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Interview mit Jens Lubbadeh ("Neanderthal")


36 Antworten in diesem Thema

#31 T. Lagemann

T. Lagemann

    Giganaut

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Geschrieben 25 March 2018 - 17:59

Hallo Amtranik,

Ich bin jetzt nicht sicher ob Du mich in einem Punkt mißverstanden hast? Oder verstehe ich das richtig das Du im Grunde den Literaten des Feuilleton recht gibst das die SF einzig zu schlecht ist um besprochen zu werden? Ich meinte nämlich mit Selbstlimitierung das im Film den Jens verlinkt hat ausgesagt wird, das in Deutschland im Gegensatz zu anderen Ländern ganz bewußt ein Unterschied zwischen "Ernsthafter" und "Unterhaltungsliteratur" gemacht wird was dazu führt das Phantastik niemals in solchen Literaturzirkeln besprochen würde. Also sozusagen eine freiwillige Limitierung der" Literaturpäpste" in Deutschland auf die sogenannte "ernsthafte Literatur" und die bewußte Ausgrenzung der sogenannten, als minderwertig, jedenfalls im Sinne von Form und Stil, angesehenen "Unterhaltungsliteratur".  Deine Aussagen würden diese in meinen Augen steile These nun ja eher Stützen hoffe aber das Du es in einem anderen Sinne meinst.

 

Ansonsten sprüht aus deiner Aussage wenn auch vermutlich eher unbewußt leider auch wieder die übliche Arroganz heraus. Indem Du die Meinung vertrittst es wäre den Lesern die nunmal bestimmte Stoffe bevorzugen einfach nur zu anstrengend mal was anderes zu lesen versuchst Du diese abzuwerten. Sie sind nicht bereit sich herauszufordern, zu quälen, so wie Du es tust. Daher bist Du natürlich ein guter Leser denn Du willst gefordert werden, willst nicht alles sofort verstehn, möchtest am Lesestoff wachsen etc pp. und Perry Rhodan Leser und damit auch gleich die meisten SF-Leser sind natürlich schlechte Leser. Daher ist die SF auch im Schnitt schlechter als andere Sparten. Sorry net bös gemeint aber genauso klingt das in meinen Ohren und das gefällt mir ganz und gar nicht. Ich lese ja zwar zugegebenermaßen wirklich beinahe monothematisch in der SF und man kann das kritisieren, ich stehe aber dazu, und darüberhinaus habe ich innerhalb dieses Genre schon so eine immense Bandbreite an Stilen, Anspruch, Action, Spannung oder auch Langeweile gelesen das ich deine These absurd finde. Ich bin der Meinung das alles was in der Feulliton Literatur drin sein kann prinzipiell auch in einem Phantastischen Buch möglich ist. Literatur ist Literatur. Umgekehrt frage ich dann eher, warum sich eingrenzen indem Phantastische Elemente prinzipielle ausgesperrt werden. Und nochwas zu Perry Rhodan. Ich werde hier bestimmt nicht den Stil verteidigen ganz sicher nicht aber wenn Du glaubst deren Zyklen hätten eine simple Story dann beweist Du damit nur das dein Urteil ein Vorurteil ist und nicht aus Wissen resultiert.

 

ich habe a) nirgend geschrieben, dass ich mich beim Lesen quäle, dass ich nicht sofort alles verstehe etc. pp. . Ich habe b) nirgends Unterhaltungsliteratur als "minderwertig" bezeichnet. Ich habe c) an keine Stelle geschrieben, dass Perry Rhodan Leser schlechtere Leser sind. Ich habe mich ergo nirgends als "besserer" Leser bezeichnet (und als solcher sehe ich mich auch nicht). Ich habe in erster Linie darüber geschrieben, was mir beim Lesen Genuss bereitet. Und ich habe die These in den Raum gestellt, dass die deutschen SF-Lesegewohnheiten an Perry Rhodan gewachsen sind. Nicht geschrieben habe ich, dass sich an den Lesegewohnheiten natürlich Autoren orientieren - denn sie wollen ja verkaufen. Und das geht eben am besten mit Unterhaltung. Insofern ist es in keiner Weise despiktierlich, wenn Thomas Finn sagt, dass er unterhalten will. Er macht seinen Job. Und er macht ihn gut. Wie ihn auch ein Kay Meyer gut macht. Das belegen die Verkaufszahlen. Womit wir bei Frank Festa sind. Er sagt ja, dass gute Verleger auf das hören müssen, was die Kunden wollen.

