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Mein DSFP


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22 Antworten in diesem Thema

#1 Amtranik

Amtranik

    Hordenführer

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Geschrieben 19 December 2019 - 10:50

Ab und zu kommt es immer mal wieder zu Fragen oder Mythen rund um den DSFP hier im Forum. Oft ist man nicht mit den Nominierungen zufrieden ( was normal ist ), oder einige Fragen sich wie das ganze so funktioniert bzw unterstellen oder denken es würde bewußt irgendetwas geheimgehalten. Nun kann und muss jedes Komiteemitglied selber entscheiden ob es sich als solches outen will, ich kann und werde sicherlich nicht für andere entscheiden. Ich selber aber habe ja eigentlich nie ein Geheimnis daraus gemacht. Vor kurzem gab es Kritik von Feministischer Seite zu den Deutschen Preisen der Science-Fiction und der DSFP wurde nicht mal erwähnt. Keine Ahnung ob das jetzt nur zufällig so war oder ob wir tatsächlich im Gegensatz zu anderen kaum wahrgenommen werden.

 

Ich wollte zunächst mal ein bißchen was zu mir und wie ich dazu gekommen bin sagen, dann wie das ganze so grob funktioniert und schliesslich dann auch meine Entscheidungen zum letztjährigen Preis offenlegen. Anmerkungen, Kritik, Diskussion darüber sind ausdrücklich willkommen.

 

Seit 8 Jahren bin ich jetzt beim DSFP dabei. Aus dieser Zeit ist ausser mir nur noch 1 anderes Mitglied von damals heute noch dabei, das mag die enorme Fluktuation in der Zusammensetzung der letzten Jahre dokumentierten. Wobei ich anmerken darf das einige schon länger dabei sind als ich aber immer mal wieder Pausen einlegen um dann zu uns zurückzukehren.

 

Ich selber habe in meiner Jungend beinahe ausschliesslich Perry Rhodan gelesen und bin erst mit über 30 so richtig ins SF Genre in aller Breite eingestiegen. Dafür dann aber auch ziemlich schnell und exzessiv was bis heute durchaus zu dreistelligen gelesenen SF-Romanen pro Jahr führen kann. Als ich ins Netzwerk kam habe ich schnell überall zu Romanen oder in Lesezirkeln Meinungsstarke Beiträge hinterlassen auch wenn die Ahnung vom Genre verglichen mit heute eher noch ziemlich gering war. Offenbar hat das aber Leute auf mich aufmerksam gemacht und so hat man mich gefragt ob ich nicht Lust hätte beim DSFP einzusteigen. Was mich wirklich überraschte. Berufen dazu fühlte ich mich jedenfalls aus mir heraus sicher nicht. Aber ich habe ganz schnell gemerkt wie viel Spaß mir das macht. Und das ist im Grunde bis heute ungebrochen so.

Vielleicht geht es vielen so? Leute die durchaus gerne lesen und auch Ihre Meinung zu allem und jedem haben aber aus den verschiedensten Gründen, sei es falsche Bescheidenheit, Angst vor Überforderung etc, denken Sie wären da fehl am Platze. Das ist quatsch. Traut euch und macht mit. Jeder ist willkommen.

 

Denn jede Stimme ist wichtig. Es ist zb noch nie vorgekommen das Komiteemitglieder herausgeworfen wurden weil Sie bestimmte Vorgaben nicht erfüllt hätten oder weil es andere strenge Regeln gäbe. Im Grunde ist die Art und der Umfang der Mitarbeit eine völlig freiwillige angelegenheit.

Wir haben Mitglieder die lesen zwischen 30 - 40 SF Roman pro Jahr nur für den DSFP und andere die lesen weniger als 5. Manche haben nur 3 gelesen sind aber von einem der 3 so überzeugt das sie diesen nominieren, andere sagen schon mal sie hätten zu wenig gelesen und würden bei der Nominierungsrunde daher aussetzen, wären dann aber bei der Abstimmungsrunde wieder dabei. Denn zwischen Nominierung und Abstimmung liegen zwischen 6-8 Wochen damit sichergestellt ist das jedes Mitglied jedes Werk gelesen hat denn nur dann ist man zur Abstimmung zugelassen. In der letzten Zeit hat sich die Zahl der nominierten Werke immer mehr erhöht. Das liegt zum einen daran das unsere Statuten nach denen jede doppelte Nominierung automatisch auf die Shortlist führt noch aus einer Zeit stammt als deutlich weniger Romane pro Jahr auf den Markt kamen und zum anderen auch an der gestiegenen Qualität insgesamt.  Vermutlich wird hier eine Anpassung notwendig sein, zum einen um die Qualität der Shortlist zu verdichten und zum anderen um die Lesebelastung der Abstimmenden nicht über die Gebühr zu strapazieren.

Im Grunde ist es also so, das nach Ablauf der Nominierungsfrist zusammengezählt wird welche Werke mehrfachnominierungen bekommen haben worauf diese automatisch nominiert sind. In einer offenen Diskussion werden aber nicht selten auch noch Werke nominiert die in der ersten Runde nur einen Fürsprecher hatten, etwa weil das Werk nur von diesem einen gelesen wurde und zu wenig Aufmerksamkeit bekam oder ein Komiteemitglied derart vom Roman überzeugt ist das er andere Fürsprecher mobilisieren/überzeugen kann. Das ist vor allem in der letzten Zeit aufgrund des stetig wachsenden Marktes an Neuerscheinungen viel häufiger der Fall als früher, weil schlicht das angedachte ideal das möglichst alle Neuerscheinungen von mindestens 2 Mitgliedern vor der Nominierungsphase gelesen worden sein sollten nicht mehr zu schaffen ist. Im letzen Jahr konnten wir also wie gesagt bis zu 5 Werke nominieren was nicht ausschliesst auch nur 3 oder noch weniger Nominierungen abzugeben. Ich persönlich habe alle 5 ausgeschöpft und musste dennoch schmerzliche entscheidungen treffen, denn meine Liste hätte durchaus 7, 8 Nominierungen zugelassen. Stehen die Nominierungen gibt es einen festen Abstimmungsterming. Bis dahin muss jedes Mitglied das abstimmen will, alle nominierten Werke gelesen haben und dies ist im Grunde auch die einzige Situation in der es eine feste Vorgabe/Bringschuld an die Komiteemitglieder gibt. Das Prozedere ist schnell erklärt. Das beste Werk ist mit 15 Pkt zu bewerten und das schlechteste mit 0 Pkt. Alles andere ist Sache der Gewichtung des Abstimmenden. Verschiedene Werke dürfen die gleiche Punktzahl erhalten. Es ist auch üblich neben den Diskussionen im internen Forum des DSFP zu den Abstimmungen oder Nominierungen noch Statements/Begründungen abzugeben die dann auch in die jeweiligen Laudatios des Jahres zu den Werken einfliessen können.

 

 

 

Mir ist es in diesem Jahr wie erwähnt ziemlich schwer gefallen mich auf 5 Nominierungen ( zumindest bei den Romanen) zu beschränken und da gab es dann auch einfach Abwägungen derart sich zu fragen welches Werk bringt vielleicht etwas mehr abwechslung rein als ein anderes das Du gleich gern nominiert hättest?

 

Ich habe diesmal wie folgt abgestimmt.

 

Letztlich nominiert hatte ich

 

Kurzgeschichten:

 

Nele Sickel - Muse 5.0 aus "Phantastische Sportler"

Tetiana Trofusha - Coming Home aus "Inspiration"

C.M. Dyrnberg - Intervention aus "Nova 25"

Thomas Siebert - Enola in Ewigkeit aus "Nova 25"

Jutta Siebert - Die Schwimmerin aus "Science X Future"

 

 

Romane:

 

Tom Hillenbrand - Hologrammatica

Andreas Eschbach - NSA

Andreas Brandhorst - Die Tiefe der Zeit

Dirk van den Boom - Canopus: Der Kalte Krieg 1

Ben Calvin Hary - Koshkin und die Kommunisten aus dem Kosmos

 

weitere mögliche Kandidaten für mich waren auch noch

 

Willi Hetze - Die Schwärmer

Nadine Boos - Tanz um den Vulkan

Julia von Lucadou - Die Hochhausspringerin

Frank Schätzing - Die Tyrannei des Schmetterlings

Wekwerth/Thariot - Pheromon 1u.2

 

woraus ich dann letztling Koshkin den letzten Platz auf meiner Nominierungsliste gegeben habe. Aber es war eine schwere Entscheidung.

 

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Und abgestimmt habe ich wie folgt. Mit kurzen Statements.

 

Bewertung Kurzgeschichten:
 
 
1. Andreas G. Meyer - Kill!                                         15 Punkte
 
Eine Story wie ein Paukenschlag! Eine Tour de Force der Gefühle, Wendungen, Action, atemlose Spannung, dazu handwerklich gut und eine Pointe hat
sie obendrein, mit das wichtigste bei der Kurzform. Das ist mit Sicherheit seit längerem eine der besten KG die ich gelesen habe. Daher setze ich die Story ganz
folgerichtig auf Platz 1.
 
