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Einäugig? Blauäugig?


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174 Antworten in diesem Thema

#61 Uschi Zietsch

Uschi Zietsch

    Illuminaut

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Geschrieben 20 September 2011 - 17:13

Ich könnte mich mit einer Kulturflatrate nicht abfinden. Ich möchte mein Geld nur gezielt für die Kulturprodukte ausgeben, die mir auch gefallen. Wäre ja noch schöner, wenn ich Stahlfront, Sarrazin oder sonstiges Gesocks von meiner Flatrate finanzieren würde. Die GEZ ist mir schon negativ Beispiel genug.

Ganz genau so. Und als Kunde hätte man dann überhaupt keine Chance mehr, durch seine Kaufentscheidung Einfluss auf das zu nehmen, was an Kultur gewünscht wird. Die GEZ ist ein hervorragendes Beispiel. Zahlen und Schnauze halten.

#62 T.H.

T.H.

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Geschrieben 20 September 2011 - 17:18

....und Schnauze halten.


Hey, das gehört doch in den anderen Thread :-)

Aber langsam wird es wirklich mal interessant, was die Piraten wirklich wollen, oder? Ich weiß es immer noch nicht.
Dass sie die Möglichkeit zum Gelderwerb durch Kultur verhindern wollen, kann ich nicht glauben...

Die GEMA wird ja immer als mieses Beispiel für Zwangsabgaben in Sachen Kultur genannt. Ist es da allerdings nicht auch "leistungsorientiert": Wer viel gebraucht wird, bekommt auch viel? (oder nicht so viel...)

Phantastische Grüße,
Thomas

...meine "Phantastischen Ansichten" gibt's hier.
Auf FB zu finden unter phantasticus

(Hinweis: Derzeit keine Internetrepräsentanz meiner Bilder; schade eigentlich...)


#63 Gast_Dirk_*

Gast_Dirk_*
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Geschrieben 20 September 2011 - 17:19

Wobei ich die GEZ noch nciht einmal für sooo schlimm halte.

Immerhin haben die schon insofern reagiert, als es jetzt auch Spartensender gibt.
Wacken habe ich mir dieses Jahr auf ZDF NEO (oder war es ZDF Kulutr?) angesehen.
War cool.
Dito WM und EM ohne Werbeblöcke ...

Und die GEZ-Gebühren sind ja auch dafür da, die Radioprogramme zu gestalten und auch die GEMA für die dort abgespielten Künstler zu zahlen.

Ich sehe die also mit gemischten Gefühlen, aber nicht ausschließlich als böse an.

Da ist mir gesponosrtes Fernsehen schon eher ein Dorn im Auge, weil ich die Werbung bei jedem Einkauf wieder rückfinanziere, und die nicht gerade billig ist.

Bearbeitet von Dirk, 20 September 2011 - 17:23.


#64 Gast_Dirk_*

Gast_Dirk_*
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Geschrieben 20 September 2011 - 17:20

Die GEMA wird ja immer als mieses Beispiel für Zwangsabgaben in Sachen Kultur genannt. Ist es da allerdings nicht auch "leistungsorientiert": Wer viel gebraucht wird, bekommt auch viel? (oder nicht so viel...)


Meines Wissens nach ja.


http://de.wikipedia...._Pauschalabgabe

Bearbeitet von Dirk, 20 September 2011 - 17:22.


#65 valgard

valgard

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Geschrieben 20 September 2011 - 17:35

Hi Michael ;)

Zu den Piraten:
Ja, die Information über die Piraten selber ist etwas, dass hier nur bedingt, wenn überhaupt möglich ist.
Hier ging es mir in erster Linie auch darum zu erkunden, wie die Forengemeinschaft das Ergebnis der Wahlen in Berlin sieht.
Immerhin sind hier sehr angangierte Leute mit Background vertreten, warum also nicht diese Quelle ausnutzen.
Wie es mit den Piraten im Kölner Raum aussieht, kann ich leider noch nicht sagen. Hier herrscht da offenbar ziemlicher Gleichmut nach dem kölschen Grundgesetz (Et hät noch immer jot jejange).


Ich sehe es mit einem lachenden Auge! Das zweite ist aber noch skeptisch nicht weinend.

Gegen eine neue junge Partei ist nichts einzuwenden.
Es kommt jetzt aber auf die nächsten Wahlen in anderen Regionen an.

Ich werde mich auch einmal mit dem Programm der saarländischen Piraten auseinander setzen.
Eine Wahlalternative sind sie allemal.
Besser als die anderen Sprücheklopfer.

Auf Dauer werden wir aber sehr viel mehr Parteien im Parlament, den Landtagen ... haben.
die ehemaligen großen "Volksparteien" müssen dies akzeptieren und eigentlich darauf reagieren in dem sie Politik für die machen die sie gewählt haben und nicht gegen das Volk

lothar
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#66 T.H.

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Geschrieben 20 September 2011 - 19:02

..ganz hübsch:

http://www.zeit.de/p...1...x=0&neu.y=0

(das gibt es auch eine Frage zum Urheberrecht)

Phantastische Grüße,
Thomas

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#67 lapismont

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Geschrieben 20 September 2011 - 19:18

immerhin 10/12, hatte aber in den letzten Tagen auch extrem viel zum Thema gelesen.

Übrigens fällt mir auf, dass ich das fröhliche Lächeln von nurDirk extrem hilfreich finde, sachlich zu bleiben.
Überlicht und Beamen wird von Elfen verhindert.
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#68 valgard

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Geschrieben 20 September 2011 - 20:25

http://www.spiegel.d...,787328,00.html
Wahlerfolg: Piraten legen los - mit Streit

Die Piraten wollen im Berliner Abgeordnetenhaus für frischen Wind sorgen. Doch schon kurz nach ihrem sensationellen Wahlerfolg gibt es internen Zoff - vor allem um die Frage, wie transparent die Partei künftig arbeiten soll.
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#69 † a3kHH

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Geschrieben 20 September 2011 - 20:36

Die Piraten wollen im Berliner Abgeordnetenhaus für frischen Wind sorgen. Doch schon kurz nach ihrem sensationellen Wahlerfolg gibt es internen Zoff - vor allem um die Frage, wie transparent die Partei künftig arbeiten soll.

