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Welten aus Büchern


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19 Antworten in diesem Thema

#1 Beverly

Beverly

    Temponaut

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Geschrieben 12 June 2006 - 22:21

In den Romanen ILIUM und OLYMPOS von Dan Simmons handelt ein Strang der Erzählung davon, wie in Büchern niedergeschriebene Dinge zu Wirklichkeit werden. So tauchen gleich zu Anfang die Menschen der ILIAS nebst Troja auf. Prospero und Caliban sind aus Shakespeares STURM etc. Simmons entwickelt dabei eine sehr fantasievolle Theorie, wie sich ein Zugang zu den Welten schaffen lässt, in denen das Wirklichkeit ist, was bei uns nur in der Bibliothek steht. Der Roman DIE ZAHL DES TIERS von Robert Heinlein hat einen ähnlichen Aspekt. Hier können die Protagonisten zu Paralleluniversen reisen und einige dieser Universen entsprechen dem Inhalt von Romanen in unserer Welt. In der Kurzgeschichte KUGELMASS DER UNGLÜCKSRABE kann der Held mittels einer Vorrichtung in das Leben seiner Lieblingsbücher eintauchen. Es passiert allerdings ein Unfall und er ist für alle Zeit in einem Spanisch-Wörterbuch gefangen.

#2 Telesto

Telesto

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Geschrieben 12 June 2006 - 22:55

In Otherland von Tad Williams passiert ähnliches. Die Protagonisten werden über den Computer in die literarischen Welten katapultiert. Hat mir sehr gut gefallen.

#3 Naut

Naut

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Geschrieben 13 June 2006 - 07:36

Nicht zu vergessen, die "Thursday Next"-Serie von Jasper Fforde, in der eine Maschine das Herüberwechseln in Bücherwelten ermöglicht, und umgekehrt literarischen Figuren den Zutritt zu "unserer" Welt verschafft.

#4 Beverly

Beverly

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Geschrieben 13 June 2006 - 10:47

Mit der Weiterentwicklung von Virtual Realitiy werden wahrscheinlich die Welten aus vielen Büchern immer besser erzeugt werden können. In Rollenspielen wird das ja schon gemacht.

#5 deval

deval

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Geschrieben 13 June 2006 - 21:30

Da fallen mir spontan noch Sphere von Michael Crichton und die Tintenherz/blut Bücher von Cornelia Funke ein.

#6 Gast_Gast_tomulric_*_*

Gast_Gast_tomulric_*_*
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Geschrieben 18 June 2006 - 11:16

Weitere verwandte Sujets kommen aus dem Bereich "Bücher zu Rollenspielen": Joel Rosenberg: Die Hüter der Flamme Zyklus (6 Bd. bei Bastei) - bei einem Rollenspiel werden die Protagonisten in die RPG-Welt "gezogen". Nett zu lesen. Rand Miller/ David Wingrove: 3 Bücher zu dem PC-Spiel Myst - ebenfalls bei Bastei - Hier ist ein wesentlicher Handlungsträger die Möglichkeit für die Protagonisten, durch das Schreiben von Büchern neue (betretbare) Welten zu erschaffen. Und da wäre noch Die unendliche Geschichte von Michael Ende...

#7 Gast_Jorge_*

Gast_Jorge_*
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Geschrieben 12 August 2006 - 00:24

Poul Anderson
"Ein Mittsommernachtssturm"(A Midsummer Tempest)
Hier wird eine Parallelwelt geschildert, in der alles, was Shakespeare schrieb, real ist.
Auch im Treffpunkt der Reisenden zwischen den Welten geht es sehr literarisch zu:

"

An diesem Abend waren viele versammelt, saßen vor dem Feuer des Gastwirtes und erfreuten sich an seinen Speisen und Getränken und beschenkten ihn mit ihren Geschichten. Mit einer Pinte in der Hand lehnte Valeria Matuchek an der Bar, um sie alle besser zu überblicken. Einige wenige erkannte sie wieder, oder glaubte, es zu tun - einen Mönch in brauner Kutte und einen Wolf zu seinen Füßen; einen prächtig betrunkenen Chinesen aus alter Zeit, dessen Schönschreibepinsel ein Gedicht malte; einen sehnigen Burschen, dessen Kleidung schwer einzuordnen war, aber der eine Harfe hielt; einen großen leutseligen blonden Mann in hohen Stiefeln und grauem Leder, mit einem irisierenden Edelstein am Handgelenk; einen hageren pfeiferauchenden Viktorianer und seinen leicht lahmen Gefährten; einen sommersprossigen Jungen mit großen Augen und einen Neger in zerlumpter Farmkleidung; einen kupferhäutigen und federgekrönten Krieger mit Friedenspfeife und grünem Maiskolben - aber bei den anderen war sie sich nicht sicher. Einige waren nicht menschlich.

