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Michael K. Iwoleit - Der Moloch

Iwoleit Dystopie Roman

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24 Antworten in diesem Thema

#1 frankh

frankh

    Cybernaut

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Geschrieben 22 April 2019 - 08:47

Da bislang noch kein Strang dazu existiert, hier meine Anmerkungen zu Michael Iwoleits Roman "Der Moloch", der kürzlich auch als Paperback erschienen ist. Vor einigen Jahren war die gleichnamige Novelle innerhalb der Visionen-Reihe erschienen, aber der Roman ist naturgemäß deutlich komplexer:

 

Der Roman handelt in einer nicht allzu fernen Zukunft, in der das Rhein-Ruhr-Gebiet zu einer Megalopolis verschmolzen ist, mit allen Schattenseiten wie riesigen Slums entlang des Rheinufers, organisierter Kriminalität und einem Heer neuzeitlicher Sklaven, die unter anderem in einer unterirdischen „Subville“ schuften und dahinvegetieren.

Die Medizinerin Sina Anders arbeitet für eine Hilfsorganisation und erhält durch die Vermittlung ihres Ex-Mannes, eines hochrangigen Managers, die Möglichkeit, eine Erkundung der „Subville“ durchzuführen. Doch zum Schrecken ihres Partners Kiran kehrt sie völlig verändert zurück und verschwindet schließlich, nachdem eine medizinische Untersuchung Erschreckendes zutage gebracht hat.

Gleichzeitig organisieren unbekannte Geldgeber die Sanierung der Rheinufer-Slums, in deren Folge es ebenfalls zu einer seltsamen Wesensänderung der Bewohner kommt. Kiran und Sinas Kollege Konrad kommen einer Verschwörung auf die Spur, die in ihrem Ausmaß alles bis dahin Vorstellbare übertrifft.

Kiran wird bei seinen Aufklärungsversuchen an Orte geführt, gegen die die Höllen von Dantes „Inferno“ wie Abenteuerspielplätze erscheinen. Manchmal gibt der Autor den Beschreibungen exotisch-gruseliger Schauplätze – wie etwa einem von mutierten Bakterien verseuchten Stadtviertel – etwas zuviel Raum, was der Qualität des Romans jedoch kaum Abbruch tut. Die Handlung bleibt bis zur letzten Seite spannend und die geschilderten gesellschaftlichen und technischen Entwicklungen erscheinen so unwahrscheinlich nicht.

Aus meiner Sicht kann Iwoleits Roman mit ambitionierten Werken der aktuellen angloamerikanischen SF-Literatur durchaus mithalten, was das überschaubare Publikumsinteresse um so bedauerlicher erscheinen lässt.


Bearbeitet von frankh, 22 April 2019 - 10:32.


#2 Waffeleisen

Waffeleisen

    Pyronaut

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Geschrieben 22 April 2019 - 10:05

Soll man sich von diesen Kommentaren genötigt fühlen, die beworbenen Bücher zu lesen und in die Welt hinausschreiend zu besprechen? Ich mag Nötigung nicht.

 

 

(Davon abgesehen steht der Roman auf der Vorschlagsliste zum Neuerscheinungslesezirkel Mai, ist also durchaus nicht unter der Wahrnehmungsschwelle des Netzwerkes. Wie könnte das auch sein?)


Bearbeitet von Herr Schäfer, 22 April 2019 - 10:09.

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#3 frankh

frankh

    Cybernaut

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Geschrieben 22 April 2019 - 10:19

Soll man sich von diesen Kommentaren genötigt fühlen, die beworbenen Bücher zu lesen und in die Welt hinausschreiend zu besprechen? Ich mag Nötigung nicht.

 

 

(Davon abgesehen steht der Roman auf der Vorschlagsliste zum Neuerscheinungslesezirkel Mai, ist also durchaus nicht unter der Wahrnehmungsschwelle des Netzwerkes. Wie könnte das auch sein?)

 

Und was bitte ist an einer ganz normalen Besprechung "hinausschreiend"?

