sein, denn sein Meister lehrt ihn nicht nur das gängige Apothekerhandwerk, sondern auch die Entzifferung von Geheim-Botschaften und Rätseln. Doch leider sind es unruhige Zeiten im Jahr 1665: Mörder treiben an der Themse ihr Unwesen und fast immer sind es Apotheker, die getötet werden. Obwohl Lord Richard Ashcombe, der Beschützer des Königs, und seine Leute den Verbrechern dicht auf den Fersen sind, fällt auch Blackthorn der Mordserie zum Opfer. Zusammen mit Tom Bailey, einem befreundeten Bäckersjungen, bleibt Christopher nur wenig Zeit, um die von Blackthorn hinterlassenen Geheimcodes zu entschlüsseln und die Mörder zu enttarnen. Dabei gerät Christopher in den Dunstkreis eines mächtigen Geheimbunds um den Alchemisten Oswyn, der eine Verschwörung gegen den Hofstaat von König Charles‘ plant und dazu eine hochexplosive Substanz – das sogenannte Feuer des Erzengels – herstellen will. In letzter Sekunde kommt Christopher Oswyns Plan auf die Schliche und auf einem abgelegenen Friedhofsgelände entbrennt ein Kampf auf Leben und Tod.


Beurteilung:

»Geheimnisse über Geheimnisse. Codes innerhalb von Codes« (S. 314) – Dieser Abenteuerroman, der im historischen London des 17. Jahrhunderts spielt, ist ausgesprochen spannend! Kevin Sands gelingt es in der unterhaltsamen Geschichte bravourös rätselhafte, actionreiche und humorvolle Handlungselemente zu verbinden, sodass der junge Leser das Buch vermutlich gar nicht aus der Hand legen will. Christopher, der die Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt, ist ein sympathischer Protagonist, der in vielen brenzligen Situationen List und alchemistisches Wissen an den Tag legt. Obwohl er ein Waisenkind ist und vielen Lesern diese Lebenslage möglicherweise nicht vertraut ist, eignet sich Christopher dennoch gut als Identifikationsfigur. Sein Freund Tom übernimmt dabei die Rolle des unterstützenden Begleiters. Obwohl er nur ein »Möchtegerne-Soldat« (S. 11) ist, vermittelt er Christopher – und damit auch dem Leser – selbst an besonders geheimnisvollen Orten und in gefährlichen Situationen ein Stück Geborgenheit. Außerdem ist Tom immer für einen lustigen Wortwechsel mit Christopher gut, sodass der Humor in der Geschichte nicht zu kurz kommt.

Der »Blackthorn Code« greift eine ganze Reihe von interessanten Themen auf: Neben dem Kriminalplot, der natürlich sogleich an Arthur Conan Doyles Geschichten um »Sherlock Holmes« denken lässt, werden durch die Themen Freundschaft und die Alchemie – als eine spannende Geheim- und Grenzwissenschaft – weitere Leseanreize geschaffen. Die Geschichte ist aber auch wegen der Überschneidungen zum Mystery-Genre originell. Denn die Rätsel, die Blackthorn seinem Lehrling hinterlassen hat, sind sehr stimmig mit der Handlung verwoben und werden nur schrittweise gelöst. Zum einen wird der Leser aufgefordert, die Codes gemeinsam mit Christopher zu entschlüsseln und so auf beinahe interaktive Weise Anteil am Handlungsfortschritt zu nehmen. Zum anderen dienen die Rätsel als retardierende Elemente, um den dramatischen Höhepunkt der Handlung, die insgesamt nur wenige Tage umfasst, hinauszuzögern.

Der Roman lässt sich flüssig lesen und trumpft mit einem buchstäblich explosiven Showdown auf, bei dem die Verschwörer ihre geballte Ruchlosigkeit an den Tag legen. Für sensible Leser könnten allerdings einige der Kampfdarstellungen womöglich zu einer kleinen Belastungsprobe werden. Andererseits obsiegt Christopher letzten Endes immer dank seiner Cleverness und nicht wegen seiner Kampfkraft. (bf)


Gesamteindruck: ++++ (5 / 5)


Bibliografische Angaben: Kevin Sands: Der Blackthorn-Code. Band 1: Das Vermächtnis des Alchemisten. München: dtv, 2016. S. 330. ISBN: 978-3-423-76148-2. EUR 15,99.

Quelle: boys & books, Juli 2017

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Ein paar Fragen an Eva Völler

Geschrieben von heschu in heschu's Blog, 13 June 2017 · 214 Aufrufe
Zeitenzauber, Jugendbücher und 2 weitere...

