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A. & B. Strugatzki: Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein

Klassiker Lesezirkel Dezember 2012

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33 Antworten in diesem Thema

Umfrage: A. & B. Strugatzki: Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein (7 Mitglieder haben bereits abgestimmt)

Das Buch insgesamt fand ich:

  1. fantastisch (3 Stimmen [42.86%])

    Prozentsatz der Stimmen: 42.86%

  2. gut (2 Stimmen [28.57%])

    Prozentsatz der Stimmen: 28.57%

  3. durchschnittlich (2 Stimmen [28.57%])

    Prozentsatz der Stimmen: 28.57%

  4. mäßig (0 Stimmen [0.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 0.00%

  5. mies (0 Stimmen [0.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 0.00%

Stil und Sprache fand ich:

  1. fantastisch (1 Stimmen [14.29%])

    Prozentsatz der Stimmen: 14.29%

  2. gut (6 Stimmen [85.71%])

    Prozentsatz der Stimmen: 85.71%

  3. durchschnittlich (0 Stimmen [0.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 0.00%

  4. mäßig (0 Stimmen [0.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 0.00%

  5. mies (0 Stimmen [0.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 0.00%

Story und Plot fand ich:

  1. fantastisch (2 Stimmen [28.57%])

    Prozentsatz der Stimmen: 28.57%

  2. gut (4 Stimmen [57.14%])

    Prozentsatz der Stimmen: 57.14%

  3. durchschnittlich (1 Stimmen [14.29%])

    Prozentsatz der Stimmen: 14.29%

  4. mäßig (0 Stimmen [0.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 0.00%

  5. mies (0 Stimmen [0.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 0.00%

Figuren und Charakterisierung fand ich:

  1. fantastisch (3 Stimmen [42.86%])

    Prozentsatz der Stimmen: 42.86%

  2. gut (3 Stimmen [42.86%])

    Prozentsatz der Stimmen: 42.86%

  3. durchschnittlich (1 Stimmen [14.29%])

    Prozentsatz der Stimmen: 14.29%

  4. mäßig (0 Stimmen [0.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 0.00%

  5. mies (0 Stimmen [0.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 0.00%

Setting und Hintergrund fand ich:

  1. fantastisch (5 Stimmen [71.43%])

    Prozentsatz der Stimmen: 71.43%

  2. gut (2 Stimmen [28.57%])

    Prozentsatz der Stimmen: 28.57%

  3. durchschnittlich (0 Stimmen [0.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 0.00%

  4. mäßig (0 Stimmen [0.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 0.00%

  5. mies (0 Stimmen [0.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 0.00%

Das Buch ist meiner Meinung nach (Mehrfachauswahl möglich):

  1. spannend (5 Stimmen [20.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 20.00%

  2. lustig (1 Stimmen [4.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 4.00%

  3. anspruchsvoll (4 Stimmen [16.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 16.00%

  4. traurig (3 Stimmen [12.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 12.00%

  5. actiongeladen (0 Stimmen [0.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 0.00%

  6. erotisch (0 Stimmen [0.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 0.00%

  7. romantisch (1 Stimmen [4.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 4.00%

  8. gruselig (0 Stimmen [0.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 0.00%

  9. brutal (2 Stimmen [8.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 8.00%

  10. vulgär (0 Stimmen [0.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 0.00%

  11. langweilig (0 Stimmen [0.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 0.00%

  12. originell (5 Stimmen [20.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 20.00%

  13. zu Recht ein Klassiker (4 Stimmen [16.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 16.00%

Abstimmen Gäste können nicht abstimmen

#1 methom

methom

    Teetrinkonaut

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Geschrieben 01 December 2012 - 15:54

Eingefügtes Bild


alternativ auch in Band 4 der neuen Strugatzki Edition des Heyne Verlags:

Eingefügtes Bild

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#2 leibowitz

leibowitz

    Giganaut

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Geschrieben 01 December 2012 - 16:23

Ich habe das Buch erst jüngst gelesen. Es war OK, hat mich aber nicht sonderlich vom Hocker gehauen.

Bei der Umfrage wusste ich nichts anzukreuzen. Ehrlich, es sollte möglich sein, auch gar nichts ankreuzen zu dürfen. Ich habe, weil ich musste, originell angekreuzt. Das trifft vielleicht am ehesten zu.
  • spannend
  • lustig
  • anspruchsvoll
  • traurig
  • actiongeladen
  • erotisch
  • romantisch
  • gruselig
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Realität ist das, was nicht verschwindet, wenn man aufhört, daran zu glauben. (P.K.Dick)

#3 Trurl

Trurl

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Geschrieben 01 December 2012 - 16:35

Ein Wort zu den unterschiedlichen Ausgaben.

Abgesehen davon, dass die alte Ausgabe nicht mehr lieferbar ist und die neue schon, sind in diesem 4. Band der Strugatzki Gesamtausgabe noch 4 weitere Kurzromane enthalten, plus Anmerkungen und einem Kommentar von Boris Strugatzki.

Außerdem ist der Roman neu übersetzt und zwar wesentlich besser als die frühere von Hermann Buchner. Ich habe einige Absätze miteinander verglichen und die Neuübersetzung liest jetzt viel "geschmeidiger". Auch Ironie und Sarkasmus, die in der Erzählung stecken, kommen viel besser rüber. Ebenso fehlen jetzt einige russisch klingende Wendungen wie die "grauen Sturmowiki", die jetzt zu "grauen Sturmmannen" geworden sind. Also ein klares Votum für die Neuausgabe, die sowieso für jeden Strugatzki-Liebhaber Pflicht ist. Eingefügtes Bild

LG Trurl
»Schau dir diese Welt nur richtig an, wie durchsiebt mit riesigen, klaffenden Löchern sie ist, wie voll von Nichts, einem Nichts, das die gähnenden Abgründe zwischen den Sternen ausfüllt; wie alles um uns herum mit diesem Nichts gepolstert ist, das finster hinter jedem Stück Materie lauert.«

Wie die Welt noch einmal davonkam, aus Stanislaw Lem Kyberiade
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#4 antonrumata

antonrumata

    Ufonaut

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Geschrieben 01 December 2012 - 16:56

Der Roman ist mein Lieblingsbuch der Strugatzkis und ich habe ihn schon sehr häufig gelesen. Wenn es mir schlecht ging, fand ich darin Trost, wenn ich neuen Mut schöpfen wollte, nahm ich es zur Hand und ließ mich von Antons Geschichte fesseln. Seine Zweifel, sein Ringen um Entscheidungen, seine Unzufriedenheit mit den gesellschaftlichen Umständen und seine Art, diese Probleme anzugehen, bewegten und bewegen mich immer wieder aufs neue. Ich hatte oft das Gefühl, Anton spräche mir aus der Seele.