2. C.M. Dyrnberg - Intervention                                   10 Punke
 
Eine Story, die auf den ersten Blick vielleicht relaltiv unspektakulär wirkt, aber mich zumindest auf den zweiten unheimlich stark beschäftigt und zum Nachdenken gebracht hat. Darüberhinaus schätze ich den Schreibstil von C.M. Dyrnberg seit ich seine erste Story las, sehr. Präzise, intelligente Sätze jedoch ohne jegliche Selbstverliebtheit oder Arroganz. Nüchtern aber elegant. Ich mag ihn sehr.
 
3. /4.
 
Nele Sickel - Muse 5.0                                                    8. Punkte
 
Unterhaltsam und bitterböse, pfiffig und auf wenigen Seiten auserzählt. So mag ich Kurzgeschichte. Dazu gut geschrieben, gehört sie folgerichtig für mich zu den besseren des Jahrgangs.
 
3./4.
 
Jutta Siebert - Die Schwimmerin                                      8 Punkte
 
Auf ganz wenigen Seiten schafft es die Autorin eine unheimlich intensive Stimmung, voller Melancholie und Nachdenklichkeit zu erzeugen. Das erwarte ich von Kurzgeschichten, das Sie mich irgendwo berühren und mitnehmen, irgendwie einfangen, etwas in mir ansprechen. Die Schwimmerin tut dies auf gekonnte Weise. Daher eine meiner liebsten des Jahrgangs.
 
5./6.
 
Tetiana Trofuscha - Coming Home                                    7 Punkte
 
Sehr schöner Plot. Sehr ähnlich einem aktuellen Roman von Iain Reid, den ich ebenfalls dieses Jahr las. Eine künstliche Lebensform weiß nichts über ihre Natur, so wie der Leser. Erst im Laufe des Textes kristallisiert sich für Leser wie KI, die wahre Natur der Dinge heraus. Etwas zu ausführlich und die ein oder andere Volte zu viel, sonst wäre Sie noch weiter vorne in meiner Gunst gelandet. Eine Spur zu vorhersehbar.
 
5./6. Nadia Neufeldt - Im Regen                                       7 Punkte
 
Eine atmosphärisch sehr intensive und dichte Erstkontaktgeschichte, eingewoben in einen intelligenten und originellen Plot. Hat mir sehr gefallen.
 
7. Galax Acheronian - Trolltrupp                                       6 Punkte
 
Ich mag Galax Acheronians Themenwahl zumeist sehr gerne und finde vor allem seine herangehensweise, seine Perspektive eine Story zu erzählen sehr ansprechend. Das ging mir schon so, seit ich seine Story über das schwule Paar, das es in die Zukunft verschlägt, gelesen habe. Seine stilistischen Schwächen machen das in meinen Augen mehr als wett, aber so ganz ignoriert werden können sie natürlich nicht. Wenn er sich handwerklich noch verbessern würde, könnte er für mich bei seiner Fantasie und Lust aufs Fabulieren, die einen quasi durch jeden Satz hindurch anspringt, durchaus noch eines Tages aufs Treppchen kommen.
 
8. Thorsten Küper - Confinement                                      5 Punkte
 
Küper ist ein ganz hervorragender Kurzgeschichtenautor, gar keine Frage. Doch bei ihm hab ich so ein bisschen das "Hammerschmitt" Problem. Allzu selten können seine stilistischen Qualitäten für mich mit dem Interesse für seine Plots mithalten. So auch im vorliegenden Text. Unbestritten gut gemacht und geschrieben, lies mich Thema und Umsetzung weitgehend kalt, ja hat mich sogar gelangweilt. Daher landet seine Story eher im hinteren Mittelfeld in meiner Bewertung.
 
 
9. Uwe Post - Kurz vor Pi                                                 3 Punkte
 
Ganz nett, aber mehr auch nicht. Ein typischer Uwe Post, aber man hat schon weit besseres von ihm gelesen. Kurz vor Pi ist für mich einfach Durchschnitt. In jeder Hinsicht.
Kann man lesen, muss man aber nicht. Ist ok auf unserer Shortlist in meinen Augen, wäre aber auch kein großer Verlust, wenn sie fehlte. Gemessen an dem was er kann, zu wenig.
 
 
10. Rico Gehrke - Rauschen                                              1 Punkt
 
Mit Gehrkes beiden Beiträgen im Holozän Band konnte ich überhaupt nichts anfangen. Angefangen vom Stil, den ich bemüht und anstrengend fand in seiner ersten Story, bis zum Rauschen, das einen äußerst diffusen verwirrenden Plot in meinen Augen verfolgt, der überhaupt nicht in der Lage war, mich mitzunehmen.
 
11. Tobias Rechermann - Der unbekannte Planet                 0 Punkte
 
Für mich die unverständlichste Story auf der ganzen Liste. Eine in meinen Augen völlig belanglose, nichtssagende 08/15 Kurzgeschichte, die ich in keinerlei Hinsicht besonders finde. Folgerichtig setze ich hier die rote Laterne.

 

 

Bewertung Romane:
 
 
1/2. Tom Hillenbrand - Hologrammatica                                                     15 Punkte
 

 

Er ist, denke ich, einer der besten SF-Romane, die ich seit meiner Mitarbeit beim DSFP für das Komitee gelesen habe. Wie schon in Drohnenland, bemüht sich der Autor in kleinen nebensächlich erscheinenden Hinweisen, Nebensätzen etc., eine plausible Zukunftswelt zu erschaffen, die sich teils deutlich von unserer heutigen Lebenswirklichkeit unterscheidet. Daran erkennt man einen guten SF-Autor. Allzu viele Autoren versetzen einfach ein entsprechendes Szenario mit einer Jahreszahl in eine Pseudozukunft, die sich dann aber bei genauerer Betrachtung kaum von unserer unterscheidet. Sie muss nicht wahr werden, es geht ums Ambiente. Hologrammatica ist eine Welt der Egomanen und Einzelkämpfer. Gemeinsinn, Familien, Gemeinnützigkeit kommt nicht vor. Stattdessen größtmögliche individuelle Expression. Eine sehr trostlose und kalte Gesellschaft, die dort indirekt beschrieben wird. Dabei ist in dieser Welt mehr Schein als Sein. Menschen, Wohnungen, Straßen, ja ganze Städte verstecken Ihr eigentlich häßliches Antliz unter holographischer Perfektion. Solch Handwerk ist neben dem genial zu nennenden Plot sehr wichtig, wenn es darum geht einen guten zu einem herausragenden Roman zu machen. Jedenfalls ist das meine Überzeugung.
Und zu guter letzt schafft es Hillenbrand auf den letzten 100 Seiten der Handlung nochmals das Tempo anzuziehn, beim Leser Zweifel an allem zu sähen, und das ganze richtig gut abzuschliessen, so daß man als Leser den Roman rundum zufrieden zuklappt.
 
 
1./2. Dirk van den Boom - Canopus / Der Kalte Krieg 1                         15 Punkte
 
 
Wenn ich mich nicht verzählt habe, konstruiert der Autor hier einen aus nicht weniger als 6 Handlungsebenen zusammengesetzen Auftaktband, einer in epischer Breite angelegten Space Opera. Dabei versteht er es geradezu Meisterhaft, jede einzelne von Ihnen als wichtigen Bestandteil der Story in hohem Erzähltempo und bemerkenswerter Informationsdichte spannend und unterhaltsam in den größeren Zusammenhang einzubetten. Wirklich jede einzelne der Handlungsstränge darf man als äußerst gelungen bezeichnen, obwohl Sie von teils sehr unterschiedlichem Inhalt sind. Wir begegnen einem in den wirren des Krieges auf einem unwirtlichen Planeten gestrandeten Frachterkapitän, einem nach 10-jähriger Dienstzeit verdienten Veteranen auf seinem Weg zurück ins normale Leben, einer Infanteriesoldatin im aktiven Dienst, welche als einzige Ihrer Einheit eine Kampfsituation überlebt, einer skrupellosen Widerstandskämpferin die nichts im Sinn hat ausser der Freiheit Ihres von den Menschen unterdrückten Volkes, einem Mann ohne Gedächtnis der sich als "Sklave" im Frohndienst eines Frachters widerfindet und einer Hochschulprofessorin, welche nach Jahren außer Dienst wieder in ihre alte Tätigkeit als Agentin des Imperiums gepresst wird, um einen besorgniserregenden Fund zu untersuchen. Besser geht Abenteuer im Weltraum wohl kaum.
 