Das hab' ich schon mal gehört : Nach den ersten Wahlerfolgen der Grünen vor dreißig Jahren. :blink:

#70 valgard

valgard

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Geschrieben 20 September 2011 - 20:39

Das hab' ich schon mal gehört : Nach den ersten Wahlerfolgen der Grünen vor dreißig Jahren. :blink:

Möglich das die Piraten in 30 Jahren da sind wo die Grünen jetzt sind.

Für mich kommt es aber darauf an was sie bis dahin fabriziert haben.
Und wie es jetzt mit ihnen weiter geht.

Als Alternative tendiere ich schon zu den Piraten und werde sie weiter beobachten.

lothar
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#71 Jaktusch †

Jaktusch †

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Geschrieben 20 September 2011 - 21:28

Die Piraten wollen im Berliner Abgeordnetenhaus für frischen Wind sorgen. Doch schon kurz nach ihrem sensationellen Wahlerfolg gibt es internen Zoff - vor allem um die Frage, wie transparent die Partei künftig arbeiten soll.


War nicht "Transparenz" Forderung (und Versprechen) Nr.1 im Wahlkampf....?

Jaktusch
Man erwirbt keine Freunde, man erkennt sie.

#72 My.

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Geschrieben 20 September 2011 - 22:04

Dein Denkproblem beginnt damit, dass du glaubst, als der Urheber und Erstverwertungsberechtigte (der die Verwertungsberechtigung an jemand anderen weitergeben kann) Anspruch auf die Bezahlung mittels Tantiemen zu erhalten.
Du kannst dein Werk - gehen wir einfach mal von einem Text aus - anders vermarkten. Entweder direkt, z.B. als eBook (Beispiel: Short version als Teaser zum Free Download, der Extended Remix als Full version gegen Zahlung). Oder indirekt, indem du dein Werk mit anderen Dingen in Verbindung bringst (keine Einzelheiten jetzt, das würde heute abend zu weit führen).

Aber es gibt eindeutig mehr Möglichkeiten, als über Tantiemen seinen Unterhalt zu verdienen.
Ein Beispiel, etwas ausführlicher: Ich hatte mal ein Gewerbe, eine Computerfirma. Auf dem Hardwaresektor war schon Anfang der 2000er mit Margen nichts mehr zu verdienen; bei manchen Teilen oder Geräten waren 2 % fast schon Wucher. Also entschied ich mich irgendwann, die Hardware zum (durch Rechnungskopien nachgewiesenen) Einkaufspreis weiterzugeben und meinen Service zu berechnen (und das in einem Land wie Deutschland, in dem Service nichts kosten darf!). Es hat funktioniert, ich war selber überrascht. (Und daß ich das Gewerbe aufgab, hatte damit zu tun, daß ich auf Dauer nicht haupt- und nebenberuflich das Gleiche machen wollte ...)

Ich kann dir nicht direkt etwas dazu sagen, dazu bin ich noch nicht tief genug in der Thematik bei den Piraten drin. Aber das, was ich weiß, zielt darauf, was ich schon erwähnte: Es gibt Alternativen dazu, den Zugriff auf digitale Werke - welche immer es sind - zu hemmen und doch gleichzeitig dafür zu sorgen, daß Urheber und Verwertungsberechtigte zu ihrem Schärflein kommen. (Wobei es möglicherweise v.a. auf die Verwertungsberechtigten - ergo Verlage etc. - abgehen wird, was sich verändert, d.h., die Staffelung der Ebenen vom Schöpfer bis zum Kunden wird kleiner, flacher werden. Was u.U. dazu führt, daß einerseits der Endverbraucher weniger zahlt und dem Schöpfer mehr bleibt. - Es gibt hier gute Beispiele in der Musikindustrie, die durch Napster & Co. und andere nur dann schwer gelitten hat, wenn man den ganzen Sch*** glaubt, den die Plattenfirmen von sich geben.

Auch hier ein Beispiel: Ich habe früher wenig CDs gekauft, so für ... naja ... max. 20 Euro im Monat. Manchmal auch gar nicht. Sehr selektiv. Inzwischen bin ich ein reiner Downloadkunde. Und zwar nicht bei den kostenlosen Anbietern, sondern v.a. bei Amazon. Für Geld. Und ich gebe so im Durchschnitt zwischen 50 und 100 Euro im Monat für heruntergeladene Musik aus. Nicht, weil sich mein Musikgeschmack geändert hat, nicht, weil die Musik besser wäre, nein, einfach, weil es einfacher ist. Natürlich ist es auch einfacher, solche DRM-freie Musik wie von Amazon an Dritte weiterzugeben, und manchmal habe ich das vielleicht auch getan, aber ich weiß von den Leuten, die sich gemeinsam mit mir für gleiche oder ähnliche Musik interessieren, daß es ihnen genau so geht.
Das Problem dabei ist, daß Amazon verdient - und die Künstler und die Produktionsbeteiligten, und der ganze nölende Wasserkopf der Musikindustrie eben nicht mehr [oder nicht mehr so viel].
Das ist der richtige Weg, und da es beim Urheberrecht keine Unterscheidung gibt, kann das für Musik genau so funktionieren wie für Literatur, Software und Bilder.)

Wenn du dich nicht dafür interessierst, kommen auch die Piraten nicht zu dir. Das hat vorher auch keine andere Partei gemacht. Das haben auch die Grünen in den 80ern nicht gemacht. Das ist einfach so. Und du weißt das.

Tja, und das ist Blödsinn. Die GEMA ist mit dem, was sie einnimmt und an die Künstler ausschüttet, ein geringer Teil dessen, was ein Künstler verdient. (Das ist bei Schriftstellern das gleiche Spielchen mit der VG Wort. Nette Einnahmen, im Normalfall, aber eben nette Einnahmen, mehr nicht.)

