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Steampunk - nichts als bloßer Dampf?


122 Antworten in diesem Thema

#31 Uwe Post

Uwe Post

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Geschrieben 14 April 2011 - 08:44

Hm, wie wären fickende Zombies in Rüschen auf Dampflok-Führerständen?

Offen gesagt ist die Liste deutschen Steampunks (in Romanlänge) bisher ziemlich kurz geraten. Dabei haben wir hierzulande eine Eisenbahner-Tradition... im Fantasy-Bereich gibt's ja ein paar Sachen, die in die Richtung gehen. Magierdämmerung glaube ich. Das heißt dann wohl "Gaslicht". Nadine weiß das besser, die liest so'n Zeug :wink2:

Bearbeitet von Uwe Post, 14 April 2011 - 08:54.

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#32 Audiovisionär

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Geschrieben 14 April 2011 - 08:53

Steampunk ist m.E. weniger in der Literatur als im Comic (Anime) und Film zu finden.
Wild Wild West aber auch der neue Sherlock Holmes sind für mich charakteristische Beispiele, ebenso Die Liga der außerordentlichen Gentleman (die mir nicht sonderlich gefallen haben), Robert DeNiro im Zeppelin im Golden Kompass, Videoclips (die Gruppe ist mir leider entfallen). Dazu kommen Modellbauer in USA und GB (mal nach dem The Döktor googeln - den habe ich 2010 auf dem Eastercon kennengelernt).

Interessanterweise sind die Ursprünge der SF reiner Steampunk. Beim Elstercon hatte Steinmüller in einem seiner grandiosen Vorträge die Wurzeln der SF beleuchtet und dort natürlich Shelleys Frankenstein, aber auch unbekanntere Werke (INI ...) zitiert.
Steampunk steht für eine begreif- und sichtbare Technik. Eine Dampfmaschine macht Technik fass- und sichtbar, im Gegensatz zum verkapselten Zwölfzylinder mit variablem prozessorgestorerten Ventilhub, ABS, ESP, lmaa und was sonst so in unseren schönden Autos verborgen ist (ok zu nem V 12 hat´s nicht ganz gereicht).
Der analoge Drehmomentregler (diese rotierenden Kugeln, die bei schneller Umdrohung hoch steigen, ein Dampfventil öffnen und die Dampfmaschine wieder abbremsen) ist für mich Sinnbild von verstehbarer Technik.

Punk ist lt. Lexikon dreckig, stellt Althergebrachtes, Regeln und Autoritäten in Frage. Beim Cypber Punk waren Case, Neo und alle anderen Protagonisten keine strahlenden sauberen glatten und langweiligen Helden (wie Kirk ...), sondern halbseidene, gebrochene und abgefuckte Typen.
Beim Steampunk finde ich Protagonisten, die allenfalls durch die Nutzung modernster Technik (Dampfmaschine, Zeppelin) sich von den Konservativen unterscheiden. Echte Punks sind das weniger.

Dass das Genre in GB blüht, liegt an der positiv besetzten Zeit des Elisabethiansichen Zeitalters. Fortschritt, Aufbruch, Expansion.
Damit können wir in D nicht herhalten, außer 1870/71 hatten wir nie ein positives Nationalverständnis, vor der Eisnbahn hatten wir genauso viel Angst, wie vor einem Erdbeben im KKW Biblis ...

und USA hat einfach nur Spaß an Messing (auchtung: nicht stahl, wie wieter oben gepostet), fetten Nieten (ich meine hier die mechanischen Befestigunsdingens) und Mädels in schulterfreien Korsagen, Steammpunkg Goggles und ein paar Zahnrädchen (Messing) ALS oHRSCHMUCK ODER SONST WO:

Ich finde Steampunk geil, Steamphantasy (Stephan Hunt) überladen und effekthascherisch und hoffe am 7.5. auf der Role Play Convention in K noch mehr geile Steampunkfotos knipsen zu können als auf dem Eastercon.

... und mein Steamnpunk Zeppelin hat auf den Space Days den ersten Platz in der kategorie Eigenkreation gewonnen (freu!)

