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Exodus 38

Kurzgeschichten Magazin

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66 Antworten in diesem Thema

#1 Ender

Ender

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Geschrieben 18 September 2018 - 20:09

Die zweite EXODUS - Ausgabe des Jahres ist da!

Am kommenden Wochenende pünktlich zum Elstercon frisch auf den Tisch (und für Abonnenten bereits jetzt frisch im Briefkasten) -> EXODUS 38 mit Essays, Grafiken, Lyrik, einer Bildergalerie von Michael Marrak sowie insgesamt 10 Kurzgeschichten. Eine davon stammt ausnahmsweise von einem internationalen Autor, nämlich von Adrian J. Walker (bekannt durch seinen Roman "Am Ende aller Zeiten").

 

Folgende Geschichten sind enthalten:

 

Norbert Stöbe: Der Wächter

Frank Neugebauer: Auferstehung des Fleisches

Uwe Post: Die Borussia-Eskalation

Thomas Kolbe: Greifen Sie zu!

Angela & Karlheinz Steinmüller: Begegnung im Terminal oder Das dritte Photon

Christian Endres: Mundtot

Olaf Kemmler: Wie man Liebe sichtbar macht

Wolf Welling: Osmose

Herbert W. Franke: Das tellurische Kabinett

Adrian J. Walker: Der Käfig

 

 

(Und auch wenn das hier wie Werbung klingt: Ich bin nicht beteiligt ;) sondern freue mich einfach, dass die SF-Kurzgeschichtenszene lebt!)



#2 Uwe Post

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Geschrieben 18 September 2018 - 21:59

Mit maßlos gewalttätiger Fußball-SF von mir!

Das war Werbung.

Ich freue mich, mal wieder in illustrer Runde in meinem Lieblings-SF-Magazin vertreten zu sein.

Das auch.


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#3 Pogopuschel

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Geschrieben 18 September 2018 - 22:52

..  insgesamt 10 Kurzgeschichten. Eine davon stammt ausnahmsweise von einem internationalen Autor, nämlich von Adrian J. Walker (bekannt durch seinen Roman "Am Ende aller Zeiten").

 

Übersetzt übrigens von Horst Pukallus, also die Kurzgeschichte "Der Käfig". ;)



#4 lapismont

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Geschrieben 19 September 2018 - 06:13

Ich werds mir am Samstag kaufen.


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#5 lapismont

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Geschrieben 05 October 2018 - 12:59

Norbert Stöbe: Der Wächter

 

Roboter beherrschen die Welt. Da findet man im Asteroidengürtel einen seltsamen Datenstick und deshalb muss ein echter Mensch ran. In ihm schlummert das potential, die Bots loszuwerden.

 

Eine Ideenskizze. War mir zu dünn.


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#6 lapismont

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Geschrieben 07 October 2018 - 09:27

Frank Neugebauer: Auferstehung des Fleisches

 

Geschichte mit zwei Handlungssträngen. In der einen sind wir in einer fernen Zukunft. Ein Dorf fristet ein karges Leben und plündert die Reste der längst untergegangen Zivilisation.

Im anderen Handlungsstrang versucht der Vertreter einer Firma für künstliches Fleisch, das große Geschäft zu machen.

 

Entwickelt mir zu viele religiöse Tendenzen. Sollte SF nicht den Fakten auf den Grund gehen, anstatt neue Ängste zu entwickeln?

Spoiler


Uwe Post: Die Borussia-Eskalation

 

Eine gewohnt spritzige Zukunftssatire auf das Fußballfantum. Die Tür, Dein bester Freund, yeah!

Thomas Kolbe: Greifen Sie zu!

 

Eine Xenolinguist will außerirdische Schriftartefakte untersuchen und landet in er Welt, deren Pflanzen eine Menge sehr tödlicher Tricks auf Lager haben.

 

Hat mir ganz gut gefallen. Die tödliche Flora ist zwar kein neues Thema, mir begegnete sie wohl zuerst in Planet der Windharfen von Michael Szameit, aber Thomas Kolbe fand da auch noch ein recht fieses Pflänzlein.

Der Schlussgag war mir etwas zu billig, zumal es dem Linguisten egal sein kann. 90% aller Keilschrifttontafeln enthalten keine Literatur :D

 


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#7 Uwe Post

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Geschrieben 07 October 2018 - 14:21

Thomas Kolbes Geschichte fand ich auch etwas beliebig. Ein nett ausgedachtes, aber letztlich sehr oberflächliches Abenteuerchen.

Franks Story ist weit davon entfernt, Hard SF zu sein, aber das will sie auch gar nicht. Ich habe sie mehr als Horror-Story denn als SF-Story gelesen, und so betrachtet sagte sie mir zu. Ähnliches möchte ich über Wolf Wellings Geschichte kundtun, die mir am Ende einen Schauer über den Rücken jagte, aber eben auch keine SF ist. Den schlimmsten Horror aber brachte das Magazin ganz am Schluss. Darüber bin ich noch nicht hinweg, deshalb sage ich zunächst nichts weiter dazu.


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#8 lapismont

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Geschrieben 07 October 2018 - 15:54

Horror, mhm. Macht mir die Geschichte aber auch nicht saftiger :D


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#9 frankh

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Geschrieben 07 October 2018 - 17:22

Ich bin jetzt ebenfalls durch, und es ist nicht unbedingt ein gutes Zeichen für die deutsche Phantastik, wenn die (für mich) mit Abstand beste Story eine Übersetzung ist. In Adrian Walkers Story stimmt einfach alles Atmosphäre, Personenzeichnung, Sense of wonder und (grausliche) Pointe.

