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Filme in 3D tun weh …


157 Antworten in diesem Thema

#61 ShockWaveRider

ShockWaveRider

    verwarnter Querulant

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Geschrieben 18 March 2015 - 11:28

Wobei allerdings die grundsätzliche Frage bleibt, ob es überhaupt viele Möglichkeiten gibt, 3D sinnvoll einzusetzen.

Ich wiederhole mein früheres Statement:

 

"Pina" von Wim Wenders ist ein Film, den Wenders nach jahrelangen Planungen erst in Angriff genommen hat, nachdem die 3D-Aufnahmetechnik einen gewissen Standard erreicht hatte.

Es ist ein Wahnsinnserlebnis, als Zuschauer das Gefühl zu haben, man stehe auf einer Ballettbühne und könne die Tänzer quasi anfassen. Der Film wurde für 3D konzipiert, bevor es eine adäquate 3D-Technik gab. Und er ist ohne 3D kaum denkbar. Jedenfalls ginge eine wichtige Dimension verloren, auch eine ästhetische.

 

Gruß

Ralf


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#62 Valerie J. Long

Valerie J. Long

    Passionaut

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Geschrieben 18 March 2015 - 12:58

Ich wiederhole mein früheres Statement:

 

"Pina" von Wim Wenders ist ein Film, den Wenders nach jahrelangen Planungen erst in Angriff genommen hat, nachdem die 3D-Aufnahmetechnik einen gewissen Standard erreicht hatte.

Es ist ein Wahnsinnserlebnis, als Zuschauer das Gefühl zu haben, man stehe auf einer Ballettbühne und könne die Tänzer quasi anfassen. Der Film wurde für 3D konzipiert, bevor es eine adäquate 3D-Technik gab. Und er ist ohne 3D kaum denkbar. Jedenfalls ginge eine wichtige Dimension verloren, auch eine ästhetische.

 

Gruß

Ralf

 

"Für 3D konzipiert" bedeutet hier auch etwas anderes als auf den Zuschauer zufliegende Trümmerteile, d.h. es ist nicht aufgesetzt, sondern organischer Bestandteil des Films.

 

Für mich ist das Idealbild immer noch der 3D-Film, bei dem man vergisst, in einem 3D-Film zu sitzen (und trotzdem einen Gewinn gegenüber 2D hat).  

 



#63 GreatScifi

GreatScifi

    Yoginaut

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Geschrieben 20 March 2015 - 18:06

Ich weiß ja nicht, was Ihr unter einem "Gewinn" versteht. Aber ich schaue oft und gerne 3D Filme und habe inzwischen eine  recht veritable Sammlung und empfinde 3D nach wie vor als großen Gewinn, sofern sie gut umgesetzt ist. Ich bin nicht der Ansicht, dass 3D unbedingt einen erzählerischen Mehrwert (bezogen auf die Story als solches) haben muss. Sofern ein guter Film  (was eh absolut subjektiv ist) mittels 3D tiefer ins Geschehen ziehen kann, darf das durchaus auch an der guten Optik liegen, die den Plot dann durch die entstehende Tiefe unterstützt. Tatsächlich sind Pop outs für mich nicht mehr als ein nettes Gimmick, die im Grunde nur den Nutzen der gekonnten Effekthascherei verfolgen. Doch auch das halte ich absolut für legitim, sofern es, wie beispielsweise in Into the Darkness, den ich (um einprominentes Beispiel zu nennen) jederzeit eher in 3D als in 2D empfehlen würde, passend und gut umgesetzt ist. Wenn Spock mitten in einem Vulkan steht, der kurz vor dem Ausbruch steht, nimmt es mich durchaus mehr mit, wenn mir Feuerfetzen um die Ohren fliegen. Warum auch nicht?

 

Dass die Herstellung von 3D Filmen rückläufig ist, sehe ich so nicht. Seit 2010 schwankt diese zwischen 40 und 50. Für 2016 sind etwa bisher bereits 42 3D Filme angekündigt (wobei noch welche dazu kommen könnten), wenn ich mich nicht verzählt habe. 2015 sind es nur 39, 2014 und 2013 waren es etwa 50. Wenn nächstes Jahr Star Wars und der nächste Star Trek Film erscheinen und 2016 dann der Warcraft Film in die Kinos kommt, könnte dies einen weiteren Boom auslösen. Ich sehe das Ende der Fahnenstange gottseidank jedenfalls nicht erreicht und hoffe auf noch mehr Filme wie Avatar, Gravitiy, ST 12. Andererseits gibt es da auch Filme wie Interstellar, die absolut kein 3D benötigen und wo ich die 3D vielleicht sogar als störend empfunden hätte....


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#64 heschu

heschu

    Giganaut

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Geschrieben 20 March 2015 - 20:09

3D Filme sind nichts für mich. Vor längerer Zeit wollte ich mir einen anschauen, doch nach etwa einer Minute habe ich aufgegeben. Die Bilder waren irgendwie verschwommen und die Effekte empfand ich als sehr unangenehm. 

Ich glaube ebenso wie simifilm, dass Müdigkeit eine Rolle spielen kann. Gestern Abend versuchte ich meinen zweiten Film anzuschauen, aber es war noch schlimmer. Länger als ein paar Sekunden kann ich 3D nicht ertragen. 


Carpe diem!


#65 simifilm

simifilm

    Cinematonaut

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Geschrieben 21 March 2015 - 07:29

Ich weiß ja nicht, was Ihr unter einem "Gewinn" versteht. Aber ich schaue oft und gerne 3D Filme und habe inzwischen eine  recht veritable Sammlung und empfinde 3D nach wie vor als großen Gewinn, sofern sie gut umgesetzt ist.


Wer findet den Widerspruch?

Ich bin nicht der Ansicht, dass 3D unbedingt einen erzählerischen Mehrwert (bezogen auf die Story als solches) haben muss. Sofern ein guter Film  (was eh absolut subjektiv ist) mittels 3D tiefer ins Geschehen ziehen kann, darf das durchaus auch an der guten Optik liegen, die den Plot dann durch die entstehende Tiefe unterstützt.


Abgesehen davon, dass die Qualität eines Films durchaus nicht nur subjektiv ist, ist mir unklar, was du mit "guter Optik" meinst. Mein das generelle schöne Bilder oder nun spezifisch interessanten Einsatz von 3D.

Signatures sagen nie die Wahrheit.

Filmkritiken und anderes gibt es auf simifilm.ch.

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Alles Wissenswerte zur Utopie im nichtfiktionalen Film gibt es in diesem Buch, alles zum SF-Film in diesem Buch und alles zur literarischen Phantastik in diesem.
 

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#66 Zeitreisender

Zeitreisender

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Geschrieben 21 March 2015 - 16:15

Ich darf mich als stolzer Besitzer meiner ersten 3D-Blu-ray nennen!

 

Es handelt sich um Das Kabinett von Professor Bondi, bekannt auch als House of Wax von 1953. Jaaa, lange vor Avatar gab es auch 3D-Filme. Diesen, also House of Wax, lege ich mir heute abend in meinem 2D-Blu-ray-Player ein und werde die geilsten 3D-Effekten erleben, die jemals ein Mensch zuvor gesehen hat. :P

 

Was man nicht alles tut, nur weil man Vincent Price Fan ist. ;)

 

 

 

Ich sehe das Ende der Fahnenstange gottseidank jedenfalls nicht erreicht und hoffe auf noch mehr Filme wie Avatar, Gravity, ST 12.

 

Widerspruch Nr. 2 :P


Bearbeitet von Zeitreisender, 21 March 2015 - 16:23.


#67 GreatScifi

GreatScifi

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Geschrieben 30 June 2015 - 16:40

Vorweg entschuldige ich mich für meine lange Abwesenheit: es standen viele andere Dinge an und letztlich betrachte ich dieses Forum hier mittlerweile, bezogen auf die für meinen Geschmack stellenweise recht "eigenwillige" Art der Diskussionsführung als manchmal recht "anstrengend", aber dies ist natürlich ein rein subjektives Empfinden. -_-

 

Wo wir gerade dabei sind, möchte ich mein Unverständnis über die (angeblichen) Widersprüchlichkeiten in meinen Aussagen ausdrücken. Falls dies scherzhaft gemeint war, ist dies zumindest beim ersten lesen an mir vorüber gegangen. In diesem Falle: mea culpa! :help:

 

@Simflim: in meiner Aussage ist m.E. absolut KEIN rhetorischer Widerspruch erkennbar, außer man möchte ihn konstruieren. Oben rede ich von einem Gewinn und ergänze unten, dass dieser sich durchaus auch auf die mittels 3D aufgwertete Optik (u.a. aufgrund einer gut erzeugten Tiefenwirkung, oder ja: auch mittels Effekthascherei, so sie denn dem Betrachter einfach nur Spaß macht) des Films beziehen kann. Dabei ist es für mich u.a. entscheidend, ob der Film, wie Avatar (dessen 3D Version absolut einen größeren Schauwert hat, als in 2D und somit also ein GEWINN für den Zuschauer ist) in Stereoskopie gedreht wurde, oder,wie beispielsweise Ronin 47 oder Edge of Tomorror nächträglich mit 3D Elementen ( und -effekten) versehen wurde ( u.a. schlechte Tiefen, schlechte Ausleuchtung, die durch den nachträglichen 3D Einsatz noch betont wird, etc; eben mit wenig Schauwert, da nachträglich und lieblos eingesetzt)

