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Lars Gustafsson - Das seltsame Tier aus dem Norden

Klassiker Lesezirkel Lars Gustafsson D. seltsame Tier a. d. Norden 2020

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25 Antworten in diesem Thema

Umfrage: Lars Gustafsson - Das seltsame Tier aus dem Norden (4 Mitglieder haben bereits abgestimmt)

Das Buch insgesamt fand ich:

  1. fantastisch (1 Stimmen [25.00%])

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    Prozentsatz der Stimmen: 25.00%

  3. durchschnittlich (1 Stimmen [25.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 25.00%

  4. mäßig (1 Stimmen [25.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 25.00%

  5. mies (0 Stimmen [0.00%])

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Stil und Sprache fand ich:

  1. fantastisch (0 Stimmen [0.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 0.00%

  2. gut (2 Stimmen [50.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 50.00%

  3. durchschnittlich (1 Stimmen [25.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 25.00%

  4. mäßig (1 Stimmen [25.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 25.00%

  5. mies (0 Stimmen [0.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 0.00%

Story und Plot fand ich:

  1. fantastisch (0 Stimmen [0.00%])

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  2. gut (2 Stimmen [50.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 50.00%

  3. durchschnittlich (1 Stimmen [25.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 25.00%

  4. mäßig (1 Stimmen [25.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 25.00%

  5. mies (0 Stimmen [0.00%])

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Figuren und Charakterisierung fand ich:

  1. fantastisch (0 Stimmen [0.00%])

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  2. gut (0 Stimmen [0.00%])

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  3. durchschnittlich (1 Stimmen [25.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 25.00%

  4. mäßig (3 Stimmen [75.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 75.00%

  5. mies (0 Stimmen [0.00%])

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Setting und Hintergrund fand ich:

  1. fantastisch (2 Stimmen [50.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 50.00%

  2. gut (2 Stimmen [50.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 50.00%

  3. durchschnittlich (0 Stimmen [0.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 0.00%

  4. mäßig (0 Stimmen [0.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 0.00%

  5. mies (0 Stimmen [0.00%])

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Grundidee und Thema fand ich:

  1. fantastisch (2 Stimmen [50.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 50.00%

  2. gut (1 Stimmen [25.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 25.00%

  3. durchschnittlich (1 Stimmen [25.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 25.00%

  4. mäßig (0 Stimmen [0.00%])

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Das Buch ist meiner Meinung nach (Mehrfachauswahl möglich):

  1. actiongeladen (0 Stimmen [0.00%])

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  2. anspruchsvoll (4 Stimmen [44.44%])

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  3. berührend (0 Stimmen [0.00%])

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  11. ruhig (2 Stimmen [22.22%])

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#1 Trace

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Geschrieben 24 March 2020 - 10:00

Ab dem ersten 1. April lesen wir hier gemeinsam:

 

Lars Gustafsson - Das seltsame Tier aus dem Norden

 

Ich wünsche allen viel Spaß, gute Unterhaltung und eine angeregte Diskussion.



#2 lapismont

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Geschrieben 01 April 2020 - 14:26

Begonnen!

 

Die geteilte Persönlichkeit einer Raumschiffsintelligenz erzählt Geschichten. Hatte ich nicht erwartet.


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#3 Stefan9

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Geschrieben 01 April 2020 - 17:42

Die Lords sitzen nun beisammen und berichten von ihren wundersamsten Erlebnissen. Gustaffson installiert die Lords offenbar nur als Vehikel, um seine "SF Gedankenexperimente und Ideen" zu transportieren. Sicher ist für mich jetzt schon, das es kein gewöhnlicher Roman mit Spannungsbogen, rotem Faden, Protagonisten usw wird.. Hat eher den Charakter einer Geschichtensammlung. Aber vllt irre ich auch, bin ja noch am Anfang. Habe die erste Berichtsepisode hinter mir. Irgendwie kam mir sofort Inception in den Sinn.