Es gibt sicherlich Leute, die illegal kopieren, was zu kopieren geht. Filme, Musik, Bücher, Fotos, egal was. Das Problem ist, daß es immer diejenigen sind, die sich betroffen fühlen (Filmkonzerne, Musikproduzenten, Verlage ...), die das Problem so aufbauschen, daß es aussieht, als würden X Prozent - ich sage mal 80, 90 - der Menschheit alles raubkopieren, was geht.
Es gab eine Veröffentlichung von Microsoft (ich habe sie leider nicht greifbar) aus dem Jahre 2006 oder 2007, in der jemand aus der Managementebene von Microsoft in einem Interview ganz eindeutig sagte, daß die Aktivierung von Microsoft-Software (Windows, Office) schon lange vor den Versionen Windows XP und Office 2003 möglich gewesen wäre (ich erinnere mich nur an den Hinweis auf Office 97 als früheste Möglichkeit bei Office), und es durchaus auch - nicht nur, aber: auch! - Kalkül gewesen ist, sich Zeit damit zu lassen.
Ich bin selbst so ein Beispiel: Ich habe Office 97 noch als Raubkopie gehabt. Heute setze ich Software auf meinen Rechnern (es sind 4 Stück im privaten Bereich) im Wert von leicht 8000 oder 9000 Euro ein.
Diejenigen, die selbst heute noch als Raubkopierer verschrien werden, sind die, die im großen Maßstab Raubkopien machen und zu vermarkten versuchen. Der Privatuser, der mal eine Raubkopie von Software XYZ einsetzt, der evaluiert einfach nur, und wenn die Software taugt, dann wird er sie in der nächsten oder übernächsten Version kaufen. Wenn sie nicht taugt, wäre er ein unangenehmer, reklamierender Kunde, den Softwarefirmen, die nur aufs Geld schauen, auch nicht haben wollen.

---

Was die Kulturflatrate angeht, lehne ich diese auch ab (und die Piraten auch, denke ich). Sowas ist keine Lösung.
Die GEZ-Gebühren sind in meinen Augen durchaus sinnvoll. Das Problem ist, daß sich seit vielen Jahren die GEZ aufführt, als wäre sie eine Polizei mit entsprechenden Rechten, und das ist sie nicht; vielmehr ist sie nur ein miserabel organisierter Verein von Leuten, die bei der Polizei von zukünftigen Kollegen einen auf die Fresse bekommen hätten, und sich deshalb so aufführen wie ein von der Kfz-Meldestelle aufs Sozialamt versetzter Beamtenanwärter (versetzt, weil er in Autokennzeichen Tippfehler einbaute ...).

My.

Kontaktdaten? Hier. Oder hier.

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#73 † a3kHH

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Geschrieben 20 September 2011 - 22:27

versetzt, weil er in Autokennzeichen Tippfehler einbaute ...

:( :angry: <_< :rolleyes: :rofl1: :blink:

#74 My.

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Geschrieben 20 September 2011 - 22:28

:( :angry: <_< :rolleyes: :rofl1: :blink:

Da lachst du drüber? Das ist in den 90ern im Landkreis Pfaffenhofen/Ilm passiert.

My.

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#75 † a3kHH

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Geschrieben 20 September 2011 - 22:34

Da lachst du drüber? Das ist in den 90ern im Landkreis Pfaffenhofen/Ilm passiert.

:blink: :( :angry: Schluß ! <_< Aus ! Ende !
Ich lieg' hier auf dem Sofa und strecke alle Viere vor Lachen von mir und Du setzt noch einen drauf ! :rolleyes:
Aus, schmeistt den böchen Purchen zu Poden !
:rofl1:

#76 valgard

valgard

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Geschrieben 21 September 2011 - 04:08

Ich werd mal mit den lokalen Piraten kontakt aufnehemen.
In den Verein einzutreten brauch ich ja noch nicht.

lothar
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#77 Gast_Dirk_*

Gast_Dirk_*
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Geschrieben 21 September 2011 - 05:55

Moin Michael *gääähn* <_<

Okay, das mit dem zu mir kommen war bitte nicht ernst zu nehmen :rolleyes:
Das habe ich noch nirgendwo erlebt, und das würde ich auch nicht ernsthaft ausgerechnet von den Piraten verlangen.

Was das Urheberrecht und die PArtei selber angeht, so habe ich hier gestern abend noch zwei Links gefunden

http://wiki.piratenp..._nach_10_Jahren

http://www.berliner-...4,10873630.html (runterscrollen und Bilder durchklicken)

Sorry, das finde ich dann doch etwas zu heftig.
Nach zehn Jahren kann also jedermann hingehen, und in meinem Werk wie wild rumpantschen?
Und nicht nur das, er darf es sogar OHNE mir etwas dafür zu zahlen verlegen, verkaufen verändern dürfen?

Ab diesem Punkt, Michael, hat sich für mich die Alternative Piratenpartei gestern Nacht dann doch erledigt gehabt. :blink:

Vielleicht bin ich wirklich altbacken, obwohl ich gerade eine Website (Blog) aufbaue, auf der ich von meinem aktuellen Projekt 40% fertigen Text als Leseprobe anbieten werde, obwohl ich sehr offen mit Rohtexten auf die zu gewinnenden Leser zugehe, um sie in den Schaffungsprozess so weit möglich mit einzubeziehen, damit keiner die Katze im Sack kauft.
Aber der Ast auf dem sitze, den säge ich nicht freiwillig ab.

Es ist nur ein Punkt ihrer Charta.
Aber der ist für mich persönlich schon "bedrohlich" genug.
Aber es geht den Piraten im Grunde ja um noch mehr.
Sie wollen von Anfang an alles irgendwie kostenlos haben.
Und da helfen einem Autor keine wie auch immer gearteten Serviceleistungen (die er mit dem verbleibenden Verdienst eh nicht anbieten kann) oder sonstige Gadgets.
Ein Autor schreibt.
So gut wie möglich.
Er soll seine Leser unterhalten.
Alles andere, was Vermarktung etc. betrifft, soll er den Leuten überlassen, die Ahnung davon haben.
Er soll sich auf das Schreiben spannender, guter und lesbarer Unterhaltung konzentrieren können.
Und dafür soll er auch so bezahlt werden, wie die Menschen es für richtig halten.