 

Aber nun in der Reihenfolge:

 

Norbert Stöbe: Der Wächter: Stilsicher geschrieben, aber die Handlung überzeugte mich nicht so recht. Offenbar führen die Protagonisten in virtuellen Körpern eher ein Drohnendasein, während außerhalb der zerstörten Städte noch echte Menschen als Primitive leben. Wen der Held mit seinem "Artefakt" letztlich überzeugen wollte und mit welchen Konsequenzen, wurde mir nicht ganz klar.

 

Frank Neugebauer: Auferstehung des Fleisches. Neugebauers Geschichten haben ja stets eine bizarre Note, aber hier erschien mir die (pseudo)religiöse Analogie zu aufgesetzt, zumal mir auch nicht so recht einleuchten will, weshalb künstliches erzeugtes Fleisch (da gibt es ja schon praktikable Ansätze) plötzlich Sinne und Bewusstsein entfalten sollte.

 

Uwe Post: Die Borussia-Eskalation: Der Autor hat ja als Schöpfer schrägen SF-Humors in D beinahe ein Alleinstellungsmerkmal und agiert auch hier auf vertrautem Terrain. Die Story beginnt amüsant, allerdings wird für mich der Bogen des überdrehten Humors dann doch etwas überspannt. Eine Sternen-Liga mit derartigen Exzessen hätte wohl auch zuvor nicht lange Bestand gehabt. Aber lustig ist die Geschichte allemal.

 

Thomas Kolbe: Greifen Sie zu: Stlilistisch holpert es leider etwas, aber die Schilderungen der aggressiven Flora haben mir gefallen, die Pointe allerdings weniger, denn es ist eigentlich keine.

 

Die Steinmüllers: Begegnung im Terminal: Gewohnt souverän und pointiert geschrieben, wenngleich das Thema (Das Universum bewahrt seine Struktur und verhindert unerlaubte Eingriffe) nicht ganz neu ist.

 

Christian Endres: Mundtot: Flott geschrieben und ein nicht unsympathischer Protagonist mit einer gehörigen Portion Schnoddrigkeit, aber die Pointe ist dann doch etwas zu dünn, um dem Ganzen Substanz zu verleihen.

 

Olaf Kemmler: Wie man Liebe sichtbar macht: Ein durchaus amüsantes Szenario, vielleicht etwas zu ausführlich eingeführt, aber die Idee einer Home-KI, die Emotionen und Sympathien sichtbar zu machen vermag, hat etwas. Und die Umkehrung und ihre Folgen sind eine amüsante Pointe.

 

Wolf Welling; Osmose: Für mich die zweitbeste Geschichte des Heftes. Die kafkaesk anmutende Entwicklung des "fading away" des Protagonisten ist sehr überzeugend geschildert. Weniger überzeugend ist die Erklärung, denn es gibt keine.

 

Herbert W. Franke: Das tellurische Kabinett: Die Geschichte um einen erfolglosen Schauspieler, der in seiner neuen Rolle zwangsläufig aufgeht, ist eher eine Miniatur und behandelt ein nicht unbedingt neues Thema, dennoch lesenswert.


Bearbeitet von frankh, 07 October 2018 - 17:26.


#10 Uwe Post

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Geschrieben 08 October 2018 - 07:45

Ja, Adrian Walkers Geschichte ist atmosphärisch und zweifellos gut geschrieben. Aber für mich auch eher Horror oder Phantastik; die SF-Elemente Zeitreise und Postapokalypse stehen hier klar im Hintergrund.

 

@Frank, kurz zu meiner Story: Freut mich, dass Du sie witzig fandest! Das Geschehen ist in der Tat maßlos übertrieben, und zwar mit voller Absicht, dies spielt auf die Maßlosigkeit des realen Fußballs an, die in vielerlei Hinsicht zu erkennen ist.

 

Norbert Stöbes Geschichte gefiel mir erzählerisch recht gut, aber so richtig überzeugen konnten mich Handlung und Pointe auch nicht. Ich fürchte, in Szenarien, die so weit entfernt spielen, ist es schwer, Figuren zu erschaffen, mit denen sich der Leser noch irgendwie identifizieren kann.

 

Olafs Geschichte fand ich auch recht amüsant. Nur fehlen die Smartphones. Von Figuren und zeitlichem Setting in der Nahzukunft her dürften die die Dinger eigentlich nie aus der Hand legen. Heutzutage marschiert ein Student ganz sicher nicht persönlich zur Haustür einer anderen und klingelt, sondern er schreibt eine Whatsapp. Insofern hat mich das Ambiente nicht überzeugt. Vermutlich hätte ein heutiger Student die Story schreiben müssen. Aber die schreiben ja nicht. Deshalb muss unsere Generation das tun. Was eigentlich nur schiefgehen kann, man steckt halt nicht drin.

 

Zu "Mundtot" von Christian Endres: Sehr ordentlich geschrieben und schön ausgedacht. Aber es überzeugt mich nicht vollends. Zwar bin auch ich davon überzeugt, dass viele Netzwerke recht leicht angreifbar sind. Aber soo leicht (und schnell) nun auch wieder nicht, wie das während des Verhörs geschieht. Zumal in einer Zeit, in der die verwendete Hardware verbreitet ist, selbst die bräsigsten Sicherheitskräfte auf die Idee kommen müssten, sie einem Verhafteten wegzunehmen.

 

Auch wenn ich jetzt noch nicht zu allen Storys etwas geschrieben habe, gefiel mir die Ausgabe insgesamt gut. Ein Totalausfall war nicht dabei. Nur: Die stärksten Storys hatten die wenigsten SF-Elemente.

