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Thomas Elbels neuer Roman in Eigenregie


41 Antworten in diesem Thema

#1 fictionality

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    Illuminaut

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Geschrieben 01 November 2013 - 20:53

Thomas Elbels neuer Roman "Megapolis" ist erschienen. Schön und gut. Aber dass er alles im Selbstverlag machen musste, wahrscheinlich mit dem Einsatz eigenen Kapitals, das finden wir gar nicht schön. Nachdem die beiden Vorgängerromane "Asylon" und "Elysion" (ersterer gleich mit mehrfachen Nominierungen und guten Platzierungen bei diversen Preisen) überdurchschnittlich bei uns Fans punkteten, teilte der Autor uns in einem Schreiben mit dass er den dritten Teil leider selbst verlegen muss, weil sein Verlag (Piper) ihn nicht bringen wollte, da er "zu viel SF-Elemente enthalte". Leider wieder einmal ein Beleg dafür, dass die SF (speziell: deutschsprachige SF) in Deutschland keinen guten Stand hat. Was meint ihr dazu? Würde mich mal interessieren ...

Schönen Gruß, Sven

PS: Ach ja, hier könnt ihr den neuen Roman käuflich erwerben ...

Bearbeitet von fictionality, 01 November 2013 - 20:54.


#2 derbenutzer

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Geschrieben 01 November 2013 - 22:14

Hallo Sven!

Du liebe Zeit! Der wird ja mit diesem Kaufpreis geradezu verschenkt ...

Die Sache entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Piper hat beispielsweise Die Brücke der Vögel von Barry Hughart herausgebracht. Der Roman wurde (1985) immerhin mit dem World Fantasy Award ausgezeichnet. Vielleicht bestanden seinerzeit weniger Berührungsängste gegenüber der Phantastik. Ich kenne die Interna dieses Verlags nicht, aber die Sache ist traurig.

Es steht natürlich jedem Herausgeber zu, spezifische Schwerpunkte zu setzen. Dennoch riecht das ein wenig nach Zeiten, von denen ich glaubte, dass sie -- zumindest teilweise -- überwunden seien.

Inzwischen ist es doch längst so, dass das berühmte warnende Label "Science Fiction" nahezu verschwunden ist. Haufenweise finden sich astreine SF-Romane in allgemeinen Reihen der Verlagshäuser.

Ich will da ohne Kenntnis der Hintergründe nicht allzu sehr spekulieren, dennoch: Es ist nicht völlig ausgeschlossen, dass manche Entscheidungsträger der Verlagsbranche SF mit gar schröcklichem Raketen-Weltraum-Trivialschund assoziieren. Sehr bedauerlich.

LG

Jakob

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#3 Gast_Guido Latz_*

Gast_Guido Latz_*
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Geschrieben 01 November 2013 - 22:22

1. musste er nicht, ihn hat niemand gezwungen.
2. hat er sicher eigenes Kapital investiert, es sei denn, er hat jemanden gefunden, der ihm die Kohle gibt, damit er sie weiter reicht.
3. hat die SF wieso genau Deiner Meinung nach keinen guten Stand? Es erscheinen Berge an neuen SF-Titeln, wieviele sollen denn noch jeden Monat neu erscheinen, und welche?

#4 Pogopuschel

Pogopuschel

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Geschrieben 02 November 2013 - 00:46

Bei SF-Fan.de hat er aber auch geschrieben, dass er den Roman neben Piper keinen anderen Verlagen angeboten hat, auch keinen Kleinverlagen. Nur weil ein Verlag von vielen den Roman nicht bringen will, sagt das noch nichts über den Stand der SF in Deutschland aus.
Piper hat in den letzten Jahren einige schöne SF-Sachen gebracht, wenn sie auch für meinen Geschmack deutlich mehr veröffentlichen könnten.