 

Ich habe nur festgestellt, dass es zur Neuerscheinung (und das eBook ist schon im Februar erschienen) noch keinen Eintrag gab. Das spricht nicht unbedingt für ausufendes Interesse.

 

Also was soll der Kommentar?


Bearbeitet von frankh, 22 April 2019 - 10:31.


#4 Mammut

Mammut

    DerErnstFall Michael Schmidt

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Geschrieben 22 April 2019 - 10:54

Na ja, frankh, deine Anmoderation zum Buch war schon negativ und beinhaltet einen Vorwurf. Damit machst du das Buch nicht unbedingt reizvoller für etwaige Interessenten.
Das muss dir doch bewusst sein. Daher verstehe ich die Gegenfrage nicht.

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#5 frankh

frankh

    Cybernaut

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Geschrieben 22 April 2019 - 11:53

Na ja, frankh, deine Anmoderation zum Buch war schon negativ und beinhaltet einen Vorwurf. Damit machst du das Buch nicht unbedingt reizvoller für etwaige Interessenten.
Das muss dir doch bewusst sein. Daher verstehe ich die Gegenfrage nicht.


Die Benennung von Tatsachen ist weder „negativ“ noch ein Vorwurf. Und es ist nun einmal eine Tatsache, dass bislang kein Strang dazu existierte.

#6 Mammut

Mammut

    DerErnstFall Michael Schmidt

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Geschrieben 22 April 2019 - 11:59

Oh, du hast den Ausgangspost angepasst. Liest sich jetzt schon anders. Mein Buch ist unterwegs und solle bei Gelegenheit eintrudeln.


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#7 ShockWaveRider

ShockWaveRider

    verwarnter Querulant

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Geschrieben 22 April 2019 - 12:26

Ich kann die Reaktionen von Herrn Schäfer und Mammut nicht nachvollziehen, aber ich kenne auch den Ursprungspost nicht. Egal.

 

Zum Thema: An die Novelle erinnere ich mich gut. Mir hat sie damals nicht so gut gefallen wie die anderen Iwoleit-Novellen, weil ich die Rückführung einer umfassenden Entwicklung auf das Wirken eines einzelnen Masterminds unbefriedigend fand. Ist das in der Rmanfassung so geblieben?

 

Gruß

Ralf


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#8 frankh

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Geschrieben 22 April 2019 - 12:45

Ich kann die Reaktionen von Herrn Schäfer und Mammut nicht nachvollziehen, aber ich kenne auch den Ursprungspost nicht. Egal.
 
Zum Thema: An die Novelle erinnere ich mich gut. Mir hat sie damals nicht so gut gefallen wie die anderen Iwoleit-Novellen, weil ich die Rückführung einer umfassenden Entwicklung auf das Wirken eines einzelnen Masterminds unbefriedigend fand. Ist das in der Rmanfassung so geblieben?
 
Gruß
Ralf


Der erste Satz war nicht wesentlich anders, irgendetwas mit bislang wenig Aufmerksamkeit, nur wundere ich mich inzwischen über mancherlei Reaktionen nicht mehr.

Na ja, ein einzelner Mastermind ist es nach meinem Empfinden nicht nur, eher eine Interessengruppe. Allerdings habe ich die Novelle altersbedingt nicht mehr so gut in Erinnerung, während ich den Roman erst dieser Tage gelesen habe.

#9 ShockWaveRider

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    verwarnter Querulant

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Geschrieben 22 April 2019 - 13:26

Danke, Frank! Das macht Hoffnung.

 

Gruß

Ralf,

erwägt den Kauf des Romans


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#10 Mammut

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Geschrieben 22 April 2019 - 13:41

Der erste Satz war nicht wesentlich anders, irgendetwas mit bislang wenig Aufmerksamkeit, nur wundere ich mich inzwischen über mancherlei Reaktionen nicht mehr.


Warum hast du es denn geändert wenn es kaum anders war.
Ich wundere mich auch überhaupt nicht über manche Reaktionen.

