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Basma Abdel Aziz - Das Tor

Neuerscheinungen Lesezirkel Basma Abdel Aziz Das Tor 2020

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28 Antworten in diesem Thema

Umfrage: Basma Abdel Aziz - Das Tor (5 Mitglieder haben bereits abgestimmt)

Das Buch insgesamt fand ich:

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Stil und Sprache fand ich:

  1. fantastisch (1 Stimmen [20.00%])

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  2. gut (4 Stimmen [80.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 80.00%

  3. durchschnittlich (0 Stimmen [0.00%])

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Story und Plot fand ich:

  1. fantastisch (1 Stimmen [20.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 20.00%

  2. gut (4 Stimmen [80.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 80.00%

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  4. mäßig (0 Stimmen [0.00%])

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  5. mies (0 Stimmen [0.00%])

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Figuren und Charakterisierung fand ich:

  1. fantastisch (0 Stimmen [0.00%])

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  2. gut (2 Stimmen [40.00%])

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  3. durchschnittlich (3 Stimmen [60.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 60.00%

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Setting und Hintergrund fand ich:

  1. fantastisch (2 Stimmen [40.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 40.00%

  2. gut (3 Stimmen [60.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 60.00%

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Grundidee und Thema fand ich:

  1. fantastisch (5 Stimmen [100.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 100.00%

  2. gut (0 Stimmen [0.00%])

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  3. durchschnittlich (0 Stimmen [0.00%])

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Das Buch ist meiner Meinung nach (Mehrfachauswahl möglich):

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  2. anspruchsvoll (3 Stimmen [14.29%])

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  3. berührend (3 Stimmen [14.29%])

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  4. brutal (3 Stimmen [14.29%])

    Prozentsatz der Stimmen: 14.29%

  5. düster (3 Stimmen [14.29%])

    Prozentsatz der Stimmen: 14.29%

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#1 Trace

Trace

    Cyberpunk-o-Naut

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Geschrieben 02 May 2020 - 12:04

Ab dem 2. Mai wird hier

 

Basma Abdel Aziz mit Das Tor

 

gelesen und darüber diskutiert.

 

Ich wünsche allen viel Spaß.

 

---

( Schon wieder zu spät, ich war auf den 4.5. als Starttermin aus .. :blush: )



#2 T. Lagemann

T. Lagemann

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Geschrieben 03 May 2020 - 15:11

Hallo zusammen,

 

die ersten beiden Teile des Romans sind gelesen.

 

Probleme habe ich bislang nur mit den Namen. Ich sollte mir vielleicht aufschreiben, wer wer ist und was von Beruf und wegen was vor dem Tor anstehend.

 

Der Stil: Sehr sachlich. Fast hätte ich sogar "bürokratisch" geschrieben. Und dennoch bleibt die Komik nicht außen vor. Was aber wohl eher an der Absurdität der "komischen" Szenen liegt.

 

Um die Spannung zu erhalten, verrate ich nicht, wie viele Bauchtanzszenen es bislang gegeben hat (Sorry, Selma ...). Ich werde das auch nach dem Lesen nicht verraten (Nochmal sorry, Selma).

 

Viele Grüße

Tobias


"Wir sind jetzt alle Verräter."
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#3 Waffeleisen

Waffeleisen

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Geschrieben 03 May 2020 - 20:19

Hallo zusammen,

 

die ersten beiden Teile des Romans sind gelesen.

 

Hallo!

 

Das ging ja schnell. Ich habe das Buch, muss aber noch schnell den ersten "letzten Admiral" auslesen. Erster Eindruck beim Aufschlagen: Große, verschwenderische Schriftart. Arrgh!


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#4 T. Lagemann

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Geschrieben 04 May 2020 - 19:09

Hallo,

Hallo!

 

Das ging ja schnell. Ich habe das Buch, muss aber noch schnell den ersten "letzten Admiral" auslesen. Erster Eindruck beim Aufschlagen: Große, verschwenderische Schriftart. Arrgh!

naja, die ersten beiden Teile haben zusammen 50 Seiten ...

 

Heute mache ich dennoch mal Pause.

 

Viele Grüße

Tobias
 


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#5 lapismont

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Geschrieben 05 May 2020 - 07:44

Stand Seite 40.

Man kommt gut hinein in die seltsame Welt mit dem Tor. Teils lustig, teils beängstigend und skurril.Hat ein gewissen DDR-Gefühl.


Überlicht und Beamen wird von Elfen verhindert.
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#6 T. Lagemann

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Geschrieben 05 May 2020 - 18:50

Hallo zusammen,

 

bin bei Seite 87.

