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Steampunk - nichts als bloßer Dampf?


119 Antworten in diesem Thema

#1 fictionality

fictionality

    Illuminaut

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Geschrieben 13 April 2011 - 11:49



Ihr seid eingeladen mitzudiskutieren. Hier einige Ausschnitte aus meinem Artikel bei d-s-f.de:"Es ist das neue Subgenre der SF, das neue Label, das Verlage auf ihre Bücher kleben. Aber was ist wirklich dran am Steampunk? Ist alles blauer Dunst, ähm, Dampf? Dazu werd’ ich jetzt mal ein wenig – sorry – Dampf ablassen.

Was außer Dampfmaschinen prägt dieses Genre eigentlich? Welches Gefühl soll vermittelt werden? Und: Welche Innovationsfähigkeit schlummert noch in den Aufmerksamkeit heischenden Postpostulierungen der SF-Industrie (nicht böse sein wegen dem doppelten „post“, Uwe)?

Fazit: Für mich muss Steampunk mehr bieten als die bloße Erwähnung von „Dampf…“ vor irgendeinem Wortteil. Es kommt auf das richtige Feeling an, das im 19. Jahrhundert vorherrschte. Industrialisierung pur. Schwere Maschinen. Kriegsgerät. Naive Territorialansprüche, die mit schweren Kanonen irgendwie durchgesetzt werden wollen. Ein großes Manko des Steampunk: es wird oft nicht sauber genug recherchiert.

 

Hier geht's zum Artikel auf dsf.

Und jetzt ihr!


Bearbeitet von fictionality, 04 April 2015 - 11:51.


#2 My.

My.

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Geschrieben 13 April 2011 - 12:18

Mich erinnert Steampunk, wenn er gut und richtig ist, immer an die Bastable-Romane von Michael Moorcock. Wenn Romane so sind, dann sind sie für mich Steampunk.

My.

Kontaktdaten? Hier. Oder hier.

Ohne Hunde leben? Ich bin doch nicht blöd! (MediaMarkt)


#3 Diboo

Diboo

    Kaisertentakel

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Geschrieben 13 April 2011 - 12:22

Naive Territorialansprüche, die mit schweren Kanonen irgendwie durchgesetzt werden wollen.


Jaaaaa!

*begeistertes Klatschen*

"Alles, was es wert ist, getan zu werden, ist es auch wert, für Geld getan zu werden."
(13. Erwerbsregel)

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#4 Jorge

Jorge

    Temponaut

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Geschrieben 13 April 2011 - 15:01

[/b]"Es ist das neue Subgenre der SF, das neue Label, das Verlage auf ihre Bücher kleben. [b]


:D

Falls das wirklich ernstgemeint ist, daß dieses Subgenre der SF "neu" sein soll...fällt mir dazu nur noch ein Spruch von Kipling ein:

Der Schakal kam im August zur Welt
September hat`s geregnet
Sprach der Schakal: Daß so viel Regen fällt
Ist mir noch nie begegnet!


#5 C. J. Knittel

C. J. Knittel

    Typonaut

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Geschrieben 13 April 2011 - 15:16

Er meinte wahrscheinlich neu im Sinne von "kommend" oder "zum Trend werdend". Das habe ich auch an anderer Stelle schon gehört.

Bi-lal kaifa
(Mehr muss nicht gesagt werden)


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#6 Bungle

Bungle

    Infonaut

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Geschrieben 13 April 2011 - 15:33

Steampunk wird wird von den wie ein Label eine Etikett verwendet . Aber das ist nichts Neues.
Die deutschen Großverlage haben endlich den Trend erkannt. Kleinverlage sind da längst schon am Ball.
Die Anthologe "Von Feuer und Dampf" sollte nicht als Maßstab genommen werden. Dazu bietet sie zu viel Dampf und zu wenig Punk.

Der verfremdende Blick zurück kann durchaus eine Ahnung verschaffen, was in unserer Gegenwart los ist.
Nostalgie ist nur ein Teil der Bewegung, aber der interessiert mich nicht.