"

Philip K. Dick
"Wasserspinne"(Waterspider)
In dieser Kurzgeschichte suchen Bewohner einer möglichen Zukunft/SF-Charaktere ihre Chronisten/Schöpfer auf, um von ihnen technische Hilfe zu erhalten:

"In ihrem Artikel Nachtflug", sagte Fermeti geduldig, "in If vom August 1955 geht es um unser Problem. Es ist uns zwar gelungen, einem interstellaren Fahrzeug die Masse zu nehmen, aber bis jetzt haben wir mit der Rekonstitution der Masse-"
"Äh, ach ja", meinte Anderson geistesabwesend. "An der Geschichte arbeite ich gerade. Die müßte Scott eigentlich in spätestens vierzehn Tagen auf dem Tisch haben. Mein Agent", erklärte er.
Fermeti dachte einen Augenblick nach und sagte dann: "Können Sie uns die Formel für die Rekonstitution der Masse verraten, Mr. Anderson?"
"Ähm", sagte Poul Anderson langsam. "Ja, ich nehme an, das dürfte der korrekte Terminus sein. Rekonstitution der Masse...Das ist vielleicht gar nicht so schlecht." Er nickte. "Ich habe gar keine Formel ausgetüftelt; die Geschichte sollte nicht zu technisch werden. Aber wenn`s unbedingt sein muß, könnte ich mir, glaube ich, schon eine ausdenken." Er verstummte, hatte sich allem Anschein nach in seine eigene Welt zurückgezogen; die drei Männer warteten, aber Anderson hatte nichts weiter zu sagen.
"Ihre Präkog-Fähigkeiten", meinte Fermeti.
"Wie bitte?" sagte Anderson und legte eine Hand hinters Ohr. "Präkog?" Er lächelte schüchtern. "Ach, äh, so weit würde ich dann doch nicht gehen. Ich weiß, John glaubt an dieses ganze Zeug, aber die paar Versuche an der Duke University beweisen meiner Meinung nach gar nichts."
Fermeti starrte Anderson lange an. "Nehmen wir den ersten Artikel in Galaxy vom Januar 1953", sagte er ruhig. "Die Verteidiger...die Menschen leben unter der Erde, und die Robots oben tun so, als würden sie Krieg führen, was sie in Wahrheit aber gar nicht tun; in Wahrheit fälschen sie die Berichte lediglich so geschickt, daß die Menschen-"
"Hab ich gelesen", räumte Anderson ein. "Fand ich sehr gut, bis auf den Schluß. Der Schluß hat mir nicht besonders gefallen."
"Es ist Ihnen doch hoffentlich klar", sagte Fermeti, "daß 1996, im Dritten Weltkrieg, genau diese Verhältnisse eingetreten sind? Daß es uns mit Hilfe des Artikels gelungen ist, das Täuschungsmanöver unserer Oberflächenrobots zu durchschauen? Daß dieser Artikel praktisch Wort für Wort eine exakte Vorhersage-"
"Die Verteidiger", sagte Anderson. "Das ist von Phil Dick."
"Kennen Sie den?" erkundigte sich Tozzo.
"Gestern auf dem Kongreß bin ich ihm über den Weg gelaufen", meinte Anderson. "Zum ersten Mal. Ziemlich nervöser Bursche, hatte fast Angst, reinzukommen."
"Wollen Sie mir etwa weismachen, keiner von Ihnen ist sich darüber im klaren, daß Sie Präkogs sind?" fragte Fermeti. Seine Stimme zitterte, war jetzt völlig außer Kontrolle geraten.
"Nun ja", sagte Anderson, "ein paar SF-Autoren glauben schon daran. Alf van Vogt zum Beispiel, soviel ich weiß." Er bedachte Fermeti mit einem Lächeln.
"Aber begreifen Sie denn nicht?" wollte Fermeti wissen. "In Ihrem Artikel geht es um uns - Sie haben unser Amt und das Interstellarprojekt genau beschrieben!"
"Hol mich der Teufel", murmelte Anderson nach einem Augenblick. "Nein, das hab ich nicht gewußt. Ähm, vielen Dank, daß Sie`s mir gesagt haben."
Fermeti wandte sich an Tozzo. "Wir müssen offenbar unsere gesamten Vorstellungen von der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts revidieren."