 

Ja, lapismont, DDR-Gefühl. Ich habe ja letztens von Eugen Ruge "Metropol" gelesen. Handlungsort weitestgehend das Hotel Metropol in Moskau, seinerzeit Unterkunft vieler vor den Nazis emigrierten Kommunisten. Habe ich auch bloß nicht mal irgendwann etwas positives, über einen in Ungnade gefallenen (und verschwundenen) "Gast" des Hotels gesagt? Und wie könnte ich das, wenn ich das getan habe, nun in sein Gegenteil verkehren?

 

Jeder hält sich bedeckt (apropos bedeckt ... Nein, ich verrate auch jetzt nicht, wie viel Bauchtänze es bislang gegeben hat ... ) oder weicht gleich vorweg zurück. Ereignisse werden umgeschrieben.

 

Sehr spooky. Gerade auch weil die Sprache so dokumentarisch ist.

 

Macht mir bislang sehr viel Spaß (ich weiß, das falsche Wort zu solch einer Dystopie).

 

Viele Grüße

Tobias


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#7 lapismont

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Geschrieben 06 May 2020 - 06:03

Stand Seite 82

 

Der Sprachstil ist wirklich sehr sachlich, eher mal mit verstecktem Zwinkern. Vielleicht typisch für Literatur in repressiven Systemen, damit die Autorin hinter dem Agieren der Figuren verschwindet.

 

Das Tor wird als Metapher für einen sich verselbständigenden Verwaltungsapparat etabliert. Gesichtslose Entscheidungen, die irrsinnig erscheinen, aber in ihrer Richtung alle repressiv sind. Die Menschen arrangieren sich damit, improvisieren. Erinnert mich an viele Szenen aus sowjetischer Literatur, die den Mangel in exzessiven Ausleben der Vorschriften zu überleben suchen.

In der DDR, so mein Gefühl, wurde mehr versucht, die Vorschriften zu umgehen. Bei den Beschreibungen der russischen Lebensart hatte ich immer das Gefühl, sie werfen sich mit ganzer Wucht hinein, um noch mehr leiden zu können.

ÄgypterInnen scheinen mir da eher russisch zu handeln.

 

Ja, die vielen Bauchtanzszenen, gerade in Kugelform, sind enervierend.


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#8 Wrong

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Geschrieben 06 May 2020 - 09:28

Ich habe gestern das erste Kapitel bis Seite 28 gelesen. Der Beginn ist richtig gut. Die Einführung des Arztes Tarik als erste Person hat bei mir richtig Spannung aufgebaut. Dann die Warteschlange, da kamen mir dann etwas zu viele Personen vor für so wenig Seiten. Wer ist eigentlich Nagi? Ich habe mehrfach umgeblättert, aber eine Erklärung zur Person habe ich nicht gefunden. Absicht der Autorin? Eine humoristische Seite konnte ich bisher noch nicht erkennen. Stil finde ich angenehm zu lesen. Das Setting finde ich persönliche mehr als interessant. Ich habe schon immer gerne orientalische und arabische Geschichten gelesen.



#9 Waffeleisen

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Geschrieben 06 May 2020 - 18:00

Nagi ist ein Freund, mehr weiß ich auch noch nicht. Habe heute den ersten Teil gelesen. Fällt gleich hinein, der Stil sorgt durch Setting und Exposition für Neugierde.

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#10 lapismont

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Geschrieben 07 May 2020 - 05:36

Stand 123

 

Es wird skurriler. Aber in Corona-Zeiten versteht man besser, wie schnell man eine Gesellschaft an neue Regeln gewöhnen kan und irgendwann werden sie auch fanatisch verteidigt.

 

Nagi ist bisher so ein bisschen das anarchistische Element, dass sich durch alle Systeme durchschlängelt ohne sich wirklich zu integrieren.

 

Man spürt den feinen Humor in etlichen Szenen, auch wenn vieles nur angerissen wird. Etwa die Gründung von Unternehmen in der Schlange, die News-Verbreitung durch Busse oder die Beziehungsgeflechte über die Bereiche der Schlange hinweg.

 

Interessant auch die Spitzen gegen das offensichtliche Totschlagargument, eine unverschleierte Frau könne ja keine rechtschaffene Meinung haben. Das ist schon übel, wenn man sich überlegt, dass es in Deutschland Stimmmen gibt, die dasselbe von verschleierten Frauen behauptet.


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#11 Waffeleisen

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Geschrieben 07 May 2020 - 19:16

In den 50er-Seiten.