Da wir hier über den Einsatz von 3D in Filmen und seinen Wert für den SF-Film und Film im Allgemeinen diskutieren, zumindest verstehe ich den Thread so, beziehe ich meine Aussage auf den Einsatz von 3D in Filmen wie zum Beispiel Gravity oder Avatar, die ohne 3D entweder nicht (schau Dir Gravitiy mal in 2D an) oder wesentlich schlechter (Avatar mal hintereinander in beiden Versionen schauen...) funktionieren. Wenn ein Film wie Avatar schon nicht mit einem originellen Plot (da sind wir uns einig denke ich?) oder grandiosen Akteuren punkten kann (diese sind ja in ihren Aktionen eigentlich kaum mehr als solche erkennbar), so sollte er diese Umstände m.E. zumindest durch grandiose Bilder (Schauwert, Unterhaltungswert, handwerklich gut umgesetzt etc) wettmachen. Dies gelingt Avatar m.E. in 2D teilweise, in 3D aber sieht der Film für mich schlicht brillant aus und zeigt, was diese Technik sowohl auf der großen Leinwand, als auch auf dem heimischen TV zu leisten imstande ist. Wenn das dann auch noch in ein glaubwürdiges SciFi-Szenario (ja, ich kenne Deine Defintion, ich bleibe dennoch bei SciFi ;) ) eingebettet ist, dessen Inhalte durch den Einsatz von 3D an Tiefe und Eindrücklichkeit gewinnt, kann man, wie ich meine, hier durch den Einsatz von 3D absolut von einem Mehrwert sprechen. Damit sollte Deine Frage dann beantwortet sein: sowohl als auch :rolleyes:

 

 

Man kann sich natürlich über die Qualität eines Filmes streiten, egal wie handwerklich hochwertig die Wissenschaft  diesen bewertet. Es werden sich immer Kritiker diverserter Coleur finden. Es gibt eigentlich nur relativ wenige Filme, die einhellige Anerkennung finden. Die vertretenen Ansichten zu einem Film an sich (und ich rede hier weniger von der qualitativen Leistung des Regisseurs etc, denn die kann man anhand wissenschaftlich ermittelter Werte sehr wohl messen, beziehst Du Dich darauf?)  sind somit rein subjekt, Aber auch ein technisch (handwerklich) gut umgesetzter Film kann als schlecht emfpunden werden, ebenfalls einer mit einer brillanten Story UND einer  technisch guten Umsetzung. Die Intention des Betrachters, seine Vorerfahrung, seine Destinationen, Emotionalität (erwünscht und unerwünscht) spielen eine genauso große Rolle wie etwa Genrevorlieben, aber wem sag ich das, Du hast ja ein, btw. wie ich finde, richtig gutes Buches darüber geschrieben. Insgesamt bleibt m.E. vom philosophischen Standpunkt aus ein Film somit immer ein subjektives Erlebnis, so eben auch seine Bewertung. Die technische Umsetzung wird von den meisten Zuschauern, wenn überhaupt, eher sekundär wahrgenommen. Und diese muss dann immer noch zum Werk als solches passen und ein homogenes Gesamtwerk ergeben. Und eben jene Homogenität ist und bleibt m.E. ein rein subjektives Erlebnis.

 

Frage: kann man einen Film wirklich objektiv bewerten? Wenn ja, warum wurde Kubrik 1968 dann für 2001 in der Luft zerrissen und heute gibt es Standardwerke zum Film, wie Sand am Meer (ich finde Deine Kritik an der Gesamtzahl von Werken über einzelne Filme im Verhältnis zur Gesamtthematik btw. mehr sehr gerechtfertigt, da hat sich in den letzten 10 Jahren auch noch nicht sooo viel getan, oder?)

Soweit von mir

Euch allen einen wunderschönen Abend

LG

Reinhard


Bearbeitet von GreatScifi, 30 June 2015 - 17:29.

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#68 yiyippeeyippeeyay

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Geschrieben 30 June 2015 - 17:16

Um mal was Supportives zum Vorpost u.A.festzuhalten: Ich sehe durchaus auch einiges Positive bei 3D. Erlebnisse wie Gravity & Avatar wären ohne nicht möglich gewesen. Außerdem ist es einfach cool - gelebte SF (früherer Jahre). Mich stören einige technische Nachteile - wie dunkleres Bild - selten; ich komme mit allen Brillentypen nach einer Weile klar.

 

Ich würde mir mal einen ähnlich-Voyager-thematischen 3D-Film - oder sowas wie den 1. ST-Film - wünschen mit vielen Außenaufnahmen. q:)d

 

P.S. zum Thema "Rhetorik": Lass dich von (wenigen) anderen Boardlern nicht zu sehr auf die Debattier-Streckbank spannen. Das hat i.d.R. nur 2 Ergebnisse für dich gen Ende - entweder du gibst ihnen huldvoll Recht & wirst danach sehr viel rücksichtsvoller behandelt, egal was du von dir gibst; oder deine so überdeutlich von ihnen demonstrierte Banausigkeit wird am Ende lange & wiederholt entlarvt, & dir wird das nie vergeben bzw. du wirst (boardtechnisch) ignoriert. Beides nicht unbedingt angenehm, trotz evtl. chronischer Rückenschmerzen...


Bearbeitet von yiyippeeyippeeyay, 30 June 2015 - 17:19.

/KB (blokkt auch auf dt.)

Yay! SF-Dialog Ende Juni...

F1: Hast du gut geschlafen?

F2: (nach Pause) Wirst du mit uns reden? [..]

S: Ihr dachtet ihr würdet mir weh tun... Warum?

F2: Wahrahtig, Kind Gottes, wir wollten dir nichts antun.

S: Mein Name ist Sheanna. Wer sind diese Anderen? (um sich sehend)

F2: Sie werden weggeschickt falls du sie nicht hier haben willst... Sheanna. [..]

S: (alle Männer im Raum als Priester an deren Geruch erkennend) Schickt diese weg. (auf die Priester zeigend) Sie sind haram!

(1. Wurmreiterin seit Jahrtausenden erwacht, umgeben von religösen Betreuern, grob übersetzt, aus Heretics of Dune, Ace-Verlag, Sn. 119-121, by Herbert)

 


#69 GreatScifi

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    Yoginaut

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Geschrieben 30 June 2015 - 17:32

Um mal was Supportives zum Vorpost u.A.festzuhalten: Ich sehe durchaus auch einiges Positive bei 3D. Erlebnisse wie Gravity & Avatar wären ohne nicht möglich gewesen. Außerdem ist es einfach cool - gelebte SF (früherer Jahre). Mich stören einige technische Nachteile - wie dunkleres Bild - selten; ich komme mit allen Brillentypen nach einer Weile klar.

 

Ich würde mir mal einen ähnlich-Voyager-thematischen 3D-Film - oder sowas wie den 1. ST-Film - wünschen mit vielen Außenaufnahmen. q:)d

 

P.S. zum Thema "Rhetorik": Lass dich von (wenigen) anderen Boardlern nicht zu sehr auf die Debattier-Streckbank spannen. Das hat i.d.R. nur 2 Ergebnisse für dich gen Ende - entweder du gibst ihnen huldvoll Recht & wirst danach sehr viel rücksichtsvoller behandelt, egal was du von dir gibst; oder deine so überdeutlich von ihnen demonstrierte Banausigkeit wird am Ende lange & wiederholt entlarvt, & dir wird das nie vergeben bzw. du wirst (boardtechnisch) ignoriert. Beides nicht unbedingt angenehm, trotz evtl. chronischer Rückenschmerzen...

Dankeschön, das ist nett von Dir. Ich habe meinen Post noch etwa 12 Minuten lang bearbeitet, nachdem Du mir geantwortet hattest. Ich schreibe mir immer erst "alles von der Seele" bevor ich beginne, zu selektieren. Du hast schon recht. Im Endeffekt soll das hier ja Spaß bringen.

 

Den Helligkeitsverlust erlebe ich ähnlich wie Du als wenig störend. Vielleicht liegt das aber auch an meinen guten Endgeräten, keine Anhnung. Ja, ein Film wie Star Trek: Der Film in 3D wäre schon etwas. Da könnte man eine ganze Menge herausholen. Eine grandiose Idee :rolleyes:


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#70 lapismont

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Geschrieben 30 June 2015 - 20:29

Wir waren letztens in Jurassic World, 2D. Es gab einige Szenen, die deutlich auf einen 3D-Effekt hin inszeniert wurden, was dem Film insgesamt aber natürlich nichts hinzufügte.

Es bleibt reines Action-Kino. Jede Tricktechnik wird entweder gekonnt oder obszön eingesetzt.

:D

 

Apropos Voyager: Der Vorspann etwa hat sehr coole Soundeffekte unabhängig ihrer Naturwissenschaftlichkeit. Und Star Trek 1 könnte ich mir tatsächlich in 3D opulenter vorstellen, nicht weniger langatmig, aber imposanter.


Überlicht und Beamen wird von Elfen verhindert.
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#71 simifilm

simifilm

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Geschrieben 30 June 2015 - 21:56

@GreatScifi: Ich verstehe eigentlich gar nicht, durch was ich diesen langen Erguss verdient habe. Wenn du im ersten Satz schreibst, dass du nicht weisst, was mit "Gewinn" gemeint ist, nur um dann im nächsten Satz den gleichen Begriff zu gebrauchen, dann finde ich das einigermassen schräg. Ganz offensichtlich hast du eine sehr klare Vorstellung davon, was mit "Gewinn" gemeint sein kann.

 

Ansonsten kann ich nur wiederholen, was ich schon in anderen Threads geschrieben habe. Natürlich gibt es keine 100% objektiven Kriterien für die Qualität von Filmen oder anderen künstlerischen Werken (und die Aufgabe der Wissenschaft ist es sicher nicht, diese zu "messen"). Es ist aber ein weit verbreiterter Irrtum, deshalb im Umkehrschluss davon auszugehen, alles sei subjektiv. Dass das nicht so ist, wird spätestens dann klar, wenn man sich mal überlegt, wie viele Filme, Bücher etc. es gibt, bei denen Konsens herrscht, dass sie schlecht sind.