Glück ab und immer ein paar Atü (und nicht diese neumodischen Hektopascal) Dampf im Kessel,

Jürgen

#33 Uwe Post

Uwe Post

    Preisträger'o'naut

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Geschrieben 14 April 2011 - 09:09

Steampunk ist m.E. weniger in der Literatur als im Comic (Anime) und Film zu finden.

Guter Punkt, Jürgen. Das Visuelle, der Style, prägt stark das "Steampunk-Feeling". Naturgemäß funktioniert das im geschriebenen Wort weniger gut. Der Hebben kriegt das irgendwie hin, aber nicht auf Romanlänge.

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#34 Pogopuschel

Pogopuschel

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Geschrieben 14 April 2011 - 11:04

Stimmt, die Folge habe ich auch gesehen, fand aber, sie sei eher eine Homage an den Weltraumwestern "Serenity" deren Hauptdarsteller der Castle-Hauptdarsteller Nathan Fillion war.
erik


Das ist eher die Halloweenfolge, in der er sein Captain-Outfit aus "Firefly" anzieht.

#35 Diboo

Diboo

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Geschrieben 14 April 2011 - 12:00

Hm, wie wären fickende Zombies in Rüschen auf Dampflok-Führerständen?

Offen gesagt ist die Liste deutschen Steampunks (in Romanlänge) bisher ziemlich kurz geraten.


http://www.autorenkrise.de/44181.html

"Alles, was es wert ist, getan zu werden, ist es auch wert, für Geld getan zu werden."
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#36 Pogopuschel

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Geschrieben 14 April 2011 - 12:03

http://www.autorenkrise.de/44181.html


Was muss ich mir denn unter einem "mechanischen Engel" vorstellen?

Edit: Tippfehler verbessert, der aber dank der Zitierfunktion für die Ewigkeit ist.

Bearbeitet von Pogopuschel, 14 April 2011 - 17:39.


#37 Gallagher

Gallagher

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Geschrieben 14 April 2011 - 12:10

Robert DeNiro im Zeppelin im Golden Kompass


Wer bitte wo? :huh:

Mich deucht, du verwechselt gerade den "Goldenen Kompass" mit dem "Sternenwanderer".
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#38 Diboo

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Geschrieben 14 April 2011 - 12:39

Was muss ich mir denn unter einem "mechanischen Engeln" vorstellen?


Frag die Autorin.
Lies das Buch.
Was weiß ich...

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#39 yiyippeeyippeeyay

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Geschrieben 14 April 2011 - 13:08

Die Liga der außerordentlichen Gentleman (die mir nicht sonderlich gefallen haben)

Ich nehme jetzt mal an, du meinst den Film. Dann darf ich dir empfehlen, dir anstatt dessen mal die Quelle vorzunehmen, das doppelbändige "graphic novel" (Autor: Alan Moore!). Wenn das Steampunk ist - und ich schätze fast, es verhält sich so - bin ich ein Fan! :o :huh: (Es hilft allerdings, sämtliche phantastischen Romane des 19. Jahrhunderts gelesen zu haben... :( :P)

/KB (blokkt auch auf dt.)

Yay! SF-Dialog im November...

V.: Also, Schoch, woher hast du das?

S.: Es war plötzlich an meinem Schlafplatz.

V.: Wo schläfst du?

S.: [..] In einer Höhle an der Limmat.

V.: Hm.

S.: Es leuchtet im Dunkeln.

V.: (amüsiert) Würde mich nicht wundern.

(Elefantenfinder vs. baffer Ärztin, aus Elefant, Diogenes Verlag, Sn. 104/105, von Suter)

 


#40 Audiovisionär

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Geschrieben 14 April 2011 - 13:19

Wer bitte wo? :huh:

Mich deucht, du verwechselt gerade den "Goldenen Kompass" mit dem "Sternenwanderer".



ich stimme Dir zu, das war in irgend einer dieser lästigen Werbeunterbrechungen auf einem privaten Käsesender, ich habe da einiges durcheinander gekriegt.

Was wieder zu Uwe Post post post äh passt: Style geht vor Inhalt. Ich kann mich an den abgefuckten Luftschiffer und das zerzauste Modell erinnern, worum es ging und welcher Film es war, ist nicht hängen geblieben ...

Dampf ab!

