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Eine Saison der Kurzatmigen – Anmerkungen zur deutschen SF-Story-Szene 2016


191 Antworten in diesem Thema

#61 lapismont

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Geschrieben 11 October 2017 - 11:05

Aber du unterscheidest doch sogar besonders zwischen einer mehr subjektiven Rezension und einer objektiven, indem du die Rezi auf dem Fantasyguide noch mit einem persönlicher gefärbten Text auf deinem Blog ergänzt.

Ja, das stimmt. Mein Anspruch ist es schon, ähnlich wie es Simon beschreibt, der Leserschaft meiner Rezensionen das Werk aus mehreren Blickwinkeln näher zu bringen. Manchmal versuche ich eine Einordnung in Gesamtwerk, Leben und Genre, manchmal betrachte ich inhaltliche Schwerpunkte oder besondere Figuren. Dabei versuche ich zwar meine Einschätzung durchblicken zu lassen, also ob ich das Buch gut oder schlecht finde, aber es geht mir mehr darum, Anhaltspunkte zu liefern, selbst das Buch lesen zu wollen oder oder darüber zu diskutieren. Besonders letzteres gelingt mir leider nie.

 

Andererseits macht es natürlich auch Spaß, mit der eigenen Lektüre anzugeben. Das lasse ich im Blog ab :D


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#62 Amtranik

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Geschrieben 11 October 2017 - 11:15

Geschenkt. Ich habe Uwes Punkt aufgreifen wollen weil ich ähnliche Erfahrungen gemacht habe. Dein Post kam bei mir allerdings so an als wären bereits alle unklarheiten beseitigt was ja gut sein kann, da ich nicht den kompletten thread gelesen habe. Nichts für ungut. Rettet gerne weiter die Deutsche SF-Kurzgeschichte.



#63 d'wolf

d'wolf

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Geschrieben 11 October 2017 - 11:42

Tja. Boldt und Klöpping auffe Fresse.

Wer weiß, wofür es gut ist.

 

My.

MKI hat sich sehr intensiv mit den Werken auseinandergesetzt. Das ist ihm hoch anzurechnen. Mit seiner sehr vernichtenden Kritik kann ich gelassen umgehen. 

Er hat ja Recht mit einem Qualitätsanspruch. Doch wer definiert den? Vieles von dem, was z.B. den DPP bekommen hat, würde ich nicht einmal zum Kaminanzünden nehmen. Aber es wird von vielen mit großem Spaß gelesen. 

Und: Es muss Plattformen geben, wo junge Schreiber veröffentlichen können. Und dort kann eben nicht nur nobelpreisträchtige Literatur herauskommen. 

Für die Anthologie "Hauptsache Gesund" habe ich vor allem positives Feedback bekommen und dies meist von Menschen, die sich überhaupt nicht mit SF beschäftigen. Bestätigt also, was gesagt worden ist. Die Leser gehen verschieden an die Texte heran.


Bearbeitet von d'wolf, 11 October 2017 - 12:08.

Ralf Boldt

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Und übrigens: Man kann ohne Hunde leben - es lohnt sich aber nicht! Heinz Rühmann

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#64 Naut

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Geschrieben 11 October 2017 - 12:41

Geschenkt. Ich habe Uwes Punkt aufgreifen wollen weil ich ähnliche Erfahrungen gemacht habe. Dein Post kam bei mir allerdings so an als wären bereits alle unklarheiten beseitigt was ja gut sein kann, da ich nicht den kompletten thread gelesen habe. Nichts für ungut. Rettet gerne weiter die Deutsche SF-Kurzgeschichte.

Kapier ich jetzt wiederum nicht, wie Du das meinst.

Um es noch mal aus meiner Sicht zusammenzufassen: Du hast Dein Unverständnis über die Ergebnisse von Michaels Analyse geäußert und hast gefolgert, dass er (und alle anderen Kurzgeschichtenleser) sich wohl in ihren eigenen Filterblasen befinden müssten. Daraufhin habe ich geschrieben, dass sich jeder Leser in seiner eigenen Blase befindet, dass das eine Zwangsläufigkeit ist, und dass das gar nicht schlimm ist, solange man (wie Michael) diese Blase (aka Bezugsrahmen) benennt.

Wo hier irgendjemand "die Deutsche SF-Kurzgeschichte retten" will, erschließt sich mir nicht. Leute gehen ihrem Hobby nach und reden darüber, alles ganz normal.

#65 d'wolf

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Geschrieben 11 October 2017 - 12:57

Ein Aspekt fehlt mir noch:

Ich schreibe und engagiere mich ein wenig z.B. als Herausgeber einer Anthologie. Ich mache das vor allem, weil es mir Spaß macht. Wie andere zum Spaß im Chor singen, Briefmarken sammeln, Motorrad fahren oder Fußball spielen. Man kann/sollte aber jemanden, der zum Spaß in einer Alt-Herren-Theken-Mannschaft spielt, nicht mit einem Erstliga-Profi vergleichen, obwohl bei Fußball spielen.

Die Frage, die sich mir ernst stellt, ist: Warum darf man das in der Literatur?


Bearbeitet von d'wolf, 11 October 2017 - 12:58.

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#66 Amtranik

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Geschrieben 11 October 2017 - 13:13

Ich sehe das überhaupt nicht so Nicklas das jeder in seiner eigenen Blase sitzt, noch habe ich jeden KG Leser gemeint. Es ging mir schon um einen bestimmten Typus an dem ich Kritik üben wollte. Jemand der von ganz hoch oben sitzend irgendwas verhandelt das für 99,9% der Leser so gar nicht statt findet. Es ist müßig immer wieder darüber zu lamentieren. Ich bin sicher, gehn wir 20 Jahre in die Vergangenheit kursierten da auch irgendwelche Namen durch den Fandom von den gleichen Menschen mit elitärem Anspruch in die Manege geworfen die kennt heute keine Sau noch kannte Sie je einer. Man kann das bedauern und behaupten! das wäre alles falsch, aber man kann sich nicht die Realitäten zurecht zimmern wie man Sie gerne hätte.



