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Der "Ich lese gerade..."-Thread


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4718 Antworten in diesem Thema

#4711 Dadaistin

Dadaistin

    Ufonaut

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Geschrieben 06 September 2020 - 13:49

Fertig gelesen:

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Solide Fantasy, in der gelegentlich so mancher geniale Geistesblitz aufleuchtet. Naja, eigentlich eher so etwas wie ein semifiktiver Historienroman mit Fantasyeinlagen.

Ich kann mir schon gut vorstellen, dass das englische Original richtig, richtig fein ist, leider bleibt die Sprachqualität in dieser Übersetzung auf der Strecke.
Kann diese deutsche Fassung leider nicht empfehlen, bin aber neugierig genug, um mich einmal ans Original zu wagen.

Danach begonnen:

51AeMYgoV-L._SX331_BO1,204,203,200_.jpg

 

Hässliches Cover, guter Inhalt. Indirekter Nachfolger zu "Generation 23", aber vollkommen eigenständig. Bis jetzt (ca. 80 Seiten in) unglaublich dichte Atmosphäre, sehr elegante Charaktereinführungen ohne Infodump, zwei überraschende Wendungen. Handlung soweit solide bis gut, nichts allzu außergewöhnliches. Sprachlich und erzählerisch jedoch ein Leckerbissen - habe ich aber ehrlich gesagt auch erwartet. Ertlov kann wahrscheinlich sogar seine Steuererklärung in einen Pageturner verwandeln, man rast mit offenem Mund und staunenden Augen durch die Seiten.



#4712 Aramor

Aramor

    Nanonaut

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Geschrieben 08 September 2020 - 13:18

Hässliches Cover, guter Inhalt.

???
Habs heute auf den Kindle geladen und mein Cover sieht so aus:

51ZgrmS2aCL.jpg

Muss aber noch warten, im Moment lese ich "Die Spur der Schakale" von Michael Lüders. Durchaus unterhaltsam, aber einige Logiklücken.



#4713 Dadaistin

Dadaistin

    Ufonaut

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Geschrieben 08 September 2020 - 22:46

Ja, da gab es ein Update. Bin inzwischen durch und muss sagen, dass Generation 23 IMHO das bessere Szenario hatte. Brennende Kolonie ist immer noch ein sehr gutes Buch, aber mit deutlich weniger "WTF" Faktor.



#4714 Stefan9

Stefan9

    Illuminaut

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Geschrieben 09 September 2020 - 10:35

 

Blake Crouch - Gestohlene Erinnerung

 

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Bärenstarke Zeitreise Variation mit einem Plot der einem zeitweilig die Hirnwindungen zum glühen bringt. Absolute Leseempfehlung ausser für diejenigen die sowieso Zeitreisen nicht mögen. Ansonsten sollte man diesen Roman auf keinen Fall verpassen. 5 Sterne.

 

Bärenstark?

Crouch entwickelt wie offenbar alle angelsächsischen Autoren seine Protas streng nach Vorschrift von Schreibratgebern:-). Beide sind schwer konfliktbeladen, die eine kämpft um die Erinnerungen ihrer dementen, degenerierten Mutter, der andere betrauert den Unfalltod der Tochter. Das kostet den ein oder anderen Gähner, dient es doch zunächst nur als Handlungs.- und Motivationsgerüst. Anschliessend etabliert Crouch seine Version von "Erinnerung bzw Zeitreisen" in Paralellwelten/ Erinnerungen/ Alternativwelten. Für aufmerksame und sachkundige Zeitreisefans wird rasch klar, das mit Crouch s Konzept der Realitätsverschiebung das Großvaterparadox und der Butterflyeffekt gut erklärt und umgangen werden kann. Oftmals bewegt sich die Sprache an oder gar hinter der Grenze dessen, was sich überhaupt noch sprachlich ausdrücken lässt. Ich spürte oft den sense of wonder. Er fügt dem Genre eine pfiffige, neue Spielart hinzu. Für den Zeitreiseanfänger, unter der Prämisse "suspension of disbelief", macht er es seinem Leser einfach, die Verzwickungen leicht zu schlucken. Nimmt er seine Leser doch gekonnt an die Hand und führt ihn durch seine Welt. Nach dem etwas müden ersten Viertel geht dann die Post ab. 

Insgesamt alles auf einem hohen sprachlichen, wie erzählisch qualitativ hohem Niveau. Es gibt Passagen, die auf Grund der zugrunde liegenden Erzählstruktur und der vom Autor konstruierten variablen Erinnerungen seiner Figuren unfassbar gut sind. Die Leseransprache und auch die vielen leisen Töne zwischendurch haben mir gut gefallen.