Jürgen

#41 fictionality

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Geschrieben 14 April 2011 - 13:45

Kleines Zwischenfazit: Aus der Diskussion geht für mich u. a. hervor, dass Steampunk heutzutage eher als ein visueller, künstlerischer Ansatz verstanden wird, der sich nicht gaaanz so leicht in die Literatur übertragen lässt (wie schon erwähnt, reicht ein bloßes "Dampf" vor "Kutsche" nach m. E. nicht aus, um Aufnahme in dieses Subgenre zu finden). Beispielhaft werden Filme und Comics angeführt. Besondere Erwähnung findet die fantastische Literatur des 19. Jahrhunderts. Hier stimme ich euch zu: Ich finde auch, dass es in diesem Jahrhundert noch als viel realistischer angesehen wurde, wenn man diverse Technologien eben mit Dampf etc. weiterentwickelt, um eine Handlung zu schaffen - eben weil die Konkurrenztechnologien noch in den Kinderschuhen steckten. Demnach kam das Geschriebene bei den Lesern viel besser an, die nämlich gedanklich etwas Konkretes damit verbinden konnten. Heutzutage übernimmt das die allgemeine SF.

Was muss aber ein moderner Steampunk-Autor berücksichtigen, damit ihn auch jemand liest? Wie kann er nostalgisierendes Gefasel vermeiden und etwas erschaffen, das die Leser begeistert? Und wo soll bitteschön der Punk herkommen, der im 19. Jahrhundert nicht mal ansatzweise denkbar war?

Das sind die Fragen, die mich nach der Lektüre eurer Kommentare interessieren.

Bin gespannt auf eure Meinung!

Der Sven

#42 Gast_Frank Böhmert_*

Gast_Frank Böhmert_*
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Geschrieben 14 April 2011 - 13:50

Und wo soll bitteschön der Punk herkommen, der im 19. Jahrhundert nicht mal ansatzweise denkbar war?

"Punk" im Sinne von Halbwelt/Rotlichtmilieu war ja lange vor dem 19. Jahrhundert denk- und schreibbar.

Bearbeitet von Frank Böhmert, 14 April 2011 - 13:50.


#43 Amtranik

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Geschrieben 14 April 2011 - 14:26

Frag die Autorin.
Lies das Buch.
Was weiß ich...


Schreibst Du etwa jetzt neuerdings auch unter weiblichem Pseudonym?? :huh:

#44 fictionality

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    Illuminaut

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Geschrieben 14 April 2011 - 15:09

"Punk" im Sinne von Halbwelt/Rotlichtmilieu war ja lange vor dem 19. Jahrhundert denk- und schreibbar.


Ich meine nicht nur die Halbwelt, sondern eine Lebenseinstellung, die erst im Zuge der Sozialisierung unserer Demokratien möglich wurde. "Schnorren" wäre z. B. im 19. Jahrhundert eine Schande für jeden Menschen gewesen und Hausbesetzungen waren geradezu unmöglich. Heute wird das alles viel lockerer gesehen. Hatte selbst zweimal einen Iro und kann nur sagen, dass es für eine gewisse Zeit schön ist so zu leben. Aber nicht für mehr als 3, 4 Jahre. Bei mir hat's zu lange gedauert, 2 x 3 Jahre ungefähr.

#45 Diboo

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Geschrieben 14 April 2011 - 15:12

Schreibst Du etwa jetzt neuerdings auch unter weiblichem Pseudonym?? :huh:


Nix.
Die Steampunk-Autorin in der Familie ist meine Schwester, nicht ich. Und die wird mit ihrem Roman nicht fertig.

"Alles, was es wert ist, getan zu werden, ist es auch wert, für Geld getan zu werden."
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#46 Gast_Frank Böhmert_*

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Geschrieben 14 April 2011 - 16:09

Ich meine nicht nur die Halbwelt, sondern eine Lebenseinstellung, die erst im Zuge der Sozialisierung unserer Demokratien möglich wurde.

Schon klar, aber das Wort "Punk" hat halt eine Umdefinierung erfahren. Zu Shakespeares Zeiten stand es für Nutten, später für Strichjungs, glaube ich. Insofern könnte man sowohl mit "Steam" als auch mit "Punk" durchaus milieugetreu im 19. Jahrhundert bleiben.

Wenn man will.

(Allet nich so ernst jemeint.)

