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Interview mit uns (Uwe, ich) in der Fantastischen Woche


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75 Antworten in diesem Thema

#31 Vincent Voss

Vincent Voss

    Typonaut

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Geschrieben 19 April 2011 - 10:23

Das war glaube ich nicht die Frage. Die Frage war, warum die Leser Romane vor Kurzgeschichten bevorzugen (was ein Fakt ist).


Weil sie von namhaften Autoren meist nur Romane zu lesen bekommen, weil sich damit mehr Geld verdienen lässt.

Dass man mit Kurzgeschichten kein Geld verdient ist pauschal auch nicht richtig. Man muss nur wissen, was man wohin verkaufen kann.


Hab ich auch nicht behauptet. Ehrlich gesagt vermute ich auch nur, dass man als Autor mit einem Roman besser verdient, als mit einer Anthologie. Es sei denn man heißt Stephen King, da ist es dann egal.

#32 Naut

Naut

    Semantomorph

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Geschrieben 19 April 2011 - 11:10

Weil sie von namhaften Autoren meist nur Romane zu lesen bekommen, weil sich damit mehr Geld verdienen lässt.

Ja, aber das ist doch Ouroboros. Es gibt ja z.B. auch Kurzgeschichtensammlungen von Eschbach, die sich aber nicht so gut wie seine Romane verkaufen. Und zwar nicht, weil es nur Romane gibt, sondern weil viele Käufer offenbar einfach keine Kurzgeschichten wollen.

Hab ich auch nicht behauptet. Ehrlich gesagt vermute ich auch nur, dass man als Autor mit einem Roman besser verdient, als mit einer Anthologie. Es sei denn man heißt Stephen King, da ist es dann egal.

Ach so. Na ja, bei den Amis liegt der Fall ja auch anders: So hat z.B. King seine Kurzgeschichten alle schon einmal an alle möglichen Magazine verkauft, die Zusammenstellung in der Sammlung ist dann nur "Zweitverwertung". Das kostet den Autor kaum Mühe, nur der Verlag muss etwas investieren. Diese Vorgehensweise, diese Verwertungskette gibt es in Deutschland selten, weil es einfach kaum zahlende Magazine gibt.

#33 Uwe Post

Uwe Post

    Preisträger'o'naut

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Geschrieben 19 April 2011 - 11:22

Aus meiner Erfahrung kann ich Naut voll und ganz zustimmen.

Bestenfalls wenn man eine Kurzgeschichte ins englische übersetzen lässt, kann man sie in einer hinreichenden Zahl von Magazinen platzieren. Und selbst das kostet einige Mühe, wenn man keine Agentur dafür hat.

Wohlgemerkt: Dies gilt für SF-Kurzgeschichten. Die Sache liegt anders bei Minutenkrimis, die in Illustrierten verwertet werden. Ich sag nur: Alfred Bekker. Der hat auf diese Weise in den letzten Jahrzehnten ein paar Mark verdient.

FÜR IMMER 8 BIT!  |||  uwepost.de ||| deutsche-science-fiction.de


#34 Vincent Voss

Vincent Voss

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Geschrieben 19 April 2011 - 11:22

Ja, aber das ist doch Ouroboros. Es gibt ja z.B. auch Kurzgeschichtensammlungen von Eschbach, die sich aber nicht so gut wie seine Romane verkaufen. Und zwar nicht, weil es nur Romane gibt, sondern weil viele Käufer offenbar einfach keine Kurzgeschichten wollen.


Ich meinte es ja nicht ausschließlich, sondern als weitere Ursache dafür, dass Kurzgeschichten kein großes Standing haben. Und ob man etwas will oder nicht, diktiert mitunter auch der Markt.

Tja, das mit den Magazinen finde ich auch sehr schade... :D

#35 Pogopuschel

Pogopuschel

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Geschrieben 19 April 2011 - 11:28

Ich als Leser bevorzuge ganz klar Romane. Kurzgeschichten in Sekundärmagazinen wie Phantastisch lese ich in der Regel nicht. Wenn Kurzgeschichten, dann in einem Band nur mit Geschichten von dem gleichen Autor, wie zur Zeit z. B. Cordwainer Smith, oder Sammelbände von Sheckley oder Dick.
Ich kann gar nicht genau erklären, warum ich so ticke. Vielleicht ist mir bei Anthologien mit mehreren Autoren das Risiko zu groß, viele Gurken zu erwischen?