------ ......ob Herr Rossi je das Glück gefunden hat?....------

 

In motivationstheoretischer Interpretation aus Managementsicht ist Hans im Glück ein „eigennütziger Hedomat und unlustmeidender Glücksökonom“. ---Rolf Wunderer

 

Niemand hat das Recht auf ein konstantes Klima. Auch Grönländer haben ein historisches Recht auf Ackerbau. Daran sollten unsere Weltenlenker denken, wenn sie sich daran machen, die globale Temperatur mit Hilfe des CO2 neu einzustellen. 

 

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#4 Naut

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Geschrieben 01 April 2020 - 18:08

Ich kenne das Buch schon.
Erstmals aufmerksam wurde ich in den 90ern, weil dort ein Fragment in einem Heyne-Storyband erschien. Das hat mich ziemlich geflasht, damals.
Gut 15 Jahre später besorgte ich mir die komplette Erzählung - und war etwas enttäuscht, denn viel mehr war am Buch nicht dran. Das Heyne-Fragment war quasi ein Best-of.
Ich will Euch aber die Lektüre nicht vermiesen: In seinen guten Momenten erinnert das Buch an Lem und toppt ihn sogar.

#5 Amtranik

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Geschrieben 01 April 2020 - 18:41

Ich kenne das Buch schon.
Erstmals aufmerksam wurde ich in den 90ern, weil dort ein Fragment in einem Heyne-Storyband erschien. Das hat mich ziemlich geflasht, damals.
Gut 15 Jahre später besorgte ich mir die komplette Erzählung - und war etwas enttäuscht, denn viel mehr war am Buch nicht dran. Das Heyne-Fragment war quasi ein Best-of.
Ich will Euch aber die Lektüre nicht vermiesen: In seinen guten Momenten erinnert das Buch an Lem und toppt ihn sogar.

Sehe ich ähnlich.



#6 lapismont

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Geschrieben 02 April 2020 - 11:47

Zweite Geschichte. Ganz lustiges Märchen über Das Ding. Gefiel mir besser als die Bestrafungs-Story.

Insgesamt eine recht fabulierverliebte Sprache, ja es ähnelt Lem, aber doch ein ganzes Stück moderner, liest sich jedoch sehr aus der Zeit gefallen. Erik Simon und die Steinmüllers wandeln auf ähnlichen Pfaden, sind aber frischer.


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#7 T. Lagemann

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Geschrieben 03 April 2020 - 06:43

Hallo zusammen,

 

bei Gustafsson sollte man seinen universitären Werdegang im Hinterkopf haben. Zumindest spielt er in den Episoden, die ich bislang gelesen habe, philosophische Fragen durch. Ich sage bewusst "spielt" ...

 

Viele Grüße

Tobias


"Wir sind jetzt alle Verräter."
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#8 Stefan9

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Geschrieben 04 April 2020 - 10:04

Genau. Nach den ersten Seiten habe ich sofort Wiki aufgesucht, um zu sehen, wer Gustaffson ist. Die nüchterne, trockene Sprache, gespickt mit Fremdwörtern und Fachbegriffen erschwert den Lesefluss. Auch scheint es mir, das er offenbar keine Geschichten erzählen will, sondern das bisschen Handlungsgerüst der Acht Lords nur verwendet, um seine Ideen und Konzepte zu vermitteln. Und das auf hochgradig intellektuelle Art und Weise. Wenn er zB zur Erklärung eines Sachverhaltes die Analogie zur Topologie einer "Kleinschen Flasche" verwendet, mag das zwar genau sein Gedankenkonstrukt erklären. Aber welcher Leser kann damit etwas anfangen? Ich schätze die Anzahl der Menschen in Deutschland unter 1%, die den Begriff "Kleinsche Flasche" kennen. Die, die wissen was das ist, verorte ich im Promillebereich. Ich selber hatte so eine Ahnung, habe es aber trotzdem noch mal gegoogelt. Ist wohl ähnlich einem Möbiusband, bloß als Fläche ohne Rand. Das hilft mir bloß auch kaum weiter:-)

Es ist also kein gemeines Lese oder Geschichtenbuch. Hier geht es nur um die vorgestellten Konzepte, Betrachtungen, Ideen, Gedanken usw..