Alle neueren Werke sollten an den Ursprungswerken, an "Das Erbe des Uhrmachers", "Die Nacht der Morloks" von Jeter, "Homunculus" von Blaylock "Tore zu Anubus Reich" von Powers gemessen werden. Die haben mindestens 20 Jahre auf dem Buckel und sind fast schon "Klassiker". Da gibt es nicht viel Dampfkraft, dafür um sehr mehr Phantasie und anarchischen Genremix.

MB

#7 C. J. Knittel

C. J. Knittel

    Typonaut

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Geschrieben 13 April 2011 - 16:02

Die Anthologe "Von Feuer und Dampf" sollte nicht als Maßstab genommen werden. Dazu bietet sie zu viel Dampf und zu wenig Punk.

Alle neueren Werke sollten an den Ursprungswerken, an "Das Erbe des Uhrmachers", "Die Nacht der Morloks" von Jeter, "Homunculus" von Blaylock "Tore zu Anubus Reich" von Powers gemessen werden. Die haben mindestens 20 Jahre auf dem Buckel und sind fast schon "Klassiker". Da gibt es nicht viel Dampfkraft, dafür um sehr mehr Phantasie und anarchischen Genremix.

MB


Ich tue mir etwas schwer mit dem Begriff Punk. Ist es einfach ein Synonym für extreme oder unerwartete Entwicklungen?

Ich kenne keines dieser Bücher, frage mich aber, wie sie ohne viel Dampf Steampunk sein können. Reichen angedeutete Elemete, um sie diesem Label zuzuordnen?

Bi-lal kaifa
(Mehr muss nicht gesagt werden)


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#8 Theophagos

Theophagos

    Giganaut

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Geschrieben 13 April 2011 - 16:06

Okay, Präambel: Ich glaube, dass SF im engeren Sinne als *Genre* ausgedient hat. Wer ernsthaft aktuelle Tendenzen in die Zukunft projizieren will, kann einen Platz im Mainstream finden, wer SF ('technische Nova') 'nur' als Vehikel für abenteuerliche Geschichten nutzen will, wird weiterhin seinen Platz im Genre finden.

Ich glaube weiterhin, dass die Zukunft (Vorsicht, hihi, Wortspiel) im 'Biopunk' liegt: Nanotech, Biosynthese & klassische Genetik, Verschmeltzung von Psychologie, Neurologie und Sozialwissenschaften im Interesse der gläsernen Gesellschaft.
Ich befürchte, dass für den Steampunk dann die Geschichten bleiben, die zu naiv für den Biopunk sind: Z.B. weil in Kategorien des Nationalstaates statt postmoderner Machtnetzwerke gedacht wird, weil klassische Ressourcen Gold (statt Platin - wobei Nickel die Zukunft zu sein scheint) einfacher zu begreifen sind etc.
An Steampunk ist erst einmal der Retro-Chic interessant: Häßliche, grobe Kerle dominieren mit öligen Stahlwaffen eine verkommene, verqualmte Welt, doch die Hintermänner sitzen bei einem Portwein in einem bizarr-gediegenem Club. Stahl statt Chrom, Portwein statt Cocktails, barocke Möbel statt Art Déco. Dumm nur (mE), wenn es dabei bleibt.
Ich sehe die stärken des Steampunk eher im Bereich der Sciene Fantasy: Nicht als Chimäre, sondern als Hybrid. Da muss eben nicht alles funktional & 'realistisch' sein, sondern kann auch mal ins Phantastisch-Groteske gehen.

Und schließlich: Ja, auch für mich gehört zum Punk mehr als ein 'grim-'n'-gritty-streets-feeling'; zum Punk gehört die bewußte Ablehnung der hohen Kultur & des Mainstreams. Besonders im Bereich des Politischen.

Theophagos
"Cool Fusion? What is 'Cool Fusion'?" - "As Cold Fusion is beyond our grasp, we should reach for something ... less ... cold. Cool Fusion."
- Dr. Karel Lamonte, Atomic Scientist (Top of the Food Chain, Can 1999)
  • (Buch) gerade am lesen:Annick Payne & Jorit Wintjes: Lords of Asia Minor. An Introduction to the Lydians
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#9 Diboo

Diboo

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Geschrieben 13 April 2011 - 16:12

Mir würde es bereits reichen, wenn man die Etikette nimmt, um mal wieder richtig was explodieren zu lassen und dabei für die Damen ordentliche Mieder zu schnüren.