Der Held des Romans animiert den Leser, aktiv zu werden, nicht alles stumm hinzunehmen. Anton-Rumata gibt seine Beobachterrolle auf, weil er Unrecht und Gewalt nicht mehr ertragen kann. Ihn bewegt das Schicksal der Menschen in seiner Umgebung und er wird einer von ihnen. Anton begreift seine Verantwortung, weil es in seiner Macht steht, die Dinge zum Positiven zu wenden.

Zwei Szenen des Romans faszinieren mich besonders. In der einen fordert Rumata den Gelehrten Budach auf, Gott einen Rat zu geben, um die Welt vom Leid zu befreien … Dieses philosophische Gespräch kann zwar die Probleme dieser Welt nicht lösen, ist aber überaus inspirierend und lässt den Leser noch lange darüber nachdenken.

Die zweite Szene spielt im „Turm der Fröhlichkeit“, einem berüchtigten Gefängnis von Arkanar, kurz nach der Machtübernahme Don Rebas. Die Bürger Arkanars müssen sich an diesem Ort einfinden, um ihr früheres Verhalten beurteilen zu lassen. Dabei ergeben sich recht absurde Situationen, die an Szenen aus einem Monty-Python-Film erinnern. Die Richter sind bürokratische Mönche. Vollkommen humor- und gefühllos beurteilen sie die Delinquenten. Die Strafen werden sofort vollstreckt: „… wegen Schmähung des Namens seiner Herrlichkeit … wird verfügt: Drei Dutzend Schläge auf die entblößten Weichteile und Küssen des Schuhs seiner Herrlichkeit. … Gehen Sie in diesen Korridor … die Schläge rechts, der Schuh links. Der nächste …“ ([1], S. 175) Nach der Verhandlung sollen die Bürger einen Armreifen erhalten, der ihre „Reinheit von aller Schuld" anzeigt. In dieser Szene ist beeindruckend dargestellt, wie Rumata das Terrorregime mit seinen eigenen Waffen schlägt. Er entwendet dreist eine große Menge Armreifen. Seinen Diebstahl begründet der Edelmann mit dem Ausruf „Im Namen des Herrn“. Den Zeugen dieses Vorgangs bleibt nur, reflexartig mit der Formel „In seinem Namen“ zu antworten und seine Tat damit zu legitimieren.

Der Roman „Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein“ ist nicht umsonst bei den Strugatzki-Fans der beliebteste SF-Roman der Brüder.

Bearbeitet von antonrumata, 01 December 2012 - 16:58.

„Bücher lesen heißt wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne“ (Jean Paul)


#5 methom

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    Teetrinkonaut

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Geschrieben 01 December 2012 - 17:10

Bei der Umfrage wusste ich nichts anzukreuzen. Ehrlich, es sollte möglich sein, auch gar nichts ankreuzen zu dürfen.

Ich wusste gar nicht, dass das nicht geht. Ich werde in Zukunft noch ein "nichts von alledem" hinzufügen. Aber wenn ich die Umfrage jetzt noch bearbeite, dann gehen die Stimmen verloren, so weit ich weiß.

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#6 Trurl

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Geschrieben 01 December 2012 - 18:04

Ich habe das Buch erst jüngst gelesen. Es war OK, hat mich aber nicht sonderlich vom Hocker gehauen.

Das ist ein wenig erhellendes Pauschalurteil.

Vielleicht könntest du das ja etwas später - nicht jetzt! -, wenn die meisten das Buch gelesen haben, ein wenig begründen.

LG Trurl
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#7 leibowitz

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Geschrieben 01 December 2012 - 22:08

Ich wusste gar nicht, dass das nicht geht. Ich werde in Zukunft noch ein "nichts von alledem" hinzufügen. Aber wenn ich die Umfrage jetzt noch bearbeite, dann gehen die Stimmen verloren, so weit ich weiß.


Danke!

Vielleicht könntest du das ja etwas später - nicht jetzt! -, wenn die meisten das Buch gelesen haben, ein wenig begründen.

LG Trurl


Ich kann ja spoilern:
Spoiler


LG Leibowitz

Bearbeitet von leibowitz, 01 December 2012 - 22:11.

Realität ist das, was nicht verschwindet, wenn man aufhört, daran zu glauben. (P.K.Dick)

#8 derbenutzer

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Geschrieben 02 December 2012 - 15:06

Meine Ausgabe »Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein« habe ich bereits vor ca. 20 Jahren gelesen. Daher ist es kein Wunder, dass meine Übersetzung von Hermann Buchner stammt. Was – angesichts der von Trurl angedeuteten Qualität derselben – gemischte Gefühle hinterlässt. Ich bin dennoch für den Hinweis sehr dankbar.
Ich mache mir daher jetzt selbst ein Weihnachtsgeschenk und kaufe mir jetzt die Werkausgabe. Nur, Heyne oder Golkonda, das ist jetzt die Frage? Sehen wir bitte mal von der Preisgestaltung ab. Ich bitte Euch um Hinweise. Welche Ausgabe ist vorzuziehen, was nun Meta-Informationen, wie Vorwörter, Essayistisches und dergleichen anbelangt?

Zum Buch selbst: Ich stoppe nun ab dem Prolog und lese dann sehr bald mit der Neuübersetzung weiter.

LG

Jakob

Bearbeitet von derbenutzer, 02 December 2012 - 17:00.