Clifford D. Simak
"Verteufelte Welt"(Out of their Minds)
Neben unserer existiert noch eine Parallelerde, deren Bewohner allesamt der menschlichen Phantasie entstammen und über die jüngsten Neuzugänge(Micky Maus, Ufos, Charley Brown usw.) gar nicht erfreut sind.

Manly Wade Wellman
"Sherlock Holmes kontra Mars"(Sherlock Holmes versus Mars) Kurzgeschichte
Der Tatsachenbericht von Sherlock Holmes und Professor George Eward Challenger über die Invasion des Jahres ..., versehen mit einer Fußnote Dr. Watsons, in der dieser den Roman des Mr. H.G.Wells der Fehlerhaftigkeit und Unvollständigkeit zeitigt.

Larry Niven
"Der Flug des Pferdes"(The Flight of the Horse)
erweiterte Neuausgabe
"Rainbow Mars"(Rainbow Mars)
Hanville Svetz, Bewohner einer ökologisch ruinierten Erde, soll per Zeitmaschine ausgestorbene Tierarten in die Zukunft holen. Allerdings weichen diese von den Aufzeichnungen ab: Das Pferd hat ein Horn und läßt sich nicht betäuben, das Gilatier zu groß(besitzt außerdem Flügel und speit Feuer), der Leviathan ist schneeweiß und zieht an einer Harpunenleine eine Leiche hinter sich her...

Steven Utley&Howard Waldrop
"Schwarz wie der Abgrund, von Pol zu Pol"(Black as the Pit, from Pole to Pole)
Frankensteins Monster kommt nicht in der Arktis um, sondern gerät durch ein dort befindliches Loch ins Innere der Erde, trifft in der ersten Schalenwelt auf Dinosaurier, Pilzwälder etc.(Vernes"Reise zum Mittelpunkt der Erde), auf seinem weiteren Weg ein unterirdisches Reich(Burroughs"Pellucidar"), findet dort seine große Liebe und verliert diese wieder. Auf seinem weiteren Weg dringt er in eine Stadt außerirdischer Wesen ein(Lovecrafts"Berge des Wahnsinns"), befreit dort ungewollt die Schoggotenmonstren(welche sofort ihre Herrscher attackieren). In dem daraufhin entstehenden Chaos entkommt er durch den hereinbrechenden Mahlstrom, nimmt ein ihm entgegenschwimmendes Kanu mit drei Insassen(Poes Überlebende aus"Die denkwürdigen Abenteuer des Arthur Gordon Pym) in Besitz und kehrt in die Welt der Menschen zurück, wobei er einen in seine Richtung schwimmenden ungeheuren weißen Wal ;) als gutes Omen sieht...
Eine Rundfahrt durch die phantastische Literatur ;) .

Philip Jose Farmer
"Das echte Log des Phileas Fogg"(The Other Log of Phileas Fogg)
Die wahre Geschichte von "Reise um die Welt in 80 Tagen".

Brian W. Aldiss
"Der entfesselte Frankenstein"(Frankenstein Unbound)
Beim Einsatz neuartiger Waffen in der Erdumlaufbahn kommt es auf der Erde zu Zeitrutschen. Durch diese dringt ein Mann in das Zeitalter von Mary W. Shelley...und später in eine Welt, in der das von ihr erdachte real ist...

Thomas F. Monteleone
"Die Tore in der Tiefe"(The Secret Sea)
Durch das Tagebuch eines Matrosen findet ein Mann Zugang zu einer Welt, in der alles eingetreten ist, was Jules Verne erfunden hat.

William Gibson
"Das Gernsback-Kontinuum"(The Gernsback Kontinuum) Kurzgeschichte
Ein Fotograf hat Visionen einer Erde, in der das goldene Zeitalter der SF zur Realität/Alptraum wurde.

Bill Pronzini
"Der Mann, der The Shadow sammelte"(The Man who collected the Shadow) Kurzgeschichte
Einem Fan von The Shadow widerfährt beim Erwerb seines ultimativen Sammlerstückes etwas höchst Merkwürdiges...