Über deren "Qualität" könnte man ja im Einzelnen noch eingehen. Sie sezieren, den philosophischen Inhalt extrahieren. Wenn man will. Weiss nicht so Recht, ob ich das will. Ich lese erstmal weiter und mir genügt es zunächst, eine rudimentäre Idee seiner betrachteten "Konzepte" zu haben. Ggf lesen (sehen) ausgebildete Philosophen ein ganz anderes Buch als der gemeine SF Leser.


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#9 Felix

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Geschrieben 04 April 2020 - 14:59

Es ist also kein gemeines Lese oder Geschichtenbuch. Hier geht es nur um die vorgestellten Konzepte, Betrachtungen, Ideen, Gedanken usw..

Über deren "Qualität" könnte man ja im Einzelnen noch eingehen.

 

So sehe ich es auch. Dass es philpsophisch werden könnte, habe ich mir gedacht, dass es so wenigt erzählend ist, habe ich aber nicht erwartet. Nach der ersten Geschichte bin ich skeptisch, weil mich die darin aufgeworfenen Ideen nicht sonderlich spannend fand und mir etwas der Witz gefehlt hat. Vielleicht fehlt es etwas an den schriftstellerischen Qualitäten eines Lems. Aberwarten.



#10 Felix

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Geschrieben 04 April 2020 - 15:59

Zweite Geschichte. Ganz lustiges Märchen über Das Ding. Gefiel mir besser als die Bestrafungs-Story.

Mir auch. Sowohl die Annäherung an das Ding samt Steinewerfen als auch die anschließende Zwillings-Doppelgänger-Variante gefielen mir gut und besaßen jetzt auch den Witz, den ich zuvor vermisst hatte. Nur zum Ende hin wurde es dann etwas, wie soll ich sagen, besserwisserisch-belehrend. Das hätte die Geschiche nicht gebraucht.



#11 T. Lagemann

T. Lagemann

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Geschrieben 05 April 2020 - 06:30

Hallo zusammen,

 

ich mag die überbordende Fantasie, mit der Gustafsson sich hier in die Gefilde der Science Fiction begibt. Dass es ihm dabei gelingt, mit leichter Hand zugleich philosophische Fragen aufzuwerfen, finde ich bewunderungswert. Bislang (Kapitel 5) stört es mich nicht, dass es bei manchem Namen bei mir zwar klingelt, aber mir das Wissen zu Personen oder angerissenen Ideen fehlt. Okay, Zeitreise (Kapitel 5) ist jetzt kein philosophisches Thema, aber ich habe mich weggelacht, als die Lords ohne Rücksicht auf Zeitreiseparadoxa zu nehmen, über Dr. Weiss spekulieren. Und dann das mit dem porösem Raum - ein Kapitel reicht Gustafsson, um Theologie/Philosophie (Fredegesius/Amaxagoras) mit Hard Science-Fiction zu verbinden. Muss ich wissen, auf wen bzw. was sich Gustafsson bezieht? Nö. Gustafsson wirft Steine in einen See, ich genieße die sich ausdehnende Kreise auf der Wasseroberfläche. Daher lasse ich die Suchmaschine noch ruhen, mache mir aber Notizen für nachher.

 

Ich habe übrigens mal geschaut, was denn 1989 an SF-Kinofilmen lief: Zurück in die Zukunft II, Abyss,Ghostbusters 2, Bill & Ted's verrückte Reise durch die Zeit, Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft, Star Trek 5 ... Da ist Gustafsson SF von ganz anderem Kaliber. Nicht Klamauk, sondern sehr anregende Unterhaltung mit Tiefgang.

 

Viele Grüße

Tobias


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#12 Naut

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Geschrieben 05 April 2020 - 07:17

Kleiner Exkurs zur Kleinschen Flasche:

Geht man davon aus, dass es in Deutschland etwa 30000 aktive Mathematiker gibt, dann kennen 0,0375 % das Konzept. In Wahrheit dürften es aber mehr sein, denn auch Hobby-Mathematiker, SF-Leser und Künstler haben vielleicht davon gehört, ohne ein Studium absolvieren zu müssen.

