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A. & K. Steinmüller: Andymon


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66 Antworten in diesem Thema

#1 Dave

Dave

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Geschrieben 01 October 2004 - 10:48

Hallo,

für die einen schon längst ein Klassiker, für die anderen ein interessanter Lesetipp:


Angela & Karlheinz Steinmüller
Andymon
Eine Weltraum-Utopie

Shayol Verlag
Argument Verlag


Schenken wir also dem beliebten Roman aus dem Jahre 1982 unsere Aufmerksamkeit.

Diesmal teilen wir das Buch in drei Threads, es folgt:

Teil I: Das Schiff

--------------------------------------------------

Rezension zu Andymon von Ulrich Blode
Rezension zu Andymon von Rupert Schwarz
Personenvorstellung Angela & Karlheinz Steinmüller bei Fictionfantasy.de
Personenvorstellung Angela & Karlheinz Steinmüller bei Epilog.de

Bearbeitet von Rusch, 28 October 2004 - 09:29.


#2 Thomas Sebesta

Thomas Sebesta

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Geschrieben 01 October 2004 - 20:20

Ich werd' mal den Reigen eröffnen nachdem ich Gelegenheit hatte kurzfristig das Buch zu lesen. Ich werde aber mein bereits vorhandenes Wissen nicht in einem Schwall ergießen, sondern Kapitel für Kapitel meine Eindrücke beim Lesen einfließen lassen. Woher komme ich? Was bin ich? Wohin gehe ich? Die großen philosophischen Fragen des Menschen. Das erste Kapitel läßt aufhorchen, erwartet einem philosophischer Diskurs? Bei "was bin ich?" wundert mich die Feststellung, dass eine neue kosmische Gattung geschaffen wurde. Nur die Zeugung in einem Inkubator soll eine neue Gattung erschaffen - das kann's nicht sein. Gruß Thomas

#3 Darnok

Darnok

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Geschrieben 01 October 2004 - 21:16

Nun, aber dem Erzähler mag es so erscheinen als ob er einer neuen Gattung angehört. Die Erde ist für ihn fern und unbekannt. Und außerdem, erinnert das an den neuen Menschen, sozialistischen Typus.

#4 monoDNA

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Geschrieben 02 October 2004 - 09:36

was mir zu beginn gleich mal positiv auffällt ist, dass der erzähler mich schritt für schritt in seine realität zieht. mir kommt vor, dass ich mit jedem satz den ich lese immer mehr in die geschichte eintauche. die geschichte lest sich sozusagen sehr gut an, bin schon gespannt wie es weitergeht. lg
grad am schmöckern:
dan simmons - die hyperion gesänge
ANDYMON IM LESEZIRKEL
fertig gelesen:
dan brown - illuminati
isaac asimov - das ende der ewigkeit

#5 Dave

Dave

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Geschrieben 02 October 2004 - 17:41

Darnok spricht den politischen Aspekt an. Ich hoffe aber mal, dass die Autoren in erster Linie eine Geschichte erzählen wollten und das Buch nicht vordergründig als Vehikel für eine politische Botschaft nutzten. Das würde mich ziemlich enttäuschen, und ich gehe nach den ersten Seiten auch nicht davon aus. Im ersten Absatz wird ja eigentlich schon die Frage beantwortet, ob eine gänzlich künstliche Geburt einen geistig gesunden Menschen hervorbringen kann. Immerhin würde man ja schon nach dem ersten Abschnitt für den Zweitgeborenen die Hand ins Feuer legen, geht mir zumindest so. Ich bin allerdings sehr altmodisch und kann mir einfach nicht vorstellen, dass die sensible Zeit der Schwangerschaft, die ja nun völlig wegfällt, so einfach durch kühle Mechanik ersetzt werden kann. Allerdings erfahren die ersten Kinder ja durch den zweimonatigen Zyklus der 'Geburten' zumindest menschliche Nähe untereinander. Ramma, die robotische Aushilfsmama gefällt mir. Stoische Gelassenheit trifft auf Chaos aus Fleisch und Blut, so stelle ich mir das vor.

Bearbeitet von Dave, 04 October 2004 - 10:15.