#36 † a3kHH

† a3kHH

    Applicant for Minion status in the Evil League of Evil

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Geschrieben 19 April 2011 - 16:13

Ich habe einfach das Problem, daß ich mit einer Kurzgeschichte in fünf bis zehn Minuten fertig bin. Und eine gute Short Story hat auch einen länger wirkenden Impact, so daß man eigentlich nicht gleich die nächste lesen kann/sollte. So ein "ruckeliges" Lesen stört mich einfach.

Kurzgeschichten in Sekundärmagazinen wie Phantastisch lese ich in der Regel nicht.

Dito.

#37 Pogopuschel

Pogopuschel

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Geschrieben 19 April 2011 - 16:24

Wobei ich die Geschichten dort nicht auslasse, weil ich glaube, dass sie schlecht sind, sondern weil sie mir irgendwie nicht in das Leseergebnis zwischen all den Sekundärtexten passen.

#38 Jaktusch †

Jaktusch †

    Andronaut

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Geschrieben 19 April 2011 - 22:02

Wobei ich die Geschichten dort nicht auslasse, weil ich glaube, dass sie schlecht sind, sondern weil sie mir irgendwie nicht in das Leseergebnis zwischen all den Sekundärtexten passen.


Geht mir zwar auch so, ist aber eigentlich Unsinn.
Ich muss die Kurzgeschichte ja nicht dann lesen, wenn ich nach einem Sekundärartikel die nächste Seite aufblättere und auf eine Story stoße. Sondern vielleicht erst Tage, Wochen später, wenn ich Kurzgeschichten lesen will. (Und so mache ich das denn auch...)

Jaktusch
Man erwirbt keine Freunde, man erkennt sie.

#39 Pogopuschel

Pogopuschel

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Geschrieben 20 April 2011 - 00:37

Geht mir zwar auch so, ist aber eigentlich Unsinn.
Ich muss die Kurzgeschichte ja nicht dann lesen, wenn ich nach einem Sekundärartikel die nächste Seite aufblättere und auf eine Story stoße. Sondern vielleicht erst Tage, Wochen später, wenn ich Kurzgeschichten lesen will. (Und so mache ich das denn auch...)

Jaktusch


Ja, das stimmt. Ich kanns nicht so ganz rational erklären. Vielleicht ist es doch die Qualität (bzw. meinem Geschmack). In den ersten Ausgaben habe ich die Geschichten noch gelesen, und ich habe mich immer gelangweilt.

Bearbeitet von Pogopuschel, 20 April 2011 - 00:37.


#40 fictionality

fictionality

    Illuminaut

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Geschrieben 20 April 2011 - 05:49

Persönlich kann ich bis heute nicht nachvollziehn woher es offenbar kommt, das sich Leute zu schämen scheinen
ein Buch wo SF draufsteht zu kaufen. Ich habe vermutlich die letzten 20 Jahre irgendwo im Exil auf dem Alphamond
gelebt, denn ich war da eher immer stolz drauf und habe es als Prädikat für Toleranz, Offenheit und eine gewisse
kindliche Neugierde, die man sich erhalten hat angesehn.
Ich würde also eher erstmal symphatie zum Käufer von SF-Büchern empfinden. Aber das kommt vermutlich dann doch
daher das wir als "Insider" eine andere Sicht haben.


Ich kann das auch nicht so ganz verstehen. Vielleicht sehen viele bei der SF nur die Weltraumschlachten und das Lasergestrahle und meinen, das wär's schon. Dass auch die SF durchaus tiefgängige und interessante Inhalte bietet, scheint an den meisten vorbeizugehen, da sie sich nicht genug damit beschäftigen.

Deutsche SF hat es schwer. Da würde ich mich als SF-Vielleser auch gar nicht ausnehmen. Denn erstens kosten die
Bücher im Schnitt einfach mal mehr als ein Produkt von Heyne und Bastei. Und bis auf einige Ausnahmen sind die
Sachen sicher keinesfalls schlechter aber auch nicht besonders viel besser als ausgesuchte angelsächsische Romanwerke.


Durch die lange SF-Tradition dort haben die Autoren und Leser natürlich einen klaren Vorteil. Was dort funktioniert, geht auch hierzulande. Umgekehrt ist es fast unmöglich für deutsche SF-Autoren, ihre Werke zu exportieren. Die Verlage sagen sich: Bei einem Import eines US-Autors habe ich fast kein Risiko, wenn ich aber einen neuen deutschen Autor verlege, muss ich eventuell sogar draufzahlen. Das hat nichts damit zu tun, dass die großen Verlage nicht "mutig" genug sind, sondern entsteht einfach aus nüchternem wirtschaftlichen Erfolgsdenken.

