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Schluss mit der Schwarzseherei! Warum Zukunft wieder ein positiv besetzter Begriff werden muss


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22 Antworten in diesem Thema

#1 Mammut

Mammut

    DerErnstFall Michael Schmidt

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Geschrieben 05 June 2019 - 11:17

...schreibt Markus auf Tor online:

https://www.tor-onli...ff-werden-muss/

 

Wie seht ihr das? Ist SF zu pessimistisch? Ich habe vor nicht allzulanger Zeit Space Opera gelesen, das war ja doch sehr optimistisch,

Das Alien tanzt Kasatschok:

https://www.pmachine...anzt-kasatschok

 

oder auch Nova 27 ist eher positiv:

https://nova-sf.de/wp/?p=1138

 

 



#2 My.

My.

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Geschrieben 05 June 2019 - 12:02

Positiv sehen, optimistisch denken - nicht einfach. Schwarzseherei ist immer die einfachere Variante. Für das Positive, das Gute, für (!) die Zukunft muss man kämpfen. Und wer tut das schon gerne und freiwillig, wenn der Untergang so einfach herbeizureden und herbeizuschreiben ist? Ich habe die beiden genannten Bücher gemacht, und ich finde ihren Tenor richtig und wichtig.

 

My.


Kontaktdaten? Hier. Oder hier.

Ohne Hunde leben? Ich bin doch nicht blöd! (MediaMarkt)


#3 lapismont

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Geschrieben 05 June 2019 - 12:04

Ich lese gerade GRM von Sibylle Berg und das ist wohl die deprimierendste Dystopie die mehr je untergekommen ist. Danach brauch ich wohl erstmal ne Scheibe Scheibenwelt oder etwas in der Richtung.


Überlicht und Beamen wird von Elfen verhindert.
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#4 redustrial

redustrial

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Geschrieben 05 June 2019 - 12:58

Das Problem ist halt: gute Storys leben vom Konflikt. Und es ist extrem schwierig, eine positive Sicht auf die Zukunft zu vermitteln und darin gleichzeitig einen Konflikt zu etablieren. Einfacher ist es, die Zukunft selbst zum Konflikt zu machen. Ich hatte bereits ähnliche Gedanken und wollte einen positiven Ausblick auf die Zukunft geben, aber mir fällt dazu überhaupt keine Story ein, die irgendwie mitreißen könnte. Und eine mitreißende Story mit einem Konflikt, der nicht von der Zukunft ausgelöst wird, kann ich auch im Hier und Jetzt erzählen.

 

Im Übrigen ist diese ganze Schwarzseherei, dieses ewige "Kein Wunder, dass diese Welt den Bach runter geht" schlicht die einfachst mögliche Position: tritt das weisgesagte Übel ein, hat man "es ja schon immer gesagt". Bleibt es aus, dann natürlich nur, weil man "ja immer davor gewarnt hat". Man kann mit dieser Position nicht verlieren.


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#5 Narrania

Narrania

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Geschrieben 05 June 2019 - 17:30

Ja, es ist schwieriger, aber es geht. Neugier kann zum Konflikt führen, Missverständnisse, Fremdes, oder auch einfach persönlicher Neid o.ä.(Eines unserer Lieblingsbücher ist "Sprecher für die Toten") Habe gerade" Uaiom-Gruß eines Fremden" gelesen und (auch wenn hier eine außerirdische Bedrohung den Hintergrund bildet) ist es eine sehr schön erzählte Geschichte in einer Utopie.

Ich habe Dystopien so satt und Krieg gibt es leider in der Realität genug. Aber es ist so viel einfacher in einem Krieg eine spannende Situation zu finden.



#6 Peter-in-Space

Peter-in-Space

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Geschrieben 05 June 2019 - 17:46

Das Problem ist halt: gute Storys leben vom Konflikt. Und es ist extrem schwierig, eine positive Sicht auf die Zukunft zu vermitteln und darin gleichzeitig einen Konflikt zu etablieren. Einfacher ist es, die Zukunft selbst zum Konflikt zu machen. Ich hatte bereits ähnliche Gedanken und wollte einen positiven Ausblick auf die Zukunft geben, aber mir fällt dazu überhaupt keine Story ein, die irgendwie mitreißen könnte. Und eine mitreißende Story mit einem Konflikt, der nicht von der Zukunft ausgelöst wird, kann ich auch im Hier und Jetzt erzählen.