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#11 frankh

frankh

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Geschrieben 22 April 2019 - 13:54

Warum hast du es denn geändert wenn es kaum anders war.
Ich wundere mich auch überhaupt nicht über manche Reaktionen.

 

Ich habe es geändert, weil der fehlende Strang der Ausgangspunkt meiner Anmerkung war und mir meine Zeit zu schade für sinnlose Auseinandersetzungen ist.

 

Frohes Restostern.



#12 Michael Iwoleit

Michael Iwoleit

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Geschrieben 11 May 2019 - 23:03

Zum Thema: An die Novelle erinnere ich mich gut. Mir hat sie damals nicht so gut gefallen wie die anderen Iwoleit-Novellen, weil ich die Rückführung einer umfassenden Entwicklung auf das Wirken eines einzelnen Masterminds unbefriedigend fand. Ist das in der Rmanfassung so geblieben?

 

 

Ich erlaube mir hierzu eine Anmerkung: Ich habe vor allem deswegen eine Romanfassung geschrieben, weil ich selber mit der Novelle nicht recht zufrieden war und zu dem Schluß gekommen bin, daß sie dem Potential des Stoffs nicht ganz gerecht wird. Im Gegensatz zu "Psyhack" ist der "Moloch" aber keine Erweiterung der Novelle, sondern eine ganz neue Geschichte mit anderen Hauptfiguren, die mit der Erzählung nur den Background, die Grundidee und vielleicht fünf Seiten Text gemeinsam hat.

 

Noch eine Anmerkung zur Diskussion: Aus der SF-Szene bin ich ja Torheiten gewohnt (ein nicht unerheblicher Teil geht auf mein eigenes Konto). Daß Frank allerdings für den bloßen Hinweis auf den Roman eines Kollegens (für den ich dankbar bin) so gescholten wird, ist schon kurios, um nicht zu sagen albern. Oha, der Herrn Haubold macht eine kritische Anmerkung zum Leserverhalten, da lese ich das Buch nicht.

 

Das sind natürlich kluge und nachvollziehbare Kriterien für die Auswahl der Lektüre. Falls ich demnächst also irgendwo mal lese, daß Dostojewskis Großtante zweiten Grades ihrer Nichte ohne triftigen Grund den Rhabarbarkompott gestrichen hat, werde ich von der Lektüre der "Brüder Kamamasov" rigoros absehen. Also, alles was recht ist... 

 

Gruß 

MKI 


Bearbeitet von Michael Iwoleit, 13 May 2019 - 12:52.


#13 derbenutzer

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Geschrieben 12 May 2019 - 02:35

Danke für diese Information, lieber Frank. Die Kritik an Deiner Buchbeschreibung kann ich nicht nachvollziehen. Genau für (unter vielen anderen Sachen) so etwas ist in unserem Forum Platz! Danke auch an Michael, besonders für den letzten Satz seines Beitrages oben, der mich wirklich (laut) zum Lachen gebracht hat.

 

Mellow Greetings, schönen Sonntag! 

 

Jakob


Austriae Est Imperare Orbi Universo


#14 ShockWaveRider

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Geschrieben 12 May 2019 - 09:35

Mir sind ja eher Kinder suspekt, die ausgerechnet auf Rhabarberkompott bestehen...

 

Gruß

Bruder Ralf Rhabarberow


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#15 Waffeleisen

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Geschrieben 13 May 2019 - 11:13

@MKI: Keine Sorge. Ich kaufe ein Buch durchaus, wenn ich Interesse daran habe.


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#16 ShockWaveRider

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Geschrieben 14 May 2019 - 04:09

So, bestellt! Michaels Posting hat mich neugierig gemacht.

 

Gruß

Ralf


Bearbeitet von ShockWaveRider, 14 May 2019 - 08:42.

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#17 Mammut

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Geschrieben 08 September 2019 - 15:26

Lese gerade den Roman über die Stadt der Zukunft. Tolle Sprache, poetisch-cyberpunkisch. Die Protagonisten agieren aber stellenweise arg naiv. Das fängt schon bei der Eröffnungsszene an, und im Bankenviertel fand ich es auch extrem.
Aber hochinteressant ist es.