Ich kann Doctorow nicht ernst nehmen.
Also kaufe ich seine Büche nicht.
Ergo bekommt er von mir keine K-Flat.
Ist das nicht gerecht?
Ist das nicht mein Wille als Leser?
Warum soll der dann also von mir genausoviel bekommen wie ein Dirk van den Boom oder ein Andreas Eschbach?

Das Ganze klingt für meine Ohren immer mehr nach dem Gejammer halbwegs unerfolgreicher Künstler, die sich über die "Marktmacht" der besseren Künstler beschweren und ihnen jetzt ans Bein pinkeln wollen, dabei aber breit grinsend behaupten, es sei ein warmer Regen :rofl1:

Wenn schon dieser, für mich existentielle Punkt nicht zu meiner Zufriedenheit geklärt ist, sind die Piraten für mich keine Alternative.
Dann bleibe ich weiterhin auf der Suche, informiere mich weiter wo ich nur kann, um bei den nächsten Wahlen nicht wie in der Lottoannahmestelle zu stehen ;)

Sorry, aber da sind mir die Karrieremenschen der Großen dann noch lieber, und die Grünen ganz nah ;)
Ich weiß, Polemik der übelsten Sorte, aber wir haben eine repräsentative Demokratie, also sind Personen ein wichtiger Faktor bei der Meinungsbildung.

LG
Dirk (der sich nun eine Meinung gebildet hat und weitersucht ;) )

Nachtrag:
Das mit der GEZ ist übrigens ein vollkommen falsches Bild, Michael.
Die GEZ sitzt hier in Köln. Sie verwaltet nur das Geld im Auftrag der Sender und der Regierung nach dem Rundfunkgebührenstaatsvertrag.

Die Leute, die da vor deiner Tür stehen, sind Beauftragte der Sender, keine GEZ-Mitarbeiter.
Die Ausweise der Beauftragten sollten klar und deutlich WDR, NDR oder welchen Sender auch immer zeigen, weil sie eben im Auftrrag dieser Sender unterwegs sind. Alles andere sind Phantasieausweise, über die die Sender beide Augen zudrücken, damit ihnen ihre Zuschauer nicht aufs Dach steigen und es einen Sündenbock gibt.

Du hattest dich mal über verkürzten Journalismus ausgelassen?
Das ist ein Beispiel dafür :angry:
Halbe Infos, von der privaten Konkurrenz angestachelt,
Die von der GEMA sind schlimmer.
Viel schlimmer.
Die kommen in deine Kneipe, deinen Friseuersalon, deine KFZ-Werkstatt gestiefelt und wollen direkt bares, oder sie klemmen dir dein Radio, deinen Fernseher, deinen CD ab.
Du spielst ja die Musik zur Unterhaltung deiner Kunden ab.

Informierte Grüße

Dirk :(

Bearbeitet von Dirk, 21 September 2011 - 05:57.


#78 Gast_Dirk_*

Gast_Dirk_*
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Geschrieben 21 September 2011 - 06:16

Übrigens fällt mir auf, dass ich das fröhliche Lächeln von nurDirk extrem hilfreich finde, sachlich zu bleiben.


Als halber Italiener suche ich immer eine Möglichkeit bei nonverbaler Kommunikation, meine Gestik, meine Mimik und meinen Tonfall nachzubilden.
Du müsstest mich mal live erleben, wenn ich so richtig in Fahrt bin :rofl1: :angry:
Hände, Gesicht ... manchmal wirke ich eine jüngere Ausgabe von Luis de Funés (und der war "nur" Franzose :blink: )
http://www.youtube.c...feature=related
Die kleinen gelben Dinger sínd da enorm hilfreich, weil sie die gefühlte, aber nicht vorhandene, Schärfe von vielen Worten abmildern können :rolleyes:

Außerdem streite ich mich ungern.
Kostet nur Kraft und Worte, die ich lieber in meine Geschichten investiere :(

LG

Dirk <_<

Bearbeitet von Dirk, 21 September 2011 - 06:17.


#79 lapismont

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Geschrieben 21 September 2011 - 07:16

Zum Thema Rumpantschen: Die Verwendung und Verfremdung von Texten ist doch gang und gäbe. Ich sag nur Musketiere 3D. Ist der Schutzzeitraum tatsächlich relevant? Wann vergisst das Netz Dein originäres Werk? Wer kann es Dir _wirklich_ nehmen, der Schöpfer zu sein?

Thema Transparenzdiskussion.
Ich kann die Bedenken nachvollziehen. Ich will keine Piratensoap, sondern Infos zur politischen Arbeit. Wenn sie private Themen besprechen, muss ich nicht live dabei sein. Letztlich werden sie auch mit Filtern arbeiten und nur dafür sorgen müssen, dass die kompletten bei Bedarf Infos abrufbar sind.
Überlicht und Beamen wird von Elfen verhindert.
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#80 Gast_Dirk_*

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Geschrieben 21 September 2011 - 07:42

Zum Thema Rumpantschen: Die Verwendung und Verfremdung von Texten ist doch gang und gäbe. Ich sag nur Musketiere 3D. Ist der Schutzzeitraum tatsächlich relevant? Wann vergisst das Netz Dein originäres Werk? Wer kann es Dir _wirklich_ nehmen, der Schöpfer zu sein?


Ja, ist er.
Das Netz mag nicht vergessen, der Mensch schon.
Außerdem finde ich es vermessen, wenn mein Werk noch zu Lebzeiten von jemaand anderem, ohne mein Einverständis und ohne Ausgleich erneut vermarktet (gegen Geld!) werden darf.

Die Piratenpartei Deutschland spricht sich für eine gesetzliche Regelung aus, nach der es jedem möglich ist, 10 Jahre nach Erstveröffentlichung, Werke lizenzkostenfrei und ohne Genehmigung zu verwenden, zu kopieren, zu ändern, zu fusionieren, zu verlegen, zu verbreiten oder zu verkaufen. Nichtkommerzielle Nutzung soll bereits zum Zeitpunkt der Veröffentlichung erlaubt sein.