Verschiebt sich der Schwerpunkt von EXODUS Richtung Phantastik oder werden einfach nicht genug starke SF-Storys angeboten?


Bearbeitet von Uwe Post, 08 October 2018 - 07:47.

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#11 lapismont

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Geschrieben 06 November 2018 - 13:47

Angela & Karlheinz Steinmüller: Begegnung im Terminal oder Das dritte Photon

 

Locker erzählte SF um die Idee, das Universum schlägt zurück. Ist mir dann aber doch etwas wenig Story und zuviele belanglose Details.

Christian Endres: Mundtot

Stilsicher vorgetragene Hacker-Legende. Wie Uwe schon anmerkte, etwas dick aufgetragen, aber da aus der Ich-Perspektive erzählt, passt das schon.

 

Udo Klotz: Michael Marrak, Erzählende Bilder und bildgewaltige Erzählungen

Ich hab mir diese Exodus-Ausgabe in erster Linie wegen der Marrak-Bilder gekauft und Udo liefert hier eine beeindruckende Übung darin, Leidenschaft in trockene Worte zu packen. Viele tolle Infos und Interpretationen – definitiv ein guter Grund, diese Exodus zu kaufen.

 

(so, ich muss endlich mit Ex38 fertig werden, die Novarianerinnen drängeln schon :aliensmile: )


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#12 lapismont

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Geschrieben 07 November 2018 - 09:32

Olaf Kemmler: Wie man Liebe sichtbar macht
Noch so eine ideengetriebene Story. Zwar bemüht sich Olaf darum, eine wissenschaftliche Basis aufzubauen, der KI-Teil selbst klingt aber wie Magie. Und das Ende hat mich eher nicht überrascht.
Aber die Illustrationen fand ich sehr passend.
 
Eher zufällig bin ich ans Ende des Heftes gekommen. Auf der einen Seite nähert sich ein Robot Megalodon einem ahnungslosen Menschen, um ihn zu fressen, auf der anderen Seite Frank Haubold.
 
Ich finde es wichtig, dass Exodus die politische Diskussion im Fandom zum Thema macht. Und natürlich kann man auch bekennende Verschwörungstheoriefans zu Wort kommen lassen. Immerhin gibt es mit einem humanistischen Text von Heidrun Jänchen ein kraftvolles KONTRA zu Haubolds milliardenschweren Existenzängsten.
Nur sollte sich Frank Haubold nicht in der Legende suhlen, ein politisches Opfer zu sein. Vermutlich gibt es kaum zehn SF-Fans, die seine politische Meinung kennen und deshalb nichts mehr von ihm lesen. Und deren Meinung war ihm vorher vermutlich auch schon egal.
 
Aber wie gesagt: Das hier macht Exodus wirklich sehr gut und ich freue mich jetzt schon auf Wie politisch ist die Deutsche SF?
Solche Diskurse täten auch der Nova gut.

:devil:


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#13 frankh

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Geschrieben 07 November 2018 - 10:20

Wer eine an nachprüfbaren Tatsachen orientierte Darstellung als „Verschwörungstheorie“ diffamiert, liefert unfreiwillig eine intellektuelle Bankrotterklärung. Das ist aber nicht ganz untypisch für Teile des SF-Fandoms. Die Überzeugung ist laut Nietzsche (das ist auch so ein Böser) ein schlimmerer Feind der Wahrheit als die Lüge.

Bearbeitet von frankh, 07 November 2018 - 10:23.


#14 Amtranik

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Geschrieben 07 November 2018 - 11:19

Wow. Dann ist es also doch noch passiert.

 

Ich muss gestehen als ich die Exodus 38 vor ein paar Wochen auspackte bin auch ich durch Zufall gleich auf den letzten Seiten gelandet und war doch einigermaßen überrascht. Was der Dirk Alt da vorhatte/machen wollte ist in jedem Falle mal mutig. Sofort ging ich hier ins Forum weil ich wußte das bereits ein Thread zu dem Magazin existierte und war dann überrascht das niemand darauf bisher eingegangen war, jedenfalls beim ersten nachdenken. Dann allerdings fand ichs schon nicht mehr so ungewöhnlich, ist Politik dieser Tage doch ein vermintes Gelände. Kein Wunder also das niemand sich damit beschäftigen mochte. Und ich gebe zu das auch ich nach mehrmaligem Ansatz etwas dazu zu schreiben es letztlich gelöscht habe. Und so bin ich hier prinzipiell Dirk van den Booms Meinung. Es findet Politik statt, auch vor allem ja in seinen Werken, aber von einer allgemeinen Metaebene heraus wo sich jeder Leser was herausziehen kann. Ich finde die aktuelle Deutsche Politik ist schon zu sehr im Mittelpunkt so daß man sich dem kaum noch entziehen kann, da braucht man eher mal die SF als gute alte escapistische Erholung von den bewegten Zeiten. So sehe ich das jedenfalls. Ausserdem denke ich nicht das es viel bringen würde und fürchte den hierzulande allzuschnell erhobenen moralinsauren Zeigefinger als einzig möglichen Taktgeber der Debatte wo ja gut und böse, richtig und falsch, dunkel und hell, modern und gestrig schon von vorneherein festgelegt zu sein scheint.

 

Dann eine kleine Kritik zu Ralf Steinberg. Ich finde Ralf deine Bewertung ist leider nicht sehr fair. Du gehst inhaltlich nicht ein, sondern plakatierst das eine Werk suggestiv als Werk eines Verschwörungstheoretikers ( genaugenomman hat er also deinen Text nicht als Verschwörungstheorie bezeichnet Frank aber natürlich machts das auch nicht wesentlich besser ) ergo kann das was da drin steht ja vermutlich nicht ernst genommen werden, während Du den anderen Text als starkes humanistisches Kontra lobst. Ich finde das kann man nicht so stehen lassen.