Austriae Est Imperare Orbi Universo


#9 Trurl

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Geschrieben 02 December 2012 - 15:09

Ich kann ja spoilern:

Spoiler

Hallo leibowitz,

danke für deine Erläuterungen. Dadurch wird dein etwas kurz angebundenes Statement verständlicher. Eingefügtes Bild

Du sagst, dass dir der Protagonist fremd geblieben ist. Das ist komisch, weil es bei mir gerade umgekehrt ist und ich finde, dass es den Strugatzkis ganz besonders gut gelingt Anton lebendig werden zu lassen. Er hält quasi die ganze Zeit innere Zwiesprache, wie bei einem Selbstgespräch. Anton kommentiert alles. Die Gefühls- und Gedankenwelt Antons liegen dadurch völlig offen. Da gibt es nichts was verborgen bleibt, weil der Protagonist vielleicht ein paar Dinge vor dem Leser verschweigt. Mag sein, dass das für einige Leser störend wirkt, mir gefällt es und es führt dazu, dass mir Anton als Mensch sehr nahe ist. Hier fühlen wir mit dem Protagonisten direkt mit, wie es ihm immer schwerer fällt, seine objektive Distanz zu den Geschehnissen zu bewahren, wie er mit seiner Aufgabe zu hadern beginnt und er anfängt, sich innerlich von den Prinzipien der strikten Neutralität, an die er als bloßer Beobachter gebunden ist, zu entfernen.

Inzwischen bin ich bei der Hälfte des Romans angekommen. Ich habe Es ist nicht leicht ein Gott zu sein bereits vor Jahren gelesen und ihn immer in guter Erinnerung behalten. Zu Recht. Auch jetzt beim wiederholten Lesen, gefällt mir einfach alles, die Sprache, der lebendige Stil, und die anschauliche Behandlung des Themas "Nichteinmischung in fremde kulturelle Angelegenheiten". Wir beobachten Anton, den menschlichen Kundschafter von der Erde, Angehöriger einer technisch und moralisch fortgeschrittenen Gesellschaft, einer Art sozialistischen Utopia, der hilflos mit ansehen muss, wie eine zwar mittelalterlich grausame, aber lebendige und blühende Kultur, die bereits Anzeichen aufklärerischen Denkens zeigte, scheinbar unaufhaltsam in die Barbarei zurückfällt, in eine Terrorherrschaft hineinstolpert, die faschistische Züge trägt. Der Leser wird direkt hineingeworfen in diese andere menschliche Kultur, die im Grunde in Form eines alternativen Geschichtsmodells entworfen ist. Das Ganze ist schon eine Art Gedankenexperiment, das auch den Leser animiert, sich mit die Problemen auseinanderzusetzen mit denen die menschlichen Kundschafter von der zukünftigen Erde konfrontiert werden. Und die unmittelbare Art der Darstellung der Verhältnisse, gepaart mit der rationalen Distanz des Beobachters, macht den besonderen Reiz aus. So würde sich auch ein moderner Historiker fühlen, der sich auf Zeitreise in die Welt der italienischen Renaissancefürsten verirren würde.

LG Trurl

Bearbeitet von Trurl, 02 December 2012 - 17:20.

»Schau dir diese Welt nur richtig an, wie durchsiebt mit riesigen, klaffenden Löchern sie ist, wie voll von Nichts, einem Nichts, das die gähnenden Abgründe zwischen den Sternen ausfüllt; wie alles um uns herum mit diesem Nichts gepolstert ist, das finster hinter jedem Stück Materie lauert.«

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#10 Amtranik

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Geschrieben 02 December 2012 - 16:07

Also ich habe die Strugatzki Heyne-Ausgaben 1-4. Im 4 Buch befindet sich ein Roman mit dem Titel " Es ist schwer ein Gott zu sein". Ist das der gleiche Roman der hier besprochen werden soll?

#11 Trurl

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Geschrieben 02 December 2012 - 16:38

Also ich habe die Strugatzki Heyne-Ausgaben 1-4. Im 4 Buch befindet sich ein Roman mit dem Titel " Es ist schwer ein Gott zu sein". Ist das der gleiche Roman der hier besprochen werden soll?

Yep.

Der Titel hat sich mit der Neuübersetzung leicht geändert. Meine alte Ausgabe aus dem Ullstein-Verlag heißt noch Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein. Und es gibt noch eine Volk und Welt Ausgabe, mit einer weiteren Übersetzung, die heißt Ein Gott zu sein ist schwer. Die Heyne Ausgabe ist wohl die Neueste.

LG Trurl
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#12 derbenutzer

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Geschrieben 02 December 2012 - 17:06

Yep.

Der Titel hat sich mit der Neuübersetzung leicht geändert. Meine alte Ausgabe aus dem Ullstein-Verlag heißt noch Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein. Und es gibt noch eine Volk und Welt Ausgabe, mit einer weiteren Übersetzung, die heißt Ein Gott zu sein ist schwer. Die Heyne Ausgabe ist wohl die Neueste.

LG Trurl

Dann werde ich halt mal den Band 4 von Heyne schnell ordern, um "aktuell" mitlesen zu können.

LG

Jakob

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#13 Trurl

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Geschrieben 02 December 2012 - 17:49

Meine Ausgabe »Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein« habe ich bereits vor ca. 20 Jahren gelesen. Daher ist es kein Wunder, dass meine Übersetzung von Hermann Buchner stammt. Was – angesichts der von Trurl angedeuteten Qualität derselben – gemischte Gefühle hinterlässt. Ich bin dennoch für den Hinweis sehr dankbar.

Ich vergleiche weiter Alt- und Neuübersetzung und ich kann wirklich nur empfehlen die Heyne-Ausgabe zu lesen. Das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht, ohne jetzt das Original zu kennen. Die Formulierungen und die Ausdrucksweisen sind einfach ... wohlklingender. Eingefügtes Bild Geradeso als hätte jemand die Sätze neu erfunden.

Ich mache mir daher jetzt selbst ein Weihnachtsgeschenk und kaufe mir jetzt die Werkausgabe. Nur, Heyne oder Golkonda, das ist jetzt die Frage? Sehen wir bitte mal von der Preisgestaltung ab. Ich bitte Euch um Hinweise. Welche Ausgabe ist vorzuziehen, was nun Meta-Informationen, wie Vorwörter, Essayistisches und dergleichen anbelangt?

Dankeschön, hab ich jetzt auch endlich mitbekommen, dass die Heyne-Ausgabe nur die Taschenbuchversion der Strugatzki Werkausgabe ist. In Leinen und Leder gibts die auch bei Golkonda. Ist allerdings eher etwas für Hardcore-Liebhaber, denn selbst die Hardcover-Version kostet pro Band stolze 69 Euronen.

LG Trurl
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#14 Trace

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    Cyberpunk-o-Naut

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Geschrieben 04 December 2012 - 00:07

Ich lese die aktuelle Heyne Ausgabe Band 4.