Es geht nicht nur um Distributionswege, es geht auch darum das die Werke nach zehn Jahren von jedermann zu seinem eigenen Nutzen (auch zu seinem finanziellen!) verwendet werden dürften.
Auch remixte Neuauflagen der Texte, an denen du hart gearbeitet hast.
Da sollen also weniger erfoglreiche (fleissige?) Künstler am Erfolg der Guten gefahrlos partizipieren dürfen?

Das hat nichts mehr mit dem Idealismus des Schöpfers zu tun, hier geht es um gesetzich sanktionierten Diebstahl, finde ich.
Nur weil der Dietrich erfunden wurde, ist Einbruch nciht straffrei, oder?
Nur weil man es kann, ist abschreiben bei Doktorarbeiten immer noch nicht erlaubt, oder?

Gerade letzeres scheint aber sehr im Interesse einiger Mitglieder zu liegen, wenn ich bedenke, dass jemand mit 34 immer noch BWL studiert und jetzt froh ist in der Politik einen Job gefunden zu haben, weil er sich sonst den Realitäten des Arbeitsmarktes stellen müsste ;)

Es geht ja nicht nur um Kunst, die plötzlich frei für jedemann abgeschrieben werden dürfte, es geht auch um Sachthemen, Doktorarbeiten, Dissertationen etc.
Das ist nämlich die Seite der Medaille, wo sich keiner Gedanken drum macht.
Haben die Piraten geschrien, als die ganzen halbgaren Doktorarbeiten ans Licht kamen?

Noch ein Beispiel, bevor ich mal schnell weg muss:
Tolkien und auch seine Erben wehrten sich erfolgreich gegen Disney, der den Herrn der Ringe verflimen wollten.
Und dafür bin ich unendlich dankbar.
Frodo als singende Maus mit weißen Handschuhen, Sam als Erpel und Goofy dann als Gollum?

Ne, insgesamt ist dieses Programm nichts für mich.

Die Piraten mögen ja tolle Ideen haben, aber sie sind unausgegoren und teilweise kackdreist gegenüber anderen.

Ich werde sie weiter beobachten, wie auch jede andere Partei. Vielleicht ändert sich da ja mal was, und diese Chance muss ich ihnen geben.

Aber die können mich meinetwegen kielholen, so wie jetzt wähle ich sie nicht ;)

Okidoki, muss los, meolde mich später, wenn noch mehr Gegenargumente kommen :)

LG

Dirk :)

Bearbeitet von Dirk, 21 September 2011 - 07:46.


#81 lapismont

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Geschrieben 21 September 2011 - 08:15

Ja, ist er.
Das Netz mag nicht vergessen, der Mensch schon.
Außerdem finde ich es vermessen, wenn mein Werk noch zu Lebzeiten von jemaand anderem, ohne mein Einverständis und ohne Ausgleich erneut vermarktet (gegen Geld!) werden darf.

In dem Punkt habe ich Deine Meinung schon verstanden. Wenn Dir an der Verwertung und Vermarktung etwas liegt, ist das legitim.


Da sollen also weniger erfoglreiche (fleissige?) Künstler am Erfolg der Guten gefahrlos partizipieren dürfen?

ja.

Das hat nichts mehr mit dem Idealismus des Schöpfers zu tun, hier geht es um gesetzich sanktionierten Diebstahl, finde ich.
Nur weil der Dietrich erfunden wurde, ist Einbruch nciht straffrei, oder?
Nur weil man es kann, ist abschreiben bei Doktorarbeiten immer noch nicht erlaubt, oder?

Das Werk selbst kann Dir gar keiner stehlen. Stehlen kann man Dir nur etwas, dass Du besitzt.

Gerade letzeres scheint aber sehr im Interesse einiger Mitglieder zu liegen, wenn ich bedenke, dass jemand mit 34 immer noch BWL studiert und jetzt froh ist in der Politik einen Job gefunden zu haben, weil er sich sonst den Realitäten des Arbeitsmarktes stellen müsste :)

Trotz des Smileys finde ich den Satz blöd.

Es geht ja nicht nur um Kunst, die plötzlich frei für jedemann abgeschrieben werden dürfte, es geht auch um Sachthemen, Doktorarbeiten, Dissertationen etc.
Das ist nämlich die Seite der Medaille, wo sich keiner Gedanken drum macht.
Haben die Piraten geschrien, als die ganzen halbgaren Doktorarbeiten ans Licht kamen?

An dieser Vermischung von Dingen sieht man ganz schön, wie wichtig die Diskussion darum ist. Das Erlangen eines akademischen Grades ist an Regeln gebunden, werden die verletzt, ist der Titel ev. weg.
Dafür ist es egal, ab das nicht gekennzeichnete Zitat unter freier Lizenz stand oder nicht. Das ist so wie mit den verlinkten Bildern hier im SF. Es verstößt gegen die Forenregeln.
Um die demokratische Definition dieser Regeln geht es aber. Da sind ganz unterschiedliche Interessen und Philosophien zu berücksichtigen. Und nicht nur finanzielle Interessen.

Noch ein Beispiel, bevor ich mal schnell weg muss:
Tolkien und auch seine Erben wehrten sich erfolgreich gegen Disney, der den Herrn der Ringe verflimen wollten.
Und dafür bin ich unendlich dankbar.
Frodo als singende Maus mit weißen Handschuhen, Sam als Erpel und Goofy dann als Gollum?

Wie würde Diboo sagen: Wenn man es verkaufen kann, ist alles erlaubt.

Ne, insgesamt ist dieses Programm nichts für mich.

Die Piraten mögen ja tolle Ideen haben, aber sie sind unausgegoren und teilweise kackdreist gegenüber anderen.

Ich werde sie weiter beobachten, wie auch jede andere Partei. Vielleicht ändert sich da ja mal was, und diese Chance muss ich ihnen geben.

Aber die können mich meinetwegen kielholen, so wie jetzt wähle ich sie nicht ;)

Okidoki, muss los, meolde mich später, wenn noch mehr Gegenargumente kommen :)


Das Problem ist, dass eigentlich nur die Piraten das Thema Urheberrecht und digitale Kopie diskutieren wollen. Wenn Dich das Thema interessiert und Du Deine Meinung dazu jemanden sagen willst, der sie auch hören will, kommst Du an den Piraten nicht vorbei.