#6 Thomas Sebesta

Thomas Sebesta

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Geschrieben 02 October 2004 - 18:47

Darnok spricht den politischen Aspekt an. Ich hoffe aber mal, dass die Autoren in erster Linie eine Geschichte erzählen wollten und das Buch nicht vordergründig als Vehikel für eine politische Botschaft nutzten...

nun ich denke, dass politische Aspekte in der Literatur, insbesondere der DDR, nicht gänzlich außen vor bleiben. Zumindest das "herumarbeiten" um die Zensur schafft schon politische Aspekte. Aber es ist m.E. kein politisches Buch.

Ich bin allerdings sehr altmodisch und kann mir einfach nicht vorstellen, dass die sensible Zeit der Schwangerschaft, die ja nun völlig wegfällt, so einfach durch kühle Mechanik ersetzt werden kann.


das geht mir genauso

Allerdings erfahren die ersten Kinder ja durch den zweimonatigen Zyklus der 'Geburten'  zumindest menschliche Nähe untereinander.


das kann m.E. aber kein Ersatz sein

Ramma, die robotische Aushilfsmama gefällt mir. Stoische Gelassenheit trifft auf Chaos aus Fleisch und Blut, so stelle ich mir das vor.


und hier sehe ich u. a. auch die Kritik der Büchernachrichten des österreichischen Borromäuswerkes gerechtfertigt das "...die DDR-Autoren [sind] noch vom technischen Fortschritt überzeugt [sind] ... Über allem liegt ein materialistischer Optimismus"

Dies zieht sich doch durch den Roman. Allerdings darf man natürlich nicht die Zeit vergessen, in der dieser Roman entstanden ist. - von den Ideenskizzen 1976 bis zur Erscheinung Mitte 1982

Gruß
Thomas

#7 Rusch

Rusch

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Geschrieben 02 October 2004 - 18:58

Ich bin allerdings sehr altmodisch und kann mir einfach nicht vorstellen, dass die sensible Zeit der Schwangerschaft, die ja nun völlig wegfällt, so einfach durch kühle Mechanik ersetzt werden kann.


das geht mir genauso

Nun, die Steinmüllers habe das nicht näher beschrieben und das ist sehr gut so, denn sonst wäre es tatsächlich überholt. So aber kann man sich vorstellen, dass das Kind während der Reifephase simulierte Impulse von außen bekam. So etwas könnte ich mir schon vorstellen.

Ansonsten: Der Roman beginn sehr, sehr vielversprechend. Wenn das Niveau bis zum Ende gehalten wird (und ein Blick auf den Buchrücken zeigt ja schon, in welche Richtung das ganze geht), dann wäre das ein Stück hervorragender SF.

Ach ja: Wie kam man eigentlich auf den Gedanken, auf das Cover "Eine Weltraum Utopie" zu schreiben. Das klingt eher abschreckend. Hätte es nicht gereicht, "Ein SF Roman" zu schreiben?

#8 Werner

Werner

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Geschrieben 02 October 2004 - 19:19

Ich werde diesen Roman, den ich schon lange mal lesen wollte, zum Anlaß nehmen, mich auch mal am Lesezirkel zu beteiligen. Mittlerweile bin ich mit dem ersten Teil fast durch und ich bin von der Geschichte sehr angetan. Ein Schiff auszuschicken und erst in den Jahren vor der Landung eine Besatzung bzw. Siedler zu züchten macht Sinn. Also sozusagen ein Generationenschiff nur mit der letzten Generation zu bestücken. Mit den völlig künstlichen Geburten hab ich keine Schwierigkeiten. Probleme sehe ich eher danach, in den ersten Lebensjahren. Lernen Menschen, was sie sind, indem man es sie lehrt? Oder ist es nicht vielmehr so, dass sie das Menschsein durch ihre Umgebung und Interaktion mit anderen Menschen erfahren und hineinwachsen? Ob Roboter hier einen ausreichenden Ersatz darstellen, ist fraglich. Zumal sie hier gar nicht als allzu menschenähnlich dargestellt werden, im Gegenteil, es ist von Anfang an klar, dass es Roboter sind.