Yahya trägt eine Kugel mit sich herum. Die Gründe für seine Nichtbehandlung klingen etwas nach Asterix und dem Passierschein A38. Eindringlich hier durch die Konsequenzen, die sich für den Betroffenen ergeben. Und anscheinend war das Tor nicht immer geschlossen, sondern hat Anträge bearbeitet und Bürgern Zutritt gewährt.

 

Immernoch sehr gut zu lesen, schöner knapper Stil, gefällt mir gut. Bin gespannt, wohin das führt.


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#12 Wrong

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Geschrieben 08 May 2020 - 10:10

In den 50er-Seiten.

 

Immernoch sehr gut zu lesen, schöner knapper Stil, gefällt mir gut. Bin gespannt, wohin das führt.

In den 80er-Seiten.

Das mit dem schwarzen Humor ist mir jetzt endlich auch klar geworden, als die Reaktionen seitens der Machthaber bezüglich der revolutionären Unruhen veröffentlicht wurden. Auch dass eine Person mit einer Kugel "erwischt" wird, die eigentlich nur einen Platz überqueren wollte, ist ja an sich schon Anklage genug. Der knappe, dokumentarische Stil gefällt mir auch. Aber es ist momentan aber auch noch nicht so, dass ich das Buch jetzt nicht weglegen könnte. Ich glaube, dass ist ein Roman, den ich besser ohne größerer Unterbrechung lesen sollte, da man doch auch eine gewisse Bindung zu den Umständen und Personen aufbauen muss. Erst dann scheint er auch intensiv zu sein. Es ist mit Sicherheit kein Episodenroman, wie ich anfangs dachte, indem einzelne Personen aus der Schlange in den Vordergrund treten. Der größten Pluspunkte bisher: Spannende Handlung und intensive Atmosphäre mit puristischem Erzählstil. Ich glaube, es ist ein gutes Buch. Mal sehen ....



#13 lapismont

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Geschrieben 08 May 2020 - 10:31

Kein Episodenroman, das stimmt. Ich finde es erstaunlich, dass repressive Systeme ähnliche Literatur hervorbringt. Mein Stand ist Seite 142.

 

Die Handlung geht eher nebenher vorwärts, wird fast lapidar aktualisiert. Das Drama nimmt für den Frosch ganz langsam seinen erhitzenden Verlauf. Es bleibt eine sachlich scheinende Distanz zu den Figuren, die aber eben durch die sich offenbarenden Katastrophen von einer Art bangem Entsetzen gefüllt wird. Was Yahya mit der Kugel im Bauch alles noch unternimmt, oder wie sich Umm Mabrouk ihrer privaten Tragödie stellt – sobald man sich das mal vor Augen führt, wirds richtig gruselig.


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#14 T. Lagemann

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Geschrieben 09 May 2020 - 07:01

In den 120ern ...

 

Ja, das Buch hat Sogwirkung. Schmerzhafte Absurdität. Die Schraube wird dabei ständig weitergedreht.

 

Später am Tag mehr, eine Deadline fordert mich gerade ...

 

Viele Grüße

Tobias


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#15 T. Lagemann

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Geschrieben 10 May 2020 - 17:46

Seite 135 bzw. der "Vierte Teil" steht in den Startlöchern.

 

Die zweiten schändlichen Ereignisse haben sich ereignet. Wie sehr Leidende zu Verteidigern der Gegenseite werden (können).

 

Etwas schwach fand ich das Wenige über die Halbstarken. Aber vielleicht folgt dem ja noch etwas.

 

Grandios: Die Röntgengeräte und -bilder.

 

Und: Ich habe mir ja vorgenommen, die Zahl nicht zu nennen (Sorry, Selma), aber ich darf mit Bezug auf lapismonts Sicht auf gewisse Bauchtänze sagen, es wird weiter getanzt. Nicht gerade zur Freude Yahyas.

 

Viele Grüße

Tobias


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#16 T. Lagemann

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Geschrieben 14 May 2020 - 05:58

Hallo zusammen,

 

bin in den 230ern ...

 

Und die Schraube dreht sich weiter.

 

Zur Telefongesellschaft. Dass der geistliche Führer den Boykott der dem Tor zuarbeitenden Telefongesellschaft als wider dem Glauben bezeichnet, ist an Absurdität kaum noch zu überbieten. Ich habe aber das Gefühl, dass die Autorin das noch mal toppen wird, vielleicht auch noch mehrmals.

 

Ins Irreale gehen die Räumlichkeiten, in denen Mitarbeiter verschriften, was die abgehörten Telefone an Gesprächen liefern - und das dann gleich in die Akten geht. Wie groß müssen diese Räume sein?