 

Beide Texte sind für mich richtig. Sie reden aber aneinander vorbei. Frau Jäntchen argumentiert auf einer rein persönlichen Ebene, und Ihre persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse empfindet Sie als positiv als nicht bedrohlich während Frank Haubold das große ganze in den Blick nimmt und nochmal bestimmte Eckpunkte und Ereignisse resümiert und daraus dann am Ende spekulativ ableitet. Ich bin ja nun nicht unbedingt als Franks größter Freund bekannt, wir gerieten ja auch schon des öfteren aneinander in diesem Forum. Ich erinnere nur mal an die Kriegsschlulddebatte, Vertreibung nach dem 2. Weltkrieg etc. Und ja auch ich finde das Frank, ohne jetzt auch nur annähern alles verfolgt zu haben was er so von sich gibt, bisweilen vom Hölzchen auf Stöckchen kommt, er wirkt auf mich aggressiv und neigt zu übertreibungen, just my 5 Cents.Meine ganz persönlichen Eindrücke.

 

An seinem Text jedoch kann ich nach allem ( und mit der bitte das zu beachten, nehme ich für mich sicherlich nicht in Anspruch die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und alles mitbekommen zu haben zu verstehen oder auch nur alles richtig einzuordnen ) was ich mir angelesen habe und über den ganzen Komplex zusammentrug keinen Fehler finden. Man sollte von daher Fair bleiben und Menschen nicht pauschal diffamieren wegen Aussagen in der Vergangenheit oder weil man Sie einfach nicht mag, sondern sich an das halten was ist.


Bearbeitet von Amtranik, 07 November 2018 - 11:21.


#15 Uwe Post

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Geschrieben 07 November 2018 - 11:22

Ich wollte mich nicht als erster dazu äußern, da mein Standpunkt eh hinlänglich bekannt ist, aber Fremdenfeindlichkeit - eine nachprüfbare Tatsache - als "Propaganda" zu bezeichnen, halte ich für unsachlich.

Das war allerdings jetzt das freundlichste Adjektiv, das mir dazu eingefallen ist.

 

Zu den "Tatsachen": Die zitierte Kriminalstatistik (Link muss ich nochmal raussuchen) enthält neben den von Frank genannten Zahlen auch den expliziten Hinweis, dass diese NICHT als Gradmesser für eine besonders hohe Kriminalität unter Geflüchteten dienen können, weil sie prinzipiell verfälscht sind. Deshalb ist natürlich eine Diskussion über den Umgang mit Flüchtlingen sinnvoll und richtig - aber die rechte Seite tut das meiner Ansicht nach deutlich unsachlicher als die liberale oder linke Seite. Das mag ein subjektiver Eindruck sein, weil ich mich natürlich in der linken "Blase" befinde und dort aus der rechten nur besonders menschenverachtende Zitate oder glatte Lügen reingespült werden. Was aber auch bedeutet, dass es solche gibt. Eine sachliche Diskussion ist - auch hier, wie man gerade wieder sieht - eigentlich nicht möglich.

 

Unabhängig davon sehe aber auch ich eine ganze Reihe von Problemen in diesem Umfeld. So ist es zum Beispiel nicht leicht, straffällig gewordene (oder abgelehnte) Asylbewerber "loszuwerden". Ewig einsperren kann man sie auch nicht, und wenn sie dann wieder was anstellen, ist das natürlich ganz besonders ärgerlich. Die Aufregung bei solchen Fällen kann ich dann tatsächlich nachvollziehen.

 

Ferner ist es ein Armutszeugnis für die ganze Welt, das es auch im 21. Jahrhundert offenbar nicht möglich (oder gewollt) ist, Kriege zu verhindern oder schnellstmöglich zu beenden. Der Nahe Osten ist bekanntermaßen ein Pulverfass, und die Weltgemeinschaft hat schon seit Jahrzehnten kein Mittel gefunden, dort nachhaltig für Frieden zu sorgen.

 

Letztlich ging es Dirk Alt darum, eine Diskussion über politische SF anzustoßen. Dass es unterschiedliche Meinungen gibt, ist klar, auch bezüglich der Frage, wie viel Politik in SF-Erzählungen vorkommen sollte. Mein persönlicher Eindruck ist, dass es etwas mehr sein könnte.


Bearbeitet von Uwe Post, 07 November 2018 - 11:32.

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#16 Amtranik

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Geschrieben 07 November 2018 - 11:28

Ich wollte mich nicht als erster dazu äußern, da mein Standpunkt eh hinlänglich bekannt ist, aber Fremdenfeindlichkeit - eine nachprüfbare Tatsache - als "Propaganda" zu bezeichnen, halte ich für unsachlich.

Hehe. Irgendsowas hatte ich schon vermutet. Dann trifft hier wohl der alte Spruch 2 dumme 1 Gedanke zu.

 

Ich habe den Text von Haubold jetzt nochmal durchgelesen. Wo steht denn da Fremdenfreindlichkeit wäre Propaganda?



#17 lapismont

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Geschrieben 07 November 2018 - 11:34

An seinem Text jedoch kann ich nach allem ( und mit der bitte das zu beachten, nehme ich für mich sicherlich nicht in Anspruch die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und alles mitbekommen zu haben zu verstehen oder auch nur alles richtig einzuordnen ) was ich mir angelesen habe und über den ganzen Komplex zusammentrug keinen Fehler finden. Man sollte von daher Fair bleiben und Menschen nicht pauschal diffamieren wegen Aussagen in der Vergangenheit oder weil man Sie einfach nicht mag, sondern sich an das halten was ist.