Ich lese die Geschichte zum ersten Mal. Ohne den Hinweis weiter oben im Thread wäre mir bestimmt nicht aufgefallen, dass der Titel in der Heyne-Ausgabe anders lautet.

Ich habe jetzt bis zum Anfang vom 2. Kapitel gelesen (Seite 192).

Den Prolog fand ich irgendwie verwirrend aber das löst sich hoffentlich noch bis zum Ende der Geschichte. Mich würde da noch interessieren was es mit Saiwa auf sich hat. Falls es später noch aufgelöst wird, würde mir ein kurzer Hinweis dahin gehend reichen.

Bei mir zieht der Anfang nicht so richtig. Wäre Rumata "10 Seiten später" in der Hütte angekommen, hätte ich das Buch schon weg gelegt. Ich mag zwar die schönen Beschreibungen aber leider ist es das Mittelalter. Da es dann aber darum geht ob und wie man Einfluss in die geschichtliche Entwicklung nimmt, war ich wieder voll dabei. Ich fühlte mich auch ein wenig an Asimov's Foundation-Trilogie erinnert, in welcher ja auch der Verlauf der Geschichte beeinflusst wird. Dort wird ja auch angenommen, dass die Veränderung Zeit braucht.

Schön finde ich auch den Hinweis auf S. 191, dass "auf der Erde immer noch alle glauben, die kompliziertesten Probleme hätte die Nullphysik zu lösen.". Auch wenn ich nicht weiß, was Nullphysik ist und ich einfach unterstelle, dass es die zu jener Zeit aktuellste Forschung im Bereich der Physik ist, sehe ich das auch so. Wenn die beobachteten Objekte nicht nur ihr Verhalten ändern, wenn sie beobachtet werden sondern, dass sie mit der Zeit auch noch lernen und wissen was von ihnen erwartet wird, macht das die Beobachtung, das Finden von Gesetzmäßigkeiten und die Einflussnahme viel schwieriger.

#15 Amtranik

Amtranik

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Geschrieben 04 December 2012 - 08:51

Ich stecke in Kapitel 4 und muß einfach gestehn das mich die Geschichte wenig bis gar nicht mitreißt. Mir sagt der komplette Aufbau der Geschichte nicht zu, angefangen vom Schlaglichtartigen Prolog. Das soll vermutlich anspruchsvoll sein, ich finde es eher uninteressant und nichtssagend. Kann sein, das sich mir der tiefere Sinn des ganze wiederum nur nach einer erklärenden Rezension erschliesst der das ganze dann plausibler erscheinen läßt als der Text es hergibt.
Mir wird zu viel Fokus auf das reine beschreiben und erleben dieser Mittelalterlichen Welt gelegt. Ich fände es viel interessanter wenn es Perspektivwechsel gäbe - Beobachter/Mittelalterwelt. Bisher bspw ist mir dieser von Trurl weiter oben beschriebene Leidensdruck des Protagonisten, der daraus entstehen soll, als reiner Beobachter, im zuwider laufende Dinge nicht ändern zu können, nicht offenbar geworden. Es besteht die Möglichkeit das ich dem Angelsächsichen Storytelling zu sehr verwurzelt bin, das ich probleme habe mich von diesem Text bisher emotional berührt zu fühlen, denn meine ersten Strugatzkis aus dem Werkband 1 um die Abenteuer des Maxim Kämmerer blieben mir ähnlich fremd. Vielleicht nimmt der Roman aber in dieser Hinsicht auch noch mehr Fahrt auf und wird für mich klarer und strukturierter. Bisher fühle ich mich nicht so richtig am Puls des Geschehens.

#16 Trurl

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    Phanto-Lemchen

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Geschrieben 05 December 2012 - 00:36

Ich stecke in Kapitel 4 und muß einfach gestehn das mich die Geschichte wenig bis gar nicht mitreißt. Mir sagt der komplette Aufbau der Geschichte nicht zu, angefangen vom Schlaglichtartigen Prolog.
(...)

Wow. Ich habe deinen Kommentar interessiert und ein klein wenig verwundert gelesen. Vor allem, dass du dich nicht in die Hauptperson hineinversetzen kannst. Schon der Zweite. Das verstehe ich nun überhaupt nicht. Einfacher als hier gehts doch kaum. Die Strugatzkis machen es dem Leser doch kinderleicht, in dem sie ihn praktisch direkt in den Kopf Antons/Rumatas stecken. Sinnbildlich gesprochen. Da habe ich bei anderen Romanen meist viel mehr Probleme, wo mir die Handlungsweisen der Protagonisten oftmals nicht einleuchten. Typisches Beispiel war da Leviathan erwacht.

Und was habt ihr alle nur mit dem Prolog? Der ist doch sehr hübsch als Einleitung. Drei Freunde machen einen Ausflug in den Wald. Richtig kapieren tut man den allerdings erst zum Schluß, wenn die Erzählung zu Ende ist und im Epilog noch einmal indirekt Bezug darauf genommen wird.

Folgenden Satz verstehe ich ebenfalls nicht ganz:

Mir wird zu viel Fokus auf das reine beschreiben und erleben dieser Mittelalterlichen Welt gelegt. Ich fände es viel interessanter wenn es Perspektivwechsel gäbe - Beobachter/Mittelalterwelt. Bisher bspw ist mir dieser von Trurl weiter oben beschriebene Leidensdruck des Protagonisten, der daraus entstehen soll, als reiner Beobachter, im zuwider laufende Dinge nicht ändern zu können, nicht offenbar geworden.

Anton/Rumata reflektiert doch die ganze Zeit über. D.h. es wird nicht nur beschrieben was Rumata erlebt, sondern die Situation auch aus Sicht Antons bewertet. Außerdem hast du doch bereits das Gespräch der drei menschlichen Kundschafter (mit Don Hug/Pashka und Don Kondor) in der Hütte im Wald gelesen, wo Anton den Freunden seine Befürchtungen bzgl. Don Rebas mitteilt und sie ihre Handlungsoptionen diskutieren, die darin bestehen einfach nichts zu tun. Also mir ist Antons moralisches Dilemma sonnenklar. Es sind eigentlich zwei. Zum einen sieht er ständig das schreiende Unrecht um ihn herum, das er nur punktuell lindern kann, in dem er dem einen oder anderen Intellektuellen zur Flucht über die Grenze verhilft oder sich um seine Hausangestellten und seine Geliebte Kira kümmert. Gleichzeitig bemerkt an sich, dass seine moralische Integrität bereits bröckelt, dass er anfängt, die Menschen des Planeten nicht mehr zu bedauern, sondern sie zu hassen, bzw. droht ebenfalls Verhaltsweisen zu entwickeln, die er eigentlich verachtet.