#5 Amtranik

Amtranik

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Geschrieben 02 November 2013 - 00:54

An der SF alleine kann es nicht gelegen haben, denn man hat doch unlängst durchaus auch Titel wie zb, "Aliens in Armani" und "Alien Tango" von Gini Koch herausgebracht, wo einen die Science-Fiction quasi schon mit dem Zaunpfahl im Buchtitel anspringt. Ich gehe davon aus, ein Verlag hat jedes Recht einen Roman abzulehnen wenn ihm der Inhalt, weshalb auch immer, nicht gefällt. Vielleicht war man um eine Ausrede verlegen, oder man hatte vom Autor "Thomas Elbel" bei Piper andere Vorstellungen. Asylum wirkt auf mich zb von der Aufmachung wie ein Mystery-Thriller. ( steht noch ungelesen im Regal).

Bearbeitet von Amtranik, 02 November 2013 - 00:56.


#6 Pogopuschel

Pogopuschel

    Temponaut

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Geschrieben 02 November 2013 - 01:25

Ich habe "Asylon" nicht gelesen, aber nach diversen Rezis scheint es in Richtung Dystopie zu gehen, und ist 2011 gerade erschienen, als Dystopien dank "Hunger Games" und Co. im Kommen waren.

#7 Diboo

Diboo

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Geschrieben 02 November 2013 - 07:49

Bei SF-Fan.de hat er aber auch geschrieben, dass er den Roman neben Piper keinen anderen Verlagen angeboten hat, auch keinen Kleinverlagen.


Dann keine Krokodilstränen für ihn. War seine Entscheidung.

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#8 Mammut

Mammut

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Geschrieben 02 November 2013 - 08:58

Hat denn mal jemand einen seiner Romane gelesen und kann was zu der Geschichte sagen?

#9 T. Lagemann

T. Lagemann

    Giganaut

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Geschrieben 02 November 2013 - 14:10

Hallo zusammen,

Iny Lorentz, bekannt durch "Historische Romane" haben sich auch im Genre des Krimis/Thrillers versucht. Hat der Verlag gesagt, nehmen wir nicht, hat die Agentur gesagt, vertreten wir nicht. Haben sie sich selbst auf die Suche nach einem Verlag gemacht, sind fündig geworden. Roman ist erschienen (unter Pseudonym).

Was ich damit sagen will? Selbst überaus erfolgreiche Autoren wie die hinter Iny Lorentz stehenden, müssen damit leben, dass "ihr" Verlag ein Werk für nicht vermarktbar hält. In dem Fall ist die Kluft natürlich krass, Histo-Fans (die die "Wanderhure" lieben) können mit Krimi wohl nur wenig anfangen. Im oben angeführten Fall ist die Kluft nicht ganz so groß, Thomas Elbel wagt den Sprung von der Dystopie (in einer m.E. sehr weichgespülten Variante) hin zur SF. Vielleicht für seinen Verlag schon zu viel, weil mit den Erwartungen der Leser nicht vereinbar. Ein anderer Verlag hätte es vielleicht genommen, weil eben die Gleichung "Elbel bei Piper = Dystopie" nicht beachtet werden muss.

Viele Grüße
Tobias

"Wir sind jetzt alle Verräter."
"Ha!", machte die alte Dame. "Nur wenn wir verlieren."

(James Corey, Calibans Krieg)

  • (Buch) gerade am lesen:James Tiptree Jr. "Helligkeit fällt vom Himmel"
  • • (Buch) Neuerwerbung: ach, viel zu viel ...
  • • (Film) gerade gesehen: Staffel 1 "Stranger Things"

#10 Gast_Guido Latz_*

Gast_Guido Latz_*
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Geschrieben 02 November 2013 - 14:23

Woran genau hätte ein Leser gemerkt, dass Teil 3 etwas anderes beinhaltet (SF statt Dystopie) als die Teile 1 und 2, wäre er mit demselben Cover bei Piper erschienen?