Ich sehe den Text halt anders. Es ist das typische Vermischen von Problemen und Ursachen. Die Aufnahme und Versorgung von Kriegsflüchtlingen verursacht Kosten. Diese haben aber mit gesellschaftlichen Problemen unseres Staates kaum etwas zu tun. Es gab sie vor dem Syrienkrieg und wird sie auch danach noch geben.
Was Du als Resumé bezeichnest, ist eher eine polemische Zusammenfassung rechtspopulistischer Ansichten. »Asylheischend«?

Es lohnt nicht, in die politische Diskursion einzusteigen. Mir gefällt, dass diese Diskursion im Exodus stattfindet und ich werde davon unbenommen, Nazis Nazi nennen.


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#18 Amtranik

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Geschrieben 07 November 2018 - 11:46

Es lohnt nicht, in die politische Diskursion einzusteigen. Mir gefällt, dass diese Diskursion im Exodus stattfindet und ich werde davon unbenommen, Nazis Nazi nennen.

Ich war mir ziemlich sicher das der erste Satz kommen würde. Habe ich leider schon oft in diesem Kontext erlebt übrigens ausschliesslich von Menschen denen der Begriff Nazi ähnlich leicht von den Lippen ging wie Dir.  Und das regt  mich wirklich als jemand der sich immer schon lange und intensiv mit der Zeit der Nationalen Sozialisten beschäftigt hat auf. Wenn dieser Begriff Nazi, heute so mir nichts Dir nichts verwendet wird auch und vor allem um sich nicht argumentativ stellen zu müssen. Es ist gefährlich und es ist primitiv. Es ist so ein Totschlagvorwurf und es hat vermutlich mehr mit der berühmten "Jehova, jehova, er hat Jehova gesagt" Filmszene aus Monty Phyton zu tun als Dir lieb sein dürft. Also bitte. Was ist für dich ein Nationaler Sozialist, ein Nazi. Spucks aus. Ist Frank Haubold ein Nazi?


Bearbeitet von Amtranik, 07 November 2018 - 11:48.


#19 lapismont

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Geschrieben 07 November 2018 - 12:32

Lass uns hier im Thread einfach weiter über die Exodus 38 schreiben.


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#20 Amtranik

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Geschrieben 07 November 2018 - 12:58

Lass uns hier im Thread einfach weiter über die Exodus 38 schreiben.

Ehrlich. Mir geht das auch immer sehr nahe weshalb ich vorsichtig geworden bin politisch zu diskutieren daher sehr gerne. Aber nur für das Protokoll. Du hast angefangen... ;)



#21 lapismont

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Geschrieben 07 November 2018 - 13:58

Na, man sollte es schon nicht unkommentiert lassen, was da im Exodus geschieht.

 

Wolf Welling: Osmose

Noch eine Universum schlägt zurück Geschichte, aber ein bisschen intensiver erzählt. Schade dass es keine Erklärungen gibt. Auf der einen Seite ist es ja schön, eine sehr emphatische Story zu lesen, aber auf der anderen Seite wird ein wissenschaftlicher Hintergrund aufgebaut und dann nicht intensiviert.


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#22 frankh

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Geschrieben 07 November 2018 - 14:00

Ich sehe den Text halt anders. Es ist das typische Vermischen von Problemen und Ursachen. Die Aufnahme und Versorgung von Kriegsflüchtlingen verursacht Kosten. Diese haben aber mit gesellschaftlichen Problemen unseres Staates kaum etwas zu tun. Es gab sie vor dem Syrienkrieg und wird sie auch danach noch geben.
Was Du als Resumé bezeichnest, ist eher eine polemische Zusammenfassung rechtspopulistischer Ansichten. »Asylheischend«?
Es lohnt nicht, in die politische Diskursion einzusteigen. Mir gefällt, dass diese Diskursion im Exodus stattfindet und ich werde davon unbenommen, Nazis Nazi nennen.

Tut mir leid, aber genau diese Ignoranz und Selbstgerechtigkeit sind etwas, das mich (immer noch) auf die Palme bringt. Wer behauptet, 170.000 zusätzliche Straftäter bzw. korrekter Tatverdächtige jährlich und etwa eine Million zusätzliche Leistungsempfänger in einem ohnehin überdehnten Sozialsystem hätten nichts mit den gesellschaftlichen Problemen dieses Landes zun tun, lebt in einer anderen Welt. Wer zudem 1,6 Millionen Zuwanderer, die meisten davon unklarer Herkunft, pauschal als Kriegsflüchtlinge bezeichnet (für die Deutschland aus welchem Grund zuständig ist?), der ist sicherlich ein eifriger Medienkonsument, aber gewiss niemand, der sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigt hat.

Aber genug davon, wir werden uns nicht gegenseitig überzeugen. Ich habe den Beitrag in Exodus auch nicht aus Sendungsbewusstsein geschrieben, sondern weil ich gefragt wurde. Und ich war sehr angetan davon, dass der Ton allgemein weitgehend moderat war. Das war auch schon anders, und hier sehe ich wieder die gleichen Ansätze wie in einigen unerquicklichen Diskussionen der Vergangenheit. Deswegen werde ich außer den obigen Klarstellungen auch nichts mehr dazu schreiben, darf aber auf einen Artikel in NZZ verweisen, der die Problematik anschaulich beschreibt:

https://www.nzz.ch/f...kelt-ld.1415437

Bearbeitet von frankh, 07 November 2018 - 18:07.