#9 Thomas Sebesta

Thomas Sebesta

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Geschrieben 02 October 2004 - 19:20

...Ach ja: Wie kam man eigentlich auf den Gedanken, auf das Cover "Eine Weltraum Utopie" zu schreiben. Das klingt eher abschreckend. Hätte es nicht gereicht, "Ein SF Roman" zu schreiben?...

soweit ich das sehe, haben das die Autoren selbst so bezeichnet - also ein Untertitel

Gruß
Thomas

#10 Darnok

Darnok

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Geschrieben 02 October 2004 - 20:05

Was die Frage der Zensur und Fortschrittsgläubigkeit in der DDR angeht, so kann ich nur auf das Nachwort verweisen, wo die Autoren selbst ein paar Worte dazu äußern.

#11 Joe Chip

Joe Chip

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Geschrieben 02 October 2004 - 20:23

hi all

hab heute erste begonnen und bin grad an der stelle wo die kinder das schiff zum ersten mal betreten
ebenfalls bin ich wie ihr angetan von der geschichte
abgesehen von schönheitsfehlern wie - sesam-öffne-dich oder den frühstückstisch (an welchem man normalerweise SITZT) und ein paar seiten später sehen die kinder zum ersten mal einen sessel

genau hier vermisse ich auch die beschreibeung der behausung der kleinen
höhle, haus, zelt wasweissich?

geschrieben ist das ganze in einer sehr schön zu lesenden sprache und vom spannungsaufbau so gemacht das man sofort das nächste kapitel lesen will +++

die frage ob es möglich ist kinder im reagenzglas zu züchten? - na das sag ich mal ist SF und da bin ich den steinmüllers auch nicht bös dass sie das nicht auf 20 seiten erklären wie das gehen könnte ;)
viel schöner und wichtiger finde ich die darstellung WAS WÄRE WENN.. - ähnlich wie beim herr der fliegen - kinder ohne grosse politische einflüsse aufwachsen
und da hatten wir gleich zu anfang die tatsache dass sich der jüngere delth durchsetzte

UTOPIE? -na logisch - es ist auch eine utopie (nach den richtlinien welche erst kürzlich in einem anderen thread diskutiert wurden)
schön das so ein buch in den lesezirkel fand

lg joe :devil:
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#12 Ronni

Ronni

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Geschrieben 03 October 2004 - 09:40

Hallo Leute,

endlich mal ein Buch, bei dem ich mitreden kann :devil:

Die künstliche Geburt halte ich für logisch. Mir fällt, mal von der schon tausendmal in anderen Romanen benutzten Möglichkeit, die Raumfahrer (evtl. Säuglinge) einzufrieren, kein anderer Weg ein, menschliche DNA unterlichtschnell durch den Weltraum zu transportieren. Auch sehe ich es nicht so eng, daß die Kinder ohne Erwachsene aufwachsen. Aus der Sicht von "uns" mag es gewöhnungsbedürftig sein, aber wenn man als Kind nichts anderes kennt, dürfte man da auch nichts vermissen. Und schlimmer als heute, wo Kindern gerne vor dem Fernseher geparkt werden, ist es auf alle Fälle nicht.

Wenn in dem Buch eine realpolitische Botschaft steckt, ist diese sehr gut verborgen. Mir ist sie jedenfalls nicht aufgefallen.

Ach ja: Wie kam man eigentlich auf den Gedanken, auf das Cover "Eine Weltraum Utopie" zu schreiben. Das klingt eher abschreckend. Hätte es nicht gereicht, "Ein SF Roman" zu schreiben?

wie Nekropole schon sagte, es ist der Untertitel. Und der Verlag hat noch nie dazu geneigt, aufgrund vermeintlich besserer Absatzzahlen irgendwas am Original zu ändern.
Die Schlauheit des Fuchses basiert zu 90% auf der Dummheit der Hühner.

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#13 Rusch

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Geschrieben 03 October 2004 - 09:46

Im Nachwort findet sich eine Erklärung für den Untertitel. Es wäre damals unmöglich gewesen, ein Buch mit Untertitel "Ein SF-Roman" zu veröffentlichen. Utopien mit Ziel, den Sieg einer kommunistisch orientierten Gesellschaft aufzuzeigen, waren hingegen erlaubt. Die Steinmüllers haben das ganze so verfasst, dass man es so interpretieren konnte. Dennoch spräche heute nichts dagegen, sie von der DDR Terminologie zu lösen. Andymon ist tatsichlich ein reiner SF Roman wie viele andere. Der Begriff Utopie ist heute schon sehr veraltet.