#11 fictionality

fictionality

    Illuminaut

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Geschrieben 02 November 2013 - 15:07

Gemessen an den Auflagen, der Breitenwirksamkeit und der allgemeinen Akzeptanz (und da meine ich nicht bloß einige hundert SF-Fans, die sich sowieso alles anschaffen was auf den SF-Markt kommt) hat die deutschsprachige SF wirklich einen schweren Stand. Davon kann kein Autor wirklich leben. Es gibt vielleicht eine Handvoll Ausnahmen, aber die gibt es immer. Die Kleinverlagsszene ist ja so ganz in Ordnung, aber kommerziell hat die deutschsprachige SF wirklich einen Durchhänger. Wie gesagt: bis auf ein paar Ausnahmen. Das finde ich schade. Und das darf ich auch.

Ja, Thomas hat das Buch keinem anderen Verlag angeboten. Aber ich glaube nicht, dass dieser Versuch besonders erfolgreich gewesen wäre.

#12 Thomas Elbel

Thomas Elbel

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Geschrieben 02 November 2013 - 15:08

Bevor es hier zu Legendenbildungen kommt, melde ich mich als Autor mal selbst zur Wort, wenn es erlaubt ist.

Das Buch ist eigentlich mein Erstling. Es war bei Piper mein Türöffner, also das Manuskript dessen Qualität Piper davon überzeugt hat, dass ich schreiben kann. Warum man es aber gleichwohl nicht verlegen will, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich habe allerdings schon zuvor über meinen Agenten Reaktionen von anderen Verlagen bekommen. Hier ein paar beispielhafte Reaktionen, allesamt von großen, deutschen Publikumsverlagen:

Die Überstadt" ist etwas zu sehr Science Fiction und Terminator und würde nicht so gut zu uns passen.



"Problematisch ist für uns aber vor allem der Inhalt; Du schreibst zwar, dass man Thomas Elbel in Richtung Science Thriller à la Preston/Child, Thiemeyer und Schätzing ausrichten kann, aber DIE ÜBERSTADT ist eindeutig Science Fiction, nicht nur, weil die Geschichte auf dem Mars spielt. Und passt daher wirklich nicht bei uns ins Programm."



mir hat das, was ich gelesen habe, wirklich gefallen. Aber so sehr ich es auch drehe und wende: Ich weiß nicht, wie wir das Genre verkaufen sollen. Daher muss ich den Titel leider absagen.Natürlich kann man immer mal etwas Neues wagen, aber ein singuläres Projekt in einem Feld, das man nicht ausbauen möchte, ist schwierig. Zu schwierig.


"Die Überstadt" hat mich viel Überlegung gekostet. Persönlich fand ich die Idee sehr interessant, da ich großer Fan von SF und Büchern wie 1984 etc. bin. Es mangelt für diesen Stoff aber an einem geeigneten Programmplatz, da es weder in die richtige SF passt noch in die allgemeine Belletristik -- und in Letzterer haben wir mit Titeln, die starke SF-Elemente haben nicht besonders gute Erfahrungen gemacht."





Die "Überstadt" war damals mein Arbeitstitel für das Projekt. Alle diese Reaktionen stammen aus dem Jahr 2008. Besonders bezeichnend finde ich die letze Reaktion, in der es heißt, das Buch wäre weder richtige SciFi noch richtige Belletristik. Man könnte pointiert sagen, zuwenig SciFi für die klassische SciFi-Schiene und zu viel Sci-Fi um einfach als normaler Thriller zu gelten.

Piper hat dann damals meinen Agenten kontaktiert und mit ihm darüber diskutiert, das in Amerika mit den "Hunger Games" gerade ein neues Genre im Kommen wäre und ob ich nicht auch "so etwas" schreiben könnte. Ich habe mir dann die englische Version des ersten Teils besorgt. Die deutsche Ausgabe "Die Tribute von Panem" erschien meiner Erinnerung nach ca. ein Jahr später. Nachdem ich das Buch gelesen habe, war ich erst mal baff. Nicht nur, weil es gut war, sondern weil ich das Gefühl hatte, dass das Buch exakt in dasselbe Genre wie mein Erstling fiel. Eine Art Science Fiction ohne Aliens und Raumschiffe. Nur das jetzt ein neues Etikett drauf klebte: "Dystopie". Ich persönlich bin der Meinung, dass Dystopie und SciFi eine weite Überschneidung haben. Die meisten Sci-Fi-Filme und Bücher, die ich in meiner Jugend geliebt habe, wären heute zwanglos als Dystopien deklarierbar: "Blade Runner", "Fahrenheit 451", "Terminator". Nur, dass ich damals das Etikett "Dystopie" gar nicht kannte. Bücher wie z.B. "1984" wurden in den Achtziger als "Utopie" oder "negative Utopie" bezeichnet. Wir haben Sie damals im Ethikunterricht gelesen.