 

Mit Thomas von Steinaecker hat übrigens ein Autor, dessen Roman "Die Verteidigung des Paradieses" eine Dystopie war, es auf die Longlist des Deutschen Buchpreises geschafft, 2017 dann den Carl Amery Literaturpreis erhalten (der an zeitkritische deutschsprachige Autoren verliehen wird, die „neue ästhetische Wege gehen und damit das Spektrum literarischer Möglichkeiten zu erweitern suchen.“). 2018/2019 darf von Steinaecker dann in die Villa Massimo.

Und der Roman ging durchs Feuilleton: https://www.perlenta...paradieses.html

 

Und dann ist da ja z.B. noch Leif Randt. In ihrer Rezension zu Randts Roman "Planet Mignon" schreibt Judith von Sternburg, dass es doch schon zuvor einige großartige SF-Romane gegeben habe. Und schaut man sich an, welche Zeitungen u.a. den Roman besprochen haben, greift das Feuilletonbashing der Sendung arg kurz. Es wird SF besprochen, sogar sehr gründlich. Nur sind es eben nicht Namen wie Hennen oder Meyer. Ist das schlimm? Nein. Denn zu Hennen und Meyer wird man an anderen Stellen fündig.

 

Und zum Abschluss: Demnächst erscheint der neue Schätzing. Und auf den wird das Feuilleton reagieren, da bin ich mir ganz sicher.

 

Viele Grüße

Tobias


"Wir sind jetzt alle Verräter."
"Ha!", machte die alte Dame. "Nur wenn wir verlieren."

(James Corey, Calibans Krieg)
  • (Buch) gerade am lesen:Andreas Brandhorst "Die Tiefe der Zeit" und täglich einen Tag aus Johnsons "Jahrestage"

#32 Amtranik

Amtranik

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Geschrieben 25 March 2018 - 21:04

Hallo Amtranik,

 

ich habe a) nirgend geschrieben, dass ich mich beim Lesen quäle, dass ich nicht sofort alles verstehe etc. pp. . Ich habe b) nirgends Unterhaltungsliteratur als "minderwertig" bezeichnet. Ich habe c) an keine Stelle geschrieben, dass Perry Rhodan Leser schlechtere Leser sind. Ich habe mich ergo nirgends als "besserer" Leser bezeichnet (und als solcher sehe ich mich auch nicht). Ich habe in erster Linie darüber geschrieben, was mir beim Lesen Genuss bereitet. Und ich habe die These in den Raum gestellt, dass die deutschen SF-Lesegewohnheiten an Perry Rhodan gewachsen sind. Nicht geschrieben habe ich, dass sich an den Lesegewohnheiten natürlich Autoren orientieren - denn sie wollen ja verkaufen. Und das geht eben am besten mit Unterhaltung. Insofern ist es in keiner Weise despiktierlich, wenn Thomas Finn sagt, dass er unterhalten will. Er macht seinen Job. Und er macht ihn gut. Wie ihn auch ein Kay Meyer gut macht. Das belegen die Verkaufszahlen. Womit wir bei Frank Festa sind. Er sagt ja, dass gute Verleger auf das hören müssen, was die Kunden wollen.

 

Mit Thomas von Steinaecker hat übrigens ein Autor, dessen Roman "Die Verteidigung des Paradieses" eine Dystopie war, es auf die Longlist des Deutschen Buchpreises geschafft, 2017 dann den Carl Amery Literaturpreis erhalten (der an zeitkritische deutschsprachige Autoren verliehen wird, die „neue ästhetische Wege gehen und damit das Spektrum literarischer Möglichkeiten zu erweitern suchen.“). 2018/2019 darf von Steinaecker dann in die Villa Massimo.