Die Kleinsche Flasche ergibt sich einfach aus einem Gedankenexperiment über Landkarten:

Nimm an, du hast eine quadratische Landkarte. Wenn sie nur einen Ausschnitt der Welt zeigt, ist sie eben das: ein Quadrat. Das Quadrat hat vier Seiten, nennen wir sie einfach a, b, c, d, wobei a und c gegenüber liegen, und b und d.
Was ist nun, wenn die Karte die ganze Erdkugel abbildet? Das geht z.B., indem man das Quadrat auf die Spitze dreht, so dass eine Ecke den Nordpol bildet, die gegenüberliegende den Südpol.
Die Ost- und Westseiten muss man nun miteinander verkleben: a mit b, c mit d.
Anders formuliert: Wenn wir beim Quadrat a/b und c/d verkleben, bekommen wir (topologisch) eine Kugel.

Was aber passiert, wenn wir die Kanten anders verkleben?
Fangen wir einfach an: Durch Verkleben von a/c und Offenlassen von b und d erhalten wir einen Zylinder. (Ebenso b/d, a und c offen.) Wenn wir nun bei dem Zylinder noch b/d verkleben (dazu muss das Material sehr dehnbar sein) wird der Zylinder zu einem Donut, den wir auch Torus nennen.
SF-Leser kennen den als Ringwelt. Deshalb kann man von der Ringwelt viel genauere Karten zeichnen als von der Erde: Weil die Verzerrung an den Polen nicht auftritt. :)

Kugel, Zylinder und Torus heißen orientierbare Flächen, weil wir nur Seiten "richtig herum" verklebt haben.
Was aber passiert, wenn wir einen Zylinder bauen wollen, aber a verdrehen, bevor wir es mit c verkleben? Dann ergibt sich das bekannte Möbiusband, weil die Oberfläche und die Unterfläche des Quadrats nun plötzlich miteinander verbunden sind. Daher heißt das Möbiusband "nicht orientierbar", es hat keine eindeutige Ober- und Unterseite mehr.
Wenn wir beim Möbiusband noch die offenen Seiten d/b richtig herum verkleben, erhalten wir die Kleinsche Flasche.
Wie die aussieht, ist zunächst schwer vorstellbar, weil man sie im dreidimensionalen Raum nicht richtig bauen kann. Man müsste den Zylinderschlauch durch sich selbst fädeln und auf links krempeln, bevor man die Kanten verklebt. Als SF-Lesern können wir uns aber leicht einen 4D-Raum vorstellen, da passt sie rein. :) Es gibt etliche Illustrationen dazu im Netz, die bei der Vorstellung helfen.

Bleibt noch: a/c verdreht verkleben und b/d auch verdreht verkleben. Das Monstrum, das sich dadurch ergibt heißt "projektive Ebene" und davon gibt es keine so schönen Bilder wie von seinen Geschwistern Quadrat, Zylinder, Kugel, Torus, Möbiusband und Kleinscher Flasche.

Bearbeitet von Naut, 05 April 2020 - 07:19.


#13 Stefan9

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Geschrieben 05 April 2020 - 10:10

Hallo zusammen,

 

ich mag die überbordende Fantasie, mit der Gustafsson sich hier in die Gefilde der Science Fiction begibt. Dass es ihm dabei gelingt, mit leichter Hand zugleich philosophische Fragen aufzuwerfen, finde ich bewunderungswert......

 

Ich habe übrigens mal geschaut, was denn 1989 an SF-Kinofilmen lief: Zurück in die Zukunft II, Abyss,Ghostbusters 2, Bill & Ted's verrückte Reise durch die Zeit, Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft, Star Trek 5 ... Da ist Gustafsson SF von ganz anderem Kaliber. Nicht Klamauk, sondern sehr anregende Unterhaltung mit Tiefgang.