Ich habe damals kurz überlegt, gegenüber Piper darauf zu bestehen, dass doch schon mein Erstling eine Dystopie in diesem Sinne ist. Mein Agent hat es mir ausgeredet. Es würde keinen Sinn machen, zu beharren. Immerhin winke für einen Neuentwurf mein erster Vertrag mit einem deutschen Großverlag. Also habe ich meinen Erstling in die Schublade gelegt und etwas ganz neues geschrieben. Das Ergebnis war "Asylon", dass dann als Utopie à la Metro 2034 vermarktet wurde, weil das damals der allerneueste Trend war . Uwe Post hat es für DSF als SciFi-Titel eingeordnet. Das Buch hat beim Kurd-Lasswitz-Preis immerhin den vierten Platz gemacht und innerhalb von drei Monaten 4.000 Exemplare verkauft. Der Nachfolger war dann Elysion, wiederum eine Dystopie.

Mit zwei Dystopien im Rücken habe ich dann noch mal meinen Erstling aus der Schublade gezogen und ihn Piper erneut angeboten. Aber Piper hat, wie Sven berichtet hat, unter Hinweis auf die "zu starken" SciFi-Elemente abgelehnt. Ob das nur eine höfliche Absage an ein schlechtes Buch war, vermag ich natürlich nicht zu beurteilen. Sicherlich hat auch eine Rolle gespielt, dass "Elysion" vom Handel schlecht vorgemerkt wurde. Warum das so war, haben weder Piper noch ich verstanden. Asylon hatte sich ja gut verkauft. Unsere Vermutungen gehen dahin, dass der Handel im Zusammenhang mit der Digitalisierung, Self Publishing, dem Aufstieg vom Amazon zum Quasi-Verlag und der Piratendebatte übervorsichtig geworden ist und dass die Dystopienwelle aus Sicht des Handels schon wieder am Abebben ist. Konsequenterweise hat mich Piper auch um einen Nachfolger gebeten. Maßgabe: Bitte Fantastik, aber keine dystopischen Elemente, sondern eher fantastischer Thriller. Mein Agent wünscht sich einen Gegenwartskrimi ("Die laufen immer").

Ich habe mit meinem Agenten die Möglichkeit erörtert, das Buch anderen Publikumsverlagen anzubieten. Seine Vermutung ging dahin, dass andere Verlage von mir keinen Stoff akzeptieren würden, der in dasselbe Genre falle, wie meine beiden Piperveröffentlichungen, da Verlage im allgemeinen bestrebt seien, den Autor in einer bestimmten Gattung quasi als eigene Marke aufzubauen. Ich stand also vor der Wahl, den Stoff wieder in die Schublade zu legen, oder eben den Versuch zu wagen, ihn selbst zu veröffentlichen. Da ich das Manuskript sehr mag, habe ich mich für letzteren Weg entschieden. Ich hätte es allerdings nicht ertragen, einfach ein Rohmanuskript ins Netz zu kippen, wie manche Self Publisher. Daher habe ich einiges in das Buch investiert. Freundlicherweise hat Piper mir erlaubt, Ihre Grafikagentur anzusprechen und ein an meine beiden vorangegangenen Bücher angelehntes Coverdesign zu wählen. Cover, Lektorat, Korrektorat, Umwandlung, ISBN, erste eigene Marketingmaßnahmen etc. addieren sich mittlerweile zu einer mittleren vierstelligen Summe, also etwa das was ich sonst von Piper abzüglich des Agentenhonorars als Vorschuss bekommen habe. Hierfür beanspruche ich keinerlei "Krokodilstränen". Die werden ja bekanntlich auch nur beim Zubeißen vergossen.