#23 lapismont

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Geschrieben 07 November 2018 - 16:29

Herbert W. Franke: Das tellurische Kabinett

Einfühlsamer Text über den neuen Job eines alternden Schauspielers.

Adrian J. Walker: Der Käfig

Stilistisch stark, sehr fesselnder phantastischer Western, der SF-Part hingegen war schwach.

 

 

Bernd Karwath: Prähistorischer Wald

sehr gutes Gedicht

 

 

Dirk Arlt: Wie politisch ist die Deutsche Science-Fiction?

Hochinteressanter Artikel, der aufgrund einiger thematischer Fragen und deren Beantwortung durch (ausschließlich männliche) Phantastik-Autoren das Thema zusammenfassend beleuchtet.

Sind einige mir bekannte Positionen dabei. Etwa die Forderung nach Geschichten, die Siege der AFD oder des ISS behandelten. Würde ich nicht lesen wollen. Meine Geschichtskenntnisse in Zusammenhang mit meiner Fantasy liefern hier schon Schreckliches genug. Ich kann auch Handmades Tale oder GoT schauen. 

Spannender finde ich da Extrapolationen wie in Cory Doctorows Walkaway.

 

Aber großartige Sache, nach der Galerie mein Highlight der Ausgabe.

 

Bei den Storys war nichts herausragendes dabei, vielleicht, wenn man an einigen Texten noch gearbeitet hätte. Mein Eindruck ist, dass hier beim Schreiben viel zu oft eine schnelle Beendigung und Abgabe Ziel ist und nicht die gründliche Beschäftigung mit der inspirierenden Thematik.


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#24 Amtranik

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Geschrieben 07 November 2018 - 18:49


 

 

 Etwa die Forderung nach Geschichten, die Siege der AFD oder des ISS behandelten. Würde ich nicht lesen wollen. Meine Geschichtskenntnisse in Zusammenhang mit meiner Fantasy liefern hier schon Schreckliches genug. Ich kann auch Handmades Tale oder GoT schauen. 

 

Geht mir so ähnlich, wenn auch aus anderen, unterschiedlichen Gründen. Deine Geschichtskenntnisse in allen Ehren, aber hast Du nicht letztens in einem Beitrag deine Wertschätzung für den letzten SED-Vorsitzenden Gregor Gysi bekundet? Nachgewiesen ein Stasi-Informant und derjenige der mutmaßlich sehr viel Kohle des Volkes hat verschwinden lassen? Wohlgemerkt ist die Linke direkte Rechtsnachfolgerin der SED/PDS. Das wäre so, als hätte man die NSDAP nie aufgelöst und alle Nazis die sich keines direkten Verbrechens schuldig gemacht hätten also selbst gemordet oder als Schreibtischtäter Ihren Namen unter einen Deportations oder Erschießungsbefehl gesetzt, hätten immer noch in dieser Partei gesessen auch noch im Jahre 1969. Die saßen dann tatsächlich bei der CDU, der FDP und anderen aber das muss man sich nur mal vor Augen halten. Was wir hier eigentlich zugelassen haben. Da sitzen Leute in einer Partei die die DDR-Diktatur zu verantworten hat. Klingt für mich eher nach Geschichtsvergessenheit. Und du befürchtest dann aber stattdessen tatsächlich in der AFD sollte Sie mal in Regierungsverantwortung kommen so eine Art neuer NSDAP und 4. Reich? Hälst Du das nicht für wenigstens ein kleines bißchen abwegig?

Ich fürchte für dich das früher oder später eine Regierungsbeteiligung dieser Partei kommen wird, so sicher wie das Amen in der Kirche sogar. Zunächst sicherlich in einem der Ostdeutschen Bundesländer. Später auch im Bund. Warum? Ganz einfach. Weil die Probleme bleiben und weil entgegen oftmals anderer Darstellung diese Partei eben für keines der heute anstehenden Probleme politische Verantwortung trägt. Sie schlachtet die Themen nur aus und Sie legt den Finger in bestimmte Wunden.