Gruß, Sven

#41 fictionality

fictionality

    Illuminaut

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Geschrieben 20 April 2011 - 05:53

Zum Schluss noch eine kleine Korrektur in eigener Sache: Richtig ist, dass ich versuche, dieses Jahr meinen nächsten Roman fertigzukriegen. Das heißt aber natürlich nicht, dass er dieses Jahr noch erscheint. Nicht dass sich da jemand umsonst Hoffnungen macht :thumb:


Auch ich versuche einen Roman bis 2012 zu schreiben - ob das klappt und ob er in diesem Jahr auch erscheint, steht noch in den Sternen. Jedenfalls wird es ein sehr weirdes, verrücktes Teil ;-)

Gruß, Sven

#42 fictionality

fictionality

    Illuminaut

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Geschrieben 20 April 2011 - 05:57

Sagen wir mal so: Wenn ich ein Buch lese, und ich finde es weder besonders gut noch besonders schlecht, habe ich kaum Motivation, irgendwo darüber zu diskutieren...
Ich behaupte ja nach wie vor, dass das SFN-Forum nicht bunt genug ist, um auf den Nachwuchs ansprechend zu wirken :thumb:


Gab es nicht einen Wettbewerb für Jungautoren? Was ist daraus geworden?

#43 Diboo

Diboo

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Geschrieben 20 April 2011 - 06:00

Durch die lange SF-Tradition dort haben die Autoren und Leser natürlich einen klaren Vorteil. Was dort funktioniert, geht auch hierzulande. Umgekehrt ist es fast unmöglich für deutsche SF-Autoren, ihre Werke zu exportieren. Die Verlage sagen sich: Bei einem Import eines US-Autors habe ich fast kein Risiko, wenn ich aber einen neuen deutschen Autor verlege, muss ich eventuell sogar draufzahlen.


Nein, das ist eine zu eingeengte Sichtweise. Bei einem amerikanischen Autor geht man auch ein Risiko ein. Nur, weil ein Buch von einem Ami ist, wird es nicht automatisch gekauft.
Das Problem ist, dass den Verlagen zu 99 % nur unveröffentlichbarer Dreck angeboten wird, wenn es um deutschsprachige SF angeht. Entweder aufgrund massiver handwerklicher Mängel oder aufgrund inhaltlicher. Letztere liegen natürlich im Auge des Betrachters, aber die gut geschriebene, farbenfrohe, spannende und gut durchdachte deutschsprachige Space Opera - die sucht man oft vergebens. Da kommt entweder irgendwelches Zeugs, das mehr gewollt als gekonnt ist, oder Bedeutungsschwangeres und "Tiefgründiges", mit dem man die Welt retten oder zumindest über ihren ach so traurigen Zustand jammern möchte. Und den Rotz, bei aller Liebe, kauft auch keiner.

Bearbeitet von Diboo, 20 April 2011 - 06:36.

"Alles, was es wert ist, getan zu werden, ist es auch wert, für Geld getan zu werden."
(13. Erwerbsregel)

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#44 Vincent Voss

Vincent Voss

    Typonaut

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Geschrieben 20 April 2011 - 06:11

Und eine gute Short Story hat auch einen länger wirkenden Impact, so daß man eigentlich nicht gleich die nächste lesen kann/sollte. So ein "ruckeliges" Lesen stört mich einfach.


Das kann tatsächlich ein Grund sein, weswegen Kurzgeschichten nicht so attraktiv sind. Sie lassen sich nicht so einfach weglesen.

#45 fictionality

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Geschrieben 20 April 2011 - 06:11

Ja, das stimmt. Ich kanns nicht so ganz rational erklären. Vielleicht ist es doch die Qualität (bzw. meinem Geschmack). In den ersten Ausgaben habe ich die Geschichten noch gelesen, und ich habe mich immer gelangweilt.


Lies mal "Die Invasion der Sprachen" in Ausgabe 39. Vielleicht ist das was für dich.

*Eigenwerbung aus*

Sven

#46 fictionality

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    Illuminaut

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Geschrieben 20 April 2011 - 06:13

Das kann tatsächlich ein Grund sein, weswegen Kurzgeschichten nicht so attraktiv sind. Sie lassen sich nicht so einfach weglesen.