Ich würde mich einfach freuen, wenn Ihr dem Buch, in das ich viel Zeit und Geld investiert habe, eine Chance geben würdet.

Bearbeitet von Thomas Elbel, 02 November 2013 - 20:28.


#13 Guido Seifert

Guido Seifert

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Geschrieben 02 November 2013 - 15:55

Interessanter Insider-Bericht. Danke.

#14 Tiff

Tiff

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Geschrieben 02 November 2013 - 16:40

Danke, ich finde das auch interessant. Der Roman hat es sicher verdient, gekauft und gelesen zu werden. Die "SF-Elemente" sollte man nicht überbewerten. Es gibt keine Aliens und Raumschiffe, also, wo ist das Problem?

#15 Mammut

Mammut

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Geschrieben 02 November 2013 - 17:06

Ich würde mich einfach freuen, wenn Ihr dem Buch, in das ich viel Zeit und Geld investiert habe, eine Chance geben würdet.


Inwiefern hast du Geld in das Buch investierst und warum verschenkst du es dann für 0,99 Euro?

#16 Thomas Elbel

Thomas Elbel

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Geschrieben 02 November 2013 - 20:21


Inwiefern hast du Geld in das Buch investierst und warum verschenkst du es dann für 0,99 Euro?


1. Investition: Ich dachte, dass hätte ich oben bereits erklärt, aber ich wiederhole es gerne noch mal. Abgesehen von den vielen hundert Recherche- und Schreibstunden ist von mir für Lektorat, Korrektorat, Coverlayout, Innenlayout (eBook plus Print), ISBN (eBook plus Print) und erste Marketingmaßnahmen eine mittlere vierstellige Summe von investiert worden. Dabei bewegten sich Forderungen der beteiligten Dienstleister alle am unteren Rand des üblichen Niveaus.

2. Der Preis von 0,99 Cent ist ein Sonderpreis. Er soll dazu dienen vom Start weg eine möglichst große Anzahl von Verkäufen zu generieren, um es bei Amazon - wo ich es ja derzeit exklusiv vertreibe - schnell in die Charts zu kommen und damit sichtbar zu werden. Sichtbarkeit ist das größte Problem beim Self Publishing. Ein Verlagsbuch erscheint in Katalogen, wird vorangekündigt und vom Buchhandel vorgemerkt, wo es dann in den Regalen sichtbar ist. Ein selbstpubliziertes eBook verschwindet erst einmal in der Masse ähnlicher Veröffentlichung, die Tag für Tag mit steigender Tendenz in die üblichen Kanäle gekippt werden. Ein niedriger Einsteigerpreis ist da eine gängige Marketingstrategie, der schon einigen Büchern zum Erfolg verholfen hat. So wurde es mir jedenfalls gesagt und anhand von Beispielen belegt. Ob das im Endeffekt zutreffend ist, oder in meinem Fall passt, kann ich nicht wissen, sondern nur hoffen. Ich bin ja Schriftsteller und kein Marketingfachmann. Sobald das Buch (hoffentlich) in den Hauptcharts oder irgendwelchen Nebencharts (SciFi, Fantasy etc.) nachhaltig sichtbar geworden ist und eine genügende Anzahl guter Rezensionen generiert hat, gibt es die Möglichkeit den Preis auf das angepeilte Normalniveau zu steigern. Ich meinem Fall möchte ich auf 4,49 Euro gehen. Immer noch recht bescheiden, wie ich finde, aber ich will mich von den oft bekrittelten eBook-Preisen der Großverlage deutlich absetzen.

Ist das damit transparent geworden?

#17 derbenutzer

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Geschrieben 02 November 2013 - 20:53

Zu:

[...]