#47 Theophagos

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Geschrieben 14 April 2011 - 16:17

Ich meine nicht nur die Halbwelt, sondern eine Lebenseinstellung, die erst im Zuge der Sozialisierung unserer Demokratien möglich wurde. "Schnorren" wäre z. B. im 19. Jahrhundert eine Schande für jeden Menschen gewesen und Hausbesetzungen waren geradezu unmöglich.

Natürlich hat es im 19. Jh. Bettler gegeben und auch solche, die 'professionell, ohne Not' gebettelt haben. Hausbesetzung hat es nicht gegeben, weil es kaum/keine Immobilienspekulanten gab - ohne leer stehende Häuser keine Hausbesetzung. Dafür hat man in Gasthäuser, in Scheunen & Lagerhäusern gepennt. Vielleicht hilft die Dickens "Oliver Twist" weiter?

Und um Frank aufzugreifen - die Punks hießen früher "Lumpenproletarier".

Theophagos
"Cool Fusion? What is 'Cool Fusion'?" - "As Cold Fusion is beyond our grasp, we should reach for something ... less ... cold. Cool Fusion."
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#48 fictionality

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Geschrieben 14 April 2011 - 16:45

Natürlich hat es im 19. Jh. Bettler gegeben und auch solche, die 'professionell, ohne Not' gebettelt haben. Hausbesetzung hat es nicht gegeben, weil es kaum/keine Immobilienspekulanten gab - ohne leer stehende Häuser keine Hausbesetzung. Dafür hat man in Gasthäuser, in Scheunen & Lagerhäusern gepennt. Vielleicht hilft die Dickens "Oliver Twist" weiter?


Ist mir schon klar, dass es Bettler gegeben hat. Aber es war eine Schande. Auch die Bettler an sich haben sich bestimmt nicht gut dabei gefühlt. Im Gegensatz zu heute. Habe selbst geschnorrt und es war mir immer eine Freude ;-)

Und um Frank aufzugreifen - die Punks hießen früher "Lumpenproletarier".


Echt jetzt? Ist mir neu. Wieder was gelernt.

#49 T.H.

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Geschrieben 14 April 2011 - 17:47

Was muss aber ein moderner Steampunk-Autor berücksichtigen, damit ihn auch jemand liest? ...

Bin gespannt auf eure Meinung!


Steampunk war schon mal "erwachsener" und eher auf Literatur beschränkt (für meine Begriffe richtig spannend und ansprechend bei Tim Powers, mal auch etwas langatmiger wie in "Aether" von Ian MacLeod), seit ein paar Jahren ist es eine richtige Mode geworden, aber mehr so in Sachen Verkleidung und Musik (habe sozusagen hier die Anfänge in der Gothic-Scene z.B. beim Wave Gotik Treffen mitbekommen) und jetzt ist das Them in der Jugendliteratur angekommen.
Hoffentlich endet das Ganze nicht da, wo das Vampirzeug jetzt steckt... Warte jetzt mal auf gute, spannende, wieder "erwachsene" Steampunk-Literatur, meinetwegen auch Filme.

Was mich halt auch interessiert ist die Idee einer alterntiven Historie dabei; nur das Ambiente des 19. Jh. zu verwenden für austauschbare Abenteuergeschichten ist mir zu wenig. Und die Idee, wie kann man sich eine Entwicklung bis in die Zukunft hinein denken, ohne Verbrennungsmotoren, halt mit Dampf- und Windkraft oder so, das hätte auch was...

Phantastische Grüße,
Thomas

...meine "Phantastischen Ansichten" gibt's hier.
Auf FB zu finden unter phantasticus

(Hinweis: Derzeit keine Internetrepräsentanz meiner Bilder; schade eigentlich...)


#50 Nina

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Geschrieben 14 April 2011 - 18:44

Steampunk ist tatsächlich für mich vor allem ein Label. Ich habe das einfach gemerkt, wie die Leute reagieren, wenn ich sie zu einer "Literaturlesung" einlade. Viele sind überzeugt davon, dass das nur etwas für Spießer ist, dass es langweilig wird, dass alte Leute dort sind, dass sie rausgeschmissen werden, falls sie mal husten müssen usw. Sagt man "Science-Fiction Lesung", dann heißt es oft: "Du nein, also mit so Sachen wie Raumschiff Enterprise hab ich noch nie was anfangen können."