Wer zb glaubt eine Migrationskrise wäre durch Aufnahme von 1 oder 2 Millionen Menschen beendet der irrt. Sie geht weiter und Sie wird auch stärker, das sagen uns alle Demoskopen. Und keines der Probleme ist gelöst. Die nächsten Millionen die vor der Türe stehn, da sind wir dann wieder am genau gleichen Punkt wie heute. Reinlassen? Abweisen? Ändert man die Politik ist man unglaubwürdig. Warum durften die einen herein und die anderen nicht? Macht man so weiter, nun. Man sieht doch schon heute wie sich Deutschland vor allem in der Debattenkultur, in der Politischen Landschaft bis herunter in den privaten Bereich verändert hat. Das würde dann weitergehen. Und ich glaube auch, das Menschen deiner Denke, die Gefahren sozialer Verwerfungen massiv unterschätzen. Deutschlands Konjunktur könnte einbrechen, ja eigentlich müsste Sie es längst laut historischer Erfahrungen getan haben. Sicher ist nur das es irgendwann abwärts geht. Es kann noch ein paar Jahre so weitergehn aber irgendwann bricht es ein. Die Belastungen und Kosten der Politik bleiben. Die Probleme werden auch nicht automatisch abnehmen nur weil Zeit verstreicht. Das Gegenteil ist der Fall. Und vor allem werden die Menschen ja immer mehr, da zwar nicht mehr so viele kommen wie 2015/16 aber immer noch deutlich mehr herein als heraus. Also steigen die Kosten permanent und die Leute die hier sind werden eben nicht automatisch integre Bundesbürger wie Otto Normalverbraucher. Ich stell mir das immer vor. Da sind junge Männer im besten Alter in Armeestärke in unserem Land mit denen weiß man im Grunde nix anzufangen, ausser Sie zu versorgen. Also, Wohnung, etwas Geld irgendeine Maßnahme Deutschkurs, Berufsvorbereitung, Lehrstelle. Brauchen tut Sie der Arbeitsmarkt aber nicht und die allermeisten schaffen das auch nicht wie bereits nachgewiesen ist anhand der Zahlen der Abbrecher. Die werden also einfach hier geparkt, irgendwo in irgendeiner Stadt oder Gemeinde. Die meisten haben kein weibliches Gegenpart, weil die Zahl der zugezogenen Männer, deutlich über der Zahl der Frauen liegt. Fast keiner hat Anschluß an die Deutsche Gesellschaft. Man bleibt zum großen Teil unter sich. Viele rutschen ab in die Kriminalität. Die Arabischen kriminellen Großclans freuen sich, denn sie haben nun fast unbegrenzten potentiellen Nachwuchs. Aus Gesellschaften die aufgrund bestimmter kultureller Eigenheiten wie dem Verarmungsrisiko in Indien wenn man ein weibliches Kind bekommt oder einer falschen Politik wie in Schweden ein ungleichgewicht in der Bevölkerungszusammensetzung von weiblich zu männlich haben, wissen wir, das mit diesen ungleichgewichten die Zahl der übergriffe auf Frauen statistisch massiv steigt. Das erleben wir gerade auch in Deutschland. Die Zahlen belegen das. Was ist denn also der Plan hinter dieser Politik? Mir erscheint das alles ziemlich wirr undurchdacht und gefährlich. Wie in dieser Gemengelage die alten Verhältnisse wie von vor 2015 wieder hergestellt werden sollen ist mir ein Rätsel. Und was ich ganz furchtbar vermisse im Diskurs, wäre mal ein durchdachtes linkes Konzept das sich am Machbaren orientiert und nicht an Wunschvorstellungen. So symphatisch mir zb die nette Katja Kiping auch ist, nützt es mir nichts mir 3000 Euro Sofortrente für alle zu wünschen bei gleichzeitig 360 Urlaubstagen im Jahr, denn so schön das wäre, es ist einfach kein realistisches Szenario. Zb. Fluchtursagen bekämpfen kann man tun. Aber Fluchtursachen beseitigen als Deutschland ist einfach kein realistisches Ziel. Das Klima zu verändern indem man in Deutschland Co2 einspart, tut mir leid, ist einfach kein realistisches Ziel. Selbst wenn man glaubte und wüßte durch vermeidung von co2 gäbe es keinen Klimawandel mehr was wissenschaftlich natürlich Mumpitz ist, so würde die Entscheidung darüber in China, USA, Indien etc fallen weil Deutschland eben nur einen klitzekleinen Anteil von ca 2% des weltweiten Co2 Ausstoßes beeinflußen kann. Dennoch will sich die Politik bis 2050 die Energiewende in etwa 7-9 Billionen Euro kosten lassen. Wenn ich jetzt einem von der Linkspartei erzählen würde, das man mit dem Geld vermutlich die Sofortrente für alle bis 2050 realisieren könnte wäre es auch nicht gut denn Sie würden beides wollen. Einfach unrealistisch. Und so ist es eben unrealistisch zeitgleich die ungleichheit der Gesellschaft  zum besseren verändern zu wollen aber politisch alles dafür zu tun das die ungleichheit steigt durch zuwanderung von unterpriviligierten Menschen in diese Gellschaft in exorbitanter Zahl. Haben die Linken die Schmerzen vergessen die bis heute die Agenda 2010 hinterlassen hat. Und das alles nur um die Arbeitslosenzahlen, die Sozialhilfeempfängerzahlen zu verringern. Kaum hat man das irgendwie erreicht mit allen verwerfungen tun die gleichen leute alles dafür das wir wieder mehr arbeitslose und harzer bekommen. Schizophren. Und ja, es ist auch unrealistisch alle Reichen so weit zu schröpfen das man genug Geld hätte, alle diese Pläne gleichzeitig umzusetzen. Wird nicht passieren. Die besten und Qualifiziertesten Deutschen, derzeit bis zu 100.000 wandern jährlich aus Deutschland aus. Deutlich mehr völlig ungebildetes Prekariat wandert aus aller Herren Länder gleichzeitig ein. Die Politik ist gerade dabei die wichtigsten Wirtschaftsstandbeine unseres Landes zu gefährden. Der Dieselskandal ist ein reines Politikversagen. Die Energiewende ist ein reines Politikversagen. Die Einwanderungspolitik hat den Namen nicht verdient, sie ist völlig willkürlich und man ist getriebener und steuert hier ja mal gar nichts. Und ich habe nicht mal eines der größten Problemfelder angeschnitten, die Europäische Union. Alles das hat nichts aber auch gar nichts mit der AFD zu tun. Und alles was ich immer als Antwort vernehme ist, Afd hier Afd da, auch im Bundestag. Anstatt sich zu Sachthemen zu positionieren oder Sie gar zu lösen verwenden die Politiker einen nicht unerheblichen Teil Ihrer Redezeit dazu vor der AFD zu warnen. So. Jetzt hab ich mich genug ausgekotzt.


Bearbeitet von Amtranik, 07 November 2018 - 18:54.