 

Viele Grüße

Tobias

Ja, das unterschreibe ich mit vorbehalt, scheint es sich doch um ein Füllhorn fulminanter und buntester Ideen zu handeln. Ob das immer mit leichter Hand gezeichnet ist? Für mich wirkt das alles doch arg konstruiert, hat keinen Fluss, generell nicht den typischen Aufbau eines Romanes. Aber im Abtausch mit guten Ideen verzeiht die SF erzählerische Defizite; vllt lehne ich mich ja auch zu weit aus dem Fenster. Ich sage es so: Er liegt so gar nicht auf meiner Linie. Vielleicht habe ich auch einfach nur einen "normalen" Roman erwartet.

Und Tiefgang hat Gustaffson ganz sicher. Wahrscheinlich, als nichtintellektueller Kenner aller Künste, kann ich nur einen Teil aller Anspielungen zB Kleinsche Flasche,  goutieren.

 

 

Kleiner Exkurs zur Kleinschen Flasche:

 

Vielen Dank für deine Ausführungen Naut.

Die Bilder einer Kleinschen Flasche habe ich wiedererkannt. Die sind mir sicher schon in der ein oder anderen populärwissenschaftlichen Form begegnet. Ich finde den Begriff Flasche insofern schlecht gewählt, impliziert es doch in der Regel, die von der Kleinschen Flasche gebrochen wird, die Verwendung für den Transport einer Flüssigkeit und somit gleichzeitig das Vorhandensein eines nutzbaren Volumens. Aber Kleinsche Flaschen besitzen kein Volumen; habe ich zumindest gelesen. Und bei solch einer Gehirnakrobatik gebe ich dann auf. Und die Mathematik und Formalien dahinter verstehe ich erst recht nicht, bewundere aber Menschen, die soetwas denken können.


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#14 lapismont

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Geschrieben 05 April 2020 - 10:53

Mit 5. durch. Poröser Raum, Mögliche alternative Geschichte …

 

Alles ganz nett und burschikos erzählt. Man ahnt, dass der Autor da einen ganzen Ideenkosmos in der Hinterhand hält, durch den ironischen Ton weiß ich aber nie, ob das nun Nonsense oder was echtes ist. Ich google nicht beim Lesen, ich will lesen, 

 

Also bisher eher lala. Das Buch kann sich nicht entscheiden, ob es lustig und tiefgründig oder nur absurd sein möchte.


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#15 Stefan9

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Geschrieben 08 April 2020 - 09:12

Dr Weiss und der gestohlene Intelligenz Verstärker

 

Die "Story" hat mir bis jetzt am besten gefallen, kommt sie doch einer SF Geschichte sehr nahe. Dennoch versäumt Gustafsson es nicht, sie mit zahlreichen Unnötigkeiten und Belanglosigkeiten zu "schmücken" und verliert selbst das Interesse an ihr, sobald er sein Gedankenexperiment abgesteckt hat. Macht sich nichteinmal die Mühe, die Geschichte für den Leser auszuerzählen. Ich glaube auch kaum noch daran, das wir überhaupt genau erfahren, was es mit "den Alten" auf sich hat. Die sind ja schon mehrfach aufgetaucht.

Hier kann man von Ideenverschwendung sprechen, wäre, ja wäre hier ein talentierter Geschichtenerzähler am Werk. Leider verfällt Gustafson auch hier in eine selbstverliebte, nüchterne Fabuliersprache, wie Lapismont es genannt hatte. Schade um die gute Idee.


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#16 T. Lagemann

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Geschrieben 08 April 2020 - 19:08

Hallo zusammen,

 

wie schön, wir sind uneins :-)

 

Gustafsson reißt seine Themen an. Und ich finde, dass er das grandios macht. Er kann ja auch nicht mehr, als die ihm wichtigen Fragestellungen anzureißen - die Philosophie ist immer in Bewegung. Natürlich ist das Ergebnis mit vorliegendem Band weit von dem entfernt, was allgemeinhin unter Science Fiction verstanden wird. Und natürlich ist es auch kein Roman.