 

Uneins bin ich mir noch hinsichtlich des Journalisten. Er wird zwar aus einem Gebäude geprügelt, aber recherchieren und berichten kann er weiterhin (obwohl zu der Zeit schon Personen verschwinden). Andrerseits erschaffen die sich aus der staatlichen Repression entstehenden Widersprüche ja vielfältige "Wahrheiten" - auf die "Wahrheiten" eines Journalisten kommt es da kaum noch an. Und dann gibt es ja auch den Widerspruch zwischen Titelseite und späteren Seiten.

 

Viele Grüße

Tobias


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#17 lapismont

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Geschrieben 14 May 2020 - 06:03

Stand Seite 260, quasi dicht vor Schluss.

 

Es zieht sich. Zwar entwickeln sich die Ereignisse um die Figuren weiter, gerade an Ines und Amani zu sehen, aber mir wird das etwas zu viel Soap. Hintergrundinfos zu den Figuren kommen sehr spät, etwa zu Nagi, eigentlich zu spät, um der Handlung etwas zu bringen.

 

@Tobias

Das mit Ihab fand ich auch seltsam und es wird noch aufgeklärt. Warum so spät, erschließt sich mir wie bei Nagi noch nicht.


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#18 Waffeleisen

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Geschrieben 14 May 2020 - 16:54

Anfangs dachte ich Wunder was Tarik wohl auf dem Röntgen gesehen haben mag, da hat Aziz eine ziemlich hohe Erwartung aufgebaut. Nun geht es um ne schnöde Kugel, erst verwundernd, inzwischen aber stellt sie es als letztes vorhandenes Beweismittel dar. Der absurde Situationserhaltungstrieb der Schlange wird kurz angedeutet, die schändlichen Ereignisse, im Hintergrund unauffällig stattfindend, finden noch keinen Weg ins Verständnis. Im Grunde wird gerade eine methodische Desinformation dargestellt, die als Mittel zur Etablierung sämtlicher absurder, dadurch übertrieben und unzuordenbar dargestellter Staatswillkür genutzt wird. Hier drängt sich tatsächlich der Vergleich zur aktuellen hiesigen Situation auf.
Wodurch der Sog der Erzählung entsteht, ist mir noch unklar. Es reichen wenige Worte zur Situationsbeschreibung, und ich bin voll in der Geschichte.

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#19 Wrong

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    Infonaut

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Geschrieben 15 May 2020 - 08:44

Stand Seite 260, quasi dicht vor Schluss.

 

Es zieht sich. Zwar entwickeln sich die Ereignisse um die Figuren weiter, gerade an Ines und Amani zu sehen, aber mir wird das etwas zu viel Soap. Hintergrundinfos zu den Figuren kommen sehr spät, etwa zu Nagi, eigentlich zu spät, um der Handlung etwas zu bringen.

 

@Tobias

Das mit Ihab fand ich auch seltsam und es wird noch aufgeklärt. Warum so spät, erschließt sich mir wie bei Nagi noch nicht.

Lesestand Seite 234:

Dem kann ich mich so nicht anschließen. Dass sich junge, akademische und intellektuelle Kräfte zusammenschließen und gemeinsam die Situation zu meistern versuchen, hat für mich nichts mit einer Soap zu tun. Eher im Gegenteil, da zwischenmenschliche Beziehungen der Vergangenheit oder genaue Einzelheiten der Personen, wie z.B. bei Ihab, fast gänzlich fehlen. DieTatsache, dass so viele Hintergrundinformationen ausbleiben, sehe ich darin begründet, dass die Autorin eine Form der modernen Parabel schreiben wollte. Alles ist im Grunde beispielhaft und nur schematisch angerissen. Finde ich persönlich großartig.

 

Man darf, glaube ich, nicht nach der realistische Begründung bezüglich mancher Handlungsabläufe suchen. Ich fragte mich lange Zeit, warum mieten sich Nagi und Amani nicht einen Wagen und fahren Yahya tausend Kilometer weit über irgendeine Grenze und lassen ihn da behandeln. Aber darum geht es m. E. bei dieser Geschichte nicht.

