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Kolumne: Bücher, Bücher, Bücher - gerade jetzt!

Geschrieben von HMP in Haempes Gedankenspiele und anderes..., 28 March 2020 · 7 Aufrufe

Jetzt ist Zeit für Bücher. Nicht nur, sehr wahrscheinlich nicht einmal vordringlich, aber doch auch. Ja, auch in dieser Zeit gibt es Bücher, die Ihr kaufen könnt. Vielleicht ist gerade auch jetzt die richtige und notwendige Zeit dafür. Warum?

Kolumne: Bücher, Bücher, Bücher - gerade jetzt!



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Leseliste März 2020 - blöde Zeit, aber gute Bücher

Geschrieben von T.H. in Thomas Hofmanns Phantastische Ansichten, 28 March 2020 · 60 Aufrufe
Sebastian Guhr, Mark Fisher und 1 weitere...

Der Monat war – was die Lektüre anbelangt, the rest is a nightmare – ergiebig und gut für mich. Ohne Schnörkel, hier also einfach meine Leseliste für März:

10 – Adrian Tchaikovsky: „Die Kinder der Zeit“
Nach den eher destillierten, komprimierten, aber absolut fantastischen Romanen von Sebastian Guhr, auch nach den durchaus auch konzentriert erzählten – zu heute vergleichsweise kurzen – Romanen von Michael Moorcock wollte ich doch mal wieder zum Ausgleich einen schönen, dicken SF-Schmöker konsumieren.
Okay, reicht dann auch mal wieder. Irgendwie bin ich wohl inzwischen durch meine übrige Lektüre „verdorben“: Ehe ich kurz zusammenfasse, dass der Roman gar nicht schlecht ist, muss ich als erstes einfach loswerden: Der ist zu dick, zu ausufernd, zu redundant, zu… dick.
Die Ideen sind schon großartig. Dabei holt der Autor auch recht weit aus, was bei der Dicke des Buches sicher angemessen ist.
Die Menschheit hat sich zu den Sternen aufgemacht, aber auch selbst vernichtet und ein Erbe auf der Erde hinterlassen, dass es den Überlebenden, die eine neue Zivilisation gründen, unmöglich macht, auf der Erde zu bleiben. Also werden Archen entsandt, auf einer davon finden wir uns als Leser wieder.
Parallel wird – konsequent Kapitel für Kapitel alternierend zum Archen-Plot – von einer wunderbaren, superinteressanten Evolution auf einer fremden Welt erzählt. Es wurden nämlich von der alten Erde initiierte Terraforming-Programme auf fremden Welten angestoßen. U.a. wurden modifizierte Viren ausgesetzt, die bei extra eingeführten Tieren eine beschleunigte Evolution initiieren sollen. In unserem Fall waren aber keine Affen oder andere Säuger die Empfänger des Virus, sondern Spinnen und Insekten.
Deren Evolution zu vernunftbegabten Wesen, die eine Zivilisation aufbauen, verlief dann auch ganz anders als bei uns Säugern. Da der Autor u.a. auch Biologe ist, kann man sicher davon ausgehen, dass das Geschilderte Hand und Fuß hat – bei aller großartigen, phantasievollen Beschreibung.
Irgendwie darf ich nicht zu viel verraten, damit potentiellen Lesern der Spaß nicht genommen wird; ich hör schön auf, ist gut.
Aber natürlich treffen die hochentwickelten Spinnen am Ende, die gerade dabei sind, auf ihren Seidenfäden den nahen Weltraum zu erobern, mit den Menschen der Arche zusammen, denen der Po auf Grundeis geht, weil ihr Schiff nun schon Jahrtausende unterwegs ist, langsam zerbröselt und sie wohl endlich irgendwo ankommen müssen, wenn sie nicht alle umkommen wollen.
Es gibt so viele interessante Aspekte: Z.B. die Rolle der Ameisen u.a. Insekten auf der Spinnenwelt, oder wie das mit dem Alter der Archen-Menschen ist, die immer mal „aufgetaut“ werden, um was zu machen, dann aber partiell wieder in Hyperschlaf versetzt werden, Jahrhunderte später wieder aufwachen. Man kommt da schon etwas durcheinander.
Der menschliche Plot überzeugte mich dabei nicht so wie der mit den Spinnen. Was bei der Spinnenerzählung allerdings komisch war, waren die Namen: Bianca, Viola, Fabian – sie sind so anders als wir Menschen und haben solche Namen?
Auch die Art und Weise der Wissensvermittlung bei den Spinnen ist interessant, da der Autor ja davon ausgeht, dass Spinnen keine Brutpflege betreiben, also sowas wie Schulen eher nicht erfunden werden.
Und am Ende gibt es zwar eine Endschlacht, wo ich schon dachte: Okay, jetzt machen wir hier wieder die 08/15-Krieg-der-Welten-Show, aber am Ende gibt es ein versöhnliches, utopisches Ende. Vielleicht nicht unumstritten, denn im Hintergrund schwebt die Grundfrage: Was ist entscheidend im Zusammenleben vernunftbegabter Wesen: Sozialisierung oder Vererbung?
Wenn das Ganze nicht so ausufernd, mitunter schon etwas zäh und zu ausführlich, bis fast langweilig erzählt gewesen wäre, wären es satte 10 Punkte, so aber „nur“:
7 / 10 Punkte

11 – Mark Fisher: „Gespenster meines Lebens“
Weiter auf meinem Pfad der „Ich lese alles von Mark Fisher“-Challange. Oh, nee, das klingt zu… modern. Außerdem gibt es so viel auf Deutsch auch gar nicht, als dass dies eine Herausforderung wäre.
Das Buch fasst seine Essays zur Musik zusammen, vor allem zur Musik, aber nicht nur. Nun hat er durchaus einen anderen Musikgeschmack als ich, aber das macht die Lektüre nicht schlechter. Fast im Gegenteil: Ich habe ein paar Sachen kennen gelernt, die mir vorher nicht bekannt waren – und die ich durchaus mögen könnte.
Das Stück „Ghosts“ von Japan z.B. – sicher eines der für die Essaysammlung titelgebende Inspiration: Ich kann es zurzeit täglich mehrere Male hören. Großartig. Hatte ich, obwohl ein „Kind der 80er“ damals gar nicht wahrgenommen; oder es ist nicht haften geblieben.
So eine Entdeckung befeuert natürlich auch weitere Recherchen. David Sylivan und seine Kooperationen, die durchaus später sehr schnulzig wurden, haben es mir nun auch angetan.
Schwieriger ist es mit dem, was aus Rave und Hip-Hop wurde. Das sind nicht unbedingt meine Musik-Felder – obwohl, so ganz stimmt das auch schon lange nicht mehr. Trip-Hop von U.N.K.L.E, Massive Attack und Archive gehören nun schon seit Jahren zu meinem Repertoire.
Aber Fisher meint noch was anderes. Na ja, BURIAL kannte ich vorher auch nicht, jetzt schon. Ist interessant, aber ob ich es in meinen persönlichen Kanon übernehme? Oder die Arbeiten des Labels Ghost Box – das ist dann auch Zeug, das man absolut nicht einfach mal so hört, oder hören kann. Und es ist auch das, was Hauntology am Ehesten meint.
Auf alle Fälle schreibt Fisher nur selten einfach so über Musik, seine Eindrücke, journalistisches Beiwerk dazu. Er ordnet ein, seine Sicht auf die Welt, auf die neoliberale Gesellschaft sind omnipräsent – das reicht allemal für mich, um „mit dem Textmarker zu lesen“.
Er entwickelt, na ja, skizziert zumindest (könnte für meinen Geschmack ausführlicher und begründeter erzählt werden) seine besondere Sicht auf die (Musik-) Kultur der 90er, Nuller und 10er Jahre, die mehr aus der Vergangenheit recycelt und damit Gespenster weckt und wach hält – was da passiert, nennt er, anknüpfend an andere Philosophen; Hauntology. Und so ist auch der Untertitel: „Depression, Hauntology und die verlorene Zukunft“. (So nebenbei liefert er auch die Begründung dafür, dass wir als Elterngeneration gar nicht mal mehr „abgeschreckt“ sind von der Musik unserer Kinder. Das ist ja ein Umstand, der neu ist in der Moderne. Pop und Rock waren für meine Eltern jedenfalls noch ein Unding. – Interessant wäre die Frage, wie „die Jugend“ von heute damit umgehen kann, denn sie können sich schwerer von den „Alten“ abgrenzen.)
Okay, ein Buch voller Inspirationen, Anregungen – zum Denken, Nachschlagen, Weiterrecherchieren, Einordnen. Und wieder: Schade, dass es ihn nicht mehr gibt!
9 / 10 Punkte