Bärenstark?

Nö Amtranik, das Ding ist grandios. Danke für deinen Tip.


------ ......ob Herr Rossi je das Glück gefunden hat?....------

 

In motivationstheoretischer Interpretation aus Managementsicht ist Hans im Glück ein „eigennütziger Hedomat und unlustmeidender Glücksökonom“. ---Rolf Wunderer

 

Niemand hat das Recht auf ein konstantes Klima. Auch Grönländer haben ein historisches Recht auf Ackerbau. Daran sollten unsere Weltenlenker denken, wenn sie sich daran machen, die globale Temperatur mit Hilfe des CO2 neu einzustellen. 

 

  • (Buch) gerade am lesen:James Blish Gewissensfall
  • • (Film) gerade gesehen: Zeugin der Anklage

#4715 Nina

Nina

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Geschrieben 12 September 2020 - 19:22

Ich bin jetzt mit der Hörbuchvariante von "Lovecraft´s Monsters" durch - und ja, das ist richtig geschrieben, weil ich es im englischen Original hatte. Na ja, geht so. Also der andere Cthulhu-Band, den Neil Gaiman herausgegeben hat, hat mir besser gefallen. Vor allem: Was macht Frankensteins Monster da? 



#4716 T. Lagemann

T. Lagemann

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Geschrieben 16 September 2020 - 09:05

Hallo zusammen,

 

viel gelesen.

 

Die glatten Verrisse lasse ich weg.

 

Richard Laymon "Der Gast": Nette Idee (man kann in das Denken und Fühlen anderer Menschen eintauchen), aber eher schwache Umsetzung (der Feind ist ein psychopathischer Auftragskiller) mit sehr viel teils auf spätpubertärem Niveau (Brüste, Brüste, Brüste, kein Slip, kein Slip, kein, Slip, Lederrock, Lederrock, Lederrock und natürlich Seeeeeeeeeeeeex, gähn) angelegter Zeilenschinderei.

 

Joseph Kanon "Leaving Berlin": Ost-Berlin 1949. Die Exilkünstler kehren voller Idealismus nach (Ost-)Deutschland zurück. Einer von ihnen Alex Meier. Und über allem der Kalte Krieg. Jeder wüsste gerne möglichst viel über die Gegenseite und auch die eigenen Leute. Spione, Spione, Spione. Entsprechend viel Paranoia. Mielke zieht erste Strippen. Die CIA auch. Wie sich Alex Meier durch all das hindurch laviert, das erscheint mir dann aber doch etwas zu dick aufgetragen. Da übertrifft er als Laie die im Spionegewerbe viel erfahreneren Figuren le Carres.

 

Christian von Ditfurth "Der 21. Juli" (Alternativweltroman). Der Anschlag auf Hitler ist geglückt. Goerdeler wird Kanzler, Göring Reichspräsident. Himmler ist mit seine SS aber die eigentliche Macht in Deutschland. Den Krieg beendet das Attentat nicht. Erst eine auf Minsk abgeworfene deutsche Atombombe zwingt die Allierten an den Verhandlungstisch. In den Grenzen von April 1940 existiert Deutschland weiter - die Nachbarn sind kaum mehr als Satellitenstatten. Die USA halten sich aus Europa raus. In Russland herrscht nach Stalins Tod (1953) ein gewisses Machtvakuum, das Berija zu füllen versucht. Hauptfigur Kurt Werdin, SS Mann im Dienst des SD, hat nach dem Atombombenabwurf die Fronten gewechselt und ist in die USA übergelaufen. Nun geht er auf Drängen des US-Geheimdienst zurück und soll Himmler ermorden. Sprachlich sehr einfach gehalten (Hauptsatz. Hauptsatz. Hauptsatz, Nebensatz. Hauptsatz. Hauptsatz), aber ansonsten clever und vor allem interessant konstruiert. Denn: "Ja, mach nur einen Plan!/ Sei nur ein großes Licht!/ Und mach dann noch’nen zweiten Plan/ Gehn tun sie beide./ Denn für dieses Leben/ Ist der Mensch schlecht genug./ Denn sein höhres Streben/ Ist ein mieser Zug." Berija kocht sein Süppchen, Schellenberg kocht sein Süppchen. Kocht Himmler auch sein Süppchen? Und was kochen die Amerikaner?

Hat mir Lust auf mehr von von Ditfurth gemacht. Mit "Der Consul" wartet ein weiterer Alternativweltroman auf mich :-)

 

Viele Grüße

Tobas


"Wir sind jetzt alle Verräter."
"Ha!", machte die alte Dame. "Nur wenn wir verlieren."