 

Anfangs dachte ich Wunder was Tarik wohl auf dem Röntgen gesehen haben mag, da hat Aziz eine ziemlich hohe Erwartung aufgebaut. Nun geht es um ne schnöde Kugel, erst verwundernd, inzwischen aber stellt sie es als letztes vorhandenes Beweismittel dar. Der absurde Situationserhaltungstrieb der Schlange wird kurz angedeutet, die schändlichen Ereignisse, im Hintergrund unauffällig stattfindend, finden noch keinen Weg ins Verständnis. Im Grunde wird gerade eine methodische Desinformation dargestellt, die als Mittel zur Etablierung sämtlicher absurder, dadurch übertrieben und unzuordenbar dargestellter Staatswillkür genutzt wird. Hier drängt sich tatsächlich der Vergleich zur aktuellen hiesigen Situation auf.
Wodurch der Sog der Erzählung entsteht, ist mir noch unklar. Es reichen wenige Worte zur Situationsbeschreibung, und ich bin voll in der Geschichte.

Bezüge zu unserer aktuellen Situation kann ich in der Geschichte eher weniger erkennen. Verbote und Einschränkungen des öffentlichen Lebens sind aktuell bei uns doch hoffentlich darauf ausgerichtet, Menschen vor einer rätselhaften Krankheit zu schützen, während in der Geschichte ein totalitäres Regime darum bemüht ist, die oppositionelle Seite zu unterdrücken. Da sehe ich eigentlich eher weniger Parallelen.

Aber den Sog, den du ansprichst, kann ich bestättigen. Den spüre ich momentan in jedem Satz.


Bearbeitet von Wrong, 15 May 2020 - 08:46.


#20 lapismont

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Geschrieben 15 May 2020 - 09:02

Lesestand Seite 234:

Dem kann ich mich so nicht anschließen. Dass sich junge, akademische und intellektuelle Kräfte zusammenschließen und gemeinsam die Situation zu meistern versuchen, hat für mich nichts mit einer Soap zu tun. Eher im Gegenteil, da zwischenmenschliche Beziehungen der Vergangenheit oder genaue Einzelheiten der Personen, wie z.B. bei Ihab, fast gänzlich fehlen. DieTatsache, dass so viele Hintergrundinformationen ausbleiben, sehe ich darin begründet, dass die Autorin eine Form der modernen Parabel schreiben wollte. Alles ist im Grunde beispielhaft und nur schematisch angerissen. Finde ich persönlich großartig.

 

Man darf, glaube ich, nicht nach der realistische Begründung bezüglich mancher Handlungsabläufe suchen. Ich fragte mich lange Zeit, warum mieten sich Nagi und Amani nicht einen Wagen und fahren Yahya tausend Kilometer weit über irgendeine Grenze und lassen ihn da behandeln. Aber darum geht es m. E. bei dieser Geschichte nicht.

 

Bezüge zu unserer aktuellen Situation kann ich in der Geschichte eher weniger erkennen. Verbote und Einschränkungen des öffentlichen Lebens sind aktuell bei uns doch hoffentlich darauf ausgerichtet, Menschen vor einer rätselhaften Krankheit zu schützen, während in der Geschichte ein totalitäres Regime darum bemüht ist, die oppositionelle Seite zu unterdrücken. Da sehe ich eigentlich eher weniger Parallelen.

Aber den Sog, den du ansprichst, kann ich bestättigen. Den spüre ich momentan in jedem Satz.

Ich bin durch.

 

Am Anfang der Lektüre sagte ich ja schon, dass ich denke, die Autorin baut die emotionale Distanz zu den Figuren auf, um ihr Werk für Repressionen zu schützen. Den Aspekt habe ich immer im Hinterkopf. Für Dich sind die Figuren junge akademische Kräfte. Einen 39 jährigen Handelsvertreter zähle ich nicht dazu. Amani ist zwar studierte Juristin, aber nun Kundenbetreuerin, Ebenso würde ich Ihab und den Arzt eher ins Bürgertum verorten. Fpr mich gibt es zwei Handlungsbereiche. Die Ereignisse im Staat um die Diktatur des Tores herum und Yahyas persönliches Schicksal, sein Kampf gegen die Windmühlenflügel. In beiden Bereichen erfahren wir immer wieder kleine Geschichten, Alltagsepisoden, die für mich aber nur mit wenigen Ausnahmen exemplarisch sind. Etwa der Bauer mit seinem Märtyrer-Cousin.

Gerade im letzten Drittel des Buches ist mir der Blur-Effekt etwas zu viel, auch wenn ich die existentielle Notwendigkeit verstehe. Etwas mehr Swift hätte ich mir gewünscht.

 

Das Buch endet dann auch wie erwartet, mit einem hübschen bösen Ende. Interessant wäre zu erfahren, wie der Impact das Buches in Ägypten war. Ob man ihn dort als schärfer, bissiger empfunden hat.


Bearbeitet von lapismont, 15 May 2020 - 09:02.