12 – Sebastian Guhr: „Philpots Reise“
Jetzt also doch gelesen! Das war ja dann so ein toller Zufall – der ja nicht wirklich ein Zufall war, wenn man anerkennt, dass das SF- und Phantastik-Fandom einfach mal nicht so riesig ist, und ich das Buch unter den Angeboten eines Mitgliedes dieses Forums hier in einer Buchverkaufsplattform im Netz fand. Dabei gilt: Das Buch ist schwer zu bekommen.
Ich hatte schon gedacht, dass der gelernte Philosoph Sebastian Guhr diese Swift-Gulliver-Hommage „philosophischer“ ausnutzt. Ich hatte das sogar befürchtet: Würde ich da überhaupt alle Anspielungen verstehen? Wäre das Ganze am Ende zu akademisch? Aber nein, diese Befürchtung hat sich nicht bestätigt, das Buch ist eher eine locker erzählte Geschichte, die ihre Komik aus den Situationen bezieht, die nun mal entstehen, wenn so ein Winzling in die Welt seiner einst angebeteten Riesen gerät, die sich als gar nicht so überlegen und göttlich erweisen.
Mehr dazu dann im NEUEN STERN, wie so oft 😊
7 / 10 Punkte

13 – Mark Fischer: „Das Seltsame und das Gespenstische“
Spätestens jetzt hätte mich der Autor voll auf seiner Seite. Hier widmet sich Mark Fisher vor allem phantastischen Werken (Literatur, Film) und seine Auswahl – so ein Zufall – trifft bei mir voll ins Schwarze! Bei dem Thema fängt er natürlich bei Lovecraft an. Der Essayband ist diesmal offensichtlich als solcher konzipiert gewesen; sonst werden ja eher thematisch passende Artikel von ihm zusammengestellt. Hier scheinen sie originär für den Band geschrieben worden zu sein, oder wurden von ihm zumindest noch mal angepasst. Er beginnt daher mit einer Einführung, in der er auf die Begrifflichkeiten eingeht, also auf das Seltsame und das Gespenstische. Nun ja, muss man vielleicht nicht unbedingt haben, schon gar nicht so eine dezidierte Unterscheidung dieser Begriffe und deren Wiederspiegelung in den Werken. Dazu überschneiden sie sich inhaltlich zu sehr, finde ich. Allerdings hat er mich mit seinen Worten, was denn nun „gespenstisch“ ist, bzw. was eine Situation zu einer gespenstischen macht, für sich gewonnen. Auf den Punkt gebracht (nee, verrate ich hier nicht).
Aber die Auswahl! Ich war schon etwas sehr erstaunt, wie weit ich mit meinen Vorlieben auf dem Gebiet der Phantastik mich bei ihm wiederfinden kann.
Da nennt er z.B. H.G. Wells – eine Erzählung – und zwar eine, die ich schon vor 30 Jahren las und die ich seitdem zu einer meiner Lieblingsstories überhaupt zähle; und genau die wählt er aus: „Die Tür in der Mauer“!
Dann: China Miéville! Christopher Priest! Tim Powers! P.K. Dick sowieso. Daphne du Mauriers „Vögel“ und „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ (letzteres insbesondere). Aber auch Sachen, die ich nicht so im Fokus hatte, die mir aber Inspiration sein sollen: M.R. James (zu meiner Schande muss ich dies gestehen), die Quatermass-Filme, D.M. Thomas‘ „Das weiße Hotel“. Andere haben mich weniger abgeholt: David Lynch, The Fall (einer der wenigen Musik-Aspekte in dem Buch, der andere beschäftigt sich mit Brian Eno – das hatte mich dann wieder mehr interessiert), Fassbinder („Welt am Draht“), Alan Garner (doch, interessant, aber wird mich nicht animieren, ihn zu lesen), M. Atwood (ja, okay, hat mich angestachelt, nun doch die Serie „Report einer Magd“ zu sehen – und die ist sooo gut, bedrückend…). Tolles, kurzweiliges Buch, wieder voller Inspirationen.
Also: 11 / 10 Punkte!

14 - Max Franz Johann Schnetker: „Transhumanistische Mythologie“
Ein Buch, das ich las, weil mich a) das Thema sowieso interessiert und b) weil mich Titel und Untertitel provozierten. Der Untertitel lautet: „Rechte Utopien einer technologischen Erlösung durch künstliche Intelligenz“. – Echt? Transhumanismus ist „rechts“? Ich fühlte mich ertappt, denn ich liebäugle mit deren Ideen.
Im Buch wird durchaus plausibel und nachvollziehbar (mit Abstrichen) nachgewiesen, dass es im TH durchaus diese Tendenz gibt. Vor allem ist es eine Kollektivistische Ausformung des TH, die unter diesen Verdacht fällt, die aber auch im „Mutterland“ des TH eine große Rolle spielt, im Silicon Valley, bei den Machern der Zukunft. Insofern ist diese Tendenz nicht zu unterschätzen. Es sind dann durchaus den Menschen als Individuum und Person negierende Tendenzen, richtig ekelhaft sozialdarwinistische Gedanken etc., die auch für mich nachvollziehbar diese Idee in die rechte Ecke stellt. Der Autor hat aber nach meinem Eindruck schon ein Problem mit dem Gedanken, dass Interessen der Menschheit, also des Kollektivs, über die des Individuums gestellt werden. Angesichts globaler und alle Menschen bedrohender Gefahren scheint es aus meiner Sicht aber diskussionswürdig zu sein, über Problemlösungen nachzudenken, die eben nur durch und im Kollektiv möglich sind. Und da bietet der TH ziemlich verrückte, utopische, futuristische Lösungen an – die aber, durchaus Hand und Fuß haben; finde ich…
Okay, dem Buch widme ich mich mal wieder im NEUEN STERN und auch in der APA FAN. Meinen APA-Beitrag kann man auch gern als PDF kostenlos und frei Haus elektronisch von mir bekommen, falls Interesse besteht – das lädt dann natürlich auch zur Diskussion ein!
7 / 10 Punkte