#67 lapismont

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Geschrieben 11 October 2017 - 13:15

Ein Aspekt fehlt mir noch:

Ich schreibe und engagiere mich ein wenig z.B. als Herausgeber einer Anthologie. Ich mache das vor allem, weil es mir Spaß macht. Wie andere zum Spaß im Chor singen, Briefmarken sammeln, Motorrad fahren oder Fußball spielen. Man kann/sollte aber jemanden, der zum Spaß in einer Alt-Herren-Theken-Mannschaft spielt, nicht mit einem Erstliga-Profi vergleichen, obwohl bei Fußball spielen.

Die Frage, die sich mir ernst stellt, ist: Warum darf man das in der Literatur?

Weil es in der Phantastik keine verschiedenen Ligen gibt. Es gibt nur diese eine Ecke, die phantastische Anthologien herausbringt. 


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#68 d'wolf

d'wolf

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Geschrieben 11 October 2017 - 13:34

Weil es in der Phantastik keine verschiedenen Ligen gibt. Es gibt nur diese eine Ecke, die phantastische Anthologien herausbringt. 

Aber die Autoren haben schon viel oder nur wenig geschrieben. Haben Erfahrung oder keine etc. Die in einen Topf zu werfen, macht doch keinen Sinn, oder?


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#69 simifilm

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Geschrieben 11 October 2017 - 13:43

Ein Aspekt fehlt mir noch:

Ich schreibe und engagiere mich ein wenig z.B. als Herausgeber einer Anthologie. Ich mache das vor allem, weil es mir Spaß macht. Wie andere zum Spaß im Chor singen, Briefmarken sammeln, Motorrad fahren oder Fußball spielen. Man kann/sollte aber jemanden, der zum Spaß in einer Alt-Herren-Theken-Mannschaft spielt, nicht mit einem Erstliga-Profi vergleichen, obwohl bei Fußball spielen.

Die Frage, die sich mir ernst stellt, ist: Warum darf man das in der Literatur?

 

Eigentlich scheint mir der Unterschied offensichtlich. Ein Spiel einer Amateurmannschaft kostet normalerweise keinen Eintritt; es tritt auch nicht mit dem Anspruch eines Länderspiels an. An ein Buch, für das ich Geld ausgebe und das bei einem Buchhändler aufliegt (wobei mir klar ist, dass dieses Kriterium dank Online-Vertrieb und Self-Publishing mittlerweile sehr schwammig geworden ist), erwarte ich etwas anderes. Es macht doch einen Riesen-Unterschied, ob ein paar Freunde von mir an meinem Geburtstagsfest musizieren, oder ob ich für ein Konzert an einem Festival Geld ausgeben muss.


Bearbeitet von simifilm, 11 October 2017 - 13:48.

Signatures sagen nie die Wahrheit.

Filmkritiken und anderes gibt es auf simifilm.ch.

Gedanken rund um Utopie und Film gibt's auf utopia2016.ch.

Alles Wissenswerte zur Utopie im nichtfiktional Film gibt es in diesem Buch, alles zum SF-Film in diesem Buch und alles zur literarischen Phantastik in diesem.
 

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#70 simifilm

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Geschrieben 11 October 2017 - 13:47

Ich sehe das überhaupt nicht so Nicklas das jeder in seiner eigenen Blase sitzt, noch habe ich jeden KG Leser gemeint. Es ging mir schon um einen bestimmten Typus an dem ich Kritik üben wollte. Jemand der von ganz hoch oben sitzend irgendwas verhandelt das für 99,9% der Leser so gar nicht statt findet. Es ist müßig immer wieder darüber zu lamentieren. Ich bin sicher, gehn wir 20 Jahre in die Vergangenheit kursierten da auch irgendwelche Namen durch den Fandom von den gleichen Menschen mit elitärem Anspruch in die Manege geworfen die kennt heute keine Sau noch kannte Sie je einer. Man kann das bedauern und behaupten! das wäre alles falsch, aber man kann sich nicht die Realitäten zurecht zimmern wie man Sie gerne hätte.

 

Finde ich lustig. Alle sitzen in der Blase, bloss du nicht.

 

Michael interessiert sich bei Literatur offensichtlich für andere Dinge als du. Mehr gibt es dazu nichts zu sagen. Warum reagierst du eigentlich immer so säuerlich, wenn sich jemand erdreistet, andere Kriterien an Literatur anzulegen, als du es tust? 


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#71 lapismont

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Geschrieben 11 October 2017 - 14:00

Aber die Autoren haben schon viel oder nur wenig geschrieben. Haben Erfahrung oder keine etc. Die in einen Topf zu werfen, macht doch keinen Sinn, oder?

Warum fragst Du mich da? Du bist doch der Herausgeber. Dein Anspruch an eine gute Geschichte ist der Maßstab Deiner Veröffentlichung. Der muss sich ja nicht mit dem von MKI decken.


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#72 Michael Iwoleit

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Geschrieben 11 October 2017 - 14:05

@Amitrank   

Ich nehme das mal so zur Kenntnis. Nur drei Anmerkungen:

 

- Es ist eine Definitionsfrage. Würde ich Dietmar Dath als ausgesprochenen SF-Autor betrachten,

müßte er natürlich an der Spitze jeder Liste stehen. Ich betrachte ihn eher als einen Typus von

Autor, wie ich ihn in meinem Artikel "Die neue Annäherung von Science Fiction" beschrieben habe:

literarisch ebenso versiert wie in naturwissenschaftlich-technisch Ideen, in Genreliteratur bewandert,

ohne sich selbst auf Genrekategorien festlegen zu wollen/zu müssen. Ein Autor von ungefähr

vergleichbaren Eigenarten ist in den USA z.B. Richard Powers.