 

Ohnehin ist Geschmack nichts rein Subjektives oder etwas, was irgendwie vom Himmel fällt. Geschmack ist etwas Erlerntes, Antrainiertes. Das ist ebenfalls etwas, das jeder an sich selber überprüfen kann: Überleg dir mal, welche Filme, dir vor 20, 30, 40 Jahren gefallen haben und was davon noch standhält. Meine Kinder schauen heute alles gebannt an, was sich auf dem Fernseher bewegt. Ihnen fehlt noch die Erfahrung, um das Gesehene einzuordnen, zu vergleichen und zu bewerten. Allmählich werden sie diese Fähigkeit aber erlernen und ihren Geschmack entwickeln. Wie sich dieser Geschmack entwickelt, hängt dabei keineswegs nur von der eigenen Subjektivität ab, sondern auch und gerade von Konventionen und dem Umfeld, in dem man sich bewegt. Die Tatsache, dass mir etwas nicht zusagt, bedeutet oft eben auch, dass mir das nötige Wissen und der Kontext fehlt. Ich kann beispielsweise mit Ballet nichts anfangen, ich habe mich aber auch nie damit beschäftigt. Würde ich mich längere damit auseinandersetzen, würde ich zweifellos allmählich erkennen, was einen guten von einem schlechten Tänzer unterscheidet.

 

Eine Kultur bildet immer auch ein Wertesystem aus, das bestimmt, welche Werke als qualitativ hochwertig anzusehen sind. Dieses Wertesystem ist weder fix noch unproblematisch, aber es ist auch nicht rein subjektiv oder zufällig.


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#72 GreatScifi

GreatScifi

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Geschrieben 02 July 2015 - 12:29

@GreatScifi: Ich verstehe eigentlich gar nicht, durch was ich diesen langen Erguss verdient habe. Wenn du im ersten Satz schreibst, dass du nicht weisst, was mit "Gewinn" gemeint ist, nur um dann im nächsten Satz den gleichen Begriff zu gebrauchen, dann finde ich das einigermassen schräg. Ganz offensichtlich hast du eine sehr klare Vorstellung davon, was mit "Gewinn" gemeint sein kann.

 

Ansonsten kann ich nur wiederholen, was ich schon in anderen Threads geschrieben habe. Natürlich gibt es keine 100% objektiven Kriterien für die Qualität von Filmen oder anderen künstlerischen Werken (und die Aufgabe der Wissenschaft ist es sicher nicht, diese zu "messen"). Es ist aber ein weit verbreiterter Irrtum, deshalb im Umkehrschluss davon auszugehen, alles sei subjektiv. Dass das nicht so ist, wird spätestens dann klar, wenn man sich mal überlegt, wie viele Filme, Bücher etc. es gibt, bei denen Konsens herrscht, dass sie schlecht sind.

 

Ohnehin ist Geschmack nichts rein Subjektives oder etwas, was irgendwie vom Himmel fällt. Geschmack ist etwas Erlerntes, Antrainiertes. Das ist ebenfalls etwas, das jeder an sich selber überprüfen kann: Überleg dir mal, welche Filme, dir vor 20, 30, 40 Jahren gefallen haben und was davon noch standhält. Meine Kinder schauen heute alles gebannt an, was sich auf dem Fernseher bewegt. Ihnen fehlt noch die Erfahrung, um das Gesehene einzuordnen, zu vergleichen und zu bewerten. Allmählich werden sie diese Fähigkeit aber erlernen und ihren Geschmack entwickeln. Wie sich dieser Geschmack entwickelt, hängt dabei keineswegs nur von der eigenen Subjektivität ab, sondern auch und gerade von Konventionen und dem Umfeld, in dem man sich bewegt. Die Tatsache, dass mir etwas nicht zusagt, bedeutet oft eben auch, dass mir das nötige Wissen und der Kontext fehlt. Ich kann beispielsweise mit Ballet nichts anfangen, ich habe mich aber auch nie damit beschäftigt. Würde ich mich längere damit auseinandersetzen, würde ich zweifellos allmählich erkennen, was einen guten von einem schlechten Tänzer unterscheidet.

 

Eine Kultur bildet immer auch ein Wertesystem aus, das bestimmt, welche Werke als qualitativ hochwertig anzusehen sind. Dieses Wertesystem ist weder fix noch unproblematisch, aber es ist auch nicht rein subjektiv oder zufällig.

Dass es nicht die Aufgabe der Wissenschaft sei auch für Kunst messbare Kriterien aufzustellen, halte ich für eine fragwürdige These. Natürlich werden Standards erarbeitet, anhand derer Qualität "ge (be)messen" wird, auch in der Kunst. Dies ist aber, und da würden wir konform gehen, wenn ich Dich richtig verstehe, kein Alleinstellungsmerkmal.

 

Entschuldige. aber Du hast Dich in Bezug auf "Gewinn" offenbar verlesen. Ich habe nicht geschrieben, ICH wüsste nicht, was Gewinn heiße, sondern mein Satz lautete genau: "Ich weiß ja nicht, was Ihr unter einem "Gewinn" versteht. Diese Aussage impliziert aufgrund des verwendeten Personalpronomens eindeutig, dass ich sehr wohl für mich, wie Du in Deinem aktuellen Post schreibst, eine Defintion habe, mir aber nicht sicher bin, wie dieses (übrigens nicht von mir in den Raum geworfene) Substantiv im Kontext der Diskussion zu verstehen sei.  Daran ist rhetorisch weder etwas schräg, noch falsch, noch widersprüchlich. Auch Deiner Aussage über meine Anmerkung in bezug auf "Messbarkeit" entnehme ich, dass Du mich missverstanden hast. Ich habe in keinster Weise behauptet, die (künstlerische) Qualität eines Kunstwerkes sei messbar, wohl aber die technische Qualität der Umsetzung von Cast und Crew. Wenn ein Kameramann ständig ungünstige Winkel wählt, Köpfe abschneidet und so weiter, entspricht seine Arbeit nun einmal nicht gewissen Standards und wird als "schlecht" bewertet.

 

Wie sich Geschmack ausbildet, ist eine soziologische Tatsache, keine Frage. Und so gesehen ist natürlich nichts rein subjektiv. Auf so eine Art kann man aber jedes Argument kontakarrieren.

 

Wertesystem: wie Du sagst: dieses ist weder fix, noch unproblematisch. Es entsteht allerdings  auch in keinster Weise geplant oder allein aus den bestehenden Gesellschaftsformen und den in ihr lebenden Menschen (inkl. des gesamten Kulturkreises) heraus. Ich würde sogar behaupten, dass die Entwicklung von Geschmack (und dem Wertesystem als Indikator dafür) innerhalb eines Kulturkreises grundsätzlich erst einmal ein recht chaotischer Prozess ist. Dass ein Wertesystem sich innnerhalb einer Gesellschaft sehr schnell ändern kann, zeigen allein schon die jüngsten weltpolitischen Ereignisse. Daher bezweifle ich seinen Wert als Indikator für Geschmack, auch wenn die Theorie etwas anderes sagen mag.

 

 

Es gibt zweifelsohne viele Filme, die allgemein als schlecht angesehen werden. Viele davon werden dennoch geliebt (Stichwort Trash). So einfach ist das also nicht mit dem Umkehrschluss.

 

 

Eine Frage zum Abschluss: warum dieser abwertende Terminus: "Erguss"? Ich habe Dich in keinster Weise angegriffen und gehe, denke ich, respektvoll mit Dir um. Daher würde ich mich sehr freuen, denselben Respekt entgegen gebracht zu bekommen. Ich danke Dir im Voraus für Dein Verständnis.

Lg

Reinhard


Bearbeitet von GreatScifi, 02 July 2015 - 13:00.

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#73 simifilm

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Geschrieben 02 July 2015 - 15:23

Dass es nicht die Aufgabe der Wissenschaft sei auch für Kunst messbare Kriterien aufzustellen, halte ich für eine fragwürdige These. Natürlich werden Standards erarbeitet, anhand derer Qualität "ge (be)messen" wird, auch in der Kunst. Dies ist aber, und da würden wir konform gehen, wenn ich Dich richtig verstehe, kein Alleinstellungsmerkmal.


Ich weiss nicht, was du in diesem Zusammenhang mit Alleinstellungsmerkmal meinst. Aber wenn du mit messbarer Qualität meinst, dass es die Aufgabe von Kunstgeschichte, Film- oder Literaturwissenschaft sei, festzulegen, dass Werk A aus diesen und Gründen besser sei als Werk B, dann kann ich mein ursprüngliches Statement nur wiederholen. Das entspricht definitiv nicht dem Selbstverständnis dieser Disziplinen. Ein grosser Teil der Forschung auf diesen Gebieten tangiert die Frage der Qualität überhaupt nicht. Wir Filmwissenschaftler – als Disziplin – sagen nicht, was ein guter Film ist (was freilich nicht heisst, dass ich als Individuum diesbezüglich nicht klare Absichten hätte). Dieser autoritäre Anspruch ist weitgehend passé.

 

Wie sich Geschmack ausbildet, ist eine soziologische Tatsache, keine Frage. Und so gesehen ist natürlich nichts rein subjektiv. Auf so eine Art kann man aber jedes Argument kontakarrieren.
 
Wertesystem: wie Du sagst: dieses ist weder fix, noch unproblematisch. Es entsteht allerdings  auch in keinster Weise geplant oder allein aus den bestehenden Gesellschaftsformen und den in ihr lebenden Menschen (inkl. des gesamten Kulturkreises) heraus. Ich würde sogar behaupten, dass die Entwicklung von Geschmack (und dem Wertesystem als Indikator dafür) innerhalb eines Kulturkreises grundsätzlich erst einmal ein recht chaotischer Prozess ist. Dass ein Wertesystem sich innnerhalb einer Gesellschaft sehr schnell ändern kann, zeigen allein schon die jüngsten weltpolitischen Ereignisse. Daher bezweifle ich seinen Wert als Indikator für Geschmack, auch wenn die Theorie etwas anderes sagen mag.


Die Feststellung, dass dieser Prozess chaotisch und nicht geplant ist, würde ich sofort unterstützen. Das hat aber wenig mit der Frage zu tun, wie subjektiv und individuell Geschmack ist.