15 – Christopher Priest: „Die Stadt“
Dieser Roman von Mr. Priest erschien kürzlich auf Deutsch zum X-ten Male. Komischer Weise unter einem „neuen“ Titel; so, dass ich erst mal dachte: Hey, endlich mal was Neues vom Meister! Aber Pustekuchen. „Die Stadt“ ist gleich „Der steile Horizont“ ist gleich „Inversion“. Der „neueste“ Titel kommt dem Originaltitel „Inverted World“ am nächsten, aber auch die anderen passen inhaltlich.
Eigentlich scheint das ein „normaler“ Roman zu sein, völlig untypisch für Chris Priest? Wir sind da auch einer fremden Welt, irdische Kolonisten steuern ein Riesengefährt, genannt die Stadt „Erde“, auf Schienen, die ständig verlegt werden müssen, durch einen ihnen fremde Landschaft. Irgendwie haben sie vergessen, wieso sie das machen, und die Gesellschaft ist in eine so quasi postfeudalistische Stände-Republik zurückgefallen. Gilden bestimmen, wer was machen und wer was wissen darf.
Verrückt wird es aber dann doch noch. Wenn der Protagonist in die Richtung reist, aus der die Stadt kommt, verschiebt sich zumindest in seiner Wahrnehmung die Landschaft ins Bizarre. Hier wären mathematische Kenntnisse hilfreich; ich musste mein Vorstellungsvermögen ziemlich strapazieren. Grundsätzlich habe ich es schon verstanden, aber so richtig schlüssig und überzeugend fand ich diese „Verwerfungen“ nicht.
Am Ende sind sie es auch nicht, wie sich herausstellt. Der Roman zielt dann auch nur noch auf die Auflösung des Rätsels um die Kolonisten, ihre Stadt und ihre Mission, und um die Plausibilität der Physik und Mathematik, die hier verwendet werden. Fand ich als Inhalt fast schon etwas dürftig; andere Romane des Meisters sind für meine Begriffe geheimnisvoller, psychologisch interessanter. Vielleicht auch deswegen, weil sie weniger erklären als er es hier tut. Erzählen kann der Autor aber, das beweist er hier auch, es gibt hinreichend interessante menschliche Konflikte, zwei verunglückte Liebesgeschichten und einen bizarr-interessanten Weltenentwurf.
8 / 10 Punkte

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In Arbeit: Corona, ganz persönlich

Geschrieben von Petra in PetraHartmann, 23 March 2020 · 34 Aufrufe
Aus Petras Werkstatt

Was machen Phantastik-Autoren in der Corona-Krise? Ganz klar: Sie schreiben ein Buch. Felix Woitkowski hat gleich zu Beginn der Seuchen-Notstands-Gesetzgebung, unter der wir gerade leben, die Initiative ergriffen und unter dem Motto "Wenn die Welt klein wird und bedrohlich. Schreiben aus der Isolation" eine Reihe notorischer Schreiber eingeladen zu einer besonderen Anthologie. Jeder von uns bekam einen Tag zugeteilt. Wir wollen einen Monat lang die Krise begleiten und unsere persönliche Sichtweise, unsere Erlebnisse und Gedanken und natürlich auch unseren persönlichen Schuss Phantastik hineingeben. Auf diese Weise wird vermutlich eine sehr interessante Sammlung entstehen. Von Kurzgeschichten über Lyrik, Essay, Tagebuch bis hin zu ... ja, wozu? Zu einfach allem eben.
Mein Schreibtag war Sonnabend, 21. März. Herausgekommen ist eine Art Essay der genre-übergreifenden Art mit lyrischen und märchenhaften Einsprengseln, Glossen-Intarsien und Tagebuch-Aufzeichnungen, mit einer Art Manifest des Lokaljournalismus in der Krise und einer kleinen Erinnerung an einen großen SF-Klassiker. Ich nenne es einfach: "Notizen aus der Lokalredaktion". Das wird der Titel bleiben, sofern kein Werbefachmann uns einen griffigeren Namen aufschwatzt.
Am Samstag habe ich es geschrieben. Habe Worte in die Tatsatur gehämmert wie im Corona-Fieber. Gestern dann ein wenig, wirklich nur ein wenig, geglättet, es sollte ja eine authentische Momentaufnahme sein, und dann den Text abgeschickt. Heute kam ein "Gefällt mir gut" vom Herausgeber. Und jetzt bin ich gespannt, welche Eindrücke die anderen Autoren an ihren Schreibtagen festhalten.
Das Buch soll zeitnah nach unserem Schreibmonat erscheinen. Hoffentlich sind wir dann noch alle gesund.

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Video der Woche: Fish - Weltschmerz

Geschrieben von Armin in Armin schreibt, 21 March 2020 · 39 Aufrufe

Interessant: Diese Rubrik wurde tatsächlich letztmals im August 2016 bedient. Lange her ...
Ich bin aktuell aus vielerlei Gründen inaktiv, möchte aber den wenigen Blog-Besuchern das aktuelle Fish-Video nicht vorenthalten: Weltschmerz. Das passt ...
Das gleichnamige Album soll endlich, endlich am 10. Juli (2020, das muss man wohl dazu schreiben) erscheinen, es wird Fishs letztes Studioalbum sein und ich hoffe, die Welt dreht sich bald wieder normal, damit ich es auch wirklich in der Deluxe Edition mit 2CDs und einer Blu-ray sowie als schicke Doppel-LP in Händen halten kann.



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Kurzgeschichten, an die man denkt...