 

Im Übrigen ist diese ganze Schwarzseherei, dieses ewige "Kein Wunder, dass diese Welt den Bach runter geht" schlicht die einfachst mögliche Position: tritt das weisgesagte Übel ein, hat man "es ja schon immer gesagt". Bleibt es aus, dann natürlich nur, weil man "ja immer davor gewarnt hat". Man kann mit dieser Position nicht verlieren.

na huch!

 

Aber selbst bei einem Konflikt kann man doch die "helle Seite" als positiveres Beispiel gegenüber der "dunklen Seite" hervorstechen lassen - es muss ja nicht gerade in Jubelarien ausarten.

 

Literarisch gesehen erschöpft sich SF zunehmend in Dystopien, Utopien haben es auf alle Fälle schwerer, sich auf dem Markt zu behaupten, weil sie meist vom Feuilleton als "kindischer Fortschrittsglaube", "irrational" und "eskapistisch" desavouiert und lächerlich gemacht wird - SF-Literatur ist für diese Leute bestenfalls Perry Rhodan, schlimmstenfalls Pulp, mit ziemlich wenigen Schattierungen dazwischen.

 

Dagegen sind Dystopien ja so realistisch...


Bearbeitet von Peter-in-Space, 05 June 2019 - 17:47.

„La filosofia è scritta in questo grandissimo libro che continuamente ci sta aperto innanzi a gli occhi (io dico l’universo), ma non si può intendere se prima non s’impara a intender la lingua, e conoscer i caratteri, ne’ quali è scritto. Egli è scritto in lingua matematica, e i caratteri son triangoli, cerchi, ed altre figure geometriche, senza i quali mezi è impossibile a intenderne umanamente parola; senza questi è un aggirarsi vanamente per un oscuro laberinto.“

 

Galilei

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#7 Dyrnberg

Dyrnberg

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Geschrieben 05 June 2019 - 18:15

Vielleicht passt es zum Thema: Ich habe letztens hier ein Buch "besprochen", das über den "Zusammenbruch" der Welt erzählt und dennoch keine Dystopie ist: Mehr fände sich HIER.


Bearbeitet von Dyrnberg, 05 June 2019 - 18:16.


#8 Naut

Naut

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Geschrieben 05 June 2019 - 18:34

Ich finde ja Becky Chambers Bücher sehr positiv und froh im Kern. Wobei das leider im dritten Band etwas in Langeweile umschlägt, aber sei's drum: Ist jedenfalls mal eine Abwechslung.

#9 Pogopuschel

Pogopuschel

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Geschrieben 05 June 2019 - 18:40

Ich lese gerade GRM von Sibylle Berg und das ist wohl die deprimierendste Dystopie die mehr je untergekommen ist. Danach brauch ich wohl erstmal ne Scheibe Scheibenwelt oder etwas in der Richtung.

 

Die Lektüre hat mich zu dem Artikel inspiriert. "GRM Brainfuck" ist großartig geschrieben, aber, und da bin ich ganz bei Denis Scheck, auf Dauer ermüdent. Die ersten 400 Seiten war es noch erträglich, aber nachdem es dann nur so düster weiterging, wurde es mir zu viel.

 

Chambers ist genau die Art von Literatur, die mir vorschwebte (hab sie nur nicht erwähnt, weil sie ja bei uns im Verlag erschienen ist), keine Utopie, aber optimistisch und hoffnungsvoll und durchaus mit Konflikten. "In Zwischen den Sternen" geht es ja durchaus hart zur Sache.

 

Mich stört vor allem das Missverhältnis, zwischen dystopischer Science Fiction und optimistischer.


Bearbeitet von Pogopuschel, 05 June 2019 - 18:40.


#10 Naut

Naut

    Semantomorph

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Geschrieben 05 June 2019 - 20:53

Ja, da bin ich auch bei Euch.

Eine Leserin hat kürzlich zu Arthur C. Clarkes "Die Stadt und die Sterne" geschrieben, dass es dem Buch an Konflikten mangele. Ich bin mir nicht sicher, ob ich immer nur Bücher mit ganz schlimmen Konflikten lesen will. Ab und zu tut es ja auch ein "kleiner" Konflikt. Es muss nicht immer gleich die Welt untergehen.

#11 redustrial

redustrial

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Geschrieben 05 June 2019 - 21:29

Ja, es ist schwieriger, aber es geht. Neugier kann zum Konflikt führen, Missverständnisse, Fremdes, oder auch einfach persönlicher Neid o.ä.