 

(Dazu eine kleine Anekdote: Ich war während mehrerer Jahre Teil einer Gruppe, welche die Dokumentarfilme für das Filmfestival von Locarno auswählt. Die Gruppe besteht aus rund zehn Leuten, die zwar alle mit Film zu tun haben, aber in Bezug auf Alter, Herkunft, Ausbildung etc. sehr heterogen sind. Wir musste jedes Jahr sieben herausragende Filme aus mehreren hundert Eingaben auswählen. Natürlich hatten wir Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten, aber dennoch: Bei schätzungsweise drei Vierteln der Filmen waren wir uns jeweils sehr schnell einig, dass sie nicht infrage kommen, weil sie zu schlecht, uninteressant, unoriginell etc. sind. Die echten Diskussionen kreisten am Ende um vielleicht 20 Filme. Bei allen subjektiven Unterschieden gab es einen offensichtlich einen sehr breiten, nirgendwo festgelegten Konsens, was "nicht gut ist".)
 

Es gibt zweifelsohne viele Filme, die allgemein als schlecht angesehen werden. Viele davon werden dennoch geliebt (Stichwort Trash). So einfach ist das also nicht mit dem Umkehrschluss.


Aber gerade Trash funktioniert genau in der von mir beschriebenen Logik. Einerseits ist da oft die Haltung "Ich weiss, dass das Schrott ist, aber mag es dennoch." In der Liebe zu Trash ist meistens das Wissen um die "geltenden Regeln" enthalten. Es gibt da zahlreiche Untersuchungen zu subkulturellen Gruppen in allen möglichen Bereichen, und man kann da immer wieder die gleiche Logik beobachten: Dass Gruppe xy eine bestimmte Kunstform, die als "schlecht" gilt, kultiviert, ist jeweils eine bewusste Abkehr vom "geltenden Geschmack". Was nichts anderes heisst, dass die entsprechende Wertschätzung ex negativo stark durch die geltenden Normen geprägt sind. 
 

Eine Frage zum Abschluss: warum dieser abwertende Terminus: "Erguss"? Ich habe Dich in keinster Weise angegriffen und gehe, denke ich, respektvoll mit Dir um. Daher würde ich mich sehr freuen, denselben Respekt entgegen gebracht zu bekommen. Ich danke Dir im Voraus für Dein Verständnis.

 

 

Ich empfand dein Post durchaus als angriffig. Falls es nicht so gemeint war, nehme ich das als Fehllektüre auf meine Kappe.


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#74 GreatScifi

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Geschrieben 22 July 2015 - 08:43

Ich melde mich aus meinem wohlverdienten Urlaub zurück.

 

Lieber Simflim, ich hatte nie vor, Dich anzugreifen. Wenn Du dies aus meinem Post herausgelesen hast, nun, an einem Missverständnis ist nie einer allein beteiligt. Ich versuchte lediglich darzulegen, dass an meinen Eingangsaussagen eigentlich nichts widersprüchlich sei. Wenn man noch nie direkt miteinander zu tun hatte, ist es auf so einem letztlich doch unpersönlichen Weg nicht immer ganz einfach eine gemeinsame Sprache zu finden. Insofern hoffe ich, dieses Missverständnis beiseite geräumt haben zu können.

 

Zuerst einmal nötigt es mir natürlich (positiven) Respekt ab, mich mit jemandem auszutauschen, der bei einem der wichtigen Filmfestivals im Komitee sitzt oder gesessen hat.

M.E. greift das daraus folgende Argument allerdings  zumindest doch teilweise für unseren Kulturraum. Geschmack wird doch sehr unterschiedlich aufgefasst, was sich, wie ich meine, z.B. relativ deutlich an den sehr unterschiedlichen Entwicklungen des Mediums im ehemaligen "Ostblock" erkennen lässt. Die (SF) Filme dieses Raumes weisen beispielsweise große Unterschiede in Thematik, Stil, Ausstattung und auch der Regiearbeit auf. Aufgrund der Tatsache, dass sich der Osten weitestgehend abschottete, entstand eine völlig eigene Filmästhetik. Sie werden, wie übrigens japanische Filme oft auch, in unserem Kulturraum eher als "schlecht" empfunden, während sie in ihrem kulturellen Umfeld große Erfolge feiern. Ich befasse mich relativ viel mit gesamtdeutscher (Film-)SF und stelle immer wieder fest, wie unterschiedlich die Werke doch oft sind. Allerdings kann man hier natürlich einwenden, dass Tarkowski dennoch zwei absolut denkwürdige Klassiker des Genres geschaffen hat. Diese kamen (und kommen) andererseits allerdings eher bei einer intellektuell geprägten Zuschauerschaft an, die keineswegs den Massengeschmack repräsentieren, ohne einen der verehrten Leser hier, die seine Filme nicht mögen, angreifen zu wollen (BITTE!).

 

 

Nein, ich meine nicht, dass es die Aufgabe der Film- und Literaturwissenschaft sei, gewisse Kriterien zu erstellen, schon aber, dass sie es schon lange (aufbauend auf den Arbeiten einiger genialer Köpfe) getan hat. Es gibt gewisse Standards, an denen man sich durchaus orientiert und die sind zum Teil bereits in den frühen Tagen der Filmwissenschaft definiert worden (Jekyll & Hyde, Nosferatu, Aelita, Metropolis, Die Frau im Mond etc.). Diese bekommt man in zahlreichen Primär- und Sekundärwerken ja ständig "vorgebetet" (wie in jeder anderen Wissenschaft logischerweise auch).

 

Diese werden, so würde ich sagen, durch die Umstände der Weiterentwicklung des Mediums, der Sprache u.s.w. (sie werden schlicht modernisiert) ergänzt. In den Kritiken werden übrigens ständig Werke miteinander verglichen, teilweise natürlich durch die Aussagen der Regisseure forciert, aber dennoch. Nehmen wir als Beispiel einen der für mich besten Filme der letzten Jahre: Interstellar: dieser Film wurde ständig mit Odysse im Weltraum verglichen, seine Qualität auf Basis des Kubrikwerkes definiert. Es scheint also relativ viele Kritiker zu geben (die ja oft studierte Film- und/oder Literaturwissenschaftler sind), die es sich schon zum Ziel setzen, Werk A mit B zu vergleichen (das bezieht sich nicht auf die gesamte Wissenschaft als solches, trägt aber zum Öffentlichkeitsbild bei).

 

Was Dein Trash Argument betrifft: Chapeau ;).
 Es ist soziologisch sicherlich eine interessante Frage, warum Menschen mit voller Absicht etwas kultivieren, was ein Großteil ihrer Gesellschaft als "schlecht" ablehnt. Aber auch so entwickelt sich Geschmack, oder? Wir sind eben ambivalente Wesen und sind und bleiben unberechenbar.


Bearbeitet von GreatScifi, 22 July 2015 - 09:07.

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#75 simifilm

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Geschrieben 22 July 2015 - 09:31

Zuerst einmal nötigt es mir natürlich (positiven) Respekt ab, mich mit jemandem auszutauschen, der bei einem der wichtigen Filmfestivals im Komitee sitzt oder gesessen hat.
M.E. greift das daraus folgende Argument allerdings  zumindest doch teilweise für unseren Kulturraum. Geschmack wird doch sehr unterschiedlich aufgefasst, was sich, wie ich meine, z.B. relativ deutlich an den sehr unterschiedlichen Entwicklungen des Mediums im ehemaligen "Ostblock" erkennen lässt. Die (SF) Filme dieses Raumes weisen beispielsweise große Unterschiede in Thematik, Stil, Ausstattung und auch der Regiearbeit auf. Aufgrund der Tatsache, dass sich der Osten weitestgehend abschottete, entstand eine völlig eigene Filmästhetik. Sie werden, wie übrigens japanische Filme oft auch, in unserem Kulturraum eher als "schlecht" empfunden, während sie in ihrem kulturellen Umfeld große Erfolge feiern. Ich befasse mich relativ viel mit gesamtdeutscher (Film-)SF und stelle immer wieder fest, wie unterschiedlich die Werke doch oft sind. Allerdings kann man hier natürlich einwenden, dass Tarkowski dennoch zwei absolut denkwürdige Klassiker des Genres geschaffen hat. Diese kamen (und kommen) andererseits allerdings eher bei einer intellektuell geprägten Zuschauerschaft an, die keineswegs den Massengeschmack repräsentieren, ohne einen der verehrten Leser hier, die seine Filme nicht mögen, angreifen zu wollen (BITTE!).


Hmm, ich sehe jetzt nicht recht, inwiefern das meinem Argument widerspricht. Du sagst doch hier nichts anderes als das, was ich geschrieben habe – dass Geschmack stark kulturell geprägt ist. Und wie du schreibst, ist das eine Erfahrung, die man immer wieder macht, sobald man sich mit "fremden" Filmkulturen (gilt natürlich ebenso für andere Kunstbereiche) befasst. Jemand, der nur aktuelles Hollywood-Kino kennt, wird zweifellos Mühe haben, wenn er sich ganz ohne Vorbereitung Stalker anschaut. Nicht anders ist es z.B. mit Stummfilmen: Wenn man sich zeitgenössisches Kino gewohnt ist, denkt man, dass die Schauspieler alle nicht spielen können. Es braucht eine gewisse Einarbeitung, bis man sich an den Stil gewöhnt hat. Dann kann man plötzlich auch bei Stummfilmen zwischen guten und schlechten Schauspielern unterscheiden.
 

Nein, ich meine nicht, dass es die Aufgabe der Film- und Literaturwissenschaft sei, gewisse Kriterien zu erstellen, schon aber, dass sie es schon lange (aufbauend auf den Arbeiten einiger genialer Köpfe) getan hat. Es gibt gewisse Standards, an denen man sich durchaus orientiert und die sind zum Teil bereits in den frühen Tagen der Filmwissenschaft definiert worden (Jekyll & Hyde, Nosferatu, Aelita, Metropolis, Die Frau im Mond etc.). Diese bekommt man in zahlreichen Primär- und Sekundärwerken ja ständig "vorgebetet" (wie in jeder anderen Wissenschaft logischerweise auch).
 