Geschrieben von heschu in heschu's Blog, 26 February 2020 · 487 Aufrufe
ASFC Halle, Rundbriefe 57 und 58

Ab und zu lese ich die Rundbriefe für die Freunde des ASFC Halle. Und da achte ich besonders auf Kurzgeschichten. In der Ausgabe Nr. 57 fand ich gleich zwei Storys, die mir gefielen, in der Nr. 58 dann noch eine.
Die erste heißt Das Rätsel der Qualia von Ulf Fildebrandt, sie handelt vom Erstkontakt mit einer fremden Intelligenz.
Es gibt genügend Geschichten zu dem Thema, in denen alles Mögliche passiert. Entweder sind die Aliens von der friedlichen Sorte oder sie werden als die Bösen dargestellt. Ich dachte, soviel Neues kann es dazu gar nicht mehr geben, alles war schon einmal da, alles schon ausgelutscht.
Ich habe mich getäuscht. Ulf Fildebrandts Geschichte beweist es. Sie hat mich beeindruckt. An dem Ende hatte ich ganz schön zu knabbern. Unheimlich, aber einprägsam.
Die zweite Story Molar, stammt von Ellen Norten. Die Geschichte um den Ältesten einer Gemeinschaft lief normal an. Ich rätselte herum, worauf die Autorin hinaus wollte. Ziemlich spät erst verstand ich und war verblüfft. Mit so einer Auflösung hätte ich nie gerechnet.
Ellen Norten hat mich auf raffinierte Art und Weise in die Irre geführt. Hier ein Häppchen Info gestreut und dann dort noch eins. Aber nicht so viele, damit man ja nicht die Pointe der Geschichte vorzeitig erkennt.
Ich war begeistert.
Die dritte Story ist Freunde der Erde von Peter Schünemann. Die Kurzgeschichte aus der Nr. 58 habe ich ebenfalls sehr gern gelesen. Vorgegeben wird ein Problem, es folgen die Schritte, wie Ben, die Hauptfigur, es lösen will. Tja, und dann der Schluss…
Gut gemacht!
Jede der Geschichten ist, trotz unterschiedlicher Themen und Schreibstile, etwas Besonderes. Mein Respekt!


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Robert Corvus' Gesamtbetrachtung der KLP-Gewinner aus der 1980ern

Geschrieben von ShockWaveRider in Die Wunder des Ralviehversums, 20 January 2020 · 813 Aufrufe

Der Schriftsteller Robert Corvus verfolgt auf seinem Youtube-Kanal gerade ein interessantes Projekt. Jeden Monat liest er einen Roman, der beim Kurd-Laßwitz-Preis als "Bester deutschsprachiger Roman" ausgezeichnet wurde. Dabei geht er chronologisch vor.

Nun hat er die Sieger der Jahre 1981 bis 1989 glücklich überlebt und zieht eine ernüchterte, aber teils auch launige Zwischenbilanz:


Eine Gedanken von mir dazu:

Corvus fragt sich, ob die Gewinner wirklich immer die besten Bücher des Jahres gewesen seien. Die Romane seien nicht für SF-Fans ausgewählt, sondern um Menschen, die SF mit Heftromanen gleichsetzen, zu zeigen, dass SF-Romane durchaus anspruchsvoller sein können (Präsentabilität außerhalb des SF-Ghettos).

Dazu kann man viel sagen.
Zum einen: Ich kenne fünf der neun Preisträger und mag sie allesamt sehr gerne. Georg Zauners "Die Enkel der Raketenbauer" und Thomas R.P. Mielkes "Das Sakriversum" sind mit einem Augenzwinkern geschilderte Zukunftsvisionen, während Wolfgang Jeschkes "Der letzte Tag der Schöpfung" die Aussichtslosigkeit des Vorhabens, mittels einer Zeitmaschine die politschen Verhältnisse der Gegenwart zu ändern, thematisiert. Beim letztgenannten Buch fand ich es sogar sehr verdienstvoll, dass hier eben nicht wieder das ausgenudelte "Mensch aus dem Jahr 2000 trifft Julius Cäsar"-Motiv recycled wurde, sondern ein größerer, aber vor allem anderer Bogen gespannt wurde.

Zum anderen: Die Jahre 1978-1986 werden gern als das "Goldene Zeitalter der SF in Deutschland" bezeichnet. Weil man damals mit deutschsprachiger Science Fiction jenseits des Heftromans gutes Geld verdienen konnte. (So ist es auch kein Zufall, dass der KLP gerade zu dieser Zeit aus der Taufe gehoben wurde.) Es gibt verschiedene Erklärungsversuche, wie es zu der Nachfrage kommen konnte. Ein Ansatz: Die SF-Taschenbuchreihen namentlich bei Heyne und bei Goldmann haben die deutschen SF-Fans mit literarisch anspruchsvollen Werken aus dem englisches Sprachraum bekannt gemacht. Daraus erwuchs das Bedürfnis nach ähnlich anspruchsvoller deutschsprachiger SF.
Das Problem: Auf der Angebotsseite war man darauf nicht vorbereitet. Es gab einfach zu wenig gute Autoren, die fähig und willens waren, gute deutschsprachige SF zu schreiben. Um die große Nachfrage dennoch zu bedienen, senkten die Verlage ihre Qualitätsansprüche und publizierten Manuskripte, die normalerweise spätestens auf Seite 3 vom Lektor in die Rundablage befördert worden wären. Was dazu führte, dass es in den 80er-Jahren einfach zu wenig gute deutschsprachige SF-Romane gab.
Ein ähnliches Erlebnis hatte ich, als ich die DSFP-Kurzgeschichten-Preisträger-Anthologie "Die Stille nach dem Ton" las. Gerade bei den ersten Stories aus dem 80ern fragte ich mich einige male: Gab es in dem Jahr wirklich keine bessere Story? Mit fortschreitender Zeit verbesserte sich die Qualität der Siegerstories, und der Anteil der relativen Aussetzer sank ab den 1990ern deutlich. Es besteht also auch Hoffnung bei den KLP-Romanen.

Corvus vermutet, dass die deutschen SF-Schaffenden nicht nur nach literarischer Qualität abgestimmt haben. Als Beispiel nennt er den Preis für Wolfgang Jeschke, der sich nicht nur als Autor, sondern vor allem als Herausgeber und Cheflektor für die SF-Reihe im Heyne Verlag hervorgetan hatte. Mit dem Preis für "Der letzte Tag der Schöpfung" könnten bewusst oder unbewusst auch seine Verdienste für die Verbreitung der Science Fiction in Deutschland gewürdigt worden sein.

Außerdem hing die Existenz manches deutschen SF-Autors von Jeschkes Wohlwollen ab. Tatsächlich sagte Jeschke, als ihm 2006 der Deutsche Science Fiction Preis (!) für "Das Cusanus-Spiel" verliehen wurde, sinngemäß, er sei stolz darauf, dass die DSFP-Jury ihm den Preis zuerkannt habe. Der KLP komme ja sowieso. (Tatsächlich ist Jeschke mit insgesamt 17 oder 18 KLP-Titeln in verschiedenen Kategorien unangefochtener Spitzenreiter.)
Der KLP ist eben KEIN Jury-Preis, sondern ein Preis, der, ähnlich dem Nebula-Award, von den SF-Schaffenden vergeben wird. Die KLP-Abstimmungsberechtigten müssen z.B. nicht alle Bücher auf der short list gelesen haben, um abstimmen zu können. Das ist ein wesentlicher Unterschied zwischen KLP und DSFP, was natürlich auch spezifische Unterschiede in den Ergebnissen nach sich zieht. Aber deshalb gibt es ja auch die verschiedenen Preise.
Und mit diesen Ausführungen will ich keineswegs den KLP bashen. KLP, DSFP und der Deutsche Phantastik-Preis als echter Publikumspreis haben allesamt ihre Daseinsberechtigung, gerade weil sie mit unterschiedlichen Ansätzen an die Preisfindung herangehen.