2. Der Preis von 0,99 Cent ist ein Sonderpreis. Er soll dazu dienen vom Start weg eine möglichst große Anzahl von Verkäufen zu generieren, um es bei Amazon - wo ich es ja derzeit exklusiv vertreibe - schnell in die Charts zu kommen und damit sichtbar zu werden ...


Das scheint momentan ganz gut zu klappen, Du bist innerhalb von läppisch wenigen Tagen immerhin auf NovelRank 2188. Ich wünsche Dir einen weiteren Höhenflug.

Rein hypothetisch wäre ich als Käufer angesäuert, wenn ich realisiere, dass Dein Buch gestern noch 99 Cent gekostet hat, heute aber viel mehr ...

Nicht aber bei € 4,99.-

Du hast es jedenfalls geschafft, dass Deine Bücher auch mein Interesse geweckt haben und auf einer bestimmten Liste landeten. Ist ja auch schon was ... Eingefügtes Bild

Alles Gute!

Jakob

Austriae Est Imperare Orbi Universo


#18 Thomas Elbel

Thomas Elbel

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Geschrieben 02 November 2013 - 21:11

Zu:


Das scheint momentan ganz gut zu klappen, Du bist innerhalb von läppisch wenigen Tagen immerhin auf NovelRank 2188. Ich wünsche Dir einen weiteren Höhenflug.

Rein hypothetisch wäre ich als Käufer angesäuert, wenn ich realisiere, dass Dein Buch gestern noch 99 Cent gekostet hat, heute aber viel mehr ...

Nicht aber bei € 4,99.-

Du hast es jedenfalls geschafft, dass Deine Bücher auf mein Interesse geweckt haben und auf einer bestimmten Liste landeten. Ist ja auch schon was ... Eingefügtes Bild

Alles Gute!

Jakob

Danke für die Blumen. Ich war allerdings auch schon mal auf NovelRank 600irgendwas und 19 bei den SciFiTiteln. Das war auch einer kleinen Marketinginvestition bei Facebook geschuldet und bröselt jetzt so langsam vor sich hin. Dass diese Niedrigpreisstrategie generell funktionieren kann (auch wenn mich das psychologisch genauso wundert wie Dich) kannst Du hier sehen: http://selfpublisher...mazon-top-1000/ Gib "Fjord" in die Suchfunktion ein und klicke dann auf den Link des alten Verkaufsrangs. Du kannst dann sehen, wie geschickt der Mann mit den Preisen gespielt hat und wie das seine Verkaufszahlen und Umsätze beeinflusst hat. "Tiefschlaf" ist auch ein schönes Beispiel, der verkauft sich seit Monaten für 99cent und klettert langsam aber stetig in die Top 100. Soll sogar ein SciFi sein, klingt allerdings eher wie ein Techno-Thriller.
Ob das bei "echten" SciFiTiteln auch so funktionieren kann ... Keine Ahnung. Tatsache ist aber, dass ich mein Buch mehrere tausend Mal verkaufen muss um auch nur annähernd die Kosten einzuspielen, von meiner Arbeit ganz zu schweigen. Da muss man mit allen schmutzigen Tricks arbeiten Eingefügtes Bild

Bearbeitet von Thomas Elbel, 02 November 2013 - 21:58.


#19 fictionality

fictionality

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Geschrieben 03 November 2013 - 14:48

Ja, schön. Danke, Thomas, dass du dich hier eingeschaltet hast. Ich finde es ist eine interessante Diskussion. Über die Geldfrage setze ich mich jetzt einfach mal hinweg, denn persönlich kann ich Geld nicht ernst nehmen. Aber das ist meine persönliche Ansicht. Andere müssen die Familie ernähren etc., da will ich nicht reinreden. Jedenfalls ist die Vorgeschichte interessant. Haben die bei Piper eigentlich nicht bemerkt, dass deine beiden von Piper akzeptierten Manuskripte irgendwie auch auf dem ersten basieren? Waren es verschiedene Lektoren? Das würde mich jetzt am meisten interessieren.