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#18 Mammut

Mammut

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Geschrieben 26 September 2019 - 09:06

Der Moloch ist kein einfaches Buch, aber mit Sicherheit eines der herausragendsten und ungewöhnlichsten und abgefahrensten der deutschsprachigen Science Fiction der letzten Jahre, wenn es auch eines der schwer verdaulichsten ist. 
Lest es, aber wundert euch nicht über eure schlechten Träume!
 

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#19 T. Lagemann

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Geschrieben 05 January 2020 - 07:42

Hallo zusammen,

 

lag ein Weilchen im SuB.

 

Jetzt gelesen. Leider erst jetzt.

 

Ich schließe mich Mammut (beinah) uneingeschränkt an. Gestört hat mich Lüttgendortmund ... (ein t). Die Kö Galerie schreibt sich ohne Bindestrich, zumindest im Jahr 2020. Und manches Mal erscheint mir die Silbentrennung interessant (comich-aft) bzw. unnötig (Nachname Tan-ner).

 

War ich jetzt pingelig genug? Ja, ich war.

 

Gerne mehr von dieser Qualität! Sehr gerne! Wirklich!

 

Viele Grüße

Tobias


"Wir sind jetzt alle Verräter."
"Ha!", machte die alte Dame. "Nur wenn wir verlieren."

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#20 My.

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Geschrieben 05 January 2020 - 13:05

Die Kö Galerie schreibt sich ohne Bindestrich, zumindest im Jahr 2020.

 

Die Kö-Galerie weiß selber nicht, wie sie sich richtig schreibt.

Und außerdem ist die Schreibweise jeweils richtig, die ein Düsseldorfer schreibt.

MKI also mit Bindestrich.

Ich auch.

Sonst noch Düsseldorfer hier?

 

My.


Bearbeitet von My., 05 January 2020 - 13:05.

Kontaktdaten? Hier. Oder hier.

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#21 Mammut

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Geschrieben 05 January 2020 - 13:11

Ja, ja...
https://youtu.be/RSeylMrzxec

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#22 T. Lagemann

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Geschrieben 05 January 2020 - 13:26

Die Kö-Galerie weiß selber nicht, wie sie sich richtig schreibt.

Und außerdem ist die Schreibweise jeweils richtig, die ein Düsseldorfer schreibt.

MKI also mit Bindestrich.

Ich auch.

Sonst noch Düsseldorfer hier?

 

My.

Ich habe die Webseite als Quelle genutzt. https://www.koegaler...nter/ueber-uns/ Aber nun gut, wenn Düsseldorfer das Sagen haben, habe ich nichts zu sagen. Und natürlich auch nicht für den Webauftritt verantwortliche Agentur. Die sitzt in Hamburg. Und auch all jene, die den Eingang der Kö-Galerie auf unterschiedliche Weise mit Kö Galerie bedacht haben, sind bestimmt keine Düsseldorfer ... ;-)

 

Ändert alles nix daran, dass mir der Roman ausnehmend gut gefallen hat.

 

Viele Grüße

Tobias


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#23 My.

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Geschrieben 05 January 2020 - 20:49

Tobias, ja, die Website der Kö-Galerie ist ja inkonsequent. Schau dir mal die Titelzeile des Brausers an, wenn du die Seite offen hast: Da schreiben sie sich mit Bindestrich :)

Aber egal.