Egal. Ich freue mich schon darauf, was Robert Corvus zu den KLP-Siegern der 90er Jahre zu sagen hat.
Wie gesagt: Die besten Kurzgeschichten beim DSFP wurden in der Dekade besser.

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Green Eggs and Ham [HarperCollinsChildren/2003(1960)]

Geschrieben von yiyippeeyippeeyay in Kais Komik Blokk, 10 November 2019 · 1432 Aufrufe
20.Jhdt., Harper

PG1-Cover Ich bin mal wieder spät dran*, und tausche außerdem für diesen & den nächsten Eintrag die Neu-/Alt-Reihenfolge. Es handelt sich hier platzhaltend um ein Buch aus der Dr.-Seuss-Reihe, die in den 60ern die Vorgehensweise beim Lesen-Erlernen für Kinder revolutionierte. Außerdem hält sich das Buch an die Nonsens-Tradition von anderen Kinderbüchern seit Alice in Wonderland, was Kindern (& mir, übrigens) sicher so gut wie immer gefällt. (Und: Eine brandneue audiovisuelle Umsetzung erscheint heuer auf Netflix!)


Im Buch erscheint ein frecher Kleinling namens Sam-I-Am, auf einem hund-ähnlichen Wesen vorbei-reitend, der einen älteren, größeren Pelzherren mit hohem schwarzen Hut auf die Nerven geht. Dieser sagt öfter "I do not like", anfangs in Richtung Sam, aber kurz danach auch dem Gericht das ihm Sam unter die Nase hält - Schinken mit grünen Spiegeleiern! Als aber der Schwarzhütige dies das erste Mal nicht mag, schaltet der Rothütige schlauerweise auf die Logikschiene - mag der Ältere das Gericht vielleicht an einem anderen Ort? Denn schließlich isst das Hirn ja mit, und vielleicht fühlt der Andere sich anderswo wohl(gesinnt)er?


Lässt sich der junge bzw. sich nicht alt fühlende Leser darauf ein, ist klar womit das restliche Buch gefüllt wird - den absurdesten Orten & Vehikeln, wo Schinken mit solchen Spiegeleiern vielleicht doch schmecken könnte... Irgendwann gibt der inzwischen durchnässte Schwarzhütler auf - und dann geschieht noch ein kleines Wunder!


Seuss hat wohl damals die altmodischen "anspruchsvolleren" Kinderbücher - wie ev. auch Alice? - in die Ecke gepfeffert und mit jemandem eine Wette ausgemacht, dass er ein besseres erstes Lesebuch mit einem Vokabular von nur 50 Wörtern erstellen könnte. Ein Buch wie dieses locker gereimte war das Ergebnis. (Das hier ist neben dem früheren Cat in the Hat das bekannteste aus seiner langen Serie. :thumb: Es gibt endlose Marketingumsetzungen davon! Ich behaupte, dass auch Hip-Hopper Will-I-Am sich daraus hat inspirieren lassen.)


Was ich an den Seuss-Büchern so toll finde, ist dass nicht nur die Texte schnell ins Absurde kippen, sondern die Illustrationen das praktisch von Anfang an tun, mit wilderen Aufstellungen mit jeder Seite. Die Protagonisten sind meist Tiere, oft eher unidentifizierbar - aber definitiv "furry" - und die tanzen/schweben/schwimmen in der Weltgeschichte herum, meist irgendwas unmöglich balancierend, umgeben von staunenden - oder selbst irgendwelche Stunts ganz lässig durchführenden - Zuschauern. Seuss stellt seine Welten subversiv gaga dar. (Oder angemessen der Zeitperiode: Dada! Apropos: Ich finde lustig, wie dieses 1. Buch die klassisch-amerikanisch-kapitalistische Rolle des ewigen nie-aufgebenden Verkäufers parsifliert!)


Diese Idee des einfacheren Anfangslernen wurde kurz danach dann auch von Sesame Street im TV fortgesetzt, und von vielen anderen Einrichtungen im Westen angewandt. Die US-TV-Serie wird übrigens im November ein halbes Jahrhundert alt! q:)d


Fazit: Am besten VORM Schauen bei Netflix sich mindestens ein Buch aus der Reihe mal reinziehen! Nachher kann man es einer Lieblingsenkelin oder so schenken; wird bestimmt mit großem Dank entgegen genommen.


(* offiziell ist das hier der Juli-Beitrag!!)



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Trump, Putin und der Dicke

Geschrieben von wilkomueller in Wilkos Empfehlungen, 06 July 2019 · 1754 Aufrufe
Apokalypse, Zeitläufer, Zeitreise

Trump, Putin und der Dicke

2005: Aus der Frustration über die politische und soziale Entwicklung im Osten Deutschlands nach der Wende gingen die „ZORN“-Geschichten hervor; aus denen wiederum entstand das Buch „Die Zeitläufer“, dem eine Schlüsselstellung im Werk des Autors zugesprochen wird. Unzählige fanden auf seinen Seiten den Tod, denn die mit übernatürlichen Kräften ausgestatteten Protagonisten fackelten nicht lange. Doch am Ende verließen sie desillusioniert die Erde.

2019: Einer der Zeitläufer ist zurückgeblieben und er ist für die Welt von heute bitter nötig. Die Klima-Apokalypse droht noch zu unseren Lebzeiten. Steht nur er mit seinen besonderen Fähigkeiten zwischen dem völligen Kollaps und dem Überleben der Menschheit? Die Liste der Opfer ist auch diesmal lang und prominent: Trump, Putin und wie hieß nochmal der kleine Dicke? Sie alle behindern die Rettung der Welt und müssen dafür büßen. Denn der letzte Zeitläufer ist immer noch voller ZORN!

Wilko Müller jr.: Der letzte Zeitläufer
ISBN 978-3-945713-65-5

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D9E Samson Wolv - Der Weg der Kreatur

Geschrieben von HMP in Die 9. Expansion, 27 October 2018 · 3513 Aufrufe
D9E

Wie ja in meiner kleinen persönlichen Übersicht geschrieben habe, haben Ernst und ich auf dem BuCon 2018 ein wenig über D9E gesprochen und was noch so kommt oder kommen könnte. Ein paar Überlegungen sind noch in der Mache, doch eines ist sicher: Mein Den-Haag-Spezialist Samson Wolv bekommt einen eigenen Roman mit dem Titel

Der Weg der Kreatur


Die Kreaturen kennt man ja bereits aus dem Spinoff "D9E - Der loganische Krieg (DLK)". Wer es (noch) nicht gelesen hat, einfach lesen. Das Autorenteam leistet tolle Arbeit!

Samson Wolv hat mit DLK jedoch nichts zu tun. Seine Geschichte beginnt später. Aber er ist eine Kreatur. Und er geht seinen Weg ... der etwas düsterer, etwas brutaler und etwas böser sein dürfte, als das, was man bislang so von mir kennt.

Angedacht ist der Roman (nicht was die Handlung, sondern das Erscheinungsdatum angeht) für Anfang 2020, nach dem Ende der Hauptreihe.