Philipp Mann
"Die wahre Lehre - nach Mickymaus"(The Gospel according to Mickey Mouse) Kurzgeschichte
In der realen Welt tauchen plötzlich Superman, Batman, Donald Duck und andere Buch und Comiccharaktere auf, die sich aber völlig anders verhalten als sonst. Sherlock Holmes soll im Auftrag des weißen Hauses die rätselhaften und bedrohlichen Vorgänge aufklären.

Simon R. Green
"Schattenfall"(Shadows Fall)
ist der Name einer Stadt, in der alle Geschichten ihr Ende und ausgemusterte Cartooncharaktere, ehemalige Superhelden, vergessene Buchcharaktere sowie aus der Mode gekommene Rockstars ein Zuhause finden.

Lisa Tuttle/Steven Utley
"Tom Sawyers suborbitale Streiche"(Tom Sawyers Suborbital Escapade) Kurzgeschichte
Die erste Mission zum Mond mit Tom, Huck Finn und Jim.

Philip Jose Farmer
"Nach King Kongs Sturz"(After King Kong fell) Kurzgeschichten
Beim Betrachten des Films im Fernsehen fallen einem alten Mann die damaligen Geschehnisse wieder ein(mit einem Gastauftritt von Doc Savage und The Shadow).
"Die tollkühnen Männer in ihrem lenkbaren Luftschiff"(The Adventure of the three Madmen)
Anno 1916 prügeln sich Sherlock Holmes/Dr.Watson/Mowgli/The Shadow mit deutschen Truppen um den Besitz eines Virus, welcher in seiner Reinform Bier und Sauerkraut(und damit die Moral des Kaiserreichs) vernichten sollte, in seiner(von einem deutschen Wissenschaftler) mutierten Form jedoch die Säulen Englands(Pudding, Ale) bedroht.

Phillip C. Jennings
"Teddykäfer und der heiße Schneeball"(Teddybug and the Hot Purple Snowball) Kurzgeschichte
Virtuelle Persönlichkeiten(SF-Charaktere) werden zum "Bemannen" von Raumsonden benutzt.

John Kessel
"Eine andere Waise"(Another Orphan) Novelle
Ein Geschäftsmann unserer Zeit findet sich plötzlich an Bord eines Walfängers namens "Pequod" wieder...

Stephen King
"Umneys letzter Fall"
Ein Privatschnüffler aus "Chandlers Amerikanischer Zeit" wird mit dem Fall seines Lebens konfrontiert: Sein Schöpfer will sich in seine Romanwelt hineinschreiben - und ihn in die wahre Welt hinausschreiben...

Bearbeitet von Jorge, 12 August 2006 - 02:20.


#8 ANUBIS

ANUBIS

    Bibliophilus Maximus

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Geschrieben 12 August 2006 - 01:15

Und weils so schön ist..."Die unendliche Geschichte " ;) Greetz
" Der erste Trank aus dem Becher der Naturwissenschaften macht atheistisch; aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott "

Werner Heisenberg,Atomphysiker
  • (Buch) gerade am lesen:Der Totenerwecker von Wrath James Wright
  • (Buch) als nächstes geplant:???
  • • (Film) als nächstes geplant: ???
  • • (Film) Neuerwerbung: EUREKA-Season 5

#9 molosovsky

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Geschrieben 12 August 2006 - 16:20

Gabs nicht in den frühen Scheibenweltbüchern so einen plot mit Rincewind und dem Buch der Schöpfung (Octagon), und dem ›alles rückgängigmachen‹-zauberspruch, der aus dem buch in Rincewinds gedächtnis floh, weshalb Rincewind so eine art unmagischer übermagier wurde.

MOLOSOVSKY IST DERZEIT IN DIESEM FORUM NICHT AKTIV: STAND 13. JANUAR 2013.

Ich weiß es im Moment schlicht nicht besser.

