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SF schreiben - aber wie?


101 Antworten in diesem Thema

#91 Harald Giersche

Harald Giersche

    Begedianaut

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Geschrieben 25 May 2011 - 10:04

B) Okay.
____________________________________
Harald Giersche
Verlag
Begedia @ fb

#92 Gast_Dirk_*

Gast_Dirk_*
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Geschrieben 25 May 2011 - 16:40

Hm ... ich oute mich jetzt mal als "musikalischen Leser".

Ich mag es, wenn sich Schachtelsätze, mit mittellangen, mit kurzen ablösen.
Je nachdem, was die Szene verlangt, sollte der Autor schon wissen, wann er mit der Sprache Tempo erzeugt, und wann der auf die Bremse tritt.
Gelingt mir selber auch nicht immer (ehrlich gesagt verwechsele ich beim Schreiben oft Bremse, Kupplung und Gas miteinander ;) )

Was ich gar nicht mag sind zuckersüße Poesiesätze, die in großen Dosen eingesetzt werden.
Poesie ist gut.
Sie kann viel zur Atmosphäre beitragen.
Aber bitte in homöophatischen Dosierungen.
Ebenso Fremd- oder ungewöhnliche Worte, die man nicht unbedingt im Alltag benutzt.
Sparsam eingesetzt sind sie klasse.
Aber wenn sie zuhauf auftreten, und ich eine Geschichte nicht ohne Duden oder Langenscheid lesen und verstehen kann ... :)

Haralds Edith ...

Edith:
Natürlich rede ich hier nicht davon, dass nur das Thema gut und interessant zu sein braucht, aber die Sprache unleserlich ist, weil Wiederholungen, Satzfehler, langweilige Floskeln etc den Lesespaß trüben. Solche Werke fallen bei mir aus Prinzip nicht unter die Diskussionswürdigen.

... unterschreibe ich umgehend, frage aber dich, Simifilm, was für dich adäquate Sprache ist?
Kannst du die so ad hoc, ohne Beispiele zu zitieren, definieren?

LG

Dirk

Bearbeitet von Dirk, 25 May 2011 - 16:40.


#93 simifilm

simifilm

    Cinematonaut

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Geschrieben 25 May 2011 - 16:52

... unterschreibe ich umgehend, frage aber dich, Simifilm, was für dich adäquate Sprache ist?
Kannst du die so ad hoc, ohne Beispiele zu zitieren, definieren?


Nein, das kann ich nicht. Denn was adäquat ist, hängt massgeblich davon ab, was der Text als Ganzes erreichen soll. Wenn es darum geht, Spannung zu erzeugen, ist eine andere Sprache angebracht, als wenn die seelischen Kämpfe eines Depressiven dargestellt werden sollen. Ein Drogentrip verlangt nach anderen Mitteln als ein Endzeitszenario. Etc.

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Alles Wissenswerte zur Utopie im nichtfiktionalen Film gibt es in diesem Buch, alles zum SF-Film in diesem Buch und alles zur literarischen Phantastik in diesem.
 

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#94 Gast_Dirk_*

Gast_Dirk_*
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Geschrieben 25 May 2011 - 17:06

Ah, okay.
Schade, aber das wäre mal interessant gewesen.

Ich glaube aber auch, dass jeder Leser adäquate Sprache anders empfindet, bzw. anders definiert.
In dem Sinne hätte also deine Definition alleine nicht viel gebracht, weil sich dann bestimmt der Eine oder andere gefunden hätte, der dich dann mit Heugabel und Fackel durchs Dorf zum Schloss des Grafen treiben würde, um dir dort den Teufel auszureiben ;)

Aber alleine dein Satz ...

... Denn was adäquat ist, hängt massgeblich davon ab, was der Text als Ganzes erreichen soll.


... ist schon ein Augenöffner :)

LG

Dirk :)

#95 Heidrun

Heidrun

    Giganaut

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Geschrieben 26 May 2011 - 12:08

Mit dem Hinweis "schnelles Nichts macht wenig Schaden" hätte ich länger gebraucht, weil ich nur in der Mittagspause vorbeikomme. Ich weiß natürlich, daß es auf dem Mars stürmt, aber ich habe auch mal nach dem Luftdruck geschaut.
In der speziellen Geschichte ist es nur die Beschreibung einer Figur. Da kann ich eventuell annehmen, daß der Ich-Erzähler auch eine Bildungslücke hat. Aber ich würde es rauslektorieren und es durch Stürme auf Pfrurbs oder so ersetzen. Schlimmer ist es, wenn der Sturm Teil der Story ist und Panzerfahrzeuge umkippt, aus denen sich der Held herauskämpfen muß.