 

- Franks Geschichte ist zugegebenermaßen eine Anstrengung und Herausforderung, auch für mich,

der ich sehr beeindruckt war. Aber warum auch nicht? Wenn ich in einem anderen Thread lese, daß

Leute sich auch nach dem soundsovielten Lektüreversuch immer wieder der Herausforderung von

Thomas Pynchon's "Gravity's Rainbow" stellen, stehe ich mit dieser Neigung so allein nicht da. Geistig-

ästhetische Herausforderungen können bereichernd sein, auch wenn sie Übung und Anstrengung 

erfordern. Man braucht solche Geschichten ja nicht zu mögen - aber kann trotzdem die Rangunterschiede

zu seichteren Produkten erkennen.

 

Und mal unter uns Pfarrerstöchtern: Nach dem ersten umfangreichen Roman, den ich übersetzt habe,

nämlich der Cyteen-Trilogie von C.J. Cherryh, war ich mir sicher, daß die Mängel des Buches auch 

für den dösigsten Leser so offensichtlich sein müßten, daß kein Mensch diese dreiste Seitenschinderei

gut finden kann. Dann habe ich die ersten Leserreaktionen gelesen und bin aus sämtlichen Wolken

gefallen. Sorry, aber wenn sich Leser, ohne rot zu werden, einen solchen schauderhaften Schmarrn

unterjubeln lassen, der allen Regeln schriftstellerischen Handwerks Hohn spricht, dann habe ich bei 

meiner "elitären" Haltung nicht die Spur eines schlechten Gewissens. Es ist ja niemand gezwungen,

mir zu folgen. Es gibt sogar ein grundgesetzlich verbrieftes Recht,  den Iwoleit für einen Schwachkopf

zu halten. Was wollt ihr denn noch? ;-)

 

- In Deinem Statement schwingt kaum unterschwellig wieder einmal das alte Klischee mit, daß

Autoren, die "nicht einmal einen Roman" und nur "ein paar Kurzgeschichten" veröffentlicht haben, 

ganz richtige Autoren seien - als ob das schiere Veröffentlichungsvolumen ein Qualitätskriterium

ist. Klassiker wie Poe oder Cechov haben nie einen richtigen Roman geschrieben, was ihrem

Rang in der Weltliteratur keinerlei Abbruch getan hat. Du siehst offenbar nur, welche Romane

ein Autor veröffentlicht hat. Von Karsten Kruschel stammt auch eine hervorragende Geschichte

wie "Teufels Obliegenheit", die ganze Stapel von Marcus-Heitz-Romanen aufwiegt.

 

No offence intended.


Bearbeitet von Michael Iwoleit, 11 October 2017 - 14:16.


#73 Michael Iwoleit

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Geschrieben 11 October 2017 - 14:24

Ich schreibe und engagiere mich ein wenig z.B. als Herausgeber einer Anthologie. Ich mache das vor allem, weil es mir Spaß macht. Wie andere zum Spaß im Chor singen, Briefmarken sammeln, Motorrad fahren oder Fußball spielen. Man kann/sollte aber jemanden, der zum Spaß in einer Alt-Herren-Theken-Mannschaft spielt, nicht mit einem Erstliga-Profi vergleichen, obwohl bei Fußball spielen.

 

Um im Bilde zu bleiben: Wenn Du mit der Altherren-Mannschaft zufällig in einem Turnier landest, in dem

auch ein Profiteam aktiv ist, werden die Zuschauer unweigerlich Vergleiche anstellen. Sollten beide Teams

gar aufeinander treffen, wirst Du den Unterschied am eigenen Leibe zu spüren bekommen. Man kann's ja

mit Fassung tragen (wozu Du anscheinend auch in der Lage bist - Respekt dafür).

 

Ich weiß, wie das ist. In 12 Jahre Skaterhockey bin ich im Pokalwettbewerb mit einer Zweitligamannschaft

mehrere Male auf Erstliga-Teams getroffen, darunter zweimal auf die eigene erste. Das erhebende Gefühl, 

innerhalb der ersten zehn Minuten von fünf Mal besseren Spielern an die Wand getackert zu werden, habe

ich allerdings nie als Geschmackssache abgeten ;-)

 

Und trotzdem hält einen keiner ab, mal gegen die Profis zu spielen und zu gucken, wie lang man auf beiden

Beinen stehen bleibt. Das ist jetzt natürlich ein Bild, das sich nur noch mit Mühe auf die Literatur übertragen

läßt...


Bearbeitet von Michael Iwoleit, 11 October 2017 - 14:26.


#74 Naut

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Geschrieben 11 October 2017 - 14:28

Ich sehe das überhaupt nicht so Nicklas das jeder in seiner eigenen Blase sitzt, noch habe ich jeden KG Leser gemeint. Es ging mir schon um einen bestimmten Typus an dem ich Kritik üben wollte. Jemand der von ganz hoch oben sitzend irgendwas verhandelt das für 99,9% der Leser so gar nicht statt findet. Es ist müßig immer wieder darüber zu lamentieren. Ich bin sicher, gehn wir 20 Jahre in die Vergangenheit kursierten da auch irgendwelche Namen durch den Fandom von den gleichen Menschen mit elitärem Anspruch in die Manege geworfen die kennt heute keine Sau noch kannte Sie je einer. Man kann das bedauern und behaupten! das wäre alles falsch, aber man kann sich nicht die Realitäten zurecht zimmern wie man Sie gerne hätte.

Und damit sind wir wieder bei der Funktion von Lieraturkritik: Man redet diskursiv über Literatur, erklärt, was, aber wichtiger: warum etwas gut ist, und warum anderes nicht so gut ist. Das macht man, damit andere das lesen können und sich dann ihre eigenen Gedanken machen.