Auf jeden Fall lieber Kö als Hohe Straße :bighlaugh: :bighlaugh:

 

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#24 Frank

Frank

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Geschrieben 13 February 2020 - 13:11

Michael Iwoleit: Der Moloch // Rezension von Frank Hebben
 
»Und was ist ... Terroir?«
»Ein Begriff aus der Weinkunde«, sagte Whitby. […] »Er bedeutet das spezifische Charakteristikum eines Ortes – Geografie, Geologie und Klima, die gemeinsam mit der weineigenen genetischen Disposition einen überraschenden, tiefen, originären Wein hervorbringen können. […] Die direkte Übersetzung lautet ‚Gespür für einen Ort‘, und das bedeutet die Summe aller Einwirkungen auf einen örtlich beschränkten Lebensraum, insofern sie die Eigenschaften eines bestimmten Produkts betreffen. Das kann Wein sein, aber was passiert, wenn man diese Kriterien beim Nachdenken über Area X anwendet?«
[Jeff Vandermeer: Autorität]
 
Soweit ich mich entsinne, habe ich vor ein paar Jahren auf dem Rücken der Kurzgeschichtensammlung vom Michael – (Die letzten Tage der Ewigkeit) – folgenden Spruch hinterlassen:
 
Iwoleit ist der Architekt. Und nein: Du willst in seinen Welten nicht leben.
 
Obwohl Michael – wie auch Mr. Vandermeer, um kurz den Bogen zur Intro zu schlagen – die Charakterführung beherrscht; seine Protagonisten weder schablonenhaft wirken, noch künstlich, steif oder vorhersagbar: eben: keine Abziehbilder sind, transzendiert doch alles, der Plot, die Handlung, nach und nach zu etwas Größerem, Gewaltigerem.
 
Wie Area X wird im Moloch eine (Städte-)Landschaft beschrieben: das Ruhrgebiet; in dem, pars wie toto, eine Unterströmung zu spüren ist: mit allen Sinnen erfassbar, aber eben doch nicht greifbar: Es entzieht sich in letzter Instanz; der Blick hinter den Spiegel ist nicht möglich.
 
Was man sieht, ist die nackte Realität: die Enge, unter und über der Erde: in stillgelegten Schachtanlagen, am Rheinufer – den Dreck und den Verfall. Degenerierte Menschen, kaputte Technik, ein Slum, ein Leben am Abgrund, wenn man nicht in den besseren Franchise-Vierteln ein privilegiertes, wenn auch steriles, schablonenhaftes Leben aus Arbeit und Konsum führt; das eben genauso wenig erstrebenswert ist wie am mit Chemikalien- und Fäkalien-verseuchten Fluss seine Wäsche zu waschen.
 
In seiner Kurzgeschichte „Das Urteil“ wirkt noch ein außerirdischer, somit möglicherweise guter, göttlicher Wille, der „die Völker“ dazu zwingt, sich zu vereinen – allerdings mit wenig Erfolg:
 
„Von ihm stammt der bemerkenswerte Satz, dass all das, was wir an Menschen für wertvoll erachten – Würde, Individualität, Empfindungsfähigkeit – mit der Anzahl der Menschen, die wir an einem Ort zusammenbringen, nicht etwa zu-, sondern abnimmt und sich ab einer Grenze, an der der Einzelne zu einem sinn- und zwecklosen Ding unter vielen wird, ganz auflöst. Ähnliches haben Soldaten berichtet, die durch die Menge patrouillierten, um Tote einzusammeln; Helfer an den Pavillons, die bis zur vollkommenen Erschöpfung Wasser, Fladenbrote und Gemüsesuppen austeilten und am Ende das Gefühl hatten, ein einziges unersättliches Monstrum mit Millionen Mäulern zu füttern; Arbeiter, die in die Abwässerkanäle stiegen, um Stauungen zu beseitigen, und die Massen, die sich an den Rand der Kanäle drängten und zuweilen jemanden in die Jauche stießen, als die größte Quelle von Dreck und Fäkalien erlebten, die im Universum denkbar ist. Über den alten Gemeinplatz, wonach der Krieg das Schlimmste im Menschen zum Vorschein bringt, haben alle Beteiligten nach diesem Tag nur noch lachen können. Es reicht viel weniger, um einem den Glauben an den göttlichen Ursprung des Menschen auszutreiben. Nimm einen, und kannst in ihm vielleicht ein Gegenüber mit Verstand und Würde erkennen. Nimm eine Milliarde, und die einzigen Instrumente, die ihnen beikommen, sind Statistik und Logistik.“
 
Jetzt, im Moloch, wirkt nur die unsichtbare Hand des Kapitals.
 