 
3./4. Andreas Brandhorst - Die Tiefe der Zeit                                       11 Punkte
 
 

Die Tiefe der Zeit ist für mich im nicht gerade kleinen Fundus der Brandhorstchen Space Operas sicherlich eine der besten. Dies liegt für mich vor allem an den diesmal sehr gelungenen Charakteren, allen voran Jarl, eine Figur mit der man sich identifizieren und zu der man sehr leicht eine starke emotionale Bindung als Leser aufbauen kann. Dann ein Punkt, der für das Verfassen gerade von Space Operas in meinen Augen essentiell ist. Brandhorst war in meinen Augen schon immer jemand, der in seinen Space Operas vor allem jene Art von Sense of Wonder zu generieren vermochte, die Legionen von 12-14 jährigen mit leuchtenden Augen zu Fans des Genres gemacht haben. Im vorliegenden Roman bringt er diese Stärke vollumfänglich ein und übertrifft sich stellenweise noch selber. Er erzeugt damit eine Atmosphäre, die seinem Roman den Duktus eines der berühmtesten Clarke Zitate einhaucht. Das schwingt immer mit und macht einen Gutteil der Faszination dieses Romanes aus, so dass dann das für mich eher etwas schwächere Ende gar nicht mehr so entscheidend ist oder groß ins Gewicht bei der Gesamtbetrachtung fällt. Insgesamt für meinen Geschmack einer der besten Romane des Jahrgangs.

 

3./4. Andreas Eschbach - NSA                                                                 11 Punkte

 

Wie bekannt ist Eschbach ja ein richtig guter Geschichtenerzähler. Bei ihm scheinen manchmal 100 Seiten schneller vorbei zu gehn, als bei anderen 50. Das zentrale Element ist natürlich das Aufzeigen der Gefahren übermäßigen Vertrauens in Computer und den Staat, und das sammeln von Daten aller Art. Das Problem ist halt immer, was mache ich mit diesen vielen nützlichen Informationen? Was heute noch unverfänglich ist, könnte mir morgen bereits das Genick brechen, denn die digitale Datenerfassung vergißt nichts. Eschbach zeichnet eine Welt, in der das Deutsche Reich führend in Computer und Internet Technologie ist. Es gibt Smartphones, die geortet und verfolgt werden können. Die ersten Computer gab es bereits im Kaisserreich und während zu Zeiten der Weimarer Republik die Menschen unbedacht Ihre Daten und privaten Infos ins Netz stellten, werden diese Daten im Reich Adolf Hitlers zum Alptraum jeden Bürgers. Ein Roman der ziemlich aktuelles mit dem größten Trauma Deutschlands verbindet und vermutlich gerade deswegen so eindringlich daherkommt. Als das Deutsche Reich auch die Abschaffung des Bargeldes umsetzt (Nachtigall ick hör dir tappsen), gibt es quasi keinerlei Geheimnisse des Bürgers vor dem Staat mehr. Mit ausgeklügelten Programmen kann man nun bspw. jeden versteckten Juden aufgrund des Nahrungsmittelverbrauches aufspüren, denn jeder Einkauf wird registriert. Lediglich Selbstversorger, wie Bauern, sind dadurch nicht erfaßbar, doch man ist erfinderich und es gibt nichts das nicht aufzuspüren wäre. Auch in der Spionage ergeben sich durch den technologischen Vorsprung des Reiches in Sachen Computer und Internet ungeahnte Möglichkeiten und als man eines Tages eher durch Zufall auf Arbeiten eines gewissen Physikers Dr. Oppenheimer aufmerksam wird, nimmt das Unheil seinen Lauf. Ich will mal nicht alles Verraten, nur soviel. Es wird kein Happy End geben. Auch aufgrund dieses wie ich finde mutigen und gelungenen Endes des Romanes ist NSA von Andreas Eschbach ein guter, weil sehr eindringlicher Roman. Er ist ein Pageturner, er ist intelligent, er macht es sich nicht leicht und vermeidet weitestgehend allzu große Klischees, was beim Thema Deutsche Vergangenheit hoch anzurechnen ist.

 

5./6. Julie von Lucadou - Die Hochhausspringerin                                      9 Punkte

 

Dieser Roman war stilistisch ein Hochgenuß. Wäre der Stil mein einziges Kriterium, so wäre "Die Hochhausspringerin" eine der besten Romane des Jahrgangs, keine Frage. So ganz zufrieden war ich mit dem Roman dann aber in Gänze doch nicht. Das Worldbuilding ist in Ordnung, beschrieben wird eine Hightechwelt der Zukunft (jedenfalls für diejenigen, die dem System was zu bieten haben und Funktionieren), in der wichtiges Humankapital der totalen Überwachung unterliegt. Das hat die Autorin gut drauf und schildert plausibel und eindringlich, wie man sich das vorzustellen hat. Leider schwächelt der Roman für mich etwas beim Spannungsaufbau im Mittelteil, wo das ganze dahindümpelt. Und während die Motivation und die Ängste von Hitomi hervorragend rüberkommen, besonders eindringlich hier der letzte Teil des Werkes mit Hitomis Abstieg, der mich als Leser sehr berührt hat,  fremdelte ich doch etwas bei der Plausibilität der namensgebenden Figur, der Hochhausspringerin Riva. Warum genau gibt sie scheinbar ohne Not alles auf? Das kommt nicht richtig rüber. Hier wäre für mich noch Gesprächsbedarf gewesen. Alles in allem aber ist "die Hochhausspringerin" ein guter SF-Roman, was sich in meiner Bewertung mit 9 Punkten niederschlägt.

 

5./6. Ben Calvin Hary - Koshkin und die Kommunisten aus dem Kosmos     9 Punkte

 

Ben Calvin Hary, der mir bisher nur als Mitarbeiter des Perry Rhodan Journals und als Macher von einigen YouTube Videos zum Thema Perry Rhodan oder Star Trek bekannt war, legt mit "Koshkin und die Kommunisten aus dem Kosmos" einen wirklich witzigen und originellen SF-Roman vor. Abseits des Zeitgeistes der Dystopien, entführt uns Hary in die Zeit des Kalten Krieges und mischt Golden Age SF mit einer gehörigen Prise Humor zu einer jederzeit interessanten und unterhaltsamen Story. Für mich persönlich wahrscheinlich der "Überraschungshit" des Jahres.

 

 

7. Willi Hetze - Die Schwärmer                                                                     8 Punkte

 

Der erste Teil des Romanes wirkte auf mich ziemlich anachronistisch, ein Dorfleben wie in den 50ern des letzten Jahrhunderts, mit der Post als zentraler Komunikationsstelle, dem Dorfschmied, Fleischer etc., so wie man das halt aus vormaligen Zeiten kennt. Auch die Sprache mit "der Vater", "die Mutter" anstelle seine Mutter, sein Vater etc., bestärkte bei mir diesen Eindruck. Es wird gejagt und eingekocht. Der Übergang zum 2., dem sehr surrealistischen Teil des Romans, ist etwas merkwürdig. Da soll keinerlei Vernetzung sein zwischen Dorf und Stadt? Es gibt doch nachweislich zumindest Telefon. Es gibt keine Freundschaften, Verwandtschaften von Moorstedt nach Sybaria? Kein Komunikationsaustausch von irgendjemand, der auch nur den Hauch eines Hinweises gibt, so das der gute Theo total ahnungslos ist, was ihn erwartet? Ok. Darauf muss man sich schon einlassen können. Wenn man das tut, entfaltet der Roman durchaus seine sprachlichen und erzählerischen Reize. Es ist mir auf der logischen Ebene durchaus klar, das hiermit die moderne Komunikationsgesellschaft der vormaligen gegenüber gestellt wird und zwar in sehr extremer Weise. Ein besonderes Lob an dieser Stelle an den Autor für seine Neutralität. Er schlägt sich hier auf keine Seite, postuliert weder von den unendlichen Vorzügen der guten alten Zeit, noch schlägt er sich eindeutig auf die Seite des technischen Fortschritts. Er zeigt Vor- und Nachteile auf und läßt den Leser entscheiden. Der eigentliche Plot ist nicht schwer zu durchschauen und auch die Pointe mit dem Krieg gegen sich selbst war meiner Meinung nach nicht schwer vorherzusehen. Insgesamt etwas unbefriedigend fand ich das diese Welt nur als Gedankenexperiment funktioniert. Ich hätte gern mehr verstehen wollen, wer Sonden zu fernen Planeten schickt und wie es sein kann, das im Dorf Morstedt noch ein Schmied existiert, während in der Hauptstadt die jederzeit per Bahn erreichbar ist, selbstfahrende Autos der Normalfall sind. Na ja. Vielleicht bin ich da etwas zu kritisch oder einfach kein so großer Freund vom Surrealen. Ich mags lieber realistisch. Dennoch im Fazit ein sehr schöner SF-Roman.