Ich bin mir nach wie vor unsicher, was hier Dein Punkt ist. Hast Du den Eindruck, dass Michael K. Iwoleit zu unrecht als Autorität angesehen wird? Wenn ja, kann man ja über seinen Bewertungsmaßstab reden. Dann allerdings sollte man (ich meine das nur so allgemein, soll keine Andeutung sein, dass Du das nicht könntest oder so) aber auch entsprechende Gegenargumente haben.

* Die Erwähnung von Dath war z.B. aus meiner Sicht valide, die Entgegnung von Michael ("Dath ist kein echter SF-Autor") eher müde ;)
* Verkaufszahlen sind normalerweise kein Kriterium von literarischer Qualität, das ist ein anderes Spielfeld.
* Vergessene Genies gibt es vielleicht, obwohl ich mir Michaels Empfehlungen gern angucke, und ihm leider nicht immer zustimme. Aber so muss es ja sein.
* Ad "Unterhaltungswert": Der ist subjektiv und speist sich zu einem nicht geringen Teil aus dem, was man kennt und erwartet. Jules Verne z.B. war vielleicht früher ein Gassenfeger, heute finde ich ihn bloß langatmig. Andere sehen das anders. Ändert aber nichts daran, dass man sich auch objektivierbare Kriterien zur Beurteilung suchen könnte.

#75 Michael Iwoleit

Michael Iwoleit

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Geschrieben 11 October 2017 - 14:40

Ich sehe das überhaupt nicht so Nicklas das jeder in seiner eigenen Blase sitzt, noch habe ich jeden KG Leser gemeint. Es ging mir schon um einen bestimmten Typus an dem ich Kritik üben wollte. Jemand der von ganz hoch oben sitzend irgendwas verhandelt das für 99,9% der Leser so gar nicht statt findet. Es ist müßig immer wieder darüber zu lamentieren.

 

Für jemanden, der sich ins fünfte Untergeschoß begibt, erscheinen schon die Leute im Ergeschoss

wie Bewohner eines Elfenbeinturms. Figuratively speaking...

 

"Ich habe nichts gegen Hundefutter. Es gibt prima Hundefutter. Und wer's mag..." (Volker Pispers)

 

Wer diese "99,9% der Leser" sind, hängt auch wieder vom Bezugsrahmen ab. Wenn man über den

Tellerrand der SF hinwegschaut und sich in die große weite Welt begibt, verhalten sich diese 99,9 %

mitunter auf höchst überraschende Weise. Da werden dann Bücher, von denen man es nicht erwarten

sollte, z.B. "Things Fall Apart", "The God of Small Things" oder "Der Name der Rose", ganz unversehens

zu Weltbestsellern.

 

Ein Glück, daß uns das in der SF nicht passieren kann. Da wissen die Leser, was sich gehört!


Bearbeitet von Michael Iwoleit, 11 October 2017 - 14:43.


#76 d'wolf

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Geschrieben 11 October 2017 - 15:09

Eigentlich scheint mir der Unterschied offensichtlich. Ein Spiel einer Amateurmannschaft kostet normalerweise keinen Eintritt; es tritt auch nicht mit dem Anspruch eines Länderspiels an. An ein Buch, für das ich Geld ausgebe und das bei einem Buchhändler aufliegt (wobei mir klar ist, dass dieses Kriterium dank Online-Vertrieb und Self-Publishing mittlerweile sehr schwammig geworden ist), erwarte ich etwas anderes. Es macht doch einen Riesen-Unterschied, ob ein paar Freunde von mir an meinem Geburtstagsfest musizieren, oder ob ich für ein Konzert an einem Festival Geld ausgeben muss.

 

Also bedeutet professionelles Schreiben, Geld verdienen. Dann können wir die Diskussion abkürzen. Denn dann haben wir recht wenige Profi-Autoren in Deutschland.

Bleiben wir bei der Musik. Ich vergleiche doch auch nicht die Bühnenshow einer Band in einer Jugendclub (wo ich auch Eintritt für das Konzert zahle) mit einer Show von Rammstein. Ich weiß aber im Voraus, dass das zwei unterschiedliche Geschichten sind. Sprich: Wenn ich eine Anthologie mit unbekannten neuen Autoren kaufe, dann erwarte ich eine andere Qualität als bei einem schon etablierten Autor. 


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#77 d'wolf

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Geschrieben 11 October 2017 - 15:19

Um im Bilde zu bleiben: Wenn Du mit der Altherren-Mannschaft zufällig in einem Turnier landest, in dem

auch ein Profiteam aktiv ist, werden die Zuschauer unweigerlich Vergleiche anstellen. Sollten beide Teams

gar aufeinander treffen, wirst Du den Unterschied am eigenen Leibe zu spüren bekommen. Man kann's ja

mit Fassung tragen (wozu Du anscheinend auch in der Lage bist - Respekt dafür).

Ich bin recht realistisch, was ich kann und was nicht. Aber ich bin lernfähig. Und man kann sehr viel von Profis lernen, wenn man es denn möchte.


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#78 simifilm

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Geschrieben 11 October 2017 - 15:36

Also bedeutet professionelles Schreiben, Geld verdienen. Dann können wir die Diskussion abkürzen. Denn dann haben wir recht wenige Profi-Autoren in Deutschland.

Bleiben wir bei der Musik. Ich vergleiche doch auch nicht die Bühnenshow einer Band in einer Jugendclub (wo ich auch Eintritt für das Konzert zahle) mit einer Show von Rammstein. Ich weiß aber im Voraus, dass das zwei unterschiedliche Geschichten sind. Sprich: Wenn ich eine Anthologie mit unbekannten neuen Autoren kaufe, dann erwarte ich eine andere Qualität als bei einem schon etablierten Autor. 

 

Nur weil man Geld dafür verlangt, heisst es ja nicht, dass man was verdient.