Die Autorin kennt man wohl eher durch ihre Frauenromane, von denen auch einer verfilmt wurde. Doch Eva Völler ist nicht einseitig. Sie schreibt auch Thriller, Krimis und Reiseromane und bedient das historische Genre.
Aber was mir außerdem noch positiv auffällt, sie verfasst Jugendbücher. Ihre "Zeitenzauber Trilogie" ist lesenswert. Ich mag den unglaublich leichten Schreibstil der Autorin sehr.
Am 21.7.17 kommt der erste Band von "Time School" heraus, ein Roman um eine Zeitreise-Akademie. Das Buch ist für Leser ab 12 Jahre geeignet.
Zum Interview geht es hier.

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Rund um "Atlan in Not"

Geschrieben von MoiN in Parallele Universen 2, 31 May 2017 · 231 Aufrufe

(Hier werden von Zeit zu Zeit Beiträge erscheinen, die näher oder entfernter mit der Geschichte zu tun haben...)

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Pause oder Ende ...

Geschrieben von valgard in Sternenportal, 02 February 2017 · 78 Aufrufe

Ich bin mir noch nicht ganz schlüssig ob ich hier schließen soll!?
Vorläufig ist PAUSE hier angesagt
Wie lange?

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Neuerscheinung "Der ganz reale Tod" von Frank Mause, tredition/Hamburg

Geschrieben von Frank Mause in Neuerscheinung "Der ganz reale Tod", 01 September 2016 · 1058 Aufrufe
Buch, Science Fiction, Kassel und 2 weitere...

Neuerscheinung "Der ganz reale Tod" von Frank Mause, tredition/Hamburg Hallo!
Ich möchte euch meinen ersten Roman vorstellen, der am 2. August bei Tredition/Hamburg erschienen ist:

Trailer: https://youtu.be/ht-_3IsbDno

Titel: "Der ganz reale Tod - Verloren zwischen Netz und Wirklichkeit"
Autor: Frank L. Mause
Genre: Science-Fiction made in Germany, Thriller, Agententhriller, Kassel
Format: Paperback 15,99 €, Hardcover 24,99 €, Ebook 3,99 Euro

Inhalt:
Action, Technik, Verwirrung, Spannung - eingebettet in eine verrückte Welt in rund fünfzig Jahren, eine Welt, wie sie eigentlich niemand will! Doch ist das ganz real, mitten unter uns, hier, in Deutschland? Sie glauben völlig unmöglich? Nein, nur eben sehr unwahrscheinlich, so wie eine Kern­schmelze in einem Atomkraftwerk im Osten Frankreichs! Jah­re nach dieser nuklearen Katastrophe startet die Geschichte: Jorik Nigge arbeitet für das öffentliche Sicherheitsmanage­ment der UN in Kassel. Bei der Fahndung nach Terroristen verbringt er unanständig viel Zeit in der Realität. Als es end­lich eine vielversprechende Spur gibt, sterben Kollegen. Sein Chef lässt ihn fallen, wie eine heiße Kartoffel. Und dann ist da noch dieser undurchsichtige Joes Soestken, der vor der buchstäblich mangelhaften Wirklichkeit in eine Art virtuelle Wohlfühlwelt geflüchtet ist. Jetzt hat er Stress mit einem unheimlichen Wesen namens Hugo Weise aus dem Netz. Doch wie passt das zusammen? Jorik Nigge schlüpft in eine Tarnidentität und gemeinsam mit Joes Soestken verfolgen sie diesen Weise, einen Hybriden aus Mensch und Maschine. Die Jagd führt sie quer durch eine sich immer mehr ver­mischende Welt aus Realität und Virtualität. Auf dem Mond stellen sie schließlich fest: Der Tod ist ganz real!


Zum Autor:
Frank L. Mause, geboren 1964 in Bruchhausen an den Steinen (Hoch­sauerland), durchlief ab 1984 eine knapp zehn Jahre währende Lauf­bahn vom Rekrut bis zum Offizier. In dieser Zeit studierte er Geodäsie an der Universität der Bundeswehr München und leistete Verwaltungshilfe beim „Aufbau Ost“ in Sachsen-Anhalt. 1996 schloss er das 2. Staats­examen ab und trat in den hessischen Landes­verwaltungs­dienst ein. Seit 2010 ist er Leiter des Amtes für Boden­management Kor­bach.
Mause lebt mit seiner Familie in Bad Arolsen, fährt gern Rad und liest viel – meist natürlich Science-Fiction. Seine „Privatbibliothek“ umfasst mehr als 500 Romane, geschätzt noch einmal so viel lieh er aus. So auch den ersten Roman, an den er sich erinnert: „Das Sternenreich Mo“ von Richard Koch – vor ca. 40 Jahren für 5 Pfennige aus der Bibliothek der Kirchengemeinde.
Ausführliche Infos, Trailer und Leseprobe:
http://www.frankmause.de

Wenn Euch das Buch gefallen hat, bin ich an positiven Bewertungen und Rezensionen interessiert.