 

 

8. Robert Corvus - Das Imago-Projekt                                                            5 Punkte

 

Das Imago Projekt läßt sich, obwohl im gleichen Setting wie "Feuer der Leere" aus dem letzten Jahr spielend auch hervorragend ohne Kenntnis desselbigen lesen. Man kann ihn also durchaus als eigenständigen Roman betrachten. Die Stärke des Romans liegt eindeutig im Plot und dem Worldbuilding. Der Plot ist wirklich sehr gut und originell zu nennen. Auch ist Robert Corvus eine sehr neutrale Wiedergabe eines ethischen Dilemmas gelungen und er läßt die Dinge einfach geschehen ohne direkte Einordnung oder Stellungnahme des Autors durch seine Figuren. Ob er dies bewußt so angelegt hat oder es eher eine Folge seines aus meiner Sicht distanziert wirkenden Schreibstils ist, kann und mag ich nicht abschließend beurteilen. Was hier positive Effekte hat, wirkt sich jedenfalls für mich insgesamt gesehen, auf die Lektüre des Romanes vor allem in Bezug auf die Figuren und die Nähe des Lesers zum Stoff eher negativ aus. Wie schon bei "Feuer der Leere",  habe ich auch beim "Imago-Projekt", des öfteren den Faden verloren, musste nochmal zurückgehen im Gefühl hier und da eventuell etwas verpaßt zu haben, nur um festzustellen, das es Corvus Stil ist, der in mir diese gewisse Distanz zum Geschehen hervorruft. So fehlt mir auch bei diesem Werk, wie schon beim Vorgängerband die emotionale Tiefe und Bindung an den Stoff. Es hat mich nicht wirklich gepackt und mitgerissen trotz des doch eigentlich recht Phantastischen Backrounds seines Szenarios. Das blieb tatsächlich auf wenige Schlüsselmomente beschränkt, wie bpsw. ein Mordanschlag während eines Geschlechtsaktes der sehr gut geschrieben war oder insgesamt die Ebene um Iljow, die ich als sehr gelungen empfand. Unterm Strich jedoch für mich zu wenig für einen herausragenden Roman.

 

 

9. Annika Scheffel - Hier ist es schön                                                             4 Punkte

 

In Scheffels Werk steht eindeutig nicht das Erzählen einer unterhaltsamen Geschichte, sondern originelles Plotbuilding im Vordergrund. Sie ist für mich der typische Fall eines Autors der wirkt als schriebe er eher für die Literaturkritik um den einschlägigen Literaturzirkeln und Ihren Preisen etwas Originelles zu liefern (oder was die darunter verstehen), als einem Publikum Zerstreuung und Unterhaltung bieten zu wollen. Der erste Teil des Romans besteht ausschließlich aus Briefen verschiedener Personen, aus deren Essenz sich der Leser mühsam einen groben Überblick über die Welt und die Handlung des Romans erschliessen muss. Dieser bleibt naturgemäß äußerst fragmentarisch. Später wechselt sie zu einer direkteren Erzählweise, ohne jedoch signifikant besser in der Lage gewesen zu sein, mich etwas näher an die Handlung Ihres Werkes zu bringen, zu binden, in das Geschehen einzubinden. Als Leser fühlte ich mich wie ein Archäologe, der mühsam versucht aus den Schnippseln die Fakten herauszudeuten. Es ist einer jener Romane, der insgesamt in zu vielem unscharf, fragmentarisch und unklar bleibt und dem Leser eine enorm große Interpretationsbreite ermöglicht. Es mag so einige Leser geben, die genau diese Art von Literatur mögen und es als herausfordernd bezeichnen. Ich gestehe, ich mochte diesen Stil noch nie und werde wohl auch kein Freund mehr davon werden.

 

10. Sebastian Schäffer - Der letzte Kolonist                                                  3 Punkte

 

Den Stil habe ich als äußerst fordernd empfunden, was ja per se nichts schlechtes sein muss. Allerdings wurde für mich das was zu Beginn noch ganz interessant anfing, zunehmend zum Ärgernis. Viele Handlungsebenen, von denen nahezu keine mich emotional zu erreichen im Stande war. Der Stil überfrachtet mit Informationen und Wortschöpfungen, die es mir äußerst schwer machten mir ein Bild vom großen Ganzen zu machen. Welche Motivation trieb genau die reichlich vorkommenden Protagonisten? Was war der rote Faden? Auch wenn es teilweise zum Ende zusammengeführt wird, ein Ende das mich im übrigen weder befriedigt noch wirklich für die Mühen durchzuhalten entschädigte, hat man über weite Strecken des Romans das Gefühl eher mehrere Einzelepisoden zu verfolgen, denn einen geschlossenen Roman. Dazu kamen für mein Lesegefühl auch noch zu große Anteile esoterisch angehauchter Handlungsversätze. Es gibt durchaus gute Ansätze. Bei manchen Absätzen schwirrt einem nur so der Kopf, wieviel Sense of Wonder und Information der Autor hineinzupacken vermag. Nach meiner Auffassung hat er es aber nicht mal ansatzweise geschafft, das ganze in eine interessante und unterhaltsame Gesamtkonstruktion zu verwandeln. Teilweise Stückwerk, teilweise hatte ich als Leser ständig das Gefühl wichtiges vorenthalten zu bekommen, daher wurde das Lesen zunehmend frustrierender. Endlose Kapitel voller Einzelereignisse ohne Vorstellung wo es hingehen soll und was der Punkt jetzt genau war? Was ist das große Ganze, das den Roman zusammenhält? Mich hat er wirklich nur stellenweise erreicht. Mehr kann ich dazu nicht groß sagen. Für mich war es eher nicht verdaulich. Hat mir nicht gefallen. Hat mich geärgert.

 

 

11. Christian Torkler - Der Platz an der Sonne                                                  1 Punkt

 

Ein Roman der mich wenig zu begeistern wußte. Äußerst vorhersehbar, viel zu ausführlich darüberhinaus. Dabei war es jetzt aber keine anstrengende oder quälende Lektüre, wie ich es bpsw. beim Kolonisten empfunden habe. Der Torkler las sich ganz gut weg. Es liegt vielleicht eher sogar an einer leichten Unterforderung. Die Sprache ist einfach, die Handlung wenig überraschend und daher die Lektüre etwas ermüdend. Ich halte den Roman übrigens auch für keine so gute Spiegelung unserer Realität. Erstmal wirkt das Leben von Josua Brenner ein bißchen wie ein x-beliebiges Schicksal aus der Weimarer Republik oder einem Nachkriegsdeutschland, wie man es in X Filmen gesehn hat. Es ist ein hartes Leben, verglichen mit unserem hier und jetzt klar, aber er muss nie hungern, und er hat immer Arbeit, kann sich sogar in der Selbstständigkeit versuchen. Ich wette mein Großvater, der als 17-jähriger von der polnischen Armee eingezogen und dann nach 14 Tagen Krieg von der Wehrmacht ins Reich verschleppt wurde, der hatte ein weit schwereres Leben in den ersten Jahren. Und so finde ich das Schicksal von Brenner verglichen mit den Verhältnissen in Teilen des heutigen Afrikas, an und für sich noch für zu harmlos geschildert. Warum er jetzt wirklich keinen anderen Ausweg mehr sieht, als einem mehr als ungewissen Schicksal entgegen zu streben, war mir nicht wirklich einsichtig. Ein bißchen geärgert hat mich auch das Ende. Hier wird es etwas unplausibel. Ein Einbürgerungsantrag sollte eigentlich nicht von einem fremden Land entschieden werden können. Ich hätte auch wirklich gerne noch etwas mehr über die Welt erfahren, wenn ein Roman schon so umfangreich wie der vorliegende ist. Da hätte man dann erklären können, wie die Welt funktioniert und warum sie so anders geworden ist als unsere. Hier macht es sich der Autor für meinen Geschmack nämlich etwas zu einfach, indem er einfach dem Leser das so hinknallt. Afrika als gelobtes Land. Das geht im übrigen so aus dem Text auch gar nicht hervor. Josua hat es dort mindestens so schwer wie zuhause. Noch etwas was den Roman deutlich von unserer Welt unterscheidet.

 

12. Dirk van den Boom - Varianz - Die Reise der Scythe 2                             0 Punkte

 

Hier tuts mir einerseits ein bißchen in der Seele weh, weil ich Dirk van den Boom als Autor sehr mag und auch weil ich den Roman selber eigentlich deutlich besser finde als die 0 Punkte hier widerspiegeln. Letztlich muss eben auch ein Werk die 0 bekommen und da für meine Philosophie ein prämiertes Werk eigenständig lesbar sein muss, das aber niemals von einem Mittelteil einer Trilogie oder Serie erwartbar ist, lag es nahe "Varianz" die rote Laterne zu geben. Es spiegelt wie gesagt sicherlich nicht unbedingt meine Einschätzung zur Qualität des Werks wider, aber schon meine Einschätzung zur Eignung für den DSFP Preis.

 

 

 



#2 Frank Lauenroth

Frank Lauenroth

    Quadruplenominaut

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Geschrieben 19 December 2019 - 11:04

Vielen Dank für diese interessanten Einblicke!


 In memoriam Christian Weis & Alfred Kruse  


#3 derbenutzer

derbenutzer

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Geschrieben 19 December 2019 - 11:24

Sehr lesenswert, danke! Du hast das sehr deutlich ausgeführt. Herzliche Anerkennung, lieber Amtranik!