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#10 Gallagher

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    TI 29501

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Geschrieben 13 April 2011 - 16:53

Mir würde es bereits reichen, wenn man die Etikette nimmt, um mal wieder richtig was explodieren zu lassen und dabei für die Damen ordentliche Mieder zu schnüren.



... so wie bei der Steampunk-Slave-Leia von sillof.com? :D
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#11 Diboo

Diboo

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Geschrieben 13 April 2011 - 16:56

Sieht gut aus,

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#12 yiyippeeyippeeyay

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    Interstellargestein

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Geschrieben 13 April 2011 - 17:39

Ich kenne keines dieser Bücher, frage mich aber, wie sie ohne viel Dampf Steampunk sein können.

Die Frage ist ja, ob Elektrizität und Batterien vorkommen dürfen - dann ist nicht unmittelbar Dampf notwendig. Wenn Verne heute seine Romane (evtl. in einem etwas moderneren Stil) geschrieben hätte, wären sie bestimmt allesamt Steampunk, gelegentlich also auch ohne Dampf.

Für mich persönlich war der seminale Steampunk-Roman Die Differenzmaschine, wobei der m.E. so sehr weit unter seinem Potenzial endete. :D Man stelle sich eine Weiterentwicklung vor, und dann ein das "empire" umspannendes Entirenet oder so, getragen von Differenzmaschinen und autom. Telegraphen-Verteilern! ;) Das wäre die Art von Steampunk, die mir gefallen könnte...

Ansonsten finde ich ist Steampunk nicht wirklich mit Cyberpunk zu vergleichen; Letzteres koppelte viel gerader an die jeweilige Gegenwart an. Steampunk ist im Grunde ein Subgenre der historischen Alternativwelt-Sparte. Und da gab's schon vorher Ähnliches (wie z.B. Roberts' Pavane).

P.S.: Mich würde mal, da wir hier DEUTSCHE SF favorisieren, eine Liste der dt. Steampunk-Romane interessieren, die man gelesen haben sollte...

/KB (blokkt auch auf dt.)

Yay! Superhelden-Monolog im Oktober...
B.B.: (Am Strand niederknieend, Ring zückend) Meggan, willst du meine Frau werden?
(Der Beschützer Englands & gelegentlicher Anführer des Mutantenteams "Excalibur", Capt. Britain, an eine mächtige Fee gewandt, mit der er schon länger liiert ist, grob übersetzt aus Marvel Visionaries: Excalibur, Marvel Worldwide Verlag, S. 71, by Davis)


#13 Theophagos

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Geschrieben 13 April 2011 - 18:31

Ich habe gerade mal meine "Steampunk"-Ausgabe (Ed. Ann & Jeff VanderMeer, 2008) ausgegraben. Eine klare Definition habe ich da auf die Schnelle nicht gefunden, aber einen ganz hübschen Absatz aus dem vorwort, den mal zitieren will:

"In this anthology, we've tried to provide a blend of the traditional and idiosyncratic, the new and the old, while remanining true to the idea of steampunk as dark pseudo-Victorian fun. You'll find stories about mechanistic golems, infernal machines, the characters of Jules Verne, and, of course, airships. You'll find your way into alternative histories, other planets, and even a show-down between a dark rider and prairie steam men. You'll see the influence of Verne, naturally, but also H. G. Wells and others."

Theophagos
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#14 Naut

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Geschrieben 13 April 2011 - 18:33

Das wichtigste wurde ja schon gesagt: Steampunk ist nicht "neu", sondern wurde schon in den 80ern erfunden, im Gegensatz zu seinem Cousin Cyberpunk aber zuerst nicht als Marketinggag der Verlage, sondern eher von einer Clique um Jeter, die etwas scherzhaft ihre anarchistischen Retro-SF-Geschichten umschreiben wollten.
Es ist manchmal traurig, wie wenig heutige Steampunk-Enthusiasten von diesen Ursprüngen wissen, und wie blass ihre eigenen "Erfindungen" gegen diese ersten Steampunk-Geschichten wirken.