#20 Thomas Elbel

Thomas Elbel

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Geschrieben 04 November 2013 - 14:01

Lieber Peter, das ist ein Missverständnis. Die Bücher basieren NICHT aufeinander. Sie fallen bloß ins selbe Genre, also dystopische SciFi. Da gabs also keinen Anlass für irgendwelche Verdrückungen. Megapolis hatte jetzt aber einen anderen Lektor, weil ich meinen Verlagslektor bei Piper nicht in irgendwelche Loyalitätskonflikte bringen wollte.

#21 Naut

Naut

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Geschrieben 04 November 2013 - 14:09

Ich hätte das Buch sicher auch von einem Kleinverlag gekauft, aber für 99 Cent will ich mal nicht meckern. Stattdessen hab ich's mir jetzt auf den Kindle geladen.

#22 † a3kHH

† a3kHH

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Geschrieben 04 November 2013 - 14:57

Hat denn mal jemand einen seiner Romane gelesen und kann was zu der Geschichte sagen?

Ja.
Asylon
Elysion

#23 Mammut

Mammut

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Geschrieben 04 November 2013 - 15:10

Ja.
Asylon
Elysion


Dann bin ich ja mal gespannt ob es mehr Richtung Asylon oder Elysion geht.Eingefügtes Bild

#24 Thomas Elbel

Thomas Elbel

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Geschrieben 04 November 2013 - 17:36


Dann bin ich ja mal gespannt ob es mehr Richtung Asylon oder Elysion geht.Eingefügtes Bild

Ick ooch.

#25 Thomas Elbel

Thomas Elbel

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Geschrieben 19 January 2014 - 16:50

Ich wäre mal gespannt zu hören, ob irgendwer Megapolis schon gelesen hat.

#26 Naut

Naut

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Geschrieben 19 January 2014 - 17:29

Bin leider noch nicht dazu gekommen, habe es aber fest vor!

#27 Henrik Fisch

Henrik Fisch

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Geschrieben 23 January 2014 - 17:15

Gerade eben diesen Thread entdeckt und jetzt bin ich aber total und absolut neugierig geworden. Eingefügtes Bild

@Die Gemeinschaft:
Stand das Buch schon mal im Neuerscheinungs-Lesezirkel zur Disposition? Ich finde den Thread vom November nicht ... gab es da keinen NELZ (und das mir, der eigentlich Abkürzungen hasst)? Ansonsten würde ich das Buch sofort für März 2014 vorschlagen.

@Thomas Elbel:
Gibt es die gedruckte Version des Buches auch »nur« bei Amazon zu kaufen (bewusst in Anführungszeichen)? Sonst würde ich das sofort in meiner Buchhandlung ordern.

Bis dennen,
Henrik
Gerade fertig gelesen
Gregory Benford, Larry Niven, "Himmelsjäger"
Gerade am Lesen
Gregory Benford, Larry Niven, "Sternenflüge"
Gerade gesehen
Serie "Mad Men"

#28 Mammut

Mammut

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Geschrieben 23 January 2014 - 17:17

Ich wäre mal gespannt zu hören, ob irgendwer Megapolis schon gelesen hat.


Ich habe mal reingeschnuppert. Für mich ist das leider nichts.

#29 Tiff

Tiff

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Geschrieben 23 January 2014 - 19:14

Ich wäre mal gespannt zu hören, ob irgendwer Megapolis schon gelesen hat.

Wenn Du im Februar einen Lesezirkel startest, bin ich vielleicht mit dabei.

#30 Thomas Elbel

Thomas Elbel

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Geschrieben 11 February 2014 - 11:30

Lieber Hendrik, ja leider nur über Amazon. Das ist in diesem Fall der Preis der Selbstveröffentlichung. Ich will allerdings nicht ausschließen, dass ich mir eventuell dieses Jahr noch einen "ordentlichen" Verlag suche. Dann kann sich das auch wieder ändern. Bei dem Lesezirkel bin ich gerne mit dabei. Liebe Grüße, Thomas



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