#25 lapismont

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Geschrieben 07 November 2018 - 20:20

Geht mir so ähnlich, wenn auch aus anderen, unterschiedlichen Gründen. Deine Geschichtskenntnisse in allen Ehren, aber hast Du nicht letztens in einem Beitrag deine Wertschätzung für den letzten SED-Vorsitzenden Gregor Gysi bekundet? Nachgewiesen ein Stasi-Informant und derjenige der mutmaßlich sehr viel Kohle des Volkes hat verschwinden lassen? Wohlgemerkt ist die Linke direkte Rechtsnachfolgerin der SED/PDS. Das wäre so, als hätte man die NSDAP nie aufgelöst und alle Nazis die sich keines direkten Verbrechens schuldig gemacht hätten also selbst gemordet oder als Schreibtischtäter Ihren Namen unter einen Deportations oder Erschießungsbefehl gesetzt, hätten immer noch in dieser Partei gesessen auch noch im Jahre 1969. Die saßen dann tatsächlich bei der CDU, der FDP und anderen aber das muss man sich nur mal vor Augen halten. Was wir hier eigentlich zugelassen haben. Da sitzen Leute in einer Partei die die DDR-Diktatur zu verantworten hat. Klingt für mich eher nach Geschichtsvergessenheit. Und du befürchtest dann aber stattdessen tatsächlich in der AFD sollte Sie mal in Regierungsverantwortung kommen so eine Art neuer NSDAP und 4. Reich? Hälst Du das nicht für wenigstens ein kleines bißchen abwegig?

Gysi ist Bundestagsabgeordneter meines Wahlkreises. Zu einer Stasi-Mitarbeit kann ich nichts sagen, da ist immer noch weder ein Bekenntnis seinerseits noch eine gerichtliche Feststellung dazu gibt. Das trifft auch auf die Geldwäscheproblematik zu. 

Er hat im Innern des Aperates gewerkelt, ich kann mir da viele Verstrickungen vorstellen.

 

Ich sehe jetzt aber keine Verbindung zum Exodus-Artikel oder meinem Bekenntnis, mir viel vorstellen zu können, wie Diktaturen aussähen. Gerade meine Erfahrung mit der DDR hat meine Fantasie doch erheblich verbreitert.

 

Ich denke, SF ist stets politisch, da sie Aussagen zu möglichen, zukünftigen oder alternativen Lebenswirklichkeiten trifft. Selbst rein technisch orientierte Hard-SF beinhaltet meist das Statement, das Science Fortschrittsrelevant ist. Die Themen müssen ja von den Autorinnen und Autoren aufgenommen werden. Eschbach ist in dieser Hinsicht immer sehr hellhörig und findet ein breites Publikum.


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#26 Amtranik

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Geschrieben 07 November 2018 - 20:37


 

Gerade meine Erfahrung mit der DDR hat meine Fantasie doch erheblich verbreitert.

 

 

 

Gerade deshalb finde ichs ja komisch das dann eine Partei bei der es tatsächlich eine direkte Verbindung zu der von Dir erlebten Diktatur gibt nicht viele eher als Gefahr gesehen wird, ich mein die haben ja immerhin schon bewiesen was Sie aus einem Land machen würden, hätten Sie die absolute Mehrheit. Aber als Wessi verstehe ich das sicher nicht.



#27 lapismont

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Geschrieben 07 November 2018 - 22:51

Gerade deshalb finde ichs ja komisch das dann eine Partei bei der es tatsächlich eine direkte Verbindung zu der von Dir erlebten Diktatur gibt nicht viele eher als Gefahr gesehen wird, ich mein die haben ja immerhin schon bewiesen was Sie aus einem Land machen würden, hätten Sie die absolute Mehrheit. Aber als Wessi verstehe ich das sicher nicht.

Ich sehe weiterhin keine Verbindung zum Thread, hast Du noch etwas zur Exodus-Ausgabe zu sagen?


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#28 Amtranik

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Geschrieben 08 November 2018 - 10:24

Ich sehe weiterhin keine Verbindung zum Thread, hast Du noch etwas zur Exodus-Ausgabe zu sagen?

Dann will ich dich auch mal nicht weiter quälen. Von den KG habe ich erst wenige gelesen, es wird aber sicherlich noch an Gesamtstatement von mir zur Ausgabe geben so wie ich das meist mache.



#29 lapismont

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Geschrieben 08 November 2018 - 15:08

Ich habe meine Eindrücke zu einer Rezi zusammen gefasst: Exodus 38


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#30 Uwe Post

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Geschrieben 12 November 2018 - 09:17

Hihi, ja, meine Geschichte wirbt für "eine neue Art von Konfliktbewältigung", genau  :happy:

Nämlich: Wenn sich alle gegenseitig abschlachten, bleibt niemand mehr übrig, um neue Konflikte vom Zaun zu brechen. Wobei ... ist das "neu"?

 

 

 

SF ist stets politisch, da sie Aussagen zu möglichen, zukünftigen oder alternativen Lebenswirklichkeiten trifft.

 

Das wäre aber oft "hineingelesen" und nicht eine Intention des Autors. Das "stets" kann ich wirklich nicht unterschreiben.

Wobei ja auch keiner sagt, SF müsse immer politisch sein.

Meine Auffassung geht eher in die Richtung, dass es genug unpolitische SF gibt, aber nicht genug politische. Ich halte das aber für einen völlig subjektiven Standpunkt.


Bearbeitet von Uwe Post, 12 November 2018 - 09:18.

RETTE SICH WER KANN! WALPAR IST WIEDER DA!  Walpar Tonnraffir und die Ursuppe mit extra Chili |||  uwepost.de ||| deutsche-science-fiction.de




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