 

Und: Ja, Gustafsson kann ein Schelm sein. Aber er ist ein feinsinniger Schelm. Der dabei nie das Wichtige vergisst. Ich bin jetzt mal faul und bediene mich des Klappentextes des Bandes "Bielefelder Schriften zu Linguistik und Literaturwissenschaften - Literatur und Wissenschaft. Autorenkolloquium mit Lars Gustafsson" (BSLL 22)

 

In Lars Gustafssons Werk zeigt sich wie bei kaum einem anderen Gegenwartsautor die Einheit von Literatur und Wissenschaft. Beobachtungen aus dem Alltag werden oft mit philosophischen Einsichten oder mathematischen Rätseln verknüpft. Literatur ist bei Gustafsson Medium des Wissens und immer auch der Reflexion der Begrenztheit des wissenschaftlich Faßbaren. Die Spannweite seines Werkes umfaßt über die erzählenden und lyrischen Texte hinaus wissenschaftliche Publikationen zur Ästhetik, Sprachphilosophie, Wissenschaftsgeschichte und Literaturwissenschaft. Die in diesem Band versammelten Beiträge gehen auf ein Autorenkolloqium mit Lars Gustafsson zurück, das vom 29.6. bis zum 1.7.2006 im Bielefelder Zentrum für interdisziplinäre Forschung stattfand, und beschäftigen sich vor allem mit der Frage nach wissenschaftlichen Dimensionen der Literatur und nach dem Konkurrenz- und Fundierungsverhältnis zwischen wissenschaftlicher und poetischer Wahrheit.

 

Ich finde, das bringt Gustafssons Herangehensweise an Literatur (und im vorliegenden Band an Wissenschaft) wunderbar auf den Punkt.

 

Meine Lieblingskapitel ist übrigens das achte - Die Gäste der Medusa. Auf gar nicht mal so vielen Seiten erzählt Gustafsson eine Unzahl von Science Fiction Romanen.

 

Mein Lieblingsbuch von Gustafsson ist "Nachmittag eines Fliesenlegers". Ich habe es ja nicht so mit Lesungen, aber damals bin ich hin, um Gustafsson live zu erleben. Ein überaus amüsanter Mann.

 

Übrigens kann er auch ganz anders, in den fünf Romanen der "Risse in der Mauer" Reihe beschreibt er recht nüchtern das sich in den 60/70er Jahren wandelnde Schweden.

 

Viele Grüße

Tobias


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#17 Stefan9

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Geschrieben 09 April 2020 - 11:38

Hallo zusammen,

 

wie schön, wir sind uneins :-)

 

Gustafsson reißt seine Themen an. Und ich finde, dass er das grandios macht. Er kann ja auch nicht mehr, als die ihm wichtigen Fragestellungen anzureißen - die Philosophie ist immer in Bewegung. Natürlich ist das Ergebnis mit vorliegendem Band weit von dem entfernt, was allgemeinhin unter Science Fiction verstanden wird. Und natürlich ist es auch kein Roman.

 

 

Nö, so uneins sind wir uns gar nicht. Ich unterschreibe das ausdrücklich, was du geschrieben hast. Nur mit der Grandiosität tue ich mich schwer. Als "Erfahrungsexperte" in SF Literatur bin ich dankbar, Gustafsson und seine Herangehensweise kennengelernt zu haben. Er hat schon seine Alleinstellungsmerkmale. Dem einen liegen sie, dem anderen eher nicht. Ich selbst stehe mehr auf Hard SF Autoren, idR meist Physiker, die es verstehen, eine klare, unverklausulierte einfache Sprache für anspruchsvolle Sachverhalte zu finden und Zusammenhänge aus ihrem Expertenwissen zusätzlich in eine unterhaltsame Geschichte zu packen. Gustafssons "Ereignisberichte" sind da ganz anders gestrickt. Man kann die Idee, das Gedankenexperiment aufnehmen. Das packe ich auf die Haben Seite.  Aber von einem grandiosen Leserlebnis bin ich weit entfernt. Aber das ist nur meine individuelle Einschätzung. Geschmackssache. 

 

Die achte Geschichte habe ich noch nicht ganz durch.


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In motivationstheoretischer Interpretation aus Managementsicht ist Hans im Glück ein „eigennütziger Hedomat und unlustmeidender Glücksökonom“. ---Rolf Wunderer

 

Niemand hat das Recht auf ein konstantes Klima. Auch Grönländer haben ein historisches Recht auf Ackerbau. Daran sollten unsere Weltenlenker denken, wenn sie sich daran machen, die globale Temperatur mit Hilfe des CO2 neu einzustellen. 