Ich finde das ist aber auch ein klares Argument für das Lesen von Kurzgeschichten. Denn viele Leser wollen sich auch mal etwas länger mit einem Text beschäftigen. Dass viele Verfilmungen auf Kurzgeschichten basieren beweist, dass in den Storys viel steckt, was einem erst nach zwei- oder dreimaligem Lesen klar wird.

#47 Amtranik

Amtranik

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Geschrieben 20 April 2011 - 06:22

Manchmal denke ich , einige Bücher müssten nur einfach mehr und besser beworben werden. Das ist aber teuer und wahrscheinlich
von keinem der hier vertretenen kleineren Verlage zu bezahlen und sicher beim Abnehmer auch nicht durchsetzbar.

Vermutlich ist der Grund warum viele der ganz hervorragend schreibenden hier vertretenen SF-Autoren keiner ausserhalb der Szene
kennt und kaum was verkaufen aber tatsächlich so simpel.

Wolfgang Hohlbein, Kai Meyer, Andreas Eschbach, Markus Heitz, Frank Schätzing werden mehr gekauft weil Sie bekannter sind, weil Ihre
Bücher zum Teil als großformatiges Poster im Schaufenster von Läden wie Thalia und anderen hängen und Ihre Neulinge gerne auch mal
Publikumswirksam als Pyramide im Verkaufsraum ausgestellt sind so daß Sie nicht übersehen werden können.

Das groh der Käufer nimmt so was dann halt mal im vorbeigehen mit. Die Leute die gezielt nach etwas nachfragen und suchen
sind eh nur die wenigen Freaks von denen sich kein Autor auch nur ne Reise leisten geschweige denn leben kann.

Bearbeitet von Amtranik, 20 April 2011 - 06:27.


#48 Diboo

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Geschrieben 20 April 2011 - 06:24

Das groß der Käufer nimmt so was dann halt mal im vorbeigehen mit. Die Leute die gezielt nach etwas nachfragen und suchen
sind eh nur die wenigen Freaks von denen sich kein Autor auch nur ne Reise leisten geschweige denn leben kann.


Das kommt darauf an. Es gibt Kleinverlage, die ihren Autoren mittlerweile auch Tantiemen zahlen können, von denen sich mancher Urlaub finanzieren ließe, deren Bücher aber in keiner Buchhandlung stehen (oder nur in sehr wenigen). Man darf die Macht der Mundpropaganda nicht unterschätzen.

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#49 Naut

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Geschrieben 20 April 2011 - 06:43

Nein, das ist eine zu eingeengte Sichtweise. Bei einem amerikanischen Autor geht man auch ein Risiko ein. Nur, weil ein Buch von einem Ami ist, wird es nicht automatisch gekauft.
Das Problem ist, dass den Verlagen zu 99 % nur unveröffentlichbarer Dreck angeboten wird, wenn es um deutschsprachige SF angeht. Entweder aufgrund massiver handwerklicher Mängel oder aufgrund inhaltlicher. Letztere liegen natürlich im Auge des Betrachters, aber die gut geschriebene, farbenfrohe, spannende und gut durchdachte deutschsprachige Space Opera - die sucht man oft vergebens. Da kommt entweder irgendwelches Zeugs, das mehr gewollt als gekonnt ist, oder Bedeutungsschwangeres und "Tiefgründiges", mit dem man die Welt retten oder zumindest über ihren ach so traurigen Zustand jammern möchte. Und den Rotz, bei aller Liebe, kauft auch keiner.

Stimmt schon, Dirk, aber Sven meinte eigentlich den Export seiner Geschichten, also den Versuch, übersetzte Prosa aus deutschland in Amerika zu verkaufen. Das klappt meist nicht, weil sich die Amis eh mit Mittelklasseautoren totschmeißen können (ich meine das nicht mal böse, die haben einfach zu viele davon). Ich warte ja gespannt auf Vandermeers "Leviathan 5", wofür er extra einen Stab fremdsprachiger Editoren zusammengesucht hat.

Dass deutsche Verlage - gerade Kleinverlage - mit unterdurchschnittlicher Weltschmerzprosa zugemüllt werden dürfte aber inzwischen bekannt sein. Ich musste als Juror für Phantastik(!)-Wettbewerbe Lebensbeichten von Landschulheimausflügen irgendwelcher Ex-FDJler lesen. Da kamen nicht mal Zombies drin vor! Da fragt man sich doch, wie verzweifelt jemand sein muss, um sowas dermaßen neben dem Thema einzusenden.