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#10 Gast_Jorge_*

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Geschrieben 18 July 2007 - 23:20

Arthur Jean Cox
"Die Brille des Jorge Luis Borges"(The Spectacles of Jorge Luis Borges)
in
H. J. Alpers(Hrsg.)
"Kopernikus 2"
Ein SF-Fan in den 40ern des vorigen Jahrhunderts gelangt in den Besitz obiger Brille, mit der er nicht nur "die Dinge so sieht, wie sie wirklich sind", sondern auch in die Welten seines Lesestoffes eintauchen kann; er erkennt außerdem, das er selbst Teil einer Geschichte ist...
"Ein denkwürdiger Abend"(Writers of the Purple Page)
in
H. J. Alpers
"Das Kristallschiff"(Hrsg.)
findet im Restaurant O. K. Corral statt: Durch die Wirkung eines geheimnisvollen indianischen Tabaks wird der dort tafelnde Literatenkreis der Schriftsteller der schwülstigen Seite in die Lage versetzt, alles, was sie erzählen, niederschreiben oder sich vorstellen für andere sichtbar und zur Wirklichkeit werden zu lassen. Um einem Kollegen eins auszuwischen, erfindet einer den Autoren

"Philip Jose Farmer. Seltsam! Aber das gibt der Sache genau jenen Anstrich des fremdartigen, den ein guter Name haben sollte...Und Schriftsteller ist er auch? Aber was schreibt er?" Und jenes gezwungene Lächeln weitete sich zu einem Grinsen, das mir ganz und gar diabolisch vorkam. "Ich hab`s! Ich mache ihn zu einem Autor phantastischer wissenschaftlicher Geschichten. Ha, ha! Verhungern wird er. Aber langsam."

Ein anderer Schreiber des Kreises hat jedoch Mitleid mit diesem bedauernswerten Geschöpf

"Was geschrieben ist, kann ich nicht auslöschen, ich kann jedoch einen weiteren Zusammenhang, eine nähere Erläuterung hinzufügen. Ich kann abschwächen, was zu verbittert ist, und kleine Züge hinzusetzen, die aufhellend und vermenschlichend wirken. Gewiß, er ist ein Autor phantastischer wissenschaftlicher Geschichten...daher denke ich mir einen Markt für derartige Erzählungen aus: Zeitschriften mit bescheidener Auflage, Taschenbücher, sogar Filme und Fernsehprogramme. Gut."

und erschafft damit nicht nur das SF-Genre, sondern auch unsere Welt... :bighlaugh:


Phyllis Eisenstein
"Antwort auf deinen Ruf"(In Answer to your Call)
in
Manfred Kluge(Hrsg.)
The Magazine of Fantasy and Science Fiction 59
Einem ausgebrannten SF-Schriftsteller erscheint nach durchzechter Nacht die Heldin seiner Pulpmachwerke: Eine edle Sternenprinzessin, die über die reale Welt("Ihr habt ja nicht mal interstellare Raumfahrt") und sein Aussehen(er hat sich selbst als Begleiter der Edlen in die Geschichten hineingeschrieben - an Jahren und Pfunden leichter :) ) völlig entsetzt ist, und(nachdem er ihren Forderungen, sie zurückzuschicken, nicht nachkommen kann), mit einem drastischen Mittel selbst für ihre Rückkehr sorgt...


Edmond Hamilton
"Exil"(Exile)
in
"Die besten Geschichten von Edmond Hamilton"(The Best of Edmond Hamilton)
Ein Kreis von SF-Autoren unterhält sich über das Erfinden von Welten. Es zeigt sich, das einer von ihnen über eine besonders starke Vorstellungskraft verfügt: Er kann sich in seine Welten auch körperlich hineinversetzen, nur die Rückkehr gestaltet sich schwierig. Auf die Frage, wie ihm die Rückkehr trotzdem gelungen sei, antwortet er: "Überhaupt nicht. Ich bin immer noch hier..."


Barry Malzberg
"Herovits Welt"(Herovit`s World)
Ein körperlich und seelisch zerrütteter SF-Autor flüchtet vor seinen Problemen zunächst in die Identität seines Alter Ego Pseudonyms, dann in die seines Weltraumhelden Mack Miller - mit bedauerlichen Folgen für seine Umwelt...


Gene Wolfe
"Der letzte packende Groschenroman"(The Last Thrilling Wonder Story)
in
Friedel Wahren(Hrsg.)
"Isaac Asimovs SF-Magazin 22"
Brick Bronson, Held einer erbarmungswürdigen Zeilenschinderei, gerät mit seinem Schöpfer(Gene Wolfe himself :rofl1: ) über seine Charakterisierung sowie den Fortgang der Geschichte in Streit...