 

Dass es etwas kostet, ist für mich in diesem Kontext mehr ein Teil der Präsentation resp. des Anspruchs. Will sagen: Das Rammsteinkonzert kostet sicher mehr als der Eintritt in den Jugendclub und präsentiert sich auch sonst anders. Auftritt und Anspruch sind nicht vergleichbar. Und man kriegt bei Rammstein für den höheren Eintritt wohl auch die aufwendigere Bühnenshow.

 

Schauen wir's mal so an: Wer geht denn an das Konzert im Jugendclub? Wohl vor allem Freunde und Bekannte der Band und Leute, die aus irgendeinem Grund ein besonderes Interesse an Nachwuchsmusikern haben. Alle Beteiligten wissen aber, dass Amateure (was ich keineswegs negativ, sondern im Sinn von Liebhaber meine) am Werk sind, und entsprechend werden die wenigsten enttäuscht sein.

 

Stellt sich also die Frage, wie du bei einem Buch sicher stellst, dass dem potenziellen Leser klar wird, dass er ein Amateurwerk vor sich hat. Oder falls dir der Begriff "Amateur" zu negativ ist – wenn für dich klar ist, dass die Autoren in deiner Anthologie nicht allzu hohen Ansprüchen gemessen werden sollten, wie du machst du dass dem Käufer klar?


Bearbeitet von simifilm, 11 October 2017 - 15:40.

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#79 d'wolf

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Geschrieben 11 October 2017 - 15:57

Warum fragst Du mich da? Du bist doch der Herausgeber. Dein Anspruch an eine gute Geschichte ist der Maßstab Deiner Veröffentlichung. Der muss sich ja nicht mit dem von MKI decken.

Die Frage war rein rhetorisch... Ich habe keine Antwort erwartet.


Bearbeitet von d'wolf, 12 October 2017 - 08:20.

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#80 d'wolf

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Geschrieben 11 October 2017 - 16:03

Stellt sich also die Frage, wie du bei einem Buch sicher stellst, dass dem potenziellen Leser klar wird, dass er ein Amateurwerk vor sich hat. Oder falls dir der Begriff "Amateur" zu negativ ist – wenn für dich klar ist, dass die Autoren in deiner Anthologie nicht allzu hohen Ansprüchen gemessen werden sollten, wie du machst du dass dem Käufer klar?

 

Das ist ein guter Aspekt! Zuerst einmal: Amateur ist für mich nicht negativ besetzt, ebensowenig Hobby-Autor. Diese Begriffe sagen ja nur aus, dass der Autor das Schreiben nicht als (einzigen) Broterwerb hat. 

Pragmatischer Ansatz: Hinweise auf dem Backcover/Klappentext könnten hier helfen.


Ralf Boldt

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#81 ShockWaveRider

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Geschrieben 11 October 2017 - 17:00

Pragmatischer Ansatz: Hinweise auf dem Backcover/Klappentext könnten hier helfen.

Dickes Label: Keine Rezensionen! 

Oder: Rezensionen verboten! (Kleingedruckt: Bei Zuwiderhandlungen schlagen wir den Rechtsweg ein!)

 

Ja, lieber Vornamensvetter, ich hatte ähnliche Ideen. Aber mit rein satirischem Hintergrund.

Gibt es etwas Jämmerliches als solch ein "Bitte, bitte, haut mich nicht!"-Gebettel?

Wenn Du ein Anthologieprojekt aus Spaß machst und Dir klar ist, dass die Qualität der Beiträge keinen professionellen Maßstäben genügt - warum kratzt es Dich dann, wenn jemand, der sicher nicht zur Zielgruppe des Spaßprojekts gehört, genau das schreibt?

 

Etwas mehr Elefantenhaut, bitte!

Und: Don't feed the funbrakes!

 

Gruß

der andere Ralf Bo


Bearbeitet von ShockWaveRider, 11 October 2017 - 17:03.

Verwarnungscounter: 2 (klick!, klick!)

ShockWaveRiders Kritiken aus München
möchten viele Autor'n übertünchen.
Denn er tut sich verbitten
Aliens, UFOs und Titten -
einen Kerl wie den sollte man lynchen!
  • (Buch) gerade am lesen:H. Bechert/G. Gombrich "Buddhismus. Geschichte und Gegenwart"; D. Klewer (Hg.) "Alien Eroticon"
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#82 Amtranik

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Geschrieben 11 October 2017 - 17:07

Finde ich lustig. Alle sitzen in der Blase, bloss du nicht.

 

Michael interessiert sich bei Literatur offensichtlich für andere Dinge als du. Mehr gibt es dazu nichts zu sagen. Warum reagierst du eigentlich immer so säuerlich, wenn sich jemand erdreistet, andere Kriterien an Literatur anzulegen, als du es tust? 

Ich bin überhaupt nicht sauer. Lass doch einfach mal das stänkern Simi.



#83 Michael Iwoleit

Michael Iwoleit

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Geschrieben 11 October 2017 - 17:19

Also bedeutet professionelles Schreiben, Geld verdienen. Dann können wir die Diskussion abkürzen.

 

Wie ich am Beispiel mit dem Pianisten zu illustrieren versucht habe, geht's mir primär um professionelle

Fertigkeiten. Die sollten im Idealfall auch mit professionellen Einnahmen einhergehen, ist aber leider oft

nicht so. Da können wir gleich bei den Pianisten bleiben: Laut einer Erhebung der Künstlersozialkasse

beträgt das Durchschnittseinkommen ausgebildeter Konzertpianisten in Deutschland, wenn ich es

richtig im Kopf habe, 800 Euro.

 

Ich würde für Leute wie mich und viele SF-Kollegen, die eher wenige Einnahmen mit ambitionierter SF

verdienen, auch den amerikanischen Begriff "semi-pro" akzeptieren. Damit bezeichnet man die Kombination

aus professioneller Arbeit und amateurhaftem Kontostand - ein Zustand, der sich in vielen Metiers, nicht

nur den künstlerischen, epidemisch ausbreitet. Fragt mal eine Nachtschwester...