Denn genau darum geht es den Leuten offenbar: Solche Themen in die Debatte einzubringen, für die sich andere Parteien nicht interessieren.
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#82 simifilm

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Geschrieben 21 September 2011 - 08:17

Es geht ja nicht nur um Kunst, die plötzlich frei für jedemann abgeschrieben werden dürfte, es geht auch um Sachthemen, Doktorarbeiten, Dissertationen etc.
Das ist nämlich die Seite der Medaille, wo sich keiner Gedanken drum macht.
Haben die Piraten geschrien, als die ganzen halbgaren Doktorarbeiten ans Licht kamen?


Nur kurz dazu: Da vermischst Du zwei Dinge. Bei einer Dissertation darf man zitieren – so viel, wie man will (ok, nicht ganz so viel, wie man will, aber …). Ob die Zitate aus urheberrechtlich geschützten Quellen stammen oder nicht, interessiert niemanden. Man muss die Zitate aber als Zitate ausweisen. Das Vergehen von Guttenberg und Co. liegt aus Sicht der Wissenschaft nicht in einer Verletzung des Urheberrechts. Ein wissenschaftliches Plagiat wäre auch dann ein Plagiat, wenn jemand einen Text ohne Angaben von Quellen übernimmt, der nicht (mehr) durch das Urheberrecht geschützt ist (diese Konstellation dürfte kaum vorkommen, aber dennoch). Zumindest daran würde die von den Piraten vorgesehene Regelung nichts ändern.

Eine Frage zur weiteren Klärung: Bezieht sich dieser zehnjährige Schutz auch auf Patente u.ä. oder geht es hier nur um Werke im Sinne des Urheberrechts.

Bearbeitet von simifilm, 21 September 2011 - 08:18.

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#83 Gast_Dirk_*

Gast_Dirk_*
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Geschrieben 21 September 2011 - 08:59

Nur kurz dazu: Da vermischst Du zwei Dinge. Bei einer Dissertation darf man zitieren – so viel, wie man will (ok, nicht ganz so viel, wie man will, aber …). Ob die Zitate aus urheberrechtlich geschützten Quellen stammen oder nicht, interessiert niemanden. Man muss die Zitate aber als Zitate ausweisen. Das Vergehen von Guttenberg und Co. liegt aus Sicht der Wissenschaft nicht in einer Verletzung des Urheberrechts. Ein wissenschaftliches Plagiat wäre auch dann ein Plagiat, wenn jemand einen Text ohne Angaben von Quellen übernimmt, der nicht (mehr) durch das Urheberrecht geschützt ist (diese Konstellation dürfte kaum vorkommen, aber dennoch). Zumindest daran würde die von den Piraten vorgesehene Regelung nichts ändern.

Eine Frage zur weiteren Klärung: Bezieht sich dieser zehnjährige Schutz auch auf Patente u.ä. oder geht es hier nur um Werke im Sinne des Urheberrechts.


Hi Simi,hi Lapis :) *schnell nochmal reinhusch ...*

Das, was sich die PP auf die Fahnen geschrieben hat sagt eindeutig, dass jedes Werk nach zehn Jahren seinen Urheberschutz verlieren soll, und straffrei verwendet, kopiert, geändert, fusioniert, verlegt, verbreitet oder verkauft werden darf. Vor Ablauf dieser Zehn Jahre soll jegliche nichtkommerzielle Benutzung auch schon erlaubt sein.

Ich sehe hier keine Einschränkung in den wissenschaftlichen Bereich hinein, und ich sehe mirgends eine Kennzeichnungspflicht?
Doktorarbeiten sind urheberrechtlich geschützt.
Wenn also das Urhebrrecht so aufgeweicht wird, sehe ich schon die Problematik, dass auch wissenschaftliche Arbeiten unter diesen Punkt fallen.
Und eine Doktorarbeit fällt eindeutig nicht unter eine komerzielle Veröffentlichung, oder ;)

Der Satz mit dem Herrn Studenten stammt nicht zur Gänze von mir.
http://www.berliner-...4,10873630.html (runterscrollen und Bilder durchklicken)
Zitat Berliner Kurier:
Oliver Höffinghoff (34)
Steht mit seinem BWL-Studium kurz vor dem Abschluss, sagt: „Wenn ich nicht gewählt worden wäre, müsste ich mir nun einen Job suchen.

Wenn ein gestandener Politker so etwas sagen würde, könnte man die Fetzen seiner Karriere im Bierzelt auf dem Oktoberfest als Konfetti benutzen.
Zumindest aber würde er gehässige Kommentare über sich ergehen lassen müssen.
Die habe ich nicht abgelassen.
Ich habe nur meiner (fachlichen, nicht menschlichen wertenden!) Befremdung darüber Ausdruck verliehen, das jemand, der im Volksmund als zielloser Bummelstudent angesehen würde, jetzt plötzlich den Zielgerichteten gibt?
Dazu kommt das sehr unvorteilhafte Foto.

Ich erwarte von den Menschen, die mich in der Politik vertreten sollen Zielstrebigkeit und eine gewisse Professionalität. Die wird auch von mir tagtäglich erwartet, und ich vertrete nur meine Interessen in kleinen Kreis.
Wer aber (persönlicher Eindruck, keine persönliche Attacke gegen Herrn Höffinghoff) wie ein Trauerkloß auf einem Foto wirkt, dass mit einem solchen Zitat garniert wird, sehe ich da keine Chance für ihn, mich zu gewinnen.
Da mangelt es mir an Vertrauen.

Sollte mein Satz allerdings als persönlicher Angriff auf Herrn Höffinghoff angesehen worden sein, so bitte ich hiermit um Entschuldigung, und hoffe mit den erklärenden Worten weiter oben das Bild wieder geradegerückt zu haben.

Okay, jetzt ganz ohne Smily, aber trotzdem mit einem Lächeln und einem Zwinkern

LG

Dirk (der heute und morgen eventuell als Diskussionspartner ausfällt ;) *)


Nachtrag:
* Da war er doch wieder. Ein Smily ;)

LG

Dirk :)

Bearbeitet von Dirk, 21 September 2011 - 09:01.