Sam Lundwall
"Alices Welt"(Alice! Alice!)
Nach Jahrtausenden kehrt die Menschheit zur von ihr verlassenen Erde zurück und muß feststellen, das diese trotzdem bevölkert ist - mit fleischgewordenen Geschöpfen der menschlichen Fantasie

"Winston Smith. Revoltierte gegen das System, in einem Buch mit dem Titel Neunzehnhundertvierundachzig. Aber ich sehe, Sie haben es nicht gelesen. Sie sind wahrscheinlich Analphabet. Zumindest sehen Sie so aus."
Monteyiller blinzelte verständnislos. "Buch?"
"Alles auf diesem verdammten Planeten ist aus dem einen oder anderen Buch. Wissen Sie das nicht?"

und mit denen man sehr schnell Streit um den Besitz der Erde bekommt, im Kampf aber auch merkwürdige Unterstützung durch noch merkwürdigere Verbündete erhält:

"Es gab auch Verbündete.
Sie kamen des Geldes oder des Ruhmes oder des Hasses wegen, der Chance wegen, Beute zu machen, oder aus ureigenen Gründen. Sie kamen gekleidet in seltsame Uniformen und trugen seltsame oder überhaupt keine Waffen. Sie kämpften wie die Teufel und starben wie die Helden in einem Krieg, den sie nicht einmal zu verstehen versuchten. Sie waren verrückt, aber nützlich.
Herakles kam.
Monteyiller war zufällig am Lagertor, als er an der Spitze eines ungewöhnlichen Söldnertrupps eintraf, der unter anderem aus vier Mann in fröhlich-bunten, lose wallenden Uniformen, kniehohen Stiefeln, breitkrempigen Hüten und weiten Mänteln bestand, die sich die Drei Musketiere nannten. In einem Rollstuhl saß ein alter, fetter Mann, der jedem erzählte, er sei der brave Soldat Schwejk, und der Feind würde es bedauern, wenn er ihn je in die Hände bekäme. Des weiteren gehörte ein großer, tumber Barbar in einem Lendenschurz dazu, der mit Grunz- und Hustgeräuschen sprach, und ein Maskierter mit einem schwarzen Umhang auf einem weißen Pferd, der überhaupt nichts sagte.
Und da war natürlich Herakles."

Bearbeitet von Jorge, 18 July 2007 - 23:36.


#11 Naut

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Geschrieben 19 July 2007 - 08:04

Holger Eckhardt "Logbüch Grotesque" Nachdem ein Raumkreuzer auf einem fremden Planeten notlanden musste, findet die Besatzung dort sehr seltsame Bewohner vor, unter anderem humanoide Mäuse mit sehr großen Ohren.

#12 Gast_Jorge_*

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Geschrieben 27 July 2009 - 14:19

Eine empfehlenswerte Seite(mit vielen weiteren Beispielen) zu obigem Thema mit eigener Genrebezeichnung:

http://www.nesfa.org...ntroduction.htm

http://www.nesfa.org...rsion/index.htm

#13 molosovsky

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Geschrieben 21 April 2011 - 20:43

Jüngstes glorioses Beispiel für selbstbezügliche Fiktion:
Charles Yu: »How to Live Safely in a Science Fictional Universe«.

Der Protagonist, Charles Yu, ein Zeitmaschinen-Service-Techniker, wird verfolgt (im moment egal von wem oder warum) und sieht sich selbst aus seiner Zeitmaschine kommen. Aus Angst vor einer paradoxen Schleife, schießt er seinem anderen, älteren Ich in Panik in den Bauch. Das ältere Ich drückt dem panischen jüngeren Ich ein Buch in die Hand und kann noch sagen: »Im Buch findest Du die Lösung«. — Das jüngere Ich flieht mit der Zeitmaschine vor seinen Verfolgern und untersucht das Buch. Dessen Titel lautet: »How to Live Safely in a Science Fictional Universe« von einem gewissen Charles Yu. — Nun beginnt der junge Charles mithilfe des Buches, dass er einmal schreiben wird, herauszufinden, wie er vermeiden kann, am Ende der fatalen Zeitschleife, in der er sich befindet, von sich selbst erschossen zu werden.

Entsprechend heftige metafiktionelle und metaphysische Volten kennzeichnen das Buch.

Soweit ich gehört habe, sollen die deutschen Rechte dieses 2010 auf englisch erschienenen Debüts bereits vergeben sein.