Bearbeitet von Michael Iwoleit, 11 October 2017 - 17:25.


#84 simifilm

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Geschrieben 11 October 2017 - 17:22

Ich bin überhaupt nicht sauer. Lass doch einfach mal das stänkern Simi.

 

Anscheinend haben wir sehr unterschiedliche sprachliche Umgangsformen, denn für auf mich wirken Formulierung über Leute, die "ganz hoch oben sitzend was verhandeln", das "keine Sau kennt" ziemlich säuerlich.


Signatures sagen nie die Wahrheit.

Filmkritiken und anderes gibt es auf simifilm.ch.

Gedanken rund um Utopie und Film gibt's auf utopia2016.ch.

Alles Wissenswerte zur Utopie im nichtfiktional Film gibt es in diesem Buch, alles zum SF-Film in diesem Buch und alles zur literarischen Phantastik in diesem.
 

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#85 Michael Iwoleit

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Geschrieben 11 October 2017 - 17:23

* Die Erwähnung von Dath war z.B. aus meiner Sicht valide, die Entgegnung von Michael ("Dath ist kein echter SF-Autor") eher müde ;)

 

Yep. Das ist allein schon deshalb richtig, weil ich Dath sonst immer als SF-Autor auffasse. Du hast mich erwischt.



#86 d'wolf

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Geschrieben 11 October 2017 - 17:53

Dickes Label: Keine Rezensionen! 

Oder: Rezensionen verboten! (Kleingedruckt: Bei Zuwiderhandlungen schlagen wir den Rechtsweg ein!)

 

Ja, lieber Vornamensvetter, ich hatte ähnliche Ideen. Aber mit rein satirischem Hintergrund.

Gibt es etwas Jämmerliches als solch ein "Bitte, bitte, haut mich nicht!"-Gebettel?

Wenn Du ein Anthologieprojekt aus Spaß machst und Dir klar ist, dass die Qualität der Beiträge keinen professionellen Maßstäben genügt - warum kratzt es Dich dann, wenn jemand, der sicher nicht zur Zielgruppe des Spaßprojekts gehört, genau das schreibt?

 

Etwas mehr Elefantenhaut, bitte!

Und: Don't feed the funbrakes!

 

Gruß

der andere Ralf Bo

He! Ich bin tiefenentspannt, möchte nur ein paar Sachen bzw. Leute verstehen. 


Ralf Boldt

Stellvertr. Vorsitzender des SFCD



Und übrigens: Man kann ohne Hunde leben - es lohnt sich aber nicht! Heinz Rühmann

www.dasistmeinblog.de


#87 Michael Iwoleit

Michael Iwoleit

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Geschrieben 11 October 2017 - 17:57

He! Ich bin tiefenentspannt, möchte nur ein paar Sachen bzw. Leute verstehen. 

 

Das ist sehr bewundernswert.

 

Ich bin nie tiefentspannt, wenn ich Menschen zu verstehen versuche.

Aber das nur am Rande...


Bearbeitet von Michael Iwoleit, 11 October 2017 - 18:36.


#88 Amtranik

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Geschrieben 11 October 2017 - 18:02

@Amitrank   

Ich nehme das mal so zur Kenntnis. Nur drei Anmerkungen:

 

- Es ist eine Definitionsfrage. Würde ich Dietmar Dath als ausgesprochenen SF-Autor betrachten,

müßte er natürlich an der Spitze jeder Liste stehen. Ich betrachte ihn eher als einen Typus von

Autor, wie ich ihn in meinem Artikel "Die neue Annäherung von Science Fiction" beschrieben habe:

literarisch ebenso versiert wie in naturwissenschaftlich-technisch Ideen, in Genreliteratur bewandert,

ohne sich selbst auf Genrekategorien festlegen zu wollen/zu müssen. Ein Autor von ungefähr

vergleichbaren Eigenarten ist in den USA z.B. Richard Powers.

 

- Franks Geschichte ist zugegebenermaßen eine Anstrengung und Herausforderung, auch für mich,

der ich sehr beeindruckt war. Aber warum auch nicht? Wenn ich in einem anderen Thread lese, daß

Leute sich auch nach dem soundsovielten Lektüreversuch immer wieder der Herausforderung von

Thomas Pynchon's "Gravity's Rainbow" stellen, stehe ich mit dieser Neigung so allein nicht da. Geistig-

ästhetische Herausforderungen können bereichernd sein, auch wenn sie Übung und Anstrengung 

erfordern. Man braucht solche Geschichten ja nicht zu mögen - aber kann trotzdem die Rangunterschiede

zu seichteren Produkten erkennen.

 

Und mal unter uns Pfarrerstöchtern: Nach dem ersten umfangreichen Roman, den ich übersetzt habe,

nämlich der Cyteen-Trilogie von C.J. Cherryh, war ich mir sicher, daß die Mängel des Buches auch 

für den dösigsten Leser so offensichtlich sein müßten, daß kein Mensch diese dreiste Seitenschinderei

gut finden kann. Dann habe ich die ersten Leserreaktionen gelesen und bin aus sämtlichen Wolken

gefallen. Sorry, aber wenn sich Leser, ohne rot zu werden, einen solchen schauderhaften Schmarrn

unterjubeln lassen, der allen Regeln schriftstellerischen Handwerks Hohn spricht, dann habe ich bei 

meiner "elitären" Haltung nicht die Spur eines schlechten Gewissens. Es ist ja niemand gezwungen,

mir zu folgen. Es gibt sogar ein grundgesetzlich verbrieftes Recht,  den Iwoleit für einen Schwachkopf

zu halten. Was wollt ihr denn noch? ;-)

 

- In Deinem Statement schwingt kaum unterschwellig wieder einmal das alte Klischee mit, daß

Autoren, die "nicht einmal einen Roman" und nur "ein paar Kurzgeschichten" veröffentlicht haben, 

ganz richtige Autoren seien - als ob das schiere Veröffentlichungsvolumen ein Qualitätskriterium

ist. Klassiker wie Poe oder Cechov haben nie einen richtigen Roman geschrieben, was ihrem

Rang in der Weltliteratur keinerlei Abbruch getan hat. Du siehst offenbar nur, welche Romane

ein Autor veröffentlicht hat. Von Karsten Kruschel stammt auch eine hervorragende Geschichte

wie "Teufels Obliegenheit", die ganze Stapel von Marcus-Heitz-Romanen aufwiegt.