P.S.: Mich würde mal, da wir hier DEUTSCHE SF favorisieren, eine Liste der dt. Steampunk-Romane interessieren, die man gelesen haben sollte...

Ah, gibt es da überhaupt welche? Sicher, Ju Honisch, Viktoria Schlederer werden manchmal genannt, treffen für mich aber nicht ganz die Richtung. Ronald Hahns "Socialdemokraten auf dem Mond" evtl.? Ich weiß es nicht. Interessante Frage.
Liest gerade: Branderson: Kinder des Nebels; Chambers: Zwischen zwei Sternen

D9E: Das Haus der blauen Aschen | Die Seelen der blauen Aschen | Die Sonne der Seelen
Fieberglasträume | Tiefraumphasen | Gamer | biomAlpha

#15 Gerd

Gerd

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Geschrieben 13 April 2011 - 19:14

Das Ganze hat mit einem Leserbrief angefangen, den K.W. Jeter im April 1987 an Locus geschrieben hat:

Dear Locus:

Enclosed is a copy of my 1979 novel Morlock Night; I'd appreciate your being so good as to route it to Faren Miller, as it's a prime piece of evidence in the great debate as to who in "the Powers/Blaylock/Jeter fantasy triumvirate" was writing in the "gonzo-historical manner" first. Though of course, I did find her review in the March Locus to be quite flattering.

Personally, I think Victorian fantasies are going to be the next big thing, as long as we can come up with a fitting collective for Powers, Blaylock and myself. Something based on the appropriate technology of that era; like "steampunks," perhaps....

--K.W. Jeter

[Thanks for the book! Capsule critique: Morlock Night combines H.G. Wells, Arthurian fantasy, and Victoriana in a strange, entertaining mixture -- less antic than Infernal Devices, perhaps, but a clear forerunner. "Steampunks"? I like it....

--F.C. Miller]


Ist im Internet z.B. hier zu finden. :)

Und ob der Trend tatsächlich ein Trend ist oder wird - je, nu, die Antwort auf diese Frage werden wir in ein, zwei Jahren wissen. Momentan glaube ich eher nicht daran ...

Bearbeitet von Gerd, 13 April 2011 - 19:16.

Sudden moroseness. One hop too far.

#16 Gast_Guido Latz_*

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Geschrieben 13 April 2011 - 19:42

Und ob der Trend tatsächlich ein Trend ist oder wird - je, nu, die Antwort auf diese Frage werden wir in ein, zwei Jahren wissen. Momentan glaube ich eher nicht daran ...



Ich dachte schon, ich wäre der Einzige.

#17 † a3kHH

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    Applicant for Minion status in the Evil League of Evil

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Geschrieben 13 April 2011 - 19:52



#18 Uwe Post

Uwe Post

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Geschrieben 13 April 2011 - 20:40

Ist das Steampunk?!?

@yiyippeeyippeeyay: Liste deutscher Steampunk-Romane? Knifflig. Spontan fällt mir keiner ein. Wobei in "Symbiose" immerhin eine Dampflok vorkommt :)

RETTE SICH WER KANN! WALPAR IST WIEDER DA!  Walpar Tonnraffir und die Ursuppe mit extra Chili |||  uwepost.de ||| deutsche-science-fiction.de


#19 Gast_Guido Latz_*

Gast_Guido Latz_*
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Geschrieben 13 April 2011 - 20:44

Nein. Das ist kein Steampunk. Sperr die Ohren auf. Roy singt "Du bist nicht allein", damit wollte Alfred sagen, dass er meiner Meinung ist.

Bearbeitet von Guido Latz, 13 April 2011 - 20:45.


#20 Tiff

Tiff

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Geschrieben 13 April 2011 - 20:45

Liste deutscher Steampunk-Romane? Knifflig. Spontan fällt mir keiner ein.