#50 Diboo

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Geschrieben 20 April 2011 - 06:46

Stimmt schon, Dirk, aber Sven meinte eigentlich den Export seiner Geschichten, also den Versuch, übersetzte Prosa aus deutschland in Amerika zu verkaufen. Das klappt meist nicht, weil sich die Amis eh mit Mittelklasseautoren totschmeißen können (ich meine das nicht mal böse, die haben einfach zu viele davon). Ich warte ja gespannt auf Vandermeers "Leviathan 5", wofür er extra einen Stab fremdsprachiger Editoren zusammengesucht hat.


Ach so, mein Fehler.

Dass deutsche Verlage - gerade Kleinverlage - mit unterdurchschnittlicher Weltschmerzprosa zugemüllt werden dürfte aber inzwischen bekannt sein. Ich musste als Juror für Phantastik(!)-Wettbewerbe Lebensbeichten von Landschulheimausflügen irgendwelcher Ex-FDJler lesen. Da kamen nicht mal Zombies drin vor! Da fragt man sich doch, wie verzweifelt jemand sein muss, um sowas dermaßen neben dem Thema einzusenden.


Ich warte mal auf das, was aus dem fantasyguide-Wettbewerb kommt. Ich habe da noch nix gehört.

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#51 Gast_Michael Iwoleit_*

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Geschrieben 20 April 2011 - 06:48

Das Problem ist, dass den Verlagen zu 99 % zur unveröffentlichbarer Dreck angeboten wird, wenn es um deutschsprachige SF angeht.


Immerhin werden diese 99%, wenn es deutsche SF ist, abgelehnt. In den USA wird der Krempel veröffentlicht. Ein
Großteil der englischsprachigen Autoren, die ich in den letzten zehn Jahren übersetzt habe, waren handwerklich derart
schauerlich, daß ich die angebliche Überlegenheit der Amis nur für eine Mär halten kann. Was da an Seitenschinderei,
Schludigkeiten und mieser Prosa zum Standard geworden ist, spottet jeder Beschreibung. Über die Befindlichkeit von
Leuten, die diesen Kram goutieren und über wesentlich bessere deutschsprachige Autoren ablästern, will ich gar nicht
erst nachdenken.

Gruß
MKI

#52 Diboo

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Geschrieben 20 April 2011 - 06:53

Über die Befindlichkeit von
Leuten, die diesen Kram goutieren und über wesentlich bessere deutschsprachige Autoren ablästern, will ich gar nicht
erst nachdenken.
MKI


Doch, doch, erzähl mal!

Dirk, bekennender Kevin-J-Anderson-Fan

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#53 Gast_Michael Iwoleit_*

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Geschrieben 20 April 2011 - 07:01

Stimmt schon, Dirk, aber Sven meinte eigentlich den Export seiner Geschichten, also den Versuch, übersetzte Prosa aus deutschland in Amerika zu verkaufen. Das klappt meist nicht, weil sich die Amis eh mit Mittelklasseautoren totschmeißen können (ich meine das nicht mal böse, die haben einfach zu viele davon).


Ich habe eher den Eindruck, die Amerikaner mögen es grundsätzlich nicht, wenn sich ausländische Autoren
auf ihrem Markt etablieren, ganz unabhängig von der Qualität. Es gelingt höchstens mal einem Autor, der in
ein englischsprachiges Land ausgewandert ist und auf Englisch schreibt (wie z.B. dem Finnen Hannu Rajaniemi).
Es hatte zahlreiche Autoren von internationaler Klasse gegeben, von den Brüdern Strugatzki bis zu Gerard Klein,
denen es nie gelungen ist, auf dem amerikanischen Markt Fuß zu fassen. Die US-Autoren bleiben gern unter
sich. Ist vielleicht auch besser so.

Gruß
MKI

#54 Tiff

Tiff

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Geschrieben 20 April 2011 - 07:10

Immerhin werden diese 99%, wenn es deutsche SF ist, abgelehnt. In den USA wird der Krempel veröffentlicht. Ein
Großteil der englischsprachigen Autoren, die ich in den letzten zehn Jahren übersetzt habe, waren handwerklich derart
schauerlich, daß ich die angebliche Überlegenheit der Amis nur für eine Mär halten kann.

Das kann ich nachvollziehen. Aber, um mal einen konkreten Vergleich zu haben, welche deutschsprachigen Autoren, auch außerhalb der SF, sind Deiner Meinung nach handwerklich die besten?