Klar. Aber ich sagte ja, dass man dann die Geschichte auch im Hier und Jetzt erzählen kann. Eine positive Darstellung der Zukunft wäre da nur schmückendes Beiwerk.

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#12 simifilm

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Geschrieben 06 June 2019 - 11:08

Da ich die aktuelle SF-Produktion wirklich nicht überblicke, mag ich völlig falsch liegen, aber es ist nicht auch bei den Dystopie so, dass die Mehrheit positiv, also mit der Überwindung der dystopischen Ordnung, endet? Bei den grossen Klassikern des Genres – Samjatin, Huxley und Orwell – ist das zweifellos nicht der Fall (obwohl das bei Orwell keineswegs so eindeutig ist, wie es scheinen mag), aber bei den Young Adult Dystopias triumphieren die Guten am Ende doch meist. Bei Filmen sowieso. Mir fallen nur sehr wenige filmische Dystopien ein, die kein Happyend haben.

 

Und wenn am Ende die Überwindung der bösen Mächte steht, dann ist das doch optimistisch.

 

Ansonsten: Kim Stanley Robinsons Romane sind alle von der Überzeugung getragen, dass sich am Ende die Vernunft durchsetzen wird. Interessanterweise ist just NewYork 2140, das von einer überschwemmten Erde erzählt, einer seiner positivsten und witzigsten Romane.


Signatures sagen nie die Wahrheit.

Filmkritiken und anderes gibt es auf simifilm.ch.

Gedanken rund um Utopie und Film gibt's auf utopia2016.ch.

Alles Wissenswerte zur Utopie im nichtfiktional Film gibt es in diesem Buch, alles zum SF-Film in diesem Buch und alles zur literarischen Phantastik in diesem.
 

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#13 Pogopuschel

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Geschrieben 06 June 2019 - 11:12

Da ich die aktuelle SF-Produktion wirklich nicht überblicke, mag ich völlig falsch liegen, aber es ist nicht auch bei den Dystopie so, dass die Mehrheit positiv, also mit der Überwindung der dystopischen Ordnung, endet? Bei den grossen Klassikern des Genres – Samjatin, Huxley und Orwell – ist das zweifellos nicht der Fall (obwohl das bei Orwell keineswegs so eindeutig ist, wie es scheinen mag), aber bei den Young Adult Dystopias triumphieren die Guten am Ende doch meist. Bei Filmen sowieso. Mir fallen nur sehr wenige filmische Dystopien ein, die kein Happyend haben.

 

Technisch gesehen kann man das auf die Geschichte des Film oder des Buches (z. B. "Hunger Games") so sehen. Aber aus unserer Perspektive ist es doch erst mal pessimistisch, dass es überhaupt zu solch dystopischen Verhältnissen kommt, die als logische Weiterentwicklung aus unserer aktuellen Situation antizipiert werden. Da bietet das filmische Happy End doch nur kleinen Trost.


Bearbeitet von Pogopuschel, 06 June 2019 - 11:24.


#14 simifilm

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Geschrieben 06 June 2019 - 11:20

Technisch gesehen kann man das auf die Geschichte des Film oder des Buches (z. B. "Hunger Games") so sehen. Aber aus unserer Perspektive ist es doch erst mal pessimistisch, dass es überhaupt zu solch dystopischen Verhältnissen kommt, die als logische Weiterentwicklung aus unserer aktuellen Situation antizipiert werden. Da bietet das filmische Happy Ende doch nur kleinen Trost.

 

Ich frage mich, ob das wirklich eine Frage von optimistisch vs. pessimistisch ist, oder ob es nicht um eine andere "Achse" geht, nämlich darum, wie "gross" die Geschichte ist, wie viel auf dem Spiel steht. Es gibt in der SF wohl eine Tendenz, dass der Held nicht nur darum besorgt ist, die Frau seiner Träume zu erobern oder seine Pubertät halbwegs unbeschadet zu überstehen, sondern dass er gleich die ganze Welt rettet. Und sobald es einen so hohen Einsatz geht, landen wir doch fast zwangsläufig bei einem nicht sonderlich angenehmen Setting. Dann muss eine grosse Bedrohung vorhanden, dann muss es ums Ganze gehen.

 

Eine Welt, mit der alle zufrieden sind, muss nicht ganz gerettet werden. Sicher, auch hier wären andere Szenarien denkbar, aber ich glaube, es geht hier mindestens so sehr um eine Tendenz zum Weltenretten wie um fehlenden Optimismus. 