Und der Roman ging durchs Feuilleton: https://www.perlenta...paradieses.html

 

Und dann ist da ja z.B. noch Leif Randt. In ihrer Rezension zu Randts Roman "Planet Mignon" schreibt Judith von Sternburg, dass es doch schon zuvor einige großartige SF-Romane gegeben habe. Und schaut man sich an, welche Zeitungen u.a. den Roman besprochen haben, greift das Feuilletonbashing der Sendung arg kurz. Es wird SF besprochen, sogar sehr gründlich. Nur sind es eben nicht Namen wie Hennen oder Meyer. Ist das schlimm? Nein. Denn zu Hennen und Meyer wird man an anderen Stellen fündig.

 

Und zum Abschluss: Demnächst erscheint der neue Schätzing. Und auf den wird das Feuilleton reagieren, da bin ich mir ganz sicher.

 

Viele Grüße

Tobias

 

Auch wenn man etwas nicht wörtlich sagt, implizieren bestimmte Aussagen etwas. Selbstverständlich war meine Anmerkung zu deinem Leseverhalten eine Zuspitzung und beruhte nicht auf intimen Kenntnissen deiner Gemütsverfassung beim lesen. Nichts für ungut.

Ich teile eben deine Auffassung keinesfalls das Autoren wie Kai Meyer oder Bernhard Hennen im Gegensatz zu bestimmten Autoren die im Feulleton besprochen werden gezielter für ein bestimmtes Publikum nur deshalb schreiben um auf mehr Einnahmen zu spekulieren sondern Sie tun dies ebenso deshalb weil Sie für Ihre Leser schreiben und das schreiben was Sie selber auch gut finden. ( siehe eben die Aussage von Finn )

Deine These besagt ja im Grunde Meyer und Hennen kommen zu Recht nicht ins Feulleton  weil Sie auf Verkäufe und die "eher unterkomplexen" Kundenwünsche schielen. Das sehe ich anders. Die Romane die im Feulliton besprochen wurden welche Du anführst kenne ich als jemand der sich im Genre etwas auskennt und der als Komiteemitglied viele Romane die in Deutscher Sprache in der SF erscheinen in einem Jahrgang liest natürlich auch. Und hier ist eben zu sagen das diese Leute, Randt etc eben deshalb im Feulliton vorkommen weil Sie sich vorher bei den Literaten einen Namen gemacht haben als Autoren "Ernsthafter Literatur" und nicht als Autoren von "Untehaltungsliteratur" und sich dann erlaubten mal einen SF-Roman zu schreiben. Andere Beispiele aus früheren Jahren wären da zb. Georg Klein, oder Thea Dorn u. a. Die meisten dieser Versuche, zeigen leider das die Autoren abseits Ihres sonstigen Wirkens auch das Rad nicht neu zu erfinden in der Lage sind. Sie verhandeln entweder etwas das für Kenner des Genres olle Kamellen sind, indem Sie sich einem Thema nähern das für uns schon vor Jahrzehnten nichts neues war und demonstrieren damit Ihre unbedarftheit oder Sie sind so verkopfert das es wirklich nurmehr Arbeit und kaum noch Vergnügen ist. Es gab natürlich auch Ausnahmen aber ich wünschte mir, es wären mehr gewesen. Frank Schätzing ist da mit Sicherheit so etwas wie ein Ausnahmeerscheinung. Vom schriftstellerischen Vermögen her ist seine Ausnahmeerscheinung was Bekanntheitsgrad und Aufmerksamkeit angeht absolut nicht gerechtfertigt, obwohl ich den Schwarm noch ganz ok fand. Er hat halt einen absoluten Ausnahmeerfolg gefeiert damals, mit Sicherheit begünstigt durch die Tsunamikatastrophe in Thailand. Ich werde seinen neuen Roman sicherlich auch lesen, aber erwarte erstmal keine Wunderdinge.