Wenn ich allerdings zur Steampunklesung einlade, so gibt es zwei Gruppen: Die einen, die Vollblutsteampunker freuen sich, dass sie ihre lackierte Schweißerbrille und den mit Zahnrädern verzierten Anzug mal wieder ausführen können. Davon gibt es wenige, aber ob man es glaubt oder nicht, bei unserer letzten Lesung sind die vereinzelt tatsächlich aufgetaucht. Aber, was noch wichtiger ist: Der Rest hat eben keine Vorstellung, was das ist und wie das abläuft. Sie hat weder bierernste Dichterlesungen im Kopf, noch Raumschiff Enterprise, Herr der Ringe oder sonst was. Das heißt, die Leute werden neugierig und sind auch eher bereit, sich mal reinzusetzen und zu schauen, was kommt. Oder fragen ganz einfach, was das ist und lassen es sich gerne erklären, statt vorgefertigte Meinungen wie das ihrer Ansicht nach ist und dass es ihnen daher sicher nicht gefallen wird zum Besten zu geben.

Es wird immer wieder bedauert, dass Steampunk im deutschsprachigen Raum noch nicht so recht in der Literatur Fuß gefasst hat. Ich sehe aber gerade in dieser noch bestehenden Exklusivität gewisse Chancen. Einerseits ist es fest definiert, man kann es also unter einem Schlafwort zusammenfassen, andererseits ... aber das habe ich ja eben schon erzählt.

Und natürlich: Ich finde es auch seltsam, was neuerdings alles als Steampunk bezeichnet wird. Neben den genannten Beispielen auch viele Geschichten aus einer Zeit, wo einfach die Technik noch nicht so weit war. Aber meiner Ansicht nach ist Steampunk durchaus technikaffin, es sind nur andere Techniken, die der Dampfmaschinen, aber rein mechanisch funktionierender Geräte, und nicht einfach nur durch "Rückständigkeit" geprägt.

#51 Heidrun

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Geschrieben 15 April 2011 - 17:04

Wer sich, wie ich, schon immer gefragt hat, wo Steampunk überhaupt herkommt, dem kann ich helfen. Das Headquarter habe ich im letzten Urlaub gefunden. So sieht es aus:
Eingefügtes Bild


Eingefügtes Bild
Irgendwie nicht so recht anheimelnd ...

Bearbeitet von Heidrun, 15 April 2011 - 17:05.


#52 Nina

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Geschrieben 15 April 2011 - 21:28

Also das ist ja echt gei... ähm cool, Heidrun!

#53 fictionality

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Geschrieben 16 April 2011 - 09:24

Irgendwie nicht so recht anheimelnd ...


Und wo ist das?

Das sieht ziemlich erbärmlich aus. Jedenfalls ist genug "Punk" drin ;-)

#54 Bungle

Bungle

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Geschrieben 16 April 2011 - 09:49

Punk könnte auf das 19. Jahrhundert besonders Anarchismus und Anarchie bedeuten.
Punk ist aber auch die Verweigerungshaltung. Und NO FUTURE passt ja ganz gut auf den Steampunk :D, wie auch auf den Cyperpunk, denn der verweigert sich doch auch der großartigen Zukunftsperspektive der SF.

Das Label Steampunk hat sich im Laufe der Zeit mit visuellem Inhalt gefüllt, das ist richtig. Es wurde auch zum Stil, der zum Teil schon eine Gruppenzugehörigkeit impliziert.

MB

#55 Theophagos

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Geschrieben 16 April 2011 - 10:12

Punk könnte auf das 19. Jahrhundert besonders Anarchismus und Anarchie bedeuten.

Stimmt, die Anarchisten geben auch gute Punks ab. Man (ich) vergisst die gerne, dabei war der Anarchismus eine ernst zunehmende Konkurrenz für die Kommunisten und Sozialisten im 19. Jh.