 

Jakob


Austriae Est Imperare Orbi Universo


#4 Narrania

Narrania

    Giganaut

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Geschrieben 19 December 2019 - 11:58

Ich stehe auch gern zu meinen Entscheidungen und es macht mir auch viel Spaß, dabei zu sein. Meine Ausführungen waren nicht so ausführlich, weil ich mich noch nicht so auskenne. Habe ja zu fast allen gelesenen Romanen einzeln eine ausführliche Meinung geschrieben.

 

Robert Corvus“Das Imago-Projekt“ weil ich es mag, wenn Romane mehr tun als zu unterhalten. Ich wäre froh, wenn die Serie fortgesetzt würde, weil es noch einige (über 20) verschiedene Gesellschaftssysteme gibt und es wäre doch spannend, diese Entwürfe kennenzulernen. Außerdem gibt es was für die Technik affinen in der SF und auch was für die Haudegen.

Tom Hillenbrand „Hologrammatika“ weil es ein sehr interessanter Protagonist ist, die Spannung durchgehend gehalten wird und die KI nicht "böse" ist.

Anna Hildebrandt „UAIOM“– Gruß eines Fremden“, scheint ja ein Debut zu sein und ist mal eine ganz andere Geschichte, mit interessanten neuen Ideen zu einer mächtigen Alienrasse, die meinem Denken sehr entgegen kommt, obwohl ich eine ausgeprägte Arachnophobie habe und vermutlich an der Stelle der Protagonistin gestorben wäre.
Das Korrektorat ist schlecht, aber es hat ja auch keines gegeben und manche Verlage bringen das auch trotz Lektorat und Korrektorat.

Andreas Brandhorst „Die Tiefe der Zeit“ weil es eine interessante Geschichte ist, die spannend erzählt wird.

Sebatian Schaefer „Der Kolonist“, weil es eine spannende Erzählweise ist mit interessanten Charakteren und die Zeitparadoxa mir ausnahmsweise mal verständlich waren. Außerdem hat es einen harmonischen Schluss, mal was Nettes (vermutlich aber deshalb keine Hochkultur)

 

Kurzgeschichten

 

Tino Falke: Schnapp sie alle c’t 4/18

 

Andreas Raab:Kommt zum RingelRangel-Platz! (Reiseziel Utopia)

 

Jens Gehres: Der Elter (Reiseziel Utopia)

 

Tetiana Trofusha : Coming Home (Inspiration)

 

Swantje Oppermann: Das letzte Erwachen (Fiction und Science)

 

Das waren meine Nominierungen.

 

Man sieht: die Geschmäcker sind verschieden und ich mußte dann viele Bücher lesen, um mit abstimmen zu können :).

 

Abstimmung:

 

Kurzgeschichten

Rauschen                                      O Punkte :         zu chaotisch und für mich sehr unbedeutend

 

Der Unbekannte Planet.            2  Punkte:         Nicht originell, weder von der Grundidee noch vom twist her

 

Muse 5.0.                                        7 Punkte:          Originell, nett geschrieben aber berührt mich nicht.

 

Kill.                                                    7 Punkte:          Homage an "Enders Game" deshalb voraussehbarer Twist, allerdings setzt der Autor etwas auf Scott Card auf, was ihm die Punkte von mir beschert.

 

Kurz vor Pi.                                        8 Punkte:         originelle Warnung vor dem unüberlegten Quatschen im Netz, vorhersehbar.

 

Im Regen.                                            10 Punkte.      Gut geschriebene Geschichte, nette Aliens, der Twist ist vorhersehbar und die Aussage der Geschichte diskussionswürdig

 

Intervention.                                        11 Punkte.       Nette, vorhersehbare Geschichte, die allerdings von mir Zusatzpunkte für den Humor bekommt und damit den Lesespass.

 

Coming home.                                      12 Punkte.       Anstrengend gute Geschichte. Sehr gut geschrieben mit einem guten Twist ( eigentlich mehreren Twists, was sie besonders macht) und einer sehr relevanten                                                                                          Diskussion über den Umgang mit künstlicher Intelligenz.

Die Schwimmerin.                                 13 Punkte       Mal eine Geschichte über die positiven Möglichkeiten der Technik und die Frage  der Akzeptanz

 

Trolltrupp.                                                 14 Punkte    Eigentlich ist diese Geschichte nicht vergleichbar, denn sie unterliegt nicht den Regeln der Kurzgeschichte. Aber da wir sie hier mit bewerten: Sehr                                                                                                           interessanter Hintergrund und neues Nachdenken über Anarchismus und Ordnung.

 

Confinement.                                              14 Punkte.  Interessante, gut geschriebene Geschichte mit schönem Twist. Für mich kleine Logikfehler. (da eine 15 Punkte bekommen muss, hat sie diese bekommen)

 

Allgemein möchte ich Vorausschicken, dass bei mir ein SF Roman in erster Linie relevant sein muss, dass heißt ich suche nach Ideen für die Lösung von Problemen, nach Darstellungen einer Zukunft, die mich berühren. Dann sind für mich spannende Charaktere interessant, die eine Entwicklung, im günstigsten Fall einen Twist erfahren. Dann kommt die Spannung. Über den Stil kann ich immer nur sagen, ob er mir gefällt oder nicht, da bin ich nicht kompetent.
SF Autoren tragen für mich zusammen mit den Philosophen die Verantwortung Möglichkeiten aufzuzeigen, zu inspirieren und das nicht nur auf technischen Gebiet, sondern auch auf gesellschaftlichem.

 

Romane

 

Koshkin und die Kommunisten aus dem All.  0 Punkte

Schwierig dazu was zu schreiben. Es ist nicht mein Humor und die Geschichte ist zu uninteressant, als dass sie das durch Spannung wettmachen könnte.
Dazu gibt es einen guten Text im internen Forum :) , besser kann ich es nicht ausdrücken.

 

Der Platz an der Sonne.                                        5 Punkte

Ein ganz nett geschriebener Roman, der für mich zu konstruiert ist. Allerdings soll es sich ja auf die afrikanische Gesellschaft beziehen. Meine Kenntnisse dazu sind alle aus zweiter Hand, allerdings von Freunden, die dort gelebt haben. Die andere Mentalität kommt im Roman nicht vor, ist aber da. Deshalb finde ich die Parallele nicht gelungen. Der Protagonist war mir nie nahe.

 

Die Hochhausspringerin.                                   10 Punkte

Ein gut geschriebenes Buch, durchaus spannend und es gibt einige interessante Themen, die hier diskutiert werden oder zumindest andiskutiert. Besonders interessant ist der Charakter der Protagonistin, die einerseits aus dem System fällt, aus Neugier? Aus Arbeitseifer? Weil sie gemobbt wird? andererseits ist sie so im System integriert, dass sie seine Grundlagen nicht abstreifen kann. Entgegen anderer Romane, die entweder zur Verurteilung durch das System oder zum Verlassen desselben geführt hätten, verurteilt sie sich selbst. Diesen Schluss fand ich sehr originell und zur Diskussion anregend.

 

Der letzte Kolonist.                                               11 Punkte

Der Roman hat mich durch seine Vielfalt überzeugt und er hat mich gepackt, obwohl Zeitparadoxa für mich normalerweise Knoten im Gehirn verursachen.
Ich glaube ich werde ihn später nochmal lesen, da vermutlich noch mehr herauszulesen ist, als ich beim ersten Mal entdeckt habe, Interessante Charaktere und spannende Handlungsorte, vor allem aber die geschickte Verquickung aller machen das Buch lesenswert.

 

Die Tiefe der Zeit                                                   11 Punkte

Ein spannender Roman mit sympathischen Charakteren. Eine, wie immer bei Andreas Brandhorst, überbordende Phantasie und wenn auch versteckt, und mir scheint mehr für die Spannung als wirklich als Warnung gedachte, Probleme der Genmanipulation. Die Zeitgeschichten verstehe ich bei diesem Autor nie, also überlese ich sie und versuche so hinzukommen.

 

Hier ist es schön.                                                   12 Punkte

Eine Dystopie? Dieser Roman ist voller zwischenmenschlicher Emotionen. Er hat mich zuerst über diese Ebene gepackt.Dann ist aber viel mehr drin. Die immer stärker werdende Orientierung Jugendlicher auf den Erfolg in diesen "Reality Shows" mit höchsten Einschaltquoten. Wozu lernen und sich anstrengen. Tue alles für Deine Schönheit und dann bewirb dich irgendwo. Die falsche Hoffnung, worauf auch immer (an eine Gesellschaft aus Adam und Eva, wer glaubt an so was?) Die Hilflosigkeit der Eltern bis hin zu der uneingestandenen Hilflosigkeit des Mädchens, die Gruppendynamik. Ein sehr komplexer Roman.