#33 T. Lagemann

T. Lagemann

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Geschrieben 31 March 2018 - 12:14

Hallo Amtranik,

 

 

Auch wenn man etwas nicht wörtlich sagt, implizieren bestimmte Aussagen etwas. Selbstverständlich war meine Anmerkung zu deinem Leseverhalten eine Zuspitzung und beruhte nicht auf intimen Kenntnissen deiner Gemütsverfassung beim lesen. Nichts für ungut.

 

Der erste Satz im Zitat ist absoluter Unsinn. Insofern kann ich dein "Nichts für ungut" nicht wirklich ernst nehmen. Denn auf das, was du in meine wörtlich gemachten Aussagen hinein impliziert hast, war dann Grundlage (m)einer Aburteilung.

 

Und: Herrje, in Sachen Hennen und Meyer interpretierst du schon wieder etwas in meine These hinein, dass ich nicht gesagt (und gedacht) habe. Und überhaupt hat das Schielen auf hohe Verkaufszahlen m. E. nichts mit der Annahme oder Ablehung durch das Feuilleton zu tun.

 

Deine Thesen, warum gewisse Autoren im Feuilleton besprochen werden und andere nicht, mag ich nicht teilen. Schon weil es nicht darum geht, das Rad neu zu erfinden. Es geht um andere An- und Einsichten in Themen. Und natürlich auch einen anderen sprachlichen Umgang. Da sehe ich bei den von mir genannten Autoren offenbar mehr als du.

 

Und zu Schätzing: Tja, du sagst es. Vom schriftstellerischen Vermögen her ist die ihm entgegen gebrachte Aufmerksamkeit nicht gerechtfertigt. Und eben das gilt auch für viele, viele andere Autoren aus der Szene.

 

Ich war übrigens entsetzt, als Jeschke für "Dschiheads" den Deutschen Science Fiction Preis in der Kategorie "Bester Roman" bekam. Und als ich in der Laudatio den Satz "Die wirklich herausragenden Eigenschaften von »Dschiheads« sind Sprache und Stil." las, brach ich in lautes Lachen aus. Ich empfand die Sprache eben nicht als "überragend" (wie es später in der Laudatio hieß), sondern als sehr, sehr schwach. Ich hätte das Buch nach der ersten Seite sogar beinah in die Ecke gepfeffert, weil sich eben diese erste Seite so las, als wäre sie von einem Anfänger verfasst worden.

 

Noch mal zu Schätzing: Der m.E. sprachlich stärkste Schätzing ist "Lautlos".

 

Viele Grüße

Tobias


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#34 Amtranik

Amtranik

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Geschrieben 31 March 2018 - 14:52

Sorry T. Lagemann. "Selbstlimitierung der SF-Leser", "es darf nicht zu anstrengend sein"... das steht nun mal in deinem ersten Post. Ich verstehe gar nicht warum Du dich dagegen wehrst.

 

Mir ist schon früher aufgefallen das wir bezüglich Romanen selten einer Meinung sind und auch ganz offensichtlich ziemlich unterschiedliche Kriterien anlegen. Ich habe jetzt sogar noch mal extra den Dschiheads aus dem Regal geholt und das erste Kapitel gelesen um zu sehn ob ich irgendwo nachvollziehn kann das man sich über das geschriebene so aufregen kann, das man sogleich den gesamten Roman in die Ecke pfeffert wie Du zu schreiben beliebst. Ich verstehe das nicht. Die Wahl dieses Romanes kann man natürlich zu recht kritisieren und das wurde ja auch getan, doch ich kann mich an den Jahrgang noch einigermaßen erinnern und wie diskutiert wurde. Ich bin mir ziemlich sicher das erstmal in einem Jahrgang was offensichtlich besseres vorhanden sein muss und ich bin mir ziemlich sicher, welchen Roman man auch immer in diesem Jahr gewählt hätte, der wäre mindestens ebenso kritisiert worden. Ich bin aber immer für Meinungen, Anregungen, andere Sichtweisen zu haben. Welchen Roman hättest Du gewählt?