Theophagos
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#56 Angela Fleischer

Angela Fleischer

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Geschrieben 16 April 2011 - 11:00

Steampunk...
Konnte ich bisher noch nichts damit anfangen, zumindest bei den Filmen (Bücher habe ich noch keine gelesen). Das Visuelle schien sehr im Vordergrund zu stehen, im Gegensatz zu Charakterentwicklung, Plot, etc. Da mir spektakuläre Bilder nicht so viel geben, habe ich mich bei der Liga der außergewöhnlichen Gentleman und wie die alle heißen mögen gelangweilt. Mit der viktorianischen Gesellschaft verbinde ich steifes Gebaren, interessante Kleidung und die unglaubliche Ausbeutung von Kindern und Ausländern. Außerdem Standesdünkel und Rassendenken. Das ist auch nicht so meins, es sei denn, es wird auf diese negativen Aspekte etwas eingegangen. Wurde bei den Filmen aber nicht, die ich bisher gesehen habe. :D

#57 Lucardus

Lucardus

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Geschrieben 16 April 2011 - 11:13

Steampunk...
Konnte ich bisher noch nichts damit anfangen, zumindest bei den Filmen (Bücher habe ich noch keine gelesen). Das Visuelle schien sehr im Vordergrund zu stehen, im Gegensatz zu Charakterentwicklung, Plot, etc. Da mir spektakuläre Bilder nicht so viel geben, habe ich mich bei der Liga der außergewöhnlichen Gentleman und wie die alle heißen mögen gelangweilt.

Nur, um das nochmal hervorzuheben. Der Film "Die Liga der Außergewöhnlichen Gentleman" hat mit der hervorragenden Comic-Vorlage von Alan Moore kaum mehr als die Namen einiger Charaktere gemeinsam, die sowieso allesamt literarische oder historische Persönlichkeiten sind. Der Film hat mich damals echt geärgert, die Comics fand ich toll, nachdem ich sie Jahre später gelesen habe. Allerdings würde ich die Liga-Comics nicht als Steampunk bezeichnen.

Edit: Allan -> Alan

Bearbeitet von Lucardus, 16 April 2011 - 12:31.

Goodreads: Ich lese gerade" (sorry, nur für "Mitglieder" sichtbar)
Wer mal reinschauen will: http://www.goodreads.com/

#58 Naut

Naut

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Geschrieben 16 April 2011 - 11:41

Stimmt, die Anarchisten geben auch gute Punks ab. Man (ich) vergisst die gerne, dabei war der Anarchismus eine ernst zunehmende Konkurrenz für die Kommunisten und Sozialisten im 19. Jh.

Theophagos

In meiner einzigen Steampunkerzählung "Asaker von Asgard" (bisher unveröffentlicht) habe ich das auch so verwirklicht. Die Anarchisten haben dort eine deutsche Marskolonie übernommen und leben eine Art utopischen Anarchismus, in dem sogar Frauen(!) gewisse Rechte haben ... :D

#59 Joe Chip

Joe Chip

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Geschrieben 16 April 2011 - 12:46

Fazit: Für mich muss Steampunk mehr bieten als die bloße Erwähnung von „Dampf…“ vor irgendeinem Wortteil.

Und jetzt ihr!



Hi All!

stimme dir vollkommen zu
ich habe auch den Eindruck, dass ein großer Teil alles auf jenes eine Wort reduziert und ansonsten am Thema vorbeiballert

ich selbst habe natürlich auch keine klare Definition
bin mir aber sicher, dass es auch SteamPunk Dinger gibt in denen Dampf überhaupt nicht vorkommt

Beispiele die mir einfallen:

Casshern oder Skycaptain
der Wüstenplanet geht ebenfalls in diese Richtung (meine Meinung)

einfach ein Mix aus einfacher Technik (was nicht bedeutet, dass es nicht Raumfahrt gibt)
und ev. viktorianischer Baukunst

ein Zeppelin macht sich bestimmt in jeder SteamPunk Story gut (und funktioniert auch wenn man nicht erwähnt ob er mit elektrisch, mit Diesel oder mit Dampf betrieben wird)

beste Grüße
Joe
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#60 methom

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Geschrieben 16 April 2011 - 16:42

Die Anarchisten haben dort eine deutsche Marskolonie übernommen

:unsure: Das klingt ja ganz ähnlich wie in meiner einzigen Steampunkerzählung (bisher ungeschrieben :D ). Gute Ideen tauchen halt überall auf :blush:

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