 

No offence intended.

 

Na dafür das Du das so stehn läßt ist die Erwiderung ja doch recht umfangreich ausgefallen. ich weiß das rücksichtsvolle umgehn mit mir aber durchaus zu schätzen denn mir ist bewußt Du kannst auch ganz anders.

In vielem kann ich Dir auch durchaus zustimmen. So wirst Du von mir keinen Widerspruch hören das eine einzige geniale KG ein ganzes Werk eines mittelprächtigen Autors aufwiegen kann. Ein Marcus Heitz Fan war ich auch nie.

Ja C.J. Cherryhs Cyteen ich erinnere mich war einer meiner ersten Romane, die sehe ich heute auch viel kritischer als damals ohne jedoch das so vernichtend zu beurteilen wie Du es tust.

 

Was Hebben angeht. Kein richtiger Autor habe ich ja nun nie gesagt. Aber für mich ist schon klar das jemand der kaum was geschrieben hat und dann auch lange nicht alles SF nur schwer als Referenz für ein Genre herhalten kann. Aufgrund von was denn? Wegen einer Novelle die zudem noch ein Grenzgänger ist? Oder wegen einer guten KG die darüberhinaus nach meiner Wahrnehmung höchstens von einer kleinen Minderheit überhaupt für gut gefunden wird ? Oder aufgrund von einer genialen Anthologie die aber schon 10 Jahre alt ist? Letzteres könnte ich ja noch am ehesten nachvollziehn. Aber ich weiß zur damaligen Zeit hast Du noch für Marcus Hammerschmitt votiert, und Hebben galt als großes Talent. Und ich schaue halt, was ist denn seither gekommen? 1 Novelle und ne Handvoll KG. Das wäre mir einfach zu dünn für solch einen Adelsschlag. Aber prinzipiell kommt es natürlich nicht auf den Umfang eines Werkes an da würde ich Dir gar nicht widersprechen wollen. Aber wenn, es so ein schmales Werk ist dann muss mans schon gut begründen können. Ein bißchen präsent fürs Genre sollte der Autor aber schon sein, und ein wenig Erfolg fände ich auch nicht sooo abwegig. Ich frage mich nämlich auch immer was in Deutschland eigentlich so ehrenrührig daran ist Erfolg zu haben? Es scheint hier fast so, das Erfolg ein Ausschlußkriterium ist. ( Und damit meine ich Ausnahmsweise mal nicht Markus Heitz ) Aber wir haben durchaus so einige Namen die sehr produktiv und auch erfolgreich sind wie zb van den Boom, Eschbach, Brandhorst, Elsberg, Thiemeyer u.a.  Das muss ja wohl alles bäh sein weil es tatsächlich Leute gibt die das kaufen und lesen wollen.

 

Dann noch ein Wort zum Abschnitt mit den Leseherausforderungen über Menschen die nach 3 oder 4 maligem Scheitern einen Text auch zum 5. mal in Angriff nehmen und Du das dann als besonderes Zeichen von Hochwertigkeit des Textes interpretierst und dann dieser Text selbstverständlich in einer von Dir imaginär gezogenen Rangfolge höherwertiger ist als ein Text der verständlicher ist. Da bin ich mir nicht so sicher ob das so generell gelten kann. Man kann das nämlich auch ganz anders betrachten. Wenn jemand nicht in der Lage ist, das Rüstzeug seines Berufes, nämlich das geschriebene Wort, dahingehend anzuwenden das die Mehrzahl seiner Klientel ihm zu folgen vermag dann liegt der Fehler vielleicht doch eher beim Verfasser des Textes und nicht unbedingt beim Leser. So faszinierend und schmeichelhaft die Vorstellung auch sein mag, hier als Leser Zeuge von etwas übergroßem und genialem zu sein, eines tollen einzigartigen Textes, der umso genialer ist, desto weniger ich als Leser folgen kann, ( ich habe für diese Art von Leseerwartung durchaus Verständnis ) ist es doch am Ende wenig wahrscheinlich so. Viel naheliegender ist die Annahme das der jeweilige Autor sich in seinem innenleben verrannt hat und es schlicht nicht geschafft hat das was er sagen will genießbar niederzuschreiben.



#89 Amtranik

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Geschrieben 11 October 2017 - 18:23

Ich bin mir nach wie vor unsicher, was hier Dein Punkt ist. Hast Du den Eindruck, dass Michael K. Iwoleit zu unrecht als Autorität angesehen wird? Wenn ja, kann man ja über seinen Bewertungsmaßstab reden. Dann allerdings sollte man (ich meine das nur so allgemein, soll keine Andeutung sein, dass Du das nicht könntest oder so) aber auch entsprechende Gegenargumente haben.

 

Hmm ja irgendwie weiß ich auch gar nicht mehr so richtig wo wir was zum streiten haben lol. Ich wollte ja eigentlich bloß ausgehend von Uwes Bemerkung mitteilen, das es mir ähnlich ging mit der KG von Hebben.


Bearbeitet von Amtranik, 11 October 2017 - 18:24.