Varianz.                                                                     12 Punkte

Der Roman spielt in einer Zukunft der Menschen, wo es keine wirkliche Armee mehr gibt? Aber für die Spannung braucht der Autor kriegführende Aliens. Nun ja. Es gibt jedenfalls interessante Charaktere, die auch von verschiedenen Seiten verschieden beschrieben werden. Mir gefällt hier besonders, dass zuerst versucht wird friedlich zu kommunizieren und dies auch teilweise Erfolg hat.

 

Canopus.                                                                  12 Punkte

Hier wird ein Universum geschaffen mit verschiedenen Gesellschaften. Der Prolog wirkt zunächst ziemlich defätistisch, aber er zündet auch Hoffnung. Ich wurde stark an "Faust" erinnert ("denn alles, was entsteht, ist Wert, dass es zugrunde geht"). Sehr interessant ist auch, wie er seine Charaktere aufbaut. Wie im Rollenspiel beginnt seine Quest mit der Entwicklung der Charaktere und da gibt es schon die ersten Überraschungen. Außerdem sind verschiedene Rätsel eingebaut, so dass hier die Spannung sehr hoch ist.

 

NSA                                                                           13 Punkte

Ich habe es nicht gern gelesen und hätte es nicht gelesen, ohne den Druck der Jury, aber ich kann noch nicht mal wirklich sagen, es sei Geschmacksache. Der  Roman ist wichtig, er ist sehr gut geschrieben und leider sehr relevant. Leider befürchte ich, dass diejenigen, die ihn lesen müssten, ihn nicht lesen werden. Noch nicht mal, wenn man ihn - was ich empfehlen würde- zur Schullektüre machen würde. (Allerdings mit sehr guten Lehrern, die gut argumentieren können, denn es ist nicht einfach zu konsumieren) Eschbach beschreibt sehr gut, wie eigentlich humanistische Familien des mittleren Bürgertums der Propaganda verfallen.
Sehr spannend und interessant, wie Daten ausgewertet werden können, die eigentlich "harmlos" sind. Wir sollten also aufpassen, welche Gesellschaft wir haben, wie wir dieser Verantwortung gerecht werden. Mich hat dieses Fräulein Helene genervt, die sich wirklich bis kurz vor Schluss wie ein Teenie verhalten hat und mich hat geärgert, dass der Heiratskandidat abstoßend hässlich ist, so dass man sich fragt, was gewesen wäre, wenn er ein hübscher kluger Mann gewesen wäre und Helenchen sich geschmeichelt gefühlt hätte.
Als Gegenpol der Psychopath. Er kann zwar seine Stellung ausnutzen, die ist aber sehr privilegiert. Er wird allerdings mit den gleichen Mitteln gefunden und bestraft. 

Die Schwärmer.                                                    13 Punkte

Der Roman landet bei mir so weit vorn, weil er einen sehr interessanten Ansatz enthält und wenn man sich eingelesen hat auch ein besonderes Flair entwickelt. Diese Idee einer Schwarmintelligenz ist interessant und ich frage mich, wie weit wir davon entfernt sind. Besonders gut gelingt es dem Autor zu schildern, wie schnell man sich an eine solche gewöhnen kann. Die Idee von Städten unter Städten ist nicht neu, aber hier ist sie der auf die Spitze getriebene Prozess, ständig neu- und umzubauen. Eine spannende Idee, eine interessante Form der Kritik und eine logische und unerwartete Lösung.

 

Hologrammatica.                                                  14 Punkte

Dieser Autor kann spannend schreiben. Ein Pageturner (den Ausdruck habe ich hier gelernt im Forum). Ein interessanter Protagonist, der ein wenig an Marlowe in Chandlers Romanen erinnert und in einer Normalität als Homosexueller lebt, die heute noch nicht erreicht ist (ich habe auf dem Worldcon aber erfahren, dass es als progressiv gilt, eine Frau oder eines der vielen neuen Geschlechter zum Protagonisten zu machen. Vielleicht hat das der Lektor geraten :). )
Eine originelle Gestaltung der Zukunft, in der die künstliche Intelligenz als Quelle des Bösen bekämpft wurde und nun mit angelegten Zügeln dem Menschen dient, die interessante technische Möglichkeiten originell verpackt enthält (allerdings erweiterter Kapitalismus) und mit mehreren Twists in der Erzählung.

 

Das Imago-Projekt.                                               15 Punkte
Hat alles, was ich von einem SF Roman erwarte. Es liest sich spannend, es gibt sehr unterschiedliche Charaktere, die Sympathien wechseln durchaus. Neben der Darstellung verschiedener Gesellschaftsordnungen, und für Hard-SF-Fans genug Technik, begeistern mich die philosophischen Fragestellungen; an erster Stelle,  was macht das Menschsein aus? Wie könnte das Leben in einem Computer aussehen (außer Rollenspiel wie bei  Brandhorst)? Hintergründe werden eingeflochten, besonders interessant, dies in der "Bild" Form zu lesen.
Außerdem bietet dieses Sujet die Möglichkeit noch mindestens 18 verschiedene Gesellschaftsformen darzustellen, auf die ich sehr gespannt bin. Allerdings ist kein weiterer Roman vorgesehen. Ich gebe gern zu, dass ich mir von einem Preis erhoffen würde, doch noch mehr zu erfahren. Vorteil dieser Romane, sie sind einzeln lesbar. Scheinbar geht aber das Konzept auf, dass man Cliffhanger schafft in mindestens Trilogien, damit man gezwungen ist, die nächsten zu kaufen. 

 

 

 

 


Bearbeitet von Narrania, 19 December 2019 - 12:34.


#5 Oscar

Oscar

    Bambinaut

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Geschrieben 19 December 2019 - 13:02

Herzlichen Dank für deinen Bericht.

 

Alle kenne ich nicht, ich stimme bei vielem aber zu. Nur "Die Tiefe der Zeit" hätte ich anders bewertet. 

 

Grüsse,

Oscar


"Das Licht, das doppelt so hell brennt, brennt eben nur halb so lang, und du hast für kurze Zeit unglaublich hell gebrannt, Roy." - Tyrell

 

Derzeit im Lektorat: "Omega, Erbe der Gottmaschine"

www.oscar-winter.com/buch/

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#6 Mammut

Mammut

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Geschrieben 19 December 2019 - 13:06

Letztlich nominiert hatte ich

 

Kurzgeschichten:

 

Nele Sickel - Muse 5.0 aus "Phantastische Sportler"

Tetiana Trofusha - Coming Home aus "Inspiration"

C.M. Dyrnberg - Intervention aus "Nova 25"

Thomas Siebert - Enola in Ewigkeit aus "Nova 25"

Jutta Siebert - Die Schwimmerin aus "Science X Future"

 

 

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Und abgestimmt habe ich wie folgt. Mit kurzen Statements.

 

Bewertung Kurzgeschichten:
 
 
1. Andreas G. Meyer - Kill!                                         15 Punkte
 
Eine Story wie ein Paukenschlag! Eine Tour de Force der Gefühle, Wendungen, Action, atemlose Spannung, dazu handwerklich gut und eine Pointe hat
sie obendrein, mit das wichtigste bei der Kurzform. Das ist mit Sicherheit seit längerem eine der besten KG die ich gelesen habe. Daher setze ich die Story ganz
folgerichtig auf Platz 1.
 
2. C.M. Dyrnberg - Intervention                                   10 Punke
 
Eine Story, die auf den ersten Blick vielleicht relaltiv unspektakulär wirkt, aber mich zumindest auf den zweiten unheimlich stark beschäftigt und zum Nachdenken gebracht hat. Darüberhinaus schätze ich den Schreibstil von C.M. Dyrnberg seit ich seine erste Story las, sehr. Präzise, intelligente Sätze jedoch ohne jegliche Selbstverliebtheit oder Arroganz. Nüchtern aber elegant. Ich mag ihn sehr.
 
3. /4.
 
Nele Sickel - Muse 5.0                                                    8. Punkte
 
Unterhaltsam und bitterböse, pfiffig und auf wenigen Seiten auserzählt. So mag ich Kurzgeschichte. Dazu gut geschrieben, gehört sie folgerichtig für mich zu den besseren des Jahrgangs.
 
3./4.
 
Jutta Siebert - Die Schwimmerin                                      8 Punkte
 
Auf ganz wenigen Seiten schafft es die Autorin eine unheimlich intensive Stimmung, voller Melancholie und Nachdenklichkeit zu erzeugen. Das erwarte ich von Kurzgeschichten, das Sie mich irgendwo berühren und mitnehmen, irgendwie einfangen, etwas in mir ansprechen. Die Schwimmerin tut dies auf gekonnte Weise. Daher eine meiner liebsten des Jahrgangs.
 
5./6.
 