Bearbeitet von simifilm, 06 June 2019 - 12:04.

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#15 T.H.

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Geschrieben 07 June 2019 - 14:19

"GRM" scheint ja der Auslöser für den Wunsch nach schöner Utopie zu sein. 

Ich bin auch gerade dabei, das Buch zu lesen. Mir geht es ähnlich, wie Euch, die Ihr es gelesen habt; ich muss mich ziemlich zwingen, dabei zu bleiben. Zum einen "passiert" nicht wirklich viel, zum anderen hebt es wahrlich nicht die Stimmung...

 

Allerdings fällt mir dabei auf, dass jetzt über die dystopische Weltsicht geklagt wird, obwohl Dystopien schon ein ganzes Weilchen en vouge sind - allerdings als unterhaltsame all age und Jugendbuch-Thriller. Warum hat sich da noch niemand über so viel düstere Zukunftsweltsicht "beschwert"?

 

Derzeit gibt es ja einige Werke von Mainstream-Autoren, die sich der Nah-Zukunftssicht verschrieben haben; mir fällt da gerade noch Helmut Krausser mit „Geschehnisse während der Weltmeisterschaft“ ein; auch eine Dystopie, aber mit einem - hmm - komischen Ansatz. Am Ende trägt die Idee m.M.n. nicht. Auf jeden Fall scheint "Zukunft" im allgemenen Trend zu liegen. Irgendwie scheint was in der Luft zu liegen, irgendwie muss jetzt was passieren, oder passiert gerade etwas??


Phantastische Grüße,
Thomas

...meine "Phantastischen Ansichten" gibt's hier.
Auf FB zu finden unter phantasticus

(Hinweis: Derzeit keine Internetrepräsentanz meiner Bilder; schade eigentlich...)


#16 Peter-in-Space

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Geschrieben 07 June 2019 - 14:53

"GRM" scheint ja der Auslöser für den Wunsch nach schöner Utopie zu sein. 

Ich bin auch gerade dabei, das Buch zu lesen. Mir geht es ähnlich, wie Euch, die Ihr es gelesen habt; ich muss mich ziemlich zwingen, dabei zu bleiben. Zum einen "passiert" nicht wirklich viel, zum anderen hebt es wahrlich nicht die Stimmung...

 

Allerdings fällt mir dabei auf, dass jetzt über die dystopische Weltsicht geklagt wird, obwohl Dystopien schon ein ganzes Weilchen en vouge sind - allerdings als unterhaltsame all age und Jugendbuch-Thriller. Warum hat sich da noch niemand über so viel düstere Zukunftsweltsicht "beschwert"?

 

Derzeit gibt es ja einige Werke von Mainstream-Autoren, die sich der Nah-Zukunftssicht verschrieben haben; mir fällt da gerade noch Helmut Krausser mit „Geschehnisse während der Weltmeisterschaft“ ein; auch eine Dystopie, aber mit einem - hmm - komischen Ansatz. Am Ende trägt die Idee m.M.n. nicht. Auf jeden Fall scheint "Zukunft" im allgemenen Trend zu liegen. Irgendwie scheint was in der Luft zu liegen, irgendwie muss jetzt was passieren, oder passiert gerade etwas??

Vielleicht auch nur eine Übersättigung.

 

Begleitet vom Hype um eine zumindest in Zürich weltbekannte, langjährig renommierte und vielfach ausgezeichnete SF-Autorin.

 

Der Rummel um Zensurwahn und ökologisches Versagen der westlichen Demokratien mag sein Scherflein dazu beitragen.

 

Da müssen andere Autoren lange für stricken...


„La filosofia è scritta in questo grandissimo libro che continuamente ci sta aperto innanzi a gli occhi (io dico l’universo), ma non si può intendere se prima non s’impara a intender la lingua, e conoscer i caratteri, ne’ quali è scritto. Egli è scritto in lingua matematica, e i caratteri son triangoli, cerchi, ed altre figure geometriche, senza i quali mezi è impossibile a intenderne umanamente parola; senza questi è un aggirarsi vanamente per un oscuro laberinto.“

 

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#17 lapismont

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Geschrieben 07 June 2019 - 14:54

Ich hab mal nen extra-Thread zu GRM aufgemacht: http://www.scifinet....n-sibylle-berg/


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#18 Peter-in-Space

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Geschrieben 07 June 2019 - 17:40

Ich hab mal nen extra-Thread zu GRM aufgemacht: http://www.scifinet....n-sibylle-berg/

Danke dafür.