Diese werden, so würde ich sagen, durch die Umstände der Weiterentwicklung des Mediums, der Sprache u.s.w. (sie werden schlicht modernisiert) ergänzt. In den Kritiken werden übrigens ständig Werke miteinander verglichen, teilweise natürlich durch die Aussagen der Regisseure forciert, aber dennoch. Nehmen wir als Beispiel einen der für mich besten Filme der letzten Jahre: Interstellar: dieser Film wurde ständig mit Odysse im Weltraum verglichen, seine Qualität auf Basis des Kubrikwerkes definiert. Es scheint also relativ viele Kritiker zu geben (die ja oft studierte Film- und/oder Literaturwissenschaftler sind), die es sich schon zum Ziel setzen, Werk A mit B zu vergleichen (das bezieht sich nicht auf die gesamte Wissenschaft als solches, trägt aber zum Öffentlichkeitsbild bei).


Ohne da jetzt zu sehr ausgreifen zu wollen: Was du da beschreibst, ist ja nichts anderes als die Kanonbildung, von der ich die ganze Zeit spreche (obwohl ich es bislang, glaube ich, nicht so genannt habe). Innerhalb eines Kulturkreises oder sozialen Milieus herrschen gewisse Normen, die weitergegeben werden, und dabei spielen Kritik und Sekundärwerke eine zentrale Rolle. Aber: Das ist nicht – oder wenn, dann nur am Rande – Wissenschaft. Ich kann dir keine konkreten Zahlen nennen, aber wenn ich anschaue, was ich an wissenschaftlicher Literatur lese, dann ist da die Frage, ob ein Film "gut" ist, oft schlicht kein Thema. Oft bewegt sich die Analyse auf einer ganz anderen Ebene. Z.B. in welcher Form thematisiert das US-SF-Kino der 1950er-Jahre die Angst vor kommunistischer Unterwanderung, wie wandelt sich die Rolle von Wissenschaft in der SF zwischen 1900 und 2000, wie hat sich der Dokumentarfilm mit dem Aufkommen digitaler Kameras verändert etc. etc. – Das sind nun alles Dinge, die ich mehr oder weniger erfunden habe, sie sind aber durchaus typisch für einen nicht geringen Teil der wissenschaftlichen Forschung.

 

Ich möchte nun nicht behaupten, dass Qualität hier überhaupt keine Rolle spielt. Es ist auch in der Wissenschaft so, dass "gute" Filme mit mehr Interesse rechnen können als schlechte (schönes Beispiel: Under the Skin. Zu diesem Film sind innerhalb kürzester Zeit mehrere ausführlichere wissenschaftliche Artikel erschienen, was sicher damit zusammenhängt, dass viele SF-Forscher von diesem Film restlos begeistert sind).

 

Übrigens: Interstellar ist – auch und gerade nach mehrmaligem Sehen – ein schlechter Film. Mit Kubrick gar nicht zu vergleichen.  :P 
 


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#76 GreatScifi

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Geschrieben 26 July 2015 - 18:47

Hmm, ich sehe jetzt nicht recht, inwiefern das meinem Argument widerspricht. Du sagst doch hier nichts anderes als das, was ich geschrieben habe – dass Geschmack stark kulturell geprägt ist. Und wie du schreibst, ist das eine Erfahrung, die man immer wieder macht, sobald man sich mit "fremden" Filmkulturen (gilt natürlich ebenso für andere Kunstbereiche) befasst. Jemand, der nur aktuelles Hollywood-Kino kennt, wird zweifellos Mühe haben, wenn er sich ganz ohne Vorbereitung Stalker anschaut. Nicht anders ist es z.B. mit Stummfilmen: Wenn man sich zeitgenössisches Kino gewohnt ist, denkt man, dass die Schauspieler alle nicht spielen können. Es braucht eine gewisse Einarbeitung, bis man sich an den Stil gewöhnt hat. Dann kann man plötzlich auch bei Stummfilmen zwischen guten und schlechten Schauspielern unterscheiden.
 


Ohne da jetzt zu sehr ausgreifen zu wollen: Was du da beschreibst, ist ja nichts anderes als die Kanonbildung, von der ich die ganze Zeit spreche (obwohl ich es bislang, glaube ich, nicht so genannt habe). Innerhalb eines Kulturkreises oder sozialen Milieus herrschen gewisse Normen, die weitergegeben werden, und dabei spielen Kritik und Sekundärwerke eine zentrale Rolle. Aber: Das ist nicht – oder wenn, dann nur am Rande – Wissenschaft. Ich kann dir keine konkreten Zahlen nennen, aber wenn ich anschaue, was ich an wissenschaftlicher Literatur lese, dann ist da die Frage, ob ein Film "gut" ist, oft schlicht kein Thema. Oft bewegt sich die Analyse auf einer ganz anderen Ebene. Z.B. in welcher Form thematisiert das US-SF-Kino der 1950er-Jahre die Angst vor kommunistischer Unterwanderung, wie wandelt sich die Rolle von Wissenschaft in der SF zwischen 1900 und 2000, wie hat sich der Dokumentarfilm mit dem Aufkommen digitaler Kameras verändert etc. etc. – Das sind nun alles Dinge, die ich mehr oder weniger erfunden habe, sie sind aber durchaus typisch für einen nicht geringen Teil der wissenschaftlichen Forschung.

 

Ich möchte nun nicht behaupten, dass Qualität hier überhaupt keine Rolle spielt. Es ist auch in der Wissenschaft so, dass "gute" Filme mit mehr Interesse rechnen können als schlechte (schönes Beispiel: Under the Skin. Zu diesem Film sind innerhalb kürzester Zeit mehrere ausführlichere wissenschaftliche Artikel erschienen, was sicher damit zusammenhängt, dass viele SF-Forscher von diesem Film restlos begeistert sind).

 

Übrigens: Interstellar ist – auch und gerade nach mehrmaligem Sehen – ein schlechter Film. Mit Kubrick gar nicht zu vergleichen.  :P 
 

Nur einige kurze Anmerkungen:

 

Hmm, ich habe Interstellar und halte ihn zusammen mit Gravity (den man m.E. allerdings unbedingt in 3D sehen sollte) für zwei der besten Filme der letzten 10 Jahre.

 

Vielleicht sollten wir klären, was filmwissenschaftliche Werke (inklusive Aufsätze) sind. Wenn Du eine Kritik an sich als populärwissenschaftlich, oder nur am Rande filmwissenschaftlich ansiehst, greift Dein Argument. Wenn Du aber einen Film nach besten Wissen (und Gewissen) interpretierst und analysierst, ist das Ergebnis letztlich auch eine Meinungsbildung, die sich im jeweiligen Werk widerspiegelt, wie zum Beipiel in Deiner Analyse von A.I.. Du selbst sprichst von dem "besseren" Film den Kubrik wohl gedreht hätte und implizierst damit letztlich, dass Du den Film als zwar nicht als Totalausfall, aber eben  nicht gut bewertest. Handelt es sich hier nicht um eine durchaus filmwissenschaftlich motivierte Analyse? Ich würde sagen, ja. Mir gefällt das Ende von A.I. übrigens auch nicht so gut, aber insgesamt, sehe es aber als einen Kompromiss an die Konventionen des Blockbusters und der daraus Notwendigkeit Box Office zu erzielen.


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#77 simifilm

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Geschrieben 26 July 2015 - 19:04

Vielleicht sollten wir klären, was filmwissenschaftliche Werke (inklusive Aufsätze) sind. Wenn Du eine Kritik an sich als populärwissenschaftlich, oder nur am Rande filmwissenschaftlich ansiehst, greift Dein Argument. Wenn Du aber einen Film nach besten Wissen (und Gewissen) interpretierst und analysierst, ist das Ergebnis letztlich auch eine Meinungsbildung, die sich im jeweiligen Werk widerspiegelt, wie zum Beipiel in Deiner Analyse von A.I.. Du selbst sprichst von dem "besseren" Film den Kubrik wohl gedreht hätte und implizierst damit letztlich, dass Du den Film als zwar nicht als Totalausfall, aber eben  nicht gut bewertest. Handelt es sich hier nicht um eine durchaus filmwissenschaftlich motivierte Analyse? Ich würde sagen, ja. Mir gefällt das Ende von A.I. übrigens auch nicht so gut, aber insgesamt, sehe es aber als einen Kompromiss an die Konventionen des Blockbusters und der daraus Notwendigkeit Box Office zu erzielen.

 

Es gibt sicher einen Bereich, in dem sich (film)wissenschaftliche Analyse und Kritik überschneiden (und die Sache wird dadurch nicht einfacher, dass "criticism" und "critic" im Englischen traditionell viel weiter gefasst werden als im Deutschen), mein Text zu A.I. ist aber – so wie eigentlich alles, was auf meiner Website nicht unter "Wissenschaftliche Publikationen" aufgeführt ist – eine ziemlich klassische Kritik ohne wissenschaftlichen Anspruch.


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#78 GreatScifi

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Geschrieben 27 July 2015 - 13:41

Es gibt sicher einen Bereich, in dem sich (film)wissenschaftliche Analyse und Kritik überschneiden (und die Sache wird dadurch nicht einfacher, dass "criticism" und "critic" im Englischen traditionell viel weiter gefasst werden als im Deutschen), mein Text zu A.I. ist aber – so wie eigentlich alles, was auf meiner Website nicht unter "Wissenschaftliche Publikationen" aufgeführt ist – eine ziemlich klassische Kritik ohne wissenschaftlichen Anspruch.