Tetiana Trofuscha - Coming Home                                    7 Punkte
 
Sehr schöner Plot. Sehr ähnlich einem aktuellen Roman von Iain Reid, den ich ebenfalls dieses Jahr las. Eine künstliche Lebensform weiß nichts über ihre Natur, so wie der Leser. Erst im Laufe des Textes kristallisiert sich für Leser wie KI, die wahre Natur der Dinge heraus. Etwas zu ausführlich und die ein oder andere Volte zu viel, sonst wäre Sie noch weiter vorne in meiner Gunst gelandet. Eine Spur zu vorhersehbar.
 
5./6. Nadia Neufeldt - Im Regen                                       7 Punkte
 
Eine atmosphärisch sehr intensive und dichte Erstkontaktgeschichte, eingewoben in einen intelligenten und originellen Plot. Hat mir sehr gefallen.
 
7. Galax Acheronian - Trolltrupp                                       6 Punkte
 
Ich mag Galax Acheronians Themenwahl zumeist sehr gerne und finde vor allem seine herangehensweise, seine Perspektive eine Story zu erzählen sehr ansprechend. Das ging mir schon so, seit ich seine Story über das schwule Paar, das es in die Zukunft verschlägt, gelesen habe. Seine stilistischen Schwächen machen das in meinen Augen mehr als wett, aber so ganz ignoriert werden können sie natürlich nicht. Wenn er sich handwerklich noch verbessern würde, könnte er für mich bei seiner Fantasie und Lust aufs Fabulieren, die einen quasi durch jeden Satz hindurch anspringt, durchaus noch eines Tages aufs Treppchen kommen.
 
8. Thorsten Küper - Confinement                                      5 Punkte
 
Küper ist ein ganz hervorragender Kurzgeschichtenautor, gar keine Frage. Doch bei ihm hab ich so ein bisschen das "Hammerschmitt" Problem. Allzu selten können seine stilistischen Qualitäten für mich mit dem Interesse für seine Plots mithalten. So auch im vorliegenden Text. Unbestritten gut gemacht und geschrieben, lies mich Thema und Umsetzung weitgehend kalt, ja hat mich sogar gelangweilt. Daher landet seine Story eher im hinteren Mittelfeld in meiner Bewertung.
 
 
9. Uwe Post - Kurz vor Pi                                                 3 Punkte
 
Ganz nett, aber mehr auch nicht. Ein typischer Uwe Post, aber man hat schon weit besseres von ihm gelesen. Kurz vor Pi ist für mich einfach Durchschnitt. In jeder Hinsicht.
Kann man lesen, muss man aber nicht. Ist ok auf unserer Shortlist in meinen Augen, wäre aber auch kein großer Verlust, wenn sie fehlte. Gemessen an dem was er kann, zu wenig.
 
 
10. Rico Gehrke - Rauschen                                              1 Punkt
 
Mit Gehrkes beiden Beiträgen im Holozän Band konnte ich überhaupt nichts anfangen. Angefangen vom Stil, den ich bemüht und anstrengend fand in seiner ersten Story, bis zum Rauschen, das einen äußerst diffusen verwirrenden Plot in meinen Augen verfolgt, der überhaupt nicht in der Lage war, mich mitzunehmen.
 
11. Tobias Rechermann - Der unbekannte Planet                 0 Punkte
 
Für mich die unverständlichste Story auf der ganzen Liste. Eine in meinen Augen völlig belanglose, nichtssagende 08/15 Kurzgeschichte, die ich in keinerlei Hinsicht besonders finde. Folgerichtig setze ich hier die rote Laterne.

 

 

Also habe ich das richtig verstanden: Du hast als einziger für "Enola in Ewigkeit" gestimmt und Andreas G. Meyer - Kill!   hast du erst nach den Nominierungen gelesen?


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#7 Narrania

Narrania

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Geschrieben 19 December 2019 - 14:00

Kill scheint einige sehr überzeugt zu haben. Interessanterweise war zumindest einer der Begeisterten jemand, der Enders Game nicht gelesen hatte. Für eine Hommage an Scott Card ist zu viel von dessen Idee in die Geschichte eingeflossen. Da ich Enders Game gelesen habe, hat die Geschichte bei mir nicht so eingeschlagen.



#8 Powerschnute

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Geschrieben 19 December 2019 - 14:19

Ich bin ja ganz neu dabei und habe zumindest bei den Kurzgeschichten das Lesepensum bewältigt und mit abgestimmt. Ich denke, die größte Herausforderung für mich wird werden, einen nominierten Roman lesen zu müssen, der mich so eigentlich überhaupt nicht anspricht und den ich deswegen noch nicht gelesen habe. Da werde ich mich mal überraschen lassen, wie ich damit klarkomme :) 


~~ The problem with having an open mind, of course, is that people will insist on coming along and putting things in it. - Terry Pratchett ~~

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#9 My.

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Geschrieben 19 December 2019 - 17:28

Also habe ich das richtig verstanden: Du hast als einziger für "Enola in Ewigkeit" gestimmt und Andreas G. Meyer - Kill!   hast du erst nach den Nominierungen gelesen?

 

Das ist durchaus möglich - und völlig normal. (Wobei "Enola", glaube ich, mehr als 1mal nominiert wurde.) Nach den Nominierungen der Werke lesen die DSFP-Komiteemitglieder diejenigen Beiträge aus der Liste, die sie noch nicht beurteilen können, eben weil sie sie noch nicht gelesen haben. Deshalb ist zwischen Nominierungen und der endgültigen Entscheidung noch entsprechend Zeit.

 

My.

 

 

P.S.: Korrektur: Es gab für "Enola" in der Tat nur eine Stimme, weshalb die Story nicht auf die Nominierungsliste kam. So rum wird ein richtiger Schuh draus. Sorry.


Bearbeitet von My., 19 December 2019 - 17:30.

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#10 Mammut

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Geschrieben 19 December 2019 - 18:03

Michael, das ergibt sich eigentlich zwingend aus Amtraniks Post. Ich wollte es nur bestätigt haben.

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#11 Mammut

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Geschrieben 19 December 2019 - 19:40

Nach den Nominierungen der Werke lesen die DSFP-Komiteemitglieder diejenigen Beiträge aus der Liste, die sie noch nicht beurteilen können, eben weil sie sie noch nicht gelesen haben. Deshalb ist zwischen Nominierungen und der endgültigen Entscheidung noch entsprechend Zeit.

 

Das ist ja erstmal gut. Durch den Vorgang entdeckt man die Geschichte, die einem am besten im Jahrgang gefallen hat. Eine schöne Geschichte.

Schade nur, dass das Vorwarnsystem nicht funktioniert hat. Aber ich glaube das ist ein generelles Problem, das tolle Geschichten nicht entsprechend "öffentlich" gewürdigt werden.


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#12 Narrania

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Geschrieben 19 December 2019 - 21:26

Das ist auch schwer bei der Fülle der Romane und viele greifen erst mal zu den üblichen Verdächtigen.



#13 My.

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Geschrieben 20 December 2019 - 08:42

Das ist ja erstmal gut. Durch den Vorgang entdeckt man die Geschichte, die einem am besten im Jahrgang gefallen hat. Eine schöne Geschichte.

Schade nur, dass das Vorwarnsystem nicht funktioniert hat. Aber ich glaube das ist ein generelles Problem, das tolle Geschichten nicht entsprechend "öffentlich" gewürdigt werden.

 

Was genau meinst du mit "Vorwarnsystem"?

 

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#14 Amtranik

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Geschrieben 20 December 2019 - 09:34

Also habe ich das richtig verstanden: Du hast als einziger für "Enola in Ewigkeit" gestimmt und Andreas G. Meyer - Kill!   hast du erst nach den Nominierungen gelesen?

Das ist korrekt.

 

Du sprichst damit auch indirekt noch einen Punkt an den ich ursprünglich im ersten Text auch noch unterbringen wollte, aber er war schon ziemlich lang geraten und im Grunde versteht es sich ja eigentlich auch von selbst. Dennoch sei noch gesagt. Manchmal kann es auch für den einzelnen zu durchaus schmerzenden Entscheidungen kommen. Dann wenn man ziemlich abseits der Mehrheitsmeinung liegt. So war für mich ganz klar vor der Lektüre von Kill ( richtig beobachtet - ich hatte von Kill erst durch seine Nominierung erfahren und kannte die Story vorher nicht ) das Thomas Siebers Enola in Ewigkeit mein Favorit für den Jahrgang war. Das es die Story dann nicht mal auf die Shortlist geschafft hat tut schon weh. Aber damit muss man leben und umgehen können. Wir hatten aus meiner Sicht durchaus schon Mitglieder die das nicht konnten und dann ein bißchen aus Frust weil sich Ihre Meinung nicht durchsetzen konnte Ihre Mitarbeit eingestellt haben. Aber wer nicht mitmacht hat gar keine Stimme.



#15 Mammut

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Geschrieben 20 December 2019 - 10:23

Was genau meinst du mit "Vorwarnsystem"?
 
My.


Na, die öffentlichen Begeisterungsstürme, das jemand eine tolle Geschichte gelesen hat.