Noch Fragen? Dann einfach her damit!

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Jeff Lemire & Dustin Nguyen: Descender, Bd. 2 + 3 (Rezension, #53)

Geschrieben von Sierra in Metaphernpark, 30 September 2018 · 3321 Aufrufe
Comic, Rezension, Besprechung und 5 weitere...

Anmerkung: Zwischenzeitlich wurden auch die Bände 4 und 5 ins Deutsche übersetzt.


Jeff Lemire & Dustin Nguyen: Descender, Bd. 2 + 3

(Rezension, #53)

Die SF-Comic-Reihe Descender des US-amerikanischen Autors Jeff Lemire handelt von dem Androidenkind Tim-21, das mit seinesgleichen ums Überleben in einem Universum kämpft, in dem künstliche Wesen zum Abschuss freigegeben sind. Die Ursache liegt in der Vergangenheit: Eine gewaltige Angriffswelle bis dahin unbekannter Roboter-Raumschiffe – Harvester genannt – hat die Hauptwelten des Vereinten Galaktischen Rates (UGC) zerstört. In der Folge kam es zu einer planetenübergreifenden Vernichtung der eigenen Roboter, die als Sündenböcke für die wieder spurlos verschwundenen Harvester herhalten mussten.
Der erste Band der Descender-Serie schilderte die letzten Endes erfolgreiche Suche von Captain Tesla und des Kybernetikers Dr. Quon nach Tim-21, der über denselben Maschinencode wie die Harvester verfügen soll. Bevor Tim-21 über die Herkunft und etwaige Rückkehr der Harvester befragt werden kann, wird Telsas Gruppe von Roboter-Kopfgeldjägern (›Schrottern‹) angegriffen und auf den Planeten Gnish gebracht, dem Epizentrum der Roboterverfolgung.
Band 2 setzt diese Handlungslinie fort und beginnt mit einer Kommandoaktion des Roboters Psius, der mit seinem Roboter-Bund namens Hardwire Tim-21 und seine Gefährten befreit – und eine Brutalität an den Tag legt, die der der Gnishianer in nichts nachsteht. Psius bringt sie zum ›Maschinenmond‹, Hardwires Geheimbasis in einem Asteroidenfeld. Er hofft über das »Neuro-Netz« von Tim-21 die mächtigen Harvester zu kontaktieren, um den Spieß umzudrehen und Hardwire die Herrschaft über die Menschheit zu sichern. Schon bald wissen Tim-21 und seine Freunde nicht mehr, ob sie noch Psius‘ Gäste sind oder schon seine Gefangenen.

In einer Parallelhandlung steht Andy im Mittelpunkt, ein Schrotter, der aus ganz eigenen Motiven Tim-21 sucht: In seiner Kindheit ist er mit dem Androidenjungen aufgewachsen – seine Mutter hat Tim-21 als »Gefährten-Bot« für Andy angeschafft – und betrachtet ihn darum als seinen Bruder. Um Tim-21 zu orten, nimmt Andy Kontakt zu seiner Ex-Frau auf, die ihm ihre Hilfe aber zunächst verweigert, weil sie sich von Andy und den Schrottern insgesamt losgesagt hat. Schließlich ist da auch noch Tim-22, Psius‘ Sohn. Anders als der baugleiche Tim-21, der sich sehr positiv an Andy zurückerinnert, hasst Tim-22 menschliche Wesen und ist zudem auf Tim-21 eifersüchtig, weil dieser für den Roboter-Widerstand so wichtig sein soll. Sehr eindrücklich werden in einem Splash-Panel die unterschiedlichen Charaktere der beiden Androiden in Szene gesetzt, als sie ein VR-Spiel spielen. Während Tim-21 vor einem Drachen das Weite sucht, kauft sich sein misanthroper Doppelgänger eine titanisch anmutende Axt, mit er das Ungeheuer in Stücke haut.

Im dritten Descender-Band wird der Fortschritt der Handlung etwas verzögert, indem in Rückblicken die Vergangenheit ausgewähler Figuren beleuchtet wird. Dadurch gewinnt die gesamte Geschichte an Komplexität und wird noch unterhaltsamer. Und auch der Aspekt, wie mit den Robotern umzugehen ist, wird differenzierter behandelt, so dass zu fragen ist: Sollte man künstliche Wesen, die mit den Menschen aufgrund ihrer Intelligenz gleichwertig sind, nicht auch ›menschlich‹ – d.h. eben nicht als Sklaven und Ersatzteillager – behandeln?

Insgesamt ziehe ich folgendes Fazit: Der zweite und dritte Band der Descender-Serie bleiben empfehlenswert. Die Serie ist weiterhin spannend und inhaltlich anspruchsvoll, auch weil sie dem Erzählmotiv des künstlichen Wesens interessante Facetten abgewinnt.

Gesamteindruck für beide Bände: +++++ (5 / 5)


Bibliographische Angaben:

Jeff Lemire (Text), Dustin Nguyen (Zeichnungen): Descender. Buch 2: Maschinenmond. Bielefeld: Splitter, 2016. Hardcover. 120 S. 19,80 EUR. ISBN: 978-3958391673.

Jeff Lemire (Text), Dustin Nguyen (Zeichnungen): Descender. Buch 3: Singularitäten. Bielefeld: Splitter, 2017. Hardcover.
Bielefeld,
Splitter: 2017. 120 S. 22,80 EUR. ISBN: 978-3958391680.

(Erstveröffentlichung dieser Sammelrezension in: Michael Görden (Hrsg.): Das Science Fiction Jahr 2017, Berlin: Golkonda Verlag, 2017. Und hier geht es zu meiner Rezension von Band 1: Blogpost #43.)

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Blog ist raus - quasi exo

Geschrieben von Frank Lauenroth in WeBLOGbuch | Frank Lauenroth | Autor |, 07 June 2018 · 1751 Aufrufe

Nach der anhaltenden Ruhe hier hat es vielleicht schon der Eine oder die Andere geahnt: Mein Blog ist umgezogen.

Dahin -> https://exophyt.wordpress.com/

Schaut doch mal vorbei, so Ihr mögt. :scooter:

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Neuerscheinung "Das Regenbogentor"

Geschrieben von Ron F. Landis in Die Ewige Macht, 09 August 2017 · 2355 Aufrufe
Spannung, Weltraum, Sterne und 4 weitere...

Neuerscheinung "Das Regenbogentor" Der erste Band des Zyklus "Die Ewige Macht" ist erschienen!