Mit Abstrichen "Totenspiel" und "Die Stadt in der Mitte der Welt" von Frank Borsch. Auf dem Titelbild sieht man die Dampflok http://www.scifinet....showtopic=10948

#21 Theophagos

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Geschrieben 13 April 2011 - 21:26

Hmm, habt ihr euch mal die Liste bei Wikipedia angeschaut? Ich finde es ja schon weit hergeholt, Rudy Ruckers "Hohlwelt", China Miévielles Bas-Lag-Sachen oder Randall Garretts Lord Darcy-Geschichten beim Steampunk zu verorten (obwohl es Anknüpfpunkte gibt), aber Christian Krachts "Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten"? Hellboy? Ich finde, Henry James "The Turn of the Screw" sollte auch dazu gehören. Und Batman. :)
Etwas sehr weit gefasst, die Liste.

Theophagos

Bearbeitet von Theophagos, 13 April 2011 - 21:26.

"Cool Fusion? What is 'Cool Fusion'?" - "As Cold Fusion is beyond our grasp, we should reach for something ... less ... cold. Cool Fusion."
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#22 yiyippeeyippeeyay

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Geschrieben 13 April 2011 - 22:16

Hellboy, das Comic, eher nicht! :angry: Das spielt größtenteils in der "echten" Gegenwart, und die Behörde, für die er zeitweilig arbeitet, ist ein wenig schrullig. Und er war schon in den Fünfzigern aktiv in seinem "Job"; daher wirken einige Stories besonders "retro". Wenn Hellboy (Comics) Steampunk ist, ist Indiana Jones (Filme) es auch... (Batman!? Warum dann nicht gleich Iron Man? :))

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#23 erik schreiber

erik schreiber

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Geschrieben 13 April 2011 - 22:45

Ihr seid eingeladen mitzudiskutieren. Hier einige Ausschnitte aus meinem Artikel bei d-s-f.de:

"Es ist das neue Subgenre der SF, das neue Label, das Verlage auf ihre Bücher kleben. Aber was ist wirklich dran am Steampunk? Ist alles blauer Dunst, ähm, Dampf? Dazu werd’ ich jetzt mal ein wenig – sorry – Dampf ablassen.

Was außer Dampfmaschinen prägt dieses Genre eigentlich? Welches Gefühl soll vermittelt werden? Und: Welche Innovationsfähigkeit schlummert noch in den Aufmerksamkeit heischenden Postpostulierungen der SF-Industrie (nicht böse sein wegen dem doppelten „post“, Uwe)?

Fazit: Für mich muss Steampunk mehr bieten als die bloße Erwähnung von „Dampf…“ vor irgendeinem Wortteil. Es kommt auf das richtige Feeling an, das im 19. Jahrhundert vorherrschte. Industrialisierung pur. Schwere Maschinen. Kriegsgerät. Naive Territorialansprüche, die mit schweren Kanonen irgendwie durchgesetzt werden wollen. Ein großes Manko des Steampunk: es wird oft nicht sauber genug recherchiert.

Und jetzt ihr!



Dein Fazit ist sehr provokant. Wenn das Steampunk ist, ist mir das zu wenig. Ich denke, wenn Du mit den Jungs und Mädchen von Clockworker.de diskutierst wirst Du etwas ganz anderes zu lesen bekommen als hier. Für mich ist Steampunk immer noch SF, in der die Petrochemie und entsprechende Maschinen durch Dampfmaschinen ersetzt sind, in der die viktorianische Ära zu Grunde liegt, aber bitte nicht nur im Commonwealth. Eine genaue Beschreibung, was Steampunk ist, fällt schwer, weil viele etwas anderes darunter verstehen.
erik
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#24 Pogopuschel

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Geschrieben 13 April 2011 - 22:52

Zumindest in Amerika scheint "Steampunk" gerade angesagt zu sein. Letztens gab es sogar eine Steampunk-Folge in der Krimiserie "Castle". Und zwar eine, die sehr liebevoll und keinesfalls herablassend mit diesem Trend umgeht.