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#16 Mammut

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Geschrieben 20 December 2019 - 10:44

So war für mich ganz klar vor der Lektüre von Kill ( richtig beobachtet - ich hatte von Kill erst durch seine Nominierung erfahren und kannte die Story vorher nicht ) das Thomas Siebers Enola in Ewigkeit mein Favorit für den Jahrgang war. Das es die Story dann nicht mal auf die Shortlist geschafft hat tut schon weh.



Finde ich auch bitter. So eine tolle Geschichte und dann sollen elf andere besser sein und bei einigen ist eindeutig, dass sie es nicht sind.

Bearbeitet von My., 20 December 2019 - 21:22.
Optik des Zitats korrigiert

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#17 My.

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Geschrieben 20 December 2019 - 21:21

Na, die öffentlichen Begeisterungsstürme, das jemand eine tolle Geschichte gelesen hat.

 

So was gibt's? Ist mir noch nie aufgefallen. Ohne Scherz.

 

My.


Bearbeitet von My., 20 December 2019 - 21:21.

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#18 Martin Stricker

Martin Stricker

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Geschrieben 06 January 2020 - 22:28

Ich bin seit Ende 2000 im DSFP-Komitee (und damit inzwischen dienstältestes Mitglied). Auf meine Mitgiedschaft habe ich immer hingewiesen. Viele Jahre habe ich meine (inoffiziellen!) Listen mit deutschsprachiger SF gepflegt und Rezensionen veröffentlicht, bis mir aufgrund der Arbeit die Zeit dafür fehlte. Seither beschränken sich meine SF-Aktivitäten hauptsächlich auf die Komiteearbeit (plus hin und wieder mal ein fremdsprachiges Buch zum Vergleich).


Herzliche Grüße,
Martin Stricker

Mitglied im Komitee zur Vergabe des Deutschen Science Fiction Preises
verliehen vom Science Fiction Club Deutschland e. V. (SFCD)
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#19 Peter-in-Space

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Geschrieben 20 January 2020 - 11:31

Ich weise gerne drauf hin, dass ich Komiteemitglied bin, wie ich momentan auch extern drauf hinweise, dass ich eine Pause mache.

 

Der Hauptgrund ist, dass ich für den DSFP '19 - also den Jahrgang '18 praktisch durchgängig gelesen habe, ohne Pause für einen anderen Roman zu haben, der nicht im DSFP-Kriterium landet: in other words, mal einen ausländischen Text. Das erachte ich für mich als wichtig, und das fiel für diesen Jahrgang flach.

 

So what: der Jahrgang '18 war einer der stärksten Jahrgänge, was SF aus deutscher Feder anging, und ich ärgere mich nun nicht, dass ich momentan eine Pause einlege. Hoffentlich fasst ihr es nicht als Drohung auf, wenn ich ankündige, wiederzukommen.

 

Über den Gewinner, Tom Hillenbrand, freue ich mich umso mehr, weil es auch einer meiner Favoriten war - wenn ich es auch damals aus Gründen der Zeitnot nicht geschafft habe, rechtzeitig zu nominieren (Datenkorruption). Er hätte halt 15 Punkte mehr bekommen, das macht die Wutz auch nicht mehr fett.


„La filosofia è scritta in questo grandissimo libro che continuamente ci sta aperto innanzi a gli occhi (io dico l’universo), ma non si può intendere se prima non s’impara a intender la lingua, e conoscer i caratteri, ne’ quali è scritto. Egli è scritto in lingua matematica, e i caratteri son triangoli, cerchi, ed altre figure geometriche, senza i quali mezi è impossibile a intenderne umanamente parola; senza questi è un aggirarsi vanamente per un oscuro laberinto.“

 

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#20 Galax

Galax

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Geschrieben 20 January 2020 - 14:14

 

Ich mag Galax Acheronians Themenwahl zumeist sehr gerne und finde vor allem seine herangehensweise, seine Perspektive eine Story zu erzählen sehr ansprechend. Das ging mir schon so, seit ich seine Story über das schwule Paar, das es in die Zukunft verschlägt, gelesen habe. Seine stilistischen Schwächen machen das in meinen Augen mehr als wett, aber so ganz ignoriert werden können sie natürlich nicht. Wenn er sich handwerklich noch verbessern würde, könnte er für mich bei seiner Fantasie und Lust aufs Fabulieren, die einen quasi durch jeden Satz hindurch anspringt, durchaus noch eines Tages aufs Treppchen kommen.

Vielen Dank.
Ich gelobe Besserung.

Habe mir einmal einen Schreibratgeber zugelegt, einmal einen erfahrenen Lektor (und begeisterten SF-Fan ;) ) an die Seite gestellt - und viel wichtiger - werde noch mehr Meisterwerke lesen, um zu verstehen, wie man aus seinen Ideen mehr herauskitzeln kann.
 


Warum auf alte Katastrophen zurückblicken? Es liegen noch unzählige vor einem!

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#21 Narrania

Narrania

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Geschrieben 20 January 2020 - 18:22

Mir hat die Geschichte sehr gefallen, aber ich habe auch nicht verstanden, warum "Kill" so gut bewertet wurde, eine Geschichte, in der keine neue Idee steckt und die auch sehr vorhersehbar war, zumindest für Leute, die die Idee schon kannten. Als Hommage kann ich es nicht ansehen, wenn die Grundidee selbst verwendet wurde.
[

Bearbeitet von Narrania, 20 January 2020 - 18:24.


#22 Martin Stricker

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Geschrieben 22 January 2020 - 11:49



Mir hat die Geschichte sehr gefallen, aber ich habe auch nicht verstanden, warum "Kill" so gut bewertet wurde, eine Geschichte, in der keine neue Idee steckt und die auch sehr vorhersehbar war, zumindest für Leute, die die Idee schon kannten. Als Hommage kann ich es nicht ansehen, wenn die Grundidee selbst verwendet wurde.

Da ich zu denen zähle, denen "Kill" sehr gut gefallen hat, versuche ich mal, darauf eine Antwort zu geben. Zunächst muß ich darauf hinweisen, daß ich Orson Scott Cards "Ender's Game" (die ursprüngliche Kurzgeschichte in deutscher Übersetzung) vor sehr langer Zeit (in den 1990ern) gelesen und für gut, nicht aber sehr gut befunden habe. Daher hatte ich auch nie wirklich Interesse, den Roman bzw. die beiden Romanreihen zu lesen. Die Geschichte war nach meiner Erinnerung geradlinig erzählt, und die Schluß"pointe", wenn man das so nennen kann, war, daß Ender kein Computerspiel gespielt hat, sondern echte Aliens ausgerottet hat. Die waren aber tatsächlich böse und wollten ihrerseits die Menschheit ausrotten. Quid pro quo, sozusagen. Der Stil war der damaligen Zeit und meinem damaligen Lesevermögen angemessen. "Kill" unterscheidet sich aus meiner Sicht, Ohne "Ender's Game" erneut gelesen zu haben, in zwei Dingen von der Inspiration:

 

1. Der Stil ist der heutigen Zeit (und meiner deutlich kritischer gewordenen Lesart) angemessen und deutlich schneller als in der Vorlage. ich habe vor einiger Zeit den Fehler gemacht, Werke, die mich in den 1990ern stark beeindruckt haben, jetzt erneut zu lesen. Im Ergebnis wundere ich mich über mich selnst,daß ich diese nun von mir als ordentliches Mittelmaß eingeschätzte Werde damals so toll fand. Ich gehe davon aus, daß es mir mit "Ender's Game" ähnlich gehen würde.

 

2.(da dies den Schluß verrät, kommt es im Spoiler-Tag)

Spoiler


Bearbeitet von Martin Stricker, 22 January 2020 - 11:51.

Herzliche Grüße,
Martin Stricker

Mitglied im Komitee zur Vergabe des Deutschen Science Fiction Preises
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#23 Narrania

Narrania

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Geschrieben 28 January 2020 - 13:07

Die Kurzgeschichte war ja die Voraussetzung für "Sprecher für die Toten" - immernoch eines meiner Lieblingsbücher. Er hat sie ja nur sdehalb zum Roman ausgebaurt, um den zweiten Bnd zu schreiben.

 

Ich bin der Meinung, dass man das Ende voraussehen konnte. Es gab viele Hinweise darauf und der Autor hatte die Vorlage und mehrere Jahrzehnte SF Literatur zusätzlich. Am meisten hat mich der absolute Schluss geärgert, der so voraussehbar war, das es wirklich ein Klischee bedient. Dumme Helden ärgen mich eben. Ender war ein Kind. die Geschichte ist in der Zeit des kalten Krieges geschrieben worden und ich glaube, der Autor wollte damit gerade ausdrücken, dass es nicht richtig ist mit gleichen Mitteln wie der Gegner zu kämpfen. Übrigens spoilerst du den Roman (es scheinen ihn ja einige nicht gelesen zu haben und ich denke es lohnt sich), aber ich hoffe mal, dass es nichts ausmacht :).


Bearbeitet von Narrania, 28 January 2020 - 13:11.



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