Danke und viel Freude mit dem Buch
Frank L. Mause


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SF-Dinosaurier im Januar

Geschrieben von † a3kHH in SF-Dinosaurier, 20 December 2015 · 1523 Aufrufe

Ein neues Flugzeug - die Concorde
TERRA SF 490 - Murray Leinster : Die Lauscher in der Tiefe
Hightech 1965 - Lohnabrechnung mit IBM-Lochkarten
TERRA SF 489 - Eric Frank Russell : Das Grundrecht des Universums
Fritz-Otto Busch : Die Strandung der finnischen Bark "Paul"
Bionda / Krain (Hrsg.) : Funken der Unendlichkeit
Terra SF inside - TERRA lacht ... über Thor Konnat
TERRA SF 486/487 - Robert A. Heinlein : Abenteuer im Sternenreich
TERRA SF inside - Fandom 1966
TERRA SF 485 - Ernst Vlcek : Der Fluch der Unsterblichen
TERRA SF inside - Perry Rhodan (18)
TERRA SF 484 - Chad Oliver : Menschheitsdämmerung
TERRA SF inside - Perry Rhodan (17)
TERRA SF 483 - Kurt Brand : Im Para-Dschungel
TERRA SF inside - Perry Rhodan (16)
TERRA SF 482 - Daniel F. Galouye : Zweikampf der Giganten
Terra SF inside - Perry Rhodan (15)
TERRA SF 481 - Hans Kneifel : Der lautlose Fremde
TERRA SF 478/479 - Stanislaw Lem : Eden
TERRA SF 480 - Randall Garrett : Der Denker und die Rebellen
TERRA SF 477 - E. C. Tubb : Die Mondstation
TERRA SF 476 - H. G. Ewers : Der Scout und der stählerne Götze
TERRA SF 475 - Milton Lesser : Die Weltensucher
TERRA SF 474 - Richard Koch : Flug in die Antimaterie
TERRA SF 304 - H. G. Ewers : Der Tod eines Botschafters
Lois McMaster Bujold : Diplomatic Immunity
Michael K. Iwoleit : Ein paar wohlüberlegte Anmerkungen
Lois McMaster Bujold : A Civil Campaign
Lois McMaster Bujold : Komarr
Lois McMaster Bujold : Memory
Lois McMaster Bujold : Cetaganda
Lois McMaster Bujold : Ethan of Athos
Lois McMaster Bujold : Mirror Dance
Lois McMaster Bujold : Brothers in Arms
Lois McMaster Bujold : The Vor Game
Lois McMaster Bujold : The Warrior's Apprentice

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Schülerfragen

Geschrieben von Ines in Ines' Blog, 26 November 2015 · 6012 Aufrufe

Auf die Frage, was meinen Schülern so zum Thema durch den Kopf geht ... diese Fragen:

Warum kommen die Flüchtlinge zu uns?
Warum finden alle Deutschland toll?
Warum gibt es Krieg bei den Flüchtlingen?
Warum streiten sich so viele?
Wann kommt der Krieg zu uns?/ Kommt der Krieg zu uns?
Warum gibt es Krieg? Wie entsteht Krieg? Warum machen die Menschen das?
Warum sind die Anschläge genau losgegangen, als die Flüchtlinge zu uns kamen?
Woher kommt der Name/das Wort Flüchtlinge?
Wie geht es den Flüchtlingen?
Wer macht den Krieg?
Warum wollen sie jetzt auch Krieg in Deutschland führen?
Warum führen sie in Syrien Krieg?
Wie viele Menschen sind noch in Gefahr?
Wie viele Menschen kommen nach Deutschland?
Wie viele Flüchtlinge sind auf der Flucht?
Warum mag jemand die Flüchtlinge nicht?
Wann sind die Flüchtlinge hergekommen?
Was ist schlimmer: Bomben oder Krieg?
Warum bekommen die Flüchtlinge Geld von uns?
Gehen die Flüchtlinge auch nach China?
Welche Länder nehmen die Flüchtlinge auf?

Ich hab schon so eine Idee, wie ich das bei meiner Arbeit einbauen will. aber ... wie würdet ihr antworten? Pickt euch was raus!
Gruß Ines

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Neues von der Raumzeitlegende!

Geschrieben von Sah-Gahn in Raumzeitlegenden, 27 February 2015 · 1629 Aufrufe

Hallo liebe Science-Fiction Freunde!

Wie angekündigt, gibt es Neuigkeiten von der "Raumzeitlegende!" Das E-Book gibt es jetzt mit erweiterter Leseprobe.
Hinzugefügt ist das Kapitel - Die Orbitalstationen!
Hier noch mal der Link: http://bit.ly/1EvK4sr
Viel Spaß beim lesen wünscht,
Sah-Gahn!

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AGM-Magazin 23

Geschrieben von Nina in Von Chaos bis Zukunft - Ninas Blog, 23 February 2015 · 3335 Aufrufe
AGM-Magazin

Auch in der 23. Ausgabe des AGM-Magazins sind wieder Beiträge von mir über Bücher zu finden.

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