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#21 Wrong

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Geschrieben 15 May 2020 - 09:52

Ich bin durch.

 

Am Anfang der Lektüre sagte ich ja schon, dass ich denke, die Autorin baut die emotionale Distanz zu den Figuren auf, um ihr Werk für Repressionen zu schützen. Den Aspekt habe ich immer im Hinterkopf. Für Dich sind die Figuren junge akademische Kräfte. Einen 39 jährigen Handelsvertreter zähle ich nicht dazu. Amani ist zwar studierte Juristin, aber nun Kundenbetreuerin, Ebenso würde ich Ihab und den Arzt eher ins Bürgertum verorten. Fpr mich gibt es zwei Handlungsbereiche. Die Ereignisse im Staat um die Diktatur des Tores herum und Yahyas persönliches Schicksal, sein Kampf gegen die Windmühlenflügel. In beiden Bereichen erfahren wir immer wieder kleine Geschichten, Alltagsepisoden, die für mich aber nur mit wenigen Ausnahmen exemplarisch sind. Etwa der Bauer mit seinem Märtyrer-Cousin.

Gerade im letzten Drittel des Buches ist mir der Blur-Effekt etwas zu viel, auch wenn ich die existentielle Notwendigkeit verstehe. Etwas mehr Swift hätte ich mir gewünscht.

 

Das Buch endet dann auch wie erwartet, mit einem hübschen bösen Ende. Interessant wäre zu erfahren, wie der Impact das Buches in Ägypten war. Ob man ihn dort als schärfer, bissiger empfunden hat.

So ganz verstehe ich dein Fazit nicht. Mir ist nicht ganz klar, was du mit Swift meinst, schärfere Konturen bezüglich der Handlung oder der Personen? Auch Blur musste ich nachschlagen :). Das hatte ich ja mit der Parabel versucht zu erklären. Schärfe hätte m.E. zu einer anderen Geschichte geführt.

Auch definiere ich den Begriff "Akademiker" anders. Für mich gilt jemand als solcher, wenn er ein universitäres Studium abgeschlossen hat. Egal, ob er danach als Nachtwächter, Tankwart oder in der wissenschaftlichen Forschung arbeitet, aber ist für den Roman jetzt auch nicht so wichtig.

Sicherlich hat das Buch in Ägypten anders gewirkt als heute bei uns. Davon kann man, glaube ich, fest ausgehen. Allein dieser Stadt-Land- Konflikt, in der Geschichte durch Schalabi und Ines dargesteelt, spricht wohl auch ein bestimmtes gesellschaftliches Problem nicht nur in arabischen Ländern an. Ganz zu schweigen von dem bezüglich religiös oder nicht religiös. Aber auch hier schaftft der Roman den Spagat, kritisch zu sein, aber auf eine gewisse Weise auch nicht einfälltig oder aggressiv plump.



#22 lapismont

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Geschrieben 15 May 2020 - 12:17

So ganz verstehe ich dein Fazit nicht. Mir ist nicht ganz klar, was du mit Swift meinst, schärfere Konturen bezüglich der Handlung oder der Personen? Auch Blur musste ich nachschlagen :). Das hatte ich ja mit der Parabel versucht zu erklären. Schärfe hätte m.E. zu einer anderen Geschichte geführt.

Schärfere Konturen bezüglich der Absurditäten.
Es gibt ja kurz vor Schluss diese Szene mit den Beschuldigungen bezüglich der Überschwemmungen. Hier kommt die Schärfe mal deutlich hervor, aber sonst wirft die Autorin alles immer so nebenher in den Erzählfluss. Das findet sich bei Swift in Gullivers Reisen aus meiner Sicht deutlicher.
 

Auch definiere ich den Begriff "Akademiker" anders. Für mich gilt jemand als solcher, wenn er ein universitäres Studium abgeschlossen hat. Egal, ob er danach als Nachtwächter, Tankwart oder in der wissenschaftlichen Forschung arbeitet, aber ist für den Roman jetzt auch nicht so wichtig.