 

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#18 Felix

Felix

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Geschrieben 11 April 2020 - 16:06

 Gustafssons "Ereignisberichte" sind da ganz anders gestrickt. Man kann die Idee, das Gedankenexperiment aufnehmen. Das packe ich auf die Haben Seite.  Aber von einem grandiosen Leserlebnis bin ich weit entfernt. Aber das ist nur meine individuelle Einschätzung. Geschmackssache. 

 

Die achte Geschichte habe ich noch nicht ganz durch.

Also ich mag es eigentlich ganz gerne, wenn Literatur mal "verklausuliert" daher kommt, trotzdem stimme ich mit Stefans Urteil überein. Denn ich tue mich überraschend schwer mit dem Buch und werde mit Ausnahme der zweiten Geschichte einfach nicht warm. Ich habe jetzt die erste Häfte geschafft und bin immer mal wieder angetan von einzelnen Abschnitten, Stil und Konzeption führen aber nicht dazu, dass ich gebannt lese. Stattdessen merke ich, wie ich bei der Lektüre immer wieder gedanklich abschweife – und natürlich hat wiederum auch das keinen guten Effekt auf die weitere Lektüre. Ich werde es wohl noch etwas weiter versuchen, wenn das Buch dicker wäre, würde ich vermutlich bald abbrechen. Da hilft auch keine Klugheit und Ideenfülle. Beides weit das Buch ohne Frage auf.



#19 T. Lagemann

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Geschrieben 12 April 2020 - 18:44

Hallo zusammen,

 

all die Varianten über die Verdopplung von Personen/Wesen. Das ist viel Stoff zum Nachdenken bzw. Rumspintisieren, was davon z.B. für einen Roman tauglich wäre oder für eine Kurzgeschichte.

 

In Sachen "grandios": Ich mag Gustafsson seit den 80ern. Das sorgt natürlich für Voreingenommenheit.

 

Als verklausuliert empfinde ich die Sprache nicht. Für mich liest sich das richtig schön fluffig.

 

Viele Grüße

Tobias


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#20 Felix

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Geschrieben 13 April 2020 - 11:39

Ich habe die Feiertage genutzt, das Buch abzuschließen. An meinem Uurteil für die erste Hälfte hat sich aber nichts mehr geändert. Die zahlreichen Ideen und philosophische Debatten, die Gustafsson aufgreift sind durchaus spannend, die literarische Verarbeitung begeistert mich aber nicht und lässt mich über weite Strecken kalt. Allerdings stimmt mich die letzte Geschichte samt Epilog versöhnlich: Es wäre ein leichtes für Gustafsson gewesen, alles noch einmal zu überhöhen. Hat er aber zum Glück nicht. Dass er aber die Basis der Erzählungen ausleert und desinfiziert, ist ein gelungener Zug intellektueler Demut, der das Buch selbst noch einmal als Spiel inszeniert. Finde ich gut!



#21 Stefan9

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Geschrieben 15 April 2020 - 09:09

Ich habe die Feiertage genutzt, das Buch abzuschließen. An meinem Uurteil für die erste Hälfte hat sich aber nichts mehr geändert. Die zahlreichen Ideen und philosophische Debatten, die Gustafsson aufgreift sind durchaus spannend, die literarische Verarbeitung begeistert mich aber nicht und lässt mich über weite Strecken kalt. 