#84 simifilm

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Geschrieben 21 September 2011 - 09:12

Ich sehe hier keine Einschränkung in den wissenschaftlichen Bereich hinein, und ich sehe mirgends eine Kennzeichnungspflicht?
Doktorarbeiten sind urheberrechtlich geschützt.
Wenn also das Urhebrrecht so aufgeweicht wird, sehe ich schon die Problematik, dass auch wissenschaftliche Arbeiten unter diesen Punkt fallen.
Und eine Doktorarbeit fällt eindeutig nicht unter eine komerzielle Veröffentlichung, oder :)


Wie gesagt: Du vermischst hier zwei Dinge. Was Guttenberg gemacht hat, ist straf- oder urheberrechtlich nicht relevant. Er hat gegen die Promotionsordnung der Universität verstossen. Diese legt fest, welche Regeln für Dissertationen gelten. Die Aberkennung des Doktortitels ist aber kein Gerichtsurteil und zur Debatte stand nicht, ob Guttenberg gegen das Gesetz – sei es Urheberrecht oder sonst was – verstossen hat. Deshalb kann eine Änderung des Urheberrechts in dieser Frage gar keinen Einfluss haben.

(Vielleicht ist, was Guttenberg getan hat, auch urheberrechtlich relevant. Aber das war nicht das, was die Promotionskommission zu prüfen hat. Es war *nicht* ein Urheberrechtsverstoss, der zur Aberkennung seines Titels geführt hat, sondern die Frage, ob er sich als Doktorand an die Promotionsordnung gehalten hat. Diese legt klar fest, wie mit Zitaten umgegangen werden muss – und folgt natürlich den üblichen wissenschaftlichen Gepflogenheiten. Es ist aber zB. im Bereich Filmwissenschaft durchaus denkbar, dass eine Dissertation von der Uni angenommen wird, obwohl sie gegen das Urheber- resp. Verwertungsrecht verstösst, weil lange Filmsequenzen zum Beleg herangezogen werden. Das wäre wissenschaftlich unproblematisch, könnte aber bei einer Veröffentlichung urheberrechtlich ein Problem sein. In dem Fall müssten für die Publikation Änderungen vorgenommen werden, was aber die Frage, ob wissenschaftlich korrekt gearbeitet wurde, nicht tangiert).

Bearbeitet von simifilm, 21 September 2011 - 09:48.

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#85 My.

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Geschrieben 21 September 2011 - 10:49

Im Musikbereich - vor allem in dem von mir bevorzugten der elektronischen Tanzmusik :) - sind Remixe gang und gäbe (in der Black Music, Untergruppe Rap, HipHop etc., übrigens auch). Der Musiker sucht sich ein Thema, ein Motiv, einen Schnipsel, fragt nach den Rechten und was es kostet - und remixt. Punkt. Es ist m.E. auch den Piraten klar, daß sich an diesem Ablauf letztlich weniger ändern läßt als an einem Urheberrecht (das läßt sich nicht aushebeln, auch nicht von den Piraten). Es ist klar, jedenfalls meine ich das, daß eine Wertschöpfungskette erhalten bleiben muß, die letztlich allen Beteiligten "etwas einbringt" - anderenfalls sicherlich niemand mehr sein Schaffen wie Perlen vor die Säue werfen würde.
(Ich denke, ich werde diesen Thread mal zum Anlaß nehmen, mich _intensiv_ in die Thematik bei den Piraten einzuarbeiten - wozu ich bislang einfach nicht gekommen bin -, immerhin bin ich als [Klein-] Verleger ja auch betroffen.)

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#86 lapismont

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Geschrieben 21 September 2011 - 10:54

Der Berliner Kurier fällt für mich als Quelle aus, sorry Dirk.
Überlicht und Beamen wird von Elfen verhindert.
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#87 Gast_Dirk_*

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Geschrieben 21 September 2011 - 14:14

Hallo zusammen *hetz*

Bin wieder da ;)

@Simi
Oh, das wusste ich so nicht mit den Dissertationen und den Doktorarbeiten.
Ich bin kein Akademiker und wusste nur durch Hörensagen, dass beides i.d.R. in einem gewissen Umfang veröffentlicht werden muss.
Daher eben mein Gedanke mit dem Urheberrecht.
Danke aber für die Aufklärung über die "wissenschaftliche" Absicherung solcher Werke.
Man kann nie wissen wofür man das mal brauchen kann :)

@Michael
Ja, das Remixen in der Musik ist meines Wissens nach sogar eine eigene Stilrichtung? Wie auch immer, hier fliesst ja Geld zu Urhebern des "Rohstoffs", aus dem der DJ / Remixer / Musiker etwas Neues schafft.
Das ist ungefähr zu vergleichen mit dem Bildhauer, der seinen Marmor ja auch nicht für lau bekommt.
So ungefähr ist aber nach meinem Verständnis der Gedanke der PP.
Vor Ablauf von 10 Jahren darf man eben alles schon benutzen, solange man damit kein Geld verdient.
Nach 10 Jahren darfst du alles.
Stell dir mal Pink Floyd oder die Beatles vor, die ihre Stücke plötzlich für lau verhackstückelt wiederhören :o

Ich denke, dieses Vorhaben würde auch (und vor allem ) Kleinverlage treffen.
Denn immerhin dürfte ja jede digitale Kopie nach dem Willen der PP sofort und umgehend grenzenlos kopiert und verteilt und gesampelt und gescramblet werden, solange man damit kein Geld macht ;)
Okay, klingt jetzt weit hergeholt, aber was nutzen dir und deinem Verlag 30 verkaufte Print und 1 verkauftes e-book, wenn fünfhundert Kopien im Netz rumschwirren, von denen vielleicht die Hälfte in rgendeiner Form remixed wurde?
Da ist es auch Essig mit dem guten Ruf und dem Bekanntheitsgrad, den Alfred auf die Tapete brachte.