#55 Gast_Michael Iwoleit_*

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Geschrieben 20 April 2011 - 07:12

Was mich zb auch manchmal stört ist, wenn ich das Gefühl habe, das die hier vertretene Deutsche SF-Szene zu ambitioniert
wird und auf Teufel komm raus versucht, etwas verrücktes, nie dagewesenes, total abgedrehtes oder eben Literarisch besonders
tolles zu machen.


Dafür gibt es nicht den geringsten Anhaltspunkt. Ich wüßte keinen einzigen Autor in der Szene, der mit dieser
Behauptung treffend charakterisiert wäre.

Und nur mal ganz allgemein: Ein Autor hat gefälligst ambitioniert zu sein. Er muß seine erzählerischen Fähigkeiten,
seine Sprache, seine Ausdrucksmittel so weit entwickeln und verfeinern, wie er nur kann. Das ist sein Job. Wozu
einen Autor lesen, der schreibt wie tausende andere und nie eine eigene Stimme gefunden hat?

#56 Diboo

Diboo

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Geschrieben 20 April 2011 - 07:14

Und nur mal ganz allgemein: Ein Autor hat gefälligst ambitioniert zu sein. Er muß seine erzählerischen Fähigkeiten,
seine Sprache, seine Ausdrucksmittel so weit entwickeln und verfeinern, wie er nur kann. Das ist sein Job. Wozu
einen Autor lesen, der schreibt wie tausende andere und nie eine eigene Stimme gefunden hat?


Das war, glaube ich, nicht die Zielrichtung des Arguments.
Obiges ist natürlich zutreffend.
Die Frage, so interpretiere ich, hat mehr mit den vermittelten Inhalten/Plots etc. zu tun.

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#57 Gast_Michael Iwoleit_*

Gast_Michael Iwoleit_*
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Geschrieben 20 April 2011 - 07:23

Das kann ich nachvollziehen. Aber, um mal einen konkreten Vergleich zu haben, welche deutschsprachigen Autoren, auch außerhalb der SF, sind Deiner Meinung nach handwerklich die besten?


Für den besten deutschsprachigen SF-Autor, jedenfalls seit Zubeil/Ziegler, halte ich Marcus Hammerschmitt.
Außerhalb der SF - schwer zu sagen, da reden wir ja von einer weit umfangreicheren Produktion. Ich bin
in erster Linie Kurzgeschichtenleser und war erstaunt festzustellen, daß sich in den letzten Jahren überraschend
viele unterhaltsame und literarisch versierte deutsche Autoren auf diesem Gebiet betätigt haben. Besonders
empfehlen kann ich Clemens Meyer (Collection Die Nacht, die Lichter).

Gruß
MKI

#58 Gast_Michael Iwoleit_*

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Geschrieben 20 April 2011 - 07:25

Dirk, bekennender Kevin-J-Anderson-Fan


Ächz - wie soll ich darauf reagieren, ohne riskieren zu müssen, daß mir bei nächster
Gelegenheit statt einem (feucht)warmen Händedruck ein Säbelstreich blüht? :unsure:

#59 Diboo

Diboo

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Geschrieben 20 April 2011 - 07:38

Ächz - wie soll ich darauf reagieren, ohne riskieren zu müssen, daß mir bei nächster
Gelegenheit statt einem (feucht)warmen Händedruck ein Säbelstreich blüht? :unsure:


Ich bin ein friedlicher Mensch, der den Einsatz von Waffen auf öffentlichen Veranstaltungen - außer zur Abwehr von Alien-Invasionen - strikt ablehnt :-)

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#60 Amtranik

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Geschrieben 20 April 2011 - 08:40

Dafür gibt es nicht den geringsten Anhaltspunkt. Ich wüßte keinen einzigen Autor in der Szene, der mit dieser
Behauptung treffend charakterisiert wäre.



Tja, dann ist doch alles in Butter. Ich verstehe überhaupt nicht worüber dann die Deutsche SF-Szene jammert, ausser
das Sie zu wenige Bücher verkauft. Das Sie zwar viele gute und ambitionierte Kurzgeschichten-Sammlungen in kleineren
Verlagen produziert, diese aber offensichtlich nicht genügend Leser finden. Das habe ich jedenfalls hier in diesem Forum
so als Essenz aufgeschnappt, das ist wohlgemerkt nicht auf meinem Mist gewachsen.

Ich bin nur einer der Leser.


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