Was nun deine Beispiele angeht, na ja, wenn man auf gediegene Langeweile steht dann ist Leif Randts Planet Magnon sicherlich die erste Wahl. Sorry. Aber das ist mir hauptsächlich in Erinnerung geblieben. GSD war der Roman ziemlich kurz.



#35 Selma die Sterbliche

Selma die Sterbliche

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Geschrieben 04 April 2018 - 09:56

Ich habe mir das Buch jetzt bestellt und bin wirklich gespannt, wie es mir gefallen wird. Immerhin war ich zu Lubbadehs Erstem schrecklich ungerecht. Aber die Art und Weise wie "Unsterblich" auf dem Medicon verramscht wurde, hatte mir den Appetit verdorben. Ein Buch ist doch kein Aldiprospekt ... kostenlos will ich es nicht.


Dein innigster Wunsch, deine fundamentale Erkenntnis werden möglicherweise von der Hälfte der Menschheit geteilt - und diese Schätzung ist äußerst optimistisch.

 

 

jottfuchs.de

 

 


#36 T. Lagemann

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Geschrieben 09 April 2018 - 06:15

Hallo Amtranik,

Sorry T. Lagemann. "Selbstlimitierung der SF-Leser", "es darf nicht zu anstrengend sein"... das steht nun mal in deinem ersten Post. Ich verstehe gar nicht warum Du dich dagegen wehrst.

 

Mir ist schon früher aufgefallen das wir bezüglich Romanen selten einer Meinung sind und auch ganz offensichtlich ziemlich unterschiedliche Kriterien anlegen. Ich habe jetzt sogar noch mal extra den Dschiheads aus dem Regal geholt und das erste Kapitel gelesen um zu sehn ob ich irgendwo nachvollziehn kann das man sich über das geschriebene so aufregen kann, das man sogleich den gesamten Roman in die Ecke pfeffert wie Du zu schreiben beliebst. Ich verstehe das nicht. Die Wahl dieses Romanes kann man natürlich zu recht kritisieren und das wurde ja auch getan, doch ich kann mich an den Jahrgang noch einigermaßen erinnern und wie diskutiert wurde. Ich bin mir ziemlich sicher das erstmal in einem Jahrgang was offensichtlich besseres vorhanden sein muss und ich bin mir ziemlich sicher, welchen Roman man auch immer in diesem Jahr gewählt hätte, der wäre mindestens ebenso kritisiert worden. Ich bin aber immer für Meinungen, Anregungen, andere Sichtweisen zu haben. Welchen Roman hättest Du gewählt?

Was nun deine Beispiele angeht, na ja, wenn man auf gediegene Langeweile steht dann ist Leif Randts Planet Magnon sicherlich die erste Wahl. Sorry. Aber das ist mir hauptsächlich in Erinnerung geblieben. GSD war der Roman ziemlich kurz.

 

ich wehre mich gegen die von dir aus "es darf nicht zu anstrengend sein" gezogenen Schlussfolgerungen zu meiner Person.

 

Und: Übrigens bevorzuge auch ich Lektüre, die nicht zu anstrengend sein darf. Und was "anstrengend" ist, ist bei jedem anders. Manche gehen bei einem in 6h gelaufenen Marathon absolut an ihre Grenze, andere erst bei 3h und manche laufen so Weltrekord. So unterschiedlich die Zeiten auch sind, allen ist gemeinsam, dass sie an ihre Grenze gegangen sind. Derlei Gemeinsamkeiten gibt es auch beim Lesen: Man möchte sich gut unterhalten wissen, man möchte etwas lernen, man möchte Thrill, Action ... Wo da für einen jeden das angestrebte Level erreicht wird, kann nur ein jeder selbst wissen.