Sina, Ärztin – erste Hauptprotagonistin, folgt seit Jahren ihrer intrinsischen Neigung, Gutes zu tun. Anderen Menschen zu helfen. Sich nicht machtlos, hilflos zu fühlen in einer neoliberalen Welt, in der jedes Individuum auf seine Nutzbarkeit reduziert wird. Eine Gemeinschaft zu stiften; eben: die Zivilisation als solche voranzubringen, deren Devolution zu verlangsamen oder gar zu stoppen: den Hass, die Hetze in dieser kalten, technoiden Welt.
Mit durchwachsenem Erfolg.
 
Andere übernehmen das Ruder. Und sind so viel erfolgreicher mit ihren Plänen und Zielen, dass Sina nur staunend daneben stehen kann und zusieht, zum reinen Zuschauer degradiert, um sich dann – aus einem Impuls heraus – völlig in dieser Neuen Ordnung zu verlieren, zwischen der Hitze, im Schweiß und Blut einer menschlichen Masse, die vor Leben nur so pulsiert!
 
Kiran, Techniker – zweiter Hauptprotagonist, ein Überlebenskünstler, ein Tänzer auf den Stromseilen, hat seine eigenen, wenn auch nicht immer legalen Methoden, in dieses Terroir manipulierend einzugreifen. Im verzweifelten Versuch, seine Geliebte: Sina, aus diesem stinkenden Sumpf zu befreien, sinkt er dabei immer tiefer ein in ein zähes Geflecht aus Kabeln und Neuronen, aus Strom, Biomasse, Muskeln; aus Enge, Licht und klaustrophobischen Schatten.
 
Man kann das Buch an beliebiger Stelle aufschlagen, um einen Eindruck vom dichten „Filz“ zu erhalten: hier:
 
„Es dämmerte inzwischen. Trübes, rötliches Licht drang durch die Ritzen der Bretter und rostdurchlöcherten Bleche. Von fern hörte Kiran aufgeregtes Geschrei.“ (S.71)
 
Oder:
 
„Als sie sich übers Geländer beugte und Kiran hinterher schaute, stockte Sina der Atem von dem faulig-chlorigen Mief, der aus den graublauen, schlammigen und von öligen Schlieren durchsetzen Rheinfluten emporstieg […].“ (S.79)
 
Oder:
 
„Sina und die beiden anderen Frauen – frisch examinierte, mit erfrischender jugendlicher Naivität gesegnete Krankenschwestern, die bei den Medics for Men gerade einen ernüchternden Schuss Wirklichkeit injiziert bekamen – hatten ihre Taschen auf die Schöße genommen und wechselten immer wieder, gepresst schnaufend, gequälte Blicke.“ (S.152)
 
Oder:
 
„Sinas Blick ging hin und her, versuchte Einzelheiten festzuhalten, doch die Vielzahl an Körpern, Gliedern und Gesichtern, von Kindern, Säuglingen, entblößten Brüsten, Bäuchen, Wunden, Lumpen und an knochige Brustkästen gedrückte Habseligkeiten, verwischt zu einem graubraunen Rauschen.“ (S.168)
 
Alles trieft vor menschlichem Elend und Verfall.
 
Aber Iwoleit bleibt nicht im Sumpf stecken, in dieser Apathie und Trostlosigkeit des Szenarios, sondern skizziert in seinem apokalyptischen Gemälde einer babylonischen Stadt auch den Ausweg aus der Krise:
 
Er zeigt, auch dem Leser, Wege auf, die man gehen könnte – sofern genügend Wille und/oder Geld vorhanden ist. Als Mahnung für uns selbst.
 
Wie bei Dune; wie bei Auslöschung, ist also das Setting, das Szenario der eigentliche Star. Das Terroir. Die Quintessenz aus Manipulatoren und Manipulierten – aus Leibern, Technik, Gift, Drogen, Malware, Hacks, Mutanten, Tieren, Essen; Leben, Liebe, Tod.
 