#14 Thomas Sebesta

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Geschrieben 03 October 2004 - 10:22

...Dennoch spräche heute nichts dagegen, sie von der DDR Terminologie zu lösen. Andymon ist tatsichlich ein reiner SF Roman wie viele andere. Der Begriff Utopie ist heute schon sehr veraltet...

das sehe ich nicht so, denn man sollte das Werk nicht verändern und ihm einen anderen Kontext geben als den zur Zeit der Entstehung gültigen.

Gruß
Thomas

#15 Dave

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Geschrieben 03 October 2004 - 10:23

Wenn in dem Buch eine realpolitische Botschaft steckt, ist diese sehr gut verborgen. Mir ist sie jedenfalls nicht aufgefallen.


Gott sei Dank!



Vielleicht wird im Buch später noch das Problem der künstlichen Geburt hinterfragt. Womöglich ein Konflikt zwischen ‚künstlich’ und ‚natürlich’ geborenen Menschen.

Im Moment frage ich mich noch, warum die Kinder nach dem griechischen Alphabet benannt werden und das Schiff keinen Namen besitzt. Im ersten Moment möchte man meinen, es findet eine Art Tabula rasa statt, aber warum wird dann auf den Erhalt der irdischen Geschichte wertgelegt? Schließlich werden später einmal das Schiff und die ersten ‚neuen’ Menschen eine große geschichtliche Bedeutung haben, und dann nicht einmal ein paar anständige Namen?

Schön finde ich, dass es unterschiedliche Hautfarben gibt oder ist das eine Selbstverständlichkeit?

Ist der Aufwand mit dem Naturpark nicht ein wenig groß, wenn das Ziel eigentlich die Kolonialisierung eines Planeten ist? Na ja, immerhin vergehen Jahrzehnte bis es so weit ist.

#16 Ronni

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Geschrieben 03 October 2004 - 11:11

Im Moment frage ich mich noch, warum die Kinder nach dem griechischen Alphabet benannt werden

Da lohnt ein Blick in den Anhang 1: "Die Schiffsgeborenen".

Ist der Aufwand mit dem Naturpark nicht ein wenig groß, wenn das Ziel eigentlich die Kolonialisierung eines Planeten ist? Na ja, immerhin vergehen Jahrzehnte bis es so weit ist.

"Die Schiffsgeborenen" verbringen ihre gesamte Jugend auf dem Schiff und müssen dabei in gewissen Grenzen auch lernen, in der Natur zurechtzukommen. Da bietet es sich schon an, einen etwas größeren Garten in den Laderaum zu packen.

Gruß Ronni
Die Schlauheit des Fuchses basiert zu 90% auf der Dummheit der Hühner.

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#17 Rusch

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Geschrieben 03 October 2004 - 18:45

Im Moment frage ich mich noch, warum die Kinder nach dem griechischen Alphabet benannt werden

Da lohnt ein Blick in den Anhang 1: "Die Schiffsgeborenen".

Ich glaube das ist Seite 297 oder so. Ich habe da bestimmt schon 20 Mal hingeblätter. Diese Aufstellung ist sehr hilfreich.

So, Teil 1 habe ich durch und ich muss sagen, ich bin schwer begeistert (zumal Teil 2 auf gleichem Niveau weitergeht). Das ist genau die Art von SF Roman, die man lesen möchte. Viel für die Phantasie und viel auch für den Verstand, denn die Gruppendynamischen Prozesse sind sehr interessant und regen an, darüber nachzudenken.

