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Michael Iwoleit - Die neue Annäherung von Science Fiction und Literatur


100 Antworten in diesem Thema

#91 T.H.

T.H.

    Biblionaut

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Geschrieben 05 October 2015 - 16:57

Natürlich. Ich bin ein kleines Licht. Aber das ist ja immer eine Frage der Relation: was ist für einen kleinen Verlag "viel", "genug" oder "zu wenig"? Da hat jeder seine eigene Kalkulation. Die Tatsache, dass in dieser Diskussion immer wieder die kleinverlage herangezogen werden, hängt ja vor allem damit zusammen, dass bei den Publikumsverlagen in punkto deutschsprachige SF eher wenig zu finden ist, nicht mal Krachbumm.

 

Kleines Licht? Och, ich denke mal, du machst deine Sache ziemlich gut! Und ich glaube, dass du mit deinen Büchern recht gut erfolgreich bist.

Dass SF eben zur zeit in den großen Verlagen weniger zieht, stimmt ja dann doch nur zum Teil - da kommt jetzt Michael Iwoleit und sagt: Schaut über'n Tellerrand. Da steht eben nicht mehr SF drauf...

Und ich (aber jetzt wiederhole ich mich wirklich): Ja, das machen wir (SF-Fans) aber auch so.


Phantastische Grüße,
Thomas

...meine "Phantastischen Ansichten" gibt's hier.
Auf FB zu finden unter phantasticus

(Hinweis: Derzeit keine Internetrepräsentanz meiner Bilder; schade eigentlich...)


#92 Gast_Guido Latz_*

Gast_Guido Latz_*
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Geschrieben 05 October 2015 - 17:17

IWenn Guido, Diboo et al. primär daran interessiert sind, finanziell über die Runden zu kommen, ist das ihr gutes Recht. Aber zugleich immer leicht pikiert sein, wenn jemand eben nicht das will, was sich primär gut verkauft, geht irgendwie nicht ganz auf.

 

Noch mal. In Fettdruck. Und es ist ja nicht so, als wenn man nun nie "was versucht" hat, es vielleicht gerade tut und es vielleicht auch künftig tun wird.



#93 HMP

HMP

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Geschrieben 05 October 2015 - 18:13

Was mich hier ein wenig stört ist auch, das es schon wieder darauf hinausgelaufen ist, das wie selbstverständlich so getan wird das bspw D9E einzig weil es gekauft wird gemacht wird und ansonsten so könnte man den Eindruck haben einfach nur mindere Qualität hat. Ist das denn wirklich so? Haben die Autoren sich da einzig dem schnöden Mammon verschrieben und machen mit nur weil Sie Dollarzeichen in den Augen haben? Oder machen Sie das nicht auch bisweilen gerne und schreiben Abenteuergeschichten im Weltraum weil Sie selber das auch gerne lesen.

 

 

Ich denke, es gibt immer eine unterschiedliche Sichtweise der Dinge. Und keine Seite kann für sich in Anspruch nehmen, dass sie unumstößlich Recht hat.

 

Ich für meinen Teil schreibe, D9E weil es mir Spaß macht. Hätte ich Dollarzeichen in den Augen, dann würde ich mir ganz sicher etwas wesentlich einträglicheres als das Schreiben suchen. Und wer meint, dass eine Geschichte zu schreiben, die viel Anklang findet (ob meine das tut, sei in diesem Zusammenhang einmal dahingestellt) leichter sei als etwas, das nur einem kleinen, auserwählten Lesepublikum gefällt, der irrt.


Bearbeitet von HMP, 05 October 2015 - 18:14.

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#94 T. Lagemann

T. Lagemann

    Giganaut

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Geschrieben 18 October 2015 - 18:50

Hallo zusammen,

 

das ist ein Artikel, bei dem ich vor lauter Nicken kurzzeitig um meine Halswirbel gefürchtet habe. Nur gut, dass ich pessimistisch genug bin, um mich damit beruhigen zu können, dass die SF viel zu sehr auf sich und ihre Grenzen eingeschworen ist, um den Einbruch in die Welt der "Literatur" zu wagen. Ja, ich weiß, es gibt sie natürlich, die Autoren, die viel wagen. Aber werden sie in der Szene als SF wahrgenommen? Erfreulicherweise scheren sich all die Leser der nicht "SF-gelabelten" Bücher nicht darum, was sie da lesen. Sie erfreuen sich an den phantastischen Welten von Dietmar Dath & Co. Gut so. Und vor allem, mehr davon.

 

Viele Grüße

Tobias


"Wir sind jetzt alle Verräter."
"Ha!", machte die alte Dame. "Nur wenn wir verlieren."

(James Corey, Calibans Krieg)

  • (Buch) gerade am lesen:James Tiptree Jr. "Helligkeit fällt vom Himmel"
  • • (Buch) Neuerwerbung: ach, viel zu viel ...
  • • (Film) gerade gesehen: Staffel 1 "Stranger Things"

#95 Ender

Ender

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Geschrieben 18 October 2015 - 19:10

Erfreulicherweise scheren sich all die Leser der nicht "SF-gelabelten" Bücher nicht darum, was sie da lesen.