#25 Gerd

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Geschrieben 13 April 2011 - 23:11

@ Theo:

Ich möchte hier zwar kein totes Pferd füttern, dem sonst Alfred III. gerne reichlich Hafer gibt, aber die deutsche Wikipedia ist in Themenkreisen, die sich um SF/Fantasy/Phantastik drehen, eher ... suboptimal. Sehr freundlich ausgedrückt.


@ Pogo:

Nicht jeder Trend aus den USA lässt sich exportieren. Damit Steampunk bei uns Trend werden könnte, bräuchte es ein Zugpferd. Das letzte, das es vielleicht - sehr vielleicht - hätte werden können, steht aber mit schlimmen Koliken im Stall und wird nirgends hinlaufen ... :)

(Sorry für die doppelte Pferdemetapher. Der Tag war lang, und es in Richtung Dampfmaschinen umzuformulieren, hatte ich keine Lust.)
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#26 Pogopuschel

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Geschrieben 14 April 2011 - 00:18

@ Pogo:

Nicht jeder Trend aus den USA lässt sich exportieren. Damit Steampunk bei uns Trend werden könnte, bräuchte es ein Zugpferd. Das letzte, das es vielleicht - sehr vielleicht - hätte werden können, steht aber mit schlimmen Koliken im Stall und wird nirgends hinlaufen ... :)

(Sorry für die doppelte Pferdemetapher. Der Tag war lang, und es in Richtung Dampfmaschinen umzuformulieren, hatte ich keine Lust.)



Meinst du "Sucker Punch" ?

Das mit den Trends stimmt. Ich denke wenn, dann wird es ein Trend innerhalb des Genres bleiben, als kein wirklich kommerzieller.

Ein schöner Steampunkroman ist "Das Große Rennen" von Paula Volsky, aus dem Jahre 2000. Ein Wettrennnen um eine Fantasywelt mit Steampunkfahrzeugen, aber ganz ohne Kriegstreiberei (obwohl es ordentlich knallt), schön im viktorianischen Stil.

#27 Gast_Guido Latz_*

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Geschrieben 14 April 2011 - 05:23

Die Frage war doch aber nicht, ob es Romane gab, die Steampunk-Elemente hatten (oder ob es Romane gibt, die Steampunk-Elemente haben werden). Die gab und gibt es, dafür braucht es nicht wirklich den Stempel "Steampunk". Die Frage war doch, ob es eine sehr große Anzahl Käufer, gibt, die ähnlich wie im Moment (...) - sorry für die Wortwohl - mit Transparenten vor den Buchhandlungen stehen und fickende Engel und Zombies wollen... Das sehe ich nicht.

Bearbeitet von Guido Latz, 14 April 2011 - 05:24.


#28 Amtranik

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Geschrieben 14 April 2011 - 06:32

fickende Engel und Zombies



Wow..und das sind jetzt auch wichtige bestandteile des Steampunk? :)

In jedem Falle, könnte ich mir vorstellen, das selbst wenn es einen sogenannten Trend oder gar Hype um
dieses Sub-Genre geben sollte, dieser schnell wieder obsolet wird, weil die Grenzen doch sehr eng gesteckt sind
und von daher, wenn man diesen Kram ausschliesslich oder zumindest viel liest, das ganze sicherlich alsbald
langweilig wird.

Bearbeitet von Amtranik, 14 April 2011 - 06:33.


#29 erik schreiber

erik schreiber

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Geschrieben 14 April 2011 - 07:28

Zumindest in Amerika scheint "Steampunk" gerade angesagt zu sein. Letztens gab es sogar eine Steampunk-Folge in der Krimiserie "Castle". Und zwar eine, die sehr liebevoll und keinesfalls herablassend mit diesem Trend umgeht.


Stimmt, die Folge habe ich auch gesehen, fand aber, sie sei eher eine Homage an den Weltraumwestern "Serenity" deren Hauptdarsteller der Castle-Hauptdarsteller Nathan Fillion war.
erik
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#30 Theophagos

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Geschrieben 14 April 2011 - 08:05

Ich möchte hier zwar kein totes Pferd füttern, dem sonst Alfred III. gerne reichlich Hafer gibt, aber die deutsche Wikipedia ist in Themenkreisen, die sich um SF/Fantasy/Phantastik drehen, eher ... suboptimal. Sehr freundlich ausgedrückt.