 

Da unser Zugang zur Literatur offenkundig sehr, sehr unterschiedlich ist, werde ich deine und meine Zeit nicht damit verschwenden wollen, hier den Roman zu nennen, den ich gerne statt "Dschihead" preisgekrönt gesehen hätte. Nur so viel: Von mir wäre Dschihead nicht mal nominiert worden.

 

Viele Grüße

Tobias


"Wir sind jetzt alle Verräter."
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#37 Amtranik

Amtranik

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Geschrieben 09 April 2018 - 11:36

Hallo Amtranik,

 

ich wehre mich gegen die von dir aus "es darf nicht zu anstrengend sein" gezogenen Schlussfolgerungen zu meiner Person.

 

Und: Übrigens bevorzuge auch ich Lektüre, die nicht zu anstrengend sein darf. Und was "anstrengend" ist, ist bei jedem anders. Manche gehen bei einem in 6h gelaufenen Marathon absolut an ihre Grenze, andere erst bei 3h und manche laufen so Weltrekord. So unterschiedlich die Zeiten auch sind, allen ist gemeinsam, dass sie an ihre Grenze gegangen sind. Derlei Gemeinsamkeiten gibt es auch beim Lesen: Man möchte sich gut unterhalten wissen, man möchte etwas lernen, man möchte Thrill, Action ... Wo da für einen jeden das angestrebte Level erreicht wird, kann nur ein jeder selbst wissen.

 

Da unser Zugang zur Literatur offenkundig sehr, sehr unterschiedlich ist, werde ich deine und meine Zeit nicht damit verschwenden wollen, hier den Roman zu nennen, den ich gerne statt "Dschihead" preisgekrönt gesehen hätte. Nur so viel: Von mir wäre Dschihead nicht mal nominiert worden.

 

Viele Grüße

Tobias

 

Na sieh mal. So wie Du deine eigenen Lesegewohnheiten beschreibst sehe ich da überhaupt gar keinen Dissens zwischen uns. Könnte ich so unterschreiben. Könnte sogar von mir sein. Leider widerspricht es deiner Aussage im ersten Post, denn da unterstellst Du ja explicit das gerade die SF-Leser um in deinem Bilde zu bleiben, bereits gar nicht erst Lust haben einen anstrengenden Marathon zu laufen und an Ihre Grenzen zu gehn. Was dann dazu führt das aus diesem Genre heraus so wenig lesenswertes für das Feulliton entspringt oder aus der Feder der Meyers und Hardebuschs. Aber lassen wir das einfach mal so stehn. Alle Mutmaßungen zu deiner Person nehme ich natürlich zurück. Wenn ich Dir damit zu nahe getreten sein sollte und Du dich gekränkt fühltest dann entschuldige bitte. Das lag nicht in meiner Absicht.

 

Sehr schade finde ich natürlich auch das Du nicht bereit bist einen Titel zu nennen. Und die Begründung? Na ja. Wenn ich schon explicit danach frage und auch sage das es mich interessiert wie kann man da Zeitverschwendung mutmaßen? Und deinen Einwand ernst zu nehmen würde ja bedeuten es sollen sich nur noch Menschen mit gleichem Zugang zu Literatur austauschen. Was für einen Sinn hätte das ganze dann noch? Wenn man eh einer Meinung ist. Aber leider habe ich das schon oft erlebt. Wie oft wird kritisiert und fragt man dann nach kommt nichts.

Ich habe noch mal nachgeschaut. Mit deiner Nichtnominierung hättest Du dich genau mit 50% des Komitees im Konsens befunden. Das sei nur mal erwähnt um auch mal etwas in die Aufmerksamkeit zu rücken wie so ein Komitee eigentlich funktioniert. Wenn jetzt alle ( und diese Fälle hatten wir leider schon) von denen so dächten wie Du - nämlich das sich da dann kein Austausch lohnt und sich zurückzögen dann könnten wir den Preis innerhalb von wenigen Jahren auch einstellen.


Bearbeitet von Amtranik, 09 April 2018 - 11:38.




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