Das zweite Dilemma liegt darin, dass er zwar handeln könnte, weil er die technischen Mittel dazu hat und es sogar schon versucht wurde (das wird später im Text angedeutet), aber sich die Machtverhältnisse nicht grundsätzlich ändern würden. Es würden lediglich die Machthaber ausgetauscht. Aus den Unterdrückten würden einfach die neuen Unterdrücker. Und das wiederum liegt daran, dass die Gesellschaft der Arkanarer noch nicht die zivilisatorische Reife erreicht hat, diese Menschen in der Mehrzahl einfach noch nicht bereit sind ein politisches System zu errichten, das nicht allein auf Ausbeutung der Schwachen beruht. Das wiederum damit begründet wird, weil Gesellschaften anscheidend Entwicklungsphasen durchlaufen (müssen), die nicht abgekürzt werden können, weil das so etwas wie Lernphasen der Gesellschaft sind. Wobei im Roman die allgemeine Regel durchbrochen wird, dass auf dem Feudalismus der Absolutismus folgt und sich statt dessen bereits ein quasifaschistisches Terrorregime etabliert. Hier treten die Autoren offenbar in den Diskurs mit der marxistischen Geschichtsphilosophie, die solche Gesetzmässigkeiten postuliert.

P.S. Ich bin übrigens durch. Der Roman war mir ein Vergnügen. In allen Belangen. Eingefügtes Bild

LG Trurl
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#17 Amtranik

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Geschrieben 05 December 2012 - 12:34

Ich habe den Roman auch eben beendet. Alles in allem bin ich dann doch mit der Geschichte versöhnt. Ich brauchte einfach geraume Zeit um mich in den Roman reinzufinden und von da an wurde Er auch viel besser und interessanter, obgleich ich es noch besser gefunden hätte eine andere Perspektive einzubauen. So ist mir zb auch nicht unbedingt ganz klar geworden, warum es Anton und den anderen nicht gestattet ist einzugreifen. Es mag den Umständen geschuldet sein unter dem A&B Strugatzki Ihre Werke schreiben mussten, das der Leser eher wenig klares zur Welt erfährt wo unsere Beobachter herkommen und warum genau Sie nur Beobachten und nicht eingreifen dürfen. Gibt es eine Oberste Direktive? Mir hätte es gefallen wenn der Roman ein paar Kapitel länger gewesen wäre in denen kurz umrissen wird, wie und warum Beobachter von der Erde auf diesem Fremden Planeten gekommen sind. Etwas mehr von der Erde der Zukunft in der Raumfahrt offenbar genutzt wird andere Spezies zu beobachten. So bleibt es eine nette kleine Geschichte mit fest umrissener Moralischer Aussage. Insgesamt für mich nichts besonderes. Gut und Unterhaltsam aber doch recht spartanisch.

Bearbeitet von Amtranik, 05 December 2012 - 12:34.


#18 Trurl

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Geschrieben 05 December 2012 - 15:11

Ich habe den Roman auch eben beendet. Alles in allem bin ich dann doch mit der Geschichte versöhnt. Ich brauchte einfach geraume Zeit um mich in den Roman reinzufinden und von da an wurde Er auch viel besser und interessanter, obgleich ich es noch besser gefunden hätte eine andere Perspektive einzubauen. So ist mir zb auch nicht unbedingt ganz klar geworden, warum es Anton und den anderen nicht gestattet ist einzugreifen. Es mag den Umständen geschuldet sein unter dem A&B Strugatzki Ihre Werke schreiben mussten, das der Leser eher wenig klares zur Welt erfährt wo unsere Beobachter herkommen und warum genau Sie nur Beobachten und nicht eingreifen dürfen. Gibt es eine Oberste Direktive? Mir hätte es gefallen wenn der Roman ein paar Kapitel länger gewesen wäre in denen kurz umrissen wird, wie und warum Beobachter von der Erde auf diesem Fremden Planeten gekommen sind. Etwas mehr von der Erde der Zukunft in der Raumfahrt offenbar genutzt wird andere Spezies zu beobachten. So bleibt es eine nette kleine Geschichte mit fest umrissener Moralischer Aussage. Insgesamt für mich nichts besonderes. Gut und Unterhaltsam aber doch recht spartanisch.

Hallo Amtranik,

ein wenig zum Hintergrund des Romans.

Die Welt in der Es ist nicht leicht ein Gott zu sein spielt, ist ja Teil eines Zukunftszyklus, der sogenannten Welt des Mittag in der einige Figuren immer wieder auftauchen. In groben Zügen ähnelt das Mittags-Universum dem Star Trek-Universum (müsste dir deshalb eigentlich gefallen Eingefügtes Bild). Auch hier wird eine positive Utopie entworfen, in der eine zukünftige Menschheit friedlich das Universum erforscht. Allerdings in einem kommunistischen Idealstaat vereint.

Diese größeren Zusammenhänge, auch jene, die die Grundsätze des Instituts für Geschichtsforschung betreffen, dessen Angehöriger und Kundschafter Anton ist, werden in dem vorliegenden Roman wenig bis kaum behandelt. Der Roman Die bewohnte Insel, wo der von dir bereits erwähnte Maxim Kammerer eine Hauptrolle spielt, wird da konkreter. Dort greifen Progressoren der Erde aktiv ins politische Geschehen ein, nicht immer zum Vorteil aller. Das ist das Dilemma. Es gibt immer Bevölkerungsgruppen, die unter den Manipulationen leiden müssen. Deshalb ist man allgemein der Meinung, dass Nichthandeln in der Regel die beste Devise ist.