 

Dabei bleibt meine erste These unberührt.


„La filosofia è scritta in questo grandissimo libro che continuamente ci sta aperto innanzi a gli occhi (io dico l’universo), ma non si può intendere se prima non s’impara a intender la lingua, e conoscer i caratteri, ne’ quali è scritto. Egli è scritto in lingua matematica, e i caratteri son triangoli, cerchi, ed altre figure geometriche, senza i quali mezi è impossibile a intenderne umanamente parola; senza questi è un aggirarsi vanamente per un oscuro laberinto.“

 

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#19 lapismont

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Geschrieben 07 June 2019 - 21:20

Danke dafür.
 
Dabei bleibt meine erste These unberührt.


Ich beklage die Übermacht der Dystopien schon eine Weile. Liegt vielleicht auch daran, dass ich mit Utopien aufwuchs und dann recht hart in die westliche SF einschlug: »Ehrbare Kaufleute und ein kleiner Krieg auf dem Mond« von Frederik Pohl.
Das war schon ein Kulturschock und ist es geblieben. Gerade, wenn man damit groß wurde, dass Kapitalismus scheiße ist. Das las man in sozialistischer SF als Utopie, in westlicher als Dystopie.
:D

Bearbeitet von lapismont, 07 June 2019 - 21:20.

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#20 simifilm

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Geschrieben 08 June 2019 - 09:09

Ich beklage die Übermacht der Dystopien schon eine Weile. Liegt vielleicht auch daran, dass ich mit Utopien aufwuchs und dann recht hart in die westliche SF einschlug: »Ehrbare Kaufleute und ein kleiner Krieg auf dem Mond« von Frederik Pohl.
Das war schon ein Kulturschock und ist es geblieben. Gerade, wenn man damit groß wurde, dass Kapitalismus scheiße ist. Das las man in sozialistischer SF als Utopie, in westlicher als Dystopie.
:D

 

Was wären denn Beispiele für utopische sozialistische SF?

 

Vielleicht war's in der DDR ja anders, aber in meiner Wahrnehmung begleitet die Klage über fehlende positive Zukunftsbilder die SF schon lange. Wobei das immer mehr oder weniger explizit mit der Behauptung einhergeht, dass es früher anders war. Bloss ist mir nicht klar, wann dieses mythische Früher, in dem es diese andere SF gab, gewesen sein soll.

 

Ich kann mich nicht mehr an die Details erinnern, aber ein SF-Forscher hat sich mal die Mühe gemacht, Golden-Age-SF systematisch darauf hin zu untersuchen, ob eine positive oder negative Zukunft gezeigt wird. Und interessanterweise herrschte auch in dieser Zeitspanne, die ja oft als Zeit des ungebrochenen Optimismus und Fortschschrittglaubens dargestellt wird, negative Entwürfe vor.

 

Man nehme als prominentes Beispiel den Foundation-Zyklus: Asimov ist nun zweifellos ein Autor, der von der positiven Wirkung von Wissenschaft und Technik überzeugt ist, aber Hintergrund der Foundation-Bücher ist der Kollaps des galaktischen Imperiums. Dank Psychohistorie wird das Schlimmste zwar abgewendet, aber wie bei diversen Dystopien steht am Anfang eind negative Situation.

 

Wie hier schon gesagt wurde: Erstaunlich ist das nicht. Eine kaputte Welt, die geflickt werden muss, eignet sich nun mal besser als Ausgangslage für spannende Plots als eine, in der alles mehr oder weniger im Lot ist.


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#21 Frank

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Geschrieben 10 June 2019 - 05:46

Hier eine sehr gute Doku zum Thema. Gut investierte Zeit. :D
https://www.ardmedia...WU3YjA0MDU2N2E/


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#22 simifilm

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Geschrieben 13 June 2019 - 18:55

Und ganz aktuell noch ein paar weise Worte von Kim Stanley Robinson zum Thema.

 

 

If dystopia helps to scare us into working harder on that project, which maybe it does, then fine: dystopia. But always in service to the main project, which is utopia. 


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#23 Zeitreisender

Zeitreisender

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Geschrieben 13 June 2019 - 22:09

Für manche ist es Utopie, für andere Dystopie. Es kommt darauf an, wie man es betrachtet oder wo man sich in der Utopie/Dystopie befindet.




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