Zumal sich das von außen auch nicht klar erkennen lässt. Es ist schon eine Aussage, das Amani nicht als Juristin arbeiten kann. Aber erfahren wir dadurch, in welcher gesellschaftlichen Schicht sie sich zur Handlungszeit bewegt? Es fehlen so ziemliche alle kulturellen Rahmen. Für mich fühlt es sich so an, als hätte alle Bevölkerungsteile denselben Stand, solange sie nicht zum Tor gehören. Da wir von jenen kaum etwas konkret lesen, gibt es hier eigentlich nur das Volk auf der einen und der fast gesichtslose Staat auf der anderen Seite.
Selbst bei den Rebellen verweigert uns die Autorin jedes Hinschauen. Keine konkreten Figuren oder Szenen. Der Widerstand ist ähnlich unsichtbar wie die Administration. Völlig unscharf wird es bei den Schalterbeamten. Sie gehören irgendwie zum Tor, sind aber davor, fällen schnelle Entscheidungen und bei ihnen wird nix von Warteschlangen berichtet. Wie das alles wirklich funktioniert, wer da spioniert, verhört, regelt, bleibt unbeschrieben, eben unscharf.
 

Sicherlich hat das Buch in Ägypten anders gewirkt als heute bei uns. Davon kann man, glaube ich, fest ausgehen. Allein dieser Stadt-Land- Konflikt, in der Geschichte durch Schalabi und Ines dargesteelt, spricht wohl auch ein bestimmtes gesellschaftliches Problem nicht nur in arabischen Ländern an. Ganz zu schweigen von dem bezüglich religiös oder nicht religiös. Aber auch hier schaftft der Roman den Spagat, kritisch zu sein, aber auf eine gewisse Weise auch nicht einfälltig oder aggressiv plump.

Volle Zustimnung.


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#23 T. Lagemann

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Geschrieben 16 May 2020 - 06:05

Hallo zusammen,

 

bin durch.

 

vielleicht war ich schon zu müde, als ich das Ende gelesen habe, aber irgendwie war da bei mir die Sogwirkung weg. Kann sein, dass mich die wortreichen Erklärungen des Sheriff rausgebracht haben, wer ein guter und wer kein guter Bürger ist.

 

Ines blieb für mich als Figur zu wenig greifbar, als dass ich ihre Entwicklung nachvollziehen konnte. Dass sie und Schalabi ein Paar werden, habe ich daher nur als Randnotiz wahrgenommen.

 

Das Yahya nicht mal eben über die Grenze ist, um sich operieren zu lassen, macht für mich schon Sinn. Wie auch alle anderen kann er nicht raus aus seinem Vertrauen in den Staat. Ob für oder gegen das Tor, alle stehen sie Schlange. Sie brauchen ein Papier. Die Bestätigung. Einen Stempel. Und nur das Tor kann derlei geben. Dass es aber auch das Tor ist, dass mit seinen immer wieder anderen Er- und Verklärungen der Ereignisse für Verwirrung sorgt, verwirrt die Schlangesteher nicht wirklich. Das Tor ist die Repression. Kurz: Sie sind im System so gefangen, dass sie die Gefangenschaft schon gar nicht mehr bemerken. Wundert nicht, da es ja auch schon vor dem Tor ein System gegeben hat. Und das hat die schändlichen Ereignisse überstanden. Das klingt nach ...

 

Jetzt hätte ich fast einen NWO-Scherz gemacht, nämlich "The Gate(s) must go on" Ja, der humpelt arg.

 

Mir hat das Buch gefallen. Darin geht es teils so absurd zu, dass es schon wieder witzig wird. Aber das System, für das das Tor steht, ist ja nun vieles, aber eben nicht witzig.

 

Die Sprache: Empfand ich als sehr passend. Das protokollhafte schafft Distanz. Und diese Distanz wirkt entlarvend.

 

Ich würde gerne mehr von Basmal Abdel Aziz lesen. wikipedia weiß übrigens, das sie 2009 den Ahmed Bahaa-Eddin Award für ihre soziologische und historische Studie Die Versuchung der absoluten Macht erhalten hat. Absolute Macht? Das klingt irgendwie nach dem Tor. Das noch nicht die absolute Macht hat, aber auf einem guten Weg dahin. Und wenn man sieht, welchen Weg der Journalist gehen möchte, fndet sich im Roman auch die Versuchung wieder.

 

Viele Grüße

Tobias


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#24 Waffeleisen

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Geschrieben 16 May 2020 - 10:16

@ wrong: Ich ziehe hier natürlich keine Staats-Verleiche. Einzig situative, bzw zeigt sich hier auch die "Versuchung der Macht", und da gibt es meiner Meinung nach schon Dinge im Zusammenhang der aktuellen Krise, die nicht ganz glücklich gelaufen sind.


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#25 Waffeleisen

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Geschrieben 16 May 2020 - 14:46

Ende.

 

Leider funktioniert gerade die Formatierungsfunktion funktionsloserweise nicht. Darum kann ich nicht spoilern, was ich mir zum Ende vorstelle. Böse trifft es.