#90 Michael Iwoleit

Michael Iwoleit

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Geschrieben 11 October 2017 - 18:40

 

Dann noch ein Wort zum Abschnitt mit den Leseherausforderungen über Menschen die nach 3 oder 4 maligem Scheitern einen Text auch zum 5. mal in Angriff nehmen und Du das dann als besonderes Zeichen von Hochwertigkeit des Textes interpretierst und dann dieser Text selbstverständlich in einer von Dir imaginär gezogenen Rangfolge höherwertiger ist als ein Text der verständlicher ist. Da bin ich mir nicht so sicher ob das so generell gelten kann. Man kann das nämlich auch ganz anders betrachten. Wenn jemand nicht in der Lage ist, das Rüstzeug seines Berufes, nämlich das geschriebene Wort, dahingehend anzuwenden das die Mehrzahl seiner Klientel ihm zu folgen vermag dann liegt der Fehler vielleicht doch eher beim Verfasser des Textes und nicht unbedingt beim Leser. So faszinierend und schmeichelhaft die Vorstellung auch sein mag, hier als Leser Zeuge von etwas übergroßem und genialem zu sein, eines tollen einzigartigen Textes, der umso genialer ist, desto weniger ich als Leser folgen kann, ( ich habe für diese Art von Leseerwartung durchaus Verständnis ) ist es doch am Ende wenig wahrscheinlich so. Viel naheliegender ist die Annahme das der jeweilige Autor sich in seinem innenleben verrannt hat und es schlicht nicht geschafft hat das was er sagen will genießbar niederzuschreiben.

 

 

Das könnte man so sehen, so habe ich's allerdings nicht gemeint. Vielleicht habe ich mich zu sehr auf

die Art von Werken konzentriert, die Schwierigkeiten mit sich bringen, und sollte noch etwas verallgemeinern:

 

So wenig wie ich Erfolg für ein Qualitätsmerkmal in sich halte, so wenig ist schiere Komplexität eine Qualität

an sich. Bei manchen Themen ist sie unvermeidlich, bei anderen nicht. Zwischen den (ohnehin trügerischen)

Polen einfach und schwierig gibt es ein riesiges Spektrum von Stilen und Herangehensweisen, die ich

mit meinen bescheidenen Kenntnissen als meisterhaft bezeichnen würde. Einige meiner liebsten Autoren

- Sommerset Maugham z.B. oder der Inder Saadat Hasan Manto - sind völlig konventionelle, realistische

Kurzgeschichtenautoren. Einige meiner liebsten Anthologien wurden von dem Inder Khushwant Singh

herausgegeben, der die typischen modernen amerikanischen Kurzgeschichten, die nur noch aus Nuancen 

bestehen und bei denen wirklich oft unklar bleibt, was eigentlich das Problem der Figuren ist, überhaupt

nicht leiden kann. Singh versammelt stattdessen handfeste, solide Stories mit einem Anfang, einer Mitte,

einem Ende und einem Witz und klar konturierten Figuren, die deswegen trotzdem nicht seicht sind. Ist

das Kunst? Manche Literaturliebhaber sagen: nein, es ist nur Kunsthandwerk. Ich würde sagen: Ja, auch.

 

Bei dem alten Schisma zwischen einfach/schwierig kann man auf beiden Seiten reinfallen. Ich nenne dazu

noch einmal ein außerliterarisches Beispiel: ich bin ein großer Bewunderer der kontemplativen japanischen

Zen-Kultur, habe aber lange Zeit nicht nachvollziehen können, warum der Zen-Steingarten des Ryoanji-

Tempels in Kyoto als eines der größten Kunstwerke der Geschichte gilt. Die ganze Anlage von etwa der

Größe eine Tennisplatzes besteht nur aus geharktem Kies, 15 unterschiedlich geformten Steinen und etwas

Moos. Ein oberflächlicher Betrachter könnte fragen: What is all the fuzz about? Läßt man sich aber einmal

drauf ein, wird die Vielschichtigkeit im Handumdrehen bodenlos und man merkt schnell, das diese Anlage

in ihrer Art wahrscheinlich nie mehr übertroffen werden kann.

 

Wem Zen zu exotisch ist, könnte das Ganze auch an klassischer Musik studieren, z.B. dem Präludium in C-Dur

aus Bachs "Wohltemperiertem Klavier", das nicht mehr und nicht weniger tut, als zu demonstrieren, wie Musik

funktioniert: mit einer Reihe arpeggierter Akkorde werden Spannungsbögen auf- und wieder aufgebaut, und

dann ist das Stück vorbei. Und in dieser einfachen Idee hat Bach alles untergebracht, was Musik sein kann:

Ausdruck, Form, Spiritualität, Wissenschaft usw. Gute Jazzmusiker wie Herbie Hancock können Vergleichbares

auf dem Piano improvisieren. Wenn man sich als Amateurkomponist an etwas Ähnlichem versucht, liegt man aber

ganz schnell auf der Nase.

 

Sowas gibt es natürlich auch in der Literatur, z.B. die scheinbar schlichtmütigen Kurzgeschichten von Anton

Cechov oder die kürzeren, fast beiläufig erzählten Episoden aus James Joyces "Dubliners".

 

Vielleicht sollte ich häufiger auf solche Beispiele zu sprechen kommen. Alllerdings höre ich jetzt schon die

Unkenrufe, falls ich mal eine Geschichte wegen ihrer meisterhaften Einfachheit loben sollte: "Was ist denn

daran so doll? Das ist doch eine ganz einfache Story." Ein Schuft, wer Schnödes dabei denkt.

 

PS Natürlich sind extrem schwierige Bücher wie "Finnegans Wake" oder "Gravity's Rainbow" in gewissem

Sinne eine Unflätigkeit gegenüber dem Leser. Den Macher hat hier nur eines interessiert: Ich will, daß dieses

Ding existiert. Euer Problem, wie ihr damit klarkommt. Ein gesunder Leser verfügt zur Gegenwehr aber auch

über zwei Mittelfinger, die er solchen Lümmeln entgegen strecken kann.


Bearbeitet von Michael Iwoleit, 11 October 2017 - 19:28.




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