Und zu den Drehbüchern noch einen Löffel Senf: Sie sind vor allem deshalb etwas ganz anderes, weil man in ein Buch vielleicht 1000 € versenkt, in einen Film aber bestimmt mindestens das hundertfache. Umso geringer fällt die Risikobereitschaft aus. Als Drehbuchschreiber hat man einen Produzenten, einen Redakteur und einen Regisseur vor der Nase, und die dämmen kreative Höhenflüge schnell ein.

Was die Sprache betrifft: Ich finde es schön, wenn man sie gar nicht bemerkt. Dann paßt es. Wenn man beim Lesen ständig ein komisches Gefühl hat, weil man sich in Sätzen verheddert oder den Wortneuschöpfungen des kreativen Autors nicht folgen kann, dann geht gerade etwas schief. Oder wenn man zum zehnten Mal über den gleichen Ausdruck stolpert. Wobei natürlich jeder eine andere Schmerzschwelle hat. Menschen sind nun mal anders. :P
Ich habe gerade ein Buch gelesen, in dem jedes Kapitel damit anfing, daß es so kalt war, daß sogar die Elfen froren, und die Helden bis auf die Haut durchnäßt waren. Keine Ahnung, warum keiner eine Grippe bekommen hat. Mich hat es genervt.

#96 Gast_Dirk_*

Gast_Dirk_*
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Geschrieben 27 May 2011 - 21:30

Hallo Heidrun,

ich hoffe, du fühlst dich jetzt nicht von mir veräppelt?
Das war nämlich keineswegs meine Absicht!
Im Gegenteil, dein Beispiel mit den "Stürmen des Mars" ist ein sehe gutes Beispiel gewesen, für den Unterschied zwischen Nachschlagen und Recherche!
Und weil ich ja selber in diese Falle getappt bin ... :P

Aber auch deine aktuellen Worte über die Sprache, die man gar nicht bemerkt ... :)

Ich glaube, dass ist die hohe Kunst des (schriftlichen) Geschichtenerzählens.
Es gibt doch umpfzig Ratgeber für Redner (und auch für diejenigen, die solche Dinger verfassen. Scheinen die Mitarbeiter unserer Politiker aber irgendwie noch nicht mitbekommen zu haben, oder die VHS-Kurse finden nie in den Sitzungspausen statt ;) )
Warum gibt es aber keine für Autoren?
Wie man einen Roman aufbaut, seine Protas pimpt (oder auch tieferlegt, je nach Geschmack), wie man Cliffhanger einsetzt und einen Spannungsbogen spannt ... alles da.
In -zig Versionen.
Warum gibt es aber keinen Ratgeber, oder sogar eine Schule, in der man erstmal lernt, einen Satz / einen Absatz geradeaus zu schreiben?
Und nein, ich meine jetzt nicht das Zeug aus dem normalen Deutschunterricht, sondern solche Sätze und Absätze, die auch lesbar (und spannend) sind?

Ist so etwas überhaupt möglich?

LG

Dirk ;)

#97 fictionality

fictionality

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Geschrieben 28 May 2011 - 10:07

Ist so etwas überhaupt möglich?


Das kommt mit der Zeit. Als Werbetexter habe ich gelernt, mich auf meine Leserschaft einzustellen. Als Autor sollte man das nicht zu sehr machen, obwohl es auch da wichtig ist. Der gesunde Mix weiß stilistisch zu überzeugen und bietet inhaltlich was Neues.

#98 alexandermerow

alexandermerow

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Geschrieben 04 June 2011 - 13:50

Das Problem lässt sich durch wildes Abschreiben guter Ideen lösen, finde ich.


Ein interessanter Thread, wobei diese Aussage eigentlich das Wesentliche auf den Punkt bringt. :lol:

"Jedes Zeitalter strahlt am hellsten vor seinem Untergang!"
www.alexander-merow.de.tl
https://www.thalia.d...ID33696499.html

https://www.thalia.d...D143787146.html

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#99 Andreas Winterer

Andreas Winterer

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Geschrieben 12 August 2011 - 13:08

Zu dem Thema ein off-beat-Kommentar:
Wer stiehlt, ist schöpferisch


1a Kommentar.
Aloha
Andreas
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#100 T. Lagemann

T. Lagemann

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Geschrieben 12 August 2011 - 14:00

1a Kommentar.


es mag ja sein, dass derlei Diebstahl für manche auch eine schöpferische Note hat, aber die genannten Namen haben wissenschaftlich gearbeitet. Da ist derlei (Ab)Schöpfertum nicht zulässig (genaueres steht in diversen Prüfungsordnungen).

Wer sich für das angeblich Schöpferische am Klau interessiert, der/die ist m.M. nach im Diskusssionsumfeld von Helene Hegemanns Axolotl Roadkill besser aufgehoben, als bei dem verlinkten Kommentar.