Zum Inhalt:

Nur Auserwählte dürfen das Regenbogentor durchschreiten. So will es die Ewige Macht. Jenseits des Tores befindet sich das Terrastrum. Wer es besitzt erlangt Reichtum, Macht und Unsterblichkeit. Er wird den Göttern gleich, die von ihrem Hochplateau aus die Welt beherrschen. So berichten es die Überlieferungen.
Dies weckt Begehrlichkeiten bei Altab, dem alten, kauzigen Alb. Und bei Farafem, dem Riesen, der sich von den Göttern um den gerechten Lohn für seine Dienste betrogen fühlt. Gleichzeitig will sich der Gott Chotor mit dem Bau einer Burg über alle anderen Götter erheben. Dagegen stellt Salo, der junge Bura, die bestehende Weltordnung infrage. Für ihn ändert sich alles, als er dem geheimnisvollen Ellipsoid begegnet.
Das Regenbogentor ist der erste Teil einer Saga um Machtstreben, Gier und Intrigen, aber auch um die aufrichtige Suche nach der wahren Welt.

Science Fiction oder Fantasy? "Das Regenbogentor" bewegt sich entlang der Trennlinie zwischen den Genres. Der aufmerksame Leser kann jedoch schon im ersten Teil des Zyklus erahnen, in welche Richtung das Pendel ausschlägt.

Über den Autor:

Der Autor ist Wirtschafts- und Geschichtswissenschaftler. Neben geschichtswissenschaftlichen Werken verfasst er unter dem Pseudonym Ron F. Landis Romane, die nicht in dieses Metier fallen.
Er kam in den Sechzigerjahren durch die Lektüre von Aldiss, Asimov, Clarke, Heinlein, Herbert, Silverberg, Vance und vielen anderen zur Science Fiction. Nicht zu vergessen: Jules Verne, der Mitbegründer des Genres. Und vor einem halben Jahrhundert gab es auch ein ambitioniertes Autorenteam um K. H. Scheer und Clark Darlton...

Der Roman ist erhältlich als:

eBook in allen eBook-Stores zum Preis von 1,99 Euro
ISBN: 9783745005783

Softcover (144 Seiten) bei verschiedenen Online-Buchhändlern zum Preis von 7,99 Euro (Amazon hat es leider noch nicht auf die Reihe bekommen).
ISBN: 9783745005905

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Roman: Der Tag an dem die Welt ausfiel

Geschrieben von fictionality in KlöppingSF (MegaFusion u. a.), 07 August 2017 · 2418 Aufrufe
MegaFusion, Sven Klöpping, Roman und 2 weitere...

Roman: Der Tag an dem die Welt ausfiel Yes!

Mein Roman-Erstling ist erschienen.

Jetzt bin ich endlich kein reiner Kurzgeschichten-Autor mehr, sondern habe auch was "Richtiges" vorzuweisen. Also, ihr dürft bestellen!

Klappentext:

"»Die Gefühle der Menschen sind gefährlich. Über viele Jahrhunderte hinweg haben sie zu Chaos, Leid und schrecklicher Gewalt geführt. Ich - das Verhaltenskontrollsystem - habe diese animalischen Instinkte durch echte Werte wie Freundlichkeit, Zuvorkommenheit und Charme ersetzt. Natürlich muss ich zu diesem Zweck alle Menschen mit Kameras überwachen. Deshalb gibt es bei mir auch keine Privatsphäre mehr; nur noch eine Sphäre des Lächelns, der Sympathie und der guten Laune...«

Sven Klöppings kompromissloses (und geradezu wahnwitzig originelles) Roman-Debüt DER TAG, AN DEM DIE WELT AUSFIEL gleicht einem Parforceritt durch die von ironischem Neonlicht erhellten Gassen und Hinterhöfe der Science-Fiction-Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts und zeigt sich stilistisch der britischen New Wave (unter besonderer Berücksichtigung von Michael Moorcock und Brian W. Aldiss) zugeneigt. Ein Leckerbissen für alle, die an der Science Fiction das Außergewöhnliche und Unberechenbare lieben!"

Viel Spaß!


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Pause oder Ende ...

Geschrieben von valgard in Sternenportal, 02 February 2017 · 78 Aufrufe

Ich bin mir noch nicht ganz schlüssig ob ich hier schließen soll!?
Vorläufig ist PAUSE hier angesagt
Wie lange?

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Neuerscheinung "Der ganz reale Tod" von Frank Mause, tredition/Hamburg

Geschrieben von Frank Mause in Neuerscheinung "Der ganz reale Tod", 01 September 2016 · 3384 Aufrufe
Buch, Science Fiction, Kassel und 2 weitere...

Neuerscheinung "Der ganz reale Tod" von Frank Mause, tredition/Hamburg Hallo!
Ich möchte euch meinen ersten Roman vorstellen, der am 2. August bei Tredition/Hamburg erschienen ist:

Trailer: https://youtu.be/ht-_3IsbDno

Titel: "Der ganz reale Tod - Verloren zwischen Netz und Wirklichkeit"
Autor: Frank L. Mause
Genre: Science-Fiction made in Germany, Thriller, Agententhriller, Kassel
Format: Paperback 15,99 €, Hardcover 24,99 €, Ebook 3,99 Euro

Inhalt:
Action, Technik, Verwirrung, Spannung - eingebettet in eine verrückte Welt in rund fünfzig Jahren, eine Welt, wie sie eigentlich niemand will! Doch ist das ganz real, mitten unter uns, hier, in Deutschland? Sie glauben völlig unmöglich? Nein, nur eben sehr unwahrscheinlich, so wie eine Kern­schmelze in einem Atomkraftwerk im Osten Frankreichs! Jah­re nach dieser nuklearen Katastrophe startet die Geschichte: Jorik Nigge arbeitet für das öffentliche Sicherheitsmanage­ment der UN in Kassel. Bei der Fahndung nach Terroristen verbringt er unanständig viel Zeit in der Realität. Als es end­lich eine vielversprechende Spur gibt, sterben Kollegen. Sein Chef lässt ihn fallen, wie eine heiße Kartoffel. Und dann ist da noch dieser undurchsichtige Joes Soestken, der vor der buchstäblich mangelhaften Wirklichkeit in eine Art virtuelle Wohlfühlwelt geflüchtet ist. Jetzt hat er Stress mit einem unheimlichen Wesen namens Hugo Weise aus dem Netz. Doch wie passt das zusammen? Jorik Nigge schlüpft in eine Tarnidentität und gemeinsam mit Joes Soestken verfolgen sie diesen Weise, einen Hybriden aus Mensch und Maschine. Die Jagd führt sie quer durch eine sich immer mehr ver­mischende Welt aus Realität und Virtualität. Auf dem Mond stellen sie schließlich fest: Der Tod ist ganz real!


Zum Autor:
Frank L. Mause, geboren 1964 in Bruchhausen an den Steinen (Hoch­sauerland), durchlief ab 1984 eine knapp zehn Jahre währende Lauf­bahn vom Rekrut bis zum Offizier. In dieser Zeit studierte er Geodäsie an der Universität der Bundeswehr München und leistete Verwaltungshilfe beim „Aufbau Ost“ in Sachsen-Anhalt. 1996 schloss er das 2. Staats­examen ab und trat in den hessischen Landes­verwaltungs­dienst ein. Seit 2010 ist er Leiter des Amtes für Boden­management Kor­bach.
Mause lebt mit seiner Familie in Bad Arolsen, fährt gern Rad und liest viel – meist natürlich Science-Fiction. Seine „Privatbibliothek“ umfasst mehr als 500 Romane, geschätzt noch einmal so viel lieh er aus. So auch den ersten Roman, an den er sich erinnert: „Das Sternenreich Mo“ von Richard Koch – vor ca. 40 Jahren für 5 Pfennige aus der Bibliothek der Kirchengemeinde.
Ausführliche Infos, Trailer und Leseprobe:
http://www.frankmause.de

Wenn Euch das Buch gefallen hat, bin ich an positiven Bewertungen und Rezensionen interessiert.