Als Kritik: Obwohl am Ende tatsächlich alles in der Fluchtperspektive zusammenfällt, bleibt doch der schale Nachgeschmack, dass es irgendwie anders hätte sein sollen – die Auflösung (sic!) des Ganzen dramaturgisch besser hätte inszeniert werden können.
 
Auch viele Rechtschreibfehler trüben den Lesegenuss.
 
Frank Hebben, 13.02.2020

Bearbeitet von Frank, 13 February 2020 - 18:09.

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#25 ShockWaveRider

ShockWaveRider

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Geschrieben 13 February 2020 - 14:10

Ich zitiere mich mal selbst aus dem Schwesterforum:

 

Durch mit Michael K. Iwoleit: Der Moloch
 
51SW32YKR2L.jpg
 
(Der Roman basiert auf der Titelnovelle der von Helmuth W. Mommers herausgegebenen Anthologie "Der Moloch und andere Visionen", dem vierten und leider letzten Band der "Visionen"-Anthologien-Reihe. Bezüglich Plot und der Art der Themenbehandlung löst sich der Roman deutlich von der Keimzelle.)
 
Im Jahre 2032 ereignen sich seltsame Dinge in den Rheinuferslums. Der dort gestrandete Bodensatz einer kapitalistischen Gesellschaft findet sich plötzlich zusammen zu äußerst koordinierten und zielgerichteten Kooperationen, deren Ziel dem oberflächlichen Betrachter unklar bleibt. Die Journalistin Sina Anders stößt auf Hinweise, dass in den unterirdischen Katakomben grausame medizinische Experimente an den wie Sklaven gehaltenen Menschen stattfinden sollen. Als sie weiter bohrt, gerät sie in den Strudel einer weitreichenden Verschwörung.
 
Diese Bilder. Wortstark beschreibt Iwoleit die heruntergekommenen Rheinuferslums, wobei er seine Düsseldorfer Ortskenntnis voll ausspielt. Die NRW-Landeshauptstadt besteht nicht nur aus der Königsallee (in der eine zentrale Szene des Romans spielt), sondern auch aus weniger geleckt-glänzenden Vierteln. Iwoleit lässt interessante Figuren auftreten, die meist irgendein Geheimnis mit sich herumtragen. Auch die Beschreibung von mehr oder weniger funktionierender Elektronik, Netzwerk- und Überwachungstechnik gerät überzeugend und eindrücklich. Den Zustand und das Alter elektronischer Produkte zur Charakterisierung des sozialen Status' der handelnden Personen zu nutzen - das ist mir noch nie so deutlich untergekommen. 
Zum großen Showdown kommt es in einem apokalyptischen Wuppertal, das nach einem biotechnischen Unfall nahezu vollständig zerstört ist. Was hat dem Autor seine neue Heimat angetan, dass er sich literarisch derart an ihr rächen musste?
Der Kampf gegen die Verschwörer wird an zwei Fronten geführt - in der Realität und in der Virtualität. Großartig die letzten drei Seiten, als Sina aus dem nanotechnisch infizierten Wahn einer Kollektivexistenz erwacht. 
 
Ich erinnere mich, dass mich die ursprüngliche Novelle damals nur mäßig begeistert hat, vor allem im Vergleich zu Iwoleits Meisterwerken "Wege ins Licht" und "Ich fürchte kein Unglück". Die damals empfundenen Mängel hat er in der Romanfassung, eine deutliche Überarbeitung der Novelle, ausgemerzt. 
 
Klare Leseempfehlung.
 
Gruß
Ralf

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ShockWaveRiders Kritiken aus München
möchten viele Autor'n übertünchen.
Denn er tut sich verbitten
Aliens, UFOs und Titten -
einen Kerl wie den sollte man lynchen!
  • (Buch) gerade am lesen:R. Musil "Der Mann ohne Eigenschaften 1. und 2. Teil"
  • (Buch) als nächstes geplant:H.E. Nossack "Der neue Paris"



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