Doch, tun sie!
Sobald "SF" draufsteht, scheren sie sich nämlich doch plötzlich darum - und rühren diese Bücher schlagartig nicht mehr an 😉

#96 HMP

HMP

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Geschrieben 19 October 2015 - 06:37

Doch, tun sie!
Sobald "SF" draufsteht, scheren sie sich nämlich doch plötzlich darum - und rühren diese Bücher schlagartig nicht mehr an 😉

Mag ja sein, aber nehmen wir einmal an, dass die SF tatsächlich so schlecht beleumundet ist, wie es gerne kolportiert wird (auch und gerade von Autorinnen, Autoren, Verlagen, Insidern und so weiter, die die SF doch angeblich so sehr schätzen) und stellen wir uns folgendes Szenario vor (haben wir auf dem Nach-BuCon-Treff mal so durchgedacht):

 

Jährlich kommen doch sehr viele SF-Filme auf den Markt und mache Zuschauer stellen durch die Filme fest: "Hey, SF ist doch gar nicht so übel. Könnte ich mal lesen!"

Nun gehen diese ganz normalen Leser in eine ganz normale Buchhandlung. Es sind weder solche Nerds wie wir noch sind es Leser, die viel Zeit darauf verschwenden, extensiv zu recherchieren (weil sie keine Zeit, keine Lust oder sie sonst einen Grund haben, der es verhindert - solche Leser soll es tatsächlich geben!). Und die ganz normale Buchhandlung ist eben nicht so etwas wie das Otherland, sondern irgendeine der großen Buchhandelsketten, wo die Verkäuferinnen und Verkäufer ganz normale Leute sind, die sich eben nicht so auskennen. Sie sind einfach nur Angestellte. Solche Buchhandlungen und Angestellte soll es ebenfalls geben.

 

Der ganz normale Leser fragt nun in der ganz normalen Buchhandlung einen ganz normalen Angestellten: "Ich war im Kino und habe einen tollen SF-Film gesehen. Ich möchte so etwas mal lesen. Was können Sie mir empfehlen?"

 

Hat der Leser Glück, dann kennt sich die oder der Angestellte doch ein wenig aus und er bekommt eine Empfehlung, die etwas über den Label-Rand hinausgeht. Der Sucher wird auf eines der Werke verwiesen, das SF ist (auch wenn nicht SF draufsteht).

Hat der Leser aber Pech (und die Wahrscheinlichkeit halte ich bei einer normalen Buchhandlung für größer) und ist die oder der Angestellte ehrlich, bekommt unser Sucher folgende Antwort: "Ich kenne mich da leider nicht so aus. Aber unsere SF-Bücher finden Sie dort!" Der Sucher bekommt den Weg zum enstprechenden Regalbereich gezeigt. Und was wird er dort finden? Genau das, was so viele so gerne als nicht empfehlenswerte SF bezeichnen - weil die ja für den schlechten Leumund der SF verantwortlich ist, von der man sich als Autor, als Verlag gerne distanzieren möchte. Weil sie oder er damit nicht in einen Topf geworfen werden möchten.

 

Nun ja, vielleicht bekommt der Leser ja genau die SF, die er verdient. Oder er sieht sich in den Vorurteilen bestätigt, die er eh gegen die SF schon hat.


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#97 Naut

Naut

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Geschrieben 19 October 2015 - 06:54

Am wahrscheinlichsten aber ist, dass der freundliche Buchhändler ihm irgendein Asimov-Buch in die Hand drückt, woraufhin der Leser vor Langeweile nie wieder etwas anrührt, das auch nur entfernt nach SF aussieht.

 

(Nix gegen Asimov, aber die meisten seiner Bücher sind wirklich schlecht gealtert. Und obige Behauptung von mir fußt auf Gesprächen mit Nicht-Genre-Lesern, die genau diese Erfahrung gemacht haben.)



#98 Selma die Sterbliche

Selma die Sterbliche

    Nautilia sempervirens

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Geschrieben 27 August 2017 - 15:11

Ich für meinen Teil habe in D9E bisher exakt die Romane geschrieben, die ich schreiben wollte. Als Zielpublikum hatte ich dabei 1. mich selbst und 2. meine Frau im Kopf. Und ich muss sagen, dass ich bei diesem Publikum gut angekommen bin :) (Bei 2-3 anderen Lesern auch.)

 

Ein Autor nach meinem Herzen! Genau so gehe ich auch vor ... und es klappt!