(James Corey, Calibans Krieg)

  • (Buch) gerade am lesen:Frederick Forsyth "Das vierte Protokoll"
  • • (Film) gerade gesehen: Die letzten 30km der 2. Etappe der Tour de France

#4717 Aramor

Aramor

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Geschrieben 16 September 2020 - 22:50

Beendet: "Die Spur der Schakale" von Michael Lüders - insgesamt dank reichlich Spannung durchaus empfehlenswerter Thriller, in Sachen Tiefgang und Schlüssigkeit gibt es jedoch einiges zu bemängeln. Ich kann es durchaus akzeptieren, wenn Protagonisten oder Antagonisten sich der Handlung zuliebe nicht immer 100% logisch verhalten, Schwamm drüber. Aber wenn sie sich plötzlich in abstrus gefährliche Situationen stürzen, nur um etwas zu erreichen, für das ein einfaches Telefonat gereicht hätte - naja. Muss nicht sein. Wie auch immer: Insgesamt gehobenes Mittelmaß, kann man sich auf die B-Roll der persönlichen Leseliste setzen.

Beendet: "Brennende Kolonie - Kampf um den Mars" von Ivan Ertlov - wie die Dadaistin sagt: Weniger dystopisch und verstörend als der Vorgänger, allerdings von diesem ohnehin sehr getrennt zu betrachten. Sehr gut gelungen: Die Diskussionen rund um die immer wirreren Theorien, in die sich die "Ermittler" verstricken, als sie den Angriff auf die Marskolonie aufklären wollen. Man fühlt richtig mit, wie sie in einem Sumpf aus widersprüchlichen Gedanken und Ideen versinken. Es gibt wieder (genau) eine Erotikszene, die diesmal aber mehr menschlich als kriminalistisch (und wieder kein Selbstzweck) ist. 
Noch besser gelungen: Spannungsbogen und Kämpfe. Es gibt derzeit kaum einen anderen Autor, der so flüssig, elegant und spannend physische Auseinandersetzungen in Worte fassen kann. Wenn es mir die Zeit erlaubt, werde ich am Wochenende eine vollwertige Rezension in den Romanbereich stellen. Bis dahin mein Fazit - sowohl "Generation 23" als auch "Brennende Kolonie" gehören in jede SF Sammlung.

Begonnen: "Die Klänge der Magie" von Pascal Wokan. Wer sich bei dem Titel pratchetteske Humoristik erwartet, wird enttäuscht, dafür gibt es aber ein interessantes Weltenkonzept und bis jetzt (ca 1/3 gelesen) sehr gutes Fantasy-Storytelling.


Bearbeitet von Aramor, 16 September 2020 - 22:54.


#4718 Dadaistin

Dadaistin

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Geschrieben Heute, 00:32

Bis dahin mein Fazit - sowohl "Generation 23" als auch "Brennende Kolonie" gehören in jede SF Sammlung.

Vor einigen Monaten (vielleicht sogar noch länger her) stolperte ich in einer meiner SF Facebookgruppen über einen Thread, in dem deutsche SF Autoren (vorwiegend Selfpublisher) über die ihrer Meinung nach besten SF Romane diskutierten. Das Thema war am Schluss über hundert Beiträge lang und spannend zu lesen. Mit Abstand am häufigsten wurde "Hyperion" genannt, aber bei den neueren Titeln kam "Generation 23" für seinen bescheidenen Bekanntheitsgrad erstaunlich oft vor. 

Ich bin jetzt gerade dabei, mich durch eine Leseliste zu arbeiten, aber als Nebenprojekt habe ich

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begonnen. Es ist ein spannender Ansatz, und ziemlich weit von dem üblichen Urban-Fantasy-Universitätskitsch entfernt. Viel näher an unserer Realität angesiedelt, mit sichtlichem Einfluss der Verschwörungstheorien rund um die angebliche Macht des real existierenden Orders 322 (Skull & Bones) an der Yale University. Schade, dass aber dann statt auf Mystik und beklemmende Verhaltensweisen von Männerbünden doch eher platt auf Geister und Dämonen gesetzt wird, um einen gewissen Gruseleffekt zu erzielen. Das macht zB die niederländische Netflix Serie "Ares" um einiges besser.



#4719 Nina

Nina

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Geschrieben Heute, 00:34

Ich bin bei Battle Mage Band 2. Band 1 habe ich entdeckt, weil ich offenbar mit dem Übersetzer bei Facebook befreundet bin. Aber es ist eine Story, die ich mag, klassische Fantasy, ein gequälter Protagonist, der seine wahre Stärke entdeckt. Es ist jetzt kein Werk der Weltliteratur, aber es ist spannend erzählt.




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