Sehe ich genau so. Er schüttet ein Füllhorn an Ideen aus, offenbar viele philosophische (historische) Fragestellungen; im Kleide einer SF Geschichte/ Sachverhaltes. Weil ich nun nicht zum Club der Kenner aller Künste gehöre, gehen wahrscheinlich viele Anspielungen an mir vorüber. Deshalb kann ich den tatsächlichen "Wert" Gustaffsons Werkes nur schlecht einschätzen, erahne aber ein ungeheuerliches Maß an Intellektualität. Zum Beispiel bemüht er in einer Kapiteleinleitung Fredegisus, etwa 8 Jahrhundert nach Christus, Abt von Tour, der die These von der Existenz des Nichts vertrat. Ich habe daraufhin gegoogelt und rasch festgestellt, dass diese These in all ihren Variationen vollumfänglich nur nach mehrsemestrigem Studium der Philosophie verstanden werden kann. Dem Kenner der Künste mag es ein Hochgenuss sein, wenn Gustaffson mal eben so "en passant" in ein paar Nebensätzen die historische Figur Fredegisus erwähnt. Das dokumentiert das überaus hohe Niveau des Titels. Ich selbst kann damit leider nur wenig anfangen, habe ich doch noch nie von Fredegisus gehört.

Mein Fazit: Ich habe eine rudimentäre Idee seiner besprochenen Themen bekommen und bin froh, auch diese Spielart der SF, diese radikal andere Herangehensweise, kennen gelernt zu haben. Damit muss ich mich zufrieden geben. 


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#22 lapismont

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Geschrieben 17 April 2020 - 07:37

Bin jetzt mit 8 durch. Die Lektüre ist zäh. Zwar gibt es durchaus interessante Geschichten, etwa die mit der Intelligenzkappe, aber Gustafsson bettet sie in einen Wattebausch an Ideen, Theorien, Gedanken, der von meinem Hirn einfach abprallt. Meist erkenne ich nicht einmal, worum es geht. Mein Problem ist noch immer, dass ich nicht erkennen kann, was ist nun Ulk oder ein ernsthafter Gedanke.

 

Auf jeden Fall liegen ihm da einige interessante Stoffe auf der Zunge. Das fremde Sehen in der 8 erinnerte mich sehr stark an Geschichte Deines Lebens von Ted Chiang.Allerdings auf wenigen Seiten skizziert.


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#23 Naut

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Geschrieben 17 April 2020 - 14:49

Die achte Geschichte ist übrigens auch die Episode, die bei Heyne damals als Auszug erschien. Ich habe sie gerade nochmal nachgelesen, ist immer noch eine grandiose Geschichte. Leider hält der Rest des Buchs nicht mit dem Niveau mit.

Am Schluss des Buchs gibt es ja tatsächlich noch einen Querverweis auf Lem. Das hatte ich nicht mehr in Erinnerung.

#24 T. Lagemann

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Geschrieben 19 April 2020 - 14:29

Hallo zusammen,

 

Das seltsame Tier ist ein Füllhorn.

 

Ich bin ja nicht sonderlich firm in Sachen SF der 90er Jahre, aber mir fällt jetzt niemand ein, der Gustafssons anskizzierte Ideen aufgegriffen hat. Schade eigentlich. Etwas Philosophie schadet nie.

 

Natürlich habe ich beim Lesen des Buches viel an Lem gedacht, aber da ich den ewig nicht mehr gelesen habe, kam ich mit dem Denken nicht sonderlich weit.

 

Mir hat es total viel Spaß gemacht, das seltsame Tier nach, puh, vielen, vielen Jahren noch mal zu lesen.

 

Ob ich demnächstens zur "Die dritte Rochade des Bernhard Foy" greife?

 

Ha! Gerade einen tollen Link gefunden ... https://volltext.mer...22-0131_0122_01

 

Viele Grüße

Tobias


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#25 Naut

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Geschrieben 19 April 2020 - 16:31

Also, ich fand es damals naheliegend, dass Gustavson mit dem Buch in erster Linie eine Hommage an Lem geschrieben hat. Er greift vieles aus den "Sterntagebüchern" auf und spinnt es weiter. Zu den Ideen ... ich habe es nicht nachgeprüft, aber ich hatte damals den Eindruck, dass sich Greg Egan und später Robert Charles Wilson mit ähnlichen Konzepten beschäftigten, wenn auch stilistisch ganz anders.

#26 lapismont

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Geschrieben 29 April 2020 - 10:59

Kurz vor dem Ende gewinnt das Buch für mich deutlich. Die Geschichten um die Reise im Jadestein oder das Tor in ferne Welten lasen sich sehr fluffig, waren melancholisch und irgendwie fernöstlich.


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