#18 Joe Chip

Joe Chip

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Geschrieben 03 October 2004 - 19:52

hi all

grandios sind die totaloskope

erinnert an strange days oder an dicks perky pat typen im eltrich palmer

echt super - bin sehr begeistert von dem buch

hab zwei sätze, welche mir bisher sehr gefallen herausgepickt:

Ach, wer wollte konnte diesen Vorgang "bremsen" nennen, ich aber betrachtete ihn als Beschleunigung, und das war physikalisch absolut korrekt. "Wir beschleunigen" - was für ein wunderbarer, hoffnungsvoller Satz!


und nach benutzen der totaloskope, und erkennen was menschen so treiben...
Schöne und grimmige Erde, wie unendlich reich bist du!

lg joe :D
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#19 Mammut

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Geschrieben 04 October 2004 - 09:13

Hallo Lesezirkel, Habe das Buch auch in einem Rutsch gelesen und es hat mir grundsätzlich gefallen. Aber ein paar Fragen stellten sich mir beim Lesen des ersten Teiles doch: Wo bleiben die ganzen negativen Eigenschaften, die einen Menschen ebenso ausmachen wie die positiven: Neid, Mißgunst und auch Faulheit. Mir scheint, insgesamt war es wohl eher der Wunsch der Autoren, wie eine Geslellschaft funktioniert, als eine reale Annahme. Das ganze ging viel zu friedlich ab, die Konflikte zu wenig und die verschiedenen Charaktere hatten zuwenige Kanten. Auch die beginnende Sexualität müsste doch bestimmt zu mehr Konflikten führen, um vorliegenden Falle musste ich unwillkürlich an die Utopie der Blumekinder denken. Insgesamt wirkten die Gruppe selbst im älteren Zustand wie eine Kinderspielgruppe. Ach, und es fragt sich, ob die Besatzung des Schiffes nicht eine höhere Anzahl an Besatzungsmitglieder benötigt, da waren die ominösen Erbauer doch ein wenig optimistisch. Bis bald, Michael

#20 Rusch

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Geschrieben 04 October 2004 - 09:46

Habe das Buch auch in einem Rutsch gelesen und es hat mir grundsätzlich gefallen. Aber ein paar Fragen stellten sich mir beim Lesen des ersten Teiles doch:
Wo bleiben die ganzen negativen Eigenschaften, die einen Menschen ebenso ausmachen wie die positiven:
Neid, Mißgunst und auch Faulheit.

Naja, gewisse Reibereien gibt es schon. Außerdem wird das Buch im Rückblick geschrieben und der kann verklärt sein.

Hauptsächlich will ich aber Kontern, dass die Führung und Förderung wohl als optimal gelten. Die Kinder lernen und arbeiten zum Spass (ob das letztendlich so funktioniert sei mal dahin gestellt, aber es ist ein schöner Gedanke). Ich denke, dass auch der Gruppenzwang recht stark ist.

#21 ANUBIS

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Geschrieben 04 October 2004 - 09:47

Auch ich habe den ersten Teil jetzt beendet und muß sagen das mir die Prosa unheimlich gut gefällt!!

Die Idee hingegen die hinter dem Generationsraumschiff verbirgt, ist so neu nun wieder nicht, ist aber völlig unerheblich ;)

Man merkt dem Roman aber sehr deutlich an(und damit schwimme ich gegen den Meinungsstrom)das er noch vor dem Fall der "Mauer" geschrieben wurde!
Ganz still und heimlich versucht er (wenn auch ungewollt??) eine klitzekleine Politische Botschaft rüberzubringen :D

Nur zum Bleistrumpf: Der in fast allen "Ex-DDR" SF Romanen vorhandene unbändige Glaube an Fortschritt und Technik!
Oder die Erziehung von Kindern in staatlichen Stellen(Guro)zum wohle der Gesellschaft!

Wo bleiben die ganzen negativen Eigenschaften, die einen Menschen ebenso ausmachen wie die positiven:
Neid, Mißgunst und auch Faulheit.


Das soll ja verhindert werden durch diese Erziehung...Neid ,Mißgunst und Faulheit sind doch typische Eigenschaften des "Konsumstaates" :P (Kapitalistisches System des Westens)

Würde mich Interessieren ob Ihr dasauch herauslesen konntet( ich gebe ja zu das es nur sehr unterschwellig vermittelt wird und es schadet dem Roman ja überhaupt nicht)!!

Auf jeden Fall bis jetzt ein ausgezeichnetes Werk...bin mal gespannt wie es Weitergeht!!