Viele Grüße
Tobias

"Wir sind jetzt alle Verräter."
"Ha!", machte die alte Dame. "Nur wenn wir verlieren."

(James Corey, Calibans Krieg)

  • (Buch) gerade am lesen:Tom Hillenbrand "Qube" & Peter F. Hamilton "Fehlfunktion"
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#101 simifilm

simifilm

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Geschrieben 12 August 2011 - 14:14

es mag ja sein, dass derlei Diebstahl für manche auch eine schöpferische Note hat, aber die genannten Namen haben wissenschaftlich gearbeitet. Da ist derlei (Ab)Schöpfertum nicht zulässig (genaueres steht in diversen Prüfungsordnungen).

Wer sich für das angeblich Schöpferische am Klau interessiert, der/die ist m.M. nach im Diskusssionsumfeld von Helene Hegemanns Axolotl Roadkill besser aufgehoben, als bei dem verlinkten Kommentar.

Viele Grüße
Tobias


Ich denke auch, dass man hier klar unterscheiden muss (und auch kann). Zwischen der künstlerischen Aneignung von bestehendem Material und dem Plagiat in einem wissenschaftlichen Kontext gibt es einen klaren Unterschied. Und sei es nur, dass es für wissenschaftliche Arbeiten eben klare Regeln gibt, die all den überführten Plagiatoren sehr wohl bekannt waren. Dass Guttenberg et al. nicht nur ein bisschen geschlampt, sondern gegen ganz grundlegende Regeln des wissenschaftlichen Arbeitens verstossen haben, sollte jeder Student spätestens nach Abschluss des Grundstudiums wissen (Selbst wenn Guttenberg die Wahrheit sagen sollte und er tatsächlich nicht vorsätzlich plagiiert hat, hätte man ihm meines Erachtens ebenfalls den Doktortitel aberkennen müssen. Denn wenn er tatsächlich so geschlampt hat, dass es zu all den nicht ausgewiesenen Zitaten gekommen ist, würde das ja nichts anderes heissen, als dass er nicht in der Lage ist, bei einer Arbeit den geforderten Qualitätsstandard zu erfüllen).

Signatures sagen nie die Wahrheit.

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#102 Heidrun

Heidrun

    Giganaut

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Geschrieben 15 August 2011 - 11:44

Ist so etwas überhaupt möglich?

Tut mir leid, Dirk - Deine Frage habe ich übersehen, weil ich zwischenzeitlich im Urlaub war und der Thread dann irgendwo in die Vorhölle der Forums gerutscht war.
Da es hunderte Schreibratgeber gibt, muß es wohl möglich sein, einen zu schreiben. Aber Patentrezepte für wirklich gute Storys - NEIN! Man kann lernen, keine Fehler zu machen. Und wenn man es begriffen hat, kann man sich bewußt darüber hinwegsetzen und mit vollem Bewußtsein Fehler machen, wenn man einen guten Grund hat.
Ich erkläre das gern mit Sport, weil das die meisten Leute besser einsehen als Literatur. Wenn einer 2 m groß ist, hat er gute Voraussetzungen, ein guter Weitspringer zu werden. Ist er aber ein fauler Sack, der nur vorm Fernseher rumhängt, wird daraus nichts. Möglicherweise springt sein 1.60 m kleiner Klassenkamerad weiter, weil er verbissen trainiert. Er aber wird nie Weltmeister werden, weil ihm die körperlichen Voraussetzungen fehlen. In der Literatur ist es nicht anders.
Idealerweise sieht der Autor tolle Storys, wenn sie ihm über den Weg laufen, und kann sie stilistisch gut aufschreiben. Realerweise ist es nicht so. Den ganzen Stilkram kann man lernen, so wie man Grammatik lernen kann. Ich weiß aber nicht, ob man das Erkennen von Storys lernen kann.
Und es gibt nach meiner Erfahrung noch eine ganz böse Hürde: manche Belehrungen versteht man erst, wenn man schon weiß, was man gesagt bekommt. Im Sport wie beim Schreiben gibt es keine Abkürzungen. Man muß wahnsinnig viel schreiben und lesen. Man muß Mist schreiben. Falls man jemanden hat, der einem sagt, wo man Mist schreibt, hat man Glück. Aber man lernt nie alles auf einmal. Ich habe auch manchmal so Anfälle, wo ich denke: "Das hätte mir vor 20 Jahren mal jemand sagen können". Aber inzwischen weiß ich, daß es nichts genützt hätte. Es gibt tatsächlich Sprüche, die man mir vor 30 Jahren um die Ohren gehauen hat, und die ich vor 10 Jahren wirklich verstanden habe.
Ich weiß, das ist zum Heulen. Und das Alter macht keinen Spaß. Aber Erfahrung ist durch nicht zu ersetzen.



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