Das Alles ist eben Teil eines größeren Ganzen, von dem wir hier nur ausschnittweise erfahren, was aber, finde ich nicht so schlimm ist, weil es hier um etwas anderes geht. Sind Menschen einer fortgeschrittenen Zivilisationsstufe berechtigt in die Geschicke derer Einzugreifen, die noch nicht so weit sind? Ist ein Eingreifen überhaupt sinnvoll möglich? Und wie kommt jemand damit zurecht, der seine letztlich begrenzten Möglichkeiten erkennen muss, sich aber vor Ort des Geschehens seiner Verantwortung gegenüber den direkt betroffenen Menschen nicht entziehen kann? Aufgehängt werden diese Fragen an dem individuellen Schicksal Antons, der mit viel Idealismus auf den Planeten gekommen ist und hilflos erkennen muss, dass selbst beste Absichten, überlegene Technik, Wissen und Moral, gegen die herrschenden gesellschaftlichen Beharrungskräfte, die noch mit Unwissen und Ignoranz gepaart sind und jede Veränderung zum Guten blockieren, nicht ankommt. Insofern finde ich den Roman schon als besonders und auch die Behandlung des Themas sehr gelungen, weil die Problematik unmittelbar einsichtig ist.

Apropos Raumfahrt: die bereits angesprochene Nullphysik ist ein Gebiet der zukünftigen Physik, welche die theoretischen Grundlagen für den Nulltransport (das sind Instantreisen ähnlich dem Beamen) bereitstellt. Es gibt auch einen Roman wo die frühe praktische Erforschung dieser Physik behandelt wird, die aber in einer Katatrophe endet und einen Planeten verwüstet: Der ferne Regenbogen.

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#19 Amtranik

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Geschrieben 05 December 2012 - 17:04

Ok Trurl, dann ist das für mich auch plausibler wenn es sich um ein Universum handelt in das die Autoren immer mal wieder zurückkehren.

#20 antonrumata

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Geschrieben 05 December 2012 - 18:35

Ok Trurl, dann ist das für mich auch plausibler wenn es sich um ein Universum handelt in das die Autoren immer mal wieder zurückkehren.


Es ist nicht nur irgendein Universum! Die Strugatzkis haben eine lebendige und schlüssige Welt erschaffen. Die Handlung erstreckt sich über rund 300 Jahre. Es ist ein recht gut gelungener Zukunftsentwurf und wird von einigen Fans mit dem von Star Trek (nicht der neue Mist!) verglichen. Noon Universe ist ein fester Begriff in der SF und es lohnt sich, diese Welt noch durch andere Bücher zu "betreten"! Mit jedem Roman und jeder Geschichte entdeckt man eine weitere Facette der Mittags-Welt.

Bearbeitet von antonrumata, 05 December 2012 - 18:37.

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#21 Amtranik

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Geschrieben 05 December 2012 - 20:57


Es ist nicht nur irgendein Universum! Die Strugatzkis haben eine lebendige und schlüssige Welt erschaffen. Die Handlung erstreckt sich über rund 300 Jahre. Es ist ein recht gut gelungener Zukunftsentwurf und wird von einigen Fans mit dem von Star Trek (nicht der neue Mist!) verglichen. Noon Universe ist ein fester Begriff in der SF und es lohnt sich, diese Welt noch durch andere Bücher zu "betreten"! Mit jedem Roman und jeder Geschichte entdeckt man eine weitere Facette der Mittags-Welt.


Wenn ich das vorher gewußt hätte, wäre ich allerdings bemüht gewesen die Geschichten chronologisch zu lesen. Ist die Reihenfolge wie die Romane in der Werkausgabe 4 vorliegen die richtige?

Bearbeitet von Amtranik, 05 December 2012 - 20:58.


#22 Trace

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Geschrieben 05 December 2012 - 22:45


Wenn ich das vorher gewußt hätte, wäre ich allerdings bemüht gewesen die Geschichten chronologisch zu lesen. Ist die Reihenfolge wie die Romane in der Werkausgabe 4 vorliegen die richtige?


In der aktuellen Heyne Ausgabe Band 4 ist die chronologische Reihenfolge der Handlung aufgeführt. Da sind sogar noch ein paar Romane aufgeführt die nicht in der Liste bei WikiP stehen. http://de.wikipedia....elt_des_Mittags Die Romane sind zeitlich davor angesiedelt. Genau kann ich das aber auch nicht sagen, da es auch mein erster Titel aus der Feder eines Strugatzkis ist.

Nun zum aktuellen Roman. Ich habe jetzt bis zum Kapitel 6 gelesen. Ich finde das die moralischen Probleme von Anton/Rumata gut dargestellt sind. Ich kann das gut nachvollziehen. Ich finde es auch super wie Anton sich mit seiner "animalischen" Seite auseinandersetzen muss und gleichzeitig an seiner Idee von Humanismus oder wie der Menschen sein sollte hängt. Die Szene wo er beschreibt wie er im Spiegel sein betrunkenes Selbst sieht - fantastisch.

Was ich nicht ganz so wir sehe ist, dass aus meiner Sicht Anton schon eingreift. Er gibt doch dem Topfhändler, dessen Wagen der umstößt, 2 Goldstücke und er versucht auch einige Gelehrte sicher unterzubringen. Auch bringt er den Baron davon ab eine Menge Menschen abzuschlachten. Das ist aus meiner Sicht schon ein Eingriff oder sehe ich das zu eng? Auch die Gruppe der Historiker scheint schon aktiv auf ein Ziel hinzuwirken aös nur zu beobachten.

Mal ein Frage für mein besseres Verständnis. Das Königreich Irukan ist nicht so gelehrten feindlich, da alle immer versuchen in das Königreich zu kommen oder wird das von einem Historiker regiert? Falls ja würde das ja bedeuten, dass es doch ein Gebiet auf dem Planeten gibt, welches nicht so rückständig wäre.

Eins musste in aber feststellen, ich bin von der Geschichte gefesselt. Ich freue mich weiter zu lesen und das obwohl es im Mittelalter spielt.

#23 Trurl

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Geschrieben 06 December 2012 - 00:01

@antonrumata: Ich freue mich, dass du dich auch mal wieder hier blicken lässt.

Vielleicht darf ich die Gelegenheit nutzen um auf deine liebevoll gestaltete Website http://www.lifeinthe22ndcentury.de/ hinzuweisen, die sich sehr umfassend dem Werk der Strugatzkis widmet. Die ist wirklich sehr schön gelungen. Du hast da zahlreiche interessante Hintergrundinformationen zum Mittags-Universums eingestellt, einschließlich einer sehr nützlichen Timeline. Besonders gefallen mir deine eingehenden, und sehr sachkundig geschriebenen Rezensionen zu den einzelnen Werken, denen man anmerkt, dass du dich bereits seit vielen Jahren mit dem Werk der Strugatzkis auseinandersetzt. Eingefügtes Bild

Ich mag die Strugatzkis ebenfalls sehr, habe aber - außer ihren bekanntesten - noch nicht alle Werke gelesen, und das obwohl ich sie schon seit Jahren ziemlich vollständig zu Hause habe. Ich muss sagen, dass ich nach der Lektüre jetzt, wieder auf den Geschmack gekommen bin, zumal ich jetzt gesehen habe, dass in der Werkausgabe anscheinend einige ältere Werke in neuerer und besserer Übersetzung vorliegen.