Greetz
" Der erste Trank aus dem Becher der Naturwissenschaften macht atheistisch; aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott "

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#22 Dave

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Geschrieben 04 October 2004 - 10:49

Ich weiß ja nicht, ob es so gut ist immer den politischen Bezug zu sehen, aber dennoch schwirren mir ähnliche Gedanken wie Anubis durch den Kopf. Besonders heftig fand ich den Schluss von ‚Verstecken’:

Von der Nabe des Naturparkzylinders waren ständig hochempfindliche Geräte auf uns gerichtet, langbrennweitige Infrarotfernrohre und Parabolmikrofone. Und in der Nähe besonders gefährlicher Orte waren zusätzlich Detektoren verborgen. Auf Schritt und Tritt wachten die Automaten über uns. Vor ihnen gab es kein Verstecken.

Eine hochgradig sensible Stelle, denke ich.


Ich hatte die gleichen Gedanken wie Michael. Was für vorbildliche Kinder, so lernbegierig und diszipliniert. Vielleicht hat es etwas mit den chemischen Substanzen zu tun, mit denen die Speisen angereichert werden.
Und wenn man schon soviel lernt, warum weiß man dann so rein gar nichts über die eigene körperliche Entwicklung? Auch stutzte ich, als sich Beth nicht wirklich was unter ‚Erwachsenen’ vorstellen konnte. Es muss doch auch jede Menge visuelle Aufzeichnungen der irdischen Geschichte geben.

Ich komme manchmal ins Schleudern, wer nun Männlein und wer Weiblein ist. Der Name Beth kam mir so weiblich vor, und den Irrtum bemerkte ich erst, als er dem scheinbar falschen Geschlecht Aufmerksamkeit zollte.

#23 Rusch

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Geschrieben 04 October 2004 - 11:19

Das mit dem Geschlecht ist in der Tat verwirrend. So wie ich das aufgefasst habe, hat jede Gruppe 4 Männer und 4 Frauen. Abwechseln werden Mädchen und Jungen geboren. D. h. immer das 1., 3., 5. und 7. Kind einer Gruppe ist weiblich. Wenn man auf die Auflistung auf Seite 289 schaut, bekommt man schnell raus, wer welchem Geschlecht angehört.

#24 Sullivan

Sullivan

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Geschrieben 04 October 2004 - 14:19

Ich bin zwar schon mit dem zweiten Abschnitt durch aber hübsch der Reihe nach. Der Stil gefällt mir sehr gut, das Buch liest sich flüssig und angenehm. Dass die Kinder von den Rammas (Roboter Mammas :D ) aufgezogen werden, ist gut durchdacht. Ganz ohne enge Bezugspersonen wäre es meiner Meinung nach auch nicht gegangen und ich bin positiv überrascht, dass daran gedacht wurde. Mich stört, dass die Jungen und Mädchen gesichtslos bleiben. Ich kann mir Beth oder die anderen überhaupt nicht vorstellen! Dass sich die zwischenmenschlichen Beziehungen so "nebenbei" ergeben, verstärkt diesen Eindruck. Weiter oben wurde es bereits erwähnt, die Entwicklung verläuft viel zu glatt und geradlinig. Es sind zu wenig Reibungspunkte da, jeder interessiert sich für sein Wissensgebiet (Biologie, Kybernetik, ...) und entwickelt sich zum Experten. Die "Fehlschläge" verdienen ihren Namen nicht und sehen aus wie ein schlechtes Alibi. Wie funktioniert eigentlich das Totaloskop? Läuft die Zeit dort in Echtzeit weiter oder langsamer? Mich wundert nämlich, dass die Kinder dort das Leben der "echten" Menschen der (ehemaligen) Erde kennenlernen sollen. Könnt ihr euch vorstellen, monatelang das Leben von anderen Leuten nachzuerleben? Das hätte bestimmt gewaltige psychologische Auswirkungen! Oder filtert der Computer die Erlebnisse, die man gefahrlos machen darf? Wahrscheinlich... Sullivan

Bearbeitet von Sullivan, 04 October 2004 - 15:15.


#25 Joe Chip

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Geschrieben 04 October 2004 - 19:14

Das mit dem Geschlecht ist in der Tat verwirrend. So wie ich das aufgefasst habe, hat jede Gruppe 4 Männer und 4 Frauen. Abwechseln werden Mädchen und Jungen geboren. D. h. immer das 1., 3., 5. und 7. Kind einer Gruppe ist weiblich.