Grüße
Alex / molo

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#14 eRDe7

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Geschrieben 22 April 2011 - 08:24

de Camp: Mathemagie
Wenn ich mich recht erinnere (ist gut 25 Jahre her, dass ich es gelesen habe): Durch "Formeln" können die Protagonisten in Literaturwelten (Mythen etc.) "einsteigen".
Habe ich damals geliebt. ;-)
Wikipedia: "The Harold Shea stories are parallel world tales in which universes where magic works coexist with our own, and in which those based on the mythologies, legends, and literary fantasies of our world and can be reached by aligning one's mind to them by a system of symbolic logic. In the stories collected as The Incomplete Enchanter, the authors' protagonist Harold Shea visits two such worlds, that of Norse mythology and that of Edmund Spenser's The Faerie Queene."

Bearbeitet von eRDe7, 22 April 2011 - 08:26.

R. C. Doege: Ende der Nacht. Erzählungen (2010)

R. C. Doege: YUME. Träumen in Tokio (2020)

 


#15 Beverly

Beverly

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Geschrieben 22 April 2011 - 08:58

Jüngstes glorioses Beispiel für selbstbezügliche Fiktion:
Charles Yu: »How to Live Safely in a Science Fictional Universe«.

Der Protagonist, Charles Yu, ein Zeitmaschinen-Service-Techniker, wird verfolgt (im moment egal von wem oder warum) und sieht sich selbst aus seiner Zeitmaschine kommen. Aus Angst vor einer paradoxen Schleife, schießt er seinem anderen, älteren Ich in Panik in den Bauch. Das ältere Ich drückt dem panischen jüngeren Ich ein Buch in die Hand und kann noch sagen: »Im Buch findest Du die Lösung«. — Das jüngere Ich flieht mit der Zeitmaschine vor seinen Verfolgern und untersucht das Buch. Dessen Titel lautet: »How to Live Safely in a Science Fictional Universe« von einem gewissen Charles Yu. — Nun beginnt der junge Charles mithilfe des Buches, dass er einmal schreiben wird, herauszufinden, wie er vermeiden kann, am Ende der fatalen Zeitschleife, in der er sich befindet, von sich selbst erschossen zu werden.

Entsprechend heftige metafiktionelle und metaphysische Volten kennzeichnen das Buch.

Soweit ich gehört habe, sollen die deutschen Rechte dieses 2010 auf englisch erschienenen Debüts bereits vergeben sein.

Grüße
Alex / molo


Hallo Alex,

danke für den Tipp. Ich habe mir endlich eine Vormerk-Liste für meine nächsten Buchkäufe angelegt und das Buch als erstes darauf eingetragen.

#16 Gast_Jorge_*

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Geschrieben 08 November 2013 - 13:56

Mit fremder Feder
http://www.finix-com...mder-feder.html

Deadpool - Killustrierte Klassiker
https://www.paninico...de/-i10018.html

The Unwritten
http://www.paninicom...itten-S561.html

Philip Jose Farmer
Sherlock Holmes und die Legende von Greystoke (Die ursprüngliche Version von Die tollkühnen Männer in ihrem lenkbaren Luftschiff (The Adventure of the three Madmen)
http://www.mallux.de...olmes-und-.html

Bearbeitet von Jorge, 08 November 2013 - 13:58.


#17 Gast_Jorge_*

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Geschrieben 07 October 2017 - 22:10

wie in Büchern niedergeschriebene Dinge zu Wirklichkeit werden

 

Richard Cowper

Zwei Welten - ein Gedanke



#18 redustrial

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Geschrieben 05 June 2018 - 12:52

Ein anderer Ansatz und auch nicht Science Fiction, aber in "Die unendliche Geschichte" wird das, was der Protagonist liest Wirklichkeit, bzw. er liest in dem Buch, was gerade in Fantasien geschieht.


Eine Androidin als Auftragsmörderin. Sie weiß nichts davon ... – Meine SciFi-Novelle »Die dritte Programmierung«


#19 Gast_Jorge_*

Gast_Jorge_*
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Geschrieben 05 June 2018 - 18:55

"Die unendliche Geschichte"

 

Wurde schon genannt



#20 Gast_Jorge_*

Gast_Jorge_*
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Geschrieben 24 September 2018 - 18:11


Gregory Benford

Rewrite

 

Dylan Meconis / Ben Coleman / EA Denich / M. Victoria Robado

The Long Con

 

Christian von Aster

Der Orkfresser

http://phantastiknew...orkfresser-buch




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