Naja, Deine wissenschaftlich durchaus fundierte Meinung zu Spielberg und Kubrik spiegeln sich dort allerdings recht deutlich wieder. Immerhin handelt es sich um einen, etwa im Gegensatz zu Total Recall (btw. für mich ein völlig unnötiges Remake) oder Age of Ultron (15 Minuten weniger Action hätten sicherlich nicht geschadet) recht ausführlichen und langen Aufsatz, der darüberhinaus Deine persönliche Bewunderung für Kubrik offen legt und sehr analytisch daher kommt. Interessant übrigens, wie hoch Kubrik und vor allem auch 2001 heute gelobt werden. Seine Ehefrau berichtete einmal, wie sehr gerade 2001 1968 von der Fachpresse verrissen wurde und wie sehr er sich darüber aufregte. Heute gilt der Film als Klassiker, als Meilenstein der SF und des Films an sich.

 

Übrigens: noch einmal: Interstellar ist ein schlechter Film? Bevor ich jetzt einen großen Haufen Steine sammle (symbolisch gesprochen, versteht sich :) ) warum ist der Film schlecht? Ich habe, wie ich finde, in den letzten paar Jahren kaum Filme des Genres gesehen, die so viel Spielraum für Interpretation lassen, auch wenn er leider zum Ende hin eher zum Holzhammer greift.

 

Und da ich ihn gerade selbst noch einmal (in 3D) gesehen habe und er einen schönen Bogen zurück zum Ausgangsthema schlägt: wie siehst Du dann Gravity?

LG Reinhard
 


Bearbeitet von GreatScifi, 27 July 2015 - 13:44.

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#79 simifilm

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Geschrieben 27 July 2015 - 14:16

Naja, Deine wissenschaftlich durchaus fundierte Meinung zu Spielberg und Kubrik spiegeln sich dort allerdings recht deutlich wieder. Immerhin handelt es sich um einen, etwa im Gegensatz zu Total Recall (btw. für mich ein völlig unnötiges Remake) oder Age of Ultron (15 Minuten weniger Action hätten sicherlich nicht geschadet) recht ausführlichen und langen Aufsatz, der darüberhinaus Deine persönliche Bewunderung für Kubrik offen legt und sehr analytisch daher kommt.


Danke für die Blumen; der Hauptunterschied zwischen diesem Text und den meisten anderen Kritiken auf meiner Website ist schlicht, dass die A.I.-Rezension nicht für eine Zeitung, sondern ausschliesslich für meine Website entstanden ist, weshalb ich in der Länge nicht begrenzt war (wenn ich's richtig im Kopf habe, war das noch die Phase, in der ich nur aus Spass Filme rezensiert und noch nicht für Zeitungen geschrieben habe). Dass mir Kubrick sehr wichtig ist, ist zweifellos richtig, sagt aber nichts über die Textgattung aus. Und analytisch sollte eigentlich jede Kritik bis zu einem gewissen Grad sein, das unterscheidet sie von einer blossen Meinungsäusserung. Mit dem Verdikt "toller Film" alleine ist niemandem gedient, das muss schon irgendwie begründet und eingeordnet werden. Tatsächlich fehlt diesem Artikel eigentlich so ziemlich alles, was man von einem wissenschaftlichen Text erwarten würde. Es gibt keine klare Fragestellung, keine theoretische Rahmung, keinen Bezug auf bestehende Forschung, dafür viel Nacherzählung und Anekdotisches. Als Hausarbeit in einem Seminar wäre ein solcher Text ungenügend.
 

Interessant übrigens, wie hoch Kubrik und vor allem auch 2001 heute gelobt werden. Seine Ehefrau berichtete einmal, wie sehr gerade 2001 1968 von der Fachpresse verrissen wurde und wie sehr er sich darüber aufregte. Heute gilt der Film als Klassiker, als Meilenstein der SF und des Films an sich.


Kubrick hatte in der Tat ein schwieriges Verhältnis zur Presse, insbesondere zur US-amerikanischen; kaum einer seiner Filme wurde bei Erscheinen von der Kritik unisono gefeiert. Über die Zeit sind sie aber fast alle zu Klassikern geworden.
 

Übrigens: noch einmal: Interstellar ist ein schlechter Film? Bevor ich jetzt einen großen Haufen Steine sammle (symbolisch gesprochen, versteht sich :) ) warum ist der Film schlecht? Ich habe, wie ich finde, in den letzten paar Jahren kaum Filme des Genres gesehen, die so viel Spielraum für Interpretation lassen, auch wenn er leider zum Ende hin eher zum Holzhammer greift.


Im entsprechenden Thread habe ich mich ja mehrfach geäussert; im neuen SF-Jahr hat's zudem einen längeren Artikel von mir zum Thema drin, deshalb nur Stichworte: Der Film ist, wie leider öfters bei Nolan, grosser Etikettenschwindel; es beginnt als kosmische Exploration und schrumpft dann auf die Geschichte zusammen, wie Papi seinem Töchterchen die Treue hält. Das ganze Universum dreht sich am Ende nur darum, dass Cooper Murphy genug liebt. Das ist Kitsch hoch drei, der auch noch die Frechheit, so zu tun, als sei er irgendwie clever resp. wissenschaftlich grundiert. Dazu kommen Plot- resp. Logik-Löcher, nervende Mätzchen wie das ständige Dylan-Thomas-Zitieren, Parallelmontagen, die überhaupt keinen Sinn machen und vor allem die Musik, die je länger je penetranter wird.

 

Und da ich ihn gerade selbst noch einmal (in 3D) gesehen habe und er einen schönen Bogen zurück zum Ausgangsthema schlägt: wie siehst Du dann Gravity?
LG Reinhard


Als Erlebnis ist Gravity in der Tat toll, insbesondere die ca. ersten 30 Minuten. Der eigentliche Plot – insbesondere Sandra Bullocks Backstory – ist dagegen überflüssig bis ärgerlich.

Bearbeitet von simifilm, 27 July 2015 - 14:24.

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#80 GreatScifi

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Geschrieben 27 July 2015 - 16:45

@ Simon (simflim): "Danke für die Blumen":  Gerne, ist ein wirklich gelungener Text, der gerade gut ist, weil er unterhaltsam und informativ ist. Für mich enthält er eine durchaus interessante Kernaussage. Insgesamt also ein Text, wie ich ihn  gerne öfter sehen würde.  Ich selbst schreibe wesentlich vereinfacht, ein Zugeständnis an den Grundgedanken meiner kleinen Hobbyseite (daher nenne ich meine Berichte auch aus gutem Grund nicht Review oder Kritik, es sind nämlich defacto eigentlich keine). Mir ist soeben augefallen, dass das Wort "durchaus" recht missverständlich klingen könnte. Ich hoffe, es kam so an, wie es gemeint war...

 

 

 

Zu Interstellar: im Endeffekt kann ich 2001 auf ein technokratisches, kaltes,  Weltbild reduzieren, dem der im Herzen doch sehr pessimistische (exemplarisch: der Beginn von 2001 oder Uhrwerk Orange) Kubrik letztlich einen optimistischen Ausblick auf die Menschheit aufs Auge drückt. Und ist dieses Bild wirklich in Kontext des Vorhergegangen so positiv zu bewerten? Auch dies könnte man  also durchaus als recht konstruiert empfinden. Was spricht dagegen, dem ein emotionalisiertes positivistisches Weltbild entgegenzusetzen, das auf Nächstenliebe im wahrsten Sinne des Wortes basiert? Man mag dies als kitschig empfinden, ich würde es die einzig wahre Triebfeder des Menschseins nennen, die Nolan in seinem Epos vielleicht etwas zu sehr zelebriert.

 

Gravitiy: der Background Stones ist zum Verständnis des Kontextes aber enorm wichtig: die beiden Cuaròns bringen  das in ihren Interviews auf den Punkt. Ohne Stones Background würde die Kernaussage des Films von Sinnlosigkeit, Lebensüberdruss und Wiedergeburt im wahrsten Sinne des Wortes (Stones Embryonalstellung in der Raumstation, ihre symbolische Wiedergeburt im "Mutterleib" der Erde etc) gar nicht mehr greifen. Obwohl ich mich auf meiner Seite überwiegend auf Hintergrundinfos beschränke, zitiere ich mich mal selbst.

 

"... Dr. Ryan hat einen schweren Verlust zu verkraften, der ihr den Lebensmut nahm. Das einzige, was sie aufrecht erhält, ist die Arbeit. Dem gegenüber steht der lebenslustige, nur für den Augenblick lebende Kowalski, wohl nicht zufällig eine Art Allerweltsname, der schon 1984 bei Roland Emmerichs Stargate auftauchte und nicht zuletzt einer der vier Pinguine aus dem Animationsabenteuer "Madagaskar" ist. Der Name selbst ist zu einer Art Metapher für eine Person geworden, die das Leben nicht allzu schwer nimmt, aber dennoch pflichtbewusst ist. George Clooney füllt diese Rolle auf seine smarte, attraktive Art hervorragend aus. Der Name Stone wiederum dient ebenfalls nicht nur als Name, sondern auch als Synonym für die Lebenssituation der von Sandra Bullock gespielten Hauptfigur, für die sie mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Sie ist eigentlich des Lebens überdrüssig und zieht die Stille des Alls dem bunten Treiben auf der Erde unter ihr vor. Der Tod ihrer vierjährigen Tochter hat ein tiefes Loch in ihre Seele gerissen und sie hat mit ihrem Leben abgeschlossen, bis es zur Katastrophe kommt und der Charmeur und Lebemann Kowalski ihr ihren Lebensmut wiedergibt.