Was ich nicht ganz so wir sehe ist, dass aus meiner Sicht Anton schon eingreift. Er gibt doch dem Topfhändler, dessen Wagen der umstößt, 2 Goldstücke und er versucht auch einige Gelehrte sicher unterzubringen. Auch bringt er den Baron davon ab eine Menge Menschen abzuschlachten. Das ist aus meiner Sicht schon ein Eingriff oder sehe ich das zu eng? Auch die Gruppe der Historiker scheint schon aktiv auf ein Ziel hinzuwirken aös nur zu beobachten.

Diese "Eingriffe" scheinen mir aber nur minimal zu sein und den Geschichtsverlauf nicht zu ändern. Sie dienen in meinen Augen auch nur dazu, Antons/Rumatas Gewissen zu beruhigen, bzw. seine moralischen Maßstäbe nicht zu verlieren und sein Verständnis von anständigem Verhalten auch unter den gegebenen Bedingungen beizubehalten. Später wird im Roman kurz angedeutet, dass die irdischen Besucher es früher bereits mit technischen Mitteln (Hypnosestrahlen) versucht haben großflächig Einfluß auf die Bewusstseinsbildung der Bevölkerung zu nehmen, was aber nicht funktioniert zu haben scheint, wie Anton einmal in Gedanken bemerkt.


Mal ein Frage für mein besseres Verständnis. Das Königreich Irukan ist nicht so gelehrten feindlich, da alle immer versuchen in das Königreich zu kommen oder wird das von einem Historiker regiert? Falls ja würde das ja bedeuten, dass es doch ein Gebiet auf dem Planeten gibt, welches nicht so rückständig wäre.

Irukan ist ein "Herzogtum". Aber ja, dort scheint es etwas zivilisierter zuzugehen, wie übrigens auch früher in Arkanar. Anton erwähnt das etwas später ebenfalls in seinen Selbstgesprächen. Es scheint auch außerhalb von Arkanar noch andere Staatsgebiete zu geben, mit weiteren Herzogtümern und einem übergeordneten Kaiserreich. Die genauen politischen Strukturen sind mir allerdings auch nicht so richtig klar geworden. Darüber wird eigentlich auch nichts berichtet.

Es gab wohl, bevor Don Reba die Macht ergriffen hat und die Lese- und Schreibkundigen verfolgen und töten ließ, eine ziemlich blühende literarische und Anfänge einer wissenschaftlichen Kultur, die zum aktuellen Zeitpunkt der Handlung wieder erloschen ist.

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#24 antonrumata

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Geschrieben 06 December 2012 - 13:14

@Trurl,

danke für dein Lob. Ich habe leider viel zu wenig Zeit, im Moment an meiner Seite weiter zu arbeiten. Aber es gibt ja bald wieder ein paar ruhigere Tage.

Zu Antons Eingreifen in die Geschehnisse in Arkanar ist vielleicht anzumerken, dass es den Kundschaftern nur erlaubt ist, im Kleinen Einfluss zu nehmen. Das Töten und die massive Einwirkung in den Ablauf der Geschichte ist Ihnen verboten. Außerdem neigen die Menschen in der Mittagswelt der Strugatzkis von sich aus nicht dazu, anderen Leid zuzufügen oder jemanden umzubringen. Denn sie leben in einer friedlichen Welt. Verbrechen und sogar Mord kommen nur noch äußerst selten vor. Besondere Verantwortung haben im Mittagszyklus die Lehrer, das darzustellen war den Strugatzkis eine Herzensangelegenheit. Arkadi und Boris waren sich immer bewusst, dass nur durch individuelle und umfassende Erziehung der neue Mensch der Zukunft geschaffen werden kann. Hier finden sich übrigens Parallelen zu Iwan Jefremow (Das Mädchen aus dem All, Die Stunde des Stiers).

Die Kundschafter auf dem Planeten sind die Vorläufer der späteren Progressoren. Diese Spezialagenten (besonders trainiert, mit übermenschlichen Fähigkeiten ausgestattet) werden später dazu eingesetzt, um andere Zivilisationen auf den "rechten" Weg zu bringen (siehe "Die bewohnte Insel"). Wahrscheinlich hat man einige Jahre später begriffen, dass es nicht reicht, nur zu beobachten. Passivität kann viel größeres Leid bewirken als der kontrollierte Eingriff, um Schlimmeres zu verhindern.
Außerdem muss man die Werke der Strugatzkis immer verbunden mit der Geschichte ihres Heimatlandes verstehen. "Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein" erschien 1964. Damals unterstützten die sozialistischen Staaten bereitwillig und freudig die Völker Afrikas, die sich gerade vom Joch der Kolonialmächte befreiten. Fast 20 Jahre später kritisieren die Autoren in "Ein Käfer im Ameisenhaufen" und "Die Wellen ersticken den Wind" die Tätigkeit der Progressoren und meinen dabei eigentlich die Geschehnisse in Afghanistan und anderen Teilen der Erde.

Die Verfolgung der Intellektuellen erinnert übrigens an die Zeit des Großen Terrors (Jeschowschtschina, 1936 bis 1938) in der Sowjetunion. Don Reba hieß in der Manuskriptfassung noch Don Rebija. Eine Parallele zu Berija, dem gefürchteten Geheimdienstchef Stalins, lässt sich leicht ziehen. Trotzdem kritisiert dieser Roman nicht nur die Zustände in der ehemaligen Sowjetunion. In vielen Staaten der Erde werden Intellektuelle immer wieder verfolgt. Auch zeigt die Geschichte, wie es Machthabern sehr häufig gelingt, den Pöbel zu manipulieren und für ihre Ziele einzuspannen. Menschen kamen und kommen nach wie vor in Situationen, in denen sie sich zwischen ihrer inneren Überzeugung und scheinbar höheren Notwendigkeiten entscheiden müssen. Dieses Thema beschäftigt die Autoren sehr und taucht in ihren Werken immer wieder auf. (nach Erik Simon Der Zukunftszyklus um das 22. Jahrhundert: Die Welt des Mittags)

Es steckt so vieles in den Werken der Strugatzkis!