Lang' ist's her, dass wir einer Meinung waren. (Um Misverständnissen vorzubeugen: Jetzt sind wir's.)

Bevor man über die Zukunft des Steampunk spricht, sollte man mE einige Begriffe klären. Ein Genre ist eine Textgruppe mit bekannten, relativ engen Regeln bezüglich Plot, Setting, Figuren evtl. Stil, die von den Autoren variiert und vom Leser erkannt werden; Genrewerke haben in der Regel einen sehr starken Genrebezug. Im Laufe der Zeit wird ein lebendiges Genre sich wandeln - was 1977 als Genrewestern durchging, hätte 1939 als Blasphemie wirken können.
Ein Modus dagegen kann sich eines einzelnen Merkmals zur Kategorisierung bedienen - die Varianz der Texte ist entsprechend erheblich größer.
Ein Label ist, vereinfacht gesagt, eine Geschmacksrichtung, die sich eher durch eine Stimmung oder einen bestimmten Stil beschreiben lässt; die beschriebene Textgruppe wird kaum klar zu fassen sein und kann beliebig groß oder klein sein.

Nun hängt die Zukunft des Steampunk offensichtlich z.T. davon ab, wie man ihn beschreibt - nimmt man yiyippeeyippeeyay Begriff (Steampunk = Hard-SF alternative history der Viktorianischen Ära mit realistischen technischen Nova - mein Fehler, wenn ich yip falsch wiedergegeben haben sollte), dann ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass wir da viele Geschichten von sehen werden - alternativ history ist ohnehin nur begrenzt beliebt, weiter durch Zeit, Ort und Stil eingegrenzt wird nicht genug für ein Genre übrigbleiben. Wenn man alternative history als Genre begreift - mE schwer genung - dann wird das Subgenre Steampunk die Randerscheinung einer Randerscheinung sein.
Begreift man - grob gesagt - phantastische Technik in einem raubtierkapitalistisch-düsteren späten 19. Jh., vornehmlich dem viktorianischen Britannien und gerne mit antiadligen & antibürgerlichen Protagonisten, als wesentliche Merkmale, dann ist viel mehr möglich.
Als Label (F&S) hat sich etwas in der Richtung schon etabliert, ob mehr draus wird, bliebe abzuwarten. Kino wurde oben ja schon angesprochen: Ich denke, der Erfolg des Steampunk - und anderer literarischen Richtungen - hängt erheblich vom Kino ab. Wenn demnächst ein überzeugender Blockbuster läuft, dann wird sich der Steampunk möglicherweise auf größerem Niveau festsetzen können. Potenzial ist da, ein Automatismus ist es nicht.

Und zuletzt: Die phantastische Dampfmaschine ist - kakophemistisch gesagt - aus Pandoras Kiste und wird nicht wieder eingefangen werden können; als Modus wird sich Steampunk immer fassen lassen, wieviele Geschichten dann angesprochen werden und welchen Wert das hat, sei einmal dahingestellt.

Theophagos
"Cool Fusion? What is 'Cool Fusion'?" - "As Cold Fusion is beyond our grasp, we should reach for something ... less ... cold. Cool Fusion."
- Dr. Karel Lamonte, Atomic Scientist (Top of the Food Chain, Can 1999)
  • (Buch) gerade am lesen:Annick Payne & Jorit Wintjes: Lords of Asia Minor. An Introduction to the Lydians
  • (Buch) als nächstes geplant:Che Guevara: Der Partisanenkrieg
  • • (Buch) Neuerwerbung: Florian Grosser: Theorien der Revolution
  • • (Film) gerade gesehen: Ghost in the Shell (USA 2017, R: Rupert Sanders)
  • • (Film) als nächstes geplant: Onibaba (J 1964, R: Kaneto Shindo)
  • • (Film) Neuerwerbung: Arrival (USA 2016, R: Denis Villeneuve)



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