 

Nun beginnt ein Prozess der seelischen, aber auch physischen Reinigung und Wiedergeburt, der nach vielen Widrigkeiten mit dem Eintritt der chinesischen Rettungskapsel in die Erdatmosphäre noch nicht beendet ist. Ausgerechnet in einem See, einer Metapher für das Fruchtwasser im Mutterleib (so Jonás Cuarón in einem Interview), landet Stone und muss sich wie ein Baby quälen, um das Licht der Welt neu zu erblicken. Noch hat sie ihr Leben nicht zurück erlangt. Während sie aufgrund ihres zu schweren Raumanzuges zu Boden sinkt, schwimmt ein kleiner Frosch unbeschwert, von ihr beobachtet, an die Oberfläche. Auf allen Vieren kriecht sie schließlich, von allen Lasten (und Altlasten) befreit, wie die ersten Landbewohner vor rund 400 Millionen ans Ufer und erlebt so ihre Rückkehr zum Menschsein. So ist die schreckliche Erfahrung des Fast-Todes schließlich Motivation, ihrem sinnlos geglaubten Dasein eine neue Richtung zu verleihen."

 

Ich für meinen Teil vermag daran nichts ärgerliches zu erkennen. Ich finde die Botschaft, ähnlich wie bei Interstellar sehr humanistisch und das ist doch nicht falsch.

 

Btw: irgendwie finde ich in diesem Forum nicht heraus, wie man quotet, für eine kleine Hilfestellung wäre ich dankbar...


Bearbeitet von GreatScifi, 27 July 2015 - 17:03.

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#81 yiyippeeyippeeyay

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Geschrieben 27 July 2015 - 17:20

(Am einfachsten du umstellst deinen Zitatstext mit {QUOTE}...{/QUOTE}, wobei du die geschweiften Klammern mit eckigen ersetzt.)

 

Ich fand Interstellar auch gut. Die Sache mit der Liebe ist m.E. spielerisch - ja, unernst, sogar unterhaltend - zu sehen. Was kommt nach all den 4 physikalischen Kräften + der zurück- & vorwärts-laufenden Zeit? :P

 

Gravity kam aber bei mir noch besser an. Das war ein großartiger Film ohne große Ziele, sozusagen Speed in Space.


Bearbeitet von yiyippeeyippeeyay, 27 July 2015 - 17:36.

/KB (blokkt auch auf dt.)

Yay! SF-Dialog Ende Juni...

F1: Hast du gut geschlafen?

F2: (nach Pause) Wirst du mit uns reden? [..]

S: Ihr dachtet ihr würdet mir weh tun... Warum?

F2: Wahrahtig, Kind Gottes, wir wollten dir nichts antun.

S: Mein Name ist Sheanna. Wer sind diese Anderen? (um sich sehend)

F2: Sie werden weggeschickt falls du sie nicht hier haben willst... Sheanna. [..]

S: (alle Männer im Raum als Priester an deren Geruch erkennend) Schickt diese weg. (auf die Priester zeigend) Sie sind haram!

(1. Wurmreiterin seit Jahrtausenden erwacht, umgeben von religösen Betreuern, grob übersetzt, aus Heretics of Dune, Ace-Verlag, Sn. 119-121, by Herbert)

 


#82 GreatScifi

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Geschrieben 27 July 2015 - 17:58

(Am einfachsten du umstellst deinen Zitatstext mit {QUOTE}...{/QUOTE}, wobei du die geschweiften Klammern mit eckigen ersetzt.)

 

Ich fand Interstellar auch gut. Die Sache mit der Liebe ist m.E. spielerisch - ja, unernst, sogar unterhaltend - zu sehen. Was kommt nach all den 4 physikalischen Kräften + der zurück- & vorwärts-laufenden Zeit? :P

 

Gravity kam aber bei mir noch besser an. Das war ein großartiger Film ohne große Ziele, sozusagen Speed in Space.

Gravity ist bei vielen Zuschauern so angekommen. Tatsächlich war der Film aber laut der Autoren als Metapher für die Wiedergeburt und Menschwerdung (durchaus auch im evolutionären Sinne) gedacht. So empfinde ich es auch. Bild 5 in meiner Besprechung ist ein gutes Beispiel dafür. Ich verlinke mal:http://www.greatscif...gravitiy.html.

Davon ab ist er aber auch schlicht gut gemacht, vor allem in 3D. Hier wird für mich wirklich deutlich, dass die so hart gescholtene 3D  durchaus auch einen narrativen Wert haben kann, denn mich hat die revolutionäre Technologie auch inhaltlich gebannt.

 

Danke für Deinen netten Hinweis, yipippeeyippeeyay (hehe, ist jedesmal ein Akt Dein Pseudonym zu schreiben). Gibt es hier keine Funktion für das Zitieren als solches?


Bearbeitet von GreatScifi, 27 July 2015 - 18:00.

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#83 Ender

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Geschrieben 27 July 2015 - 19:18

Hier wird für mich wirklich deutlich, dass die so hart gescholtene 3D durchaus auch einen narrativen Wert haben kann, denn mich hat die revolutionäre Technologie auch inhaltlich gebannt.

Ich habe den Film (Gravity) neulich erstmals gesehen - in 2D - und war, zumal ich schon so viel positives gehört hatte, geradezu entsetzt, wie kläglich schlecht ich ihn fand. Nervige, klischeehafte Protagonisten (obwohl ich Bullock und Clooney sonst mag), doofe Handlung, kitschige Szenen und albernes Ende. Richtig schlimm.
Das stützt aber genau was du sagst, GreatSciFi: 3D kann wirklich sinnvoll eingesetzt werden und einen echten Mehrwert darstellen.
Blöd nur, wenn ohne 3D vom Film so gar nichts mehr übrig bleibt.. Aber gerade dann fällt es auf.

Bearbeitet von Ender, 27 July 2015 - 19:20.


#84 GreatScifi

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Geschrieben 27 July 2015 - 19:48

Ich habe den Film (Gravity) neulich erstmals gesehen - in 2D - und war, zumal ich schon so viel positives gehört hatte, geradezu entsetzt, wie kläglich schlecht ich ihn fand. Nervige, klischeehafte Protagonisten (obwohl ich Bullock und Clooney sonst mag), doofe Handlung, kitschige Szenen und albernes Ende. Richtig schlimm.
Das stützt aber genau was du sagst, GreatSciFi: 3D kann wirklich sinnvoll eingesetzt werden und einen echten Mehrwert darstellen.
Blöd nur, wenn ohne 3D vom Film so gar nichts mehr übrig bleibt.. Aber gerade dann fällt es auf.

 Ich finde es schade, wenn Du dem Film so gar nichts abgewinnen konntest. Aber das ist ja das schließlich das Schöne am Filmeschauen: was Du albern fandest, sah ich als eine gelungene Metapher auf das Leben an sich. Das Kowalski ein Klischee ist, wird doch bereits in seinem Namen deutlich. Und gerade dieser doch eigentlich nichtssagende Typ gibt der des Lebens überdrüssigen Stone ihren Lebenswillen zurück. Ich fand das eine sehr pfiffige Idee. Was an der Handlung doof war, sehe ich für meinen Teil ebenfalls nicht. Sie kommt absolut griffig und geradlinig daher und ist an der Oberfläche "quite simple". Erst in der Verbindung mit der  Symbolik, das All und die Erde selbst werden von den Cuaróns btw. als Metaphern ausgelegt, wird der eigentliche Hintergrund greifbar.

 

Naja, schon recht früh in der Entwicklungsphase wurde klar, dass der Film eigentlich in 3D gedreht gehört. Also entwickelte man rund vier Jahre lang neue Technologien, um das angemessen zu verwirklichen. In diesem Fall geht also die 3D Technik tatsächlich m.E. eine Symbiose mit dem Thema des Films ein, denn wo anders als im All wird die Dreiminsionalität für den menschlichen Verstand greifbarer, als hier? Ich finde es daher gar nicht so schlimm, wenn ein Film, der ja auf diese Technologie ausgelegt ist, ohne sie nicht denselben Effekt erzielt. Übrigens habe ich ähnliche Meinungen wie Deine schon öfter gelesen und kann sie insofern gut nachvollziehen. Vielleicht bekommt man in 2D erst gar nicht die Lust, sich mit dem eigentlichen Thema auseinanderzusetzen? Ich kann das so nicht beurteilen, denn mein erster Blick auf Gravitiy war durch die Brille, erst dann sah ich ihn in 2D und vor wenigen Tagen dann noch einmal in 3D...

 

Übrigens: eine schöne Seite hast Du da...Leider komme ich momentan mehr zum Hören, als zum Lesen, doch ist sie zum stöbern einmal vorgemerkt...


Bearbeitet von GreatScifi, 27 July 2015 - 19:51.

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#85 yiyippeeyippeeyay

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Geschrieben 27 July 2015 - 20:08

:otsurprised:

 

@Ender: Aber klar funktioniert der Film auch in 2D. Mein 1. Post, nachdem ich ihn gesehen hatte, drüben im Filmthread war ja auch mein Eindruck noch VOR 3D. Und ich bin nicht der Einzige, der ihn gut fand; 5 Posts nach unten von dort gibt es einen Link auf die +ve Meinung eines namhaften US-Kritikers zu lesen... Und etwas später im Thread schreibe ich u.a.: "Es geht um mehr als nur Physik." Naja, und auch mehr als nur FX...


Bearbeitet von yiyippeeyippeeyay, 27 July 2015 - 20:09.

/KB (blokkt auch auf dt.)

Yay! SF-Dialog Ende Juni...

F1: Hast du gut geschlafen?

F2: (nach Pause) Wirst du mit uns reden? [..]

S: Ihr dachtet ihr würdet mir weh tun... Warum?

F2: Wahrahtig, Kind Gottes, wir wollten dir nichts antun.

S: Mein Name ist Sheanna. Wer sind diese Anderen? (um sich sehend)

F2: Sie werden weggeschickt falls du sie nicht hier haben willst... Sheanna. [..]

S: (alle Männer im Raum als Priester an deren Geruch erkennend) Schickt diese weg. (auf die Priester zeigend) Sie sind haram!