Ich werde aber trotz meiner bisher negativen Meinung die PP weiter im Auge behalten, und ich werde auch versuchen den einen oder anderen mal persönlich zu diesem Thema zu befragen.
Vielleicht sind sie ja doch irgendwann auch für mich eine Alternative zu den alteingesessenen Parteieen?

@Lapismont
Warum ist der Berliner Kurier für dich keine Quelle?
Ich bin da zugegebenermaßen vollkommen ahnungslos, da ich aus Köln komme und er hier nicht erhältlich ist (im Gegensatz zum Beispiel zur FAZ)
Ist das so ein Revolverblatt wie die Zeitung mit den vier Buchstaben?
Aber selbst wenn, sind die Aussage und das Foto von Herrn Höffinghoff ... hm ... höflich ausgedrückt suboptimal, wenn man damit in die Politik einsteigt. Mit solchen Fotos muss man aber rechnen, wenn man hoch hinaus will, dito damit, dass man zitiert wird.

Unabhängig von Qualifikation (die in seiner eigenen Aussage auch etwas salopp rüberkommt) und Charakter (über den ich ja überhaupt nix sagen kann und auch nicht habe) erweckt man so nicht unbedingt Vertrauen.
Aber das ist es, was ich für eine politische Entscheidung benötige.
Oder um es humorvoller zu zeigen ... ;) (speziell das Ende der Szene :D )

Ich möchte mich an dieser Stelle (auch wenn die Diskussion hier noch weitergehen sollte) bei allen Beteiligten ausdrücklich dafür bedanken, dass hier eine verdammt angenehme, und für mich vor allem informative Atmosphäre geherrscht hat :) ;) ;)
Und das, obwohl ich hier ein ziemlich heißes Eisen an- und ausgepackt habe.

So macht Forum Spaß :D ;)

LG und Danke nochmal

Dirk :)

Bearbeitet von Dirk, 21 September 2011 - 14:18.


#88 simifilm

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Geschrieben 21 September 2011 - 14:30

@Simi
Oh, das wusste ich so nicht mit den Dissertationen und den Doktorarbeiten.
Ich bin kein Akademiker und wusste nur durch Hörensagen, dass beides i.d.R. in einem gewissen Umfang veröffentlicht werden muss.
Daher eben mein Gedanke mit dem Urheberrecht.
Danke aber für die Aufklärung über die "wissenschaftliche" Absicherung solcher Werke.
Man kann nie wissen wofür man das mal brauchen kann :)


Kurz zur weiteren Erläuterung: Eine Dissertation muss in der Tat publiziert werden, das kann aber in unterschiedlichen Formen geschehen und ist nur der allerletzte Schritt. Normalerweise ist der Ablauf so: Doktorand gibt die Diss ab, diese wird beurteilt und angenommen. Meist gibt es dann noch irgendeine Form von Verteidigung/Prüfung, und erst ganz am Ende, wenn das alles durch ist, muss die Arbeit publiziert werden. Bis dahin ist alles uniintern und tangiert deshalb das Urheberrecht ohnehin nicht. Je nach Arbeit und Fach kann zwischen Annahme und Publikation dann noch einige Zeit vergehen und die Arbeit auch grössere Änderungen erfahren. Während Publikation in den Naturwissenschaften heute nur noch bedeutet, dass man ein PDF, das ohnehin nie jemand lesen wird, auf den Uni-Server lädt, sind in den Geisteswissenschaften nach wie vor "richtige" Bücher üblich, die auch entsprechend aufbereitet werden müssen. Deshalb kann hier einige Zeit zwischen Annahme und Publikation vergehen; und hier kann es zumindest im Prinzip dann auch urheberrechtliche Probleme geben, wobei es allerdings explizit ein Zitierrrecht gibt. Wenn ich aber beispielsweise eine Diss über das Werk eine Photographen schreibe und diese in Form eines grossformatigen Buchs mit qualitativ hochwertigen Abzügen veröffentliche, würde das wohl nicht mehr unters Zitierrecht fallen (Das ist allerdings ein ziemlich theoretischer Fall. Zumindest mir ist kein Fall bekannt ist, bei dem der Autor einer Diss aufgrund von *Urheberrechtsproblemen* Probleme hatte).

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#89 Gast_Dirk_*

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Geschrieben 21 September 2011 - 14:47

AH! Cool, danke dir Simi :)

Dieser Ablauf ist in der Tat interessant (auch jenseits des Themas hier).
Vieles davon erfährt man nämlich nur sehr schlecht via Internet, und in meinem näheren Umfeld wimmelt es nicht gerade vor Akademikern.
Abitur, Ausbildung, maximal einen Magister und ab ins Berusfsleben.
(Man merkt schon: der Pragmatiker umgibt sich gerne mit Machern und meidet die Theoretiker :) )
Und die Zeit mal eben irgendwo in die Uni zu schlappen und sich über die Abläufe zu informieren ... ich habe es einmal versucht ;)
Als ich dem Studienberater sagte, dass ich noch nicht einmal ein Abi habe, und diese Infos für eine Buchrecherche benötige, hat er mich angesehen wie eine tote Fiege auf´m Wurstbrot :D
Danach habe ich mich ncht mehr getraut da nochmal aufzutauchen :D

Okay, wenn ich da mal Hilfe brauche ... ich schick dir ´ne PN ;)

Da ist nämlich eine Figur in einem Projekt, dass (noch) auf Halde liegt, die eben einen Doktor machen möchte.

Da komme ich gerne nochmal auf dich zurück, wenn ich die Idee von der Warmhalteplatte hole ;)

LG

Dirk :)

#90 lapismont

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Geschrieben 21 September 2011 - 14:53

@Dirk
jap der Kurier ist die Osberliner Variante der BZ, also eine kleinformatige Bild. Nix, das ich als Zeitung bezeichnen würde. Ich finde es auch immer wieder befremdlich, wenn etwa die Tagesschau auf diese Publikationen verweist. Wahrscheinlich findet sich dort Werbung für Andy Borg.

Gestern saß ich in der Bahn neben zwei Frauen, die eine blätterte in der Bild, die andere im Kurier und unterhielten sich über die Piraten:
"Diese Spinner!"
"Ich dachte die sind lustig, sind sie aber gar nicht!"

:)
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