Danke und viel Freude mit dem Buch
Frank L. Mause


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SF-Dinosaurier im Januar

Geschrieben von † a3kHH in SF-Dinosaurier, 20 December 2015 · 3736 Aufrufe

Ein neues Flugzeug - die Concorde
TERRA SF 490 - Murray Leinster : Die Lauscher in der Tiefe
Hightech 1965 - Lohnabrechnung mit IBM-Lochkarten
TERRA SF 489 - Eric Frank Russell : Das Grundrecht des Universums
Fritz-Otto Busch : Die Strandung der finnischen Bark "Paul"
Bionda / Krain (Hrsg.) : Funken der Unendlichkeit
Terra SF inside - TERRA lacht ... über Thor Konnat
TERRA SF 486/487 - Robert A. Heinlein : Abenteuer im Sternenreich
TERRA SF inside - Fandom 1966
TERRA SF 485 - Ernst Vlcek : Der Fluch der Unsterblichen
TERRA SF inside - Perry Rhodan (18)
TERRA SF 484 - Chad Oliver : Menschheitsdämmerung
TERRA SF inside - Perry Rhodan (17)
TERRA SF 483 - Kurt Brand : Im Para-Dschungel
TERRA SF inside - Perry Rhodan (16)
TERRA SF 482 - Daniel F. Galouye : Zweikampf der Giganten
Terra SF inside - Perry Rhodan (15)
TERRA SF 481 - Hans Kneifel : Der lautlose Fremde
TERRA SF 478/479 - Stanislaw Lem : Eden
TERRA SF 480 - Randall Garrett : Der Denker und die Rebellen
TERRA SF 477 - E. C. Tubb : Die Mondstation
TERRA SF 476 - H. G. Ewers : Der Scout und der stählerne Götze
TERRA SF 475 - Milton Lesser : Die Weltensucher
TERRA SF 474 - Richard Koch : Flug in die Antimaterie
TERRA SF 304 - H. G. Ewers : Der Tod eines Botschafters
Lois McMaster Bujold : Diplomatic Immunity
Michael K. Iwoleit : Ein paar wohlüberlegte Anmerkungen
Lois McMaster Bujold : A Civil Campaign
Lois McMaster Bujold : Komarr
Lois McMaster Bujold : Memory
Lois McMaster Bujold : Cetaganda
Lois McMaster Bujold : Ethan of Athos
Lois McMaster Bujold : Mirror Dance
Lois McMaster Bujold : Brothers in Arms
Lois McMaster Bujold : The Vor Game
Lois McMaster Bujold : The Warrior's Apprentice

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Schülerfragen

Geschrieben von Ines in Ines' Blog, 26 November 2015 · 9852 Aufrufe

Auf die Frage, was meinen Schülern so zum Thema durch den Kopf geht ... diese Fragen:

Warum kommen die Flüchtlinge zu uns?
Warum finden alle Deutschland toll?
Warum gibt es Krieg bei den Flüchtlingen?
Warum streiten sich so viele?
Wann kommt der Krieg zu uns?/ Kommt der Krieg zu uns?
Warum gibt es Krieg? Wie entsteht Krieg? Warum machen die Menschen das?
Warum sind die Anschläge genau losgegangen, als die Flüchtlinge zu uns kamen?
Woher kommt der Name/das Wort Flüchtlinge?
Wie geht es den Flüchtlingen?
Wer macht den Krieg?
Warum wollen sie jetzt auch Krieg in Deutschland führen?
Warum führen sie in Syrien Krieg?
Wie viele Menschen sind noch in Gefahr?
Wie viele Menschen kommen nach Deutschland?
Wie viele Flüchtlinge sind auf der Flucht?
Warum mag jemand die Flüchtlinge nicht?
Wann sind die Flüchtlinge hergekommen?
Was ist schlimmer: Bomben oder Krieg?
Warum bekommen die Flüchtlinge Geld von uns?
Gehen die Flüchtlinge auch nach China?
Welche Länder nehmen die Flüchtlinge auf?

Ich hab schon so eine Idee, wie ich das bei meiner Arbeit einbauen will. aber ... wie würdet ihr antworten? Pickt euch was raus!
Gruß Ines

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Neues von der Raumzeitlegende!

Geschrieben von Sah-Gahn in Raumzeitlegenden, 27 February 2015 · 3662 Aufrufe

Hallo liebe Science-Fiction Freunde!

Wie angekündigt, gibt es Neuigkeiten von der "Raumzeitlegende!" Das E-Book gibt es jetzt mit erweiterter Leseprobe.
Hinzugefügt ist das Kapitel - Die Orbitalstationen!
Hier noch mal der Link: http://bit.ly/1EvK4sr
Viel Spaß beim lesen wünscht,
Sah-Gahn!

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AGM-Magazin 23

Geschrieben von Nina in Von Chaos bis Zukunft - Ninas Blog, 23 February 2015 · 5809 Aufrufe
AGM-Magazin

Auch in der 23. Ausgabe des AGM-Magazins sind wieder Beiträge von mir über Bücher zu finden.

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Das Richtungsding

Geschrieben von T. Lagemann in Oberon, 31 October 2014 · 3763 Aufrufe

Aufs Podest kann mein Text am 8.11. nicht mehr kommen, für den Publikumsentscheid sind andere Texte nominiert - aber "Hammer und Eisel" hat es immerhin in die kommende Ausgabe der Literaturzeitschrift "Das Richtungsding" - http://richtungsding.de/ geschafft. Nach dem 4. Platz beim Putlitzer Preis das zweite Mal in diesem Jahr, das ich mit "Literatur" Erfolg gehabt habe. Und da ich dieses Jahr, bedingt durch den Berufswechsel, sehr wenig geschrieben haben, kann ich also zufrieden sein - die "Quote" stimmt. Und das nehme ich zum Anlass, um ein paar Worte über das Oberon Projekt zu verlieren - tot ist das Ding nicht. Überhaupt nicht. Aber mir fehlt es leider an Zeit, um den Roman zu schreiben. Und so werde ich das Jahr mit drei Texten zu interessanten Ausschreibungen ausklingen lassen. Um dann im neuen Jahr, wenn das Arbeitsaufkommen geringer sein wird, voller Energie - und vor allem: durchgeplant! - das Projekt Oberon nicht nur anzugehen, sondern auch zu beenden. Ach ja, und natürlich bin ich nächste Woche Samstag bei der Premiere des Richtungsding VIII in Mülheim (Ruhr). Ich möchte hören, was die geschrieben haben, die um die Gunst des Publikums lesen.



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