(1. Wurmreiterin seit Jahrtausenden erwacht, umgeben von religösen Betreuern, grob übersetzt, aus Heretics of Dune, Ace-Verlag, Sn. 119-121, by Herbert)

 


#86 simifilm

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Geschrieben 27 July 2015 - 20:09

Was spricht dagegen, dem ein emotionalisiertes positivistisches Weltbild entgegenzusetzen, das auf Nächstenliebe im wahrsten Sinne des Wortes basiert? Man mag dies als kitschig empfinden, ich würde es die einzig wahre Triebfeder des Menschseins nennen, die Nolan in seinem Epos vielleicht etwas zu sehr zelebriert.


Was dagegen spricht? Dass Nolan damit einmal mehr seine eigenen Prämissen – einen durchdachten und intellektuell anspruchsvollen Film zu machen – nicht einhält und mittels Liebeszauber sämtliche Plot-Probleme wegwischt. Da werden alle möglichen Hindernisse gebaut, wird mit wissenschaftlichen Pfunden gewuchert, und am Ende ist das alles egal, weil sich Cooper dank seiner grenzenlosen Liebe über alle Hindernisse hinwegsetzen kann. Das ist vom Drehbuch her oberfaul und intellektuell eine Zumutung.
 

Gravitiy: der Background Stones ist zum Verständnis des Kontextes aber enorm wichtig: die beiden Cuaròns bringen  das in ihren Interviews auf den Punkt. Ohne Stones Background würde die Kernaussage des Films von Sinnlosigkeit, Lebensüberdruss und Wiedergeburt im wahrsten Sinne des Wortes (Stones Embryonalstellung in der Raumstation, ihre symbolische Wiedergeburt im "Mutterleib" der Erde etc) gar nicht mehr greifen.

Diese ganze symbolische Ebene – die zudem auch ziemlich kirschtriefend ist – ist aber doch völlig uninteressant. Gravity ist zuerst und vor allem eine sinnlich-immersive Erfahrung; bei diesem Film geht es um das Filmerleben als Filmerleben. Der Plot ist da weitgehend vernachlässigbar. Tatsächlich mache ich dem Film auch nicht zum Vorwurf, dass die Story simpel ist. Was ich ihm zum Vorwurf mache, ist dass dieses Nichts an Story über alle Massen aufgeblasen wird.
 

Ich für meinen Teil vermag daran nichts ärgerliches zu erkennen. Ich finde die Botschaft, ähnlich wie bei Interstellar sehr humanistisch und das ist doch nicht falsch.


Eine eigentliche Botschaft kann ich da nicht erkennen, nur eine sehr klischierte Hintergrundgeschichte, die irgendwie motivieren soll, was die Figur tut, was aber völlig überflüssig ist, da die Psychologie der Figuren bei einem Film wie Gravity vollkommen irrelevant ist.


Signatures sagen nie die Wahrheit.

Filmkritiken und anderes gibt es auf simifilm.ch.

Gedanken rund um Utopie und Film gibt's auf utopia2016.ch.

Alles Wissenswerte zur Utopie im nichtfiktionalen Film gibt es in diesem Buch, alles zum SF-Film in diesem Buch und alles zur literarischen Phantastik in diesem.
 

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#87 yiyippeeyippeeyay

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Geschrieben 27 July 2015 - 20:18

Naja, deine ersten Meinungen zu Gravity klangen noch anders. Hab sie eben im FIlmthread (s. Link im Vorvorpost) nochmal gelesen.


/KB (blokkt auch auf dt.)

Yay! SF-Dialog Ende Juni...

F1: Hast du gut geschlafen?

F2: (nach Pause) Wirst du mit uns reden? [..]

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S: Mein Name ist Sheanna. Wer sind diese Anderen? (um sich sehend)

F2: Sie werden weggeschickt falls du sie nicht hier haben willst... Sheanna. [..]

S: (alle Männer im Raum als Priester an deren Geruch erkennend) Schickt diese weg. (auf die Priester zeigend) Sie sind haram!

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#88 GreatScifi

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Geschrieben 27 July 2015 - 20:43

Was dagegen spricht? Dass Nolan damit einmal mehr seine eigenen Prämissen – einen durchdachten und intellektuell anspruchsvollen Film zu machen – nicht einhält und mittels Liebeszauber sämtliche Plot-Probleme wegwischt. Da werden alle möglichen Hindernisse gebaut, wird mit wissenschaftlichen Pfunden gewuchert, und am Ende ist das alles egal, weil sich Cooper dank seiner grenzenlosen Liebe über alle Hindernisse hinwegsetzen kann. Das ist vom Drehbuch her oberfaul und intellektuell eine Zumutung.
 

Diese ganze symbolische Ebene – die zudem auch ziemlich kirschtriefend ist – ist aber doch völlig uninteressant. Gravity ist zuerst und vor allem eine sinnlich-immersive Erfahrung; bei diesem Film geht es um das Filmerleben als Filmerleben. Der Plot ist da weitgehend vernachlässigbar. Tatsächlich mache ich dem Film auch nicht zum Vorwurf, dass die Story simpel ist. Was ich ihm zum Vorwurf mache, ist dass dieses Nichts an Story über alle Massen aufgeblasen wird.
 


Eine eigentliche Botschaft kann ich da nicht erkennen, nur eine sehr klischierte Hintergrundgeschichte, die irgendwie motivieren soll, was die Figur tut, was aber völlig überflüssig ist, da die Psychologie der Figuren bei einem Film wie Gravity vollkommen irrelevant ist.

Gravity: Die eigentliche Botschaft habe ich ja mehrfach ausgeführt. Die Intention der Autoren wird in der Symbolik der Namen, als auch in den von mir erwähnten Bildern deutlich. Mich interessiert die Psychologie der Figuren sehr wohl, somit ist der Film für mich eben nicht nur eine sinnlich immersive Erfahrung. Ohne die Hintergrundgeschichte der Figur Stone würde das gesamte letzte Drittel des Films nicht funktionieren. Welchen Sinn würde Stones Überlebenskampf ohne die Erkenntnis machen, dass sie ihre Vergangenheit überwinden muss? Wer in einer ähnlichen Situation war, wird diesen Gedankengang sehr gut nachvollziehen können.

 

 Was Interstellar betrifft, kann ich Deine Ansichten absolut nicht teilen. Gerade auf philosophischer Ebene funktioniert der Film für mich absout und arbeitet eigentlich von Anfang an konsequent auf sein Ende hin. Das beginnt schon damit, dass der Mensch die emotionale Ebene seiner Existenz so weit verlassen hat, dass er zum Einen seine Welt zerstört hat und zum anderen selbst seine größten intellektuellen Errungenschaften  (Mondlandung etc.) negiert. Die Krone der Schöpfung ist aufgrund ihrer eigenen Unzulänglichkeiten zum Aussterben verurteilt. Eine letzte intellektuelle Glanzleistung soll der Menschheit zu einem Neubeginn verhelfen. Was für Nolan aber eine emotionale Entscheidung ist, die Hoffnung seiner Tochter das Leben zu retten, ist für Prof. Brand von Anfang an völlig emotionslos, eine große Lüge, die auf der Logik der Berechnung der Chancen aufbaut. Was bitte ist also daran anspruchslos, oder vom Drehbuch her oberfaul, wenn der Autor infolge dessen in Nolans fast naiver Menschlichkeit den Schlüssel für das Überleben der Spezies sieht? Intellektualität kann für mich ohne Emotionalität nie Bestand haben, denn als Spezies gehört Beides gleichermaßen zu uns und der Konflikt beider Seiten der Medaille wird doch, wie ich finde, sehr gut herausgearbeitet. Im Gegenzug verzichtet Kubrik in 2001 völlig auf die emotionale Ebene. Ob das unbedingt der bessere Weg ist, eine Evolution der Menschheit zu kreieren, lasse ich mal dahin gestellt sein....


Bearbeitet von GreatScifi, 27 July 2015 - 20:55.

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#89 Ender

Ender

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Geschrieben 27 July 2015 - 20:59

:otsurprised:

 

@Ender: Aber klar funktioniert der Film auch in 2D. Mein 1. Post, nachdem ich ihn gesehen hatte, drüben im Filmthread war ja auch mein Eindruck noch VOR 3D. Und ich bin nicht der Einzige, der ihn gut fand; 5 Posts nach unten von dort gibt es einen Link auf die +ve Meinung eines namhaften US-Kritikers zu lesen... Und etwas später im Thread schreibe ich u.a.: "Es geht um mehr als nur Physik." Naja, und auch mehr als nur FX...

Das habe ich halt nicht so empfunden. Mich hat eigentlich fast alles an dem Film gestört. Das geht schon mit Kleinigkeiten los (Wodurch wird das Problem verursacht? Durch einen außer Kontrolle geratenen russischen Satelliten. Natürlich, diese Russen wieder. Die haben die Technik einfach nicht so gut im Griff wie die überlegenen Amerikaner...), setzt sich bei den Figuren fort (abgeklärter Supertyp, der auch im Angesicht des Todes coole Sprüche raushaut; daneben die unbedarfte Dame, die alleine natürlich völlig hilflos wäre) und endet im Kitsch (Babystimmen im Funk rühren zu Tränen). Die Metaphern wie z.B. "Wiedergeburt auf der Erde" habe ich zwar auch durchaus gesehen - aber sie kamen mir halt ziemlich albern vor.

 

Und um zum eigentlichen Thema zurückzukommen:

Mag sein, dass ich den Film anders erlebt hätte, wenn ich ihn in 3D gesehen hätte. Aber genau das meine ich ja: davon abgesehen hatte er einfach gar nichts, das mich irgendwie beeindrucken konnte.



#90 Ender

Ender

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Geschrieben 27 July 2015 - 21:05

Übrigens: eine schöne Seite hast Du da...Leider komme ich momentan mehr zum Hören, als zum Lesen, doch ist sie zum stöbern einmal vorgemerkt...

Besten Dank. :happy:  Ist noch relativ neu und daher noch nicht so wahnsinnig umfangreich. Aber ich arbeite daran...





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