Ich komme manchmal ins Schleudern, wer nun Männlein und wer Weiblein ist. Der Name Beth kam mir so weiblich vor, und den Irrtum bemerkte ich erst, als er dem scheinbar falschen Geschlecht Aufmerksamkeit zollte.


darf ich helfen - in sehr vielen sprachen - romanisch aber auch slawisch - enden die weiblichen namen mit A

dh - die frau von gorbatschow - hieß gorbatschowa


so ist es auch in andymon

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#26 Rusch

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Geschrieben 04 October 2004 - 20:25

Ahhhh, darum heisst Beth aus Beth und nicht Beta. Maschinenlogik :D

Bearbeitet von Rusch, 04 October 2004 - 20:25.


#27 Joe Chip

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Geschrieben 04 October 2004 - 21:10

hi lesezirkler


bin nun aucdh durch mit dem ersten teil und bin recht zufrieden im gesamten

Mich stört, dass die Jungen und Mädchen gesichtslos bleiben. Ich kann mir Beth oder die anderen überhaupt nicht vorstellen! Dass sich die zwischenmenschlichen Beziehungen so "nebenbei" ergeben, verstärkt diesen Eindruck


Insgesamt wirkten die Gruppe selbst im älteren Zustand wie eine Kinderspielgruppe.


genau das stört - ich habe ebenfalls fast bis zum ende die fünf freunde oder die drei ??? agieren gesehen

hätten die steinmüllers in rückblicken erzählt wäre dies sicher nicht der fall gewesen - ich denke dass es ein schwer zu lösendes problem ist auf 90 seiten kinder erwachsen werden zu lassen

Frank McCourt hatte in die asche meiner mutter mehr als 600 seiten zur verfügung um sich selbst 19 jahre alt werden zu lassen und selbst da (bei einem pulitzerpreisträger) sieht man immer nur ein kind vor sich

somit werde ich dieses doch störende manko aber nicht verwenden um meinen guten gesamteindruck zu mindern

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#28 Thomas Sebesta

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Geschrieben 04 October 2004 - 21:15

mich stört eher, dass die Gruppen so nebeneinander existieren. Es entsteht der Eindruck, dass es darauf angelegt wird, dass die Gruppen rivalisieren. Mag sein, dass es dramaturgisch so angelegt ist, aber würde man nicht die Gruppen normalerweise enger zusammenwachsen lassen?

#29 Joe Chip

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Geschrieben 04 October 2004 - 21:24

hi thomas

seh ich auch so

normal liegt in unserer natur, dass die älteren erzieherisch tätig sein müssten
das vermisst man in dem buch

auch wird immer vom älteren und jüngeren gesprochen - dabei sind die ersten acht nahezu gleich alt

lg joe :D

PS: noch ein fehler - einmal haben sie schlechtes werkzeug - dann wieder eine diamantsäge und einen laserstrahl

ein grund für solche fehler könnte aber sein dass an dem buch lange geschrieben wurde (und von 2 personen? @steinmüllers - ist das so?)
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#30 Rusch

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Geschrieben 05 October 2004 - 06:36

mich stört eher, dass die Gruppen so nebeneinander existieren. Es entsteht der Eindruck, dass es darauf angelegt wird, dass die Gruppen rivalisieren. Mag sein, dass es dramaturgisch so angelegt ist, aber würde man nicht die Gruppen normalerweise enger zusammenwachsen lassen?

Hm, die Gruppen wachsen langsam zusammen. Vergiss nicht, dass Alfa und Beth erst ca. 18 Jahre sind. Schau Dir doch mal Schulklassen an, wie die sich gegenüber jüngeren Abgrenzen. Klar, es gibt Kontakt, aber größtenteils bleibt man unter sich. Später ändert sich da und vor allem die ersten drei Gruppen verschmelzen förmlich.

Übrigens ist mir wegen der Namen aufgefallen, dass Männer am TH am Ende ebenfalls sofort erkennbar sind. Außerdem stimmt meine These "alle ungeraden Geburten sind Mädchen" nicht. Mit Gruppe 5 kommt es zum Wechsel.


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