Am liebsten ist es mir egal - das ist doch auch irgendwie Buddhismus

 

 

jottfuchs.de

 

 


#99 Michael Iwoleit

Michael Iwoleit

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Geschrieben 02 September 2017 - 10:42

Liebe Leut,

 

auch noch einige Bemerkungen zum Thread von mir: Beim Lesen habe ich mich gefragt, ob ich meine Arbeit nicht gut genug 

gemacht und damit einige Mißverständnisse begünstigt habe, wie sie in dieser Diskussion offenbar geworden sind. Zwar habe

ich am Ende des Artikel einige Fragen gestellt und mögliche Konsequenzen für die SF-Szene angedeutet, aber primär ging es mir 

darum, eine Entwicklung zu skizzieren, die nach meinem besten Wissen tatsächlich stattgefunden hat und (man mag mich

korrigieren) vorher noch nicht zusammenhängend dargestellt wurde: die gegenseitige Annäherung von allgemeiner Literatur und

Science Fiction und die Entkrampfung im Verhältnis zueinander. (Ich habe Gary Shteyngart auf Facebook mal gefragt, und

er hat kein Problem damit, wenn sein genannter Romans als SF bezeichnet wird.) "Gegenseitig" ist hier ein wesentliches

Stichwort. Es handelt sich nicht nur um Mainstream-Autoren, die SF-Elemente benutzen, sondern auch um SF-Autoren, die 

sich in den Übergangsbereich zwischen SF und Mainstream und darüber hinaus entwickelt haben. In einem Literaturblog

wurde einmal spekuliert, ob wir Heutigen ein Buch, das den literarischen Meisterwerken des 19. Jahrhunderts ebenbürtig 

ist, als solches erkennen würden, ob wir nicht genauso ignorant wären wie die ersten Rezensenten von "Moby Dick". Als

Beispiel für einen noch völlig verkannten Autor nannte er Samuel R. Delany, vor allem wegen seines Romans "Through

the Valley of the Nest of Spiders" (der nur im Schlußteil einige SF-Elemente aufweist). Das halte ich für ein erstaunliches

Lob, wie es in noch in den Achtzigern für einen aus der SF stammenden Autor kaum denkbar gewesen wäre (mit 

Ausnahme von Vonnegut, Bradbury und Lem vielleicht).

 

Wenn ich diesem Leben doch noch erwachsen werden will (mein Ehrgeiz in dieser Richtung hält sich in Grenzen), sollte ich

wohl akzeptieren, daß es völlig legitim ist, wenn Dirk aus Zeitgründen nur das liest, was ihm ein zuverlässiges Lesevergnügen

verspricht, oder wenn er in einer Grundsatzdiskussion auf Facebook meint: "Es kommt darauf an, warum man eigentlich liest."

(Sorry, weiß nicht mehr, in welchem Zusammenhang - vielleicht war's auch hier.) Das muß jeder für sich wissen. Ich persönlich

habe mir das Lesen aus einer Erwartungshaltung aus guten Gründen abgewöhnt. Ich will eben nicht wissen, was mich erwartet.

Ich laß mich gern überraschen und verblüffen. SF lese nicht mehr so viel, sondern hauptsächlich aktuelle Weltliteratur, vor

allem Kurzgeschichten. Ich habe großartige (und nebenbei auch unterhaltsame, keineswegs verkrampft ästhetisierende) 

Stories aus Kuba, Vietnam, Indien oder Afrika gelesen, die mir vermutlich nie in die Hände gefallen wären, wenn ich meine

Lektüre aus einer Erwartungshaltung heraus wählen würde. Entdeckungen zu machen, finde ich bereichernder.

 

Im Übrigen halte ich es für meine Pflicht als Chronist, nicht die übrige Welt aus der Perspektive der Science Fiction zu betrachten,

sondern die SF als eines von vielen interessanten kulturellen Phänomenen in einer großen weiten Welt, deren Nabel sie nicht

ist. Dabei kommt man, meine ich, zu aufschlußreicheren Erkenntnissen, und mein Artikel hat einige davon zusammengefaßt.

 

Schöne Grüße

Michael


Bearbeitet von Michael Iwoleit, 02 September 2017 - 23:37.


#100 Naut

Naut

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Geschrieben 02 September 2017 - 17:29

Wohl gesprochen! Wenn sonst viel Konflikt herrscht, so ist eine Annäherung vormals disparater Bereiche der Literatur doch eine schöne Sache.

#101 Michael Iwoleit

Michael Iwoleit

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Geschrieben 05 October 2017 - 21:16

Ich fände es höflicher, wenn jemand einen Fehler (falls es denn einer war) entdeckt, der sich in weniger als einer Minute rauseditieren ließe, das dem Autor/einem der Chefredakteure persönlich mitzuteilen, statt öffentlich damit rumzuwedeln. 

 

Ach, das braucht man nicht so eng zu sehen, Nina. Es ist nichts Ehrenrühriges oder Blamables daran, wenn man sachlich auf einen Fehler 

aufmerksam gemacht wird. Niemand ist unfehlbar, nicht einmal ich (auch wenn ich immer so tue ;-) Für einen entsprechenden Hinweis

bin ich immer dankbar und korrigiere den Fehler umgehend, wie es auch hier geschehen ist.





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