 

Der Stil setzt sich bis zum Ende fort, gefällt mir sehr gut. Die Distanz erlaubt ein beinahe protokollarisches Gerüst, was die eigentlichen Geschehnisse des Lesers Fantasie überlässt. Hier zum Beispiel, was aus der Schlange eigentlich wird.

 

Das Erlebnis von Amani war erleuchtend und gruselig. Die schlussendlichen Veränderungen in der Schlange, beispielhaft dargestellt an Ines' Heirat, sind vorstellbar, aber doch seehr sparsam angerissen. Übrigens, Tobias, heiratet Ines nicht Schalabi, der mit seinem Orden einen anderen Weg aus der Schlange findet, sondern den religiösen Fanatiker. Übel.

 

Ich hab den Eindruck gewonnen, dass sich die Autorin im Verlauf des Buches eher von den Figuren entfernt denn tiefer in sie eintaucht. Möglicherweise aber täuscht mich hier die Stimmung.

 

Insgesamt hat mir das Buch gefallen, wenn ich auch schwer fassen kann, wodurch es mich so gepackt hat. Die Tiefe der Figuren kann es nicht sein, die wurden zu beiläufig bewegt. Ich vermute, dass vor allem die Absurdität der Situation, die reellen Möglichkeiten einer derartigen Entwicklung und die Diskrepanz zwischen persönlicher Betroffenheit der Figuren und erzählerischem Stil hier ausschlaggebend sind. Ob ich es aber, wie der Buchrücken suggeriert, mit Orwells 1984 vergleichen muss?


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#26 Wrong

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Geschrieben 17 May 2020 - 10:00

@ wrong: Ich ziehe hier natürlich keine Staats-Verleiche. Einzig situative, bzw zeigt sich hier auch die "Versuchung der Macht", und da gibt es meiner Meinung nach schon Dinge im Zusammenhang der aktuellen Krise, die nicht ganz glücklich gelaufen sind.

@ Waffeleisen: Entschuldige, das wollte ich dir auch nicht unterstellen. Ich wollte nur deinen Anfangsgedanken weiterspinnen und habe es zu wenig ausführlich formuliert. Hätte ich genauer schreiben müssen.

 

Ich habe gestern auch den Roman beendet und eine Nacht drüber geschlafen. Gegen eine sehr gute Bewertung sprechen für mich persönlich zwei Dinge. Zum einen würde ich das Buch nicht ein zweites Mal lesen wollen, eigentlich für mich immer ein Kriterium für eine herausragende Leistung. Zum anderen hat der Roman mich jetzt nicht dazu animiert, weiter in die geographische und politische Thematik einzusteigen. Es war gut, ihn gelesen zu haben. Aber irgendwie hatte ich zum Ende auch das Gefühl, eine längere Kurzgeschichte beendet zu haben.

 

Zwei Dinge haben mich aber doch noch beschäftigt. Wer hat die Einträge in Tariks Akte gemacht? Sabah? Und was war seine letzte Notiz? Kündigung? Interessantes Ende.

Aber auf den letzten Seiten ging der Sog dann doch etwas verloren, obwohl die Sache mit Amani sehr traurig ist. Den stärksten Moment hatte das Buch für mich, als herauskam, dass die Telefonate in der Schlange mitgehört wurden. Da wurden für mich dann auch die Dimensionen deutlich, die das Tor und die seine Entwicklung bezüglich weiten Teilen der Bevölkerung nach sich zieht. 

 

Für eine längere Geschichte war der puristische Erzählstil dann doch etwas zu wenig. Letztendlich haben mir dann doch auch beispielsweise der von Lapismont erwähnte fehlende kulturelle Rahmen gefehlt. Eine sehr gute Erzählung, aber nur ein guter Roman.



#27 Selma die Sterbliche

Selma die Sterbliche

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Geschrieben 23 May 2020 - 14:08

Dann helfe ich mir eben selbst! Bittascheen: die Tänzerin und das Tor!

 

c-2.jpg


Bearbeitet von Selma die Sterbliche, 23 May 2020 - 14:09.

Die Realität ergibt einfach keine gute Story! jottfuchs.de

 

 


#28 lapismont

lapismont

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Geschrieben 23 May 2020 - 15:58

:aliensmile:


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#29 T. Lagemann

T. Lagemann

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Geschrieben 30 July 2020 - 11:11

Hallo zusammen,

 

gestern wurde in der Sendung Büchermarkt im DLF der Roman besprochen -> https://ondemand-mp3...25_a807c82c.mp3

 

Viele Grüße

Tobias


Bearbeitet von T. Lagemann, 30 July 2020 - 11:12.

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