Bearbeitet von antonrumata, 06 December 2012 - 13:26.

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#25 Trace

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Geschrieben 08 December 2012 - 10:49

@antonrumata: Das ist eine sehr informative Internetseite.

Ich bin jetzt auch mit dem Roman durch und ich habe ein wenig gemischte Gefühle bei dem Roman. Es gibt fantastische Stellen, wie die wo Rumata mit Budach spricht und ihn nach einer Empfehlung für Gott fragt und auch das Gespräch mit Arata finde ich super aber ohne die Hintergrund Informationen, die ich hier im Forum erhalten habe, würde mir der Roman zu sehr in der Luft hängen und mir zu viele unbeantwortete Fragen offen bleiben. Okay das ist dann ein Anreiz die anderen Romane des Zykluses zu lesen aber ich finde es auch toll wenn die Handlung innerhalb eines Romans abgeschlossen wird.

Ansonsten finde ich es super zu sehen wie sehr Rumata mit sich ringt, wie er den Menschen helfen könnte. Auch das er am Ende mit all seinem Wissen, seiner Erfahrung, seiner Ausbildung und seiner Technik sich nicht davon abhalten kann, in einen "früheren" Zustand der menschlichen Entwicklung zu verfallen, ist interessant.

#26 Pegasus

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Geschrieben 28 December 2012 - 17:20

Nachdem ich den Roman bereits zwei Mal beiseite gelegt hatte - ein Mal in englischer Sprache, ein Mal in deutscher Sprache, beide Male waren dem Prolog geschuldet - bin ich jetzt beim zweiten Kapitel angelangt.

Zunächst aber etwas eher Grundsätzliches: Ich habe das Buch (Ullstein) als E-Book (PDF) vorliegen, das Inhaltsverzeichnis verspricht neben Pro- und Epilog neun Kapitel. Das Ganze allerdings auf 115 Seiten. Kann das sein? Wäre vielleicht jemand von euch so freundlich, mir vergleichsweise die Kapitelanfänge zu schreiben? Ich befürchte einfach, dass ich hier nur die Hälfte habe.

Vielen Dank schon mal.

LG
Peg
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#27 Trurl

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Geschrieben 28 December 2012 - 19:08

Zunächst aber etwas eher Grundsätzliches: Ich habe das Buch (Ullstein) als E-Book (PDF) vorliegen, das Inhaltsverzeichnis verspricht neben Pro- und Epilog neun Kapitel. Das Ganze allerdings auf 115 Seiten. Kann das sein? Wäre vielleicht jemand von euch so freundlich, mir vergleichsweise die Kapitelanfänge zu schreiben? Ich befürchte einfach, dass ich hier nur die Hälfte habe.

Ich habe ebenfalls noch die Ullstein-Ausgabe und da sind zehn Kapitel drin. Und die sind auf insgesamt 212 Seiten verteilt. Das passt also schon mal nicht. Kann heißen, dass die PDF-Version anders formatiert ist, oder es fehlt tatsächlich etwas.

Die Kapitelanfänge und -enden lauten (Ich habe mich mal auf ersten und die letzten zwei beschränkt):
1
Als Rumata am Grab des heiligen Micky - dem siebten und letzten auf dieser Strecke - vorbeikam, (...)
"Überlaßt Budach mir", sagte Rumata mit Verzweiflung in der Stimme, "und versucht doch, trotz allem, mich zu verstehen."
2
Rumata fuhr zusammen und schlug die Augen auf. (...)
"Die Ehre ist teurer", sagte Rumata hochtrabend und ging hinaus.
9
Nachdem er Budach zur Ruhe gebracht hatte, (...)
Unten im Vorhaus klirrten leise die Riegel.
10
Im "Besoffenen Bärenlager" war es verhältnismässig sauber, (...)
Er blieb noch einen Moment über sie gebeugt stehen, dann nahm er seine Schwerter, ging langsam die Treppe hinunter ins Vorderhaus, und wartete bis das Tor nachgeben würde ...

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#28 Trace

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Geschrieben 29 December 2012 - 09:26

In meinem Heyne Sammelband 4 von 2012 sind es auch etwas mehr als 210 Seiten und die Kapitelanfänge die Trurl geschrieben hat, sind sinngemäß auch in meiner Ausgabe.

#29 Pegasus

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Geschrieben 29 December 2012 - 11:28

Vielen lieben Dank, Trurl und Trace. (Letzte Nacht ist mir eingefallen, dass ich ja auch die Anfänge und Enden hätte liefern können. Eingefügtes Bild )

Scheint alles da zu sein. Lediglich die Kapitel neun und zehn sind zu einem verschmolzen.
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#30 Pegasus

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Geschrieben 06 January 2013 - 19:53

So, ich bin gerade fertig geworden und möchte die Gelegenheit nutzen, hier meine ersten Gedanken niederzuschreiben und dabei vielleicht sogar etwas zu ordnen.

Mit dem Prolog hatte ich so meine Schwierigkeiten und auch den Epilog habe ich eigentlich nicht gebraucht.
Nach dem Prolog habe ich mich zwei Tage lang jeden Tag durch ein Kapitel gequält. Heute habe ich dann die Kapitel drei bis zehn und den Epilog in einem Rutsch gelesen. Weil ich wissen wollte, ob Antons Mühen irgendeinen Erfolg zeitigen würden - für seine Aufgabe, für die Menschen auf dem fremden Planeten, für Rumata, für Anton in seinem Ringen.
Es gelingt ihm, einige Intellektuelle zu retten. Es gelingt ihm, auf eine ihm doch sicherlich entfremdete Erde zurückzukehren.
Hm...

Ich habe gelesen, dass diese Geschichte nur eine von vielen aus dem gleichen Universum ist. Werden denn die Charaktere oder Teile der Geschichte noch einmal aufgegriffen?

Niemand kann die Welt retten. Aber jeder einzelne kann etwas gegen Mißstände, die er empfindet, unternehmen.
(Das Gefühl der Hilflosigkeit und der Einsamkeit, die damit einhergehen können, werden allerdings ebenfalls überzeugend beschrieben.)

Ich empfinde den Roman als Spiegel, in den zu schauen schmerzhaft, aber lohnenswert ist.

Bearbeitet von Pegasus, 06 January 2013 - 19:55.

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